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3D-Events auf ProSieben (1998/2000, Nuoptix 3D)

Telcast International

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Der Spiegel 42/98: Wiederkehr der Pappbrille

Pro Sieben wagt einen Vorstoß in die dritte Dimension und ruft die »3D-Woche« aus. Vom 18. bis 25. Oktober strahlt der Sender drei Tierdokumentationen der Reihe »Wildlife hautnah« mit 3D-Sequenzen aus sowie diverse Beiträge in seinen Magazinsendungen (unter anderem »Welt der Wunder« und »taff") und der Talkshow »Andreas Türck«. So sollen »gefährliche Haie, kämpfende Warane, mächtige Löwen, unberechenbare Tiger und seltene Menschenaffen in besonderer Qualität auf dem Bildschirm lebendig werden«.

Die nötigen Brillen (mit gelbgrüner und violetter Plastikfolie) werden von der Getränkefirma Coca-Cola gesponsert und von der Zeitschrift »TV Movie« in zwei Ausgaben beigelegt. 6,8 Millionen Exemplare sollen so unters Fernsehvolk kommen. Ob die Neuauflage der Pappbrille diesmal Furore macht, wird sich frühestens am kommenden Sonntag um 18 Uhr zeigen.

Die Aussichten sind nicht schlecht, denn die Bilder wirken auch ohne Brille scharf, wenn auch nicht plastisch. Thomas Hohenacker, 42, Inhaber und Geschäftsführer der Münchner Firma Telcast International, entdeckte 1990 in den USA die neue 3D-Technik und erwarb die Rechte. Hohenacker war auch für die Abstecher in die dritte Dimension bei RTL verantwortlich. Doch inzwischen habe er das »Nuoptix-Verfahren« weiterentwickelt zum »Telcast-Verfahren« - und das sei viel ausgereifter.

Hohenacker besitzt jetzt globale Patentrechte am 3D-Produktionsverfahren und an den Brillen. Es habe sich »als einziges 3D-System fürs Fernsehen weltweit durchgesetzt«, bewirbt Telcast ihr Produkt. Fast 50 Länder haben mittlerweile 3D-Produktionen der Firma gezeigt. So strahlte ein französischer Sender das Weihnachtsprogramm 1996 (40 Sendungen) dreidimensional aus und erzielte damit Einschaltquoten von bis zu 77 Prozent. Im schwedischen Fernsehen lief ein dreiviertel Jahr lang eine wöchentliche 3D-Sendung. Ein Sender in Mexiko zeigte im letzten Jahr über 100 Sendungen in der dritten Dimension - sie wurden durch 20 Millionen 3D-Brillen gesehen. Mit einem US-Sender sei er gar in Verhandlungen über eine tägliche dreidimensionale Tiersendung, sagt Hohenacker: »3D-Fernsehen ist inzwischen längst mehr als ein Gimmick.«

Während früher zwei rot und grün verschlüsselte Teilbilder mit Hilfe der Brille mehr oder weniger erfolgreich in ein räumliches, aber schwarzweißes Bild verwandelt wurden, werden nun »die beiden verschiedenen Perspektiven, die stets für räumliches Sehen benötigt werden, um eine Fünfzigstelsekunde zeitversetzt aufgenommen«.

Ohne 3D-Brille wird die zeitliche Verzögerung nicht wahrgenommen - das Bild erscheint gewohnt scharf und flach. Mit Brille erreichen die Bilder das rechte Auge minimal verzögert: Beide Perspektiven erscheinen dem Betrachter allerdings zeitgleich, und das Bild wirkt dreidimensional. Das Verfahren eignet sich laut Telcast besonders für Tier- und Naturfilme, aber auch für Shows. Die Produktionskosten steigen durch die neue Aufnahmetechnik im Schnitt um zehn Prozent.

Ein räumliches Fernsehbild ohne Brille wird wohl noch lange ein Traum bleiben - obwohl die Gerätehersteller seit Jahrzehnten daran arbeiten. Zwar titelte der »Economist« schon 1978: »Philips' Geheimnis: 3D-Fernsehen ohne Brille«, doch beim Geheimnis ist es wohl geblieben. Auch 3D-Entwicklungen von Siemens, Grundig, Saba, Sanyo und Sharp waren Flops.

Telcast und Pro Sieben hoffen, daß die wilden Tiere die Zuschauer stärker zu fesseln vermögen als seinerzeit die nackten Früchtchen.

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Diese Sammlung ist nicht vollständig, es wurden desweiteren der Film "Megalodon: Riesenhaie aus der Urzeit" sowie mehrere Kurzfeatures gesendet. Der Film "3D-Geisterjäger" wurde 2000 ausgestrahlt. Der Trailer wurde ebenfalls 2000 im Rahmen einer Wiederholung des 3D-Events ausgestrahlt.

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Internet Archive, in The VHS Vault
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© 1998/2000 Telcast International
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Telcast International
Language
German
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