Arkansas Echo (Little Rock, Ark.)
November 19, 1925

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Allgemeine Zei heit n: i 421:4: ugemeine Zeituna für Wahrheit und Klahneit auf dem Politischen und Kozialen Gebiete Jahrgang 34. Wochen-Rundschan. f Die ital Regierung will trotz der Verträge, nach. denen sie die Minori— täten schützen muß, Südtirol zu einem so italienischen Land machen, daß Nordtirol es nie reclamieren kann. Am liebsten würde sie alle Deutschen ausweisen und ihre Stellen mit Itu lienern besetzen, deren sie genug hat Aber das geht nicht gut und so nïrd den Deutschen Tirols das Leben so schwer gemacht wie möglich. Die deutschen Schulen wurden ihnen ge nommen. Die Ortsnamen wurden durch ital. Namen ersetzt, die Geschäfts schilder müssen italienisch sein, die Ge richtssprache ist italienisch. Die Leute dürfen in ihren Häusern keine deut schen Inschriften haben. Und nun sind mit dem Bozener „Landsman“ als letzter alle deutichen Zeitungen in Südtirol unterdrückt. Die Südtiro ler haben sich an den Völkerbund ge—- rndt, der die Minoritäten schützen soll, aber der hat nichts gethan, da Mussolini doch darauf pfeifen würde, was er schon einmal, als er Corfu besetzen und plündern ließ, gethan hat Aehnlich machen es die Polen, die zwar vor dem Staatsbankrot stehen, aber ihrem Deutschenhaß keine Zü— gel anlegen. Da besitzen in den vor mals deutschen Provinzen Deutsche; noch schöne Landgüter und Bauern— höfe, die doch eigentlich den Polen ge hören sollten. Warum fragt man nicht sondern mittelst des dafür gemachte Agrargesetzes werden die Besitzer ent· eignet, d. h auf die Straße genhHrfen, dann können sie kaum was anderes thun, als verhungern oder auewan: dern. Und die Regierung behauptet eine Christliche Regierung zu sein Weder Polen noch Italien achten die Menschenrechte. Damit verwirken sie das Rect zu bestehen. Denn alle Staaten sind nur deshalb da, um die Menschenrechte zu schützen. In Triest hatten vorletzte Woche Faschisten das jugoslavische Konsulat gestürmt und die Flaggen desselben beschmutzt und verbrannt. Die ital Rogierung wartete nicht bis aus Belgrad Beschnbrden geführt wurde, sondern versprach Ersatz und Genug— thuung. Das verhinderte aber nicht, daß in manchen Städten Jugoslavi-- ens die ital Flagge von den Konsu laten gerissen, durch den Straßen dreck geschleift und dann verbrannt wurde Bei ejner solchen Volksstim— mung ist Freundschaft, Handel und Verkehr sehr fraglich. Anfolge des griechischen Einfalles! in das fast wehrlose Bulgarien hat die Liga in Genf angeordnet, daß die Vallanstaaten nach dem Muster des Vertrages von Locarno einen Vertrag machen in dem sie sich ver-! pflichten, einander die Grenzen zul garantieren, und sich nicht bekriegen, sondern den Frieden, Handel u. Ver kehr zu fördern. Der Pakt wird ab geschlossen und richtet sich dann gegen Italien. Was für ein Geist in Europa um geht, das beweist eine von London in der New HYork Times veröffentlichte Depesche, daß die VBotschafter Eng—- lands und Frankreichs in den nüch-- ston Tagen der deutschen Regierung eine gemeinschaftliche Note ilberreichen wiürden, worin angegeben nhrde, daß gewisse Erleichterungen flr die Be wohner des besetzten Gebietes getrof-! son nbrden seien. Von einer beab sichtigten Näumung der Kölner Zo— ne werde darin aber kein Wort er wähnt werden, ntil das eine Sache für sich sei. Die Deutschen brauchten sich übrigens nicht einzubilden, daß die Besetungsdauer der Rheinlande verkiirat werden nrde. Wörtlich heißt es in dieser Spezial· depesche, di- ganz den Eindruck macht, inspiriert zu sein: „All das steht im Einklang mit den wohlliberlegten Ränen der britischen Regierung, u die sortkwährende Manifestiernung el nes ger-ssen Theils der dentschen Presse, welche die Zurücknahme alli irter Truppen gegen die Bestimmun gen des Versalsler Vertrags fordert, irritirt nur. So wird in der letzten eit in Dentschland stark dafür agi tiert, die Alltirten zu veranlassen, auf Grund des Artikels 494, der die Mög lichleit einer friülheren Räumung der besetten Gebiete ins Auge faßt, zu Arkansas Echo. Little Rock, Arkansas. Donserstag den 19. November 1925. handeln. Man ist hier der Meinung, daß die Deutschen je eher desto lieber sich da von überzeugen sollten, daß die Alli— irten gar nicht daran denken, außer der Kölner Zone einen Theil des Rheinlands zu räumen. Von densel-- ben in dem Augenblicke, wo sie sich anschicken, die Strenge des Besetzungs- Regimes zu mildern, nritere Ver— günstigungen zu verlangen, wird als ein weiterer Beweis dafür ineel daß man Deutschland überhaupt schnbr Konzessionen machen kann „Man gebe ihm einen Zoll und es wird eine Meile fordern,“ lautete der Kommentar in britischen Regierungs kreisen. de mehr die Deutschen auf ihren Forderungen beharren würden desto weniger Zugeständnisse würden sie von den Allüirten erhalten. Daß die deutsche Regierung sich nicht beeilen wird, den Vertrag von Locarno zu ratifizieren, ist durch sol che Meldungen begründet. Die oben angesagte Note verlangte weitereEnt-- waffnung von Deutschland, und n beantwortet worden. Es scheint Frankreich und England haben es da rauf abgesehen, daß der drude Reichstag den Vertrag zurück weist, um dann den Deutschen die Schuld dafür aufzubürden. Auch im übrigen Europa ist der Geist der dabsucht den der Krieg ent sesselt hat, noch lebendig. Lettland hat durch Gesetz die Enteignung der gro- Ben Landgüter festgesezt. Es sind 823 Großgrundbesitze mit Beschlag belegt und vertheilt worden. 700 da-· von gehörten Deutschbalten. Nun sol len sie entschädigt werden und die Mi nister haben eine Vorlage ausgearbei tet, wonach jeder vormalige Besitzer 3000 Goldrubel, etwa 81500, Ent schädigung erhalten soll, die in lan. gen jährlichen Abschlagszahlungen be· zahlt werden. Das ist nicht mal ein Jahresertrag. Wenn das lettische! Parlament das annimmt, dann hat! es gestohlen. Die russische Regierung hat das Geset für ungültig erklärt, wonach alle Erbschaften auf 5003 Rubel be· schräntt wurden. Künftig kann jeder Russe das ganze Vermögen erben. Die Regierung gab die Erklä-- rung ab, daß dieser Schritt nöthig geworden sei, um das Fortbestehen; industrieller und anderer privater l VBetriebe nach dem Tode der Grün— s der zu sichern und ebenso privates Kapital zur Betheiligung an der heimischen Industrie heranzuziehen. Rußland hat dies Jahr eine sehr große Ernte. Da aber die Regierung allein Getreide ins Ausland verkau fen lann, so muß sie zunãchst kaufen. Die russische Industrie liefert nicht den Bedarf an Werzeugen und Klei-- dorstoffen, den die Bauern unbedingt nöthig haben, sie muß die Sachen ein fülhren. Wenn es ihr gelingt, gewal tig große Lieferungen im Ausland auf Credit zu erhalten, dann lann sie die Bauern damit bezahlen und dann das Getreide ausführen. Da die Vauern sich weigern, anders als für baar zu verkaufen, so herrscht in de Städten selbst Mangel an Mehl, da durch sind Getreide Preise über den europischen Marktpreis gestiegen, sol daß die Regierung vor einer neuen ungeahnten Schwierigkeit steht. Im ganzen Lande wurde der Waf senstillstandstag gefeiert. Schulen n Legionäre und in Washington die Regierungsbeamten waren die Fei— ernden. Im Volk ist Gleichgültigkeit gegen den Tag, der lange nicht e halten hat, was man sich davon ver— sprach. Der Nationalkommander der Le· gion dJohn R. MeQuigg hat eine Votschaft in Washington verlesen, die ein Friodensprogramm enthalten soll: 1. Den sofortigen Veitritt der, Vereiniaten Staaten zu einem! Ständigen Internationalen Gerichts·! hof zu bewerstelligen: 2 Die allgemeine Konstriptions· f pflicht für Mannschaft, Geld unds nöthiges Materlal zur Durchfllhrung eines allsälligen Krieges gesebhlich festzulegen; 3. Darauf zu dringen, daß das Land seiner Stellung als Welhmacht angemessene Streitkräfte zur inne- ren und äußeren Vertheidigung auf rechterhalte. Das heißt also übersetzt, wir wol len in Europa mit zu bestimmen ha ben, und darum schließen wir uns dem nternationalen Gerichtshof an. Wir trauen indessen den europi schen Mächten nicht und darum müs—- sen wir für Krieg fertig sein. Col. Mitchell stand die ganze vori ge Woche vor dem Kriegsgericht, das ihm erlaubte, die Wahrheit seiner An schuldigungen zu bewrisen, und das bringt er mit Hülse der geladenen Zeugen auch fertig. Aufsehen erreg te das Zeugniß von Frau Lands down, die vor gericht erklärte, daß Mitglieder des Kriegs Dept. bei ihr gewesen und sie überreden versucht hätten, falsches Zeugniß abzulegen. Dann wurden Briefe vom vorm Sekretär Roosevelt vorgelegt, aus denen hernorging, daß Armee u Flotten Dept. übherein gekommen sei— en, bei den Preiswettflügen ein Jahr die Arme-flugzeuge und das nächste die Flottenflugzeuge gewinnen zu Ler Es wurden 5 Briefe vorgele en. 1 Roosevelt schlug den Plan aus Sparsamk tsrücksichten vor. Das Abkommen wurde schließlich im Juli 1924 von Generalmajor Patrick an genommen Es wird viel an der Echtheit des ital. Attentats auf Mussolini ge—- zweifelt. Der Diktator Italiens hat es tüchtig ausgebeutet und sich von allen Gegnern befreit. Ob ihm das lange gut thut, ist eine ganz andere Frage. Die ital Abgeordneten zur Regel-! ung der Kriegsschülden haben in! Washington unverdientes Glück ge· habt. Sie haben den Herren von der Kommission die wirthschaftliche Lage Italiens so erbärmlich dargestellt, daß der amerikanische Sridentigunde vorschlag 75 Prozent der Schuld streicht Die Shuld wird in 62 Jahren bezahlt und die Zinsen betra gon im ersten Fahr Prozent. Sie steigen dann auf 1 Prozent und in letzten 17 Fahren auf 2 Prozent. Die Italiener haben das angenom— men und Präsident Coolidge hat es gutgeheißen, da man von Italien bei! seiner Finanzlage nicht mehr erwar—- ten könne. Wie werden die Englän der sich ärgern, daß sie soviel der boten haben. Die Italiener haben die ersten 5 Millionen Dollars sogort bezahlt. Nun kommt Rumänien an die! Relhe, Griechenland und Serbien ha· ben gemeldet, daß auch sie zahlen wollen. Wonn all die Schulden fun dirt sind, dann steht Frankreich allein. Die Abmachung„mit Italien stimmt, daß es in 62 Jahren mit den Zinsen 82,407,000,000 zahlt Die Schuld beträgt 82,042,000,000 Die Ver. Staaten Steuerzahler müs-s fken 14 Milliarden Zinsen für die Italiener zehlen. Diese zahlen ins den efften 5 Jahren je 5 Mill., nächsten 10 Jahre 14 Mill. Das steigt bis sie in den letten 10 Jahren 73 bis 80 Mill. Dollars jährlich zah len sollen Ob wir das Geld je tat. len werden? Aber die Kommission hat das mit England gemachte Abkom men, das doch als Muster dienen soll te, weit unterboten Die engl. Flotte hat vorige Woche ein großes Unglück gehabt. Im Ma növer am 12. Nov. bei Plymouth tauchte der Monitor No. 1 der als U Voot gevaut war, und kam nicht wieder herauf. Es wurde dann fest gestellt, daß er 180 Fuß tief unter; Wasser liogt. Er hat 64 Mann und lOffiziere als Besatzung und ist mit allen Vorkehrungen und emndenl eines U-Vootes ausgestattet Es wurde am 13. gesagt, er könne der großen Tiefe wegen nicht gehobea! worden. Der engl. Botschafter Sir Howard, hat in Kunsas City bei einem Fest vorige Woche eine Rede gehalten, in; der er sagte: „Amerila und Groß! britannien arbeiten zusammen China! wieder auf die Füße zu bringen und! es mit unserer freundschaftlichen dil fe von der Dominierung der Kommn nisten zu hefreien, unter die ein be· deutender Theil seiner Bevölkerung zu fallen droht.“ Wir bezweifeln, daß diese optimistt sche Auffassung von einer angeblich a oun nammunnn mnn nplilomii so nac svq um amißhaol unca ugot da jhomol uw- nnn det Die gesammte übrige Welt ist sogar davon ilberzenat, dahß beide Voltkes die richtige Würdigung fin· sweit davon entfernt sind, China frei und unabhängig zu machen. Ganz besonders der letztere, der das große Drachenreich bis auf den heutigen Tag in unerhörter Weise vergewaltigt u. ausgebeutet hat. Am allerwenigsten scheinen die Chinesen gewillt zu sein, das Joch Englands weiter zu tragen Und dann sind die Interessen John Bulls und Bruder Jonathans wohl dieselben, aber theilen wollen sie nicht, sonders jeder will Alles haben und John Bull kann seine Position nicht behaupten. Die Rede des Botschaf ters ist ein Stück geschickter Propa-- ganda. Ob die Mächte in China etwas zu Stande bringen, das ist eine andere Frage. Nachrichten am Ende voriger Woche sagen, daß die Beamten der Centralregierung vom sogenannten hristlichen General Feng in thatsäch licher Gefangenschaft gehalten wür— den. Und Japan meldete, daß seine und die in Peking anwesenden Trup pen der europischen Mächte ausreich— ten, um alle Interessen zu schützen. Deutsche Truppen sind diesmal nicht dabei, und das ist gut. Tso Ling scheint sehr an Macht verloren zu ha ben und Feng soll ein Bündniß mit Rußland haben. Die letzten Meldun— gen sagen, daß Tso Lin auf Peking vorrückt. Das merikanische Parlament hat ein Eigenthums Gesetz angenommen, nach welchen Ausländern der Landbe siß in Meriko beschränkt wird. Auch commercielle und industrielle Werke sollen danach von mexikanischen Ka— pital kontrollirt werden. Das Gesetz erlaubt Ausländern nicht, die Mehr—- heit der Aktien solcher Unternehmun— gen zu besitzen. Es ist nun fraglich ob Merxiko soviel Geld hat, um die Aktien und Bonds zu kaufen, die nach en Gesetz verkauft werden müßten. nderseits werden wohl die Ver. Staaten und Großbritannien Ein— sprache gegen das Gesetz erheben. In Folge der Abmachung mit den Italienern haben nun die Franzosen Hoffnung geschöpft, daß sie auch noch beichte Zatlungsbedingungen erhal ten würden und wollen eine neue Conunission zum unterhandeln her— senden. Vorige Woche sah es eine Zeitlang aus, als ob Painleve und sein Kabi— net abtret·n müßten, da die Herren sich mit den Führern der regierenden Partei nicht über die Steuerfrage ei nigen konnten. Schließlich aber ha ben sich die Herren doch geeinigt, und wenn dieSteuervorschläge Gesetz wer—- den, müssen die Franzosen sehr schwer zahlen. Das Haus, Deputirtenkam mer genannt, wird das Gesetz passiren aber ob der Senat es thut, ist eine andere Sache. Aus Syrien u. Ma— rokko sind keine Kriegsberichte veröf sentlicht. Aber Marschall Petain hat die Amerikaner, welche für die Fran— zosen Henkerdienste thun, arg gelobt. Präsident Coolidge hat ihnen mit theilen lassen, daß ihr Gebahren un-- gesetzlich sei. Vorher hatte der Ge—- sandte Herrick die Herren in Paris empfangen und gelobt. Die Russen feiern das achtsährige Geburthstagsfest der Sowjset Repu— blik, die sich also trot aller Prophe zeiungen gehalten hat u. weiter hal ten wird, bis das russische Volk den paar Volschewisten schließlich die Führung aus den Händen nimmt. Das kommt aber erst, wenn sich im Bauernstande neue Führer gebildet haben, und das wird kommen, denn Rußland gibt den verschiedenen Repu—- bliken weitgehende Selbstregierung Das große U-Boot Unglück in England, wobei 64 Mann und 4 Offiziere in dem in 180 Fuß tiefen Meerwasser ihrem Schicksal überlas sen werden mußten, hat die engl. Re gierung veranlaßt, nachmal zu yver suchen, die U-Boote abzuschaffen. Na türlich miüssen alle Staaten das thun. In Plymouth hielt Lady Astor eine Rode, in der sie sagte: „Zum alten Eisen mit den Tauchbooten“, rief sie. „Ich bin willens, um die Welt zu reisen und alle Frauen fiür diese Frage zu in— teressieren Ich bin nicht zu Gun sten gänzlicher Abrüstung, so weit sind wir noch nicht doch ist. es an der Zeit und für die Frauen am Platze. die Abschaffung aller Tauchboot- zu verlangen. Wie man mir mitgetheilt hat, sind sie nicht absolut nothwendig, außer im Kriegsfall“ Die Franzosen haben am Freitag eine Explosion auf einem U-Boot ge habt. Der alliirte Botschafterrath hat am 14. Nov. in Paris entschieden, daß die Kölner Zone am 1. Dezember ge—- räumt werden soll. Der Rath erklärte mit den in der letzten deutschen Ent waffnungsote abgegebenen Erklärun gen bezüglich der von den Verbands mächten gestellten Abrüstungsmaß nahmen zufrieden zu sein. In Depeschen, die dieser Mel— dung vorangingen, war angedeu—- tet worden, daß der Botschafterrath vielleicht erst in der Situng am nächsten Montag die Räumung des miner Brückenkopfes empfehlen werde. Der deutsche Botschafter Dr. don Hoesch wurde sofort von der Ent— scheidung des Botschafterrathes be nachrichtigt. Der Rath beschloß auch e deutsche Regierung noch am abend au verständigen, daß die Al lirten sich auf eine Einschränkung der Besatzung in anderen Territo srien des Rheinlandes einigten. In Genf wird über die Aufnahme dedha tande in den Völkerbund ver-- handelt und da scheint es, daß die Ferren den Deutschen keine Vertre tung im Batschafterrath geben wollen Aber darum kommen sie nicht her unt Es ist kllar baß die deusche Ant— wort nur deshalb zufriedenstellend ist, weil England und Frankreich so viele Bindungen im Ausland haben, daß sie sich den Rücken sichern müssen. Das besorat der Locarno Vertrag und Deutschlands Eintritt in den Völker bund. Die letzten Nachrichten aus Syrien vom 1. Nov. sagen, daß die franz Verstärkungen angekommen sind und deren Erscheinen soll auf die Insur-- rern sofort (H einen Eindruck ge macht haben. Es wird berichtet, daß die Drusen sich in das Gebirge zurück gezogen haben. Die Depeschen be—- richten, daß das Land ruthig sei ud im Gebiete von Damaskus nur noch eine kleine Bande von Rebellen im Felde stehe. Dagegen berichtet am 14. Nov. der Vertreter der Assoe. Presse: Da—- maskus gleicht einer im Kriege vom Feinde belagerten Stadt. Alle Bewohner der Stadt, cnschließlich der Soldaten, dürfen nach 8 Uhr abends die Häuser nicht verlassen. In den engen Gassen wimmelt es von Soldaten, so daß man bei ei nem Gang durch die Stadt beinahe fortwäöhrend an Gewehre anstößt, über Sandsäcke-Barrikaden stolpert oder durch Drahtverhaue genöthigt wird. einen Umweg zu machen. Um 8 Uhr abends hört der Stra- Benbahnverkehr auf und die Stra ßen werden rasch menschenleer. Außerhalb der Stadt vergeht kaum eine Nacht, ohne das die In surgenten nicht eine nach Damas· kus fiühr-nde Brücke abbrennen, oder eine Vorstadt überfallen oder irgendwelche andere Gewaltthaten begohen, die die Entsendung einer französischen Expedition nöthig ue chen. In Damaskus sind Arbeiter be schästigt, um den von dem französi schen Bombardement herriüshrenden Schutt wegzuräumen und die zer störten Basare wieder aufzubauen. Aber der Geschäftsverkehr ist ge— lähmt w auf die Zurufe der Kauf—- leute stellen sich keine Käufer ein. Eines der schönsten und maleri schesten Grbäude der Stadt, der Pa der Familie Azim, ist zerstört Es diente dem muselmanischen In stitut für Kunst und Archologie als Heim, dessen Schäãtze vernichtet wur den. Die Mauern wurden von saondn Granaten niederge legt. Die berühmte aroße Moschee sin der unmittelbaren Nähe der 3i tadelle blieb erhalten, aber durch die Kuppel der Senanidschah ·Moschee schlua „in Geschoß und richtete mwere Verwüstung an. Die Pa „läste der Familien Rilabi, Bakris lund Kawathu, besonders der „lev— tere, ein Fuwel der orientalischen Baulkunst und ein Schaustick der Stadt, sind dem Erdboden gleich aemacht. Das gleiche Schicksal er—- litten einiae der typischen Basare und Kaufhäuser der Stadt. In den Ruinen der Palste suchen die frü heren Besltzer mit ihrer Diener schaft nach den Ueberhbleiseln ihrer Schäthze. Obaleich hervorragende Damas lzener die Bevölkerung zu beruhigen suchen,. daß ein Angriff der Insur—- genten auf die Stadt, der wahr- Uummer 487 scheinlich ein zweites VBombarde—- ment zur Folge haben würde, nicht zu erwarten sei, scheint jeder neue Zwischenfälle zu befürchten und viele Leute verlassen die Stadt. Der deutsche Reichsbankpräsident, Hjalmer Schacht, ist von New York wieder abgereist und hat versichert, daß er trotz vieler Konferenzen mit amerikanischen Bankers absolut nicht über eine Anleihe für Deutschland verhandelt habe. Nun schreibt ein amerkanischer Korrespondent: „Seit Generationen vor dem Krie— ge haben deutsche und britische Inte ressen russische Unternehmungen fin— anziert. Dieselben haben dadurch russische Methoden und Bräuche genau kennen gelernt. Amerikaner haben hier stets eine untergeordnete Rolle gespielt, denn ehe die enormen Geld— summen hier zur Anlage im Aus— lande sich anhäuften, waren die Ver einigten Staaten nur in sehr gerin gem Maße an russischen Unternehm— ungen betheiligt. Der Krieg brachte aber einen Umschwung mit sich. Ame— rikanisches Geld, das gute Verzin—- sung sucht, ist in Menge vorhanden. Direkt den Russen zu borgen, würde schwierig sein, weil die amerikanische Regierung noch mit der Anerken nung Rußlands zurückhält. Deutsch land und Großbritannien laborie re nicht unter diesem Nachtheil. Die Unternemerklasse beider Länder stehen mit der russischen Regierung und dem russischen Volke auf freund— schaftlichem Fuße. Aber Deutsche u. Briten besitzen nicht das nöthige Ka— pital. Letztere sind in der Beziehung zwar besser gestellt als die Deut— schen, sie wagen ihr Geld aber nicht zu ristieron. Aus dem Grunde wer den die Amerikaner und jn geringem Maße die Briten das Geld stellen, während die Deutschen als Betriebs-- leiter und Sachverständige in rus sischen Unternehmungen fungieren werden. Der Verdienst soll dann auf der dOO —0 Basis vertheilt werden.“ Mit diesem Arrangement bringt der Korrespondent auch den Besuch Dr. Schacht's, des Präsidenten der Deutschen Reichsbank in Verbindung. Ob das stimmt, entzieht sich unserer Kenntnis, zu verwundern aber wäre es gerade nicht, wenn dem so wäre. Das bedeuted in Rußland friedliche Entwicllung, statt des von da gesich teten Krieges. Der neue Vertrag zwischen Deutsch land und Italien wurde am 30 Ok— tober von Premier Mussolini und Baron von Neurath, dem deutschen Votschafter beim Quirinal als Han dels- und Schiffahrts- Vertrag un terzeichnet. Der Vertrag enthält die Meistbegünstigsklausel. Er deckt alles, was auf den Handel· und Seeverkehr zwischen den beiden Na—- tionen Bezug hat. Das polnische Kabinett ist am 14. Nowv. zurückgetreten, weil sich der Zloty nicht stabilisieren lassen will. Amtliche Kreise behaupten, der Sturz der Münzeinheit sei die Folge deut scher Manipulationen in Berlin und Danzig als Vergeltung dafür, daß sich Polen weigert Deutschlands Vor-- schläge über ein Handelsabkommen anzunehmen. Premier Grabski ver langte von der Bank von Polen, daß sie zur Stabilisierung des Zloty ein greife, aber die Bank hatte sich ge weigert, weil sie dazu angeblich kein Recht habe Bis zur Bildung eines nenoen Kabinetts fungiert der Mini ster des Innern Naezkiewitz als Pre— mier. Das zurückgetretene Kabinett hat seit dem 19. Dezember 1923 re giert. Es wird sehr schwer sein, den pol nischen Zloty zu kKabilisieren, nach dem seine Hauptstütze, der franz. Frane ins Fallen gekommen ist, und schwerlich noch in genügender Men— ge nach Polen kommt, um zu helfen. Polen muß abrüsten, wenn es gesun—- de Finanzen haben will. Aber um ab riüsten zu können, muß es sich mit all seinen Grenznachbarn audeinan dersehen. Es hat seden von ihnen mehr oder weniger Land weggenom—- men, das ihm nicht gehört. Und wenn Frankreichs Macht sinkt, dann kann auch seine Armee Polen nicht vor den Folgen seiner Raibpolitil schützen

Zarter Wink. Auf dem Flug plat. Sle (zum Mann): „Schau die ses wundechöne Luftschiff. Es trägt sagar meinen Namen!“ Er (seuf rend): „Gwiß, welcher Zusall, und hat sogar den Vortheil lenkbar za sein-“

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Seite 2 Aus anderen Staaten In Philadelphia war am 11. Nov. die Polizei auf der Suche nach einem Entarteten oder Wahnsinnigen, der, wie angenommen wird, seit dem 15. Okltober drei dortige Frauen durch Erwürgen umgebracht hat. Die Leiche der Frau Lena Wei— ner wurde am 10. durch ihre 18 Jahre alte Tochter bei deren Rüdk— kehr von der Schule aufgefunden Ola MeCoy, eine Negerin, wurde am 15. Oktober getötet, und Mary Murray wurde am vorigen Sams— tag ermordet aufgefunden. Die bei den letzteren waren unter Umstän— den, die denen des Todes der Frau Weiner ähnlich sind, in ihren Woh— nungen erwürgt. An Händen und Füßen gebun— den, mit einer Halsbinde um den Hals gewickelt, und einem Knebel in ihrem Munde lag die Leiche der Frau Weiner über ein Bett ausgestreckt, im zweiten Stockwerk ihrer Wohnung. Gouverneur Pinchot und John L Lewis, der Präsident der Vereinig— ten Grubenarbeiter, hatten am 11. Nov. eine Konferenz betreffs des An thrazit Kohlenstreiks, der nunmehr schon über 10 Wochen dauert. „Ich kenne nun die Ansichten der Grubenarbeiter u. will beide Sei— ten anhör-n“, sagte der Gouverneur nach der Konferenz. „Ich habe nichts über die Kon—- ferenz zu sagen“, erklärte Präsident Lewis. Der Gouyerneur hat die letzten Ansichten der Grubenbesitzer am 12. Nov. in Harrisburg erfahren, wo er mit W. W. Inglis, dem Vorsitzer des Unterhandlungskomites der Grubenbesitzer eine Konferenz ver— einbart hatte. Da Präsident Coolidge erklärt hat, er könne in dem Streik nichts thun, weil öhm jede Vollmacht fehle, so wä— re es gut wenn Gouv. Pinchot auch diesmal den Streik schlichten würde. Das Bundes Landwirthschaftsdept hat die Meisernte auf 3,013,390,000 Bushel geschätzt, gegen 2,436,513,- 000 Bushel im letzten Jahr. Das Landwirthschafsdepartment schätzt die Kartoffelernte auf 346,— 503 000 Bushel, bemerkt aber, daß das Ernteergebnis vorläufig noch ein unsichrres sei, da ein Theil der Kartoffeln am 1. November noch nicht ausgegraben war und abge— wartet werden müsse, wie groß die Verluste infolge der Frostwetters sein werden. Im wvorigen Jahre belief sich die Kartoffelernte auf 454,784,000 Bushel. Vorsährige Ernteschätzungen ist in Klammern beigesetzt: Buchweizen 16,079,000 Bushel (15,956,000); Leinsamon 22,332,000 Vushel (30,173,000); Getreidesorghum 93,504,000 Bu—- shel (114,231,000); Kleesamen 1.051,000 PBushel (0077,000); Erdnüsse 586,590,000 Pfund (616,200,000); Aepfel 171,264,000 Bushel (28, 587,000); Birnen 18,913,000 Bushel (18, 628,000); Trauben 2,134,000 Tonnen (1, 779,000); Süßkartofseln 81,089,000 Bushel (71,861,000); Tabak 1,264,226,000 Pfund (1, 2410,513,000); Sorghumsyrup 26,874,000 Gal— lonen (27,339,000), Die endgültigen Ernteschätzungen werden am 16. Dezember veröffent— licht werden. In Pennsyvania hat Senator Pep per bei den neulichen Stadtwahlen in Philadelphia den Unabhängigen Mumnieipalrichter Candidat empfohlen Das hat ihn mit der Maschine ver seindet, di· gradaus gesagt hat, Pep per wird nicht wieder zum Senator gewählt. Da er bereits die Kampag ne begonnen hat, so wird ihm ein Gegner anfgestellt, und wenn der da ist, kann Vinchot als Drfstter in den Ring kommen und hat Anssicht zu gewinnen Coolidge will aber seinen bissigen Gergner Pinchoa nicht im Fenat haben, der außerdem hbei jeder Gelegnheit für Prohibition eintreten würde Bei Plainsboro, N JI. ist am 13. Nov. der Pennsylvania Mereantile Expreßzug von St. Louis in das hin tere Ende eines Washington Exrpreß zuges hinein gekracht. Es herrschte echer Nebel, und der Erxpreßzug hatte sich verspätet und fuhr muir 10 Meilen die Stunde. Der Zusammen—- stoß zerstörte die hinteren Pulman— wagen und tötete 10Passagiere und verletzte 40 Vei Dallas, Texas fuhr am 12. Nov ein Interurbanzug in das Hin terende eines Straßenbahnwagens, in dem 8 Passagiere sehr schwer und 20 weniger verletzt wurden. VBei New York ist ein Feld aefun— Unsere bekannten Fruchtkuchen Für Danksagnngstag und die Feiertage sind da! Wir haben dazu das Beste ge braucht, was für Geld zu kaufen ist, und unsere Fruchtkuchen, die jedes Jahr so gemacht worden sind, haben einen sehr guten Ruf Kommen Sie, holen Sie einen der guten Fruchtkuchen der 773 1. Rose Cisy Bakery Goke 14, Mlain, Phone 4-1155 Wo Qualität zählt Super Suel Sür Ihren Motor AVIO-GAB“ 1/ schlechtesten Bedingungen! ay il (o. Little Roch Hemphis den worden, auf dem Hashisch wächst, gefchrliches Rauschgift. Da ist nicht weit vom Queens County Courthaus eine 6 Block umfassende Abladestelle für Abfall Da wächst die Giftpflan ze als Unkraut. Ein mexikanischer Matrose, der verhaftet wurde, weil er Haschisch hatte, führte den Com missär Wallis zu dem Platz wo es wchst, von wo die New Yorker sil versorgt haben. In St Louis wurde am 10., Nov. auf dem Wege zur Bank Frl. Connie VBrey, Kassiererin des Coronado Ho tels von zwei bewafsneten Männern niedergeschlagen und um 3000 Dol lar in Geld und 5000 Dollar in Checks beraubt. In Pittsburg itberfielen am 10. Nov. zwei junge Männer Frl. Emily Eberly, Kassiererin der Peerles Bis— euit Co. und rissen lhr eine Tasche mit 3124 Dollar aus der Hand. In Detroit stellte am 10. Nov. ein einzelner Bandit drei Angestellte des Hamilton Collingwoodzweiges der Detroit Savings Bank und entkam mit 10,000 Dollar.

In Cleveland wurde am 10. Nov. der Grocerybesiger Harry Vlanaklis von zwei Straßenränubhern in die Hand geschossen und um 17 Dollar! beraubt. Zwei sunge Burschen, William Gallagher u. Voyle Garrison, wur den geschossen, als sie den Bersuc machten, eine Oelfüllstation zu berau· ben. In New Hortk ist der Staatsanwalt hinter die Elks gegangen, die in ihren Clubhaus Bier verkanfen sollen. Ein Bundesmarschall der den Herren die Vorladung zustellen sollte, mit ihren Büchern vor Gericht zu erscheinen wurde vom Thürhüter nicht hereinge— lasson, da nur Mitalieder Zutritt ha ben. Der Mürhüter ist angekllagt, einem Beamten in Ausübung seiner Pflicht Widerstand geleistet zu haben Die Biücher will die Loge nicht herans. geben, da di- Großgeschwornen kel Arkansas Echo Donnerstag den 19, November 1925. Recht hätten sie zu fordern. Dr. Leo Sanders in Memphis ist wegen Verkauf von Rauschgift zu 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Das Appellgericht in Cineinnati hat das Urtheil bestätig und der Doktor r- sitzen müssen. Congreßmann John W Langley von Kentucky ist mit Milton Lipschut zu 2 Jahren Atlanta verurtheilt wor— den. Die beiden wurden überführt, 1400 Kisten Schnaps aus dem Voer. Staaten Waarenhaus zu ungesetli-- chen Verkauf geholt zu haben. Sie können noch ans Obergericht appelli ren, das Appellgericht in Cineinnati hat das Urtheil bestätigt. Während der Prozeß im Gange war, lief Lang ley fllr Wiederwahl und wurde ge— wählt.

Der Schrei des Goldes. Reiseerlebnis von Kurt Leugner. Richtig habe ich die beiden Schmidt, den Berliner Studenten, u. Kratz, den Wiener Schauspieler, eigentlich erst kennen gelernt, als wir schon drei Wochen von Antofagasta in Chile nach Eenador eaana waren. Mein gZiel war, die Kilste! vei Buenayentura in Columbien wie.! sde zu erreichen. dch hatte die auf diesem Woge liegenden Minen und VBohrstellen unserer Kompanie zu be suchen. Die beiden jungen Leute hat sten mich, lurz ehe ich meine Reise antrat, gebeten, sie auf khre Kosten lndienbalben wie sie mir mitzunehmen. Da sie aute Reiter s und auch sonst sympathische Lente waren, hatte ich nichts dagegen. d bestand unsere Gesellschaft, einschließ—- lich der Indianer für die Pferde, aus acht Personen, und gut ausgerüstet orreichten wir, schnell die Höhe derl Kordilleren passierend, die Hochebene! von Peru Es ist oft unmoglich, in nerhalb eines Tages von einer Mines zur anderen zu kommen. So waren wir meist gezwungen, unter fretem n Himmel zu ülbernachten. Unvergeß- Ilich bleiben mir jene hellen, milden Nächte unter dem südlichen Kreuz auf den Hochebenen von Peru und Eeuador. Tausende von Meilen in der Runde leine Stadt, lein Dorf. Kaum ein einsamer Indianer oder Jäger kreuzte unsere Straße. Wir waren allein in der unendlichen Bergeinsamkeit der Kordilleren. Wie der einmal lagerten wir am flackern den Feuer in der Savanne, als mit einem Male der Boden unter uns heftig bebte. Es war eites der häu— sigen südamerikanischen Erdbeben. Kaum war das minutenlange Rollen verklungen, als ein klagender heller Ton anschwellend durch die Luft zog, seinen Höhepunkt mit einem knistern den Geräusch erreichte u. dann leise metallisch verklang. Wir andern alle kannten diese Naturerscheinung; nicht so unsere beiden freiwilligen Theil nehmer, die erschreckt auffuhren. An—- scheinend werden diese Tön durch Lufteleltrizität, Luftströmungen oder durch Gesteinverschiebungen verur—- sacht, die Wissenschaftler sind sich selbst darüber nicht einig. Die In—- dianer behaupten, die Erde risse einander. Das ist hier am wahr— u otpa Ktich ttten weil Geräusch stets bei einem Erdbeben auftritt. Een einmal eine Goldader mit zer rissen wird, hört man diesen metal lischen Schrei. So flüsterten auch jetzt wieder die Indianer abergläãu-- bisch: „El grita del oro“: Der Schrei des Goldes Ich erklärte den beiden „diese Naturerscheinung nach bestem Wissen. Sie schienen aber an die Auffassung der Indianer eher als an lalles andere zu glauben, denn sie machten sich sogleich an die eingebore nen Knechte heran, um sie über die sen Punkt gehörig auszufragen, so weit das ihre mangelhaftte Kenntnis srer Sprache zuließ. Der Student lund der Schauspieler waren von Stunde an wie verwandelt; sie sa ßen fast immer abseits, und als ich am anderen Mittag die geographische Lage des Ortes feststellte, rückten sie zögernd mit dem Anliegen heraus, ihnen doch möglichst so genau die Situation des Ortes zu bestimmen, daß sie ihn wiederfinden könnten. Trotzdem ch sie darauf hinwies, daß ihnen diese Zahlenreihe absolut nichts nützen könnte, wenn sie nicht jemend mït den erforderlichen In strumenten bei sich hätten, mit denen sie den Ort ntederfänden, bestanden sie dringend darauf, so daß ich ihnen die geographische Lage des Nachtla-- gers festlegte. Nach alter Wildwest sitte rissen sie den mit Zahlen be— deckten Zettel in zwei Theile, und je— der barg den kostbaren Schatz in sei-- nem Brustbeutel. Kurz danach kamen wir thatsächlich an eine frische Erdspalte, über die wir erst einen Uebergang suchen mußten. Wir benutzten ntgen der drückenden Hitze, die Gelegenheit, ei nige Stunden Rast zu machen. Kaum waren die Pferde versorgt, als beide auch schon verschwunden waren. Nach einigen Stunden kamen sie schweiß triefend nteder zurück, mit Staub und Erde bedeckt, und auf dem Rük ken trugen sie, in ihre Decken ge—- wickelt, schwere Lasten. Ich vermied es, irgendwelche Fragen zu stellen, denn sie hätten mir doch kaum die Wahrheit gesagt. Aus ihrem Paklet machten sie abseits vom Lager klei— nere Traglasten, die sie auf ihre Pfer de vertheilten,“ und dann schleppten sie im Schweiße ihres Angesichtes große Steine herbei, aus denen sie eine Plramide errichteten. Jeden fals. um den Ort leichter wiederzu—- finden. Gegen Abend brachen wir auf, und weit ging der Ritt durch die kühle Nacht nach Westen. Der Weg wurde täglich steiler und steini ger, da wir wieder in das Gebiet der Hochkordilleren kamen. Jetzt mußten die beiden oft tagelang ihre Pferde führen und zu Fuß nebenherlaufen, da ihre Thiere unter der doppelten Last zusammenzubrechen drohten Auf diese Weise waren ihre Stiefeln bald zerfetzt, und auch die Füße ge riethen in einen schrecklichen Zustand. Doch kleine Klage kam ilber ihre Lip pen, sie hatten sich jeuht noch mehr von uns abgesondert, sogar des Nachts, wo immer einer um den andern wachte. Oft sah ich sie die Landkarte studieren und miteinander flüstern. Jedenfalls hatten sie ein e besonderes Geheimniß. Nach drei Wochn voller Strapazen kamen wir im Hafen Buenaventura an !Sahen die übrigen Theilnehmer schon ziemlich heruntergekommen ans, so glichen die beiden Landstreichern ilbelster Sorte. Sie waren laum wiederzuerkennen. Wunde, geschwol— lene Flße, der Anzug in Fetzen, ohne jodes Stück Wäsche, machten sie einen fürchterlichen Eindruck. Siehatten alle ihre Reservewäsche den Knechten geschenkt. Alles andere Entbehrliche sich u. die Pferde zu erleichtern, aber fortgeworsen. Nicht viel besser sahen ihre Pferde ans. Sie waren vollkommen abgetrieben, und nie— mand wollte sie ihnen abkaufen. Wir stiegen in dem einzigen Hotel des „Ortes ab, um uns wieder menschlich jzu machen. Schon nach einigen Stunden orschienen die beiden in mei nem Zimmer und baten mich, sie zu elinem inzwischen ausfindig gemach- Plagerei Vorbeuger —Auf Ihrer Vacanz, wenn Sie reisen, Auto fahren, Bootfahren oder Campen werden unsere Travelers Checks, Unfall Versicher— ang, Gepck Versicherung und Safe Deposit Boxen Ihnen biel Plage und Unruhe sparen Ihre Vacanz zu einer wirklichen Ruhepause machen. Dampfschiff Tickets verkauft nach jedem Hafen in der Walt der Dampfschiff Verbindung hat. Union Trust Co. 6 7 1 e; 201 West Bweite Straße I Alnsurance Phones Cag 4-1247 Nacht 8-1788 urrs RocK Kommen Sie einen unserer Vacation Folders frei holen. Bemberg Sons Schmiede Arbeit Deder Art, besonders ornamentale. 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Es ist osft behanptet worden, V Regierung könne den Preis von Weizen, Korn und Baumwolle ete. nicht auf einer vermlünftigen Höhe hal· ten. Dazu gibt der Preis brasiliant schen Kaffes eine gute Illustration. Der Koffe lostete vor 10 Jahren 12 bis 14e das Pfund. Heute kostet er mehr wie das Doppelte, obhwohl die lette Kaffernte aut war. Der Staat Sao Panlo hält den Kasse. Um das Pearson Lebis culsun *cl

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Der erbftwind geht auf die Reise. Von Sophie Reinheimer. Es war wundervolles Herbstwetter draußen! Der Himmel war blau, die Sonne schien u. in den Gärten blüh ten die rothen u. blauen und weißen Astern. Es war ein Wetter, daß man am liebsten deñ ganzen Tag spazierenge— gangen wäre. Wißt ihr, wer das auch dachte? Der Wind der Herbstwind. „Hii“ machte er „das ist ein Wetter heute!. Wie geschaffen zum fröhlichen Wandern. Heute soll's lustig werden huii Heute wird eine Reise gemacht!!“ Und weil der Wind, wenn er auf die Reise geht, nicht erst Koffer zu packen braucht wie wir, so konnte er gleich losfahren. Huii da sau—te er schon durch die Straße. „Komnist du mit?“ rief er einen Stück Papier zu, das da lag. Das Ra— pier flog ein Stück weit mit, dann blieb es liegen. Huii ich gehe auf die Reise. Wer komnit mit? rief der Wind noth einmal gan laut. Da kam cs von allen Seiten herbei. Dürre Blä:ter Holzspäne leere Papierdüten ja, sogar ein paar Hüte kamen von den Köpfen herun tergeflogen und wollten mit. „So ist's recht!“ sagte der Herbst— wind „Aber es geht wie Schnellzug!“ Und er jante mit den Hüten im Ga lopp die Straßehinunter. Reiselust stecktt an. Die ganze Straße wer auf einmal davon e packt. Hier schwang sich eine Gar dine zum Fenster hinaus dort klap— perte u rüttelte ein Fensterladen an seinen Anzeln; ach aber sie konn ten traurigerweise beide nicht loskommen Und dort —der Blumen topf am Fenster wollte der gar auch mit? Er wackelte hin und her buns da lag er auf der Straße Wie schade! Auf der Straße aber schrien und schimpften die Leute und andere lie· fen hinter ihren Hüten her, andere machten schnell die Fenster zu· Da sah der Wind ein, daß das Rei-- sen in aroßer Gesellschaft doch seine Unannehmlichkeiten habe. „Die einen können überhaupt nicht loskommen— und die anderen bleiben gleich liegen. ch werde lieber allein weiterreisen.“ sagt er. „Aber die enge Straße isi nichts für mich; ich brauche Plat, ich muß hinaus ins Freie.“ Draußen vor der Stadt war ein Stoppelfeld. Auf demStoppelselde lie fen Buben herum, die wollten ihre Drachen steigen lassen. Schone. große Drachen mit langen, bunten Schwänzen, aber sie wollten nicht; steigen. Dorthin ging nun der Wind. „Na, meine Herren?“ sagte er zu den Drachen— „Sie machen ja sol änastliche Gesichter? Es geht wohl nicht so recht mit dem Fliegen, a Na, warten Sie mal —ch werde Ih—- nen ein bischen helfen dabei. s Und nun nahm der Wind die Dra— chen u. hoh sie in die Höhe. „Soo— boo! Nun ruhig, nur nicht el wackeln: u die Schwänze schön ge rade gehalten. Soo soo sehen Sie, mein- Herren, es geht ja ganz famos. Achtung da kommt ein VBaum denken Sie an Ihre Schwänze Es sah sehr hübsch aus, wie alle die bunten Drachen da oben sa ruhig dahinschwebten. Die Buben da unten ans dem Felde jubelten vor Freude Der Wind aber sagt dann zu den Drachen, mun wüßten sie ja, wie sie's machen miülßten, und er müßte nun weiterwandern. Er kam nun an einen Wald, an ei nen bunten Herbstwald. Bunt sah der Mald aus weil alle die Mätter ihre abtchen bunten Kleidchen anhatten Die Aeider, die der Herbst ihnen mit aobracht, als er ins Land gezogen kam Kind lieber Mind,“ riefen die Blätter,„bol' uns doch von den Bäüu—- men herunter. Was nüten uns un— sere hilbschen Meider, wenn wir ewia hier oben sitzen? MWirmöchten so gerne auf die Erde hinunter n. lau- nfen und tanzen und springen.“ Recht so!“ sagte der Wind, der sich sreube, so viel niedliche kleine Tänmerinnen zu bekommen „Vhhh“ machte er und dann noch einmal aanz stark: „Vhhh Da fstel ein ganzer Bätterregen auf die Erde hinunter. Unten, auf dem Waldwege, da gina der Tanz los. Polka Wal zer Galopp wie die Mätter es haben wollten. Der Wind war ein famoser Tan meister. Und pfeisen konnte er dat ganz wundervoll! Als der Wind die Anhöhe wieder hinuntergesaust war, da sah er mit ten ans «inem aroßen braunen Kar toffelacker ein lustiges Fener bren nen. „Hui—ler werden Kartoffeln ge braten,“ dachte er. „WMe fein wl riecht —da muß ich mit dabei sein“ Und er blies in die FRlamme, dah die Lente, die dabeistanden, schnell zurückfuhren beinahe hätten die Flamme den einen schön am Kleide gepackt. ho der Cerlisikal Haller Kewinnl. Dit A. O. V. W. von Arkansas Pionier von allen Brüderlichen Versicherungen Bietet jetzt Certisikate die keine über sich haben. Unter den vielen Vortheilen, den dieser Vorsorger mit populärer Versicherung adoptirt hat, ist die, daß Dividenden den Poliey Haltern ereditirt werden, und zwar von den Ueberschuß Einnahmen, die sich aus dem Geschäftsbetrieb ergeben. Es sind keine Extravagante Gehälter zu zahlen, keine dehnbaren Verwal tungs Kosten, und keine fremden Vermögen aufzubanen. Was immer an Ueberschuß einkommt, gehöort den Certificat Haltern und ist unter sie zu vertheilen. Das ist es was die A O U. W thun wird. Echte Protiction. Die neuen Certifikate der A.O.U.W. haben ein neues Feld für Nützlichkeit er öffnet, indem sie ihr System von ver— vollkommeter gegenseitiger Versicher ung fertig stellten. Die A. O U W. ist nicht länger nud eine Loge, für sociale Vergnügungen eingerichtet, noch ist sie eine seelenloseCorporation, in der die Contract Halter nur die Zähler des Finanz Profittes sind Sie ist Lebensversicherung mit einer See—- le. Nichts ist vom alten Certifikat weggenommen worden. Das was in dem älteren System fehlte ist zuge-- fügt worden. Andere Sachen sind auf genommen worden, um sie zu stärken und menschlich zu inachen. Wirkliche Lebensversicherung ist für das alte Sterbe Benefit System gesetzt worden. Da sind Certifikate welche jede Noth—- wendigkeit in jeder Lebenslage tref fen. Ganze Familien Versicherung ist möglich gemacht durch Gründung des Juvenile Departments, das Kinder von zwei bis 15 Jahre annimmt. Die Raten sind recht, die Reserven werden intact gehalten, die Sicherheiten recht conservirt, und die Geschäfte der Ge nossenschaft werden von Beamten ver waltet, die von den Mitgliedern selbst gewählt sind. Alle Mitglieder sind voll geschützt, und für das erste Mal wird der Versicherte selbst berüksich tigt durch Endowment und begrenzte Zahl· Certifikate. l PERFECTED ATERNAL INS URANCE 1 nernrs uvens surrryonknen annsah 1 Lirt InSs URANCE FrarErßNl, E HEADQUARTERS,AO.UM.BUILDING,LirLE RocK,AnK. Was machen Sie aber auch sür Streiche, Herr Wind— Da—nun blies er auch noch den Leuten den Rauch in die Augen u. in den Hals Sie husteten und blinzel— ten und schimpften itber den Wind Da nahm er schnell Reisaus. Aber von dem feinen Duft nahm er ein wenig mit. „Ich will den Leuten drunten im Dorfe den Mund ein bißchen wsse rig machen,“ dachte er. Er war ein lustiger Wanderbursche der Wind. Wie er so frisch und froh über die Wiese daherkam und sich eins dazu pfiff —da wurde im Dorfe gleich alles lebendig und von der Lustigkeit angesteckt. Wittonh men·“ rief das Taschentuch, das auf der Hecle zum Trocknen hing, und winkte n wedelte aus Lesbeskrästen „Willlonmen rief die Wetter sahne auf dem Dache und knatterte: „Hurra! Jetzt kommt der Wind.“ Und die Mumen in den Gärten arüßten und nickten und die Gume verneighen sich und die Windharfe! oben auf dem Dache des Gartenhäus— chens drehte sich und fing an zu singen Wie die Post gemisßbrancht wird. Die Oeffentlichteit erführt ver hältnismäßig wenig von der ems· gen Thätigleit der Pockinspektoren, der Aufgabe es ist, die Vemühuna der Post zu betrügertschen Zwecken zu verhiüten. Aber kaum haben iel einem Schwindel den Voden entzo gen- als auch schon neue Betritger shren Ansturm auf die Taschen des leichtgläubigen Publikums beginnen und oft imstande sind, reiche Geute zu machon, ehe auch ihnen das Handwerk gelegt werden kann. Ei—- Arkansas Echo Donnerstag den 19. November 1925. Dividenden No. 1--Eine Snmme Geld oder eiue Quantität Sachen zum vertheilen und auztheilen: der Antheil an einer Sum— me getheilt so daß Jeder theilnimmt. Speeif.: Lebeus Versicherung, Antheil am leberfchuß der einkommt, und jeder Policy gutgeschrieben wird. Alle sind Actionre. Die neuen Certifikate der A. O. U. W. sind auf den aus den Aktien be wiesenen Erfahrungen gebaut. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Lebensversicherung, daß die innere Hauptsache des brüderlichen LogenSy stems darin än die That umgesetzt wurde, ebenso die Hauptsache des Commerziellen Versicherungs Sy— stems ohne seine Schwächen. Wissen schaftliche Raten und die Vortheile verschiedener Angebote und Nutznieß— ungen zusammen mit der brüderlichen Verbindung, welche die A. O. U. W. so populär gemacht hat, sind so zu—- sammen gefaßt, so daß ihre Certifkate heute die am wünschenswerthesten im Martkte sind. Die gigantischen Corpo—- rationen, welche durch commereielle Lebensversicherung aufgebaut worden sind, beweisen, daß in Lebensversiche rung große Gewinne sind. In der A. O. U. W. werden die Gewinne nicht zur Vermehrung von Privat- Vermögen verwandt, sondern sie wer— den zum Vortheil der Mitglieder auf bewahrt, jedes derselben ist ein Ae tionär. Es gibt keine Preferred Stock holders sondern alle stehen gleich. Die Kosten der Verwaltung sind zu einem Minimum reduzirt, und die Reserven werden stetig aufgebaut als eine un erschütterliche Garantie hinter jedem Certifikat Unter dem werthvollen Be sitz des Ordens sind drei der modern sten Office Gebäude im Staate. „Ich suche die Wahrheit“ von Wilhelm Kronprinz 82.50 sollte jeder deutschsprechende lesen. „Wenn ich Dentscher wär“ von H. G. Scheffauer, Offenbar-- ungen eines Amerikaners über Deutschlands Größe und Tragil 2 00— „Der Kopf“ von H. Mann, 83.00. Der große Zeitro— man der Wilhelminschen Epoche. Deutsche Bücher aller Art, Zeit schriften, Romane, Novellen, Kunst und Wissenschast, Sprachbücher ete. bestellen Sie am VBesten bei K. B. Eckert, 136 Liberth Sir., Room 216, New Hork, N.H. Schreibt für lostenfreion Katalog. Alle Bücher werden porto— frei gesandt. C. O. D. 10 Cents Aufsschlag. nem der Postinspektoren sind die folgenden interessanten Mittheilun— gen zu verdanken: Es scheint, daß die Gauner über alle Nachrichten sozialer, finanziel ler, industrieller und wissenschast licher Entwicklungen stets trefflich informiert sind. „Sie werden in der wissenschaftlichen Revue von der Entdeckung eines neuen Diamanten gelesen Haben,“ beginnt das girku— lar eines Diamantenschwindlers, und ein multigraphiertes Schreiben einer Firma, die sich als Expertin mit Bezug auf die Verfassung von Szenarien bezeichnet erklärt: „Lenchtet es Ihnen nicht ein, daß, wenn Autoren ost fabelhaste Summen für Szenarien erhaltenA die weder interessant noch einträg lich sind, eine wirklich gute Idee großartige Aussichten rat? Das leuchtete mehr als neuntan send Personen ein, und sede von ih-! nen opsferte von 827 bis 836 in der leberzengung, die „gute Idee“ zu haben, welche „aroßartige Aussich ten“ haben wiürde. Nicht eine ein zige der „auten Adeen“ verließ je das „Motoplaf Studio“, das um sie ersucht hatte und nahezu alle von ihnen als unverkäuflich be— zeichnete. Die Postbehörden mach ten diesem „Plane der Kinoreform“ ein Ende, nachdem es zwar erst we— nige Monate gearbeitet, aber seinen Erfindern schon viele Tausende Dol— lars eingebracht hatte. Denn wo wäãre in diesem kinotollen Lande wohl die Person zu finden, die nicht überzeugt ist, die „Komplotte“ der Wandelbilder verbessern zu können und sich nach den Mesensummen sehnt, die, wie die Zeitungen be—- richten, sür Ideen von Szenarien bezahlt werden? Ein anderer Schwindel. Da war ein angeblicher Redak— teur, der angezeigt hatte, daß er sür einige der größten Filmprodu zenten gearbeitet habe, und thatsäch lich war er drei Monate lang bei einem Filmproduzenten als Clerk mit 825 Wochengehalt angestellt ge· wesen. Er forderte sedermann auf, ein Szenario oder eine Idee für ein Szenario einzuschicken. Er bezeich nete alle eingesandten Manuslripte als zum Verkaufe geeignet, bemerk- hte aber. daß sie zunächst in „tech nisch korrekte Form- gebracht wer lden müßten, ehe sie den großen Pro duzenten vorgelegt werden könn— ten. Die Einsender wurden ersucht, sfi diese technische KHorrektur“ im voranv zu bezahlen. Die „Gebit sren“ würden dann später auf die Verk fssumme verrechnet werden. Eine Verkaufssumme gab es natür lich niemuls, und als die Urheber „2es Projektes vor die Postbehör sden zitiert wurden, konnten sie nicht beweisen, daß sie auch nur einen eingigen der Beiträge einem Pro duzenten vorgelegt hatten. Sie hat lten nichts weiter gethan, als von ih—- ren Opfern so viele und so hohe Gebühren wie möglich einzutreiben. Der Fall von Frederick A. Cook. Beamte des Post Defartements haben geschätzt daß alljährlich durch Betrügereien durch die Post eine Million Amerikaner um etwa eine Milllsarde Dollars erleichtert werden. Die Regierung kann auf zweierlei Arten gegen die Betrüger vorgehen. Sie kann sich weigern Post an sie auszuliefern, und sie kann gegen sie in den Gerichten auf Grund von Kriminalanklagen Strafverfolgung einleiten. In den meisten Fällen wird nur die soge— nannte Betrugsorder (Fraud 2 der) angewendet, die den Ausschluß von der Post bedeutet, aber mitun· ter wird es als heilsam erachtet, auf Grund der einschlägigen Para graphen des Strafgesetzbuches vo— zugehen. Sowohl Ausschluß von der Postbeförderung als auch Strafver— folgung waren nothwendig, um den vielen Schwindeleien mit Oelaktien— Gründungen ein Ende zu bereiten, und einer von denen, die daran glauben mußten, ist Dr. Frederick A. Cook, der seinerzeit behauptete, den Nordpol entdeckt zu haben, und nun wegen seiner DTheilnahme an den Schwindeleien mit nicht vor—- handenem Oel eine vierzehnjährige Zuchthausstrafe verbüßt. Es gab eine Zeit, da die Oel— schwindler täglich eine Million Dol lars einheimsten, und trotz allen be hördlichen Vorgehens dauern diesel Betrügereien immer noch an. Eini ge der Gauner begaben sich nach Verbüßung ihrer Haftstrafen nach! Merito und nahmen von dort ihre schmähliche Thätigkeit wieder auf. Andere erdreisten sich, die Kampagne der Behörden gegen sie zu ihrem eignen Vortheile auszu beuten, indem sie ihren Rund— schreiben eine Klausel einfügten des Wortlautets: „Mit dem Sperren der Post für die Betrüger ist der Weg offen für legitime Händler, die nie versuchen würden, mit den berufsmäßigen Schwindlern zu konkurrieren.s Sie rupfen eine Menge Läm— mer, bevor auch sie das Schicksal ereilt. Weihnacht ·geschenke nach Enropa. Da noch immer in zahlreichen de milien unseres deutschen Vaterlandes Frau Sorge ein ständiger Gast ist, will auch in diesem Jahre wioder die stets in großem Umfange zum Weih—- nachtsfest einsetzende Liebesthätigkeit der Deutsch Amerikaner gar man—- chen Lichtstrahl in verdüsterte und trostlose Herzen bringen. Obwohl sich mancher Absender die vielen kleinen Beträge oft Cent Cent zusammenspraren muß, so thut er das doch immer neder gern, um den Lieben in der alten Heimath ge rade zum Weihnachtsfest eine Freude zu machen Um die Uebermittlung von Geld—- sendungen der Dentsch Amerikaner zu erleichtern hat die United Ameri— ean Linie ein System organsiert, das dem Publikum ermöglicht Geld nach Deutschland am billigsten, sichersten und schnellsten Wege zu senden. Die United American Lines hat hier auch in diesem Jahre gemeinsam mit der Hamburg American Linie ihre ganzen weitverzweigten, sicher und schnell arbeitenden Verbindungen die· ser Liebesthätigleit in weitestem Um—- sange zur Verfügung gestellt. Wenn mman einen Einblick in den umsangreichen Betrieb thun würde, der sür die- schnelle und sichere Ueber mittlung der Geldsendungen noth wendig ist, würde man erstaunt sein von der Fülle der Arbeit, von dem unermüdlichen Eifer, mit dem gear— beitet wird, imn die vielen tausend Aufträge nicht nur schnell, sondern anch gewissenhast und korrelt auszu führen. Die GAdsendungen von Amerila wrden in Hamburg von der Ham burg- Antriean Linie weitergeleitet Die briefliche und telbegraphische Auf träge werden anuch in den kleinsten Orten mit der denkbar grösssten Schnelligkeit dem Empfänger zuge— stellt Mit Sendungen wende man sich entweder an das Hauptbureau der United Ameriean Lines (39 VBroad way, New Pork) oder an irgendeine Nebenstelle der genannten Linie. de der Deutsch Amerikaner, der seine Weihnachtsgaben der United Ameri-- 'ean Linie anvertraut, lann dessen sicher sein, daß seine Verr mndten und Freunde die Gaben der Liebe sicher u. schnell erhalten werden. Ein neues deutsches Großschiff der !Dampfer „Hamburg“ der Hamburg American Linie, geht auf der Ham— burger Werft von Blohm Voss seiner Vollendung entgegen. Es ist das dritte Schiff der Albert Ballin- Klasse, deren ausgezeichnete Bewähr ung und große Beliebheit im Ham— burg New Yorker Verkehr die Hapag veranlaßt hat, dem neuen Dampfer im wesentlichen die gleiche Gestalt zu ben ne seinen Schwesterschiffen Albert Ballin und Deutschland. Ins— besondere wird die Hamburg mit den mit formstabilen Ausbuchtungen kombinierten Sealingertanks, die die Schlingenbewegungen auch bei schwe-- rer See auf ein kam fühlbares Maß herabzumindern geeignet sind, ausge rüstet werden. Bei 183 m Länge, 22 m Breite und 17 m Höhe wird der Neubau 20,000 Br. -Reg. T. fassen und Einrichtungen für die Beförder— ung von etwa 1300 Passagieren be-- sizen. Als Antriebsmaschinen wer-- den zwei voneinander unabhängige Turbinenanlagen verwandt werden, von denen jede aus 4 Vorwärtstur—- binen mit zwei eingebauten Rückwärts rdinen besteht. Die beiden Vor wärtsturbinensätze erzeugen bei dem größten Tiefgangs des Schiffes und bei 110 Schrauben Umdrehungen eine Leistung von 13,000 P. S. und ver— leihen dem Schiff eine Durchschnitts-- geschwindigkeit von etwa 16 See—-- smeilen. Voraussichtlich in der zweiten No—- vemberhälfte wird der Dampfer „Hamburg“ von Stapel gehen, um dann nach erfolgtem inneren Aus-- bau im kommenden Frühjsahr als neuer werthvoller Zuwachs der deut—- schen Handelsflotte in die Hamburg- New Horker Fahrt eingestellt zu werden.

Da ist eine Campagne im Gange zu verbieten, die Einkommenstenet Bahlungen Einzelner zu veröffentli chen. Warum Weil es dicke Leute ärgert und weil Mancher ehrlich sein muß, nil wenn seine Zahlung ver—- öffentlicht, es ihm schlecht gehen könn te. Nun hat die Regierung bisher im mer Ernteberichte veröffentlicht und die Spekulantion hat sich diese Be— richte zu Nutzen gemacht. Die Spe kulation sollte überhaupt nicht da sein. und daher sollte Alles, was ihr dienen kann, weggeschafft werden. Es ist in der That eine Bewegung da, der Regierung das Sammeln und Veröffentlichen von Ernteberichten zu verbieten, n-s viele Millionen Aus. geben sparen würde. 0 Wilsons vierzehn Punkte haben eine hübsche Glosse gefunden der französische Frane ist in den letzten Tagen um vierzehn Punkte gefallen. Schade, daß Wilson das nicht erlebt hat. Jedenfalls hätte er dann gleich der zum Argzt schicken müssen. Wilson ist von allen Schwächen ku— rirt, aber die Franzosen haben den Arzt nöthig. Der sollte in Washing ton im Weißen Hause sein, aber der will den Fall nicht annehmen und da sällt der Frane. 00 Leistungssähig. An einem Wirthshanstisch in Oberbayern sitzt ein Einheimischer. Er ist gerade da mit beschäsftigt, einen ganzen Schweinskopf zurechtzulegen, um mit dem Vertilgen zu beginnen. Nebenan sitzt ein Berliner, der dem Schauspiel mit wachs ndem Erstaunen zusieht „Aber um Gottes nllen“, fragt er endlich, „Sie werden doch diesen Schweinskopf nicht allene essen?“ „Na, na“, sagte der gemüliche Bayer „ich krieg noch Knödel dazu und a Kraut. 009 Unser Kriegsdepartment hat es mit Ehrungen offenbar nicht eilig J vor einigen Tagen wurde CharlesG. Conn aus California fiür Tapferkeit vor dem einde eine ehrenvolle Er-- wähnung und der Silberstern zutheil. sConn kämpfste als Kapitän im Gür-- gerkriege. Die also belohnte That liegt einundsechzig Jahre zurück.

Durchschant Gauer (der soeben seinen Hof gegen Feuer hat versichern lassen): „Num, Herr Direltor, wenn also mein Güetli sagen wir in den nächsten Tagen schon abbrennen wür— de, was befäm' ich da?“ Der Di rektor: „Hm, ich schäth, so fünf bis sechs Jahr Zuchthaus.“

sAm Balkan pfeifen sie auf den Völkerbund. Wie wird da erst ge—- pfiffen woerdoen, wenn der Bund ein—- mal vbrsucht, wei Großmüchte zur Ordnnng zu rusen. Wer etwas Phantasie hat, kann sichs leicht vor stellen. 0 Wenn a n Weihnachts Abend 1925 in RKom d-s Fubilums Fahr ge schlossen wird, dann beginnt es sfiir die ganze Welt fitr drei Monate, in denen jeder Katholik zu Hause die lubilänum Ablässe erwerben kann. 0— Seite 3

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——7 I M 1 2 s —NdHN 0M A ʒ 1 n— 7 2 a

Irskansas Echo “a Board of ommerce Building Rooin 408-410 Little Rock. Ark. C. Merrer, Redalteur. Beamta: August Probst, Precsident. Migr. W. Aretz, Vice·Präsident. A. Arnold Ir Vice-Präsident. C. Meurer, Sektretär u. Schatzm. Direktoren: A. Arnold Ir., Little Rock. Conrad Elsken, Subiaco. Fos Schnitzer, Fort Smith. Rev. M. Rohner, 0.5.8., L. N. En.il Spieler, Little Rock. A. Probst, Little Rock. Joe Jung, Little Rock. Fritz Sieber, Little Rack. Msgr. Or. H A 2h, Littie Rock. Erscheint jeden Vonnerssag und kostet das Jehr im bereich der V. St. sährlich 2.00 Nath dem Ausland 12.00 Entse-d at the Post Offico at Little Kank, Ark.,ns Second Class Matter Donnerstag den 19. November 1925.

Editorielles.

Da gibt es ein Zeitschrift „Com— monweal“, die recht gute Artikel bringt. Aber die November Nummer enthält einen Artikel „War Cada—- vers“, der erzählt nẽe der engl. Ge-- neral Charteris in New York bei einem Fest wohl angeheitert erzählte. wie die schändliche Lüge zustande kam, daß die deutsche Armee Verwaltung die Soldatenleichen heimholte, uml Fett daraus zu gentnnen. In den Besitz des General genannten Ver— leumders gelangten zwei Photogra phien, eine von einem Wagen Solda— tenleichen zur Beerdigung und diel andere ein Bahnzug mit Pferdevada-! vern, die zur Gewinnung von Fett und Dünger abtransportirt wurden. Der Hallunke Charteris radirte das Wort Pferde unter der Photographie weg und setzte dafür Saldatenleichen Das hat die Runde in der ganzen Welt gemacht, es nr eine gräuliche Verletzung des Achten Gebotes. Und in New York rühmte der alte Sünder sich damit! „Commonweal“ sucht den Hallun-- ken zu entschuldigen. Dann sagt der Artikel: „Aber wenn Deutschland der Haupt leidende von Propaganda und Legen de war, dann sollte es in aller Billig-- keit zugegeben nrden, daß Deuntsch land das meiste der Verantwortung wegen seines eignen schlechten Ge ruches tragen muß. Der Raub (rape“ ist vieldeutig und brdentet! auch Nothzucht, das Wort steht ims Original) hat nicht nur das Gewissen der Welt ntsetzt, sondern in der That das nüchterne Urtheil für eine langel nüchterne Urtheil für eine lange Zeit verwirrt.“ Der Herr der das geschrieben hat, nill also mit einer anderen Lüges die Schlechtigkeit des Engländers vrechtfertigen und die Schuld deutsch· land aufladen. Die Enthüllungen ans vielen Quel—- len haben klar bewiesen, daß der, „Rape of VBelgium“ auch eine Wigel ist. Erstens ist klar gestellt, daß Franzosen und Engländer durch Bel gien in Deutschland einfallen woll-s ten, und zweitens ist bewiesen, daß die sogenannte belgischen Greuel ge-l rade so gemeine Lügen waren, wie! die Lüge von den Soldatenleichen. 1 Die Alliirten sind wieder daran, hier Propaganda dafür zu machen, daß ihnen die Schulden hier eitrichen werden, wnn nicht ganz dann doch! kheilweise. Daß sich dazu Leute her geben, die eigentlich auf der Seitel des Volles stehen sollten, ist traurig Wenn heute in den Ver. Staaten da rilber eine Volksabstimmung gehal ten neirde, ob das Volk bereit sei, die Kriegsschulden der Alltirten zu bezahlen, dann wiürde ein gewaltiges „Nein“ die Antwort sein. Und doch ist die Forderung den Alltirten die Schulden nachzulagen, genau die Frage. Zahlen die Alsliirten nicht dann müssen wir die für sie audge gebenen Liberty Bonds zahlen Es ist auch keine gute Ausrede, daß in dem Falle unsere steinreiche Leute zahlen müßten. Denn es ist bekannt, daß sie im Stande sind, und zum mit Unterstützung der Gerichte, die Last auf das Volk abzuwälzen Wenn sie nicht den erlaubten hohen Profit machen, vdon dem auch die Steuern als Ausgaben abgezogen werden, dann verfügen unsere Richter höhere Raten. Der Vieepräsident der amerikant. schen Federation of Labor hat sich in der Frage gemeldet und Senator VBorah wegen seines Standes ange griffen. Er sagt: Vorah hat stets als der Wortfüh rer der Freunde Deutschlands in diesem Lande posiert. Er hat sich als der Freund von Militaristen, Mon— archisten und anderen Feinden des wahren Deutschland erntesen. Die deutschen Liberalen und Demokraten, Arbeiter, Geschäftslente und Mitglie— der der Mittelklasse, Protestanten, Katholiken und Juden sind alle zu Gunsten eines inteernationalen Av— kommens. Die Militaristen und Nationalisten sind die einzigen Par— teien, die Senator Borah vergöttern und sein Bestreben billigen, ein Schulden Abkommen und eine Ab rüstungs- Konferenz unter den Au—- spizien des Völkerbundes zu verhin— dern. Jede andere Partei weiß, daß Deutschland die Hauptschuldnernation der Welt ist und Amerika die Hauptgläubigernation. Und darum möchten alle, daß unser Land für eine Politik der Humanität und eine voernünftige Schuldenregelung sich erkläre. Scnator Borah paradiert die Wunden des amerikanischen Steuer zahlers und denkt jedenfalls, daß ihr Gewinn durch den Nachlaß von Steuern, die durch die Zahlungen unserer europäischen Schuldner er möglicht würde. Er vergißt oder möchte uns vergessen machen, daß der Erlaß von Steuern größtentheils den Ganzreichen zugute kommt. Die künf— tige Prosperität der Schuldnernation fordert, daß nur gerade soviel zurück gezahlt werden sollte ihre finanzielle Zuwerlässigkeit und ihren Kredit für Handelszwecke aufrecht zu erhalten, daß indessen keine so hohen Summen bezahlt werden sollten, um ihre Pro— duktion, khr Kapital und ihre künf— tige Zahlungsfähigkeit in Frage zu stellen. Borah ist nicht der Wortführer der Doutschen und ist es nie gewesen, auch ist er kein Militarist. Wenn Deutschland die Hauptschuld nernation der Welt ist, warum tritt dann Moll nicht für den Erlaß der Reparationen ein! Das nlirde meht helfen, wie ein Schuldenerlaß an Frankreich und Italien, denn Deutsch-- land ist stets ein doppelt und drei-— fach so guter Kunde für die Ver Staaten gewesen, wie die Nationen. Wenn Frankreich die Schulden er lassen worden, dann borgt es sofort Geld, um feine znt i Eroberungskriege in Syrien und in Marokko zu führen. Die Engländer sind empört über die französischen Grausamkeiten in Syrien. Die Engländer machen uns lachen. Gewiß jene Grausamkeiten sind entsetzlich, aber die Empörung ko— misch. Si- haben es ebenso schlimm getrieben. In Indien, im Sudan,! in Südafrika. Die Engländer sind und bleiben eben große Heuchler. Und die Herren glauben dafür, daß sie lügen, und nachher thun als ob sie es soelbst glaubten, noch Ehre zu ver· dienen. Der engl. General, der in einem New Yorker Club erzählte, nte er die Geschichte mit den zu verarbei— tenden deutschen Soldatenleichen fa— brizirt habe, wollte für seinen Erfin-- dungsgeist belobt werden. Als aber ein Donnorwetter losbrach, da mein—- te er, es se indiseret aus der Schule zu planudern. 00 —jçÇ In einer Hot Springs Zeitung be schreibt ein Herr Joe Klyman seine Europareise. Er war auch in Baden Vaden, meint aber Hot Springs stehe weit vorans. Es ist eben mehr Was-- ser in Hot Springs, vielleicht auch mehr Luft. Herr Klyman erzählt: „Ich war in Luzern, wo Wilhelm! Tell unsterblichen Ruf erwarb, indem! er den Apfel vom Kopf seines Sohnes schoß. Zur ertra Erbauung und Kit zel für den Besucher hat man einen andern Wilhelm Tell da, der bereit ist dasselbe zu thun. Irgend ein Be sucher kann sich einen Apfel auf den Kopf legen lassen und der Vogel wird es unternehmen ihn herunter zu schie— ßen. Im Falle er fehlt garantirt man, Sie heimzusenden, hübsch l balsamirt und alle Anslagen bezahlt Ich schlug das Exrperiment aus, und verzichtete mit Dank auf den Kitzel.“ Herr Klyman erzählt das, als ob es wahr wäre!? Der Zeitungsmann aber lennt die Schweizer Geschichte! und Sage nicht. ——oo Die Verrätherin. Vater (abends spt heimkommend zur rodier: „Hier scheint Besnch gewesen zu sein! Wer war denn heute abend hier?“ Tochter: „Ach, das war.. das na nur meine Freundin Hedda Vater „Dann sage Deiner Freundin Hedda wenn Du sie wieder triffst, daß sie draußen im Korridor thre Mele vergessen jhat. Arkansas Echo Donnerstag den 19. November 1926 Ueber Einwanderer Bonds. Vor kurzem erschien im deutschen Burxeau des Foreign Language In formations Serviee in New Hori ejne deutsche Frau, die vor etwa sechv Monaten mit ihrem Kinde in den Vereinigten Staaten gelandet war. Sie kam ohne ihren Ehemann ins Sr der als gebürtiger Oesterrei cher das Einwanderungspisum nicht souie bkommen können, der aber spä— ter nachzukommen gedenkt. Sie nur de bei ihrer Ankunft zuerst von den Einwanderungsbehörden von der Landung ausgeschlossen, da die Be—- fürchtung bestand, daß sie der öffent— lichen Wohlthätigkeit zur Last fallen könnte. Schließlich gelang es doch lihren hiesi zen Freunden, welche eine Kaution (Bond) in der Höhe von SSOO stellten, die Behörden zu be—- stommen, die Einwanderin mit ihrem Kinde auf 6 Monate als Besucher zuzulassen. Nachdem die 6 Monate beinahe vorüber wären, ersuchte sie t Behörden, ihr zu gestatten, nti tere sechs Monate zu bleiben. Ihr Bürge waoallte jedoch die Bürgschaft nicht ernevern, da er mit ihr in Streit gerathen war und sie abschie ben lassen wollte. Er wollte sein Geld zurück haben. Was sollten die Frau und ihr Kind anfangen? Obiges ist ein Fall, der sich immer ra4 ederholt. Aus Mitleid unter—- nimmt mancher Dinge, die er später nach reiflicher Ueberlegung bereut, weil sie über seine Macht gehen. Dies ssieht man häufig bei der Bürgschafts leistung für Einwanderer. Aus gro—- Ber und lobenswerther Sympathie mit Einwanderern, die von der Lan dung ausgeschlossen nrden, ver— pflichten sich Verwandte und Freunde Bürgschaft zu stellen, damit der Ein wanderer dem Gemeinwesen nicht zur Last falle. Für manche ist diese Bürgschaftsleistung eine Kleinigkeit, aber andere stürzen sich ungeahnt in Schwierigkeiten. Oft beklagen sie sich über den armen“ Einnanderer, so daß die alte Freundschaft in die Brüche geht. Jederman, der für einen Einwanderer durch Hinterleg— ung von Werthpapieren Bürgschaft leistet, sollte sich vorher genau über legen, welche Verpflichtungen er auf sich nimmt. Manche Einwanderer können überhaupt nicht zugelassen werden, selbst n4nn sich jemand be— ertlärt, ein Bond zu stellen. ʒn ihrem Fall liegen so schwer wiegeñde Mründe vor, daß die Behörden die Einwandderer unter, keinen Umstän—- den zulassen ntrden. Zu dieser Klas se von Einwanderern gehören zum Beispiel Personen, die an Schwind— sucht, Trachoma, Hautschwamm (xingworm) oder Eesemnsttant heiten leiden, besonders aber Perso-- nen, die geistokrank gensæsen sind oder einen geistigen Mangel aufweisen Alle diese Personen werden nach der gesetzlichen Vorschrift von der Lan dung ausgeschlossen, und es kommt sehr selten vor, daß ein zu dieser Klasse gehöriger Einwanderer landen s darf. Eine scheinbare Ausnahme bildet der Fall der Mutter des Film darstellers Charlie Chaplin, die ei wieder verläßt. Manche, die an ei— de als Besucherin zugelassen, weill sie sehr alt ist und ihr Sohn genug Mittel hat ihr die beste ärzliche Ple ge zuteil werden zu lassen und dafür zu sorgen, daß sie nicht dem Gemein wesen zur Last fällt. Aber auch e wurde nur als Beffscherin zugelassen, und eines Tages närd sie wahrschein lich das Land wieder verlassen müssen In anderen Fällen halten sich die Argumente für und gegen die Zu— lassung eines Einwanderers ziemlich die Wage Die Behörden sind dann in vielen Fällen bereit, die Landung zu gestatten, wenn Freunde u. Ver— wandte wllens sind, ein Bond zu stellen, um die Sicherheit zu haben, daß der Einwanderer nicht dem Ge—- meinwesen zur Last fällt und daß er nach einer bestimmten Zeit das Land wiecer verlästt. Manche, die an ei nem nicht sehr ernsthaften Herzfehler leiden, oder einen Bruch haben, hur Arbeit zu alt sind, oder eine Ver krüppelung aufmtisen, werden vons der Landung ausgeschlossen, wei mnan befiürchtet, daß sie sich nicht er· nähren können. Stellen aber die Verwandten Kaution, so werden die Einwanderer zugelassen. Dasselbe trifft auch auf Kinder unter 16 Fah· ren zu, die keinen Vater in den Ver. Slaaten haben und auf Frauen, die mit einem oder mehreren jungen Kindern ankommen und deren Ehe mann nicht in den Ver. Staaten lebt Die meisten Bonds sind in der Höhe von 500. Dies ist vielleicht kein allzu hoher Betrag, aber man muß bedenken, daß das Geld jsahre—- lang festliegen kann, und daß dr Grüge das Geld nicht eher zurück er hält, bis die Gefahr, daß der Ein nanderer der öffentlichen Wohlthatig keit zur Last fallen könnte, vorüber In der großen Mehrheit der Fälle bedeutet dies, daß das Geld orst dann wieder flüssig wird, wenn sa Einwanderer stirbt oder die Ver. Staaten verläßt. Dies trifft dann zu, wnn der Einwanderer, für den sen Vürgschaft geleistet hat, an ei— nem Herzfehler, Altersschwäche oder einem anderen Gebrechen leidet, das nicht heilbar ist. Wird das körperliche Gebrechen oder was auch immer die Behörden veranlaßt hat, den Ein wauderer als eine Person zu be— trachten, die dem Gemeinwesen gur Last fallen könnte geheilt oder be seitigt, und nard dies den Einidau-· derungsbehörden klar bewiesen, so tann die Bürgschaft zurückgenommen werden. Hat man für eine Witwe it Kindern Bürgschaft geleistet, so tann die Bürgschaft zurückgenommen werden, n4nn sich die Witwe wieder herheirathet und ihr Ehemann so ge stelit ist, daß er fähig und willens ist, eine Stiefkinder zu ernähren. Die sogenannten Schul·Bonds können wenfalls nach einer gewissen Zeit rüickgenommen werden. Diese ouds verbürgen, daß das eintm dernde Kind die Schule während des Tags bis zum 16ten Lebensjahr be sucht und keine Arbeit verrichtet, die seine Schulbildung und den Schulbe— uch beeinträchtigen wird und beweisen laun, daß keine Gefahr besteht, daß der öffentlichen Wohlthätigkeit zur Last fallen könnte, so wird die Kau tion zurückgegeben. Hat jemand Vürgschaft für einen Ausländer ge— leistet, der sich nur zeitweilig auf sechs Monate oder weniger in den Ver. Staaten aufhalten darf, so er—- halt er die Bürgschaft erst dann zu- Irück, wenn er beweisen kann, daß der Auswanderer die Ver. Staaten rle der verlassen hat, ohne daß dies der Regierung etwas gekostet hat. In einem solchen Fall muß der Auslän— der die Reise bezahlen, und kann er dies nicht, so muß der Bürge die Rei se bezahlen, ehe er sein Bond zurück erhält. Der Bürge muß sich mit dein Einwanderungsbeamten in dem Hafen, in dem der Einwanderer an gekommen ist, in Verbindung setzen t dem Beamten mittheilen, mit nlchem Schiff oder mit welchem Zug und an w-lchem Datum der Einwan— das Land wieder verläßt. Als— dann wird die Bürgschaftangelegen— heit ohne lange Verzögerung erledigt norden. Die erwähnten Mittheilun— gen ermöglichen es den Einwander— ungsbeamten, festzustellen, daß der Einwanderer wirklich das Land wie—- der verlassen hat, nHrauf das Geld zurückbezahlt wird. Vernachlässigt der Bürqo den Behoörden Mittheil ungen zu machen, so kann es men, daß er weit länger auf sein Geld warten muß. Es sei jedoch zu awhnen, daß die Kaution, die je lra für einen Einnunderer t hat, zurückgezahlt wird, wenn der in Betracht kommende Einwanderer ame rikanischer Bürger wird. Wenn der Einntinderer innerhalb der ersten fünf Jahre während seiner eeen in den Ver. Staaten aus Ursachen, die vor seiner Ankunft bestanden, der Allgemeinheit zu Last fällt, so verliert der Bürge seine Vürgschaft und der Ausländer wird deportiert Fällt ein Ausländer erst nach einem fünfjärigen Aufenthalt der Allgemeinheit zur Last, so er nicht mehr deportiert werden, aber der Bürge verliert seine Bürgschaft Ein Schulbond nïrd verwirkt, wenn das Kind nicht bis zum 16ten Lebens— jahr in die Schule geht, und einen Vesucher -Bond, welches auch „Depar ture Bond“ genannt wird, wenn der Ausländerer am. festgesetzten Tage die Ver. Staaten nicht verläßt. Ein Be sucher kann deportiert werden, ne lante er auch in den Ver. Staaten gelebt haben mag. Da er nicht zum dauernden Aufenthalt zugelassen worden ist, kann er kein Domizil er—- werben,.wie lange er sich hier auch aufhalten mag. Die Einnnderungsbehörten der Ver. Staaten nehmen als Bürgschaft nur zwei Arten von Kaution an, nämlich Liberty Bonds und Grund besitz. Liberty Bonds bilden die civseqne Art der Bürgschaft und werden von den meisten Bürgen und den Einwanderungsbeamten vorgezo· gen. Wird Grundbesitz als Bürg schaft angevoten, so müssen zwei e bürger, deren schulden· freier Antheil an ihrem Grundbesitz (equity) wenigstens doppelt so groß ist wie die Bürgschaft. Hier spielen auch die Gesetze der Einzelstatten eine Rolle. In gewissen Staaten nehmen die Einwanderungsbeamten als Aürgschaft kein Grundeigenthum an, sdesson Rechtstitel dem Ehemann und der Ehefrau gemeinschaftlich gehört. In anderen Staaten nehmen sie kei nen Grundbesiß an auf dem eine Hypothek lastet. Eine verheirathete Frau wird unter keinen Umständen als Bürgin zugelassen, selbst wenn sie Liberty Bonds und Grundeigen—- besitzt, das ihr ausschließzlich gehört. Etliche Personen ziehen es bei Mirgschaftsleistungen vor, eine Bürg schaftsgesellschaft (Surety Company) in Anspruch zu nehmen. Dies scheint jedoch eine unnöthige Ausgabe zu soin, wenn der Bürge das Geschäft bit besorgen kann. Die Gesellschast läßt sich die Bürgschaft gewöhnlich mit 6 Prozent bezahlen und ver langt auch gentjhnlich eine Sicher stellung, die den Betrag des Bonds deckt. Der einzige Vortheil, den die Surety Company bietet, ist dẽr, daß sie als Sicherstellung Eigenthum an nimmt, welches von den Einwander— American Southern Trust Company. qll 32 li ;Di s Persönlicher Dienst!

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Der „Anterikaner“ 9 —1 3 auf dent gouledard Ein Steckbrief der Weltpolizei.

Ein sonstiger Nachmittag in Paris Ein elegant gekleideter Herr, behag lich eine dunkle Zigarre rauchend, schlendert den Boulevard St. Michel hinunter, der Seine zu. Seine stram me, breitschultrige Gestalt in dem neuen Covereoat-Anzug, fein glatt rasiertes, markantes Gesicht heben sich vortheibhast von den schmächtigen, stutzerhaften Gestalten der flanieren den Boulevardiers ab, die mit ihren gepuderten Gesichtern, ihren dünnen, biegsamen Rohrstöcken, ihren tänzeln den Schritten und ihrer romantischen Beweglichkeit den Mann, dem man ohne weiteres den Amerikaner ansah, ungemein zu amüsieren schienen. Hin- und wieder streift den Fremden ein glühender Blick aus dem dunklen Auge einer Pariserin, begleitet von einem leisen Seufzer, wenn der Ame— rikaner mit einem unsagbar arrogan—- ten Lächeln das schlanke Dämchen mit dem Bubenkopfe und den unnähr— scheinlich dünnen Fußknöcheln igno— riert. Es ist die Zeit zwischen Lunch und Dinner, welche der Pariser durch süßes Nichtsthun totzuschlagen pflegt. Ohng irgendwelchen Aufenthalt spaziert der Amerikaner den Boule—- vard outlang über die Brücke. Am Pa lais de Justice bleibt er stehen, ver senkt beide Hände in die Hosentaschen u, mustert das große Gebäude. Da— bei lächelt er —etwas höhnisch. Dann geht er in der alten Richtung niter, an den Theatern vorbei, den Boule— vard de Sebastopol hinauf. An der Stelle, wo die Rue de Turbigo vom Place de la Republique kommend, den Bulevard schräg kreuzt, ist ein Men—- schenauflaut entstanden. Ein Krimi— nalbeamter hat einen Taschendieb im Gedränge festgenommen. Der Verhaf—- tete wird unmittelbar an dem Ameri kaner vorübergeführt. Dieser blickt den Verbrecher mit einem Ausdruck des Mitleids an. Dann schüttelt er lächelnd den Kopf, murmelt ein ame— rikanisches Sprüchlein, welches so viel nie„Die kleinen Diebe hängt man, die großen läßt man laufen!“ bedeu— tet und geht weiter. Endlich sieht er nach seiner Arm banduhr, runzelt die Stirn u. winkt sich ein Miethsauto heran. „Gare du friußfiußUßl RuRUURUUR LL RUUR 2 Blass 21 1 1 1 E1 1 j 1 N Golden Harvest N K k n Verkauf d

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The Gus Blass Co. A—e 2 Inls 8 5 L 1 Vierte Main Strase 8 Nord!“ Mit einem Satz springt der Wagen an und ist bald im Gedränge verschwunden Drei Tage spütet lhen wir den Amerikaner in ele anten Mantel ge hilllt, eine einen Mütze af dem Kpf und ein krnkodillederne Reisetasche in der Hand eilig die Cam bridge Road in Londo hinunter— gehen und in die Whitechapel Road einbiegen. Dort verschnöndet er in ei nem sehr zweideutigen Kellerlokal, ge genüber dem London Hospital. Nach einer Stunde steigt er wieder herauf auf die Road Seine arrogante Miene ist verschwunden—er sieht sich einige Male ängstlich um und weicht einem Trupp Policemen aus. Seine Tasche, die er vorhin leicht umherschnnkte scheint schwexer geworden zu sein. An der Aldgate Station besteigt er einen Autobus. Höflich tritt er vor einem aussteigenden, goldhaarigen Girl zu— rück. Dabei stößt er mit der Reisetasche an das Geländer. Es klirrt etwas, wie r 4 nn Stahl auf Stahl schlagt London Bridge Station steigt er aus und betritt den Bahnhof. Acht Mi- nuten später verläßt der D-Zug die Halle. In einem Abtheil erster Klasse sitzt der Amerikaner. Er studiert einen Plan von Berlin. Neben ihm auf dem Polster liegt aufgeschlagen Thos—- Coofks „Sailing List.“ Fünf Tage später melden die Ber—- liner Abendblätter: „In der vergangenen Nacht wurde in einem der größten Berliner Lom bardgeschäft ein Einbruch verübt. Der Täter öffnete nach einem bisher unbe kannten Verfahren drei Geldschränke und erbeutete Juwelen, Gold und Platin im Gesammtnbrthe von über 200,000 Mark. Die Polizei nimmt an, daß ein internationalerr Verbre—- cher in Frage kommt un hat die zu seiner Ergreifung nöthigen Maß— nahmen eingeleitet.“ Der Ammerikaner, Lewis Shorty, liest diese Meldung auf einem italie nischen Dampfer, den er auf der Fahrt nach Konstantinopel in Triest bestie gen hat. Einen halben Tag später wird die Schiffszeitnng ausgegeben. Die enthält die Meldung. T,„Der berüchtigte internationaleEin-- brecher Lewis Shorty aus Galveston U. S. A, gebürtig, hat in der Nacht vom 18. zum 19. September in ei— nem Berliner Lombardhaus für 200,000 Mark Juwelen, Gold und Platin geraubt. Er ist flüchtig und benutzt nuhrscheinlich den Seeweg zur Flucht. Für Polizeibehörden: Shorty Lewis, 27. 8. 80 Galveston, U.S. A. D 6333 56 5.6 4444 1232 12 Arkansas Echo Donnerstag den 19: November 1925. Va 2.1 9 4.6 20. (457). sot, e 004, e 31 d 7 f 044, d 5.8,h1 6.7 4.8. A Sa 12 2660, b 6 dad. 789. Zu verhaften! Nachricht an das Internationale Fernidentifizierungs bureau Kopenhagen und an das In· ternationale Polizeibureau Wien,“ e Meldung ist das radiotelogra phisch übertragene Bild des Verbre -3 chers beigefügt. 7 Der Schiffsdetektiv, welcher die 4 Meldung zuerst liest, unterzieht sofort sämmtliche Mitreisende einer genauen Musterung. Die Aehnlichkeit des Amerikaners, der sich in die Schifftsliste unter dem Namen Fohn Marly hatte eintragen lassen, mit dem Bilde fiel ihm auf. Nach dem uns setzt er sich zu Mister Marley lund verwickelt ihn in ein Gespräch über Handlesekunst. Er behauptet auf dem Gebiete der Chiromantie sehr bewandert zu sein. Amüsiert reicht sihm der Amerikaner seine Rechte, um sein Schicksal zu hören. „Die Linke smuß ich haben Sir!“ Etnts zögernd tkommt der Amerikaner der Bitte snach. Der Detektiv beugt lch aufmerk sam über die Handlinien. Er betrach tet jedoch weniger die Handfalten als die Papillarlinien der Fingerkuppen. Auf dem Handgelenk befindet sich eine halb vertilgte Tätowierung nach. Der Detektiv beugt sich aufmerk— Ruck die beiden Hände drs Amerika— ners zusammen—ein Knacken: Mister Marley ist gefesselt. „Sie sind verhaf tet, Lewis Shorty, folgen Sie mir!“ Schwer atmend, aber gefaßt folgt der Verbrecher Als er in seiner Zelle sitzt, seufzt er: „Es macht keinen Spaß mehr, Verbrecher zu sein!“ Der Verbrecher, in Amerika gebo ren, der in Paris seinen Wohnsitz hatte, sich in Londow das Einbruchs- Lrkzeug kaufte, in Berlin die That verübte u. endlich auf der Reise nach dem Orient auf einem italienischen Dampfer verhaftet wurde, ist einer von den vielen, welche dem immer mehhr siegenden Prinzip der Welt strafrechtsbflege zum Opfer fallen Und die Glanzleistung seiner Ermit lung und Verhaftung ist das Resul tat eines jahrhundertelangen Kamp—- fes zwischen juristischen Prinzipien, engherzigen Bedenken einerseits und kriminaltechnischer Praxis anderer seits. Sehen wir zu, e die Fahn dung vor sich ging: Der hbearbeitende Kriminalkom—- missär sah in der ganzen Art des Ein-- bruches, daß der Thäter mit den mo dernsten physikalischen u. chemischen Mitteln gearbeitet hatte und unbe—- dingt ein internationaler Verbrecher sein mußte. Es gelang ihm, einige unzweifelhaft vom Thäter herrühren de latente Fingerabdrücke sichtbar zu machen. Der Fernidentifizierungsbe amte am Polizeipräsidium bearbeitete die Fingerabdrücke nach dem Fern—- identifizierungssystem Jörgensen und stellte eine Zahlenformel auf die er an das Fernidentifizierungsbureau nach Kopenhag-n sunkte. Dieses Bureau wurde auf der in—- ternationalen Polizeikonferenz zu Wien im Jahre 1923 als technisches Bureau der gleichzeitig gegründeten Internationalen Kriminalpolizeili chen Kommission anerkannt. Es steht unter der Leitung des Erfinders der Fernidentifizierung, des Polizeiinspek tors Haakon Jörgensen. Es führt eine Liste sämmtlicher internationa ler Verbrecher. Auf Grund der ge funkten Zahlenformel wurde der un zntifelhaste Thäter festgestellt und eine erweiterte, in der Liste enthalte ne Formel welche Angaben über Ge—- burt, Eigenthümlichkeiten und der— gleichen enthält, an das Burrau der Intornationalen Kriminalpolizeili chenKimmission nach Wien gefunkt. Diese bildet eine Art kriminalistisches Weltelearinghaus. Sie besteht aus 37 Mitgliedern, welche dreiundzwan zig Muächte vertreten. Präsident ist der Wiener Polizeipräsident Schober, Vizepräsidenten sind: von Höpler—- Wien, HeindlVerlin, Calabrese- Rom und Hallgreen-Stockholm. Der Ver wultungsausschuß wird gebildet von zwei Oesterreichern, einem Entente—- vertreter, einem Neutralen und einem Voertreter der kleinen Entente. Das von dem Hofrath Dr. Dreßler redi— gierte Organ der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission bringt die Steckbriefe der Weltpolizei Kommissarisch hat die Geschäfte des internationalen Polizeibureaus die Wiener Falschgeldzentrale übernom men, welche von den Mächten als Fahndungsburean der Weltpolizei anerkannt ist. Dieses Bureau eröffnet also mit Hilfe der erweiterten Z3ah— lenformel die Fahndung. Diese For mel enthält: 1. Die Nationale des Verbrechers gleich hinter dem Namen; 2. hinter D. die Formel sämmtlicher Fingerabdriücke mit ihren VBesonder heiten, die sämmtlich in Zahlen aus gedrückt. nd; 3. hinter B. das Aus sehen des Verbrechers nach Bertillons portrait besonderen Kennzeichen: so bedeutet parye (Farbe des Haares und der Augen Größe und so weiter), so we die in unserem Falle: h 15.7 48 i4l— LCätowierung in Form eines Dolches und eine Flagge, 8 Zentime—- ter lang, am Handgelenk und 1. ent hält die Formel der Verbrecherart, also hier: Sa 1.2 28 69. b 8.6 8315. 789— Einbrecher und Näuber in Ge- schäften, Banken, Geldschränken, bei Juwelieren und Goldschmieden, Ho—- tel· und Juwelierdieb, arbeitet mit Autogenschneideapparat und gZen—- trumsbohr-w/ bricht durch Fußböden, Decken und Wände, ist mit Revolver und Dolch bewaffnet und führt falsche Ausmtbispapiere. Die in Frage kom menden Polizeibohörden besitzen nun einenCoder. mit dessen Hilfe sie den Steclbrief, der stets nur aus Zahlen besteht, übersetzen können. Das Internationale Polizeibureau funlt nun das Signament an sämt— liche Polizeizentralen der Welt, die es wiederum telegraphisch an die Polizei behörden der Departments, Provin zen, Großstädte und Hafenplätze wei— tergeben. Es war also auch nach Rom gelangt. Rom funkte es weiter, auch nach Triest. Die dortige Hafenpolizei funkte es sämmtlichen Ausfahrenden Schiffen nach. Auf diese Weise ist das Signament des Verbrechers inner—- halb r 4 nigen Stunden der ganzen Welt bekannt. Die auf hoher See be findlichen Schiffe, die von ihrem Ha—- fenplatz aus nicht mohr erreicht wer den können, fangen doch das eine oder das andere Radiotelegramm auf, das das Signalement enthält. Da gibt es kein Entrinnen mehr.

Die Lehre des Tauchboot Unglücks. Dr. Ing. Secht. Das Boot „S 51“ ist gerammt und abgesunken; durch Funkspruch gemeldet Und nun tritt eine Aktion ein, welche wohl Hunderte nicht ver— stehen können, und bei der noch kein Mensch etwas Anstößiges gefunden hat. S. O S S OS und als Antwort darauf elende Leichter; Dinge, die man im Alltage zum Um—und Verladen von Apelsinenkisten und dergleichen nütz lichen Sachen verwendet; ihrer un möglichen Form und Beschaffenheit nach ein begehrenswerthes Ausstell ungsobjekt für europäische Museen Diese schickt man auf freie See hin— aus, um Hilfe der eingeschlossenen Mannschaft zu bringen, das Boot zu heben. Aber auch diese mittelalterlichen Gestalten von Beinahe- Fahrzeugen! versagen, u. abermals geht ein Hil— feruf nach New York. Man sendet, in 38stündigem Kampf mit dem be wegten Wasser Element, nicht etwa ein zu einer Unterseeboot Flottille! unbedingt gehörendes Unterseeboot- Hebeschiff weit gefehlt; ein die senleichter genau so plump und schwerfällig wie die anderen, 30 Jah—- re zurück in seiner technischen Aus— rüstung. So kommt auch er ange— taumelt wie ein seekrankes Ungetüm, sich, wie schon gesagt, nur durch eint riesigen Abmessungen von allen an-- deren Leichtern unterscheidend; hilf·! los selbst und Spielball der Wellen und des Wetters. Auch seine An— strengungen waren vergebens im—- mer wieder das Land der unbegrenz ten Kontraste: hier die Vollendung der modernsten Technik, dort graues Mittelalter. Und so o-ntsinne ich mich eines No vembertages, kurz vor Ausbruch des Krieges. Wilhelmshaven, Flotten— station, an der Kaimauer, festgezurrt, die sechs schlanken Leiber des danata modernsten Typs deutscher Tauchboo te. Etwas weiter, im Nebel, liegt ein in hellgrauer, in Kriegsfarbe, ge strichener, iu seinen äußeren Kontu— ren eigenartig konstruierter Kreuzer. Das Unterseeboot Mutter- und He— beschiff! Ausgerüstet mit allen mo—- dernen technischen Mitteln zur Heb— ung, modernen Tauchvorrichtungen u. s. w. Schon zwei Monate eher fertig als die neben ihm verankerten U. -Boot, welche ihre erste Ausfahrt machen sollen. Seetüchtig, wie jedes Schlacht- und Geschwaderschiff, auch bei allerschwerstem Wetter kann es 45 Meilen in der Stunde zurückle gen. Erst der Krieg ließ den Werth die ser Heheschiffe auf's deutlichste erken nen; denn im Verlauf desselben ist eine ganze Anzahl von Minen ange sprengten, angeschlossenen und ge rammten Unterseebooten gehoben und zum Hafen gebracht worden, dank der Schnellgkeit und Sicherheit, sonte der technisch auf's beste geschulten Mannschaften dieser Schiffe Schlägt Amerika denselben Eenl ein wie England mit seiner riesigen Flotte, sür die erst der Krieg kom— men mußte, um zu beweisen, daß nur ein verschwindend kleiner Theil mo derner Schiffe vom „alten Stamm“ vorhanden waren, die überhaupt kampf- und aktionsfhig nhren? Lieqgt nicht, bei Licht besehen, noch zu viel von anderen Abgesehenes nt Nebernommenes, zu wenig Selbge staltung in Heer und AFlotte? Fehlt s es am guten Willen, oder an Erfahr· ung, verbunden mit Intelligenz und Ruhe? Fuhre wohl, Mitchell! Du warst! nicht der schlechtesten einer. Vielleicht lebt auch in der Marine ein Auhßen-! seiter deiner Gesinnung. (N. 9. Stztg.) Im Vostksglauben schützt der Hol lunderbusch das Haus vor Blibschlag. Der Fremdsprachige Aunslanftadtens. 1 0 Seit ëlichen dahren liest man vomwl dem Foreign Language Informati an Servie· in der deutsprachigen Presse der Vereinigten Staaten, und Tausende haben sich dieser Auskunsts stelle bedient, um sich verläßliche Aus—- kunft über Einwanderungs-, Natura lisations-, Steuer und sonstige Ge setze dieses Landes, sonle über ame—- rikanische Einrichtungen zu verschaf fen. Der Fremdsprachige Auskunfts dienst hat sich stets die größte Mühe gegeben, diese meist von den neueren Einwanderern einlaufenden Fragen genau und prompt zu beantworten, wozu er besonders deshalb befähigt ist, weil or zu den verschiedenen Re· gierungsbehörden die freundschaftlich-- sten Beziehungen hat. Es muß je doch hinzugefügt werden, daß der Auskunftsdienst kein Regierungsin stitut ist, daß er nicht aus öffentlichen Mitteln unterhalten wird, daß er viel mehr nur durch freiwillige Beiträge der Institute und Privatpersonen, die als ihre PVflicht erachten, dem Neu— ling, der sich hier einleben will, mit Auskünften zur Seite zu stehen, in—- stand gesetzt ntrd, sein gemeinnützi ges Werk zu verrichten. Die Auskunftsertheilung an ein-- zolne Personen ist jedoch nur ein klei— ner Theil der Arbeit des Fremdspra chigen Auskunstsdienstes. Durch die löp eflicho Auskunfstsertheilung er— reicht er nur einen sehr kleinen Theil der Personen, die alle derselben Auf klärung bedürfen. Weit wirksamer ist die Aufklärungsarbeit durch die Presse, die von den Einwanderern ge lesen wird Die deutschsprachige Presse ist in Wirklichkeit nicht nur die wirksamste, sie ist auch die einzige nrksame Einrichtung zur Aufklärung der neuen Einwanderer *lber ameri— kanische Gesetze, Sitten und Einrich—- tungen. In Anbetracht dieser Sach— lage hat es sich der Fremdsprachige Auskunftsdienst zur Hauptaufgabe ge macht, den Schriftleitern der in 16 verschiedenen Sprachen in den Verei— nigten Staaten erscheinenden Zeitun— gen regelmäßig Artikel zu übersen den, die für den neuen Einwanderer berechnet sind, die aber auch den äl— teren Ansiedlern manch Wissenswer-- thes bringen und die von den deut schen Zeitungen ihren Lesern stets be reitwillig zur Verfügung gestellt wer— den. Viele dieser Artikel behandeln Einntinderungsfragen, wie Wievie· le Einwanderer bewerben sich in Eu—- ropa um das amerifanische Einwan— derungsvisum?“ oder „Landwirthe und Landarbeiter als Einnanderer“, „Frauen und Kinder amerikanischer Bürger als Einwanderer“. Andere befassen sich mit den Einbürgerungs gesetzen wie „Naturalisationsfragen heantwortet“, „Naturalisation der Ausländer, deren Ehefrauen im Aus land leben“, „Wann verliert der na turalisierte Bürger sein Bürgerrecht? „Abschrift des Bügerbriefs wichtig für Ehefrauen“. Zur Verbreitung historischer Kenntnisse, die namentlich dem Bürggerrechtskandidaten zugute kommen, verschickt der Fremdsprachi ge Auskunftsdienst an die Presse ülel über emerikanische historische Ge— denktage und Lbonobeschreibungen von Washington, Jefferson, Lineoln, nhrin gebührend der Verdienste ge—- dacht wird, die sich die Vorgänger der deutschen Ansiedler in Amerila erwar· s ben, so daß; der Neuling ein ummittel bares und lebhafteres Interesse an der Geschichte seiner neuen Heimath nehmen kann. Von ähnlicher Art sind Aufsätze wie „Der 4. Juli und der Schmelztiegel“, „Washington Ir ving und Rassenvorurtheile“. Werth-! volle Auskunft allgemeiner Natur vermitteln Artikel nẽe „Oeffentliche VBibliokheken und ihre Vortheile „Das amerikanische Schulwesen“, „Automobilgeseye und Automobil touren“, „Einkommensteuer für ab— reisende Ausländer“, „Die Rechte der Kinder amerikanischer Bürger auf Grund der Naturalisations- und Ein-! wanderungsgesetze“, „Die Abendschu len und was man dort lernen kann“, „Jagd- und Fischlizenzen fiür Aus— länder“, „Die Regelung von Erb schaften in den Vereinigten Staaten“ „Die einheimischen Gäume Amerikas“ „Kulturfuscher und die Postbehörde“, „Ueber Geburtsanmeldungen“, und Serien wi- die liber amerikanische Großstädte. Diese Artikel sind dank der ein— sichtigen Mitntrkung der Schriftleiter und Herausgeber der deutschen Zei-s tungen von Hundertausenden gelesen worden, und viele Leser werden da raus geistige und unmittelbar prat tischen Nutzen gezogen hahben Es steht somit außer Zweifel, daß die Ar tikel Anklang finden, aber der Fremd sprachige Auskunftsdienst möchte gern von Lesern dieses Blattes hören, in! welcher Weise ihnen die Aufsete nütz lich gentsen sind und welche andere! Gegenstände sie behandelt sehen möch ten. Derartige Aeußerungen und Anregungen wiirden dazu dienen, den Fremdsprachigen Auskunftsdienst noch; niltlicher und wirksammer zu gestal- s ten als er schon ist. Die Leser werden daher aufgefor· dert, entweder dem Schriftleiter die· ser Zeitung oder den Fremdsprachi gen Auskunftsdienst, (German Bu—- Seite 5 a

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Seite 6 oe 2 Eva König. Roman von Johanna Klemm. (11. Fortsekung und Schluß.) Seminar Examen— ersle Slelle, die verschiedensten Bilder zogen an der KRegungslosen vorüber, bis zu dem A— ugenblick, wo sie in Lantzdorf einfuhr bis sie in die Halle trat, dem ernslen Hausherrn zum erstenmal gegenüber. Sie fühlte noch, wie seine Wortlosig keit sie befremdet hatte, aber dann Die Bilder verwirrten sich. Sie wußte nicht mehr, wie lange sie den strengen, von allen so aufs äußersie re spettirten Hausherrn in ihm gesehen und wann ihr dies wunderbare Ver— trauen gekommen war und diese süße unbewußte Sicherheit ihm gegenüher. „Mir scheint, es war immer da“ hatte sie ihm gesagt, „ich weiß es ncht mehr anders.“ Ja wohl, es war immer da! Und ein solches Band, das Ewigkeitscha ralter trug, das hatte sie zerrissen um einen Wahn! Sie sah jetzt klar. Um eine ver—- meintliche Schuld, die kein gerecht den kender Mensch ihr aufbürden konnte, die in einer traurigen Schicksalsfügung bestand, hatte sie eine wirkliche Schuld auf sich geladen. Ein schwaches, kaum lebensfähiaes Kinverdasein war ausgelöscht, ja, aber nicht durch Verwahrlosung, durch selostsüchtig leichtsinnige Gefährdung, uein, nein!! Aber ein kostbares, kraftvolles Man nesleben hatte sie zerstört! Ja, sie wußte es, Niemand brauchte es ihr zu sagen, daß ein Christoph Lantz dies abermalige Scheitern seines Glaubens an Glück und Leben nicht überwinden und daß er seine einzige und späle diebe nicht vergessen würde! Eva senkte den Kopf tief, als würde diese schmerzliche, vorwurfsvolle Last ihr teine Macht der Welt wieder ab nehmen. Anna Herbert sleckte den Kopf vor— sichtig in die Thür, und als sie Eva anscheinend so vertieft in ihre Bücher sah, ricte sie befriedigt und sagte freundlich mahnend: „Mach's nun auch nicht gleich zu arg mit dem Stu— tren. Evchen, morgen ist auch noch ein ag.“ Eva aber schob die Bücher fort und warf die Arme um den Hals der Schwester. „Anna, Anna!“ rief sie leidenschaft lich, „du hast gesagt: „Und Lieb' ist Wunder, Lieb istGnade, Die wie der Tau vom Himmel fällt!“ Tau vom Himmel! Ich bin wie ein verschmachtendes Land ohne Chri—- stophs Liebe! Nimm mir diese ent setzlichen Bücher weg! Hilf mir, Anna, hilf mir“ Anna stand erschüttert. Das hatte sie nicht erwartet! Durch Evas ver— schlossene Ruhe oft getäuscht, hatte sie sie gerade jeht auf gutem Wege zu in— nerer Genesung geglaubt, was, da von außen auch alles still und unverändert blieb, ja das einzige zu hoffende war. Nun, dieser Ausbruch! Anna zit— terte ebenso wie die Schwester und wußte nichts zu thun, als sie leise zu streicheln. „Komm,“ sagte sie endlich, „wir wollen noch einen Gang ins Freie machen. Die Kinder sind in Frieden— au, weißt du, wir lönnten sie abholen, dann bleibt das Mädchen hier.“ „Ja, ja!“ Eva griff hastig nach ihren Sachen und Anna ging, um sich ebenfalls fertig zu machen, kam aber gleich mit enttäuschter Miene zurüc. „Es geht doch nicht, mein Mann braucht mich liebstes Herz, wie eid „Laß, laß, Annchen, dann gehe ich allein.“ „Ist es dir nicht zu spät?“ „O nein, es ist noch ganz hell.“ Hastig strebte Eva vorwärts, im Stillen erleichtert, ohne Begleitung zu sein, denn unmittelbar nach dem hefli—- gen Ausbruch war's wieder wie Scham über sie gelommen, sich so verrathen zu haben. Das war nun nicht zurüchzu nehmen! Ach, auch niht wieder zu un terdriücken! Sie war ein Ende mit der Wann seebahn gefahren, dann wieder ausge stiegen, um Luft zu haben. Es däm merte noch nichl, aber es stieg ein sei ner Nebel auf, der sich zusehends ver dichtete. Gelbe Blätter wirbelten um sie her und die Weinranken an den Friedenauer Häusern schimmeren blut roth. Es wurde Herbst! Der stille Vorort muthete sie heule halb ländlich an und verstärkte das furchtbare Heim weh mit jedem Schritt. Auf dem Schmargendorser Plah, vor dem die Handjerystraße abbiezt, wo sic die Kinder von Belannten ab holen wollte, hielt sie zögernd an. In dem nun ganz dichten Nebel ragten die Bäume schon fast entlaubt und leise schauernd. Nur einer trug noch sein volles goldgelbes Kleid sie griff mit der Hand nach dem weißaglänzenden Stamm es war eine Virlel XXII. Die Klingel an der Herberlschen Wohnung wurde energisch gezogen, und als Eva, die dem mit Wüsche be— schäftigten Mädchen das Oeffnen der Corrijdorthüt abgenommen, die Thil öffn“e, stand Arnolb Wildt vor ihr. „Hetr Baumeisler!“ rief sie über— rascht, und „in Lebensgrößel“ entgeg— nete dieser lachend. „Kum drittenmal überrasche ich Sie Fraulein König, und immer sehen Ste erschrocken und nie ein bischen erfreut aus, wissen Sie, daß das gar nicht nett von Ihnen ist?“ „Aber bitte, lommen Sie doch näher, Herr Wildt.“ „Ich bin so frei. Darf ich bitlen, mich Ihren Verwandten vorzustellen?“ „Mein Schwager ist leider nicht zu Hause, meine Schwesler in der Küche beschäftigt, aber „Desto besser, pardon! Ich wollte sagen: wie schade! Na, daz ist allez nicht das Rechte, Sie wissen ja, daß ich Ihretwegen komme. Sehen Sie mich doch nicht so feindselig an, Fräulein König!“ Eva schüttelte den Kopf und fragte nur: „Wie haben Sie mich denn ge— funden?“ „Ja sehen Sie, was man ernstlich sucht, das findet man! Sehr tiefsin— nig, nicht wahr? Aber im Ernst, wo—- zu gibt es Auskunftsbureaus, Melde—- amt etc. Und ich wollte Sie finden, Fräulein König, denn diese paar flüch— tigen Begegnungen, wo Sie immer solche wahnsinnige Eile haben von ei— nem loszukommen, die die ärgern mich nachgerade! Nämlich plötz-- lich kam wieder der hübsche ernste Aus— druck in seine Augen, „ich beunruhige mich um Sie! Sie sehen schlecht aus! Glauben Sie wohl, daß Syndikus Fährmann Sie fast nicht erlannt hätte?“ „Ich bin ganz wohl,“ sagte Eva mühsam. „Das sind Sie nicht! pardon, Fräu—- lein Evchen, es ist heute mein Schid sal, unhöflich zu sein! Aber wirklich, Sie sind so blaß, daß ich's nicht aus halten konnte, ohne zu wissen, was Sie eigentlich treiben. Ich sehe Sie da von Büchern umgeben wird etwa wie der ernstlich geochst? Himmel, Sie ha— ben doch schon Examen gemacht! Las—- sen Sie doch den Stumpfsinn!“ „Herr Baumeister, Sie sind im Hause eines Oberschuldirectors,“ sazte Eva und mußte wirklich lachen. „Und da sind solche Ausdrücke Keze rei, nicht wahr?“ fiel er gemüthlich ein. „Aber Sie haben doch gelacht, das ist schon etwas. Wissen Sie aber, daß das Grübchen, daß man sonst in ihrer Wange zu sehen kriegte, schon mehr eine Falle ist?“ „Herr Baumeister, ich weiß wirklich nicht „Sie wissen nicht, was der schreckli che Voisch hier will! Und doch habe ich es Ihnen gesagt, es ist die pure Sorge, die mich hertreibt, was man natürlich einem so herzlosen Kumpan nicht zutraut! Aber wirklich, Fräu lein Evchen, es ist mir gräßlich, zu denken, daß Sie krank sind. Es hi schon so viel Elend auf der Welt Sie wollte lächeln über sein ihr 10- misches Pathos, aber da sagie er plötz lich: „Lanhdorf zum Beispiel soll ein förmliches Lazareth sein, erzählte der Syndikus.“ Das traf aber! Der Baumeister hätte beinahe einen Pfiff gethan über dies Gelingen seiner Kriegslist. Ver—- gessen war Eva's ganze Reserve. Roth und blaß, stotternd vor Schreck, fragte sie: „Wer was ist mit Lantzdorf? O, bitte, erzählen Sie.“ „Ja, ja, sehen Sie wohl, daß Sie nicht ganz normal sind? So zu er-! schrecen pflegten Sie früher nicht!“ sagte er phlegmatisch, während Eva flehte: „O bitte, erzählen Sie doch!“ Da wurde er ernst. „Na ja, die flleine Dina hat Masern oder Schar lach, sehr heftig, die neue Erzieherin ist angesteckt und liegt auch, Fräulein Sa bine hat sich bei der Pflege überan strengt und ein gastrisch-nervöses Fie ber bekommen, und „Und, und?“ drängte Eva mit gro hen, feuchten Augen. „Und der Rittmeister hat mit einer alten Wunde zu thun. Wissen Sie vielleicht, ob von irgend einem Schuß was nachgeblieben „Davon hab' ich nie gehört,“ flüster te Eva. „Na genug, irgendwo sitzt es dem großen Christoph! Er behauplet auch, daß ihm die Lanhdorfer Luft nicht mehr taugt, will am liebsten das ganze Majorat abschütteln, was aber so leicht und fix nicht geht, sagt der Syndilus und außer Landes gehen Einstweilen soll er in einem Kurort sein.“ So, nun hatte ArnoldWildt all sein Pulver verschossen und sah mit Befrie digung, wie es wirlle. In Eva's Zü— gen kämpfte es gewaltsam, während sie doch einige gefaßte, allgemeine Aeuße rungen der Theilnahme machte und dann lebhaft den Baumeister nach sei nem eigenen Leben fragte. Dieser, der seinen eigentlichen Zweck erreicht hatle, ging liebenswiirdig darauf ein, erzähl te noch etniges von dem Ahnenschlohß, das er „neurenovirt“, wie seine Berli ner Arbeiter sagten, einige ergöhliche Geschichtchen von der Sportscomtesse und dann hatte er Mitleid mit den fie berhaft glänzenden Augen seines Ge gdenlider und empfahl sich. „Es war sehr freundlich von Ihn-n, mich aufzusuchen,“ sagle Eva stockend. „Nicht wahr?“ antwortete er heiter, „so gute Freunde wie wir, sollten sich nicht ganz dem Zufall ühberlassen! Nun leben Sie wohl, Fräulein Evchen und die Bücher da bie schneißenSe einfach in die Ecde! Sie haden wa anderes auf der Welt zu thun!“ Ja, sie hatte etwas anderes zu lhun. Eva sah es deutlich vort sich, und mü Arkansas Echo Donnerstag den 19. November 1926 dantbarem wesuyie vuctte sie demwau meister nach. Mußte ihr dieser schein bar leichtherzige Egoist den Weg zei— en? 1 Baumeister Wildt hatte am nächsten Tage sehr anhaltend auf dem Stelti ner Bahnhof zu thun, wenigstens det achtete er, hinter eine Zeitung ver schanzt, mehrere abgehende Züge und bas Reisepublikum milder Gründlich leit eines Geheimpolizisten. Und als er eine Dame im grünen Lodencostüm, eine schlankträftige Erscheinung mit neugewonnenen, elastischen Be vegun gen in einen Zug steigen sah, fallele er bergnügt seine Zeitung zusammen, stectte beide Hände tief in die Taschen und verließ pfeifend seinen Posten. Eva König war nach Lantzdorf oe fahren. Es dämmerte schon, als sie dort ankam, die Sonne hatte ihr vor'm Untergang einen kleinen Trost blick gegönnt, jetzt war sie schon ver schwunden, ein gelber Streifen am Ho rizont war das lette von ihr, dran aber kaum zwischen die dicht zusam mentretenden Stämme des herbstlichen, das Gut umgebenden Waldes. Es rauschte und flatterte unausge—- sett um sie. Fallendes Laub, wohin sie b.idie es hing sich in ihr Kleid, nickte auf ihrem Hut, fing sich in ihrem Haar. Sonst tiefes Schweigen über— all. Jett kam Nadelholz, Gott sei Dant, das war so tröstlich unverän— dert in seinem lieben ernsten Grün! Hier kam die Kiefernschonung jett rechts der schmale Weg damit kürz—- te sie ab und kam bei der Koppel her— aus. Es wurde hohe Zeit, denn Däm—-! merung und Nebel we «n start um sie her. Jetzt wurde es freier, drüben stan den die Fichten am Giebel des alten Hauses, ihre eigenen Fenster blicten matt in der Dämmerung. Einen Au genblick stand sie tief ergriffen still und preßte die Hände flehend zusammen. Dann bückte sie sich, um. durch die kleine Thür der Koppelumzäunung zu schlü— pfen. Sie konnte es noch, und merkwürdig, mit dieser kleinen Bewve— gung, die so etwas Heimisches, Einge— weihtes an sich hatte, kam ein wenig von dem Vertrauen einer Heimkehren den in ihr zagendes Gemüth! Rasch ging sie durch die leere Kop pel, kein munteres Füllen sprang an sie heran, nichts als nasses, mißfarbe nes Gras. Dann kam der schmale Graben, es schien wenig Wasser drin; Eva sprang hinüber! Es machte ihr etwas Herzklopfen, aber sie mußte auch dabei lächeln. Es war ihr alles so vertraut! Aber wie still, wie still! Sie war um die Ecke gebogen durch die Allee gegangen da lagen die Hofgedäude in tiefer Ruhe, alle Thüren geschlossen, nur ein Lichtpünltchen schwankte über den Hof, das war jemand mit einer Stallaterne. Das Herrenhaus mit seinem schlich ten, langgestreckten Bau lag duntel da, natürlich, das Zimmer des Haus herrn war ja leer, die Zimmer, in de— nen Tante Sabine und Dina krant la gen, gingen nach hinten hinaus. Wie sie sie wohl finden würde? Der ernste Eifer des Helfenwollens, der ein paar Augenblicke lang durch die Macht an—- derer Gefühle verdrängt war, lam wieder über sie und sie ging schnell und leise auf das alte Haus zu, eben über—- legend, ob sie nicht den Seiteneingang benuhen sollte, statt vorn zu klingeln. Da drang plötzlich aus dem Fenster lints von der Halle Lichtschein, wie wenn ein Streichholz ausflammt, dann ruhiges Lampenlicht. Ohne Ueberle-- gung stieg Eva hastig die Steintreppe hinauf und von der lehten Stufe aus sah sie Christoph! Er hatte die Lampe angezündet und stand vor seinem Schreibtisch. Das Licht fiel von unten auf seine Züge, sie schienen scharf und die gebräunte Haut blaß, die schwermüthige Falte zwischen den Augenlidern schien noch tiefer. Jeht sah er wie in Gedanlen nach dem Fenster. Eva, die im ersten Schrecken sich zit ternd an das Treppengeländer get brängt hatte, machte eine Beweqgung, als wollle sie sich versteclen, dabei ent fiel ihr die Reisetasche, die sie achtlos in der Hand gehallen und schlug mit Geräusch auf die Treppe. Sofort wurde das Fenster aufgt macht und seine Stimme fragle: „Ist da Jemand?“ Eva rührte sich nicht. Ob man sie sehen konnte, wußte sie nicht, was wer den sollte, war ihr auch nicht klar, se stand einfach wie betäubt. Das Fen ster wurde wiedet geschlossen, aber seht bewegte sich der Lichtschein; burch die Halle kam der so wohlbetannteSchritt, und in der offenen Hausthür stand Christoph. Er leuchtete ihr gerade ins Gesicht, und erschrocken trafen sich beider Blicke. Er sehle dit Lampe auf den Tisch und ja; es kam genau so, wie bei ihrem ersten Begegnen: Er konnte nichts sa gen. Es war ein furchtbarer Augenblic für Eva, darauf war sie ja nichi gelaßt gewesen, Christoph zu treffen. Aber sie nahm sich gewaltsam zusammen und fragte: „Wo sind die Kranlen? Finde ich sie in den gewohnten Zimmern?“ Er machte eine bejahende Bewegunqg, da ergriff sie ein Licht, dgs an der be lannten Stelle im hligenden Messing leuchter stand und ging durch den Cor ridor nach den hinteren Zimmern. XXI. Nräũulein Cabine sak aerade aut- recht im Bett und aß seufzend ein Süppchen, als Eva in der Thür er—- schien. Der Löfsel entfiel ihrer Hand, sie schob den Teller weg und streckte beides Arme aus. „Ach Kind, Kind!“ rief sie mit Thränen in der Stimme, Eva lniete vor ihrem Bett und schluchzte: „Darf ich kommen, wird mir verziehen?“ und sie fühlle die zitternden Hände auf ih— rem Scheitel. Dann klang Dina's Stimme aus dem Nebenzimmer: „Wer ist da? Wer weint da?“ und als Eva auch bei ihr eintrat, richtete sie sich hoch im Bett auf und rief ganz laut: „Evchen, Evchen! Ich dachte, du kämst nie wieder! Alle beg und todt und Tantle Bine und ich wären auch beinah todt geblie ben!“ Tief erschüttert hielt Eva die erregte Kleine wieder im Arm und diese sprach mit einer fieberhaften Lebendigkeit a sie ein. „Sieh mal, nun hab' ich Scharlach gekriegt ganz schlimm, und ich war so rothfledig wie damals meine Puppen immer sein sollten, und Eddy konnte immer keine Fleclen sehen und dann schalt ich ihn dumm. io mein Eddy, ich wollt' ihn nie mehr schelten!“ Sie weinte plötlich bitter lich und fragte dann in Eva's Zureden und Liebtosen hinein: „Bleibst du jetzt hier? Kannst du bei mir schlafen?“ „Ja, Liebling, ich bleibe bei dir.“ „Zieh doch deinen Mantel aus, und dann ich will mal klingeln, Brint mann soll dir was zu essen bringen!“ Eva kamen die Thränen über diese Liebesbeweise der Kleinen, die sich sonst so oft egoistisch gezeigt hatte. Stür—- misch hatte sie auf ihre kleine Glocke am Bett gedrückt und als Auguste erschien, rief sie befehlend: „Brinckmann soll tommen!“ „Ruhig, ruhig, Herzchen, “sagle kva, „du machst dich wieder kränker.“ „Nein, es ist garnicht mehr schlimm, morgen kann ich vielleicht schon ausste hen, sagt der Doktor.“ „Wo ist denn deine Klara?“ „Auch krant, aber bei ihren Eltern,“ sagte sie wichtig. „Brinckmann,“ rief sie dann dem Eintretenden entgegen, „denke dir, Brinckmann, Fräulein Ev—- chen ist wieder hier.“ „Das wüßte ich schon,“ sagte d Alte feierlich, und dann Eva halb streng, halb gerührt ansehend, fuhr er fort: „Das is Frölen ihr Glück, daß sie gekommen is. Wo konnt' Frölen uns woll so in'n Stich lassen!“ Eva nahm die Hand des alten Die— ners und sagte halb lachend, halb wei— nend: „Recht so, Brinckmann, schelten Sie mich!“ „Nein, nein, nicht schelten,“ eiferte Dina, „bring' ihr was zu essen!“ „Hätte ich schon gethan. Herr Ritt— meister hat mir gleich beordert. Wenn's Frlen gefällig ist? Gedectt wäre schon und oben geheizt.“ „Aber wenn du satt bist, Evchen, kommst du dech gleich wieder,“ bat Dina, was wird Ontkel Christoph sagen!“ Ja, was würde er sagen? Stumm bleiben konnte er doch nicht ferner, und ausweichen lonnte sie ihm auch nicht. In der Halle war gedeckt, für sie al-- lein, es war noch nicht Abendessenszeit, aber Mamsell, die selten aus ihren Kü— chenregionen herauftam, hantirte in höchster Geschäftigleit am Tisch. „Ach Gott, Fräulein,“ rief sie Eva entgegen und fuhr sich mit der Schürze über die Augen, „wie gut, daß Fräu— lein kommt, wir waren auch zu und zu verlassen! Aber Fräulein sieht nicht wohl aus, hier essen Sie: Ich hab' 'ne frische Mettwurst angeschnitten, und hier ist Rührei, und erst 'ne Tasse Thee. Ach Gott ja, daß ich hier Fräu— lein besorgen muß na nu wird woll allens wieder besser werden.“ Eva lonnte die Gute nicht kränlen und würgte etwas von den Spelsen hinunter, als dann Mamsell abgerufen wurde, legte sie die Gabel hin und saß unwilltürlich horchend und wartend. Aber Christoph lam nicht. Und doch war er nebenan in seinem Zimmer. Da stand sie entschlossen auf. Spre chen mußte sie ihn noch heute, sonst lonnte sie nicht unter diesem Dache bleiben! So klopfte sie an seine Thür und auf sein „Herein“ trat sie ein. Er stand am Schreibtisch und bliclte ihr stumm entgegen. Er machte es ihr nicht leicht. „Herr Riltmeisler,“ fing sie an, „ich bin wegen der Kranlen getommen.“ „Ich weiß,“ sagte er. „Ich hörte, es sähe hier schlimm aus nun finde ich es besset bin wohl nicht mehr nöthig, aber Dina bittet sehr Er schwieg. „Unh Sie?“ fuhr sie stockend fort, „ich hörte, Sie wären in einem Kur— ort, sind Sie nicht leidend?“ „O ja, ich leide. Aber einen Kurort weiß ich nicht dafür.“ Er trat ihr einen Schrilt näher und nach einem lurzen Zögern sagte er: „Du bist sehr verändert, Kranlenpfle ge ist jetzt nichts für Dich.“ Aufschreien hälte sie mögen! Er nannle Ob ihm das zum VBeppußztseif fsam? Sie zitterte und prẽßte die Hände zusammen, da fragte er wieder: „Df— wolltest hier helfen, e rechäschwer haben dich opfern, nicht wahr? Deshalballein bist du getom men? O viest Vitt dazu, diese angsivolle prane: Er. Vchwindelte es und sie e schlu 0 herve Nein nich! deshalb allein, ich hatte Heimweh eet Heimweh! Kannst du mir s meine Heimath wiedergeben? Er ttat einen Schritt vor und riß ihre flehend ausgestrecte Hand an seine Brust „Heimath sagst bu? Hier? Meinst d „Ja, Christoph.“ eni in seinen Armen und halle alles wieder, ihre Heimath, ihre Welt! Es war ein langes, heiliges Schwei gen, das beide gefangen hielt, bis Eva leise sagte: „Ich dante dir, Christoph, hier ist es gut, o wie gut bei dir!“ „Ist es, Liebling?“ fragte er, „wirk lich gut? Und nun für Zeit undEwig— leit gut?“ Am nächsten Tage sahen sie sich nicht viel. Die Kranken sollten noch vorge hen, oder vielmehr die Reconvaleszen len, denn Tante Sabine sowohl wie Dina waren schon aufgestanden. Eva war's zufrieden, daß nichts Schweres mehr von ihr verlangt wur de! Sie dachte nicht mehr an Leisten, Verdienen, Gutmachen sie trug ihr Glück in solcher Demuth, daß Chri—- stoph einmal fragte: „Wo ist dein Krönlein hin, mein Königskind?“ „Weiß nicht, Christoph,“ antwortete sie träumerisch, „weißt du's?“ „Vertauschest du es gegen diesen Ning?“ fragie er, und hielt ihr den goldenen Reif entgegen. Das war am zweiten Tage, als Eva ihm um die Dämmerstunde entgegen ging. Er war viele Stunden fortge wesen, denn er hatte versichert: „Dich im Hause zu wissen und nicht zu ha ben, ist doch schwerer, als man am er sten Tage glaubt! Ich reite aus.“ Nun kam er den Waldweg geritten, sprang ab und sein Pferd am Zügel führend, ging er neben ihr. „Ich habe einen Gruß für dich, Eva,“ fing er gleich an, „einen sehr schönen herzli— cen. Die alte Gräfin läßt dir sagen, sie freue sich auf den Tag, wo sie dich als „liebe neue Nachbarin“ begrüßen dürfte, wie damals aus Versehen, nun mit Fug und Recht! Und damit, mein Herz, stehst du fest im neuenHeimaths kreise.“ „Ich stehe fest durch dich, Christoph, durch Niemanden sonst!“ sagte Eva ernst. Er nahm sie in die Arme. „O mein Liebling, das ist ein gutes Wort! Hät— test du das immer erlanni!“ „Hätt' ich's, Christoph, uns wäre viel erspart! Aber es ist noch nicht zu spät Komm, da ist unsere Birke; was sie heute hört, das gilt, nicht wahr?“ „Und nun leine Heimlichleiten mehr,“ sagte Christoph, als sie sich heimwärts wandten und er Eva an seinem Arm ins Haus führte, Tante Sabine zu. Diese weinte Freuden thränen und sagte: „Ach mein liebes, gutes Kind, ich wußte es vom ersten Tage an, daß mit dir das Glück in das traurige Lanh dorf zurückkehrie! So war ich altes Wesen mit meiner Krankheit Euch noch was nüte! Wer hat es dir nur verra—- then, Evchen?“ „Ja, das erinnert mich an unsere Danlkesschuld,“ rief Christoph, „komm Eva, wir wollen telegraphiren!“ und mit einem Glücksübermuth, den Nie— mand ihm zugetraut hätte, warf er mit seiner festen Schrift auf's Papier: „Herrn Arnold Wildt, herzlichen Gruß vom großen Christoph und sei— nem Evchen dem „Baumeisler ihres Glüds“. „Mein Schah wird wihig!“ rief Eva lachend. „Und meiner was fllt meinem ein?“ scherzte Christoph und lüßte die Thränen von ihren Augen. „Krone auf! mein Liebling! sieh, da kommt Brinclmann. Brinckmann, hier ist meine Braut.“ „Das wußte ich schon,“ sagte der Alte unerschütterlich, „aber ich gratu lire unterthäniast!“ Ü Dann lam Dina und begriff die Sache auch sehr schnell: „Du wir tOn lel Christoph's Frau?“ rief sie froh loclend, „dann bleibst du immer und immer hier! Kann ich dich denn nicht Mama nennen?“ „Und mich?“ fragte Christoph lieb reich. Das Kind schlang seine Arme um beide und sagte: „Eddy hat Papa und Mama im Himmel wieder, ich habe sEuch!“ (Ende.) _ſt ŸbSŸÛ“—m Zeitgemäß. „Gratulire herzlich! Haben, wie ich hörte, eine Tochter angebracht?“ „Nein, einen Schwieaersohn dazu bekommen!“ —lmmer sportlich. „Neh men Sie noch öfters an den langwei ligen Gesellschaften bei Meiers theil?“ Autler: „Nein, dort bringen mich leine zehn Autos mehr hin.“ —Dieerfolgreichere Gat— tin. Freundin: „Nun, ist das Luft schiff, an dem Dein Gatte arbeitet, enblich lenkbar?“ Junge Erfinders kenin: „Nein, aber er ist bereits lenk ar.“ -Nobel. „Es erstaunt mich, Herr Kommerzienralh, daß Sie bei Ihrem lolossalen Vermögen den Adel noch nicht erworben haben!“ „Nu, heutzutag' is mer der Adel geworden zu bill!“ Anders nicht möglich Wirth: „Hat der Fremnde geschimpft, als Sie ihm die Rechnung brachten?“ Kellner: „Kein Wort hat er ge sagt.“ Wirth (nachdentlich“ „Hin, Alle sch da etwas ve aescn haben?“ cin nener 2chwesterse der Lonne. 2 Eine unbekaunte Begleiterin in 3 serer Planetenwelt. Der amerikanische Astronom w W. Louyton, der it des vatoriums Harvard, einer der beu ausgerüsteten Sternwarten o Neuen Welt, hat dieser Tage ene höchst interessante und bedeutsang Entdeckung gemacht. Louyton u einen Stern gefunden, der als Schwesterwelt unserer Sonne gellen darf. Dieser Stern liegt ia der Gruppe der Hyaden und war den Astronomen bisher als Nummer 16 im Sternbild des Stieres bekannt. Wie ist es nun zu verstehoen, daß dieses schwache Sternlein, das an der Himmelsseite mit einem dem blo— ßen Auge kaum sichtbaren schwachen Lichtlein glüht, eine Schwesterwelt des flammenden Tagesgestirn- unse res Sonnensystems sein soll? Im Gegensatz zu der Annahme der allen Astronomie ist es den Himmelsfor schern seit längerer Zeit bekannt, daß auch die Fixsterne nicht bewegungs los im Raume schweben. Unsere Sonne ist, gleich allen Sternen des Himmels, in einem ständigen Flug durch den Raum begriffen. In die— sem Flug reißt sie freilich auch die sie huldvoll umkreisenden Planeten mit. Unser kleiner Erdball führt da— nach gleicher Zeit drei verschiedene Bewec ngen aus Er dreht sich um die eigene Achse, umläuft die Sonne und nimmt mit ihr an dem gewal tigen Flug durch den unendlichen Ram teil. Nach den la. .gwierigen Messungen der Astronomen beträgt die Ge—- schwindigleit, mit der das Sonnen— system, dessen bescheidene Bewohner wir Erdmenschen sind, durch das All hinfliegt, in jeder Sekunde 18 Meilen. Ein ungeheure Geschwindig keit, wenn man bedenkt, daß unsere von acht Planeten umkreiste Sonne jeden Tag im Universum eine Strecke von 1,200,000 Meilen zurüdklegt. Den Sternforschern ist es gelungen, die Richtung des Sonnenfluges fest zustellen. Heute wissen wir bereits, daß der Lauf unseres Sonnensystems dem hellen Stern „Wega“ im Bilde der „Leier“ zustrebt. Jeden Tag n— hern wir uns um 1,200,000 Meilen diesem mit silbernem Glanz leuchten-- den Weltkörper mit einer Geschwin digkeit, die zum Beispiel die Eile un-- serer „zwei Nachbarsonnen, des „Al fa“ im „Centauren“ und die des „Sirius“ weit übertrifft. Die Sternforscher waren bisher der Ansicht, daß unsere Sonne in ihrem Fluge durch das All verein samt ist. Es war den Astronomen keine zweite Sonne bekannt, die mit derselben Geschwindigkeit demselben Ziel zustreben würde, wie unser flammender Sonnenball. Während viele unserer Nachbarsonnen Schwe stersterne besitzen, die die gleiche Ve wegung in der gleichen Richtung ausführen, war die Sonne als eine Waise ohne Geschwister, ohne An hang, erschienen, verlassen und ver einsamt in ihrem rasenden Flug durch den endlosen leeren Raum des Alls. Nun belehrt uns die Entdeckung des amerilanischen Astronomen Louyton, daß die bisherige Himmels kunde im Irrtum war. Der Stern. 16 im „Stier“ eilt mit einer Ge schwindigleit von 18 Meilen gleich falls der „Wage“ zu. Sie ist die Schwester ünserer Sonne, ihre vVe gleiterin im Fluge durch den Kaum. Freilich ist dieser Schwesterstern von unserem Zentralgestirn durch eine ganz ansehnliche Distanz getrennt, Nach den neuesten Messungen beträgt die Entfernung nicht weniger als 90 Lichtjahre. Das sind annähernd 500 Billionen Meilen, ein ungeheurer Abstand, von dem sich unser mensch licher Verstand überhaupt keinen M griff zu formen vermag. Auf die Ichwester unserer Sonne dürfen wir mit Fug und Recht stolz sein Ze erscheint zwar dem unbewafsneten Auge als ein schwaches Lichtpünlt chen, ein Sternlein von fünster Grd he am Firmament. In Wahrhrit ist sie aber rund fünfmal so groß als unser Sonnenball. In ihrem inne ren Hohlraum hätten sechs Millio nen Erdkugeln Platz genug. Inen ner ungeheuren Entfernung würde der Stern 46 im Stier als ein re jelrechter Begleiter unseres Sonnen dalls erscheinen, Louytons Entdel fung beweist klipp und klar, daß un sere Sonne so qgut wie der „Sirn und viele andere Weltkörper en doppelstern ist. c Furtwangen, VBaden. LEen olanzpunkt der Feler des 7shrn gen Jubilums der Badischen Uhr“ macherschule bildete der Festalt. L reltor Jger gab einen kurgen ge schichlichen Rückblick auf den Ent wicklunggang der nhrmachersche Geh. Dr. Schwörer sprach im Auf trage des badischen Staatspräsiden ten, ebenso hatte der lustigminister mn der Minister des annern der Redner beaustragt, ihre Gli rin sche darzubringen. Als Vertren des Kullusminsteriums gab On regierungsrat Huber der Hoffnuna ünldrn at die mit der gu läumsseier verbundene Außstelluna der Uhrmacher· und Schn ne elnen welteren Fortschri bringen möge.

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Auf Antrag von Countyrichter White von White County waren ihm 4 Gefangene aus dem County für Straßenarbeit überlassen worden, wie das Gesetz vorschrerbt. Nun wurde gesagt, daß die vier zu Hause seien und sogar nicht alle Tage auf der Straße arbeiten. Daher verlangte der Staat, daß diese Gefangenen ins Zuchthaus zurück geschickt würden. Chanceler Martineau entschied, daß der Countyrichter die Gefangenen nicht zurückgeben müsse. Doch wolle er auf Vereinbarung einen Tag fest-- setzen um Zeugenaussagen in dem Fall zu hören. Am Donnerstag Morgen entschied Chanceler Martineau von Pulaski County, daß das Gesetz von 1903, welches vorschreibt, daß Gesuche um Begnadigung erst in einer Wochen zeitung in dem betreffenden County veröffentlicht werden müsse, ehe sie dem Gouverneur zugestellt werden, veraltet und ungültig sei. Daher könnte Gouv. Terral die von Me Call als Gouverneur gegebenen Be gnadigungen wæder widerrufen noch ungültig machen. Kein Gouwerneur habe sich an das Gesetz gehalten u. wenn es gültig erklärt werde, seien tausende von Begnadigungen ungül tig. Das Obergericht wird wohl darüber entscheiden. In Sylamore, Station an der Mo. Pae: Bahn hatte am 12. Nov. ein älterer Mann 2 Car Rindvieh fertig zum versenden. Die zwei Cars wur den am Abend gestellt und das Vieh wurde verladen. Der Canon Ball um 8 Uhr sollte die Cars nach Kansas City bringen und der Versender muß— te mitfahren. Als das Vieh einge laden wurde stand er auf einer Planke, um zu sehen, daß alles recht ging, und beim umdrehen trat er da neben und fiel in 15 Zoll tiefes Was ser. Nun hätte er quatschnaß mit— fahren müssen, da der Zug da war und die Cars angehängt wurden, wenn nicht der Stationsvorsteher Watts ihm zu Hülse gekommen wäre. Watts zog seine Kleider bis auf das Unterzeug aus, der alte Mann prote stirte zuerst, aber dann zog er die trocknen Sachen an, sprang in den Zug und ließ Watts in Unterhemd und Unterhosen zurück. Da Watts nicht weit nach Hause hatt, lief er schnell heim. Er hatte einem Kunden der Bahn einen großen Dien geleistet. Am Freitag Abend gingen zwei junge Leute Miles Brigth, 18jährige Hochschulstudent und ein ungenannter Freund über die Mainstraßen Brücke und Miles sagte, er habe immer den Wunsch gehabt von der Brücke in den Arkansas zu springen. Der dreund sagte ihm, du hast das nun so oft ge sagt, bist aber zu bang es zu thun Miles sprang sofort, die Beiden wa ren der Nordseite viel näher wie der Südseite. Der Springer hat sich beim Sprung nicht verlezt und schwamm durch den stark strömenden Fluß nach dem Südufer. Das Nord—- ufer hätte er leicht erreichen können, aber es nahm alle seine Kraft das Südufer zu erreichen, das er 120 Fuß unterhalb der Brücke erreichte. Da ist durch abladen von Schutt ein sehr steiles und hohes Ufer entstan den, das er nicht erkllettern konnte Gleich nach dem Sprung war Alarm gegeben worden von Leuten die es sahen. Und ein Ambulanz kam, während Miles noch schwamm ange saust. Nun bildeten eine Anzahl Männer eine Kette das Ufer hinab, der erste darin griff Miles an der Hand und so wurde er herauf gezo gen, dann in der Ambulanz ins Ge neral Hospital gebracht, wo Doltoren sagten, es hat gut gegangen und dann holte sein Vater ihn heim. Frar L N. Thomas, eine Verkläu— ferin in einem Store, hat eine 10jäh-- rige Tochter, welche sie nicht in die Schule schiekte und deshalb vor Rich— ter Lewis gebracht wurde. Fran Thomas sagte dem Richter, daß sie ihre Tochter alle Tage 14 Stunde unterrichte und daß das genug sei, um dem Kinde eine genügende Aus bildung zu geben. Sie bot an, das Kind einem Examen an unterwerfen l welche zeigen wiürde, daß das Kind genügend unterrichtet sei. Attendenee Officer Mrs. L. Bott hatte die Klage gebracht, um das Zwangschulgeset von Arkansa auf die Probe zu stel len. Richter Lewis hatte die Klage mehrere Tage zum VBedenken und zum nachsehen der Entscheidungen in den Fällen in anderen Staaten. Er Arkansas Echo Donnerstag den 19. November 1925. Ein Wunder in —7; Heim Ausschmückung Der wundervolle Effect von Tape- 2 ten kann ein Zimmer groß oder klein erscheinen lassen, kann dunkle Zim- mer heller und zu hell beleuchtete HZimmer weicher erscheinen machen, Z und eine j-ische, fröhliche, n-irdevoll- 2 oder eine im conventionelle Erschei-- nung schaffen. 7 11 4 Man sehe die lieblichen Muster und

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Eberhard Schneider. Am Dienstag den 10. Nov. starb in Paris, Ark. in seinem alten Heim das sein Sohn Sylvan mit Familie bewohnt, Herr Eberhard Schneider, 77 Jahre alt. Herr Schneider ge hörte zu den deutschen Pionieren, er kam mit der Einwanderung 1878 nach Prairie View und war einer der wenigen Deutschen, die zu einemna Amt gewählt wurden Er war Tar Assessor von 1888 —HO und von 1890 —92. Ec zog dann nach Paris und betheiligte sich an den Geschäften Viele Jahre war er in der Firma Yunker, Schneider u. Anhalt Co. Er war einer der drei Herren, die den „Logan County Anzeiger“ grün deten und war Aktionär vom „Ark. Echo“. Wiehoch er in Paris geachtet war, davon legte sein Begräbniß am Donnerstag, den 12. Nov. Zeugniß ab. Ale Geschäfte in Paris schlossen whrend in der St. Josephs Kirche das Requiem für ihn gehalten und er nach dem Friedhof gebracht wurde. Sein Andenken wird in Ehren bleiben Ihn überleben 2 Söhne und sein VBruder Caspar Schneider in Prai rie View.

John R. Friese. Vergangenen Sonntag wurden in Subiaco die sterblichen Ueberreste des Herrn John R. Friese der geweihten Erde übergeben. Der Verstorbene war in weiten Kreisen bekannt, und nicht nur innert der Grenzen unseres Staates, sondern auch auswärts, fin den wir Spuren seines nie ermüden—- den Fleißes, und mancher Prachtbau zeugt von seinem Können und seiner Arbeitskrafst. Der Schreiber dieser Zeilen hatte Jahre zurück Gelegenheit, für eine kurze Zeit mit dem Verstor benen zu arbeiten, und sich dabei ge wundert über die erstaunliche Arbeits-- krast die dem Verstorbenen innewohn te. Seine Gattin, zwei Söhne und zwei Brüder, sowie 9 Kinder seiner Gattin aus erster Ehe überleben ihn und bewahren ihm ein treues und wohlverdientes Andenken. Er Ruhe in Frieden.

Joseph Berg. Am Samstag den 14. Nod starb 65 Jahre alt, Herr Joseph Berg nach viermonatl Krankheit. Er levte seit 1881 in Little Rock, war mit seinen Eltern und Geschwistern von Kreuz berg im Rheinlande nach Arkansas ausgewandert, und heirthete hier Frl. Mathilde Drees, die ihm vor einigen Jahren durche den Tod ent rissen wurde. Ihn überleben 1 Sh ne, 3 hier in Lïtle Rock und der vier te in Ollahoma und 2 Töchter Fran Chas. Kleinschmidt und Frau Vietor oers, ein Gruder Wilhelm und 12 Enlkel. Herr Jos. VBerg arbeitete lange Jahre als Maschinist in den Bahn— werkstätten, und gründete 1903 den „Model Mashine Shop an 3. und Center. Als das Geschäft mehr Raum brauchte, baute er die Anlagen an 4. und Reetor Ave., die sich schön entwickelt haben. Er wurde am Montag Morgen nach einem vom hochw. Vater Maurus eelebrirten Requiem auf dem Calva— rien Friedhof begraben. R.I.P.

Aufruf. Eine Anzahl prominenter Deutsch- Amerikaner unseres Staates beab sichtigen nächstes Frühjahr eine Euro— pa Reise zu unternehmen und haben den Unterzeichneten beauftragt, eine Reisegesellschaft, bestehend aus Deut schen unseres Staates, zu organi— sieren. Ich ersuche daher Alle diejenigen, die sich mit dem Gedanken einer Eu— ropa Reise tragen, und sich einer Re—- segesellschaft anschließen möchten, mit mir in Verbindung zu treten. Frankreich, Italien und theilweise die Schweiz würde in Gesellschaft be rührt. In Luzern löst sich die Ge— sellschaft auf um Jedem Theilnehmer Gelegenheit zum Besuche seiner eig— nen Heimath zu geben. Die Zeit der Rückfahrt ist Jedem freigestellt. Der Andrang Europareisender war dieses Frühjahr so groß, daß es schwer hielt, gute Plätze zu sichern. Die kommende Saison wird voraussichtlich größere Anforderungen an die Sifegesellschajtan stellen, und ist es deshalb rathsam, frühzeitig Vorkeh rungen zu treffen. Für weitere Auskunft addressiere: C. F. Sieber, VBankers Trust Co., Little Rock, Ark. Ein Büchlein über das Brotbacken. Sohr viele amerikanische Haus— frauen backen den größeren Theil des im Hause gegessenen Brotes, sowie auch den Kuchen und anderes Bacl werk. Die Ursache mag sein, daß sie sich das Bäckerbrot und andere VBäckerbiprodulte nicht bequem ver—- schaffen können, oder daß der Ge— schmack und die Güte des hausbacke nen Prouktes vorgezogen werden. Selbst wenn alle Väckereiprodukte außerhalb des Hauses hergestellt wer— den, ist ist es dennoch von Vortheil, zu wissen, welches die besten Materia lien sind, da man so beim Kauf eine bessere Wahl treffen kann. Die Güte des Produltes hängt nicht nur von den Materialien ab, sondern anch von den Methoden des Mischens und dem Verhältnis, in dem die Stoffe gemischt werden. Das Bundeslandwirthschafts Department soeben ein neues Farmers' Bul—- letin No. 1450 veröffentlicht, n lches den Titel trägt: „Home Baking“, und von Charlotte Chatfield, Assistentin des Spezialisten für Hauswirthschaft verfaßt ist. In dem Büchlein wird beschrieben, was für die Herstellung von gutem Gebäck von wesentlicher Bedeutung ist. Es werden ferner der Haushälterin, die selbst backen will, typische Rezepte für das meiste Ge— VBVäck angegeben. Diese Hauptge bäcke kann die Haushälterin in man nigfaltigster Weise ändern, indem sie Gewürze hiuzufligt und dle verschie—- densten Formen und Größen herstellt Das Büchlein enthält nicht eine gro he Anzahl von Rezepten, sondern legt den Nachdruck auf die allgemeinen Grundsätze des Backens, Bestandtheile und Ersatzstoffe, wie zum Veispiel die Verwendung von Mehl aus nhichem Weizen anstatt des Mehls aus hartem Weizen, so daß die Wirthschafterin mit dem Material, das ihr zur Ver—- fügung steht, die besten Resultate er zielen kann. Sehr nügtzlich ist die Besprechung der Unterschiedse, die zwischen den Mehlsorten aus hartem Weizen und jenen aus weichem Weizen bestehen. Dies ist namentlich wichtig für dieje-- nigen, die ausschließlich auf eine der Mehlsorten angenltesen sind. Jeder Hausfrau, die gern selbst ihr eigenes Brot backt, werden die aus-- führlichen Anweisungen willkom men sein, die auf die Verwendung der verschiedenen Arten von Mehl u. auf die Handhabung des Teiges an den einzelnen Zeitpunkten der Brot bereitung Bezug haben. In einer nützlichen Liste werden die Bestand—- theile und die Mischmethoden zur Herstellung von Gebäckarten nle Popover, Semmel (Huffins), Zwi— back, Waffeln, Pfannkuchen, (Grid—- dle Cakes), Fritters, Kuchen und sonstiges Gebäck angegeben. Wie aber schon erwähnt, bezweckt das Büchlein mehr, allgemeine Grundsätze anzugeben, als eine Sammlung von Backrezepten zu bie ten. So finden wir einen Abschnitt, in dem gezeigt ntrd, wie man saure Milch und Soda anstatt der süßen Milch und des Backpulvers verwen—- den kann und umgekehrt. Sponge Cake, Sunshine Cake und Angel Food werden miteinander verglichen und besprochen. Auch wird des über— all beliebten Berliner Pfannkuchens scdoughnut) gedacht, sowie mehrere derer zuträglicher Gebäckarten. Dieses Farmers' Bulletin No. 1450, nulches das frühere Bulletin No. 1136 ersetzt, kann man, so lange der Vorrath reicht, frei beziehen, wenn man an das Office of Publications United States Department of Agri eulture, Washington, D. C. schreibt FLJS. Auskunft in deutscher Sprache. Die Leser des „Arkansas Echo“ er-- halten in dentscher Sprache absi lut kostenfrei briefliche Auskunft über amerikanische Angelegenheiten wie Naturalisation, Einwanderung, Aus—- wanderung, Alien Property Custo dian, Reisepässe, Steuerwesen und sonstige die Bundesverwaltung bo treffende Angelegenheiten. Deutlich abgefaßte Anfragen übet die oben erwähnten Angelegenheiten sind zu richten an: German Bureaun Foreign Language Information Setvice, 119 West 41st Street, New York Citv Scherzfragen. Welche Waare hat trot der schlechten Zeit immer noch einen hohen Absatz Damenschuhe. —Warinn sterben so viele Menschen? —Weil die Aerzte die Rezepte in Latein schreiben und Latein ist be kanntlich -ine tote Sprache. 0 Viel verlangt. Klein Susi trifft den Postboten und fragt ihn, ob er einen Brief für sie habe. „Wie ist denn dein Name fragt der Beamte. Da rust sie ganz entrüstet: „Na, der muß doch a-tf dem Brief stehen, wenn Sie einen ssir mich haben.“

Ein probates Heilmittel— „Wie hast du das nur angestellt, liebe Lueie daß dein Mann nicht mehr in die Kneipe gelt „Sehr einfach. Als er wieder cinmal recht spt nach Hau se kam, fragte ich, ne halb aus dem Schlaf: „Bist du es, lieber Otto,“ Mein Mann aber heißt Ernst.“ Abweisnng. „Ich werde alles thun, damit Sie sich bei mir wie zu Hause fühlen,“ versicherte der Hotel— direktor dem neuen Gast. „Das las sen Sie nur bleiben,- wehrte der ver heiratheter Herr ab, „auf Reisen wiu ich wenigstens meine Ruhe und Ge—- müthlichkeit haben.“

Ans dem Aufsatz einer höheren Tochter Frisch-saftige Almen um rahmten li-blich einen tiefblauen See, an dessen Ufer wohlgenährte Kühe von schmucken Sennerinnen gemolken wrden. Im Wasser sah alles umge kehrt aus. DIRAì Nobles Gheschenk. —A. „Was ha— ben Sie denn da in Ihrer geschlof—- senen Hand?“ B.: „Eine Fliege für Ihren Laub— frosch. Da heute Ihr Geburtstag ist, nullte ich doch nicht mit leeren Händen kommen.“ 0— Ein kürzeres Wort genügt. Wirth (zum Gast)h: „Habe ich Ihnen da nicht ein feines Gericht serviert? Ein delikater Graten!“ Gast (trocken): „Das „deli“ könnten Sie weg lassen.“ 00 Ein prosaischer Gatte Sie (singt): „Menn ich ein Vöglein wär“ Er: „Was thät das nützeen? Den Schnabel ?önntest du ja doch nicht halten. 00— Seite 7 Lokal Anjeiger —Die höchsten Preise für Hut abler Sorten, Pferdehõute eino schlossen, Pelze, Bienenwachs, Tala Wolle etc. zahlt die Western Hit Fur Co. Little Rock, Ark, Bo 882. Tags auf Anfrage geschidckt. —Wagen aller Sorten, fertig unl auf Bestellung gebaut. Gute, sböm und dauerhafte Arbeit garantimn Alle Holz· und Schmiedearbeit f Reparatur an Wagen bei Chas. H Ross, zwischen 7. u. 8. an Izard. Kirchen D.xrectorg.

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An der englischen Küste wurde eine Saatkrähe eingefangen, an doren ei noen Fuß eine Mansefalle hina

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Seite 8 2 17 01 A 284 A 2 Mittwoch Donnerstag. Iron Horse Die stärksten Erwerbungen in der Geschichte von Wan-- delbildern, es ist eine wirk liche Romanze des Ostens und Westens. Comedy AISt John „Fares Plese“ Freitag Samstag. Fearless Lover mit Wmn. Fairbanks und Eve Novar Comedn „Cloudy Romance“ IT Ah gezeigt Felix t 10e. Abend Vorstellung We. U dttaryrd/ ÜbactlchdddertCee Eiibdeneder Moddee vdoeiniten tn tm Lofkal Nachrichten. n—— Middling Baumwolle stand am Samstag hier 20.26e per Pfund. Morgen ist Thrifst Day, an wel chem Tage alle Stores Spezial Prei se haben. Vorige Woche Mittnhch Nacht wurden hier drei Autos gestohlen. Alle waren Fords. Connhy hatte ein großes Fest am 11. Der Maffenstillstandstag wurde da großar“ig gefeiert, obwohl das Wetter nicht günstig war. Tom Gibson und Son Baumwell gin in Monette ist am 12. Nov. abge brannt. Schaden 25,000 mit ß18, 000 Versicherung. Der Nachruf für den verst hochw. Pater Othmar O. S. B. ist nicht für diese Woche fertig geworden und kommt nächste Woche In Desha County, nh der Regen Hochwasser zurück gelassen hat, wim-· melt es von wilden Enten Güänsen und Jägern. Einbrecher haben Sonntag Nacht aus 409 Commerce St. ein Diamant Ring 8350 werth, $l2O Geld und ei nen Revolver gestohlen, die Bewoh nor schliefmn in einem andern Zimmer Die Ver Staaten Vancrllernte wird auf 15.386,000 Ballen geschätzt Arkansas so 1, 408,000 Ballen dazu! beitragen Hier kostete am Montag Middling 20.68 das Pfund. Die beiden Klan Gesellschaften hier werden sich whhl am Gericht audein-! andersetgen Der alte Klan Grand Dragon Comer behauptet der Taber· nalel an 17. und La. gehöre dem elten Klan l 4 r Back's Danksagnngs VBerkanf 2 1: von Feinem Linen. Schöne Leinwand für den Danksagungs Tisch, für Feiertag Geschenke“ —für alle Zwecke Substantielle Preis Reduetionen sür dies Ereigniß! Post Aufträge prompt und sorgfältig ausgeführt! ü Ein grosßer Kaunf von einem Importeur! 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Hier sei auf das Conzert der Liedertafel heute Abend aufmerksam gemacht, das einen wirklichen Ge—- snuß verspricht, denn die Liedertafel! hat Sänger, die gehört zu werden en e Es werden alles deutsche Lieder gesungen. 3wei Meilen südlich von Smack over ist im dritten Sande ein Gusher erbohrt worden. Der hat in C over einen neuen Boom verursacht. In Eldorado wurden letzte Woche 10 Brunnen vollendet, die zusammen 4,700 Faß Oel täglich ergeben. Da hat ein Mädchen hier, Miß Ariel Smith 18 Jahre alt, Chester A. Nelson yon St Louis geheirathet. Das war am 8 Juli Nuñ hat eine Frau in St. Lonis mit 8 Kindern von Nelson ihn nbgen Bigamie ver-· klagt. Am Samstag Nachmittag wurde am hellen Tage am Fuß der Ost 17 Str. bei Bruce Mill, J. L. Haut von! zwei Weqgelagerern angegriffen und uim 865 boraubt. Er telephonierte an! der Mühle um Polizei der er sagte. einer der Wegelagerer sei ein Excon- Die Polizei fand keine Spuren Frl Essa Lyman wurde auf Asher Ave. am 10. Nov. Abends von einem u um-worfen, das schnell weiter fuhr. Sie hat keinen Knochenbruch davon getragen, aber sie hat auch die Licens Nummer der Car nicht gese— sehen. So ist es schwer den Fahrer zu fassen Der Grütli Verein hatte seine Ver— sanmmlung am Sonntag bei Herrn H. Schalchlin. Daß die Schweizer sich bei ihren Versammlungen präch— unterhalten ist eine bekannte That— sache. Gerade die Versammlungen im Hause eines Mitgliedes fördern den Familiensinn. Luther Fleming brachte am Mon— tag 5 Ballen Baumwolle auf seinem Truck na Morrilton und entdeckte unterwegs, daß die Baumwolle brannte. Ehe er sie vom Wagen werfen konnte, wobei er seine Hände verbrannte, hatte das Feuer das Cab, Sitz und Kissen zerstört. Schulkinder balfen ihm das Feuer löschen. Vei Ferndale, im äußersten Süd—- westen von Pulaski County, haben zwei Feuernbhrleute gejagd und liwin einen Hirschbock 175 Pfund schwer geschossen zu haben. Hirsche sind hier sehr selten geworden. Vor t Jahren konnte einige Meilen von der Stadt Hirschen begegnen, die sehr flink das Weite suchten. Roy Smith von Nevada County, war im Irrenasyl in Behandlung u sollte bald entlassen werden. Das scheint ihm aber zu lange geworden sein, am vorigen Donnerstag Nach— mittag entschlüpfte er und wollte über die Bahn zu Fuß nach Hause eaet Am Samstag morgen wurde sein ver· stümmelter Körper auf dem Geleise der Missormri Paeifie Bahn mehrere Meilen siidwest vom Hospital gefun den. Buffet Sets —Drei Stiück Ma-- deira Buffet Sets, zum Verkauf diese Woche das Set zu 82.98 deira Stes, bestehend aus 24 litt Madeira Napfkins, zum Verkauf diese Woch 6 für 82.98 Madeira Ovals 5 zu 12 Zoll zu 1.58, dasselbe Dutzend, 12 zn 18 Zoll Größe zu 180 jedes. 14 zu 20 Zoll Größe jedes.. 18275 Arkansas Echo Donnerstag den 19. November 1925. W o 1 925

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418— —2O Main Strase. Zweiter Floor Department Die Missouri Pae Bahn baut North Little Rock eine neue Zweig— linie, welche alle Frachtzüge die über die untre Brücke gehen, direckt dahin bringen wird. ohne Mainstr. zu kreu zen. Die Zweigbahn kreuzt Poplar Straße an 10. Der Schrindler, der letzten März den Rumänen Pete Sirbu in Hot Srrine um 860,000 und dessen Frau um 85000 beschwindelte und Vob Holt HZeißt, ist in Detroit arre tirt worden. Ob Sirbu etwos von seinem Geld zurück bekommt, ist eine Frage. Der 21 Jahre alte M. D. Decard ist in Eldorado eingestect worden u sitt in Camden im Gefängniß, weil er in 2 Jahren 62 gefälschte Checks ausgegeben hat, deren Summe 82500 macht. Sein Onkel der Contractor in Eldorado ist, entdeclte die Fälsch jungen als er seinen Bankaecount durchsah. Richter Martinean hat bestimmt, daß die Kläger gegen Frau Comer das Recht haben, die Bücher des Or· dens durch einen Adeountant und Advokaten durchsehen zu lassn und etwaige Verschwendung oder Schlim meres ihrer Klage hinzufügen. Das ist böse für Comer und Frau. Sie ha— ben das Vertrauen verloren. In Hot Springs haben die Lehrer von Ark. ihre 76. Jahresversamm— lung gehalten, es waren 5000 Lehrer da. Sie fordern 50 Prozent mehi Schulsteuern, die Unification der Schulen und dann, daß der Superin stendent des öffentlichen Unterrichts nicht mehr vom Volk gewhlt, sondern vom VBoard of Edueation werde. Ob das den Herrn aus de Politik bringen würde? Am 12. Now. fuhr der Cotton Belt Zug von Memphis durch die Reis felder von Arkansas bei Stuttgart. als ein Schwarm wilde Enten aus doen Feldern aufflog und den Zug vor der Locomotive kreuzke. Etwa 50 Enten wurden von der Maschine ge fahßt und getötet. Der Locomotiv sstrer hielt den Zug an, um zu sehen ob Schaden gethan sei. Während er nachsah, holten Passagtere und gug—- leute die !oten Enten und nahmen sie i als Jagdbeute mit. Staats Superintendent Hill hat auf der Lehrerversammlung in Hot Springs die Ameriean Book Co. hart angegriffen. Sie habe das Gesetz ma chen helfen das die Mitgliedschast der dertbookCommission änderte, weil keinen Einfluß auf ihn gewinnen konnte. Daß er die Bücher scharf jten ist bekannt. Hill erhielt don nerden Beifall. Das zeigt wo die Lehrer stehen. Die Missouri und Nord Arkansas Vahn, die von 1918 bis 1921 ein! ährliches Defizit von 503,000 hat te, nun blos ein Defizit von 879, 000 hat, in dem die Zinsen von 6020,000 eingchlossen sind· Die Summe hat die Ver. Staaten Ke hgierung der Bahn geliehen, um den Vetrieb möglich zu machen. Wenn! die Bahn sich bezahlen soll, dann miissen sich mehr Farmer daran an— siedeln, die zu verkaufen haben, was nggeschickt werden muß. Das am Dienstag voriger Wochel von Damen des Mütter Vereins auf geführte Lustspiel zog so viele 80. sucher an, daß die Halle voll war, und eine Anzahl Leute wieder meg—- hern mußten, so daß der VBillet Werlauf geschlosfen werden mußte. Die Darstellerinnen ernteten reichen Beifall und riefen viel Lachsalven hervor. Für die, welche das Stück am Dienstag nicht sehen konnten, wur—- il es am Donnerstag nochmal ge— geben, und hatte einen ziemlich guten Besuch. Am 13 Nov. hat der Kriegsseer. seine Einwilligung dazu gegeben, daß! das Air Intermediate Depot östlich von der Stadt der 154. Observation Zquadron als Flugfeld übergeben werde, nachdem sie d 0 Acker angren zendes Land erworben hat. Nun wird das Feld zum Landungs-- platz eingerichtet und Ende des Mo—- nates sollen Flugzeuge von verfchie denen Seiten hier ankommen und slanden. Harrison Straße wird ge schlossen und eine neue Straße der ror entlang soll sie ersetzen. Dardanelle, Ark. Einen lieben Gruß an die Echo Redaktion. Ich bin noch in Dardanelle, alles geht auf zwei Füßen, nur die nttalten rennen aut vier Rädern. Der alte Herrgott hat sich auch erbarmt, hat uns ein bißchen Regen geschickt. Ich schicke meinen Abonements Betrag 32.00. Sage schön Dank fürs lange Warten., Bitte gebens eine Addresse an, wo man einen deutschen Kalender bekonmen kann, wenn es auch einer von der alten Heimath ist. Achtungs voll: Michael Lerch. Richter Wade hat am Donnerstag drei Schnapsverkäufer mit 8100 u straft. Einer der zum zweiten Mals. da war, erhielt dazu 30 Tage Coun—- tyfarm. j Iml Bunth sgericht wurden i Schnapsverkäufer mit 100 und ei— ner John Gibson von Congo, der eine Vrennerei hatte, mit 8200 be— straft. E Am selben Tage bestrafte Muniei palrichter Lewis drei Uebertreter der Prohibitionsgesete mjt je 8150. Bei jedem wurde etnh eine Gallone Schnaps gefunden, zwei waren Neger In Littleton, Col. stand der 62 Jahre alte Doktor H. E. Blaser vor Gericht, seine 34 Jahre alte Tochter Hazel mit Chloroform getötet zu ha ben. Das Mädchen war ein völlig hülfloser Grüppel von klein an, und der Vater hatte es gepflegt und lieb gehabt. Er sagte gerade deswegen habe er sein Kind getötet. Die Ge schwornen konnten sich nicht einigen! und der Richter schlug den Prozeß nieder, da es keine 12 Geschwornen geben wü—de, die sich einigen könn—- ten. Die Geschwornen hatten 14 Stunden ballotirt. Marshall Milligan, ein zu mehre ren Jahren verurtheilter Schnaps-! brenner, hatte Urlaub erhalten und war nicht ins Zuchthaus zurück 2 kehrt. Die Beamten die ihn suchten führte er in den Ozarks an der Lale herum. Zufällig wurde er am 9H Nov. Abends in Batesville verhaftet und eingesperrt und am Dienstag Morgen ins Zuchthaus gebracht. Auf dem Wene erzählte er den Beamten, daß er Montag Nacht geholfen habe, das Schloß an Duke Evans Zelle zu zersägen. Das Telephon hinderte daa entfliehen von Evans und brachte den Mann der die Säge geliefert hat te, ins Gesängniß. In Eldorado wird Robert William Bradley gesucht, der da ein Vermögen von 8200,000 auf der Gank hat. Der Junge war mit seiner Mutter als Kind nach Eldorado, damals ein Dorf mit 200 Einwohnern gekommen. Die Mutter starb und der Farmer vrad ley und dessen Frau adoptirten den Jungen. PGradley setzte ihn zum Er· ben seiner 260 Acker Farm ein und ein Guardian wurde für lhn ernannt. a er 13 Jahre alt war, ging er mit einem Cireus weg, wurde aber wieder geholt. Als 15 dühriger wanderte er allein fort. Während e Wanderschaft ist der Werkh seiner 2060 Acker durch finden von Oel da—- srauf ins Riesige gestiegen und nun wird er gesucht. r Fred Rosoner Sr. EFred Rosoner dr. Fred Rossner Son Versicherungs-Agenturx. Feuer, Tornado, Unfall und andere Versicherungen. 815 West Markham Straste. gittle Rock, Arn Ark. 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