Arkansas Echo (Little Rock, Ark.)
October 15, 1925

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Allgemeine Zeitunga für Wahrheit und Klahreit auf dem Politischen und Sozialen Gebiete Jahrgang 34. Wochen-Rundschan. Der Shipping Board, der vom Kongreß eingesetzt ist, hatte auf Auf— forderung des Präsidenten Admiral Palmer zum Präsidenten der Emer— geney Fleet Corporation gemacht Indessen war die große Mehrzahl der 6 Mitglieder des Boards mit Pal moers Amtsführung absolut nicht zu frieden. Denn Palmer handelte wohl nach der Anweisung des Präsidenten, der die Ver. Staaten Handelsflotte abschaßfen, d. h. Privat Betrieb ge ben möchte, was gegen die Lebens interessen des Shipping Boards geht, dessen Mitglieder 825,000 per Jahr bezlehen. Nun hat der Präsident eine Aufgabe zu lösen. Zwei der Fitglioder haben abgedankt. Wenn er dafür neue ernennt, dann hat er die Mehrheit. Es heißt aber er mö gen dem Kingreß empfehlen den Board abzusschaffen, und die Han—- delsmarinẽ unter Sekretär Hooper stellen. Präsident Coolidge war auf dem Kongreß der amerikanischen Legion in Omaha und hat da eine im Ganzen gute Rede gehalten. Auszusetzen ist, daß er unsern Eintritt in den Krieg gerecht und in Selbstwertheidigung erfolgt nannte, und behauptete wir seien ohne Haß in den Krieg einge-- treten. Er hat wohl die ganze Greu—- elkampagne, von der heute noch man-- ches hängen geblieben ist, verschlafen Der Prsident hat sein Steuerer mäßigungs Programm fertig, aber da es meist die Großen berücksichtigt, wird wohl der Kongreß einige Aen derungen daran machen. Bisher war der Oktober der trok— henste Monat in den Ver. Staaten Dies Jahr sieht es aus, als ob er nässeste werden wollte. Das wird die VBaumwollernte empfindlich schädigen Die deutsche Regierung hat der russischen Rogierung 16 Mill. Dol—- lars Kredit bewilligt. Dieser auf kur-- ze Zeit gegogene Kredit hat abgesehen von seinem praktischen Werth für die Rätheregierung, eine große politische Bedeutung die dadurch in die von ausländischen Regierungen befolgte Politik einer Finanzblockade Ruß—- lands eine Bresche gemacht wird. Un ter Ausnützung anderer Handelskre dite in Deutschland war die Räthere gierung imstande, dort für die Wie derherstellung der russischen Industrie und Landwirthschaft Bestellungen von mehr als 26 Millionen Dollars zu machen.“ Sokolnikow erklärte, daß die Staatsbank bezüglich der Gewähr rung von Kroditen mit mehreren aus- Lndischen Ganken in Unterhandlung stehe und daß die Vereinbarung mit dem deutschen Syndilat, der erste Er folg der bezüglichen Bestrebungen des Sowjet Finanzministers sei. Deutschland muß den russischen Martt haben, da alle anderen Märkte durch Hochzölle schwer zugänglich ge· macht sind, wenn es seine Ausfuhr so gestalten will, daß es die im Dawes Plan vorgeselenen Zahlungen ma chen kann. Der abgeschlossene gn delnvertrag strebt an, die technischen Erfahrungen und Erfindungen der deutschen Firma auch der rusfischen Gesellschaft zugänglich zu machen. Im Anschluß an die Meldung, daß ein deutsches Banksyndikat der russischen Staattbank einen nam— haften Kredit gewährt hat, wird be merkt, daß die Kreditfrage einen d-r wichtigsten Punkte in den ün terhandlungen über einen deutsch russischen Hadelsvertrag hbildet. Es verlautet, daß Deutschland be· veit set, auch einer Anzahl russischer smdustteller und Handels Unter· nehmungen Kredite zu ner haptschlich aber Gosellschaften, die mit landwirthschaftlichen Maschinen handeln und denen Gelogenheit ge- Hoten werden soll, an lhre russi schen Abnehmer mit längerer Zah— luasfrist m verkanfen. Auhßonmisnister Stresemann hat ge sagt, taß kein Blindniß zwischen Ruß sano und Dentschland abgeschlessen worden sei und das wird wörtlich werhr sein. Aber ein guter Handeld vertrag und geliehenes Geld enl ziemlich gut. Uns hat das geliehene Geld in den Weoltkrieg getrieben Fyoilich hat der Krieg zehn mal mehr gelostet, wie das geliehene Geld werth Arkansas Echo Little Rock, Arkansas. Donnerxrstag den 15. Oktober 1925. war. Aber wir haben ihn doch ge wonnen; gewiß Deutschland hatte schon jahrelang gekämpft und geblu—- tet, bis wir kamen, ager die Alliirten wären verloren gewesen, wenn wir nicht gekommen wären, und unsere Hochfinanz war bankrott, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte. Aus Marokko sind in den letzten Tagen keine Nachrichten gekommen. Die Regenperiode hat begonnen und Franzosen und Spanier müssen lie gen bleiben wo sie sind, bis es wieder gutes Wetter gibt. Ob Abd el Krim nach den großen Verlusten der letzten Wochen in der Regenperiode einen Guerillakrieg filhren kann, bleibt ab iwarten. Er hat auch in den Ver. Staaten viele Leute, die mit ihm sympathisieren. Und doch wäre es vielleicht verhängnißvoll, wenn er die Franzosen wie die Spanier hätte schla gen können. Dann stand die ganze Nordküste Afrikas in Gefahr und da hat Frankreich sehr viel für Kultur und Fortschritt gethan. Ehe die Ara ber diesen Theil Afrikas überfluthe ten war es ein blühendes Land mit großen schönen Städten und Acker-- bau. In Älgieren allein haben die Franzosen die Ruinen von 15 Städ—- ten und hunderten von Gehöften ge funden. Es darf bezweifelt werden, die von den Franzosen geschaffe nen großen Anlagen von den Einge bornen auch nur erhalten werden könnten. Die Italiener haben in Tripolis. eine vergessene römische Großstadt aufgedeckt, die von Wüsten-- sande verschüttet war. Die Eingebor· nen und wwagischen Evoberer waren nicht im Stande zu erhalten, was sie fanden. Indessen mag der Krieg in Ma— rokko enden wie er will, er hat Frank weich so geschwächt, daß es andere Een aufziehen muß. sDas franz. Volk ist des Krieges müde, die seine Bevölkerung den mirt, von der es ohnehin nichts spa ren lann. In Südfrankreich haben sich viele Italiener angesiedelt, die sich nicht französieren lassen wollen Das ist ein Gegenstück zu Südtirol, wo die Italiener die Deutschen mii Gewalt zu Italienern machen wollen, ohne daß die Liga der italienischen Regierung zu sagen wagt, daß sie sich an die bescworenen Verträge halten und die Minderheiten in ihrem Ge— biet schützen miissen. Nicht einmal den Tschechen und Polen hat die Liga das zu sagen sich getraut. In Tschochoslowakien hat das Blatt sich gewendet, es wohnen in dem Staat drei Fünftel nicht Tschechen u. blos zwei Fünftel Dschechen und nun ist os dennicht Tschechen schließlich eingesallen, sich zu ihrem Schutz zu vereinigen, was für Benesch iid Kromarsch böse ist. Der Ossereatore Romano, das Or· gan des Vatikans, hat seit einigen Wochen Mussolinis Regiment scharf blosgestellt Men wundert sic, selbft in Italien darüber, daß Mussolint das Blatt nicht unterdrückt hat, was jedem anderen Blatte passiert wäre und ist, das Widerspruch wagte. Es heißt daß der Osservatore Romano sa unter die Kontrolle der Regie rung falle und fallen könne, da der Papst souvernain sein. Das würde aber Mussolini nicht abhalten, was lhn abhält ist die moralische Macht des Papstkhums, die ihm verhängniß voll werden könnte. I—— In Locarno am langen Soee sst eifrig und heftig verhandelt worden. Im Prineip wurde gleich zu Beginn a chtlihe Ontscheidung über lalle Konfliete, die sich an der Rhein· grenze entwickeln können, festgelegt. Aber da kam es dann zu Meinungs werschiedenheiten. Wer soll Schieds richter sein? Und Frankreich schlug! vor, denselben Weg für Deutschlands Ostgrenzen festzustellen, es wolle sich dafür vorbiirgen. Deutschland lehn— he beldes ab. Wenn es Verträge n Tschechoslowakien und Polen eingebe, jwürde en England als Bürgen an nohmen, aber nicht Frankreich. Hftige Zusammenstöße sind ans der Honferenz erfolgt, sogar unter den suristischen Sadchwerständigen; dies ist offnes Geheimniß, trozdem die Wotführer der betheiligten Na tionen nach wie vor von Optimismus fömlich triefen. Deutschland bestrebt sich, in dem Pakt auch die letzten Spuren des Weltkriegs zu vertilgen, u. dieses Bestreben hat zu einigen lebhaften Auseiandersetzungen ge führt. Eine Phrase im Entwurf zu der Einsetzung des proponierten Pats bezog sich auf Mächte, „die beim Aus bruch des Krieges einen schweren Schock erhielten“, dies brachte sofort elinen Protest, weil es nichts weiter als eine verschleierte Anspielung auf die Schuld am Kriege sei. Die deut schen Minister widersetzten sich auch dem Ausdruck „rheinischen Statuten“ und erklärten, ein solcher Ausdruck in einem internationalen Abkommen bedeute internationale Maßnahmen, die deutsches Gebiet betreffe. Die Frage der Abrüstung bringt eine immer tiefere Spaltung hervor. Deutschland erklärt, sie sei die einzige wirklich entwvaffnete Nation u. deu— tet an, der Pakt solle Vorsorge für die Abrüstung auch der andern Völker die den Pakt unterzeichnen, treffen« Ferner verlangt Deutschland eine klare Definition des Wortes Angrei for“ und will haben, daß klipp und klar niedergelegt wird, daß eine „an—- greifende“ Nation nicht nur „Angrei—- fer“ in bewaffnetem, sondern auch in wirthschaftlichem und ern an Sinne sein kann. Deutschland sor dert, daß die Definition breit genug gehalten wird, um darzuthun, daß eine Nation, die auf eine andre einen ungebührlichen Druck ausügt, auch unter den Begriff „Angreifer“ fällt. Die deutschen Delegaten ertlären, daß die russische Mobilmachung im Jahre 1914 ein Akt des Angriffs war. Als Angreifer soll gelten, der sich weigert, seine Sache einem Schieds gericht zu unterbreiten. Das ist ein Hieb besondern für Mussolini. Die größten Bemiühungen wurden gemacht, um die deutschen Deleg zzu bereden und zu überzeugen, daß Rutiglan dem Völkerbund beitre ten solle und zwar ohne Reservatio nen. Das verweigern die Deutschen. Deutschland in der Mitte Europas sei entwaffnet und wenn ihm keine 1 fralit verbürgt werde, dann wre es bei jodem Kriege Kriegsschau platz, da die anderen ihre Armeen in E Gebiet führen würden. Briand hatte mit Dr. Luther allein eine ·Un terredung darüber. Nachher hatte er nichts mehr zn sagen. Das Schöne bti der Konferenz ist, daß Deutschland von Allen als gleich berochtigt anerkannt wird. Die Wen dungen in vielen Theilen der Welt baben Englands und Frankreichs Staatomäner herabgestimmt, es ist nicht Großmuth, sondern sie gehor chen der Noth. Und Deutschland thut gut, wenn es wartet, denn die Noth wächst. Tschitscherin stand verige Weche nl VBerlin im Vordergrund, und empfing alle Zeitungsleute und beantwortete deren Fragen. Aber viel erfahren halben sie nicht. Er wurde auch ge fragt, ob Rußland eine Verständig ung mit den Grenzstaaten suche und sagte darüber: „Wir lönnen in Schiedngerichts— verträgen flüir Rußland leinen Werth ssn der fundmentale Unter schied zwïschen unsrer poelitischen Struktur und der anderr Völker uns unmöglich machen würde, einen wirk-s lich unparteiischen Schiedsrichter zus finden. Verträge die gegen Angriffe schüten, wren vielleicht möglich, aber auch in ihnen lann ich nicht viel Nuthen erblicken. Wenn jemand HKrieg fithren will, witd er sich durchl Verträge nicht davon abhalten las— j sen.“ Ueber das Verhältniß zu Dentsch land sagte er: Niemand wisse wohin die Unterhandlungen fithren würden. Großbritannten sei Rußlands denid und Frankreich sei nicht besser. Er sagte: „Die britische Hochfinanz sucht nur nach esnem Vorwande um tärische Maßregeln gegon uns zu er·! greifen, und auch in Frankreich hatl sich der Wind gedreht“ Er scheint zu wissen, daß Veide Müchte nur in Loearno verhandeln, um Deutschland gegen Rußland zu benuten. Den Ver. Staaten machte; er Complimente und sagte: „Der Einfluß des Senators vo rah, der eine energische Kampagne zu Gumsten der Anerkennung der russi schen Regierung sülhrt, ist sehr be·f deutend. Prusident Cooltdge scheint dem noch zu opponteren, cher seinel Haltung wird mehr durch RKüelsichten s auf die innere politische Lage als wirthschaftliche oder internationale Beweggründe diktiert“. Die russische Regierung hat die Prohibitiin ganz abgeschafft, durch führen konnte es sie nicht. Die VBauern brannten selber und verwü— steten dabei viel Getreide. Jetzt dür fen sie brennen und verkaufen, na türlich müssen sie dafür Abgaben zahlen, und das brennen und branen geht in Privathändde über. Am 7. Okt. wurde aus Fez berich det: Auf dem östlichen Kriegsschau platze in Marokko haben die Franzo sen und Spanier nun thatsächlich ihre VBerührung hergestellt. Die Franzo sen sind nördlich von Kisane vorge drungen und die Spanier kamen von der Küste den Mittelmeers und stie Ben bis Shah, nördlich von Kisane vor. Die Franzosen haben ihre Streitkräfte jetzt wie einen Fächer westlich, nördlich und östlich von Ki— sane ausgobreitet und stehen mit ih— ren äußersten Vorposten 16 Meilen über Ajdir, der früheren Hanptstadt Abd El Krims, sodaß sie nun alle strategischen Punkte beherrschen undl durch Gegenangriffe im Winter nicht erschüttert werden können. In fran-- zösischen militärischen Kreisen ist man üüber die Resultate natürlich sehr er freute und thut sich viel darauf zu Gute, daß sie in einem so wilden Lande erzielt worden sind. Der Pro— zentsatz der französischen Verluste soll geringer als in andern afrikanischen Hriegen gewesen sein und bedeutend hinter den britischen Verlusten im Burenkrioge zurückbleiben. Zeitungsberichterstatter, welche mit den Spaniern in Ajdir einzogen, ha-- ben Abd el Krims ehemaliges Haust quartier fast unversehrt gefunden. Es besitzt unter anderm eine Telephon— zentrale französischer Art, die sich in so gutem Zustande befindet, daß die Spanier sie auf der Stelle mit ihrer Vasis in Morro Nuevo verbinden konnten. Ein Zimmer war voll von Landkarten, Dokumenten und Aus— schnitten aus spanischen, französischen und deutschen Zeitungen. Das Ge— bäude ist moderner Konstruktion und europũisch möbliert. Im Hof ist eine Schpeinerwerkstatt, in der Möbel ge macht wurden. In dem Gebäude wohnte Pajarit», der Vertrauens mann Abd el Krims, und von dort führt ein breiter Gang nach Abd el Krims Wohnhaus. Was Signor Farinaeci, der Gene ralsekretär der Faszisten, die dritte Phase der fasgistischen Revolution nennt, hat nun in Italien begon nen und soll eine Art von Superre gierung hervorbringen, die stark ge· nug ist, um der Nation die radikalea Reformen, die Mussolini für tia hält, aufzuzwingen. Der rebr der Faszisten hat in geheimer Sit ung lonstitntionelle Veränderungen ontworfen, welche der Regierung ab— solute Kontrolle über jede Phase des industriellen, politischen und Verwal tungswesen gibt, die Regierung kräfti pen u. die Opposition schwächen soll. Der kräftigste Schlag wird gegen die Arbeiter geführt, die meist zu den Sozialisten, den gesährlichsten Gegner des Faszismus, gehören. Er besteht aus einer Bestimmung, die für In—- dustrie und Arbeit ein Zwangschied gericht schafft. Unter dem neuen Re—- gime wiürden Streike zu Verbrechen, dije mit dem Tode zu bestrafen sind, gemacht werden. Der Senat, der sich jetzt aus angesehenen Italienern, die auf Lebenszeit ernannt werden, zu sammensetzt, soll in eine Körperschaft verwandelt werden, deren Mitglieder industrielle Gruppen vertreten und von den produzierenden Klassen ge wählt werden. Im Auslande lebenden Italienern wird unter Andrehung von Konfiska— tion thres Eigenthums verboten, die RNogierung zu kritisteren. Ein anderes Gesetz soll der Regie rung die Vellmacht zur Ernennung der Bürgermeister von Städten Gouverneure von Provinzen geben. was der Reglherung die Kontrolles über politische Lokalmanöver u. eine aroße Patronage gebon wirde Mans erwartet, daß Mussolinies Kabinett; diese Vorschläge des Großraths des! Faszisten billigen wird. Daneben ist der Kampf goegen die; Freimaurer im Gange, der bereits Mut gekostet hat. Und do faselt ein Anderer, Italien wolle Nordtirol beseten und von da lden schwe!zer Canton Tessin erobern Die Italiener würden sich da schwere Hiobe holen. Ste sollen sich aul Nord Afrila beschränken, da können e eine Uebermacht entfalten und wenn sie mal Hiebe bekommen, er fährt es Niemand. Ueber die eben geschlossene 6. gung des Völkerbundes sagt der un— garische Staatsmann Bala Földes, daß die Beschlüsse voller Widersprüche mit der wahren Haltung des Völter— bundes seien. Die Siegerstaaten sei en nur darauf bedacht ihre Beute zu sichern und dabei seien sie unter sich nicht einig. Die neuen europischen Staaten aber hätten aus falschem na— tionalistischem Eifer den ganzen Ver kehr. u. Handel im Gebiet bei einsti gen Oesterreichischen Monarchie in Stücle gebrochen. Von den früleren Verkohr seirn blos 40 Prozent übrig geblieben. Er sagt: „Die weltwirthschaftliche Zusam menarbeitt der Völker, die allein nach den fürchterlichen Erschutte rungen des PKrieges Genesung bringen könnte, stößt auf eine sol che Unzahl von Hindernissen, daß es unmöglich ist, an die Aufrich— tigkeit der Erklärungen und schlüsse in Genf zu glauben. Wie der wurde dort verkündet, daß der Heilungsprozeß alle Staaten um— fassen müsse. Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fohlt der Glaube Wie spiegelt sich die Idee der Welt wirthschaft, die Idee der Solidari tät in den thatsächlichen Vorgängen in der offiziellen Politik der Groß mächte und ihrer Satellität?“ „Wir wollen nicht daran erin— nern daß die Staatsmänner der Entente ihr Onr gegen die War— nungen verschlossen, als sie ihre haarsträubenden Entschlüsse in Ver sailles faßten. Auch hente haben sie für diese Gefahr kein Auge, so-- bald es sich um Handlungen ihrer Bundesgenossen handelt, die sich von dem bis zum Wahnsinn und zum Verbrechen gesteigeten Materialis mus leiten lassen und diesem Ma— terialismus alles opfern: Gerechtig keit, Wohlstand, Kultur. Durch diese Haltung der Entente wird die europãische Wirthschaft in ihrer Le lensader beduoht. Produktion, Verkohr, alles wird entwurzelt, al les in ein Profkrustesbett gezwänge, alles aus den jahrhundertealten Zusammenhängen herausgerissen, wenn es nur der Nationilisierei der· von den Leitern der Pariser Friedenslhonferenz geschaffenen neu en Staaten zu nüten scheint. Da verlieren internationale Verbind lichkeiten ihre Kraft, da wird dem Gesetzbuch eine Nase gedreht, da lei tet am wenigsten der gesunde Menschenverstand. Vei dieser gei stigen Verfassung, bei diesen dia bolischen Absichten, die die Feder zu schwach ist, zu schildern, soll sich weltwirthschaftliches Loeben cumi keln. Da mühßte vor allem erst ganz Mitteleuropa tschechisch oder rumã nisch oder serbisch werden, was doch wohl kaum erfßolgen wird. Dann sagte er, daß nicht nur Frank reich, England und Italien imperia listische Ziele verfolgen, sondern auch die neuen Staaten sind ebenso ein gestellt. Dahß dabei ein vernünftiges Resul tat herauskommen kann, ist unmög lich. Der Imperialismus zeigt sich auch auf der Konferenz in Locarno. Da wollan die Franzosen es durchsetzen, daß sie im Sicherheitsvertrag das Recht erhalten, im Falle ihre Verbün— deten im Osten Deutschland angegrif—- fen werden, durch Deutschland it ihren Truppen zu marschieren. Die den hcen Delegaten sagen, absolut nicht, deynn wir haben keine Armeoe und keine Waffen, umuns zu schützen, wenn Deutschland zum ariegoschau plat gemacht wird. Und das würde die Folge des Durchzugsrechtes sein Frankveich will sich das Recht vor behalten, um seine verbündeten Staaten, die es im Osten Deutsch land schuf, sicher zu stellen, wie es sagt, in Wahrheit aber um die Herr—- schaft iber sie nicht zu verlieren, die soviel Ged gekostet hat. Das Ver— langen ist nackter Imperialismus. Deutschland verlangt Aenderung der Paragraphen 10 und 16 im Liga paklt, ehe es an die Aufnahme denten kann. Paragraph 10 wurde von Ka nada in der vorigen Völkerbundver sammlung kritisiert, denn nach ihm miülssen all- Ligamitglieder bei den Bestrafung eines ungehorsamen Mit gliedes mitwirken Kanada legte Verwahrung ein und der· Paragrabd wurde abgëndert, daß nur dann ein Land theilnehmen muß, wenn das Parlament desselben das beschliest. Uummer 48— Damit ist Paragraph 10 tot Paragraph 16 enthält die Unterstütz ung Truppen und Geld irgend eines re Mitglieds und den Durchmarsch durch dazwischenliegende Länder. Man sagte, Deutschland, das kannst du nach Paragraph 19 zu sändern beantragen, wenn du Mitglied ;bist. Ja, das haben voriges Jahr Chinesen erfanren, die ihre Verträge abgeändert haben wollten. Man sagte itnen sich nur nicht auf Paragraph 19 zu beziehen und dann wurde ihr Gesnch abgewiesen. Dr. Stresemann sagte, die Ent scheidung darüber, wie sich das Ver hältnißß zwischen Dertschland und e i- der Zukunft gestalten soll, hänge hauptsächtlich von Frank veich ab nnd warnte, daß dieses wischen militärischer Vorherrscheft auf dem Kontinent und der finan iellen und wirthschaftlichen Wieder herstellung wählen müsse. Frankreichs militärische Vorherr schaft wird in absehberer Zeit in die Brüche gehen, und zwar weil es kein. de mehr haben wird, die riesige Armee zu erhalten. Es ist arg zwei felhaft, ob das franz. Parlament das ngemein günstige Abkommen mit lden Ver. Staaten 1 Prozent für 5 Jahre auf seine Schulden zu zah'en, annimmt. Und wenn es das Ab kommen annimmt, dann ist es zwei felhaft, ob es zahlt. Die Oststoaten werden sich in ab sehbaren Zeit in die Haare gerathen. Serbi-n will den ganzen Balkan, Nu mönien will das anch. Tschechoslo watien und Polen sind uneinig, zwi schen ihnen stehen Zoll- und Gebiets sragen. Und wenn mal die russische. Politiker sich daran machen, diese Staaten aneinander zu hetzen, stait sie u nena dann kann es schön dorden. In Marollo sind Spanier und Franzosen nun eingeregnet. Die Franzosen hatten in den letzten Wo chen einen großen Theil ihrer Armee am Straßenbau, wenn sie ihn fertig gebracht naben, mögen sie ihre jetzigen Stelslungen halten können. Woher alber Frankreich das Geld dafür nehmen wird, das ist eine an dere Frage. Denn in Frankreich selbst ist eine große Phrtei mit dem Kriege unzufrieden, und es sieht aus als ab Caillaux mit seinem Steuer programm höse Zeiten erleben wird. Die Elsosser perlangen immer lau ter Autonomie. Sie verlanggen Volksabstinmung und vorher freiga der deutschen Sprache, damit Feder wei; was er stimmt. Daß Frankreichs Regierung besonders viel elsässische Soldaten nach Marokki ge schickt nat, wird ilbel vermerkt. Die Elsässer sollen im Elsaß dienen und nur zur Vertheidigung ihres Landes da sein. England will mit der Türkei kei nen Krieg um Mosul anfangen, son dern verlangt schiedsrichterliche Ent-- scheildung Die Türken haben des aber schon vorher abgelehnt, mit der VBegründung, daß Mossul thnen ge hört, da habe lein Mensch dreinzu veden. Die Lage in England ist fortgeset schlecht. Es must Nahrungsmittel einfithren und der Handel bringt das Geld dafür nicht mehr ein. Da tritt nun Llyd George auf, und verlangt auftheilen des großen Landbesitzes an Kleinbauern. Dann könnten die nöthigen Nahrungsmittel im Lande erzeugt werden. Er hat vrecht, aber der Beifall zu seinem Vorschlag ist nicht gekommen. Die Engländer sind der Landarbeit entwöhnt, und wollen nicht wieder Bauern werden, obwohl England frither ein blilhen des Ackerban Land war.

Der Engländer Sir Robert Donald schildert in der Sunday Erpreß auf Grund einer ausgedehnten Studien reise durch Oberschlesien die inner lichen Zustände, die durch die Zer-- stückelung dieses Goebietes geschaffea wurden, und bezeichnet Oberschlesien als wahren Herxenkessel Europas, der jederzeit überkochen fönne. Was von der Wahrheit nicht sehr weit entfernt sein dürfte —6 Der schlane Friedrich. Hausherr „Friedrich, das sst doch eimfach unverhört, jetzt kommen Sie erst zurllek, wo ich Sie bloß zum Bahnhof schickte, in zu fragen, wann lder betzte Zug geht Friedrich „Entschuldigen Sie, andiager Herr, aber mir war dav nicht sicher genug, und da habe ich rewartet, gis er abging.

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Seite 2 Aus anderen Staaten Die Voraussagungen für ein bal— diges Ende von Amerikas Oelprodut tion sind alle falsch, wie J. E. Paw von Dallas, Präsident des Ameriean Petroleum Institut den Delegaton. des Internatiinnalen Petroleum- Kongresses in Tulsa, Okla. am 6 Oktober uittheilte. „Der Ertrag an Rohöl wird grö— ßer werden und niemand ist im Stande, selbst zu vrathen, wann die Vorräthe anfangen werden, weniger zu wtrden“ Er wies nach, daß sich die Produktion von 374,367 000 Faß in 1919 auf 714,000,000 Faß in 1924 vermehrt habe, trotz der fortgesetzt ausgesprochenen Befürch tung, daß der Gipfel der Produk tion erreicht oder schon überschrit ten sei. Er wies auf den Bericht des Ko mites des Institutes über den vor— aussichtlich zukünftigen Bedarf an Oel und Oelproduktion hin, in dem gesagt wird daß der Bedarf an Ga-- solin in 1950 mindestens 227,000,— 000 Faß und im Jahre 1975 273,— 000,000 Jaß betragen werde. Wie er voraussagt, würde die Industrie vollständig im Stande sein, diesen VBedarf zu decken. Damit ist auch die oftgemeldete Erschöpfung des Naturgas Vorräthe abgethan. Skelette und Ueberbleibsel aus der Zeit von 1000 Jahren vor C hristi Geburt sind aus indianischen Rui— nen nahe Purey, N. M. durch Wes-— ley Bradfield von der amerikani schen Forschungsschule und dem New Mexico'er Staatsnntseum ausge graben worden. Zwei Musch/ larmbänder, die Schlangen darstellen, befinden sich unter den ausgegrabenen Artikeln Viele Gebeine und Schädel, sowie Hunderte von irdenen Töpfen sind blosgelegt worden. Das Treiben der Thier- und Vogelwelt wird an den Urnen und Töpfen dargestellt. Ob die Zeit Angaben recht sind, mag dahingestellt bleiben, bis bessere Unterlagen für sie da sind, wie heute. Der Schoner „Bowdoin“ ist am 6 Okt mit Kapitänleutnant Donald B MeMillan an Bord von der arktischen Erxpedition nach Sydney U. S. zu rückgekehrt MeMillan erklärte daß Flugzeuge für Forschungs· zwecke im fernen Norden nach sei ner Ansicht unbrauchbar sind. Die „Bowdoin“ und die „Pea— ry“, die am 6. den Hafen von Hali fax erreichten sind am 10. Okt in Wiseasset, Maine, veingetroffen.

Schneefall über ganz Montana östlich der kontinentalen Wasserschei de wurde am 6. Okt. berichtet, die Butte, Helena, Great Falls und dem Yellowstone Park im Schneegebiet. Casper, Wyo., berichtet drei Zoll Schnoe. In Helena wurde auch ein Erdstoß, der 20. seit 31. Mai d. I. verspürt, der aber keinen Schaden anrichtete. Ueber Nacht wurde der „JFron Range“ mit einer leichten Schnee deche überzogen, die bald nach Son— nonausgang schmolz. Der erste Schnee in dieser Fahres zeit fiel am 6. Olt morgens in Siaur City, da, blieb ager nicht lange liegen.

In der Troianischen Pulverfabrik bei Oatkland, Cal., fand am 6. Oklt eine Explosion statt, bei der, soviel bekannt ist, ein Arbeiter getötet und mehrere Angestellte verletyt wurden. ———e Die Verufsslieger Watson aete und Harold Chuck fanden am 6. Okt beim Absturz mit ihrem Flugzenge in der Nähe von Lang Beach, e irren Tod. In Memphis wollten zwei Depu ty Sheriffs am 7. Okt. eine Negerin Tarah Lewis verhaften. Sarah schlug den einen Sleriffs Gehülfen nieder, sein Schädel ist gebyochen. Flhr Mann schoß den Anderen. Dabei verwunde be er seine Frau schwer und zwei an dere Negerinnen leicht Dann floh er. Ponca City, Olla., hat seine eig nen Eleetrizitts- und Wasserwerke Die Leute ·ahlen für Wasser und Elektrizitt weniger wie in anderen Städten. Aber der Ueberschuß, den die Werke liefern, zahlt für alle städ lischen Auslagen, so daß die Bürger von Ponca keine Stenern zu zahlen haben. In Florida ist wieder einer Land eompany der Gegrauch der Post ver— boten worden. Stie hat Land 46 den Acker werth in vier Lotten ge theilt und jedes zu FIOO verklauft und soll in 6 Monaten 81,200,000 verdient haben u. dazu ist das Land nicht hoch und trocken sondern niedrig und theilweise naß. Wahrscheinlich werden nun wieder ein paar der Kerle ns Zuchthaus gehen, aber die Millio nen brauchen sie nicht zurückzugeben. In St. Louis gab es am 8. Oflt vine Explosion im 10stöckigen La Clede Gas Light Bau. Ein Amonia Bohälter im Keller war erplodirt. Flammen schossen durch den Fracht Elevator und es brannte im 10. Stoclwerk. Aus den Trümmern wurden 4 Leichen gezogen. Der Lau ist nicht beschädigt. Nur im ersten und 10. Stock ist Schaden angerichtet der $200,000 betragen soll. Hier ist eine Anzeige aus der St. Paul Daily News, die Herrn Vol— stead interessieren sollte: „Father, come home. Mother is drunk and there is nobody to milk the cow.“ Das erste von Ford fabrizierte Flugzeug, das für einen Privatkun—- den bestimmt war, ist nach einer Fahrt von viereinhaly Stunden von Cle—- veland auf dem Curtisfelde angokom men und an die Firma Wanamakler in New Hork am 9. Ofkt. abgeliefert worden. Es enthielt eine Ladung plhtographischer Gegenstände und Kleider, sowie einen Brief, in dem Henry Ford Herrn Rodman Wana-- maker dara erinnert, daß die Firma Wanamaker vor Jahren auch das er ste Ford Auto im New Yorker Di— strikt kauste, wie jetzt das erste Flug zeug. Dieses Flugzeug wird nach Wanamabers Laden gebracht und dort ausgestellt werden. In Los Angeles, Cal. hat am 3 Oltober eine aus fünf ndeten Banditen bestehende Bande ein Auto— truck der Post überfallen, den Truck salhrer, einen Postelerk und einen Wächter gezwungen, sich in dem Truck auf den Boden zu legen, u. ihn sei-— ner Postsäcke, die eingeschriebene Sen dungen enthielt, beraubt, nachdem sie den Truck in eine dunkle Seitengasse gebracht hatte. Die Banditen waren mit abgesägten Schrotflinten bewaff net und arbeiteten mit militärischer Disziplin. Wie hoch sich der Werth e Beute der Bande stellt, hat sich noch nicht feststellen lassen. Der am 1. Okt. auf dem Fluge von New York nach Chicago verlore— ne Flieger Charles Ames, wurde am 11. Okt. am Nettarey Mountain, 6 Meilen nordost von Bellafonte ge funden. Er war auf seiner Route geblieben, aber wohl wegen dicken Nohels zu tief unten geflogen und wart in eine Baumgruppe von vier Bäumen gefahren, der 5. hielt die Maschine. Die vier Bäume brachen clh und deckten sie zu. Deshalb hatte kein Flieger sie finden können. Ames saß darin, er war tot. In Richmond County Courthaus, Rockingham, N. C., wurde der von W. VB. Cole am Verehrer seiner Techter, W Ormond, verilbte Mord vor Goericht verhandelt. Cole war veich und hatte eine Anzahl Advoka-- ton, welche die Geschichte so zu drehen verstanden, daß Cole freigesprochen wurde. Und diese Advokaten, die sich schsmen solltten, werden hoch be— zahlt und belobt. Was soll man da noch von Zivilisation sagen. Auf der Michigan State Fair in Detroit fuhr bei einem Autorennen am Sonntag Al. Waters von Chiea go durch einen Zaun, brach 183 Per—- sonen die Beine und verletzte 7 an—- dere. Er war auf der 146 Runde um 150 Meilen zu machen, als seine Hinterare brach und das Auto drehte Waters ist tot. Welche vernünftigen Resultate hat solch ein Rennen? Bei Melburne, Fla. sind am 11. Ofkt. 11 Personen ertrunken, als ein Vergniügungsboot bei rauher See außerhalb Sebastian Inlet umschlug. Von den inneren Schwierigkeiten Frantreichs entwirft die Pariser Li— berte ein paclendes Bild. „So weit sind wir nach neunmonatiger Herrschaft des Kartells in Frankreich gekommen“, schreibt sie: „Krieg in Marofko, Krieg in Syrien, Defaitis— mus im Inneren, Bankrot vor der Thür, die Anarchisten triumphieren, die Rewolutionre benehmen sich un· verschämt, die öffentliche Gewalt ka pitullert und die Elite zieht sih re· siantert zurück Frankreich ist reif flir die Rewalution oder flür den Stantsstreich.“ 0— Ein Rechenfehler. „Warum sind Sie den in der letz—- ten Zeitso schlecht aufgelegt?“ „Es ist anch zu ärgerlich- Ich hatte eine Köchin, die so gut sochen konnte, und jetzt. „Nun, sie ist Ihnen weggegan gen?“ „Nein. Ich habe sie geheirathet und sier kocht das neue Dienstmädchen.“ t· Na also. Vater: „Das ist denn doch zu arg, serst haben Sie mir versprochen, mei snen Sohn wie Ihr eigenes Kind zu halten, und nun muß ich sehen, daß Sie ihn durchprügeln·“ Lehrer: „Ja glauben Sie denn ich priügle meine eigenen HKinder t Abonnirt aus dal „Arkansas Echo.“ Arkansas Echo Donnerstag den 15. Okltober 1926. Die Dratwurst. Eine Anekldote von Hans Mül ler-Schlösser.

Zur Zeit der Regierung des Kur-- fürsten Johann Wilhelm saßen ein-- mal drei müde Handwerksburschen unter den alten Nußbäumen der Herberge „Zum Spielberg“ an der Landstraße nach der Haupt- und Re-- sidenzstadt Düsseldorkf. Es war ein schwüler Sommertag, und den Dreien, die einen achtstündigen Weg hinter sich hatten, stand der Schweiß auf der Stirn. Mit einem elnzigen Zuge tranken sie die zinnernen Be cher mit dem dünnen Bier aus, lehn ten sich dann gegen den Stamm des Nußbaumes und streekten die Beine von sich. Der Erste, Fan Bonkelaar mit Namen und seines Zeichens ein Schmied, reckte sich nach e·ner Weile hoch, rieb sich die Hände und rief: „Ha, Jungens, noch anderthalb Stunden Weqg, und wir sind wieder zu Haus, ich wenigstens. Euch Zweien rate ich übrigens, in Düssel dorf zu bleiben. Da ist viel für euch zu holen, mehr als anderswo. Der JFean Wellem braucht viele Hände, um sich ein schönes Fürstenleben zu machen, womit ich übrigens nichts gegen Seine Kurfürstliche Durch laucht gesagt haben möchte! Bei—- leibe nicht! Gott lasse ihn noch lange leben und regieren!“ „Hm, was meinst du?“ wandte sich der Zweite, aus dessen Reisesack ein Barbierbecken hervorblinkte, an den Dritten, „was meinst du, Zeck, sollen wir in Düsseldorf auf Kund— schaft geben?“ Der ODritte, ein kleiner Schneider geselle, schlug mißmutig nach den Fliegen und erwiderte: „Es ist ja Pott wie Deckel, wohin man seinen Leichnam trägt. Ich hab' das Tippeln satt. Meinetwegen bleiben wir in Düsseldorf“. Der Barbier schlug auf den Tisch. „Das ist recht!“ rief er, „so bleibt unsere Kompanie zusammen. Darauf genehmigen wir uns noch ein“. „Ich nicht!“ wehrte der Schneider ab. Die beiden anderen lachten. „Sein Eingeweide wird über— schwemmt!“ sagte Bonkelacr. „Du bist mir ein Kerl, Zeck! Du kennst, mir leid tun, du Mutzkopp. Guck dir das Gesicht an, Bartkratzer! Als ob er Essig gesoffen hätte. Ja, die Sonnenscheibe kriegt Flecken, wenn sie das Gesicht sieht“. „Mir ist hundeeleud,“ antwortete Zeck. „Ich wollt', ich hätt' den Dek kel auf der Nase“. „Laß' dich begraben,“ sagte Bon— felaar. „Ich will indessen sorgen, daß ich was in die Rippen kriege“ rief nach dem Wirt. Damit schlug er auf den Tisch und „Was habt Ihr zu essen?“ „810ß Schweinewurst, aber die ist gut!“ „Bratet mit einen Arm lang da von“. „Mir einen halben Arm,“ sagte der Barbier. „Und dem Schneider da“, vollen dete Boklelaar, „ein Stückchen wic mein kleiner Finger, nicht mehr sonst erstickt er dran“. Unter dem Gelächter der beiden ging der Wirt, um das Essen zu be reiten. „Hör', Zeck“, wandte sich Bonke laar wieder an den Schneider, „mi dem sauren Gesicht, das du machst kriegst du in Düsseldorf keine Arbeit Da wollen die Leute, daß man sie anlacht, wie es der Kurfürst tut, wenn er über die Straße geht.“ „Wer mit meinem Gesicht nicht zufrieden ist, soll mich ziehen lassen,“ entgegnete der Schneider. „Wenn du aber keine Lust am Le ben hast“, meinte der Barbier, „dann versteh' ich nicht, warum du so bange um dein Häufchen Leben bist Ge— stern abend, wie wir durch den Duis. burger Wald gingen, hast du gezit— tert und gebewert wie eine magere Hiphe im Winter. Pang! schlug der Schmied mit sei ner behaarten Fanst auf den Tisch daß die Becher hüpften und der arme Schneider zusammenschredkte. Der Schmied lachte aus vollem Halse und riittelte den Schneider, als ob er ihn auseinanderreißen wollte. Der Wirt brachte die gebratenen Wurst. „Sol“ rief Bonkelaar, „die Weg aehrung laß' ich mir gefallen! Ha!“ Er strich den Schnauzbart auf die Seite und schmahte. „Noch anderthalb Stunden,“ sagte er unter dem Kanen, „dann hängt mir ein Drütje am Hals, ha, ha!“ Und er schaute die beiden anderen mit lenchtenden Blicken an. „Oder dn siehst sie mit einem an deren flanieren,“ sagte grämlich und spöttisch der Schneider. „Halt' dein Maull“ rief Bonke— laar, „dein Gequäle laß' ich mir meinetivegen gefallen, aber sag' mir nichts über mein Drütjel“ Nag ein passabel Weibsstück sein,“ antwortete der Schneidor. „aber wenn sie dir die zwei gFahr treu geblleben ist, will ich mir an der Bratwurst den Tod holen.“ „Verdammt, das sollst du auch, du Hippengott!“ schrie der Schmied, er griff seine knusprig gebratene Wurst wie einen Dolch und stieß damit den Schneider gegen die Brust. Der fuhr in die Höhe und fiel nleder mit einem Gesicht, so weiß wie der Teller. der vor ihm stand, auf die Bank, sank auf die Seite und glitt wie ein Sack auf die Erde. Der Schmied schaute mit weitauf gerissenen Augen zu und starrte dann den VBarbier an, der erschrocken aufgesprungen war. „Was ist das?“ stotterte der Schmied, bückte sich und hob den Schneider auf und rüttelte ihn. „He, Schneider mäck, mäck! Holla! Verdammt! Zeck! Jösfesmaria! Du, ich glaube wahrhaftig Er konnte den Satz nicht vollen den, so waren ihm Angst und Schrek—- ken in die Kehle gefahren. „Der Schneider ist dot,“ sagte leise der Barbier. „Mensch, das ist ein Malöhr!“ Schon kam der Wirt gelaufen, der von weitem die Szene beobachtet hat— te, und nicht lange danach, da führte man den armen Bonkelaar mit ge— fesselten Händen nach Düsseldorf ins Gefängnis. Der Barbier mußte als Zeuge mit. Dem Bonkelaar wurde wegen Tot schlags der Prozeß gemacht. Er wurde zum Tode durch den Strang verurteilt. Denn, so judizierten die weisen Richter, es wäre ohne Belang, ob er zum Töten einen Dolch oder eine Bratwurst benutzt habe, constat, es steht fest, daß der Schneider de facto zu Tode gekommen sei und zwar durch den Schmnied Bonkelaar, wer töte, solle selbst getötet werden. Während der arme Bonkelaar in seiner düsteren Zelle sich auf sein letz tes Stündlein vorbereitete, lief aber Drütje, sein treues Mädchen, zum Kurfürsten Jan Wellem, warf sich ihm zu Füßen und bat um Gnade. Jan Wellem ließ sich den Fall vor-— tragen. Dann lächelte er und tat folgenden Urteilsspruch: Es müsse das Urteil des hohen Gerichts allerdings vollstreckt wer— den, aber mit einer Modifizierung, die sich auf das Werkzeug erstrecke, mit der die Todesstrafe vollzogen werden sollte. Da, wie durch die Zeugen einwandfrei nachgewiesen 4worden sei, der Verurteilte den Schneider mit einer Bratwurst er— stochen habe, so solle er auch selbst mit einer Bratwurst vom Leben zum Tode gebracht werden. Der Henker solle ihn öffentlich auf dem Richt platze mit einer Bratwurst enthaup— ten. Wenn der Verurteilte indes, was ja allerdings möglich und wahr scheinlich wäre, durch die Bratwurst nicht zu Tode gebracht werden könne, so wäre das Sache des Verurteilten, nicht Sache des Gerichts. Gegen diesen allerhöchsten Spruch gab es keine Einrede. VBonkelaar wurde also auf den Richtplatz ge führt, wo sich ganz Düsseldorf um den Richtblock drängte, denn ein solch ergötzlich Speltakulum war noch nie gesehen worden. Bonkelaar mußte mit entblößtem Nacken vor dem Block niederknien, der Henkler, der sich das Lachen verbiß, zog eine lan ge Bratwurst unter einem roten Tuch hervor und hieb damit auf den Nak len Bonkelaars. Die Wurst riß in viele Stücke, die von den lachenden ind johlenden Zuschauern ausgefan— gen und sogleich gegessen wurden. Vonkelaar aber sprang auf die Füße und schrie mit der ganzen Kraft sei— ner Stimme: „Es lebe der gerechteste und wei seste Richter, unser gnädiger Kur fürst dan Wellem!“

Schüüttelreime. Er kloste ihre Wange leise Und sang dabei ne lange Weise. Im Vilde lanaen auf dem Rasen Nym en Wie viele aiutte die da die Nasen rümpfen! Der Gauner ward verfolgt per Luft schiff; Denkt euch, int Lergwert dieser Schufi es! Sie wollte einst im Schuth der Weiden baden Da gzwickten Krebse sie in ihre beiden Waden. Er zog 'ne Mai einst aus dem hellen Wasser. Seitdem sie sein ist, sagt er: Wellen hass' er. Die Maid, die auf dem Rasen nähte, Litt heftig an der Nasenröote.

wWie's so kommt. Vier Männlein saßen auf der Gant Teils did, eu dünn, teils turz, teils h ang. Sie sprachen von Liebe. Da lamen just vier Mägdelein T.B stark, ni- gtant. teils grohß, tells ein. Die aten von der Liebe. Und bald spazierten dick und schlank, Und und dünn, und llein und lang— Und kurz und groß zum Wald hinein. Und ll wandern sie zu zwei'n. 4 Plagerei 2 Vorbeuger —Auf Ihrer Vacanz, wenn Sie reisen, Auto fahren, Bootfahren oder Campen werden unsere Travelers Checks, Unfall Versicher ng, Gepck Versicherung und Safe Deposit Boxen Ihnen viel Plage und Unruhe sparen Ihre Vaeanz zu einer wirklichen Ruhepause machen. E Dampfsschiff Tickets verkauft nach jedem Hafen in der Welt der Dampfschiff Verbindung hat Union Trust Co. 201 West Zwei je 2011 st Zweite Straße COMPANY Insurance Vhones Cag 4-1247 Nacht 8-1788 urrui RocK Kommen Sie einen unserer Vacation Folders frei holen. Bemberg Sons Schmiede Arbeit Deder Art, besonders ornamentale. Fabritanten von Dampfkesselin, Eijsen- und Stahlbleeh ARrbel Größtes Waarenlager in Stahlblechen und T Eisen. Alle Reparaturen unserer Branche bestens ausgeführt. 10.& Fairview St., Little Rock, Axk. Vhone 2227. Argenta Bottling Works f Alle Sorten mit den neusten und besten Maschinen hergestellten Soft Drinks Irgend eine Sorte Kistenweise bestellt, wird abgeliefert od. gesandt Fran P. Beschorner, Will Beschorner, Eigenthümer. 212-218 Magnolia St. Phoue 34 õ North Little Nock, Drk. Cotton Exchange Pharmacy „Der Store für gute Bedienung“ Phone Main 1997. Sofartiger Abliefernngs Dienst Zweiter und Scott Strase Little Rock, Arl. Die deutsch polnischen wirthschaftli lichen Beziehungen. Wie in deutschen Blättern bezüg lich der gegenwärtigen Lage der deutsch-polnischen Wirthschaftsbezieh ungen berichtet wird,ist die Wirkung des Wirthschaftskrieges auf die deut-- sche Industrie u. den deutschen Han del nur sehr gering zu veranschlagen. Die Lage der Kohlenindustrie Deutsch- Oberschlesiens hat sogar durch den Abbruch der deutsch-polnischen Han delsbeziehungen eine vorübergehende Erleichterung erfahren. Gleichwohl sind Regierung und Wirthschaft von der Nothwendigkeit des Abschlusses ei nes Handelsvertragen mit Polen nes Handelsvertrages mit Polen bleibt auch weiterhin ein Hauptab— satgebiet fiür Deutschland. Dagegen hat der Abbruch der Handelsgezieh ungen auf polnischer Seite über Er warten nachtheilig gewirkt. Das Sin ben des Zlety ist im wesentlichen hier auf zurückzufithren. Polens VBe— mihungen, sich im Handelsverkehr mit anderen Staaten einen Ersatz zu verschaffen, sind erfolglos geblieben. Es ist daher auch mit einem weiteren Fallen des Zlotykursen zu rechnen. Die dentschen Forderungen gegen über Polen bei den bevorstehenden Handh lsbertragsverhandlungen lan— den auf Bewilligung der Meistbegün stigung u. Bewilligung des Nieder-- lassungsrerhtes flir deutsche Firmen. Deutscherseits besteht wenig Grund zum Abschluß eines Provisoriums, wie es Polen wünscht. Deutschland will vielmehr eine definitive Rege lung. Wenn die von Polen vorge schlagenbn unverbindlzchen Vorbe— sprechungen der beiden deutschen und polnischen Deligierten zu irgend ei nem Ergeqgniß filhren sollen, so muß vor allem die politische Atmosphäre gekllärt werden. Das gegenseitige Zugestehen von Kontingenten lehnt Deutschland ab.

Die nenen Postgebühren. Auf der Tagung des Weltpostver eins, welche dieses Jahr in Shockholm abgehalten wurde wurden einige wichtige Aenderungen beschlossen, wel che den Postverkehr mit dem Ausland betreffen. Die neuen Bestimmungen traten am 1. Oktober in Kraft. Postkarten, darunter auch Ansichts larten, Glückwünschkarten, usw. die man bisher nach Ländern außerhalb Amerilas für 2 Cents schicken konnte Pearson Lebih

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kosten in Zukunft 3 Cents. Maen vergesse nicht; die weitere Centmarte aufzukleben, weil sonst der Empfän— ger die doppelte Gebüthr bezahlen muß. Die alte Gebühr für VBriefe, die nach dem Ausland gehen, ist nicht verändert worden. Postkarten, die nach Kanada, Me riko, West-Indien und Südamerika geschickt werden, kosten nicht mehr wie bisher einen Cent, sondern 2 Cents Das VBriefporto nach diesen Ländern bleibt unveräderlich, nämlich 2 Cts Bisher war es nicht gestattet, zoll pflichtige Artikel in den nach dem Ausland bestimmten Briefen zu schil ken. Dies ist nach den neuen Ver einbarungen gestattet, vorausgesett, daß der Absender auf den Brief ei nen griünen Zettel klebt, den er auf dem Postamt bekommen kann und der das ausländische Zollamt darauf aufmerksam macht, daß ans den In— halt des Briofes Zoll zu erheben ist. Derartige Briefe miissen auch eine Waarenechnung oder eine Zollerklä rumng enthalten. Der Preis der internationalen Rickportoscheine, die man den Briefen die nach dem Ausland geschickt wer den, beilegen sann und die der Em pfänger auf seinem Postamt gegen das RNückporto eimbechseln lann, ist von 6 auf 9 Cents erhöht worden. Alle für das Ausland bestimmten Postsachen mit Ausnahme der PBriefe und Postkarten werden an den A bsen der zurückg-schickt, wenn er nicht das Porto im horaus voll bezahlt hat. Das Phrto fiür Postpalete, d 5 nach dem Ausland verschickt werden, st bon 12 Cents auf 14 das Pfund erhvöht worden.

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Vogelwarte Rosstten. Ein naturwissenschaftliches Institut, geuründet im Jahre 1901. An der jetzt nordöstlichsten Spitze des Deutschen Reiches befindet sich eing der seltsamsten deutschen Land schaften, die Kurische Nehrung. Von dem bekannten Ostseebad Cranz bis Memel zieht sich dieser Landstreifen; eine Halbinsel, die an beiden Enden mit dem Lande verbunden ist. Ein eigenartiges Bild bietet sich dem Wanderer, der auf den Sanddünen, die dieser Landzunge das charakteri stische Gepräge geben, steht. Fast glaubt man eine Mondlandschaft zu sehen, Berge, Sandkegel, alles aus trockenem weißen Dünensand. Stun-- denlang wandert man durch diese schweigende tote Landschaft. Mitten auf der Nehrung, wie eine Oase, vom Festland getrennt durch das Kurische Haff und wan— dernde Sanddühnen, liegt Rossitten. Abgeschlossen vom Festland, auf sich selbst gestellt und angewiesen. Fi scher haben sich hier angesiedelt, de nen an anderen Stellen der Neh— rung ihr Haus genommen wurde von den Mächtigen dieses Landes, gegen die der Mensch noch machtlos ist den Wanderdünen. Hier in dieser weltabgeschiedenen Gegend befindet sich eins der interessantesten naturwissenschaftlichen Institute, die Vogelwarte Rossitten. Die Warte, eine Einrichtung, der „Kaiser-Wil helm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften“, wurde hier im Jahre 1901 gegründet. Die Lei— tung der Vogelwarte hat die Auf—- gabt, das Vogelleben wissenschaftlich zu beobachten und zu erforschen. Man hat die Warte gerade auf der Kurischen Nehrung gegründet, weil letztere die besuchteste Vogelzugstra-- ße Deutschlands ist. Rossitten selbst ist der gegebene Ort für die Warte, denn in dieser Oase sammeln sich die Vögel, für sie ist hier hinmitten der Sandberge das Paradies. Den Hauptanziehungspunkt bildet das Möwenbruch, eine Lachmöwenkolo—- nie von 2000 Paaren. Jedes Paar hat im Durchschnitt drei Junge. So schwärmen dann nach der Brut—- zeit etwa 6000 Möwen über dem Bruch, dazu noch Seeschwalben, En ten, Taucher und Wasserhühner. Die Strandvögel sammeln sich an einer anderen Stelle, auf der sogenannten Vogelwiese. Zu bestimmten Zeiten werden jungen Vögeln Fußringe angelegt, in die das Zeichen der Vogelwarte und eine Nummer eingeprägt sind. Ueber das Anlegen der Ringe wird Buch geführt. Laut internationaler Vereinbarung sollen die Ringe von dort, wo die Vögel später verendet gefunden oder gefangen werden, der Warte mit näheren Angaben wieder zugesandt werden. Der Leiter der Warte, Herr Professor Dr. J. Thienemann, hat solche Zusendun—- gen aus vielen, vielen Ländern, ja, bis aus dem tiefsten Afrika erhal ten. Auf großen Landkarten hat der Leiter des Instituts die Flug richtungen und Zonen der einzelnen Vogelarten eingezeichnet. Mö— weneier sind Nahrungsmittel der Fischer. Möwen werden in Fässern für den einsamen langen Winter eingepökelt. Der hier selten anlegende Rad dampfer bringt mich nach Cranz zurück, fährt mich fort von einem sonderbaren Länderzipfel der deut schen Heimat. r—— Das Dienstmädchen mit dem uner— mehßlich wertvollen Schmud. Daß Frauen eines Schmuckes wegen Verbrechen begehen, ist schon vorgekommen, daß andere, um sich nicht davon trennen zu müssen, Entbehrungen aller Art auf sich ge nommen haben, ist bekannt. Füngst verungliückte oin holländisches Dienstmädchen in der Schelde toöd lich, man untersuchte ihre Sachen und fand einen Juwelenschatz von großem Wert. Natürlich erregte es Erstaunen und Aufsehen, daß eine einfache Dienstmagd im Besitz solcher Reichtümer sei, schon wollte man an gestohlenes Gut glauben, da entdeckte man in ihren Papieren, daß es sich gar nicht um ein einfaches Landmd chen, sondern um die Baronin Salis handelte, eine Dame aus dem öster-- reichischen Hochadel, die durch die Inflation ihr ganzes Vermögen ver— loren hatte und nur ihren allerdings unermeßlich wertvollen Schmuck be saß. Obwohl die Hälfte des Schmucks selbst für verwöhnte Zwecke genügt und der Verkauf der anderen Hälfte ihr ein sorgenfreies Leben gesichert hätte, konnte sie es nicht übers Herz bringen, sich auch nur von einem ein— zigen Stück zu trennen. So packte sie den ganzen Schmuck in ihren Koffer fuhr nach Holland und verdingte sich dort unter falschem Namen als Dienstmädchen. Als solches konnte sie natürlich niemals den wundervol len Schmuck tragen, der lag im Kof-- fer, aber sie besaß ihn, und das war ihr selbst ein Leben als Dienst magd wert! Jeder lebt nach seinem Geschmack.

Zeitbild „Nur keiren Ach tungserfola!... Leber lasse ich mich berlihmt ailche. Mein Freund der arine. Erzählung ans dem amerikanischen Leben. Von Felix Schmidt. Wir hatten uns in einem Zigarren geschäft kennen gelernt, mein Freund Kelly und ich. Er erzählte dem Ver— käufer gerade von dem berlihmten Argonnen „Drive“ aus dem Welt kriege, als ich das Geschäft betrat. Während ich mir eine der gekauften Zigarren abknipste und anzündete, lauschte ich als ehemaliger Kriegs— theilnehmer unwillkürlich auf das Ge— sprochene. Als der Erzähler eine n: eintreter ließ, korrigierte ich freundlich, daß ich kaum glaubte, daß in den Argonnen auf deutscher Seite eine Marine Brigade gestanden haben könnte, da die Marine deutscherseits ee in Flandern verwendet worden ei. Der Sprecher war anscheinend et was peinlich berührt Er musterte mich eine Weile und frug: „Woher wollen Sie denn das wis— sen? Gehöreten Sie vielleicht zur „Regenbogen-Division?“ „Nein“, erwiderte ich, „ich stand während des Weltkrieges auf der an deren Seite; ich war deutscher Sol-- hat.“ „Konmnm, Kamerad, gib mir die Hand,“ streckte mir da der Erzähler en Rechte entgegen. „Wenn Du auch auf der anderen Seite warst, deswegen hast du doch genau so im Dreck gelegen wir wir. Gash, viel leicht hast da gar auf mich geschossen und ich auf dich. Na, wir haben dann oben beide nicht getroffen, sonst wür— den wir uns heute hier nicht die Hän—- deschütteln.“ Auf diese Weise war ich mit mei— nem Freunde Kelly bekannt gewor— den. Er hatte bei den Marines ge—- dient und zu der bekannten „Devils— Brigade“ gehört, einem tapferen Truppen·Verband, der während der Kämpfe stark dezimiert worden war. Helly war mehreremale verwundet worden. Unter anderem hatte er auch einen Lungen-Steckschuß davongetra gen, an dessen Folgen er noch stark laborierte und wofür er auch eine Miliãrrente bezog. Kelly hieß wie jeder anständige Ir-- länder selstredend Mike mit Vor— namen. Schon beim zweiten Zusam— mentreffen nannten wir uns beim Vornamen Mike lud mich ein, ihn ab und zu zu besuchen, aber es dau-- erte ziemlich lange, ehe ich einmal Zeit fand, der Einladung Folge zu leisten. Einst sprach ich ich aber doch bei hm vor. Seine Frau Mary war gerade zum Ausgehen bereit. Ich wurde ihr vorgestellt. Sie schien nicht be-- sonders entzückt von mir zu sein, was öfters vorkommt und was ich auch niemandem itbelnehmen kann, da ich mich selbst zu genau kenne und weiß, daß ich sowieso nicht all— zuwiel werth bin. Milke setzte sich nach dem Fortgang der Frau mit mir auf die Porch. An fangs wollte die Unterhaltung nicht rocht in Huß kommen, bis wir auf Kriegserinnerungen zu sprechen ka men. Da wurde Mike warm. Nach dem er wiederholt versichert hatte, daß die Deutschen ver. gute Soldaten waren, erzählte er wieder vom Angonnen·„Drive“. Immer stärlker redete er sich in die Begei sterung hinein. Dabei bekam er Durst. Er holte eine dickbäuchige Flasche heraus, die selgstredend noch „aus der Zeit vor Ginführung der Prohibition“ stammte, und schenkte zwei Gläser ein. Es war wirklich guter Stoff. „Mary hat das nicht gern, wenn ich trinke,s bemerkte dabei Mife. „lAch habe nämlich die dumme An— gewohnheit, daß ich immer auf ein mal zuviel zu mir nehme.“ „Na, ist denn cuf solche Weise Ihr Stoff, der doch „aus der Zeit vor Einfiülhrung der „Prohibition“ stanunt, noch nicht alle geworden?“ frug ich so recht dumm. „Daskann nie passieren,“ lachte er, „denn wie du weißt, ist kurz vor „Ginfilhrung der Prohtbttion“ noch soviel Stoff auf einmal herge stellt worden, daß das ganze Land volle zehn Fahre davon zehren kann.“ Wir lachten beide und Mite schenkte aufs Neune ein. Dazwischen erxhlte er wieder vom Argonnen „Drive“. Nach dem fünften Gläs— chen hörten sich die Kampferlebnisse chon viel schauerlicher an. Mike wuhßte setzt auch wieder, welche dent schen Truppen tihnen gegenüberge standen hatten. Es war natürlich die preußische Garde gewesen. Alle amerilanishen Truppen halten in nur der preußkschen Garde gegen— ilbergestanden. Mir ist aber noch schleberhaft geblieben, wo in den FJahren 1917 und 1918 eigentlich noch soviel preußksche Garde herge kommen war. Na, das versteheich vielleicht nur nicht. ʒ Nach dem 6. Gläschen erklärte Mife: „Felixz, alter Kriegslkamerad, Arkansas Echo Donnerstag den 15. Oltober 1926 wenn du auch auf der anderen Seite ʒstandst, deswegen bist du mir als Kriegskamerad doch so thener wie ein „Buddy“. Nach dem 8. Gläs-- schen war ich bereits der „dear Buddy“. Weiter kamen wir diesmal nicht, denn ich spürte, daß ich gehen muß—- te, da ich mich sonst bestimmt des Heimweges nicht mehr erinnert hät te. Man hat doch wirklich noch guten Stoff auf Vorrath vor „der Einführung der „Prohibition“ in Amerika hergestellt. Ich besuchte Mike dann noch mehrmals Zweimal war Mary anwesend. Da durften wir uns nicht vom Krieg unterhalten, weil sie das nicht gern härte. Dafür unterhielten wir uns dann über die Vortrefflichkeit der amerikanischen Frauen, u auf ein Augenzwinkern Mikes hin, namentlich über die Vor—- züge der Amerikanerinnen, die in ivgendeiner Generation aus Irland stammen. Trotzdem aber behaup tet wird, daß das Thema über die Frauen unerschöpflich sei, wurde es Mike und mir aber doch bald recht fade, da wir wegen Marys Anwe— senheit ja nicht die Vorräthe aus der Zeit vor,„Einfiülhrung der Prohibi tion“ anrühren durften. Eines Tages im Mai traf ich Mike zufällig auf der Straße und er bat mich, ich möchte ihn doch am Abend besuchen kommen. Mary gehe zur Sitzung einer Frauenloge und er sei ganz allein. Er habe gestern wieder neuen Stoff aus der „Zeit vor Einführung der Prohibi— tion“ erhalten. Er bat so flehent lich, daß ich wirklich nicht zu wider— stehen vermochte. Diesmal stand der Stoff schon auf dem Tisch „als ich bei Mike ein trafund die Anrede mit „Buddy“ bewies mir, daß er minstestens schon sechs Gläschen getrunken hatte. Kriegstrinnerungen auss. Mary plome, Medaillen und Photogra serne Frau, war nicht anwesend. Da zwi Cen nahmen wi immer Kit proben des Stoffes Kein Wunder, daß es diesmal sehr schnell ging, his ich mi· „dear Buddy“ angere det wurde Mike war heute in bester Erzäh—- ler-Stimmung. Er hatte alle Di von ehemaligen amerikcnischen Sol— yhien hervorgehalt, die er erhalten shattes und die er mir jetzt zeigte. dedt geschmackvoll ausgeführt war die von der französischen Regierung den amerikanischen Soldaten ausge stellte Dankesnrkunde. Sie wird con ehemaligen amerikanischen Sol— daten forgfältig aufbewahrt. In der Zwischenzeit hatte ich so ungefähr 6 bis 7 Gläschen probiert und Mike war wohl bei der doppel— ten Zahl angelangt. Ab und zn kam es mir vor, als ob er mit der Zunge anstieße. Das konnte aber auch an der irischen Akzent liegen. Diesmal hörten sich seine VBoerichte über den Argonnen— „Drive“ ganz fürchterlich an. Und da stürmten wir gegen einen Abschnitt vor, my dearest Buddy“, so filhrte er unter anderem aus, „wo die preußische Garde“ ich nickte —da selbstwerständlich mit dem Kopfe „sich ganz entsetlich verbarrikadiert hatte. Ueberall wa ren Maschinengewehr Nester. Und die preußische Garde wich und wank te nicht. Unser Leutnant war ge—- fallen, unser Sergeant lag schwer verwundet, kurz wir waren schließ— lich nur noch fünf Mann unverwun—- det übrig goblieben. Und vor uns knatterte immer noch das deutsche Maschinengewehr. Da sprang ich plötzlich auf, ergriff eine Säge und sgte einfach den Baum um, auf dem sich das Maschinengewehrnest befand. Es dauerte auch nicht lange, der Baum fiel, aber leider gerade auf uns drauf! Na, Prosit!“ „Und da habt Ihr das Maschi nengewohr erobert,“ vollendete ich „Leider konnten wir das nicht, denn der Baum war ja gerade auf uns draufgefallen. Aber, Vuddy“ trink doch, ich habe dir eingeschenkt.“ „Prost, Mitke“ „Pvost, Buddy! „Ja, ja.“ fuhr er nachdenklich fort und den Faden seiner Erzäh lung erst wieder suchend. „Es war einfach fürchterlich in den Argonnen Aber auch nachher war es nicht ein fach. Es fehlen jedoch auch nicht lustige Enisoden. So kamen wir nachher beim Vorriücken nach einer Thalsenkung. Da anfangs. wo 2 in engen Verbänden vorgegangen waren, die Verluste ziemlich stark ge wesen waren, so wurde Befehl ge acden, danß wir nur ausgeschwärmt und mit Spitienkolonnen vorzurük fen htten Als nmuin unsere Spit „tkolonne an die Thalsenkung kam, sie unter ein durch Drahtver· hau geschitgtes feindliches VBaracken sager und davor einen Posten der iia Garde“ natürlich niætte ich wieder zustimmend war schon finster, daß man nelt erkennen konnte, wie stark die soindlichen Truppen unten im Thale waren. Man schwärmte aus und nahm das Lager unter Fener. Von unten fiel nur ab und zu ein Schuß. Das Feuer schlief dann all mählich ein, zumal wir sowieso an diesem Tage schon zu weit vorge rüektt waren. Als wir am nächsten Morgen gegen das Thal vorgingen, war alles still. Endlich fanden wir einen deutschen Soldaten, den wir zum Gefangenen machten. Wie wir von ihm hörten, war er beim Abzug seiner Truppen versehentlich nicht abgelöst worden und so als Wacht-- posten zurückgeblieben. Na, Ptrosit!“ „Prost, Mile.“ Es trat eine Pause ein. „Wie hast du denn deine schwere Verwundung erhalten.“ frug ich, um die Unterhaltung wieder in Fluß zu bekommen. „Das kam so! Du hast doch ge wiß schonvon der „Devils-Brigade“ gehört Sie führte den Namen, weil sie als die verwegenste Truppe galt. Bei einem Sturm auf eine Verschazung der Hindenburg Linie erhielt ich inehrere Streifschüsse und dann den Lungensteckschuß, unter desse Folgen ich noch immer zu lei den habe Wir waren wie die Wil— den vorgestürmt ohne vorherige ge— nügende Artillerie Vorbereitung Wir mußten uns schließlich einbud deln und warteten, bis unsere Ar tillerie die feindliche Stellung unter Ftärkeres Feuer genommen hatte UÜnmittelbar vor uns lagen die Deutschen, ebenfalls in einzelne Gruppen aufgelöst. Nachdem nun unsere Artillerie wotl zwei Stun— den hindurch mit schwerstem Kali bern auf die feindlichen Stellungen bosgehämmert hatte, sprangen wir aus“ Mike sprang jett beim Er— zählen ebenfalls auf, um besser den Sturmangriff zu demonstrieren „und mit einem lauten „Hurray“ „Ich werde dir gleich hurrayen“, würde er da jäh unterbrochen, und zwar von seiner Frau Mary, deren Heimkommen über die hintere Porch wir beide überhört hatten. „Man kann doch heutigentags die Männer nicht mehr allein lassen.“ Aber, Darling versuchte Mike zu beruhigen. „Ich werde dir gleich mit Dar— ling.“ Jetzt erst nahm sie im Zwie licht die Flasche mit dem Stoff aus der Zeit vor „Einführung der Pro— hibition“, wahr. „Was soll denn das hier? Damit hob sie die Fla-- sche hochund roch daran. „Pfuil! Habe ich dir nicht oft genug das Trinken verboten.“ „Hes, Darling.“ Däsnit erhob sich Mike und zog sich etwas nach der Ecke zurück. Doch vorläufig ging der Sturm für Mike noch einmal vorilber, denn Mary wurde jetzt erst meiner an— sichtig. „Haben Sie meinen Mann zum Trinken verleitet und ihm die Fla sche mitgebvacht „Jawohl, Madame,“ schwindelte ich, um meinem PKriegskameraden aus der Patsche zu helfen. Mitke wollte nun seinerseits für mich einspringen, denn er machke ein paar Schritte vorwärts. Aber ehe er den Mund aufzumachen vermoch te, legte Mary gegen mich los: „Sie betreten mir nie mehr mein Haus, verstanden? Das dulde ich nicht, daß Sie meinen Mann zum Trinken vorleiten! Und jetzt ma chen Sie, daß Sie hinauskommen!“ „Aber, Darling, hör doch mal..“ „Du bist still, Mike, mit dir rede ich später noch. Erst soll dein famo ser Hriegskamerad machen, daß er raustommt! Bitte gehen Sie!“ Wie eine Göttin, so stolz aufge richtet, stand Mary da im dämmri gen Zwielicht, den Arm drohend erhoben und nach der Thür gerichtet. Das war nicht mißzuwerstehen. Ich erhob mich so gut das nach den Probendes Stoffes aus der „Zeit vor Einführung der Prohibition“ noch ging —und begab mich gzur Thür. Auf Wiedersehen, mein dearest Buddh und. .„rief mir Mitle, eine Hand cusstreckend, noch nach. doch er konnte den Satz nicht voll· enden. „Du schweigst!“ donnerte ihn Ma— ry an. „Hes, Darling, doch ich wollte,“ Du hast jeyt gar nichts zu wol· len·“ Ich winkte mit der Hand nach Mike hin. Dann war ich draußen. n ich mich langsam entfernte, hör· be ich einen ervregten Wortwechel in Miles Heim. Mikes Stimme konn te ich allerdings nicht vernehmen dafür aber um so læuter die von Mary. Ich schämte mich, daß ich meinen Kriegskameraden, der mich der An rede „doar Buddy“ flr würdig er— ächtet hatte, so schmählich im Stiche ließ, zumal ich in der deutschen Ar mee ja in einem Reserve Regiment gedient hatte, das anuch Garde Litzen tragen durfte. Dann wanderten meine infolge des Genossenen etwas verwirrten Godanken weiter und karmen zu son derbaren Schllissen. Den wichtkig sten möchte ich der Nachwelt jeden· fanls nicht vorenthalten. Er lau ete nämlich dahin, daß wir Deut- Quvplität in jeder Unze. —Es ist Qualität in jeder Unze Betta Brod und ein voller Laib Gebacken von den besten von Materialien in einem Palast von Reinlichkeit wo die Wissen schaft des backens auf jeden Laib an gewandt wird so reich und ebenmäßig gut ist der Laib der eine Menge Leute in Little Rock täglich nährt mit Betta Brod. Geschmackvolle Confeetionen, Hochzoitskuchen, Spezialität Appel Turnovers K Cherry Tarts. Apricot Tarts ü Pineapple Tarts Cream Rolls par exsellencee Qualität verursachen die Vision „der Sorte die“ Mutter macht“ aufzuleben und den Gaumen zu kitzeln.

se Cily Bak Rose Cisy Baker Geke 14, Main, Phone 4-1155 s Wo Qualität zählt schen dem Schicksal nicht dankbar ge—- nug sein konnen, daß die amerika nische Regierung wöhrend des Welt-- krieges nicht auf den Gedanken ge— kommen war, noch eine „Damen— Sektion“ der „Devils Brigade“ zu schaffen. Diese „Damen-Sektion“ hätte beim Waffenstillstand bestimmt nicht geim Rhein Halt gemacht, son dern wäre den Deutschen weiter nachgefolgt, vielleicht sogar bis vor die Thüre Berlins, bis nach Pankoew woder sogar Rixdorf. V— ffí e Praktische Lösung eines schwierigen Problems. Der Völkerbund hat in seiner letz— ten Sitzung beschlossen, eine Kom— mission nach Persien zu entsenden,um die Möglichkeit der Substituierung von anderen Feldfrüchten an Stelle des Opiums zu studieren. Dies ist nach all den vielen „Opiumkonferen zen“ und theoretischen Auseinander-- setzungen der erste praktische und da her vernünftige Versuch zur Lösung eines der schwierigsten Probleme, de nen sich die heutige Kulturwelt ge genüber gestellt sieht. Persien hat sich auf den Opium— handel verlegt,weil Klima und eigen thümliche Bodenverhältnisse des Lan— des den Anbau der Mohnblume be sonders bogünstigen. Die Opium—- pflanze ergibt einen hohen Gewinn auf einer kleinen Fläche,sie erfordert keine Bewässerung und kann infolge ihres geringen Gewichtes ohne be— sondere Schwierigkeiten über schlechte Wege nach den Vertheilungspunkten transportiert werden,wo sie stets bar zahlende Käufer findet. Keines des vorgeschlagenen Ersatzmittel kann so profitabel verwendet werden. Die Weizenproduktion ist wegen der un—- zulänglichen Berkehrsmittel unprakl tisch; dagegen bieten Baumwolle und Seide viele Möglichkeiten dar, aber sie erheischen Kapital, technische Kenntnisse und langjährige Erfah—- rung; Tabak, Tee u. die Zuckerrübe könnten gleichfalls in Betracht kom— men, aber auch diese könnten erst nach vielen Jahren zum Vortheile des La ndes exportiert werden u. selbst dann dürften sich für diese Produkte auf den ohnedies schon überschwemmten Weltmärkten wenig Aussichten auf Dampf Heizung Ohne Dampfkessel Clow Gasteam Radiator Gesunde Hitze Automatisch Regnlirt Jeder Radiater ist eine unab hängige Dampf Heizungs Anlage Sparsam und leicht zu gebrauchen. Schreiben oder telephoniren Sie sür Kostenaunschlag. Kann auf Abschlags Zahlungen gelaust foerden, wenn gewünscht

Gasteam Radiator Co. 2. WwW. Patrick, Manager, 215 Home Insurance Blda Little Rock, Ark. Phone 4-0450 Seite 3 profitable Verkäufe bieten. Um eine Umstellung des landwirth schaftlichen Betrieges des Landes zu orzielen, ist vor allen Dingen Kapital erforderlich, damit das Eisenbahnnetz erweitert, Bewässerungsanlagen an-- gelegt und Versuchsfarmen errichtet werden. Auch müssen die fiskalischen Beodürfnisse der Regierung in Erwä— gung gezogen werden. Der Ausfall der Opiumsteuer müßte durch die Schaffung anderer Staatseinkünfte gedeckt werden, eine Aufgabe, die in einem abgerahmten Lande wie Per— sien mit großen Schwierigkeiten ver knünft ist Wir sehen also, daß das Problem in jeder Hinsicht ein recht heikles ist, aber es ist immerhin er freulich, zu beobachten, daß sich der Völkerbund mit Bezug auf das Problem keinerlei Täuschung hingibt, sondern seine Lösung auf einer ver nünftigen wirthschaftlichen Basis zu erreichen bestrebt ist.

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Vor Gericht Richter zum Ange—- klagten, der Ausflüchte macht: „Den-- ke Sie wirklich, wir glaben Ihnen ken Sie wirklich, wir glauben Ihnen me Jungen?“ Angeklagter: „Auf diese Frage ver weigeve ich die Antwort.“ 0— Guter Rath. Onlel: „Hör', Emil durch deinen leichtsinnigen Lebennwandel hast du mir schon manche schlaflose Nacht be reitet, kannst du denn gar nichts da gegen thun s Neffe (welcher Medizin studiert): „O ja, ich werde dir ein Schlaf mittel verschpeiben.“

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Seite 4 2 at 10 EE 15 8 5 Arlkansas Echo

Board os Commerre Building Roomn 408-410 Little Pock. Ark. C. Merrer, Redalteur. Beamten: August Probst, Präsident. Mar. W. Aretz, Vice-Präsident. A. Arnold Ir, Viece-Präsident. C. Meurer, Sektretär u. Schatzm. Direftoren: A. Arnold Ir., Little Rock. Conrad Elsfen, Subiaco. Jos Schnitzer, Fort Smilh. Rev. M. Rohner, 0.5.8., L. N Emil Spieler, Little Rock. A. Probst, Little Rock. Joe Jung, Little Rock. Fritz Sieber, Little Rack. Msgr. Or. 2 Arh, Littie Rock. Erscheint jeden Vornerstag und kostet das r im bereich der B. St. jährlich n adh dem Arsland 12.00 Enteo ed at the Post Offico at Ack, Ark,as Second Olass Matter Donnerstag den 15. Oktober 1925

Gditorielles.

Präsident Coolidge hat den Kriegs-- veteranen in Omaha eine Rede ge— halten, und darin betont, daß allge meine Toleranz noöthig ist, um den Frieden zu erhalten. Der Haß muß abgcebaut werden. In der Rede be-- schönigt er den Eintritt der Ver. Staaten in den Krieg und meint wir hätten uns des Hasses enthalten! Auhßer diesen unwahren Behauptun gen ist die Rode gut Er spricht auch von Abrüstung und daß die Militär— macht unter der Civilmacht stehen, statt daß sie dieser beherrschen soll Wörtlich sagte er dann: „Ob einer seinen Amerikanismus drei Jahrhunderte zur „Mayflo— wer“ oder drei Fahre zum Zwischen deck zurückleitet, ist nicht halb so wichtig, als ob sein Amerikanismus von heute wahr u. echt ist. Gleich viel in welchem Fahrzeug wir her—- überkamen, wir sind jetzt alle in demselben Boot.s „Wenu wir auf diesem Konti— nent eine freie Republik und eine erleuchtete Ziwilisation schaffen wol len, die imstande sein soll, die wahre Größe und den Ruhm der Mensch— heit zu reflektieren, wird es noth— wendig sein, alle die genannten Differenzen als Zufälligkeiten und als unwesentlich zu betrachten. Um den Werth eines Menschen zu erken— nen, müssen wir nicht auf seine Rasse und seinen Glauben sehen Die göttliche Vorsehung hat nicht einer besonderen Rasse ein Mono—- pol auf den Patriotismus und den Charakter gegeben.“ ——J In Washington tagte die interna tionale parlamentarische Conferenz, die sich auch mit der Erhaltung des Friedens befaßte. Der beste Vor schlag dafür war Niederlegung der Zollgrenzen, denn diese Zollgrenzen verursachen sehr viel Reibhitngen und geben Anlaß zu Kriegen. In Locarno wird auch eine Frie denskonferenz abgehalten. Drei oder vielleicht vier europtsche Großmächte, England, Doutschland, Frankreich u vielloicht Italien verhandeln iber den Abschluß eines Sicherheitsvertrages, durch den sie ihre Grenzen gegen ein ander sicher stellen, also Krieg teni ten wollen Weder in der Rede unseres Präsi-·l denten, noch auf der interparlamen tavischen Union, noch in Loearno istl vom Hauptgrund zu Kriegen und und von dessen Beseitigung die Rede Schon Aristoteles hat gesagt, daß alle Kriege des Geldeswegen geführt wiürden. Seitdem haben viele An dere das gesagt und der Letzte, der es gesagt hat, war der genale Feld· herr des deutsch·franz. Krieges 1870. 71, Moltke Eine in Omaha auf dem Beteranen Congroeß in einer Rede gelhane Aen- Herung weißt darauf hin Der Red-! ner will alle Profite in etnem Kriege ausschalten und im Krtegssalle nicht nur Menschen sonder a auch Geld zum Kriegflihren heranholen. Das kann nur meinen, daß im Kriegsfalle die großen Vermögen Gontributtonen leisten und die Fabriten Kriegsmate- rial ohne Profit, sondern zum Kosten preis zu liefern haben. Ausgeführt wiürde das die großen Zeitungen, die heute der Hochfinanz dienen, und die im Weltkrieg alle Hetzblätter der schlimmsten Sorte wurden, zu Frie sdensschalmeien umwandeln. Aber das Ausführen ist schwer. Wenn ein internationales Ueber— einlommen über erlaubten Profit ab. geschlossen werden könnte, nach dem jeder Staat die volle Kontrolle nicht nur über einhermische Produktion sondern auch ilber Fremden gehörige Anlagen und deren Handel hat, und den Profit, sagen wir auf 6 Prozent beschräänken darf, dann wören 98 Prozent aller Kriegsursachen geho—- ben. Warum wüill lhine Zeitung, kein Diplomat und keine Versamm— lung diese Frage aufnehmen? Warium will man den Hauptgrund aller Kriege, Habsucht und Stolz tot sechweigen? Einmal muß es dod heraus kommen, und wenn auch erst! beim jüngsten Gericht. Das Luftschiffproblem.

Die Verhöre, welche von der Luft kommission des Präsidenten und dem Floattengerichtshofe im Zusammen— hange mit dem Mißgeschick, das den Luftdienst des Landes betroffen hat. abgehalten werden, müssen selbstver ständlich jeden denkenden Menschen zu einigem Kopfschütteln veranlassen Sie haben eine gewisse Aehnlichkeit mit den immer häufiger werdenden Mordprozessen, deren Ausfall vom Urtheil der Sachverständigen ab— hängt, einem Urtheil, dem die Ge— schworenen in der Regel ziemlich be-- griffs- und fassungslos gegenüberste— hen, weil ihnen oben die nöthige Fach kenntnis abgeht. So auch hier Sachveständige in der Entwicklung des Luftverkehrs haben ihre Ansich ten ausgesprochen und ihre Forde— rungen gestellt, aber sie gehen him— melweit auseinander. Da ist es am beston, der Angelegenheit mit Vor— sicht entgegenzutreten, denn wo sich Sachverständige nicht einigen können, ist es für den Laien rathsam, sich vor— zusehen. Hier haben wir zum Beispiel den vielbesprochenen Fliegerobersten William Mitchell u. John Rodgers, den Kommandaten jenes Seeflug zeuges, das einige hundert Meilen von Hawaii auf dem bekannten Fluge zur Landung auf der Meeresoberflä— che gezungen war und nach etlichen Tagen aufgefunden wurde. Veide stimmen darin überein, daß „etwas“ faul ist im Staate Dänemark, das heißt mit dem Luftdienst und seiner Verwaltung, aber im übrigen gehen ibhre Ansichten diametral auseinan der. Oberst Mitchell will den gan zen Lustdienst auf eigene Füße stel len und von der Verwaltung des Hoeres und der Flotte trennen. Er gübt zu, daß Soldaten auch in Zu kunftskriegen noch Verwendung fin den werden, aber für die Schiffe der Flotte hat er keinen Gobrauch mehr- Rodgers verlangt kein eigenes Luft ministerium, vertheidigt aber seine Woffe, die Flotte, u behauptet, daß Schiffe immer nöthig sein werden, wenn das Seeflugzeug im Kriege eine wirkliche bedeutende Rolle spielen soll Diese beiden Herren sind Sachver ständige, und kommen zu ganz oent— gegengesetzten Schlüssen. Da heißt es also, die Sache ist noch nicht spruch reif. Es sfehlt noch viel Erfahrung Es sehlt noch viel Anderes. Erst muß die Luftschiffahrt noch viel besser ausgobaut werden und wir müissen noch viel lernen. Es scheint, daß die Shenandoah Katastrophe blos statt gefunden hat, weil Kommandeur und Mannschaften noch nicht genug ge lernt hatten und ihnen Erfahrung fehlte. Französische Kultur. Im Verlag der in VBerlin erschei nenden Deutschen Rundschau ist un. ter dem Titel „Hinter den Kulissen des französischen Journalinmus“ die deutsche Uebersetzung eines Werkes erschienen, hevor das französische Ori— ginal die Presse verlassen hat. Wer die erste zehn Seiten dieses Buches geleson hat. begreift, daß die franzö sische Regierung gereits zweimal das! im Druck befindliche Originalmanu skuwt wogen Landesyerrathes be schlagnahmen ließ. Denn was der! Verfasser, ein frilherer französischer Zeitungsredakteur, enthüllt, muß je dem, der ein Gefühl für Reinheit hat, den Rest von Achtung für die Macher der heutigen französischen Po litik und ihre sournalistischen Helfers helfer ranben. Was der Verfasser ibber die Käuflichleit, die mnetie politische und private Erpresserthä tigkeit der großen und kleinen Leri sor Zeitungsverloger und Schrifttlei ter erzählt müßte man als Audge burt der Phantaste bezeichnen, wenn er nicht immer die Nummern und ge nauen Beträge der Schecks anführte, welche die Pariser Magnaten der Sruckerschwärze von dem dsten Finanzagenten Roffalowitsch, einer Kratur der Regierung des letten Zaren, dafiür bezogen, daß ste in ih ren Bättern den friedfertigen fran gosischen Spegereikrämer für die Arkansas Echo Donnerstag den 15. Okltober 1926 Kriegshetze der Herren Sasinoff, ds-- wolski, Tardien und Poindare reif J machten. Einer nach dem anderen marschie ven sie auf, die Herren Calmette vom Pariser Figaro, den kurz vor Kriegs ausbruch die Revolverkugel der Frau Caillaux aus seiner glänzenden Er—- presserlaufbahn herausriß; Arthur jMeyer, der Ladenbommis aus Havre J der aln Privatsrekretr einer Pariser Halbweltlerin beginnt und sein Le— ben als Schwiegersohn eines Fürsten J Conde und Besitzer des hochfeudalen, erzreaktionären und antisemitischen Blattes Gaulois beschließt; Leon Daudet von der Aetion franecaise, dessen GristenzT der alte englische Engzyklopädist Sam Ibhnson voraus geahnt haben mag, als er sein bissiges Wort prägte: „Patriotismus ist die letzte Zuflucht für jeden Schurken“; Gustav Herve, der sich mit Hilfe rus-- sischer Schecls vom Sozialrevolu tionär zum Hurrarpatrioten durch mauserte; Bunau Varilla vom Matin, der mit dem unfehlbaren In— stinkt des Jabdhundes jeden politi schen, finanziellen und Ehebettskan— dal in ganz Frankreich aufzustöbern und durch offene und versteckte Droh-- ungen mit Enthüllungen für seine Privatkasse auszubeuten weiß sie und unzählige andere marschieren auf. Auch einflußreiche Staatnmänner verschmähten die Trinkgelder des rus-- sischen Zaren nicht, so erhielt der Finanzminister Klotz auf einen Sitz 30,000 Franken. Besonders lehrreich für die Erkenntnis der Zusammen—- hänge des Weltgewissens, das sich während den Krieges so empfindlich gegen die deutschen Barbaren zeigte, sind Mittheilungen des Verfassers über die ·Bearbeitung der angeblich neutralen amerikanischen Presse. So bezog der sehr ehrenwerthe Herr I D. Welpley, Pariser Korrespondent mehrerer amdrikanischer Blätter, jähr lich 7000 Rubel von Fswolski, um in der amerikanischen Presse eine Frankreich und Rußland günstige Stimmung zu erzeugen; New Yorker Journalist. H. Wallaee schätzte seine Kunst wesentlich höher ein: 10,000 Dollar jährlich, während Herr John L. Burraughs sich mit 200 Pfund Sterling begnügte. Diese Trinkgel—- der erklären mühelos die sittliche Ent rüstung gewisser amerikanischer Zei tungen über die den Deutschen ange—- dichteten Greuelthaten. Sehr interessant und für ehrliche Schweizer gerade keine angenehme Ueberraschung sind die Mittheilungen den Verfassers über die Bestechlichkeit eines Theiles der schweizerischen Pres se. Hier wurde freilich nicht überall dirett mit dem Scheckbuche gearbeitet, sondern die Pariser Regierung be— stellte und bezahlte beispielsweise 30,000 Abonnements des Jounal de Geneve, 25,000 Abonnements der Gazette den Lausanne u. so weiter. l Die Schriftleiter wurden allwöchent lich vom französischen Dhertommisior Casella, einem aus- den Pariser Zu—- hältern hervorgegangenen Gentleman bei Festefen, bei denen der Champag ner in Strömen floß, mit dem notr wendigen Oel der Begeisterung für die heilige Sache Frankreichs ver jorgt. Wer einen Einblick in die Metho— wußte recht gut, daß wegen der mili Deutschlands mit Erfolg geübten po—- litischen Propaganda gewinnen will, muß dieses Buch lesen. Frankreich wußte recht gut, daß nogen der mil tärischen Rüstung der Kampf der Geister in der modernen Zeit eine gewaltige Rolle spielt, und gleich Anfang des Krieges wurde durch ein Gesetz, das in Kammer und Senat angenommen wurde, die erste Rate zu einer gewaltigen Propaganda be veit gestellt, in der Sunme von fünf— undzwanzig Millionen Franken, mit denen man die beriühmte „Maison del la presse“ gründete. Wenn man un—- serem Gewhrsmann auf einem Gan— æ durch dieses Zeughaus des geisti-s. gen Kampfos folgt, so hat man ein Gefithl, als ob man durch eine jener! unheimlichen Marterkammern urei te, wie sie in modernen Museen mit unter aufgebaut sind. Das Haus umsaßte fünf Stockwerlke mit zwei hundert Zimmern, in denen, wie der Verfasser audfilhrt, atriegobegeisterte Helden als die Durchhalter hansten, deren Muth im Quadrat der Entfern ung vom Schützengraben wächst.“ Das ganze Haus war Propaganda. In den Kellerräumen standen die! für den Druck der Presseerzeuanisse nothwendigen Maschinen. Unter dem! l Glasdach hat eine besondern gefähr liche Abtheilung ihr dantarter aufgeschlagen, deren Hauptarbeit da·! rin bestand, Holzfiguren mit e chnittenen Händen, herausgerissenen Zungen, audgestochenen Augen und zertelimmerten Schädeln mit bloßge·! logtem Gehirn zu photograprieren u davon Drucefstücke anzufertigen. Die! Dolumente gingen dan als Angm en gen deutscher Greuelthaten in ale Welt. Auch die Aufnahmen von zer· sanpssenen französischen Kirchen, ge „schändeten Gräbern u. grauenhaften Ruinen wurden hier hergestellt. Der erste Dekorationsmaler der Pariser Oper lieferte dazu die Kulissen. Un- gefahr achtzig Angestellte, darunter Slowaken, Elsässer, alle Mischrassen ides VBalkans, Neger, Indier und Japaner übersetzten die französischen Siegesnachrichten und die Grausam— keiten der Hunnen in achtzehn Kultur sprachen und übersandten sie (natür— lich ohne Bezahlung) der ausländi— schen Presse. Aus dieser Gistbude gingen ganze Waggonladungen von Propaganda broschütren in die Welt hinaus. Ganz besonders reichlich wurden die Ver. Staaten bedacht. Sogar Kinderzei-- tungen wurden herausgegeben, in denen neben Kriegsabenteuren die Feigheit, Gemeinheit und Dummheit der Boches geschildert wird. Der Fran zose ist darin stets ein Engel, der Deutsche aber ein aufgeschwemmter, blöder Trottel. Das Pressehaus war nach der klassischen Schilderung des Verfassers der unermüdliche heiße Sprudel, der entstellten Kriegsberichte falsche Stimmungsbilder, aus der Heimath u. von der Front, gemeinste niedertrtichtigste Verleumndung der Gegner mit bewunderungswürdigem Talent in alle Welt spie, ein schlei— chendes, sicher wirkendes Gift, dan auch unbefangene Gemüther betäub te und selbst unvoreingenommene Köpfe verseuchte. Man könnte diese traurigen Bilder der Vergessenheit anheimfallen lassen, wenn das Spiel, das dort in so fre velhafter Weise begonnen wurde, mit dem Ende des Krieges eingestellt worden wäre. Aber wie der Verfas ser ausdrü klich bethätigt, hat man in Frankreich nicht nur vor dem Kriege sondern auch nach dem Friedensschluß eitien solchen Lügenfeldzug gegen Deutschland und das deutsche Volk ins Werk gesetzt, daß die Welt an den Folgen noch lange zu tragen ha—- ben wird. Nun tönen von Frank— reich wicder die Sirenenklänge voön Völkerversöhnung über Deutschlands Grenzen. Aber die Deutschen sollten sich vorsehen. Solange in Frankreich die Generation lebt vön der in diesem Buche gesprochen wird, solange die französische Jugend in den Volksschu hen und auf den Universitäten syste-- matisch vergiftet wird, solange mürde eine ernstliche Verständigung mit Frankreich fast ein Wunder sein. Erst muß Frankreich bekennen, daß es durch seine Lügen und Gemeinheiten einen ungeheuern Betrug an der Welt verübt hat, muß es zugeben, daß es schämndliche und vertichtlae Brunnenvergiftung trieb, als es die Greuelgeschichten gegen Deutschland erfand und verbreitete. Es war! Frankreich, das im Bunde mit Eng land die ganze Erde vergiftete, und nicht war es Deutschland. Dariüber von neuem Klarheit geschaffen zu ha ben, ist das große Verdienst dieses bemerkenswerthen Buches.

Deutsch die Sprache der Kleinen Entente. Nicht jeder, derr deutsch spricht, ist ein Deutscher. Aber was soll z. B ein Tscheche machen, der irgendwo in Rumänien eine Fahrkarte kaufen! will Tschechisch versteht natürlich der rumänische Staatsbeamte nicht, so muß der Tscheche dem Beamten sei— nen Wunsch in der deutschen Sprache vortragen und wird vom Stations-- geamten aufgefordert, sich des Rumäã nischen als der Staatssprache Rumä niens zu hedienen. Doch der „ver meintlilche Deutsche“ gehorcht nicht demüthig, wie es dem Angehörigen eines besiegten Volkes geziemt; er schlägt Lärm und verlangt Genug huung. Und nun versteh der rumä— nische Eisenbahnbeamte ploötlich aus— gezeichnet deutsch, als sich der „ver meintliche Deutsche“ als Mitglied der tschechischen Gesandtschaft in Bulka rest, also als Bundesgenosse und Ver treter der Kleinen Entente legitimirt Der Tschoche und Rumöne machten Frieden auf deutsch, und die Sprachenfrage ist zur Zufriedenheit beider gelöost,!

In unserm Lande sind gegenwär tig 450 Milltonen Dollar weniger im Umlauf, als vom Schatzamt in Um—- lanf gesezt wurden. In anderen Worten, diese 450 Millionen Dollar, theils Gold u. Silbergeld, theils Pa piergeld sind im Laufe der Zeit aus dem Verkehr verschwunden. Wohin dos viele Geld gekommen, weiß e Bestimmtheit niemand. Man nimmt an, daß fünfzig Millionen von gei· zigen Menschen beiderlei Geschlechts, die sich von ihren Schätzen nicht tren nen wollen, cersteckt gebalten werden s Weitere 260 Millionen dürften von Angehörigen gewisser Rassen, die kein Vertrauen zu den Banken haben, aus dem Verkehr gehalten werden. Außerdem hat gesonders in den leht ten Jahren viel amerikanisches Geld in kleinen Beträgen den Weg über! den Ozean gefunden und ein nicht unbotrüchtlicher Hheil davon wird un welfelhaft driben festgehalten Weil nman der eigenen Währung immer noch nicht traut. 00 Das llasstsche Knabenbuch „Ro binson Erusoe“ ist in fast alle Kul inrsprachen ilberset. Es gibt sogar eine latoinische Uebertragung! j American Southern Trust Company. 6 32 li j —Di s sh Persöulicher Dienst! I h Wir sehen unsere Kunden s gls uunsere Freunde an und wir sind mie zu beschäftigt, um irgend einer Sache die nöthige Aufmerksamkeit zu schenken. Wir laden Si- Ish und Ihre Freunde ein, Ih-e GBeschäfte hier abzuwickeln Die Bank, welche für ihre Kunden sorgt. ß Dxitter Main Straße, Little Rock, Axrk. Ej

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Bitte, nicht vergessen!

Die Kommentare, welche die fran zösische und italienische Presse über den Ausgang der Schuldenkonferenz in Washington und den vorläufigen Abschluß des bekannten kurgzfristigen Abbkommens machen, sind außerst lehrreich und sollten vom amerikani schen Publikum in Erwägung gezo—- gen und nicht vergessen werden Sie heweisen einfach, was an dieser Stelle schon längst gesagt worden ist, daß nichts geringeres als vollkomme ner Erlaß aller Verbindlichkeiten die Franzosen· und Italiener befriedigen wirde, und selbst wenn dies geschähe, darilberegebrummt werden würde, daß der Erlaß der Schulden nicht schon viel früher kam. dJoeder ver nünftige Mensch wird zugeben müs sen, daß ein Aufschub der Schlußver—- handlungen über die Fundierung der Milliarden, die Frankreich uns schul dig ist, auf sünf Jahre bei einer Verzinsung von einem Prozent in diesen fünf Jahren ungefhr so milde ist, wie irgend ein anständig veranlagter Schuldner ver lengen könnte, hat aber trotzdem ei nen wahren Sturm der Entrüstung und Bitterkeit gegen Amerika ent fesselt. Dem amerikanischen Publikum sind die Bemerkungen, die Herr Jauques Bainville in der „Liberte“ macht, ganz besonders zu eingehendem Stu— dium emphohlen; er hat nämlich die erstaunliche Entdeckung gemacht, daß George Washington eigentlich an der Haltung Amerikas gegenüber den französischen Schulden schuld ist. Bitte, das ist kein Witz, sondern ern ste Wahrheit. Bainville ruft ins Ge—- dächtnis zurück, daß George Washing ton einstmals gegen die Franzosen kämpfte; das war, was die Kolonien den französischen Indianerkrieg nann ten. Bainville schreibt, daß Wash ington „die Abtheilung Jumonville kaltblütig aus dem Hinterhalt ver nichtetete, während er englischer Of fizier war.“ Das ist richtig; Wastb. ington war damals englischtr Offizier das heißt britischer Unterthan in den amerifanischen Kolonien, aber natür— lich beging er bitteres Unrecht als er gegen die Franzosen focht und ganz besonders gena so focht, wie die französischen Offiziere gegen die Bri— ten und die amerikanischen Kolonien kämpften, nämlich mit Indianerver—- bündeten, Hinterhelten, Ueberfällen und Massakern, in denen weder Freu en noch Kinder geschont wurden. Ht te er nicht ein Vorurtheil gegen die RRURURRRUR RRRRURR URUR RR URUR u 1 11

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The Gus Blass Co.! Vierte Main Htrase Franzosen gehabt, so hätte er voraus sehen müssen, daß sie uns eines Ta ges im Kampfe gegen die Engländer helfen würden, und er hätte dann sicherlich die Abtheilung Jumnrille unbohelligt gelassen. Bainville sagt, Washingtons Leben und Grundsätze hätten den Franzosen klar machen sol-- len, daß „lie von der amerikanischen Nation in Geldsachen keine freund schaftliche Bewegung“ zu erwarten hätten, was natürlich nur heißen kann, wenn wir Herrn Bainville rich tig verstohen, daß Washington die Sicherheit und Zukunft der jungen amcrikanischen Nation und ihre Le— bensinteressen 1791 in den Herxen kessel der französischen Politik hätte werfen sollen. Herr Bainville über—- sicht die in seinen Augen natürlich volllommen geringfügige Thatsache, daß Washington amerikanischer Bür—- ger und amerikanischer Präsident war Wobei man nur wioderum hervorhe ben kann, daß die amerikanische Na—- tion nicht einzig und allein zum Be-- sten Europas vorhanden ist, was un— seren zahlreichen ausländischen Kriti kern noch immer nicht zum Bewußt sein gelangt zu sein scheint. Es ist allerdings richtig, daß Schuldenmachen weit leichter ist als Schuldenbezahlen und recht viele Leute die Bezahlung der Rechnung verwünschen, nachdem sie die Güter, die sie gegen Kredit gekauft haben, vebraucht haben, aber man kann es uns wahrhaftig trotzdem nicht ver— übeln, daz wir ärgerlich werden, wenn wir von Völkern angegriffen und verunglimpft werden, die wir vor einer grimmen Niederlage geret tet und dafür 75,000 amerikanische Leben und Milliarden unseres guten Geldes auf Spiel gesetzt haben. Das sollte das omerikanische Volk nie ver— gessen. Unsere Internationalisten reden sich den Mund wund in ihrem Eifer, uns in die Liga der Völker hin ein zu bugsieren oder wenigstens zum Anschluß an das sogenannte Weltge-- richt, nah ihrer Ansicht eines der wichtigsten Funktionäre der Liga was das auch sein mag zu bewe— gen. Es ist deshalb von qster Wich— tigleit, daß die öffentliche Meinung Amerilkas die unverhohlene Bitter-- keit unserer europäischen Schuldner nicht vergißt und sich keinen Täu— schungen darüber hingibt, wie es uns gehen würde, wenn wir uns mit dem Völkerbunde einließen. Man drängt uns, der Liga beizutreten, weil Eu—- ropa keinen größeren Wunsch hat, als sich unseren brüderlichen Rath— schlag und unsere „moralische“ Füh— N Woll Stoffe 1 54 Zoll Wollen Jersey. Die allerbeste Qualitt French sL Garne in 25 der leitenden Far- 0 ben der Saison, schwarz h eingeschlossen: ::1:81.98

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Arkansas Echo Donnerstag den 15. Okltober 1925. rung zu sichern, und was der schönen Redensarten mohr sind. Wie hohl diese Worte sind, zeigt nichts .deutli- Ler als der Eein den die Schul oenfrage in der europäischen cntsessolt hat. puishen Preste V Der Unsicherheitspakt. Unter dieser Ueberschrist finden wir in der Berliner Wochenschrist Eiserne Blätter Ausführungen nn den vielbesprochenen Sicherheitspakt, die Herr Stresemann, der sich zur Berathung des Paktes nach Locarno begeben hat, nicht gut übersehen kann. Er würde sonst am Ende in ernste Schwierigkeiten gerathen. Nicht in VLoearno, sondern daheim. Es heißt da: Wir hahen unzeitgemäße Gedan-- ken über praktische Politik. Soviel ist sicher, daß die sogenannte praktische Politik seit 1919 Deutschland in den Dreck gefahren hat Leider zieht der Deutsche daraus nicht die nöthige gerung, gegensätzliche Politik zu ma—- chen. Wir sind so töricht, zu mei— nen, es wäre praktische Politik, wenn Deutschland ohne Schroffheit, aber in aller Ruhe erklärte: Wir haben keinen Grund, mit der Entente wei ter zu verhandeln, solange wir als Kriegsschldige gelten: solange nicht auch bei ihr abgerüstet ist; solange noch sogenannte Kriegsverbrecher ver urtheilt werden solange Oberschlesien nicht frei ist; solange im besetzten Ge biet härteste Gefängnißstrafen ausge sprochen werden; solange die deutschen Minderheiten in Polen und Südtirol vernichbet werden.“ Das sind Forderungen, die wir selbst auf Grund des Versailler Ver trags, jedenfalls nach Aeußerungen Lloyd Georges und Meinungen des Völkerbundes über die Minderheiten ohne weiteres erheben könnten. Sie zu stellen, würde eine Steigerung des Ansehens Deutschlands in der Welt bedeuten. Das erschiene uns —prak tische Politik. Selgswerständlich er scheinen wir damit in den Augen des Auswärtigen Amtes in Berlin als Idioten. Stellen wir uns einmal auf seinen Standpunkt. Wir wün— schen, daß die Tragweite dieses Pal les nicht verschleiert wird. Das ist das mindeste, was man verlangen sann. Deshalb fragen wir immer und immer wieder: kann im Ernst eine nationale, deutsche Regierung verantworten, freiwillig vor aller Welt auf deutsches Land zu verzich ben Das ist eine einfache Unmöglich keit. Die stärkste Volksbewegung müßte entfacht werden, um solchen politischen Selbstmord von unserem Deutschland abzuwenden. Unter Hin—- denburg iist so etwas schlechthin un-- denkbar. In allen Völkern wird es als Untergang einer Nation betrach tet, wenn man sich dazu entschließt, freiwillig einen Verzicht auf geraub— tes Staatsgebiet anzuerkennen. Der Glaube der Deutschen im Ausland an uns wäre vernichtet. Der Höhepunkt praktischer Politik soll heute sein, in den Völkerbund einzutreben. Sieht aber nicht jedes Kind, das Deutschland tausendmal stärker ist, solange es nicht in den Vlkerbund gheht Außerhalb des Völlerbundes haben wir wenigstens noch etwas zu bedeuten. Im Völ kerbunde sind wir entwürdigt, weil wir die Kriegsschuld zugogeben ha ben; sind auf Gnade und Ungnade ergeben, stehen auf der Seite, die Amerila ablehnt, sind als Deutsches Reich endgiltig begraben. Jedenfalls muß auch ein Fround des Völker bundgedaukens gzugestehen, daß Deutschland, solange es außerhalb dieses Kreises liegt, mächtiger ist und gerade darum der Zuspruch, in den Voltkerbund hineinzugehen, so allge mein laut wird. Wir sollen den let ten Rest unseres Ansehens verlieren. Leider scheint uns auch der Anschluß gedanke Oesterreichs an Deutschland mit dieser sremdartigen Einmischung belastet zu werden. Paris würde es sehr gelegen sein, die Brücke über Wien zu beniützen, um uns zum Ein tritt in den Völkerbund hineinzukom plementieren. Praktische Politik erscheint uns mit dem russischen Volk nicht zu verfein— den. Jetzt wird uns aber zugeflü stert, daß wir dem VBolschewismus ein Ende machen sollten. Wir brauchen nicht zu versichern, daß wir die stärk sten Gegner des Volschewisnns wa—- von und bleiben und sein Gift be kämpsfen, wo wir es finden. Aber der WMlschewismus in Rußland selbst ist schon heute keun fchig, einen Krieg zu fiülhren. Man möchte den deutschen Michel bloß als Sturmbock gegen Rußand benüten, nicht gegen das bolschewistische Rußland, sondern ge— gen bas russische Reich. Während des Weltkrieges haben die Deutschen Eng land den größten Dienst der Weltge schichte getran, indem wir den großen Nebenbuhler seiner KHolonialmacht im Osten auf den Boden warfen. Wir haben keinen Anlaß, diesen Dienst zu wviederholen. Uns mit dem russischen Volk und seiner Zukunft zu verfein den, heißt uns vollständig vereina men. Frankreich wird immer Mit tel und Wege finden, uns in Mos hau anzuschwärzen. Darum halten wir es fitr praltische Politik, sich A 2 2 e 2 aßt uns G Laßt uns Gehen 4 2

Arkausas Staats Fair 2 2 2 4 Little Rock Oktober 12—17. *1

2 2 52 h —0 2 2 Wechseln Sie Ihr Oel regelmäßig, 1 und vor allen Dingen gebrauche Sie 2

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7 zum schmieren, das nichts Gleiches 7 kennt. Es ist das Beste das Geld 2 2 laufen kann. 3 4

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Mm 4 „Ich suche die Wahrheit von Wilhelm Kronprinz 82.50 sollte jeder deutschsprechende lesen „Wenn ich Dentscher wär“ von H. G. Scheffauer, Offenbar-- ungen eines Amerikaners über Deutschlands Größe und Tragik 32 00— „Der Kopf“ von H. Mann, F 3.00. Der große Zeitro man der Wilhelminschen Epoche. Deutsche Bücher aller Art, Zeit schrften, Romane, Novellen, Kunst und Wissenschaft, Sprachbücher ete. bestellen Sie am Besten bei K. B. Eckert, 136 Liberty Str., Room 216, New York, N. 9. Schreibt für kostenfreien Katalog. Alle Bücher werden porto frei gesandt. C. O. D. 10 Cents Ausfschlag. solcheverhängnißvollen Rückwirkun-, gen eines Eintritts in den Völker-- bund zu rechter Zeit klarzumachen.! Deutschlands Lage würde bei Annah—- me dieses Pakts die unsicherste, die man sich denken kann. Es wäre Narr heit, wenn die Suggestion über Deutschland schon so groß rerder wäre, daß man wirklich meint, man wiürde nationale Politik treiben, wenn man Elsaß Lothringen und Eupen verleugnet, wenn man das Rheinland entmilitarisiert u. das alles vor der Welt feierlich verspräche, einer Macht gegenüber, die uns jeden Tag zu quũãlen eine Freude hat. Das furcht· bare Wort von Lord Ceeil aus dem Shmnmer 1917 darf sich nicht wieder erfüllen: „Im Felde können wir die Deutschen aicht besiegen, aber wir rochnen auf den deutschen Am schönen Genfer See amüsiert man sich zur Zeit über ein nicht all· rägliches Ereignißß. Eine junge, hübsche Amerikanerin, die mit ihrer Dionerschaft in dem größten Hotel in Cviau eine Suite gimmer mit Be schlag belegt hat, unternahm kürzlich einen Aus?lug mit einem Motorboot nach Lausanne. Auf der Rückkehr nach Eviau hatte sie das Unglück, ihre Brillantbrosche im Wesser zu verlie ven. Die Brosche repräsentierte in ihrem Werth ein Vermögen, und die junge resolute Dame stellte augen blicks an den Fürver des Motorbootes die Forderung, daß der Soe ausge pumpt werden müsse, damit sie ihre theure Brosche wieder bekommen klön—- ne. Der Kapitän meinte, auf das un gewöhnliche Ansinnen scherzhaft ein— gehend, solche Maßnahme nicht auf eigene Faust treffen zu dürfen, und verwies die Amerikanerin an den Präfekten. VBei der Ankunft in Eviau ließ sich das großstilige Fräu—- lein gleich bei dem Präfekten melden „Wir müssen den See entleeren“, sagte sie bestinunt. „Ich bezahle, was es lostetck“ „Der Präfekt, offenbar ein höflicher Mann, vebbeugte sich vor dem kleinen Dollarmädchen und sei nen Millionen und sagte lächelnd: „Mademoiselle, es wiürde mir ein großes Vergnügen sein, Ihnen die non zu könen, wenn ich nur könnte Aber das Unglück will, daß der See halb Frankreich gehört, halb der Schweiz, und es würde ganz gewiß zu politischen Verwicklungen führen, salls wir uns an dem Schweizer Was ser vergreifen würden.“ Die junge Dame, die gewohnt war, lhren Wil-- len zu bekommen, meinte, diese Frage urüisse sich doch vegeln lassen. „Wozu haben Sie Ihre Diplomaten?“ warf sie hin. „Die Sache muß auf diplo matischem Woge geordnet werden können.“ „Ja doch“, antwortete der Prfekt und strich sich nachdenklich wer die Stirn. „Es ist sogar wahr schoinlich, daß wir eine Uebereinkunft init dem Bundesrath über die Entlee rung des Sees werden treffen können gloichsam wie wenn es sich um die Leerung eines Springwasserbassins handelt. Aber wo sollen wir das Wasser lassen? Hier liegt die Schwierigleit, und sie läßt sich nicht überwinden. Es sind nicht Flaschen genug in der Schweiz aufzutreiben, die zur Ausbewahrung des Wassers nöthig wären, während wir nach der Brosche suchen.“ Ob die thatkräftige Amerikanerin das eingesehen hat, wird nicht berichtet. Jedenfalls liegt khre Diamantbrosche noch am Grunde des Genfer Sees. Als Illustration dazu folgendes: Vor langen Jahren geriethen eine Anzahl Herren am Genfer See in einen Disput über die Frage, wie lange die Rhone brauchen würde, den Genfer Soe zu füllen. Die veran schlagbe Zeit wurde von einigen Wo—- chen, von einem und auf 5 Jahre von einem anderen Herren geschätzt. Ein Mathematik Professor sagte, ich rech ne es aus Er verschaffte sich die Längen und Tiefenmaße des Sees u. das durchschnittliche Wasservolumen lder Rhone und rechnote den Inhalt aus und wie lange die Rhone mit durchschnittlichem Fluß braucht, um den ausgerechneten Raum zu füllen, und sand 200 Jahre. R Mehr dentsche Menoniten wandern ans Kanada aus. Die letzt· Truppe von deutschen Mennoniten, welche aus Manitoba, Kanada, nach Merxibo abwandern wird, sobald hr Eigenthum in Kana da verkau?t sein wird, die Reise nach der neuen Mennoniten-Heimath an troeben, wo thnen Dausende von Ackern Land zur Kultivierung zur Verfügung gestellt wurden. Die Men noniten sind „Gewissensfkrupler“, d. h. sie sind gegen Krieg und Militär dienst. In Mexiko haben sie ihre eigenen Schulen und Kirchen, in wel—- chen nur die deutsche Sprache gespro chen wird Wie F D. Wiebe in Minipeg, Man, welcher die Leitung der Wan derung in Händen hat, erklärte, wer den die Leute nach der erkorenen neuen Heimath überstedeln, sobald der ihnen grhörige Grund und Boden in der kanadischen Prärie an den Mann gebracht ist. „Seit wir im Jahre 1920 in ue xiko die Konzession von mehr als 300,000 Acker Land erwarben, sind mehr als 6000 deutsche Mennoniten, aus Gewissensbedenken Kriegsgegner sind, in Mexiko angestedelt worden“, sagt Herr Wiebe. „Sie haben in diesem Jahre eine ziemlich gute Ernte hochgebracht· und auch ihre Viehgucht ist sich exfolgreich an. Mexito hat die Vertragsbestim· mungen der Kongesston getreulich ein gehalten Den deutschen Mennoni len steht das Recht zu, ihre cigenen Kirchen und Schulben zu unterhalten, in denen ausschließtzlich deutsch gespro chen wird. Ferner ist den Ansiedlern gestatttet, thr inneren Angelegenhei onr selbst mi regeln, und sie sind vom Seite 5 6 :—el t

Rundreise-Fahrscheine zu ermũssigten Raten Von NEW YORK nach HAMBURG Und zurück (Zuzüglieh Kriegssteuer) Eine glünzende Gelegonheit, die alte Heimat zu elner ermüssigten Dritte Klasse Rundreiserate zu be suchen. Die Passagiere worden von Hamburg mit Extrazügen und in Begleitung erfahrener Reisetfũhrer an ihren Bestimmungsort betföõrdert. ABFPAHRTEN wöBoHENTI loOn Wegey Nledereinreise Certisikate ux auderer Ausküntte wende man sich an autorislerte Agenten oder an die United American Lines MHarriman Line) Joint Service with Hamburg American Line 177 N. Miohigan Avonue Chileago, I. City Bakery Frisches Brod und Kuchen täglich. 217 West Captol Ave. A. Guigou, Eigenthümer. L 2. un Abgeliefert wann und wo Sie es wollen! City Delivery Eompany Eis Ab lieferungs Dienst dient Ihnen jeden Tag im Jehr Sommer u. Winterl Das reinste Eis die niedrigsten Preise der beste Dienst City Deliver; CGompany. Neunte Bond Streets. Phone 4-3450. TCrinke G in Flaschen. Bestellen Sie eine Kisa 613 Ost Markham Straße. Zu Verkanfen. 40 Acker Farm eine Rile xa Subiaeo College. E h n Veh Farmgeräthe und Ernte zu einem Schleuderpreis. Has. Stall und an dire Gebäude, gues Wasw Beoin gungen: ein Theil Gaar Um wotero Information schreibe man an GBex, Keller, R 1, Bor 63, Zaviae-, Art. ïsr Zu verkaufen. Ein 4 Zunmer Haus 611 N. Buchanan Str. P. H in Lineoln Pork Addition fitr 8950 auf Theilzahlungen. Henry Meirose, 401 N. Forest Park Ave. Derselbe hat ein 3 Zimmer Haus mit Garage 623 N. Forest Park Ave. für 810 per Monat zu vermiethen.

Militärdienst befreit.“ Nach Herrn Wiebes Ansicht dürfte Kanada durch die Abwanderung der deutschen Mennoniten kaum ein nen nenswerther Bevölkerungsverlust er wachsen, la russische Mennoniten, die einwanlern, die von den deutschen Mennoniten geräumten Länderein übernehmen. Andere Leute könnten sich diese Mennoniten als Beispiel nehmen und von ihnen lernen.

Harry Gibes und Tnomas Hen nessey wurden in Los Angeles, Cal. zu Zuchthaus von 30 bis 300 Jahren vverurtheilt. Unter dem Vorgeben, sie seien mit der Finanzierung einer allgemeinen Bahnwerschmelzung ia Höhe von 86,000,000,000 betraut, hatten sie unter Versprechungen von Gewinnen von 10 für jeden einge zahlten Dollar ungezählte Leute im sidliche Caifornia betrogen und ge gen 1,000,000 eingeheimst. ——o Herr Caillaux, Frankreichs Fi nanzminister, besitzt einen deutschen Schäferhund mit Namen Ali. Als sein Herr neulich nach einer Konfe renz beim Ministerpräsidenten mit einem größeren Gefolge das Kriegs ministerium verließ, erhob Ali vom Sitz des Autos, das draußen wartete, din wüthendes Gegell „Der Hund ist unmöoglich“, sagte Caillaur, „der beißt meine samtlichen Freunde.“ „Da hat nicht viel zu beißen“, sagte ein Geauner den leise.

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Seite 6 0 Eva Könia. oman von Johanna Klemm. (6. Fortsetzung.) Den Baumeister fragte sie nach sei ner Thätigkleit und zog ihn, was bei seiner Gewandtheit nicht schwer war, öfter ins Gespräch, ja selbst für den stillen Inspeltor hatte sie ein Wort der Anerklennung über die Beschaffenheitl der Füllen. An Eva hatte sie einzig die kühl verwunderte Frage: „Ich glaubte Sie gar nicht hier zum Fest, Fräulein, machen Sie denn keine Fe rien?“ Daß dies kleine freundliche Theil nahme für ihr Wohl war, fühlte Eva deutlich, und dies war so ein Moment wo sie es für gut fand, „den Nacken etwas steif zu machen“. „Die Reise zu meinen Angehörigen ist mir zu weit für acht Tage“, sagte sie ebensfo kühl, „ich warte bis zu den Hundstagen.“ „Aber Ferien könnten Sie ja den noch machen, Fräulein König“, fiel der Rittmeister rasch ein, „es wird nun doch etwas geselliger bei uns werden, da müssen Sie sehen, daß Sie auch Ihr Theil davon bekommen.“ „Wie überflüssig“, dachte Ursula ge— ärgert, Eva aber antwortete ganz hei ter: „Sehr gütig, Herr Rittmeister, aber die Kinder sind nicht überbür— det und ich auch nicht, wir lassen's wohl am besten bei der gewohnten Zeit—- eintheilung. Nachmittags sind wir ja doch frei.“ „Hattest du uns noch besondere Amüsements zugedacht, Christoph,“ fraote Ursula, „du bist doch sonst kein Entrepreneur von Festen!“ „Da hast du recht, Ursula, ich habe auch vorläufig nur die Dietendorfer zu morgen eingeladen. Es ist dir hof— fentlich recht, Tante?“ „Mir? O gewiß,“ versetzte die Ma-- jorin gedehnt, vorausgesetzt, daß mein leide ader Zustand mir die Theilnahme an der Geselligleit gestattet. Aber nimm auf mich keinerlei Rücksicht, ich verlange ja so wenig,“ schloß sie lei— bend. Der Baumeister lächelte schlau. „Was die alte Schraube für falsche Begriffe von sich hat“, dachte er und be obachtete, wie die Majorin eben Tante Sabine Winke über ihre bei der Brun—- nenkur vorgeschriebene Diät gab, wie sie kopfschüttelnd ihren Thee probirte, den Eva eingeschänkt, wie sie ihn kalt und zu stark fand, Eva mit ihrem Wasserkesselchen unausgesetzt bemühte und dann sich erschöpft zurücklehnte, als wäre dies Abendessen ihre größte Leistung des Tages gewesen. Als Evchen, wie sie jeden Abend nach Tisch that, zu den Kindern herein sah, wachte Edhund noch. „Evchen“, flüsterte er und winkte eifrig mit bei— den Armen. „Was denn, mein Jun—- E sagte sie und setzte sich auf den ettrand. „Tante Ursula hat mir wunderschö—- ne Sachen mitgebracht, aber aber du bist doch die Beste, Evchen! Ich hab' dich furchtbar lieb!“ „Mein Eddy, ich dich auch“, sagte sie und strich zärtlich über sein sich heiß und feucht anfühlendes Köpfchen, „aber jet schlafe, mein Kind, was hat dich enn so heiß gemacht?“ „Ich hab' mich nur so angestrengt, daß ich nicht einschlief, ich wollte es dir gern noch sagen!“ Mein Liebling, nun aber ruhig. Dir thul doch nichts weh?“ „Nichts, Evchen, aber bleibst du noch einen Augenblic hier?“ „Ja, wenn du die Augen gleich zu machst.“ Der Kleine that es. „Morgen früh“, flüsterte er, „glaubst du, daß die Maibüsche so früh lommen ehe wir aufstehen „Ich glaube es, Eddy, Thorns und Brinckmann haben es uns ja verspro chen, und die sind ja unsere Freunde!“ „Alle deine Freunde, Evchen“, flü sterte er noch, und gleich darauf schlief er. Eva trat ans Fenster, gerührt über diesen neuen Beweis von zärtlicher Kinderliebe! Im Garten sah sie Ursula langsam mit dem Rittmeister um den großen Rasen wandeln. Nun hatte sie es endlich so, wie sie wollte! Am Pfingstmorgen war die Halle über und über mit Maien geschmückt, und die Kinder jauchzten, als sie in ih ren hellen Kleidern herunterkamen. „Wie hübsch, lieber Christoph,“ sagte die Majorin gnädig, „ist das hier im mer so Gebrauch oder etwa zu unserm Empfang?“ „Da sind wohl andere Müächte im Spiel,“ sagte der Rittmeistet, „ich bin selbst mit diesen Maien lber— rascht.“ Er sah Eva nicht an, aber diese fühlte sich doch von ihm errathen, und um nichts zur Sprache kommen zu las— sen, sagte sie rasch: „Der Kutscher läßt fragen, Herr Rittmeister, ob zur Kir che gefahren werden soll.“ „Ja, ich denle, aber ich fahre selbst, er tann gehen.“ „Was bedeutet das?“ fragte die Ma— jorin „Unsere Kirche ist im Bau, Tante, wirt müssen heut' nach Werneck. Wirb es dir nicht zu beschwerlich sein? Es dauert faum eine halbe Stunbe.“ „O, das wird gehen, ich fühle mich heute so letolich. Komm einmal her, Dinchen, bu hast sa ein niedliches Kleid an. Ihr habt wohl eine andere Schnei derin, Sabine?“ „O“, sagte Dina, „jeht bestimmt Evchen immer, wie unsere Sachen ae- macht werden sollen. Sie sagt Ga ven genau Bescheid und paßt auf, daß es so wird. Ich habe lauter hübsche Kleider!“ „Ja“, seufzte Tante Binchen, „ich wüßte gar nicht mehr, wie ich es ohne Fräulein König machen sollte!“ Evchen war am Nebentisch beschäf tigt und wagte laum, sich umzudrehen, so verlegen machle sie dies Reden über sie, erst als der Rittmeister das The—- ma wechselte, kam sie auf ihren Plah zurück. „Könnten wir es nicht den Wernecks auch sagen nach derKirche, daß sie kom men?“ fragte er und Tante Bine meinte erschrocken: „Ach, auf so viel Gäste hab' ich nicht gerechnet!“ da konnte sie es doch nicht lassen zu bemer—- ken: „O, Fräulein Sabine, Mamsell sagte noch gestern: „Vorräthe haben wir, als gäb's 'neSchwadron Einquar tirung!“ „Himmel, mischt sich denn dieses Mädchen in alles?“ dachte Ursula, „und allen scheint es recht zu sein! Ja, diese Tante Bine sieht ganz erlöst aus, wenn das Fräulein den weisen Mund aufthut und die vorwitzige Hand über—- all hat.“ Sie erhob sich, um sich zur Kirche anzuziehen, die Gesellschaft zerstreute sich auf kurze Zeit, bis der Wagen vor—- fuhr. Der Baumeister war noch nicht erschienen. Nein, er wollte heute nicht schon wieder patriarchalisch mit zur Kirche gehen, er schlief gründlich aus. Im Fonds saßen bereits die beiden alten Damen, die Majorin wieder mit vieler Umständlichkeit verpackt, auf dem Rücksitz die Kinder und Baronesse Ursula kletterte eben schnell auf den Kutschersitz, wo der Rittmeister noch stehend die Zügel hielt. Ungeduldig sah er nach der Thür. „Wo bleibt Fräulein König?“ „Ich sah sie vor einer Vierelstunde über den Hof gehen“, sagte Ursula gleichgültig. „Ja, sie wollte zu Fuß nach Wer— neck, bemerkte Tante Sabine, sie mein te es wäre kein Platz.“ „Fertig?“ fragte Christoph barsch, und dann zum Reitknecht, der den Wa— gen vorgefahren hatte: „Ist Jochen zur Kirche?“ „Ja woll, Herr Rittmeister.“ „Du kannst auch gehen. Aber zieh Livree an.“ „Ja woll, Herr Rittmeister.“ Dann fuhren sie. Ursula machte Unterhaltungsversuche, die aber erfolg los blieben. Dann schwieg auch sie verstimmt. In der Kirche saßen sie schon ein Weilchen im Chor, als die Thür noch einmal leise aufging und Eva eintrat. Sie war dreiviertel Stunden gegangen, aber sie sah nicht erhitzt aus, nur frisch und morgenschön, mit so klaren sanften Augen, in denen es wie Festglanz und Waldduft schim merte. Der Rittmeister war unten in der Kirche geblieben, weil sie oben mit den Werneck's zu theilen hatten; Eva bemerkte ihn nicht, aber er sah sie. Das lieblichste Bild auf Goldgrund hatte der Baumeister gesagt. Er hatte recht, auf dem goldigen Hintergrund des reichen Haares leuchtete ihr Gesicht so rein und freudig, daß er wieder an den Spruch reines Herzens dachte. Als der Gottesdienst zu Ende war und man sich mit den Nachbarn be grüßt hatte, Einladungen ausgespro chen und angenommen waren, sagte der Rittmeister zum Reitknecht, der ·die Pferde hielt: „Du kannst fahren, Fritz, sag' den Damen, daß ich noch zu thun hätte und gehen würde.“ Als die Damen zum Aufsteigen be reit waren, ging er schon mit langen Schritten die Dorfstraße entlang, im Schulhause, wo zugleich Postagentur war, lehrte er einen Augenblick ein und bog dann rasch in den Fußweg ein, den sogenannten Clausdorfer Kirchsteig, der quer durch das Feld auf den Wald zuführte. Im hellen Sonnenschein sah er Evas helle Gestalt vor sich hergehen und holte sie rasch ein. Sie blickte sich überrascht um, als sie seinen Schritt dicht hinter sich hörte. „Das war nicht richtig, Fräulein König“, sagte er streng, „Sie mußten nicht den weiten Weg allein gehen.“ „O, ich wußte ja, daß lkein Platz im Wagen war,“ sagte sie sanft. „Edmund hätte bei Mamsell bleiben tönnen, oder wir hätten einen zweiten Wagen genommen.“ „Aber wirklich, Herr Rittmeister, mir macht so ein Weg nichts aus, ich fand es wundervoll. Es war vielleicht das Schönste an diesem Festtage!“ „So? Und nun wollten Sie gern auch allein zurückgehen?“ „Ich dachte es wenigstens.“ „Aber ich muß Ihnen nun doch meine Begleitung aufdrängen,“ sagte er schroff, „ich finde den Weg nicht sicher genug für ein junges Mädchen.“ „O, Herr Rittmeister, was heute unterwegs ist, das sind nur Kirchgän ger,“ sagte sie zutraulich. „Meinen Sie? Aber ich mag es nicht, ich will es nicht!“ Merkwürdig, sie nahm diesen beinah heftigen Ton garnicht übel, die mu— thige, unternehmende Eva empfand auf einmal ein wunderlich süßes Gefllhl von Sicherheit, und wenn er auf dem schmalen Waldweg hin und wieder den Arm ausstreckte und die niederhängen den Zweige wegbog, war's jedesmal wie ein schüthender Flügel über ihr. Tie sprachen nicht viel. Es war so mertkwürdig still kein Gerüusch von den Feldern. vom Dorf her. laum eine Arkansas Echo Donnerstag den 15. Okltober 1925 Vogelstimme, nur ein Summen von Mücten und kleinem Gethier, ein stum— mes schläfriges Nicken der Blumen am Wege. „Mittagszauber!“ sagte Eva lelse, und da nickte er, als hätte er eben das selbe gedacht, und beide athmeten auf, als sie wieder in's Freie traten. XI. Am Nachmittag wurde es lebendig im alten Hause. „Fast wie zu den Zeiten des guten Ernst,“ sagte die taube Gräfin, die zu aller Ueber— raschung mitgekommen war. „Eine Auszeichnung!“ hatte der Nittmeister herzlich gesagt, als er ihr vom Wagen half. „Muß mir doch 'mal ansehn, wie Ihr's treibt, mein lieber Lantz,“ hatte sie heiter geantwortet. Jett saß sie auf dem bevorzugten Platz auf der Veranda, von wo sie alles beobachten tonnte, auch den Tisch der Jugend neben der Freitreppe unten im Garten. „Wir haben den Syndikus mitge— bracht, Herr von Lantz,“ sagte die Baronin Werneck, „er hatte sich zu Mittag angesagt bei uns da fanden wir es so am einfachsten. Kommen Sie, Herr Fährmann, Sie sind ange meldet!“ „Arme Junggesellen müssen im Fest zusehen, daß sie sich von den Brosamen der Familientische nähren,“ sagte der Syndikus und „So dachte ich auch,“ fiel hier Graf Udo Wolfsberg ein, der eben mit seiner jungen Schwester in den Kreis trat. „Ach, Ninh, Niny Wolfsberg!“ hieß es allgemein, „bist du da? Sieht man Sie auch einmal?“ „Ich will die Ferien einmal bei Udo verbringen,“ sagte das reizende Mäd— chen, das noch in Pension war. „Ja, sie hat sich meiner Einsamtkeit erbarmt, da war ich ihr doch etwas schuldig! Und da ich so was hört-, daß in Clausdorf heut' zum Sammeln geblasen wurde, wußt' ich nichts Bes seres, als mich auch hier einzufinden, obwohl ich nicht signalisirt war! Wart' Christopher!“ „Du weißt, Udo, ich bin ein schwer fälliger Mensch, gut, daß du da bist!“ „Wer ist das?“ fragte Niny Wolfs berg plötzlich neugierig, als Eva mit dem silbernen Kuchenkorb hinter dem gravitätischen Brinckmann erschien. „Fräulein König, darf ich Ihnen meine kleine Schwester vorstellen?“ sagte Graf Wolfsberg in ausgesucht höflichem Ton, und „o, Sie sind Fräu lein König?“ rief diese kleine Schwe—- ster, „ich habe schon von Ihnen gehört! Guten Tag!“ und damit schüttelte sie der Ueberraschten kräftig die Hand. Aber Eva hatte anderes zu thun, als sich um das liebenswürdige Komteß chen zu kümmern, das in diesem Kreise ja sicher war wie inAbrahams Schooß. Dort stand „der kleine Klotz“, wie Ba ronin Lydia boshaft gesagt hatte, die kleine Heimwehkranke, die aussah, als möchte sie Eva immer am Rock halten. Die mußte nach unten an den Tisch der Jugend gebracht werden, wo Baronesse Ursula bereits in voller Lebhaftigleit präsidirte, sich augenblicklich die Auf—- mertsamkeiten des jungen Baumeisters gefallen ließ und sich Mühe gab, das Scharfe, Spöttische ihres Wesens zu mildern, denn Vetter Christoph saß zwar nicht mit an diesem Tisch, aber sie bemerlte, daß er seinen Blick öfter hierher wandern ließ. Eva ging hin und her, überall mit Aufmerksamkeiten bereit, heimlich und öffentlich von allen beobachtet. Sie war zu reizend in ihrem weißen Kleid und in diesem häuslichen Thun. Utr— sula hätte ihr für's Leben gern dieses Recht heute streitig gemacht, aber sie wußte, daß man ihr dergleichen nicht zutraute, auch daß es ihr nicht stand! Ihre Bewegungen waren immer die einer Dame im Reitkleid, auch wenn sie wie heute in duftige Spitzen gellei det war, und ihre Hände waren auch mehr mit der Gerte, ja mit der Flinte vertraut, als mit Tassen und Kannen. Allenfalls noch mit dem Racket! Vom Tennis war natürlich gleich die Rede, als man aufstand und durch den Garten schwärmte, wurde sofort der Plah besichtigt. Eva, die erst ein Weilchen von der tauben Gräfin in Anspruch genommen war, half seht beim Abräumen der Tische, als Ursula im Vorbeigehen sagte: „Sie scheinen nicht viel collegiali sches Gefühl zu haben, Fräulein, ich sah Fräulein Klotß eben ganz allein aus der Seitenpforte gehen.“ Eva sah sie groß an. „Fräulein Kloh geht zu Pastors, ist glücklich, dort eine Verwandte begrüßen zu können, die gestern dort angekommen ist. Ich habe ihr den Weg genau beschrieben, da ich jeht nicht hier weg kann.“ Ursula machte eine hochfahrende Miene als wollte sie sagen: „Warum nicht?“ „Meine Damen, wir warten schmerzlich Fräulein König, Sie spielen doch mit?“ rief da Graf Wolfsberg und trat mit dem Syndi— kus, Racket schwingend, heran. „Gleich,“ erwiderte Eva, „wollen Sie lieber anfangen? Einen Augen blick habe ich noch zu thun.“ „Nein, nein, wir warten. Oder dürfen wir helfen?“ Und Eva, in einer klleinen lber müthigen Regung, die durch das We— sen der Baronesse verursacht wurde, belud wirllich den Synditus mit dem Kuchenteller und den Grafen mit der Zuckerdose, die sie beide gehorsam hin ter dem schönen Evchen hertrugen, während sie ihnen neckend zurief, die Sticke wären aber gezählt. „shrölen hal sich jo staatsche Bedien- tes ausgesucht, da kann der alte Brinckmann woll Feierabend machen, schmunzelte dieser mit der ihm von Alters her zustehenden Vertraulichkeit. Aber Ebchen lachte. „Ach nein, Brinckmann, nehmen Sie Ihr großes Tablett und machen Sie ein Ende, die Herren kümmern sich doch nur um die Süßigleiten! So, jetzt bin ich be—- reit.“ „Seit wann klönnen Sie denn Ten nis?“ fragte Lydia Werneck, als Eva mit in die Partie trat. „Ich habe mich mit den Kindern ge übt, und jetzt, wo Herr Wildt hier ist, habe ich ja auch einen ernsthaften Geg— ner.“ „Gegner!“ begehrte dieser auf, „Sie wollen sagen Partner, gnädiges Fräu— lein!“ und Niny rief mit einem Blick offener Bewunderung: „Sie haben ge wiß nie und nirgends Gegner!“ „Wer weiß?“ scherzte Eva. „Game forty out!“ Heiter verlief der schöne Pfingst nachmittag, und der junge Baumeister hatte es nicht nöthig, nach Berlin und einer „Kremserpartie“ zu seufzen, wo— mit Evchen ihn neckte, als sie ihn gegen Abend allein in dem alten Lindengang traf. „Warum wandeln Sie hier so allein?“ fragte sie eilig, „können Sie den Grunewald doch nicht verschmer— zen?“ „O, o, Gnüädigste, ich ruhe mich blos aus.“ „Wovon denn, vom Spiel?“ „Das sagen Sie so! Von der ari— strokratischen Atmosphäre! Der ganze Garten ist ja voll davon.“ Eva lachte. „Ich habe nicht bemerkt, daß sie Ihnen drückend war! Und Komtesse Wolfsberg schien Sie auch nicht gerade zu beängstigen, Herr Bau— meister!“ „Meinen Sie? Ach wie nett Sie mir mit der kleinen Hand drohen, das steht Ihnen famos, Fräulein König! Na „nun laufen Sie doch nicht so ich komme ja mit!“ „Nach der Pfarre? O, dann könn— ten Sie mir ja den Gang abnehmen und meine kleine Collegin holen.“ „Das blonde Klötzchen?“ rief er mit komischem Schrecken, „nein, das thun Sie mir nicht an! Sie ginge auch garnicht allein mit mir!“ „Sie Unverbesserlicher,““ rief Eva kopfschüttelnd, „finden Sie es nun schmeichelhafter, wenn man mit Ihnen allein geht, oder wenn man's nicht thut?“ „Oela dépend!“ sagte er, seinen Schnurrbart streichend und Eva fixi rend. Aber vor ihrem unbefangenen, schelmischen Gesicht gab er seine Farxe rei auf und sagte: „Hm, Ernst, Fräu— lein König, wenn Sie nicht mit mir gingen, das würde mich schmerzen!“ „Also!“ „Also betragen Sie sich danach, wollen Sie sagen. Thu ich's denn nicht, Fräulein Evchen? O pardon, das soll ich ja nicht! Aber sagen Sie, klingt es Ihnen unangenehmer als die ses hochnasige „Fräulein“, womit die Baronesse Sie geflissentlich comman—- dirt? Mich macht es jedesmal wü— thend!“ Eva antwortete nicht gleich, so daß er eifrig weitersprach: „Ich finde sonst, Sie sind hier sehr gern gesehen, und das zeigt mir, daß die vornehmen Leute Geschmack haben! „Man ist sehr, sehr gütig gegen mich,“ unterbrach jeßzt Eva rasch, und es sind wirklich vornehme Leute, im wahren Sinne des Wortes. Ich habe Tante Binchen lieb, ich verehre die alte Gräfin, die junge Dietendorfer Gräfin ist höchst gebildet und wahrhaft adelig Komtesse Niny aber das bezau—- berndste klleine Edelfräulein. Wenn Fräulein von Corswind mich nicht mag, so „So hat das seine Gründe,“ fiel Wildt bestimmt ein, „das kann ja ein Blinder fühlen. Mein Gott, wie Sie roth werden! Und das steht Ihnen wieder so niedlich, wie wenn Sle mit der Hand drohen! Hören Sie, Fräu—- lein Evchen, so aristokratische Hände wie Sie haben nicht alle Damen hier!“ „Nun ist's aber genug,“ rief Eva energisch, „da kommt ühbrigens schon Fräulein Kloh!“ Sehr belebt lam die kleine Blondine eben vom Pfarrhof und hing sich gleich an Evas Arm. „O, das war ein schö— ner Nachmittag,“ rief sie, „wenn ich jezt nur garnicht von Ihrer Seite zu weichen brauchte, dann brächte ich die sen gefürchteten Tag wohl hin.“ „Die ist nicht dumm,“ dachte der Baumeister belustigt. Etwas schneller wie vorhin kamen sie jett durch den noch dämmeriger gewor—- denen Lindengang zurlick, und es war Eva doch lieb, daß sie jezt nicht zu zweien aus dem Schatten traten, denn auf dem Platz vor der Veranda stand ein großer Theil der Gesellschaft und auch der Rittmeister blickte gerade in tensiv nach dem Eingang der Allee. „Sieh da, die beiden Gouvernanten mit ihrem Ritter,“ sagte Ursula ziem lich laut. Der Synditkus machte ein molantes Gesicht und bemerkte: „Ich will nicht hoffen, daß dieser Baumei ster mir zuvorgelommen ist Fräu—- lein König, darf ich die Ehre haben, Sie zu Tisch zu führten?“ Ursula wandte sich brüst ab, um g-- rade zu sehen, wie Vetter Christoph Niny Wolfsberg den Arm gab, für die er freilich nur ein vterliches Lächeln hatte. Aber es war doch da, dbies Lächeln, und Ninh ging doch an sei— nem Arm, während sie, Ursula, sid den aanzen Taag vergeblich nach einem Wort, einer· Beachtung von seiner Seite gesehnt hatte. Rad Tische natürlich Musik! Ba— ronin Werneck hatte Noten mit und sang mit großer Bereitwilliglei-, von ihrer Cousine Alma begleitet. Als sie dahinter tam, daß in dem Baumeister ein neues musikalisches Element in den Kreis gekommen war, suchte sie diesen an ihre Schleppe zu fesseln, und es war sehr ergötzlich zu sehen, wie Arnold Wildt, nicht im mindesten eingeschüch—- cert durch ihre gnädigen Allüren, sei— nen hübschen dunklen Krauskopf ge nau so hoch trug wie sonst und sich auch musikalisch kein Jota unterord nete. Daß er, neben dem Flügel stehend, nach seiner beliebten Manier auch die Hände in die Tasche steckte, war ja nicht ganz hübsch, und merkwürdig, als Eva an ihm vorbeiging, verstand er einen einzigen Blick ben ihr sofort und zog die Hände heraus. „Sie sind doch eine geborene Gou— vernante,“ sagte er ihr nachgehend, halb ärgerlich, oder hatten Sie es eben nicht auf meine Taschen abgesehen?“ „Ja, Herr Baumeister, ich wollte auch gern 'mal Ihre Hände sehen!“ sagie sie und lachte mit allen Schel mengrübchen, „und doch nicht eine Spur totett,“ dachte Wildt und stellte sich in vorschriftsmäßiger Positur an den Flügel. Prächtig klang seine Stimme, als er das „Preislied“ aus den „Meistersingern“ anstimmte: „Morgenlicht leuchtet im rosigenSthein und mit ausdrucksvollstem Vor—- trag tam's schließlich wie ein freudiger Ruf: „Eva das schönste Weib!“ Es gab hellseherische Leute in de' Gesellschaft. Die alte Gxäfin, die ganz nahe saß und die Hand an's Ohr hielt, hatte sogar den geschmetterten Namen gehört und fragte in ziemlich vernehmlichem Flüsterton ihre Schwie— gertochter: „Heißt die kleine Königin nicht Eva?“ Die junge Gräfin nickte und lächelte fein, hoffend, daß das Stimmenge-- schwirr in der Pause die Bemerkung verschlungen habe. Aber es lächelten noch mehr Gesichter, und der Rittmei—- ster bekam auch einen plötzlichen Be griff von musitalischer Huldigungs—. form. Er stand am entgegengesetzten Ende des Saales und mußte einem Ontel der Wernecks standhalten, der trotz der Musit hin und wieder auf ihn ein— sprach und ihn jetzt in der Pause vol— lends festnagelte mit einem Gespräch über Moorkultur. Dies war sonst auch ein Lieblingsthema des Rittmei— sters, aber im Augenblick war er zer streut, denn in einem gegenüberhängen den großen Spiegel beobachtete er Eva. Sie saß während des Gesanges ganz still und hatte einen eigenthümlich in sich gekehrten Ausdruck. Jetzt traten mehrere von den Herren zu ihr und schienen lebhaft um etwas zu bitten. „Nun wird sie singen,“ dachte der Ritt meister erwartungsvoll. Aber nein, sie scheint abzulehnen; was? Was macht sie für ein schelmisches Gesicht und bewegt die Hände so? Ja, Eva schlug den Herren vor, sie wolle lieber zum Tanz spielen als sin gen! Sie wüßte genau, daß manchem in der Gesellschaft damit mehr gedient sei, womit sie Niny Wolfsberg zunickte, die allerdings diesen Wunsch geäußert hatte und nun so recht im Stadium jugendlicher Schwärmerei ausrief: „Fräulein König, Sie sind ein Engel! Müssen wir auch erst fragen? O, bitte, sagen Sie es dem Rittmeister, ich fürchte mich!“ „O, nicht doch, Komtesse,“ sagte Eva rasch, „hier kommt Herr Rittmeister, sagen Sie es gleich!“ „Dürfen wir tanzen,“ fragte Niny, „ach, bilte, erlauben Sie es!“ Er lchelte ernst über diesen zaghaf ten Ton und beeilte sich zu versichern, er würde „Fritz“ mit der Handharmo nita sofort beordern. „O, das ist nicht nöthig, das liebe Fräulein König spielt! Sie kann es!“ Eva saß schon am Flügel und into nirte den Donauwalzer, der Rittmei ster sah ihr zerstreut zu, bis sie, ver— legen durch sein langes Hinschauen, ihn heiter anredete: „Nun, Herr Rittmeister, diesen Rhythmus tennen Sie, nicht wahr? Sie übertreiben Ihre musilalische Un—- tenntniß? Zählen Sie eins, zwei, drei dann sind Sie im schönsten Walzer!“ Er sah sie mit eigenem Ausdrudck an. Man scherzte mit ihm! Dieses Mäd— chen lannte leine Furcht, wie sie eben te die klleine lustige Komtesse gezeigt atte. „Ich gehorche!“ sagle er, seinerseits mit einem Versuch zu scherzen, was bei seinem strengen Gesicht und dem stei—- fen Diener, den er dabei machte, aber nicht sehr glaubhaft ausfiel. Im näch— sten Augenblick drehte er sich aber doch wirklich im Tanz, und das klleine Fräulein Kloh, dem diese Ehre zufiel, war so erschrocken, daß es selbst durch die weißblonden Haare dunkelroth zu schimmern schien. „Bitte, Fräulein, jett einen Galopp,“ commandirte Ursula, „dieser Walzer ist zu sentimental.“ „Zum Lanciers engagiren!“ rief aber dazwischen Fährmann, der so fort Tanzordner geworden. Ursula war überstimmt, und zugleich trat der Baumeister heran und sagle beflissen: „Erlauben Sie, gnädiges Fräulein, ich u: Sie ab, machen Sie mir Plahß ittel“ Und ehe Eva sich versah, stand sie mit Graf Wolfsberg in der Quadrille, und bdann kam die natürliche Freude am Tanz über sie, ungestört dadun deß Ursula ihr hegenltersang urc Vetter Christoph! Es war Eba a brollig, den Rillmeister so erusleh auf sich zuschassiren und jsede Figut t regelrecht ausführen zu sehen. Zu 1 commandirte der Synditus: u gez les dames graunde an 1 ene uud klbblie ging der Bau meister am Flügel in einen hinret den Laur ner! hinreihen- Und Eva flog mit dem Rittmeista durch den Su Wirllich, er nein tanzen, sehr gut sogar! Aber c mochte es n i nicht nein, er hiell schon an, als sie einmal die Runde ge macht hatten, und mit seinem gewöhn lichen undurchdringlichen Gesicht gah er seine Tänzerin wieder frei. Rasch trat sie an den Flügel und sagte dringend: „Herr Wildt, jezt tomme ich wieder, bitte!“ 1 „Aber, Fräulein König, ich möchte auch einmal mit Ihnen tanzen, tann denn Niemand sonst spielen?“ „Nein, nein,“ drängte sie, sette sich ohne weiteres und spielte den ge wünschten Galopp. Der Baumeister lehnte sich über den Flügel. „Sie spie len ja wie elektrisirt,“ bemerkte er viel sagend. „So tanzen Sie doch!“ sagte sie un geduldig. „Ich mag aber nicht, gnädigste K nigin. ich werde Pagenstelle vertre ten!“ „Unsinn, Herr Wildt, engagiren Sie doch Fräulein von Corswind, sie hal sich diesen Galopp gewünscht.“ „Bei Ihrer Ungnade ich bleite hier stehen,“ beharrte er. „Sagen Sie aber mal, warum haben Sie heute nicht gesungen?“ „Es war schon genug Musit, es gibt Personen in der Gesellschaft, die nicht allzuviel davon vertragen können.“ „So? Unser bärenmäßiger Haus herr vielleicht? Himmel, wie grimmig er in diesem Augenblick wieder aus— sieht! Will er mich verschlingen, oder wen? Au, Fräulein König, Sie morden ja auch mit Blicken. Ich Un schuldswurm, ich krieche in's Mause loch!“ Damit entfernte er sich in sei ner ganzen stattlichen Länge und sah überhaupt keineswegs nach Verkriechen aus. Ueber dem Hof stand der Vollmond, als spät der letzte Wagen abgefahren war. Es war ungewöhnlich warm, als wäre man schon weiter im Jaht, und man hatte doch eben erst Juni. Eva stand noch auf der Freitreppe und konnte sich nicht entschließen, hin einzugehen. Der schöne Vnn der so hold und wirklich festlich begon nen hatte, war“ gar zu geräuschvoll ausgetlungen. Wenn man noch einen Augenblid still durch den buschigen Garten hätte gehen können, aber „Eine kleine Mondscheinpromenade wär' jetzt nicht übel, was?“ fragte da der Baumeister. „Sie hindert ja nichts, Herr Wildt, das Haus bleibt doch noch ein Weil chen offen,“ sagte Eva und ging in's Haus. Tante Sabine zählte gerade eifrig und ängstlich das Silber und Eva lam gerade recht, um den einen vermißten Löffel an ungeeigneter Stelle zu entdecken. Die Majorin hatte sich schon zurüc gezogen, Ursula stand in der Thür von des Rittmeisters Zimmer, in ein Ge spräch vertieft, das aber nur einseitig geführt wurde. Endlich sagte sie: „Nun denn, gute Nacht, Christoph. Nett von dir, daß du unsertwegen solche geselligen Anstrengungen ge macht hast!“ Unbewegt antwortete er: „Diese Einladungen hätten ohnehin ergehen müssen.“ Der Vät! xll. Der zweite Pfingsttag ließ sich an ders an. Wohl war's dasselbe hert liche Wetter, das endlose Blühen »nd Duften in der Luft, aber nach all der Geselligtkeit des vorigen Tages schienen sämmtliche geutaenesen heut einsied lerische Gelüste zu haben. Der Rittmeihter war den ganzen Vormittag nicht sichtbar, Niemand wußte, wohin er gegangen. Tante Binchen tramte und rumorte in aller Stille und unter fortwährenden Ge wissensbissen darüber, daß sie den Festtag nicht respettirte aber ein solches Treiben, wie gestern, hatte zu viel Spuren t classen welche bie Gute aus dem Geleise brachten. Die Majorin hatte eine schlechte Nacht gehabt und verließ ihr Zimmer nicht, um so mehr Bedienung bean spruchend. Ursula wanderte unruhig und plan los umher, war bald im Garten, bald in der Halle, in den Ställen oder auf dem Wiesenweg. Der Baumeister schlief den ganzen Morgen und hatte für Brinckmann, der einmal respeltvoll hereinschlich, nur ein undeutliches Brummen. Eva war unausgeseht mit den Kin dern zusammen. g dem Gefühl, ge stern so sehr ihre eigenen Wege, oder doch die der großen Gesellschaft gegan gen zu sein, war sie heut doppelt liebe voll um ihre Kleinen bemüht. Zuerst erzählte sie ihnen biblische Geschichten und zeigte ihnen hübsche Bilder. Dann nahm sie mit Dina eine gründliche Puppenstubenreinigung vor und sah Ebinunds sämmtliches „Zaum- ur Sallelzeug“ nach wie er es nannt-) machte neüe Peilschenschnüre und bder gleichen.

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Was wohl die Römer mit ihrem tero angetangen hättn wenn er oi em großen Brande statt der Fidel sie mit dem Saxaphon unterhalten xte! Korrespondenzen er en Hartman, Ark.,, 9. Okt. 1925. Arkansas Echo, Little Rock. So ungeowöhnlich das Benehmen jett ist, so sind die Na— xeinungen ebenfalls abnormal Ich kann mich noch gut erinnern, daß zur Weihnachtszeit die Kirsch gäume in Blüthe standen, aber daß so wie jetzt anfangs Oktober so et was zu sehen war, kann ich mich nicht orinnern. Es sind nicht blos Kirsch dume die bei uns blühen, sondern Lrnune eielrime und sogar o nicht recht bald kühlere Witterung einsetzt, dann sind d Aussichten für eine Obstern te schlecht fürs nächste Jahr. Die lange Trockenheit und dann der reich-- liche Regen mit ungewöhnlich war- Vetter hat die oben erwähnte ee inun möglich gemacht. Der er so sehnlichst gewünscht und erfleht wurde, hat uns wirklich keinen Segen gebracht. Nicht nur daß 20 Progent der Baumwolle durch die großen Regen verloren ge— gangen sind es hat auch die Grade oder Qualität um 20 bis 25 Dollar per Ballen geschädigt. Dann kommt noch die Schädigung am Samen hinzu, welches ebenfalls von d bis 10 Dollar zum Ballen ausmacht. Wenn dann noch so Hirnverbrannte Zei tungsmenschen schreiben: „der Regen war Millionen werth“ dann könnte man so aus der Haut fahren. Die Reiseberichte stinunen in einem Punkte alle ilberein, nämlich: Das deutsche Volk ist immer noch guter Dinge, es muß ihm also nicht schlecht gohen. Frohsinn ist ein von Gott verliehenes Erbtheil des deutschen Volles und so lange die Deutschen sich dieses Erbtheil bewahren kom— men sie immer wieder oben auf. Das Singen in der deutschen Armee hat ihre Feinde öfters aus der Fassung gebracht. Man denke sich nur einer der auf uns zukommt, bewaffnet mit der Absicht zu töten und der Kerl singt dabei, so etwas sind keine Nar ren gewachsen. Ich kann mich noch gut aus meiner Jugendzeit erinnern wie da überall und zu jeder Zeit ge sungen wurde, sogar kleine Kinder sangen bei ihrem Spielen. Und doch war eigentlich nach unserer jetzigen Anschauung keine Ursache zum Sin gen vorhanden, denn das Volk lebte in jerbärmlichen Verhältnissen. Die Statistik liefert uns dieses Bild: 1870 war der Landbesitz im preußischen Staate d 2 Prozent des Werthes ver schuldet, in Sachsen 40 Prozent in Melctlengurg 45 Prozent. In Oester reich wuchs die Schuldenlast des Be sitzthums zwischen 1870—1871 um 895,209,000 Gulden. In Italien wurden zwischen 1878 —1879 35, 074 Familien aus rhrem Besitzthum getrieben. In 2 Jahren hat sogar der Fiseus selber 13,258 Güter ver kauft wegen Steuerrückstände von 10— 00 Franken. In Frankreich wa ren 1870 3,600,000 Grundeigen thumsbesitzer, von diesen hatten 346,000 feine Fenster in ihren Woh nungen, 2,000,000 Wohnungen hat ten nur ein Fenster. Wie die Nahr ung in den sechsiger Jahren bei den VBaubrn war, muß uns jett mit Ent-- setzen erfüllen. Das tägliche Brod wor Roggenbrod, aber wis? Dadsje nige Mehl daß durch das Sieb fiel, gab Brod für die Herrschaften, die Kleie mit dem groben Mehl wurde zum Brod für Dienstboten und Ar— deiter verwandt. Wenn dann noch Butter dabei gewesen wäre, hätte es noch angegangen. Dann das Cigoren wasser hat man noch Kaffee genannt Milchsuppe war doo Phozent Milch d do Prozent Wasser. Kartoffeln ind Gemüse ohne Fett, keine Eter und gewiß kein Zucker. Wie kann denn da noch gesungen werden? Die Leute haben sich auch den Magen nicht dordorben, infolgedessen gab es in unserm Amtsbezirk Serkenrode mit soinen 20 Döoörfern kein Doktor kleine Apotheke und auch kein Advokat. Hurrah! F. W. Oberste. a n Altus, Ark. 7. Okt. 1926. Arkansas Echo. Die drite Distrikts Versammlung wurde in Altus am Sonntag den 4. Okt. abgehalten. Dieselbe wurde durch den Distrikts Präsidenten I H Kramer um halb zwei Uhr zur Ordnung gerufen. Hochw. Vater Placidus sprach das ïbliche Gebet Elser wurde als Sekretär der Versanmlung gewählt. DiE Tröff nungsrede des Prsidenten war sehr zeitgemhß, er sette auseinander welch roße Gefahr der Ku Klux Klan für uns Katholiken bedentet und daß wir durch unsere Vereinigungen dem Treiben unserer Feinde entgegenar eiten miüssen. Der nächste Rodner war Vater Placidus und wie immer war sein Vortrag intevessant und be lohrend. Er erluterte daß wenn die Katholhken in den Ver. Staaten in Einigkeit zusammen arbeiten, würden dieselben Vieles erreichen könnten da Arkansas Echo Donnerstag den 15. Okltober 19256. Beiclten ungefähr den sechsten Theil unserer Bevölberung ausmachen. Es wiürde den Rahmen eines Protokolls überschreiten, seine Rede ausführlich wieder zu geben, doch möge noch be merkt werden, daß er der Versamm lung die Central Stelle warm ans Herz logte und den Lokal Sekretären empfahl das Central Blatt und Press Letters in den Versammlungen ehe zur Sprache zu bringen.. C. Roll folgte den Ausführungen Vorredners und betonte haupt-- sächlich, daß die Opferwilligkeit un— serer Vereine sehr Vieles zu wünschen übrig ließe. Jos. H. DeClerk hielt eine längere Ansprache, welche mit großem Bei fall aufgenommen wurde, er sprach über die Katholiken feindlichen Ge— setze, welche bei der letzten Legislatur Sitzung durch unser Vigilanz Komite vereitelt wurden. Herr A. Geheb von Barling lud die Mitglieder ein die nächste Ver-- himmlung in Barling abzuhalten, welches mit Dank angenommen wur—- de, jedoch wurde das genaue Datum derselben noch nicht bestimmt. Die Versammlung schloß, wie üb— lich mit Gebet. A. Elser, Sekretär. I. H. Kramer, Präsident. V Lokal Nachrichten. In Pine Bluff hat Lieutnant AS. Rutherford den 19 Jahre alten Bell bboy des Majestic Hotel am Samstag geschossen, und der Junge ist am Montag geshorben. Ruther lrd soll angetrunken gewesen sein und sagt, der Schuß sei ohn Zuthun losgegan gen. Er kam von einer Uebung in den Jefferson Barrakten und war auf dem Heimfeg. Das legislative und Bürger Stra— ßen Komite das einen Plan zur Tnt— lastung der sschwer bedrückten Stra—- Bendistrikte findtn sollte, hat den Loughboro Plan angerpmmen. Er sieht de Steuer für die Galone Ga solin vor, bezahlt im ersten Fahr 60 Prozent der fälligen Straßenbonds und dann 70 Prozent. Dabei bleibt Geld genug für den Bau neuer Stra—- Ben. Das Distrikt System wird ab schafft. Bonds die nach dem 12. Oklt. für Straßenbau ausgegeben werden, sollen nicht unter das Ge—- setz fallen, für dessen Annahme eine Spezial Sitzung der Legislatur be fürwhbrtet wird. Die Pulaski Board es Education boansprucht 814,834 die beim Sheriff Adkins als Collectionsgebiüthren be rechnet waren, aber da er dazu nicht berechticht ist, beim Countyschatzmei ster in de Allgemeinen Fond abge— liefert wurden. Warum darf dann der Sheriff und Colleetor überhaupt Gebühren berechnen Die darauf ver wandto Zeit und Arbeit sind totge schlagen. Er soll die gemachten Col—- leetionen abliefern. Sein Gehalt u. das seiner Gehülfen werden ja aus der Kasse bezahlt. Der Board will nun die 814,834 aus dem allgemei— nen Fond heraus haben, sie sollen in den Schulfond fließen. Vorigen Dienstag Nachmittag ver-- folgte der Motoreyele Phatrollman, Walker einen Neger, der ein Pferd ritt, das 25 Meilen machte und eine Anzahl Autos auf Gaines Straße überholte. Er brachte ihn am Mitt woch Morgen vor Richter Lewis, da er glaubte, der Neger richte das Pferd alb, um an den Rennen an Statefair theilzunehmen. Nun ist aber im Ge—- setz gegen Schnellfahren von Pferden nichts gesagt, daß reiten schneller wie Pahßgang verboten ist. Ob der Ne—- ger im Paßgang geritten sei, wußte der Patrollman nicht. Der Richter fragte ihn, ob er ein dockey sei Weiß nicht was das ist, war die Antwort, aber er sei keiner. Der Richter ließ ihn frei. Am 14. war auf der Fair im Au— ditorium von der Rock Island Bahn veranstaltet ein Vorlesungs- und Re—- detag für Farmer. Am Morgen wur den Vorträge ilber Ausbildung zum Farmer in den Schulen gehalten, ein Vortrag über die Milchziege folgte Bahnbedienung, Mineralschätze, Boh nen und Kindergesundheit wurden in Vorträgen am Morgen gehandelt. Am Nachmittag wurde gesprochen itber Fluthkontrolle, Bewässerung u Entwusserung, Kraftentwicklung und die Folgen davon; Waldaufbau; Ge fligel; Kunstdünger und ein Plan zur Entwicklung einer Model Land—- kolonie. Am Abend wurden Vorträge iülber Vieh und die Versendung desselben gehalten. Iwischen den Vorträgen wurden Wandelbilder gezeigt. Die Bahn ver anstaltete den Tag in ihrem eignen Interesse. Hat der Farmer was zu versenden, dann macht die Bahn Geld Otto Keller A dotops, Kissen und Vorhänqg neu ind repariert. Pferdegeschirre Tttel, Peitschen ete. 306 Ost Washington Ave North Little Ro-. Die Rettung. Erzählung von Paul Richard Hensel. i Als Frau Helene Bang mit lie benswürdigem Lächeln den Kafsee tisch ausgehoben hatte, gingen Haus herr und Gast in das Herrenzimmer. Da gab es neue Bücher und Zeit schristen, Entwiürfe, über die man die gegenseitige Ansicht höron woll te. Man sprach von Projelten, von der Bühne und vom Reisen. „Mir fällt die Wahl niemals schwer,“ sagte Reimer, der Freund. „Mir ist das Meer fast zur zweiten Heimat geworden. Wenn ich jedes Jahr einmal alle Türen in der Stadt hinter mir schließe und drau- Ben zu den lieben Fischersleuten in die niedrige Stube trete, dann habe ich eigentlich erst das Gefühl, zu Hause zu sein. Komm doch auch mit an die See! Du brauchst Ruhe.“ Bang schüttelte ernst den Kopf. „Ich fahre nie mehr an das Meer. Ich nicht und meine Frau auch nicht.“ „Hat dich jener Bootsunfall so ab— geschreckt? Es war ein Unglück, das dich, wenn es Fatum ist, an jeder anderen Stelle ebenso treffen kann.“ Bang hielt den Kopf gesenkt. Langsam hob er die Hand, als wolle er etwas abwehren. Dann fiel sie müde auf die Lehne des Sessels zu rück. „Für dich und die anderen war es nicht mehr als ein Unglück,“ sagte er leise, als fürchte er, die Vergan genheit zu wecken. „Vielleicht ist das sogar alltäglich: Man fährt bei Son nenschein hinaus und wird vom Sturm überrascht. Der eine zieht sich nachher trockene Kleider an, und den anderen kostet es das Leben. Nein, lieber Freund, jener Tag war für mich das Ende eines Lebens, das noch nicht begonnen hatte, und der Anfang eines neuen, das schon längst tot war. Du meinst,· ich soll deutlicher sein? Ich weiß ja nicht, wieviel damals schon über mich und meine Ehe gesprochen wurde. Die Menschen wissen ja oft mehr, als einem selbst bewußt ist. Ich nannte es damals gar nicht mehr Ehe, dies Leben mit einer Frau, die mich müde und unsicher machte, die mit ihrem Gebaren mich quälte und an meinen Nerven riß; von der mich Schranken trennten, die weder Zeit noch Wille einriß. Freunde, die das erkannten, erzählten mir Schlechtes von ihr, als wollten sie mich damit trösten. Was half es, ob ich es sah oder die Augen schloß! Ich war durch sie gelähmt und erschrak oft selbst vor meinen dunklen Gedanken. Denn ich hatte meine Kunst, und um dieser willen wollte ich nicht zu— grunde gehen.“ Die Stimme des Sprechers wur-- de noch leiser, als hätte er sein Ge— genüber ganz vergessen. „Dann lernte ich Ilse Heim ken nen. Wie es kam und warum wir haben nie darnach gefragt. Fängt man an zu denken über Din-- ge, die unser ganzes Empfinden um— wälzen, dann ist man schon am En— de. Ich lernte wieder, was Glück lichsein heißt, sich um eine Stunde zu frenen, zu lachen, Pläne zu schmieden und zu arbeiten. Der gan ze Zauber einer lebenspendenden Jugend strömte in meir Blut. Da das Mädchen eine Verwandte meiner Frau war, ergab sich scheinbar leicht, daß wir gemeinsam an die Küste reisten. Erst dort erfuhr ich, mit wiebiel Schwierigkeiten Ilse ge— kämpft hatte, um bei mir sein zu können, Schwierigkeiten, die sie la-- chend auf sich nahm, weil die einzige Lösung unseres Schicksals schon fest in unserem Willen stand. Der Som mer noch sollte mich frei machen. Dann kam jener Tag, an dem wir gemeinsam zu einer der benach barten Inseln fuhren. Niemand hat— te den Umschlag des Wetters vor ausgesehen. Unser Boot, schaukelte auf den Wellen, als habẽ der Füh— rer keine Gewalt mehr über das Steuer. Als wir bei dem weit nach Silden vorragenden Hövt vorbei fuhren, warf uns die entgegenge setzte Strömung um. Lieber Freund, man lebt unglaub—- lich rasch in solchen Sekunden. Und man sieht und denkt dann so viel, was einem in Tagen und Wochen nicht einkommt. Aber man ist wehr— los gegen diese Gedanken; niemand darf darüber richten. Ich wußte, daß Ilse schwimmen kann. Wer wußte es sonst? Niemand kannte sie. Ich hätte zu ihr schwimmen können, ihren Arm fassen, sie ans Land ziehen. Und dann hätte ich alle Er füllung meiner Sehnsucht in der Hand gehabt: Jugend, Liebe, Glück, Schaffenslust ein neues, reiches Leben. Glaube mir, Freund, man denkt in solcher Lage nur an das Leben, und man denkt grausam, rücksichtslos. Da drang ein leichter Schrei an mein Ohr. Ich blickte zur Seite und sah, wie die Hände meiner Frau von dem kieloben schwimmenden VBoote abglitten. Und in diesem Au—- genblick, als sie, sedes Haltes be—- raubt, den Wellen preisgegeben wurde, traf mich ein Blick, so wis send und so traurig, daß ich wie ge blendet die Augen schloß. Und da war es mir, als hörte ich Glocken: das waren Kirchenglocken, und ich sah die kleine Helene, die mir die Hand gab und sagte: „Nun gehöre ich ganz dir; nun kannst du mit mir machen, was du willst!“ Und in blitzschneller Folge kamen Bilder aus schweren Jahren, in denen ich einen geduldig lächelnden Kameraden hat te bis eine neue Welle mich hoch warf. Da wußte ich: Es gilt nicht diesen oder jenen es gilt einen Menschen, der Hilfe bedarf. Es gelang mir mit Mühe, Helene zu retten. Grenzenlos verwundert waren ihre Augen, bevor eine Ohn—- macht sie schloß. Die kleine Ilse aber ertrank.“ „Du sagtest doch.. „Daß sie schwimmen kann, ge wiß. Vielleicht wollte sie ·nicht. Still war es in dem Raum ge— worden. Erst auf eine zögernde Frage des Freundes fuhr Bang fort: „Jener Tag löschte alle bitteren Jahre meiner Ehe aus. Ich habe mein Weib und meinen Kameraden wiedergewonnen und halte das Wiedergewonnene fest. Nur wenn ich an das Meer denke, ist mir immer, als schreie eine Stimme nach mir und mahne mich an meine Schuld.“ Da sagte Reimer: „Deine größte Schuld hast du ab getragen. Ein Glück, das zwei ge-- schaffen haben, reißt einer allein nicht ein und baut einer allein nicht wieder auf.“

Der Narr des „Alten Fritz. Zum 150. Todestage des Barons Pöllnit. Friedrich Wilhelm 1. von Preu— ßen hatte noch seine „lustigen Räte“, wenngleich er die Gundling, Faß—- mann und Morgenstern, mit denen er im Tabakskollegium seine der ben Späße trieb, nicht mehr direkt als Hofnarren bezeichnete. Sie spielten die verlachte und lachen— machende Rolle der komischen Per—- son, die an den Höfen früher dem Narren zukam. Friedrich der Gro-- Be, der „Monarch der Aufklärung“, hatte zwar die lauten und oft grau samen Streiche verbannt, mit denen man sich unter dem Stock seines Va—- ters ergötzte, aber etwas von dem ungefügten, burschikosen Humor des „Soldatenkönigs“ lebte auch noch in seinem großen Sohn. Friedrich neckte und spottete gern: er konnte sich von seinem dämonischen Witz bis zu Grausamkeiten hinreißen las-- sen; aber es waren freilich nicht ar me, wehrlose Federfuchser, mit de nen er sich in dem so leicht verwun— denden Kampf des schneidigen Wit— zes maß, sondern er suchte sich geistvolle Männer aus oder zum mindesten weltgewandte Aventu—- riers, mit denen es sich lohnte, die scharfen Klingen des Geistes zu kreuzen. Nur ein einziger aus sei— nem Kreise ist eigentlich von ihm zum „Narren“ erniedrigt worden, mit dem er lolle Späße trieb und in dessen Behandlung er manchmal bis zur freilich stets verdienten Grausamkeit ging. Es war der Varon Karl Ludwig von Pöllnit, dessen originelle, dem deutschen Ba-- rock entwachsene Persöoönlichkeit bei der 150. Wiederkehr seines Todes-- tages in ihrer breiten Jovialität wieder neben die zarte Feinnervig keit seines königlichen Freundes tritt. Denn trotz seiner sittlichen Minderwertigkeit, troß all seiner charakterlosen Abenteuer war Pöll nitz, den der König selbst wohl sei-- nen „Narren“ nannte, Friedrichs Freund, ein altes „Inventarstiück“ aus der Zeit seines Großvaters, mit dem sich für ihn bereits glückliche Erinnerungen aus der Jugend ver—- knüpften, ein vielerfahrener, stets vergnügter Lebemann, von dem sich der „Alte Fritz“ sein ganzes Leben hindurch nicht trennen konnte, so ost er sich auch über ihn ärgern mußte und ihn vom Hofe jagte. Stets hat er den „alten Pöllnitz“ doch wie— der in Gnaden aufgenommen, weil er ihn brauchte, um über ihn ein— mal recht herzhaft zu lachen, je dü— sterer Sorgen und Grillen seinen Lebenshorizont umzogen, weil er bei ihm einen Weltmenschen und zu—- gleich schlagkräftigen Humor fand, der sich auch seiner Haut zu wehren wußte. Friedrich hat nicht nur auf seine Kosten gelacht, sondern Pöllnitz gar manchmal auch auf Kosten des Königs, und so haben sie ein wunderliches Paar den Freund—- schaftsbund schließlich doch bis zum Ende ausgehalten, verknsiipft durch unzählige gemeinsame Erinnerun gen, so daß der greise Kammer—- herr bis zu seinem Tode doch zu den Vertrauten und Getreuen des Einsiedlers von Sanssouei zählte. J

Durchschant. „Weißt D', Jack'nbaner, mi' freut halt's Leben gar nimmer!“ „Was glaubst D' denn meinst D', l zahl' Dir scho' wieder a' Maß-1“ Seite 7 Lokal Anjeiger. —Die höchsten Preise füt Häur aller Sorten, Pferdehöute einge schlossen, Pelze, Bienenwachs, Wolle etc. zahlt die Western Fur Co. Little Rock, Ark, Bex 882. Tags auf Anfrage geschickt. —Wagen aller Sorten, fertig und auf Bestellung gebaut. Gute, shöm und dauerhafte Arbeit garantien Alle Holz- und Schmiedearheit fin Reparatur an Wagen bei Chas. H Noo-, zwischen 7. u. d. an Zzard. Kirchen D.xrectoxvg. Neunter und Sherman Straße. Pater Maurus, O. S. B. Pfarrer Pater Eugene, Assistent. Sonntag: Erste Messe 7 Uhr. Messe mit engl. Predigt 8:30. Hochamt mit deutscher Predigt 10:20. Abend Andacht 7:830. Lutherische Kirche. Achter und Rock Strage. Rev. Dr. A. H. Poppe, Pastor. Am 1.,3., 5. Sonntag 9:00 a. m Deutscher Gottesdier“. Jeden Sonntag: 10:00 Margens: Seantagsschule. 11:00 Moergens Engsche Predigt. 8:00 Abends: Englihhe Predigt. X Luther Memorial Kirche. Ecke 11te und Ringo Straße. Rev. F. W. A. Eiermann, Ph. D. Pastor. 9 Uhr Vor m. Deutscher Gottesdienst 10 Uhr Vorm. Bibel-Schule. 11 Uhr Vorm. und 8 Uhr Abends Englischer Gottesdienst.

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Seite 8 Wir bewillkommnen die Freundschaft des Kleinen Ginlegers Federal Bank Trust Co. Die Bank mit Höfligkeit. 7te und Ulain Slrase. Geo. W. Do naghey, Präsident. Thos. R. Asheroft Vice Präs T.W. Kirkwood Vice Präs. u. Cashier F. Lee Major Vice Präs. R. B. Asheroft, Esst. Cashier. 4 2 2 71

2 Mittwoch Donnerstag. William Farnum in „Man Who Fights Alone“ Comedy Ben Turpin in „Three Foolishweeks“ Freitag Samstag. Fred Thomson und Silver King in „Riding The Wind“ For Sonnschein Comödie „Roarin Lions At Home“ Matinee 10e. Abend Vorstellung We.

Lokal Nachrichteu.

In Bentomnville verregnete vorige Woche die Apfelfair. Aber abgelbalten wurde sie doch. In Fort Smith ist der bekannte Advokat Sam Chew gestorben, er war 70 Jahre alt. In Montgomery County sind vor letzte Woche drei Brennereien gefun-- den und zerstört worden. Im pergangenen Jahr von Okt. zu Oklt. haben 2,073,783 Personen Hat Springs besucht. Die Beamten der Reservation haben das Zählen besorgt. 15 Stuttgart hat seinen Reis Carni val in Regenwetter abgehalten. Ein Mädchen von Lonoke, Miß Vena De Laursers, wurde als Königin gekrönt und das Fest wurde weiter gehalten In Denver, Col., starb die vier JFahre alte Emma Vogler, Tochter der Gheleut A. H. und T. C. Vogler goboren Grade. Sie wohnten frither in Little Rock. Cletus A Newton von Maumelle Township erhielt ein Jahr für Schnapsverkauf und dessen Vater 60 Tage und 250 Strafe für Beihülse Er hatte dem Fungen ehlaubt ein Faß Schnaps im Stall zu verstecken. 723 Back's J Entbietet den Fair Besnchern ein Herzliches Willkommen Sie können gei uns Fhre Einkäufe machen, reelle Waare, bil lige Preise und höfliche Bedienung zugesichert. Hanshalt Leinen und Weiß Waaren Verkanf. Vepperell Sheeting. 1000 Ward Pepperell Shee ting 9.4 braun, regulär 5e die Varb:: 49e. Madeira Cloth. 72 Zoll Rund Madeira Tisch Duch ausgeschnittene Arbeit und gezackben Rand. Ein wirklicher Bargain Fl9. Madeira Cloth. 53 Zoll geschnitten und ge— zacktes rundes Madeira Tischtuch für: 809.98 Thee Napkins. Zwanzig Dutzend gesumte einfach Linen oder Damast Napkins, 18 Zoll zum Verklauf 6 für 81.88 Joe D. Back Bro. 504-507 Main Strase Phastor Dr. A. H. Poppe hat am Sonntag sein 20. Jahr als Pastor der lutherischen Gemeinde vollendet Wir wünschen, daß er hier auch sein 25-jähriges Jubiläum feiert. In Marvell starb Dozert Bruee Macon, der 10 Jahre Kongreßmit— glied war. Er war vorher Advokat und bildete mit James P. Clark eine Advoklatentirma in Helena, bis Clark nach Little Rock zog. Am Sonntag wurde in der St. Eduards Hirche gehaust: Samuel [Leon Berg Sohn der Eheleute Ge— orge und Pauline Margarethe Berg, Wirges. Pathen waren Leon E. Major und Mary K. Major. Das Census Bureau gibt Little Rock 74,216 Einwohner, North Little 15,608 und Fort Smith 31,643 Von den drei Städten ist North Little Rock am besten drann, es hat keine Schulden In Smackover, das ganz aus Holz gebaut ist, ist am Montag der 250 Faß haltende Wasserbehälter, der auf unto Fuß hohen Holzgerüst stand, herabgefallen. Der Behälter war Feuerschutz. Am 8. Oktober hat Chaneeryrich ter Martineau 23 Ehescheidungen be— willigt, alle an Weiße. Am Samstag vorher bewilligte er auch 23 Schei dungen, aber die Hälfte waren Ne— ger. Die Moral scheint hier nicht hoch zu stehen. Das Tiefbohren bei Eldorado hat sich bis jetzt in mehreren Fällen mit einem Gusher bezahlt, was añdere VBohrungen zur Folge hatte. Letzte Woche aber erhielten eine Anzahl Bolhhrer Salzwassfr in irhre Bohr— löcher. Der Regen Ende voriger Woche hat gutes Wetter für die Fair be deutet, aber er hat an der Baumwolle großen Schaden angerichtet. Freilich hat er auch gut gethan und dem Was serholen auf vielen Farmen ein Ende gemacht. In Terarkana haben sich W. Ho—- mer Taylor, W. R. Simmons, Tom Mash und John Messenger des Be— truges schuldig erklärt. Sie haben Oelstock vrn! r die Post ge braucht um unwahre Beschre-bungen zu versoenden. Herr S. Schachleitner der Eigen thümer der Cotton Exchange Pharma ey, eine anerkannte Authorität auf hdem Gebiet der Arzneikunde, lang jährlicher Vorsitzer der Prüfungsbe—- hörde für Apotlhker, ist in seiner Heimah Ironton, Mo. vorige Woche begraben worden. Faszinirende Nadelarbeit. Komplete Auswahl in gestem-- pelten Stücken, Stickerei Faden Garne, Perlen, complete Pakete und Alles zur Nadelarbeit Nöthige. Wir thun Hemstitching und stempeln aller Art. Vuffet Sets. Drei Stück gestempelte Buffei Sots von Leinen. Schöne Mu— ster. Spezial das Set zu lhe Karten Tisch Decke. Geshempelte VLinen Kartentisch Decke in weiß und Tan. Viele neue Muster. Spezial zu 60e Arkansas Echo Donnerstag den 15. Okltober 1925 s Fairbesncher Willkommen in

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Das Ackoerbau Department hat ge gen Erhöhung der Frachtraten, die diesen Herbst geplant war, Einspruch erhogen. Der Farmer habe dies Jahr etwa verdient, so daß er wenigstens mal wioder stehen könne. Nun wollen i die Eisenbahnen ihm sein Ver dienst abnehmen. Das ist recht, die Herren an den Bahnen solltenmal erst lernen. sich mit Prazenten zu be— gnligen, wie sie der Farmer bekommt. Seit 1910 haben die Steuern und die Zahl der Staatsbeamten sich ver-- zehnfacht, so daß das große Capitol schon nicht mehr groß genug ist E sich die Einwohnerzahl Staates verzehnfacht hätte, dann wä— sre es ja recht, obwohl wir auch dann awiel Beamten hätten. Auch die ne für diese Beamten sind gestiegen. Es ist Zeit, daß da eine Revision vorgenommen und ein Halt geboten wird. Am oMntag Morgen 5:30 kolli— dirte der Cottonbelt Zug No. mit Meilen nördlich von Jonesboro mit einem A rbeitszug. Beide Lokomotiven sind zerstört Vier Männer wurden awer verlett, sieben Personen, da runter 2 Frauen erhielten leichte Verletzungen Auch 7 merikanische Arbeiter wurden verletzt. Das un glück entstand dadurch, daß der Ar beiterzug an dem vorn eine tote Lokomotive war, über das Teitenge seise, auf dem er den Personenzug vrbeilassen sollte, hinausfuhr. Als er zurückfuhr kam der Zug. I. E. VBernhard, Arthur Murphy und L. T. Vollins hatten sich an der Fort Smith Straße bei Livy aufge· stellt und hielten vorbeifahrende Au tos an, sie gaben vor Deputy She-- riffs zu sein und kolleetirten Stra fen für Vergehen gegen die Verkehrs Ordinanz. Dann kam ein wirklichee Deputiy Sheriff in einer Car, die sie auch anhielten. Der verhaftete sie und brachte sie ins Gefängniß. Bernhard und Collfns kerhielten 3 Jarre, Zuchthaus und Murphy der 16 Jahre alt ist, wurde bis er 21 ist, in die Reformschule nach Pine Bluff geschickt. In fast allen Geriehten im Slante wiegen die Schnapsfälle vor. Rchter Wade hat den Geschwornen eine l struetion gegeben und dabei gesagt. daß jeder Bürger bei der Vollstreck— unr des Gesetze helfen müsse, und dau— bei mache es nichts aus, ob er die Gesetze billige oder nicht. Wir sindl der unmadgeblichen Ansicht, daß Ge— setze, welche die Mehrzahl der Bürger nicht billigt, nicht erlassen werden sollten. Sind sie aber da, dann soll. ten schleunigst widerrufen werden. Nun haben wir ja einen Aparat für den Widerruf, aber der ist zu schwer fällig. In Fort Smith sind die Prozesse gegen die der Verachtung des Gerich-- tes angeklagten Grubenarbeiter zu rückgeseyt worden. Die Röhrenlei tungs Gesollschaft, welche das Gas nach Fort Smith bringt, wollte mehr haben und die Traetion Co. kam um einen Einhaltsbefehl gegen die Preis-- erhöhung ein. Wenn das Gericht die Erhöhung bewillige, müsse es der Traction Co. erlauben, die Gaspreise zu erhöhen. Da nun Einhaltsbefehle sind, sollten die Grubenarbeiter ei nen Einhaltsgefehl gegen Snet et ung der Löhne und Beiseitesetzen des eingegangenen Kontraetes erlangen. Vielleicht kommt das auch. Staatsschatzmeister Sam S Sloan 26 Jahre alt, ist vorigen Mittwoch Abend an einem Herzschlag gestorben. Er war einige Tage krank an Fieber, aber die Doktoren hielten die Krank— reit ungefährlich. Der Verstorbene war ein ungewöhnlicher Mann, 14 Jahre alt verlor er beide Arme in einer Entlernungsmühle. Er konnte schreiben, indem er die Feder in den Mund nalhm. Er wurde zum Schah meister von White Co. gewählt und verwaltete das Amt allein, schrieb alle Bücher bei. Nach Verlust der Arme studirte er und wurde Erxpert Aecountant, bei der Missouri Pae. Vahn und mit 20 JFahren wurde er zum Schahmeister von White Co. ge wlhlt, und wurde 1924 zum Staats schahmeister gewählt. Er wurde ar Freitag im Rose Lawn Park be graben.

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