Arkansas Echo (Little Rock, Ark.)
June 18, 1925

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Allgemeine Zeituna für Wahrheit und Klahreit auf dem Politischen und Sozialen Gebiete Jahrgang 84. l Wochen-Rundschau. England und Frankreich sind über den Garatiepakt unter sich einig ge worden, den Deutschland unterschrei ben soll. An sich ist das bereits ein englischer Sieg, denn Frankreichs Ge rede von Sicherheit war reiner ün sinn. Es war die stärkste Mach Eu ropas, und fsaselte ron Sicherheit ge gen das völlig unbewaffnete Deutsch land. Worum es sich dabei handelte war, Deutschlend für immer unfähig zu machen, sich zu erholen und den franz. Plänen entgegen zu treten. Nun hat Frankreich in den Ab schluß eines Paetes eingewilligt bei dem Deutschland für 30 Jahre ver spricht, die jetzigen Grenzen Frank reichs und Belgiens anzuerkennen. Und England verspricht seine ganze Land und Seemacht dem Angegriffe nen zur Hülse zu stelleen. Also wenn Frankreich angreift dann tritt es auf Deutschlands Seite u. kehrt. Es muß den franz. Politikern viel Ueberwindung gekostet haben, das zu unterschreiben. Polen und Tschechoslowatien sind in den Pelt nicht eingeschlossen, wohl deshalb nicht, weil beide England u. Frank reich wußten, daß Deutschland dannn nicht unterschreiben würde. Als erste Bedingung ist der Bei— tritt Deutschland zur Liga gesetzt u. 2war gleichberectigt mit den anderen Ligamitgliedern. Das ist ein Schritt vorwärts. Deutschland hat vorher für seinen Eintritt die Bedingung ge stellt, daß es dadurch nicht gezwungen sein würde, Truppen eines anderen Staates Deutsches Gebiet passieren zu lassen, wenn z. B. die Franzosen den Polen helfen wollen. Man kann ruhig annehmen, daß für die versöhnlichere Stimmung in Frankreich die Lage in Marokko schuld ist. Premier Painleve ist mit einem der besten Generale und dem Unterstaats Sekretär der Luftschiff— fahrt in einem Flugzeug nach Marotk ko geflogen, um selbst die Lage zu sehen. Es wird berichtet das Gene rel Liauty 150 Flugzeuge gefordert bat und daß er sie erhalten wird. Wahrscheinlich hat Leauty mehr ge— fordert und wird auch mehr erhalten aber man stellt die Summe niedrig des Effeectes wegen. Mitte voriger Woche hatten sich die Franzosen ganz über den Uerghafluß zurückgezogen, doch nur, weil sie mußten. Die Rifi— oten wollen die von Algier nach Fez gehende Bahn durchschneiden, u. da werden also die heftigsten Kämpfe einsezen. Gelingt es Abd-el Krim, die Bahn an einem Punkt zu besetzen dann wird er Fez einnehmen. Und was dann folgt ist für Frankreich nicht mehr schön Geschieht das dann wird Frank roeich damit gestraft womit es gesün— digt hat. Es ist geschichtliche That sache, daß die franz. Könige mit den türkischen Sultanen Verträge abge schlossen, daß sie ihnen große Geld—- summen gegeben haben, damit die Sultane den deutschen Kaiser be kriegen sollten. Nun bringen Mulamedaner daflr Frankreich in Gefahr. Ans das Kapi tel darf auch wahrs.heinlich der Miß orfola des franz. ertra Gesandten nach Angora geschrieben werden. Es ist wahrscheinlich, doß die Führer der Türken und Abd el -Krim Beziehun gen zu einander unerhalten. Außer dem passen den Türken die Franzo-! sen in Syrien gar nitht In Maroklo haben die franz. Ar mee, Luftflotte, und Artillerie sowie Giftgase ihre Probe zu bestehen. Wohl Niemand wird zweifeln, daß! die franz. Heereslelung die ganze Bevölkerung des Riffgegietes mit Giftgas vernichtet hättt, wenn sie es aokonnt hätten. Anch wird woahl lein Mensch zweifeln, doß die Franzosen glesch eine aroße Anzahl Flugzenge! nach Marolko geschiekt haben, um das, was sie Aufstend nennen, im Keime orstichen. Aber sie haben leinen Erfolg gehabt. Doamit aher steiot die Moöglichkeit für Dentschland ganz gewaltig den Sicherheitspakt zu erhalten, den es will Nach den Feststellungen der Post behörde hat die Erhöhung der Raten den gewiünschten Mehrbetrag in Ein nahmen, etwa 6 Mill. Doslars pro Arkansas Echo. Little Rock, Arkansas. Donnerstag den 18. Jluni 1925. Monat, nicht gebracht, sondern für den 1. Monat, in dem die erhöhten Raten bezahlt wurden, 12 Mill. Ein— nahmen weniger. Nun soll genau nachgeforscht werden, von welcher Poststüche das Defizit her -1 rührt. Präsident Coolidge hat empfohlen, dan der Shipping Board Vollmacht haben soll, Kontracte zum verkaufen der überflüssigen Schiffe ohne hinzu ziehen der ganzen Behörde zu ma chen. Er hätte ebensogut die Ab—- schaffung des ganzen Aparates em pfehlen können. Wenn drei Mann die dazu fähig und ehrlich sind, die ganze Geschichte übernehmen und lei-- ten würden, dann würden bessere Re sultate heraus kommen. Die Regie rung hat 1207 Schiffe, wovon 320 sim Betriebe sind 15 als Passagier u. J 305 als Frechtdampfer. Aur Verwaltung ist die Emergeney Fleet Corporation u. der Shipping Board da, die 2,243 Angestellte ha ben und $4,915,486 an Gehalt be—- j ziehen. Die Passagierdampfer müs sen Zulagen haben, die Frachtdampfer bringen ihre Kosten kaum ein, nur die Taukdampfer haben etwas Ueber schuß. In der Zeit vom 1. April 1924 bis zum 31 März 1925 kostete srer Betrieb des „Leviathan“ (früher 1 „Vaterland“) einschließlich Repara— ur- und Verwaltungsausgaben dl, 026,109 51 mehr als die Einnahmen sdie „Republie“ veranlaßte ein Defi— lzit von 8399,063.58, der „George Walhington“ ein solches von 8328,— 935.05, und die „America“ arbeitete mit einem Verlust von 8341,513.87. Nur die „Tankers“ siebzehn an der Zabhl, wiesen einen Profit auf und zwar insgesamt von 8865,735. Die 305 Franchtdampfer der Behörde ver— ursachten in dem genannten Jahre um 827,393,824.56 hoöhere Kosten als Einnahmen. Henry Ford roill einige hundert der müßig liegenden Schiffe als altes Eisen kaufen. Einige andere will er in Stand setzen und zur Beförderung von Autos und Zubehör bis nach Central- und Südamerika benutzen Als Rückfracht sollen ne Südfrüchte laden. Aber der Sbipping Board u Emergeney Fleet Cerporation und Ford scheinen nicht einig geworden zu sein. Die belgische Regierung hat in Waschington Nachrht gegeben, daß ste im nächsten Monat Abgesandte schiclen wird, die üoer das zahlen der belgischen Kri-gsschulden feste Ab mochungen trefen sollen. Unter den Herren, die kommen, ist der frühere Premier Theunis. Warum die Her— ren die heißen Monate gewählt ha— ben? Ob sie denken, unsere Regie rungsleute wiirden in heißem Woetter nachgiebiger sein? Im übrigen ist das ein Zeichen, daß man in Enuropa begreift, daß be zahlt werden muß. Die Firma Harriman und Co. von New YPork bat von der russischen Regiernng die große Mangankonzes sion im Kaukans auf 20 Jahre er· worben. Dies ist die größte und bedeu tendste Bergwerkskozession, die bisber von der Sowjetregierung ge währt wurde u. damit ist zugleich der Eintritt amerikanischer Ge lschäftsinteressen in das russische Wirthschaftsleben ist einem e Maßstate zur Thatsache geworden Es handelt sich bierbei um die Man ganbergwerke von Tschiaturi die neben den Oelfeldern von Baku und Groenyi die wichtigsten Quel len des Reichthiums für den Kantka— sus sind. Der Mangandistrikt von Tschiaturi umfaßt 12,492 Acker und soll 80 Milliardn Tonnen Man gauer- enthalten, dessen Werth nach dem sötigen Marktpreise auf eine Milliarde Dollar veranschlagt wird. An dem Konzessionsunternehmen, die Auebeutun u. das allet nige Recht der Ausfnhr einschließt, werden anch dentsche Bank- und Stablinteressen und britische Kapi talisten betheiligt sein. Nach dem Wortlaut des Vertrages hat sich die Moslkauer Regierung gegen alle zu kiünftigen Ansprüche, die aus der Verstaatlichung der Bergwerke oent stehen lönnten, gesichert. Vor dem Kriege waren die Berg werke von Tschiaturi die einzigen Manganvorkommen der Welt, in denen Manganerze von über 40 Proz Manganinhalt zutage gefördert wurde. Folglich nahmen sie eine Monopolstellung im Welthandel ein und führten jährlich eine Erz— menge von über einer Million Ton—- nen aus. Diese Monopolstellung ging wotl währen des Krieges verloren, da an der Westküste Afri— kas neue Manganfelder aufgedeckt wurden, die den kaukasischen Wer— ken große Konkurrenz bereiteten, so daß die Ausfubr nach dem Kriege nie mehr als jährlich eine halbe Million Tonnen betrug. Die Berg—- werke„von Tschiaturi waren im Be— sitz verschiedener europãischer Grup pen; der größere Theil war Eigen— thum des Gelsenkirchener Bergwerks vereins und der Diskontogesell schaft, sowie der holländischen Welt— firma Wm. H. Müller im Haag Im Jahre 1922 kamen die Gru—- ben nach der Besetzung Georgiens unter den Einfluß der Sowjet-Re-- gierung, die zuerst die Ausfuhr an sich riß, dann aber im Prinzip die Sozialisierung des gesammten aus— löndischen Grubenbesitzes anordnete. Die Sozialisierung wurde jedoch nie praktisch durchgeführt und der Betrieb nur beschränkt aufrechter halten. Die Konzessionsbedingungen sind sehr schark. So wurde z. B. be— stimmt, daß die Konzessionäre die Abgabe von ß3, bezw. nach vier Jahren von 4 für jede geförderte Tonne, die 800,000 Tonnen jähr lich übersteigt, auch in dem Falle in die Staatskasse einzuzahlen haben, wenn diese Ausfuhrziffer nicht er— roicht werden sollte Fällt aber die Ausfuhr unter 500,000 Tonnen jährlich, so wird die Konzession hin fällig. In Rußland selbst wird sich der Umschwung wahrscheinlich ohne gro— ßes Aufsehen vollzieben. Die bishe— rigen Sowjet Commissre sind un ter sich uneins. Lenin hatte sie als ungeeignet für die Posten bezeichnet, dagegen Trotzky als seinen Nachfolger oempfohlen, dem er aber zuviel Stölz nachsagte. Kolin und Sinowieff be— kämpfen daher Trotzky, wagten es aber nicht, ihn zu verurtheilen. Jetzt haben sie ihm den Posten des Handelsministers gegeben, der gerade jetzt sehr wichtig ist Der russische Handel ist recht bedeutend und wird in dennächsten Jahren an Bedeutung zunchmen, sowie die Bauern Ueber— schüsse an Getreid bauen, die sie jett für VBaargeld verkaufen können wäh— rend sie dieelben früher abzuliefern hatten und dafür sollten sie Waaren erhalten, die aber nie in genügender Menge da waren. Frankreich und Spanien haben sich goeinigt, die Mauren und Rifioten gemeinschaftlich zu bekämpfen. Den Franzosen ist es von Spanien freige stellt worden, an die Rifioten verloren gegangene Hafenstädte und Inseln zu blockiren, und demit die Waffen und Munitions Einfuhr zu unterbinden. Ob es den Franzesen noch helfen wird? Hätten sie den Rifioten keine Waffen und Munition geliefert, als diese nur gegen die Shanier kämpf ten, dann dann wären sie heute nicht in der fotalen Lage. Nach enn franz. Meldung vom 10. Juni sind die französischen Truppen von zwei vorgeschobenen Stellungen der Kampffront zurückgezogen worden. Es wird erwähnt, daß viele Robel lon durch die französischen Linien durchschliüpfen. Die Franzosem sol len wei Ortschaften hinter der west— lichen Front besetzt haben und grö Bere Truppenabtheilungen dort ton zentrieren. Ein französischer Posten bei Medlonna soll von den Kabylen belagert sein, aber tapfern Wider stand leisten. Die Anhöhen von B—- bane sollen seitens der Riftoten! nenerlich bedrobt sein Die Lage in China hat sich nicht gellärt. Die chinesische Regierung be steht auf ihren Protest gegen die 2 tung chinesischer Studenten durch die internationale Polizei und hat eine Commission nach Shanghai geschickt, die Sache zu untersuchen und u schlichten. Der Generalstreik aber dauert fort und so konnten die Dam—- pfer am 10. Funt nicht abfahren, es waren ihrer 20. An und um Canton kämpfen sitd und nordchinesische Truppen um den Besitz der Stadt, also da ist der Bürgerkrieg entbrannt In Peking fand am 10. trotz strömen— sden Regens eine Protestversammlung sstatt, an der Hunderttausende theil genommen haben sollen, welche die Aufhebung des Vorrechte der Auslän—- der verlangten. Und dann hielten sie eine Parade, obwohl sie im Was-- her waten mußten. Wenn sich in Chi na der rechte Führer findet dann machen die Chinesen sich von den Ausländern frei und auch Russen und DJapaner werden dann wenig zu sagen haben Am besten gelitten in China sind die Deutschen.

In Rom werden großartige Feste gefeiert, das heilige Jahr bringt ei nen Menschenstrom aus aller Welt nach Italien und damit viel Geld. Der ital. Regierung aber fehlt Geld und es fehlt ihr noch viel, um das Ziel Mussolinis, wiederherstellung des alten römischen Reiches, zu er sreichen. Besonders steht da Frank. sreich im Wege, da die Küste Afrikas die einst römisches Gebiet war, be— seht hat. Und gegen Frankreich kann Italien allein nicht aufkommen han es kann seine Küsten blockiren. Um nicht im Kriegsfalle ausgehun— gert zu werden, hat Musolini mit Fu— goslavien ein Bündniß geschlossen u. hat die russische Sewjet-Regierung anerkannt. Rußland hat an Italien im letzten Jahre für 90 Mill. Lire Materialien geliefert und Italien hat nach Rußland für nur 9 Mill. Lir- Waaren verkauft, weniger Waaren wie 20 andere Staaten. Mussolini möchte auch in den Ga— rantiepakt mit Deutschland einge schlossen werden, der ihm seine An nexionen von Oesterreich sichern soll. Aber das lann ein Garantiepakt mit Deutschland nicht, da Tirol zu Oe— sterreich gehört und Mussolini sagt, Oesterreich darf sich niemals an Deutschland anschließen. Das hat auch Benesch auf der Ver- Aayimlung der kleinen Entente gesagt Aber Benesch will auch keine Donau konfederation, die ihren Mittelpunkt in Wien haben müßt- und daß könn— te unangenehme Folgen haben. In Genf hat die Liga beschlossen, awei unparteiische Sachverständige die Lage in Oesterreich untersuchen zu lassen. Oesterreich hat mehr Ein— wohner, wie es ernähren kann und heute müssen 3 Arbeiter einen Ar beitlosen erhalten Weder Jugo— stovakien noch Tschechoslovakien wol len ihre Hendelsverträge so ändern, daß die ganze öster. Industrie volle Beschäftigung baben kann. Und daher die Arbeitsosen. Nun hat Jemand vorgeschlagen, die Ver. Staaten soll ten 50,000 öster. Arbeitern die Ein wanderung erlauben. Das wäre schön und würde Oesterreich entlasten und uns nützen statt zu schaden. Aber es geht nicht, das Gesetz ist dagegen. Wahrscheinlich wird sich die Liga auch mit dem Garantiepakt beschäfti gen müssen, denn es ist ansgeschlos sen, daß Dentschland ihn so annimmt wie er von England und Frankreich vorgelegt wurde. Dann hat sich die Liga doch ench mit der Antwort Deutschlands auf die verrückte Vor stellungen, daß es nicht genügend ab—- gerüstet habe, zu befassen. Und dann sollen die Herren sparsamer wirth schaften und nicht soviel Geld ver— brauchen. Wenn sie nach Hanse ge— hon und die ganze Geschichte ein— stellen würden, käme man gerade so weit. Die Ovium Konferenz hat kein vernünftiges Resultat ergeben Die Konferenz über Waffen ebenso—- wenig. Sogar unsere Regierung wollte unsern Waffenfabrikanten das Geschäft nicht verderben lassen. Die Franzosen baben zwei deut sche Schiffe vor Agadir genommen und wollen ihre Ladung untersnchen. Ein Recht dazu haben die Franzosen nicht, aber heute ist Macht Recht. Das auswärtig- chinesische Amt hat am 11. Funi in einer Note an des diplomatische Herps der auewar tigen Muächte, die von dem Repräsen· tanten des letzteren aufgestellte Be· hauptung zuriülck gewiesen, daß die Polizei der auswärtigen Mächte in Shanghai nur in Vertheidigung ih· rer eigenen Person gehandelt habe, als sie kürzlich ans die chinesischen Radaubrüder schoß. In der Note wird außerdem er 4 klärt, daß die Autoritäten der Kon zessionen der auswärtigen Muächte in Shanghai sofort den Belage rungozustand aufleben sollten Außerdem wird die Entfernung der Marinesoldaten der audsländischen Muchte, die Entwaffnung der Frei willligen- und Polizeiklorps in Shenghai und die Freilassung der Verhafteten verlangt. Ferner wird in der Note ver—- langt, deß alle Institutionen, die von Streitkräften auswärtiger Mächte geschlossen oder besetzt wor den seien, wieder geräumt und ih— rer normelen Bestimmung zur Ver fügung gestbllt werden sollen, so daß so bald als möglich wieder Ru he und Ordnung hergestellt wer den möge. Eine derartige Hand-- lungsweise würde, wie es in der Note heißt, die Unterhandlungen,! welche die Regierung zu Peking wecks Herstellung der Ordnung in Shanghai einzul-iten wünsche, be schleungen und erleichtern. Das ist deutlich. Man fragt sich, wer steht dahinter? Sind die Goene. rale unter sich einig geworden? Rußland hat die Vorrechte in Chi na freiwillig aufgegeben, nach denen Ausländer in Chino nur vor ihren Konsulargerichten prozessiert werden können. Diese Konsulargerichte e zessieren auch Chinesen, wenn Aus-- länder sie anklagen- Deutschland hat diese Rechte nicht, die Ver. Staa ten sollten sie aufgeben, sie sind ein Hohn auf die Gerechtigkeit; en würde Frankreich und England fol gen müssen. Thun sie es nicht, dann werden sie die Folgen tragen, e China ist heute im Stande den Aus-— ländern diese Privilegien zu nelmen, und die Chinesen fordern das. London berichtet· Hier eingetrof fene Depeschen von Shanghai besagen daß die Lage in China sich immer ornsthafter gestaltet. Unter der chine sischen Bevölkerung ist eine Beweg—- ung im Gange, die auf Aufhebung der Konzessionen an die auswärtigen Mächte und der einschlägigen Verträ— ge hinerbeitet. In einer von 20, 000 Chinesen besuchten Berjammljing wurde der Baykott gegen alle von Engländern und Japanesen angeser tigten und zum Verkauf ausgebote-- nen Waaren verhängt. In der Ver· sammlung wurde dem chinesischen Kommissär eine Frist von 24 Stun den gewährt, binnen welcher er dem Verlangen, Fonds zur Ünerstitung der Streiker zu beschaffen nachzu· kommen hat. Di- Streiker strömen in Shanghai aus allen Theilen des Landes zusammen. Jedermann scheint zu dem Unteerstützungsfonds für die Streiker beizusteuern Ge neral Feng Y Hsiang gab 750 Pfund Sterling zu dem Fonds. Auch Senator Feß ist in Minnea polis gewesen und hat da eine Rede gehalten, in der-r Frankreich dafür angreift, daß es seine Schulden, die es in der Vereinigten Staaten anste· hen hat, nicht gezahlt, er warnte das sranzösische Volk, daß es dem Min ontgegengehe, wenn es nicht seine Po litik, seine Schulden nicht anerkennen sofort aufgebe. Das Versagen Frankreichs in der Begleichung seiner Schulden, sagte Feß, ist das Hauptbinderniß für die poermanente Rehabilitierung e pas. Eine Fortsetzung dieser Politik von seiten Frankreichs, wird seinen Kredit vollständig zerstören, setzte er hinzu, und wied Frankreich zum Ge ächteten in der ganzen Welt machen. Da Feß einer der stärksten Führer der Administration war, und da er direkt von Washington nach dort hommt, ist man der Ansichte, daß seine Ansprache die Ansichten des Präsiden· ten über ausländische Angelegenhei ten widerspiegelt. Aeußerst bezeichnend war es auch, daß dFeß in seiner Rede erklärte: „Wir hoffen, daß unter der Führung des Präsidenten Coclidge eine weitere Konferenz stattfinden wird, die für die Landstreitkräfte das thun wird, was die Washingtoner Konferenz für die Flotten gethan hat.“ Er sprach sich auch zugunsten der Retifizierung des Protokkolls doer Weltschiedsgerich— tes ans. 1— Betreffs der Frage der französi schen Schulden erklärte Feß, Frank reich müsse dieselben entweder bezah-· len oder aber „eine ehrlose Nation bleiben.“ „Der Frankenkurs kann nur stabi lisiert werden“, sagte er, „wenn Frankreich eine gesund Stenerpolitik einleitet, die als Grundlage für die Liquidierung dient, und eine offene und ehrliche Erklärung abgibt, der sofort endgültige Schritte ʒ urWieder· herstellung seines Kredits, sowohl im Innern wie im Aenßern dadurch sol gen, daß es seine Schulden in Ameri ka fundiert. Solange es aber die un—- sichere Politik seiner Absichten bezüg- Uuummer 25 lich dieser heiligsten Verpflichtungen fortsetzt und solange es durch seine Haltung die nichtantlichen u. halb— Emtlichen Erklärungen, seine Schul den in Amerika würden nie bezahlt werden, bestätigt, solange wird Frank reich eine diskreditierte und entehrte Nation bleiben, die nie wieder ihren frühreren hohen Stand unter den Na tionen der Erde einnehmen kann.“ „So sicher wie der Tag der Nacht folgt“, setzte er hinzu, „wird Frank reich aufhören, ein wirthschaftlicher Faktor in der Welt zu sein, wenn es aicht dieser Politik Einhalt gebietet.“ Die Lage in Deutschland, sagte Feß, sei vielverpre:bend, aber Prsi dent von Hindenburg müsse die Un—- gewißheit über seine möglichen mo narchistischen Absichten beseitigen. „Wie es bis jetzt scheint“, sagte der |Senator, „wird Präsident Hinden burg das bestätigen, was viele anneh—- men, daß er den Konservatismus im Gegensatz zum Radikalismus vertritt u. nicht die Monarchie im Gegensetz zur Republik. Wenn das wirklich der Fall ist, und es liegt vorläufig kein Grund vor, es zu bezweifeln, so wird sich die Erwählung des Feldmar schalls nicht nur als ein Segen für Deutschlandland, sondern als ein Vorthei für die gesammte zivilisierte Welt erweisen. f Das wäre also Ver. Staaten Politit Nun hat der franz. Finanzminister Caillaur seinen Landsleuten erklärt, sie müßten soviel Steuern zahlen, daß die Eingänge des franz. Budget ins Gleichgewicht bringen würden. Bis her haben die Franzosen in dem Wahn gelebt, daß der Boche Alles bezahlen werde, das ist zu Ende. Seine Vor gänger haben Caillaurx eine böse Erb schät gelassen. Si- haben eine riesige Schuld aufgehäuft, deren Zinsen ei—- nen großen Theil der Einnahmen e haben. Nun sollen die Franzosen diese Zinsen und das Ka pital bezahlen und dabei Regierung, Heer, Flotte und Luftstreitkräfte er-- halten. Das ist viel und Caillaux hat seine Kollegen zur Sparsamkeit verpflichtet. Es möchte ihm gera then, Ordnung zu schaffen, wenn der Krien in Marokko nicht da wäre, in dem dießifioten unbedingt gewaltig im Vortheil sind. Painleve hat in zwei Tagen die Fronten besichtigt, u. wird in Paris vielleicht sagen, was er davon denkt. Frankreich würde mit Abd-el Krim gerne Frieden schlie en, aber ob der Herr das wünscht, ist eine andere Frage In England ist bereits, ehe der Garantiepakt veröffentlicht war, eine Bewegung im Gange, die schwer ge gen den vorgeschlagenen Sicherheits pakt ankämpft, etwa so, wie in den Voereinigten Staaten nach der Pari lser Friedenskonferenz gegen deren VBeitritt zur Völleiliga gekämpft wor den ist und noch gekämpft wird. Die Baldwin Regierung, welche die Verhandlungen führt befindet sich in großer Aufregung und man kann deutlich erkennen, welche unge heueren Sorgen ihr die Lage in Großbritannien bereitet. Nachdem bereits ein großer Theil der einflußreichsten Zeitungen ihr Bedauern über den Sicherheitspakt ansgesprochen hat, der unsererer groß artigen IFsolierung“ ein Ende macht, ist jetzt auch die Liberale Par-- tei in heftigster Opposition zu dem Sicherheitpakt an die Oeffentlichkeit getreten. Die Daily Chroniele, das Organ des fritheren Premiers Llond George, greift den Pakt an, weil durch denselben Englend in die kleinlichen Zänkereien Zentraleuropas verwickelt werden würde, obgleich es an diesen Zänlerelen nicht das geringste In teresse habe. Mon fiüthrt von der Op position gegen den Pakt ungefähr die selben Gründe an, welche die Gegner des Völkerbundes in den Vereinigten Staaten gegen diesen ins Feld ge führt haben, u. niemand würde sich wundern, wenn di- Regierung in die ser Frage eine durch die öffentliche Meinung erzwngene Schweukung vornehmen würde. Die deutsche Regierung hatte sich am Montag noch nicht über den Pakt geäußert, der shr wie es heißt mit dem Zuat übermittelt wurde, sie möge daran Aenderungen machen, die dann berathen werden sollten· Das klingt fast unglaublich, wird aber wohl richtig sein, denn weder England noch Frankreich haben die Hände frei, u. sind auch in vielen anderen hrn nicht einig Fortseyung auf Seite 2.

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Seite 2 Wochenrundschan. Fortsetuna von Seite 1. England besonders ist in China interessirt. Erst jetzt kommt heraus, welch' rühmlige Rolle ein Vertreter England beim Ausbruch der Unruhen in Chna gespielt hat, erst jetzt wird mitgetheilt, daß auf Befehl des Po—- geigewaltigen in Shanghai auf fried liche protestierende männliche und weibliche chinesische Studenten scharf geschossen wurde, wobei zahlreiche Mädchen und junge Männer, die alle unbewaffnet waren, getötet oder ver wundet wurden. Ist der betreffen-- de Polizeigewaltige zur Rechenschaft gezogen worden? Bewahre! Er hat ja nur gehandelt, wie England im—- mer andersfarbigen, schwächeren Völkern gegenüber bhandelt. Der Herr hat sicher auch geglaubt, daß China heute noch die schwächere Macht sei. Er mag sich getäuscht haben. Ende voriger Woche besetzten 2000 Mann von Tsing Lo's Truppen Shanghai und weder England noch Japan hat dgegen preotestirt. Canton ist von den radikalen Trup pen eingenommen worden, nachdem die Soldaten des verst Sun Pat Sen unter sich uneinig wurden u. theilwei se übergingen. Der Rest ergab sich und soll niedergemacht worden sein. Ans vielen andern großen Städ— ten Chinas sind Nachrichten gekom— men, daß die Konsulete Englands u. Japans zerstört worden sind. Die Chinesen wollen die Vorrechte der Fremden abgeschafft haben. Heng Yu Hsiang, der als christli— cher General bezeichnet wird, soll von Rußland Offiziere erhalten haben. Munition und Waffen soll er abge—- lehnt haben. Wenn das wahr ist, dann hat er entweder Vorrath davon in ausreichendem Maaße oder es be— steht zwischen ihm und Tsing Lo ein Einverständniß. Und das ist nicht unwahr scheinlich. Die amerikanischen Missionäre sind aufgefordert worden, nach den Küsten Städten unter den Schutz unserer Hriegsschiffe zu kommen. Was sich in China eabspielt, davon haben wir nur eine undeutliche Vor stellung. Wenn aber die Chinesen sich selbständig machen, die Vorrechte der Fremden abschaffen, und eine starke Centralregierung einrichten, denn droht England gewaltige Ein buße seiner Macht und sein indischer Besitz ist dann schwer bedroht. Den Franzosen aber droht der Verlust ih rer hinterindischen Besitzungen, Siam und Cochinchina. Vorigen Freitog veröffentlichte Staatsseer. Kellog Klagen gegen die Republik Mexieo Besonders klagt er darüber, daß Mexico Amerikanern ihr Land genommen habe, ohne sie zu entschädigen und Kellog verlangte Rückgabe des Landes und Entschädig ung. Dann sagte er, daß die Ver. Staaten das größte Interesse daran hätten, daß in Mexico die Ordnung gewahrt bleibe, daß er habe Nach-- richten von revolutionären Bewegun—- gen erhalten habe. Die Ver. Staaten könnten Merico nur so lange unter-- stützen, wie es den internationalen Verpflichtungen nachkäme. Präsi dentCalles hat darauf in einem nach Washington an die Presse gekkabelten Artikel geantwortet und zwar grob. Er sagte, Kelloge habe Mexieo in kultirt, und seine Angaben seien we der wahr noch gerecht. In Bezug auf die Amerilaner, deren Land genom— men wurde, sagt Calles: Die An— wendung der agr rrischen Gesetze kann nicht das Subjekt einer Klage sein, weil Merxicoe sie als soouveräner Staet erlassen at, und dabei hat das Staats Department für die amerilu nischen Bürger die in den merxila nischen Gesetzen vorgesehene Ent—- chädigung angenonmimen. Der Satz Kellogs, daß Mexieo vor der Welt auf Probe stehe, sei nur eine VBe— schimpfung. So das wäre offene Diplomatie. Hoffentlich kommen die Herren in Washington damit wei ter, wie mit Geheimer Diplomatie. Italien hat mit Afghanistan etwas auszufechten. Da war ein ital. In-- genieur, Derio Piperno in Kabul, um da einen Kontrakt auszuführen Der Mann hot aus irgend einem Grund einen Soldaten totgeschossen und wurde zum Tede verurtheilt. Italiens Regierung legte sich ins Mittel, an die Verwandten des Sol— daten wurde, wie in Afghanistan üb— lich „Blutgeld“ brzahlt, aber Piperno blieb im Gefängniß, entfloh, stellte sich den Behörden, oder wurde ge fangen und hingerichtet. Nun ver—- langt Italien Sühne und 7000 Pfd. Sterling. Nun gibt es weder Tele graph noch Bahn von Rom nach Ka—- bul und der afghanische Gesandte sagte, die Antwort auf seine Eingabe die er mit Kurier shickte, koönne erst in 3 Monaten in Rom eintreffen. Frankreilch zhrhh weise Truppen aus der Ollupations Armee in Deutschland zurück, während einge borene maroklanische Truppen zum Ersatz nach dem Rheinland gebracht werden, wie andauernde VBerichte aus dem besetzten Gebiet melden. Große Truppen-Bewegungen sind bemerkbar und die Quartiermacher sind geschästig, nenes Unterkommen für die Verstärkungen zu besorgen. Als Grund für den Austausch wird angegeben, daß die eingeborenen marokkanischen Truppen sich als un-- zuwerlässig erwiesen haben, um gegen ihre eigenen Stammesgenossen, die Rifioten, zu kämpfen, und daß ihr Ersatz durch weiße Truppen nothwen dig ist. Außerdem läuft eine ganze Fluth von Beschwerden ein, daß die Fran—- osen die Kontrolle in den besetzten Gebieten wieder schärfer handhaben und auf ihr früheres System unter Poincare zurückkommen, die Besetz ung so aufreizend wie möglich zu machen. Man befürchtet, daß die Militär Behörden den bewußten Versuch machen, die Bevölkerung zur offenen Feindschaft und Gewaltthä—- tigkeiten zu provozieren, um dies als Grund für die weitere Verschiebung der Räumung von Köln und der Ruhr zu gebrauchen.

Aus anderen Staaten Hagelschlag u. Wolkenbruch haben am 11. Juni in und um Rochester, Minn., viele Tausend Dollars Scha den angerichtet. Durch den Regen trat der Zumgofluß aus und in der Kraft station Rochesters standen 4 Fuß Wasser. Der Hagel hat an Bäumen und Feldfrüchten großen Schaden an— gerichtet. Der Hagel deckte 2 Zou den Boden, 27 eampirende Gesell schaften wurden von der Ueberschwem mung aus dem Touristenlager am Fluß vertrieben, der um 8 Uhr Mor— gens 1000 Fuß breit war. In Colorado mußten die Bahnen vorige Woche Schneeflüge einstellen, um die hochgelegenen Geleisestrecken frei zu machen. In Nahaut, Mass., brannten am 11. mehr wie 10 werthvolle Frame— bauten ab. Der Schaden wird auf $350,000 geschätzt. Missouri hat ein eignes Amt für verkrachte Banken geschaffen, um den Depositoren Geld zu sparen. Es sind 65 Banken dem neuen Amt zur Ab— wicklung der Geschäfte überwiesen worden. Washinglon berichtet ungünstigen Weidestand in den mittleren u. nörd lichen Staaten. Der Zustand ist 70 statt 90 Prozent. Milch- und Butter—- produktion werden dadurch geschmä— lert. Die Heuernte wird 25 Prozent weniger ergeben, wie vorig Jahr. Die Post macht bekannt, daß nach dem 1. Aug. die Absender von Pake ten sich verpflichten müssen, Rückpor—- to zu zahlen, wenn die Pakete nicht abgeliefert werden können. Letztes JFahr sind 300,000 Pakete an die Dead Letter Office gegangen. Unter der neuen Verfügung hofft die Post $350,000 zu sparen. Es wäre gar nichts dagegen einzuwenden, wenn jeder Brief und jede Postsendung den Namen und die Addresse des Absen— ders enthalten müßten. Dann könn— te die Dead Letter Office zugemacht werden. In Fayette, Mo., hat Dr. H. K. Groens, Präsident der Farmers und Merchants Bank, Selbstmord began— gen. Am 11. schlossen die Direktoren die Bank und übergaben sie dem staatlichen Finanz Commissär, um einen Ansturm der Depositoren zn vermeiden. In Chieago sind am 13. Juni zwei Polizisten tot geschossen und ein dritter schwer verwundet worden, der übrige Polizist verfolgte die fliehen— den Banditen, schoß Milh. Genna tot und verwundete und fing seine 2 Genossen. Am 12. Juni Abends schlug der Blitz in das Schulhaus bei VBrecken ridge, Texas, in dem gerade eine Versammlung wegen einer Irriga tionsprosjeetes tagte. 2 Knaben und ein Mädchen wurden getötet, 15 an dere Personen wurden verletzt, 6 sehr schwer. Der Blitz zündete nicht In der Jackson Bank, die verkracht ist, wurden 832,000 Drafts unter— schrieben von J. W. Ross, Richter im Ver. Staaten Gericht. Er erhielt Notiz, daß er diese 832,000 zahlen müisse. In Sidney N.S. Canada streiken die Arbeiteen der british Empire Steel Corporation. Sie hatten das eleetrische Kraftwerk besetzt und so die Werke still gelegt. Am 13. Mor—- gens brannte das zweistöckige Store gebäude nieder. Man sagt es sei am Abend vorher geplündert worden. Dann wurden 500 Soldaten dahin geschickt, um die Ruhe herzustellen, die auf Company Eigenthum einqua tiert wurden, ohne daß es Störungen gab. Arkansas Echo Donnerstag den 18. Juni 19256 In Cleveland, O, wurde am Montag Warren Stanford Stone be graben. Er war lange Präsident der Brüderfchaft der Loeomotivfüh— rer und ihrer Finanz Unternehm— ungen. Julius Krutschnitt ist über 70 Jahre elt in New York am 15. Juni gestorben. Der Name erzählt woher er stammt. Der Mann war 48 Jah re lang in Diensten der Bahnen und war lange der oberste Beamte der Southern Paeifie. Unter seiner Lei— tung wurde die Bahn 10,000 Mei— len mit $143,000,000 Jahresein nahmen in 12 dFahren zu einer 16,— 000 Meilen Bahn mit 8300,000, 000 Einnahmen. Er zog sich am 31. Mai zurück und starb am Herzschlag In Los Angeles Lat der Zahnarzt Thomes W. Young seine sehr reiche Frau mit Gas getötet und in die Cisterne geworfen. Er hat die That bekannt und behauptet er sei wahn—- sinnig. Er war geldbungrig. In San Franeideo sind die Anla— gen Berg Bros. und vier große Pack ing Plants am 15. Juni verbrannt und dabei verlor ein Feuerwehrmann sein Leben. Der Schaden übersteigt $1,000,000. In Chieago herrschen Zustände, wie wir sie aus der Geschichte des alten Roms unter Kaisern kennen, Vorige Woche sind da 5 Polizisten von Banditen erschessen worden. Der Bruder des vor kurzem ermordeten Banditenhäuptlings Genna, (bei des— sen Begräbniß für $50,000 Blumen zeigten, was heute prominent ist,) wurde in dem Kampf erschossen und zwei seiner Genossen verwundet. Nun will die Polizei scharf gegen diese „Gangs“ vorgehen Da kann die Polizei allein nicht helfen, wenn ihr die Morel nicht zu Hülse kommt. Das hatte sogar der alte Fritz begriffen. Als der Papst zu seiner Zeit den Jesuiten Orden aufheb, sagte der Preußenkönig, daß die Jesuiten ru— hig in seinem Lande bleiben sollten, denn ein Jesuit sei mehr werth, wie zwei Dutzend Gensdarmen.

England und Deuntschland. Wer die Reden Badwins und Chamberlains in der großen Unter hausdebatte aufmerksam im Wort laut liest, schreiben die Hamburger Nachrichten in einer ihrer letzten Nummer, der kann keinen Zweifel mehr darüber hegen, daß die englische Außenpolitik einen entschiedenden neuen Kurs eingeschlagen hat. Dies ist merkwürdigerweise in der deut schen Presse kaum beachtet wor den. Der Staatssekretär des Aus— wärtigen gibt in seiner Rede offen zu daß die englische Politik früher schwankend und unbeständig gewesen sei und daß infolgedessen der engli— sche Einfluß in Europa stark gelitten habe. Aus dieser Aeußerung sowie aus der Rede Baldwins geht hervor, daß die englische Politik in Zukunft klar u. zielbewußt einen neuen Kurs einschlagen wird. Das Hauptinteresse Englands be steht darin, daß die großen Verbin dungswege des englischen Imperiums gesichert sind. Wohl der wichtigste dieser Verbindungswege ist der, der von den britischen Inseln über Gi— braltar, Malta, Suez nach Indien Ostafrika und dem Fernen Osten fiülhrt. Dieser Weg ist zur Zeit nur durch eine Macht bedroht, u. das ist Franlreich. Hinter dem Kampf der Gegner Spaniens in Marokko steht Frankreich, das von seinem Riesenko— lonialreich in Nordafrika aus drohend die Hand nach dem Felsen von Ceuta und damit der Meerenge von Gibral tar streckt, u. die französisch-türkisch- Annäherung, die durch die Anwensen— heit des Vorsitzenden des Kammeraus schusses für auswärtige Angelegenhei ten und Orientspezialisten Franklin Bouillon in Angora in eine nene ent scheidende Phase getreten ist, richtet sich ebenfalls drohend gegen Eng—- lands Machtstellung zu beiden Seiten des Suezkanals. Es ist wohl kein Zufall, daß der englische Kolonialmi nister Amrey und der englische Luft schiffahrtsminister Sir Samuel Hoa re ihren Osterurlaub ausgerechnet am Brennpunkt der Ereicnisse im Orient in Palästina, im drakl und besonders in Mossul verbringen. glar hebt sich am politischen Hori—- zont der Gegensatz England— Frank—- reich ab. Das ist aber nun noch lange kein Grund, wie es bei der Denkart unserer nechnovemberlich Außenpo litiker ohne weiteres erwartet werden kann, foalls man diesen Gegensat er kennt, nun sofort auf eine Austra gung zu spekuliren und die eigene Politit entsprechend einzurichten. Die se Austragung des englisch· französi schen Gefensatzes wird voraussichtlich noch dahre auf sich warten lassen England ist durch die törichte Verssail les Poitik Lloyd Georges militärisch gegen Frankreich völlig ins Hinter— lreffen gelangt. Insbesondere be sdreht die ungehenerliche französische lLuftflotte Englands Sicherheit. Die donservative Regierung hat die Noth- wendigkeit einer Luftrüstung, die England in die Lage setzt, den An— griff auch der stärksten Luftmacht ab zuwehren, erkannt und sofort ein Bauprogramm aufgestellt, das diesen Anforderungen entspricht. Dieses Bauprogramm durchzuführen, erfor dert aber Zeit. England ist hier ge— nau in derselben Lage, in der Deutsch land sich bei Durchführung seines Flottenbauprogramms vordem Krie ge befand. Es hat eine Gefahrenzone zu durchqueren, die mindestens etwa fünf Jahre dauern wird, u. hat in folgedessen allen Grund, bis dahin je den offenen Bruch mit Frankreich zu vermeiden und hinauszuschieben. Da mit hat in erster Linie auch die deut sche Politik zu rechnen. England wird infolge dieser Lage in den nächsten Jahren, ohne jedoch sein Endziel je mals aus dem Ange zu verlieeren für Frankreich immer zu allen mit seinem Ansehen u. seinen Lebensnothwendig keiten irgendwie zu vereinbarenden Konzessionen sein. Daß diese Kon— zessionen zu größten Theil auch wei-— ter auf Kosten Deutschlands gehen werden, ist klar. Die Aufgabe der deutschen Politik müßte es also sein, nach Möglichkeit zu vehindern, weiter als wickenloses Objekt in dem diplomatischen Ringen zwischen England und Frankreich ausgenutzt zu werden. Es war infol gedessen ein schwerer Fehler, daß von deutscher Seite des Sicherheitsange bot gemacht worden ist, daß England sein Spiel außerodentlich erleichtert Wir gaben damit England selbst den Trumpf in die Hand, den es gegen Frankreich brauchte, ohne für diesGe— schenkGegenleistungen irgend welcher Art zu verlangen.“ Denn wie aus der erwähnten Rede Chamberlains einwandfrei hervorgeht, hat Deutsch land sein Angebot gemacht, ohne die Bedingungen einer Aenderung der Bestimmungen des Vertrages von Versailles über die Besetzung des Rheinlandes oder auch nur eine Ver-- künzung der Besetzungsfristen zu stel len, ein Umstand, der selbst die Eng länder in Erstaunen setzte aber desto melr erfreute. Der englische Bot—- schafter in Berlin Lord d'Abernon, der ja wohl überhaupt der Spiritus recter des ganzen deutschen Sicher heitsangebots ist, hat in der diploma tischen Behandlung der Wilhelmstra ße wirklich ein Meisterstück geleistet. Es kann keinem Zweifel unterlie gen, deß England den berühmten Si— cherheitsvertrag zur Befriedigung der französischen Ansprüche braucht. In— folgedessen war es unsere Aufgabe, zu warten, bis England in dieser Frage an uns herantrat und dann unsere Zustimmung, wenn wir sie überhaupt geben zu können glaubten, möglichst theuer zu verkanfen. Nichts Derarti ges ist geschehen. Eine Gelegenheit, wie sie so bald nicht wiederkehren wird, eine eigene Relle in der Politik zu spielen, ist im Uebereifer, den Her ren von Versalles nur ja gefällig zu sein, von den Delettanten in der Wil helmstraße wieder rerpaßt werden. Wir baben uns wieder von vornher— ein bedingungslo-s festgelegt und stol pern wahrscheinlich blind wie immer in ein drittes Versailles hinein. Wenn man gleubt, auf diese Weise sich die Freundschefst Englands auf die Dauer zu erwerben, irrt man sich. Es wird später heißrn: Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gebhen! Nur Achtung vor unse rer Haltung kann uns die helßersern te Gleichberechtigung wieder gewin— nen. Diese Achtung werden wir aber nur dann erreichen, wenn wir unser außenpolitisches Handeln in Legens— fragen des deutschen Volkes nicht nach den Befehlen unserer Feinde, sondern nach den Ricl tlinien, die unser eignes Gemwilssen uns vorschreibt, einrichten. Wohlgemerkt ist dieser Artikel ei— nem deutschen Blatte entnommen. Die jetzige Regierung Deutschlands kann ganz anders auftreten, wie es die Regierung ver einem Jahre konnte.

Margueritte über die Schuldfrage. Vietor Margneritte, der bekannte Schriftsteller und Ehrenvräsident der französischen Schriftstellergesellschaft, der sich in der „Cre Nouvelle“ e mäßig mit der Frage der Kriegsver antwortlichkeit Hechäftigt, hat jetzt den ersten Theil eines Werles, das den Gesammttitel „Les Crimi nels“ führt, erscheinen lassen. De vorliegendeßand führt den Untertitel „Der letzte Krieg“ Im ersten Kapi—- tel seines Buches behandelt Marqgue ritte die Zeit von 1879 bis 1912, im zweiten Kapitel von 1912 an bis zum Kriegsausbruch und kommt dann schließlich in dem Hauptkapitel des Merkes zu folgenden Schlußfolgerun gen: Die französisch-russische A tans die bis zum Jahre 1911 den Frieden als Desenfivinstrument zu erhalten wuhßte, wird dur:ÿ die Militärablom· men von 1906, 1911, 1912 1913 eine Kriegswaffe. Die Klug heit des Präsidenten Fallieres und Caillaux genigte 1912, um während der zweiten afrikanischen Krise einen Konflikt zu vermeiden. Von 1912 an, als Poineare Ministerpräsident Plagerei Vorbenger —Auf Ihrer Vacanz, wenn Sie reisen, Auto fahren, Bootfahren. oder Campen werden unsere Travelers Checks, Unfall Versicher ang, Gepäck Versicherung und Safe Deposit Boxen Ihnen viel Plage und Unruhe spatren Ihre Vaecanz zu einer wirklichen Ruhepanse machen. Dampfschiff Tickets verkan ft nach jedem Hafen in der Welt, der Dampfschiff Verbindung hat. Union Trust Co. 201 West Zweite vest 3weite rahße TRUST 2 se Insurance Phones Tag 4-1247 Nacht 8-17838 urr RocK Kommen Sie einen unserer Vacation Folders frei holen. Bemberg Sons 7 2 Schmiede Arbeit Deder Art, besonders ornamentale. Fabritkanten von Dampfkesseln, Eijsen- und Stahlblech Arbei Größtes Waarenlager in Stahlblechen und T Eisen. Alle Reparaturen unserer Branche bestens ausgeführt. 10.& Fairview St., Little Rock, Ark. Vhone 2227. Argenta Bottling Work- Alle Sorten mit den neusten und besten Maschinen hergestellten Soft Driunks Irgend eine Sorte Kistenweise bestellt, wird abgeliefert od. gesandt Fran P. Beschorner, Will Beschornet, Eigenthümer. 212-218 Magnolia t. Phone IM. 34 5 North Little Nock, Drk.

Cotton Exchange Pharmacy „Der Store für gute Bedienung“ Phone Main 1997. Sofartiger Ablieferungs Dienst Zweiter und Scott Strase Little Roc, Ark. geworden war, erkennt man eine kla— re Entwicklung unserer Außenpolitik. Sie folgt der Politik Iswolskys Der Weg nach Straßburg und Metz führt von nun an auf dem Umweg über Petersburg durch den Balkan. Als 1913 Poineare Präsident wurde, war dank der russischen Geheimfonds zu denen sich französische Unterstützun aon gesellten, die öffentliche Meinung auf die Möglichkeit eines Krieges vor— bereitet. Dann folgt das Drama von Sa-- rajevo und die Reise Poincare's und Nivianis an den Hof des Zaren. In diesem Augenblick waren die franzö— sischen und russischen Ansichten und Absichten klar, so daß der russische Kriegsminister General Suchomli now in seinen Memorien schreiben konnte: Ich bin vollkommen davon überzeugt deß die Wahl zwischen Krieg und Frieden damals entschie den wurde. und zwar in dem Sinn, daß Großfürst Nikolaus, Sasonow u Poineare sich das Wort gegeben ha ben, auf alle Fälle jede friedliche Lösung zum Scheitern zu bringen. Marqgueritte spricht dann von der onglischen Verantwortlichkeit u. auch von der Schuld Oesterreichs, worauf er erklärt, Deutschland sei noch schul diger als als Oesterreich und Ruß land, weil es mehr als jede andere Macht den Frieden hätte aufzwingen können. „Bei diesem Verbrechen, das alle Regierungen begangen ha— ben, gib es allerdings keine einseiti ge Schuld, sondern höchstens eine ge—- theilte Verantwortlichkeit. Deutsch lond hat nicht aufgehört, gegen. die Kriegsbeschuldsgung zu pyotestieren u. zu behaupten, die Kriegsschuld sei ihm mit Gewalt, durch die Droh ung mit dem Einfall und der Zer—- stückelung, aufgebürdet worden. Die Zeit summarischer Urtheile, gegen die es feine Berufung gebe, ist jedoch vorüber. Das muß Frankreich aner kennen oder es muß aufhören, sich der Proklamierung der Menschenrech te zu rühmen. Erzwungene Zuge ständnisse des Besiegten sind null und nichtig. Erst wenn ein gerechtes Ur theil gefällt ist, werden die wieder ausgesöhnten Vülker ihre Stimme er—- heben können, um die wahren Ver brechen abzuurtheilen.“ Explosionen von Bomben haben im Mittelpunkte der Stadt Barcelo na, Spanien, stattgefunden. Ver— haftungen im Zusammenhang mit den kürzlich aufgedeckten Verschwö rungen gegen das Leben des Königs Erfahrener Uhrmacher und Schmucksachen Reparatenr J. A. Shober Snodgrass Bracy Am Eingang. r a 1; Pearson Letzih

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Der unsichtbare Kanm. Eine naturwissenschaftliche Betrach tung. 2 Von Ingeneur G. A. Taube. Der Raum ist unsichtbar! Sicht bar ist einzig die leuchtende oder be leuchtete Materie in ihm. Der Raum ist die Leere, das Nichts. Behaupten, daß man den Raum doch sieht, wenn oder indem man in ihn hineinschaut, heißt behaupten, daß man das Nichts sehen könne. Man kann überhaupt nicht in den Raum hineinsehen, nicht durch ihn hindurchsehen! Die Materie, die Dinge, die Körper, die jemand als etwas Wirkliches im Raum zu sehen meint, die „steht“ (sozusagen) in Wahrheit einzig sein Gehirn in den lichtempfindlichen „Aufnahme“teilen (whotographische „Aufnahme“) seiner Augen (Auge Objektiv der photo—- graphischen Kamera; Gehirn pho—- tographische Platte). Wenn ein Beschauer eines Sonnen—- untergangs etwa das „obere“ Drittel des „sinkenden“ Sonnenkörpers noch sieht (wie er meint), so sieht er et-- was, was in Wirklichkeit gar nicht mehr sichtbar ist, denn dann ist die Sonne bereits unter dem Horizont verschwunden, und nur ihr Abbild, getragen, übertragen von Lichtstrah len, die von der Sonne bis zum Be—- schauer etwa 84 Minuten unter wegs gewesen sind, täuscht Wirklich keit vor. Erst wenn diese Strahlen in die Augen des Beschauers gelan gen, beginnt das Sehen, also zu ei ner Zeit, wo das vermeintlich Ge sehene nicht mehr sichtbar ist. Man sieht also gar nicht die Körper selbst, sieht demnach auch nicht bis zu ihm durch den Raum hindurch, sieht nicht in den Raum hinein. (Schopenhauer: „Die Welt ist meine Vorstellung.“) Auch aus einem anderen Grande ist das unmöglich. Kann der Leser in das Innere eines Anthrazitblocks hineinsehen? Oder in das Innere eines Haufens Ruß? Oder in das Innere einer Flasche Tinte? Er kann es nicht. Die Masse ist durch und durch schwarz. Auch aus anderen Gründen kann man nicht in den Raum hineinsehen, nicht durch ihn hindurchsehen. Der Raum ist durch und durch schwarz, absolut schwarz! Durxchdringbar ist er einzig für Aetherstrahlen. Aether trahlen, seien es Lichtwellen oder Arahlen, Wärmewellen oder -strah-- len, elektrische bezw. elektromagne tische Wellen oder Strahlen usw. Wir kommen nicht von unserem Stand— punkt zu ihnen durch den Raum hin— durch, sondern sie kommen von ihrem Ausgangspunkt durch den Raum hin durch zu uns, und wo sie auf Mate rie treffen, da werden sie wirksam. Ist keine Materie da, die z. B. mit tels Lichtstrahlen beleuchtet werden bezw. leuchtend, sichtbar gemacht wer den kann, dann bleibt alles schwarz. Wenn der Abend- oder Nachthimmekl auch bei Wolkenfreiheit nicht absolut schwarz erschcint, so ist das Helle be-- leuchteter Materie (Luft der Atmo—- sphäre, Staubwolken außerhalb ihrer). Wo Lichtstrahlen (Licht her vorbringende Aetherstrahlen entspre chender Schwingungen) unmittelbar (von leuchtenden Körpern her, z. B. Sonnen) oder mittelbar (durch Zu—- rückwerfen, Reflektion) auf Materie treffen, wird diese sichtbar; ist keine Materie da so bleiben die Strahlen unwirksam. In beiden Fällen: Al— les schwarz. Der Raum ist unsicht bar.

Schred und Freude töten anch Tiere. Daß auch Tiere durch heftige Ge miitsbewegungen jäh getötet werden können, zeigen zwei Beispiele, die sich n den „Fortschritten der Medizin“ finden. Hest, der eine Beschreibung von Fez und Marokko herausgegeben hat, sah im Zwinger zu Meßnes, wie ein Esel den Löwen zum Fraße vor— geworfen wurde. Im selben Augen— blick, da der Esel die Löwen ervliekte, fiel er tot zur Erde. Als einer der Löwen ihn in den Hals biß, um das Blut auszusagen, regte das Grau tier lein Glied mehr. Ein engli scher Offizier hatte während des nordamerikanischen Befreiungskrie ges seinen Hund in England zurück lassen müssen. Während der Tren nung war das Tier traurig und still und magsrte zusehends ab. Eines Tages kehrte der Offizier unerwar tet zurück; der vor dem Hause liegen de Hund erkannte ihn sofort, sprang mit lauem Frendengeheul an ihm empor, leckte ihm das Gesicht und fiel tot zu den Füßen seines Herrn nieder.

München. Vie Meldung, Hit— ler beabsichtige ein Wiederaufnah—- meversahren in seinem Prozeß zu betreiben, wird vom „Völkischen Kurier“ als „kompletter Unsinn“ bezeichnet. Offenbar wolle man Hitler in einen neuen Prozeß vor dem Leipziger Staatsgerichtshof hineinziehen, der Hitlers politische „Hgkeit in Bayern auf absehbare Zeit hinans unmöglich mache. Hit ler ist also überzeugt, daß er in Leipzig nicht so glimpflich davon—- kommen wiürde wie in München. Die That der Helgn Kroll. Skizze von Peter Alter. Rechtsanwalt Dr. Heinsius war sichtlich erregt. Cr schleuderte ärger lich das amtliche Schreiben fort, das ihm seine Bestallung zum Offizial vertheidiger in der „Strafsache gegen die ledige Helga Kroll wegen Mord versuchs“ mittheilte Strafsachen lieb te er nicht. Früher, in den ersten Jahren nach seiner Niederlassung als Anwalt, hatte er ja hin und wieder eine Strafvertheidigung annehmen müssen; aber immer hatte in ihm die Berührung mit den seelischen Nöthen der Mitmenschen Pein und Qual er— regt; er spezialisierte sich mehr und mehr auf Handels- und Patentsachen die zwar einen klaren Kopf, scharfen Verstand und tiefgründige Kenntnis erforderten, in ihrer nüchternen Sachlichkeit aber Her; und Gemüth nicht bewegten. Seit seiner Ehetra gödie vollens hatte er sich Strafsa chen gänzlich ferngehalten; damals vor zehn Jahren, war seine junge, schöne Frau eines Tages mit einem Sänger fortgegangen, seine einzige Freude waren seitdem sein Kind und sein Beruf; jedoch sein Gemüth war umdüstert, und er fand auch seine Ruhe nicht wieder, als die Frau von dem anderen verlassen, in Nothund Elend gestorben war. Er lebte wei ter als Einsiedler, mürrisch u. miß trauisch gegen die Menschen und na mentlich gegen die Frauen, denn in jeder Frau sah er sie, die ihn so schmählich betrogen hatte. Hätte sich Helga Kroll selbst an ihn wegen der Vertheidigung ge— wandt, er hätte ohne Zögern abge lehnt hier, wo ihn das Gericht zum Offizialvertheidiger bestellte, ließ sein Pflichtgefühlt eine Absage nicht zu Er versuchte, seine Eyredstunde wie sonst abzuhalten Aber die Klienten fanden ihn, ganz gegen seine Art, unaufmerksam und zer streut; mittendrin schickte er die noch Wartenden fort and fuhr zum Kri— minalgericht. Unterwegs überlegte er: Mordversuch? Sicher wieder eine Liebesaffüre! Und da sollte er, gerade er diese Frauensperson vertheidigen! Würde er es überhaupt können? Würde er imstande sein, all seinen Groll gegen das weibliche Geschlert zu vergessen, das Empfin den eigener Kränkung zu unterdrük— ken? Als der Gerichtsbeamte Dr. Hein— sius die Akten „e. c. Kroll“ vorlegte, erstaunte der Anwalt: statt der dik— ken Aktenbände, die er erwartete, sah er ein schmales, dünnes Heft, weni— ge Blätter nur. „Sonderbar! Und das sellen die Akten über einen Mordversuch sein?“ dachte er. Der Beamte errieth seine Gedanken: „Ge ständige Sache, Herr Doktor! Nicht viel zu machen“, meinte er geschäfts— mäßig. Heinsius blickte in die Blätter. Wirklich: sie war geständig! Und es war ja auch nicht viel zu leugnen: Helga Kroll, die Privatsekretärin ei-- nes reichen Industrieherrn, hatte nach Bureauschluß itren Chef durch drei Revolverschüsse, anscheinend ohne jeden Streit, schwer verwun—- det. Sie gab zu, daß sie ihn töten wollte und den Plan lange erwogen habe. Ueber die Gründe verwei— gerte sie jede Erklärung, und der Verletzte selbst, der inzwischen wie— der genesen war, gab an, daß er das Motiv nicht ahne. Dr. Heinsius schüttelte den Kopf. „Wirklich son derbar!“ sagte er nur kurz Er warf noch einen Bick in die Perso nalien der Thäterin u. las: „Ledig, 26 Jahre alt, unbestraft, einzige Tochter des verstorbenen Obersten a. D. Krell.“ Dr. Heinsius wollte in sein Bu reaun zurückkehren. Unterwegs be— mchtigte sich seiner eine Unruhe, die ihm selbst unerklärlich war. Er kehrte um und ging in das Unter— suchungsgefängniß Dort bat er, ihm seine nene Klientin vorzufüh— roen. Schlüssel klirrten, schwere Thü ren wurden geräuschvoll geöffnet und durch lange Flure hallte der Name, den eine Aufseherin der an dern zurief. Heinsius trommelte nervös auf den Tisch; er blickte sich unruhig in dem kahlen, nüchternen Vernehmungszimmer um, dessen ganze Einrichtung aus einem Tisch und zwei Stühlen bestand; ein hoch oben angebrachtes, vergittertes klei nes Milchglasfenster ließ nur spär lich das Lecht ein. Nach Minuten, die dem ungeduldig Wartenden un—- endlich lang erschienen, trat zögernd eine überschlanke Franengestalt in die Thür. Die Arme hingen schlaff herab, den Kopf hielt sie gesenkt, und die Augen schlug sie nieder. Heoinsius blielte in ein wachsbleiches, schmales, feines Goesicht, das von einer Fülle tiefdunklen Haares um rahmt war. Er eroffnete tihr kurz seine Mif sion. Sie lchelte schmergzlich und sogte mit einer leisen, warmen Süimme: „Ich danke Ihnen, Herr Doktor. Aber da gibt es wohl nicht Arkansas Echy Donnerstag den 18. Juni 1925 viel zu vertheidigen. Die Anklage ʒhat recht: ich habe gefehlt, ich muß büßen.“ iEr wollte mit Fragen in sie drin gen. Sie webhrte ab; zum ersten Male erhob sie den Kopf und sah ihn aus großen, traurigen Augen an: „Geben Sie sich keine Mühe. Herr Doktor! Es ist alles so, wie der Richter es notiert hat. Mehr kann, nein, mehr will ich nicht sa— gen. Quälen Sie mich nicht.“ Und damit wandte sie sich ab. Er glaub—- te ein vertholtenes Schluchzen zu spüren; er fühlte: hier war ein Ge heimniß! Aber er gab es auf, weiter in sie zu dringen. Eine schwere Unruhe bemächtigte sich seiner in den nächsten Tagen. be Fall Kroll ließ ihn nicht mehr los. Um jeden Preis mußte er hin—- ter das Geheimniß kommen. Er suchte sich seine Unruhe mit berufli-- chem Interesse zu erklären; aber er bemerkte mit Zorn, wie seine Kolle gen über die Veränderung seines Wesens hinter seinem Rücken tu—- schelten und witzelten. Lange soah er keine Möglichkeit, das Geheimniß des Falles aufzudek ken. In einer schlaflosen Nacht kam ihm der Gedanke, Helgas Mut ter aufzusuchen. Am. nächsten Mor— gen stellte er die Wohnung fest. Die alte Dame empfing ihn in ihrer kümnterlichen Vorstadtwohnung, in der nur alte Plüschsessel, ein paar Bilder und einige Geweihe und Waffen an den Wänden an vergan-- gene bessere Tage erinnerten. Gram und Kummer sprachen aus den ab—- gehärmten Zügen der alten Frau, und doch war ihre Haltung aufrecht und stolz. „Mein Kind thut nichts Böses“, wiederholte sie nur immer und immer wieder; und wußte doch auf alle Fragen des Besuchers nach den Gründen der That keine Antwort Als Dr. Heinsius mit einem gewis sen peinlichen Gefühl die Frage nach den Beziehungen Helgas zu ihrem Chef andeutete, traf ihn flüchtig, ein. stolzer, abweisender Blick; aber dann sagte sie nur ge dämpfft: „Ich bin Ihnen nicht böse: Sie wollen ja unser Bestes Und Armuth ist nun einmal Schande heut zutage, das habe ich jetzt in den Jahren gelernt. Aber glauben Sie mir, mein Kind nein, nein, ich antwerte Ihnen nicht Sie kön nen es ja nicht verstehen!“ So sah Dr. Heinsius rathlos dem Tage der Verhandlung entgegen. Der Zuhörerraum des Schtour gerichtssaales war dicht gefüllt von einer Menge Neugieriger. Helga Kroll begrüßte ihren Vertheidiger mit einem stolz-freundlichen Nicken des Kopfes; ihr Antlitz schien ihm noch einen Ton bleicher, doch ihr tiefdunkles Auge blickte ruhig und gefaßt. Von dem Schwarz ihres hochgeschlossenen Kleides, ihrer Au— jgen und ihres Haares hob sich das feine, schmale, blasse Gesicht wie gei— sterhaft ob. Auf die Fragen des Varsitzenden antwortee sie leise, aber klar und knapp; nicht ein Woert mehr sagte sie alß früher, und über ihre Beweggründe schwieg sie auch jetzt. Ihre Mutter wurde als Zeu— gin in den Saal geführt; die Ange— klagte verbarg ihr Gesicht in dem Taschentuch, und ein Schauer erschüt-- terte ihren Körper. Dann aber be—- trat der Hauptzeuge den Saal, der Verletzte. Er vermied es, Helga im Vorbeischreiten anzublicken, und trat vor den Richtertish, ein eleganter Mann mit abgelebten Zügen, hinter denen eine gewisse Brutalität her vorleuchtete. Dem geschärften Auge des Vertheidigers entging dieser Zug nicht. Er sah auch, mit welch ver—- achtungsvollen Blick Helga PKroll den Mann maß, als er an ihr vor— überschritt. In diesem Augenblick wußte Heinsius alles. Er erhob sich. „Wann geschah der Vorfall?“ froegte er rasch. „Eine halbe Stunde noech Bu reauschluß!“ „Weshalb ist Fräulein Kroll noch über Bureauschluß dageblieben?“ „Auf meinen Wunsch, es waren dringende Briefe zu schreiben.“ „An wen?“ Die Frage des An—- walts klang schneidend. Der Zeuge schwieg verwirrt. Heinsius fuhr in dem Verhör fort: „Wo befand sich Fräulein Kroll, als die Schüsse sie len?“ „Auf ihrem Platze, an der Schreibmaschiene!“ „An welcher Stelle des gim— smers?“ „Am Fenster.“ „Und Sie selb?st“ „Ich saß am Schreibtisch.“ „Wie weit ist es vom Schreibtisch bis zum Platze v.n Fräulein Kroll?“ „Etw 7 Fuß.“ I„Sie lügen!“ segte Dr. Hen sius mit eisiger Stimme. Er nahm vom Gerichtstisch den Rock, den der andere bei dem Vorfall getragen hat e; er zeigte auf die von den Kugeln durchllscherten Stellen und fuhr 'fort: „Hier sehen Sie diese Brand ründer? Der Stoff verbrennt nur, wenn die Kugel aus nächster Nähe abgeschossen ist! Die Schüsse sind höchstens aus 20 Zoll Entsernung gefallen! Sie lügen!“ wiederholte er. Der Zeuge erbleichte. Jetzt gri d Präsident ein. Er erto V Angeklagte aus seinen großen, güt—- gen Augen an und sagte nur: „Wes— halb thaten Sie es?“ engsam. rogernd. wie nach schwe eren KHampfe antwortete „Ich ekelte mich vor ere a Der Präsident fragte weiter: „Waer es das erstemal, daß er sich Ihnen —so nãherte?“ Sie verneinte stumm. Einen Augenblick herrschte tiefes Schweigen. Wenn sagte der Prä— sident väterlich, gütig: Und wes— halb sind Sie nit längst von ihm gegangen?“ Vie eine Anklage klang es zu—- rück: „Wir sind arm, Herr Präsi dent!“ Dann sank sie schluchzend auf die Anklagebank. Dr. Heinsius war tief erschüttert. Sein eigenes Schicksal stand vor sei nen Augen; er sah die Mutter sei nes Kindes vor sich; und er empfand die Stärke u. Heldenhaftigkeit des Mädchens, das da hinter rhm auf der Anklogebank saß. Wie durch einen Nebelschleier sah er die Men— schen ringsum; er wußte nicht, daß er aufgestanden wor und das Wort nahm; nicht zu einer Vertheidigungs rede, sondern zu einer gliühenden An—- klage gegen den Mann da am Zeu—- gentische und gegen seine Brutalität. Er boörte kaum noch, wie das Gericht den Freispruch wegen Nothwehr ver—- kündete. Erst als sich der Saal schon geleert hatt, erwachte er; hin ter ihm saß noch immer, das in die Hände vergraben, Helga Kroll. Er blickte sie fest, aber ma an und fragte: „Und nun?“ Sie erhob sich wie aus einem Traume und streckte ihm beide Hän de entgegen: Ich danke Ihnen für meine Mutter!“ Er aber wiederholte: „Und nun?“ Tonlos erwiderte sie: „Wenn ich jetzt binaustrete ins Leben, dann wird es mir onhaften, mir, dem Opfer, nicht ihm, dem Elenden! Die Freiheit haben Sie mir gegeben aber meine Ehre?“ „Auch ich“, sagte er leise, „leide wie Sie! Auch meine Ehre ist durch solch' einen Elenden geschändet! Meinem Kinde hat er die Mutter ge raubt!“ Sie blickten sich stumm an. Ihre Hände fanden sich. Und Hand in Hand gingen sie aus dem Saal, die Straßen entlang. Kameraden, Ka— meraden für immer.

Der Oelskandal. Die Entscheidung des Richters Me Cormick vom Bundesgericht in Los Angeles in Sachen dtr Verpachtung der Regierungs- Oelreservation No. Izu Elks Hills, Cel., ist natürlich nicht endgültig. Die Rechtsbeistände der Doheny Oelinteressen, die diese Oelfelder von einem „freundlich ge sinnten“ Mitglied des Kabinetts des Präsidenten Harding erhielten, haben beroits erklärt, si würden den Fall bis in die höchsten Gerichte tragen. Das bedeutet, daeß eine endgültige Entscheidung auf Jayre hinaus nicht zu erwarten ist. Ein solches Vorgehen seitens der Doheny Interessen kann selbstver ständlich nicht überroschen, denn die Beute ist eine zu riesenhafte, als daß man nicht jeden Winkelzug unterneh— men würde, um deren Auslieferung zu vereiteln. Nichtsdestoweniger be deutet die Entscheidung des Richters MeCormick, wenn es sich auch nur um die erste Instanz handelt, einen großen und wichtigen Sieg für die Regierung. Erst vor Kurzem wurde von den Doheny Interessen geltend gemacht, daß die ganze Sache in so ge beimnisviller Weise betrieben wurde, sei auf militärische Gründe zurüclzu führen, u. s. w. Diese Angaben hätten den Laien, der ja keinen Einblick in die ganze verwickelte Angelegenheit, wohl aber das Gefühl hat, daß es sich um einen Riesenskandal handelt, möglicherweise freundlicher zu stimmen vermögen, denn das Publikum vergißt ja nur allzu eicht. Aber Richter MeCor mick hat alle jene Angaben über den Haufen geworfen, und zwar nach gründlicher und verständiger Prüf— ung der ganzen Sachlage. Sein Ur tbeil läßt sich in ein Wort zusam menfassen, das die ganze Transal tiin richtig charaklterisiert: „Riesen schwindel.“ In erster Linie erklärt Richter Me Cormick, der elemalige Präsident Harding babe seine Befugnisse über— schritten, als er auf Drängen des damaligen, von ihm ernannten Se—- kretärs des Innern, Albert B. Fall, die Regiernungs Oelreservationen der Kontrolle des Departements des Innern überwies, während der Kon greß sie unter die Kontrolle des Ma— rine Departemento gestellt hatte. Woenn diese Annahme sich als stichhal tig erweist, d. h., wenn sie von den oberen Gerichten aufrecht erhalten wird, fällt der gangze Pachtvertrag in sich zusemmen. Und daher ware die Sache als ein von Fall eingefädelter Schwindel blosgestellt. Die Angabe, die Pachtvertragsun terhandlungen hätten „aus militãri- e e

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Ehrentag einer alten Hessenstadt. Die alte, von St. Bonisaz gegrün— dete Hessenstadt Fritzlar feiert in die sen Tagen die 1200 Jahrfeier ihres Bestandes. Sie begann in der prch tigen Festhalle mit der Aufführung des Festspiels „Sonnenwende“ von H. Winter. In einer größeren An· zahl von Enzelbildern gelangte die geschichtliche Entwicllung der Stadt zuni Ausdruck. Am Abend wurden die erschienenen Gste durch den Bür gormeister herzlich begrüßt. Es folg ten Gsang- und Musikvorträge durch die Gesangvereine und Musik kapelle und eine Reihe von unterhal benden Schaustellungen auf dem Festplat. ——SS(û— WV.— Ein Einbrecheralarm ans einem Laden in Canton, 111., alarmierte die Nachbarn, die die Verfolgung der Diebe aufnahmen und Clyde Dunecan aus Peoria erschossen, seinen Stief sohn Guy Conley auf den Tod ver wundeten und Ralph Dimon einfin gen. Zwei Mann entkamen. 00 In den Nationalforsten gibt es nun mehr als 5000 Antilopen Die Zahl der Moose ist auf 5100 zurück— gegangen. Immerhin ist die Zahl des Hochwilds überlaupt im Wachsen begriffen. Es gibt 687,000 Stücl, davon 650,000 Hirsche. 00— Vorzügliche Leistungen wurden im weiteren Wettbewerb bei dem in Ber— lin eröffneten Danerflugrennen von Aeroplanen ilber Deutschland erzielt Der Kurs ging von Berlin nach Raumburg, Nürnberg, München und Loibzig und zurück nach Berlin. 00· Seite 3 2 4— Rundreise Fahrscheine zu ermäsigten Raten 175.00 Von New York nach Hamburg Und zurück. (3uzüglich Kriegssteuer) Eine glänzende Gelegenheit die alte Heimath zu einer ermäßigten Dritte Masse Rundreiserate zu besuchen. Die Passagiere werden von Hamburg mit Extrazügen und in Begleitung erfahre— ner Reiseführer an ihren Bestimmungsort befördert.

In den Ver; Staaten residiren de Auslaender, welehe inner hulh eines Juhres aurueekkoh ren sind nieht der Quote untor worfen; Fruehzeitge Beleg ung derßequemliehkeit geratea Wegen Wiedereinreise Cortit kaute und undere Auskuenfte wende man sleh an utorisirte Agenten oder an die United American Lines (MHarriman Line) Joint Serviee with Hamhburg American Line 177 N. Miohignn Avenue Ohieaso, City Bakery Frisches Brod und Kuchen täglich. 217 West Capitol Ave. A. Guigon, Eigenthümer. Price Gordon Gompany (Nachfolger von Overcash Co) Cleaners Dyers Schöne und gute Arbeit Abgeliefert wenn gewiinscht. 211—213 Center Str. Phone 4-5290 îîîî—M”—MM Aunch ein Erfolg. „Wie steht es denn mit Ihnen und Herrn Windig., Fräulein Anna? Hat er sich denn nun erklärt? Um die Sache zu be— schleunigen, habe ich ihm sogar neu—- lich gesagt, daß Sie eine reiche Erb tante hätten Na,bat das Erfolg gehabt „O ja, vorgestern hat er sich mit der Erbtante verlabt.“ 00 Bewiesen. „Es ist sa eine altbeknn te Thatsache, daß die Franen zwar schneller als die Männer erblühen, dafür aber auch sehneller altern“ „Na, das möchte ich doch bestrei ten, meine Frau B. hat 40 Fahre graucht um 30 alt zu werden.“

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Arkansas Echo

Board of (ummerce Building Rooin 408-410 Little Rock. Ark.

C. Meprer, Redalteur.

VBeamten: August Probst, Präsident. Mr. W. Aretz, Vice-Präsident. A. Arnold Ir Vice-Präsident. C. Meurer, Sekretär u. Schatzm. Direktoren: A. Arnold Ir., Little Rock. Conrad Elsken, Subiaco. Jos Schnitzer, Fort Smith. Rev. M Rohner, 0.5.8., L. R. Emil Spieler, Little Rock. A. Probst, Little Rock. Joe Jung, Little Rock. Fritz Sieber, Little Rack. Msgr. Or. W Arat, Littie Rock. tosei das Jehr im bereich der V. St. jährlich $2.00 cNath dem Ausland 12.060

Kaol. Ark.,ns Second Class Matter Donnerstag den 18. Juni î Editorielles. Präsident Coolidge ist in Minne— sota gewesen und der Centenarfeier der ersten Scandinavischen Einwande rer Gruppe beigewehnt. Und dabei hat er ein Rede gelhalten, in der er den Antheil der Seendinavier an der Besiedelung und Urbarmachung des Nordwestens herverhob. Minnesota hat die meisten Seandnavier, aber sie sind auch in den Dakotas und Wisconsin stark vertreten. Sie ben sich als Ansiedler bewährt. Prädent Coolidge hob hervor, daß die Scandinavier nach der Statistik mehr Soldaten in unsern Kriegen ge stellt hätten, wie alle andern Nationa-- litten im Verhältniß zu ihrer Zahl, eine ausgenommen. Der Präsident hat nicht gesagt, welche diese Natio—- nalität war, aber wir wissen es, es war die Deutsche. Als die Turner ihn einluden, ih rer Centenarfejer in St, Louis beizu wohnen, da entschuldigte er sich, lane te aber ein Glückwunschschreiben. In dem Schreiben fehlte indeß jede An deutung, daß die Ver. Staaten es den deutschen Turnern in St. Louis verdanken, daß Missouri nicht den Consederirten beitrat, weil es nicht konnte, die deutschen Turner hatten das Arsenal besetzt und hielten es. Wir können nicht annehmen, daß Präsident Coolidge das nicht weiß, aber es scheint das er noch unter der Vachwirkung der Kriegslügen leidet

Da schreiben unsere Tageszeitun— gen, daß der und der Politiker ge sagt habe: Die Prohibition sei hier um hier zu bleiben Wie viel trok— kene Politiker und Zeitungsleute gibt es wirkklic,“ Da hat Senator Reed von Missouri kürzlich gesagt, daß die meisten Senatoren, Kongreß leute, Beamten, Richter eingeschlossen troclen sprechen und urtheilen und naß leben. Er hat zwar von den Zeitungsleuten nichts gesagt, aber er hätte sie auch einschließen können. Da hat vorige Woche Jemand ge—- sagt, der es wissen kann, Washington sei das nasseste Nest in den Ver. Staaten, nach dem sich stets ein Whis keystrom ergösse. Man kann ganz gut leben, ohne Wlhisley Bier und Wein, der Echomann bürgt dafür. Aber werum sollen die Menschen auf Wein und Bier verzichten? Die dafür aufgestellten Argumente haben sich als falsch erwiesen. Die Anpreiser der Prohibition sag—- ten: Wenn wir die berauschenden Ge— tränke ahgeschafft haben, dann brau chen wir keine Gefängnisse u. auch keine Armenhäuser mehr. Unsere Gerichte werden wenig Arbeit haben, denn Verbrechen werden selten wer den Die Menschen aber werden bes ser und glücllicher leben. Gerade das Gegentheil ist einge wroffen Nun sagen die Esel, ja die Prohibition ist noch nicht durchge fiülhrt. Wir müssen erst noch ein paar hundert Millionen Dollar ausgeben, um alle Mondschein Brennereien u. allen Schnapsshmuggel auszurotten erst dann kommt es. Das ist blauer Dunst. Heute ist mancher Bierbrauer geworden und hat es zur Fertigkeit gebracht, ?o daß er von keiner Brauerei Bier kaufen würde, wenn der Handel da— mit wieder frei würde. Freilich die Saloons will keiner zurück haben Und da sagt so ein gelehrter Editor mit dem Muth der Verzweiflung: Die Prohibition ist hier um hier zu bleiben. Herr Thad Rowden meint es gzut, er ist Teetotaler und glaubt ehrlich an Prohibition. Wenn er aber so 100 Gellonen Mondschein unter ei gener Aufsicht in den Rinnstein gie- Ben läßt, wie letzte Woche, und wenn das viele Leute anlockt, die mit be dauernden Augen zusehen, dann muß ihm doch klar werden, daß die große Masse des Volkes nicht für Prohi-- bition ist. Aber oben im Senat und Kongreß sollte es den Herren klar werden, daß das Volk zu sagen hat und laß sie das Valk abstimmen las-- sen sollten. Heute geht ein Schrei durchs Land der Gesetzfabriketion muß ein Ende gemacht werden, denn die Rechtspfle ge erstickt in der Unmasse Gesetze Man sagt, das Volk ist selbst schuld, es hat Gesetze für die Correctur jeden Mißstandes verlangt, und nun es sie hat, schreit es. Das ist wohl nicht ganz richtig. Es waren Patent Politiker, welche all die Gesetze ge macht haben ohne des Volk zu fragen. Sehen wir uns nur die Straßen Gesetzgebung und ihre Felgen an. Das Volk hätte niemals den Gesetzen zugestimmt, wenn sie ihm vorher er-- tlärt und die Folgen gezeigt worden wären. Das Heilmittel ist, das Volk muß seinen Legislatoren die Vollmachten gründlich beschneiden, es muß sie ver— antwortlich machen für das was sie thun.

Kapitalismus und Kommunismus. Die N. C. W. C. sendet das Fel-- gende:— Das franz. Cath. Blatt „Le Voix Soeiale“ veröffentlicht ein Editoriel, gezeichnet von Maurice Guerin, das ssagt, die Wahl in der Industrie liegt zwischen der Encyeli— eca Leo XIII über den Zustand der Arbeit und Car! Marrx. „Wir haben die Wahl“ sagt das Editoriel, „zwischen der Ennylliea über den Zustand der Arbeit und dem kommunistischen Manifest, Carl Marx oder Leo XIII. Das ist das Dilemma voer uns und wir müssen wählen.“ „Es gibt Leute die glauben, daß die Wahl zwischen einer Dictatur des Kapitalismus und einer Dietatur ei nes kommunistischen Proletariats üegt. Weder der Eine noch der An dere können sich einbilden, daß zwi— schen diesen zwei Extremen ein Platz ist für eine gerechte Lösung „st welche sowohl die Ausbeutung des arbeiten den Volkes durch eine unverschämte Plutokratie enden, als auch den Zu— sammenbruch unseres ganzen mora-- lischen und geistigen Lebens durch die Hände eines blutigen und bruta—- len Mobs abwel ren wird.“ „Dtr Eine wünscht die Uebel an denen wir leiden, zu verewigen. Die Andere wünscht uns ein Heilmittel aufzuzwingen, das schlimmer ist wie die Uebel die wir tragen. „Statt dessen glauben wir: Die kapitalistische Herrscheft muß enden; sie widerspricht der Christlichen Mo-- ral und der soziale Wechsel findet vor unsern eignen Augen Platz. Was die kommunistische Herrschaft anlangt so kann sie unter eivilisierten Men schen nicht eingeführt werden; sie ver letzt die Prinzipien der Christlichen Civilisation und die Bestrebungen der Menschlichleit.“ „Für uns ist nichts anderes übrig, als muthig eine Christliche sociale Ordnung zu konstruiren, in welcher wir nicht länger den „Verschlingen den Wucher“ zu fürehten haben von dem Papst Leo in seiner Eneyelica spricht.“ „Das erste Glied des Dilemmas „Kapitalismus oder Kommunismus“ verschwindet daher. Denn da ist keine Frage mehr daß wir zu jedem Preis eine Herrscheft erhalten, welche ver— urtheilt und verflucht ist ohne mög liche Verzeihung. Es ist eine Herr schaft des Geldes über Alles, Herr unserer Gedanken, unserer Seele u. Gewissen, Herr unseres privaten und en Lebens, der Politik nicht weniger des Geschäftes. „Es ist unsere Aufgabe zu sehen, daß die Welt zu den soeialen Lehren der Kath. Kirche zurückkehrt, welche auf Gerechtigkeit und Liebe und die Zusammenerbeit und Vereinigung aller Volksklassen begründet sind.“ Das franz. Blatt sagt: „Wir müssen muthig eine Christliche soeiale Ordnung konstruiren.“ Das ist gar nicht nothwendig, die k Christliche sociale Ordnung ist da, sie ist authentisch, denn der hl. Pau— lus hat sie aufgestellt. Er verkündet in dem Briefe an die Galater die Gleichberechtigung der Menschen, das wird Niemand bestreiten. In einem andern Brise erklärt er, das Gott den (denden verschiedene Gaben gege— ben bat. Diese beiden Aussprüche ssagen also, daß alle Meischen gleich— berechtigt aber nicht gleich sind, denn Gott het das durch verleihen verschie— dener Gaben an die Einzelnen so angeordnet. In dem Briefe an die Arklansas Echo Donnersag den 18. Juni 1925. Corinther aber sagt er, daß derjenige nichts zu essen haben soll, der nicht arbeitet. Was aber der hl. Paulus unter Arbeit versteht hat er durch sein Beispiel gezeigt. Da liegen die Prinzipien der Christlich sozilalen Ordnung. Gleich berechtigung, persönliche Ungleichheit unerre des arbeitslosen Erwer enn das sagt sein Ausspruch: Wer nicht arbeiten will, soll n nicht essen. j Als der auftrat, da—- ren die polifsschen und sozialen Ver—- hältnisse und Zustände den unseren ähnlich. Macht ging vor Recht. Die Macht hatten die besitzenden Klassen, damals wie heute cine kleine Minder—- heit. Aber sie bel errschten das öffent-- liche und privoete Leben, die Politik und das Geschäft. Weil die Apostel dagegen auftraten weil sie alle, nicht blos St. Paulus, die Gleichberechtigung der Menschen und das Verboet des Erwerbes ohne Arbeit lehrten, darum wurden sie und die Christen als die gemeinsten Verbrecher verleumdet; es wurde antichristliche Propaganda getrieben, Taeitus und Swetonius haben uns davon erzählt. Die Folge war, daß die eyrtten nicht wegen der ihnen angedichteten Verbrechen, sondern wegen der socia-- len Lehren verfolgt und hingerichtet wurden. In keinem Progeß irgend eines Martyrers wird er wegen eines der von den eben genannten Schrift-- stellern ihnen engedichteten Verbre—- chen beschuldigt, wie die Martyrer Akten zeigen. Das Cristenthum lehrt und be— fiehlt die von Gott gewollte soziale Ordnung. Es blüht wenn diese Ord nung eingeführt ist. Armuth und Elend verschwinden, Kunst und Wis senschaft blühen. Das beweist die Geschichte dos Mittelalters, und heute wird das von Geschichtsforschern zu—- gegeben. Uebrigens hat noch Benediet XIV. vor 200 Jahren inder Bulle Vix Pervenit denselben Grundsatz gelehrt den der hl. Poaulus mit den Worten lehrte: Dem der nicht arbeiten will, dem gebt auch nichts zu essen. Man sollte aufhören um die sozia-- le Frage herum zu gehen, wie diel Katze um den heißen Brei, die Dinge! sollten beim rechten Namen genannt und klargestellt werden, auch wenn es dafür wieder Martyrer geben, wird.

Der Weltkrieg in seinen großen Linien. Die Verlagshandlung I. Bielefeld in Freiburg im Breisgrau, Silber bachstr. 19, Deutschland, hat uns das erste Heft eines greßen Werkes ge— schickt, um darüber ein Urtheil abzu— geben. Das Heft kostet eine Mark 50 Ps. und kann von der Verlagshand— lung direkt oder durch das Echo be zogen werden. Der Preis hier wür de genau 36e sein. Die Hefte bringen eine für das Volk umgearbeitete und abgekürzte Darstellung des großen Generalstabs werkes über den Weltkrieg, dessen Ursachel und Führung dem Leser offen gelegt werden soll, wobei die Fehler von oben klar gestellt werden. Die Ereignisse werden nach der amtlichen Darstellung gemeinver ständlich aber mit wissenschaftlicher Zuwerlässigleit gegeben und mit Be weisen belegt, wie sie in unsern Ar chiven, die dafür alle geöffnet wor den sind, zur Verfügung stehen. Da werden die Fehler der obersten Heeresleitung klar gelegt, so daß nechdem England in den Krieg ein getreten war, dieser für Deutschland verloren gehen mußte, weil England uns die Zufuhr von Rohstoffen und Nahrungsmitteln spereen konnte und gesperrt hat. Es wird darauf hin gewiesen, wie England in den Krie— gen mit Napeleon von der Blokade Gebrauch gemacht hat, und obwohl es keine durchschlagenden Erfolge erziel te, doch im Krieg blieb und ihn fort· setzte. Es hätte zugefügt werden können, daß es gerade dadurch den Welthandel an sich riß, und im Welt· krieg das Gleiche versuchte. Miliitärisch war Deutschland guts vorbereitet, aber wirthschaftlich gar nicht. nd darum brach Deutschland zu sammen. Es wird ausgefüthrt, daß gar nichts geschehen sei, um England vom Eintritt in den Krieg abzuhalten. Dann daß es nach Meltkes dargeleg ter Ansicht bei einenm HZweifronten Krieg besser sei, zuerst Rußland an zugreifen, und im Westen geuen Frankrech nur eine Defensivstellung! einzunehmen. Dabei kam in Betracht, wurde aber in Berlin nicht beachtet, daß der Ein— tritt Englands in den Krieg, Italien ir Neutralitt zwang, da Italien für Nahrungsmitte!l Zufuhr von England abhing. HDann schildert das hHeft den ariegobeginn, die ersten Erfolge und zeigt die Fehler. Wer für die Ges.hichte des Krieges seine wahren Ursochen und seinen Verlauf Interesse hat, der sollte sich die Hefte anschaffen. Ein Slovake über Hindenburgs Wahl Der Slovak, das Hauptorgan der autonomistischen slovakischen Volto partei, bringt einen interessanten Aufsatz über die Wahl Hindenburgs Unter dem Titel „Ein Nasenstüber“! schreibt er unter anderem: Deutsch land hat mit der Wahl Hindenburgs! sowohl uns wie allen seinen Gegnern! einen recht unangenehmen Nasenstü ber gegeben. Daß dies geschehen konnte, haben wir einzig und allein Frankreich zu verdanken. Der große Fehler war, daß Frankreich sich dem Glauben hingab, daß ihm die öffent-- liche Meinung Enropas servil assi stieren werde bei der Ermordung Deutschlands. Das ist nicht gesche-! hen, weil es nicht geschehen konnte Die Zeit der Gemeinheiten ist vor über. Im Ruhrgebiet hat Frankreich die Sympathien der Welt verloren. Die öffentliiche Meinung hat erkannt daß nicht alles gut ist, was die un zosen, u. nicht alles schlecht ist, was die Deutschen wollen. Mit diesem Welturtheil hat Deutschland die Be-- erhalten, sich gegen Frankreich so zu wehren, wie es stn Die Welt hat sich nicht länger mit Frankreich eins erklärt. Und das hat genügt, damit Deutschland an: fing, an sich selbst u. an die Welt zu glauben. Es hat sein Haupt er— hoben und fordert heute sein Recht, welches ihm als Staat u. Volk zu—- kommt. Es hat aufgehöort, sich u sam danach umzusehen, was Frank— reich, England und die übrigen von ihm wollen, denn es ist von neuem zur Erkenntnis gelangt, daß es die Möglichkeit u. das Recht hat, so zu lebent, wie es selbst für gut findet, und daß es nicht verpflichtet ist, auch weiterhin die Diktatur zu dulden, welche es offensichtlich durch die Ruhraktion vor der ganzen Welt kompromitierte. Und das ist eigent— lich die Umorientierung sowohl der Welt, wie der deutschen Mentalität und jener Punkt, in welchem Frank— reich gegenüber Deutschland die Ruhraktion verlor und noch mehr die Wahl des deutschen Präsidenten. Denn vor einem eder zwei Jahrent hätte Deutschland sicher jenen Mann zum Präsidenten gewählt, der in Frankreich Beruhigung ausgelöst hätte. Heute aber haben die Deut schen den Franzosen und allen übri— den einen Nasenstüber gegeben. Die autonomistische slovakische Volkspartei hat sich gebildet, weil die Tschechen sich bei diesen Leuten die gut gebildet und katholisch sind, viele Üebergriffe erlaubten. So schickte man ihnen Tschechen els Beamte und oriftl in ihre Rechte derart ein, daß die Slovaken es müd- wurden und Au— tonomie verlangten, Die Tschechen bilden kaum 50 Prozent der Bevöl rung von Tschecho Slovakie und wenn die Slovaken sich mit den Ungarn u. Deutschen im neuen Tschenstaat ver-— binden, dann ist die Zeit für Benesch und Massaryk vorbei. Erbarmen. Von Peter Rosegger. Unsere Sittenlehre ist lange nicht strenge genug gegen Thierquälereien. Wer Menschenliebe zu üben verlangt, der muß auch Liebe und Mitleit zu den Thieren predigen. Ein Herz, das gegen die Thiere verroht ist, wird gegen die Menschen nie zart sein. Die Religion sagt, alles in der Welt sei nur zum Nutzen dal Menschen erschaffen Zugegeben, die Thiere seien zum Nutzen des Men— schen erschaffen, ist das ein. Grund für diesen, undankbar zu sein? Im Angesichte der Qualen, die! den hilflosen Thieren von Men—- schen überall zugefügt werden, möch— te ich niederknien vor euch Mit— menschen und mit gefalteten Händen euch bitten, auflehen: Erbarmen!s; Erbarmen für die Thiere! Sie sinds wie wir von Gott erschaffen, um sich des Lebens zu freuen! Sie haben s mit uns den einen Vater im Him mel Wir dürfen uns vor ihnen; uuen. wir dürfen sie nützen, sol wie jaauch wir untereinander uns schützen und nützen. Aber die Thierel haben von Natur und Gotteswegen uund endlich auch unserwegen ihre heiligen Rechte, die zu verletzen eine Todsünde ist. Wäre ich der liebe Gott, ich würde der Abwechslung halber den Gesellen, der heute Flei scher ist, morgen Kalb sein lassen u. üübermorgen ihn höflich fragen, was hiber die Sache denke? Vielleicht täãme doch eine gute Verständigung wischen Menschen und Thier 3 schöne Welt würde dadurch sehr vie! gewinnen und das Menschenherz noch mehr. Und zur Stunde, mtal der Mensch in seiner höchsten Noth weinend vor seinen Gott hinsinkt u um Erbarmen fleht für sich, für! sein Kind wie könnte er uner· l hört bleiben, wenn er barmherzig s war gegen alle Kreaturen! j Ein trogisches Geschick ereilte den sLeuchtthurmwächter von Helgoland Er stirzte vom Thurm ab und war sofort tot. American Southern Trust Company. 6 ry li Di Persöulicher Dienst! —ffÇ Wir sehen unsere Kunden als unsere Freunde an und wir sind me zu beschäftigt, um irgend einer Sache die nöthige Aufmerksamkeit zu schenken. Wir laden Si-- und Ihre Freunde ein, Ih-e Beschäfte hier abzuwickeln Die Bank, welche für ihre Kunden sorgt. Dvxitter Main Straße, Little Nock, Axrk. Die Kunst des S s S ie Kunst des Sparens Sparen ist keine Wissenschaft, es ist eine Kunst. Eine Wissen schaft ist Etwas, das man aus einem Buch lernen kann, eine Kunst ist etwas, das man durch Uebung lernen muß. Es gibt nur einen Weg diese Kunst zu meistern. Beginne zu sparen und halte dich daran. 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Der Völker Sünde und Strafe. Nun soll die Religion oder die Moral helsen. Die fehlende Einheit hindert Neugeburt. Unserem Volke ist mehr als einmal im Laufe der letzten Jahre ein pein liches Erwachen beschert worden. De größten Eindruck aber hat auf alle ernstér denkenden Männer und Frauen die Erkenntnis gemecht, daß unser Erziehungswesen keine Charak— tere bildet, daß unsere Schulen wohl Aufklärung verbreiten, ohne jedoch das Hauptziel aller Erziehung, sittlich starke Menschen zu bilden. Auf allen Seiten ertönt daher der Ruf, die öffentlichen Schulen müßten mehr als bisher die Moral pflegen und auf solche Weise der zunehmen— den Verwilderung der Sitten und den Verbrechen entgegenwirken. Aus diesen Anschauungen heraus erklärt P. W. Wilson in der „New York Times Book Review“ vom 24. Mai diel Grundlagen, die· Dr. Thomas Jesse Jones in seinem Buche „Edu— cation in East Africa“ niederlege, seien auf jedes Gemeinwesen anwen— bar. Herr Jones betent immer wieder die Bedeutung des religösen Faktors in den Schulen. Wilson aber nennt dies „das Echo der Zweifel, die eine rein weltliche Erziebung und deren offenkundige Ergebnisse in Gestalt der Kriminalität Jugendlicher bei uns hervorgerufen hat.“ Dies ist nur eine der vielen Stim— men, die nun ganz im Geiste jenes aufgeklärten absolutistischen Herr— schers des 18 Jahrhunderts den Ruf erheben: „Schafft Religion in's Land!“ Nur wissen jene, die diese Ansicht aussprechen, nicht, wie sie es anfangen sollen, ihre Absicht zu er— reichen. Es hängt eben nicht nur von dem Willen der Menschen ab, nach dem sie einmal Gott und seine Ge— bote gelästert und verleugnet haben, den Weg zu ihm zurückzufinden. Und Völker, die einmal in den Sumpf des Lasters und der Unnatur gerathen sind, fällt es viel schwe rer sich daraus zu befreien, als jene die ihnen die Wege dazu weisen wol—- len, zu ahnen pflegen. Eines der niederdrückendsten Kapitel der römiß schen Geschichte ist jenes aus der Spätzeit dieses Volkes,als edler den—- kende und tiefer blickende Männer die Ursache des Niederganges erkann-- ten und krampfhafte Versuche mach— ten, die alten römischen Tugenden Blsass Möbel Dnrchstöbernngs Verkanf mnß 1 enden. Das Gebänude soll— eruenert werden. Der Rummage Verkauf von neuen, gebrauchten, und lange unverkauften Stücken von Ha useinrichtung ist eine Blass Neue— rung. Wir haben kein Erchange, oder Second Hand Department zum verkanfen solcher Sachen. So wurden sie als sie sich anhäuften nach 313 Mainstr. gebracht und mit einem Theil der Original Preise markirt. Der Verkanf geht diese Woche zu Ende. Vergesse Sie nicht 313 Main Straße. Und sparen Sie Geld Die Preise sind in diesem Gigantischen Kehrausverkauf in Stücke zerschlagen uorden.

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Doch bei den Vor schlägen bleibt es im allgemeinen, wenn man von den Versuchen absieht das Lesen etlicher Bibelverse zu er— zwingen. Und wie könnte es auch anders sein? Wir besitzen weder eine einheitliche Religion noch eine einheit liche Moral. Vor hundert Jahren hätten Protestanten, Katholiken und JFuden si chnoch euf einen „Abriß der Moral“, begründet in den zehn Ge— boten, zu einigen vermocht. Das ist heute nicht mehr der Fall. Jene un selige Verleugnung der Allgemeinheit und Unabänderlichkeit der Sittlich keit, die der Evolutienismus auf dem Gewissen hat, hat die gemeinsame Grundlage zerstört. Die Forderun gen der Zehngebote gelten daher in weiten Kreisen als vollkommen ver—- altet; die Moral ist der Veränderung unterworfen, was die Menschen einer Kulturepoche als sittlich unerlaubt verurtheilen, mögen jene einer ande—- ren Periode els erlaubt betrachten. Der Mensch ist zudem sein eigener Gesetzgeber, der stolz erhobenen Heuptes über die Erde schreitet und es verschmäht, Blicke nach oben zu wenden. Nichts bestärkt so die Befürchtung, dasßx die Völker europäisch amerika— nischer Kultur einer trüben Zukunft entgegengehen wee die Erkenntnis, daß sie, in einen Sumvf gerathen, sich sich nicht in der Richtung des fe— stenßodens bewegen, sondern sich selbst noch von dem Bewußtsein, sich in großer Gefahr zu befinden, nur noch weiter antreiben lassen, Irrlich— tern nachzujagen. Wenn es gilt, die größte Thorheit in höchster Noth zu charakterisieren, greift manim Eng—- lischen zu dem Sprüchwort: „Nero fiedelte während Rom brannte.“ Viel gnders macht man es auch heute nicht. Mann könnte glauben, die Mensschn señen blind; der Leucht thurm auf sterkem Felsen zieht sie nicht an. Seine einheitliche Kraft und Größe erregt r ohl zeitweilig ibre Bewunderung, aber sie wollen nicht begreifen, daß alles sie darauf Arkansas Echo Donnerstag den 18. Juni 19 hinweist, zu ihm ihre Zuflucht zu nohmen. C. St. d. C. L. Das Echo kommt wieder darauf zurüek, was es schon oft gesagt hat, schafft die öffentlichen Schulen ab, macht Pfarr- und Gemeindeschulen mit dem religiösen Unterricht und der religiösen Grundlage daraus, auf der die Eltern stehen. Das wür—- de in absehbarer Zeit einen Um— schwung bringen. Nur sollte das per Propaganda gesagt und verbreitet werden. Geschieht das, dann wird die Aenderung kommen, weil die protestantischen Prediger die Richtig-- keit des Vorschlages einsehen werden. Ernteanssichten. In Rom ist das Weltbureau für Ackerbau, wo alle Berichte gesammelt werden. Von da wurde am 11. Ju—- ni berichtet: Die Ernteaussichten in Europa im Anfange des Monats waren günstig und es heißt, daß das diesjährige Erträgniß der Weizenernte dieses Jahr die Ausfuhr einer größeren Masse von Weizen ermöglichen wer— de, als dies letztes Jahr der Fall war. Einem Bulletin zufolge das am 10. Juni vom internationalen landwirth schaftlichen Institut veröf— fentlicht wurde, dürfte die Ausfuhr größer werden, als die durchschnitt liche. Die Weizen Ernteaussichten in den Ver. Staaten sind nicht so gün— stig. Dieselbe dürfte schätzungs weise mehr als 24 Prozent hinter der letztjährigen zurückbleibben. Die Reis- und Hafererte dürfte Schätz ungen zufolge 16 Prozent hinter der vorjährigen zurückbleiben. Eine Ausnahme wird von der Gersten— ernte in den Ver. Staaten erwar— tet. Sie dürfte diejenige des letzten Fahres um mehr als 9 Prozent übersteigen. Der mögliche Ausfall der Wei— zenernte in den Ver. Staaten wird theilweise durch eine gute Ernte in Kenada wieder ausgeglichen wer— den, und wie angenommen wird, dürfte die Weizenernte in Kanada dieses Jahr noch besser ausfellen, als dies im Jahre 1924 der Fall war, de in den mit Weizen bestell ten Distrikten Kanadas reichlich Re-- gen fiel. Der Zustand des Winterweizens wird vielfach als gut bezeichnet. In den meisten Gegenden rechnet man auf eine Durchschnittsernte Der Stand der Frühjahrssaaten ist noch nicht so befriedigend, wie dies um dieselbe Zeit im letzten Jahre der Fall war. Er befindet sich in deß über dem Durchschnitt. In der Tschecho-Slowakei ist der Stand der Wintersaaten gut, wäh— rend derjenige der Frühjahrssaaten sich unter dem Durchschnitt befindet. Der Stand des Winterweizens in Polen ist um 53 Prozent und derjenige des Winterroggens um 68 Prozent besser als der Durch schnittsstand des letzten Jahres in jenem Lande. In Ungarn war das Wetter für die Wintersaaten im Allgemeinen günstig und Weizen, Roggen und Gersten versprechen einen Ertrag, der über der Durchschnittsernte steht und von Hafer wird eine Durchschnittsernte erwartet. Auch in Rumänien und Serbien sind die Ernteaussichten günstig, während das Ergebnis der Ernte in Bhilgarien diesenie des Jahres 1924 um 50 Progzent übersteigen dürfte. In Rußland rechnet man auf eine Durchschnittsernte. Nachdem also ein Weltinstitut für Ackerbau da ist, sollte es möglich sein die Preise, gerecht für den Farmer der einelnen Länder festzusetzen und den Nahrungsmittelwucher lahm zu legen. Der Zoll könnte die Ernte ungleichheiten der einzelnen Länder für Lre aufheben, natürlich müß ten dann die Zölle von einer inter— nationalen Behörde festgestellt wer den. Die Möglichkeit den Wucher zu bannen, haben wir, wird es ge— schehen? Die Supreme Court von Kansas hat entschieden, daß ein Automobil, in welchem alkoholische Getränke be fördert werden, auch dann konfiszirt werden kann, wenn der Besitzer frei gesprochen wurde. Mit anderen Wor ten: ein als nichtschuldig Befunde—- ner wird einfach seines Eigenthums beraubt! Ja, ja, die Prohibition! 00 Eine Bewegung gegen die Ueber—- nahme von Viehdiebstählen in Colo— rado führte bei Montrose, Colo., den! Tod von Henry Henrickson und sei ness Bruders Frank herbei, die Mo— nate lang Vieh stahlen und in Kamp— fe mit einer Sheriffsposse fielen. 00 Vierzehn Männer u. zwei Frauen, die in Moundsville, W. V, in d bindung mit der Sprengung von Häusern nichtorganisierter Bergleute zu Glendale am 265. Mai verhaftet waren, wurden wegen Mangel VBeweisen froigelassen. Merxikes neur Aera. Veseitignng der bisherigen finau—- ziellen Lotterwirtschaft. Präsident Calles hat nach seinem Amtsantritt ein paar Wochen ver streichen lassen, bevor er seine Kar ton aufdeckte. Er ließ zunächst die Regierungsmaschine im alten Takte weiterlausen, da er erst die ofsiziel len Feiern, den Empfang der Son derdeputationen und dergleichen hin ter sich bringen mußte. Dann aber setzte er tatkräftig ein und über-- raschte seine Freunde und besonders seine Feinde. Der neue Präsident griff zuerst in die Finanzwirtschast ein, die sehr im argen lag. Er ließ sich von der Volksvertretung besondere Vollmachten in diesem Zweige für ein Jahr geben und begann damit, ein System der äußersten Sparsam keit einzuführen. Wohl wurden die rückständigen Gehälter der Beamten bezahlt, aber eine große Anzahl überflüssiger Staatsdiener wurde entlassen, eine Reduktion des stehen den Heeres in die Wege geleitet und die Pensionsliste der keinen Dienst tuenden Offiziere einer Durchsicht mit entsprechenden Strei-- chungen unterzogen. Ueberflüssige Unkosten wurden gestrichen, darun— ter der Mißbrauch, der von höheren Beamten damit getrieben war, daß sie sich auf Staatskosten eins oder mehrere Autos hielten. Die Spar— samkeit vergaß auch Kleinigkeiten nicht, indent man jedem Minister nur noch ein Staatsauto gestattete, die überzähligen aber öffentlich versteigern ließ, während die Kosten für Benzin, Chauffeur usw. der Staatsautos von den Ministern nun selbst bezahlt werden müssen. Schließlich quittierte der neue Prä— sident die Anleihe des Herrn Arlitt, die nicht vorwärtskommen wollte, da sie als ein Konkurrenzunterneh men von Wallstreet aufzufassen ist. Mexiko brauche jetzt keine Anleihe, erklärte der Präsident; es könne seine Ausgaben, einschließlich des Zinsendienstes früherer Anleihen und deren Abzahlungen, aus den regelmäßigen Einnahmen bezahlen. Anleihen sollten nur aufgenommen werden, soweit sie für gewinnbrin— gende Anlagen, wie Ausbau des Straßennetzes, Berieselungsanlagen, verwendet werden. Interessant ist auch ein Ausspruch des Präsidenten, als er gefragt wurde, welchen Kan—- didaten für Regierungsposten er be vorzuge: „Ich brauche Leute, die mir nicht nur anhängen, sondern die auch ehrlich sind“ Böse Zungen behaupten, daß er in einigen Fällen zugefügt haben soll: „Und das sind Sie nicht.“ Es ist also eine Reorganisierung der Finanzwirtschaft mit großer Zielsicherheit eingeführt worden, durch die hoffentlich eine der größ-- ten Miseren des Landes behoben werden wird. Neben der öffentli chen Sparsamkeit gibt aber auch die persönliche Sparsamkeit des Präsidenten in seinem Privatleben ein Beispiel. Der neue Herr be-- wohnt sein altes Privathaus in der Stadt, ohne von seinem Recht, das schöne und weitläufige Schloß Cha— pultepee zu beziehen, Gebrauch zu machen, und fährt jeden Morgen wie ein gewöhnlicher Geschäsftsmann in sein „Kontor“, wo er die Bu— reaustunden einhält wie irgendein subalterner Beamter. Prunk und Luxus gibt es nicht mehr. Von po—-- litischer Bedeutung ist die scharfe Stellungnahme von Calles gegen die Bolschewisten. Im Hasen von Veraeruz gingen die politischen Din-- ge seit langem nicht mehr so, wie sie sollten. Es hatte sich dort unter der Führung eines Heron Proal eine Partei mit Sowietsternen usw. gebildet, welche eine Art Staat im Staat darstellte. Die Anhänger des Proal bezahlten keine Hausmiete mehr und brachten die Hausbesitzer in die größte Not. Streik folgte auf Streik, die Unsicherheit der Bürger war groß, die staatlichen Garantien gleich Null. Der einst blühende Hafenplatz verkam mehr und mehr. Dabei lebte der Führer in Saus und Braus und ruinierte den ehrlichen Handel, indem er Wa—- ren, welche ihm seine Anhänger „schenkten“, unter den gewöhnlichen Preisen verschleuderte und den Er—- lös in die eigene Tasche steckte. Der neuen Regierung sollte nun von Proal gleich im Anfang die Macht der Aufrührer ad oculus de—- monstriert werden. Er organisierte Manifestattvnen mit Niederge brüll und sonstigen Ausschreitungen, ohne damit zu rechnen, daß er bei Herrn Calles an den Unrechten kom— men könnte. Der neue Präsident erließ aber an den Kommandanten des Hafens den gemessenen Befehl, bei Ausschreitungen den Führer zu verhaften und zu seiner Verfügung nach der Hauptstadt unter mili— tärischer Bedeckung zu schicken. Dies geschah bei der ersten Gelegenheit. Proal sitzt seither in der Hauptstadt im Gefängnis, angeklagt wegen Aufruhrs. Der Versuch seiner An— hänger, deswegen Skandal zu ma—- chen, wurde im Keime erstickt.

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Seite 6 Harte Menlschen. A Rũwer. I (183. Fortsezung und Schluß.) Zwanzigstes Kapitel. In des Geheimrats gZimmer stand noch einmal er, der Freigewordene. Vater und Sohn sahen einander an ders in die Angen als damals. Zwi— schen ihnen stand eine, die alles ver höhnt, geebnet und gelichtet hatte. Ilse hielt die Hand des Geliebten sest in der ihren. „Siehst du es nun? Meine Liebe, mein Glaube, meine Hoffnungen haben nicht ge— trogen.“ „Ilse! Dir danke ich mehr als mein Leben, du hast mich von mei nem schlimmsten Feind erlöst, von meinem Haß.“ Wie weich waren die Züge des har ten Mannes geworden. Selbst diese schweren Wochen in der Haft hatten seine eiserne Kraft nicht gebeugt, nur fremde Linien in sein Gesicht gegraben. Jett lag das alles hinter ihm, die freundlose Jugend, das harte Ringen im Kampf ums Da— sein, auch dieser lette Schicksals schlag, der ihn zu vernichten drohte. Er hielt dieses großherzige willens starle Weib in seinen Armen, und vor seinem frei gewordenen Geist lag das Vild eines unermeßlichen Glückes. In tiefer Bewegung sah der Ge—- heinrat auf das Paar. Mit welchem Stolz hätte er auf diesen Sohn blik— ken mögen, wenn er seufzte. Er behielt das Gefsühl, daß er keinen Teil an ihm habe Ilse folgte ihm über das Meer. Er sah die beiden nie wieder. „Ich will versuchen, dir drüben in dem Lande, das mir Heimat ge— worden ist, ein Leben zu schaffen nach deinem Sinn,“ sagte Georg Vrandes leise, in weichem, von Be—- wogung fast ersticktem Tone. „Ich be ibe die Mittel, um dich äußerlich ae rialen nichts vermissen zu las e.“ Ilse erhob den Kopf von seiner Brust. „Ich wußte nicht, ob du reich oder arm warst, es galt mir gleich, ich hätte auch an deiner Seite ent— behren können,“ sagte sie unter Trä nen lächelnd. „Eines wiegt flür mich schwerer. Ich fürchte, daß wir ohne den Segen meiner Mutter ziehen müssen; bleib hier beim Papa. Jetzt. da ich dich wiedergesehen, mich in Gegenwart des Vaters feierlich dir anverlobt habe, muß ich ihr, die mir bie Nächste auf der Welt sein soll, mein Herz öffnen und die vollzogene Tatsache melden. Sie hat sich nie von den Vorurteilen, unter denen sie aufgewachsen ist, gelöst, sie kann meine Liebe nicht begreifen, ich will jetzt versuchen, ob ich ihr Herz zu rühren imstande bin.“ Ueber Georg Brandes Gesicht flog ein schwerer Schatten. „Ilse und wenn es dir nicht gelingt?“ „So gehe ich doch mit dir. Ich bin ein Mensch für mich, mit eigener »Verantwortung, ich kann mein Le—- bensglück und das eines anderen nicht opfern, um einer von mir yer— achteten Idee willen.“ Ihre Augen lenchteten. Er riß sie in seine Arme, er küßte sie heiß „Ilse, wir sind eines Geistes!“ „Das sind wir, Gott sei Dank!“ Sie ging und wußte, daß sie einen vergeblichen Gang tun werde. Die Mama war in ihrem Zim— mer, sie hatte erfahren, wer bei ih—- rem Manne war, und daher in seht erregter Stimmung. Selbst den Dienstboten gegenliber waren diese anffallenden Dinge nicht zu bemän teln. Sie erhob die Angen von ihrer Stickerei, als Ilse eintrat. Sie fuhr förmlich zusammen, so frappierte sie die Erscheinung ihrer Tochter Ilse trug ein weißes Kleid von weicher Wolle, das sich ihrer hohen, schlanken Gestalt in tadellosem Schnilt anschmiegte. Auf ihrem Ge— sicht lag ein ganz fremder Ausdrnck, etwas Leuchtendes, das sie blendend schön erscheinen ließ. Keine Spur mehr von Verbllitsein, von einem gealterten Zug. „Ilse! was ist?“ Die Mama rief es unwillkürlich. „Mamal!“ Ilse eilte ans die Mama zu, warf sich neben ihr nie der, umschlang ihre Knie. „Mama! Ich bin nnaussprechlich glücllich!“ Die Geheimrätin faßte an ihren Kopf. Sie konnte wirkllich keine zu sammenhängenden Gedanklen fassen Dieses Benehmen Ilses, ihr Anus sehen war so ungewöhnlich, daß sie keine vernünftige Erklärung dafiür finden konnte. Ilse erhob sich und sprach ruhiger „Ich habe den Mann gefunden, den ich liebe, den einzigen, der in der welten Welt flür mich da ist, und ich bin wieder geliebt.“ Die Geheimrätin ward sehr bleich, eine Todedangst bemchtigte sich ih rer. „Um Gotteswillen! Wer?“ „Mama, wenn es dir möglich wäre, das Aeußerliche, das Neben— sächliche von dem Innerlichen und Hauptsächlichen zu scheiden, alles, was die Welt sagen könnte und möchte Der unglücklichen Fran dämmerte ein Schimmer der Wahrheit. „Ilse!“ schrie sie in einem entsetzlichen Ton auf, „doch nicht dieser dieser, von dem der Papa mir gesprochen?“ „Ja, Mama, Georg Brandes, der hier anfangs unter dem angenomme— nen Namen Reller auftrat, der un— schuldig des Mordes Angeklagte und jeyt mit allen Ehren freigesprochene. Ich habe dazu helfen dürfen, die Wahrheit an den Tag zu bringen, ich habe ihn geliebt vom ersten Sehen an, als ich nichts von ihm wußte. Ich habe ihn mtr erkämpft. denn seine Ehrenhaftigkeit verbot ihm, mich an sich zu kletten. Lange hat er mich für seine leibliche Schwe ster gehalten, bis ich ihm den Irr-- tum aufklärte. Jetzt hat unsere echte große Liebe über alle Hindernisse ge siegt, nun versage du uns deinen Segen nicht.“ 2 Die Geheimrätin war aufgesprun—- gen, die dunkle Röte des Zornes folgte auf die Schreckensblässe. „Das also ist in meinem Hause hinter mei-- nem Rücken getrieben worden Ilse! Ist es denkbar, daß du von meinem Fleisch und Blut bist lösen sich denn in unserer gefähr-- lichen Zeit auch die Blutsbande. Hast du einen Augenblick glauben können, daß ich zu diesen schmählichen Din gen Ja und Amen sagen solle? Du bist entartet, verdorben „Halt ein, Mutter!“ Ilse stand da groß und ernst. „Du hast recht. das Band zwischen Eltern und Kin— dern ist nicht in allen Fällen so stark, wie man im allgemeinen annimmt Mit der Mündigkeit tritt jeder Mensch in seine freien Rechte, und Liebe muß da frei gegeben und er— worben werden. Ich kam, dich zu bit ten, du mögest den Mann meiner Wahl empfangen und kennenlernen. Ich folge ihm übers Meer in seine neue Heimat, wo er sich unter har-- tem Kampf eine gesicherte und ge— achtete Lebensstellung erobert hat. Das Schichsal, das ihn hier traf, war ein unverschuldetes, wie alles Leid, das sich auf seine Jugend und ersten Mannesjahre häufte. Meine Liebe soll ihm das wettmachen. Mein Entschluß steht fest, Mutter, ich gehe, ich folge ihm, wohin er mich führt. Muß ich ohne deinen Segen ziehen?“ Die Geheimrätin hatte sich wieder in ihren Sessel geworfen, sie stöhnte herzbrechend und verbarg ihr Ge— sicht in dem feinen Batisttuch. „Laß mich allein,“ schluchzte sie. „Das ist sein Werk, das danke ich ihm, dem Ihre Stimme erstarb in unver-- ständlichem Murmeln. In ihrem Herzen war nur Zorn, grenzenlose Bitterlkeit gegen den Mann, an des sen Seite sie nun die langen Fahre gelebt hatte, und dessen Ingendsünde solch Früchte zeitigte. Für die Liebe der Tochter fand sie kein Verständ nis. „Geh,“ wiederholte sie heftig. „wir gehören nicht mehr zusammen. Das gegen mich geschmiedete Kom plott ist ja vollendet, ich bin eine einsame, unglückliche Frau.“ „Du hast ja Erich, der mehr Blui von deinem Blut ist,“ sagte Ilse und wandte sich zum Gehen. 7 7 Erich Morbach war bei seiner Mutter. Sie klammerte sich an ihn, sie klagte trostlos, daß sie ja nie—- manden mehr habe, als ihn. Sie war in ihren Zinmer geblie-- ben. Sie war krank. Diese Aufre gung tötete sie. Erich saß still und sehr nachdenk— lich da. Er versuchte zu beruhigen, er empfand seine Lage als sehr pein lich. „Mama ich weiß nicht wir kennen doch alle Ilse, sie setzt durch, was sie will, auch das Tollste. Mir hat sie ja dieses wunderbare Geheim— nis ihrer Liebe schon anvertraut, als der Gegenstand derselben noch im Gefängnis war, und ich ihn für schuldig hielt und überzengt war, daß die Geschworenen ihn schuldig sprechen würden. Es grenzt ja an Idiosynkrasie. Aber von Ilse konnte man sich von jeher des Abentenerlich-- sten versehen. Jezt glaube es mir, Mama, sie heiratet den Mann, ob du deine Einwilligung gibst oder nicht. Sie ist mündig, und niemand wird sie daran hindern können, was sie verlangt. Während der Untersn chung ist manches über seine Ver— hältnisse in Philadelphia zutage ge kommen. Der Milliardär drüben, der Eisenbahnkönig Morgan, bot riesige Summen als Kaution fin seine Freilassung, stellte ihm ein glänzendes Leumundszeugnis ans Wenn du wenn wir in Anbe tracht der zwingenden Lage äußerlic einlenkten. Der Skandal vor der Welt wird abgeschwächt, wenn Ilst mit dem Segen der Eltern zieht Papa na, wir wollen nicht dar über reden sie haben woenigstent so viel Takt gehabt, mich in Un Arkansas Echo Donnerstag den 18. Juni 1925. kenntnis über die Herkunft des Men— schen zu lassen bis zulegt den Namen Morbach zu führen, hat die-- ser Reller-Brandes verweigert, er verzichtet auf eine Anerkennung. Der Mann hat seinen eisernen Kopf, Ansprüche zu stellen, ist er ja glück licherweise nicht gekommen. „Ich weiß nicht, Mama sehen, kennenlernen solltest du ihn doch.“ Die Geheimrätin saß in der Sofa ecke, das Batisttuch vor dem Gesicht und schluchzte. „Entsetzlich! Entsetz lich!“ Erich redete weiter. Er wollte sich selber nicht gestehen, daß ihm diese Liebe imponierte. Daß es so etwas gab in unserer raffinierten Kultur-- welt— wie Neid hatte es ihn ge packt, als er die beiden zusammen gesehen in des Vaters Zinmer und dessen verwandeltes Gesicht. Der von ihm solange verleugnete Sohn war jetzt der geliebte. der bedeutendere. Er kam sich jetzt wie in zweiter Reihe stehend vor. Das war Unsinn, aber er hatte die Eindrücke empfangen und konnte sie nicht vergessen. Die Ereignisse mußten sich jetzt rasch folgen. Ilse und ihr Verlobter wünschten eine baldige stille Trau—- ung. Ilse war nach der Mutter schrof fer Abweisung tief verletzt und starr entschlossen. Sie ging auch ohne der Mutter Segen. So wie die Dinge augenblicklich lagen, gab man schon der Dienerschaft Anlaß zu den un-- glaublichsten Skandalgeschichten. In der Gesellschaft ahnte doch noch nie mand etwas von diesen Vorgängen. Wenn die Tatsachen offenbar wur den, mußte man gerüstet sein und den Dingen einen anständigen Man-- tel umlegen. Es war eine roman tische Geschichte. Dieser immens reiche Fremde seine übrigen Be-- ziehungen zur Familie konnten ja geheim bleiben, hatte Ilses Herz ge wonnen. Ihre erste Begegnung mit ihm bei Eckhoffs war gewiß einigen noch in der Erinnerung. Sein Schick. sal hier, die ungerechte Anklage, seine Verhaftung, die ja nun mit völliger Freisprechung geendet, hatte Ilses Liebe nur gestählt. Nun hei— ratete sie in glänzende Verhältnisse. Zu solcher Auffassung der Dinge riet Erich Nach schwerem Kampf entschloß sich Frau Geheimrätin zur Ueber— windung ihrer Gefühle. Erich vermittelte, und am Nach mittag stand Georg Brandes mit Ilse vor der Mutter in deren Zim— mer. Alle Beteiligten sahen darin nur eine kühle Zeremonie. Ilse wurde etwas weicher ge stimmt, als sie die eingefallenen Züge der Mutter gewahrte und sich sagte, was sie diese Stunde koste. Georg Brandes war sehr gemessen und steif. Die stechenden Blicke der Dame prallten an dem dichten Pan zer seines Stolzes ab. Im übrigen sie war Ilses Mutter, in seinem von heißem, berauschendem Glück er füllten Herzen war jetzt viel Raum für mildere Gefühle, aber seit er dieser hochmütigen, kalten Frau ge genüberstand, erkannte er voll, daß Mutter und Tochter mit keinem Pulsschlag zusammengehöoörten. Frau Geheimrat duldete Ilses Umarmung und ihres Verlobten Handkuß. Der Mensch besaß doch wenigstens einige Formen, und welch eine markige Gestalt zum fürch ten. Ihre Stimme zitterte, als sie zu sprechen begann. „Sie wissen, daß mich Ilses Wahl so spät, so unerwartet mir mitge teilt, sehr erregt hat. Sie werden es begreifen, daß ich Zeit brauchte. daß ich sie stockte. „Gewiß, gnädige Frau, voll be— greife ich das.“ Der sonore Klang dieses Männer— organs machte die Dame zusammen fahren. „Ilse hat hehr ungewöhnlich ge— wählt, jedermann wird es verwun— dern. Aber lassen Sie mich Ihnen das Gelöbnis aussprechen: Nie wer de ich vergessen, was sie tat, was sie opferte. Ich will versuchen, ihr zu vergelten, ihr Leben an meiner Seite so reich und sorgenfrei zu ma— chen, wie es in meinen Kräften steht.“ Die Geheimrätin zerrte nervös an ihrem Taschentuch. „Ich höre Erich, mein Sohn, wenigstens sagte mir, daß Sie unngefähr die Mit— tel besitzen, meiner Tochter ein Le—- ben, wie sie es gewohnt war, zu schaffen.“ Ihre Stimme brach, sie lehnte sich erschöpft in die Polster zurück Georg Brandes lächelte. Er und Ilse wechselten eimen flüchtigen Blick. „Gnädige Frau, in meinem Leben mischten sich die grellsten Kon traste. Ich habe lange mit den äußer— sten Entbehrungen gekämpft und schwelge jezt im Ueberfluß. Ich wußte mit dem Gelde gar nichts an zufangen, Ilse wird es besser ver— stehen und einen schönen Gebranch davon machen Da drüben macht man mitunter rasch große Vermö gen, auch auf ehrliche Weise seh gutes weiches Lächeln verschönte sei- ne Züge auffallend, Frau Geheim— rätin sah plötzlich überrascht zu ihm auf. „Ich habe Ihrem Gemahl Ein— blick gegeben in meine Verhältnisse.“ fuhr er fort, „mein augenbliekliches Vermögen beziffert sich ungefähr auf fünf Millionen.“ Die Geheimrätin zuckte merklich, wider ihr Wollen entfuhr ihr ein unartilulierter Ausruf. „Ich habe es wirklich nicht ge— wußt,“ sagte Ilse lachend, „du denkst jetzt vielleicht, ich habe auf eine Geld heirat speluliert, weil ich früher oft sagte, wenn ich mich nicht entschlie- Ben konnte, irgend einem Hochwohl—- geborenen zu folgen: er bietet mir nicht genug. Du allein, Georg, botest mir alles; gleich, als ich dich sah, ob-- gleich du mir in unserer ersten Un—- terredung gestandest, du habest nichts gelernt, als hungern.“ Die Geheimrätin hatte sich unwill kürlich straffer aufgerichtet. Sie wollte sich ihre Verwunderung nicht merken lassen, aber der Reichtum verlieh dieser Persönlichkeit da vor ihr doch eine ganz andere Gestalt. „Das das ist ja wenigstens ein Trost Ilse ist sehr verwöhnt Sie werden die Gefühle der Mutter begreifen. Ich hatte wohl erwarten dürfen, daß Sie früher zu mir es ist ja alles wider Ordnung und Sitte verlaufen.“ „Na, Mama, verlobt haben wir uns erst an dem Tag, da ich zu dir kam und dich bat, meinen Verlobten kennenzulernen. Du wußtest nichts von ihm, da mußte ich doch zuerst sprechen und dich vorbereiten. Er hat meine Hand nicht eher genommen, als bis er ganz frei war.“ Die Geheimrätin winkte abweh— rend. „Lassen wir das nun. Herr Herr Brandes ich will meine Tochter nicht ohne meinen Segen ziehen lassen Sie ermessen nicht, was Sie uns nehmen, unser Kleinod, unsere Sonne was für Hoffnun— gen knüpfe ich an Ilses Zukunft! Nun, machen Sie sie glücklich! Und wir werden erfahren, wie ihr euch eingerichtet habt Sie hatte Ilse zu sich herangezo— gen und reichte dein Manne, der vor ihrem Geiste doch ein anderer ge— worden war, die Hand. „Gott gebe euch seinen Segen!“ „Ich habe meine Agenten beauf— tragt,“ sagte Brandes, „ein vollstän— dig eingerichtetes Haus im fashion-- ablen Villenviertel zu kaufen. Man kann das drüben bequem haben, und Ilse mag später nach eigenem Ge— schmack ergänzen.“ „So so Frau Geheimrä tin schluckte ein paarmal, sie, die routinierte Weltdame, wurde bei nahe verlegen, diese neuen Enthül— lungen waren zu verblüffend. Acht Tage später fuhr das junge Paar zum Standesamt Trauzengen waren nur Ilses Stiefvater, ihr Bruder Erich und Justizrat Mewes Die kirchliche Traunng in der Apostelkirche folgte, eine ganz stille Feier. Frau Geheimrat war noch un päßlich und durfte ihr Zimmer nicht verlassen. Ilses Brautschmuck war sehr ein fach, ein schlichtes weißes Kleid von schwerer Seide, Kranz und Schleier. Sie sah strahlend aus. Als die Mama sich um Beschaf fung der Brauttoilette gesorgt, hatte Ilse lachend abgewehrt. „Ist rasch erledigt,“ meinte sie, „das Kleid ist Nebensache, wir haben keine Zeit, Georg muß zum Ersten nächsten Monats in Philadelphia sein. Es geht nun einmal alles gegen das Herkönnmliche. Wir bleiben übrigens noch einige Tage in Paris, ehe wir uns einschiffen, da werde ich mich mit Toilette versorgen, wie ich sie drüben in den Millionärskreisen nötig haben werde. Du weißt, Ge— schmack besitze ich. Ich hoffe, du söhnst dich soweit mit dem Unerhörten aus, daß du uns einmal drüben besuchst Nach den Enthüllungen, die Georg mir jetzt gemacht hat, werden wir dich würdig beherbergen und emp— sangen können.“ Die Mama schüttelte den Kopf, er war ihr ganz verwirrt Nach der Abreise des jungen Paares meldeten die Blätter die Heiratsanzeige der vielumworbenen extravaganten Ilse Morbach. Frau Geheimrätin hielt allen neugierigen Fragen der Gratulanten stand Sie hatte es inzwischen fertig gebracht, eine außerordentlich romantische Ge— schichte zu konstruieren, die ganz an ständig klang und in der die Mil. lionen des Schwiegersohnes gewich tig figurierten. Ja Ilse war sa immer sonder bar gewesen, aber sie kam jsetzt in aroßartige Verhältnisse. 2 —Ende.

Des Tages Geschäfte sind für viele derart, daß sie für Dinge, welche des Eifers nicht würbig sind, alle Kräfte in Vewegung setzen Je hastiger und atemloser dies ge— schieht, umso mehr wird der Mensch von den Kleinigleiten des Augen blicks überwältigt und seinen wah— ren Interessen entfremdet; er ver liert sich selbst. Ihr Verzicht. Skizze von Rina Leitner. Mit unsicherem Gefühl hantierte Frau Gerda hente am Teetisch, ünd giemlich wortlarg verlief die sonst so gemütliche und behagliche Ruhestunde. Das Tischchen stand in einer der tiesen Fensternischen des großen Musitksaales, zlerlich ge decktt. VPiele Lorbeerkränze und Bildniswidmungen rings an den Wänden zeugten von ihren und ihres Mannes künstlerischen Lei— stungen. „Du hast heute Unterricht zu ge—- ben, Gerda?“ fragte der Musikdi rektor in einer der heute so häufi gen Gesprächspausen. „Da muß ich mnich wohl wieder zurückziehen?“ Und die geleerte Tasse wegstel lend, erhob er sich. Doch seine Frau legte ihm, ihn zurückhaltend. die Hand auf den Arm. „—Jch bitte dich, heute zu bleiben, und Stimme und Können meiner Lieblingsschülerin zu prüfen.“ Sie sprach leiser als sonst und sprach langsam und zögernd, als koste es sie Ueberwindung, diese Bitte an ihren Nann zu richten, der ihre Erfüllung bereitwillig zu sagte. Leichte Blässe lag auf ihrem Gesicht, die einer fliegenden Röte wich, als es jetzt klingelte. Sie verließ rasch die Nische, in der noch letztes Tageslicht ver glomm, und begrüßte in der däm— mernden Tiefe des Saales die ein-- getretene Schülerin mit ein paar verständigenden Worten. Dann öffnete sie den Flügel und legte die vorbereiteten Noten« zur Hand. Nur die Lampe am Notenpult war eingeschaltet und belichtete die Umgebung des Flügels, der übrige Raum lag im Halbdunkel Wo die dämmernden Schatten am tiefsten waren, saß nun Frau Gerda, in die Ecke eiues kfleines Sofas zurückgelehnt, und sah un— verwandt auf das musizierende Paar am Flügel. Zum erstenmal hörte ihr Mann die junge Künstlerin heute singen. denn sorgsam hatte sie das Werden und Wachsen gerade dieser Schüle rin vor ihm geheim gehalten, von dem einen Gedanklen geleitet, der in ihr die liebende Frau über die eiferslichtige Künstlerin hatte siegen lassen Langsam nur war jener Gedanke in- ihr groß geworden, ge weckt durch das ihr gleichwertige Talent des Mädchens, genährt durch die bittere Erkenntnis des unabwendbar nahenden Alters: Ihre Erbin wollte sie sich heronzie hen in der jungen Sängerin, die Erbin ihrer Kunnt, die fortan die Idcalgestalten verkörpern sollte, die ihres Mannes Schöpfergeist erson—- nen, und die bisher immer sie selb zu erstem Leben erweclt hatte. Nicht leicht war der innere Kampf gewe—- son, den sie still sür sich allein aus getragen hatte, und schwer war der endliche Sieg errungen. Die ñeue Oper ihres Mannes war vollendet und zur baldigen Aufführung bestinunt. Wie immer hatte sie die weibliche Hauptrolle übernommen, hatte sie studieri und daran gearbeitet unter seiner Lei—- tung, wie sie beide es stets gehal ten. Schwerer als sonst war ihr diesmal das Studium gefallen. Die Stimme bveeinflußt durch ihre seeli— sche Erregung, ermüdete leichter als bisher und gehorchte nicht imnmer restlos ihrem künstlerischen Wollen Doch kein Zeichen der Ungeduld, nicht die geringste Unzufriedenheit von seiten ihres Mannes kränlte sie. Nur jenes Anufleuchten seiner Au— gen, der verklärte Ansdruck seiner Züge, wie es sein tiefinnerlichstes Beglücktsein über ihre Leistung sonst hervorrief, sie blieben diesmal aus Und hatte sie bisher immer wie—- der gezögert, so war es ihr jehzt unerbittlich klar geworden: Es war Zeit, das Opfser zu bringen, zurück zuweichen und Platz zu machen; denn nur in einer leinen Wunsch freilassenden Weise durfte das neue Werk ihres Mannes hervortreten Und sich tapfer lüiberwindent, den eigenen Künstlerneid, den Schmerz; der Alternden bezwingend, hatte sie unermüdlich mit der jungen Sän— gerin geprobt, selbst zum bloßen Vindeglied werdend zwischen den Absichten des Komponisten und der Auffassung und Wiedergabe durch die Darstellerin. Aber je reicher ihre Mühe ge— lohnt wurde, je mehr die Gestalt zur Vollendung heran reifte, desto schwerer war Frau Gerda ihr Lehr amt gefallen Bisher hatte sie ruhig jede ihrer eigenen Rollen mit der jungen Schülerin studiert, einzig die VBe— friedigung der Lehrenden fühlend, wenn die Lernende gesanglich und darstellend sie selbst erreichte oder durch den jngendlichen Stimmreiz zuzeiten sogar übertraf. Doch im mer waren es Woerlke anderer Künstler gewesen, nie eines ihres Mannes wie diesmal. Jeder Ton,. jede Geste schmerzte, die eifersich tige Künstlerin in ihr trat wieder hervor und wollte die opferbereite Gattin verdrängen Und doch war sie von dem einmal botretenen Weqg nicht mehr abgewichen. Wie sie selbst in der besten Zeit lhrer Kituste lerschaft die neue Rolle verkörpert hätte, so prägte sie dieselbe ihrer selbst erwählten Stellvertreterin uud Nachfolgerin ein. Nun war das Ziel erreicht. Ahnungslos von ihren tieferen Absichten, hatte ihr Mann das vor geschlagene Probesingen angenom— men. Wieder waren es vorerst Werke anderer Meister, aus welchen sie die junge Künstlerin prüfen ließ. Wie eine letzte Frist zur Ueberle— gung empfand es Frau Gerda Doch endlich durfte sie nicht länger zö— gern. Eben blickte ihr Mann zu ihr her und nickte in der ihm eigenen Weise, wie er seine Zufriedenheit zu zeigen pflegte, und sprach zu der Sängerin herzlich anerkennende Worte. Frau Gerda rasste sich auf Sie wollte das entscheidende Wort zum Flügel hinüberrusen, doch die Stimme versagte ihr. Da stand sie auf und legte schwei gend die Noten auf das Pult. „O Gerda, meine Wald-- see—?“ Ueberrascht rief es ihr Mann und sah ungläubig fragend zu ihr auf. Sie nickte nur, und wandte sich rasch wieder ab. Ihren früheren Platz vermei—- dend, ging sie langsam durch den großen Saal in den anstoßenden Raum, der ganz im Dunkel lag. Von den Vorhängen halb verdeckt, stand sie an der Tür und lauschte. Die Schülerin stand neben dem Instrument. Anfänglich lag etwas unsicher flackerndes im begleitenden Spiel ihres Mannes, als müsse er eine innere Unruhe und Erregung bezwingen. Weitaus dehnte er das Vorspiel, und erst als allmählich seine Erre gung sich legte, lenkte er, sicherer werdend, zu dem Einsah der Rolle über. Je länger die Schülerin dann sang, mühelos seiner Führung fol gend, weil längst in das Wertk völ lig eingeweiht, desto entrückter der Umwelt wurde der Künstler, alles vergessend, nur seiner Schölfung hingegeben. Der grübelnde Ernst, mit dem er zu spielen begonnen, wich von seiner Stirne, der traurig sinnende Blick, den er seiner Frau nachgesandt hatte, leuchtete auf, und über seine Züge breitete sich der Ausdruck wunschlos Befriedi gung gefundener Künstlerphantasie. Und still versunken, wie losgelöst von seiner Umgebung, spielte er weiter, als die Frauenstimme ver hallte, und brachte das Werk zu Ende. Ihrer Umgebung entrückt stand auch Frau Gerda, die Blicke auf ihres Mannes Antlitz festgesogen. In dem Maß, wie seine Züge sich veränderten, wich von den ihren der tiefschmerzliche Ausdruck und wandelte sich in leise Wehmut, aus der langsam die gleiche Verklärung empordämmerte. Leise war die Sängerin zurücl getreten. So jung sie war, und so froh und rasch sie zugegriffen und un belümmert die ihr überlassene Rolle studiert hatte, jetzt, als sie zu Frau Gerda hinsah, begrisf sie ganz die Schwere des von ihr gebrachten Opfers. Ein ehrfürchtiger Schauer rührte an ihr junges Gemüt, und ließ sie' vor solcher Größe und Selbstlosigkeit demütig sich neigen. Still verließ sie den Saal, zum erstenmal der Dogxnen gewahr ge worden, die, usne allem Erden glück, auch in den noch so reich blü— henden Rosenkränzen verborgen sind, mit denen die Kunst ihre Aus-- erwählten schmiickt. Der letzte Ton verklang, die Höände des Spielers sanken dherab und er erwachte aus seinem Künst lertraum zur Wirklichkeit. Ein Gefühl der Beschämung be schlich ihn und er sah mit Erleich terung, daß er nun mit seiner Frau allein war. Hatte er ihr weh getan Schuldbewußt sah er sie sorschend an. Doch ein klares Auge begeg nete dem seinen. Lächelnd fragte sie: „Habe ich es so recht gemacht?“ Und hinter ihn tretend, schlang sie die Arme um ihn. Er lehnte den Kopf an ihre Brust und sah zu ihr auf. Immer war es diese trauliche Stellung gewesen, in der nach be endigtem Studiun eines seiner Werke sie um seine Zufriedenheit fragte, er ihr seinen Dank bezeug te. Und immer hatte er ans ihrem Antlitz freudig bereite Hingabe an seine Schöpfung gelesen Hente aber stand mehr, sah er unendlich Höheres darin, das er wohl zn deu ten wußte und das vor seinem ver stehenden Blick die silbrig schim—- mernde Haarkrone auf dem sich zu ihm niederneigenden Haupte in eine unter Schmerzen errungene Glorie wandelte „Ich hätte diesen Verzicht nicht n dir gefordert, Gerda!“ Leise, mit schinerzlich bewegter Stimme hatte er endlich die Worto hervorgebracht. Ruhlg und fest antwortete sie: „Das wußte ich, Darum war es an mir, zu gebotener Zeit das Rich tige zu tun.“

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Das elektrisierte Mesopotamien. Die Elektrizitätsversorgung von Mesopotamien steht anscheinend vor einem bedeutenden Aufschwung. Vor dem Kriege war Elektrizität dem Lande völlig unbekannt. Jetzt gibt es Kraftwerke in Bagdad, Basra und Mossul. Die Kosten sind allerdings ssehr hoch und betragen für die Kilo wattstunde 1 Mark, auch muß der Verbraucher den Messer selbst bezah len. Dem Vernehmen nach wollen die Engländer den Eigenbetrieb bald ern und Konzessionen vergeben. Diese sollen auf 42 Jahre befristet werden. Die Engländer haben ein großes Interesse an der Entstehung leistungsfähiger Kraftwerke, da sie in Mesopotamien große Baumwoll pflanzungen anlegen wollen. Arkansas Echo Donnerstag den 18, Juni 19256. Lolal Nachrichten. Da ist im Oston der Stadt der Frazer Spezial School Distriet, des seon Directoren eine neue 830,000 Schule banen wollten. Eine Anzahl Leute im Distrikt waren dagegen u. gingen ans Gericht. Sie legten dar, daß die jetzige Schule, die fast neu ist, groß genug für alle Kinder des Diestrikts sei. Dann daß es nicht nur die $30,000 für den Neubau, sondern weitere 28,000 für Ausrüstung ko sten würde, eine Last die für den Di strikt zu schwer sei. Chanceler Mar tineau aber sagte, die Direktoren sei en gesetzlich befugt, Bonds auszuge ben und die Schule zu bauen. Die Gegner gingen aus Obergericht, das Martineaus Urtheil umwarf, aber den Prozeß an nihn zurück verwies Nun hat er seine erste Entscheidung nochmals abgegeben. Wenn die Leute klug sind, schoffen sie den Spezial Schuldistrikt ab und machen einen ge wöhnlichen Schuldiscrikt daraus, in dem sie was zu sagen haben. Sie hätten das thun sollen, sobald die Direktoren den Schulbauplan mach ten, den sie den Wählern, die zahlen müssen, gar nicht zur Annahme vor zulegen brauchen, weil die Direlto ren in einem Spezial Schuldistrik große Vollmechten haben, die sie nicht haben sollten. Vorigen Mittwoch hatte Little Rock wieder einen Regensturm, bei dem die Stores an 6. und Center Str. und an West 5. Straße dem im Hof zwischen ihnen angesammel ten Wasser, das mehrere Fuß tief war, Auslaß geben mußten. Indes sen hatten die Eigenrhümer aus dem Schaden gelernt, und der Schaden war nicht groß. Arnolds Barber Supply schätzen ihren Verlust auf SSOO, die Basket Groeery Co. auf 3300. Das Wasser floß außerdem durch die Bell Tater Flake Co. Little Rock Meat Market, City Bakery, H. MeFarlin Grocery, Albert Bloom hatten Löcher in den Fußboeden ge macht, durch die des Wasser abfloß. An 7. und Gaines schlug der Blitz in den Thurm der Negerkirche und riß die Schiefer ab. Der Verkehr der Straßenbahn auf West 5. Straße „ar für eine Stunde unterbunden. Im Ganzen wurde die Geschichte mit vie! Humor aufge faßt und Dave Knesal fischte mit einer Wiener Wurst, aber der Schinken biß nicht an. Die Durchfahrt auf Ost 6. Straßt unter den Bahnen da war mit Wäf ser gefiülllt und ein Auto blib da stecken und mußte stehen bleiben, bis das Wasser abgeflossen war, da es bis zu 1 Fuß zum Top stieg wur-- den die zwei Insassen von Andern heraus geholt. Der Regen ging nur bis an die Creosotwerke von North Little Rock, erstreckte sich aber weittr südlich, war aber nicht stark. Den Haupttheil des Gewitterssturmes erhielt Little Rock. Annaheim, Sask., Canada, den d. Juni 1925. Liebes Arkansas Ech-. Sende Money Order 5, für Vor ausbezahlung für mein Abonement auf zwei Jahre. Wir hatten dies Frühjahr mit Ausnahme einiger ungewöhnlichen heißen Tagen ein kühles trockenes Frühjahr, die ersten Tage des dun brachten uns einen Ladregen für mehrere Tage ohne Blitz und Don ner wie man ihn nicht schöner wün schen kann, und die junge Saat steht ausgezeichnet. Da die vernünftigere Bevölkerung den Prohigitions Schwindel im west-- lichen Canaba satt ist, so haben 5 Provinhmn durch Referendum die Getränke Freiheit wieder erlangt, aber dieselben dürfen nicht wie früher an der Bar, sondern in Gasthäusern in Flaschen und Gläsern aufgetragen werden. Die Leser des Echo sollten mehr interessante belehrende und wahrheitsgetreue Berichte einsenden, das würde die Zeitung interessanter machen, und ihr Leben verlängern. Von den Lesern hängt die Qualität einer Zeitung ab, euch ich würde mich der Mühe unterziehen, einen Bericht über meine Erfahrungen meines 17 jährigen hierseins einzusenden, falls er nicht in de Papierkorb wandert. Mit Gruß an die Redaktion und Leser, Ihr Wohlwollender, A. Knitig, Sr. A. d. R. Der Bericht soll will kommen sein. Die nun kolleetierte Ginkommen—- steuer für 1924 hat die Summe von $26,336,337,843 eingebracht, fast 5 Billionen Dollar mehr wie 1922. Die Summe haben 7,698,321 Steu erzahler bezahlt. Im JFahre 1928 haben 6,787,481 Personen ihre Ein tommensteuer bezahlt. Trotz des her— e der Steuer um 25 Prozent kam mehr ein, weil mehr Leute zahl ten. Und wahrscheinlich ist das die Folge von der Veröffentlichung der Steuern in den Zeitungen, die das thun wollen. n 2 ʒ x ñ

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onsignore I. A. MeQuaid in Helena, Ark Von verloren gegangenen Entdeckungen. Von Karl E. Krack. Im Jahre 1895 wurde ganz En ropa durch die Entdeckung eines neu en Explosivstoffes in Aufregung ver setzt, der die mederne Kriegsführung vollständig verändert haben würd-. Es war die Erfindung eines Glhr ten in Exeter namens Saworidge. An die englische Regierunq gesandte Muster bewiesen, daß die Erplosiv kraft des neuen Stoffes all· biẽ da hin vorhandenen weit übertra·. Es wurden Sawbridge Anecun tmnn gemacht, seine Erfindun; für 10 000 M. zu verkanfen. doch lehnte er ab, bis seine Heimathshehördn ihr- Entscheidung getroffen haven wür— den Gerade als diese cnon Ver trog mit ihm abschließen woln kan die Nachricht, sein Loboratorium sei in die Luft geflogen und er dabei ums Leben gekommen. Unglücklicherweise hatte er keinerlei Aufzeichnungen hin terlassen, und obwohl man die Trümmer genau durchsuchte, gelang es doch nicht, das Geheimniß zu ent decken, das so für immer verloren gegangen ist. Vor etwa sechzig Jahren entdeckte der Italieoner Luigi Taranti eine Methode farbiges Glas in ler Art herzustellen, wie die alten Phönizier es machten. Taranti begann die vie len Austräge auszuführen, die er von allen Ecken und Enden der Welt er— hiet. Die schönsten Glasfenster in Italien wurden von ihm angefertigt Er wußte sein Geheimniß wohl zu hüten, denn als er ein Jahr später in seiner Welstatt tot aufgefunden wurde, stellte es sich heraus, daß er es mit ins Grab genommen hatte. Die tüchtigsten Fachleute wurden be— rufen, um die Bestandtheile des Glases zu prüfen, doch auch nicht ei— nem gelang es, das Geheimniß des Mannes zu ergsünden. Vor etwa dreißig Jahren brachte ein Schotte Billardbälle auf den Markt, die nicht aus Elfenbein ge— fertigt waren, doch ebenso gut er—- schienen ünd nur den dritten Theil des Preises kosteten. Er nahm kein Patent auf auf seine Erfindung, machte alle Bälle selbst und hütete das Geheimniß sogar seiner Familie. Gerade, als er anfing, die Früchte seiner Werkstatt zu ernten, wurde er in seiner Werkstatt durch einen Herz schlag dahingerafft und starb ehe er nöch das Geringste enthüllen konnte. Man ließ sein Fabrikat von Fach leuten untersuchen, doch niemand ver—- mochte es zu ergründen, woraus es bestand. Der Mann, dem es bereits vor 25 Jahren gelungen ist, farbige Photo graphien herzustellen, wurde ein Martyrer seiner Entdeckung, deren Geheimniß vollständia verloren ge—- gangen ist. Vor einigen Jahren un—- lerbreitete Dr. Herbert Franklin in Chieago den Fachlreisen eine Reihe bon farbigen Photographien, die sol— chen Anklang fanden, daß er sich ent schloß, ein eigene Laboratorium zu erbauen. Bei der Entwicklung der Platten benutte er ein Holzkohlen feuer, doch vergaß er eines Tages bei der Arbeit den Ventilator zu öff nen und wurde von Kohlendunst er- stickt vorgefunden. Er hatte das Ge— heimniß niemanden anvertraut, und obwoh einige fast vollständige Plat— ten vorhan vorhanden waren, so stan— den damals lie Gelehrten doch noch immer vor einem ungelösten Räthsel Ein anderes Opfer seines Geleim— nisses war Adams, der Erfinder des Taliums, einer der größten Entdel— kungen. Adams brachte Metall zu—- stande, das, obwohl so hart wie Stahl. doch nur halb so teuer war und nur halb so viel wog. Ganz Amerika be— geisterte sich für die Erfindung, und Aufträge auf Tausende von Tonnen wurden von den großen Eisenbahnge— sellschaften ertheilt. Doch es war zu spät. Die ungeheure geistige An strengungt der er sich untorzogen, raubte ihm den Verstand, und der Erfinder mußte als unheilbar in ein Flrrenhaus gesperrt werden. Der vom Herzen gefallene Stein. Der Dichter des „Trompeter von Säckingen“ Vietor von Scheffel em pfing einst, als ernoch in Capil „euf Don Diegos Sache wie ein Kater auf und ab ging“, einen Brief von einem Freunde. Der Brief war unfrankiert und mit Strafporto belastet. Trotzdem nahm ilhn Scheffel en, fand aber weiter nichts darin els die Worte: „Es geht mir sehr gut!“ Sheffel lachtkz und schichte an demselben Tage noch ein großes Paket an je nen Freund ab, ebenfalls unfran— kiert. Der Empfänger bezahlte willig das hohe Porto in der Hoff— nung, durch den Inhalt des Pa—- ketes reichlich entschädigt zu werden, dessen Schwere auf etwas Werthyol— les schließen ließ. Er fand aber zu seiner Ueberraschung nichts darin als einen großen gZiegelstein und einen Zettel mit den Worten: „Bei der Nachricht, daß es Dir gut gehe, fiel mir beifolgender Stein vom Herzen.“

Der Wortstreit zwischen Staats sekretr Kellog und Präsident Calles von Mexico hat auf Henry Ford we nig Eindruck geacht. Obwohl die Zeitungen von einer Krisis zwischen Mexieo und den Ver. Staaten schrei ben, die sehr ernst sei, baut Ford in Mexico eine große Autofabrik. Das hat auch die andern Geschäfts— leute zuversichtlich gemacht und das Ende vbom Lied wird sein, daß unser Gesandter in Mexieo, dessen münd— licher Bericht den Trubbel verursachte seine Stelle quittiren wird. Senator Robinson meint die Geschichte sei sehr n und räth dem Herrn Kel log doch ja recht vorsichtig zu sein. 00— Die Industrieprodukttion in Sow-- jet Kußland hat sich gegen das vor hergehende Halbjahr um 44 Prozent ünd der ganze Binnenhandel um 8 Prozent gehoben. Der Handel mit dem Ausland stiez um F 25,000,000 auf 8238,000,000 mit nur mehr 1, 000,000 Unterbilanz für Rußland. Man zieht aus diesen giffern den Schluß, daß Sowjet Rußland über das Stadium hinaus sei, in welchem selbst eine schlechte Ernte die allgemei ne wirthschaftliche Wiederbelebung zum Stillstand bringen lönnte. Seite 7 Lokal- Anjeigen.

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Seite 8 IE AN 1 2— Mittwoch Donnerstag. The Shooting of Dan MeCrew mit Barbara LaMarr Lew Cody und Mae Bush VBilder von der Novelle „The Spell es the Hukon“ BVy Robert W. Service. Freitag Samstag. Jack Hoxie sj in „Riding Thunder“ Es ist ein blouer Strich We stern mit viel Romantie, Thrills u. wildem Reiten. Matinee e Abend Vorstellung 20e. Anerkaunt das kühlste Theater in Little Rock.

Lolal Nachrichten.

m In Risselville wird eine neue Post gebaut. Frau August Keßler und Tochter sind vorige Woche von hier nach ihrer Heimath gereist, als sie von dort einwanderten, war es Oesterreich, heute Tschechoslowakien. Am Sonntag ist die ganze neue Hot Springs Straße dem Verkehr ge ösfnet worden. Die feierliche Eröff-- nung soll am 4. Juli mit Barbecue und Reden folgen. In Philipps County ist die Ern— teaussicht gut. Baumwolle ist 10 Tage der Baumwolle von 1924 vor— aus Hafer ist gut, und Korn hat die Trockenheit gnt überstanden. In Spadra haben die Gruben an gekündigt, daß sie die Lohnscale von 1924 nur mit Verlust zahlen könnten sie wolle die Scale von 1917 anneh men. Unruhen sind nicht erfolgt. In Pocahontas hat es Freitag Abend und am Sanmistag geregnet, was Baumwolle und Korn gerettet hot. Hen und Hafer waren durch die Trockenheit arg mitgenommen. I. Prother wurde am Samstag Abend verbeftet, weil er eine Car angetrunken fuhr. Da in seinen Mustern ein Quart Schnaps gefun—- den wurde, mußte er 100 Strafe zahlen. Auf der Farm von Duke Vals, 10 Meilen süd von Booneville, wa— ren 6 Mann am Baumwolle behacken als ein Gewitter om 10 herauf zog Die Hacker wollten fertig werden und blieben an der Arbeit. Ein Blitz tö-- tete den jungen Brafhears, dessen! Haare und Kleider versengt waren, ols er aufgehoben wurde. B K! 3 1- acR 5

Juni Weißverkanf 12 Es ist aoch Zeit von den wundervollen Vortheilen Gebrauch zu machen, die in den offerir ten Werthen stecken. Hier einige Beispiele: Ripplette Spreiten. 31.76 Weiße Ripplette Bett spreiten, Größe 81 zu 90 Zoll. Weiß Verkanf Preis:: 81.98 9-4 Sheeting. 60c Pepperell Sheeting —nicht mehr wie 10 Hard an einen Kunden. 5 Yards für: 81.39 Diaper Cloth. 82.256 „Red Star“ Diaper Cloth, 27 Zoll breit, 10 Hards in einem Stück zu nur 81.69 Huck Towels. 16e Huclk Towels, Größe 17 zu 34 Zoll. Einfach weiß oder ro ther Rend. Ein Dutzend $1.36 Nurse Linen. 20e Nurse Linen für Kleider. 39 Zoll breit nur weiß. Spezial die Hard nun: 19e. Joe D. Back Bro. 410-412 Main Strase. NRichter Trieber hat die Bahn der Mansfield Lumber Co. in Nevada County als publie earrier erklärt. Sie soll bis zum 10. August ihre Frachtraten Tarif fertig haben und der Ark. Railroad Commission zur Mprobatien vorlegen. Die Bill, welche die Abstimmung für einen Auditorium Distrikt er· laubt, ist als ungültig von einem Steuerzahler angegriffen worden u, soll bis zum Obergericht gehen, das sie entscheiden soll, ehe es in die Ferien geht. Das muß aber schnell gehen. In Mocassin Bend bei Searey wurde am 12. Juni eine 60 Gall. Kupfer Still mit sieben 50 Gall. Fässern Maische zerstört. Die Bren nerei soll 2 Jahre gearbeitet haben. Jim JFohnson, der in der Nähe wohnt wurde verhaftet und angeklagt, daß er der Brenner sei. Er sagte, er wisse nichts davon, mußte aber von Frau und 4 Kindern weg ins Geföngniß. Herr und Frau Hessell, junge Leu— te von Searey, waren Donnerstag Abend in Lonok zum Tanz und woll-- ten Freitag früh 3 Uhr heim fahren. Beim fabren um eine Ecke in Lonoke en des Auto um, Frau Hassells Kopf ging durch den Windschild, das gebrochene Glas brachte ihr einen bösen Schnitt am Hals bei. Sie wur de ins Hospital gebrecht. In Süd Garland County brannte vorige Woche Heus und Stall mit Inbalt des Farmers Shirley ab Be— amte gingen hin um zu untersuchen. da man Brandstiftung von Schnaps—- brennern annimmt, da Shirley den Beamten geholfen hat, drei Brenner festzunehmen. In Garland County sind Kirchen und Schulhäuser von Schnapsbrennern angezündet worden /wie die Beamten glauben. Ueber die am Sonnta eröffnete Straße von Little Reck nach Hot Springs sind an dem Tage 5000 Au—- tos mit 20,000 Personen gefahren, ohne Unfall. Sechs Polizisten auf Motorrädern halten die Ordnung aufrecht. Von 2 Uhr Nachmittag bis 9 Uhr Abends war ein ununter— brochener Strom von Autos auf der Straße. Es waren viele Autos von Hot Springs am Sonntag hier. Am Montag besuchte uns Herr Mat Willems von Mission, Terxas, der den alten Heimathstaat mal wie der besuchte. Mat sieht gut ans u. sagt, das Leben da unten an der Küste sei leichter wie hier. Er zieht im Winter Gemüse und im Som mor Baumwolle und Korn. Das VBaumwollpflücken ist da schon im Gange. Er hat 150 Acker in der Nähe von Brounsfeld, Texas. Das schönste Mädchen in Arkansas soll gesucht werden. Und zwar kön nen Mädchen zwischen 16 und 30 JFahren sich dazu durch einsenden ih rer Photographie an Rainbow Gar den, Little Rock, oder da persönlich jeden Abend melden. Die Richter entscheiden zwischen den Bewerberin— nen. Die Siegerin erhält mit einer saabstgewälhlten Boegleiterk freie s Reise mit Hotelkosten ete. nach At lantie City, wo alle andgewablten Schönheiten aus den Ver. Staaten zusammmen kommen. Die Siege rin erhält 85000 und den Titel Miß Ameriea, Vanitas Vanitatum. Tafel Damast. $2.265 Gonz Linen Tafel Da— mast, 72 Zoll breit, ein wirkli cher Bargain. die Hard zu: :81.59 Longeloth. 10 Hard Stücke einer feinen Qualität Longeloth, werth 2. Weiß Verkauf Preis $1.59 Linen Napkins. 20 Zoll ganz Linen Naplins, worth 88.50 das Dutzend. 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Die Geschichte hat sich bei Dardanelle zu getragen. Am vorigen Donnerstag wurde die Bank von Sulphus Springs von Banditen beraubt. Debei wurden 2 der Räuber geschossen, und L. M Stout der Bankpräsident wurde tot geschossen. Zwei endere flohen, wur den am Abend an der Oklahoma Grenze umringt, entkamen aber in der Nacht. Zwei Verfolger sahen sie Freitag Morgen, die Räuber schossen zuerst, verwundeten beide und ent kamen. Unter den Geschossenen ist John Burckfield, ein langesuchter Bankräuber. Im Oktober, November und De zember 1924 wurden 15 Hochschüler wegen Schnellsehren verhaftet und Strafe bis Juni 15. 1925 suspen dirt. Sie sollten ihre Zeugnisse dann dem Richter bringen, der ihnen die Strafe schenken wollte, wenn sie gute Zeugnisse hätten. Einer wurde ent lassen, er hatte ein sehr gutes Zzeug niß. Ein anderer erhielt bis 1926, um ein gutes Zeugniß zu bringen Einer, der die Schule verlassen hatte und an die Arbeit gegangen war, muß 825 zahlen. Zehn kamen gar nicht. In Nordwest Arkansas und Oklla homa haben zwei Helbblut Indianer vier Diebstähle ausgeführt und sind entkommen. Am 14 Mai stahlen sie von Pete Johnson in Greenleaf, Ollahoma, eine Car. Dann beraub— ten sie einen Store in Snowbal, fuhren nach Witts Spring, wo sie ihre Beute versteckten. Dann verkauf ten sie die Car an einen frischen Mann namens Love. Sie stahlen dann eine Car von Jake Smith, die sie bei Bellefonte steben ließen und nach Harrison gingen. Da stahlen sie wieder eine Car und machten sich weg. Fohnson holte seine Car bei Love wieder, der sich dann auch aus dem Stauhe machte. Da war ein Herr Schwarz hier mit deutschen Regierungs Bonds, die er hier verkauft. Das Echo räth seinen Lesern, keine der Bonds zu kaufen. Wenn die Bonds etwas werth wären, dann wären die 1928 und 1924 Coupons abgelöst und einkassiert. Ein Käufer der Bonds riskirt sein Geld, jedenfalls macht er, keinen Profit, selbst wenn sie mal eingelöst werden. Wenn das der Fall jemals sein sollte, dann werden sie höchstens zum Werth eingelöst, den die Mark damals hatte, als sie ausgegeben wurden. Und jeder weiß. daß damals die Mark sehr wenig werth war. In den Ver. Staaten sind 175,000 Meilen Straßen, welche die Regie— rung der Ver. Staaten bauen hilft. und zwar bis zu 80 Prozent der Kosten, wo das nöthig ist. Mit diesem hohen Kostenaufwand ist kürzlich eine Straße in Uteh durch die Salzwüste nach Nevada gebaut worden. Diese Straße wird durch Nevada und Cali— fornia bis San Franeiseo gebaut. In Arkansas hotten wir 78,866 Meilen Landstraße am 1. dFan. 1922 Seit der Zeit sind eine Menge Stra— ßen gebaut worden. Bei allen durch gehenden Straßen hilft die Ver. Eaien Regierung, indem sie bis 50 Prozent der Bausumme gibt. Arkansas hat von allen Staaten der Union die meisten Bonds für Stra— ßen ausgegeben. North Little Rock hatte am 11. Juni Morgens 4:30 ein Feuer, das ein Frame Gebäude an 2900 Pike Ave. zerstört, in dem eine Kornmühle eine Garage mit 4 Cars und eine Wohnung waren, zerstörte. Beim Regensturm am Nachmittag schlug der Blitz in das Haus 422 W. 20. Straße. Das Haus brannte ab, ehe die Feuerwehr es erreichen konnte Am Morgen desselben Tages zer störte Feuer die Reinman-Wolfort Ställe mit 30 Pferden und Eseln. Die Angestellten konnten nur 25 der Thiere aus den brennenden Stäl— len heraus bringen, da der Brand furchtbar schnell um griff. L. Wol— fort war in der Office nichts ahnend als die Flammen hereinschlugen. Er versuchte den eisernen Schrank mit den Dokumenten zu schließen, mußte aber für sein Leben laufen. Der Sche den derdrei Brände wird auf 75, 000 geschätzt. Bei dem schweren Gewitter Mitt— woch Nachmittag schlug der Blitz in DiemersScheune an Fourche Dam Ed L. Diemer und sein Sohn rann— ten in den brennenden Ban, um Pferde herauszuholen. Sie trieben das Pferd heraus und dabei schlug dicker Rauch ihnen so in die Jur daß beide nicht sehen konnten und nicht wußten wo die Thür war. Fohr Hülferufen brechte Frau Diemer u Arbeiter herbei, die Bretter von den Seitenwänden abrissen und beide her ausholten. Sie konnten noch einen Truck u. Wagen retten, die neben der Scheune standen, die mit einem Ford, 7 Wagenladungen Kartoffeln! und 30 Hülhnern verbrannte. Regen verhütete das Weitergreisen des Feuers. Während des Sturmes hrannte das. Haus 422 West 25. Straße ab man sagt durch Blitzschlag Niemand war darin es war niedergebrannt als die Feuerwehr ankam, es gehörte dem Neger Wilson Baker. Am 10. Juni sollte in Nashville das Land in Straßen Distrikt Ho—- ward-Sevier No. verkauft werden. Am Tag vorher war das in Sevier Counte gelegene Lend gegen den Pro test der anwesenden Eigenthümer am De Queen Courthaus verkauft wor— den. In Nashville aber waren 1500 bis 2000 Farmer, wie das Land verkauft werden sollte und machten den Verkauf unmoglich. s Schließzlich einigten sich ihre Sprecher mit den Vertretern der Bondeigen— thümer, daß die Sache bis zum zu sammentreten der nächsten Legisla tur ruhen solle. Der Verkauf war gerichtlich ange ordnet worden, nachdem der ange— fochtene Distrikt als gesetzlich beste— hend anerkannt war. Die Farmer aber sagen, sie würden über ihre Zahlungsfähigkeit bestenert und ha— ben 1921 und 22 die Straßensteuer nicht bezahlt, die si.r Land an der Straße 1 per Acker sind, bis die Bonds bezehlt sind. Das sind sicher 20 Jahre, aber lein Mensch würde 320 per Acker sfür dies Land zahlen

Sterbe Verein Nachricht. Am 1. Juni 1925 starb in Morri son Bluff Frau Carolina Kern, Mit glied des Sterbe Vereins. Durch den Tod der Frau Carolina Kern ist Asseßment No. 101 des Sterbe Ver— eins fällig und wurde ans der Kasse bezahlt. Joln Nottenlamper, Sekretär. Atkins, Ark., 8. Juni 1925. Im zweiten Distriktsgericht zn Fall River, Mass., wurde Eli La pointe aus North Westport der Er mordung seiner Franu Marie beschul digt, deren Leiche nicht weit von ih—- rem Hesme aufgefunden wurde. Fred Rososner Lr. Fred Rossner Ax. Fred Rossner Son Versicherungs-Agenturx. Feuer, Tornado, Unfall und andere Versicherungen. 8315 West Markham Htrase. Little Roek, Arn Ark. Upholstering Cabinet Co. vider und Bilderrahmen. „Artist“· Material und „Var.ish Finish“ Pol er-Arbeit und Mobclreparatur jeglicher Art. Store und Werkstätte 320— 322 Center Straße. Phone 492 Little Rock, Arnansas. W.B. Worthen Co —Unsere zufrieden gestellten Kunden vermehren sich beständig, weil unser gZiel ist alle zufrieden zu stellen. Wir erbitten Ihre Kundschaft und sind stets Dienstbereit. Fangen Sie Spar Account an und sehen Sie ihn wachsen zu 4 Prozent. Main und Capitol Ave. Little Rock' Ark. 7 00 3 Cort re S VGARS Etablirt vor 50 1870 C. D. Kenny Co. 121 West Fünfte Strasße Freie Ablieferung Phone 4-3041- 4-3042 HAYVES-S TORES qOO. Alle Futtersorten, Korn, Hen, Hafer, Oelmehl ete. Hayes Feed Store No. I.— Alle Futtersorten und Hühnerfutter, Full-O-Pep. Siebte und Spring Straße. Ra unchen Sie LEAGUE OF HONOR G. B. Graupner, Littlle RNo, Arl. Fletcher Coffee Spice Co. Nose bud and Uirgoro Coffee, Vhone 4-0640 409 —ll Ost Markham St. Little Rock, Ark Qualität und nur Qualität Der Fleischmarkt 1502 Commerce Straße hat alle Sorten Fleisch ersten Grades, Wurst aller Sorten täglich frisch. Dazu Austern, Fische und Käse erster Qualität. Schnelle, höfliche Bedten ng und vernünftige Preise. W. O. Fleming 15602 Commerre tr. Vhone 9419 Hayes Thomas Grain Co. Vhone 1-0886 Besuchen Sie unsern neuen Store an 408 West 7. Straße. Lassen Sie uns Ihre Samen VBestellungen aus füllen ?ür Korn, Cotton, Alfalfa, Lespedrza und Garten Samen. Haues Heed Hiore, Quell Wasser Raleigh Artesian S-! wen —Man sollte sehr sorgfältig in der Auswahl des Trinkwassers sein, sorgsamer wie in der Auswahl der Speisen. —Wenige Lente trinken Wasser genng, weil ihr Wasser nicht gut schmeckt. Darum trinke man Raleigh Spring Water Kenny's Thee's und Kaffee ʒ Alle Theesorten, bester Qualität zu den billigsten Preisen in der Stadt. Feine Auswahl von Theesorten für Eisthee. 1115 Ost 13. Strase. Phone 4.1119