Arkansas Echo (Little Rock, Ark.)
January 29, 1925
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Allgemeine Zeituna für Wahrheit und Klahreit auf dem Politischen und Sozialen Gebiete Jahrgang 34. Wochen-Rundschau. Aus Moskau kommt die Nachricht, daß der Volkscommissär Leon Trotz ky vom Centrel Exeeutiv Comite der enmmtgen Partei abgesetzt wor den ist. Dem bisherigen Volkskommissäar wurde auch mit der Ausstoßung aus der kommumnistischen Partei und allen bedeutenden politischen Aem-- tern gedroht, falls er sich der Par teidisziplin nicht füge u. seine An-! griffe auf die von dem verstorbenen Führer Nikolai Lenin dargelegten Gründsätze nicht widerrufe. s Der einst so mächtige Chef des Kriegskommissariats der Sowjets hat die Maßregelung drch die Par—- tei in einem auffallend demüthigen und in entschuldigendem Ton gehar tenen Brief angenommen, das Zeu-s tralkomite förmlich ersucht, ihn seiner Pflichten im Kriegskom—- missariat zu entheben und sich be reit erklärt, „an jedem ihm zuge wiesenen Pletz unter der vollen KHontrolle des Komitees“ zu ar—- beiten. J Trotzky behauptete in seinem an das Zentralkomitee gerichteten Briefe, daß alle gegen ihn erhobe nen Beschuldigungen unwahr wä ren. Er habe niemals unternom—- mon Lenins Grundsätze zu revidie ren oder deren Entfernung aus Liom Partciprogramm anzustreben. wäre öhm möglich, alle diese Be ldigungen zu widerlegen, aber ẽr halte es für wichtiger zu we gen, umdenParteikampf nicht zu wschärfen. Nun sind Sinowjew, Stelin und Kamenew die Herren in Rußland. Englische Zeitungen schätzen ihre Fä— higkeiten nicht hoch. Sie stehen eben—- soweit hinter Trohky zurüch wie die ser hinter Lenin. Doch glauben die! Engländer nscht, daß des zu einer tzorbröckelumg der Sowjets l werden Darin sind sie auf dem Holzwege. Die drei Herren werden unter sich einig bleiben, und dann mag für einen starken Mann die Ge— legenheit da sein. Ob das Alles wahr ist? Denn raq späteren Nachrichten soll Trotzky noch Commissär für die Armee sein. Der russische Gesendte in Paris, Loonid Krossin ist Mitte voriger Wo che nach Moskau abgereist. Vorher hatte er noch eine Unterredung mit! Präsident Doumergue und Premier Herriot Und von beiden wurde ihm! gesagt, daß die Rede Premies Rykows in Mokau in Frankreich verschnupft habe, denn der Herr habe gesagt, dah Rußland nicht verpflichtet sei dies Vorkriegsschulden zu zahlen. „Le Matin“ schreibt, solche Er— klärungen, wie die des Premiers Rylow zusammen mit Sinowjews ungeschickter und, unaufhörlicher Propaganda machen nicht nur die Lösung schwebender Fragen mit der Sowjetregierung unwahrsscheinlich sondern zeigen auch, daß die politi— schen Beziehungen zu Rußland we— der eine feste Grundlage haben nch einem nötzlichen Zweck dienen. Die Herren sollten sich darüber nicht so aufregen, sie stecken in den-- selben Strümpfen. Sie haben l gesagt, daß sie gar nicht verpflichtet seien, die von den Ver. Staaten er· haltenen Anleihen zu bezahlen. Und drücken sich um offene Etlarungen stets mit nichts sagenden Phraesen! herum. Und für die franz Schulden zahlen die amerilanischen Steuerzah-· ler jchrlich 800 Mill. Dollars Zinsen.
Rußland und Japan haben den lang verhandelten und erwarteten Vertrag albgeschlossen. Dann hat die Mongolei sich Freihandel mit Rußland entschlossen und wird wohl bald eine der Sowiet Republiken bilden. Es handelt ich uni die 1,369,600 Quadratmeilen große äußere Mongolei, die obwolhl 4 garößer wie Indien, doch nur 300, 000 Einwolhner hat. n Was in China vorgeht, kann man nur ahnen. Die assoe Presse berichte en 20. Fan.: Dr. Sunjatsen, der “there Präsident der sildchinesischen Republik hat eine Einladung des Prsidenten der provisorischen Re— gierung in Peking, Tschi·Dschui, einer Reorgantsationskonfereng beizuwoh- Arkansas Echo Little Rock, Arkansas. Donnerstag den 26. Jannar 1925. nen, dahin beantwortet, daß er nur dann annehmen werde, wenn auch Vertreter des Volkes an der Konfe renz theilnehmen und alle Finanz- und Militär Probleme von den Volksvertretern entschieden werden. Dr. Sun ist ber Ansicht, daß die Kon ferenz wahrscheinlich ein Fiasko sein werde, da soweit nur die Mächtigen dazu eingeladen wurlen. Auf der Opium Konferenz in Genf war auch Dr. AlfredSze aus China, der die Mächte, „die dem Opium—- block angehsren“, warnte, daß China aufgewacht sei. Wenn die Mächte ihre finanziellen Interessen nicht den ethischen Interessen unter—- ordnen und aufhören würden, die Chinesen und den Fernen Osten auszubeuten, würden sie für die Folgen von der Welt im allgemei nen und von 400 Millionen Chine sen im besondern verantwortlich ge halten werden. Dr. Sze sagte, falls die Mächte sich weigern sollten, in der angedeuteten Richtung zu han— deln, würde über den Orient eine Sturzwelle moralischer Entrüstung sich ergießen und die Rückwirkung würde sich im wirthschaftlichen und politischen Gebäude der ganzen Welt fülhlbar machen. Das hat indessen auf den engl., franz. und holländischen Geldsack kei— nen Eindruck gemacht, es scheinen sich aber Ereignisse im Osten vorzuberei ten, die Eindruck machen werden. Bekanntlich hatten die Saarländer und die deutsche Regierung gegen das Gehahren der Franzosen im Saar-- lande bei der Liga scharfen Protest erhoben. Die Liga sagt ihnen, daß die Völkerbund Commission, die unter Paris steht, schon das Rechte thun werde. Aus den Verhandlungen zwischen England und Frenkreich geht hervor, daß diese Gutedel Deutschland die ganze Kriegsschuld zahlen machen wol len. Wenn die Geschichte kracht, dann kann es schön werden auch hier. Den Franzosen paßt das neue deut sche Kabinet gar nicht, es sitzen keine Sozialisten darin, die ihnen bisher immer den Willen thaten. Die Sozia listen versuchten mit den Communi— sten dem neuen Kabinet ein Mißtrau ensvotum zu geben, fielen aber schwer hinein. Jetzt sind die bürgerlichen Parteien an der Regierung, Soziali—- sten und Kommunisten bilden die Op position. Dr. Luther hat erklärt, daß er sich an das londoner Abkommen gebunden halte, aber er protestirt ge gen die Krigsschuldlüge. Hoffentlich lernen die bürgerlichen Parteien sich verstehen und zusammen zu arbeiten. Gut gearbeitet haben die deutschen Handelsbevollmächtigten in Paris. Auf alle franz. Vorschläge brachten sie Gogenvorschläge, so daß die Fran zosn stets die waren, welche ablehnen mnußten. Die Konferenz wurde nicht vertagt, sondern suspendiert, nachdem die Delegaten übereingekommen wa—- ren, daß üunter den vor dem Kriege bestehenden Zollsätzen jede der beiden Nationen die andere als Meistbegün stigte behandeln soll. Doer Erfinder des Rotorschiffes hat einen gewaltigen Erfolg zu verzeich nen. Das mit seinem Motor ausge— stattete Schiff fährt sehr gut, hat aber bis jetzt noch keine Gelegenheit gehabt sich im Sturm zu bewähren. Flettner hat vor Jahren das Flett ner Ruder erfunden, mit dem ein Mann ein Riesenschiff steuern kann, wazu bisher eine Kraftmaschine nö thig war. Diese Erfindung will er nur auf Windmühlenflügel anwen den und erwertet damit Eleetrische rast billiger liefern zu können, wie Wasserkraft das kann. Wenn seine draftstationen überall gebaut sind, dann werden, wie er sagt, die Wasser kraftanlagen hlos zur Aushülfe die nen Die Aussicht ist großartig. da sie jedem Farmer sein eigenes Elece trizitätswerk geben würde, das vom Winde getrieben wird In Paris hat am 21. JFan. der frilhere Unterstaatsseer. Louis Marin in der Deputiertenkammer eine Rede gehalten, in der er über Frankreichs auswärtige Schulden sprach. Der Herr gehört zur Opposition, aber nach der· Rede erhielt er stürmischen Beifall und Premier Herriot beglück wünschte hn. Der Redner hatte die Schuldenfrage so ausgerechnet, daß sowohl England wie die Ver. Staaten den Franzosen Geld schuldig seien, statt Geld zu verlangen. Er ·b-hauptete, daß die Schulden Frankreichs an Amerika aus Billig keitsgründen nicht als kommerzielle Verpflichtungen angesehen werden könnten, sondern ihre Begleichung auf moralischer Grundlage erfol gen müßte. Die Alliürten seien nicht bloß zur Vertheidigung Frank-- reichs in den Krieg eingetreten, sondern zum Schutze ihrer eigenen Interessen und sie seien Frankreich etwas dafür schuldig. daß es den er sten Anprall aushalten mußte. Weiter sagte Marin, die Verei—- nigten Staaten und England seien dafür verantwortlich, daß Frank reichs ganze Kringsunkosten nicht in den Versailler Vertrag aufgenom— men wurden und sie können daher jetzt nicht von Frankreich verlangen, daß dieses ihre Kriegsauslagen be—- gleiche. England besonders habe an dem! Krieg zum Schutze seiner Interes sen theilgenommen, da es einer direk-- ten und unmittelbaren Gefahr aus: gesetzt gewesen wäre, wenn die Deutschen Dunkirk Calais und Boulogne hätten erreichen können Man habe soviel von einer ge— schäftlichen Erledigung der Kriegs schulden gesprochen. Wenn Frank reich gezwungen wäre, auf dieser Grundlage in Unterhandlungen zu treten, k?önnte es verlangen, daß ihm ein Kredit für elf Milliarden Mo— bilisierungstage zu 5 Franken tgel lich bewilligt werde, es könnte fra— gen, welcher Barwerth der entspreche, daß Frankreich 715 Ki— lometer Schützengräben im 2i 1915 gehalten habe, während Eng land Schützengräben von nur 40 und Belgien von 18 Kilometer Ge— samtlänge hatten. Auch könnte es fragen, was der Werth des Verlustes von anderthalb Millionen Menschen sei. Der Dollar sei jetzt König der finanziellen Welt geworden. Nie—-! mal zuvor in der Geschichte der Welt habe sich ein Land einer sol chen finanziellen und moralischen Macht erfreut wie zur Zeit die Ver-s einigten Staaten. Sie können von einem Lande, das sich zu Tode ge— blutet habe, nicht eine Entschädi gungspolitik verlangen. Es dürfe nicht dazu kommen. daß finanziellel Vorherrschaft daß Werkzeug politi· scher Vorherrschaft werde. Das hethßt also, die Franzosen wol len gar nichts zahlen. Das hat Borah auf die Beine gebracht und der hat dann im Senat Marin mit wuchtigen Worten geantwortet Er bringt daor len, nach denen der letzte Vertrag zur Schuldenbegleichung mit Englandl diesem 314 Milliarde schenken, wel che unsere Stenerzahler men werl mülssen. Wir seien bereit mit Frank—- reich auf der selben Basis abzuschlie ßen, hätten mit mehreren Nationen auf der Basis abgeschlossen Wenn wr mit allen Schuldner so abschließen, dann bezahlen unsere Sieneranhler mehr von den Kriegskosten, wie ir gend einer der Alltirten. Und dabei haben wir gar keine ;Gewinne aus dem Kriege. gehabt England hat mehr Territorium ge wonnen, wie 10 Staaten der Union ausmachen, Texas dabei. Und Frank· reich hat ebenfalls gewaltige Strecken gewonnen. Und er hätte beiügen können und will noch mehr: Wenn der Franzose geschw egen hätte, wäre er klug gewesen Seine Rede mag Folgen hahben, die er mcht geträumt hat. Die Frage maq da-s durch in Fluß kommen, was zu wün— schen w&re Der Senat hat an die Marinever— willigungsbill einen Anhang gemacht, in dem der Präsident ermũchtigt ind ersucht wird, eine Abrüseungs Kon sorenz nach Washington zn um zu einer gegeseitigen Arrüsting aller Mächte zu Wasser und za Lande! zu kommen. Präsident Ceol ger ha le vorher gesagt, daß er eine solche donferenz begünstige, abrr d'e Zei. dafür sei noch nicht da Cr wgda bei daran denken, daß die Finan neoth bei den Großmchten diese endlich selbst zur Abrüstung treiben wird. 3 Aus Japan wird gemeldet, daß diese Macht das Washington Abkom men umgeht, indem sie unter dem; Namen Zerstörer Schiffe von 3000 Tonnen mit 5000 Meilen Radius! baut, die eigentlich Kreuzer sind. Auchl Großkampfschiffe bant Japan. E baut ferner Unterseeboote von 3000 Tonnen mit 5000 Meilen Aktionra dius. Die Motoren dafür werden in der Schweiz gebaut. England will in Afrika alle Baum— wolle zi-hen, die es braucht, und sich von den Ver. Stacten unabhängig machen. Aegypten beanspruchte den Sudan, England sagt, den Sudan behalte ich. Aegypten erhob Wider spruch gegen die geplante Bewässer ung eines riesigen Landeomplexes zwischen dem weißen und blauen Nil, da dadurch Aegypten das so nöthige Nilwasser entzogen würde. Diese Fragen haben schließlich zu der Ka tastrophe geführt, nach der England thatsächlich den Aegyptern seinen Willen dietirte. Es wird nun wohl noch lange Jahre nehmen, bis Eng-- land da mit Negern soviel Baum—- wolle zieht, daß es nicht nur seinen eignen Bodorf decken sondern noch verkaufen kann. Aber die Zeit wird kommen, wenn nicht große politische Umwälzungen in den nächsten Ja&hren stattfinden, was nicht wahrscheinlich ist Wohl darauf hat unserHandelsmi-- nister Hoover seine Empfehlung ge— baut, wir sollten nicht mehr produzi ren, wie wir selbst brauchen, aber das auch Alle. Sein Bericht ist sehr wichtig, und sollte studiert und aus geführt werden. Gegen ihn stehen ndessen Selbstsucht und Geldgier, die nicht nach der Zukunft fragen, son dern alles sich aneignen wollen, sie erreichen können. Aus Berlin wurde am 22. Jan. berichtet: Das Kabinete des neuen Reichskanzlers Dr. Hans Luther, det in den letzten drei Tagen im Reichs· tag scharf unter die Luppe genommen und kritisiert worden war, wurde heute abend unter Vorbehalt mit 246 gegen 160 Stimmen bestätigt. Ein Antrag, das Programm der neuen Admmistratlon gutzuheißen, wurde von den 160 Sozialisten und Kom— munisten im Reichstage bekämpft, während sich 39 demokratische und Faszisten Abgeordnete der Abstim. mung enthielten. Mit Ausnehme des früheren Reichskanzlers Dr. Wirth und meh— rever anderer Mitglieder der Per— tei, welcher Dr. Wirth angehört, stimmte das Zentrum für Bestäti— gung des neuen Kabints. Ob— wohl die Mohrheit von 80 Stim— men, die im Reichstag für Bestäti gung des neuen Kabinetes abgege ben wurden, das Letztere bis zu ei— nem gewissen Grade sicher stellen, so ließ die Ab:immung doch klar erkennen, daß dasselbe im Reichs tag auf schwechen Füßen stdht und daß das Zentrum die Entscheidung in den Händen hat, und der Führer der Zentrums-Partei gab in seiner Rede zu verstehen, daß man sich probeweise mit dem Kabinete zu—- frieden gäbe, da man für den Au— genblick die Sachlage nicht zu an— dern vermöge. Das neue Kabinet ist in einer kri— tischen Zoeit ans Ruder gelangt und sich halten, wenn die gegebenen Um— stände richtig ausnützt, dabei aber auch den Muth zeigt nein, und zwar entschieden nein zu sagen. Wo es den Gegner durch geschicktes Unterhandeln lahm legen kann, wie Dr. Troedeln burg das beim Handelsvertrag unter handeln gethan hat, ist es noch besser wie nein sagen. Englands auswärtigr Minister hat sich in eine üble Lage gebracht, als er nachdem Irland den Vertrag England beim Völkeybund hatte regi strieren lassen, gegen das registrieren protestirte, was absolut nicht mer half. Aber die Folge ist die Frage, was ist Großbritannien? Sind die Domien selbststndige Staaten, ist also Großbritannien ein Staaten bund? In dem Fall sind die sechs Stimmen im Völkerbund in der Ord—- nung. Ist es aber ein Bundesstaat, (und das behauptet Chambenrlain durch seinen Einspruch gegen das re gistriren des irischen Vertrages) dann haben die Staaten nichts, der Bund alles zu sagen. Das wird mal zum klappen kommen und die Liga zer stören, der die Ver. Staaten, Ruß land, Deutschland und mehrere fleine Itaaten nicht angehören. Eben ist! Costa Rica ausgegetreten. Heute-ist die Völkerliga nur für England und. Frankreich da, um den Raub aus dem Weltkrieg zu sichern, bis die zwei sich in die Haare gerathon, was bisher oft drohte, aber mit gegenseitigen Conzes sionen vermieden wurde. Was beiden am meisten droht ist der im Entstehen begriffene Bund der östlichen Völker. In Tokio wurde sam 22. Jan. das Parlament eröff net, wobei der jap. Premier als Pro gramm der Regierung bekannt mach te, keine ausländischen Anleihen. Gute Beziehungen zu China. Spar-- samkeit, vermindern der Soldaten aber bessere Waffen. Ausdehnung des Wahlrechtes. Das Budget ist um 260,000,000 Yen reduziert worden sund die Steuern sollen ermäßigt werden. Generalanwalt Stone hatte den Senator Wheeler von Montana im Bundesgericht im Distrikt Columbia angeklagt und der Fall kommt da win die Großgeschwornen. Es ist dersel be Fall, den Daugherty gegen Whee-- ler ausspielte, als dieser Vormann des Untersuchungs Komites war, das so viel von Daughertys Amtoführung bloslegte, daß er resignieren mußte und heute verachtet ist. Ein Senats— komite hat den Wheelerfall untersucht und diesen von allem Verdacht frei gesprochen. Als es bekannt wurde, daß Stone den Senator Wheeler noch mal angeklagt habe, da gab es j willen im Senat und die Folge war, daß Stone vorläufig nicht als vun. j desrichter ratifiziert wird und daß seine Thätigkeit für 3. 1. Morgan nun genauer untersucht wird. Präsi dent Coolidge hatte eine Anzahl der Senatoren zum essen eingeladen, wo bei die Sache besprochen wurde. Die Nomination Stones war bereits vom Comite günstig einberichtet worden, hsie soll jetzt an das Comite zurück sverwiesen werden, damit vorläufig nicht über die Nomination aceten wird. Eine Abstimmung jetzt würde Stone ausschalten. Die Rede Borahs iüber die franz. Kriegsschuld hat im Senat gezündet sund wenn der neue franz. Gesandte nicht innerhalb zweier Monate mit positiven Vorschlägen zum bezahlen hervorkommt, dann wird der Senat Bezahlung verlangen Sollte das geschehen, und damit der franz. Re gierung Unehrlichkeit vorgeworfen werden, dann würde Frankreichs Kre dit ruiniert sein. Die Haltung im Senat wurde durch die Statistiken laus Frankreich bestärkt, die zeigen, daß Frankreichs Einnahmen einen Ueberschuß aufweisen Zur gleicher Zeit zeigen sie, daß die Franzosen die wenigsten Steuern in irgend ei-- nem Lande zahlen. Unsere Senato ren sagen, sie können zahlen und sol—- len zahln. Die Franzosen werden sich nun wohl zum verhandeln entschließen, aber auf einer bedeutenden Herab— lsetzung der Schuldsunnne bestohen. Ob das zu einem Einvernehmen oder zu bitteren Auseinandersetzungen füh— ren wird, ist eine schwere Frage. Je denfalls haben dice Franzosen sich dumm und überhebend benommen. Und wenn sie unserm Senat die franz Civilisation recht klar machen, dann mags cinen Krach geben. 1 In dJugoslovakien soll nun ein neues Parlament gewählt werden u. zwar eins, daß dem Premier Pasch— sitsch aus der Hand frißt. Die Ge—- schichte hat aber einen bösen Haken. Die Nichtserben haben in Jugoslova j kien die Mehrheit. Auch das wäre erträglich, wenn diese anderen Leute unter sich, wie gewöhlich uneins wä— ren. Aber der serbische Premier, der mit Gewalt ein zahmes Parlament haben will, und daher die Wahlen beeinflussen will, hat dadurch die gan en Gegner der Serben einig ge macht. Freilich hat die Regierung die Macht und die Gensdarmen, und ge—- erauut sie rüchsichtslos. Wie ve Leute in Kroatien eingesperrt sind, weiß man nicht, aber es sind sehr viele, so daß man viele Verhaftete in ihren Häusern einsperrte und da be—- wachte, weil die Gefängnisse voll wa— ren. Ob die Serben als Minorität im Jugaslavischen Staat sich nn an der Spitze behaupten werden, ist nicht sicher. Das Gericht in Agram „hat der Regierung das Recht zu e Vorgehen gegen die bisherigen Volks vertreter abgesprochen. Der erste Führer, Raditsch, ist wegen Landes-. verrath angeklagt und wverhaftet; sHeute hat er alle Nichtserben als be geisterte Anhänger, Kroaten, Ungarn, Montenogriner und Albaner. Aber die Serben wollen die Wahlen kon trolliren und wer anders wählt, wie Paschitsch varschreibt, dem wird nicht erlaubt zu wuählen. Das ist das Wahlprogramm. Aber ob es durch· dn ist, ist eine andere Sache. Vereits haben die Bauern in Kroa tion und Slovyenien eine Anzahl ser— Uunmmer 5 sbischer Gensdarmen fortgejagt. Wenn sich in Belgrad, wo der Krieg begann, die erste Sühne vollziehen würde, so wäre das zu begrüßen, u. würde zur Beruhigung der Welt bei— tragen. Unser Präsident hält immer noch daran fest, daß die Ver. Staaten sich sdem Wetltgericht anschließen sollten, da es eine Bewegung sei, den Krieg abzuschaffen, und die Völker einan der näher zu bringen. Wahrscheinlich hofft Herr Coolidge auf eine Umän derung der Verhältnisse, und zwar gegen die Möglichkeit. So lange England und Frankreich die Leitung Völkerbundes in Händen haben und durch Conzessionen auf Kosten Anderer einig bleiben, so lange ist ein Gerichtshof unter der Liga be-- deutungslos. Wenn eine der Mächte sagt, daß eine Sache nicht vor das Tribunal gehört, dann ist es zu Ende damit. Essind Beispiele genug da. Treten die Ver. Staaten bei und be mühen sich, eine solche Sache vor das Gericht zu bringen, dann sind sie so fort in den europischen Verwickelun gen. Um ein solches internationales Ge richt wirksem zu machen, muß es un-- ter eine gerechte und unparteiische Verwaltung gestellt werden und Bei stuen aus allen Staaten haben, die fklagen oder verklagt werden können. Und das ist eine sehr schwierige Sache, besonders wenn man liest, daß Pre mier Horriot sogar Benedikt XV. einer sonderbaren Neutralität anklagt die ihn berechtige auf Aufhebung des franz. Botschafters beim Vatiken zu bestehen. Die Päpste von Pius dem X. bis zu PiusXl. sind die hervor ragensten Staatsmänner der gzeit und haben alle für einen gerechten Frieden gesprochen. Den gerechten Frieden aber hat Frankreich und auch England sehr zu fürchten. Und da— rum halten die zwei zusammen, ob wohl sie sich gegenseitig kennen und vorachten. Wie würden sich die Beiden dazu stellen, wenn Deutschland, unterstützt von Spanien, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finland bei dem Ge—- richte die Untersuchung der Kriegs-- ursachen boantragen würde, und daß England und Frankreich dazu ihre Archive zu öffnen hätten, die Beide bisher luftdicht verschlossen gehalten haben. In Genf wäre die Opium Confe— renz am 24. Januar fast in die Brü— che gegangen. Die Conferenz trat lam 24 um Mittag zusammen. Engli sche u. amerikanische Vorschläge stan- J len sich schroff gegenüber. Die Dele-- gation Danzigẽ klündete an, daß sie J nichts mehr mit der Conferenz zu lthun haben wolle. Andere Delegatio suen drohten dasselbe zu thun. Da lstellte der Delegat von Finland den i Antrag, eine Commission zu bilden, welche sowohl die amerikanischen wie die britischen Vorschläge unterbreitet werden und welche sie sowie Vorschlä sge anderer Delegaten untersuchen u. dann darüber berichten soll. Der An— trag wurde angenommen und rettete die Conferenz vor dem Zusammen bruch. Die Beobachtung der totalen Son nenfinsterniß in New Hork und im Luftschiff „Los Angeles“ war ein Er folg, es sind photographische und en Aufnelhmen gemacht worden. Vereits wurde behauptet, daß die Be lobachtungen die Einstein Theorie als falsch erwiesen. Was Alles die Son nenfinsterniß klar gemacht hat, wer-- den wir später erfahren, wenn die Ge lehrten die Ergebnisse der Beobach—- tungen formuliert haben. ttttar nier dttadllonatadt Viddeeriitnnerncomeana Aufregend und anfregender. Der berilhmte Forschungsreisende war der Mittelpunkt der großen Ge sellschaft, die man ihm zu Ehren ein geladen hatte. Ein JFagdabenteuer nach dem anderen mußt er zum besten geben. Nach den erschütternden Ein zelheiten seiner letzten Tigerjagd hherrschte allgemeines bewunderndes Schweigen. „Ach,“ seufzte eine junge Dame, „ich denke es mir himmlisch aufregend leinen Tiger zu schießen.“ „Es ist viel aufregender, Gnädig e wenn man vorbeischießt.“ 00 Ans einem Steckbrief: Der muith—- maßlicho Thäter hat bei Verübung des Mordea einen grünen Filzhut getra sgen. Sollte er denselben nicht mehr haben, so würde khn dies nur um so verdäwtiger erscheinen lassen!
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Seite 2 Aus anderen Staaten
Der herüchtigte Postränber Georg Chepman, der in New York den Mil lionenraub ausführte, ist gefangen und war am 20. Jan in Indianopo—- lis im Gesängniß. das stark bewacht wurde Er war aus dem Staatszucht- haus in Atlanta entflohen. Als er gesangen wurde hatte er über 1,000 bei sich, außerdem 2 Flaschen Nitro galycerin, natürlich auch eine Pistole, die er als er verhaftet werden sollte zog. Aber die Polizisten waren flin· ker wie er, der Schuß ging in die Luft und den zweiten konnte er nicht abfeuern. Nun soll er nach Alanta zurück gebracht werden, wenn nicht dem Gesuch von New Britan, Conn., Gehör gegeben wird, ihn dahin liefern, damit er wegen erschießen ei nes Polizisten prozessirt werden kann In Jersey City, N. I. ist der V. St. Senator Edwards angeklagt, das Haupt einer Bootlegger Bande zu sein. Drei Prohibitionsagenten be—- schuldigten ihn. Zwet der Helden gaben dem Senator, der auch Bank präsident ist, 83800 in Deposit. Sie sagen daß er instruirt wurde, das Geld solange zu halten, bis der v legger W. T. Griffin ihnen 100 Kistan guten Stoff geliefert hätte. Griffin lieferte nicht und sie holten das Geld wieder. Der Senator hat sich dagegen gar nicht vertheidigt, sein Advokat sagte, es sei ein „Frame up“ Die Geschichte war ein Noebenspiel beim Prozeß von 10 Weekhaven Po lizisten, die des Schnapstransports im Großen angeklagt waren und die versucht hatten, einen kath. Priester der sie dabei überrescht hatte, mit einer Geldsumme zu bestechen. Er war der Hauptzeuge gegen sie. Die Geschwornen konnten sich nicht einigen. In New York wurde ein Auto auf der Straße laufen gesehen, daß keine Licens Nummer harte Am 21. Jan. kan: der Mechaniker Bruno Biefeld vor den Richter und sagte die Car gehöre dem König von England, des sen Monogram sie trägt, sie sei ihm zum instandsetzen übergeben worden. Er habe sie probirt und sei dabei vor Gericht geladen worden. Die Car war zu Ausstellungszwecken herge— bracht !vorden, und sollte in Brook— lyn wieder ausgestellt werden. Der Mechaniker wurde zu 2 Strafe ver-- urtheilt und sagte er würde dem Kö— nig von England die Rechnung dafür schicen. Zwischen Fort Wayne, Canada 1 Monroe, Mich., fuhr Mary Moses 20 Jahre alt, ein Jahr lang in einem Auto jeden Tag. Niemand hatte Verdacht, sie passierte als Hochschul Schülerin, die zur Schule fährt. dber sie brachte jedes Mal 30 Kisten Biet nach Monvroe und hat in dem Jahre daran 830,000 verdient. Endlich wur—- de sie abgefaßt, und erhielt 20 Tage Gefängniß. Am 23. Jan. wurde die American Nat. Bank in Bristow, Okla., von drei Banditen um 815,000 beraubt. Der Polizeichef Hammond war in der Bank und schoß auf die Räuber. An— dere schossen auch. Zwei Leute in der Bank wurden getroffen aber hatten nur Fleischwunden. Es scheint, daß die Banditon unverletzt entkamen. Frau Mariam derguson ist als Gouverneur von Texas inaugurirt worden und hat der Legislatur ihre Botschaft gesandt. Darin schlägt sie eine Stenuer quf Cigarren und Cigar retten vor, der Ertrag soll den Schulen zufallen. Die anderen Steu ern sollen reduziert werden, auch die! Auto Lieensen will sie von 16 auf 6 herabgesetzt haben Dafür soll eine Gasolinstoner eingeführt und dafür Wege gebaut werden. Bezüglich der Prohibition erklärte Ma Forguson, sie werde die „kno chentrockenen“ Bestrebüngen ihres Vorgängers Ness nicht fortsetzen. Die staatlichen Beamten werden das Gesetz nur im Verhältniß zu dem ffentli. hen Verlangen nach einer sol-— chen Durchführung durchführen, sagte sie Siedeutete an, daß sie die Texas Nangers nicht zur Durchfüh— rung des Prohibitionsgesetzes benut zen werde. Einer der erbittertsten Feinde von Ma Ferguson war ein Mitglied des Ku Klur Klans, der Eigentkhiümer el—- ner Anzahl von Apotheken war und der dafür bekannt war, daß er gesetz·! widriger Weise Whiskey verkaufte Ohne einen Namen zu nennen, er—- klärte Ma Ferguson in ihrer Bot-· schaft, alle Inhaber von Drogenge schäften, die nebei Vootlegger seien, würden aus dem Geschäfte ge trieben werden. In Herrin, 11., wo so viele Ge walthaten vorgelommen sind, wurden vorigen Samstag Abend Glenn! Houng, Ed Forbes, Homer Warren und Ora Thomas erschossen. Die 3 ersten varen Klanleute, der lettere! Antikllan PHoung war Dry Raider in den friiheren Unruhen und al Mordes angellagt. Es sollen in der Schießerei mehrere Personen verwun-- det worden sein, aber sie wurden weg gebracht Am Sonntag waren wie der Soldaten in Herrin, um die Ru— he aufrecht zu halten. In New HYork wurde in der Nacht auf Sonntag im Store von Hugo Falkenssein ein Loch durch eine 10 Zoll Mauer gebrochen und dann der eiserne Schrank geöfnet und 825,000 Schmuck gestohlen. Die Spitzbuben haben “eine Spuren, auch keine Fin— gerabdrücke hinterlassen. In Georgia hat der Regen vorletzte Woche große Ueberschwemmungen verursacht. Flüsse in Süd Geora waren 7 Meilen breit. Die Folge war viel Elend unter den Ueber schwemmten, das durch senden von Zelten und Nahrungsmitteln gelin dert wurde. Die Austernfischerei in Massachu sets ist zum Stillstand gekommen und tausende von Leuten, denen sie Arbeit und Verdienst gab, sind arbeitslos Das ist die Folge davon, daß Chiea goer Aerzte die da herrschende Typhus Epidemie auf den Genuß roher Au—- stern zurück führten. Sobald das bekannt wurde, wollte Niemand Au— stern esson und die Versendung mußte eingestellt werden. Es ist nicht be-- wiesen, daß die Austern Typhuskeime Trũger sind, sondern aus Umständen geschlossen. Daher sind die Austern fischer sehr wüthend auf die Chieagoer Doktoren.
Rußland. Von Wilhelm Vogel. Auch wer Rußland seit langer Zeit kennt u. die Reise dorthin in den letzten Jahren des öfteren ge— macht hat, wird immer wieder, so bald der Zug das bekannte hölzerne Thor bei der Grenzstation Bebesch passiert und damit das Gebiet der Sowjetunion erreicht hat, eine be—- sondere innere Bewegung und Spannung verspüren. Man weiß, daß die russische Revolution zwar eine ganze Reihe zum Theil schauerli cher Phasen bereits hinter sich hat, und daß drüben die Verhältnisse sich nach und nach zu festigen beginnen, man weiß aber auch, daß die Räthsel dieses halbasiatischen Landes noch bei weitem nicht restlos gelöst sind, und daß fast jeder Tag im öffentli— chen Leben Rußlands neue Erschei nungen und Ueberraschungen zei— tigt. Moskau stand bei meiner Ankunft im Zeichen lebhaftester öf fentlicher Diskussion über lie Frage „Leninismus oder Trotzkinismus“ Man muß schon die Geschichte der russischen Revolution und die Strö— mungen im russischen Kommunis mus sehr genau kennen, um den tie— feren Sinn dieser Auseinanderset zung, die ihren Ausgang von der Veröffentlichung des dritten Bandes der Revolutionserinnerungen ane kis (1917) nahm, zu verstehen. Es genügt zu wissen, daß die kommuni stische Partei jene Veröffentlichung zum Aalaß nahm, um Trotzki, der zwar seine Aemter noch bekleidet, aber politisch keinen Machtfaktor mehr darstellt, nun auch seiner Po—- pularität in den breiten Volksschich— ten zu berauben. In Moskau ist man davon überzeugt, daß dieser KHampf, der in Versammlungen und in der Presse im ganzen Lande ge— führt wirl und der bis hinein in je-- de russische Familie wirkt, nur noch theorethische Bedeutung hat, und daß er lediglich das Verschwinden Trotz— kis aus der politischen Arena vorbe reitet. Der letzte Akt dieser politi schen Tragödie wird sich aller Vor—- aussicht nach sehr ruhig abspielen. Die Partei ist straff organisiert und stark genug, um selbst eine Persön— lichkeit von größter Popularität bei soito zu stellen, sobald diese versucht. lhre Individualität politisch zur Geltung zu bringen. Nach Lenins Tod wird kein Individualismus mohr goduldet. Politische Tendenzen wirken hier weit stärker als in irgendeinem an—- deren Lande der Welt auf die priva testen Wirthschafts- und Lebensinte rossen des einzelnen Staatshiürgers zurück Als Lenin starb, trat auto—- matisch die kommunistische Partei inl alle Rechte des großen Revolutio-l nrs ein, wozu in der Zeit seiner Krankheit schon alle Vorbereitungen getroffen waren. Die bis dahin in seinem Geiste geführte neue ökono—- mische politik („Rep.“), die vor allem dem Bauer eine günstigere Verwer khung seiner Erzeugnisse sichern ver die Arbeitslosigkeit der Großstädtes bekämpfen sollte, wurde mit einem Tage schonungslos durch eine weir! schärfere Betonung terirtei licher Gedanken abgelöst. Es hat te besonders im Jahre 1928 die Privatwirthschaft dank ihrer größe ren VBeweglichkeit den ganz und halbstaatlichen Unternehmungen schwerste Konlurrenz bereitet. Der Privathandel drohte in kurzer Zeit den gesammten Güterumlauf an sich zu reißen. Die Nutznießer des „Nep“ machten sich in der Oeffentlichkeit Arkansas Echo Donnerstag den 29. Jannar 1926 durch ihr protzenhaftes Auftreten und eine üppige Lebensfirhrung un4 beliebt. Sie waren in dieser Vezie· hung weit skrupelloser als die alte; vernichtote Bourgeoisie. Man hielt sich nicht lang dabei auf, 'eine neue Wirthschaftspolitik durch Gesetze eue zuleiten, sondern griff zu Nadital mitteln Die Neplente u. leider mit ihnen zahlreiche solide Kaufleute wurden nach Sibirien u. Nordrußland ver—- schickt. Auf diese Weise ist es gelun— gen, den staatlichen Trusts, Genos senschaften usw. wieder eine domi nierende Rolle im Großhandel zu verschaffen, im Kleinhandel gehen allerdings noch immer zwei Drittel des gesamten Warenumsatzes durch lie Hände privater Unternehmun—- gen. Diese bezahlten ihre Angestell ten etwas besser als die Trusts und Genossenschaften und sind in ihren Dispositionen doch wesentlich freier als die öffentlichen Betriebe. Durch Auferlegung harter Steuerlasten und durch eine scharfse Kontrolle wird allerdings auch ihnen das Le— ben sehr schwer gemacht. Es oentspricht der in der Verwal tung herrschenden radikalen Rich tung, daß auch die Staatspolizei wieder viel stärker in das wirthschaft— liche Leben und in die Verhältnisse des einzelnen eingreift als zur Zeit des Nep. Die Ausländer sind von dieser Wendung der Dingo wenig erfreut und zeigen nicht mehr die große Unternehmungslust wie im vergang·nen Jahr. Zahlreiche aus ländische Unternehmungen, darun— ter auch deutsche, haben ihre Thätig keit erheblich eingeschränkt und zum Theil sogar ganz eingestellt. Es muß aber anerkannt werden, daß diejenigen ausländischen Konzessio nen, die eine landwirthschaftliche oder industrielle Produktion betreiben und auf diese Weise ihr Kapital wirklich in den Dienst des Wieder— aufbaus der russischen Wirthschaft stellen, von der neueren Richtung der Wirthschaftspolitik viel weniger getroffen werden als die reinen Handelsfirmen. Die Lage der arbeitenden Schich ten ist im Vergleich zum Vorjähre nicht viel besser geworden, erweist sich aber doch noch erträglicher als in den Zahreft 1920-22. Die Stim mung der breiten Massen wird je— doch ungünstig beeinflußt durch die vielfach allzu scharfe Anpassung der Gehälter und Löhne an die ana lich etwas gesunkenen Lebensmittel preise. Mag auch das tägliche Brot billiger geworden sein, so sind doch die Miethen bei schlechtesten Quartier verhältnissen in Moskau sowie die Abgaben noch sehr hoch. Das Be— schaffen von Kleidung begegnet be— sonders deshalb großen Schwierig keiten, weil durch die Erdrosselung der Einfuhr der Merkt nicht hinrei— chend mit Tertilerzeugnissen ver—- sorgt blieb unr die Preise fast uner· schwinglich hoch sind. Ohne Rück sicht auf die allgegenwärtige Staats polizei iübt heute der Arbeiter. unds Angestellte ganz öffentlich scharfel Kritit Viele Ausländer glauben.s daß schon mit Rücksicht auf diel Volke stimmung eine gemäßigteres Wirthschaftspolitik im kommenden! Frühjahr einseßen müsse. Vorläu— fig sind. hierzu noch keine Anstalten catroffen und die für die Wirth·s schaftspolitik maßgebenden Stellens scheinen entschlossen zu sein, ihr- Krthschaftspläne unbedingt durchzu fülhren, !oste es, was es wolle. Das geschästliche Leben leidet ebenso wie die Durchführung der staatpolitischen Aufgaeben außeror· dentlich unter dem herttenden Geldmangel und den Kreditschwie rigkeiten. Die Wechselproteste neh men nach einer Aufstellung der!: Staatsbank nicht nur bei den priva— ten Unternehmungen, sondern vor allem auch bei den Genossenschaften d Das tiind die Fol l! gen der wirthschaftspolitischen und fi nanziellen Inzucht und der wachsen dem gegenseitigen Verschuldung der öffentlichen Unternehmungen deel; Handels und der Industrie. Aus diesen Thatsachen ergibt sich für diel Sowjetregierung die Nothwendigkeit, bei allen Verhandlungen mit dem Auslande auf die Erlangung gro-! Ber und möglichst langfristiger Kre-s dite bedacht zu sein. Ohne auslän· dische Kredithilfe sind die jetzigen Schwierigkeiten kaum zu iiberwin den. Das äußere Bild, das sich dem/ Besucher Moskaus bietet, ist im Ver· gleich zu den früheren Jahren keins ungünstiges. Der Verkehr funktio-·f niert draußen im Lande, auf derl Eisenbahn und in den Städten mit einer überraschenden Präzision. In der Hauptstadt selbst sind während des Krieges liegengebliebe· ne Bauten vollendet und sehr viele Häuser völlig renoviert worden! Die Zentralheizungen mußten auf! behördlichen Anordnungen mit Ve gin dieses Winters irberall in Ord-! nung gebracht und in Betrieb gesetzt werden Die große Masse der Be-- völkerung erscheint zwar sehr ein-· f fach, aber doch im Vergleiche zu den lehten Jahren besser geklleidet. Ein trübes Kapitel bilden besonders in Moskau die auf den Straßen her umlungernden zahlreichen Bettlor und völlig verwahrlosten Kinder aus doen Hungergebieten. Gegen diese Schäden ist zwar vieles gethan wor-- den, die Mittel reichten aber anschei e doch nicht aus, um die unge— heure Noth zu bannen. Die Woh nungsverhältnisse in der furchtbar überbölkerten Hauptstadt spotten je der Beschreibung. Die Folge sind rankhoeiten schlimmster Art, insbe· sondere eine erschreckende Ausbrei tung der Tuberkulose sowie eine furchtbare sittliche Schädigung der heranwachsenden Generation. n den übrigen Großstädten, besonders in Leningrad, sind die Wohnungs verhältnisse infolge der eingetrete nen Abwanderung nach Moskau und nach den Dörfern etwas leich tere. ÔòÿŸ Die Gesundheitspflege der Augen. Radio der Bundesgesundheitsbehörde Wie kann man am besten ein Stück Kohle oder andere Fremdkörper aus dem Auge entfernen? Das Verfah ren ist gewöhnlich sehr einfach. Trotz dem wissen außer den Aerzten und Krankenpflegerinnen nur wenige, wie es gemacht wird. Jeder Mensch mit durchschnittlicher Intelligenz kann es erlernen, wie ein loser Fremdkörper aus dem Auge zu entfernen ist, wenn er es nur versucht. Ist der Fremd—- körper in die Gewebe des Auges ein gedrungen, so ist das eine andere Sa che. Wer das Unglück gehabt hat, sich die Gewebe des Auges durch ein Stück Stahl oder einen anderen Fremdkör per zu verletzen, muß sich sofort von cnem Augenarzt behandeln lassen. Wird ein derartig verletztes Auge auch nur auf kurze Zeit vernachlässigt, so kann man dadurch nicht nur die Seh—- kraft des verletzten Auges verlieren, sondern in dem anderen Auge kann der Zustand, der als Opthalmia be— zeichnet wird, entstehen, wodurch man auch die Sehkraft des unverletzten Auges einbüßen kann. Was muß man thun, wenn der Fremdkörper lose ist und nur an der Oberfläche haftet Eine alte Methode bestand darin, einen Knopf ins Auge einzuführen, da man der Ansicht war, deß der Knopf durch seine Bewegung den Fremdkörper aufgreifen würde, der in dieser Weise aus dem Auge entfert werden würde. Dies ist ein sehr törichtes und sogar gefährliches Verfahren. Die folgende Methode ist am geeig netesten, einen losen Fremdkörper aus dem Auge zu entfernen. Kann man es nicht selbst bewerkstelligen, so wen de man sich an einen Arzt oder eine Krankenpflegerin, um von diesen zu lernen, wie es gemacht wird. Folgen des ist die Prozedur: Erstens sehe man zu, daß die Hän— de rein sind, ehe man zu Werke geht Wenn Wasser und Seife erhältlich sind, wasche man, ehe man das Auge anrührt, die Hände, wie sauber sie auch aussehen mögen. Man darf nicht vergessen, daß Keime unsichtbar und allgegenwärtig sind. Nachdem man die Hände gewaschen hat, nehme man einen kleinen Bleistift, ein glat tes Stückchen Holz oder ein Zündholz von mäßiger Größe, um das Augen lied nach außen zu wenden, und ein anderes Zündholz, an dessen Ende ein Stück reine trockene Baumwolle be—- festigt sst Mit dem Stückchen Baum— woll entfernt man dann den Fremd—- körper aus dem Auge. Man stelle sich in ein gutes Licht u. wende das Innere des unteren Augenlides nach außen, indem man den Daumen un-- ter das Auge setzt und das Augenlid herunterzieht. Man ersuche den Patienten, nach oben zu schauen. Man suche dann sorgfältig nach dem Fremd körper auf der inneren Seite des un teren Augenlides oder an dem un— teren Theil des entblößten Augap— fels. Hat man ihn gefunden, so ent ferne man ihn indem man ihn sachte mit der Baumwolle am Ende des Zündholzes berührt. Manchmal kann man einen Fremdkörper mit der Spitze eines Taschentuchs entfer nen, obwohl dies nicht so leicht zu handhaben ist, als ein mit Baumwolle umwickestes Zündhölzchen. Vielloicht kann man den Fremdkör per an dem unteren Augenlid oder an dem unteren Theil des Augapfels nicht finden. Was dann? Fremdkörper setzen sich gewöhnlich an der unteren Fläche des oberen Au—- genlides fest und um sie zu finden und zu entfernen, muß man das In-- nere des Augenlides nach außen wen—- den. Dies ist sehr leicht auszufilhren und man kann es leicht entfernen, aber nur indem man es praktisch ver sucht. Man stelle sich dem Patienten g-geniber und ersucht öhn, beständig nachunten zu schauen. Dann faßt man die Augenwimper mit dem man und dem Zeigefinger und hält sie fest. Man darf aber nicht daran zie hen. Mit der freien Hand nimmt man einen kleinen Bleistift oder ei nen ähnlichen glatten Gegenstand u. drückt damit sachte auf den oren Theil des Lides während man zu gleicher Zeit den unteren Theil des Nugenlides nach außhen wendet. Da— durch wird das Innere des Augenli- E T mm n W R MNi qqt R e ;:2 1 zu verlehen n Auf gutes Grundeigenthum in Little 2 Rock und North Little Rock, um zu 1 kaufen, bauen oder umbauen von 8 Heimen oder Geschäftshäusern um 0 Anlagen zu machen. Rate 54 Progent —'6 Prozent 1 7 Prozent. Abhängig von der Sicher -1 heit, Lage und Charakter des Eigen—- thums. Borgen Sie jetzt während genug Geld da ist. 8 Union Trust Co. 201 West Bweite Straß a naße TRUST 2 J 1 Seyen Sie Mr. Buttner Real Estate Hervice Beamter 4 UuTr ROCK 1 Bemberg Sons Schmiede Arbeit DSeder Art, besonders ornamentale. 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Verfahren nicht wirken Man ersuche den Patienten, den Kopf rüchwärts zu biegen oder sich hinzu—- legen. Man hebt die äußere Seite des oberen Augelides, indem man mit dem Daumen oder dem Finger lose Gewebe am äußeren Augenwin kel nach oben zieht. Man gebrauche stets ein Tropfglas, das in keinem Haushalt fehlen darf. Wie muß man Gerstenkörner behandeln? Ein Ger—- stenkorn in nichts anderes als ein einfaches Geschwür am Augenlid Gerstenkörner schmerzen und sind un-- angenohm, und wenn sich eins nach dem anderen einstellt, thut man gut, sich die Augen von einem Augenarzt untersuchen zu lassen; denn nicht sel ten ist die Ueberanstrengung der Au gen eine Nebenursache der Gersten-- körner, und diese kann durch passende Augengläser beseitigt werden. Findet man, daß die Ursache nicht im Ange selbst liegt, so sind die Ger stenkörner meistens ein Zeichen, daß die Person, die daran leidet, nicht ganz gesund ist. Eine derartige Per son leidet entweder an Ueberanstreng ung der Augen, Schlaflosigkeit, Man gel an Bewegung im Freien oder befolgt eine unrichtige Diät und sollte natürlich die Lebenshaltung ändern und wenn nothwendig einen Arzt zu Rathe ziehen. Die unmittelbare Be handlung der Gerstenkörner besteht darin, daß man das Augenlid jede 15 Minuten mit einer heißen Lö— sung von Borsure badet. VBei der Herstellung der Lösung nehme man so viel Borsure. als sich in dem Was ser auflösen läßt. Das Auge selbst kann mit warmen aber nicht heißen Borscure, die mittels eines Tropf glases ins Auge eingetröpfelt wird, gebadet werden. Was verursacht zwinkernde Augen-- sider? Dieser Zustand wird häufig durch Ueberarbeitung und hauptsäch-- lich durch übermäßiges Studium her—- vorgerufen. Es können auch Brech ungsfehler vorliogen, die Ueberan strengungen verursachen, und ind dem Falle können Augengläser helfen Das Zwinkern der Augenlider kann auch von einer Entzündung des Auges herrülhren und wird aufhören, sobald die Entzündung geheilt ist. Erfahrener Uhrmacher und Schmncksachen Reparateur J. A. Shober Snodgrass Bracy Am Eingang. Pearson Letit
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Einer der bedeutendsten Köpfe un-- yr den jüngeren Generation der ita-- ienisch-n Schriftsteller ist der greße Konvertit Giovanni Papini, der im Kahre 1921 mit seiner „Storia di hristo die gesamte geistige Welt mit Meberraschung und Freude erfitlite Nun ist vor einiger Zeit das Werk, das überall im Auslande in vielen Hunderttausenden von Exemplaren berbreitet ist, bei der Allgemeinen MWerlagsanstalt in München unter dem itel „Lebensgeschichte Christi“ eine sworzügliche deutsche Uebersetzung von IDr. M. Schwarz erschienen, aus der wir den Anfang wiedergeben, der die Ereignisse der Weihnachtszeit in ei— sner für Papini außerordentlich cha rakterist' schen Art behandelt. Der Stall. Jesus ist in einem Stall geboren worden. Ein Stall, ein wirklicher Stall ist nicht die leichte, heitere Halle, die die 1 Maler sür den Sohn Davids gebaut haben, wie in Scham darüber. daßl ihr Gott in schmutzigen Elend gelegen haben soll. Ein Stall ist auch nicht das Kripchen, das die Zuckerbäcker— phantasi· der Gipsformer in neuerer Zeit erfunden hat; das saubere nette Krippchen, süß bemalt, mit dem wei— chen frisierten Strohkissen, dem ver— zierten Dach, rechts diel Püppchen der heiligen drei Könige in ihren großen Mänteln und links die Hirten in Kapuzen. So mögen sichs Schwär mer träumen; das mögen sich Aesthe ten als ihren Luxus leisten; das mag man den Kindern zum Spielzeug ge—- ben; das mag der „Prophetenport“ Alessandro Manzonis sein; aber der IStall, in dem Jesus geboren sist das nicht. Ein Stall, ein wirklicher Stall, ist der Aufenthaltsort für die das Gefängniß der Thiere, die für den Menschen arbeiten müssen. Der urweltliche arme Stall in den dern der Vorzeit, in den armen Län dern, ist auch nicht die wissenschaftlich eingerichtete Stallung der heutigen Reichen und auch nicht ein feines Weihnachtshüttchen. Ein Stall ist nichts als vier ranhe Wände, ein schmutziges Pflaster, ein Dach aus VBalken und Schindeln. Der wirlli-- che Stall ist finster, es stinkt darin; sauber ist darin nur der Freßtrog, in dem der Besitzer den Thieren Körner und Häcksel aufschüttet. Die Frithlingöwiese, taufrisch den klaren Morgenstunden, dann vom Wind gewellt, bald im Regen, bald im Sonnenschein, duftend, sie ist mht worden. das Eisen hat das liue Gras gesällt und die hohen fei- 4 Stränge Carpet Besen Schwere 4 Stränge Besen zu einem geringeren Preise, wie Machers Kosten. nen Halme; gefallen sind die schönen offenen Blumen, die weißen, rothen, gelben, plauen; alle sind hingewelkt, verdorrt; alle sind das gleiche fahle Heu geworden. Die Thiere haben die Ueberreste des Mais und des Junis auf Wagen heimgeschleppt. Jetzt liegen die Blumen und dic Gräser die Gräser vertrocknet, die Blumen immer noch duftend dort im Trog, gegen den Hunger der Skla ven, die dem Menschen dienen. Die Thiere füllen davon die Mäuler, mit den breiten schwarzen Lefzen darein langend; später kommt dann dießlu— menwiese wieder ans Licht, auf der Streu, auf der die Thiere schlafen, in nassen Mist cerwandelt. In s» einem wirklichen Stall ist Jesus in die Welt gesetzt worden. Der schmutzigste Ort in der Welt ist der erste Wohnraum des einzigen Reinen unter den vom Weibe Geborenen ge wesen. Der Menschensohn, den die wilden Thiere, Menschen genannt, ver schlingen werden, hatte zur ersten Wiege einen Trog, aus dem die Thie—- re die hunter Kinder des Frühlings rafften, um sie zu kauen und wider—- zukäuen. Nicht zufällig ist Jesus in einem Stall zur Welt gekommen. Ist die Welt nicht ein ungeheurer Stall, in dem dem die Menschen dem Stoff wechsel obliegen? Wo sie alles Schöne Reine, Göttliche auf den Wegen einer höllischen Alchimie in Kotform über—- führen, Dann strecken sie sich auf die Düngerberge hin und nennen das das Leben genießen! Auf dieser Erde, in diesem Zufall— stall, der ein Stall bleibt, allen Ver-- schönerungen und allen künstlichen Wohlgerüchen zum Trotz, ist eines Nachts Jesus erschienen, geboren von der Jungfrau ohne Matkel, gerüstet nur mit seiner Unschuld. Die ersten Anbeter Jesu sind Thie re gewesen, nicht Menschen. Es zog ihn später unter den Men—- schen immer zu den Einfachen hin, unter den Einfachen zu den Kindern; noch einfacher als Kinder, noch harm—- loser als sie haben ihn zunächst die zahmen Hausthiere aufgenommen. Demüthig wie sie sind, obwohl die Wesen, denen sie dienen, noch schwä cher und schlechter sind als sie, haben Rind und Esel es erlebt, daß Völker vor ihnen niederknieten. Das Volk Jesu, das heilige Volk, das Jehova aus der ägyptischen Knechtschaft be— freit hatte, das Volk, das sein Hirt in der Wüiiste gelassen hatte, um zur Zwiesprache mit dem Ewigen hinauf zusteigen, dies Volk hatte den Aaron gezwungen, iöhm ein goldenes Kalb zu machen, auf daß es etwas anzulbeten habe. Der Esel war in Griechenland dew Ares hellig, dem Dionysos und dem Apollo Hyperboreus Die Eselin des Balaam hatte mit ihrer Rede don Propheten gerettet, weiser als der Weise. Ein König von Persien, Ochos, stellte im Tempel des Pytha einen Esel auf und ließ lhm aditliche Arkansas Echo Donnerstag den 29. Januar 1926 Wenige Jahre vor Christi Geburt hatte Okltavian, der zukünftige Herr des römischen Reiches und damit auch Christi selber, etwas Ahnliches ge—- than. Als er sich zu seiner Flotte be gab vor der Schlacht bei Aktium, u. die Küstenhöhe hinabstieg, begegnete er einem Mann mit einem Lastthier; der Mann rief den Esel mit dem Namen Nikon, was bedeuntet: „Der Siegreiche“, nach dem Siege baute Augustus einen Gedächtnistempel, u derin ließ er einen bronzenen Esel aufstellen. Bis dahin also hatten sich Könige und Völker vor Rind und Esel ge—- neigt. Es waren Erlenkönige, Völker, !die sich für den Staub entschieden hatten. Jesus kam nicht zur Welt, um ein Erdenkönig zu sein, und nicht, um dem Staub den Vorzug zu geben. Mit ihm hört die Anbetung von Thie ren auf, die Nachgiebigkeit des Aaron und der Aberglaube des Augustus ha ben ein Ende. Die wilden Thiere in Jerusal-m werden ihn zerreißen, aber einstweilen hauchen ihn die Thiere in Bethlehem an mit ihren waren Athem stößen. Später wird Jesus auf einem Esel reiten, da er zum letzten Ostern sich in die Stadt des Todes begibt Aber er ist ein größerer Prophet als Ba laam; er ist gekommen, alle Menschen zu retten und nicht bloß die Hebräer; er wird von seinem Weg nicht wei—- chen, wenn auch alle Maulthiere von Jorusalem gegen ihn ihr Jah er— heben. Die Hirten. Nach den Thieren kamen die Hirten der There. Auch wenn ihnen nicht ein Engel die große Geburt verkün— digt hätte, wären sie zum Stall ge kommen um den Sohn der fremden Frau zu sehen. Die Hirten leben fast immer wie Einsiedler, fern von Menschen. Sit wissen nichts von der weiten Welt und den Festtagen der Erde. Was in ihrer Nähe geschieht, sei es noch so unbedeutend, ist für sie Ereignis Sie wachten ohen bei ihren Herden in der langen Nacht der Wintersonnenwende lals der Achtstrom und die Anrede des Engels sie überschüttete. Und kaum hatten sie im schwachon Licht des Stalles die junge schöne Frau erblickt, die schweigend auf ih ren Sol,n schaute. und kaum hatten sie das Oind erblickt mit seinen großen oftenen Augen, eben zum erstenmale gethan, und das rosig zarte Fleisch -as Mündchen, das noch nie gegessen, da wurden ihnen das Herz weich Eine Geburt, die Geburt eines Men-- schen, die ebengeschehene Fleischwer dung einer Seele, einer Seele, die kommt, die Leiden anderer Seelen zu theilen, das ist immer ein schmerzli ches Wunder; da kommt Rührung auch über die Einfachen, die nicht zu sagen wüßten, was sie rührt. Und dieser Neugeborene war für die Hir-- ten, nachdem sie einen Hinweis erhal— ten, nicht ein unbekanntes Kind wie alle anderen, sondern das Kind, das ihr gequältes Volk seit tausend Jah ren erwartet hatte. Die Hirten boten das Wenige, das sie selber hatten, dar; das Wenige, das viel ist, wenn es mit Liebe gege bon wixd. Sie brachten die weißen Gab E der Hirtenwirthschaft: Milch, Käse, Volle, ein Lamm. Auch heute geschieht so etwas noch in unseren Bergen, wo eben die letzten Reste von Gastlichkeit und Brüderlichkeit im Verschwinden sind; wenn dort eine junge Frau niederkommt, dann eilen die Schwestern zu ihr, die Weiber u. Töchter der Hirten. Und keine Hand ist leer; die eine hält zwei Paar Eier noch warm vom Nest; die andere eine Schale Milch, eben gemolken; die dritte ein Käselaibchen mit der fri— schesten Rinde von der Welt; und die letzte bringt ein Hühnchen zu einer Suppe für die Wöchnerin. Ein neues Geschöpfchen ist in der Welt erschienen und hat sein Weinen begonnen; da bringen die Nachbarn der Mutter et was, wie um sie zu trösten. Die Hirten jener Zeit waren arm und kannten keine Verachtung des Armen. Sie waren einfach wie Kin der und schauten Kinder gerne an. Sie waren Sprößlinge des Volkes, das vom Hirten aus dem Lande Ur stammte: das der Hirt von Madian aus Aeqgypten gefilhrt hatte. Hirten waren seine ersten Könige gewesen. Saul und David; erst Hirten von Herden und dann Hirten des Volkes Darauf stolz waren die Hirten von Beothlehom nicht, sie, die nicht kannte die harte Welt. Es war ein Armer unter ihnen geboren worden, und sie bliekten mit Lebe auf ihn; und mit i reichten sie ihm ihre armen Schätze Sie wußten, daß dies Kind, rn Armen in seiner Armuth, ind vimn Einfätgien in seiner Ein falt. diad des Volke mitten in Voike sie wußten, es wird die Kletnen binaufkanfen, die Menschen,die guten Wislens sind, über die die Engel den Frieden gerufen hatten. Auch der unerkannte König, der weit umrrende Odysseus, ist von kei neem anderen mit so viel Froude auf genommen worden. wie vom Hirten Eumaio in seinem Niehhof. Aber zu üben; er kam heim, um Feinde zn stöten. Jesus hingegen ist gekommen die Rache Sünde zu nennen, deinden Verzeihing zur Pflicht zu machen Die güt ge Gastfreundschaft des Sau hirten “ondthaka liegt vergessen hin ter der Liebe der Hirten von Veth—- lehem. Die drei Magier. Einig- Tage später trafen du Magier aus Chaldäa ein und knieten vor Jesus nieder Vielleicht kemen sie aus Ekbathana vielleicht auch vom Kaspischen Meer. Hoch auf dem Rücken ihrer Kamele hsitzend, ülber den geschwollenen Man—- telsäcken, die an den Sätteln hingen, hatten se über den Tigris und den Euphrat gesetzt, die große Nomaden— wüste durchquert, waren am Toten Meer hingezogen. Ein neuer Stern von der Art der Kometen, wie sie dann und wann erschienen, um die Geburi „ines Propheten oder den Tod eines Kaisers anzumelden hatte sie bis rach Judäa geführt Sie wa— ren gekommen, einem König zu hul— digen und fanden ein Brustkind in ärmlichen Windeln, versteckt in einem Stall. Fast tausend Jahre vor ihnen war eine Königin vom Morgen her nach sJudäa gewallfahrtet; auch sie hatte Veschente gebracht: Gold, Räucher werk und kostbare Steine. Aber sie hatte einen König auf seinem Throne angetroffen, den größten König, der je in Jerusalem regiert hat, und von ihm hatte sie gelernt. was niemand sonst sie hätte lehren können. Die Magier hingegen, die sich wei ser wußten, als Könige sind, fanden ein Kind, seit Tagen erst geboren: ein Kind, das weder fragen noch ant— worten konnte ein Kind aber, das, einmal groß geworden, die Schätze aus Staub und die Wissenschaft vomn Staub verächtlich von sich weisen wird Die Magier waren keine Könige, aber in Medien und Persien waren sie Herren über Könige. Die Könige re gierten die Völker, aber die Magier wiesen den Königen den Weg. Opfer priester, Traumdeuter, Werkzenge u. Diener Gottes, standen sie allein in Verbindung mit Ahura Mazda, dem guten Gott. Sie allein kannten Zu— kunft und Schicksal. Sie töteten mit ihrer Hand schädliche Thiere und Un— glücksvögel; sie machten Seelen und Felder rein; kein Opfer war dem Gott willkommen, wenn es nicht durch ihre Hand ging; kein König wäre zum Krieg ausgezogen, ohne sie erst anzu hören. Sie besaßen die Geheimnisse der Erde und die des Himmels; sie standen an der Spitze ihres Volkes im Namen der Wissenschaft und der sßeligion. Mitten in einem Volk, das für den Staub lebte, vertraten sie den Geist. So war es billig, daß sie sich vor Jesus neigen kamen. Nach den Thie ren, die Natur sind, nach den Hirten. die Volk sind, kniet jetzt diese dritte Macht vor der Krippe in Bethlehem nieder; die Vernunft Die alte Prie sterkaste des Ostens vollzieht die Hul-- digung vor dem neuen Herren, der seine Boten nach Westen senden wird Die Wissenden knieten vor dem nie der, der die Wissenschaft der Worte und der Zahlen unter die neue Weis— heit der Liebe stellen ließ. Die Magier bedeuten die alten Götterlehren, die sich vor der endgül-- tigen Offenbarung zurückziehen; sie bedeuten die Wissenschaft, die sich vor der Unschuld beugt; den Besitz, der sich der Armuth zu Füßen legt. Sie opfern Jesus das Gold, das Jesus mit Füßen treten wird; sie geben es nicht etwa, weil Maria, die arme, es auf der Reise benöthigen fkönnte; sondern um im voraus den Rath des Evangeliums zu befolgen: Verkauf, was du hast und gib es den Armen! Sie opfern Weihrauch, nicht etwa, um -den Stallgeruch unbemerk-- lich zu machen, sondern weil ihre Opfsferdienste jetzt ein Ende haben; sie vbrauchen Rauch und Weihrauch nicht mehr für ihre Altäre. Sie opfern Myrrhe, die zur Leichenpflege ver wendet wird, weil sie wissen, daß dies Kind früh sterben wird, und daß die Mutter, die jetzt lacht, Spezereien brauchen wird, um sie einem Toten laufzulegen. In ihren prächtigen Königs- und Priestermänteln knien sie da auf dem Stallstroh, sie, die Mächtigen, die Kundigen, die Voranswissenden: sie opfern sich auch selber zum Unter vfand d-s Unterthanengehorsams der Welt. Jetzt hat Jesus alle Erhebungen erfahren, auf die er Anspruch hatte cuun sind die Magier fort, da fängt schon die Verfolgung en, von seiten lon Menschen, die ihn bis in den Tod yinen hassen werden. s î 6G.6. Zinovieff, M. Stalin und lLeo Kameneff, den drei mächtigsten Männern in der Zowjetregterung von Rußland, ist es nun endlich ge— ungen. Leon Trotzki, den bisherigen bolschewistischen Kriegsminister, kalt hyn stellen. Er ist heute vom Zentral komite der kommunistischen Partei al ler seiner Aemter enthoben wokden 3 gleichzeitig wurde ihm angedroht, er
„DJlmpexial Service Dies ist ein Zeitalter der B Dies ist ein Zeitalter der Behagens 7 und der Gemächlichleit! Weg mit der schweren Arbeit, dem Rückenbrechen, der unbe—- schränkten Ermattung von Leib und Seele, die mit dem Führen eines Haushaltes vor einer Generation zusammen gingen! Frauen von heute brauchen Gas oder eleetrische Herde, Vaemm Cleaners statt Besen und andere Arbeitssparer. Betreffs der Wäsche, dem Schreckbild frühe rer Jahre Gebrauchen Sie das New Way System ohne Marken darauf gewaschen. Es werden verschiedene Methoden angewandt, d. i- Family Finish, wodurch die Kleider vollstän dig gewaschen und fertig gemacht werden, so daß sie zurügebracht ohne weiters weggelegt werden können (Durchschnittskosten 124 per Pfund) Semi Finish (rough dry) wodurch die Kleider gewaschen und gebügelt, aber nicht mit der Hand fertig gemacht werden (Kosten sße per Pfund) Wet Wash wobei wir waschen—Sie bügeln (Kosten de per Pfund Minimum Bündel $1.00) und Flat Work (Kosten 7e das Pfund.) Das New Way System wird Sie in den Stand setzen, dies Alter der Bequemlichkeit zu genießen.
mperial Caundry
Operirt mit dem nenen Wasch Sustem 15. Main Street „Imperial Service“. te- ausgestoßen und aus allen politi schen Bureaus, denen er vorläufig noch angehört wenn er sich nicht den Regulationen ler Partei füge. Das Urtheil ist von dem einst so mächtigen Trotzki fast in Bescheiden heit und Ergebenheit entgegengenom men worden, ja er scheint es sogar herausgefordert zu haben, indem er in einem Briefe, den er an das Zen—- tralkomite schrieb, thatsächlich darum ersucht, daß er von seinen Verpflich tungen im Kriegsministerium ent—- bunden werde, da er wegen Krankheit nicht imstande sei, denselben fernerhin nachzukommen. Er soll, wie behaup— tet wird, den Brief auf Verlangen des Zentralkomites geschrieben ha ben. Trotzki lebt jetzt vollständig zurückgezogen in einer kleiner Vor-- stadt Moskaus. Er entschuldigt sich bei dem Zentralkomite dafür, daß er dessen Sitzungen in letzter Zeit nicht boigewohnt hcbe, und führt els Grund dafür seine Krankheit an. Seine Freunde erklären aber, Trotzki habe eiagesehen, daß, Widerstand ge—- gen seine Gegner, die mit der Zeit zu mächtig geworden sind, unnöthig sein würde, und hat es daher vorgezogen auf diesem Wege aus seiner bisheri— gen leitenden Stellung auszuscheiden.
Ein Mitarbeiter des in Kapstadt erscheinenden Cap Argus, welcher die frühere deutsche Kolonie in Südwest afrika längere Zeit besuchte, gibt der Meinung Ausdruck, daß die dortige Lage weit entfernt davon sei, als ge sund bezeichnet zu werden. Er gibt der Befürchtung Ausdruck, daß wenn die Regierung der Südafrikanischen Uni on nicht sehr vorsichtig vorgehe und ihre Beziehungen zu dem neuen Protektorat nicht auf eine andere Grundlage stelle, sie demnächst in schwierige Verhältnisse geratkhen und sich einem Rassenproblem gegenüber sehen würde. Es sei mit Sicherheit dareuf zu rechnen, daß sich in dem Protektorat eine Mehrheit sofort ge— gen die Union bilden wiürde. Unter den verschiedenen unangenehmen Möglichkeiten, mit denen man zu rechnen haben werde, sei zunächst die zu nennen, das die erste Regierung des Protektorates als ersten Schritt sicherlich eine Deputation nach Europa schicken werde, mit der Bitte, das Pro tektorat iülber .Südwestafrika der Union abzunehmen;, und einer ande ren Nation anzuvertrauen. Thatsäch lich werde die Möglichkeit, eine Depu tation zu entsenden, in gewissen Krei sen bereits ernstlich besprochen.
Aus einer vom „L'Oenvre“ in Pa ris veröffentlichtn Statistik geht her vor, daß von mehr als 800,000 Staatsbeamten in Frankreich 200, 000 ledig sind. Von den 600,000 Verheivatheten het beinahe die Hälfte keine Kinder, fast ein Drittel ein Kind nicht ganz ein Sechstel zwei Kinder, etwa mehr als ein Zwölftel drei Kin der, während die Zahl der Beamten mit vier Kindern kaum 2 Prozent der Gesammtzahl anusmacht. Die Zahl der Beamten mit fünf aindert beträgt 4 Progent, mit sechs Kin· dern 4 Prozeent, mit mehr als sechs Kindern nicht ganz ein Sechstel Proz. „L'Oeuwre“ schrerbt diese Gebur tenbeschränkung der unzureichenden GEntlohnung im Zusanmmenhang mit der Verminderung des Werthes des Franken zu, wodurch das Kind in französischen Beamtenfamilien ein sostbarer urusartikel geworden ist. 1 Rose City Bakery größte mit modernen Einrtich j tungen ausgestattete Bäckerei im Staate Alle Backwaar-a erster Qualitãt. Extra Kuchea auf Bestellnng. 9 Eigenthi. mer Joe Anno t 14. und Main Straße
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Ein Kaffernmädchen, das in Süd- Afrika auf einer Farm arheitete, ging aus dem Dienst fort und kehrte nach seinem Kraal zurück. Der Farmer ein Gnals inder, suhr nach dem HKraal, nahm das Mädchen nach seiner Farm zurück, prügelte es und band es halb tot in einem von Ratten llberlaufenen Schuppen fest, wo es eine Stunde spä ter von den Retten angefressen als Leiche gefunden wiurde. Der Farmer wurde voerhaftet und wegen Todschla ges zu ganzen sechs Monaten Haft verurtheilt. Dies ist in scharfen Um—- rissen der Fall, der kürzlich Süd—- Afrila moralisch und politisch aufge rogt und zu Tage gehracht hat, daß in jenem Dominion des großen bri tischen Holonialvolks von gleichem Rechte fitr Weiße und Schaaze noch woeniger die Rede ist wie bei uns im Süden. Und das sind dieselben Leu—- te, die Deutschlend seiner Kolonien beraubten, weil die Deutschen angeb lich nicht verstanden, mit den Einge- Errbin umzugehen und sie nach det preußischen Disziplin behandelten Britischer Heuchelei ist hier wieder locnmal die Maste vom Gesicht ae— Seite 3
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38 u 1 114 1 AAH at 2— Arkansas Echo Board of ummerce Building Rooin 408-410 Little Rock. Ark. C. Merrer, Redalteur. Beamten: August Probst, Präsident. Msgr. W. Aretz, Vice-Präsident. A: Arnold Ir, Viee-Präsident. C. Meurer, Sekretär u. Schatzm. Direktoren: A. Arnold Ir., Little Rock. Conrad Elsfkea, Subiaco. Fred Titgen, Fort Smith. Jos Schnitzer, Fort Smith. Emil Spieler, Little Rock. A. Probst, Little Rock. Joe Jung, Littl- Rock. Fritz Sieber, Little Rack. Msgr. Or. W Aretz, Little Rock. Erscheint jeden Vonnerstag und kostet das Hehr im bereich der V. St. jährlich 82.00 ath dem Avsland 62.00 Entaci -d at the Post Office at Little uAak Ark., as Second Class Matter Donnerstag den 29. Jannar 1925.
2 Editorielles.
Die Gazette hatte am vorigen Frei tag einen editoriellen Artikel: „Einen Wep hat uns der Krieg geholfen.“ Un dann sagt sie, daß vor dem Kriege die Ver. Staaten für Farbstoffe von Deutschland abhängig waren, daß aber in großem Maße England und die Staaten sich unabhängig von deutschen Farbstoffen gemacht haben. „Deutschland hatte praktisch für viele Jahre Controlleiü ber Färbenher stellung der Art und war durch die KHontrolle arrogent geworden. Es wird gesagt, deß die deutsche Regie—- rung vor dem großen Kriege gedroht hab,e den Verkaunf von Farben nach diesem Lande cufzuhelten, wenn Deutschland nicht gewisse Coneessio nen in doer Tarifbill gemacht würden. Ob die Geschichte wahr ist oder nicht, es ist sicher, daß amerikanische Fabri kanten den deutschen Farbenmachern Tribut -ahlten und das machen von Farben in diesem Lande, die denen in Deu- schland gemachten ebenbürtig sei-- en wurde gar nicht versucht. Es war keine leichte Sache, eine ameri—- kanische Farbindustrie zu machen, da woren viele Schwierigkeiten, aber die jetzt in den Ver. Staaten gemach ten Farben sind denen in Deutschland gemachten gleich. Nicht nur werden amerianische Verl.raucher durch ame rikanische Farbrwerke besorat, sondern Amerika erportlert Farben.“ Der Artikel ist unwahr, dadurch daß er die Wahrheit verschweigt Es ist wahr, daß unsere Farbenindustrie während des Krieges gemacht wurde, abor nicht durch Erfindung. Die ame rilanische Regierung oder ihre Ange stellten verkauften lie hier patentir ben deutschen Erfindungen weit un—- ter dem Werthe, obwohl diese Patente Privateigenthum waeren, und obwohl das internationale Recht Privateigen— shum von der Beschlagnahme auß-- nahm. Und obwolhl ein Vertrag mit Deutschland da war, der gerade den Fall deckte, der genau bestimmte, wo zut joede der beiden Parteien sich beim Ausbruch eines Krieges zwischen ih— non verpflichtete. Ans diesem Verfahren unserer Re— gieruna ist die amerikanische Farben— industrie auf deutschen Patenten auf gebaut, und die Amerikaner haben wahrhaftig keinen Grund auf ihre Was über den Mann Der vor der Fare Bor still stett in seine Tasche langt um die Börse zu finden, sie aufmacht, dem Conducteur eine Dollarbill zum wechseln gibt, das Wechsel geld in die Böorse zurück thut, sie schließt, und mit Bedacht wieder in die Tasche steckt seinen Weg langsam zu seinem Sitz Sitz macht, hinsitzt und dann klagt, daß das „Zahle wie du eintrittst System“ auf Safety Cavrs den Verklehr verlangsamt Arkansas Gentral Power Go. A 1 dũr sichern, efsectiven Straßenbahn Dienst. Bitte halten Sie die genane Fare sertig. Farbenindustrie stolz zu sein. Wenn aber so weter goarbeitet und die Wahrheit entstellt wird, dann brau chen wir uns nicht darüber zu wun—- derh, daß Onkel Sam in Südamerik leinen anten Ruf het. Es ist doch bekannt, deß die Prozesse über den Verkauf der deutschen Farbstoffpaten te an eine Corporation, deren Präsi dent der verkaufende Beamte wurde, zu ein Zehntel oder weniger des Werklhes noch nicht entschieden ist. Wie kamen die Patente nach den Ver. Staaten? Die deutschen Erfinder Fabrikanten meldeten die Er findungen der Farbstoffen bei unsern Patentamt en, und mußten dabei die gebrauchten Materielien und Prozesse angeben und Proben beilegen. Diese Dokumente blieben in unserm Patent amt, nachdem die Patente ausgestellt waren. Das verkaufen derselben war gelinde ausgedrückt ein Vertrauens bruch. Wir möchten gerne wissen, was Prsident Wilson heute darüber denkt. 72
In unserer Legislatur ist vorge schlogen worden, die Annahme des „Kinder Arbeits Amendement“ rück— gängig zu machen. Ob das geht ist t denn die Gerichte ee entschieden, seviel wie wir uns von früheren Amendements erinnern, daß „einmal angenommen endgültig ist. Das Kinder Arbeits Amendement that nur 2 Seetionen: Seection 1. Der Congreß soll Macht haben, die Arbeit von Personen unter 18 Jahren zu beschränken, reguliren und verbieten. Section 2. Die Macht der einzelnen Staaten soll durch diesen Artikel nicht geschwächt werden, ausgenommen daß die Wirksamkeit von Staatsgesetzen sv weit suspendiert werden soll, um det vom Congreß gemachten Gesetzgebung Wirksamkeit zu geben. Ver der Annahme wurden im Con-- lgreß zahlreiche Amendements einge rt aber alle verworfen. Das sAmenlement wie es vorliegt sagt gar nichts von Kinderarbeit, sondern von Personen unter 18 Jahren. Es un—- terscheidet auch nicht in der Arbeit als nützliche gesunde, oder ungesunde oder gefährliche. Es gibt dem Con— areß die Macht alle Arbeit von Per—- sonen unter 18 Jahren zu beschränken zu regulieroen oder zu verbieten. Daß da einheitliche Gesegebung für die ganzen Ver. Staaten nicht geht und nicht durchgeführt werden kann, eu sßor mit großen Nachtheilen für Fami— sien und Kinder selbst liegt auf der Hand. Wird z. B. der Congreß für die Südstaaten den Kindern das Erd— beer und Baumwollpflücken erlau ben? Das kann er nicht, denn Erd— berren reifen von Januar in Florida bis Juli und später in den Nordstaa ten. Und wie ist es mit dem Pflücken der Baumwolle? Wie mit vielen klei— non häuslichen Arbeiten, Holz- Was-- sor volen für die Mutter, dem Vater im Gacten und Obsthof helfen? Der Coentral Verein hat auf seiner Versammlung im August 1924 dage— gen Standgenommen und sich gegen das Amendement erklärt, das Feld sollen die Staaten behalten. Und die Manufaeturers Association und die dhmber of Commerce in den ver-- schiodenen Staaten werden ermahnt, ihre Pflicht gegen die Kinder ihrer Steaten zu thum. Hardinal O'Connel sagte den Priestern dahin zu arbeiten, daß die Leute ogen das Amendement stim men sollten. Andere Stimmen ka— smen dazu und heute haben mehrere Stoaten die Ratification des Amen—- dements abgelel,nt. Wir hoffen, daß les se weiter geht und soviel Staaten sdas Amendement verwerfen, doß es srrt ist. Es sollte darauf gearbeitet werden, daß Amendements zur Konstitution durch Abstimmung der Wähler anenom mnen oder wieder abgeschafft werden loönnen. n
Wichtin. Die kleine Eva und ihr Freund Karl prahlen sich gegenfseitig san. „Aetsch!“ sagt Karl, „wir ge-- hen jeden Sonntag in den Zoologi schen Garten!“ „Och,“ sagt Eva, „Thiere haben wir selber genng: der Vater nat 'n Hund, die Mutter hat 'n Papagei, und unser Dienstmädchen hat 'n BGandwurm. Arkansas Echo Donnerstag den 29. Jannar 1925 Der neue Kanzler. Die deutsche Republik hat einen neuen Kanzler Dr. Hans Luthet. Er ist auch außerhalb Deutschlands kein Unbekannter. Als die Franzo—- sen ins Ruhrgebiet einbrachen, war Dr. Luther Oberbürgermeister von Essen. Essen hatte damals den er—- sten Stoß der französischen Horden auszuhalten. Zu Fuß, zu Roß und zu Wagen kamen sie angezogen. So gar Tanks, Maschinengewehre und Geschütze brachten sie mit. Essen ist die Heimath der Krupps, und die Krupps hatten einen großen Theil der Waffen geliefert, die den Franzosen soviel Schrecken eingejagt hatten und vor denen sie so flink ge— laufen waren. Die berühmte dicke Bertha kam aus Essen, jenes gewal tige Geschütz, unter dessen Geschossen zuerst die Forts von Lüttich zusam— menbrachen wie Kartenhäuser, und die dann noch manchen feindlichen Befestigungen zum Verderben wurden Nun wollten die Franzosen den Essenern zeigen, was für gewaltige Kerle sie wären. Die dicke Bertha war ja nicht mehr da. Die Krupp schen Geschützwerke lagen still. Deutschland lag am Boden. Man konnte sich also das billige Vergnü— gen, den Essenern zu imponieren, leisten, ohne für die welsche Haut fürchten zu müssen In Essen konnte man sich auch gestatten, die blutige Tragödie zu provozieren, die einer Anzahl Menschen das Leben kostete und den Justizskandal von Wer— den als Nachspiel hatte, durch wel— chen der derzeitige Inhaber der Fir ma Krupp und andere unschuldige Menschen ins Gefängniß gebracht wurden. Aber es gab noch einen anderen Grund für Raymond Poincare, seine beutegierigen Augen zunächst und vor allem auf Essen zu werfen. Mit dem Einfall ins Ruhrgebiet beab— sichtigte er, des deutsche Wirthschafts leben ins Mark zu treffen. Die ge— sammte rheinisch westfäliiche Indu— strie sollte Frankreich dienstbar ge— macht werden, und er war mit den— Verhältnissen genügend vertraut, um zu wissen, welche Bedeutung in diesem Plane Essen zukam. Als die Welschen in Essen einrück ten, saß Oberbürgermeister Dr. Lu ther in seinem Zimmer im stattlichen Rathhause. Der Anführer der fran zösischen Horden ließ ihm sagen, er wünsche ihn zu sprechen und verlang te, daß Dr. Luther sich zu ihm be mühte. Der Ober Bürgermeister aber ließ ihm segen, wer ihn zu spre chen wünsche, müsse sich schon zu rhm bemilhen, und er that das mit so viel Entschlossenheit, daß der französische General sich wohl oder übel dazu be quemen mußte. Was der Oberbürgermeister bei die— ser Gelegenheit den Franzosen sagte, gefiel ihnen so wenig, daß sie seine Ausweisung verfügten. Aber bevor Dr. Luther ging, sagte er den Wel— schen noch manches, was sie ihm nicht vergeben haben. Aber Hand an ihn zu legen, wagten sie nicht, und Dr. Luther lonnte unbelästigt die Stadt verlassen. So sieht der Mann aus, der jetzt an die Spitze der Reichsregierung ge treten ist Der neue Kanzler ist ein ausgezeichneter Redner. Auch ein klu— ger Kopf ist er. In duan sragen gilt er geradezu als Autorität. In den Reichstagsausschüssen hat er gar manchen Strauß mit seinen Gegnern siegreich bestanden. Von seinen Freunden wird er allgemein geschätzt, als porlamentarischer Kämpe ist er ge fürchtet. Denn auch im Reichstag steht er seinen Mann. Wie damale im Essener Rathhaus, als die Franzo son einen aufrechten Mann kennen lernten. Einen deutschen Mann! Wir müssen nun abwarten, wie Dr. Luther sich als Reichskanzler bewährt Es ist llar, daß er einen harten Stand hat, so lange England und Frank. reich sich gegenseitig Concessionen machen, wobei Deutschland stets der leidende Theil ist. 1
Der Stant New York hat sich eine Frau als Staatssekretr zugelegt Sie ist setzt zwei Wochen im Amte und hat schon eine Anzahl bemerkenswer the Nenerungoen getroffen. Zunächst hat sie in ihrer Umgebung alles Schwatzen verboten, was besonders unter den männlichen Angestellten bö—- ses Mut gemacht haben soll. Dann hat sie einen Ukas erlassen, nach wel chem jeder pünktlich zur Arbeit kom— men muß. Und daß soll die weibli— chen Angestellten erbost haben Jeden falls wird man zugeben müssen, daß die Dame sich bemirht, unparteiisch! zu sein. DO Die menschliche Rasse sei nicht werth daß jemand sich um ihre ena boemiüthe, behauptet der Chieagder An walt Clarence Darrow. Nun, die; Exemplare, die er gerettet hat, wa—- roen es sicherlich nicht, aber glücklicher welse machen die noch nicht die menschliche Rasse aus. Er hat die Mordbuben vertheidigt und dafürßlso,ooo erhalten. Gewiß soviel Geld kann er ausden andern nicht machen. 17 Weltkrieg und Kunst. Auf der Kunst Ausstellung in Santiago, Chile, erregte ein Riesen betitelt: „Der Weltkrieg“ lein gewaltige Sensation, um so mehr, als ihm von der Jury der erste Preis zuerkannt wurde. Das Ge— mälde welches die Besucher von nah und fern in Schaaren anzog, ist das Werk des chilenischen Malers Velas lquez einem Agkömmling des berühm— ten spanischen Malers gleichen Na— mens. Das kolossale Gemälde zeigt fünf Gruppen, die dennoch eine Einheit bilden. Die erste (oben links) zeigt einen deutschen Krieger mit flammendem Schwerte, umringt von schwarzen, braunen, gelben, rothen und weißen Engländern, Russen, Franzosen etc., die alle auf ihn einhauen. Direkt hinter zwei riesigen Senegal-Negern verduckt sich Onkel Sam mit einem satanischen Ausdruck von Feigheit u. Gier im Gesicht u. vertheilt an die vor ihm stehenden Munition und Geld. Die -weite Gruppe (oben, rechts) zeigt den deutschen Krieger noch im— mer aufrecht stehend, obwohl bleich und ermattet und aus vielen tiefen Wunden blutend. Und hier hat der Künstler ein Wunder gewirkt! Wenn man den Krieger von Rechts en— schaut, sieht man einen heransfor dernden Ausdruck in seinen Augen auf die Feinde gerichtet, aber von Links hetrachtet, sind seine Augen /voll Trauer in die Ferne gerichtet, wo er in schattenhafter Ferne hun gernde deutsche Frauen und Kinder mit erhobenen Händen erblickt. On— kel Sam, mit grinsender Befriedig lung über dem Gesicht lagernd und er-— nem riesigen Dolch in der Hand, hat sich in halb aufrechte Stellung hinter den Senegal Negern erhoben, be—- lreit vorwärts zu springen. Die dritte Gruppe (unten, links) zeigt Onkel Sam in der Verkleidung von Mephisto. Mit triumphierender Miene hat er dem deutschen Krieger den Dolch in den Rücken gestoßen, der sterbend zu Boden sinkt. Die schwar— zen, braunen, gelben, rothen u. wei Ben Engländer, Franzosen, Russen. Amerikaner ete. 27 Nationen an der Zahl, klatschen Beifall zu der heroi— schen That. Die vierte Gruppe (unten, rechts) zeigt ein Farmhaus mit einem riesi gen Misthaufen davor und auf dem— selben der gallische Hahn mit einem Menschengesicht und krähend: „Kikle— riki, ich bin der Held!“ Die Mittelgruppe zeigt die Frei— heitsstatue, nicht mit der Freiheits-- fackel in der Hand, sondern mit einem riesigen Roklameschild über dem Haupte haltend, welches in großen fammenden gelben Lettern die In schrift trügt: „Amerikanischer Helden geist, Amerikanischer Muth“ Der amerikanische Gesandte erhob bereits bei der chilenischen Regierung Protest, die ihm zur Antwort gab, daß kein Gesetz eristiere, welches die Unterdrückung der Kunst gestatte, so lange deselbe nicht unanständig sei und sie könne nichts Unanständiges in dem Gemälde sehen! Es ist traurig, daß wir Wilsonis mus und Dawesismus gestatten, uns in diesen Geruch bei unseren Nacharn zu bringen! „Progressive“) Die Opinm Conferenz in Genf endete wie das Hornberger Schießen England hat sich vor der ganzen ehr-- tt denkenden Menschheit blamirt Unsere Delegaten unter Führung von Congreßmann Porter hatten gefor dert, daß jede auf der Konferenz ver-- tretene Nation sich verpflichten solle, sofort mit der Einschränkung des Ver— brauches von Opium und anderen Rauischgiften zu beginnen, und diesel be fortzusetzen b,s das Uebel ganz und gar ausgerottet sei. Grossbritannien, Frankreich und Holland, stimmten in der Ansicht er daß die gegenwärtige Konfe— renz dein Befugnis habe, die vertrete nen Nationen zu einem solchen Be—- schlusse zu verpflichten. Porter hatte dem Vorschlag Eng— land statt 10 Jahre 15 zu setzen zuge stimmt, aber er wollte nicht darauf ein gehen, daß diese 15 Jahre erst begin nen sollten, wenn China seinen Opi umhandel eingestellt u. den Schmug—- gel unterdrüekt hätte, da das auf Nie— mals hinauslaufe. Diese offene Sprache reitzten den Engländer Ceeil von Chelwood, der die Forderungen ler Amerikaner „Idealistische Forde—- rungen“ nannte, die niemals ansge lfirhrt werden könnten. Dann sagte er: „Ich weise mit aller mir zur Ver— fügung stehenden Energie die Unter jstellung des ehrbaren Herrn zurück, daß Englands Vorschlag, das Opium sraucen fünfzehn Jahre nachdem Chi na die Produktion und das Rauchen von Optum einstellt, abzuschaffen, nur eine Ausrede ist, um das Uebel fort· setzen zu können,“ sagte Lord Ceeil. „Der Vorschlag wurde von der feterlichen Anerkennung der Verant wortung Grosßbritanniens unter der Haager Vereinbarung begleitet, und als britischer Bürger und Minister American Southern Trust Company. gz vr si Di t Persöulicher Dienst! Wir sehen unsere Kunden als uusere Freunde an und wir sind me zu beschäftigt, um irgend einer Sache die nöthige Aufmerksamkeit zu schenken. Wir laden Si- und Ihre Freunde ein, Ihre li Beschäfte hier abzuwickeln Die Bank, welche für ihre Kunden sorgt. Dritter Wain Straße, Little Rock, Ark.
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Hoovers Vorschläge zur Lösung des landwirthschaftlichen Problems. Handelssekretr Hoover, der von der vom Präsidenten einberufenen landwirthschaftlichen Kommission er—- sucht wurde, ein Gutachten über das landwirthschaftliche Problem von kommerziellen Gesichtspunkten aus abzugeben, erklärt in seiner veröffentlichten Antwort, daß mit Rücksicht darauf, daß für ungefähr 60 Prozent des Handels und der Industrie die Produktion der ame—- rikanischen Farmen den Mittel-— punkt bilden, es einleuchtend sei, daß die Wohlfahrt der Landwirth schaft mit der gesunden Entwick lung der kommerziellen und indu—- striellen Thätigkeit des Landes in innigem Zusammenhang stehe. Auszug aus Gutachten. Dichauptstichlichsten Punkte der Ausführungen des Handelssekre tärs sind folgende: Jeler Theil unseres Wirthschafts- Ibens ist von einander abhngig. Der Farmer ist ebenso an dems Preise jener Artikel. die er fautt. interessert, als an dem Verkaufs preise seiner Produkte. deu dessen ist auch der Handelssekretär an den kommerziellen Verhältnis sen der Landwirthschaft ebenso inter essiert, wie an irgendeinem andern Zweige der Industrie, der Finanz oder des Verkoehrs. Nach Ansicht des Handelsfekre· tärs ist vor allem nothwendig, eine, weit ausschauende Politik festzu-· legen, die der Landwirthschaft den ihr aebithrenden Platz in dem na tionalen Wirthschaftssystem zuweist, und dann die landwirthschaftliche Vrodufktion mit den einheimischen VBediirfnissen ins Gleichgewicht zu brinaen. Diese Frage berührt nicht den Landwirth allein, sondern iede Hlassfe der VBenlkerunga Jeder leide unter dem Mangel des Gleich goewicht in der Landwirthschaft. Wir führen landwi-hschaft liche Pro dukte ein, die wir ganz aunt im Lande solhst produzirren könnten, und andererseits werden PNah—- runasmittel und andere landwirth-· schaftliche Produkte ausgeführt Der Landbauer leidet unter der! Konkurrenz der billigeren Produk tionskoten und einer niedrigeren Lobenshaltung des Auslandes Vorschlae zur Stabilisiernng der Landwirtbschaft. Um das Gleichgewicht in der 3 ß Hass argain Haleinel
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Die landwirthschaft· lichen Produkte müßten im CTarifs auf dieselbbe Stufe mit allen an—- deren adustriellen Produkten ge— setzt werden, während die Lebens-- haltung auf eine höhere Stufe ge bracht werden müßte, um einens größeren Verbrauch der landwirth schaftlichen Produkte herbeizufüh—- ren und schießlich müßte die ganzes, Produkt'on und das Vertheilungs— system leistungsfähiger ausgestaltets und der großen Verschwendungs Einhalt gethan werden. Die Landbauern sind seit jeher wirthscheftlichen Krisen ausgesetzt, für die sie ein Allheilmittel suchen.s Dieselbe Lage mit periodisch wiels— derkehr·nden Paniken und Massen-s bankerotten herrschte bis vor weni-s gen Jahren in der amerikanischens Bankwe!'t. Um diese Krisen zu ver— hindern, wurde das Bundes-· Reserveystem eingerichtet, womits sich wveitere Nothstandsaktionen erübrigten. In öhnlicher Weise sollte für die gndwirtbschafttiche Industrie eine Politik festgelegt werden, die die immer wieder oent— stehenden Krisen beseitigt und dies dadurch erforderlich werdenden Nothstandsktionen für den Land— bau überflüssig macht. Der oerste Schritt in dieser Rich tung müßte sein, den einheimischen Markt soweit wie möglich zu kräf tigen, um die amerikanischeen Land bauer von der zufälligen Abhän—-! gigkeit von den Weltpreisen, diel eine nothwendige Folge der autl fuhr ist, zu befreien Dies sollte auf eine Weise geschehen, daß da— durch anch die Nation von üher— soeischer Nahrung und PKleidung unabhängig werde Dieses Bestreben, die Landwirth— schaft ins Gleichgewicht zu bringen und uns von importierten Nah—- rungsmitteln unabhängig zu ma—- chen, wird von Sekretär Hoover als eine wichtige Politik der nationalen Vertheidigung bezeichnet. Die Erfahrungen des letzten Krieges hättten der Nation gezeigt, mit welchen Gefahren für ihre Si— cherheit die Abhängigkeit der Be— völkerung von der üdberseeischen Einfuhr verbunden sei. Dies so—- wie die Abhänxigkeit der Farmer von der Ausfuhr ihrer Produkte mache im Kriegsfall enorme mili— tärische Auslagen zum Schutze der Nahrungsmitteleinfuhr und der 10 Hard 2Me Nainsook. 36 Zoll breiter extra feiner Grad schneeweißen Nainsooks, prächtig für Lingerie aller Art 81.95 81.39 81 bei 90 Betttücher. Gute schwere, dicht gewobene Betttücher, voll gebleicht. Weich mit gesäumten Enden, u 1 381.10 Arkansas Echo Donnerstag den 79. Januar 1925 Exportmärkte der Farmer erfor-! derlich. Amerika ist in bezug ans Ernäh—- rung nicht aufs Ausland angewiesen. Solche Verhältnisse seien in den; Vereinigten Staaten nicht nöthig. da sie in der ganzen Welt tea das einzige Land seien, das seine Bedürfnisse unabhängig von der Einfuhr decken könne. Die Lobenshaltung sei in Ame—- rika wohl auf eine höhere Stufe gebracht und damit der Verbrauch erhöht worden, aber durch eine ver— nünftige Wirthschaftspolitik könnte in dieser Richtung noch mehr er— reicht und ein größerer Absatz der einheimischen landwirthschaftlichen Produkte möglich gemacht werden. Noch sei eine große Anzahl von Leuten mit guter Kauftkraft vor— handen, die auf geeignete Weise be einflußt werden könnten, mehr! Molkereiprodukte, Früchte, Gemüse und Fleisch zu verbrauchen. nnel sollte diesbezüglich auch der notori— schen Verschwendung entgegenge— wirkt werden, und zwar nicht bloß in bezug auf landwirthschaftliche Produkte, sondern im allgemeinen. Die Bevälkerung des Landes nimmt, wie Senator Hoover her— vorhebt, jede zohn Jaahre um unge— fähr 15 Millionen zu und der Ver— brauch landwirt-schaftlicher Produkt könnte in einem weit größeren Prozentsc.tz, als er durch die Bevöl kerungszunahme an und für sich be dingt werde, erhöht werden. Hoover weist darauf hin, daß alle leicht zugänglichen und leicht be wirthsch-ftbaren Ländereien in don Vereinigteu Staaten bestellt werden und eine Produktionssteigerung durch Vergrößerung der gesammten Anbauflöche nur unter Anhrand bedeutender Kosten und daher einer Verringerung des Profits der Land wirthe bewerkstelligt werden könnte. Im Durchschnitt werden jetzt 10 Prozent der gesemmten auf amerika nischem Boden gewonnenen land—- wirthschaftlichen Produkte ausge— führt. Von vielen Produkten ge— langt üherhaupt nichts zur Aus ihr, während der Prozentsatz der Ausfuhr anderer Predukte weit hö— her ist als 10 Prozent und z. B. für Weizen 25 Proz. und für Baum— wolle d 0 Proz. beträgt. Die Vereinigten Staaten führen jedoch anch viele Nahrungsmittel ein, obwohl der größte Theil dersel ben im Lande produziert werden könnte. Wichtigkeit des einheimischen Mark tes hervorgehoben. Der Hendelssekretär sagt, aus dem Studium der Marktpreise wäh rend der letzten fünf Jahre sei flac ersichtlich, daß es sich besser bezahle die landwirthschaftlichen Produkte auf dem einheimischen Markte abzu setzen als sie auszuführen. Nach sei ner Ueberzeugung liege es im Be— reiche dor Möglichkeit, die landwirth— schaftliche Industrie auf der Basis der Bodürfnisse des heimischen Marktes ins Gleigewicht zu brin geen und er erklärt, die amerifkanische Landwirthschaft werde niemals auf einer festen Grundlage sein, solange sie von der Konkurrenz billiger aus-- ländischer Arbeit und der niedrigen Loebenshaltungsstufe der Erxport-- märkte abhängig sei und mit einge fiührten Nahrungsmitteln konkurrie-- ren müsse, die eben infolge der nie drigen Lebenshaltungsstufe des Ausland-s billiger yroduziert wer den können, als die amerikanische.. Produkte. Jedes VBestreben, die Ausfuhr der amerikanischen landwirthschaftlichen Produkt- zu erhöhen, stehe mit ei nor verniünsftigen Wirthschaftspolitik in Widorspruch. äollschuß für landwirthschaftlich e Produkte. Eine derartige Mirthschaftspolitik müsse vor allem dadurch unterstütt werden, daß die landwirthschaftlichen Produkte hinreichenden Zollschutz erhalten, um den Verbrauch einhei-- mischer Produkte zu fördern. Bei der Festsetung eines Tarifs sollten bei der Bewerthung der landwirth schaftlichen Produkte dieselben Grundsätze zur Anwendung kom— men wie für Produkte anderer In dustrien Lebenshaltung des Farmers soll auf höhere Stufe gebracht werden. Ferner müßten Maßnahmen ge troffen werden, um die Kaufkraft der Bevölkerung zu erhöhen und die Lebenshaltung auf eine höhere Stufe zu bringen Die Leistungs fähigkeit der Produktion und des Vertheilungssystems könnte nach der Meinung des Handelssekretärs ums 20 bis 30 Prozent gesteigert wer den. In dieser Beziehung kommen auch die, Entwicklung der genossen scheftlichen Vermarktung der land wirthschaftlichen Produkte in Be— tracht. Der Handelsskretr macht dar— auf aufmerksam, daß der Lohn des amerilanischen Arbeiters jett durchschnittlich 100 Prozent höher ssei als in der Vorkriegszeit, wäh r Kosten des Lbensunterhal tes sich seither um 72 Prozeit stei gerten. Die amerikanischen Arbei sr hätten daher eine größere Kauf kraft als yor dem Kriege. Die Le—- benshaltung des Landwirthes habe sich jedoch nicht erhöht, ja in gewis— seen Zweigen der landwirthschaftli— Industrie sei sie jetzt niedriger als in der Vorkriegszeit. Es müsse daher getrachtet werden, den Land—- bauer auf eine höhere Lebenshal— tungsstufe zu bringen, ohne die Le— benshaltung der Arbeiter und der städtischen Bevölkerung zu ernie drigen. Die Verschwendung der Wirthschafts werthe. Weiter wird vom Handelssekre tär erläatert, was er unter Ver— schwendung meine, deren energische Bekämpfung er als einen der Hauptpunkte einer vernünftigen Virthichaftepolitit bezeichnet. Et sagt, es handle sich nicht um jene Verschwendung, die eine Einzelper-- son korrigeren könnte, sondern um jene Verschwendung im Wirthschafts— leben, die die Leistungsfähigkeit des ganzen Wirthschaftssystems vermin— dere, nämlich: Verschwendung von Werthen durch Spekulation; durch Nechlassen der Bemiihun gen der Produzenten in Zeiten des Wohlstandes, die Arbeitslosigkeit und Bankerott fortzuführen geeig net sei; durch Ueberproduktion; sdurch ungenaue Information süber das Vorhandensein von Wa— renvorrthen, über den Unfang der Produktion und den Verbrauch; durch Qualitätsperminderung; durch mangelnde Normalisier rung der Produkte eines Industrie— zweiges; durch mangelnde Einheit ge— schäftlicher Gepflogenheiten, wo— durch Mißverständnisse und Aus—- einandersetzungeen entstehen und dem Schwindel die Thür geöffnet werde; Durch unzureichende Transporta— iionsmittel und Bahnhöfe; Durch unoxdentliche Vermark— tung, besonders jener Produkte, die dem Verderben ausgesett sind; durch nachlässige Kreditgewäh—- rung; Durch geschäftliche Unerfahren heit und oine verderbliche Konkur renz; durch unlautere Geschäftsgebah— rung; endlich durch voerschwenderischen Geobrauch von Materialien bei der Fabrikation; durch Nachlässigkeit bei der Ver— meidung der Feuergefahr; durch Verkehrsunfälle, die mei stens auf Nachlässigkeit oder Un erfahrenheit zurückgefülhrt werden roönnen, und andere ähnliche Ver—- schwendung von Wirthschaftswerthen, die für die Industrie und den Han—- del jährlich einen Verlust von vie len Millionen Dollar ausmachen und die sich nach Erklärung von J Sachverständigen oft auf 25 bis 30 Prozent der Kosten belaufen, die J der Produzent oder der Verbrau cher zu tragen hat. „Boom“ Perioden sollen vermieden werden. Der Handelssekretär erklärt. daß die größte Verschwendung im Wirth—- schaftsleben durch eine rasch ent stehende und ebenso rasch vergehen de Prosperität hervorgerufen werde, die, wenn sie nicht durch die all— gemeine Lage begründet sei, stets eine Depression mit einsetzender Arbeitslosigkeit und daraus resul tierendem Elend im Gefolge habe Solche BVoom“ Perioden können ünd sollten durch die Geschäftswelt vermieden werden, indem die Ten— denz zur Uoberproduktion einge schränkt und die Produktion stets den thatsächlichen Bedürfnissen ange paßt wird. Eine andere Sicher· heitsvorkehrung gegen solche unge sunde Vrosperitätsperioden sei die Normalisierung i« der grdumie die Vereinfachung der Goeschüfts methoden und aller geschäftlichen Dofimente und Verminderung tau lend anderer Dinge, die eine Ver eren von Zeit und Waaren und Material herbeiführen. Als geeignete Maßnahmen zur Stahilisierung des Goschäftes und des Wirtl·schaftslebens führt Sekre tär Hooner an: Die QKonsolidierung der VBalhnen in größere Systeme, die ut suna von Zentralkraftanlagen, die Konstruktion des Lorenzkanals und sadeer Wosserwege, die Verbesse rüna des Columbia· und des Co n lusses und schließlich die Vrduttion von synthetrschen itra ten in Musele Shoals, die eine Ver biltiguna des Kunstdüngers möglich machen werden. Alle diese Mastnahmen können, ivie Sekretr Hoover meint, kaum durch wanasweise Regelung und gesetzliche Verordnungon, sondern mur durch eine freiwillige Zusam- Renarbeit der Allgemeinheit durch- Das allerwichtigste Nahrungs Mittel —9 g jrung L 2 E wie Butter
Süß wie eine Uuß urrxßNur BREAD VBestellen Sie es hente von Ihrem Groecer. Gebacken in Arkansas Modernster Bäckerei American Bakery 1217-4219-1221-1223 West Sieb geführt werden. Ein gemeinsames Bemilhen von Handelsgruppen und Industriezweigen, der Verschwen dung vorzubeugen und die Lei stungsfähigkeit zu erhöhen, liege im Interesse der öffentlichen Wohlfahrt und bilde die Grundlage wahren Wettbewerbes, sei daher nicht mit willkürlicher Preisfestsezung und Aktionen, die den freien Wettbewerb im Handel beeinträchtigen und durch das Sherman'sche Antitrust gesetz verboten sind, zu verwechseln. Zum Schlusse seines Gutachtens macht Sekretär Hoover Vorschläge ur Mitwiking der Bundesregie rung bei der Organisierung genos— senscheftlicher Vermarktungs- Ver—- bände. Ì—
Korrespondenzen. Secranton, Ark., 23. Jan. 1925. Arkansas Echo. Am loetzten Sonntag des alten Jah— res, wurden die 40 Acker Land in Brinkly, Ark., welche dem Staatsver—- bande von Arkansas geschenkt wurden in Subiano verlost. Wegen des sehr kalten Wetters wa ren nur einige Leute der umliegenden Gemeinden zugegen. Es war nämlich eine Distrikts Ver-- sammlung angesagt. Unser Präsident John Willems war wegen Krankheit abwesend- So wurde unter dem Vorsitz von hochw. Pater Peter, 0.5.8 geistl Direktor des Staats Verbandes, Herr John Gorrell zum Chairman, und John Ashaur zum Sekretär gewählt, und so ging die Versammlung ge— schäftlich vor sich. Herrn A. Kehres wurde eine Bin— de um die Augen gelegt, die erste Nummer“ die er zog war 555 das Ticket des Herrn John Nottenkamper Sr. von Atkins, Ark. Somit wäre also das Land (40 Acker in Brinkly, Ark.) von Herrn Nottenkamper gewonnen. Es braucht sich also keiner weitere Kiümmernisse zu machen, was er wohl mit dem Lande anfangen würde wenn er es gewinnen würde. Wir gratuli ren Herrn Nottenkamper zu seinem Glück. So viel der Schreiber weiß, sind bis jetzt 1400 eingegangen, somit wäre der Staats Verband also noch S4OO rückständig. Es wird dringenst gebeten, daß die „Wie Gobrauch im Menschen Gewohnheit horvorbringt Shakespeare“. 2 Gebraunche die Gewohnheit
Gas zu conservieren. Soweit ist dies ein milder Fanuar geweson Vielleicht wird der gewöhn— liche Durchschnitt dlirch das Februar Wetter hergestellt. Während aber das gegenwärtige milde Wetter nur einen kleinen Betrag von Gas für einen Wintermonat zum heizen ver langt, so sollte trotzdem die Nothwen-- digkeit, Gas zu conserviren, nicht aus dem Auge verloren werden.Man eigne sich die Gewohnheit an, denkost baren Gasfluß sparsam zu gebrauchen und es wird dann leicht werden, es in allen Sorten von Wetter zu thun sogar im Sommer, wenn nur Kochaparate in Gebrauch sind. ünd vor Allem gebrauche man keine alten, unpraktischen Apparate, die verschwenden ohne die besten Resultate zu liefern. Es würde Sparsamkei sein, wenn Sie solche Heizer gebrauchen,, dieselben an den Alteisenhänd ler zu verkaufen und die Sorte anzu schaffen, welche für den geringste Gas Verbrauch die größte mögliche Hitze abgeben. Wenn Sie ilher dies Sache im Zweifel sind, dann werden wir Ihnen gerne rathen, welch die besten Sorten zum Gebrauch sind.
Little Rock Gas Fuel Co. Seite 5 rückständigen Vereine ihr Quote bis zur nächsten Staats Versemmlung aufbringen. Mie Vereinsgruß zeichnet sich, Achtungsvoll, P. P.
Coston, Wash. 19. Jan. 1925. Arkansas Echo. Beiliegend 2 Dollar für die Zei-- tung, und bitte, mir zu verzeihen, wenn ich so lange aufgeschoben habe, thut mir leid, deß es für dies Jahr keinen Kalender gibt, waren immer recht praktisch und unterhaltend, hof fentlich gehts für's nächste mal besser. Lese das Echo gewiß gerne, haupt sächlich Loeal Anzeigen, finde da häufig etwas über Personen, die ich gut gekannt habe, wa ja selber 17 Jahre in Arkansas, und muß dem Staat Arkansas nur Lob zollen, es ist der beste Staat für'n kleinen Mann, da dort das Land noch nicht gar zu theuer ist, und wer bestrebt ist, kann allerlei dort ziehen, mithin kann man immer gut leben dort, wenn nicht ger zu Wohlstand kom— men. Thatsache ist, daß Leute aus sogenannten guten Staaten, mit we—- nig Mitteln nach Arkansas kamen, u. dort reich geworden sind. Hier ist eben der zweite Winter an gebrochon, der erste im Dezember 24, war ziemlich scharf, eine ganze Woche war's Termometer unter Null, bis zu 24 unter Null. Der zweite jetzt im Januar, brachte mehr Schnee, aber kam nie unter 10 ilber Null. Hoffent lich erleben wir doch auch wieder ei nen Sommer, Frülhjahr und Herbst gibts hier nicht, kblos Winter und Sommer, und sind doch noch so man chen M-ter vom Nordpoel entferyt. Mit Gruß Ihr ergebenster Frank Mattausch. St. Scholastica's Academy, Colton, Wash.
Sterbe Verein Nachricht. Am 5 Januar 1925 starb Herr Frank Duerr, Fort Smith, Ark. Hurch den Tod des Herrn Frank Duerr wurde Asseßment No. 96 des Sterbe Vereins fällig und wurde aus der Kasse bezchlt. Jahn Nottenkamper, Sekretär. Atkins, Ark., 23. Januar 1926.
In Hannover, Deutschland, ist der Massenmörder Fritz Haarman zum Tode verurtheilt worden Hans Grans wurde als Mitschuldiger eben fals zum Tode verurtheilt.
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Seite 6 Das Geheimnis vom Rrintnerhot. h Roman von I Erich Ebenleiu.
(4. Fortsetung.) Weil aber der Sohn nicht zu haben war zu einer Gewalttat, so habe sie sich den Fercher dazu--genommen, der ihr Liebhaber sei. Daraufhin, weil Brintner diese Angaben mit voller Bestimmtheit machte, wurden seine Frau und der Zahlmeister Fercher nocy gestern abend verhaftet.“ „Und sie? Was sagte sie dazu?“ fragte der Geschäftsleiter gespannt „Beide wurden noch in der Nacht mit Brintner konfrontiert und sol— len ihm anfangs wie erstarrt zuge hört haben. Dann riesen sie fast zu-- gleich: „Aber, der ist j närrisch ge worden! Nicht ein Wort ist wahr!“ Valentin nickte. „Das dacht ich mir! Der Brintner-Andres war ja immer ein heimlicher Säufer. Der weiß vielleicht gar nicht, was er zu sammenredet!“ „Wie das ist dir noch immer nicht Beweis genug? Daß sie nun alle drei in Haft und des Mordes angekllagt sind?“ „Noch ist die Ankllage nicht erwie en!“ Frau Berta starrte ihren Bruder fassungslos an. Dann sagte sie lang sam: „Ich begreife dich gar nicht, Valentin. Kein Mensch gweifelt mehr, daß sie schuldig sind. Wie kommst du dazu, für ihre Unschuld einzutreten?“ Er sprang heftig auf und maß die Schwester mit funkelndem Blick. „Weil du schuld bist, wenn sie heute als solche dastehen vor aller Welt! Kein Mensch hätte die Brintnerschen als Täter bezeichnet, wenn du nicht durch deine unbedachten Worte den Verdacht auf sie gelenkt hättest! Du hast das Wort zuerst unter die Leute geschleudert, und es ist gewachsen und hat Wurzel geschlagen, wie ich schon damals fürchtete!“ „Und wenn? Hätte es Wurzel schlagen können, wenn nicht Tatsa chen es unterstützt hätten? Vollkes stimme Gottesstimme!“ „Gott hat damit nichts zu tun! Höchstens deine Vorliebe für Brint-- ner!“ „Valentin!!“ „Weil's wahr ist!“ rief er, erregt auf und abschreitend, weil dieser alte Narr dein bißchen Frauenverstand ver—- wirrt hat und dich jett in deinem Aerger, daß aus der Heirat nichts geworden ist, schwarz für weiß an—- sehen läßt! Aber gib acht, es könnte sich auch rächen an dir, daß du Un schuldige an den Strick liefern willst! Deine „Volkesstimme“ kann sich wenden und dich selbst als Ver—- leumderin anklagen. Dann iß nur gefälligst die Suppe aus, die du dir eingebrockt hast. Ich bin nicht zu haben dafür. Mich geht die ganze Geschichte nichts an, das habe ich am ersten Tage erklärt, und detran halte ich fest!“ o So heftig war Frau Berta seit dem Tode ihres Gatten nicht abge kanzelt worden. Ganz verdutzt sah sie den Bruder an. Dann blitzte plötzlich etwas wie Verständnis in ihren Augen auf. „Jetzt weiß ich, warum du dich so ärgerst, Valentin,“ sagte sie klein-- laut, „aber darauf hatte ich ja wirk lich ganz vergessen, daß du ein Auge auf Toni Maibach geworfen hast. Er fuhr zusammen. „Ich?“ saihr er sie dann in einem Gemisch von Hohn und Zorn an. „Wer hat dir denn diesen Klatsch wieder zugetragen?“ „Aber ich merkte es doch, Valen-- tin! Und andere auch. Und du fürch test jetzt wahrscheinlich, wenn Toni erfährt, daß ich ihren Bruder als ererder bezeichnet habe, klönnte 1e...“ „Tu mir den einzigen Gefallen und klümmere dich nicht um meine Angelegenheiten auch noch!“ unter—- brath er sie schroff. „Ich denke gar nicht daran, mich zu verändern. Ich fühle mich ganz wohl in meiner Haut als Junggeselle und Geschäfts leiter!“ „Aber sie „Was Frau Maibach denkt, geht mich nichts an. Und nun sei so gut und lasse mich allein. Ich habe zu arbei ten.“ Ohne sich weiter um die Schwester zu kümmern, setzte er sich wieder an den Schreibtisch und nahm die Feder zur Hand. 7 Im Herrenhause des Brintner hofes herrschte Totenstille. Herr Se bastian Schwaigreiter, der gerade zurechtgekommen war, um die Ver— haftung seiner Schwester briüthwarm von den verstörten Leuten zu erfah— ren, stand rückwärts im Wirtschafts hof und verhandelte mit den Dienst— boten. Sie hatten im ersten Schreck nun doch alle gekündigt, mit Aus nahme von Stina. Aber als Schwaigreiter, obwohl selbst im Innersten erschüttert durch alles, was er vernommen hatte, ih nen ruhig zusprach und brklärte, daß er bis zu der sicher bald wiede ergolaenden Enthaftung der Herren— leute hierbleiben und die Leitung der Wirtschaft übernehmen wollte, k nden sich doch einige Besonnene, die ihre Kündigung zurücknahmen. Für die anderen, die ihren Lohn l fort ausbezahlt bekamen und sofort gehen mußten, sollten Tagelöhner eingestellt werden. Es war ein trüber, sonnenloser Tag, schwül und regnerisch. Die Kinder lauerten verschreckt in einem Winkel von Mareis Stube und wag ten weder laut zu reden, noch zu spielen. Wenn sie auch nicht verstan-- den, um was es sich handelte, so hatten doch die Ereignisse einen tie-- fen Eindruck auf sie gemacht. Nachts aus dem Schlaf aufge schreckt, mußten sie durch einen Tür— spalt mit ansehen, wie· Gendarmen die Mutter fortführten. Gleichzeitig gab es drüben im Parteienhaus Streit und Geschrei. Sie hörten das Aufbegehren Herrn Glöckls und das Weinen seiner Frau, dem erst die ruhig mahnende Stimme des Zahl meisters ein Ende machte. Und hier am Fenste stand Marei in flüchtig übergeworfenen Kleidern, hielt sich mit beiden Hänben den Kopf und starrte mit weitaufgerissenen Augen zitternd und totenbleich hinab, als sähe sie dort ein unbegreifliches Nachtgespenst sein schauerliches We sen treiben. Erst die Stille, die nun eintrat, und das nun beginnende klägliche Weinen der Kinder weckte sie aus ihrer Erstarrung. Dann kam es noch schlimmer. Frau Mily Glöckl stand plötlich im Zimmer neben Marei. Auch sie war nur notdürftig mit Rock und Jacke bekleidet und weinte und schrie immerzu: „So ein Un—- glück! Nein, so ein Unglück! Aber glaub's nur um Gotteswillen nicht, Marei, was sie sagen vom Konrad und deiner Schwester! Es ist ja nicht wahr! Alles erfunden und erlogen! Er hat immer nur dich gern ge—- habe!“ Anfangs hörte Marei gar nicht hin. Dann fragte sie plötzlich: „Was ist nicht wahr?“ Worauf Frau Mily eifrig und leise zu reden begann, so schnell, daß die angstvoll lauschenden Kinder nicht verstehen konnten. Auf einmal war sie wieder fort. Marei aber fiel mit ächzendem Laut zu Boden. Eine Weile standen die Kinder starr. Dann stießen sie sie leise an. Sie regte sich nicht. Da schrie Gretlein gellend auf: „Sie ist tot! Tot! Stina die Marei-Tant ist tot!“ Worauf Stina erschrocken herbeieilte, Marei auf ihr Bett trug und den Kindern un wirsch befahl, still zu sein. So wurde es Tag. Marei lag nun mit ofsenen Augen im Bett. Ihr Blick war immerzu auf einen Punkt draußen am trüben Morgenhimmel gerichtet. Stina kochte das Frühstück. Dann kam Onkel Bastl. Aber er hatte keine Zeit für die Kinder. Erst sprach er lange mit Stina, dann ging er hinab und rief im Hof Knechte und Mägde zusammen. Die Kinder tranken still ihre Milch und schlichen wieder in Mareis Stube. „Marei-Tant? Liebe Marei-- Tant“, sagte Gretlein einmal, an das Bett tretend und schüchtern über Mareis schlaff daliegende Hand strei chelnd. Aber Marei schien weder zu hören noch zu fühlen. Sie rührte sich nicht. Da drückten sich die Kinder scheu in einen Winkel uhd blieben dort, nur zuweilen leise flüsternd, hocken. Endlich kam Stina wieder herein. Sie warf einen unruhigen Blick auf Marei und sagte: „Willst nicht auf-- stehn, Marei? Schau es geht schon bald auf Mittag!“ Ohne die Frage zu beantworten, griff Marei plötzlich angstvoll nach der braunen Hand der Alten. Ihre Auhen richteten sich in brennender Glut auf die Magd. „Stina du warst ja immer um sie hast du je bemerkt, daß sie und der Zahlmeister.. die Mily sagt.. nein, die Leute, die Leu— te....“ stammelte sie tonlos. Stina strich ihr in unbeholfenem Mitleid das feuchte Blondhaar aus der Stirn. „Nein, Marei, nie habe ich was bemerkt. Und es war auch nie etwas zwischen ihnen! Glaub's nicht, was sie ihnen da jetzt aufbrin gen wollen. Die Leute sind halt so viel schlecht!“ Ein tiefer Atemzug hob die Brust des jungen Mädchens. „Die Leute sind so gres wiederholte sie mechanisch. „Das hat auch er ge— sagt. Stina fuhr ärgerlich fort: „Streng und scharf war sie schon, die Frau! Manchmal auch ein bis-- serl hart, aber daß sie je was Sünd— haftes getan hätte, das nicht! Weder am Großvater noch mit dem Zahl-- meister. Dafür verpfände ich gleich selber meine Ehr'! Aber weil die beiden halt stolz waren und sich nicht mit jedermann gemein machten, dar um sind sie ihnen aufsässig! Sollst gar nicht hören auf das garstige Gerede, Marei!“ Marei antwortete nicht. Aber ihr Atem wurde ruhig, und ihr Gesicht belam wieder Farbe. Wie wenn zwi schen den trüben Regenwolken drau Ben auf einmal die Sonne erschienen wäre, so tauchte in dem Dunkel die— ses jammervollen Tages eine Erin—- nerung in ihr auf. „Ich hab' dich lieb, Marei, daran halte fest! Das denk' und sonst nichts mchts!“ so hatte er vor wenigen Tagen zu Arkausas Echo Donnerstag den 29. Jannar 19256 ihr gesprochen, schon ahnend viel leicht, daß sie bald einen sesten Stab brauchen würde, an dem ihre zit ternde Liebe sich klammern konnte. „Ich hab' dich lieb, das denk' und sonst nichts.“ Ja daran wollte sie sich nun halten! Mit keiner Wimper mehr zucken, wenn die Flut schmutziger Verdächtigungen an ihrem Ohr vor-- überrauschte. Das andere, daß er irgendwie be—- teiligt sei an dem Mord das war ja so albern, daß es ihre Gedanken kaum ernstlich beschäftigen konnte. Achtes Kapitel. Doktor Blomberg, der die Vorun tersuchung im Falle Brintner führte, ging in seinem Bureau auf und nie— der. Was sollte er eigentlich denken von der Sache? Hatte er sich über— eilt, als er die drei, gegen welche sich die Volksstimme erhob, verhaf ten ließ? Je weiter die Untersuchung vorwänts schritt, desto verwirrter sechien ihm die Angelegenheit zu wer den. Und anfangs schien alles so klar! Da war dieser alte Mann, der im Ausgeding lebte, sich mit Sohn und Schwiegertochter schlecht vertrug und ihnen offenbar im Wege war. Er besaß ein bedeutendes Barvermö gen, auf das sie warteten. Gerücht weise verlckutete, daß er wieder hei raten wollte, wodurch das ersehnte Geld in fremde Hände gekommen wäre. Diese Tatsachen ergaben einen Anhalt für das Motiv. Wenn der Alte starb, erbten die Jungen, und die Heirat wurde verhindert. Aber die Hausdurchsuchung hatte nichts ergeben. Die Indizien beschränkten sich auf Gerüchte. Diejenige, die den ersten Verdacht gegen Andres Brint-- ner ausgesprochen hatte, war die Frau, die der Alte angeblich heira-- ten wollte, und sie mußte schon bei der ersten Vernehmung zugeben, daß dieser Verdacht nur eine persönliche Vermutung war, gestütt auf die Klagen des Ermordeten. Und dann kam die überraschende Beschuldigung des Mannes gegen die eigene Frau. Justina Brintner machte einen kal ten, verschlossenen Eindruck, wodurch ihre Unbeliebtheit bei den Leuten er-- klärlich wurde. Aber nachweisen hat— te man ihr bisher nichts können, nicht einmal den kleinsten Wider spruch in ihren Aussagen. Der Zahlmeister Fercher vollends machte den Eindruck eines Menschen, den nur böswilliges Gerede in einen solchen Verdacht hatte bringen kön—- nen. Bei ihm fehlte sogar ein Motiv zur Tat, und es war bisher nicht möglich gewesen, auch nur heraus— zubringen, wer seinen Namen mit Justina Brintners in Verbindung gebracht hatte. Bis zum Tage des Mordes hatte kein Mensch von einem Liebesver hältnis der beiden etwas gemerkt oder gemunkelt. Beide waren nur verhaftet worden auf die Angaben des jungen Brintner. Der aber Die Miene Doltor Blombergs wurde immer nachdenklicher. Gestern hatte ihm der Zellenaufseher gemel— det, daß Andres Brintner fortwäh— rend dummes Zeug rede und be— hauptet, die Zelle sei voll schwarzer, kleiner Männchen, vor denen er sich nicht retten könne: Der Gefängnisarzt sprach von Psychose, Säuferwahnsinn und den möglichen Wirkungen der plöylichen Alkoholentziehung. Aber er gab zu, daß es sich auch um Simulation handeln könne. Vielleicht reuten ihn seine Beschuldigungen, und der Aus ruf seiner Frau bei der Konfronta— tion: „Er ist ja närrisch geworden,“ hatte wie ein Stichwort gewirkt, ein Fingerzeig, in welcher Weise er seine Geständnisse abschwächen könne. In dieser Lage schien es dem Un—- tersuchungsrichter vor allem wichtig, das Gerücht über die angeblichen Heiratsabsichten des Ermordeten sicherzustellen. Erwies es sich als wahr, dann wuchs mit der Feststellung dieser Tatsache, die als starkes Motiv zur Tat gelten mußte, die Wahrschein lichkeit der Täterschaft für das Brintnersche Ehepaar. Aus diesem Grunde hatte er heute bereits eine Reihe von Zeugen vernommen. Ihre Aussagen lauteten sehr ver— schieden. Die Kellnerin Rosa Werndl aus der „Sonne“ blieb sehr be— stimmt bei ihrer ersten Angabe, sie habe es mit eigenen Ohren gehört, wie der alte Brintner ihrer Frau einen Antrag gemacht habe. Andere Bedienstete des Hotels sprachen nur von „Vermutungen“ und „Wahr— scheinlichkeit.“ JFustina Brintner gab zu, das Gerücht auch gehört zu haben, er klärte aber sehr bestimmt, sie habe ihm keinerlei Bedentung beigemes sen, sondern es bloß als „Tratsch“ betrachtet. Ihrer Meinung nach sei der Schwiegervater nur darum so viel in der „Sonne“ gesessen, weil er leider ebenso wie sein Sohn eine Vorliebe für das Trinken gehabt habe. Dies wurde von anderer Seite ebenso bestimmt in Abroede gestellt. Der alte Brintner sei lange Jahre Blürgermeister in Kalkreut gewesen und als solcher im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, und kein Mensch habo ihn je betrunken ge sehen. Im Gegenteil, er sei ein sehr mäßiger, nüchterner Mann gewesen. wWer hatte nun recht? Der Unter suchungsrichter war so vertiest in Nachdenken, daß er beinahe die Mel dung seines Bureaudieners termon te, die vorgeladene Antonie Maibach sei draußen. Auch Frau Kreibig und ihr Bruder warteten bereits, und er habe letztere, dem erhaltenen Auf trag gemäß, in ein besonderes Ge—- mack geführt. „Schön. Dann führen Sie also die Maibach zuerst vor, Ziegler.“ Toni erschien, tiefschwarz geklei det, sehr bleich, mit niedergeschlage nen Augen. Sie gab ihre Aussagen mit ruhiger, fester Stimme ab. „Nein, getrunken hätte der Vater bestimmt nie. In die „Sonne“ sei er wohl zumeist nur aus alter Ge· wohnheit gegangen, vielleicht auch, um sich bei Frau Kreibig, die er seit ihrer Mädchenzeit kenne, auszure den. „Fanden Sie niehts auffälliges in diesem häufigen Verkehr?“ „Durchaus nicht. Der Vater war auch zu Lebzeiten Herrn Sreiriat täglicher Gast in der „Sonne.“ Er war Trauzeuge bei Herrn Kreibigs Hochzeit, sein Freund und auch ein Jugendfreund des früheren vesit· zers, Herrn Foreggers.“ „Ah, die „Sonne“ gehörte Kreibigs Echwie gervater? Aber da war doch ein Sohn, der jetzt Geschäftsleiter don ist! Warum erbte der nicht die Wirt schaft, sondern sein Schwager?“ Ein schwaches Rot stieg in Toni Muibachs blasses Gesicht „Valentin Foregger hatte früher keine Freude zum Wirtsgeschäft. Er war als jun ger Bursche nach Amerika gegangen, und man hörte lange nichts mehr von ihm. Sein Erbteil bekam er in Geld. Erst nach seines Schwagers Tod kehrte er nach Kalkreut zurück, um der Schwester eine Stütze zu sein.“ „Er scheint ein sehr tüch tiger Mann.“ „Das ist er! Ohne ihn wäre die „Sonne“ nicht so rasch aus einem einfachen Landgasthof ge· worden, was sie heute ist!“ „Sie verkehren mit den Geschwistern?“ Fa.. „Velchen Eindruck haben Sie von Frau Kreibig?“ „Sie ist eine tüchtige, charaktervolle Frau.“ „Ist sie gefallsüchtig?“ „Durchaus nicht.“ „Meinen Sie, daß sie mit der Absicht umgingl wieder zu heiraten? Das glaube ich nicht. Wenn sie es hätte wollen, würde sie es längst getan haben. Ihr Mann ist drei Jahre tot, und an Bewerbern hat es sicher nie ge· fehlt.“ „Die Fama behauptet, auch dhr Vater habe zu diesen Bewerbern ge zählt. Haben Sie etwas Derartiges bemerkt?“ „Nie! Ich erfuhr davon erst nach seinem Tode und bin überzeugt, daß es nur albernes Gewäsch ohne jede tatsächliche Grundlage ist.“ „Das behauptet auch Ihre Schwäge rin.“ Toni Maibach schwieg. Der Untersuchungsrichter sah sie scharf an. „Wissen Sie, daß es Frau arei· l big war, die den ersten Verdacht auf Ihren Bruder warf?“ „Man hat es mir erzählt.“ Was halten Sie davon?“ „Ich weiß es nicht. Ich war zur Zeit der Tat nicht daheim und halte mich auch sonst fern von jedem ue kehr, um nicht in Streitigkeiten und Tratschereien verwickelt zu aden „Warum haben Sie dann den Brintnerhof gleich nach dem Leichen begängnis verlassen? Wissen Sie nicht, daß dies in den Augen der Leute als eine stillschweigende Ver-- urteilung Ihres Bruders ausgelegt wird?“ „Daran habe ich nicht gedacht. Ich wollte nur allem Gerede aus dem Wege gehen. Auch habe ich Rücksich ten auf mich selbst zu nehmen.“ „Das heißt, Sie wollen abwarten, wie die Sache mit Ihren Verwand-- ten ausgeht?“ „Ja.“ Nach Toni Maibach wurde Valen tin Foregger gerufen. Toni stutzte, als sie im Hinausgehen den Namen hörte, und wurde rot, als sie dem Trägee desselben im Vorgemach un erwartet gegenüberstand. Mit aufleuchtendem Blick wollte sie auf ihn zueilen, er aber prallte bei ihrem Anblick zurück. Blässe überzog für einen Moment sein Ge-- sicht, dann zog er stumm den Hut und eilte wie ein Fremder an ihr vorüber. Mit großen Augen blickte sie ihm finster nach. Was sollte das bedeuten? Seit wann wollte er sie nicht mehr kennen? Dann schoß ihr das Blut ins Gesicht, und sie warf den Kopf trotzig zurück. Schämte er sich ihrer Beziehungen vielleicht plötz lich, seit seine Schwester die Ihren ins Gefängnis gebracht? Er hielt ja immer sehr auf seinen guten Ruf vor den Leuten. Ah aber das brauchte Toni Maibach sich doch nicht gefallen zu lassen. Da hatte sie auch noch en Wort mitzureden. Nun hatte sie ihr Erbteil, auf das sie beide ee ihre stillen Hoffnungen gesott Pläne gebaut hatten! Sie beschioh. ihn hier zu erwarten. Im Bureau des Untersuchungsrichters beantwor tete der Geschästsleitor indessen die ihm vorgelegten Fragen. Nein, er hatte nie etwas bemerkt von einem Liebesverhältnis seiner Schwester mit dem Ermordeten. Brintner war einfach Stammgast in der „Sonne“ gewesen. nichts weiter. Die Vermutungen der Kellnerin seien Gewäsch. Wer weiß „was die Person sich einbildet, gehört und age—- schen zu haben. Ob er etwas dage gen hütte, wenn seine Schwester Brintner hätte heiraten wollen? Durchaus nicht. Wie hätte er denn können, da sie doch ihre eigene Her—- rin und er von ihr abhängig sei? Ob er an den von ihr gegen die jungen Brintners erhobenen Ver dacht glaube? Keineswegs! Er sei vielmehr im Gegensatz zur herrschen—- den Stimmung fest überzeugt, daß sie ganz unschuldig seien, und daß das Verbrechen von einem Orts fremden begangen wurde. „Ein solcher konnte trotz soforti ger Streifungen nirgends entdeckt werden,“ wandte Doktor Blomberg ein. „Auch denten die vielen Stich wunden auf persönlichen Haß hin.“ Valentin zuckte die Achseln. „Ich könnte mir ganz gut denken, daß irgend ein zufällig vorübergehender Stromer durch einen Spalt im Vor— hang Licht bei dem Alten sah und ihn beim Geldzählen beobachtete. Er soll das ja mit Vorliebe getan ha-- ben. Dadurch wurde die Habsucht des Fremden geweckt, er stieg durch das Fenster ein, überfiel Brintner, dieser wehrte sich, und so mag wohl in dem Angreifer auch der Haß auf geflammt sein, der für den Augen-- blick alle anderen Gesühle überwog.“ Der Untersuchungsrichter nickte „Möglich wäre es ja. Immerhin spricht gegen die Angeklagten sehr vieles.“ Dann entließ er Valentin Foregger. Ziegler wurde angewie—- sen, Frau Kreibig hereinzuführen. Als Valentin das Vorgemach be—- trat, wandte sich vom Fenster Toni Maibach ab und trat auf ihn zu. „Auf ein Wort Herr Geschäfts leiter!“ Peinlich überrascht sah er sie an. „Du Sie sind noch hier?“ „Ja. Ich wartete auf Sie.“ In diesem Augenblick erschien Frau Berta, von Ziegler geleitet. Auch sie schien peinlich berührt von Tonis Anwesenheit, grüßte steif und trachtete, rasch an ihr vorbeizukom men. „Ich warte unten auf dich, Ber-- ta,“ flüsterte ihr ihr Bruder hastig zu und folgte dann Toni, die stumm die Treppe hinabstieg. Neuntes Kapitel. Vor dem Bezirksgericht gab es ein paar spärliche Anlagen mit Baumgruppen und Sitzbänken zu beiden Seiten des Weges. Auf eine dieser Bänke, die abseits zwischen Sträuchern stand, schritt Frau Toni zu. „Willst du mir jett erklären, was dein Benehmen ei—- gentlich zu bedeuten hat?“ fragte sie dann, den vor ihr stehenden Mann scharf musternd. „Was soll dieser in-- quisitorische Ton?“ lautete die är— gerliche Antwort. „Du tust ja gerade so, als hätte ich dich wer weiß wie schwer beleidigt, wo ich doch nur aus Rücksicht für dich ich weiß wirk— lich nicht, was du dir denkst, Toni! Ich glaube, mein Benehmen ist in Anbetracht der Lage, in der du dich befindest, gerade taktvoll! Du bist in tiefer Trauer dein Bruder steht unter schwerem Verdacht „Den er euch verdankt!“ „Mir nicht! Niemand kann tiefer bedauern als ich, daß Berta sich im ersten Schreck zu unbedachten Wor— ten hinreißen ließ!“ „Und dar um verleugnest du auch michl“ „Verleugnen? Wer sagt das?! Ich habe nur die Empfindung, daß jetzt nicht der Zeitpunkt ist Er stockte, nahm den Hut ab und trock nete sich mit dem Taschentuch die Schweißperlen, die ihm auf der Stirn standen. „Warum sprichst du nicht wei— ter?,„—,„Weil ich dachte, du würdest mich auch ohne Worte verstehen! Sieh, Toni „Ich sehe nur eines, daß du ver-- gessen hast, wie wir vor dem Un— glück zueinander standen! Damals nanntest du mich heimlich deine Braut und erklärtest mir, es nur darum nicht öffentlich tun zu klön— nen, weil wir, solange mein Vater lebe, nicht die Mittel besäßen, uns selbständig zu machen. Jetzt wo dies in absehbarer Zeit möglich wä— re, stehst du mir gegenüber wie ein Fremder! Schon beim Leichenbe—- gängnis habe ich es gefühlt, und dann jeden Tag deutlicher bis heute. Du hast dich weder um meinen Schmerz gekümmert, noch wo ich blieb, noch hast du mir heute, als uns der Zufall zusammenführte, ein freundliches Wort gesagt!“ „Ich vermied es der Leute wegen. Was sollten sie denken, wenn „Was klümmern mich die Leute? Wenn du es ehrlich mit mir meintest, dann hättest du dies gerade jeht zeigen müssen! Es wäre deine Pflicht gewesen, offen zu mir zu stehen, wo ich durch das Unglück der Meinen vereinsamt dastehe!“ „Ich hatte Rücksichten gegen mei ne Schwester zu nehmen.... sei vernünftig, Toni. Bedenke meine Lage ihr gegenüber, meine Stellung in der „Sonne“.. Auch da gibi es Rücksichten zu nehmen. Er trocknete sich abermals den Schweiß von der Stirn. Dabei be— irrte ihn ihr hohnvoller Blick, der sich förmlich in sein Gesicht bohrte. „Warum siehst du mlch so an, To— ni?“ „Weil es mich interessiert, wie rasch aus einem Ehrenmann ein Schuft werden kannl“ „Toni! Ich oerbiete dir „Bah, laß das! Ich habe dich doch glelch richtig verstanden. Du willst don mir nichts mehr wissen, seit Andres und Justina eingesperrt wurden. Die Schwester eines Man nes, der vielleicht bald verurteilt! werden wird, ist keine passende Frau mehr flr den hochangesehenen Herrn Geschäftsleiter der „Sonne“, nicht wahr? So meinst du doch?“ „Nein. Du tust mir unrecht!“ stammelte er, ohne sie anzusehen. „Es gibt andere Gründe.... und überhaupt, wenn du mir nur Zeit lassen wolltest. ich meinte ja nur, jetzt sei nicht der Zeitpunkt, über solche Dinge zu reden aber spãter vielleicht man muß ja doch erst abwarten.. Zum drittenmal fuhr er sich mit dem Taschentuch über die Stirn. Ueber Toni Maibachs Gesicht zuckte ein verächtliches Lächeln. „Gib dir keine Mühe! Selbst wenn du noch wolltest für mich gibt es nun nichts mehr abzuwarten! Aber wenn die ewige Gerechtigkeit kein leerer Wahn ist, dann wird sie dir diese Stunde heimzahlen!“ Ohne Gruß wandte sie ihm den Rücken und entfernte sich. Wollte er sie zurückrufen? Seine fahlgeworde nen Lippen bewegten sich, aber er brachte keinen Laut heraus. Die Zähne klirrten leise wie unter einem plötlichen Frostschauer. Wieder fuhr er sich über die Stirn. „Nein nein,“ murmelte er, „ich kann nicht anders es ist unmöglich Und doch hatte er sie einst leiden schaftlich geliebt damals, als er in die Fremde ging und sie ein kaum der Schule entwachsenes Mädchen war. Ein gutes Teil davon war wie der in ihm aufgelebt, als er, heim kehrend, sie als Witwe wiederfand. Sie hatte recht: es war nur der Geiz des Alten gewesen, der sein Geld nicht aus der Hand geben woll te, was sie gehindert hatte, längst ein Paar zu werden. Nun hätte es ja sein können. Aber wäre er nicht, von allem anderen abgesehen, ein Tor gewesen, mit Tonis mäßigem Erbteil irgendwo von kleinauf anzu fangen, wo er hier in der „Sonne“ nun fast der Herr war? Die Stel lung, zu der er sich jt durch die günstigen Ereignisse eschwungen hatte, konnte sie ihm nie ver schaffen. Als Frau VBerta herablam, fand sie ihn bereits wieder ruhig. „Nun. wie ist es gegangen?“ fragte er. „Hast du nicht etwa wieder zuviel geredet, wie gewöhnlich?“ „Nein. Ich tat, wie du mir rie test: Ich beschränkte mich bloß auf die Beantwortung der mir vorgeleg ten Fragen.“ „Und gabst nicht zu, daß du und Brintner ernstlich daran dachtet, euch zu heiraten?“ „Was denkst du! Natürlich nicht! Ich sehe ja ein, daß ich mich da durch jetzt, wo er tot ist, nur spöt tischen Gerede aussetzen würde. Ich sagte nur, daß er Stammgast bẽi uns war und ein alter Freund unse-- rer Familie.“ „Das ist gut. Dann decken sich unsere Aussagen.“ n Frau Toni wanderte inzwischen auf abgelegenen Feldwegen dahin. Sie fühlte sich noch erregt von all dem Grimm und der Verachtung. die in ihr tobten, und wollte sich erst ein wenig beruhigen, ehe sie den Brintnerhof aufsuchte, um ihre Habe zusammenzupacken. Denn soviel stand nun fest: in Kalkreut mochte sie nicht mehr bleiben. Sie wollte ganz bei der Patin in Oberndorf bleiben. Plötzlich stußte sie und blickte scharf nach einem Feldrain hinüber, wo sich zwischen Haselbüschen ein dunkles Etwas bewegte. Dort war ein Mensch! Und ein sonderbarer da zu, denn er fuchtelte mit seinen lan gen Armen so merkwürdig am 80- den herum, daß sich Toni gar nicht erllären konnte, was er mache. War er närrisch? Hatte er die Fallsucht Oder bemühte er sich, ir gend etwas zu fangen? Vorsichtig schlich sie näher. Da sah sie nun bald: der ungeschlachtete Mensch mit den langen Armen und dem großen Kopf lag am Rand eines schmalen tiefen Bächleins und fing mit den bloßen Händen Gru ideln und junge Forellen heraus, wobei er eine af fenartige Behendigkeit entwickelte. Links von ihm standen ein paar alte, zerschlissene Röhrenstiefel, rechts lag zwischen Steinen ein Häuflein Glut, in die er die Fische. so wie er sie fing, warf, ohne sich erst die Miüthe zu geben, sie auszu nehmen. Toni stand ganz still und sah ihm eine Weile zu. Er kam ihr belannt vor, aber sie wußte nicht gleich, wo—- hin sie ihn in Gedanken tun sollte. Nun wandte er sich vom Wasser ab der Glut zu und riß die halbgaren Fische aus der Asche. Samt Gräten und Eingeweiden begann er sie zu verschlingen. Dabei grinste or or dentlich vor Behagen. Zuletzt kam ein Stück Brot aus seiner Tasche zum Vorschein, das er ebenso gierig verschlang wie vorhin seinen Fang. Dabei liebäugelte er stets mit den rostbraunen, steifen Röhrenstlefeln, grinste sie an, strich lieblosend über sie hin und nahm sie endlich, sogar lichernd, in seine Arme wie Wickel kinder.
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lil Romen von Grich Gbenstein. Fortsetzung.) „Was tut Ihr denn eigentlich da mit den Stiefeln?“ fragte Toni plötzlich verwundert und trat näher. Aber wenn sie ein Gespenst gewesen wäre, der Knotzen-Lipp hätte nicht furchtbarer erschrecken können. Er überkugelte sich förmlich vor Schreck, schrie laut auf und fuhr dann, an allen Gliedern zitternd, mit den nackten Füßen in seine Stie fel, um im nächsten Augenbliek schon querfeldein Reißaus nehmend, als wäre der Satan hinter ihm, zu ver-- schwinden. Kopfschüttelnd blickte ihm Toni nach. Der mußte wirklich nicht recht gescheit sein! Der Knotzen-Lipp lief und lief, ohne sich umzusehen, bis in den Wald, wo er sich im dichten Jungholz verkroch. Erst als es dun—- kel wurde, wagte er sich wieder her—- vor und schlich nun kleinlaut seinem Heim zu. Trotz der verspeisten Fische quälte ihn der Hunger, wenn die Tagelöh— nersleute, bei denen er wohnte, noch nicht zu Hause wären und et ein Brett vom Ziegenstall lockern könn tel Die Ziege mußte jetzt am Abend Milch haben, und wenn er ihr ein paar Züge voll austrank, würde es die Steinerin gar nicht merken.. Dieser Gedanke, der ihm soeben gekommen war, beschleunigte seine Schritte. Als er aber in den Bach weg einbog, ließ er enttäuscht den Kopf hängen. Aus dem windschiefen Rauchfang der Hütte quoll Rauch. Die Steinerschen waren also schon daheim. Eintretend sah er den Mann auf seinem Bett liegen, das Weib am Herd stehen und in einem Topf rühren. Ein Duft von Speck und gebratenen Zwiebeln erfüllte den kleinen, niedrigen Raum, der Schlaf stube und Küche zugleich war. Lipp war auf der Schwelle ste hengeblieben und sog ihn gierig ein. Dabei verfolgten seine anstät fun kelnden Augen jede Bewegung der Frau am Herd. „Was kochst denn, Steinerin?“ frage er so geschmeidig wie möglich, in der Hoftnung, sie werde ihn vielleicht auffordern, mit-- zuessen. „Bohnen mit Speck und Zwiebel.“ „So was Gutes!“ „Ja, freilich! Und der Lipp könn—- te jezt mitessen, wenn er tagsüber gearbeitet h.tte und einen Sechser von seinem Lohn hergeben könnte dafür. Aber wenn einer halt nicht arbeiten will „Ich brauch nimmer zu arbeiten,“ murrte der Bursche, in dem Zorn und Enttäuschung ausfstiegen. „So? Hast du vielleicht in der Lot terie gewonnen?“ „Nein. Aber ein Erspartes habe ich ja!“ „Du? Ist's die Moöglichkeit? Wann hüättest denn du dir das erspa ren können· „Das geht niemand an!“ „Aber geh!“ spottete die Taglöh— nerin und schüttete die Bohnen in eine Schüssel. „Mußt mich nicht für gar dumm anschauen! Seit vierzehn Tagen rührst keine Arbeit mehr an, und der Hunger schaut dir nur so zum Gesicht heraus „Ich hab' keinen Hunger! Aber Geld hab' ich —ja!“ Dabei warf er sich pabig in die Brust, knickte aber schon im nächsten Augenblick er— schrocken zusammen unter dem er— staunt fragenden Blick Steiners, der sich vom Bett aufgerichtet hatte und ihn forschend ansah. „Nicht wahr ist's!“ rief Lipp eilig und verschwand in seinem Bretter-- verschlag, der nichts enthielt als ein Lager von Stroh, eine alte Kiste und einen wadckligen Stuhl. Das Ehepaar sah sich kopfschüt telnd an und setzte sich dann zum Essen an den Tisch. Dabei sagte die Frau leise: „Ich kann mir halt nicht helfen, mit dem Burschen ist etwas nicht richtig! Ein richtiger Mensch wie andere war er ja nie, aber so verloren und verdreht wie jetzt, doch auch nicht! Und immer redet er von Ge1b....“ „Ach was,“ meinte der Mann, „wenn er etwas hätte, würde er doch zuerst ans Essen denken, denn das ist bei dem die Hauptsache.“ „Kann er's nicht gestohlen haben und sich jetzt nicht getrauen, es aus zugeben? Anders kann ich mir sein schenes Getue nicht erklären. Er muß doch grausamen Hunger leiden, denn was anderes als ein paar ge fundene Abfälle oder ein paar heim—- lich gefangene Fische hat er in den lezten vierzehn Tagen bestimmt nicht gegessen. Und doch geht er nicht in die Arbeit!“ „Weil er seither ein fauler Strid war, der sich erst dann um Voerdienst umsah, wenn ihm das Wasser, wie man sagt, an den Hals geht.“ „Oder weil er sich scheut vor den Leuten! Hast du nicht bemerkt, wie er einem in der lethten Zeit kaum Nede and Antwort steht, wie er im mer an einem vorüberschaut und da vonrennt wie närrisch, sobald ihmn Arkansas Ehe Donnerstag den 29. Jannar 1925 jsemand in den Weg kommt? Nein, nein, ich lasse mir's nicht nehmen. mit oem Burschen ist etwas nicht in Ordnung!“ Das Geflüster der beiden ver— stummte flr einen Augenblick, denn draußen hinter der Hütte hatte sich das ängstliche Gegacker einer Henne vernehmen lassen. Frau Steiner hob aufhorchend den Kopf. „Mir scheint, da hat sich eine Henne vom Brint nerhof verlaufen und findet in der Dunkelheit nicht heim.“ „Sollen sich selber kümmern um ihr Viehzeug,“ brummte ihr Mann, der nicht gut auf die Nachbarsleute zu sprechen war, seit Justina ihn einmal ungerechterweise verdächtigt hatte, Kartoffeln aus ihrem Acker gestohlen zu haben. „Ich rühre nichts aq, was denen gehört!“ Nach einer Weile begann die Frau abermals flüsternd: „Und noch eins kommt mir verdächtig vor am Lipp. Hast nicht bemerkt, was er für ein Getue mit seinen Stiefeln hat? Früher ist er immer barsuß gegan— gen. Jetzt läßt er sie keinen Augen blick von sich. Wie wenn er auf ein-- mal einen Schatz drin hätte!“ „Das ist wahr. aber „Ich gäbe was drum, wenn ich sie mir einmal heimlich anschauen könnte! Wer weiß, was man darin finden würde?“ „Na, einen Schatz schon nicht,“ lächelte Steiner. „Wie sollte er zu einem solchen kom men?“ „Du mein! Dem traue ich's schon zu, daß er stiehlt, wo sich eine Gelegenheit dazu findet!“ „Wenn auch! Da müßte man auch etwas gehört haben, daß jemand be— stohlen worden ist.“ Die Frau schwieg, obwohl ihr un ruhiger Blick verriet, daß sie noch etwas auf dem Herzen habe, dem Worte zu geben, sie sich offenbar scheute. Draußen ließ sich jetzt aber— mals die Henne vernehmen. Sie gackerte und ihr Geflatter bewies, daß sie bemüht war, einen Aufsitz auf einen der Bäume zu versuchen. Fast gleichzeitig öffnete sich die Tür von Lipps Verschlag und er huschte, nur mit Hemd und Hose bekleidet, heraus, dem Hüttenausgang zu. „Wo willst du denn noch hin; Lipp?“ fragte die Taglöhnerin. „Ich Ah, nichts ich komme gleich wieder,“ damit war er schon an ihr vorüber ins Freie hinausge— schlüpft. „Wohin wird er denn wollen? Der Henne nach halt!“ murmelte Steiner. Dann sah er sein Weib be-- deutungsvoll an. „Barfuß war er jetzt hättest gleich eine Gelegen— heit ich paß auf an der Tür in zwischen.“ Er stand auf und trat unter die Hüttentür, während die Steinerin in den Verschlag huschte. „Achtung! Er kommt schon!“ tönte dann wenige Minuten später sein Warnungsruf von der Tür her. Die Steinerin er schien wieder in der Stube. Sie war totenbleich. Stumm ließen beide den Knotzen-Lipp an sich vorüber. Als er in seinem Verschlag ver—- schwunden war, drängte sich die Frau dicht an ihren Mann heran und flüsterte erregt: „Na, was habe ich gesagt? Einen ganzen Schüppel Geldscheine hat er drin in Fetzen eingewickelt. Lauter Zwanzigkronen noten und Hunderter! Und jetzt weiß ich auch, woher er sie hat! Jakob der hat den alten Brintner umge—- bracht!“ Der Mann prallte zurück. „Aber Lisi wird doch nicht sein? Nein, nein so was „Er hat's getan, sag' ich dir! Und jetzt mach', daß du es anzeigst, sonst kommen wir auch noch hinein wegen Mit schuld und Hehlerei!“ Mit zitternden Händen riß sie den Wetterkragen vom Türnagel, gab ihn dem Mann um und stülpte ihm den Filzhut auf. Ehe er recht zur Besinnung kommen konnte, stand er draußen vor der Hütte. „Und eil' dich, Jakob!“ zischelte sie ihm noch zu. „Ich werde mich ja zu Tod fürchten so allein mit dem Mordbu— ben!“ Da schritt er hastig vorwärts in die Nacht hinein. Zehntes Kapitel. Tiefe Stille lag über der armse—- ligen Tagelöhnerhiütte. Nur der Bach murmelte, eilig durch die Dunkelheit dahinschießend, und aus dem Verschlag tönte das Schnarchen des Knotzen-Lipp. Die Steinerin, welche die Stille in der Stube nicht mehr ausgehalten hatte, war in den Stall zur Ziege gefliüchtet. Dort kauerte sie neben dem Tier am VBo den und zählten die Minnten, bis ihr Mann zurück sein konnte. Dabei überlegte sie, ob ihr Ver dacht, den sie schon lange dumpf in sich herumgetragen hatte, auch ange sichts der Tatsachen standhielt. Aber es stimmte alles. In der Mordnacht war der Knohen-Lipi nicht daheim gewesen. Als er früh morgens, gerade als sie in die Ar beit gehen wollten, heimlam, wen ihr zum ersten Male sein schenes aufgeregtes Wesen aufgefallen. Sei ne Kleider waren naß, seine Hände voll blutiger Krahspuren. VBefragt, wo er sich denn nachts herumgetrie ben habe, antwortete er verlegen, er hätte im Ebentaler Teich heimlieh Krebse gefangen, aber sie sollten ihn nicht verraten, or gebe thr daflr e— nen LTeil semes shaennet. Melhch hatte er auch die Taschen voll Krebse und schenkte ihr· etwa ein Dutzend davon. „Aber wo hast du dich denn so zugerichtet?“ hatte sie, auf seine Hände weisend, gefragt. Da war er dunkelrot geworden und antwortete unwirsch: „Beim Heimgehen bin ich halt in der Finsternis vom Weg hin ter in die Bromboerstauden gesal en.“ Von diesem Tag an war er nicht mehr in die Arbeit, überhaupt nicht mehr unter die Menschen gegangen und hatte sein wunderliches Treiben begonnen.. Dann fiel der Tagelöhne rin noch etwas ein. Als die Brintnerschen und der Zahlmeister verhaftet worden waren, hatte Lipp eine ganz auffallende Freude darüber gezeigt. „Gott Lob und Dank! Gott Lob und Dank!“ rief er ein übers andere Mal hände klatschend, bis sie ihn entrüstet zur Ruhe verwies. „Schämen sollst du dich, Lipp, daß du über so etwas Grausiges noch Freude zeigst!“ „Ich freu' mich halt!“ antwortete er boshaft grinsend. „So! Warum freust du dich denn darüber?“ Da glotzte er sie dumm an und murmelte dann tückisch: „Na, weil unsereins jetzt halt in Ruhe leben kann.“ Damals war der erste Ver dacht in ihr aufgetaucht. Aber sie wagte bis heute nicht, ihn auszu— sprechen. Doch jetzt Ein Geräusch draußen ließ sie aufhorchen. „Lisi?“ hatte die Stimme ihres Mannes he!blaut gerufen. Sie eilte hinaus. „Ja da bin ich. Gottlob, daß du wieder da bist! Und „St! Ist er noch drin?“ „Ja. Er schläft wie ein Sack.“ „Sie sind da, um ihn. Er blickte sich um. Da sah die Steinerin erst, daß hinter ihm zwei Gendarmen unter der Führung Herrn Weiblins stan den. Was nun geschah, geschah sehr rasch. Die Hütte wurde umstellt, der Postenführer Weiblin trat in den Verschlag, weckte den Knotzen-Lipp und bemächtigte sich zugleich der Stiefel, die diesem, in Stroh gewik kelt, als Kopfkissen gedient hatten. Anfangs war Lipp gar nicht er— schrocken, sondern rieb sich nur ver schlafen die Augen und blinzelte Weiblin erstaunt an. Als er aber seine Stiefel in dessen Hand er blickte, wollte er sich wie ein Tiger darauf stürzen. „Halt,“ sagte Weib—- lin gelassen und gab den Gendarmen einen Wink, Lipp zu halten. „Erst will ich sehen, was drin ist!“ Unter dem fortgesetzten Geschrei Lipps wurden die Stiefel untersucht. Man fand in dem einen Banknoten im Werte von mehreren tausend Kronen. „So! Was sagt Ihr jetzt dazu, Knotzen-Lipp?“ „Es ge—- hört mir!“ kreischte Lipp aufgeregt. „Er hat's wollen ins Wasser wer fen und ich hab's noch gefangen! Es gehört mir! Kein Mensch darf mir's streitig machen!“ „Wer hat das Geld ins Wasser werfen wollen?“ „Einer, den ich nicht erkannt hab'! Mitten in der Nacht ist er dagestanden am Eben— taler Teich „Wann?“ „Na, dazumal halt, wie ich Krebsen gefangen hab' dort! Wird vielleicht der Teufel gewesen sein... ich weiß es nicht! Aber das Geld gehört mir! Er hat alles schön auf ein Packerl zusammengemacht gehabt und hat's ins Wasser werfen wollen. Aber im Schilf ist's halt hängen geblieben, da bin ich nach und hab's noch er wischt „Wie soll denn der Mann ausge—- schaut haben, der das Papier ins Wasser warf?“ „Das weiß ich nicht. Ich hab' mir 'n nicht weiter angeschant. Nachher war er schon weg. Aber das Geld gehört mir!“ „Schon gut. Das können Sie dem Herrn Untersuchungsrichter er zählen. Jett kommen Sie mit uns.“ „Aber das Geld? „Neh—- men wir mit!“ „Nachher ist's recht! Wohin gehen wir denn?“ fragte Livp neugierig. Die Anwesen den sahen einander erstaunt an. War das Komödie oder „Eingesperrt wirst! Wirst schon wissen, warum!“ sagte der Taglöh— ner Steiner empört. Lipp starrte ihn mit blödem Grinsen an. „Ich? da, warum denn?“ „Willst es vielleicht leugnen, daß du den alten Brintner umgebracht hast?“ Lipps Augen wanderten in der Stube um— her und blieben an dem geleerten Kochtopf am Herde hängen. Es war ein unruhiges Flimmern in ihnen. „Hungrig bin ich so viel!“ sagte er plötzlich. „Erst essen! Erst essen!“ Herr Wöiblin hatte inzwischen mit Frau Steiner gesprochen, die ihm hastig ihre Wahrnehmungen aus der letzten Zeit mitteilte. Jett sagte er barsch: „Vorwärts! Im Arrest wird man Ihnen zu essen geben. Jetzt ist keine Zeit dazu.“ Lipp drängte sich vertraulich an ihn. „dst's wahr? Krieg' ich dort zu essen?“ „Na, freilich. Dreimal im Tag auch noch dazu!“ „Fleisch auch?“ „Ja.“ „Hui, da geh' ich schon* mit!“ schrie Lipp. „Dreimal im Tag essen und gar Fleischl Dann wohl! Dann wohl!“ An der Tür blieb er noch einmal stehen. „Haben Sie wohl mein Geld mit, Herr Gendarm.“ „Ja. Vorwärts!“ Unterwegs stellte Lipp unanfhör lich Fragen und schien immer befrie diatec über dat, wes er hörte. „Wie Fortsetung folgt. Der im Jahre 1903 verstorbene englische Philosoph Herbert Spencer war ein entschiedener Gegner des Staatsschulwesens. Das Schulwesen solle von Privaten oder von Kirchen gemeinden besorgt werden, aber nicht vom Staat und nicht unter Zwang. Spenecer schreibt: „Ueberall erschallt der Nuf: Erziehet! Erziehet!.... Ueberall begegnet man der Ansicht, daß man mit dem Schulunterricht die Kinder und folglich auch das Volt nach Belieben bilden könne. Man nimmt an, daß die Menschen, sobald sie gelernt haben, was recht ist, auch gleich thun werden, was recht ist als ob eine wissenscheftliche Wahrheit sogleich auch in's Leben übergehe Und doch lehrt dietägliche Erfahrung uns das Gegentheil. Es ist ein unum stößlichen Grundsatz, daß jede mensch liche Fähigkeit gestärkt wird durch Uebung, die geistige Fähigkeit durch moralische Handlungen.“ Daß der bloße Unterricht nicht zur Sittlichkeit führt, beweist er aus der Thatsache, daß sich in der Verbrecher klasse viele gut unterrichtete Menschen befinden Ein Beweis für diese Wahrheit ist übrigens nicht nothwen dig, weil jeder mit Augen sehen kann, daß die öffentliche Sittlichkeit nicht gleichen Schritt mit der allgemeinen Bildung gehalten, u. daß die Sitten bei den Gebildetsten nicht höher ste hen als bei den Ungebildeten, ja häu—- fig noch tiefer, weil die Bildung nur zu leicht auch größere Fähigkeit ver leiht, die größten Schlechtigkeiten zu verüben. Vor allem erweist sich die religionslose Erziehung flir die Mäd chen- und Frauenwelt schädlich. Des halb muß man immer wieder die Forderung der unter Obsorge der Kirche stehenden Erziehung für un— sere Töchter stellen. Der Echomann hatdieselbe Ueber-- zeugunh schon oft im Blatt ausge drücktt. Manche seiner Artikel wer— den abgedruckt, aber niemals einer der von der Schule handelt. 00 Wo der Vortheil sitzt, dort ist das Vaterland. Zu dieser Bemerkung veranlaßt uns die Betrachtung der Finanzspalten einiger unserer großen Blätter. Amerikanische Bankiers ha ben eine fünfjährige Goldanleihe von zwölf Millionen Dollars für August Thyssen und Co. und eine von zehn Millionen sür Friedrich Krupp und Co. flotiert. Dies waren die Män— ner, die im Weltkriege den größten Theil der Munition, die gegen unsere Jungen abgefeuert wurde hergestellt haben, ind noch vor zwei Jahren be— nahmen sie sich so schauderhaft, wie wenigstens unsere franzosenfreundli chen Zeitungen uns glauben machen wollten, daß die Franzosen ganz recht daran thaten, als sie den jungen Thyf sen zu einer hohen Geldstrafe verur-- theilten. Hatten sie nicht unseren teu-- ren Verbündeten an der Ruhr aller hand Umstände gemacht? Sind die Krupp nicht diejenigen, in deren Wer ken die Militärkommission erst kürz lich den Grund für die Nichträumnng des Kölner Brückenkopfes entdeckt hat? Wohin trerben wir? Wo sind unsere patriotischen Gesellschaften und die Rufer im Streit? Sehen sie denn nicht, daj es sich hier um eine wohlüberlegte Absicht der Wallstreet handelt, uns den deutschen Eisen meistern gegen England und Frank reich in die Hand zu spielen?
Der W. zweijährige Konvent der „Union of American Hebrew Con— gregations“, der „National Federa— tion of Temple Sisterhoods“ und der „National Federation of Temple Brotherhoods“ wurde im Hotel Stadler durch Annahme eines bemerkenserthen Wohlfahrts-· Pro gramms zum Abschluß gebracht. Nicht nur trat die Konferenz für Annahme eines nationalen 8-Stun—- den Gesetzes ein, sondern auch für Arbeiter Versicherung für VBe— kämpfung von Berufskrankheiten für ein Verbot der Kinderarbeit. für Anerkennung der Arbeiter, sich zu organisieren und ihre Lage zu verbessern, für ein Gesez gegen Lynchgerichte und für ein liberales Einwanderunas Gesetz ein. Rabhbiner Wolsey, der die neuen Prinzipien ansgearbeitet hatte, er klärte daß es im Alnteresse der Er haltung des Friedens liege, soziale Gleichborechtichung anzuerkennen und zu fördern.
In Chattanooga, Tenn., hat vorige Woche Dr. Roy E. Dawvis, einer der obersten Beamten des Ordens der Ritter vom flammenden Schwert“, in einer voröffentlichten Proklamation alle Mitglieder aufgefordert, aus dem Orden auszutreten. Er erklärte, die Ueberrengimg aewonnen zu haben, daß diese Vereinigung von einzelnen habgierigen Personen zur Anhäu—- fung von Millionen aus gewinn süchtigen Zwecken gegrllndet wurde. Der genannte Orden war im vo—- rigen Fahre von Oberst Wm. Jo— seph Simmons von Atlanta, nach dessen Ausstosnumng aus dem NKu—- Klur Klan gegründet worden. Dr. Davis hat Recht, es trifft das nicht nur für die Herren vom flam menden Schwert und KK.K u, son dern noch bei vielen andern geheimen Seite 7 Lokal- Amnjeigen.
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Seite 8 —AI Mittwoch Donnerstag Jack Hoxie in „Fighting Fury“ Autch gezeigt Educationel Comedy in „Never Again“ und Larry Semon jn „Mutts and Motois“ Freitag —Samstag. Richard Talmadge in „American Manners“ Comödie Stan Lanurel in „Postage Due“ Felix in „Baffled by Banjos“ Montag Dienstag „A Son of the Sahara“ Sie werden tausende Ara— ber und eine große KHaravanna von Kamelen in diesem Bilde sohen. Kommen Sie. Auch gezeigt Educational Comedy „Wild Game“ und Aesops Fables“ „House Cleaning“
Matinee Mittag bis 10c 6 P.M. Abend Vorstellung 10e 20e NNN 202
Lofkal Nachrichten.
Der Streik der Shoparbeiter an den Bahnen in Arkansas ist aberklärt worden, nachdem er 2 Jahre ge duert hat und längst verloren war. In Shreveport, La., wurde Arthur E. Brewster von Pine Bluff von El-- len Moren, die er als seine Frau im Hotel registriert hatte, im Bette erschossen und dann erschoß sich das Frauonzinmer. Brewster war der Sohn des reichen Holzhändler Brew— ster in Pine Bluff. Samstag Nacht haben Einbrecher die Geldschränke der Standard Oil Co. an 1320 Ost 2. Str. und Texas Oil Co. am Fuß der Ost 9. Straße erbrochen und 8460 erbeutet. Die Schränke sind mit Nitroglyecerin ge sprengt worden. Die Einbrecher ha ben Handschuhe getragen und keine Fingerabdrücke hinterlassen. H. B Walker, der beim Prozeß am 16. April vorigen Jahres geschworen hatte, daß er keinen Schnaps habe, u. doch iüberführt wurdẽ, erhielt am 22 Jan. 1 ahr und 1 Tag wegen Mein eid RKichter Trieber hat den Probibi—- tions Beamten gesagt, daß sie ohne Warrant keine Haussuchung norneh— men diürften. Wenn sie dennoch Fälle brächten. wo sie ohne Haussuchungs befehl vorgegangen seien, würde er d-ese Falle niederschlagon. Janunar 1 Auskehr von Damen Schuhe 9 9) 5 Wir offeriren für Donnerstag und Freitag ein ungewöhn— liches Assortement von Da men neuer saisongemäßen Stylen. Braune u. schwarze Suedes Patents —Satins und Ten Oxfords. emnpnets
418—420 Main Strase. Zweiter Floor Department. Am Montag stand Herbert Wilson! Straßen Commissär von Arkansas vor Richter Trieber, angeklagt Schnaps gelkauft zu haben. Der Ver käufer Shaw war der einzige Zeuge gegen ihn. Wilsons Advoklat sagte nicht schuldig. Shaw wurde herunter—- gerissen unl die Geschwornen wurden nicht einig. Im deutschen Mittelstand, beson-- ders herrscht noch große Noth. Gute orstllassige Nahrungsmittel sind für Geld kanm zu laben. Wer daher sei nen Verwandten oder Freunden ein Geschenk machen will, bestelle öhnen bei John M. Wulfing, 26 South 2. Str. St. Louis, Mo., das Paket zu 12, frei beim Addressaten abgelie sert, oder andere Sachen, Mehl, Kasse Zucker Schmalz, Butter ete. Der Commerial Appeal in Mem phis hatte am Sonntag eine Ge— schichte, wonach 2 japanische Familien bei Marion angesiedelt sind. Eine Corporation von Japanern in Ca— lifornia soll in der Umgegend 5000 Acker Land gekauft haben, wo Ja— paner sich niederlassen und Spargel ziehen wollen. Das waren die ersten Japaner in Arkansas. Auch eine Fol ge unserer Einwanderungspolitik. Exgonv. Donaghey war Mitglied des State Board of Controll. Als solcher sollte er 250 per Monat er halten. Er erhielt das Geld vom März 1921 bis Juni 30. des Jahres. Dann war kein Geld mehr da. Nun erhielt er Vouchers, da aber keine Be willigung da war, diese zu zehlen, so erhält er nichts. Und nun hat er die Legislatur ersucht, die ihm schul digen 6000 zu bewilligen. In dem von den Dienstboten be wohnten Hintergebäude 814 West 2. Str. hier wurde eine Still von 15 Gall., 150 Gall. Maische und mehre re Gall Schnaps entdeckt. Die Still scheint lange Zeit in Betrieb gewesen zu sein. Der Neger John und Bessie Slaughter und Will Cochran wurden verhaftet. Die zwei Männer bekann— ten sich schuldig, sagten aber, daß die Frau Slaughters nichts damit zu thun gehabt habe. Bei Conway kam Frau Bolls vor lihrem Manne heim und fand einen Neger auf der Porch, der sich da Eier, Niisse und andere Artikel angeeignet hatte. Sie ersuchte öhn ins Haus za kommen und drehte das Licht an. Dann zeigte sie ihm einen Ofen der zut verkaufen sei und lud iöhn ein mor-- zu kommen, um den Handel ab zuschließen. Der Neger kam, Frau Bolls, die ihn am Abend vorher gut gesdhen hatte, hatte einen Deputy Sheriff bestellt, der den Neger wegen Diebstahl einlochte. Die Soft Drinks Fabrikanten hat ten hier vorige Woche eine Versamm—- lung und wählten Boamte. Die Her— ren haben eine ganz unnöthige Luxus Industrie geschaffen, die der Prohibi tion ihr Leben verdankt. Nun wollte die Legislatur sie bestenern und zwar Le auf die Flasche, was ihre Gewinne wohl moist weggenommen haben wür—- de. Und da haben sie dann recht kräftig protestiert, was hoffentlich hilft. Die Herren an der Legislatur sollten tatt nach nenen Steuern zu suchen, das erniedrigen der Steuern als ihre erste Aufgabe ansehen. Am Montag bereitete sich ein Wet terumschlag vor. Schon Sonntag war bewölkt, nachdem wir am Zams—- tag Morgen das Stück Sonnenfin sterniß gut gesehen hatten. Montag Nacht tel Schnee, nicht viel. aler es var kalt und windig dabei und am Dienstag Morgen konnten Pferde und Esel am Wagen nur schwer auf As phaltstraßen gehen, sie waren zu schllipferig und mancher Wagen wur t abgespannt, da die Thiere fielen. Der Schnee war sehr dünn anuf der Erde. Aber wir haben doch den er— ston Schnee in 192:. Da waren in Eldorado Hanger u. Smith -u je 2 Jahren wegen Dieb— stahl verdonnert und Joe Seott war wegoen desselben Verbrechens ange klagt. Als er hörte, daß die zwei ins Zuchthaus gebracht werden sollten sagte er dem Sheriff, er wolle sich gültig erklären, um mit ihnen zu gehen. Je eher er hinkomme, je eher komme oer heraus. Der Richter kam, unt sein schuldig, gab ihm 2 Jahre und der Sheriff gab alle 3 dem De—- puty Lee zum Transport und meinte, er solle auf Hanger und Smith gut ufpassen, Seott sei ein guter dunge. Aber bei Malvern sprang Seott durchs Fenster und war fort. Es ist ein Amendement vorgeschla gaen, alle Spinnereien u. Webereien das darin angelegte Kapital für 7 JFahre steuerfrei zu machen,um Fa brilen nach Arkansas zu ziehen. Donn ist eine Resolution vorge— schiagen, daß die Legislatur sich 20 Tage versammelt und dabei vorgeschla gene Gesetze bespricht. Dann vertagt sie sich für 4 Wochen, damit das NVolk sich mit den vorgeschlagenen Gesetzen bolannt machen kann. Und dann tritt sie jir 10 Tage zusammen, um diese derhe anzunehmen. Die Resolnton wurde zuerst von Davis von Lafanette County eingebracht, ind auf den Tisch Arklansas Echo Donnerstag den 29. Jannar 1925. Etwas Nenes Haben Sie es versucht Butter Biscuits 16c Dutzend Sranke's Hot Shop gelegt. Dann brachte Joe Shepherd von Pope sie in abgeänderter Form vor. Er wäre ein Schritt in der rech ten Richtung Der Mord des 22 Jahre alten Harrod Fretwell am 8. Jan Abends bei dem Versuch die Filling Station zu berauben, die er bei Levy besorgte, ist nun aufgeklärt. An dem Abend fuhr ein Auto mit 2 Frauen und 4 Müännern, die schwer getrunken hat ben, an die Filling Station, um sie zu berauben. Da Fretwell sich nicht be rauben lassen wollte, wurde er von JI. C. Kelly geschossen. Darauf floh die Gesellschaft und zerstreute sich. Die Sheriffsbeamten kamen zuerst hinter mehrere Pistolen Verkäufe, un ter denen die Waffe war mit der Fretwell geschossen wurde. Und dann wurden die Eigenthümer der Schieß— eisen herangeholt und verhört, mobei die Geschichte heraus kam. Gouveneur Terral hat 5 Oberrich- ter als Spezialrichter mit Exgouv. Meßae als Vorsitzer ernannt, um über das Schicksal der drei Amende— ments zu urtheilen. Eins unter ih— nen vermehrt die Zahl der Oberrich ter auf 7 und gibt jedem 37,500 per Jahr. Die Richter erklärten sich nicht zuständig, darüber ein Urtheil u fällen. Die Klage ist, daß nach der nor ein Amendement nur eine einfache Mehrheit haben muß, um angenommen zu sein. Diese ein— fache Mehrheit genügt für Initiative und Referendum Vorschläge. Und Mayor Brickhouse sagt, dann sollte sie auch für Vorschläge .genügen, die vor der Legislatur kommen. Vielleicht ist der Unterschied bezeichnend. Ein Stadtraths Comite hat mit der Bell Telephone Co. ein Abkom—- men getroffen, wonach Leute, welche das Phone viel gebrauchen, mehr zahlen, wie solche die es weniger ge— brauchen. Wer unbegrenzten Dienst will, zahlt für ein Geschäftsphone $8 per Monat. Residenzphone $3.50. Woer aber nur 100 mal das Phone im Monat braucht zahlt 5.50 und für jeden Aufruf mehr de für Ge schäft. Residenz Phone werden abge— stuft. Für unbegrenzten Dienst 83.75 den Monat, dann sollen Phone in Häusorn, wo mehr wie eine Fami—- lie wohnt mit verbundenen Telephone versehen werden und zahlen 3 für ein zwei und 82.50 für ein vier Par teien Phone. Der Stadt hat die Or— dinanz angenommen. Die Stadt spart einige Tausend Dollars Advo katen und Gerichtskosten mit der Aus— sicht zu verlieren, bei dem Compro— miß. Harry VBoltz, alias Ed Martin, wurde im März '2O wegen Diobstahl zu 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt u. nach der Tucker Farm gebracht, von der er im Degzember entfloh. Er kam nach California und stahl da, wurde gefangen und ins Gefängniß gesteckt Da wurde festgestellt daß er ein aus dem Ark Zuchthaus entflohener Sträfling sei. Martin sagte dann, daß Arkansas nicht Geld genug habe, ihn zurück zu holen. Hätte er den Mund gehalten, dann hätte man ihn wahrscheinlich in California gelas sen. So aber stand ein Arkansas Polizist an der Gefängnißthür, als er seine Zeit abgesessen hatte. Auf der Rückreise nahin der Gefangene in Van Bnren die Gelegenheit wahr zt. ontspringeen, während der ihn be gleitende Polizist im Toiletten Raum war, sprang er ab. Aber die Frei heit dauerte nicht lange. Er wurde in Patean, Oklla. eingesperrt und wird vom selben“ Menn zurückgeholt, dem er in Van Burxen entsprang. In unserer Legislatur hat sich wie der ein Repräsentant gefunden, der eine Vorlage eingebracht hat, jedem Mitglied täglich 1 fitr Briefinarken zur Verfügung zu stellen. Das heißt der Herr möchte K 1 per Tag mehr haben, denn daß er 0 Briefe pro Tag schrorbt und abschictt, glaubt ihm kein Monsch. Es sind nun mehrere Bills einge- bracht worden, Aemter und Commis sionen abzuschaffen. Gegen die Ab schaffung der Honarary Penitentiary Commission warnt Richter Wade, da sie Ordnung ins Zuchthaus gebracht und gut gearbeitet habe. Aüch eine Bill zum zusammenlegen der Stener Colleetionen von den ver—- schiedenen Sachen ist da, sie würde ein Dutzend oder mehr reisende Agenten und Cosleetoren überflüssig machen Eine Bill bestimmt, daß alle Steu ern für Improvement Distriete an den Cointy Schatzmeister zu zahlen sind, der dafür keine extra zahlung erhält. Diese Bill deckt sich mit den vom Echo gemachten Empfehlungen Eine Bill will eine Steuer auf Soft Drinks legen, die nicht weniger als 2e per Flasche betragen soll. Die Materialien aus denen die Getränke gemacht werden, sollen mit 50 Proz vom Werth besteuert werden. Eine andere Bill fordert, daß alle Mädchen und Frauen im stimmfähi gen Alter Polltax zahlen sollen. Also an ein Abschaffen von Steu ern wird nicht gedacht. Senator R. Bailey brachte eine Bill ein, den Namen der Zweiten Ackerbauschule in Russelville in Ar kansas Polytechnical College zu än— dern und fügte der Bill die Emergen— ey Clause bei, ohne Gründe dafür anzugeben.
Das Ständchen. Der Kaufmann und Bürgermei— ster Nötel in ein leidenschaftlicher Sänger, erster Tenor und Vorstand des Schnitzelburger Liederkranzes. Der Liederkrenz besteht leider nur aus einem Soloquartett, aber je kleiner die Zahl der Sängerbrüder, desto größer ist ihr Eifer und ihre Begeisterung für das deutsche Lied. gibt keinen feierlichen Anlaß, bei dem nicht der Schnitzelburger Liedezkranz zu einem Stänchen be reit wäre er, der Stolz und die Freu der ganzen Bevölkerung. Da nht die silberne Hochzeit Nö— tels, des Bürgermeisters und Vor— stands de Liederkranzes. Ein Ständchen muß am Vorabend ge—- bracht werden—das steht fest; aber ein Quartett ohne ersten Tenor wird das möglich sein?! Ein Stell vertreter ist nicht aufzutreiben, aber ohne Ständchen geht es abso lut nicht, Nötel muß überrascht werden Am Vorabend des Festtages verfügen sich die drei Mitglieder des Schnitzelburger Liederkranzes, mit Laternen versehen, zur be— stimmten Stunde vor das Haus ih— res geehrten Vorstandes, und nach einigem Räuspern und dem leisen Klingen der Stimmgabel legen sie los. Verschiedene Zuhörer hatten sich eingefunden, die Nachbarschaft profitiert am offenen Fenster von dem Kunstgenusse, auch Herrn Nö— tels Fenster öffnen sich, und der Herr VBürgermeister mit Familie erscheint am offenen Fenster der bell erlouchteten guten Stube. Die ersten Takte des bekannten Liedes: „Stille Nacht, heilige Nacht!“ las— sen zwar manches zu wünschen übrig, «ber die drei Stimmen klin-- gen laut hinaus in die schweigende Stille, und wenige Augenblicke spä— ter ist Herr Nötel auf die Straße herabgeeilt und singt im Quartett mit. Haum ist das Lied zu Ende, springt er wieder die Treppen em— por, tritt ans offene Fenster und dankt mit weithin schallenden Wor— ten in feueriger Rede dem Lieder kranze für die dargebrachte Ova tion. Die drei Untenstehenden ant— worten mit dem schneidigen Sän— gergruße des Schnitzelburger Lie derkranzes, den Nötel diesmal vom Fenster aus mitsingt, bis Sänger— brüder, Nachbarschaft und Zuhörer in ein donnerndes Hoch ausbrechen, und Herr Nötel, zu Thränen ge rührt über die ihm gewordene Aus— zeichnung, seiner teuern Gattin um den Hals fällt.
„Wie man in den Wald schreit. Wenn man auch die Dichter zu al— len Zeiten nicht in gleicher Weise ge—- ring geschätzt hat, so kann man doch sagen, daß man von ihnen, wenn sie erst einmal gestorben waren, mit mehr Achtung sprach als da sie noch lebten. Und hbesonders in kleinbür— gerlichen Kreisen galt der Dichter im mer mehr oder weniger als ein wun— derlicher Kauz, und nicht selten als eine Art Narr;, den niemand so recht begreifen konnte. Bei einem Gastmaht kam einst ein Dichter einem Juristen gegeniiber zu sitzen, der wegen soeines losen Mund—- werkes belkannt u. von wenigen nicht Schlagfortigen gefürchtet war. Diel Gläser waren fleißig geleert worden und die Stimmung begann übermü— thig zu werden. Da fiel es dem Ju—- risten ein, den ihm gogenitbersitzenden Dichter ein wenig lächerlich zu ma chen, und er fragte ihn scheinbar harmlos. „Sie müßten mir doch sa— gen lkönnen, wie weit ein Mensch der Gedichte macht, von einem Narren entfernt ist?“ Ered Rossner Sr. Fred Rossner Iv. Fred Rossner Son Versicherungs-Agentur. Feuer, Tornado, Unfall und andere Versicherungen. 8315 West Markham Strase. Little Rock, Avrk Ark. Upholstering Cabiuet Co. Hider und Bilderrahmen. „Artist“· Material und „Bar.iish Fiuish“ Poltter-Arbeit und Mobelreporatur jeglicher Art. Store und Werkstätte 320— 322 Center Straste. Bhone 492 Little Rock, Arnansas.
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Das Planetarium für Aachen. Die Firma Zeiß in Jena hat der Stadt Aachen die Lieferung eines Planetariums angeboten. Es wer« den für Deutschland ntgesonnt 10 Manetarien hergestellt, die lediglich bei den Stadtverwaltungen der in Frage lommenden Großstädte in Be- trieb gesetzt werden sollen. Das Pla netarium ist nicht nur von großer wis senschaftlicher Bedeuttung, sondern es merden durch den Betrieb desselben als öffentliche, zu besichtigende Ein— richtung die entstehenden Kosten vor aussichtlich geheekt uerden.
Anhängsel. Fremder: „Wo ist denn hier der Briefkasten?“ —Bäue rin: „Gleich um d' Eck'! Den lönnen S' leicht finden ist e Husle dran!“