Arkansas Echo (Little Rock, Ark.)
January 22, 1925

Historic newspapers carry the language, views and graphic reporting of their time, including racist content. They are shown to teen and adult profiles.

Page 1

Arkansas Echo. Allgemeine ZDeituna für Wahrheit und Klahreit ans dem Politischen und Sozialen Gebiete Jahrgang 34. Wochen-Rundschau. Die NResignation des Staatssekr. Hughes hat in der Presse eine Menge. Commentare gefunden. Die Tages blätter loben ihn übers Bonhenlied. Die Cineinnati Freie Presse stellt ihm ein gutes Zeugniß aus, ist aber vorsichtig im Lob. Die Westliche Post haut ihn nach Noten herunter. Chas. Hughes war Corporations Advokat als er in die Politik kam, in der er: 20 Jahre gewesen ist. Er sagt nun, er hat in den Stellungen, die er inne gehabt hat, nicht so viel erhelten, wie i es ihn gekostet hat Besonders als Staatssekr. hat er zugesetzt, da er; al solcher Feste veranstalten musßte. Das Wort haben wir unterstrichen. Wer verpflichtete ihn dazu? Wäre es nicht republikanischer, wenn die, hohen Herren einfach lebten und sich nach der Decke strecken würden, statt wie ein Weib, die Mode mitzu machen? Hughes hat den Stand des Corporations Advokalen auch als Staatssekr. beibehalten. Es kam ihm nicht so sehr auf Gerechtigkeit, wie auf die Geldfrage an. Das sticht be sonders in seinem Verhalten gegen Rußland und Deutschland hervor. Die Russen sollen die vom Czaren und,; Kerensky gemachten Schulden aner-. kennen, ehe wir sie anerkennen. Wir haben ein Gegenstück Was ist aus dem confederirten Geld geworden? Dann mußte Hughes wissen, daß! Wilsons Versprechen beim Weffen stillstand schmählich gebrochen worden waron. Er hat keinen Finger ge-· rührt, um das Unrecht gut zu chen. Wohl aber setzte er es durch, daß wir von den Reparationszahlun— gen jährlich 325,000,000 erhalten, bis die 600 Mill., die wir nach ders Rechnung zu fordern haben, bezahlt! sind. Auch hat Hughes keinen Finger gerührt, um das gegen Vertrag be schlagnahmte deutsche Privateigen—- thum den rechtmäßigen Eigenthü-s mern wieder zuzustellen. Gegen Frankreich ist er besanders nachsichtig gewesen, obwohl da eine starke Haltung viel Unheil verhüten konnte. Borah ist Vorsitzer des Senatseo 2 mites für euswärtige Beziehungen. Er billigt weder die Behandlung Ruß lands, noch die Deutschlands und Frankreichs. Und weil er sich diesem Gegner nicht gewachsen fühlte, darum ist er gegangen. Nach hm kommt Kellog, der in der Presse jetzt arg gelobt wird. Auch Kellog der 69 Jahre alt ist, war Cor porationsanwalt, ehe er in den Se· nat gewählt wurde, und während sei ner Amtszeit soviel Material lieferte, deß Shipstead ihn mit 85,000 Stim men schlug. Kellog war bei der Conferenz der Finanz Minister in Paris und hat die Ansprüche der Ver Staaten durch gesetzt. Gegen die Nichträumung der Köl· ner Zone hat unsere Regierung bis jetzt nichts gethen. Borah verlangt eine extra Session des Congresses, um Farmgesetgebung .zu erlasfen. Er sagt, daß Cooperation unter Regier· f ungs Anfsicht und Hülse ins Werk ge setzt werden muß, sonst wird nichts daraus. Ob er durchdringt ist eines andere Frage. Ob die deutsche Regierung, die jett unter Kanzler Dr. Luther ein e Cabinet hat, in dem auch die Nationa· listen einen wichtigen Ministerposten haben, sich dazu ermannt, die von den Industriellen verlangte Erklär· s ung abzugeben, daß sie nichts mehr! beahlen witrde, wenn nicht der a ner Briickenkopf und das Ruhrgebiet völlig gerumt würden, werden wir sehen, In dem Falle würde wohl unsore Negierung Stellung nehmen müsfen —ffſt… I— In Pa tritt seit zwei Wochens die audwenhe Politik in den Hinter arund vor der Frage: Was wollen! die KHommunisten? Wie sterk sind siar MWelches sind die Maßnahmen, die u ihrer Bekämpfung mnannen nd? Dem besondern, von Deutsch· sond so aanz yerschiedenen wirthschaft- sion unrd se-talen Aufban Frank· roteha ontsprechoend, kann hier eine re· aut p Massenvart unr in w niaen Fentron gedeihen: Narls sel ne· Bannmoile, das Indn s srieg viot des Nordeno und einige!. Little Rock, Arkansas. Donnerstag den 22. Jannar 1925. Fischerhäfen im Westen. Um die Hauptstadt herum hat sich seit 1919 bereits ein gefährlicher Ring gobildet, genennt der „rote Gürtel“, ein halbes Dutzend dicht bevölkerter, kommunistisch verwalteter Vorstädte, die bei den letzten Wahlen 200,000 sowjetistischa Einzelstimmen ergaben; lauter Männer, da die Frauen kein Wahlrecht besiten. Die Partei hofft, bei den nächsten Gemeinderathswah—- len den Ring noch enger zu schließen, so daß schließlich die Hauptstadt sel— ber „im rothen Moer ersticken wird.“. Was den Norden angeht, so besteht hier die große Gefohr, daß sich die dissidenten Sozialisten der zweiten Internationale, die viel revolutionã roer sind als ihre Pariser Parteigenos sen u. gegen die Unterstützung der Regierung Herriot gestimmt haben, den Kommunisten anschließen werden. An manchen Stellen so in Roubair und Tonrcoing, ist es bereits so weit gekommen, daß ernsthafte Versuche gemecht erden, nach dem italieni schen Muster von 1921 die Fabriken zu besenen u. lokale Sowiets zu bil. den. Voen symptomatischer Bedeu-- tung sind auch die Ereianisse in eini aen Fischerhäfen, so in Douarneuez, das eine komunistische Stadtverwal tuna boesitt Seit drei Wochen be finden sich dort die Arbeiter der Kon sernen und Keksfabriken im Aus— stond und der Bürgermeister schloß sich thnen an, um den Zutritt der Ar heitswissiaen mit Gewalt zu verhin dern. Er ging dabei so weit, den Offizieren der öffentlichen Gewalt, die den Verkehr sichern und die Ord nung aufrechterhalten wollten, entge ornutreten und ihnen revolutionäre Befehle m ertheilen, die von diesen auch befolat wurden! Das walitische Büro der Kommuni stischon Vartei in Frankreich aeht von dor Ansicht aus daß es keinesfalls nö thia ist.die Mehrheit oder gar Ge— iammtheit der Arbeiter für den Um sturz in gewinnen. Noch immer hat das GHand Frankreich das Gesetk an aonommen, das ihm die Hanuptstadt diktiertv MWas daher ausschlienlich noth thut, ist eine strenge Organisa ton u das Boreitstellen yn weniaen. „unm Aenßersten entschlossonen Kräf ton Ne den oersten. entscheidenden Echlaa thun sollen. In dieser Bezie huna war von besonderer Wichtigkeit die Heerschan bei der Ueberfilhrung van Janres in den Vanthoon: 50 oder 100 000 eine anch nur annähernde Echätmna war nicht möglich, soldatisch stramm marschierender „Kameraden“ in Botaillone gealiedert, mit Fahnen und Ahzeschon all die verschlossenen Gosichter mitten durch die reichsten und vornehmsten Straßen von Varis die Narteileitung syricht danon l- ols nn der „eindynckvollsten id mchtiasten Kundgebung des dommunismus, die man se außer· helb Rußland gesehen habe“. Seitdem die französische Partei von den letzten Anhängern Trotzkis Rosmer, Monatte, Souvarine oesubert worden ist scheint die „al· yistische“ Richtuna unumschränkt zu herrschen. Das heißt: Man ist der Ansicht, daß eine kommunistische Um wälumag in Frankreich nicht mehr in don Geresch der Träume gehört, und bereitet sich fieberhaft auf den „nahe bevorstehenden aroken Abend“ vor Zu diesem Zwecke ist die gesamte Or danisation gleichsam auf Kriegsfuß gosont worden. Alle Pläne sind bis in die letten Einzelheiten ansgear hoitet Ueberall da. wo Arbeiter be schftiat sind, sei es in der Fabrik, in der Morfsttte. im Büro. auf der traße im Hanse des „Bourgeois“ olor. iborall dort befindet sich min dettens eine „Zelle“, deren erste BVflicht die aenane Ueberwach— una eller nichtkommunistischen Ge nossen und die veriodisch· Berichter sastuna sst. Sind die bolschewitischen Ihicn wotler engehrunaen, so wird dino etgene „Abth-iluna“ gearündet, ronon“ Wie ein mächtiger Noasup wie eine Riesenschlange mit afd vbeibern, so möchte der Kom untmna den ganzen sorialen Kör ar Z ntreschs umflammern. n len-land ist groe Arbeitslo igtan und —naland muk viel mehr einfilbren, wie es ausführt. Auf die Dauer geht das nicht, und darum schweben zwischen den Hauptleuten der Schwerindustrie, welche die be— deutenste Rolle in Englanl, Frank reiw und Deutschland spielt, Verhand lungen. England hat nicht Absag genug, und die Preise sind nicht loh nend. Frankreich, daß einen großen Dheil der deutschen Schwerindustrie als Siegesbeute erhalten hat, braucht Absatz dafür und kann ihn nicht fin den. Wie es scheint hat die deutsche Schwerindustrie lohnenden Absatz. Davon möchten beide ein Stück ha— ben und daß soll durch Verhandlun-- gen erreicht werden, die sich aber ge rade deshalb zerschlagen. Wenn die Deutschen jetzt entschlos sen vorgehen, und nach Ablauf der Frist für freie Einfuhrh ohe Zölle erheben, dann wird Frankreichs Han— del eine böse Zeit erleben. Deutsch land hat einen Rohstahlverband, der 14 Mill. Tonnen Stahl produzirt. Dagegen ist es schwierig Einzelver bände zu organisieren. In drantrad England und Belgien gibt es Wirth— schaftsv ·rbindungen, aber die Haupt frage ist heute der Absatz. Wenn ein! europãisches Kartell gebidet wird, l den Adsatz—zu vertheilen, dann wil England dabei sein. In Wien hat der ungarische Staats mann Graf Apponyi am 28 Degz einen Vortreg gehalten in dem er“ sagte: Wenn die Menschheit vor den Gefahren neuer Kriege bewahrt und der Friede gesichert werden soll, es nothwendig gewesen wäre, vor dem Völkerbund die Frage aufzuwerfen, ob „das positive internationale Recht“ wie es in den Friedensverträgen nie— dergelegt ist. mit den Prinzipien e Gerechtigkeit und den Lebeninteressen der Völker im Einklang steht. Diese Frage, sagte Graf Apponyi, dirfte nicht gestellt werden, weil man diel Antwort nicht hören wollte, die rel hundert Millionen unglücklichen Menschen darauf gegeben werden wäre. Diese Worte zeichnen die Lage in Europa und auch anderswo. An Stelle der Gerechtigkeit und Wahr heit sind „Soll und Haben“ getreten, ohne Rücksicht auf Recht und Unrecht.! Und diesen Zustand soll die Ligal erhalten, denn dazu ist sie geschaffen worden Dalher darf sie nicht hören, wenn Unterdrückte um Recht schreien Der Graf sagt wörtlich: „Soll aber die Welt wirklich und gründlich geheilt werden, so ist eine ernsthafte Roevision des unseligen Friedenswer kes vonnöthen, das dem normalen Fortgang der sozialen ume eialun aen den naturgemäßen politischen Rahmen entzogen hat. Die unge sunden, willkürlichen und chen Zerreißungen u. Zusammenfü aungen von Ländern und Staaten stören nicht nur das materielle gere hon der Völker, sie vergiften auch ihre Seelenleben und versetzen es in ei s nen fieberhaften Zustand, der ab· qgesehen von der beständigen sahr neuer Außenkonflikte, auchs— erfollaroicho innere Arbeit nahezu unmöglich macht. Es ist mehr, als die menschliche Natur aushalten kann, in jseder ihrer Lebensbethäti· aungen; der wirthschaftlichen, ders sorialen. der nationalen und kul turollen zugleich, von Sorgen unds Honflikten durchoiihlt zu sein. s Anch diese Einsicht muß ereifen, und wir wollen hoffen, daß sie rei sen wird. ehe die Selbsthilfe durchs „nene Konflikte zutage tritt.“ Man het in Genf bei der letztens— Völkerrechtstagung einen Plans wur Sicherung des Friedens, oder! was man damit fiür synonym hielt zur Vermeidung der Krie-s qge ansgearbeitet. Die hervorra ondsten Juristen der Welt und! taatsmũnner haben ein Werk ge-! schaffen. das theoretisch aewiß Mh erfkennunqg voerdient Eines aberl murde noergessen, oder vielmehr ones durft· nicht gesagt werden,! om hl es auf aller Lippen schwebte' es durfte nicht gesagts morden, weill die maßgebenden Muächte sich heute noch trampfhaft h an das durch die Friedensverträge aoschaffene internationale Rechts· system !lammern. Und doch ist die· soes Eine, Unausgesprochene ders ern des gaanzen Problems. Esj sautet einfach: Die beste, die ein ia durchhaltende Sicherung eines hestehenden positiven, nationalen oder internationalen Recht dgustan· des ist seine Uebereinstimmung t der Gerechtigkeit und mit dens atuualntorofon der Volfer“ Der telienische Premier Mussolini hat eine Verfügung erlassen. daß alle geheimen Gesellschaften in Italien der Polizei ein Verzeichniß ihrer Mit-- glieder and Beamten sowie rhre Sta tuten übergeben müssen. Mussolini weiß genau, woher ihm die größte Gefahr droht und will daher die ge heimen Gesellschaften zur Auflösung zwingen. Denn ohne geheim zu sein, können sie nicht existiren. Nun ist das heutige HKönigreich Italien durch die Arbeit der geheimen Gesellschaften entstanden, die alle mit einander in Verbindung waren und noch sind. Ob aber Mussolini seinen Willen durchführen kann, ist eine an dere Frage. Die am 14. Fan. angekommenen Nachrichten bestätigen diese Ansicht. Die „Nazione“ in Florenz behauptet. daß die italienische Großloge der! Freimaurer beschlossen habe, den ita lienischen Freimaurerorden aufzulö— sen, ohne erst die Annahme der Mus— solini'schen Vorlage gegen Geheimge— sellschaften abzuwarten. B Das Blatt setzt hinzu, daß n Domizio Torrigiani, der Großmei ster des Ordens sein Amt beibehal— ten werde, um mit auswärtigen Freimaurern in Verbindung zu bleiben und als Vertreter des ita— lienischen Ordens im internationa len Freimaurer Konzil in Paris zu fungieren. Das heißt, der Orden löst sich for mell nach Außen hin auf, bleibt aber!! im Geheimen bestehen und ist einel stehende Gefahr für die Regierung. s So muß Mussolini versuchen, den geheimen Freimaurer Orden zu fas son. Italien hat lange Zeit solche ge-! heime Orden gehabt, und keine Re gierung hat viel dagegen ausrichten können. Das kann nur die Religion Wenn die Kinder religiös und sitten rein erzogen werden, dann finden dies Wühler, welche solche Orden bilden, wenig oder kein Material dafür ims Volke und das entscheidet. Die Franzosen haben Heidenangst vor ihren Kommunisten und glauben daß sich die franz. Kommunisten vons Moskau aus regieren lassen. Es seil hier daron erinnert, daß dieselbe Sor te im Jahre 1871 in Paris herrschte. Damals hatte Rußland die Finger nicht darin. Wohl aber half die deut sche Regierung der französischen so weit es das Völkerrecht erlaubte, den Aufruhr zu unterdrücken. Damals wurde der Erzbischof von Paris von den Kommunisten erschossen, aber der reichste Mann in Paris, Berons Rothschild, blieb ganz unbehelligt. Am 16. JFanuar hatte der neue deutsche Hanzler Dr Hans Luther sein Cabinet noch nicht zusammen ge bracht, es fehlten ihm vier Mitglie-- der. Er hatte noch keinen Finanz, Justiz und Verkehrsminister. Auch der Posten des Ministers für die oe-· eupirten Gebiete war nicht besetzt. Luther wollte unter Ausschluß Sozi· aldemokraten ein Geschäftsministeri-· um bilden, das dann eine wirkliche gute Mehrheit im Reichtage gehabts hätte, der die Sozialisten nu. Kom-- munisten gegenirber standen, die zu sammen eireca 150 Stimmen haben, gegen 450 im ganzen Reichstag. Die bürgerlichen Parteien woren also oben gewesen, aber es scheint, sies können sich nicht so weit vertragen und einigen, um selbst in dieser kri tischen Periode 'zusammen zu gehen. Nach den letzten Nachrichten hats Luther ein Kabinet zusammen ge bracht. j

Polen hat wieder was geliefert Der polnische KHommissär in Danzig hatte extra Briefkästen in den poli-s schen Farben in der Stadt Danzig an· bringen lassen, in die alle nach Polens gesandten Briefe geworfen vuden sollten. Der Danziger Senat erklär— B te das als ein Eingriff in seine Rechte und apvelirte an den Völkerbund u. Commissr W. S. MeDonald, der dann dem Senat sagte, die polnischen Briefkästen entfernen zu lassen, was ʒ geschah 1 Das polnische Kabinet in Warschau muß wenig ernste Arbeit haben oder thun können, aber auf die Briefkasten geschichte biß es an, es drohte in der Sitzung am 183., Jan. wegen Verhal· tens des Ligakommissärs an den Völkerbund zu appellieren. Der pol· nische Vizepremier Thugutt erklärte: „Im Falle von Gewalthaten wird Polen sich vertheidigen und seine Ver theidigung wird ebenso gewalthätig sen“ Im Senat ist das Unglaubliche ge schehen. Nachdem die Underwood Bill sozusagen begraben war, ist ste am 14. Januar wieder gegen den Vorschlag, die Musele Shoals Frage einem Comite zum studieren zu geben angenommen worden. Vorher war der Antrag, daß die Regierung die Anlagen betreiben soll, niederge stimmt worden. 50 Senatoren stimm— ten für die Underwood Vorlage, 30 dagegen. Jetzt muß die Bill ans Haus zurück gehen und wird wohl in einem Conferenz.· Ausschuß ver-- handelt werden. Wenn die Bill schließlich angenommen wird, dann hat der Powertrust das Recht ein An gebot zu machen. Und wenn kein genbieter da ist, mag er dann ans Ziel kommen. Musele Shoals zur Ausbeutung erhalten Das heißt, er beutet dann nicht die Wasserkraft aus sondern das Volk, das sie gebraucht Präsident Coolidge soll dafür sein, daß in dieser Kongreßsitzung Gesetze zum Schutz und zur Hülse. der Far— mer gemacht werden. Es ist nun sehr zweifelhaft, daß auch nur ein Dutzend Kongreßleute und Senatoren die Lage und dienöthigen Abhülfemittel kennen und begreifen. Unser Vertreter Kellog in Paris hat da einen Vertrag abgeschlossen, nach dem die Ver. Staaten 24 Proz. der deutschen Reparationen erhalten, bis die 600 Mill. bezahlt sind. Der Präsident hat den Senat wissen lassen daß der Vertrag die Bestätigung des Senetes nicht bedürfe. Ob das oder der Vertrag selbst im Senat Unwillen erregt haben ist gleich, die Senatoren wollen den Vertrag sehen und am Samstag brachte Hiram Johnson von California eine Resolution ein, die das Staatsdepartment anweist, dem Senat eine volle Abschrift des Ver— trages zu übermitteln. Dabei kam dann heraus, daß das Staatsdept. noch keine Abschrift des Vertrages er halten hat. Die europische Kabi— nette haben sich außerordentlich ge— freut (Frankreich, England und Fta lien) daß unser Vertreter den Ver— trag unterschrieben hat. Das hat 9 Aufmerksamkeit der Senatoren er regt und nun wollen sie sehen, was Kellog unterschrieben hat. Nach Nach—- richten aus Paris soll Kellog einen Zusatz zu dem Vertrag haben machen wollen, der sagte, daß die Ver. Staa ten dadurch in nichts verpflichtet wer den und daß sie nur ihre Interessen schützen wollten und frei seien, wenn Deutschland fallen sollte. Kellog soll einstimmig niedergestimmt u. ihm erklärt worden sein. daß mit diesem Vertrag die Ver. Staaten ein Dollor Antheilhaber em Dawes Plan gewor· den sind. Die Nachricht wurde de— mentirt, aber die Senatoren wollen sehen, wie weit der künftige Staats- Sekretär gegangen ist. Seine et nung ist nicht gerade günstig im nat aufgenommen worden. Die Re solution ist also gegen ihn gerichtet, sie wurde ans Komite für auswärtige Angelegenheiten verwiesen, dessen Vorsitzer Borah kein Freund Kellogs ist vis zum 4. März mag noch viel passieren, so daß es nicht sicher ist, ob Kellog nach dem 4. Staatsseer. sein wird Im Haus des Kongresses war eine Bill eingebracht, welche joden, der mit einer kleinen Flasche Schnaps ge troffen würde, zu 90 Tagen Ge— fängniß und FSO Geldstrafe verur—- theilt verden sollte. Präsident Cool. idge hat sein Mißfallen mit dieser Bill sa stark ausgesprochen, daß sie auf Annahme keine Aussicht hat. Der Prä sident will, daß die großen Gesell schaften, die Millionen aus dem Schnapsverkauf machen, aufgebrochen ond bestraft werden. Er hat Recht, wenn den Großen an den Kragen ge gangen würde, dann wäre der Schmuggel von der See aus bald lahm gelegt. Daß es möglich sein muß, die großen Schnapslager, wo—- hin die Schiffsladungen 5 werden zu finden, ist klar. Aber in der Beziehung ist wenig geschehen u. daher ist der Präsident mit der Amts— fithrung des Prohibitions Direktors unzufrioeden. Die Verhandlungen zwischen Fran zosen und Deutschen über einen Aus gleich bis zum Abschluß eines Han delsvertrags sind aufgegeben worden Die deutschen Gegenvorschläge wurden sn der Abendsitzung am 16 Januar von den Franzosen abgelehnt, während die Deutschon endgültig erklärten, die französischen Anträge fülr ein provisorisches Abkommen nscht annehmen zu können. Man Nummer 4 einigte sich sodann, die Sitzungen zu „suspendieren“ Die Delegaten beider Länder erklärten, daß die sjetzige Lage nicht als Zollkrieg auf gefaßt werden sollte und daß jedes Land den Höchsttarif in Kraft tre sten und es bei dieser Maßnahme bewenden lassen werde. In französischen amtlichen Krei— sen erklärt man, daß bei längerer Fortdauer dieses Zustandes Frank reich große Verluste erleiden wür— de, da die französischen Höchstra ten viel niedriger sind als die deut-- schen. Einige politische Führer glauben jedoch, daß durch diese Wendung der Ereignisse die Bewohner des Saargebietes gegen Deutschland afgebracht würden, da durch die Unterbindung der Ausfuhr der Produkte dieses Gebietes nach Deutschland Arbeitslosigkeit die Folge sein werde. Wenn der Han— del des Saargebietes aber nach Frankreich getrieben wird, hofft man, daß die Saarbewohner Frankreich günstig gesinnt sein wer den, wenn es in zehn Fahren zur Abstimmung in diesem Gebiete kommt. Also die Politik spielt die große Rolle beim Handelsvertrag. Der Vertrag mit England ist fer-- tig aber noch nicht ratifiziert. Die Regierung in Berlin muß erst ein Ka-— binet haben, ehe der·Reichstag an den Vertrag herantreten wird. Da die Nationalisten die zweitstärkste Partei sind, und es scheint, daß die Soziali sten im Kabinet nicht vertreten sein werden, obwohl sie die stärkste Partei sind, so kann man nicht sagen, ob der Vertrag ratifiziert werden wird. Das Volk ist aufgebracht über die Haltung Englands wegen der Räumungsfrage und da jetzt eine Gelegenheit da ist, das die Engländer fühlen zu lassen, so mag der Vertrag verworfen wer—- den, was den Engländern große finan zielle Verluste eintragen würde, und da sind sie am verwundhbarsten. In Petersburg beklagte sich die Frau des Sowjetfiülhrers im Haupt quatier der Petershurger Arbeitslosen siüüber di- Auffithrung ihres Mannes. Darauf holten eine Anzahl Arbeitslo se den Herren aus einemverrufenen Hause, und bläuten ihn durch. Die Polizei verhaftete die Anstifter, die indessen sehr bald auf besonderen Be fehl auz Moskau frei gesetzt wurden. Trotzky bat dadurch bedeutend an An hang gewonnen. Auch hat er dadurch beim Volk gewonnen, daß er in einem neuen Buch die Eristenz Gottes be—- hauptet; das Dasein Gottes wird von den Kommunisten geleugnet. Es ist also eine tiefgehende Spaltung unter Sowjet Filhrern da, und Trotzky rn der Kläger zu sein. Der ge— rune Sowjetführer wer Sino wie der an der Spitze steht. Die Türken wollen mit den Fran—- zosen einen Verrrag schließen. Das ist nun natürlich, denn die Franzosen lhaben den Türken im letzten Kriege bedentende Dienste geleistet, während England auf Seiten Griechenlandz stand u. das kämpfte für England. In dessen betonte der türkische Staats· mann, der dem Berichterstatter obige Erklärung gab, daß die Türkei ihr gutes Verhältniß zu Rußland wahren wollte. Dagegen sei nichts an dem Gerede von einer Vereinbarung mit Griechenland und Rumänien. Die Herren auf der Opium Kon—- ferenz n Genf können sich nicht eini gen. Der Vertreter der Ver Staa ten stellte den Antreg, die Produe tion von Opium u. allen Rauschgiften in 10 Jahren auf das medigzinische und wissenschaftliche Bedürfniß herab zu bringen. England wollte 15 Fah re dafür haben, was ja wohl ange nommen worden wäre. Aber es stell st dabei die Bedingung, daß die 15 Fahre erst dann anfangen sollten, wenn Chine seinen Opiumhandel so weit goregelt häbe, daß kein chinesi scher Schmuggel nach anderen asiati— schen Ländern betrieben werde. Des heißt: Nemals. Und die Vertroeter Frankreichs, lßelgiens und Hollands stellten sich lauf Seite Englands. Sie haben je denfalls daflür Gegendienste erhalten Aber der Menschheit ist mit der Kon ferenz nicht gedient, wohl aber dem Gott Mammon. die Danziger haben sich um Hülse an den Völkerbund gewandt, da die Polen Danzig annectiren möchten u. Fortsetung auf Seite 2.

Page 2

Seite 2 Wocheurundschan. Fortseyung von Seite 1. mit Maßnahmen beginnen, die ihre Oberherrschaft sichern sollen. Auch die Minderheiten in Tschecho slovakien haben sich um Hülse an den Völkerbund gewandt. Die Tschechen, welche 1 Prozent der derttctn bilden sollen, haben ein Bodenreform! Gesetz erlassen. Sie benuten es, ums Deutschen, Ungarn und andern nicht Tschechen das Ackerland wegzunehmen und es an Tschechen zu geben. Der Staat 101 l freilich dafür eine kleine Entschädigung geben, aber da kein! Geld da ist, verlieren wohl die Ge maßregelten ihr Land, erhalten aber nichts. Die Rumänen versuchen sich auch; in Bodenreform. Im alten Sieben bürgen war-n Kirchen, Schulen und Gemeinden mit Ackerland u. Wald ausgestattet, aus deren Ertrag Geist liche und Küster und Kultuskosten 1 Lohrer bezahlt und die Schulen und Kirchen unterhalten werden. Ebenso wurden die Beamten bezahlt. All die Ländereien hat die rumänische Re— gierung weggenommen. Aber in Ru mänien ist es noch um ein Grad schlechter wie in Tschechoslovakien, da haben nähmlich die Herren an der Regierung sich selbst bedacht, sie ha ben die Wälder an Gesellschaften zur Ausbeutung gegeben, an denen sie selber betheiligt sind. Das enteigne te Ackerland erhalten Rumänen zu ei nem Svottpreise. Auch dieser Raub ist an den Völkerbund nach Genf be-· richtet worden, der wahrscheinlich die Klagen zu den Aeren legt. Uebrigens sind sowohl Tschechoslo-- vakien wie Rumänien Hals über Kopf in Schulden und ihre Einnahmen decken die Ausgaben nicht. Im er—- steren Staat gibt es 120,000 Ange— stellte zuviel. Abeer sie zu entlassen wäre für die Regierung gefährlich Ein Ende muß aber kommen. Handelssekretär Hoover, den der Präsident zum Ackerbauseer. machen wollte, hat abgelehnt und dem Prä— sidenten gesagt, er könne dem Acker bau in seiner jetzigen Stellung mehr nützen, wie als Ackerbauseer. Er wird sein Amt behalten, und sagt, daß die Ver. Staaten aus dem Aus landshandel schließlich nur Schaden hätten. Die ganze Ausfuhr betrüge nur 10 Prozent alle Produkte einbe griffen, freilich sei der Weizen und Baumwollexport höher. Aber die Farmwirthschaft solle und könne alle Sachen liefern, welche wir jetzt im portiren. Der geringe Export macht uns von den Weltmarktpreisen ab hängig. Und das habe unsere Far mer sehr geschädigt. Herr Hoover wird aber auf dems Wege der von ihm wvorgeschlagenen Reform eine ganze Masse recht gro ßer Hindernisse finden. Das Haupt hinderniß ist die Spelulation. Wenn er die abschaffen kan, dann leistet er der Menschheit einen Dienst. Unsere Stahlindustrie ist bis zu 85 Prozent ihrer Leistungsfähig keit beschäftigt. Die Buhnen haben für 1924 zufriedenstellende Resul— tate. Unsere Ausfihr in 1924 hat diel Einfuhr um 8977,285,000 übertrof fen. Wenn wir das ganze Geld er— halten würden, dann würden dies Länder, nach denen wir erxportiren bald ohne Geld, also zahlungsunfä— hig sein. Indessen tragen msere Touristen und andere Reisende den größten Theil des Geldes wieder zu· rüek.

Aus anderen Staaten

Vorige Woche Dienstag Abend wur de der Postelerk in einer Long Is land Car von einem einzelnen Ban diten ilberfällen, der mit 810,000 baar entkam. Der Clerk John T. Green ging am 15. die Roges Galle— rie in New York ansehen. Er hatte sich den Räuber gut angesehen, und! wollte srhen, ob er in der Galleriel sei. Er fand ihn, er heißt Gerald Chapman ist vor einiger Zeit aus dem Atlanta Zuchthaus entflohen. Das amerikanische Unterseeboot S 19 ist am 13. Januar sriih 5 Mei len südlich von der Nauset Kisten. wachestarion auf eine Schlammbank! aufgefahren und befindet sich in ge fährlich»r Lage. Nachdem im LQaufe des Tages mehrere Versuche der Küstenwache in die Nähe des gestrandeten un terseebootes zu kommen, vergeblich waren, gelang es am Abend kurz vor 9 Uhr dem Kapitän Abbott H Walker und seiner Mannschaft von der Küstenwachestation an Bord der S-19 zu gehen. Sie berichteten, daß die 40 Mann Besatzung die Nacht ans dem Untersetboot in Si cherheit werden zubringen miissen. Die Maschinerie ist anscheinend nicht! beschädiat. S-19 wurde im JFahre 1921 mit einem Kostenaufwande von 4 Mil lionen Dollar gebaut. Das Voetl verließ gestern abend das Marine- arsenal in Portsmouth, um sich nach New London, Conn., zu bege boen. Ein Versuch, Longs Peak in der Nähe von Estes Park in Colorado, pon der Ostseite aus bei ungünstigem Wetter zu ersteigen, hat Frl. Agnes Vaille, Tochter eines sich vom Ge schäfte zurückgezogenen Millionärs das Leben gekostet. Sie wurde von einer Hilfsmannschaft. die eine Suche nach ihr anstellte, erfroren aufgefun den. Herbert Sortland, der sich an! der Suche betheiligte, muß beim Ab stieg von dem Borge während ae furchtbaren Schneesturmes sich ver irrt haben, man hält ihn wenigstens allgemein für verloren. Irl. Vaille hatte Sonntag den 11 in Begleitung eines gewissen Walter! HKiener den Aufstieg unternommen. Ein Blizzard, der bald darauf über sie hereinbrach, ließ das Mädchen völlig erschöpft zu Boden sinken, wäh— ert Kiener mit dem Aufgebot al— ler Kräfte dem Thale zustrebte, um Hile herbeizuholen. Man fand die! steifgefrorene Leiche des Mädchens in einer Felsspalt vor. Die Tem ren war auf 50 Grad unter Lul herabgegagangen. Den Heldentod in den Flammen starb in Brooks, Me., die Telephon— beamtin Frau Carrie Johnson. In einem Hanse neben der Telephont· Dse brach ein Fenuer aus, Frau Johnson blieb auf ihrem Posten, die Feuerwehr und Polizei alarmierend und die Bewohner des brennenden Hauses und der Nachbarschaft, N ES Telephon hatten, aufweckend. Als sie damit fertig war und sich selbst in Sicherheit bringen wollte, war es zu spät, der Ausgang war ihr durch Rauch und Flammen abgeschnitten u. sie wurde als vLeiche im Korridor des Hauses gefunden. In Cleveland, 0., ist dem ritheren Bischof Rrown der bisch. Episecopal Kirche als Irrlehrer sein didens titel aberkannt und er aus der Kirche ausgeschlossen worden. Er erllrte daß ert das Glaubensbekenntniß nur als Symbol auffasse. Die Religion müsse sich den Ergebnissen der Wissen— schaft anpassen. Der Herr sdeint noch nicht eingesehen zu haben, daß die Wissenschaft absolut unzuverlässig ist. Ein Rückblick über die Behauptun— gen wissenschaftlicher Entdeckungen in den letzten 100 Jahren legt das klar. In Chicago hatte Chief Collins alle Polizei Kapitäne zu einer Kon ferenz einberufen, um dem Verbre— chen zu steuern. Morde, Angriffe auf Mädchen und Einbrüche nehmen Ue— berhand Und professionelle Bürg— schastssteller sind immer mit Advoka· ten zur Stelle, um Verhaftete zu be· freien. Als ab 15. die Konferenz zu sammen war, mußte Capt. I. Mullins heraus gefilhrt werden, weil er be trunken war. In New York wurden am 15. Fan 50 Faß Schnaps mit Beschlag belegt,! die 315,000 werth sind. Der Stofs; sollte als „Zucker“ nach Chieago ge·s schickt werden und war an eine Chi·; eagoer Candy Co. addressirt. ff 1 1 In Geneva. 111., wurde Warren J. Lineoln prozessirt. Der Mann m reich und hatte gute Advokaten ange stellt. Er hatte vor 2 Jahren seine Frau und ihren Bruder ermordet n das Verbrechen bekannt. Nun behaup· teten seine Advokaten, daß die fün t den Prwozeß ausgesuchten Geschwornen ungesetzlich gewählt seien. Sie hättens im Sept. durch denKune County Board of Superios ausgewählt wer den miüssen. Der Richter verwarf den s( Einwand. Hätte er ihn gelten lassens Reich wie Butter 1 2 3 78— Süß

ẽ wie eine Nuß ʒ BurTxßNur BREAD Bestellen Sie es hente von Ihrem Grocer. Gebacken in Arkansas Modernster Bäckerei American Bakery 1217-1219-1221-1223 West Siebte

Arkansas Echo Donnerstag den 22. Jannar 1926 dann hätten vor nächsten Sept. keine Geschworne gewhlt werden können Mittlerweile hätten drei Gerichtssitz ungen stattgefunden u. die Advoka—- ten würden bei jeder sofortigen Pro zeß beentragt haben, der aber nichi hätte stattfinden können. Nach den dritten Ansuchen wär Linroln frei gewesen und konnte nicht wieder pro—- zessirt werden. Was hierzulande Ad—- vokaten für Geld alles audssinnen geht ins Aschgraue. In Bloomington, 111., kamen am 14. Jan zwei nett gekleidete Männcr die sich für Bankinspektoreen ausga ben und offenbar mit dem Bankwe—- sen völlig vertraut waren zum Prä— sidenten der Farmer's State Bank von Chenova, I. F Kelley. Dieser war nach Schluß der Bank zurückge blieben, um den angeblichen Inspek— toren bei der Untersuchung der Be— stände der Bank zu helfen. Einer der Burschen hatte sich Herrn Kelley als nenernannter VBankprüfer names Andrew vor— gestellt, der mit seinem Assistenten Hoffer die Farmer's State Bank zu inspiziren gekommen war. Kel ley, der nichts böses ahnte, half öhnen beim Zählen der Gelder und Werthpapiere, während die übrigen Bankangestellten sich nach Hause begaben. Später stellte sich ein Mann, der ein Garage Angestellter aus dem Nachbarorte Towanda sein wollte, ein und informierte die beiden, daß ihr Krastwagen repariert sei und auf sie warte. Gleich darauf firlen die Raubgesellen über Kelley her, banden und knebelten ihn, rafften alles Geld u. die Werthpapiere zu sammen und fuhren davon. Kel—- ley gelang es eine Stunde später, sich frei zu machen und Lärm zu schlagen. Von den Banditen hat man soweit keine Spur entdeckt. In Chicago kosteten Eier am Samstag 80 ets. Weizen war auf 32 gestiegen. Baumwolle dagegen war gefallen. Es hesteht nun absolut kein stich— haltigeer Grund, warum Weizen auf 2 der Bushel steigen soll. Der einzi— ge Grund ist miserabele Spekulation auf das Brot des Volkes. Wenn Prä— sident Coolidge ell seine Energie ein—- setzen würde, die Spekulation unmög lich zu machen, dann würde er sich um die Menschheit verdient machen. Süd Carolina, Georgia, Louisiana und Nord Carolina haben das Kin-- derarbeits Amendement abgelehnt. In Massachusetts wurde es dem Volke zur Entscheidung vorgelegt u. das Volk stimmte dagegen. Das Amendement vertritt eine gute Sache, aber es schneidet tief in Eltern und Staatsrechte ein, und es ist eine Frage, ob es nicht mehr Uebelstände schaffen wie ausrotten würde. Wie würde es z. B. hier im Süden sein, wenn der Farmer seine Kinder unter 18 Jahren nicht beim Pflücken der Baumwolle beschäftigen dürfte. Heute wird der Schulunterricht in den Pe rioden, wo Kinderarbeit auf den Farmen nöthig ist eingestellt. Wie würde oas unter dem Kinderarbeits Amendement werden? Die Kinder würden bei strieter Durchführung ans bummeln aber nicht an Arbeit ge—- wöhnt. Und dann? Der Räuber, der SIO,OOO mit einer Pistole aus einem Zug der Long Island Bahn holte, und dessen Bild der beraubte Postelerk in der Ver brecher Gallerie in New York entdeckt haben wollte, ist gefangen worden n zwar schon am 17. Jan. Er heist s Fames Cadro von Lynchbrook, N.! C., war Postelerk und der Sohn er nes reichen Holzhändlers. Alles Geld bis auf 8100 wurden gefunden. J In New York ist David Reid Tin plate King, 66 Jahre alt und sehr reich gestorben. Als vor Jahren die u St Steel Corporation sein Ge schäft übernahm, gab sie ihm dafür 120,000,000 in Aktien. Reid hatte vorher 30 Mill im Geschäft gemacht. In St. Louis hielten am 17. Jan. drei bewaffnete junge Burschen tüef Angestellte in einer Offiee der We—- stern Supply Co. auf und raubten die fertigen Envelopes mit den Löhnen 82,600. Im Nebenzimmer waren 50 Angestellte. In San Franzisco hat die 16 jäbrige Dorothy Elkinson ih:e Mut ter erschossen und ist dann zum Tanz gogangen nach Hause getmmnn n und da geschlafen. Sie steht wegen Mut-- termord vor Gericht. Ihr Vater und Bruder erklärten sie würden keinen Finger rühren, sie zu retten. 1 Es heißt Prohibitions Direktor Haynes würde gegangen werden, weil er u sehr mit der Antn.on Aa verbunden ist. Dabei hat der Prä— sident sich geäußert, daß er kleine Verletzer des Gesetzes rücksichtslos ver folge, und großen Gesellschaften, die Whiskey importiren und verkaufen, aber nicht aufzubrechen versuche 7 Dann ist der Präsident gegen die von Haynes befürwortete Bill, welche Richtern vorschreibt, alle Vergehen gegen Prohibition mit Gefängniß j und Geld zu bestrafen, da es unrecht sei, kleine Vergehen wie Verbrechen 1 zu behandeln. on tler, Ga., isol'u E rnz GBrodworth und Willie Jones wegen Ermordung und Beraubung eines Geschäftsreisenden, der sie in sein Auto genommen hatte, gehängt wer— den, als ein Richter einschritt und dem Sheriff einen Einhaltsbefehl wegen eines Versehens zustellte. Die beiden sind jetzt verurtheilt am 13. Febr. gehängt zu werden, wenn die Advoka— ten das nicht verhindern können. Sie haben bereits Appel angemeldet, nach dem der Richter alle ihre Einwände bei Seite gesetzt hatte In New Yortk trifft die Polizei alle möglichen Vorkehrungen, um eine Fluth von Verbrechen während der Sonnenfinsterniß zu verhüten. Sie befürchtet viele Einbrüche und Dicb—- stähle in der Zeit, da die Leute dem außerordentlichen Phänomen einer totalen Sonnenfinsterniß, die volle Dunkelheit veruscht, ihre Aufmerk samkeit zuwenden werden. Hier wird Morgens kurz nah 7 Uhr theilweise Sonnenfinster“it sein. In Chicago erschoß am 17. ein Negerpolizist einen Neger, den er verhaften sollte, als dieser sich in ei— nem leeren Hause verbarriecadirte. Der Erschossene war in Georgia we—- gen Mord angeklagt Ein Polizist, der nicht im Dienst war, kam auf vier Mann, die eine Truckload Whiskey stehlen wollten. Er schoß einen und nahm einen anderen fest. Ein Priester faßte Dan Morgan, 19 Jahre alt, beim Berauben einer Almosen Büchse. Die Pollizei stellte fest, daß er wegen Postraub gesucht wurde. Der VBaptistenprediger MP. Brynton hatte in einer Predigt ge sagt, daß die Munieipalgerichte durch und durch verrottet seien. Der Herr sist verhaftet und soll das beweisen.

Am Monteg wurde hier die Fores-- try Conferenz eröffnet. Auf dersel ben sollon Waldschutz und Waldpfle besprochen werden I. S. Holmes Präsident der State Forester von Nord Carolina war hier, um Vor— schläge zu machen. Es sollen Gesetze zum Waldschutz ausgearbeitet und er lafsen werden. Es ist in Arkansas üblich gewesen, jeden Winter den Wald auszubrennen, um im Frïh jahr schnell Viehweide zu haben. Da verbrennt dann die Decke von Laub oder Fichtennedeln, der Boden liegt blos, und die Abhänge werden völ lig vom Regen abgewaschen, so daß die Vegetation unmöglich wird. Wenn das Holz wie bisher geschla-- gen und verbraucht wird, vielleicht zehnmal so viel wie wchst, dann sind wir mit dem Holz in absehbarer Zeit zu Ende. Auch da sollte vorgebengt weorden. Sägemüller überhaupt Holzfäller sollten gehalten werden, den Wald wieder anzupflanzen, und für das Wachsthum junger Bäume zu sorgen. Wir haben viel Land, das zu nicht anderem gut ist, wie Walo zu ziehen. Es liegen jetzt tausende Acker von Stumpen Land da. Die Eigentitmer wollen es verkaufen ilber Preise haben, weltche ein Farmer nicht erschwingen kann. Von der andern Seite wachsen ihre Steuern, so daß sie Geld verlieren. Daher machen stie Einwanderungprojekte, die aber an! den Einwanderungsgesetzen scheitern.! Da das halten großer Landstrecken nur zu Speluletionszwecken geschieht so ist es schädlich und wenn die Spe kulanten hohe Steuern zahlen müs·! son dann ist es recht. .1 —_“"'—' zu verlehen 1 Auf gutes Grundeigenthum in Little Rock und North Little Rock, um zu kaufen, bauen oder umbauen von Heimen oder Geschäftshäusern um Anlagen zu machen. Rate 514 Progent 6 Prozent 7 Prozent. Abhängig von der Sicher heit, Lage und Charakter des Eigen— thums. Borgen Sie jetzt während genug Geld da ist. Union Trust Co. 201 West Zweite Straße TRUST COMPANY Sehen Sie Mr. Huttner Real Estate Hervice Beumter Urruũ ROCK 1 ur m Bemberg Sons 1 Schmiede Arbeit Deder Art, besonders ornamentale. L Fabritkanten von Dampfkessein, Eisen- und Stahlblech Rrben Größtes Waarenlager in Stahlblechen und T Eisen. 1 Alle Reparaturen unserer Branche bestens ausgeführt 10.& Fairview St., Little Rock, Ark.Phone 2227. s 1 1 8 Argenta Bottling Works Alle Sorten mit den neusten und besten Maschinen hergestellten 1 Soft Drinks Irgend eine Sorte Kistenweise bestellt, wird abgeliefert od. gesandt 1 Franu P. Beschorner, Will Beschorner, Eigenthümer. 212-218 agnolia St. Phone 34 6 1 1 North Little Nock, Drk. 1

Cotton Exchange Pharmacy 1 „Der Store für gute Bedienung“ 1 Phone Main 1997. Sofartiger Ablieferungs Dienst Zweiter und Scott Straße Little Rock, Ark. Ç ÇeÛçe e PF In Alabama und Georgia hat es! vorige Woche arg geregnet und reg snete am Montag noch. Die Flüsse sind gestiegen und im nördlichen dla bama haben sie schon viel Land über—- schwemmt und am Warrior River mehrere Gebäude weggewaschen und den Bahnverkehr auf mehreren Std ken lahm gelegt. Auch in Louisiana hat es Hochwasser gegeben.

Die Allürten sind pltzlich zu den Taktiken Poincares zurückgekehrt Sie haben Deutschland der Verletzung der Abrüstungsklauseln des Vertrags! schuldig erklärt. Sie haben es unge hört verurtheilt, sie haben es nicht ein mal nöthig befunden, die Beweise vor zulegen, auf die sie ihren Entschluß stützen. Und nachdem sie Deutschlanod auf diese ungerichtliche Weise verur-- theilt, erlassen sie die Erklärung, die thatsächlich einem Ultimatum gleich kommt, daß sie in Köln verbleiben werden. Der Geist des Dawes-Plans wird ignorirt, gerade, als ob diese Herren nie von diesem Plan aehort hätten, und Europa steht wieder auf dem alten Standpukt einstiger Ulti· mata; es stoht wieder auf diesem Standpunkt, indem es einfach seine Macht geltend macht, ohne den gericht lichen Weg zu beschreiten.“ („New York World.“) Die New Hork World war bisher ein Franzosen und Alliirten freund liches Blatt. 00 4 Das N. C. W. C. Jonrnal sagt, daß wir an Ueberproduktion leiden, nicht weil die produzirten Waaren! nicht verbraucht werden könnten, son dern weil die Leute, die sie gern a fen würden, kein Geld haben. Es befürwortet höhere Löhne, um aboe helfen. Das ist leicht gesagt und schwer gethan. An einer anderen Stelle sagt der Artikel, daß es zweifelhaft sei, ob es genug Abnehmer gäbe, um die Pro— utte dor deutschen und der amerika nischen Industrie zu kaufen. Der Schreiber stellt also diese Nationen an die Spitze. Dann müssen die andern natürlich das Verkaufen aufgeben. Dem Verfasser des Artikels scheint der Gedanke gar nicht zu kommen, daß die Zustände die Folge eines fal schen Systems sind, das den Menschen vom G-lde abhängig gemacht hat, während das Geld dem Menschen die nen soll Die Umkehr zu dem natür— Erfahrener Uhrmacher und Schmucksachen Reparateur J. A. Shober Snodgrass Bracy Am Eingang.

Pearson Lebih 72 Schildermaler 2 Anri 310 Spring Str. 1 R— L 2 Tipton Hurst 509 Muin Strasße Phone 41-0774. Blumenstücke, geschnittene Blumen, Sarg Ueberlagen nach Bestellung nund Wunsch.

Otto Keller A cotops, Kissen und Vorhäng ueu ind repariert. Pferdegeschirre Tüttel, Peitschen ete. 306 Ost Washington Ave North Little Ro4 M

Jungkind Photo Supply Company 114 West 4. Str., Little Rot., An GBroße Auswahl von feinsten Kodakls n. photographischem Materi« anch Farben für Porzelan Malere und Oel- und Wasserfarben r Price Gordon CGompany (Nachfolger von Overcash Co) Cleaners Dyers Ichöne unb gute Arbeit Abgeliefert wenn gewünscht. 211—213 Center Str. Phone 4-5200

lichen System ist schwer und unmög lich so lange die Verkehrtheit des Sy stems nicht klar erkannt wird.

Page 3

„Diamant Hchuh Werthe“ n Ausschütt Schuh 1 Verkauf Das Publikum hat gesehen! Das Publikum hat geurtheilt! Wünschen Sie das Urtheil zu sehen! mn emmen Sie M unserm Ansseutt Senh Bertaut Morgen s vorigen Freitag und Samstag in unsern Store brachte. Statt aber tür den Nachmittag Andrang zu warten, kommen Sie Morgens Hiernuter quotiren wir uur einige der vielen Werthe. Franen Schwarze Satin Straps Gebrochene Lots. Alle Gute Größen Werth bis zu 9.00 1 3 00 j Das Paar Frauen gebrochene Lots in Oxfords Russisches Calbleder Patent Two Tone. 1 Wexth bis zu 9.00 23 e Das Paar Franen schwarze Kid Straps 1 Dreß Slippers Box und spanische Absätze. 38.00 Werthe. S 4 8. Das Paar Knaben Schuhe Gebrochene Lots. Werthe bis 5.00. 1 59.95 J Das Paar The Guarantee l SHOE CO. 107-109 West Capitol Ave. J Boule Bldg. Ground Floor. j

s Die Probe

Skizze von Frida Baumgarten.

Als Hilde vom Bureau nach Hause kam, fand sie im Wohnzim mer der Mutter Tante Emmas lie— ben Besuch vor. Tante Emma war nicht nur Hildes, sondern aller Nef-- fen und Nichten Lieblingtante ia der Familie. Als wohlhabende, kinderlose Frau eines angesehenen Arztes stand sie einem Heim von gemüthlicher Gastlichkeit vor, in dem sich jung und alt gern einladen ließ, denn sie gehörte zu den Franen, die Klugheit mit Güte verbinden Auch heute war sie mit oiner Ein— ladung für Hilde zu einem kleinen Abendessen für morgen abend ge kommen Mag' dich nur recht hübsch, kleine Hilde,“ rief sie ihr noch la chend im Fortgehen zu, „es kom—- men auch einige nette, junge Aerzte zu uns. „Was meinst du, Kind,“ hragte die Mutter so nebenher beim Abendbrot, „wenn wir jetzt zu VBe— ginn der Wintergesellschaften ein neues, hitbsches Abendkleid für dich kaufen würden?“ Hilde schaute die Mutter etwas oerstaunt an. Die verwitwete Fran Geheimrath war sonst so sehr spar sam. „Wegon der netten sungen Aerz· te, Müitterchen?“ rief Hilde schoer zond. „Allerdings, Kind,“ erwiderre dic Mutter ein wenig zurückhaltend, „Tante Emma wollte zwar nicht daß du vorher etwas erfährst, aber sie hat da wirklich etwas für dich geplant“ Ueber Hildes Züge flog eins Schatten. Ihr ausdrucksvolles Ge sicht wurde um einen Schein blas ser. Es dauerte nicht lange, so hatte Hilde der Mutter das Ge— heimnis entlocktt, wer diese beiden Heirathskandidaten seien. Es waren zwei junge Kollegen des Onkels, beide in entgegengesetzten Stadtvier teln niedergelassen, suchten sie nun eine passende Gattin. Das hatte Tante Emma als liebenswütdige Wirthin bereits mit frauenhaftem Scharfblick wohlbedacht herausge fühlt. Bei dem bevorstehenden klei nen Abendessen wollte sie Hilde und sren beiden jungen Aerzten Gelegen heit geben, sich unauffällig in zwangloser Art kennen zu lernen. „Die Tante meint es so gut mits dir Kind, sagte die Mutter begü— tigend, als sie Hildes nachdenkliches Verstummen bemerkte. Mutter und Tochter wurden in diesem Au— genblick durch das fast ilberhörte, leise Anklopfen und Eintreten Frau Schröders, der Näherin, unterbro schen, die m Nebenzimmer Wäsche ausbesserte. „Wie geht es denn Ihrer kleinen Marta, Frau Schröder? rief del lebhaft l „Ach, noch immer nicht gut Fräulein Hilde,“ klagte die Frau, „sie hustet beständig Hilde blickte mitleidig in das verirmte Gesicht der Ausbesserin, und im Augenblick reifte ein jäöher etn in ihr. „Ich will ein wenig mit Ihnen plaudern, nebel Frau Schröder, geben Sie mir ein oden Näharbeit zum Helfen,“; sprach Hilde freundlich und settes ssch zu der erfreuten Näherin. „Flch möchte Ihnen so gern mit Mart- Arkansas Echo Donnerstag den 22. Jannar 1926 chens Gesundheit behilflich sein und die Kleine einmal von einem tüchti chen Arzt gründlich untersuchen las sen. Wollen Sie mir das Kind dazu anvertrauen?“ „Aber wie gern, Fräulein Hil-- de,“ rief die arme Frau hocher freut. „Sie sind ja so lieb und gut!“ „Nun habe ich nech eine Bitte, liebe Frau Schröder.“ sagte Hilde etwas zögernd. „Ich möchte näm— lich, um alle mir peinlichen Fragen des Arztes, wer ich sei, zu entge— hen, als Tante des Kindes auftre ten, und kann daher nicht als ele gante Dame in meinem modernen Kostüim erscheinen. Sie werden mir daher Ihren alten Mantel und Hut leihen, nicht wahr? Und die Sache bleibt unter uns, liebe Frau Schröder, auch Mutter soll nichts davon erfahren. Morgen um drei Uhr bin (ch bei Ihnen und hole Ihre kleine Marta ab.“

Als Hilde am anderen Nachmit tage mit Frau Schröders verschos—- senem, Mantel u. verregnetem Hut angethan, sich in dem kleinen Spie— gel besah, mußte sie über ihr ver ändertes Aussehen selber mitleids voll lächeln. Mit einem warmen, dankbaren Händedruch von Frau Schröder begleitet, nahm sie die kleine, hlasse Marta an die Hand und bestieg die Eleetrische. Weit draußen, im vornehmen, modernen Viertel des Westens, klingelte sie an der Wohnungsthür Doktor Hart— manns. Man wies sie in das Wartezimmer des Arztes. Es war noch früh,. vor der Sprechstunde, und Hilde hatte als erste Patientin Gelegenheit, w das etwas kahle Zim— mer zu mustern Es war nach hygieschen Vorschriften sicher lich praktisch eingerichtet, nur mit den nothwendigsten Möbeln versehen. So muthete es zwar sehr sauber, aber dennoch etwas unbehaglich kalt an. Herbstlich war draußen die Natur, auch hier im Zimmer war es eben— so, und ein leises Frösteln ließ Hil de zusammenschauern. Sie hörte noch mehrmals die Klingel gehen, ohne daß sie andere Patienten ein treten sah. Doch die Sprechstunde hatte begonnen, denn man vernahm im Nebenzimmer Stimmen. Augen— scheinlich war noch ein zweites War—- tezimmer für vornehme, angemelde te Patienten vorhanden. Endlich, nach fast einstündigem Warten wurde Hilda mit ihrer klei— nen Schutzbefohlenen eingelassen Sie warf einen flüchtigen Blick auf den Arzt. Es war ein hochgewach soner, schlanker und eleganter Mann, der sie mit schnellenm Be— trachten, ein wenig überrascht von oben bis unten musterte. Etwas verschüchtert trug sie ihm mit leisen Worten die Leidensgeschichte des Kindes vor. Er unterbrach sie höf—- lich, aber kurz, hieß das Kind zur Untersuchung auskleiden und be— horchte den Körper des kleinen Müädchens. „Das Kind ist schwach und unterernährt, können Sie es nicht zur Kräftigung fortschicken,“ Sie schüttelte traurig den Kopf. „Ja, da ist dann schwer etwas zu thun. Milch, Eier, überhaupt gute Pflege sind Hauptbedingung.“ Er sah auf die Uhr. „Sollte der Husten schlimmer werden, so kommen Sie wohl noch einmal wie— der, oader mit einem raschen Blick auf ihren schäbigen Anzug vielleicht ist es besser, Sie suchen dann eine Poliklinik auf.“ Sie zog das Kind mit leicht zit ternden Händen an, fragte den am Schreibrisch sitenden Arzt beklom— men, welches Honorar sie schulde. und setre hastig hinzu, sie möchte es lieber sogleich bezahlen. Er nannte, ohne den Kopf zu wenden, mit gleichgültiger Stimme eine ge— ringe Summe, sie legte ihm eilig die Scheine hin und verließ mit der Kleinen das Zimmer. Erst als sie das stattliche Treppenhaus hin ter sich hatte, athmete sie befreit auf 3 Sie blicktte auf die Thurmuhr Wenn sie die Untergrundbahn nahm, konnte sie noch den im ent— gegengesetten Viertel wohnenden Doktor Kern erreichen. Auch hier nahm sie ein sauberes, aber einfa ches Wartezimmer auf. Es saßen noch mehrere Patienten vor ihr wartend da. Sie musterte die klei— nen Radieruntzen an den Wänden, die Krippe mit den gepflegten Blattpflenzen, und mußte sich ein gestehen, daß es hier zwar keines wegs vornehm, aber gemüthlich aus- Martchen spielte mit der neugeschenkten Puppe und Hilde siecte hr ein Täselchen Schokolade in den Mund. In diesem Moment ffnete sich die Thür, der Arzt ließ den darankommenden Patienten eintreten. Auch er war von schlen— kem Wuchs mit sympathischen Ge sichtszügen, wie Hilde schnell fest stollte. Ihre Beklommenheit wich einer ruhigeren Zuwersicht. End lich, nach langem Warten, kam sie mit ihrer Kleinen als letzte daran. Sie wiederholte die Krankheitsge schichte des Kindes, und er ließ sie lunter aufmerksamem Zuhören ruhia l aussprechen, ohne sie zu unterbre chen. Sie blickte dabei in ein klu— iges, ernstes Gesicht, dessen einzige Schönheit in großen, güthigen Augen bestand. Er untersuchte das Kind gründlich, wie es Hilde schien, mit fweichen, behutsamen Händen. „Die Kleine ist sehr zart, ihre Organe sind schwach entwickelt, sie smuß gut und kräftig ernährt wer den,“ hoörte sie ihn sprechen. „Ha—- hben Sie vielleicht Angehörige auf ldem Lande, die das Kind eine Zeit-- lang pflegen könnten?“ Er sagte in der That dasselbe, wie hder Doktor Hartmann, aber es hklang anders. Sie hob den Blick 3u öhnm auf, und als er in ein straurig bekümmertes Gesicht sah, hspiegelten seine Mienen ein herzli sches Mitgefühl mit der jungen Frau wider. Seine ernsten, mil-! den Augen blickten sie aufmerksam forschend an. Sie senkte die ihren und fühlte ein jähes Erröthen auf— steigen. Er schrieb ein Rezept E: gen den quälenden Husten des Kin— des und empfahl nochmals mög— lichste Pflege. „Was schulde ich Ihnen, Herr Doktor,“ fragte Hilde leise. „Das het ja Zeit, wenn Sie wiederkommen, denn ich möchte das Kind gern noch weiter beobachten,“ wehrte er schnell ab. Er entließ Hilde und ihr Pflegekind mit einem freundlichen Händedruck. Wieder stand Hilde aufathmend draußen. Wie merkwürdig doch ein unbefangener Eindruck wirken kann, dachte sie bei der Heimfahrt, so völ lig unbestimmt und dennoch so sklar. Aehnlich waren Dr. Kerns Ge—- danken. Arme, junge Frau, ihr Anzug stimmte so gar nicht mit dem Gesicht überein, dessen Ausdruck ei— ner gauz anderen Schicht, einer gei hstig höheren, verfeinerten anzuge hören schien. Sie war nicht nur hübsch, sondern hatte in ihrer lieb-- lichen Bescheidenheit etwas rührend Weibliches. Er seufzte. Wie selten fand sich heute unter der jungen Damenwelt seiner Kreise ein Mäd—- chen mit wärmeren Empfinden, das ohne kluge Berechnung aller säußeren Vortheile Herz und Gemüth höher stellte als die Erwägungen htühler Vernunftgründe.

Hilde kleidete sich zum Abend essen bei Tante Emma an. Sie stand vor dem hohen Spiegel und lächelte ihrem Bilde zu. Das erl auch heut' genz reizend aus. Mut ter, hatte ihr wirklich ein neues, geschmakvolles Abendkleid gekauft. Die schwarze, glänzende Seide stand so gut zu ihrem welligen blonden Haar und hob das zarte Weiß ihrer matten Haut. Mit ei— nem begreiflichen Herzklopfen sah shie dem Abend entgegen. Keiner von dn beiden Heirathskandidaten würde sie wiedererkennen, und sie genoß die ganze Vorfreude eines köstlichen kleinen Geheimnisses. Doktor Hertmann war ihr Tisch herr, während Doktor Kern ihr ge— genüber saß. Es ging immer her ter zu bei Tannte Emmas Gesell schaften. Alle Gäste waren in mun terer Laune. Hildes Tischherr, der olegante jungt Arzt, unterhietlt ne ben ihr gleichzeitig sämtliche junge Damen. Er sprach mit Geist und schien sich in seiner Rolle als un— terhaltsamer Beherrscher der Gesell schaft zu kennen und zu fühlen. Verstot len und sinnend blickten Hil-- des Augen zu Doktor Kern her- Er schien ihren Blick zu fith len, denn er brach mitten im Ge— spräch mit seiner Nachbarin ab und wandte sich ihr zu. Da spürte Hil— de wieder das jhe Erröthen über hr Gesicht flainmen und im selben Augenblick glaubte sie sich von ihm erkannt. Sie beugte sich tief über ihren Teller, um sich zu sammeln, und ihr Herz schlug eiligen Takt. Sie mied es fortan, zu ihm hinüber zu sehen. Erst beim Tanz fanden sie sich wieder zusammen. Herr Doktor Kern hat darum gebeten, dich nach Haus begleiten! u dürfen, Hilde,“ sagte Tante Em— na und küste sie zum Abschied 3 die Stirn. In der klaren Herbstnacht schritt Hilde mit ihrem Begleiter in leb hast angeregter Plauderei dehin. Wie gut ließ sich mit diesem fein fithligen Menn plauern. Hilde erzählte ihm, ohne es zu wollen oder zu ahnen, mehr aus ihrem Innenleben, als sie es in ihrer zu rickhaltenden Scheu anderen gegen iber sonst thet. Plötlich wechselte s des TDhema, und er begann von sei ner Praxis zu erzählen. Sie hör 1 ste ihm voller Interesse zu unr! lempfand mit ihm die ganze Hin— gabe an seinen schweren und dockl so schönen Beruf. 1 „Ich wohne im Viertel der soge nannten kleinen Leute,“ sagte Dok tor Hern „und viele Unbemittelte) gohören zu meinen Patienten. s Hilde zucekte zusammen. „Arme Mütter mit ihren fin dern sind fast täglich in wmeiner! SEprechstunde,“ fuhr er langsam „Ddmpexial Service“

Der Nene Weg

2 3 Ist der leichteste Weg Es ist so leicht Ihre Wasch Frage zu lösen, wenn Sie vom New Way System Gebrauch machen. Kleider individuell gewa schen, ohne Marken. Es werden verschiedene Methoden an— gewandt: Nasse Wäsche, wobei wir waschen Familien Finish. Wäsche kom- und Sie bügeln. de per Pfund; s plet gewaschen, gebügelt u. mit Minimum Bündel 31. der Hand fertig gemacht. Durch e |schnittkosten 12e per Pfund. Halb Finish. (rough dry) Die Wäsche gewaschen und gebügelt, Flat Work. Haushalt Leinen aber nicht mit der Hand fertig das Pfund 7e. gemacht 8e per Pfund. Phonen Sie für einen Dxiver vorzusprechen 2 Imperial CLaundry

Operirt mit dem neunen Wasch Sustem

15. Main Street „Imperial Service“. fort, „erst vorgestern war so ein junge, traurige Frau mit einem kranken Kinde bei mir Fräulein Hilde, Sie haben wohl auch so an heißes, überströmendes Mitgefilhl für die Armen Er bengte sich jetzt tief zu il herab, am ihr in die Augen zu se hen. Hildes Augen aber waren vor Erregung in Thränen schwim mend. und ihre Wangen waren n tiefe Gluth getaucht. „Fräulein Hilde,“ sagte Dokto Horn leise, „darf ich eine einziges IFraae an Sie richten?“ Sie niekt anm merkbar. „Waren Sie vor aestern bei mir, mit diesem einem fremden Kinde „Ja.“ antwortoete sie fast unhor bar und senkte den Kopf. der klopfte so heftig, daß sie Gehen innehielt. Da schob er nen Arm in den ihren um sie aten. und so gingeh sie anein h dergeschmiegt eine kurze Strt Dann hlickten sich beide strahl verheißungsvoll an. „Ist es ein Traum, Hilde,“ fra te er sie, „oder ist es das Gl „Beides,“ erwiderte sie innig: „denn du hast ja die Probe bestan— den.“ effçëç f Der triftige Grund. Necch einem heftigen Streit sagte die jung verheirathete Frau weinend zu ihren Gatten: „Ich möchte am lieb sten ganz fort von dir und nach Hause zu meiner Mutter. Nur aus einzigen Grund thu' ich's nicht.“ „Werum „Mutter kommt her. weil sie von Vater fortgegangen ist.“ a——— Die hierunter genannten Cars sind für Lincolns eingetauscht wor-- den. Jede Car ist genau über arbeitet u. in excellenten Zustande.

Nash Six Praktisch brand nen. Sehr kurze Zeit auf den Straßen Little Rocks gefahren. Es ist ein 1925 vier Thüren Coupe. Sieht sehr gut aus, hat Baloon Reifen und Alles. Wenn Sie eine neue mit telpreis Car wollen, dann können Sie an dieser viel Geld sparen. Jeder Nachbar wird sie für brand neu halten. Ueberraschend billig

Cadill Model 57 vier Passagiere Phaeton. Nen angestrichen und in perfeeter mechanischer Ordnug. Alle neue Cord Reifen. Um sie zu schätzen muß man sie sehen. Òç c— M Dodge Kingsß Spätes Modell von Touring Sieben Passagiere Sedan, ist Car in ausgezeichnetem Zustand, sichtia 3 Jal braucht MN vor 1 18 e ebrauct neue Reifen. Sieht gut aus läuft Vvorsichtig Jahre gerraut fein. Eine sehr sparsame Car worden. Angestrichen und neue für eine Durchschnitts Familie x Preis billig genug nm im Be- Reifen Mechanisch perfeklt. reich irgend einer Familie zu Läuft schnell sjein. Vier andere gute gebrauchte Cars. Aunch viele Ford Bargains,

IShcemaker-Bale Auto Co. Markham und Arch Straße. Phone 6184—6185—6186. Frage nech Mr. Jones oder Mr Gill

Seite 3 Rose City Bakery Die größte mit modernen Einnic tungen ausgestattete Bäckerei im Staate Alle Backwaar-ou erster Qualitãt. Extra Kuchen ouf Bestellung. Eigenthi. mer Aoe Inno 14. und Main Straße Deutsche Kücher Für Einen Dollar. schicken wir Ihnen sieben vollständige deutsche Romane und unseren werth vollen Katalog deutscher Bücher. Kallmeyer Publ. Co., Dept. 19 Box 639, New Rochelle, N. 9rk

Damen—wir machen Knopflöchec, überziehen Knöpfe, legen Falten, thun h-mstitching und pinking. Prompte Aufmerksamkeit Postauf-- trägen gegeben. A. M. Ellis Co. 209-211 W. 6. St. Little Rock, Ark.

2 Bücher frei. Medizinisches Hausarztbuch von Generalarzt Dr. Richter und Farmers Hausbuch, 344 Seiten, erhaltet gra— tis, wenn Ihr mindestens 10 genaue Adressen deutschamerikanischer Katho liken an Administration Gesellenver ein, Postfach 17 in Klagefurt, Deutschösterreich (Austria) einschickt und für Postspesen 20 eents iutngestem pelte Briefmarken beilegt. Ohne Ad dressen kosten beide Bücher portofrei 1 Dollar. Alles deutlich schreiben.

Page 4

Seite 4 K B

A— ʒ H 7 7— A— 1 a 8 2 at 0 e 21 3 an h 2 27; —4 4— 1 n 0 4— 3 K A irkansas Echo u 1 Board al ammerce Building Rooin 408-410 Kittle Rock. Ark. G. Merrer, Redaltenr. Beamten: August Probst, Präsident. MNsgr. W. Aretz, Vice-Präsident. AArnold Ir Viee-Präsident. C Meurer, Sektretär u. Schatzm. Direktoren: A Arnold Ir., Little Rock. Conrad Elsfen, Subiaco. 1 Fred Titgen, Fort Smith. Jos Schnitzer, Fort a Emil Spieler, Little Rock. A Probst, Little Rock. Foe Jung, Little Rock. Fritz Sieber, Little Rack. Msgr. Or. W Aretz, Little Rock.

Erscheint jeden Honnerstag und kostet das eht im bereich der V. St. sährlich 2.00 Tav dem Arsland 12.50 A ien int-e Ark.,ns Second Class Matter

Donnerstag den 22. Januar 1925. Gditorielles. Am vorigen Mittwoch Morgen hielt Gouv. Meßae vor der versam— melten Legislatur seine Abschiedsrede.! Morgens 11 Uhr. Er wurde reich lich applaudiert und hat es während seiner 4 Fahr Amtsdauer gut ge— meoint. Die Steuern sind in der Zeits tüchtig erhöht und neue eingeführt worden. Diese Lerren, der neue Gou— verneur eingeschlossen, stehen unter der Idee, daß der Staat die Pflich hat, die Kinder zu erziehen. Unter den heutigen Verhältnissen ist der Staat dazu nicht im Stande. Er kann in seinen Schulen wohl Kenntnisse le— ren, u. den Verstand schärfen, aber den Charakter und Willen ausblldens kann er nicht. Denn dazu gehört Re— ligion, und unter den heutigen Ver—- hältnissen müssen Staatsschulen reli gionslos sein. Um 2:30 Uhr wurde der neue Gouv. Tom Terral eingeschworen und. hielt dann seine Antrittsrede, die ei— ne große Masse Versprechungen ent—- hält, aber keine Steuerermäßigungen sondern mehr Steuern verlangt. Zu-- erst sprach er für gewaltsame Aus-- führung aller Gesetze, und damit! meinte er die gewaltsame Durchfüh· rung der Prohibition und sagte das auch. Ist es nicht vielleich wichtiger die Ver Staaten Konstitution auszu—- führen, die Gleichheit der Rechte für alle Bürger, Neger eingeschlossen ver langt Aber die Herren sind für Pro hibition. Neben den Schnapsverkäufer will er dann den Pistolenträger unmög· lich machen. Er sagte der Legislaturs sowohl den Bootlegger wie den Pisto— lenträger ins Zuchthaus zu senden. Dann hielt er den Gesetzgebern vor, sich genen nach der Konstitution zu richten. Er sagte ihnen, daß ers jede Bill vetiren würde, die nicht in Uebereistimmung mit der aom tution passiert werde Dann sagte er, daß zu viel Ange- s stellte im Capitol seien, dir fenten entlassen werden. Dann sagte er den Gesetzgebern Initiative und Referendum zu achten. Er hält die Emergeney Clausel für unrecht und eine klare Verletzung des 1 q t C Fahren Sie ani den Nenen Safety Cars 1:— 1 Für sichern, wirksamen Steaßen Bahn Dienst Um die Bedienung schneller zu machen Bitte kaufen Sie totens oder haben Sie die abgezählte Fare fortia Thun Sie die Fare in die Bor und gehen Sie sofort zu ihren Sitze oder zum Hinterende der Car—bitte blockiren Sie die Front Platts wm nicht. Alle Passagiere treten durch die Frontthür ein farbige Passagiere gehen durch die Hinterthür heraus weiße Passagiere mögen durch die Frontthür heraus gehen. Unsere Neuen Safety Cars sind die letztel Entwicklung und der feinste Typ von Cars heute in Gebrauch. Cooperation von Allen wird in bosserer und schnelleror Bedienung resultiren. Arkansas Gentral Power Go. l „Fahre auf der Street Car Sicherer, Blliger“. Geistes der HKonstitution. Wieder droht er jede Bill mit der Emergeneys! Clause zu vetiren, wenn die enern geney nicht klar gezeigt wird. L Er besürwortet die Aenderung der Vorwahlen vom Angust in dens WMärz. Und dann spricht er über Erzie·s hung und Erziehungspflicht dess Staates. Er wünscht billige Bücher für Schulkinder, scheint also die freien Bücher nicht zu befürworten. Dann kommt er auf die Straßen,s lobt den Harrelson Aet,aber der gehts nicht weit weit genug. Damit der Staat die ganzen ausstehenden Stra— ßenbonds bezahlen kann, befürwortet er eine de Gasolinsteuer per Gallone. (Warum nicht gleich 10e) Dann könn ten die Counties jährlich 5 Mill statt jetzt 3 Mill zum Schuldenzahlen haben. Er verurtheilt das abnehmen von 50e für Noterkosten bei der Ausstell ung einer Auto Licens. Aber er sagt nicht, daß die Form für den Notar von der Licens wegbleiben sollte, sie braucht nicht da zu sein, ist völlig überfslüssig, die Game und Fish Commission sollte abgeschafft werden. Kein Beamter soll Geld erhalten, das er nicht verdient hat. Das jetzige Zuchthaus sollte ver— kauft und das Hauptquatier des Zuchthauses auf die Tucker Farm ge legt werden. Der Erbsche stssteuer Collector soll abgeschafft, und die Arbeit dem Ge— neral Anwelt gegeben werden. Dan zählt er auf daß eolleetiren der Gasolintar, der Cigarettentax, der Cigaretten Lieens, der Einkom— mensteuer und der Severancesteuer, alle von verschiedenen Departments geschehen, was letztes Jahr 8152,000 gekostet hat. Er befürwortet alle die Steuern von derselben Behörde eolleetieren zu lesseen. Die Behörde soll ereirt werden, indem die Insu—- rance Commissr und Feuermarshall abgeschafft werden, wofür dann ein Dept. of Insuranee und Severance geschaffen wird, das alle die Steuern colleetirt. Die Idee ist gut, sie schafft eine Menge unnöthiger Beamten und viele Reiseunkosten ab. Er will dann die Inspeetion von Futter, Dünger, Oel und die Conser— vation der natürlichen Hülfsquellen wofür jetzt 26 Agenten den Staat be reisen, in ein Dept. consolidirt haben, wo 10 Mann gut alle die Arbeit thun können. Dann greift er heftig das geben und nehmen von Freipässen auf den Bahnen durch Beamte und Legislato-! ren an und fordert die Legisltur auf die betreffenden Aete, die trot ui stitutionelle Verbotes das Paßnehmen erlauben, abzuschaffen. Ob die Her— ren es thun, ift eine andere Frage. Er gibt den Herren auch bei Bewil ligungen die Vorschrift, daß die Bills dafür ins Einzelne die Bewilligun gen nennen müssen. Eine Bewillig-- ung in Bausch und Bogen ist nicht er-- laubt. Wollen sehen, wie die Legis— latur abläuft.

Die große Lüge. Ein Blick auf die Spalten der eng lisch sprachigen Tagespresse über zeugt uns davon, daß das Märchen von der französischen Freundschaft für Amerika und von den amerikanischen Dankbarkeitspflichten gegen Frank—- reich nach wie vor die amerikanischen Hirne umnebelt hält. Es ist der Fluch dieser Zeitläufe, daß der Ame— rikaner seine eigene Geschichte nicht kennt und daß ihm infolge dessen die deutschen Verdienste um die, Größe unseres Landes unterschlagen er mit erfundenen französischen Ver-! diensten angelogen werden kann! Die Lafayette Periode sinkt im; Lichte der historischen Forschung i dam persönlichen Abenteuer eines! eitlen, ruhmsüchtigen Frerbeuters her-! ab. Wie aber die Beziehungen Amerikas zum Lande Frankreichs thatsächlich beschaffen waren, lehrtenl uns die Votschaften und Briefe unse-l rer Präsidenten während ganzer Jahr zehnte nach dem Unabhängigkeitskrie ge. Lassen wir Leute wie rnal Washington, John Adams, James Madison und Andrew dJackson als Ankläger auftreten, denen ja doch Arkansas Echo Donnerstag den 22. Januar 1925 wohl nicht einmal Poineare nachsagen wird, daß sie nur pro-deutsche Um— triebe förderten, als sie Frantreiho Apachenatur an den Pranger stellten: Washington am 19 Januar iror: „Unser westindischer Handel erleidet durch die Kreuzer und die Beauftrag ten der französischen Republik aus-- godehnte Schädigungen.“ JFohn Adams am 22. November 1797: „Die zahlreichen Kapereien amerikanischer Fahrzeuge durch fran— zösische Kreuzer und die Vertretung der daraus entstehenden Schadener satzansprüche verursachen uns erheb liche Unkosten.“ JFohn Adams am 5. Februar: „Angesichts der französischen Ueber griffe ist es nothwendig und erscheint es der Exeeutivregierung angebracht, Maßnahmen zum Schutze der Bürger der Ver Staaten und derjenigen Ausländer zu ergreifen, die die Wohl that unserer Gesetze genießen.“ John Adams am 8. Dezember 1798: „In dem Verhalten Frank— reichs ist bisher nichts sichtbar ge— worden. denn was uns veranlassen könnte, unsere Vertheidigungsmaßre—- geln abzuschwächen. Angesichts der Politik, die die französische Republik

gegen fremde Nationen an den Tag legt, halte ich es für meine unver—- brüchliche und feierliche Pflicht, die entschiedensten Kriegsvorbereitungen für durchaus unerläßlich zu erklärẽn. Nur dadurch werden wir einen zu— friedenstellenden Vertrag und dessen Einhaltung durch Frankreich erzwin gen.“ John Adams am 13. Dezember 1798: „Die französische Verfü— ung kennzeichnet sich als ein Akt räu— berischer Kriegsführung gegen die unbestrittenen Rechte des neutralen Handels eine Kriegsführung, deren Zurückweisung unsere Interessen wie unsere Ehre gleich gebieterisch hei— schen.“ James Madison am 1. Junt 1812: „Unsere Beziehungen zu Frankreich weisen aus, daß es, obwohl die gegen die neutralen Rechte der Ver. Staa ten verstoßenden Dekrete widerrufen worden sind, Kapperschiffe und Frei beuter gegen uns ausgerüstet und gegen unsere Fahrzeuge und Bürgetr vielfache Uebergriffe verübt hat.“ Andrew Jackson am 7. Dezember 1835: „Es genügt festzustellen, daß unser Handel länger als zehn Jahre unter fortgesetzten französischen Ue—- bergriffen zu leiden hatte. Präsident Washington und der erste Präsident Adams hatten in ihrer Pflichterfül— lung gegenüber dem amerikanischen Leit unter der fortgesetzten Gegner schaft des französischen Direktoren rathes zu leiden. Obwohl der Ver—- trag vom 4. Juli 1831 die Berech— tigung unserer Ansprüche anerkannte und uns eine Entschädigung von 825,000, 0000 zusprach, ist Frankreich den feierlichen Versprechungen, die seine Regierung der unseren machte, nicht nachgekommen.“ Fast sechzig Jahre nach der Revo lution also hatte Amerika über ein Verhalten Frankreichs Klage zu füh ren, das uns heute von bestochenen oder ignoranten Geschichtsfälschern als „Freundschaft für Amerika“ aus— gegeben wird. Andrew Jackson wer nicht der letzte amerilanische Präsi· dent, der sich gegen französische Ge waltthaten auf Amerika zur Wehre zu setzen hatte. 1851 mußte unser großer Staatssekretär Webster den Franzosen zu verstehen geben, daß der von ihnen geplante Raub der Ha waii Inseln von den Ver. Staaten nicht goduldet werden könne. Und im Bürgerkriege hatten Lineoln und sein Kabinet schwere Sorgen wegen der Gefchr eines Zusammengehens der französischen Truppen in Merxieo mit den Konföderirten, nachdem Na poleon offen erklärt hatte, daß die Monroe Doktrin für ihn nicht existire und nachdem er in offene Verhand— lungen mit England wegen der Aner kennung der Konföderation eingetre— ten war. Ein Nothschrei der Stadt Saarlouis. Voerliner Lokal Anzeiger. Saalouis, 20 Dezember. Die Stadtverordnneten der Stadt Saarlonis haben heute an denßeichs kanzler eine Eingabe gerichtet, in der es u. a heißt: „In diesen Tagen erhielten wir die Bestätigung der Richtigkeit eines seit! Monaten umlanfenden Gerüchtes, wonach der französische Ministerprä sident Herriot den Verzicht Frank reichs ans das Saargebiet und diel Saargruben ausgesprochen hat, wenn die Stadt Saarlouis mit 7 Bürger meistereien ohne Abstimmung an Frankreich fällt. Wir, die gewählten Vertreter der Stadt Saarlouis, hal ten es für unsere heiligste Pflicht, ge gen diese beabsichtigte Vergewalti gung eines treudeutschen Volktheiles einmüthig vor der ganzen zivisierten Welt den allerschärfsten Einspruch zu erheben Wir stützen uns dabei auf die Bestimmung des Friedenovertrac ges vn Versailles, die den Bewoh· nern des Saargebietes das Selhbstbe stimmungsrecht garantiert. Was wir in schwerer Stunde trotz des Druckes der Militärdilktatur unserem Vater- land freimüthig gelobt haben—Treue bis zum Tode—ist heute so wahr wie sdamals Wir waren gut deutsch, wir sind gut deutsch, und wir wollen gut deutsch bleiben. Die Abstimmmg in ehn Jahren wird, davon sind wir e „senfest überzeugt, eine glänzende Rechtfertigung des Treugelöbnisses aller Saarländer zum Deutschthum setngen Wir Bewohner der Stadt Zaarlouis wollen hierbei mit an er ster Stelle stehen, denn wir haben für die Zukunft keinen brennenderen Wunsch als den der Wiedervereint gung mit unseren deutschen Brü—- dern.“ An den Völkerbund wurde gleich falls eine Eingabe gerichtet, in der es fu. a. heißt: „Wir bitten dringend um ihre Mit hilfe, damit den ihr Deutschthum treu bekennenden Bewohnern der Stadt Saarlouis die Möglichkeit gelassen bleibt, ?hre Nationalität solbst bestim men zu können. Noch 10 Jahre wird dieser Zustand dauern. Nur die Hoffnung auf eine Abstimmung und damit auf die sehnsüchtig herbeige wünschte Freiheit macht uns diesegeit erträglich. In ihrer großen Besorg niß richten die berufenen Vertreter der Stadt Saarlouis an den Ho— hen Völkerbund, dem das Saargebiet »auf Grund des Friedensvertrages zu treuen Händen anvertraut ist, die VBitte, diesen unseren Darlegungen seine Aufmerksamkeit zuwenden zu wollen.“ In einer dritten Eingabe an Her— riot wird u. a. gesagt: „Wir Bürger der Stadt Saar—- louis, die wir die gewählte Stadtver— tretung bilden, können nicht anneh— ·men, daß Sie, Herr Präsident, über die Stimmung der Bevölkerung im Saargebiet, besonders in Saalouis, richtig unterrichtet sind, weil sie sonst een Gedanken (vergl. oben D. Red.) sicher nicht ausgesprochen hät ae Gestatten Sie uns deshalb, zu »nächst darauf hinzuweisen, daß der der seinerzeit dem Präsidenten Wil— son unterbreiteten Erzählung von 150,000 Saar-Franzosen eine Be— weiskraft nicht beizumessen ist, daß sie durch Manchenschaften einiger Persön lichkeiten zustande kam, die Sie, Herr Präsident, ohne Zweifel nicht billigen würden. Gestatten Sie uns ferner Ihnen die Versicherung zu geben,daß das Saargebiet u. nicht zum minde— sten die Stadt Saarlouis deutsch war, deutsch ist und deutsch bleiben wird. Wir können die feste Versicherung ge-- ben, daß die Bevölkerung der Stadt Saarlonis, hart an der Grenze Frankreichs, in Frieden und Ein— tracht mit unserem Grenznachbarn le ben will. Als gute Deutsche bekäm—- pfen wir aber jedes Bestreben, uns von Deutschland loszureißen, weil wir unlösbar verknüpft sind mit un—- serer deutschen Heimathund es eine Lostrennung wie ein Dolchstich, wie leine Erdrosselung auf das Wirth— schaftsleben wirken müßte. Jeden Versuch der Trennung müßten wir als eine in unser deutsches Haus ge— worfene Brandfackel betrachten, die Mann, Weib und Kind selbst mit ih rem Herzblut ersticken würden. Nichts linder Welt, keine materiell noch so glücklich- Zukunft könnte uns unsere Liebe zu Deutschland aus unseren Herzen reißen.“

Senator Borah und die Farmer. Senator Borah hat am 12. Jan sim Senat in scharfer Weise darauf hingewiesen, daß Hilfe für die Far mer eine der Hauptfragen der ver— flossenen Kampagne gewesen sei. Er möchte wohl wissen, wie die Wahl ausgefallen wäre, wenn es vor der selben geheißen hätte, daß alle Hilfs· bethätigungen aufgeschoben worden seien, weil es in einigen Ackerbau-- zweigen temporär etwas besser ge worden wäre. „Wir versprachen prompte Hilfe bis zum letzten Tage vor der Wahl Wir machten die Hilfsaktion für die Landwirthschaft zu einem Theile unserer Plattform. ·Wir sind en dieses Versprechen gebunden. Es gibt keinen Ausweg es zu umgehen, es sei denn, daß wir ein feierliches Gelöbnis verleugnen.“ „Wenn wir bis zum Jahre 1926 warten wollen, um dieses Problem aufzunehimen, dann werden wir uns wibder einer Wahl gegenübersehen sund wir werden das Problem vom Standpunkte der Opportunität an— greifen müssen. Eine Angelegen heit, die wissenschaftliche Untersu— schung, einen gewissen Muth und Entschlossenheit erfordert, kann nur zu einer bestimmten Zeit richtig in Angriff genommen werden ud war dann, sobald wir die Macht vollkommenheit erhalten haben, in derselben voranzugehen“. Senator Borah wies darauf srin, daß die bessere Aussicht auf die schlechtere Ernte in Europa und den Dawes Reparationsplan zurückzu— sithren sei. Der letztere könnte kr unmöglich von danerndem Wer the sein, solange die Höhe der vollen Reparations Zahlungen nicht fest gesett seien. „Der große Fehler des Dawes- Planes“ setzte er hinzu, „ist der, daß er die industrielle und Besteu- s 114 American Southern 1 Trust Company. f ss h 1. A 3 s h Per er Dieust! ;s Q j Wir sehen unsere Kunden h als uunsere Freunde an und wir sind me zu beschäftigt, um irgend einer Sache die h nöthige Aufmerksamkeit zu sh I schenken. Wir laden Si- 1 und Ihre Freunde ein, Ih-e Geschäfte hier abzuwickeln 2 sh Die Bank, welche für ihre Kunden sorgt. h Dxitter Main Straße, Little RNock, Axk. x 4 1 entra an 1 n an rmm Capital 200,000 Ueberschuß 40,000 Lassen Sie uns Ihr Geld aufheben. Lassen Sie uns Ihr Grundeigenthum verkaufen. Lassen Sie uns Ihr Eigenthum oder Auto versichern Lassen Sie uns Ihr Surety Bonds schreiben. Lassen Sie uns Ihr Haus od ein Haus an Sie verrenten t In deer That, lassen Sie uns Irgend etwas für Sie thun, das eine völlig ausgestattete, gut geführte Bank thun kann. „Kommen Sie um mit einer wachsenden Bauk zu wachsen.“ 1 m m

1 Bankers Trust Company. 2 Zweite und Kain Straße, Little Rock.

Aktien Capital 8300,000.00 Günstige Lage. Aufmerksame Bedienunc z Wir sind Vertreter aller größern Schiffahris Gejsellschaften ein schließlich der „Hamburg Amerika Linie“ und des „Norddeut schen Lloyd“. Schiffskarten werden pünktlich und gewissenhaft besorgt. Auch möchten wir einem freundlichen Leser?reis aut unser Auswärtiges Geldgeschäft aufmerksam machen Wir be— sorgen Uebertragungen nach Ueberseeischen Ländern bei Draht, 1 Wechsel, oder Bank Anweisung, zu den laufenden Tages Kunrsen Weitere Auskunft ertheilt kostenfrei und ohne Verzögeruna: Bankers Trust Company, Foreign Dept. Fritz Sieber, Manager. 1 The England Nat. Bank Vereinigten Staaten Depository 21 7 2 —72 2 Wünlscht Ihr meschäft Die Geschaftsführung ist in Händen konservativen erfahrener“ Männer, welche in geeigneter geschäftsmäßiger 1 Weise Ihre Interessen wahrnehmeu 1 werden.— Beamte: I. E. England Ir., Präsident Poole E. Russ, Kassirer. 6 300 Main Straße œ— —ÔÖÒf ÔR—R—eOiffbcpcu—ÓŸÓÚÿÚÿùÿrPrP”ŸP])Sm>ffD_ _ E dtd itttte ddtttettont arbtd dtdddddet dhidiit dit didddidad atbettaededen 7 s HAYES SEED STORE Bulbs Blumenzwiebel Wir haben alle Sorten Blumenawi eer Zimmer und Garten, Nareissen, ut —orten Brnenwie: ulpen. Zwiebel Setzlinge Wir haben alle Sorten M Zwiebeln Setzlingen en alle Sorten von Herbst Hayes Seed Store. 108 West Siebte Straße

———í—

erungspolitik eines großen Volkes sunter die Ueberwachung fremder Mächte stellt; er bann auch nur so— lange erfolgreich sein, als andere Vülker Deutschland Geld zu liefern swillens sind.“ „Ich möchte dadurch nicht den Dawes Plan kritisieren, sondern nur andeuten, daß die Leute im Irrthum sind, die da glauben, daß der Dawes Plan und die europãi— sche Mißernte das Farmproblem ge—- löst haben.“ „Die Steuerleistung der Farmer belief sich im Jahre 1913 auf 8624,090,000 und ist jetzt auf 1, 700,000,000 gestiegen. Der Far— zahlt ungefähr 14 Prozent sei nes Einkommen in Steuern, wüh— rend die übrigen Bürger etwa 4 sProzent zahlen“. Der Senator trat aum Schluß für ein neues Vermark— stungssnstem ein das direkt von der lßegierung kontrolliert wiürde und legte dem Senat die Dringlichkeit dieses Problems, das vor allen an deren in Angriff genommen werden sollt, nahe. Er befürwortet zu die sem Zweck die baldige Einberufung seiner Sondersession des neuen Kon hgresses Bornh hat recht Die Farmer werden die Frage niemals durch Co— operation lösen können, wenn nicht die Regierung dic Cooperation iher wacht und den Farmern hilft. Die Stenern aber sollten ermäßigt werden

Page 5

Im Kampf gegen Staatssozialismus. Windhorst lehnte sogar Reichs- Eisenbahnamt ab.

Central Verein handelt nach Grund— sätzen, zu denon sich große deutsche Führer bekannten. Wie viele ineder des Central Vereins, wie viele deutsche Katholiken unseres Landes, sind sich dariber klar daß der Central Verein, indem ers solche Vorlagen wie die Smith-Tow. ner Bill, die Sheppard-Towner-Ma-- ternity Bill, und jetzt das Child Labor Amendement, bekämpft, nach densel-. ben Grundsätzen handelt, die ein Windhorst so oft beßolgte. Für ihn war das Deutsche Reich ein Födera tivstaat, und er bekämpfte daher je-- des Bestreben, die Centralisation Macht auszudehnen. Dr. Engen Mack hebt z. B. in seiner Schrift „Staatssozialismus“, die den Nach— weiß erbringt, Bischof von Ketteler, Ernst Lieber, Graf von Hertling, sei-- en ebenso wie Windhorx Gegner die— ser Richtung gewesen, hervor, daß der große Zentrumsführer die d lisierung der Bahnen durch den Staat besonders aber durch das Reich, be— kämpft habe. „Er sah in der Ver reichlichung der Bahnen, schreibt Mack, „ein weiteres Untergehen des föderalistischen Gedankens, ein Hin— arbeiten auf den Einheitsstaat, auf Staatssozialismus.“ Der Verfasser der erwähnten. jüngst erschienenen Schrift beleuchtet! diese Ansicht der Windhorst schen Stellung durch eine Reihe von Aus sprüchen aus dessen Reden. So! erklärte Windhorst am 13. Dezember 1884 im Deutschen Reichstag, daß geplante Reichs Eisenbahnamt seil an dem Widerstreben der Einzelstaa-- ten gescheitert. Er hoffe, die Staaten würden stark genug bleiben, es auf recht zu erhalten. Wörtlich heißt es dann an einer anderen Stelle der Rere: „Also, ich bin ein Freund der Beseitigung des Reichs Eisenbahn amtes, weil es mir ein Wahrzeichen ist für die Idee der Reichs Eisen bahnen, dje ich im höthsten Grade be denklich finde, und die im Widerspruch steht mit der Grundlage des Deut schen Reiches. Dieses Reich ist einl Föderativ Staat.“ Das gilt auch von unserem Lande; und die Centralisation muß natürlich noch viel kräftiger bekämpft werden, wenn es sich um Erziehung Schule, wie im Falle der Smith— RURURURURRUR RRR RRRRR RRR RR RRR 0 U 7 29 Gus Blass Co.

Verkanf des Reli iture Co.- 2 VBerkanf des Reliable Furniture Co.F I Stods zu weniger als Wholesaletosten ü Stocs zn weniger als Wholesaletosten ð ñ ü 2 b lich Combinirt mit nnserm jährlichen

IFeb lusstat Verkanf. Febrnar Hans Ausstattungs Verkanf. 3 Der größte Verkanf von Arkansas für Hausgebranch Sachen. 2 30e bis 50e zum dDollar, zu Schleuderpreisen. 7 x q x 9 2 Die Reliable Furniture Co. 210 Main Str. hier, war gezwun 3 gen das Geschäft aufzugeben, weil der Pachtkontrakt für 3 Stores 2 zu Ende ging, die sie die letzten 10 Jahre gehabt hatte. Blass haben das ganze Lager für Baar gekauft zu einem bloßen Bruch—- 2 theil des Werthes. Diese Sachen werden Ihnen verkauft zu 3 -benso billigen Preisen. Das Lager besteht aus populären und aus den feinsten Mübeln 8 Sachen aus den ersten Fabriken in diesem Lande. Ohne Rück— us sicht auf Werth, wird Alles in diesem Verkauf zu sensationellen 5 1 Preis Reduetionen auf den Markt geworfen. 1 Diese Bargains werden die Leute zu einer solchen Kauflust an— stacheln, wie diese Stadt vor her ziie gesehen hat. Es gibt Nichts womit dieser Verkauf verglich en werden kann. Er steht allein als 2 8 größtes Geldsparendes Eheig niß. Vermissen Sie die Gelegenheit 5 oner Lebenszei 1 2— el iner Lebenszeit nicht! 5 30 Fine 2135 n 7 Eine Lot F 135 869.85 Fiber Suits e Eine Lot ʒl5O 899.75 bis 8175 Sutts 99N. D 2 Wohnzimmer Ausstattung 95 00 n 3150 bis 8175 ʒ2. 0 Theilzahlung baar, der Rest monatlich. 3 große Lots Dishes in 42 bis 50Stück Sets. Sechs Tassen, sechs 5 Untertassen, Teller (3 Größen) Frucht und Gemüse Schüssel, Zu·f cker und Milch und andere nothwendige Stücke. 315 Blue Bird 850 Haviland 0 86.90 824.05 2 Sie können dieses famose Mu- Zierliches transparentes Limoge n ster jetzt für fast nichts kaufen Porzelan des beriühmte Havi- E Geschirre für Sechs. land! Blumen Zeichnungen in i Farben. 5 Ne n Srta peai Reduktione e Alle andern Sets zu spezialen Reduktionen. 2 Alle Lampen zum halben Preis. 2 WVaschüsseln, blau Enamel 41He Tisch Gläser, dünnes Glas mit hiühschen Blumenmustern 4de il Ein Lot zuverlässiger Refrigeratoren 50.00 werth. 21 Hartholz, weißes Enamel innen. 100 Pfd Eis Kapazität, 3 1 2 Thüren, Niclelplatirte Beschläã ge Sensationeller Werth. 827.85 F Al The Gus Bl Co.- N 3 H 2c. 1 Lhe Gus Slass 0. Vierte Main Straße 2 RuRRuRURuRuRURRRURURVURURrI FURRV—UR U r Q Towner Bill, um Gesundheits- und Familienpflege, wie im Falle der Sheppard Towner Maternity- Bill, oder um die Beschränkung der Arbeit aller Kinder und Jugendlichen bis zum 18ten Lebensjahre, wie im Fall des vorgeschlagenen Amende ments, handelt. Dabei gilt es ja nicht nur die Rechte der Einzelstaaten und Gemeinden zu wahren, sondern auch die der Familien und der Einzel personen. die stets n Gefahr gerathen wenn der Staatssozialismus die Ober hand gewinnt. Für die Anschauung Windhorst's ist es ungemein bezeichnend, daß er am 30. Januear 1885 auch gegen die Verstaatlichung der Polizei sprach. Dr. Mack eitirte aus der an jenem Tage gehaltenen Rede folgende Sätze: „Das von Herrn v. Eynern zur Sprache gebrachte Thema ist eines der bedeutungsvollsten für die Entwictklung der Städte. In Han nover haben sich die Städte jeder— zeit bemüht, eine selbständige Po—- lizei zu bekommen. Jetzt scheint man eine andere Richtung ein schlagen und die städtische Polizei allmhlich auf den Staat übertra gen zu wollen. Das ist aber keine gesunde Entwicklung und wider spricht den deutschen Verhältnissen absolut. Der Grund wahrer bür gerlicher Freiheit liegt in der Solbstständigkeit der Kommunen, ohne eigne Polizei ist diese Selbst ständigkeit der Hommunen bloß leerer Schall. Wenn man in Han— nover eine Kreisordnung gegeben hat ohne die selbststndige Aus übung der der Polizeigewalt, so ist das ungefhr ein ausgeblase nes Ei.“ Was würde nun Windhorst erst zu den verschiedenen Vorschlägen, die der Central Verein im Laufe der letzten Jahre so eifrig bekämpft hat, sagen? Er würde unzweifelhaft seine Glaubensgenossen in der neuen Welt ermahn-n, nicht zu erlahmen, sondern diesen Aeußerungungen des. Staats sozialistischen Geistes kraftvoll entge gen zu treten. Schien es ihm schon gefährlich, daß die Städte die eigene Polizei verlieren sollten, weil dies eine Einbuße ihrer Selbstständigkeit bedeute, um wieviel gefahrdrohender wäre ihm nicht der Anschlag auf Fa milie und Eltern erschienen, wie ihn das zwanzigste Amendement vor— stellt? Er hätte mit Senator Fames Reed unbegreiflich gefunden, daß man 435 Kongreßabgwrdneten und 95 Arkansas Echo Donnerstag den 22. Jannar 1925 1 Senatoren das Verfügungsrecht über 40 Millionen junger Menschenkinder! seinrumen wolle! Denn darauf üuft die ganze Geschichte hinaus, was man glüeklicherweise mehr und mehr ein zusehen boginnt. Aus Windhorst's Munde könnten die Worte stammen, die wir in dem von der Central Stelle des Coentrals Vereins herausgegebenen Flugblatt zu dieser Frage finden: „Das Amen dement ist der Höhepunkt der Regie rungsühergriffe auf die Rechte, Pflichten und Privilegien der einzel nen Bürger. Es bevollmächtigt den Kongreß, willkürlich die werthvoll sten Rechte, die ein noch nicht voll-s jähriger Mensch gegenwärtig besitzt aufzuheben.“ Den 48 Einzelstaatens aber muthet das Amendement zu, der sin Washington centralisierten Bun—- desmacht das Recht einzuräumen, de sren VBürger zu erziehen, zu unterrich ten und unter Kontrolle zu nehmen. Alle großen Führer der deutsch sprachigen Katholiken bekämpftens noch stets derartige staatssozialistische Neigungen. Der Centra l- Verein handelt, indem er sich als Gegner des Child Labor Amendements bekundet, getreu den Grundsätzen, auf die sich einst der große Ketteler, der unent wegte Windhorst, Karl von ar sang, stützten gegenüber der Neigung so vielér Politiker und Staatsmän. ner ihrer Zeit, den Staat mit allen möglichen Machtbefugnissen auszu statten. C. St. d. C. V. ee j Aufstieg und Nicdergang der „Königin dreier Erdtheile.“ Zum 400. Todestage des e ungsreisenden Vasco da Gama. Die Geschichte keines anderen kes neuerer Zeit verräth so wie die Portugals, wie rasch die Macht, die auf Exoberungen und Gelderwerb be—- gründet ist, vergehen vermag. Am verflossenen Weihnachtstage waren vierhundert Jahre seit dem Tode Vasco da Gamas dahingegan gen. Dieser große Entdecker war es, der 1498 Celeeut in Ostindien er— reichte, und somit den von Columbus gesuchten Seeweg nach dem fernen Osten gefunden hatte. Auf seinen Errungenschaften, wie denen seiner unmittelbaren Nachfolger, errichteten dann die Herrscher Portugals ihr asiatisches Kolonialreich. Da andere Entdecker Brasilien für Portugal in Besitz nahmen, während schon vor Vaseo da Gama eine Kolonie an der Westküste Afrikas begründet worden swar, so trug nun das kleine Land den stolzen Titel: „Königin dreier Erd theile.“ Innerhalb eines Jahrhun—- derts war Portugal so zu einer Welt macht geworden, die gewaltige Reich-- thümer aus ihren Kolonien bezog. Besonders war es der Gewürzhandel, der den König bereicherte, da die Kro— ne sich ein gewisses Monopol vorbehal ten hatte. Nun hatten die Gewürze damals einen weit höheren Metall werth als heute. Daß man im Deut lschen bis in die jüngste Zeit von gro-- Ben Handelsherren als reichen „Pfef fersäcken“ spricht, erklärt sich daher, daß zu den Zeiten der Fugger und Welser, die ja enge Beziehungen zus Portugal hetten und dessen Kolonial waaren im europischen Inland ver—- trieben, die Kaufleute, die an diesem Handel betheiligt waren, großen Ge— winn erzielten. Portugal soll in den besten Zeiten jährlich über zweihun dert Millionen Dollar aus Indien ge zogen haben. Infolge dessen entwickelte sich am Königshofe und unter den Großen u. Reichen des Landes ein glänzender, üppiger Luxus. Lisabon wurde ders erste Handelsplatz Europas und ders lerste Stapelplatz für Erzeugnisse des Orients. Selbst Kirchen und Klöster nahmen in verderblichem Maße an diesem Reichthum theil. Das Lati fundienwesen, das noch jedem Landes— zum Verderben gereicht hat, riß nun immer mehr ein. Das Privileg der Großgrundbesitzer, eine falsche Getrei de- und Steuer Politik, sowie die Uebergriffe der Beiraschafe, die befugts waren, auf weiten Strecken des Lan— des zu wandern und zu grasen, ver·s anlaßten die Bauern zur Auswande·s rung. Sie verkauften ihre Höfe zums Spottpreise an solche, die an den Gold erträgen der Kolonien schon theilge-l nommen hatten. Bald mußten mehr als zwei Drittel des heimischen Brot bedarfs durch Kauf vom Anslande ge·s deckt werden. Was der Sel. Sir Thomat More in England bemerkt hatte, daß das Schaf bei steigendens Wllpreisen die Bauern verdränge,s wies sich auch in Portugal als wahr. s Heute ist Portugal ein armes, we nig bevölkertes Land, das kaum. seine e!gene Zellbststndigleit zu bewahren nna sondern in einem gewissen Arängieke tov hältnis zu England tiht Seine Müthezeit hatte nur et wa dreinertel Fahrhundert gewährt. Geoi Befolgung der Pläne mr Erobe·l run de Araberreiches in Nord·Afri· lea wurde 1471 das jett wieder be— deutsam gewsrdene Tanger erobert. euen Fahre später, 1578, endete die Schlacht bei Aleazar gegen die Maenren mit der Vernichtung des portugiesischen Heeres und dein Tode des portugiesischen Königs. So schei terte der Plan zur Eroberung Afri kas; der Verlust des Kolonialreiches folgte, insbesendere nachdem um 1600 Engländer und Holländer als Konkurrenten in Indien auftraten. Beide kämpften übrigens gemeinsam gegen die Pertugiesen, und auch die- Eingeborenen empörten sich gegen die.! se, die, von der Habsucht angestachelt, grausam und willkürlich pewirt schaftet hatten. Zudem hat die Kor— ruption entnervend gewirkt. Als Vaseco da Gama im Jahre 1520 zum! zweiten male nach Caleeut kam, ent deckte er bereits tief eingerissene Ue belstände. Als Portugal sodann den Kampf mit Engländern und Hollän dern aufnehmen mußte, waren die Staatskassen leer, die Kriegsflotte untüchtig, dieFestungen halb zerfallen und ohne Kanonen. 1640 kann der pirtugiesische Vizekönig in Indien aus Mangel an Geld und Mann— schaften keine Flotte mehr nach Hause! schicken. Damit war der Zufluß der! indischen Geldquelle zum ersten male für Portugal ausgeblieben. Der Verfell der Weltmacht Portu-- gals entwickelte sich nun immer ra— scher. Wie das Rheingold der Nibe lungen allen zum Unsegen gertitte l die in seinen Besitz gelangten, so er wiesen sich die Schätze beider Indien für Portugal als ein Fluch. Das Land ist verarmt; öfters war es ge zwungen, zum Staatsbankrott seine Zuflucht zu nehmen; obgleich von wunderbarer Fruchtbarkeit, produ-- ziert es dennoch nicht genügend e treide, um damit seine eigene Be—- völkerung zu ernähren. Noch immer verlassen viele Portugiesen ihre schö ne Heimath, um im Auslande ihren Lebensunterlalt zu suchen. Dabei ist das Land tief verschuldet und seit zweihundert Jahren wirthscheftlich von Eigland abhängig So ist Portugal eine jener Völker leichen, auf die der verstorbene Gustav Ruhland in der geistreichen Einlei tung zu einem System der politischen Oekonomie hinweist. Sein ebenso rascher Niedergang wie Aufstieg be weist, daß auch Völker wie einzelne Menschen und Familien infolge ver kehrter Lebensführung sich nur zu leicht um die Früchte ihrer Erfolge be— trügen Die Sünden der Väter rä chen sich in allen Fällen; das ist die Warnung, die das Geschick Portugals verkündet. Eine verkehrte Wirth schaftspolitik begründet auf dem, was wir heute Imperialismus zu nennen pflegen, wird jedes Volk schrittweise aber sicher dem Unheil entgegen füh— ren. Veide pflegen die Gesetze der Gerechtigkeit hintan zu setzen und ber gen so von Anfang an die Keime des Verfalls in sich. C. St. d. C. V. Das Fazit von fünf Jahren land— weiter Prohibition in trockenen Zahlen. 3 Das fünfte Kalenderjahr der Vol stead Epoche, die dem Lande saha— ramäßige Trockenheit und damit au— ßer wirthschaftlichem Segen auch sitt liche Hebung bringen sollte, gelangt heute zum Abschluß Ein “halbes Jahrzehnt landweiter Prohibition hat uns dem prophezeiten Millennium nicht um einen Schritt näher geführt Immer weiter klafft der Gegensatz! zwischen Theorie u. Wirklichkeit, im mer offenkundiger wird der Kontrast zwischen den in glänzenden Farben ausgemalten „Segnungen“ und den thatsächlichen Folgen der Prohibition. Was hatten die Prohibitions Theo retiker nicht alles in Aussicht gestellt? Der Bann auf geistige Getränke, hat ten sie ausposaunt, würde die Brut stätten des Verbrechens austilgen,zur Entlastung, wenn nicht Schließung, der Gefängnisse führen, eine wesent·! lichen Beschränkung der Polizeikräfte ermöglichen,“ Armenhäuser und Ver— wahranstalten unnöthig machen, stren gere und allgemeinere Beobachtung der Gesetze zur Folge haben, die ganze Bevölkerung moralisch besser machen. Und was finden wir als thatsächli-s ches Ergobnis? Die Zahl der Ver brechen hat sich in's Ungeheure ver mehrt, die Mißachtung des Gesetzes überschreitet Maß und gZiel, die Ge fängnisse und Armenhäuser sind mehr überfüllt als je, allenthalben eor Verstärkung der Polizei verlangt, unds sittlich ist das allgemeine Niveaun ge sunken. Kurz gesagt, um ein engli sches Wortspiel zu gebrauchen: There! is less gin but more sin. Man braucht nur einen Blick in! einwandfreie amtliche Statstiken zun werfen, um sofort die erschreckende Thatsache zu erkennen, daß trot aller „Segnungen“ der Prohibition die Gesetlosigkeit durchweg in den letzten fünf Jahren stärker zugenommen hat als die Bevölkerungszahl. Nehmen wir z. B. die Zahl der Verhaftungen wegen unordentlichen Betragens in Chieago. Diese umfassen die Trun-; konheitsflle und sonstige Ausschreit ungen. zu denen nach der Theorie der Prohibitionsfanatiker der Genuß gei stiger Getränke angeblich den Hamnpt-- nlaß goben sollte: sie schließen jedoch! die Automobil Vergehen nicht ein. Achtunga Achtung U N an Die Little Roc Lieder-Tasel verunsßaltet am Montag den 26. Jannar 1925 in der St. Edward,s Halle Hte Lerru Str. einen oken sMasten Pal großen Masßen a E— wozu Jederman herzlich willtonrmen ist er 31.00 er Anfang: 7:50. Ende: wenn's alle ist. Das MComite 1 Das Komite servirt das Recht Ordnung aufrecht zu erhalten unt Im Jahre 1916 betrug die Zahl die— ser Verhaftungen 49,952, im Jahre 1920, dem ersten Volstead-Fahr, ging sie auf 32,352 herunter, um dann schnell zu steigen, bis sie 1923 sich auf 75,261 bezifferte u. nach der Schätz ung des Polizei Departments im heute zu Ende gehenden Jahre noch um weitere 15 Prozent zunahm. Während von 1916 bis 1923 die Ein— wohnerzahl Chicagos um 16 Pro—- zent gestiegen ist, hat die Zahl der Verhaftungen wegen unordentlichen Betragens um 50 Prozent zugenom— men. Von 1920 bis 1923 gar ist die Bevölkerung nur um 7, die Zahl e ser Verhaftungen aber um volle 133 Prozent gestiegen. In New York werden nach dem! Bericht des Polizei Kommissärs En right jetzt, während der Prohibition, weit mehr Verhaftungen wegen Trun kenheit vorgenommen als vor Ein führung der Prohibition. Im Jahre 1918 wurden 8,795, im Jahre 1922/4 jedoch 11,402 Personen wegen Trun kenheit eingelocht. Besonders schlimm liegen die Verhältnisse in der Bundes hauptstadt Washington. Als el dient uns der Bericht des Polizei chefs Major Sullivan an den Kon· greß. Diesem zufolge wurden im Jahre 1923 im Distrikt Columbia 5,386 Verhaftungen wegen Trunken s heit vorgenommen, 121 Prozent mehr als im Jahre 1910. Die Zahl der Morde ist dort von 1910 bis 1923 um 270 Prozent, die Zahl der Raub— überfälle um 103, die der Hausein brüche um 85 und die der Angriffe mit tödlichen Waffen sogar um 07 Prozent gestiegen. In einem geit raum, in dem die Bevölkerung der Stadt um 32 Prozent stieg, hat diel Gesamtzahl der Verhaftungen um 107 Prozent zugenommen. k Aehnlich liegen. die Dinge in At lanta, Ga Dessen Einwohnerzahl ist von 1913 bis 1923 um 12 Proz ge— stiegen, in der gleigen Zeit hat jedoch die Zahl der Verhaftungen wegen Trunkenheit von 3,130 auf 7,003 zu genommen. Verhaftungen wegen un· ordentlichen Betragens nahmen ums ein Drittel, Morde von 16 auf 40 zu Statt daß die Staatsgefängnisse, wie prohezeit war, entleert worden wären, weisen sie eine stärkere Ueber füllung auf els jemals zuvor. Ams 1. Januar 1923 beherbergten sie, nachh den letzten verfügbaren Ziffern, 77, 340, am 1. Zuli 1917 nur 71,442 Zuchthäusler. Mit anderen Worten, im Juli 1917 kamen auf jse 100,000 Einwohner des Landes 72,4, im Jahre 1923 jedoch 74,5 Zuchthäusler. Und die Verhältnissẽ liegen in den, landwirthschaftlichenStaaten, die dochh. dem Dämon Rum offiziell weit nach- „Sieh den Baeilus—so klein, daß er nur durch ein starkes Mieroscop gesehen werden kann Aber eine Armee derselben werden den stärksten Mann oder das stärkste Thier töten“ ʒs ist die Total S Es ist die Total Summe 1 7— 1 2 Welch· Mö htig ist. Es sind die kleinen Dinge im Leben, welche in großer Menge die Macht haben. Die zerstörende Fluth wird von winzigen Regentropfen gebibdet. Die gewaltige Lawine ist aus Schneeflocken, so leicht wie Federn, entstanden. Das Bischen Gas von einem Kunden verschwendet, zählt für sich sehr wenig. Wenn aber viele der 12,000,000 Gas Verbrau cher Gas verschwenden, dann wird das Resultat ernst genug, um die Aufmerksamkeit des Regierungs Bureaus von Gruben zu erregen, das Propaganda verbreitet, die Conserva tion vwon Gas fordert. Eine starke Sorte von Verschwendung besteht im Gebrauch untauglicher Apparate, welche das Mintimum Hitze liefern und ein Maximum an Gas verbren-- nen. Wenn Ste Rath haben wollen, wie Gas zu sparen ist, werden wir Fhnen gern den rechten Rath er theilen 1i Gas FuelC Little Rock Gas uel Co.

Seite 5 drücklicher abgeschworen haben, wo möglich noch schlimmer als in den Industriestaaten. So hat in dem ty— pisch trockenen Staat Kansas die Zahl der Insassen der Staatsgefängnisse in fünf Jahren um 14 Prozent zuge— nommen. Auf je 100,000 der Be völkerung kamen dort im Jahre 1922 92,3 Zuchthäusler, dagegen nur 65,5 im Jahre 1917. Diese Zahlen sprechen für sich selbst. Die Nutzanwendung liegt auf der Hand. stn aeammmeneßm n vet- !en a Der Journalist. Der große, vornehme, bedeutende und einflußreiche Journalist war ge— storben. Engel hoben seine Seele al sogleich auf die Schultern, und so landete der ausgezeichnete Mann als bald vor dem Thore des Himmels Er wollte gerade einziehen, als ihm St. Peter den Weg verstellte. „Veschäftigung?“ forschte er mit militärischer Strenge. „Journalist!“ „Alles besetzt!“ sagte Peter kurz angebunden und schlug ihm das Thor vor der Nase zu. „Der Herr sollt' es vielleicht mit der Hölle versuchen!“ meinte ein En gel wohlwollend. „Mir ist's gleich!“ sprach der Journalist und fuhr zur Hölle nieder. „Journalist?“ rief der Thürsteher entsetzt aus. „Kein Platz da!“ Und auch er schlug ihm die Thür vor der Nase zu. Der Journalist fiel nicht in Ver zweiflung Er verzog sich auf einen unbewohnten Stern und gründete eine Zeitung. Eine Woche später besaß er eine Freikarte in den Himmel wie auch in die Hölle.

Der Sohn des Gouverneurs Da—- vis von Kanses ist angeklagt, dem wegen Fälschung zu langer Zuchthaus strafe verurtheilten Bankpräsidenten Fred M. Pollman gegen 81200 eine Begnadigung vorschafft zu haben. Die Transaction fand in einem Ho—- telzimmer in Topeka statt und im Neboenzimmer waren eine Anzahl Leu te, die hinter einem Vorhang die gan zen Verhandlungen hörten. Der jun ge Davis erhielt 1000. Darauf ging er fort und kam mit der Begnadig ungsurkunde zurück und erhielt noch 32560. Als er das Geld hatte, kamen die Zeugen hinter dem Vorhang her aus, worauf Davis die 8250 zurück gab und ging die 1000 holen.

Page 6

Seite 6 s Das Geheimnis vom Brintnerhot. s Roman von h Erich Ebenstein. 1 (8. Fortsetzung.) Am andren Tage fand die Beer— digung des alten Brintner statt. Fast der ganze Markt beteiligte sich daran. Von auswärts waren Ver— wandte der Brintnerschen dazu ge— kommen und Justina hatte vom frü hen Morgen an im Hause zu schaf— fen mit all den Vorbereitungen. Den Verwandten fiel zweierlei auf. Erstens, daß die Teilnahme für die Hinterbliebenen des Toten sich auf Toni Maibach, Marei und sie selbst beschränkte. Um Andres und Justina kümmerte sich kein Mensch. Niemand sprach sie an oder wollte auch nur in ihrer Nähe stehen. Bei der Einsegnung, am Grabe und nachher in der Kirche, wo das Toten amt gehalten wurde immer stan den die beiden allein. Zweitens bemerkten die Verwand ten befremdet, daß Andres und Ju—- stina weder eine Träne vergossen noch besondere Trauer zeigten. Blaß, hochaufgerichtet, mit starren Menen standen sie da und machten alles mit, als ginge es sie im Grunde nichts an. Als am offeren Grabe dem Toten von jedem die üblichen drei Schau—- feln Erde nachgeworfen werden soll ten, und Justina ihrem Manne die Schaufel in die Hand gäb, geschah etwas Unerwartetes. Er vergaß ganz, damit zu hantieren .Sein Blick flatterte verstört über Justina und die hinter ihr stehenden Hausleute hin. Gerade hinter Justina stand Konrad Fercher neben der weinen-- den Marei, die an jeder Hand eines der Kinder hielt. Zwischen beiden aber war ein unverhältnismäßig großer Kopf sichtbar, auf dessen lee- E Zügen ein schauerliches Grinsen 8. Wenigstens erschien es Andres schauerlich in diesem Augenblick. Da entsank die Schaufel seiner Hand, und er taumelte, sich gewaltsam Bahn brechend, aus dem Kreise der Leidtragenden hinaus. Das war et was Unerhörtes. Die ältesten Leute erinnexten sich nicht, daß je ein Sohn am offenen Grabe des Vaters hinweggegangen wäre, ohne dem Toten diesen letzten Liebesdienst er wiesen zu haben. Ein Zischeln ging durch die Menge. Die auswärtigen Verwandten wollten Brintner nach eilen in der Meinung, ihm sei plötz lich unwohl geworden. Aber man hielt sie zurück und flüsterte ihnen Dinge ins Ohr, die sie vor Schreck erbleichen ließen. „Er wird wohl wissen, warum er's nicht zuwege brachte!“ „Das Gewissen hat ihn halt doch plötlich gepackt!“ „Der weiß mehr vom Tode des Alten als wir alle!“ Inzwischen hatte Justina die Schaufel aufgehoben und warf scheinbar ruhig drei Schollen in das offene Grab, worauf sie mit zuge—- kniffenen Lippen zurücktrat. Später, als die Leidtragenden im Wirtshause die übliche Stärkung einnahmen, wollte niemand neben dem Ehepaar Brintner sitzen. Ge—- flissenlich, mit manchem anzüglichen Blick auf die beiden, die am oberen Tischende saßen, wurden die Ver—- dienste und guten Eigenschaften des Toten besprochen. Als der Wein die Köpfe schon ein wenig erhitzt hatte, sagte jemand so laut, daß es Andres hören mußte: „Und der's getan hat, wird seinen Lohn schon finden! Ich, wenn ich zum Boispiel der Andres Brintner wäre, würde mich beizeiten gut stellen mit dem Henker!“ Niemand wußte genau, wer das Wort eigentlich gerufen hatte. Aber es trat atemlose Stille ein danach, und aller Blicke hingen an Brintner. Was würde er dazu sagen? Jett mußte er doch endlich aus seiner Gleschgültngkeit auffahren und den dresten Nufer niederschlagen! Und sie die Mitschuldige, die Anstif terin vielleicht, die sonst immer so flink mit dem Mundwerk war, jetzt würde sie sich doch wehren ge—- gen den Verdacht, der ihr aus aller Augen entgegenblitzte! Doch nichts dergleichen geschah Andres glotztte stier vor sich hin wie bisher als ginge ihn die Sache gar nichts an. Und um Justinas verkniffene Lippen zuclte es nur wie ein Lächeln hochmütiger Verachtung In einer Ecke der Stube saß Ge meindediener Schlazer allein mit seiner Frau. Als Inwohner des Brintnerhofes hatten sie sich ver— pflichtet gefühlt, dem Toten die letzte Ehre zu geben. Frau Marianne stieß ihren Mann leise an. „Na, glaubst du jetzt noch, daß die beiden unschuldig sind?“ flüsterte sie ihm au. Er schwieg. Was sollte er sagoen? Soeit Tagen hatte er es kommen sehen, das alte Wort: „Volksstimm Gottesstimme“ mochte ihm durd den Kopf gehen. Es war ihm au einmal nicht mehr behaglich in der von Wein, Rauch und Menschendunsi erfüllten Stube. Er stand auf. „Komm, Marianne, wir wollen! heimgehen.“ Und ohne noch einen Blick auf die Anwesenden zu wersen, verließen beide die Wirtsstube. Brintner kehrte an diesem Abend nicht heim. Er war aus dem Wirts— haus „Zur blauen Traube“, wo das Totenmahl stattgefunden hatte, di rekt nach Ebental ins Bachwirtshaus gegangen. „Er will halt seine Angst und das Grausen versaufen,“ sahten die Leute. Daheim im Brintneryof herrschte eine beklommene Stille. Es war Samstag, und die Knechte gingen daher gleichfalls nicht mehr heim, sondern blieben im Wirtshaus. Nur die Viahmägde schafften noch eine Weile, dann setzten sie sich zu den anderen Mägden in die Leutestube und begannen flüsternd zu beraten. Mit Ausnahmz der alten Stina Longin, die schson über zwanzig Fahre am Brintnerhof diente, woll ten sie alle morgen früh den Dienst aufkünden und sobald als möglich fort aus dem „Mordhaus.“ „Mörderhaus müßtest eigentlich sagen, Sefa,“ verbesserte die Schwei— nemagd „Aus dem Mord würde ich mir ja nicht viel machen. Ich bin nicht abergläubisch, und wenn der alte Herr da als Gespenst umgehen sollte, zu uns in die Ställe möchte er schon nicht kommen. Aber das andere halt! Wenn eins was auf sich haltet, dann kann's da jetzt nimmer bleiben! Die Leute sagen's auch.“ Stina sah sie giftig an und ließ dann den Blick in der Runde gehen über alle fünf Mägde hin. „Dumme Gänse seid ihr alle und schlecht auchs noch dazu! Mit der Sache hat weder der Herr noch die Frau was zu tun, das sage ich euch! Ich schlafe doch neben ihnen oben! Ich hätte dochs was merken müssen!“ „Schläfst halt zu gut, Stina! Lärm werden sie schon keinen ge macht haben dabei!“ „So! Meinst, man schlachtet einen Menschen so ab und hätte nachher Hände und Gewand rein? Und braucht sich nicht zu waschen? Unds hätte nichts zu verstecken und fortzu-s räumen danach? Und das Hin- unds Herrennen hätte ich nicht sehen sol-- len, wo wir Tür an Tür sind? Unds der Frau am nächsten Tage nichts anmerken?“ „Ich hah's ihr gleich! angemerkt,“ behauptete Sefa. „Ganz 1 schlohweiß war sie, wie sie früh ins meinen Stall getreten ist. Und überhaupt wer sollte es denn sonst getan haben?“ Stina machte plötzlich ein geheim nisvolles Gesicht. „Wer?“ sagte sie langsam. „Als wenn's nicht schlechte Leute genug gäbe! Anklagen wills ich keinen, aber meine Gedankens werde ich mir wohl machen dürfens darüber.“ „Was für Gedanken?“ Alle rück ten näher zu Stina und bestürmtens; sie, sich näher auszusprechen. Siel. wollte anfangs nicht. Endlich, alss sie gar nicht nachließen mit Drängen h und Fragen, sagte sie stockend: „Immer muß ich halt an den Halb narren, den Knotzen-Lippel, denken!s; Wie der noch gedient hat hier vorh. zwei Jahren, da hat er immers; Streit mit dem alten Herrn gehabt. Und wenn der Alte manchmal Gelds gezählt hat, dann ist Lippel immer!; um ihn herumgeschlichen mit so spa-( Bigem Gesicht und Augen voll Giers und öfter hab ich's selbst gehört, s wie er gebettelt hat: „Herr Vater, geben Sie mir doch ein paar Tau sender!“ Der Alte hat ihn natürlich ausgelacht. „Möcht' wissen, zus was du das Geld brauchst, dus Tepp!“ „Na, daß ich halt reichs wär!“ hat der Knotzen-Lippl mits seinem blöden Lachen geantwortet. „Nachher täten sie schon allen Re-- spekt vor mir haben!“ Die Mägde kicherten. Stina fuhr zögernd fort: „Und das habe ichs! immer ·gesagt so dumm, wie der sich gibt, ist er lang' nicht.“ Sie starrte versonnen vor sich hin.s. Aber die Mägde brachen jett in Gelächter aus. „Der Knohtzen·Lippel. Einen andern hast du nicht bei ders Hand Der sollte sich so was aus— gedacht haben in seinem Wasser-s kopf? Und wenn schon den hättes ja der Alte mit'n klein Finger al-s lein von sich abgewehrt! Nein, nein, Stina, wenn du keinen andern weißt Stina stand auf und drehte ihnen unwirsch den Rücken. „Glaubt, was ihr wollte und tut, was ihr wollt! Um Dienstboten, die ihre Herrenleute in der Not ver-- lassen wegen eines albernen Ge-s klatsches, ist kein Schaden nicht!“ Unten auf der Hausbank des Parteienhauses saßen Siffl und die Hucker, leise tuschelnd. „Ja, ja, Volksstimme, Gottesstimme,“ meinte der Flickschuster kopfnickend. „Der Lochl sagt es auch. Und lange wird's nicht mehr dauern, daß sie von Amts wegen ruhig zusehen,“ sagt er. „Hm, was ist denn das?“ unter !brach ihn seine alte Freundin, die J spitze Nase schnobernd in die Luft richtend. „Riechen Sie nichts, Heri Sifsl?“ „Ja wirkllich, den ganzen Rauch schlagt's nieder von drüben. Puh, wie das brenzlich riecht! Was jum Kuckuck, mag sie denn da nmn tochen, die Brintnerin?“ „Ko chen? Die Loente jaben längst abge- Igessen, und der Brintner ist gar nicht daheim. Für wen sollte sie dal lochen?“ „Aber dann 1 Arkansas Echo Donnerstag den 22. Jannar 1926 1 „Koönnoen Sie sich's wirklich nicht denken, w.s die Brintnerin wahrscheinlich macht?“ „Nun?“ „Zeug verbrennt sie! Merken! Sie das nicht am Geruch?“ Die beiden sahen sich an. Dann flüsterte die Hucker bedeutungsvoll: „Es muß doch viel blutiges Zeug da sein? Kleider Hadern das kann man doch nicht so !egen lassen, damit es vielleicht nächstens bei der Hausdurchsuchung gefunden wird und einen stummen Zeugen abgibt!“ Eine Weile bleib es still. Beide schwiegen unter der Wucht dieser neuen gravierenden Entdeckung. Endlich nahm die Hucker wieder das Wort. „Wissen Sie nicht, wohin die Toni ist nach der Leiche? Heimge kommen ist sie noch nicht!“ „Wird sie auch schwerlich mehr. Wie ich reden gehört habe, ist sie mit den Verwandten mit nach Oberndorf. Die Fleischhauerin Mondblick soll ihre Taufpatin sein. Bei der will sie jetzt bleiben.“ s „So, so. Na recht hat sie. Aber wenn nicht das auch wieder ein neuer Beweis ist gegen den Bruder, dann will ich gleich Maier heißen!“ Sechstes Kapitel. Rückwärts in der kleinen Bohnen laube des Brintnerschen Hausgar—- tens saßen auch zwei· Menschen in ernstem Gespräch. Marei hatte eben die Kinder zu Bett gebracht, als sie aus dem Garten herauf einen leisen, bekannten Pfiff hörte. Der Konrad! Wie ein süßer Schreck war es mitten in all dem Jammer, der sie seit Ta gen umfangen hielt, durch die Brust gefahren. Hastig betete sie mit den Kindern noch das Nachtgebet, mach— te ihnen Kreuzlein auf die Stirn und drückte jedem einen Kuß auf das schlaftrunkene Gesicht. „So aber jetzt gleich einschlafen, gelt?“ „Gehst fort? Bleibst nicht bei uns da, Marei-Tant'?“ murmelte Gretlein verschlafen. „Nur einen Augenblick muß ich fort in den Garten hinunter.... schauen, ob die Veiglein denn noch immer nicht aufblühen wollen, weißt! Aber brauchst dich nicht fürch— ten, Greti-Katzi ist ja das Schutz-- englein bei euch,“ lautete die etwas verwirrte Antwort. Dann huschte Marei hinaus. In all den Tagen hatten sie sich nur von weitem gesehen, und manch mal war es Marei sogar vorgekom—- mne, als weiche Konrad Fercher ihr geradezu aus. Von dem wüsten Ge-! rede, das den Brintnerhof gespenstig umschlich, wußte sie so wenig wie von dem Verdacht, der Schwester und Schwager immer enger um—- kreiste. Aengstlich bemüht, daß nur die Kinder so wenig als möglich von dem Schreckichen merkten, das im Hause geschehen, hatte sie sich förm— lich mit ihnen verkrochtn vor den Leuten. Und att das Dunkle, Ge witterschwüle, das sie aus den Mie— nen der Leute las und im Hause mehr fühte als begriff, schien ihr durch das Geschehene erklärlich ge nug. Wie hätten Justina und Andres jeyt nicht verstört aussehen sollen,s wenn sie angesichts des traurigens Endes, das der arme, alte Mann gefunden hatte, an all die unfreund lichen Worte denken mußten, die sie ihm oft gegeben? Nur eines beun ruhigte sie ernstlich: daß Konrad kei nen Versuch machte, sich ihr zu nä hern. Damals, am Vorabend des Mordes, hatten sie einander nur flüchtig gesprochen, als sie um Was ser zum Hausbrunnen ging. Er war gerade aus der Arbeit gekommen, und als er sie erblickte, war ein heller Schein über sein Ge— sicht geglitten. Rasch war er dann zu ihr getreten. „Marei ist's wahr? Hast du mich wirklich lieb?“s Vor Schreck war ihr beinahe die Kanne entfallen. Antwort brachte sie keine heraus. Aber ihre Augen mußten doch wohl geantwortet ha ben, denn er murmelte plötlich: „Ich danke dir, Marei! Gehofft habe ich's kaum du warst immer so scheu zu mir. Aber jetzt heuteh habe ich mit deiner Schwester gere· det, weitzt du das schon?“ „Nein.. „dch sag' dir's morgen. Heut| muß ich noch einmal fort. Dann sitt drüben auch der Schuster... ich mag nicht, daß die alte Klatschbase zuerst es merkt. Aber morgen abend im Garten, gelt? Ich pfeife dir. Gelt, ich darf?“ Dann war er gegangen. Und am nächsten Abend wie war's da grausig gewesen! Ganz verstört saß sie bei der armen Toni und weinte da war keine Zeit, um an Liebe zu denlen. Schreck und Entsetzen lag über dem Brintnerhof. Aber 0 hatte er sie gerusen.. Marei er— schrak ein wenig, als sie nun im kl— ren, kühlen Licht des Mondes Kon rad erblickte. Er schien· ihr n So bleich! So ernst! Und ernst sah! er ihr auch in die Augen, als er, ihre Hände nehmend sagte: „Marei| zum Schöntun ist's jetzt nicht die Zeit, das fühlst du selber, gelt? Aber wie's auch kommen mag 1 das eine muß ich dich fragen: kann ich mich verlassen darauf, daß du mir gnt bletibst?“ Sie starrre ihn bestiütrgt an Seine wWorte waren seltsam. Ganz andor als sie erwartet hatte. „Wie's can kommen mag Ja, was soll dem noch kommen?“ stammelte sie, vo unbestimmter Angst erfüllt. Er at mete schwer und blickte an ihr vor über. „Man weiß halt nicht. gKonradl.. Was ist dir? Du verhehlst mir etwas? Was Statt aller Antwort riß er sie an die Brust, stürmisch, wie sie nie ge· dacht hätte, daß er so sein könnte. „Ich habe dich lieb, Marei! Daran halte fest! Das denk' und sonst ichts.. nichts....! Und sag' mir, ob auch du mich lieb hast und an mir festhalten willst?“ „Ja ja immer! Immer!“ stam melte sie. 2 Seine Lippen preßten sich auf die ihren, seine Arme umklammerten ihre zarten Schultern, als wollten sie sie zermalmen. Aber sie fühlte keinen Schmerz, nur Glück. Plötzlich ließ er sie los und wieder verdüsterte unheimlicher Ernst sein Gesicht. „Marei wirst du an dein Versprechen wohl denken, auch wenn Sie wartete vergebens auf den Schluß. Er schien sich mitten im Sprechen anders besonnen zu haben, sah stumm auf sie nieder und strei chelte ihr blondes Haar, das sich überall wie ein Heiligenschein um das feine Gesichtchen rundete. Marei schmiegte sich in steigender Bangigkeit an ihn. „Wenn? Warum sprichst du nicht weiter, Konrad? Was hast du sagen wol len?“ „Nichts, Marei. Nichts.. und eins noch, Marei: Halte dich fern von den Leuten! Sie sind gar b0e...“ „Die Hausleute?“ „Die und alle!“ Aufhorchend hob er den Kopf und lauschte in die Nacht hinaus. Drüben überm Gartenzaun, wo die Bäume schwarze Schlagschatten warfen, war's ihm, als hätte sich was geregt. Und je länger er hinsah, desto siche rer schien ihm, daß dort ein Mensch sich vorsichtig weiterbewegte, der Gartenpforte zu. Und als sähe er. trotz der tiefen Dunkelheit, wie zu weilen etwas Metallisches an ihm auffunkelte. Ein Schauer rann ihm durch die Glieder. Marei spürte es. Aengst lich schaute sie zu ihm auf. „Kon rad? Was ist? Siehst du wen?“ „Nein. Aber er schob sie sanft von sich und fuhr entschlossen fort, „wir wollen jetzt auseinandergehen. Es ist Schlafenszeit, du mein lieber, lieber Schatz!“ „Gute Nacht!“ Kleinlaut schlich Marei die Trep pe hinauf. So kurz nur war er ge blieben! Ausgeredet? O Gott ihr schien, dazu hätte die ganze Nacht kaum hingereicht, um all das auszu reden, was sie im Herzen für ihn fühlte! Und so seltsam war er gewesen! Wie in beständiger Furcht vor et— was. Immer hatte sie das Gefühl gehabt, es drücke ihn etwas, und er wollte ihr's sagen und brächte 2 doch nicht über die Lippen.... Aber das war wohl, weil sie alle noch un· ter dem Bann des Schreckens stan dne, den das Verbrechen über den Brintnerhof geworfen hatte. trö stete sich Marei. Es konnte ja keines frei aufatmen, ehe der Mörder, vor dem sie alle heimlich zitterten, nicht gefunden war. Wer wußte denn, ob er nicht wiederkam und sich ein neues Opfer holte? Andres Brintner kam erst gegen 1 Morgen heim. Schwerfällig torkelte! er den Bachweg entlang Er war nicht berauscht. Nur die Glieder wa ren ihm steif vom langen Sitzen und der Kopf wie leer vor lauter Den ken. Die Bachwirtin hatte ihm wieder so viel vorgetuschelt. Da war ihm die Lust zum Trinken vergangen, er hatte den Kopf in beide Hände ge stützt und nachgedacht. Und als die Sperrstunde kam, ging er fort aus Ebental und setzte sich unterwegs am Wegrand nieder, um weiter nachzu· denken. Dann auf einmal machte er sich wieder auf den Weg und ging heim wärts. Es war ihm klar geworden, daß er allein doch nicht zurechtkam mit seinen Gedanken. „Ich muß re—- den mit ihr! Jetzt gleich muß ich mit ihr reden,“ sagte er sich im stillen vor. Aber als er, am Ende des Bach weges angelangt, eben die Straße, die hinter seinem Hof hinführte, überqueren wollte, um die Garten pforte zu erreichen, stand plötzlich wie aus der Erde gewachsen, der Gendarm Widall vor ihm. Und ob— wohl das Licht des nenen Tages orst als graue Dämmerung über der Gegend lag, sah Brintner doch so fort, daß die Miene des Gendarms, mit dem er sonst oft freundschaftlich im Bachwirtshaus beim Bier ge sessen hatte, kalt und fremd war. „Widall du? Was machst denn jeyt um diese Zeit da hinter meinem Hos?“ stotterte. er verwirrt. Der Gendarm schien das „Du“ nicht gei hört zu haben. „Wir haben Sie erwartet, Brint ner. Geben Sie sich gutwillig und ohne Aufsehen. Im Namen des Ge setes erklre ich Sie für verhaftet.“ Ein leiser Pfiff und ein zweiter Gendarm erschien um die Ecke det Gartenzaunes. Brintner stand mit hängenden Armen und stierem Blick. geinen Laut gab er von sich, als die beiden ihn in die Mitte nahmen und den Feldweg entlang fortführten. Erst als sie knapp vor des Bürger-- meisters Hof links abschwenkten, ge— gen den Ort und auf den Gemeinde arrest zuhielten, der dort in einem der letzten Häuser untergebracht war stammelte er plötzlich wie erwa chend: „Mich verhaften? Mich? Jda, warum denn?“ Herr Widall zuckte die Achseln. „Wenn Sie das nicht selbst wissen, Herr Brintner, wird's Ihnen der Bezirksrichter wohl ins Gedächtnis rufen!“ Im Brintnerhof hatte noch nie mand eine Ahnung von dem Ge—- schehenen. Justina war wie gewöhn lich um fünf Uhr aufgestanden, ob wohl sie seit einigen Tagen nicht mehr in den Stall hinabging zum Milchabmessen. Fröstelnd saß sie in ihrem Zimmer. Sie hatte wenig ge—- schlafen in der Nacht, wie jetzt meist, und dachte bitter an ihren Mann, der sie in diesen Tagen ganz im Stich ließ. „Von der Leiche weg ins Wirts— haus und die ganze Nacht wegblei ben,“ murmelte sie, „was werden die Leute wieder reden darüber! Er bringt uns noch alle ins Unglück.“ Da steckte Stina schreckensbleich den Kopf zur Tür herein. „Frau der Postenführer ist unten und der Herr Adjunkt mit seinem Schreiber. ob Ihr schon auf seid? Wollen Justina schnellte empor und stand kerzengerade da. „Was wollen sie?“ „Ich glaub Hausdurchsuchung halten!“ schluchzte die Magd. „Und unser Herr, sagt der Gendarm Wi— dall Ehe Justina, deren Gesicht fahle Blässe überzogen hatte, und deren Blick verstört am Munde der Magd hing, noch eine Frage tun konnte, wurde die Wohnzimmertür nebenan geöffnet und der Postenführer Weib—- lin trat ein. Mit scharfen Augen musterte er die beiden Frauen durch die offenstehende Verbindungstür. „Fum Kuckuck, was schwatzt sie denn da mit ihrer Frau, anstatt sie einfach herunterzuholen?“ rief er Stina an und irat dann zu Justina. „Frau Brintner. Sie sollen gleich in die! Leutestube hinabkommen. Der Herr Adjunkt Schricker will mit Ihnen reden.“ „Ist ist mein Mann schon daheim?“ fragte Justina leise. „Nein. Er wurde heute früh, als er im Begriff stand, sein Anwesen zu h betreten, verhaftet. Warum wer— den Sie sich wahrscheinlich denken können.“ Er beobachtete sie gespannt bei diesen Worten. Ihr Verhalten in! dieser Minute war von größter Wichtigkeit in bezug auf eventuelle weitere Beschlüsse. Aber Justina hielt seinen forschenden Blick ruhig aus. Nur ein bitteres Lächeln zuckte um ihren Mund. „Ja ich kann mir's denken! Man müßte ja blind und taub sein, um nicht zu merken, was uns die Leute einbrocken möch ten. Aber mein Mann ist unschuldig, dafür gebe ich mein Leben hin, wenn's sein muß! Und es gibt noch eine Gerechtigkeit auf die ver traue ich!“ Ihre ruhige Gelassenheit und die Bereitwilligkeit, mit der sie sofort. ihr Haus der Durchsuchung zur Ver— fügung stellte, fiel auch dem Herrn Adjunkten auf. „Suchen Sie nur überall, in jedem Schrank und je— dem Winkel,“ sagte sie, Schricker das große Schlüsselbund überreichend, das sie am Schürzenbund trug. „Mein Mann ist unschuldig, und wir haben nichts zu verbergen. Es kann mir nur lieb sein, wenn die Leute dies erfahren.“ Dann setzte sie sich in einen Win kel der Leutestube und überließ dem Adjunkten, die Hausdurchsuchung zuh leiten. Im Hof standen Knechte„und Mägde aufgeregt flüsternd beisam men. Justinas sicheres Auftreten h war auch nicht ohne Wirkung geblie ben. Die Mägde, die gestern abend am erbittersten gegen sie gesprochen h hatten, waren jetzt am ersten dafür, daß die geplante Kündigung unter bleibe. „Es schaut doch her, als wenn sie unschuldig wäre,“ meinte s Sefa. s Die Knechte waren fürs Abwar ten. „Wenn die Kommission etwas Verdächtiges findet, dann nehmen sie sie ja sogleich mit und dann gehen hl wir auch! Finden sie nichts, so war-1 ten wir halt noch.. Es schien, als ob wirklich nichte gefunden worden wäre. Denn an statt Justina „mitzunehmen“, emp-h fahl sich der Postenführer Weiblin als er ihr das Schlüsselbund zurück brachte, sogar ganz höflich von ihr wobei sein Gesicht merklich an Stren ge verloren hatte. Justina stand noc einen Augenbliek wie verloren in de Leutestube, dann eilte sie die Trepp hinauf und schloß sich in ihr gim mer ein. Jetzt war ihre ruhige Ge lassenheit plötlich geschwunden. Ver. stört auf einen Stuhl sinkend, schluc sie die Hnde vor das Antlio, wih rend trockenes Schluchzen ihre Bru hob und senkte. Lange saß sie so Dann wankte sie zum Tisch un schrieb einen longen Brief an ihre- Bruder. Eben hatte sie die Adresse j Sebastian Schwaigreiter Wirt eteteiter in Losendort, Steser mark, vollendet, als es stürmisch an die Tür llopste. „Justina ue Gotteswillen, mach auf laß mich ein!“ rief Marei von draußen. Ju— stina öffnete Verstört warf sich das Mädchen an ihre Brust. „Justina, ist das wahr? Isft's wahr?“ stammelte sie. Die Schwester nickte. „Der An. dres? Der Andres?!!! O Gott...“ „Närrin!“ unterbrach sie Justina rauh. „Was schreist du? Eingesperrt ist doch noch nicht bewiesen! Daß es so kommen wird, habe ich schon seit zwei Tagen gewußt. Aber der An dres ist unschuldig. Jetzt sei so gut und mache nur kein Aufsehen! Sie würden ja gleich wieder denken im Haus, daß „ber.. „Kein aber! Du mußt dich zusam— mennehmen, daß keiner dir was an· merkt, das verlange ich von dir! Kümmere dich überhaupt um nichts, 1 du! Schau mir gut auf die Kinder alles andere geht dich nichts an. Und da ist ein Brief an den Bastl. Den trage jetzt gleich auf die Post und wirf ihn selbst in den Ka— sten, hörst? Denn ich traue niemand mehr. Sie reichte ihr den Brief und stand eine Weile überlegend. Dann fuhr sie fort: „Was ich noch sagen wollte: Ich habe den Bastl gebeten, herzukommen. Und du wenn's F zum ärgsten kommen sollt, dann F bitt' ich ihn, daß er dableibt und F die Wirtschaft führt, bis... bis. Ihre Stimme schwankte und er- F losch wie ein Licht, das der Sturm ausgeblasen hat. In ihren Augen F war ein starrer, abweisender Aus· drzick. Mit weit aufgerissenen Au- F gen umklammerte Marei, ihren Arm. F „Justina um Tausehdgotteswil— ʒ len was soll denn das alles be deuten? Ich verstehe ja nichts...! Zum ärgsten? Was meinst du damit?“ Justina schob sie ungeduldig von sich. „Frag nicht so viel! Tu, was ich dir gesagt habe und kümmere dich nicht um anderes! Ich lebe ja auch noch.... und so Gott will, wird alles gut werden! Jetzt geh, Marei!“ Taumelnd schlich Marei hinaus. Das war es! Jetzt wußte sie es: das hatte Konrad gestern so gedrückt. Auch er hatte es kommen sehen, auf den Lippen gehabt und ihr doch nicht zu sagen gewagt! Darum warnte er sie vor den Leuten. Dar um sagte er, sie seien schlecht. Weil sie diesen furchtbaren Verdacht auf den Andres warfen.. Und jett? In ihrem Kopf schoß alles wirr durcheinander. Schrecken, Mitleid, wahnsinnige Angst. Und sie sollte sich nichts merken lassen. Verzwei-- felt flüchtete sie sich in den Garten zu den Kindern, die sie schluchzend F küßte, wieder und wiedet, taub für ihre erschreckten Ausrufe, stumm auf f ihre Fragen. Plöötzlich fiel ihr der Brief an den Bruder ein. Der mußte sogleich be stellt werden. Ja, Bastl sollte kfom. men, sie brauchten ja alle nötig eine F Stüthe... „Kommt, Kinder, wir F müssen einen Gang in den Ort ma wen für die Mutter.“ Siebentes Kapitel. „Na, was habe ich gesagt? Wer hat jetzt recht ich oder du? Es ist doch wahr, daß die Brintnerschen f den alten Mann ermordet haben!“ F Mit diesen Worten trat Frau Kreibig in das Zimmer ihres Bru-- ders, der am Schreibtisch saß. Rech- nungen und Geschäftsbriefe lagen vor ihm auf der Tischplatte ausge breitet, und er schrieb eilig, denn er war fünf Tage verreist gewesen, um im Süden Weineinkäufe zu machen. Jett galt es, daheim die versäumte F Arbeit nachzuholen. Aergerlich über 1 die Störung hielt er im Schreiben 38 inne und sagte, ohne den Kopf zu wenden oder die Feder wegzulegen: h „Kommst du mir schon wieder mit f der leidigen Geschichte? Als ob durch Brintners Perhaftung etwas bewie- 2 sen wäre! Es gibt, wie ich dir ver· M sichern kann, in Kalkreut ebenso viele Leute, die ihn für völlig un schuldig halten als „O nein, heute nicht mehr! Aber F du weißt ja noch nichts, da du erst ð gestern abend zurückgekommen bist! F Stchon bald nach Andres Brintners Verhaftung munkelte man, er habe F dem Untersuchungsrichter gegenühber seine Frau verdächtigt!“ q „Dummes Gewäsch! Wie kann man derlei nachschwäten!“ „Warte doch. Es ist keine Albern· s heit. Heute kannst du es von jeder· mann in Kalkreut erfahren, daß es wahr ist! Brintner ließ sich ge· M stern abend dem Untersuchungsrich· ter selbst vorführen. Er sagte, es drüelte ihn schon die ganze Beit her, M und nun milsse er es aussprechen: Zeine Frau und Konrad Ferchet ätten den Vater umgebracht!“ „Das hütte der Brintner gesagt?! Er selbst?“ 1 „da. Er selbst sei unschuldig und abe mit der ganzen Sache nichts zu un Nur jetzt, wo er Zeit zum Nach denlen habe, sei es ihm immer kla cor geworden, die boiden müßten es jetan haben. Die Frau haßte den Later immer, weil er ihnen im Wege war und sein Geld nicht au unter die Kindee verteilt habe. dester habe sie zu ihm, dem Andred Jesagt: „Du wirst sehen, er vermacht noch einmal alles Fremden, und du gehst leer aus! Aber wenn nur du weg wärest, den Großvater würde ich dann schon bald wegbringen. (Fortsetung folgt.)

Page 7

2 Kodaks 1 SE 2 Finish-- 7 m 1 4 7 ing 9 1 17 181 294 174 8 h :A 1 2 1 Hegarti Drug Co. 3 501 Maiu Straße.

Riegler's Bakery Frisches Brot, alle Sorten gute Kunchen und alle Backwaaren auf Bestellung. Die alte Firma hat guten Ruf. 814 Main Strasße —Little Rock, Ark. Chas. F. Wunderlich 4 Blechschmnied und Blattmetall Arbeiter. 2 Um dentsche Kundschaft gebeten 2 Phone Main 2703 922 u. Siebte Str. Little Rock Ark.

Banner Mattress Co Rencviert Mattrazzen und brinat sie denselben Tag zurüa. Nene Mattrazzen verkauft und war haben wir eine schöne Auswahl u verschiedenen Preisen. 1723 on Capitol Ave. ʒ Vhone 4-4901

Parkin Priunting

Stationery Company 7 215 Main St. Littie Roc. 2 Deutsche und Englische Drudarbdeiten gut und billig gemacht Phone Main 1085.

Healey Roth n gegräbniß Dixrectoren Ambulanzen 815 Main St. Littie NRocok.

Kriterberg's Bakerr 710 West 7. Str. Little Rock, Ark. Phone 5548. Roggen Brot, sowiß alle ar dere Sor ten, stets frisch. Salt·rising Brot und L Angel's Food, Spezialitt. Stets Vorräthig. Feines Backwerk und allerlei Kuchen.

Welch Der Kundenschueider Elegante und passende Anzüge die beste Arbeit. 116 West Vierte Strae Litile Rock, Art.

Enterprise Lumber Companu auholz rauh u. gehobelt. Müt, arbeit Spezialität. Thüren, Fen, unt Rahmen dazi Schindeln ete. Sechste nnd Center Straße. Littie Rock. Ark Phone W 3 Gsen Sie MNnri id Puritan Maid Brot Gebacken in h Egners Bakery 1107-1109 West Markham Str. Rhone 8821.

H Kirby's Flower Shop 310 Main Strasße Phone 41.1759. Nach Geschäfttunden 4.271 Mumen für alle Helegenheiten Gränze u. Blumenstücke nach Wunsch

Zum Verkaufen: beste erprobte neue Sorten, billig. dJofseph Bachmann, R.l, Hot Springs, Ark. Der aeue Bundespräsident der Schweiz. Bern, 14 Dezember. Von Freiburg, der alten Zährin-- gerstadt, über der Saane donnerten zweinundzwanzig mächtige Konanen schüsse ins Land hinaus; zu Bern war von der Schweizer Bundesver sammlung Jean Maria-Musy ein Sohn der Freibuger Gruyere zum Präsidenten der Schweize srischen Eidgenossenschaft gewählt worden. Zum ersten Male seit dem VBestehen der Schweiz kommt damit diese Ehre dem Kanton Freiburg lzu. Wie wenn ein Eilaufgebot der Kriegsmacht einschließlich des Land sturmes ergangen wäre, so zogen die Männerscharen aus den letzten Thä—- lern des Kantons nach Freiburg, um an der patriotischen Feier theilzuneh—- men, durch die der Freude über das Ereigniß spontan Ausdruck verliehen swurde. Mit einem Extrazug begab sto der neue Bundespräsident aus VBern zu seinen Landsleuten; bei je-- der Station krachten Böller,. flatter—- ten Fahnen, standen winkende Men— schenmassen. Kein Mensch konnte die alte, ernste Universitätsstadt Frei-- sburg mehr erkennen. Sie war in jeiner einzigen Stnde zu einem Ort der jubelnden Freude geworden. Die alten Uniformen wurden eus Arsenalen geholt, vieltausend köpfige Volksmengen füllten die Pläte, die Straßen waren mit nen und Blumen geschmückt, ein Festzug bewegte sich durch die alten Viertel. Bei der nach der Schlacht bei Murten gepflanzten Linde und im Münster spielten sich ergreifende Feiern und Gottsdienste ab. Die Menge sang den Schweizersalm, das alte Freiburgerlied: „La haute sur le montagne“, rief Vive Frie-! bourg, Vive la Suisse-“ und feierte so, als wäre Freiburg zur Bundes huptstadt geworden. Das heißt nun nicht, daß darum die Kritik zu schweigen habe, und Herr Bundespräsident Musy als Finanzminister hat Gegner genug, die es ihm nicht leicht mar chen, im Berner Bundeshaus zu sit zen. Herr Mitsy ist ein katholisch konservativer Parteipolitiker: das heißt, daß in diesem Sinne die Po litiker aller anderen Parteïn seine Gegner sind, heute vielleicht am we—- nigsten die grwoße Freisinnspartei. Als Finanzminister fuhr er einen gewissen unübersichtlichen Zickzack kurs, der ihm in anderem Sinne —und hier besonders bei den Frei— sinnigen viele Opposition und scharfe Kritik einträgt. Und, weiter n als Finanzminister, ist er ein großer Sparer: er spart da, wo durch das Summieren von Millio-- nen kleiner Faktoren beim Sparen auch etwas herauskommt, nämlich beim Personal des Staates un. der Staatsbetriebe. Diese Leute zum großen Theil der im Parlament stark vertretenen Sozialdemokratie angerörend, wenn auch gewöhnlich dem rechtesten Flügel, sprechen den Namen Jean Maria Musy nicht sehr achtungsvoll aus. Kurz: der neue Bundespräsident der Schweiz ist ein Mann, der nicht die ganze Liebe der Volksvertretung son— dern im Gegentheil herzlich wenig davon auf sich vereinigen kann. Da hatte es noch Giuseppe Motta, der Tessiner, bedeutend besser. Wenn ein Engländer einmal ei— nezn englischen Blatt den' Witz auf gebunden hat, in der Schweiz seien die Minister Gevatter Schneider und Handschuhmacher, und daß erl einen Bundespräsiententen gesehen habe, der gerade einen seiner Kun— den in Ausiülbung des Hauptberu-- fes (im Gegensatz zur Bundespräsi dentenschaft als Nebenberuf) ein— geseift und vom Barte befreit hätte, s so stimme das natürlich nicht, in· des: fast scheint, der gewiegte JZu— rist und erfolgreicher eae nl Dr. Jean Maria Musy habe ei nen gewissen Zug demokratischen Herkommens an sich. Bekannt l nämlich auch das hübsche Begebniß geworden, daß anläßlich der letzt jährigen Tagung der ai schen Bankier Vereinigung in ei—- nem mondänen Kurort (natürlich im geselligen Theil) der damalige Bundesrath und Finanzminister Dr. Musy sich erhoben und das Pro gramm durch eine freiburgische Jodelnummer verschönt hätte. (öch höre die Deutschen: Unglaublch unerhört!s sagen) Die Oppon tion hat dariüber gewaltig Lärm geschlagen und. den Bundesrath als in allen möglichen Stellungen als „Kabarettsänger karikiert. Aber: sintin soll ein Bundesrath nicht jo deln dürfen, wenn ihm danach zul Muthe ist? Das Vegebniß hat ia stens die große natürliche Ur— sprünglichkeit des Mannes bewie 18 und ihm das steht fest im Volk, das steife Amtspersönlich keiten haßt, viele Sympathien ge— schaffen Es hieß: „Mit dem Mann kann auch der Bauer, der Arbeiter reden, er wird sie erite hen!? Am Eidgenössischen Schüt zenfest hat Bundesrath Musy einen Tag lang auf dem Bauch gelegen und geschossen, und er hat sehr gut Arkansas Echo Donnerstag den 22. Jannar 1926 Eaelchosfen. Was ist weiter daran?! Der Bundespräsident hat sein Ge wehr daheim wie jeder andere! Schweizer, hat seine Schießpflicht und befolgt sie. Aber daß Musol zu Aarau so gut getroffen: anhl J das hat ihn dem Volke näher ge— bracht. Bundespräsident Musy wird wei-; ter die Finanzen der Schweizeri-! sschen Eidgenossenschaft verwalten. eine Arbeit, die in keinem Land leicht sein dürfte. Er wird aber als Präsident auch auf die schwei zoerische Außenpolitik seinen Ein— fluß haben, wie denn in der Schweiz überhaupt nichts geschieht, was nicht zum mindestens von der Mehrheit der sieben Bundesräthe als gut erkannt worden ist. Wenn gleichzeitig zum Vize-s Bundesräsidenten ein Mann der Ostschweiz, der Thurganer Häber— lin, gewählt worden ist, so heißt das, daß dadurch für die nächste Amtsperiode die Bundespräsident schaft wieder an den deutschsprechen-- den Theil der Schweiz zurückfällt.

Korrespondenzen. s

Fort Smith, Ark.

Der St. Josephs Verein indort e hat wahrscheinlich die größte Mitgliederzahl von irgend einer kath. Gesellschaft seiner Art im Staat Er hat in 1924 8600 e e ung bezahlt. Dieser Verein wächst be ständig und hat jetzt 154 Mitglieder. Und die haben Interesse an den mo natlich gehaltenen Versammlungen. was durch die starke Betheiligung an den Versammlungen bewiesen wird. Diese Theilnahme an den Versamm— lungen ist nach Allen was gesagt und ethan worden ist' der Rückgrat jeder Organisation. Wenn man die Mit glieder nicht dazu bringen kann, den Versammlungen beizuwohnen, blüht die Organiation nicht. Am Sonntag den 21 Dez. wurden die Beamten ge wählt und in der Versammlung ne ren 145 Mitglieder anwesend Das Resultat der Wahl war: Rev. P Basil —Geistl. Direktor. Eduard Lutz Präsident. Joe F. Cook Vice-Präsident. Joe A. Schnitzer Sefkretär. P.I. Erman— Finanz Sefkretär. Jacob Borengasser —Schatzmeister. I. H. Kranter Marschall. Carl Franz Fahnenträger. Ino. Verführt, B. A. Upmore, Leo Hammer, Alb. Grunnert, Jos. Hartmeier Trustees. Der Verein erwartet am 1. Jan. 1926 die Zahl von 175 Mitgliederns zu erreichen und wird eine ernste Cam pagne für neue Mitglieder währends Jahres führen. Die Geschäftslage des Vereins ist außerordentlich gün—- stig und die Beamten hoffen selbe wlhrend des Jahres noch besser zu gestalten. Joe A. Schnitzer, Sekretar.

Breslau, Weihnachten, 1924. arne Echo. Indem wir uns der Wohlthätig keit unserer großmüthigen fremden Freunde erinnern, senden wir ihnen einige Ansichten unseres Hauses. Empfangen Sie diese als ein klei— nes Zeichen unserer Dankbarkeit. Für alle Zeit bleiben wir Ihnen ver bunden in tiefgefühlter Dankbarkeit. Ihre gütige Hülse für uns lindertes sehr die wuchtigen Sorgen der In flation. Wir werden das nie vergesfen und schließen Tag für Tag unserel Wohlthäter in unsere Gebete ein. Finschert, Conviets Director. Mit dem Briefe kam ein Blatt mitl Ansichten aus dem Fürstbischöflichens Anficht. in Breslau.

0 9 Lolal Nachrichten.

Am Freitag kam die von dL Arlit oon Austin. Tex., und H. T.!- JFenn, Mayor von Rogers angestreng- te Klage gegen den Sprecher des Hau ses Thomas A. Hill vor Richter Mar--s, vin Harris zur Verhandlung. In der Klage wurde der Richter aufgeforderts e Sprecher anzuweisen, die dreils; Amendemnents der letzten Wahl als angenommen zu erklären. Der Spre· der hatte dagegen einen Demurer; eingereicht. Der Richter sagte, dass Gericht sei nicht zuständig und wies; die Klage ab. Am Freitag wurde ein Endeltate feyi durch J. D. Hill gegen den Ma yor und Stadtrath verlangt, gegens; die am Donnerstag in extra Stadt rathsitung beschlossene Ausgabe vonf 81,850, 000 Bonds, um die städtischen, Schulden zu zahlen. Am Freitag Nachmittag entschiedl Chanceler Martineau, daß Amende;f dement No. 11 nicht angenomman, worden ist und daher die Stadt Little Rock kein Recht hat, Bonds bei. Der Stadtrath war bereits mit s Vorbereitungen dafür beschäftigt.- Was fehlt ist, daß Stadtrath und! Mayor Auslägen, die sie ungesetlich machen, aus ihrer Tasche bezahlenl sollten. Die Sache mit dem Amendement e 11 ist die: Die KHonstitution be stimmt, daß ein dem Volke bei einer Wahl vorgelegtes Amendement eine Mehrheit aller abgegebenen Stimmen haben muß Das hatte nun Amende uent No. 11 nicht; ebensowenig hat-- ten es Amendement No. 10 und 12. Es haben nähmlich eine ganze Moenge Wähler über die Amendements gar nicht abgestimmt. Von denjenigen, die darüber abstimmten, hatten die Ja sager die Mehrheit. Vor mehreren JFahren wurde ein Zusatz zur Konsti-- tution angenommen, der als Initia tive und Referendum bekannt ist Nach demselben kann das Volk Gesetze selbst vorschlagen und darüber ab— stimmen. Es kann auch Gesetze die von der Legislatur erlassen werden, zur Abstimmung fordern, was Refe—- rendum genannt wird. Das Einfüh— ren von Gesetzen außerhalb der Le— gislatur heißt Initiative. In diesem Zusatz zur Kenstitution heißt es nun, daß eine Mehrheit der Stimmen für oder gegen den betreffenden Vor schlag abgegeben die Sache entscheidet. Wir haben also zwei Bestimmun— gen für Annahme von ceonstitutionel— len Amendements in der Konstitu-- tion. Eine verlangt, daßß Amende—- ments, die von der Legislatur vorge— schlagen werden, eine Mehrheit aller abgegebenen Stimmen haben müssen, um angenommen zu sein. Die andere sagt, vom Volk durch Initiative eingebrachte Zusätze zur Konstitution oder Gesetze, oder Ab— stimmungen über Gesetze von der Le— gislatur erlassen, brauchen zur An—- nahme nur eine einfeche Mehrheit. Wer nicht darüber stimmt, wird nicht gezählt. Es ist nun begreiflich, daß Mayor Brickhouse und andere Leute diesen Paragraphen auch auf öhr Bondamen dement anwenden möchten. Sie be-- haupten, daß die Abstimmung, wie in Initiative und Referendum Zusatz vorgeschrieben, die andere Bestim mung aufgehoben habe. Richter Mar— tineau ist indessen anderer Ansicht.

Wird Deutschland nun Luftschiffe baunen dürfen. Die im Versailler Vertrag Deutsw— land aufgezwungenen Beschränkun— gen für sein Luftwesen, welche darauf abzielten, den deutschen Genius zu fesseln und Deutschland für immer in! der Luf -ur Ohnmacht zu berdammen sind jetzt, wie Berlin ankündigt, lan-- ge genug ertragen worden, und so wurde denn die Verfügung getroffen, daß die Flugzeuge der Alliirten, wel che über deutsches Gebiet fliegen, von jetzt ab den Beschränkungen, welche Deutschland auferlegt wurden, eben· falls entsprechen müssen. Die franzö sischen Aeroplane, welche auf der Strecke Paris-Bukarest und Paris- Prag über Süddeutschland wegflie gen, sollen abgeschossen werden, wenn sie sich über diese Beschränkungen hin wegsetzen. Damit sind die Alliirten vor die Wahl gzestellt, entweder die Flüge über deutsches Gebiet einzustellen oder Deutschland seine Freiheit in der Luft für den Bau von Verkehrs- und Han—- delsflugzeugen zurückzugehen, da die kleinen Flugzeuge, welche Deutschland erlaubt sind, für derartig lange Stre cken, wie sie die Franzosen eingerich—- tet haben, nicht verwendbar sind. Die Briten haben, es auf Grund dieser! deutschen Bestimmungen aufgegeben, Flugzeuge über Deutschland fliegen; zu lassen, während die Franzosen sich nicht daran kehrten, aber zusehen mußten daß trotz aller Proteste 12 Flugzeuge von den Deuntschen be— schlagnahmt und nicht wieder heraus— gegeben wurden. Als die Alliirten im Versailler Diktat für den Bau deutscher Han delsflugzeuge neun Beschränkungen in Bezug auf Aktionradius, Trag kraft, Pferdekräfte der Motoren, Grös ße usw vorschrieben, um zu verhin— dern, daß Deutschland im Kriegsfalls seine Flugzeuge ohne weiteres in Mi-- sitärflugzeuge umwandeln kann, ha ben die Deutschen das, wie alles an dere, angenommen und sich auch da-· nach gerichtet. Als aber im Fanuar 1923 das Recht der Alliirten verfal— len war, ihre militärischen Flugzeuge über deutsches Gebiet ungehindert flie gen zu lassen, haben die Deutschen so—- 1 fort zu Repressalien gegriffen, die sich in Frankreich unongenehm bemerkbar! machen mußten. Bisher hat man sich darauf heschränkt, französische Han delsflugzeuge bei Nothlandungen ein fach mit Beschlag zu belegen, aber sie heruntergeschossen werden sollen, wenn krine Aenderung in den Ver sailler Bestimmungen iütber die dent schen Flugzeuge eintrifft. Die britischen Sachverständigen haben sich denn auch dahin ausge·t sprochen. daß alle Beschränkungen filr den Bau deutscher Handelsflug·! zeuge fallen sollten, de sie so wie so! s keinen orsichtlichen Zweck hätten, aber die Franzosen haben sich auch in die sem Pnkt hartnäckig erwiesen, wie in allen anderen. Allerdings soll jetzt in Paris, so wird wenigstens aus Lon don gemeldet, die Ueberzeugung auf-- gedämmert sein, daß ein Ausweg aus dieser Lage gefunden werden müsse, da Deutschland vermöge seiner geo·f graphischen Lage imstande sei, die Ent wiellung der französischen Lusftschiff fahrt in Europa so empfindlich zu stören, daß die wichtigsten Luftlinien den Kontinent unterbunden wer« den können. Es steht daher zu hoffen, daß auch Paris eine neue Polititk ein schlagen und sich darauf besinnen wird, daß es für Frankreich selbst von Vortheil wäre, wenn seine Luftschiff· fahrt auf dem Kontinent ungehindert entwickelt werden kann. Aus diesen Meldungen geht hervor, daß man in Deutschland die Lustschiffe nicht aufzuhalten vermag, daß also die gemeldete Entdecknug, sie durch Elee trizität herunter zu bringen, nicht bestoht. Das. Abschießen aber würdes wahrscheinlich Repressalien zur Folge haben in einer Form, die daglicher· weise durch Flugschiffe mit Bomben oder Gas aus geübt würde, und en bedeutete. Krieg kann Deutschland absolut nicht führen, es ist wehrlos. ur das wissen die Franzosen zu gut, trotz des famosen Berichtes ihrer Com—- mission Die Hülse muß von anderer Seite kommen. MM——— Er war schlauer. „Sie lassen mich morgen wohl unbehelligt, wenn ich et was Tabak bei mir führe?“ sagte ein Matrose mit vertraulichem Augen zwinkern zu dem ihm bekannten Zoll rer „Will sehen,“ entgegnete eer. Als der Matrose am nächsten Tage wieder vom Schiff kam, wurde er jedoch festgehalten und durchsucht. Man fand aber keine Konterbande bei ihm. „Habt Euch wohl eines Besseren besonnen,“ meinte der Zollbeamte. „Durchaus nicht!“ lachte der Matrose „den Tabak hatte ich schon gestern bei mir.“

Der franz. unoffizielle Schulden tilgungeplan sieht nach der Hoff nung aus, daß die Ver. Staaten doch noch die franz. Schulden in den Schornstein schreiben würden. Der rep. Senator Reed, bisher stramm franzosen freundlich hat das Stück franz. Politik nicht verdauen können und droht den Franzosen mit Ent-- ziehung des Kredits. Werden wir Etwas erhalten? Schwerkich! Ein Wink mit dem Zaunpfahl. Der Thorwart einer alten Kloster kirche hatte eine Dame in dem Ge—- bäude und auf dem dabei befindlichen Friedhof herumgeführt und ihr alle Sehenswürdigkeiten gezeigt und ein gehend erklärt. Als sie alles in Au genschein genommen hatte, dankte sie dem Führer mit einigen Worten, un-- terließ es aber, ihm ein Trinkgeld zu reichen Da meinte der Alte treuher zig: „Wenn Ihnen zu Hause Ihr Portemounaie fehlen sollte, so denken Sie bitte nicht, daß es Ihnen „hier abhanden gekommen ist.“ 00— 1 Die Rheinischen Städte, treffen Vorbereitungen die 1000 jährige Zu gehörigkeit zum deutschen Reich groß—- artig zu feiern. Die Feier wäre in friedlichen Zeiten, wo die Zugehörig keit nicht bedroht war, wahrscheinlich nicht abgehalten worden. Die Zuge—- hörigkeit mag 60 Jahre früher da tiren wie 824,aber zu derZeit hat kein Mensch daran gedacht zu feiern. Köln deranstaltet eine Ausstellung die großartig werden soll. Aachen wird auch eine Ausstellung veranstalten, die Stadt war ja die Residenz Karls des Großen. Auch Coblenz wird feiern, und! manche andere Städte werden es thun. ——o— Protz. „Dieses Soestück in Wasserfarben kann ich Ihnen sehr empfehlen.“ Protz: „Sehe ich so ans? Ich habe Geld genug, um ein Bild in richtigen echten Farben kaufen zu können“ 00 In Kansas hat das Orrrnerin entschieden, deß der Ku Klux Klan eine auf Gewinn berechnete Orgam—- sation sei und keine Wohlthätigkeits oder gegenseitige Unterstützungsge sellschast Die Folge ist, daß alle Klangefellschaften in Kanses sich l lösen müssen. 0 Halte dich ans Schöne! Vom Schö nen lebt das Gute im Menschen undf auch seine Gesundheit. Auskunft in dentscher Sprache.

Die Leser des „Arkansas Echo“ er halten in deutscher Sprache absolut kostenfrei briefliche Auskunft über amerikanische Angelegenheiten wie Naturalisation, Einwanderung, Aus- f wanderung, Alien Property Custo·l. dian, Reisepässe, Steuerwesen und; sonstige die Bundesverwaltung be-! treffende Angelegenheiten. Deutlich abgefaßte Anfragen über! die oben erwähnton Angelegenheiten sind zu richten en: German Burean Foreign Langnage Information h Service, 1 119 West 41st Street, New York City'! Seite 7 Lona Anmjeigei. —Die höchsten Preise für Hüw aler Sorten, Pferdehöute ernae schlossen, Pelze, Bienenwachs, Tala Wolle ete. zahlt die Western Hid Fur Co. vLittle Rock, Ark., Ba; 882.— Tags auf Anfrage geschickt. —Wagen aller Sorten, ferti- un auf Bestellung gebaut. Gute, söm und dauerhafte Arbeit garaatier Alle Holz- und Schmiedearheit fü Reparatur an Wagen bei Chas. Ross, zwischen 7. u. 8. an Izard.

Kirchen Directoxg. St. Eduard's Kirche Neunter und Sherman Straße. Pater Maurus, O. S. B. Pfarrer. Pater Eugene, Assistent. Zountag: Erste Messe 7 Uhr. Messe mit engl. Predigt 8:30. Hochamt mit deutscher Predigt 10:30 Andacht 7:30. Lutherische Kirche Achter und Rock Strage. Rev. Dr. A. H. Poppxe, Pastor Am 1.,3.,0. Sonntaa 9:20 0 w Deutscher GBottesdienst. Jeden Sonntag: 10:00 Maorgens: Sonntagsschnle 11:00 Mergen? Englische Predigt 8:00 Abends: Englische Predigt. c 7 Evang. Luther Gedächtniß Kirche. 11ter und Ringo Straße. C. F. Stoerker, Pastor. 9:30 Sonntagsschule 10:30 Deutscher Gottesdienst. A

——a H. Struckhoft Agent aller Linien. Tel. Sidney 42 3604 California Ave., St. Louis, Mo Passagierscheine zu den niedrigsten Preisen von und nach irgend einem Orte in Europa. Geldserdungen nach Europa. Auslandspsse besor-r Helfet euren Angehörigen in Eu“dpa sendä denselben eine Freilarte. Ast davits aufgestellt und beglaubigt. 42 Jehre im Geschäft. Früher am Union Station. Unsere Blumen und Blumnenstüa für Begräbnisse sind aregesuch- Blumen bester Qualität, zu vernünh tigen Preisen, und werdet prompi geliefert, auch anßerhalb der Stade. Paul M. Palez 715 Main Straße, Phone 4-0465 Nach Geschäftẽ stunden. 4-2 146

City Bakerx F. Wild, Eigeuthimie Bäckerei und Conseetionery Frisches Brod und Knchen täglid. 217 W.5. Straße —Phone M. 2774 Little Rot, Ael L.Ss. Stahi Zinn und Metall Blech Arbeiter Heiße Luft Heizungen, Tile und Slate Dachbedeckung 412 West 7. Str. Phone 4-2350 7 Becker s Service Station Jesse Becker, Manager. 700 Broadway. Phone 9696. Gasoline und Oele. I. F. MeCardell Tinner Tile, Slate und Tin Roofing. Guttering und Spouting Allgemeine Reparaturen. 605 W. 7. Str. Phone 4-1751. /34 2 Laseter Furniture Co. Händler in neuen und gebrauchten Möbeln. Billige Preise Ehrliche Bedienun Wir zahlen Vaar für gebrauchte Haushalt Sachen. 715 W.7. Str. Phone 4-44566 Fix. „Gestern hat meine Frau von einem neuen Sommerhut ae träumt, und heute kriege ich schon die Rechnuna.“

Page 8

Seite 8 et 2 h 2 4 e —l— m Aa 7 Mittwoch —Donnerstag „When A Girl Loves“ mit Agnes Ayeres und Big Star Cast Comödie Jimmie Adams in „Why Hurry“ Freitag —Samstag. Wmn. Desmon in „The Measnre of a Man“ Ein echtes Western. Comödie Jimmy Aubrey in „Fishy Tales“ Auch gezeigt „Felix All Balled Up“ Matinee Mittag bis Joc 6 P.M. Abend Vorstellung 10e We E Lotal Nachrichten.

Bei Wilson,“ Ark, wurde am vori— gen Donnerstag Frau Sallie Cooper von einem Baum erschlagen, den ihr Mann für Brennholz gefällt hatte. Einbrecher haben in der Nacht auf Freitag eine Schachtel mit 8119 meist in Checks aus der Basket Gro eery 719 Main geholt. Sie kamen idurch die Hinterthür und nahmen nur das Geld. Richter Bullock in Morrilton hat den Sheriff angewiesen, einen sicheren Platz für den nächsten Gerichtstermin im März zu finden, da das Court— haus baufällig erklärt ist. Conwäy Co. hat kein Geld ein Courthaus zu bauen. Vor Richter Trieber stand vorige Woche W. H. Via von Pope County, ein Botlegger. Er erhielt 3 Mo— nate und 850 Strafe. Es war wohl berücksichtigt worden, daß er den Be amten Angaben gemacht hatte, durch die 10 Andere verhaftet wurden. In Haus und Senat ist eine Bill eingebracht worden, die Staatsweh len am 2 Dienstag im November ab—- uhalten, also mit den Bundeswah—- len. Die Bill sollte passiren und dann sollte es auch so bleiben. Es regnet wieder locale Bills. Die Firma Joe D. Back u. Bro. will einen neuen modernen Depart-- ment Store an 505 —507 Main Str. bauen. Der alte Bau wird bereits abgebrochen. Der Neubau wird vier Stock hoch mit allen modernen n quemlichkeiten. Das Obergericht hat das Arkansas Staats Einkommen Steuergesetz als untonstitutionell erklärt. Drei Rich ter erklärten, daß Arkansas unter sei-- ner gegenwärtigen Konstitution ühber— haupt keine Einkommensteuer erheben könne. Alle 5 waren einig, daß das goegenwärtige Gesetz unkonstitutionell sei. ffff bÖ ç bëb ísë ícsî —t

Jlanuar 1 Ausaehr Damen Schuhe 95 s 9). 2 E2 Wir offeriren für Donnerstag k und Freitag ein ungewöhn— liches Assortement von Da men neuer saisongemäßen Stylen. Braune u. schwarze Snuedes Patents —Satins und Ten Orfords j

4185— 420 Main Strafe. Zweiter Floor Department. 3 sîs s sse —€—Ç ÚÇ —R—— Little Rock Lieder-Tafel. Wir machen das verehrte Publikum nochmals höflich aufmerksam auf un seren Maskenball, Montag den 26. Jannar, Abends 7:50 in der St. Edward's Halle, 9. und Ferry Str. Wir versichern Ihnen schon heute, daß JFedermann auf seine Rechnung kom— men wird. Das Komite hat sich ein gutes Programm ausgearbeitet und Sie werden staunen, was da alles vorhanden ist. Es würde uns freuen, wenn jeder Deutsche in der Stadt und außerhalb auf diesen Maskenball erscheinen würde. Wir verweisen Sie noch auf den Inseratentheil dieses Blattes wo Sie alles nähere erfahren werden Also auf zum Maskenball der Little Rock Lieder Tafel. Das Komite.

In Helena sind F. G. Shamis, sein Sohn und E. Feinman arretiert worden. Sie hatten sich bankrot er klärt mit 825,000 Schulden und S4OOO Vermögen. In Feinmans Zimmer fand die Polizei eine Menge Waaren, die aus dem Geschäft her-- rühren sollen. Herr W. Hecker, Carrol, Ja, schreibt, daß er auf Reisen war, daß es aber kalt wurde und er daher schnell heim fuhr ohne den geplanten Abstecher nach Little Rock zu machen. Indessen hat er auf der Reise nicht viel gutes gesehen. Mittel Kansas unod das westliche Nebreska hätten gute Ernten gehabt. In Fordyce wurde vorige Woche die Pastorat des Methodisten Predi gers abgebrochen, an deren Stelle eine nene Kirche gebout werden soll, Dabei fiel vom Dachboden ein Schä del herunter, kein Mensch weiß wie der Schädel dahin gekommen ist Zwei Negerfrauen, die dem abbrechen zu sahen, rannten schreiend weg, als der Schädel herunter kollerte. Am Samstag schlug ein Boot bei sOakland. Marion County auf dem White River um und sieben Perso—- nen fielen ins Wasser Alva Johnson brachte James Shew ans Ufer und schwamm zurück und holte Frl. Gel orgia Bearden. Er schwamm noch-- mal zurück, aber die andern vier wa— renuntergesunkgn. Zwei fand man Sonntag. Des NSt. Obergericht hat erklärt. daß Bundesgerichte befugt seien für einen Straßendistrikt einen Massen— verwalter zu ernennen. Distrikt No. 7 in Poinsett County war durch die Legislatur gebildet worden. Die Commissäre verkanften Bonds und dann widerrief die Legislatur das Gesetz. Und jetzt müssen die Leute im Distrikt die Bonds bezahlen. Gouv. Meßoe hatte David Hines von Preseott begnadigt, der 15 Fah—- re hatte, weil er den Floristen Peter Maday orschossen hatte. Als die Frau des Erschossenen das hörte, ließ sies Hines nyerhaften. Er hatte als er khren Mann totschoß, sie verwundet Num hat er einen Prozeß wegen An griffs mit der Absicht zu töten durch— zufechten. Am Sonntag Abend brannte das Möbelgeschäft von Tom C. Adair an 6. und La. Bischof Morris Haus unds die Kathedrele wurden mit einems; Funkenregen überschüttet, der abers auf den Schieferdächern unschädlichh. war. Die Feuerwehr beschränkte dass Feuer ans den Store No. 115, wobei der dicke Rauch, der die Straßen füll te sehr hinderlich war. Auf dem Alexander Flugplatz ins“ Ate Little Rock flogen Sonntagh; Nachmittag Goeo. Turner und Rolley Inman in einem Aeroplan. Als die-! ser 30 Fuß hoch war, stürzte er abs und gerieth in Brand. Turner war im ersten Sitz eingeklemmt und ver— brannte. Inman wurde herausge schleudert oder sprang und wurdel— schwer verletzt ins General Hospital gebracht d Am Montag kam der widerliche 1 Pvozeß gegen Winona Green zu En—-h! de, die ihren Schwiegervater und ihre d Schwiegermutter tot geschossen hat, und darüber gar keine Gewissensbisse! empfindet. Am widerlichsten waren die wahrscheinlich gut bezahlten Be-! hauptungen von sogenannten Sach—- verständigen, welche behanpteten, daß— die Mörderin unzurechnungsfchig sei sd Daß diese Herren ihre ganze Zunft in“ Verruf bringen, sollte ihnen doch klar“ sein. Die Mörderin hat lebenslängli-s! ce ʒ Zuchthaus erhalten. In Greenwood wurde am Gericht am 15. Fan. Ernest Moser schuldig l befunden, am 11. Nov. 1923 doel! Hayes hei Bonanza ermordet zu ha-h! Er wurde zu lebenslänglichem l Zuchthaus. verurtheilt. Die Leiche des“ Grmordeten wurde halb entkleidet auf einem Hügel bei Bonanza gefun-s den. Der Kopf war zerschlagen, so daß es 10 Tage dauerte bis die Leichel identifizirt war. Moser wurde aml! 14. Mai 1924 arretirt und war seith! der Zeit im Gefängniß. Er hat 5; verschiedene Bekenntnisse gemacht, im srhen sagte er, er habe Häynes ermor! det, um dessen Geld zu bekommen. Arkansas Echo Donnerstag den 22. Jannar 1926 h Oh Boy!

Franke's Echter Weihnachts s is Frucht Kuchen s 60e das Ppund sh 0 So lange er hält. W Gerade so gut—sogar besser ssh wie um Weihnachten, aber wir haben zuviel gebacken. h h Wegen der sehr trockenen sss sh veriode haben wir nicht die sh s nothwendigen Preservative, am ihn bis nächsten Christag 1 1 halten, so bekommen Sie h fh ihn zu einem Bargain. s h Größen 1-2 zu 6 Pfund. h Zufriedenheit garantirt. Zrankes f Srankes h Hot Shop 1

Kasse Kränzchen. Das monatliche Kaffekränzchen in der St. Edward's Halle findet Diens— tag den 27. Januar Nachmittags statt. Die folgenden Damen haben die Bewirthung übernommen: Frau Mar Dutlinger, Wm. Berg, Joe Walter, Wm. Berberich, Joe Berg Ir. Wm. Beckman. Preise an jedem Tische. Alle Da— men werden ersucht zu kommen und ihre Freunde und Bekannten mit— zubringen. Mayor Brickhaus glaubt, daß das Obergericht die drei Amendements, die bei der letzten Wahl alle drei eine Mehrheit aber keine Majorität er— hielten, vom Obergericht als gültig erklärt werden und hat die Alder— männer zu einer ertra Sitzung ein geladen, um Vorsorge für eine Bond ausgabe zu treffen, wenn das Oberge—- richt das Amendement für aaenon men erklärt. Die Leser werden auf den Masken VBall der Lieder Tafel aufmerksam ge macht. Die Herren am Comite haben Humor und Spezialitäten ausgedacht die viel Spaß machen werden, darun ter ein Photographisches Atelier, eine Polizei Station und anderes. Jeden falls werden die Herren und Damen, ele den Ball besuchen, sich großar— tig amüsieren. Der neue Pastor der Evang. Lu—- ther Gedächtnißß Kirche, Dr. Eier— man, wird in der ersten Woche im Februar hier eintreffen und für die Fastenzeit hat er ein Programm auf— gestellt, das 5 Wochen anhält. Am ersten März abends 7:30 Uhr wird sein erster Vortrag gehalten im Palace Theater und zwar in Englisch. Thema: „Gods Message to Little Rock“. Deas Programm wird in Zeit bekannt gegeben. Im Hotel Marion ist ein türkisches Bad, dem der Neger Chas. Graham! seit 15 Fahren vorgestanden hat. Nun kam ein Geheimer von Kansas City nach dem Hotel und wie es so seine! Gewohnheit ist, fragte er deu Bellboys ob er ihmn ein Pint Schnaps bringen könnte. Der Negerjunge fragte, obs! er ihn nicht verrathen würde, unds brachte dann den Schnaps so schnell, daß der Geheime wußte, daß er dens“ Stoff im Hotel haben müßte. Ders! Junge wurde heran geholt u. Gra ham im türkischen Bad war der Lie-! ferant. Richter Trieber wird diel! Geschichte im Gericht haben. Ehe Gouv. Meßae aus dem Amt ging hat er das Jahr Urlaub vons Luther Sneed widerrufen, der seines. Frau ermordet und dafür lebensläng lich hat. Denn deeretirte er auch. daß der famose W. Hall, der wegens Betrug oder Diebstahlt zu Zuchthauss; verurtheilt, Aufschub erhielt, damit ers das gestohlene Geld ersetzen könne, sich im Zuchthaus zur Verbüßung set ner Strafe melden muß. Hall hatte das Amt des Einkäufers für die Staatsanstalten, und hatte außerhalb des Staates Waaren für viele tausend Dollars gekauft, das Geld dafür ge zogen und eingestecktt. Als es her—- ausfkam, wurde er wahnsinnig, konnte aber den Wahnsinn nicht lange ge nug durchfiühren. In der Legislatur ist eine Fluth von Bills, meist localen Charakters. Unter den allgemeinen Bills ist dne welche Sicherheit für Bankdepositen fordert. Das Haus nahm eine Reso lution an, den Bewohnern des Ra ckensack Apartmentshanses und den Eigenthümern zu verbieten, die drei Fuß zwischen Straße und Rackensack Grund, die dem Staat gehören nicht zur Verbindung zu gebrauchen, der Name Rackensack, der ein Schimpfs auf den Staat sei, abgeändert sei Der Senat ernannte ein Comite, u die Meinung des Wortes festzustellen. Eine Anti Lobbying Bill ist im Senat und wird wohl durchgehen. Sie ver bietet den Leuten, die für Corporatio- Herman Lensing Sr. Am Samstag den 17. dan. ttarb unser alter Freund, Herr Herman Lensing Sr. in Memphis, wo er die letzten Jahre gewohnt hatte, 87 Jahr alt. Herr Lensing kam 1879 don Westfalen und kaufte bei Shoal Creek die dem Landagenten Hellmich gehörende schöne Farm. Um seinen beranwachsenden Kindern bessere Schulung geben zu können, wie das damals in Shoal Creek möglich war, verkaufte er 1885 seine Farm und zog nach Little Rock, wo er lange JFahre ein Geschäft betriob. Er war ciner der Gründer des St. Josephs Vereins und ein Mitglied der jungen deutschen Gemeinde hier, und war all gemein geachtet und beliebt. Er er zog seine Kinder musterhaft. Sein Thätigkeits und Schaffenstrieb brach te ihn nach Florida, von wo er nach Memphis zog, wo seine Tochter Mary verheirathet ist. Herr Lensing ge— hörte auch zu den Gründern des Art. Echo und hatte deswegen eine ganze Menge Chicanen und Prozesse durch zufechten. Ihn betrauern seine Frau, sieben Kinder und drei Enkel. Das Re— quiem für ihn wurde Montag Mor— gen 9 Uhr in der St. Eduards Kirche gehalten und dann wurde seine Leiche auf dem Calvarien Friedhof beerdigt. Er gehörte zu den deutschen Pionieren von Arkansas, und war einer der besten. RI.P. 1 nen ete gegen eine Bill arbeiten wol—- len, ins Capitol zu kommen und das da zu thun. Die Bill ist werthlos, denn die Herren erreichen ihre Zwecke dann außerhalb des Capitols. In unserer Legislatur hatte der Repräsentat Davis von Lafayette County einen Antrag eingebracht, zu untersurhen, was die sogenannten athletischen Spiele in unsern Schu— len und Universität kosten. Es 1. manchmal gesagt worden, daß diese athletischen Spiele die Studien zu rückgedröngt haben., so daß sie boranstehen und die Studien nur so nebenher betrieben werden Der Antrag von Danis also gar nicht ohne Grund. Aber er wurde im Hause nachdem er gelesen war mit 58 gegen 27 Stimmen den Tisch gelegt. Das heißt also, die Herren in der Legislatur sind dani einverstanden, daß die Jugend ihre beste Zeit mit Spiel und Sport vertrödelt. Wenn diese Jugend unsere Stelle tritt, dann werden ste selbst das Resultat erleben. Schön wird das nicht sein. An der sogenannten kleinen Ger— man Pike südwestlich der Stadt wohn te Harry Kayser in einen ihm gehö—- renden Hause. Er ist als Buchbinder bei der Vugh Printing Co. angestell. Seine Frau und sein Onkel, die mit ihm das Haus bewohnen, hatten ihm vor einigen Wochen von seltsamen Geräuschen erzählt, die sie gehör hätten. Dann hätten sie böse ausse— hendeGestelten herumhuschen gesehen. Eines Abends vorige Woche hätten er und seine Frau im Wohnzimmer ge—- sessen, da hätte Jemand leicht ans Fenster geklopft. Beide hätten nach dem Fenster gesehen. Die Vorhänge hätten sich auseinander getheilt wie mit einer Schnur gezogen und dann sei die Büste des verstorbenen Mon—- signore Tobin durch Glas und Rah— men iins Zimmer geschwebt. Am an- dern Morgen hatten sie ihre Sachen gepackt und seien nach Pulaski Heights gezogen. Am vorigen Don— nerstag Abend gingen einige Little Rock Polizisten, die Dienstfrei wa-- ren mit einem Reporter die Nacht in dem Hause zubringen. Die Herren, Polizisten und Gazette Reporter, die nach Kaysers Haus ge fahren waren, um Geister zu sehen,s sind am Freitag Morgens nach Hause gefahren, ohne was gesehen zu haben. Es wird behauptet, daß Frau Kayser sehr nervös sei, ein Ausdruck der alles deckt, was Einbildung und Furcht vorspiegeln und Kayser scheint schließ lich davon angesteckt gewesen zu sein. Mit den Gespenstern war es mat wieder nichts-. îWW Sabiol Falbiola ist eine bekannte Geschichte aus dem alten Rom, geschrieben von Cardinal Wiseman und viel bewun— dert und gelesen. Die Geschichte ist nun im Film heraus. Sie soll Don— nerstag, den 29· Januar, Abends 8:16 in der St. Edward's Halle ge—- en werden. Die wird voll sein, und die Darstellun verdient es. Es ist eine Darstellung aus dem Leben der Cristen im heidnischen Rom unter! Kaiser Marxentius. Û 7 Ein Wort George Washingtons i Deutsch Amerikaner, ent halten in einem. Briefe an die deutch lutherische Zionskirche in Philadel. phia, die den Vater unserer Republik anläßlich seiner Erwählung en Präsidenten beglückwünscht hatte, Fred Rossner Sr. Fred Rossner Ir. Fred Rossner Son Versichernngs-Anentux.. Feuer, Tornado, Unfall und andere Versicherungen. 815 West Markham Strase. Little Roch, Arn —ſt 3 Art. Upholstering Cabinet Co. Bider und Bilderrahmen. „Artist“-Material und „Var.ish Finish“ Politer-Arbeit aud Mobelreparatur jeglicher Art. Store und Werkstätte 320— 322 Center Straße. Bhone 497 Litftle Rock, Arnansas.

W.B. Worthen Co —Unjere zufrieden gestellten Kunden vermehren sich beständig. weil unser gZiel ist alle zufrieden zu stellen. Wir erbitten Ihre Kundschaft und sind stets Dienstbereit. Fangen Sie Spat Account an und sehen Sie ihn wachsen zu 4 Prozent. Main und Capitol Ave. 1 Little Rock' Ark. M Aa 9 1 t a Kenny's Thee's 1 c ijco und Kaffee 1 74 Alle Theesorten, bester Qualität zu 1 E x den billigsten Preisen in der Stadt uGA 75 dJeine Auswahl von Theesorten für 2 Eisthee 9 Etablirt vor 50 ʒ 1 1870 C. D. Kenny Co. Zahreu 121 West Fünfte Strasße Freie Ablieferung Phone 4-3041— 4-3042 HAYVES-STORES 00. Alle Futtersorten, Korn, Hen, Hafer, Oelmehl ete. Hayes Feed Store No. I.— Alle Futtersorten und Hühnerfutter, Full-O-Pep. Siebte und Spring Straße. 1 1 Rauchen Sie I a 2 12 22 /72

G. B. Graupner, 1115 Ost 13. Straße. Little Rock, Ark. Phone 1-1119

Fletcher Coffee Spice Co. Nosebud and Uirgoro Coffee, Vhone 4-0640 409 —AII Ost Markham St. Little Roct, Art

Qualitäũt und nur Qualität Der Fleischnarkt 1502 Commerce Straße hat alle Sorten Feisch ersten Grades, Wurst aller Sorten täglich frisch Dazu Austern, Fische und Käse erster Qualität Schnelle, höfliche Bedienung und vernirftige Preise W. O. Fleming 15602 Commerce Htr. Phone 9419

verdient der Vergessenheit entrissen zu werden: „Angesichts des ausge zeichneten Charakters der in Ameri·s ka ansssigen Deutschen, ihres Flei- Bes, öhrer Besonnenheit u. Tugend—- haftigkeit, schätze ich mich glücklich von einer großen Zahl aus ihrer Mitte so starke Versicherungen ihrer Zuneigung für meine Person zu er— halten. ihres Vertrauens in e Ehrlichkeit u. ihres Eifers wie ih rer Bereitwilligkeit, mich in meinen!! Anstrengungen für die Wohlfahrt unseres gemeinsamen Landes zu un— terstützen.“ o—— Der Fanle. Der Bauherr ärgerte sich nicht wenig, als er vor dem Neu sbau einen Arbeiter stohen sieht, der ganz gemüthlich die Hände in den grsentascten Lält und seine Pfeife raucht. So, jetzt sind Sie aber mall erwischt,“ schnauzt er ihn an. „Hier Dr. Atnie M. Bremyer, Res. Phone 4-2681. Dr. Paul I. Coyne, Res. Phone 6024 Bremyer Coyne Chiropractors Office Phone 9890 Auf Wunse“ Haus Besuche. 318 Hall Building haben Sie Ihren Taglohn und von heute æb ist Schluß.“ Der Ange schnauzte stecktt das Geld ruhig ein und ging davon Der Bauherr ruft den Polier und erzählte khm von dem faulen Kerl, den er eben fortgejagt. „Der hier stand?“ fragte der Po lier und lacht, „das war ja keiner von unserm Arbeitern!“ o Willst du fremde Fehler zählen, so fange bei den eignen an; mir däucht, es wird dir dan die Zeit fiür fremde Fohler fehlen.