Luxemburger Gazette (Dubuque, Iowa)
August 25, 1908

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Es wird wenigsiens 50 Cents soslen! Werden die dentsch-redenden Katholiken ,„so schreck lich viel“ bezahlen? .2 e 1 „Rückständigkeit. der deut— schen Katholiken“. Wir meinen damit, daß wir unseron Lesern soweit wie thunlich, wörtlich oder inhaltlich die Ausfüh— rungen des St. Pauler „Wanderer“ über dieses Thema vorführen wollen. In seiner No. VIIIII wird unter An— derem klargelegt, daß das gangze Programm des Central Vereines nicht auf einmal ausgeführt, wohl aber begonnen werden kann. Der Schreiber meint: Es ist für mich ganz fraglos, daß eine allgemeine, durchgreifende, von einer alle Hinder nisse überwindenden Begeisterung ge tragene Glaubensfreudigkeit. und Glaubenserneuerung einsetzen muß, bevor an die Verwirklichung all' der niedergelegten Gedanken und Zu— kunftshoffnungen gedacht werden lann. Aber stückweise läßt sich Ein zelnes jetzt schon erreichen, wenn wir es nicht fehlen lassen an dem Opfer— sinn und der Begeisterung, die in der Vergangenheit so herrliche Erfolge aufzuweisen hatten.“ Und sollen gerade wir deutschen Kathoiken mit gutem Beispiel voran gegen? Zweifellos. Erstens einmal deshalb, weil wir in steter Fühlung mit den unvergleichlichen Errungen schaften unserer Glaubensgenossen im alten Vaterlande, die von berufener Seite als Muster und Vorbild der Ka tholiken aller Länder bezeichnet wur den, stets neue Kraft schöpfen können zu fruchtbaren Thaten; weil wir in den herrlichen Traditionen unseres Volkes, das in jahrzehntelangem Kampfe gestritten für die Freiheit unserer Kirche und den Sieg katholi— scher Ideen im öffentlichen Leben, immer neue Nahrung und Begeiste rung finden und die Lösung für manche Frage, deren Tragweite gar viele unserer nicht-deutschen Glau— bensgenossen nicht zu erkennen schei— nen; weil wir eine Organisation und eine Presse haben, um die uns vor allem unsere Glaubensgenossen englischer Zunge beneiden .kömtten. Und von all' Dem abgesehen, dürfen wixr uns der von den Umständen ge— botenen Thätigkeit auch darum nicht entziehen, wenn wir am Ende der Dinge auch hierin von. unseren nicht-deutschen Glaubensgenossen uns nicht beschämen lassen und uns nicht selbst zum geistigen Helotenthum ver— urtheilen wollen. ort ste 20 ten Einstweilen allerdings suchen un— sete englisch redenden Glaubensge—- nossen die Hebung des Bildungs— Niveaus noch in verkehrter Richtung, in blaustrümpfelnden „Chautauquas“ vor Allem. Daneben bricht aber doch eine mehr auf's Große gerich— tẽte Bestrebung sich Bahn. Die „A. O. H.“, die „Knights of Columbus“ u. s. w. haben die Gründung von Leẽhrstühlen an der „Catholie Uni— versityhy“ in Angriff genommen, zum Theil schon durchgeführt. Zehn—- tausende und Hunderttausende sollen darauf verwendet werden. Sicher—- lich ein exfreuliches Zeichen für das Erwachen. des katholischen Selbstbe—- wußtseins, mag man im übrigen von den gen. Organisationen und ihren Gründungen halten, was man will. Aber was hier geplant wird, wird eines Theils wie z. B. der Hiber— nier-Lehrstuhl für das Gälische auf die Gesammtbildung einen allzu geringen Einflüßß ausüben, und anderntheils wird, solange das Bildungsbedürfniß unter den Katho— liken nicht mehr geweckt ist und im— mer noch in bekllagenswerthen Ereig— nissen der Vergangenheit wurzelnde Gegensätze fortbestehen, der Erfolg der Höhe der aufgewandten Mittel schwerlich entsprechen. Was nun im Central-Verein ange— strebt wird/ zielt vor allen Dingen auf eine Schulung zunächst der unse— rem Nerbande nahestehenden deutschen Katholiken der breiten Schichten des Volkes ab. Wir wollen von Grund an aufbauen; wir wollen das latholische Volk mit dem lebendigen Bewußtsein, der thatenstarken Er— kenntniß Dessen. erfüllen, was die Kirche bedarf, um ihre Stellung zu behaupten, um die lebenspendenden Ideen ihrer Lehre einsetzen zu kön— nen für die Gesundung unseres öf—- fentlichen Lebens, die Heilung der Gesellschaft. Ohne festgefügte Orga—- nisation und ständige, unablässige Agitation wird nichts erreicht.“ Die sall nn ilt ert für ihr isas. Alle er ysit hule, ceibe Art. mte noch als „um ãhe« er liarette. Luzemburger Carzette.

Organ sũür die Luxemburger der Ber. Staateu. z Ossreer Ece der 6. und Jowa- Strade, Dubuque, Jowa.

Corenz Konner, Nikolaus Fonnet, Sesch sts suhrer. Redatteur.

e Tttttt dn Order oder Bantanweisung gesandt werd n libernehmen wir die Verantwortlichteit.

Job Arbeiten Q 1

aller Art werden geschmaeckvoll und au mähigen Preisen hergestent —2 n ʒ E der hl. Rirche. 2 n Vlen Geschaftsfnhrer: Torenz Gonner. Redakteur: Rikolaus Gonner. Jahrgang 38.. hoffnungsvollsten Gründungen bver— fehlen auf die Dauer ihren Zweck, wenn nicht durch fortgesetzte Beleh— rung und Aufklärung das Iterele daran wach gehalten wird. Das ha— ben die amerikanischen Katholiken schon seit Jahr und Tag im Großen und im Kleinen erfahren. Man braucht in diesem Zusammenhange nur zu erinnern an die Mißerfolge der Föderation katholischer Vereine, den Volksverein, der nach kurzem Dasein wieder von der Bildfläche verschwand, die verschiedenen Organisationen zur Aufrechterhaltung der katholischen In— dianerschulen, die wiederholt in An— griff genommenen Versuche zur Gründung einer katholischen Tages—- zeitung in englischer Sprache u. s. w. Desgleichen bleiben alle oder doch die meisten schönen Beschlüsse, die auf den Tagungen unserer Organisationen gefaßzt werden, unausgeführt eben weil uns die Mittel fehlen, durch unausgesetzte Agitation das Interesse wach und warm zu halten. Hier vor Allenm muß, wie das auch der „Katholischer Westen“ im An— schluß an einen meiner früheren Ar— tikel betont hat, ünsere Thätigkeit einsetzen. Wir brauchen eine Cen— tralstelle, wir brauchen Männer, die unablässig, durch keine anderewr Verpflichtungen behindert, ihre ganze Wirksamkeit der Auftlärung des katho- selben in den in's Auge gefaßten Auf— gaben widmen können. Kurz, wir brauchen eine Organisation, wie sie der weitausschauende Windthorst in dem Volksverein für das katholische Deutschland in's Leben gerufen hat. Unberechenbar ist, was der Volks— verein durch Wort und Schrift ge— leistet hat für die Katholiken Deutsch— land's, für deren Schulung und Bildung, für die einzelnen Standes—- Organisationen, für die politische Vertretung der Katholiken Deutsch—- land's, das deutsche Centrum, im Kampfe gegen den Sozialismus. Hier haben wir amerikanische Ka— tholiken ein Vorbild, wie wir es besser nirgends finden können. „Also noch ein Verein zu all' den Vereinen, die wir schon haben?!“ Durchaus nicht, lieber Leser. Man hat das schon einmal versucht mir schwante damals schon, wie's kommen würde. Nicht ein neuer Verein soll gegründet werden. Wir haben ja bereits ein ganz vorzügliches Fundament im Central-Verein. Auf diesem soll der Voltsverein aufgebaut werden. Oder vielmehr: Der Central-Verein soll zum Volksverein ausgestaltet werden. Das lag schon seit Jahren schon seit der Tagung« zu Dayton, Ohio, im Jahre 1903 im Plane der leiten-- den Geister des Central Vereins, und die Reorganisierung des Central— Vereins, auf Grund der Staatsver— bände, anstatt der paar hundert Loklal—- vereine, war der erste Schritt zur Ausgestaltung des Central Vereins zum Volksverein. Um darzulegen, wie die Umgestal—- tung des Central Vereins sich ohne nennenswerthe Schwierigkeiten durch— führen läßt, werde ich e nächst— hin die Thätigkeit des Volks— vereins für das katholische Deutsch land kurgz stizzieren. Für heute will ich schon so viel rahee; Mit der bisherigen „Kopfsteuer“ sagen wir lieber Jahresbeitrag von 10 Cents pro Mitglied, wovon der Central— Verein 3 Cents pro Mitglied erhält, ist's nicht gethanü Damit ist wenig auszurichten. Unsere Vereinsmänner werden sich daher, wollen sie etwas Dauerndes schaffen, wollen sie Thaten vollbringen, die unserer Kirche, unse— rem Volksthum und dem ganzen Lande zum Segen gereichen, mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß sie statt der 10 Cents Jahresbeitrag mindestens 50 Cents werden leisten müssen. dch weiß, daß das auf Widerspruch stoßen wird. Denn wir amerika nischen Katholiken sind verzeihen Sie den Ausdruck, verehrter Leser! wir sind in solchen Dingen, wo wir auf den ersten Blick keinen greifbaren Vortheil wahrnehmen, Kniccer, Pfen nigfuchser. Hierin müssen wir noch gar Manches lernen. Vor Kurzem wurde berichtet, daß die „Federation of Labor“ in Washington einen „Ar— beitstempel“ errichten wird, dessen Kosten sich auf eine Million Dollars belaufen werden. Die „Knights of Dubuque, Jowa, Dienstag, den 25. August 1908. Pythias“ hielten vorige Woche in Boston ihre Jahresversammlung, und die Presse berichtete, daß sich das Ver— mögen dieser Freimaurer Loge auf sage und schreibe fünfundfünfzig Millionen (355,000,000) beläuft. Und das ist, nur eine von vielen Logen. Welche schwere Geldopfer die Sozialisten für ihren Kampf gegen die bestehende Ordnung bringen, wie sie ihre Presse in der uneigennützig sten Weise unterstützen und fördern, dürfte ebenfalls hinlänglich bekannt sein. Dabei wollen wir von den Sekten, den Prohibitionisten und sonstigen Isten nicht reden. Wir katholischen Vereinsmänner aber schlagen entsetzt die Hände über'm Kopf zusammen, wenn man uns zumuthet, für eine Thätigkeit, deren Nutzen sich nicht in Dollars und Cents berechnen läßt, sage und schreibe einen halben Dollar im Jahre zu opfern! Was aber ließe sich er— reichen, wenn der Jahresbeitrag im Central-Verein auf einen halben Dollar erhöht würde! Das wäre ein Jahreseinkommen von 850,000.. Was ließe sich mit einer solchen Summe er— zielen für die Sache der Erziehung und Bildung, die Aufklärung und Be— lehrung des katholischen Voltes, die Stärkung und Erhöhung des Ein— flusses der Katholiken, die Vertheidi—- gung unseres hl. Glaubens! Der Congo wird annektiert. Brüssel, 22. Aug. Mit 83 gegen 55 Stimmen nahm die belgische Deputi tenkammer am Donnerstag den Congo Annexions- Vertrag an. Darauf wurde der Congo-Charter mit 90 gegen 48 Stimmen zur zweiten Lesung ver wiesen. Das Ministerium hat noch nicht bekannt gegeben. ob es seine Tehnion cneiden nind jnjoiat der altung Devputiertenkammer, welche Belgien's Verantwortlichkeit fur die Congo-Schuld nicht indossiert at. Die Annahme des Congo-Vertrages durch die Deputiertenkammer bedeutet, daß die Annexion des Freistaates nunmehr so gut wie gesichert ist. Der Senat und König Leopold sind bereit, die Bill zu ratifizieren. Damit nähert sich die unbeschränkte Herrschaft König Leopold's ihrem Ende. In Zukunft wird er nichts mit der Verwaltung des Congo-Staates zu thun haben, da die Verwaltung jetzt durch die belgische Regierung erfolgt. Belgien wurde speziell gehalten, die Conzessionen, welche im Jahre 1906 zwei amerikanischen Corporationen, an denen Thomas F. Ryan finanziell in teressiert ist, gewährt worden waren, zu respektieren, und diese Bestimmung wurde in dem definitiven Text des Vertrages eingeschlossen. König Leopold erhält als Entschä digung 810,000,000 in fünfzehn jährlichen Raten, welche er zur Er bauung von Hospitälern und zur För— derung wissenschaftlicher Arbeit in Afrika verwenden soll. Die Lage in Springfield, 111. Springfield, dll., 22. Aug.— Mehrere Regimenter haben wiede—- rum die Stadt verlassen. Henry Deßler, der Armenaufseher, giebt etwa 8200 per Tag für heimath—- lose Neger aus. Da die ihm zur Ver— fügung stehenden Fonds beschränkt sind, so ist es nicht unwahrscheinlich, daß eine Spezialsitzung der Supervi— soren Behörde anberaumt werden wird, um Mittel und Wege zu finden, für die nothleidenden Neger zu sorgen. Daß die Staatsanwaltschaft keinen Beistand zur Erlangung von Beweis material gegen die für das Lyuchen von Burton und Donegan verantwort lichen Personen erlangen wird, ergibt sich aus dem von der Coroners-Fury im Burton-Falle abgegebenen Wahr— spruche. Etira zwanzig Zeugen wur— den vernommen und die Jury gab einen „offenen Wahrspruch“ ab. Der Inquest über die Leiche von Donegan begann gestern und Coroner Woodruff verspricht sich wenig Erfolg davon. Er hat ʒls für jeden Zeugen versprochen und bisher wurde Niemand gefunden, der den Namen eines der Mitglieder des „Mob“ angeben will. Kinder finden Tod in den Flammen. Co lfax. Wash., 21. Aug. Das Wohnhaus des Ranchers H. V. Schultze, zwischen Colfax und Ga—- lome, Wash., gelegen, ist niederge— brannt, und sechs Kinder fanden ihren Tod in den Flammen, während zwei andere so schwere Verletzungen erlit ten, daß sie wahrscheinlich nicht mit dem Leben davonkommen werden. Vier von den Kindern, welche umge— kommen sind, waren von der Familie Schultze, und zwei waren die Kinder von W. W. Fox, einem Schwager von Schultze. Dentschland's Katholiken Haben sich zur fünfundfünfzigsten General Versammlung zu Düsseldorf versammelt. Düsseldorf, 17. Aug. Zum dritten Male hat Düsseldorf, die Kunst- und Gartenstadt am Rhein, die Ehre, die General Versammlung der Katholiken Deutschland's in ihren Mauern zuù begrüßen. Und wie in den Jahren 1869 und 1883, so hat diese Stadt auch heuer den Gästen einen hergzlichen Empfang bereitet. Ganze Stadttheile prangen im Fest—- anu und überall herrscht reges Leben. Das am meisten Aufsehen erregende Ereigniß des gestrigen Tages war der große Festzug der katholischen Arbei— ter-, Gesellen- und Knaphenvereine, der sich um 1354 Uhr Nachmittags in Bewegung setzte. Selten hat man ei— nen solchen Aufzug von katholischen Arbeitern gesehen. Fünfhundertund fünfgzig Vereine mit mehr als 48,000 Mitgliedern waren in Reih' und Glied und zogen so durch Düsseldorf's Stra— ßen. In zwei mächtigen Gruppen, die sich in den herrlichen Hofgartenanlagen zu einem Zuge vereinten. zogen sie aus, an Sr. Eminenz, dem Herrn Erzbischof Cardinal Dr. Fischer und den Vertretern der Behörden vorbei und die Marschroute entlang zur bei halle, wo etwa 12.,000 für die Fest-- versammlung blieben, während die an-- deren Theilnehmer gruppenweise nach den für sie gesicherten 29 Versamm— lungslokalen ahzogen. Etwa 100 Radfahrer flankirten den Festzug, in den 67 Musilläpellen mit mehr als 700 Musitern vertheilt waren. Dieser Zug. der mit -herglichem Beisfall begrüßt wurde, war eine kolossale Demonstration für die Sache der katholischen Arbeiter, wie sie wohl in keinem anderen Lande der Welt möglich wäre. Die Zahl der Arbei— ter, ihre musterhafte Organisation und die auffallende Ordnung war ein be— redtes Zeugniß für das Interesse, das man katholischerseits in Deutschland dem Arbeiterstande entgegenbringt. In allen diesen Versammlungen wurden Vorträge von Arbeiter- und Gewerkschafts- Sekretären gehalten. Besondere Erwähnung verdient die Neuerung, daß in allen Lokalen von den Theilnehmern gemeinschaftliche Lieder gesungen wurden. Die erste große Veranstaltung der diesjährigen Versammlung war das Pontifikalamt, das heute um 9 Uhr Vormittags in der St. Lambertus— Kirche begann. Es wurde zu Ehren der allerseligsten Jungfrau und Got— tesmutter Maria, der Patronin der General Versammlung dargebracht und war zugleich ein Dankamt zum 50-jährigen Priester Jubiläum des Hl. Vaters. Um 8 Uhr gestern Abend fand die Begrüßungsfeier in der neu errichteten Festhalle, die voll besetzt war, statt. Die Vorsitzenden der Rednerkommis—- sion, Stadtverordneter Dr. Hüsgen und Landesrath Dr. Horion haben in der Wahl der Redner großes Geschick bewiesen, wie die häufigen Beifalls— tundgebungen bewiesen. Düsseldorf, 19. Aug. In der Pfarrkirche zum Hl. Marxi— milian wohnten gestern Morgen die Theilnehmer einem Pontifikal-Re— quiem bei. Die zweite geschlossene Versamm— lung (Siehe Einzelheiten über die erste Versammlung auf Seite 6 dieser Nummer.) in der die Verhandlungen der Versammlung vom Montag fort—- gesetzt wurden, begann um 11 Uhr Morgens im Kaisersaal der städtischen Tonhalle und löste sich erst gegen 1 Uhr auf. Um 3 Uhr Nachmittags tagten verschiedene Ausschüsse im 1. Stock der städtischen Tonhalle und zwei Stunden später fand sich die große Mehrzahl der Vertreter und anderen Besucher in der Festhalle ein, um der zweiten öffentlichen Versammlung anzuwohnen, die ungefähr zwei Stunden anhielt und einen sehr er— folgreichen Verlauf nahm. Nach dem Abendessen fanden sich mehrere Tausende, darunter eine große Anzahl Düsseldorfer, und viele Damen, zu einem Gartenfest im Zoologischen Garten ein., bei dem sich Alle bis zu später Stunde ergötzten.. Heute nahmen die besonderen Ver— anstaltungen die Aufmerksamkeit der Gäste sehr in Anspruch, hatten sie doch außer dem offiziellen Interesse noch den Reiz, daß sie in sehr vielen Fällen eine Art Reunion bildeten, und Vielen Gelegenheit boten, sich nach langen Jahren vielleicht zum ersten Male wie— derzusehen. Das war namentlich bei der Versammlung ehemaliger Theolo— gen der Universität Innsbruck der Fall, die, zusammen einem Amte bei—- wohnten und sich um halb 2 Uhr Nach— mittag im großen Saale der Bürger—- gesellschaft in der Schadowstraße 40 zu einem gemeinschaftlichen Mittagessen zusammenfanden. Eine der größten und bedeutsamsten Zusammenkünfte war die General— Versammlung des Volksvereins für das katholische Deutschland. Eine andere bemerkenswerthe Versamm— lung war die des Priester Abstinen—- ten-Bundes und des katholischen aka— demischen Abstinenten Bundes im Paulus-Hause in der Luisenstraße. Veranstaltungen ähnlicher Art waren die General Versammlung des ka— tholischen Mußigkeits-Bundes und die öffentliche Versammlung des Vereins abstinenter Katholiken im Paulus— Hause. Besondere Grwähnung ver— dienen· auch die Versammlung des Priestervereins Pax in der Halle der Bürgergesellschaft; der katholische Missionscongreß; im Paulus Haus; die General Versammlung der Vin— zenzvereine; die Versammlung der atkademischen Bonifatius-Vereine und die Versammlung des Borromäus—- Vereins. Einen besonders gemüthlichen und angenehmen Verlauf nahm der Fest— kommers des Verbandes der farben tragenden klatholischen deutschen Stu— denten-Verbindungen, der im Kaiser— saal der städtischen Tonhalle zu dem etwa 100 Corporationen erschienen waren. Fast gleichzeitig veranstaltete in der Bürgergesellschaft die Vereini— gung katholischer Freistudenten Frei— burg's eine Versammlung katholischer, nicht-incorporirter Akademitker, um Allen Gelegenheit zur Bethätigung ihrer katholischen Interessen zu geben. Düsseldorf, 20. Aug. In der Hl. Lambertus-Kirche wurde gestern bereits um 6 Uhr der sakra mentale Segen ertheilt. Von da aus begab e Segen zum Rhein, wo die für die Wallfahrt nach Kaiserswerth ge— sicherten Schiffe bereit lagen. In Kaiserswerth wohnten die Wallfahrer einem Pontifikalamte und Predigt bei, und kehrten, nachdem sie sich dort kurze Zeit nach dem Amte aufgehalten und die Sehenswürdigkeiten von Kaisers—- werth, die vierthürmige im elften Fahrhundert begonnene Stiftskirche, mit dem Reliquien Schrein des hl. Suitbertus, die Reste der vom Pippin dem Kleinen ängelegten, von Fried rich Barbarossa neuerbauten Kaiser pfalz, u. a. m. schnell in Augenschein genommen, nach Düsseldorf zurück. Gegen ein Viertel nach 10 Uhr Vormittags wurde die dritte geschlos—- sene, um 5 Uhr Nachmittags die dritte öffentliche Versammlung abgehalten. Die Betheiligung an den beiden gro— ßen Versammlungen war ebenso zahl—- reich wie an den anderen Tagen und am Abend fand sich wieder eine große Zahl ein zum Rheinfest, das unter Mitwirkung des Verkehrsvereins Düs—- seldorf veranstaltet worden war. Ein großartiges Feuerwerk und die bril— liante Beleuchtung der Rheinufer brachte fast die ganze Stadt auf die Beine. Die Beleuchtung und das Feuerwerk bildeten aber gleichsam nur den Rahmen zu dem Ausflug auf dem Rhein, den um 8 Uhr die Delegaten und viele Freunde unternahmen. Um 3 Uhr begann im Gesellenhause eine Versammlung des Vereins vom hl. Lande, und im Paulushause eine Missions Vereinigung katholischer Frauen und Jungfrauen. Eine Ver— anstaltung von mehr als vorüber— gehendem Interesse war die Festver sammlung des Verbandes katholi— scher kaufmännischer Vereinigungen Deutschland's, die Abends im Kaiser— saal der städtischen Tonhalle tagte. und zu der Vertreter aus allen Thei— len Deutschland's erschienen waren. Düsseldorf, 21. Aug. Mit dem gestern Nachmittag um halb 3 Uhr im Kaisersaal der städti— schen Tonhalle abgehaltenen Festmahl tam die 55. General Versammlung der· Katholiken Deutschland's zum Abschluß. Die Versammlung reihte sich ihren Vorgängern würdig an und bot ein herrliches Zeugniß katholischen Lebens und Wirkens. Die diesjäh— rige Tagung hat sicherlich auch viel bei getragen, die Bande noch fester zu schließen, welche die einzelnen Glieder des mächtigen Körpers miteinander verbinden. Mitbestimmend ist bei die— ser engeren Vereinigung der Gedanke der Einigkeit gewesen, die in dem Papstthum zum Ausdruck gelangt. Und diese General Versammlung stand unter dem Zeichen des Papst— Jubiläums, des Jubiläums des from— men und fähigen Mannes auf Petri Stühl. Diese und ähnliche Gedan—- ken waren bei den vielen glänzenden Tischreden bei dem heutigen Festmahle die Grundgedanken. Da heute Morgen die Theilnehmer an der General--Versammlung gleich- No. 1935. zeitig, und zwar um halb 8 Uhr, der Messe beiwohnen wollten, wurden in verschiedenen Kirchen Messen gelesen, worauf schon um 8 Uhr die letzte (4.) öffentliche Versammlung in der Fest halle beginnen konnte, die eine der begeistertsten der ganzen diesjährigen Zusammenkunft war und nach fast dreistündiger Dauer mit einem allge—- meinen Hoch auf den Hl. Vater zum Abschluß gelangte. Bryan's siebentägige Vortragsreise. Lincoln, Nebr., 22. Aug. William F. Bryan, der demotra—- tische Präsidentschafts- Candidat, reiste am Donnerstag von Lincbln, Nebraska, gb. um eine siebentägige Campagne-Tour zu unternehmen. In Chicago wird Herr Bryan mit seinen Campagne Führern zusammentref—- fen. Am Freitag hielt er in Des Moines, Jowa, die erste Rede, worin er die Tariffrage erörterte. Sams— tag, Sonntag und einen Theil des Montags wird er in Chicago zubrin—- gen, und am Dienstag wird er bei der Benachrichtigung von John W. Kern, dem demotkratischen Candidaten für die Vice-Präsidentschaft, in Indiana—- polis zugegen sein. Bei dieser Gele— genheit wird er eine Ansprache über Trusts halten. Zwei Tage später wird er in Topeka, Kans., eine Rede halten über Sicherstellung von Bankdepositen, und am 28. August wird er nach Lin— coln, Nebr., zurüelkehren. Eisenbahn in übler Lage. Winnipeg, Canada, 22. Aug. Seitdem der Streik der hiesigen Ausständigen der Canadian Pacific— Bahn begann, sind 150 Lokomotiven zwischen Swift Current und Calgary außer Dienst gestellt worden; 40 Loko—- motivenp die nfelae von VBochãdiann- gen dienstuntauglich geworden sind, befinden sich bei Coleridge in Alberta auf Nebengeleisen. Neberhaupt geräth das rollende Material der Bahngesellschaft in einen immer schlechteren Zustand, da die Reparaturwerkstätten infolge des Fehlens von Handwerkern beinahe stillstehen. Auf der Lethbridge— Alberta Zweiglinie der Bahn sind 3. B. infolge des schlechten Zustandes des Materials drei Züge entgleist. Bischof MeQuaid bei der Jubiläums— feier erkrankt. Rochester, N. 9., 27. Aug. Am Schlusse des Banketts, welches gestern Nachmittag der Einweihung der neuen Halle des St. Bernard's— Seminars folgte, sank Bischof Bernard F. MeQuaid plötzlich in Ohnmacht. Die Ceremoñien umschlossen die Feier des vierzigjährigen VBischofs Jubi— läums und des sechzigjährigen Prie— ster-Jubiläums des hochw'sten Ber— nard FJ. MeQuaid. Der Zustand des hochw'sten Bischofs ist nicht bedenklich. Erholungs-Heim für Priester. Muskegon, Mich., 22. Aug. Der Pfarrer R. A. Forman von der römisch katholischen St. Casimirs— Kirche in Chicago kaufte gestern ein 60 Acker umfassendes· Stück Land nahe der Stadt, auf welchem ein Heim für Priester, welche einige Zeit in Zurückgezogenheit leben wollen, erichtet- werden soll. Das Stück Land liegt am Michigan See, zehn Meilen nördlich von Muskegon. Der Springfielder Rassenkrieg. Springfield, 11.. 15. Aug. Die Staatshauptstadt von Illinois hat eine Schreckensnacht durchlebt, wie sie ihre Geschichte bisher nicht aufzu— weisen hatte. Den Anlaß zu dem Aufruhr bot das von einem Neger in der Nacht zu— vor an der jungen Gattin des Stra— ßenbahn Condukteurs Eugene Hal— lam begangene Verbrechen. Als der Thäter wurde später der Neger Geo. Richardson verhaftet und von der Frau als ihr Angreifer identifizirt. Schwer bewaffnete Hilfssheriffs brachten den Mann in's Gefängniß. Spät am Tage brachte der Sheriff Richardson und Joseph James, einen anderen Neger, welcher des Mordes von Clegg A. Bal— lard beschuldigt wird, dessen Tochter er vergewaltigen wollte, durch eine Hinterthüre aus dem Gefängnisse und per Automobil über den Sangamon— Fluß auf einen Zug der Chicago Alton-Bahn und dann nach Bloom— ington in's Gefängniß. Die Flucht wurde in dem Automobil des Restaurateurs Harry F. Loper be—- werkstelligt. Als bekannt wurde, daß die Schuldigen durch diese Kriegslist der Volksjustiz entrückt worden seien, kannte die Wuth der Massen keine Grenzen mehr. Bald hatte sich ein vieltausendköpfiger Pöbel zusammen—- Di- Luxemburger Carette

erscheint ieden Dienstaæg und kostet unter Vorausbezahlung sür die Ver. Staaten und Canada: Jährlich 52.00 Halbiäãhrlich 1.00 Nach Europa portofrei (müssen vor ausbezahlt werden): Jährlich 3.00 Halbiãhrlich 1.50 Correspondenzen und Mittheisungen mussen spätestens bis Samstag Morgen, wenn sie in der nächsten Nummer Auf j nahme sinden sollen, eingesandt werden. Briefe ohne Unterschrist werden nicht berücksichtigt.

ate Briefe, Correspondenzen u. s. w. abressire man einfach: METIE, LUXEMBURGER GAZETTE, Duhuque, lowa. gerottet, der nach Loper's Restanrant marschierte, dieses gänglich demolirte und das Automobil. mit Hilfe dessen die Flucht bewerkstelligt worden war, verbrannte. Die Polizei und ein Trupp berittener Miliz wurden mit einem Hagel bon Steinen zurückge trieben. Da die Behörden sich vällig dhn mächtig erwiesen, nahm der Aufstand dann immer größere Dimensionen an und bald standen Dutzende von Häu sern im Ostende der Stadt, dem Negera viertel, in Flammen. Springfield, Fll., 15. Aug. Zweitausend Männer und junge Burschen versuchten heute Abend 10 Uhr das an Fünfter und Adams Straße gelegene Arsenal zu stürnmen und drohten die dort untergebrachten obdachlosen Neger zu lynchen. Com— pagnie L von Olney, 111., trieb den Mob mit aufgepflänzten Bajonett zu rück, wobei die Feuerwehr behülflich war. Tausende halbtrunkener Leute durchziehen lärmend die Straßen. Fast sämmtliche Neger der Stadt campiren im Normal Park, süd-östlich von der Stadt unter Schutz der Miliz. Meh rere Anstürme wurden abgeschlagen Das Erste Chicago Regiment langte heute Abend hier .an. An Jefferson und Monroe Straße wurde das vor überziehende Militär mit Steinwür fen begrüßt, und es mußte sich den Weg durch die Menge mit dem Bajo nett bahnen, wobei es auf beiden Seiten Verwundete gab. Nur die ve sonnenheit der Offiziere hielt dis Milizen vom Schießen ab. “7 Springfield, dl., 15 Aug Um 11 Uhr Abends requirirte das Militär jedes erlangbare Auto mobil und sandte mehrere Compagnien nach den Bergwerk Distrikten Spal ding und Riperton. Es wurde ge gegenseitig die Häuser niederbre 7 In dem dabei stattfindenden Feuer gefecht wurden mehrere Personen tödtlich verletzt. Springfield, dll., 15. Aug. Gouverneur Deneen hat den lm ständen Rechnung getragen ünd verfügbaren Truppen nach der Staatshauptstadt gebracht. Als weitere Vorsicht und als Schutz gegen Unruhen sind alle Geschäfte heute Abend um 6 Uhr geschlossen worden. Die Wirthschaften und die Schnapsläden sind schon seit Frei Nacht um Mitternacht geschlosse John Caldwll, der als Zuschauer ges schossen wurde, als es bor dem R staurant Loper's zum Kampfe kam; heute Abend seinen Wunden erlegen Harry Loper, der Restaurateur, ist nach Michigan abgereist. Allen Leu— ten, die durch den Aufruhr geschädigt wurden, ist von den Versicherungs- Gesellschaften Nachricht zugegangen. daß ihre Policen ungültig geworde wären. Für den Schaden muß i Stadt und das Countyh aufkommen und es wird eine Extra-Steuer erhoben werden müssen. Springfield, 1., 16. Aug. Der Rassenkampf in Springfield hatte am Sonntag keine ernsteren Zu sammenstöße zur Folge. Mit der Ankunft des Zweiten und Siebenten Infanterie Reaiments der Illinoiser Staatsmiliz in Spring field und des Ersten Kavallerie-Regi ments, die Alle von Chicago kamen. sind gegenwärtig sämmtliche Miliz soldaten des Staates in der Staats 4 hauptstadt zusammengezogen mit Aus nahme- des Sechsten und Achten In fanterie Regimentes. Das Letztere ist ein farbiges Regiment. Im Gan zen befinden sich 4,200 Milizsoldaten in der Stadt. Springfield, 111., 17. Aug. Das Schlimmste scheint vorüber zu sein. Im Allgemeindn herrscht heute Ruhe. Die Liste der Todten stellt sich auf 7, die der Verwundeten auf 30. Zweiter Amnestie-Erlaß. Wien, 18. Aug. Kaiser Franz Josef hat die Bestim munag getroffen, daß ein weiterer Amnestie-Erlaß anläßlich der Feier seines 60-jährigen Regierungs- Jubi läums proklamiert werde. Der Gna denalt betrifft solche Personen, die sis des Vergehens der Majestäts Belei digung schuldig machten. Riesenbrand in Constantinopel. Constantinopel, 23. Aug. Fln Stambul (die türkische Alt stadt) brach während des Nachmittags eine Feuersbrunst aus, die sich, von einem heftigen Wind angefacht, mit riesiger Schnelligleit verbreitete und n Zeit von sechs Stunden 1,500 Häuse; und Ladengebäude in Asche legte. 9 Uhr Abend war das Feuer nicht gelöscht, doch hatte um Stunde der Wind sich etwas gelegt.

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1 1 2 1 1 1 p 4 3 7 1— zt: 2 8 2 t Von 2. G. F. 1 1 1 11— 1 1 11 1— 2 111— :3 3 72 37 7 372 4 1744444444444444444444444444444444444444444444444444 7444144227222222222222 42 7 22224 2 ite: 22 e t t 424 (Fortsetzung.) „Schreibe nicht mir, sondern nur dir selbst den Schritt zur Last, zu wel—- chem du mich treibst. Du wirst er— rathen, was ich meine, und freuest dich xscheinlich schon über die Aussicht, w sich dir dadurch bietet, endlich del Druck einer Zuneigung zu entge—- hen, die du, obwohl sie oft zwischen dir und der Gefahr oder Schande ge— ch hat, mit Verachtung behan—- eltest, wenn du nicht gerade gezwun gen warest, deine Zuflucht zu ihr neh m Die Gewalt über mich selbst hat htn Endpunkt erreicht, meine Kraft ist erschöpft; ich kann meine Lage nicht mehr ertragen; ich bin nicht im Stan— de, noch länger zu kämpfen. Wenn ich meine Frau in einem Augenblicke verlasse, wo sie des Trostes und der Stütze, die meine Gegènwart ihr bie— tet, eben am meisten bedarf, so ge—- schieht dies, weil die Entdeckung alles dessen, was ich ihr bisher mühsam zu vexbergen gesucht habe, für sie ein viel härterer Schlag sein würde, als meine Entfernung. Ich werde suchen, dem Schritte, den zu thun ich im Begriffe stehe, einen so wenig auffallenden An— schein zu geben, als ich kam. Es ist Wahnsinn, diesen Schritt zu wagen; aber du treibst mich zum Wahnsinn. Ich kann mich nicht genugsam auf mich selbst verlassen, um von dir Ab— schied zu nehmen. Wenn du morgen erwachst, werde ich Elmsley verlassen haben, es sei denn, daß ich von dir irgend ein Zeichen der Aufmerksamkeit erhalte, daß du mir irgendwie dein Bedauern zu erkennen gibst und mir versprichst, daß du in Zukunft Geduld mit mir haben willst. Ist es denn zu viel, wenn ich verlange, daß meine Liebe geduldet werde? Würden An— dexe an meiner Stelle nicht mehr for— dern? Mein Schicksal, das deinige und das Alicens liegen zum zweiten Mal in deiner Hand; noch bin ich in deiner, in ihrer Nähe; sie schläft ru— hiß, ohne zu ahnen, daß in diesem Au— genblicke das Verhängniß meines und ihtes Lebens entschieden wird. Schreibe mür ein einziges freundliches Wort, üd noch bin ich bereit, meine stürmi—- schen Gefühle niederzudrücken, meine selbstsüchtigen Regungen zu besiegen, ihr ein gütiger, beständiger Beschützer und dir ein Freund zu sein. Ich wire hier warten; ich werde die Mi— nüten zählen, bis deine Antwort an miüch gelangt, und eine jede wird mir eï Jahrhundert lang scheinen. Bilde dik nun aber nicht ein, daß ich dies bloß schreibe, um dich einzuschüchtern und d?ch dadurch zu einer Versöhnlich— keit geneigt zu machen. Ich schwöre dir feierlich: wenn du mich nicht auf—- forderst, zu bleiben, wenn du dich nicht verpflichtest, in unveränderlicher, edel müthiger Weise Geduld und Nachsicht gegen Gefühle zu üben, die, wenn sie auch Andern verborgen bleiben, doch von dir gewürdigt und geachtet den müssen wenn du mir nicht eine Antwort in diesem Sinne sendest, dann ich schwöre es nochmals habe ich dich und Alice zum Male gesehen. Das Unglück aber, welches für sie und für dich, für meine Schwester und selbst für Edward dar-- aus entstehen mag, ist dann dein Werk und nicht das meinige. Ellen, entscheidel“ Ich las diesen Brief in meinem Ankleidezimmer, während mein chen auf dem Gange wartete und ich Edward's Erscheinen jeden Augenblick entgegensehen konnte. Ben stand ich da, den Brief in der dand. unfähig, zu denken oder einen Ent— schluß zu fassen. Nach fünf Minuten wurde an die Thüre geklopft, und mein Mädchen sagte: „Herr Lovell wartet auf Antwort, Madame.“ Die Uhr schlug zwölf; die Thüre des Billardzimmers wurde geöffnet und ich hörte die Stimmen der Herren, die sich anschickten, es zu verlassen. Ich riß ein Stückchen Papier vom Tische und schrieb hastig mit Bleistift die Worte nieder: „Gehe nicht; ich be schwöre dich. Ich verzeihe dir und will Geduld mit dir haben.“ Ich versiegelte diese Zeilen und schickte sie fort; den nächsten Augen— blick aber hätte ich Welten darum ge geben, wenn ich sie hätte zurücknehmen können. Aber sie waren fort, und als wir am andern Morgen Alle beim Frühstück saßen und alles seinen ge— wohnten Gang ging, als, wenigstens für einige Tage, Henry keinen Vor— theil aus meinem feigen Zugeständ— nisse ziehen zu wollen schien, fühlte ich das Thörichte oder das Verbrecherische dessen, was ich gethan, nicht so, wie ich es hätte fühlen sollen. Aus Alicens Benehmen konnte ich nicht herausfinden, wie weit durch die Entdeckung meines Briefes an ihren Mann ihr Argwohn geweckt oder ihre Gefühle verletzt worden waren. Ge— wiß war nur, daß ihr ganzes Wesen ein anderes geworden war, anders, als in der ersten Zeit ihrer Ghe. Sie hatte die kindliche Harmlosigkeit gänz—- lich verloren, mit der sie gewohnt war, ihre Gedanten mitzutheilen und von den Vorfällen ihres täglichen Lebens uhd von ihren unschuldigen Beschäfti— güngen zu sprechen; dagegen vermied sie nicht mehr, über Gegenstände zu sprechen oder Bücher zu lesen, die sich auf die bestehenden Zustände der Ge sellschaft oder auf die Geschichte des menschlichen Herzens bezogen. Sie las viel; ich sah sie ein Buch nach dem andern in ihr Zimmer tragen; das in nige Interesse, mit dem ich sie beo— bachtete, ohne daß ich gewagt hätte, sie auszuforschen, bewog mich, im Ge— heimen auf die Wahl ihrer Lectüre mein Augenmerk zu richten. Ihr Geist schien sich daran zu nähren, ihr Wissen an Ausdehnung zu gewinnen; gleichzeitig aber wurden ihre Wangen bleich; in dem Ausdrucke ihrer Züge las ich statt des frühern Seelenfrie dens jetzt nur Selbstbeherrschung, und in ihrem Charakter zeigte sich statt der frühern Einfachheit jetzt Zurück haltung. Ihre Augen waren oft auf Henry gerichtet mit einem Ausdrucke nicht der Liebe oder der Furcht, son dern tiefer, schmerzlicher Theilnahme. Es war gegen Ende der dritten Woche im October, als wir nach Lon don übersiedelten und ich daselbst von meinem neuen Hause Besitz ergriff. Alicens Entbindung stand nahe be—- vor; ebenso die Abreise meines On—- kels und meiner Tante. Das letztere würde mich noch vor einiger Zeit un—- aussprechlich ergriffen haben; jetzt aber grämte ich mich darüber mehr wegen der Erinnerung an das, was einst mein Glück im Verkehr mit meiner Tante ausgemacht hatte, und wegen der Art und Weise, wie dieses Glück vorüber gegangen war, als wegen der Trennung selbst. Seit meiner ver heirathung war das Benehmen meiner Tante gegen mich, wenn auch nicht kalt, doch ein gezwungenes un ee oft hatte sie auf dem Punkte gestanden, irgend einem Gedanken Ausdruck zu geben, der ihr Herz zu bedrücken und ihr Kummer zu machen schien, niemals aber war etwas davon über ihre Lip— pen gekommen. Ich dachte, es müsse Henry und Alice betreffen, und fürch tete daher sehr, daß sie über diesen Gegenstand mit mir sprechen würde, über den ich leider so wenig eine Er— klärung geben durfte, wie ich eine Aen derung in meinem eigenen Benehmen eintreten lassen konnte. Demgemäß vermied ich ihre Gelellschaft während der letzten Tage ihres Verweilens in London, statt sie aufzusuchen, und strebte, so viel wie möglich, jedem Alleinsein mit ihr vorzubeugen. Der Tag der Abreise kam; als meine Tante von mir Abschied nahm, schloß sie mich in ihre Arme und flüsterte mir in's Ohr: „Gott sei mit dir; Gott segne dich, mein vielgeliebtes Kindl“ Ich verbarg mein Gesicht an ihrer Brust; die heißen Thränen, die ich vergoß, waren meine einzige Antwort auf einen Segen, welcher feuerige Kohlen auf mein Haupt zu häufen schien. Als ich von dem Fenster weg ging, von dem aus ich ihre Abfahrt beobachtet hatte, bemächtigte sich mei— ner ein Gefühl der Trostlosigkeit. Ich hatte meiner Tante niemals mein Herz geöffnet; niemals hatte ich ihr gestanden, daß ich unglücklich war; und doch, wenn irgend ein Mal der Becher zu voll war und mein Herz zu brechen drohte, pflegte ich mich an sie zu wenden und ihr zu sagen: Meine Seele ist niedergedrückt. Und dann antwortete sie niemals: „Warum steht es so mit dir? Sie sprach dann nie—- mals davon, daß das Leben schön sei und mein Antheil an seinen Segungen groß, und daß ich doch glücklich sein müßte. Sie wußte nicht, daß ich un— glücklich war, aber sie fühlte es; und zu mir, jung, krästig und blühend, wie ich damals war, zu mir, dem Abgotte des Mannes, den ich anbetete, dem verwöhnten Schooßkinde des Glückes, sagte sie in solchen Augenblicken, wie von dem Instinete ihres Herzens ge— leitet: „Die Erde, mein Kind, hat ein Grab; im Himmel aber ist Ruhe.“ Für die wenigen Tage, welche noch zwischen der Abreise des Herrn Midd—- leton mit meiner Tante und der Er— öffnung des Parlaments lagen, bega—- ben wir uns zum Besuche der Familie Moore nach Hampstead. Hier er— freute ich mich des Genusses einer grö— ßern Ruhe, als es der Fall gewesen war, seit wir Hillscombe verlassen hatten. Rosa war abwesend, und die Ge— sellschaft konnte im Allgemeinen für langweilig gelten; für mich aber war es eine Zeit verhältnißmäßigen Frie— dens, zuweilen fast des Glückes. Edward war gut gelaunt; die Rührung, von der er sich ergriffen fühlte, als er den Ort wiedersah, wo unser Geschick besiegelt worden war, bewies mir, wie aufrichtig er mich lieb— te. O, mit welcher Zärtlichkeit, mit welcher Zuneigung blickte ich zu ihm auf! Aber wie fürchtete ich ihn auch; welchen Ueberdruß bereitete es mir, eben aus Furcht den äußern Schein ei nes Charakter vor ihm zu bewahren, den ich nach seiner liebevollen Ueber— zeugung besaß! Er wies mich über jede Handlung, über jedes Wort zu—- recht, das demjenigen Maße von Voll—- kommenheit nicht entsprach, welches seine Einbildungskraft mir zuerkannte; er schrieb mir Verdienste und Eigen— schaften zu, die ich nicht besaß; ander— seits aber betrachtete er mich als ein verzogenes, launenhaftes Kind, das man lehren müsse, das Leben so auf— zufassen, wie es ist, und die Pflichten auszüben, die jeder Tag mit sich bringt. Sein Lob und sein Tadel wirkten daher gleich niederschlagend und entmuthigend auf mich. Ich fühlte mich träge, denn die Ruhe war für meinen erschöpften Geist ein seltener Genuß; aber Edward gab mir Bücher zum Lesen, Vorlagen zum Zeichnen, Stoff zur Besprechung, und forderte mich strenge auf, zu arbeiten, wenn meine Augen umherschweiften und mein Wesen von Zerstreutheit zeugte. So lange er mit mir von sei— ner Liebe sprach, so lange er mit Ent— zücken auf die zärtlichen Worte lausch te, die ich an ihn richtete so lange vergaß ich in der Wonne des Augen— blicks jeden quälenden Gedanken, alle Angst und alle Reue; sobald aber meine Aufmerksamkeit von uns selbst abgelenkt und auf allgemeine Gegen— stände gerichtet wurde, schweiften mei— ne Gedanken umher über die tausen—- derlei Ursachen der Furcht und der Unruhe, die mich umringten. Wenn Edward davon sprach, in un serm Hause ein gemeinschaftliches Ge— bet einführen zu wollen, machte ich zitternd meine Einwendungen dage—- gen. Ich ging so oft zur Kirche, als er es that; aber nie folgte ich ihm in die Nähe des Altars; denn ohne Ver— gebung, nicht losgesprochen von mei— nen Sünden, unversöhnt mit Gott, wagte ich nicht, mich ihm zu nahen. An dem Sonntage, den wir in Hamp—- stead zubrachten, war dies wieder der Fall; einsam, von meinem Elende ver— zehrt, durchwanderte ich den Kirchhof, als ob der Geist des Bösen von mir Besitz ergriffen hätte und mich fern hielte Vom heil'gen Schrein der Gnade. Als Edward sich wieder zu mir ge sellte, wax er traurig und niederge schlagen; in seinem Gesichte spiegelte sich ein innerer Kampf ab, und schwei gend gingen wir nach Hause. Im Laufe des Abends, als ich schreibend in meinem Zimmer saß, trat er bei mir ein; ein tiefer, düsterer Schatten lagerte auf seinem Gesichte. Ich ließ mich neben ihm auf die Kniee nieder und schlang meine Arme um seinen Hals; er aber machte sich von mir los und sagte, den Kopf auf seine Hand stützend, mit bewegter Stimme: „Ich hatte, als wir heiratheten, keine Ahnung davon, daß wir gerade über die heiligsten Dinge so verschiedener Ansicht wären.“ Ich zog ein Stück Papier hervor, auf das ich nachstehende Zeilen ge— schrieben hatte, und hielt es ihm hin. Mich selbst hab' ich verbannt, ver— dammt; ich steh' allein. Unübersteiglich hebt die starre Schranke sich Nach ernstem Schicksalsspruch jetzt zwi schen dir und mir. Wie Felsenlast liegt schwer und hart mir's auf der Brust, Und vor den Augen schwebt mir düst' rer Wolken Flor. Wohl lieg' ich auf den Knie'n, umsonst doch ringen sich Gefaltet meine Händ' empor zu Gottes Thron: Der Sünde Bleigewicht zieht immer sie herab. Der Seele Leier schweigt; die Saiten sprangen jäh; Gebroch'ner Seufzer Laut, ein un— hörbar' Gebet Entringt mit Mühe nur sich meiner wunden Brust. Doch liegt im Thränenstrom', der mei—- nem Aug' entquillt, Nicht auch ein still' Gebet, von Men— schen unbemertkt, Das, weil's vom Herzen kommt, die Gottheit gern erhört? Edward gab mir das Papier r und sagte in kaltem Tone: „Poesse ist nicht Religion, und Gefühle sind keine Frömmigkeit.“ „Aber sie können dazu führen, Edward.“ „Sie führen dich irre, fürchte ich.“ Er wandte sich ab und nahm ein Buch zur Hand. Ich that dasselbe. Das Buch, welches ich nahm, war die Bibel, und als ich sie gufschlug, fielen meine Augen auf folgende Stelle: „Hättest du doch erkannt an diesem deinem Tage, was dir zum Frieden ge— reicht! Nun aber ist es verborgen vor deinen Augen.“ Wie lange? Mein Gott, wie lange? Nach unserer Zurückkunft zur Stadt überzeugte ich mich, wie viel Wahres in Henry's Bemerkung lag, daß für den Augenblick London mir besser zu—- Gazette, Dienstag, den 25. August 1908. sagen würde, als irgend ein anderer Aufenthalt. Er hatte vorausgesehen, und berechnet, was in der That ein— traf. Unwillkürlich fand ich eine Erleich—- terung durch die Art, wie Edward's Zeit in Anspruch genommen wurde, und durch die Aufmerksamkeit, die er seinen Privatangelegenheiten und den Verhandlungen im Unterhause wid— men mußte. Wenä er spät zur Mit— tagstafel kam oder einen kleinen Spa— zierritt durch den Park mit mir mach— te, dann gab es während dieser kur— zen Augenblicke so viel zu besprechen, so vieles, was uns Beide interessierte, und wir fanden in diesem Verkehr mit einander einen so herzlichen Genuß, daß Edward keine Gelegenheit hatte, etwas an mir zu tadeln; und ich kam nicht dazu, ihm jene launenhafte und verdrießliche Zerstreutheit zu zeigen, die ihm mißfällig war, und ihn är— gerte. Der Widerhall seines Schrit—- tes, der Ton seiner Stimme war Mu— sik für mein Ohr; und wenn ich ihm mit einem freundlichen Lächeln und mit lautem Willkommen entgegeneilte, empfing er mich mit einer Zärtlich— keit, die sich nur zu oft in Strenge ver— wandelte, sobald er bei längerm Bei— sammensein die tausend Fehler be— merkte, welche den Lauf meines täg— lichen Lebens kennzeichneten. Es gibt kein einsameres Dasein, als das einer eben evst verheiratheten Frau, deren Gatte beständig von Ge— schäften oder politischen Angelegenhei ten in Anspruch genommen ist, und die weder nähere Verwandte noch ver— traute Freunde um sich hat. Dies war mit mir der Fall. Ich hatte keine jener vertrauten Verbindungen angeknüpft, die einen so großen Theil im Leben einer Frau ausfüllen. Die Liebe zum Lesen und Studiren, die in meinen Mädchenjahren so vorherr— schend gewesen war, hatte in der letz ten Zeit dem Bedürfnisse beständiger Aufregung und Zerstreuung vollstän- Druckarbeiten ʒ irgendwelcher Art —ob für das Geschäst, für Vereine, Schulen oder Gemeinden werden von uns prompt, billig und geschmackvoll ausgeführt. Kostenvoran schläge werden auf Verlan—- gen gerne geliesert. Geben Sie uns eine Gelegenheit, Ihnen zn zeigen, daß wir Sie zufriedenstellen können. Unterstützet Eure kath. Presse mit Euren Druckarbeiten. u erimns co. ʒ DUBUQUE, IOWA. dig Platz gemacht. Ich fand sie un glücklicher Weise in Henrh's Gesell—- schaft. Er wurde selbstverständlich vorgelassen, so oft er kam, und er nahm an, daß der Befehl oder die Bitte was es denn nun gewesen war wodurch er abgehalten wur— r uns zu verlassen, ihm das unbe— streitbare Recht gäbe, im vollsten Um— fange die Vorrechte der Freundschaft zu behaupten, die unser nahes ver— wandtschaftliches Verhältniß und die rune Bande, welche uns an einan der fesselten, zwischen uns hatten auf— kommen lassen. Ich hatte so oft ver— geblich gekämpft, meine Unabhängig— keit zu behaupten, daß ich Furcht und Scham empfand, mich in neue Strei— tiglkeiten mit ihm einzulassen. Es schien mir mehr Würde darin zu lie— gen, wenn ich mich bis zu einem ge— wissen Grade in seine Forderungen fügte, als wenn ich mich einer Wieder— holung jener qualvollen Auftritte aus— setzte, die wir so oft mit einander ge— habt hatten. Ich erlaubte ihm, Tag für Tag stundenlang allein bei mir zu ssitzen, mir die aufregendsten Bücher ulern mit mir über Gegenstände vom größten Interesse zu streiten und von seiner Liebe zu mir in einer Weise zu sprechen, der ich nicht mehr entge— genzutreten versuchte. Nichts konnte für meinen Charakter verderblicher sein, als ein solcher Zu— stand. Der ewige Kampf, in Ed— ward's Augen besser zu erscheinen als ich war, so ermüdend ich ihn auch oft sfand, erhielt in mir einen gewissen Grad des Strebens nach dem Bessern lund eine Art von Reue über den Ge— gensatz, in welchem die Wirklichkeit zu dem äußern Scheine stand. Henry e ee lag dagegen die Nothwen— digkeit, vor ihm das Böse in mir zu verheimlichen, nicht vor; und je mehr sich der Launenhaftigleit und dem Un— gestüm meines nicht an Zucht und Ordnung gewöhnten Charakters freien Spielraum ließ, desto mehr brachte er das gefährlichste aller Gifte gegen mich l Anwendung fortwährende Hul— digung, blinde und leidenschaftliche Bewunderung. Der Anfang jenes Winters, den wir in London verlebten, war eine je—- ner Perioden trügerischer Ruhe, die zuweilen in unserm Leben eintreten. Mein verhärtetes Gewissen weissagte, gleich dem falschen Propheten des Al— terthums, Frieden, wo es keinen Frie den gah, und lullte mich mit schmei— chelnden Worten ein, während um mich her das Verderben lauerte. Dann und wann machte ich einen Versuch nicht Henry zurückzuweisen, denn eben aus Stolz wagte ich nicht, einen neuen Streit mit ihm anzufangen sondern Alice öfter zu sehen und zwi— schen uns den in früherer Zeit gewohn—- ten Verkehr wieder herzustellen; doch darin lagen Gefahren und Schwierig keiten, die ich kaum zu überwinden vermochte. Da die Zeit ihrer Nie derkunft näher rückte, so pflegte sie nur selten das Haus zu verlassen, und ihre Großmutter besuchte sie zuweilen, was sie während des verflossenen Jah res nicht gethan hatte. Demgemäß machte ich ihr nie einen Besuch, ohne mich vorher durch Henry versichert zu haben, daß ich nicht Gefahr lief, mit der alten Frau zusammenzutreffen, die ich über alle Beschreibung fürch tete. Wenn ich bei Alice war, konnte ich mich einer nervösen Ruhelosigkeit nicht erwehren, die sie aber offenbar einer andern Ursache zuschrieb. Sie war weder unfreundlich noch abstoßend in ihrem Benehmen gegen mich; aber es lag darin doch ein Schatten von Kälte und Zurückhaltung, der mich be lehrte, daß ihr die Augen bis zu ei— nem gewissen Grade geöffnet waren. Henry seinerseits beobachtete Gdward gegenüber eine so weit gehende Vor—- sicht, daß ich, wenn ich auch nicht wagte, in Widerspruch damit zu handeln, doch zuweilen Eklel gegen ihn und gegen mich selbst empfand. Seine Selbst beherrschung war vollkommen; nie— mals verrieth er in Edward's Gegen— wart durch cin Wort oder durch einen Blick die Liebe zu mir, die er in Ab— wesenheit meines Mannes stets offen an den Tag legte; auch mit seinen Be—- suchen wußte er es so geschickt einzu richten, daß Edward nicht ahnte, wie häufig dieselben waren und wie lange sie dauerten. Bei einem solchen Shstem der Täuschung gegen Edward, der doch mein Gatte war, mich gleichgültig zu verhalten, war oft mehr, als ich ver— mochte. Zuweilen stellte ich sogar in einem Augenblicke der Gereiztheit, wenn Henry gerade irgend eine List anwendete, seine Künste bloß, oder ich durchkreuzte einen seiner Anschläge, und zwar in so schroffer Weise, daß er alle seine Geistesgegenwart und seine ganze Geschicklichkeit in der Verstel lungskunst aufbieten mußte, um sol— chen Versuchen zu begegnen. Dann aber verließ er mich gewöhnlich im Zorne, und das peinliche Gefühl, das ein so plötzlicher Bruch mir einflößte, da er ja die Mittel, sich zu rächen, stets in Händen hatte, sowie die quä— lende Unwissenheit, in der ich über seine Schritte blieb, endlich auch ich muß es der Wahrheit zur Ehre hinzufügen der Umstand, daß ich die Anregung vermißte, welche ich in seiner Gesellschaft empfand: alles die—- ses machte mir die Erneuerung seines Umganges immer wieder äußerst will tommen und veranlaßte mich mitun ter sogar, sie zu suchen. Eines Tages, als Henrh zur ge— wohnten Stunde vorsprach und Ed— ward zufällig zu Hause war, machte ich die Bemerkung, daß er durch die Unmöglichteit, mich allein zu sprechen, unangenehm berührt war. Durch ver— schiedene Winke gab er mir zu ver— stehen, daß er mir etwas Wichtiges zu sagen hätte, und schrieb endlich, als er ein Mal hinter Edward stand, auf einen Streifen Papier, den er mir so— dann verstohlen in die Hand drückte, die Worte: „Alice wünscht während ihres Wochenbettes ihre Großmutter bei sich zu haben. Was soll ich thun?“ Ich hatte schon oft daran gedacht, daß dieser Fall eintreten würde, und so sehr dadurch meine Verlegenheiten auch vergrößert und vermehrt wurden, war ich doch nicht herzlos genug, Henry zu— zumuthen, daß er unter den vorliegen den Umständen ein solches Verlangen abschlagen möchte. Ich gab ihm dies durch einige Worte zu verstehen, und bald nachher verabschiedete er sich. Erst zwei Tage später sah ich ihn im Theater wieder, wo er sich zu uns gesellte. Herr Escourt war in unse— rer Loge. Edward hatte ihn am Eingange zum Theater getroffen und ihn aufgefordert, mit einzutreten und seine Bekanntschaft mit mir zu er— neuern. Ich empfing ihn kalt, aber höflich. So oft die Logenthüre ge— öffnet wurde, pochte mein Herz hefti ger bei dem Gedanken an ein Zusam—- mentreffen zwischen ihm und Henry. Ich wußte nicht, ob sie sich inzwischen ausgesöhnt hatten; aber bei der Er—- innerung an die unverschämte Anspiel—- ung, die er vor einem Jahre auf Hen— ry's Ergebenheit für mich gemacht hatte, fühlte ich, daß mir das Blut in's Gesicht stieg; denn es kam mir der Einfall, welche Gedanken er sich wohl machen werde, wenn er Henry neben mir Platz nehmen sähe. Als Henry wirklich kam, sah ich zu meinem gro— ßen Erstaunen, daß sie sich die Hände drückten und mit aller Höflichkeit ei nige Worte mit einander wechselten. Wie seltsam erscheint es nicht Leu n e Mercy Hospital, Dubuque, lowa.; Geleitet von den Barmherzigen Schwestern. 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Gleich den Schauspie— lern, die nach Beendigung irgend eines schrecklichen Trauerspiels hinter den Coulissen lachen und schwätzen, sehen wir um uns her Männer, die den Wohlstand Ahderer erschüttert, ihr Glück zu Grunde gerichtet; wir sehen Frauen, welche betrogen haben oder betrogen wurden, deren Dasein vielleicht schon durch den ersten Schritt. den sie auf der Bahn des Lasters tha— ten, dem Elende und der Schmach ver—- fallen ist, und deren Herz, wenn es nicht darüber brach, sich zu Stein ver härtete; wir sehen die Schlachtop fer und ihre Henker, diejenigen, welche geliebt, und die, welche gehaßt haben, sehen die Beleidiger und die Beleidigten, wie sie sich auf der ge— meinschaftlichen Heerstraße des Lebens unter einander mischen, sich sogar in gesellschaftlicher Vertraulichteit begeg-- nen, sich die Hände reichen und einan— der freundlich anlächeln. Und dies geschieht nicht, weil es heißt: Selig sind die Barmherzigen; denn sie wer— den Barmherzigleit erlagen auch nicht, weil geschrieben steht: Denen, welche vergeben, wird vergeben werden sondern weil das, was echt und wahr, was tief und gediegen ist, nicht Wurzel faßt in dem erschöpften Bo— den, auf dem wir wandeln, weil es nicht gedeiht in der verdorbenen Luft, die wir athmen, in den falschen ge— künstelten Verhältnissen, in denen wir leben und denen wir so anmaßend den hochtönenden Namen „Welt“ geben. Ich fuhr zusammen, als Edward sich mit den Worten an mich wandte: „Wie ernst du aussiehst, Ellen! Wenn man dein Gesicht betrachtet, sollte man mei— Belkannt—- Wir möchten den Lesern dieses Blaties die Mit hei slung machen, dak Lerr C. W. haen von Omaha, ein Photographint, dessen Atelier jeti an der 8/und Locus -Straße in Dubuque st, die Benutung dieses Kaumes erworden hat, um sich den Deutschen der Stadt und Umgegend vorzustellen. irrr Packwood's Spe zialitt ist die Ansertigung bon ersttlassigen Photögra phien und er wird von Zeit e Zeit durch diese u ure Ausmertsamteit au seine Ardeit lenten. Er ist seit beinahe vier Monaten in Dubuque an—- saste und ei Muster von Vhotographien, die er sür Dubuquer anfsertigte, an Hand. Dieselben zeugen von der künstlerischen Ar— beit, die er liesern kann Ein Besuch wird ihm anze nehm semn und ist der Muhe werth, bei ihm vor airewen und seine Arbeit in Augenschein zu nehmen. Lergeset den Namen und den Platz nicht. PACKWOOD, Ede 8. und Locust-Str. Hayne's früheres A elier. Unter zehn Krankheiten sind es neun, deren Ursache einem unreinen Zustande des Blutes zu guschreiben ist. 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Was meinen Sie, Herr Lovell, würde Frau Middleton nicht eine vorzügliche Schauspielerin abgeben?“ „Wenn die Rolle sich für sie eig nete.“ „Das würde eben kein Beweis von Talent sein. Ich möchte meinen Kopf verwetten, daß sie die entgegengesetz- et prn t tdt t Wadttedte dtteneda num NOTRE DAME. A Mer Ab w Bed d artatn ctin ce u NOTRE DAME, INDIANA. Ein katholisches College-Heim. Alle Vortheile einer guten Bildung. Jeder moralische Schutz. 18 Gebäude. 75 Professoren. 875 Studenten. Kursein alten und modernen Sprachen. Englisch, Geschichte und Voltswirthschaft, Chemie. Bi-legie. Pharmacie, Civil-, elet trilge. chemische und praktische Ingenieur kunst, Architektur, Recht. Ausgezeichnete Vorbereitungs- unb tausmannde Kurse. Schreibet für Katalog. Be—dingungen: Kost/ Schulgeip und Wäsche 8400. Aatdttttantr a Spezial·Departement für Knaben unter 13 Jahren. St. Marys COLLEGE AND ACADEMYV. Eine Meile westlich von der niversitat Notre Dame. —Zwei Stunden Eisenbahnfahrt von Chicago. 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Welche Lei—- denschaft, die der Liebe oder die des Hasses, würde Ihnen zur Darstellung am schwierigsten scheinen, Frau Midd—- leton?“ „Die der Verachtung würde leichter sein als jede andere.“ „Meiner Meinung nach ist ein plötzlicher Uebergang schöner als alles Andere; ein augenblicklicher Wechsel des Ausdrucks, zum Beispiel der Uebergang von Verachtung zur Furcht, ist sicher eine der eindruckvollsten Dar-- stellungen, die es geben kann, und un gemein interessant zu beobachten.“ Er schwieg und heftete seine Augen auf mich, während ich die meinigen auf die Bühne richtete. Im nächsten Au genblicke hörte ich ihn in einem ganz veränderten Tone sagen: „Apropos, Herr Lovell, wissen Sie mir etwas von meinem neuen Wildhüter Robert Har— ding zu sagen?“ Ich rührte mich nicht und zuckte mit teinem Auge, hörte aber, wie Henry in heiserm, unsicherm Tone antwor— tete: „Sehr wenig!“ Ich fühlte, daß er die Selbstbeherrschung verloren hat te, und bewahrte sie meinerseits nur mit äußerster Anstrengung. Ich machte noch einige Bemerkungen und bat dann Edward, unter dem Vorwande, daß das Licht meine Augen blende, den Platz mit mir zu wechseln. Herr Es— court verließ; die Loge, und erschien einen Augenblick nachher in einer an—- dern, die der unserigen gerade gegen über lag. Einige andere Freunde Edmrard's traten ein, und während er sich mit ihnen unterhielt, flüsterte ich Henry zu: „Weiß er es? dlst alles mit mir zu Ende? Wenn er etwas weiß, dann tödte ich mich. Ich habe viel durchlebt; aber in der Gewalt die ses Menschen zu sein. nein. nimmermehr! nimmermehr!“ „Stille! „Sei vorsichtig; rege dich nicht so auf. Ich bin ganz überzeugt, daß er nichts weitz. Harding mag ir— gend einen dunkeln Wint haben fal— len lassen, und was Escourt argwöhnt, sehe ich klar aus seinem Benrhmen. Er denkt, Harding sei der Zwischenträger zwischen uns oder etwas Aehnliches gewesen, und es ist am besten, wenn er dies glaubt. Indessen muß ich versuchen, Harding von ihm weggzu— bringen. Bei mir zu Hause ist es un erträglich geworden, Ellen“, fuhr er fort. „Die Alte ist da und bewacht mich wie ein Luchs. Alice sieht un glücklich aus, und das bemerkt sie.“ „Aber dann, um des Himmels wil— len, nimm dich zusammen, bestrebe dich, sie glücklich zu machen; vernach—- lässige sie nicht so, wie du es thust. O Henry, ist sie wirklich unglücllich? das ist schlimmer als alles ande— rel Wollte Gott, ich wäre todtl“ Ihr Alle würdet dann Frieden ha— ben.“ „Stille doch!t Sprich nicht so tol—- les Zeug. Ich will mein Möglichstes thun, wenn du mir versprichst, nie— mals wieder schroff oder kalt gegen mich zu sein. Wende dich nicht ab; ich verlange nicht, daß du mich lieben sollst. Weiß ich doch, daß du ihn an— betest! Lese ich dies nicht in deinen Augen? Höre ich es nicht zwanzig Mal des Tages in deiner Stimme? Wärest du nicht schon längst mein, wenn nicht diese verfluchte Liebe zu Edward. ..2 „Der Vorhang ist gefallen, Ellen; wollen wir nicht gehen?“ Ich stand hastig auf, hing meinen Mantel um und ging an Edward's Arm die Treppe hinab. Als wir in den Wagen stiegen, erkannte ich aus dem hartnäckigen Schweigen, das er beobachtete, daß ihm etwas an mir mißfallen hatte. Als wir sodann im Salon auf den Thee warteten, sagte er plötzlich: „Erkläre mir doch, warum du Escourt in der Weise behandelst, wie du es heute Abend gethan hast?“ „Ich habe eine schlechte Meinung von ihm und lann ihn nicht ausste hen.“ „Und worauf gründet sich diese schlechte Meinung?“ „Ich habe mir sagen lassen, daß er ein Mensch ohne alle Grundsätze sei.“ „Wer sagte dir dies?“ Ich hatte nicht den Muth, Henry zu nennen, und als ich zögerte, fuhr Ed—- ward fort: „Wenn dir dies ein ge— nügender Grund zu sein scheint, Je— manden nicht mit der gewöhnlichen Höflichtkeit zu behandeln, dann kann ich deine Vertraulichkeit und Freund— schaft für Henry nicht begreifen. Ich hege Rücksichten gegen ihn wegen un— serer srühern Freundschaft und wegen seiner manchfachen gewinnenden Ei— genschaften. Aus denselben Gründen und weil er der Bruder deiner Tante ist, ist es sehr natürlich, daß du das— selbe für ihn fühlst; aber es besteht ein großer Unterschied zwischen dieser Art von Rücksicht und dem vertraulichen, intimen Fuße, auf dem du mit ihm stehst. Es verräth, gelinde gesagt, nicht viel Taet, daß du zu Hause und vor der Welt meine Freunde und Be—- lannten vernachlässigst, um Stunden lang bei Henry zu sitzen und mit ihm zu plaudern. Auch scheint es mir sehr auffallend, daß er einen so gro— gen Theil seiner Zeit der Gesellschaft widmet, während Alice leidend und dabei ihrer Entbindung so nahe ist. Sahst du sie heute?“ „Nein, heute nicht. Ihre Groß mutter ist bei ihr.“ dlch sagte dies in der Meinung, er Cuxemburger Gazetit, Dienstag, den 25. August 1908. würde darin einen hinreichenden Grund finden, warum ich nicht zu ihr ginge, da seit Henry's Vermählung noch Niemand von der Familie Frau Trach gesehen oder in irgend wel— chem Verkehr mit ihr gestanden hatte. „Du willst damit doch nicht sagen, daß du beabsichtigst, Alice nicht mehr zu besuchen, so lange ihre Großmutter bei ihr ist?“ „Weder meine Tante noch sonst Je—- mand von der Familie kam bis jetzt mit dieser Frau in Berührung.“ „Sie mögen es damit halten, wie sie wollen; ich aber werde nicht zuge ben, daß ein so lächerlicher Stolz dich abhalten sollte, Alicen so viel Bei— stand und Pflege angedeihen zu lassen, als dir nur immer möglich ist. Sie ist viel zu gut für Henry; er sollte den Tag segnen, an dem sie ihm ihre Hand gab. Gehe morgen hin, Ellen, und benimm dich artig gegen Frau Tracy.“ Ich wünschte wirklich, Edward, daß du in dieser Sache mich selbst urthei— len ließest. Ich liebe Alice innigst, aber ich kann jetzt nicht zu ihr gehen. Henrh selbst wünscht es nicht.“ „Gilt Henry's Meinung dir mehr als die meinige?“ „Nein, bester Edward, nimm das nicht so; aber ich bitte dich, fordere nicht, daß ich Alice besuche.“ „Doch, ich fordere es und will nichts weiter dagegen hören. Ich wünsche, daß du morgen Vormittag hingehest. Es thut mir leid, daß du nicht genug richtiges Gefühl hast, um es aus eige— nem Antriebe zu thun; aber, du magst nun mit mir übereinstimmen oder nicht, du mußt mir gehorchen.“ Ich wollte noch Widerstand leisten; aber Edward's Gesicht hatte einen so strengen Ausdruck angenommen, daß ich kein Wort mehr zu sagen wagte. Die ganze Nacht hindurch lag ich wach und wartete mein Gehirn ab, um ei— nen Ausweg, einen Vorwand, eine Entschuldigung zu finden, wodurch ich seinem Befehle ausweichen könnte; denn ihm nachzukommen oder mich ihm zu widersetzen, schien mir gleich ge— fährlich. KX Zweiundzwanzigstes Kapitel. Am andern Morgen stand ich mit dem unangenehmen Gefühle der Kraftlosigleit auf, welches eine unru— hig und schaflos verbrachte Nacht her— vorbringt. Als ich in mein Ankleide— zimmer trat, sah ich ein Briefchen auf dem Kaminsimse liegen. Ich er— kannte Henry's Hand, griff hastig da— nach und riß es auf. Die wenigen Worte, die es enthielt, verursachten mir die innigste Freude, und machten für den Augenblick der Schwierigkeit, mit der ich zu kämpfen hatte, ein Ende. Henry schrieb: „Alice ist vor wenigen Stunden von einem kleinen, zarten, aber, wie ich hofse, gesunden Knaben entbunden worden. Beide befinden sich es macht mich glücklich, dies sa gen zu können so wohl als nur möglich. Frage Edward, ob ich heute zu euch zu Tische kommen kann.“ Auf einem besondern Blatte in demselben Couvert standen folgende Worte: „Du brauchst dir wegen des— sen, was gestern Abend vorfiel, keine weitere Sorge zu machen. Es ist so, wie ich gedacht. Uebrigens wird es gut sein, wenn du dich gegen Es— court artiger benimmst; er ist als Feind gefährlich.“ Das Blättchen verbrannte ich; den Brief aber brachte ich zu Edward. Er las ihn und legte ihn dann bei Seite, ohne etwas darüber zu äußern. „Soll ich ihm jetzt gleich eine Antwort schi— cken, oder damit warten, bis ich nach dem Frühstück selbst hinfahre?“ „Mache das, wie es dir gefällt.“ „Soll Henry bei uns speisen?“ „Gewiß, da er selbst es vor—- schlägt.“ Ich setzte mich, um an Henry einige Zeilen zu schreiben, worin ich ihm den Empfang seines Briefes anzeigte und ihm sagte, daß wir ihn zum Diner er—- warteten. Nachmittags, als ich zur gewöhnlichen Stunde ausfuhr, ließ ich an seinem Hause halten, um mich nach Alice zu erkundigen. Henry kam zu mir an den Wagenschlag. Die Nach—- richten, die er mir über Alicens Be— finden brachte, waren gut; er selbst aber sah düster und bekümmert aus. „Wie lange wird sie bleiben?“ fragte ich mit einem schüchternen Blicke nach dem Fenster. „Zehn Tage glaube ich zehn tödtlich lange Tage. Es ist eine Hölle auf Erden, den Heuchler spielen zu müssen vom Morgen bis zum Abend.“ „Wenn noch ein Funke guten Ge— fühls in dir lebte, so müßtest du heute glücklich sein.“ „Vist auch du geklommen, um mir eine Predigt zu halten? Willst du mir von der Pflicht sprechen, glücklich zu sein? Doch komm', ich will glück— lich sein, wenn ich lann; lasse mich mit dir fahren, Ellen. Ich bedarf frischer Luft und der Veränderung; mein Kopf schmerzt mich entsetzlich.“ Bevor ich antworten konnte, hatte er dem Bedienten ein Zeichen gegeben, den Tritt herabzulassen, und sich an meine Seite gesetzt. Wir waren schon oft allein mit einander ausgefahren, und obwohl es mir nach dem, was Ed— ward mir am Abend vorher gesagt. sehr erwünscht gewesen wäre, wenn er vermieden hätte, unsere Vertrau— lichleit so zut Schau zur tragen, so fühlte ich doch, daß es wie Launenhaf—- tiglkeit ausgesehen haben würde, wenn ich ihm das so einfache Verlangen ab- geschlagen hatte. Zudem schien Henryh nicht in der Stimmung zu sein, mit sich spassen zu lassen. Ich sagte jedoch leise und nach dem Fenster hinaufse hend: „Hältst du dies für gerathen?“ „Sie ist ausgegangen“, erwiderte er in demselben Ton; „wenn wir zu— rückktommen, kannst du mich an der Ecke der Straße aussteigen lassen.“ Ich konnte einen Seufzer nicht un—- terdrücken, befahl aber den Kutscher, nach der Heerstraße zu fahren. „Wenn ich gewußt hätte, daß sie nicht zu Hause ist, wäre ich hinaufgegangen, um euer Kind zu sehen.“ „Das arme, tleine Wesenl“ ant— wortete er. „—lch habe eine größere Freude daran, als ich für möglich ge—- halten. Es ist sehr hübsch, weiß wie Wachs und hat Alicens zarte, regel— mäßige. Züge. Es war reizend, sie wieder lächeln zu seben wie sonst, als sie es heute Morgen küßte und an ihr Herz drückte. Sicher, Ellen, dieses Kind wird für sie und auch für mich ein großer Segen sein: es wird ihre Gedanken und damit ihre Zeit aus— füllen; er wird ihre Liebe ganz in An— spruch nehmen.“ „Der Kleine wird ein Band sein zwischen euch“, unterbrach ich ihn. „Es ist unmöglich, daß du mit einer Frau wie Alice, und mit einem Kinde, das ihr lieben und zusammen erziehen wer—- det, nicht endlich das Glück in deinem Hause finden solltest. Stelle es nicht in Abrede, Henry; sage nicht, ich hätte Unrecht.“ „Du sprichst bloß, um etwas zu sa—- gen— das ist alles. Du weißt gar zu gut, daß ein Glück in dem Sinne, wie du es verstehst, mir nimmer be— schieden ist.“ „Nun gut; je weniger dann über diesen Gegenstand gesprochen wird, desto besser“, unterbrach ich ihn unge—- duldig. „Doch jetzt darf ich wohl er— fahren, warum von Escourt, abgese— hen von seiner Schlechtigkeit im All— gemeinen, nichts zu befürchten ist.“ „dlch habe dir mitzutheilen, daß es heute Morgen zwischen mir und Frau Tracy zu einer Erklärung gekommen ist. Sie war in erträglich guter Lau—- ne, vermuthlich weil sie mich nicht ganz so gefühllos gefunden hatte, als sie erwartete. Ich spreche nämlich da— von, daß ich einige natürliche Besorg niß um Alice und eine gewisse Freude über ihre glückliche Niederkunft an den Tag legte, die ich auch wirklich em— pfunden habe. Wenn Frau Tracy nicht gerade in heftigem Zorne ist, habe ich ziemlich große Gewalt über sie, und so brachte ich sie dahin, mir die ganze Geschichte mit Harding zu er— zählen. Sie gestand mir, daß er von dem, was uns angehe, manches wisse, was er theils bon seinem Vater, theils durch sie erfahren habe. Sie sei näm— lich eines Tages, sho er ihr über mein Thun und Treiben Nachricht gebracht hätte, hierüber so aufgebracht gewesen, daß sie ihm im Zorne die ganze Ge— schichte von JZuliens Tod erzählt habe. Wie es scheint, ist Escourt ihm vor Kurzem zufällig auf der Straße be— gegnet und hat ihn gefragt, ob er nicht der Sohn von Fames Harding und der Vetter der Frau Lovell sei; er hat nämlich vor vielen Fahren seinen Va—- ter gekannt. Nachdem er nun noch ein oder zwei Mal mit ihm zusam— mengetroffen war, hat er ihm das An— erbieten gemacht, ihn als Wildhüter anzustellen. Harding, der ohne Stelle war und sein Handwert aufgegeben hatte, nahm den Antrag an. Gerade bevor Frau Tracy Broml·y verließ, kam er und erzählte ihr dies. Sie warnte ihn, daß er von dem, was er wußte, ja nichts ausplaudern sollte; denn halb aus Furcht vor mir, halb, glaube ich, in der unbestimmten Hoff— nung, daß ich Alice allmälig lieben lernen würde, scheint sie ihr Verspre—- chen dem Geiste wie dem Buchstaben nach wirklich halten zu wollen. End— lich scheint sie zu begreisen, daß sie dir lein Leid zufügen tann, ohne gleich zeitig ihrer Enlelin zu schaden, und sie hat sich alle Mühe gegeben, die näm— liche Idee dem blöden Gehirne Har— ding's beizubringen. Bei demselben Besuche hat er seiner Tante auch ge— standen, daß Escourt ihn oft über Alice ausgeforscht ·und bei einer die— ser Gelegenheit·n derbe Anspielungen auf unsere Vertraulichkeit gemacht ha—- be, wodurch ihm (Harding) die prah— lerische Aeußerung entloclt worden sei, daß er dich jeden Tag aus dem Hause deines Gatten vertreiben könne. Dies erklärt Escourt's Venehmen von ge—- stern Abend genügend; aber er wird aus Harding nichts weiteres heraus— bringen, ich müßte mich denn sehr täuschen.“ „—lch gestehe, daß ich diese Deine Zuversicht nicht begreife, folglich auch nicht theile.“ Nun es ist Thatsache, daß Harding herausgebracht hat oder heraus— Er zu haben glaubt, Escourt babe eine gewaltige Neigung zu Alice ge—- faßt; und wirtlich, Escourt gehört zu jener Sorte von Männern, die sich von einer so unschuldigen, zrrten Schönheit bezaubern lassen. Ich bin nun über— geugt, daß er den Plan hat, mich aus dem Wege zu schisfen, indem er die Dinge zwischen Edward, dir und mir auf die Svitze treibt, und dies glaubt er durch Harding's Kenntniß von dem, swas er unsere Intcigue nennt, be— werkstelligen zu können.“ „Guter Gott“, rief ich in peinlicher Vewegung, „wenn Edward die Worte hörte, deren du dich bedienst; wenn er horte, was für Dinge du mir sagst und was von Männern wie dieser Es— court über mich gesprochen wird! Noch nie zuvor ist eine Frau so tief ernie— drigt, so grausam beleidigt worden!“ Ich warf meinen Schleier zurück und strich mir das Haar aus dem Gesichte, das vor Scham und Entrüstung glühte. „Es ist unnütz, darüber zu grübeln, was Edward fühlen oder sagen wür— de, wenn er von all' diesen Dingen Kenntniß hätte; er muß und wird nichts davon erfahren, wenn du nur ein wenig Selbstbeherrschung lernen willst, wenn du nur vernünftig „Vernünftigl! vernünftig! Henry, kennst du diese Verse: Gehe zur tobenden See und heiße sie ruhen, Gib den entsesselten Winden Befehl, deinen Willen zu thun, Pred'ge den Stürmen und rechte mit der Verzweiflung, Aber dem Kinde des Elends sage nicht Ich konnte den letztzn Vers nicht vollenden. Ueberwältigendes Schluch—- zen überfiel mich und erschütterte mei— nen ganzen Körper; ich warf mich, heftig weinend. in die Ecke des Wa— gens zurück. „Ellen, was thust du? Lasse dei— nen Schleier herab und sitze gerade. Dort kommt gerade der, von dem wir eben sprachen.“ Ich fuhr heftig empor und that, was er begehrte. Noch zur rechten Zeit blickte ich auf, um Herrn Escourt mit zwei andern Herren vorbei reiten zu sehen. Mit einer möglichst tie fen Verbeugung nahm er seinen Hut ab. Stolz erwiderte ich diesen Gruß. und, mich an Henry wendend, sagte ich tief verbittert: „Da siehst du die Fol— gen deiner selbstsüchtigen Beharrlich—- keit, mir zu jeder Zeit und an allen Orten deine Gesellschaft aufzudrängen. Edward steht auf dem Punkte, Ver— dacht· gegen mich zu fassen. Ohne Zweifel weiß jetzt, noch ehe es Mor— gen ist, ganz London, daß ich allein mit dir spazieren gefahren bin, und noch dazu in Thränen gebadet! Das ist dein Werk. und du erwartest von mir noch, daß ich dich nicht hassen, nicht den Tag verfluchen soll, an welchem Doch nein, ich meine es nicht so; ich hasse dich nicht, Henry; aber es istk schwer, zu erdulden, was ich zu leiden habe, und nicht böse zu werden. Lasse den Wagen halten, ich bitte dich darum, und gehe zu Fuß nach Hause.“ „Beste Ellen, das würde die Sache nur noch schlimmer machen. Es würde aussehen, als wärest du beschämt, weil man dich allein mit mir gesehen, und bei unserer nah-n Verwandschaft und alten Freundschaft würde ein Schein solcher Art eine viel schlimmere Wir— tung haben, als alles andere. Lasse geraden Weges nach deinem eigenen Hause fahren; von dort aus will ich dann heimgehen. Es ist viel besser, wenn Edwoard selbst sieht, wie wenig du es scheust, beobachtet zu werden.“ Ich gab schweigend nach; doch ols wir uns dem Hause näherten, blickte ich ängstlich nach den Fenstern; denn ich fühlte wohl, daß es ganz so aussah, als wollte ich Edward trotzen, wenn ich nach seinen Bemerkungen vom Abende vorher in dieser Weise mit Henry spa— zieren fuhr. Es war mir eine Er— leichterung als ich ihn nicht sah und beim Durchschreiten der Hausflur auf meine Frage, ob er zu Hause sei, die Antwort erhielt: „Nein, Madame, Herr Middleton kam vor einer Stunde vloß um zu sagen, daß heute außer Herrn Lovell noch zwei Herten zu Tisch lommen würden, und daß .ich Ihnen dies melden sollte, wenn Sie zurück tehrten.“ Fch begab mich in den Salon und setzte mich an das Piano, um mir die Zeit bis zu Edward's Rücklunst so gut als möglich zu vertreiben. Ich hatte mir vorgenommen, ihm mitru— theilen, daß ich mit Henry spazieren gefahren sei; denn darin stimmte ich mit Henry überein, daß jeder Versuch einer Verheimlichung meinen tünfti— gen Frieden in verhängnißvoller Weise gefährden würde. Auch hatte ich den festen Entschluß gefaßt, mich niemals wieder zu einer unnöthigen trügeri— schen Handlung verleiten zu lassen. Es kam die Zeit, wo ich meine Toilette für das Diner machen mußte, und Ed— ward war noch nicht da. Ich ging ungeduldig im Zimmer auf und ab, und endlich war es so spät geworden, daß ich gezwungen war, mein Mäd— chen herbeizurufen und mich antlei— den zu lassen. Als ich noch mit dem Haare beschäf tigt war, trat Edward in großer Eile in das Zimmer und sagte, indem er die Thüre geöffnet hbielt: „Liebe Ellen, deschleunige deine Toilette, so sehr du kannst, und komme dann in den Sa— lon. Sir Edmund Ardern und Es— court sind da.“ Auf Französisch sügte er hinzu: „»Ich würde Escourt nicht eingeladen haben, da ich weiß, daß du ihn nicht ausstehen kannst; aber als ich Ardern aufforderte, mit mir zu kommem sagte dieser in sei— nem VBeisein, daß sie übereingekommen wären, mit einander im Club zu spei— sen. Hierdurch wurde ich gezwungen, beide einzuladen.“ Dieses Zusammentreffen war mir überaus unangenehm, besonders da ich nun keine Gelegenheit mehr hatte, Ed ward vorher von meiner Spazierfahrt mit Henry in Kenntniß zu setzen. So- bald ich angekleidet wax, ging ich in sein Zimmer; aber er befahl mir so ungeduldig, in den Salon zu grhen,! daß mir der Muth schwand, ihm alles das mitzutheilen, was zu sagen ich mir; vorgenommen hatte. (Fortsebung folgt.) Vaterlandsliebr hungert oft,! während „Patrietismus“ den Frack nicht mehr zubringt. a ehrer g v 2 2

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Luxemburger lazeite. Herausgeber: Katholise Druck- Gesellschaft. Gesc stösührer: Redakteur: orenzGonner. Nitolaus Gonner. Dienstag, den 25. Angnst 1908. KFatholischer KircheneKalender. Vom barmherzigen Samaritan. Luk. 10, 23—37. S. 30. Aug. Rosa v. Lima. Gaudentia, I. M.31. Raimund Nonnatus. Isabella. O. I.Sept. Aegid. Verena. 12 Brüder. M.2„ Stephan, K. Marxima. Justus. 0.3., Serapina. Simeon. Mansuet. ü. 4. Rosa, I. Rosalia. Marinus. S. 5.„ Laurentius Justin. Bertinus. Die Amerikanische Födera tion katholischer Vereine tagte bekanntlich kürzlich in Boston und es ist erfreulich, daß dieselbe fortfährt! furchtlos und treu für ihr Programm einzutreten. Ergzbischof O' Connele Festpredigt hat die „Amerika“ von St. Louis zu Worten der Anerkennung be wogen. Der Ergzbischof geißelte näm lich ganz unbarmherzig die Gottlosig—- teit, welche die Ver. Staaten im Ehe— scheidungsübel, in einer gottlosen Presse, im unsittlichen Theater, in dem christuslosen Protestantismus und zumal durch die gottlose Schule bedroht. Daß er die Staats schule, den amerikanischen Götzen der uns die doppelte Schulsteuer auf— legt nichts weniger als empörende Tyrannei (“nothins short of out rasgeous tyranny“) nennt, sollte den Mann, den viele deutsche n Katho—- Liken nur als einen „Chef des Libera- Llismus“ kennen, doch vom Verdachte der Feigheit und des Kriechens vor der öffentlichen Meinung reinigen. Oder? 1 Die „Amerila“ schreibt noch über des Erzbischofs Predigt: „Höchst bemerkenswerth ist sodann der Appell, den der Erzbischof von Boston an die Föderation und „jeden Christen im ganzen Lande“ richtete, allen Einfluß aufzuwenden gegen den neuesten Versuch der Propaganda des Unglaubens, das in die Schulen ein— guführen, was oberflächlich betrachtet, wie ein unschuldiges System der „ethi schen Kultur“ aussehe, während es im Grunde genommen weiter nichts sei, als eine neue schlaue Finte, eine heid nische Philosophie an Stelle des Chri— stenthums zu setzen. Und damit hat Msgr. O'Connell unseres Erachtens hingewiesen auf eine der größten Ge— fehren, von denen das amerikanische Volk in der Gegenwart bedroht ist, eine Gefahr, der gerade das liberale deutsche Element und ihre Führer Vorschub zu leisten geneigt sind. Schon längst ist die religionslose Sittlichteit die Lehre der „freien Geister“.“

ß Daß Bischof MeFaul dann wieder 1 kurzer Hand vor den puritanischen Yankees die Forderung der Föderation für eine gerechte Anerkennung katho— lischer Schulen in Sachen der Schul— steuer erneute, beweist, daß man sich nmicht weder von den Kritikastern im ftatholischen Lager noch von der nicht— katholischen öffentlichen Meinung von dem festgelegten Programm abbringen läßt. Und das ist und bleibt der xichtige Standpunkt. Wir leug— nen nicht, daß es vielleicht möglicher Weise nicht ein besseres Mittel zum Bweck gebe. Aber was wir gerade getzt besonders unter allen Katholiken der Vereinigten Staaten brauchen, das ist ein einheit— Liches Programm an dem wir festhalten. Ein solches Programm Lefert die Föderation. Es möge Leute unter den Katholiken geben, die Klügeres und feiner Ge— fponnenes wünschen, wir halten es mit der energischen, männlichen Erklärung der Föde— ration, daß die katholischen Schulen kitr ihre Leistungen in den weltlichen ächern verhältnißmäßige finan— sielle Unterstützung aus den staat—- lichen Schulgeldern erhalten sollen, vhne daß dadurch dem Staate auch die geringste Einmischung in unsere Schulen erlaubt wird. Jenen über— ängstlichen Seelen die derart vor der gottlosen öffentlichen Meinung in Amerila zittern, daß sie, wie Bischof MeFaul sagt: „fürchten ihre eigene Seele zu besitzen“ (“kear to possess their own soul), diesen können wir eben nicht helfen. Die Katholiken Amerita's müssen, wenn sie in ihren Forderungen in Bezug auf die Schul— frage erfolgre ich sein wollen, in festgeschlossener Ginheit an einem klaren Programm sfesthalten. Das hat uns die Föderation geliefert und wir halten uns daran. Jene welche noch die lostbare Zeit mit „Raisonnieren“ u. „zwei— feln ob's gelingt“, „ob wir nicht hier und dort Anstoß erregen oder Schwie rigteiten sinden“ verbringen, mögen im Sumpfder Rede umhertappen. Das ist Privatvergnügen. Uns ge— fällt Bischof MeFaul's furchtloses Auf treten und das männliche Pro— gramm der Föderation und wir bleiben dabei. Es enthält n seinem unerschrockenen, furchtlosen Verlangen eine Art Gegengift gegen das große Zeitübel und ist eine Art Fehdehandschuh, den wir dem modernen Tyrannen und Götzen, der stklavischen Furcht vor der gottlosen ötfentlichen Meinung hinwerfen! Auch in Sachen des Sozialis— mus, dem Kampfe gegen Un— sittlichteit in Wortund Bild, die schlechte Presse, das Ehescheidung übel etc. spricht die Föderation in Boston wohl so stramm katholisch wie der Cen— tral-Verein und das Alles wird jeden Katholiken, der Amerika wirklich liebt und für die allgemeinen, katholischen Interessen hierzu— lande mitarbeiten will, der Föderation günstig stimmen. Verachte Niemand. Schaue nicht mit Verachtung nieder Auf Den, der tiefer unten steht, Bedente, daß wir alle Brüder; Daß; Alles, was besteht, vergeht. Mußzt ihn nicht nach dem Werth. bemessen Der zu erwerben Dir vergönnt. Vielleicht hat Jener nicht besessen Alles an was Du selbst gewöhnt. Schon Mancher hat sehr leicht er— worben, Man sagt, es fiel im Schlaf ihm zu, Was einen Anderen verdorben, Und schrieb es seiner Klugheit zu. Er schaut nun mit Verachtung nieder Auf Den, der Alles eingebüßt, Vergeßt dabei, daß hin und wieder Das Glück ein großer Dumm— topf ist. Was die Geschicke Dir beschieden, Ob im Dunklen oder im Licht; Und Dir im Schlaf die Rosen blüthen, Verachte Deinen Nächsten nicht! Bedente stets, daß Alle streben Nach dem herrschenden Uebel, Gold! Welchem Viele so sehr ergeben Und das so Manchen schon gegrollt. Auch wenn durch Wissenschaft er— worben Steht's Dir noch viel weniger zu, Den zu verachten, der verdorben; Er stört Dich nicht in Deiner Ruh'! Schon Mancher hat ein Lied gesungen Von seinem verlorenen Glück; Die Hände sogar wundgerungen; Es brachte ihm es nicht znrück. Indem nun Armuth keine Schande, „Reichthum der Güter Höchstes nicht! Reichet die Hände zum Verbande, Und verachtet die Armen nicht! Denn so hat es Gott beschieden, Daß auf Erden nicht Alles gleich; Den Einen läßt er arm hienieden; Und einen Anderen megter reichl Auch daran ist unsere „Rückstäündigkeit' schuld. Nach einer Mittheilung in dem Jahresbericht des Bundes-Commis särs für Unterrichtswesen ist die Theilnahme an Unterricht im Deutschen an den öffentlichen „Hochschulen“ dieses Landes in dem Jahrzehnt vom Schuljahr 1895 1896 bis zu dem Schuljahr 1905 1906 von 13.20 Prozent auf 21.04 Prozent gestiegen. Das ist eine erfreuliche Er— scheinung, sowohl vom culturel— len wie vom amerikanischen Nü tz— lichkeits Standpunkt aus. Ein Beleg für das Bedürfniß des Ameri— kanerthums, sich fortzubilden, aus sei— ner düntelhaften Selbstgenügsamtkeit herauszutreten, das Wesen anderer Culturbölker, vorab des deutschen, durch deren Sprache und Literatur tennen zu lernen. Zur selben Zeit hat aber auch der eminent praktische Eng—- lisch Amerikaner erkannt, daß er wegen seiner Einsprachigkeit im Wett— streit des Welthandels hinter dem Deutschen allzusehr zurückblieb. So wird ihm die Kenntniß des Deutschen nicht nur ein Luxusartikel der Bildung, sondern der unentbehr—- liche Bedürfnißartikel des Geschäfts zwei mächtige Impulse, die in dem oben erwähnten statistischen Zifferver— hältniß ihren erfreulichen Ausdruck finden.. Um so bedauerlicher erscheint es an— derseits, daß das Deutsche vielfach nicht nur in den „öffentlichen“ Volts—- schulen, sondern selbst in den Pfarr— schulen mancher deutschen Ge— meinden sträflich vernachlässigt wird. Schon vom bloßen Nützlichkeits— Standpunkt aus sollte dem deutschen Unterricht in allen diesen Schulen weit größere Aufmerksamkeit geschenkt und in den Schulen nicht bloß Deutsch ge— lehrt, sondern auch deutsch mit den Schülern gesprochen werden, weil den Kindern. wie die St. Paul'er „Volkszeitung“ sehr richtig sagt, mit der Kenntniß des Deutschen ein festes, gut verzinsbares Kapital auf den Lebensweg mitgegeben wird, von dem idealen Gewinn gar nicht weiter zu reden. Wenn gewisse „Pädagogen“ das nicht einsehen wollen, so kann das nur daran liegen, daß es ihnen selbst san der genügenden gründlichen Bildung fehlt. Eine gute Idee.

Also in der Türkei soll endlich doch die Vielweiberei abgeschafft werden und wurden die Prinzen als die Ver— suchskaninchen ausgesucht; wenn sich der Plan bewährt, dann sollte er auch in ameritanischen Millionärskreisen eingeführt werden, meint der „Ex— celsior“- guxemburger Gazette, Dienstag, den 25. August 1908. Calsiumlicht auf die politische Lage Italien's. Rom, im August 1908. bwohl noch keine bestimmten J Daten bezüglich der Auflösung /sF des italienischen Parlaments vorliegen, haben die Vorbe— reitungen zu den Wahlen auf der ganzen Halbinsel begonnen. Die verschiedenen Parteien messen ihre Kräfte. Die Regierung ist ebenfalls bereit den Kampf zu beginnen, nur fehlen dem Ministerpräsidenten noch einige wichtige Elemente um sich ein genaues Urtheil über die Lage des Landes zu verschaffen. Zum Beispiel weiß er noch nicht was der Sozialisten- Congreß, der im September stattfindet, beschließen wird. Derselbe könnte sich für die Ausgleichs-Politik entscheiden und sich dem Block anschließen, oder auch unabhängig vorschreiten. Falls der Anschlußß; an den Block nicht durchgeführt wird, könnte die Regierung ruhig weiterschlummern und die Wahlen auf das Frühjahr hinausschieben, denn sie würde den Block nicht gefürchtet haben. Würden aber die Sozialisten sich entscheiden, sich mit den Raditalen, Demokrato-Frei—- mauern zu vereinigen, um den großen geplanten anti-clerikalen Block zu bilden, so canveniert es der Regierung die Wahlen noch im Herbste vorzu— nehmen, um die Zusammenstellung des Blockes zu verhindern. Ein anderes Element, das dem Eine Legende chon vor dreißig Jahren schrieb ein erfahrener Schriftsteller S eine solide Abhandlung für den Soester Broschüren- Cyelus unter dem Titel: „Absonder liche Gedanken über die katholische Roman-Literatur.“ Er zeigte in derselben, daß katholische Liebschaften (denn Liebschaften sind der Kern aller Romane) wenigstens ebenso gefährlich sind als protestantische, und daß sie gewöhnlich nur einen Uebergang zu schlechten und saftigen Romanen sind. Denn sobald der Geschmack oder viel— mehr die Sucht, nach dieser Art von Literatur einmal erwacht ist, begnügt sie sich nicht mehr mit faden katho—- lischen Romanen. Leider findet man in den Bücher— Anzeigen unserer katholischen Ver— leger nebst einigen Büchern für ka— tholische Theologen und katholische Schulen meistens nur the latest fiction, d. i. die neuesten Dichtungen auf dem Gebiete der Romanliteratur, die zu meinem Bedauern großentheils von geistlichen Personen beiderlei Ge— schlechtes geliefert werden. Gott be— wahre unser katholisches Volk vor diesen neuesten Dichtungen, die nicht blos ein eiteler Zeitvertreib sind, son dern auch die echte und nothwendige Literatur für katholische Familien ver— hindern. Eine Legende der Heiligen gehört in's katholische Haus, so schreibt der „Sendbote des göttlichen Herzens er Automobil-Unfug floriert immer mehr, und es vergeht beinahe kein Tag, be- sonders in der jetzigen Reise- Saison, wo man nicht von Unglücken hören und lesen kann, welche die bull nasigen Auto-Möpse mit ihren Protz tasten angerichtet haben. Auf der letzten Wett-Raserei zwischen Berlin und Paris hat man dem „Protos“- Wagen nachgerühmt, daß er bisweilen 120 Kilometer in der Stunde zurückgelegt hat, und da be wun— dert man solche Schnellfahrer noch, anstatt sie öffentlich zu brand— martken? So lange allerdings selbst unsere kaiserlichen Prin— zen zu den „wildesten Fahrern“ ge— zählt werden, welche oft im 80-Kilo— meter-Tempo durch belebte Ortschaften jagen, so lange wird es noch schwer halten diesen Unfug durch das Gesetz einzuschränken. Wenn erst einmal das von der Automobil-Seuche ge— plagte Publikum, nach dessen Leben, Gesundheit und Sicherheit der Auto—- mops nicht viel fragt, zur Selbst— hülfe greift dann mag es viel—- leicht noch einmal erträglich auf unse— rem Planeten werden, eher nichtl 14414 Jetzt, nachdem der um die jüngere Geschichte unseres Vaterlandes so hochverdiente katholische General- Feldmarschall Freiherr von Loe sür immer die Augen und den Mund geschlossen hat, kommt der abgefallene Jesuit Graf Hoensbroech wieder ein al an's Tageslicht, um die Welt mit einer neuen Schauermähr zu beglücken. Der verstorbene Feldmarschall, welcher ein Vetter Hoensbroech's war, soll die sen früher einmal vor dem „inter—- nationalen vaterlandslosen Geist des Jesuiten-Ordens gewarnt und das System des Ordens als schlecht be— zeichnet haben.“ Die Abneigung des verstorbenen Feldmarschalls gegen den Jesuiten-Orden muß demnach doch sehr groß gewesen sein, nur ist es sonderbar, daß er seinen einzigen Sohn zur Erziehung nach der be— tannten Erziehungs-Anstalt sder Jesuiten, Feldtkirch, ge geben hat. Ja, ja, wenn das Grab einmal geschlossen ist, dann lassen sich so schöne Dinge behaupten und es list so „ehrenhaft“ solche schöne Lügen zu erfinden, welche ja von dem ge— lschlossenen Mund des Verstorbenen (Spezial Correspondenz aus der Ewigen Stadt.) Von L. M. G. Ministerpräsidenten noch fehlt, ist das Verhalten der Freimaurer. Noch weiß man nicht welchen Ausgang die seit einiger Zeit ausgebrochene Krisis unter den italienischen Freimaurern, nehmen wird. Wird es dem Block ge lingen die Mehrheit dẽr Logen für sich zu gewinnen? Ein Theil der Frei— maurer, wie z. B. der Großmeister, der gegenwärtige Bürgermeister von Rom und Erx-Großmeister, sowie einige andere 33 neigen sehr zu dieser Vereinigung, während Andere, wie der Ex-Ministerpräsident Fortis u. verschiedene Ex-Minister gegen eine Verbindung mit dem anti-clerikalen Blocke sind. Sollte die Freimaurer— Krisis noch länger fortdauern, ohne daß die Logen sich für den Block ent— scheiden könnten, würde die Regierung die Wahlen auf nächstes Frühjahr ver— schieben können, boch falls vor kom—- menden Herbst die italienische Mau— rerei sich dem Block anschließen würde, so wäre die Regierung gezwungen die Wahlen zu beschleunigen. Bei den letzten Wahlen nahm zwar der Heiligen gehört in's katholische Haus. (Speziell für diese Zeitung.) Von I. K. Jesu“ in seiner August-Nummer. Und mit Recht. Für unsere Vorfahren und für manche Familien noch jetzt be deutete und bedeutet die Legende das religiöse Hausbrot. Sie wurde oft um hohen Preis gekauft und auch von Generationen benutzt. Aus der Le— gende hat das Volk in schweren Tagen Glaubensfreudigkeit geschöpft, Trost und Muth in bitteren Stunden. Die Legende ist die Beschreibung des Lebens der Heiligen aus allen Jahr— hunderten. Sie erzählt von Glau— benstreue und Heldenmuth, von stren gen Bußübungen und wunderbarer Enthaltsamkeit, von Gebetseifer und Wundern der frommen Diener Gottes. Die Legende ist nicht immer reine und nackte Geschichte, sondern häufig eine poetische Bearbeitung einer religiösen Begebenheit oder Persönlichkeit. Sie ist Geschichte verbunden mit Dichtung. Manche Legenden mögen sogar aus dem Volke entstanden sein, ähnlich wie die Sagen, die ja ebenfalls für ge— wöhnlich einen historischen Kern ent— halten. Die meisten jedoch sind Schöpfungen einzelner Schreiber, die den überlieferten Stoff ausschmückten, um ein erbauliches Leben der Heiligen zu liefern; sie beanspruchen keine un bedingte Glaubwürdigkeit, wenn sie Buntes Allerlei. (Spezial-Correspondenz aus Deutschland.) Von ,„Ultramontanus“. nicht mehr können zurückgewiesen wer—- den! 441 In der großherzoglichen Irren anstalt Sachsenberg bei Schwerin in Mecklenburg ist die Stelle eines Assi— stenz-Arztes zu besetzen. Anfangs-- Gehalt: 1,800 Mark pro Jahr und freie Station 1. Klasse. Berücksich tigt werden jedoch nur evange— lische Bewerber. So zu lesen im „Aerztlichen Vereinsblatt“ vom 21. Juli ds. J. Alsotktatholische Aerzte werden auf Grund der in Mecklenburg herrfschenden „Parität“ nicht zugelassen. Sind das nicht „allerliebste“ Zustände in unserem Vaterland? Das Geheul, und den Entrüstungs Rummel und die Protest Kundgebungen müßte man aber sehen, wenn umgekehrt die bayerische Regierung für eine staat—- liche Irrenanstalt einen katho— lischen Assistenz-Arzt suchen würde!! Da würden aus lauter heiligem Lutherzorn noch so viele Bundes —schädel überschnappen, daß man das ganze Großherzogthum Mecklenburg in eine Irrenanstalt um— wandeln müßte! 441 Demnächst findet in Düsseldorf die diesjährige große Katholiken Ver— sammlung statt, wozu die Vorbe— reitungen schon lange flott im Gange sind. Zu dem großen Umzug der ka— tholischen Arbeiter haben sich z. B. be— reits weit über 050,000 Mann ge— meldet, und in demselben Maße sind alle katholische Gesellschafts-Klassen bis hinauf zu den Gelehrten mit edler Begeisterung für diese neue katholische Heerschau erfüllt. Und Das gerade list es, wosür unsere Gegner eine Höllenangst haben. Diese Angst vor der Katholiken Versammlung bewog den Düsseldorfer Correspondent der liberalen „Kölnischen Zeitung“ zu solgendem schmerzhaften Herzens—- erguß: „Nicht übersehen darf man auch die General Versammlung der Katho—- lilen Deutschland's, die in wenigen die Loge Stellung gegen den Sozia—- lismus, doch nach dem Siege des Blockes in dem römischen Gemeinde—- rathe, haben sich Sozialisten und Frei— maurer ausgesöhnt. Während früher die Sozialisten erklärt hatten, daß ein echter Sozialist nie ein Logenbruder sein könne. Man sieht also, daß die Wahlen in Italien von den Sozialisten und Frei— maurern abhängen. Je nach den Beschlüssen dieser beiden Parteien wird die Regierung sich mehr oder weniger beeilen die Wahlen vorzu nehmen. Sechs Monate würde vollkommen genügen, um die Verbindung zwischen Freimaurern, Sozialisten, Republita nern und Radikalen herzustellen und ein Central-Comite mit einer guten Anzahl von Rednern und einer gut gefüllten Kasse, der Hauptfaktor in allen italienischen Wahlen, würde der Regierung manche harte Nuß zum Knacken geben. Wenn hingegen letztere die Wahlen im November vornimmt, so würde es den Anti-Clerikalen unmöglich sein, sich zu organisieren, ja sie würden nicht einmal Zeit haben, die verschie denen Wahlbezirke untereinander zu vertheilen, da es sehr schwer sein würde, den persönlichen Ehrgeiz im Interesse der Disziplin zu opfern. auch manchmal als wahr dargestellt werden. Mag auch in denselben manches literarisch werthlos sein, so ist es doch erbaulich, oft sogar geistvoll, edel und poetisch, so daß die Roman tiker vor hundert Jahren einzelne Legenden in ihren „deutschen Volks büchern“ veröffentlichten. Man wun dert sich oft über die tiefe religiöse Gesinnung des gläubigen Volkes. Bei näherem Zusehen würde man finden, daß es diese religiöse Gesinnung weniger aus der Predigt als vielmehr aus der Lektüre religiöser Hausbücher, besonders der Legende, geschöpft hat. Die uralten und ewig gleichen Grund sätze der Kirche und der Heiligen, welche den sichern Wegweiser in den Stürmen dieses Lebens bilden, finden wir in diesen Legenden. Mit Recht schreibt daher der „Sendbote des Glaubens“: Eine Legende der Heili— gen gehört in's katholische Haus. Nebst dieser soll auch noch die Hand—- postille von Goffine, die Vorbereitung zum Tode vom heiligen Alfons von Liguori oder jene vom Pater Martin, von Cochem, die Schriften des heiligen Franz von Salzs, Thomas a Kempis und anderer Heiliger, nur keine ka— tholischen Romane, welche den Ge— schmack und die Lust für echte katho— lische Bücher rauben würde. Die Zeilen werden nicht besser werden, hat der alte Görres gesagt, bis man wie— der Geschmack an den Schriften des Pater Martin von Cochem findet. Wochen hier in Düsseldorf viele Tage lang ihre eindrucksvollen Kundgebun—- gen auf die Bürgerschaft wirken lassen wird; diese Katholikentage haben bis— her fast in allen Städten, wo sie ver— anstaltet wurden, für die folgende Zeit eine ganz erhebliche Stärkung der Centrumspartei gebracht.“ Fürwahr ein ehrenvolles Zeugniß, wenn auch nicht als solches beabsichtigt, aus dem Munde unserer Gegner. Wenn unsere Macht und Stärke von Logenbrüdern ge für ch tet wird, dann sind wir auf dem rechten Wege und wir brauchen nichts zu fürchten. Möchte doch dieses stolze Bewußtsein alle Katho—- liken des Erdballes erfüllen, möchte es sie immer mehr durchglühen und be— geistern für die große, erhabene und heilige katholische Sache! 4144 Dem „Münchener Tageblatt“ zu— folge soll sich in München ein „Bund fortschrittlicher Katho— litken“ gebildet haben, um in ge wissen Kreisen einem „dringenden Be— dürfni“ abzuhelfen. Diese „sau— bere“ Gesellschaft, will durch Wort und Schrift, in Volks Versammlungen ete. mit aller Gnergie dahin wirken, „daß die absolute unmoralische Ehe losigkeit der katholischen Geistlichen mit allen gesetzlichen Mitteln beseitigt werde.“ Liberale Zeitungsmenschen, Judenknechte, sowie bezahlte Söld— linge des Evangelischen Bundes und des deutschen Monistenbundes sollen die Sache machen. Vielleicht kann Eulenburg auch noch einige Winke geben, und als „Schutzheiliger“ ließe sich etwa Ullrich von Hutten oder sonst ein „fortgeschrittener“ Geist empfeh— len. Auch Heinrich der Achte wäre nicht übel, doch hat man ja genug Helden der alten und neuen Zeit, welche das Cölibat männiglich be— tämpft haben. Dieser neueste Schwindel in der Los-von-Rom—- Mache reizt denn doch unwillkürlich zum Lachen, so bitter ernst die Sache auch ist. 14141414 Ein andere, ebenfalls sehr „fort— schrittliche“ Bande von französischen Kirchenfeinden, verübte in Rueil bei Paris eine rohe Gewaltthat, welche so recht zeigt, was aus einem Lande werden kann, in welchem die Kirche nu— geknechtet ist. Folgendes ist der Hergang: „Gine junge Dame wurde auf der Straße von drei Personen überfallen und in einen Motorwagen geschleppt, der sofort mit großer Geschwindigkeit dabonfuhr. Die wenigen Personen, die aus weiterer Entfernung diesem Auftritt beiwohnten, konnten nicht zeitig eingreifen. Die junge Dame ist die Tochter des pensionierten Ge— nerals Bassot, eines Mitglieds des Instituts und Direktors des Observa—- toriums von Nizza. Die junge Dame ist mündig und hatte sich religiösen Vereinigungen angeschlossen, um sich ausschließlich wohlthätigen Werken zu widmen. Aus diesem Grunde mußte sie sich guerst in eine Pension in dem Vororte Levallois-Perret begeben, um den auf sie ausgeübten katholitken feindlichen Einflüssen- zu entgehen. Fräulein Bassot ließ sich aber nicht einschüchtern und trat einer Vereini— gung frommer Damen in Rueil bei, die eine Reihe barmherziger Stiftun—- gen, besonders Ferienkolonien für kranke Kinder, leitet. Diesem Be— uie ist sie nun durch die erwähnte Gewaltthat entrissen worden.“ Was sagt denn da der Evan— gelische-, sowie der Monisten Bund dazu? Sehr fortschrittlich, nicht wahr?! Nun, wir haben schon schlimmere Zeiten durchgemacht. Solche Schurkenstreiche müssen chen dem schläfrigsten Katho— liken die Augen öffnen, und das ist das Beste an der Sache. Das Neger- Problem geht die ganzen Vereinigten Staaten an. In Springfield, Jl., hat man am 14. und 15. August Schreckenssgzenen erlebt, welche aller Civilisation ein fach Hohn sprechen, und wiederum waren die Farbigen (Neger) die Ur— sache. Die Unschuldigen mußten mit den Schuldigen leiden, wie auch viele der brutalen Angreifer schon gleich auf der Stelle ihr gesetzloses Treiben mit schweren Verletzungen, einige so— gar mit dem Verluste des Lebens zu büßen hatten. Vor reichlich 40 Jahren wurden die Neger unter dem Drange der Kriegs— verhältnisse aus der Sklaverei be— freit, und gleich nachher genossen sie die Freiheit, allmählig in gleiche Rechte tretend, wie die Weißen. Durch einen Akt der Administration wurden sie frei, aber man lehrte sie seitdem nicht, die Gottesgabe der Frei— heit in vernünftiger Weise genießen. Was ist von Seiten der Regierung, des amerikanischen Volkes, für die Neger geschehen, um sie zu civilisiren, sie in den Stand zu setzen, nach den Gesetzen Gottes und des Staates auch nütz— liche und würdige Glieder der Gesell schasft werden zu können? Fast nichts! Man ließ sie ihre eigene Wege gehen, unbekümmert darum, wohin sie gerie then und wie sie den Pfad des Lebens wandeln würden. Dies sind nun die Folgen! In Springfield, Mo., und Springfield, 0., haben wir es in den letzten Jahren erfahren, und jetzt wie—- der in Springfield, 11., von vielen einzelnen Fällen gar nicht zu sjechen. Zwischen Schwarzen und Weißen besteht somit eine unüberbrückbare Kluft, die die wohlwollendste Me n—- schenfreundlichkeit nicht ausfüllen konnte. Darunter leidet der Süden noch heute, und auch im Norden geben sich, wie die Vorgänge in Springfield zeigen, seinerzeit auch in Washington Court House in Ohio und gelegentlich in minderem Maße an anderen Plätzen, Zuckungen da— von kund. Man darf die schwarze Bevölkerung nicht als eine Gesammtheit beurthei—- len, sie in Bausch und Bogen verdam— men. Sie hat, wie in einer Neger— Versammlung in Chicago sehr richtig betont wurde, saubere und unsaubere Elemente. Und es ist anerkennens-- werth, daß die ersteren nun darauf dringen, von den anderen als getrennt behandelt zu werden. „Unser Volk“, sagte einer der Redner, „wird nach dem schlechten Glement unter uns be— urtheilt, und wenn wir dasselbe nicht in unseren Reihen selbst bekämpfen, werden wir nach ihm beurtheilt werden.“ 2 Aber das Vorhandensein anstößiger Elemente rechtfertigt Mob Aus— schreitungen nicht. Richter Lynch darf nicht geduldet werden, selbst wenn er zu seiner Entschuldigung die verlot— terte· Kriminalrechtspflege des Landes anführen kann. Wollte man ihn ge— währen lassen, würden wir zum Chaos gelangen. Es ist daher zu loben, daß die Rechtsautoritäten von Springfield entschlossen sind, mit den Anstiftern der Unruhen sehr ernstlich in's Gericht zu gehen. Wenn hier die Justizbe— hörden einmal gründlich vorgehen, tann ein unendlich nützliches Beispiel gegeben werden. Lynchgerichte wür— den nicht so zahlreich sein, wenn stra— fende Gerechtiglkeit den Urhebern jederzeit dicht auf den Fersen wäre. Leider aber läßt richterliche Nachsicht Manchen durchschlüpfen, weil er doch „zu den respektablen Bürgern“ gehört. Wenn der Distriktsanwalt von Springfield und die Grand Jurh ihre volle Schuldigkeit thun und unter den Anstiftern des Mob „fürchterliche Musterung“ halten, wird die Zeitge— schichte wenig ähnliche Vorkommnisse zu verzeichnen haben. Aber damit wird das Neger-Problem noch lange iche gelöst sein. Endziel der Freimaurer. In der Freimaurerschrift „Es werde Licht“ ist folgendes Citat aus der „Frankfurter Zeitung“ zu lesen: „Die Wurzeln dieser politischen Macht (ge— meint ist das Centrum) ruhen in dem Einfluß, den der Clerus auf die Er— ziehung der Kinder ausübt; darum tann hier nur die eine Radikaltur u u N 4 114— 14 A 1 1u A un 4 helfen: Entfernung der Kirche und ihrer Diener aus der Schule. Dieses scharfe aber allein wirksame Mittel hat der Liberalismus in der Zeit seiner Vorherrschaft anzuwenden versäumt, und er muß nunmehr die Folgen sei— ner Zaghaftigkeit und Inconsequenz am eigenen Leibe spüren.“ Es werde nun auch bald einmal Licht unter jenen Katholiken, die mit den Frei— maurern und andern Geheimhbünden liebäugeln und sie für harmlos halten. Aus unseren Wechsel blättern. In den letzten fünf Jahren betrug der Feuerschaden in den Vereinigten Staaten pro Kopf der Bewohnerschaft die ungeheuere Summe von 83.02. In sechs europäischen Ländern stellte sich in der gleichen Periode die Be—- rechnung auf 38 Cents. Das sind Ziffern und Unterschiede, die jeden Commentar überflüssig erscheinen lassen. Die „Equitable Life Insurance Co.“ will mit einem Kostenaufwande von $10,000,000 in New HYork einen Wolkenschieber mit 62 Stockwerken erbauen. Woher kommt das viele Geld? Müssen die armen Beamten, welche nur $25,000 bis 850,000 jährlich beziehen, es sich vom Munde abdarben, oder bieten die unbegrenz ten Möglichkeiten des Versicherungs geschäfts die Grundlage dieser Ex travaganz? 2 Der Staats-Anwalt des Counth Sangamon begzeichnet die Ereignisse in Springfield als eine Folge zehn jähriger unbeschränkter Gesetzlosig teit, behördlicher Pflichtvernachlässi gung und Mißbrauchs der Schwur— gerichte. Das wird wohl stimmen. Das Rechtsgefühl des Volkes läßt sich lange vergewaltigen, wenn aber schließlich einmal die Geduld reißt, macht sich der Unwille leicht in über— triebener Weise und verkehrter Rich tung geltend. Jetzt haben auch die Republikaner ihre Schwierigkeiten bei dem Auftrei— ben ihrer Campagnegelder. Der Schatzmeister ihres National-Comites, Herr George P. Sheldon von New York, klagt darüber, daß der Beschluß. die Campagne Beiträge zu veröf fentlichen, das Sammeln von Beiträ gen erheblich erschwere. Trotzdem zeugt dieser Beschluß von großer Weisheit; denn er wird dazu beitra-- gen, das Vertrauen in die Ehrlichkeit der Wahlen beim Volke zu stärken. Soll das Volk regieren? Oder die Plutokratie? Eigentlich eine bittere Anklage gegen die Republik, daß eine solche Frage überhaupt die alles über schattende politische in der Präsident schaftswahl sein muß. Aber Bryan hat Recht. Es ist die Frage, die alles andere in sich schließt, die grao des Tarifs, wie der Trusts, die Frage der Ueberhebung der wenigen Privilegir— ten und der Verachtung von Gesetz und Recht. Regiert das Volk wieder und nicht der Dollar, so sind alle anderen Fragen leicht zu lösen. Welche Strafe erscheint für einen Autoraser angemessen, der xmal we— gen Schnellfahrens zu Geldbußen verurtheilt wurde, der ein Kind über— fuhr und tödtete, und der schließlich mit einer Schnelligkeit von 60 Meilen durch die Straßen jagt, dabei eine Kutsche in Trümmer fährt und deren Insassen verletzt? Von Gottes- und Rechtswegen gehörte ein solcher Un— mensch entweder in's Zucht- oder in's Irrenhaus. Vor dem Schicksale wer den den New Yorker Großkapitalisten Thomas aber leider wohl seine Mil— lionen schützen. 4 Ein Vertreter des Holz-Trusts, der jetzt in den White Mountains die Vernichtung der Wälder in Angriff genommen hat, erklärt cynisch: „Un— sere Corporation hat kein persönliches Interesse an der Wohlfahrt des Staates New Hampshire. Wir sehen in der Abholzung der White Moun—- tains eine Gelegenheit, Gewinn zu ziehen. Naturschönheiten kümmern uns nicht. Was an Holz werthvoll ist, wird gefällt.·“ Mit der Erhal—- tung unserer Wälder hapert's dem— nach noch sehr. Wer hat dich, du schö ner Wald? heißt's im Liede. Und die Antwort ist: Der Trust hat dich. n:— Am Schlusse des mit dem 30. Funi zu Ende gegangenen Fiskaljahres gab es in den Ver. Staaten 6,827 Nationalbanken. Seit dem Jahre 1863 sind 9,174 Nationalbanken kon zessioniert worden. Davon sind 469 Banken in Konkurs gerathen und 1,878 haben sich durch freiwillige Li— quidation aufgelöst. Die am 30. Juni vorhandenen Banken hatten ein Aktienkapital von rund 93014 Mil— lionen Dollars und einen durch Bonds sichergestellten Noten Umlauf von 82314 Millionen Dollats. Nach dem Bericht der zuständigen Aufsichtsbe hörde befanden sämmtliche Banken sich am Schlusse des Rechnungsjahres in guter Verfassung. Prof. James H. Shepard hat in einem Vortrage über reine Nahrungs mittel auf die Gefahren hingewiesen, welche durch das Bleichen des Weizen mehls mit schwefeliger Sä&ure für die Consumenten entstehen. Das so ge bleichte Mehl verursache Unverdau—- lichteit und sei eine Gefahr für die Gesundheit, und doch würden alljähr lich enorme Quantitäten schwefeliger Säure zum Bleichen von Weizenmehl verbraucht. Prof. Shepard hat dem Publikum einen Dienst erwiesen, daß er diese Mehlfälschung aufgedeckt hat. Die Behörden sollten diesem gemein schädlichen Bleichverfahren so rasch wie möglich ein Ende machen.

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E Auxemburger Rachrichten. Zu Winona, Minn., starb im Hospital infolge einer Operation im Älter von 80 Jahren Herr Mathias Speltz. Er wurde im Jahre 1828 in Contern, Luxemburg, geboren und kam in 1853 nach Amerika. Im JFahre 1857 verehelichte er sich mit Marga retha Rivers und betrieb bis vor etwa zwölf Jahren die Landwirthschaft in der Nähe von Rollingstone, Minn., worauf er nach dort verzog und sich mit seiner Gattin in Ruhestand setzte. Im Jahre 1907 feierten sie die Goldene Hochzeit. Die Leiche wurde nach Rollingstone gebracht und am Samstag, den 15. August, unter zahl reicher Betheiligung unter Leitung on hochw. Schmitz von der Hl. Drei—- saltigles giede aus auf dem dorti— gen katholischen Friedhofe beerdigt. Er hinterläßt außer seiner betagten Gattin fünf Söhne und zwei Töchter. Er ruhe in Frieden! Unser Beileid! Aus Chicago, 111., das Folgende: Die Gattin des luxemburger Gast wirthes Henry Feltgen hat im St. Jo seph's-Hospital sich einer Operation wegen Blinddarm-Entzündung unter— zogen. Herr Heinrich Schumacher bon Kaundorf, Luxemburg, welcher seit drei Jahren im Staate Montana arbeitete, hat sich kürzlich in Chicago niedergelassen. Unser Landsmann, Her Christ. Mamer, welcher seit meh—- reren Terminen das Amt eines Schreibers des Supreme--Gerichtes in der Staatshauptstadt Springfield inne hatte, wurde in der letzten Vor— wahl von seinem Gegenkandidaten Dabis mit 8256 Stimmen geschlagen, obschon er im County Cook eine Mehr— heit von beinahe 410,000 Stimmen über seinen siegreichen Mitbewerber erhalten hatte. Aus St. Nicholas, Minn., verlau— tet: Am Samstag Nachmittag, den 15. August, hatten die Herren John We— ber und John Ludwig von Eden Valley das Unglück, von einem Passa— gierzug der „Soo“ --Bahn beim Kreu— zen der Geleise erfaßt zu werden. Hr. Weber war auf der Stelle todt und Herr Ludwig wurde auf die Seite ge— schleudert, wird aber wohl mit dem Leben davonklommen. Das Gefährt wurde zertrümmert und das Gespann getödtet. Das Unglück passierte auf einer Kreuzung eine Meile westlich von Eden Valley. Herr Weber hatte ein Schankgeschäft mit seinem Bruder Peter Weber in Eden Valley betrie ben. Er war ungefähr fünfundzwan— zig Jahre alt und seit einem Jahre verheirathet. Er erfreute sich allge— meiner Beliebtheit und es ist dieses ein harter Schlag für seine junge Gattin und Eltern und Geschwister. Er war der Sohn der allgemein be— kannten Familie des Herrn Henry We— ber von Town Rockville. Er ruhe in Frieden! Unser Beileid! Aus Cascade, Jowa, verlautet: Heinrich Menster, welcher die A. Me— Govern Farm, drei Meilen süd-östlich von hier gelegen, bewirthschaftet, stieß verflossenen Montag ein bedauerlicher Unfall zu. Als er mit einer Dresch maschine einen steilen Hügel auf der genannten Farm hinunterfahren woll— te, brannten seine Pferde durch. Die Maschine wurde in einen Graben ge— schleudert und fast demolirt. Menster tann sich nicht erinnern, ob er von der schweren Maschine überfahren oder beim Umstürzen derselben getroffen wurde, jedenfalls trug er eine schmerz liche Hüftenquetschung davon, derzu— folge er voraussichtlich längere Zeit arbeitsunfähig sein wird. Zu Currie, Minn., verschied am 10. August nach monatelangem Leiden Louis Ruppert, Sohn der Eheleute P. M. Ruvpert daselbst, im jugendlichen Alter von 11 Jahren. Das Begräb—- niß fand am 12. August nach feier— lichem Seelenamte in der Kirche zur Unbefleckten Empfängniß auf gleich—- namigen Gottesacker unter großer Be— theiligung statt. Der trauernden Familie unser herzliches Beileid! Aus' Port Washington, Wis., schreibt die „Zeitung“: In der St. Marien Kirche zu Lake Church wer— den am Mittwoch, den 2. September, Herr John Thomes von Chicago und Frl. Anna Dondlinger, Tochter von Chas. Dondlinger von Belgium, den Bund für's Leben schließen. Nach der Trauung, welche von Rev. W. B. Brücker vollzogen wird, findet die Hochzeitsfeier im Hause der Braut— eltern statt. Hr. Thomes, der in Chicago als Schreiner Contrakltor etablirt ist, wird mit seiner jungen Gattin dort wohnen. Aus Aurora, 111., meldet der „Volksfreund“: Die Wittwe Marga— retha Loser, welche schon mehrere Male die Reise über den Ogean ge— macht hat, begab sich am Donnerstag, den 20. August wieder auf die Reise nach der Stadt Luxemburg, um ihrem daselbst wohnhaften Sohn einen länge—- ren Besuch abzustatten. Möglich dürfte auch sein, daß Frau Loser dauernd drüben bleiben wird. Sie schiffte sich am Samstag in New PHork auf dem Dampfer eelenr von der Red Star Linie nach Antwerpen ein. Glückliche Reise! Der Farmer Theodor Ewen erhielt gestern aus Forest City, Mee— cher County, Minn., die Nachricht, daß dort seine Cousine und Taufpathin, Frau Maria Schröder, im Alter von 70 Jahren gestorben ist. Die Dahin— geschiedene war in Heffingen, Kanton Mersch, Luxemburg, geboren und hin— terläßt außer ihrem Gatten noch eine Schwester, Anna, und zwei Brüder Johannes und Baptist, die alle in Litchfield, Minn., wohnen. Sie war eine brave, fleißige Frau, deren An—- in igs sen, zen die ge au- Aus den Ver. Staaten. v denken stets geehrt bleiben wird. Noch im letzten Winter war Hr. Ewen bei ihr auf Besuch und traf sie wohl und munter an, weßhalb seint Ueberra—- schung jetzt um so größer war. Lourdes. Der Monistenbund in Deutschland, ein Häuflein Solcher, die an keinen persönlichen Gott glau— ben, macht sich bei „aller Welt“ lächerlich, indem er sich heiser schreit, die Lourdes-Wunder seien Geschäfts— Reklame. Der arme Bund! Leider giebt es auch so traurige Größen, wie jene armen Monisten Materie- Gläubler, hier in den Ver. Staaten. So bemerkt mit geradezu lächerlicher Naivität ein nichtiger Scribent, der sich Rev. Editor des „O'Fallon Haus— freund“ tituliert, in der Nummer gen. Blattes vom letzten 6. August: „Es wird gegenwärtig wieder viel Lärm in den Zeitungen gemacht mit neugemachten Wundern zu Lourdes.“ Die Baltimore „Katholische Volks—- zeitung“ leuchtet dem „wackeren Reverend“ folgendermaßen heim: „Glaubt etwa der Rev. Editor des „O'Fallon Hausfreund“ sich damit Ehre einzulegen, wenn er fortwährend an dem weltberühmten Gnadenort in Frankreich, der nun seit fünfzig Jahren besteht, wohin jährlich Taun—- sende und Tausende ans allen Ländern pilgern, woselbst schon zahllose Kranke Heilung oder doch Linderung fanden, und gegen welchen bis dato die kirch liche Behörde nicht eingeschritten ist (sie wäre doch wohl schon längst einge schritten, wenn in Lourdes Geld— geschäft oder Schwindel getrieben würde!), herumnörgelt und ihn geradezu zu verdächtigen sucht? Auch im Ländchen Luxemburg findet sich so ein „Editor“ a la „Oberflächlichkeits Manie“ des wer—- then Rev. Editor des „O'Fallon Hausfreund“. Es ist dies die allbe kannte Persönlichkeit (de gruoßen heẽr an der klenger kirch) Hrn. Dr. Welter, Redakteur des „Escher« douxnal“, Häuutling der Vothen in der luxem—- burger Kammer und. Kerueinendar Geist für Alles, das i nt 3 „Schwarze Darin hr sich der Mensch prächtig bewährt. Wir haben wiederholt auf die kleine, aber interessante, dokumentirte Bro—- schüre: „Die Luxemburger Geheilten“ vom hochw. M. Weiler von Contern, Luxemburg, aufmerksam gemacht. Wir hatten im Sinne diesmal den Artikel: „Die Heilung von Frau Stoffel- Kieffer von Barnich“ wiederzugeben, als uns die grandiose editorielle Be merkung des Rev. Editor vom „O'Fallon Hausfreund“ zu Gesichte kam. Nahezu im gleichen Sinne ge alten sind die „geist-sprühenden“ emerkungen, welche der obengen. Hr. Welter über die kleine Lourdes— VBroschüre gemacht hat. Er betitelt sie einen „groben Unfug“, „Schwin— -3 und „Spekulieren auf die Leicht gläubigkleit seiner Mitbürger“. Die allerdings gesalzene, aber wohlbe— gründete Antwort, die der hochw. Vater Weiler dem hochgelahrten Doktor gegeben, mag sich der bona—- fide Rev. Editor des „O'Fallon Haus freund“ ohne Gewissensbisse hinter den Spiegel stecken. Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Vater Weiler schreibt: Aufrichtig gestanden, Herr Doktor Welter, finde ich es von Ihrer Seite sehr liebenswürdig, daß Sie so un— gebeten Reklame für das Büchlein machen und mithelfen, dasselbe in Ihrem Leserkreise verbreiten. Das ist ganz recht so. „Was aber nicht recht ist, das sind die sonderbaren Bemerkungen, die Sie dazu machen. Sie werden mir es da— her gewiß nicht verübeln, wenn ich zu diesen Bemerkungen einige Rand— glossen hinzufüge. „Sie meinen, es seien nur Heilun— gen von Frauenspersonen, die da vor— geführt würden. Allerdings. Aber wenn der Herr Doktor das von ihm selbst angeführte Werk des Hrn. Bau— stert aufmerksam durchgelesen hat, wird er wahrscheinlich auch geheilte Männer gefunden haben. Er versuche einmal seinen bekannten Scharfsinn an dem Falle Pierre de Rudder. Seite 78 in dem citierten Buche; das wäre von sehr großem Interesse. Oder gibt es auch vielleicht hysterische Beinbrüche? „Oder noch -besser: Zu Echternach konnte man sich überzeugen, daß der Herr Doktor auch Wallfahrtsorte be— sucht; versuchen Sie es und gehen Sie auch mit nach Lourdes; wer weiß, was Sie da erleben könnten? „Nach katholischer Auffassung hat weder der Herr Doktor noch meine Wenigkeit über die Echtheit eines Wunders authoritativ zu befinden. Das steht einzig und allein der Kirche zu. Und ich darf dem Herrn Doktor wohl verrathen, daß im Laufe dieses Jahres schon fünfzehn Fälle von Lour—- des-Heilungen nach ärgtlicher, minu—- tüösester Untersuchung seitens der kirchlichen Behörde als echte Wunder erklärt worden sind. Da nun das Aerzte Büreau in Lourdes jährlich über 100 Fälle zu Protokoll nimmt und publigiert; da zudem die Kirche selbst, die doch äußerst vorsichtig ist in dieser Beziehung, so viele Heilungen als Wunder adoptiert, meine ich, Herr Doktor, befände ich mich in guter Ge sellschaft und es gereut mich nicht im Geringsten, die Luxemburger Heil—- Fälle gesammelt und veröffentlicht zu haben, selbst auf die Gefahr hin, von Hrn. Dr. Welter mißbilligt zu wer— den. Ich belasse den Herrn Doktor bei seiner Meinung, ich bestehe aber auch auf der meinigen. „Sie sagen z. B.: „Fräulein Guill, die angeblich in Lourdes geheilt wurde.“ Nein: die Person ist nicht angeblich, sondern wirklich in Lourdes geheilt worden, so Zchex. wie Sie der Doktor Welter von Heiderz scheid jind. Ich Ze die Persöñn noch kürzlich gesprochen. Seit dem 2. Mai vha eite sie noch kleine aee Stunde. Sie arheitet täglich von Möorgeẽns 5 bis Abend 9 Uhr. d ourdesreise mußte man ihr das Essen in den Nund eben wie einem kleinen Kinde „Sie führen die angebliche Heilung auf starke „psychische Gindrücke“ zu— rück. Mir scheint, Herr Doktor, dies mal zieht das auch nicht. Denn erst—- lich war Frl. Guill in Lourdes voll—- ständig apathisch. so daß sie von „star—- ken v disen Eindrücken“ nicht dat Mindeste verspürte. „Sodann, Herr Doktor, werden Sie mir, weil es ja nur auf die „psychi-- schen Gindrücke“ ankommt, erlauben, Ihnen einen guten Rath zu ertheilen. „Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, so würde ich nach Lourdes gehen und tu i mie man diese „starken pshchi— chen Eindrücke“ hervorbxingt. Sie kämen zurück und würden auf die Kranken, und wären es auch nur Nervenkranke, diese „starken psychi— schen Eindrücke“ einwirten lassen und würden sehen, wie zu Ihrem Ruhme, zum Wohle der armen Kranken, zum Gedeihen von Stadt und Land Lu— xemburg der Völkerstrom, die Tau— sende und Hunderttausende aus aller Lerren Linder lih ren t ab, un uxemburg Hollexich, Ihrem Wohit. meut lerid. Vare das nicht großartig? Würde das Ihnen nicht zu kolossaler Berühmtheit verhelfen? „Dann, lieber Herr Doktor, sind Sie mir mit den ärztlichen Attesten auch etwas schnell fertig. Sie mei— nen, diese Atteste seien nicht „ernst zu nehmen“. Hm, hm, Sie sind selbst uraktischer Arzt! Ich frage Sie: Wenn ein Atzt ein Attest aus— stellt und mit seiner Unterschrift be— glaubigt, braucht man es dann nicht immer ernst zu nehmen? „Ich weiß nicht, wie Sie so was nennen, aber andere Leute würden ein solches Verfahren Schwindel und Charlatanismus nenneñ. Ich meine, gegen solche Titulaturen möchten die Herren Aerzte, Ihre Collegen, sich doch wohl hübsch fein verwahren. „Oder“, sagen Sie weiter, „sie ha—- ben sich eben in ihrer Diagnose ge— irrt.“ Ei scheint mir nicht minder starker Tabak zu sein. Irren ist menschlich, jawohl. Aber bedenken Sie, bester Herr. der eiue der Aerzte behandelte die. Kranke Guill von November 1902 bis Mai 1204. also während beinahe zwei Jahren. Der zweite wurde während beinahe einem Jahre consultiert; er untersuchte die Kranke auf's Genaueste, er soll den Fall sogar anderen Aerzten vorgelegt haben und die Diagnose soll nicht richtig gestellt gewesen sein?! O, Herr Doltor, welches Compliment machen Sie Ihren Herren Collegen! „Soll ein Arzt, der ein, zwei Jahre einen Patienten behandelt, nicht im Stande sein, eine Rückenmarkskrank heit, einen gebrochenen Rücken, wie ei— ner der Herren sich ausdrückte. von ei ner nach Ihrer Ansicht „gewöhnlichen, ganz gemeinen Hysterie“ zu unter—- scheiden? Mein allerbester Herr Doktor! Wenn das der Fall ist, dann tewehre mich Gott vor ber erre Kunst, dan äre am Ende gerade sa gescheidt zu dhne Arʒt. Hoffentlich werden Sie, Herr Welter, eine solche Diagnose des Aerztestandes ers wohl nicht „aufrecht halten“ wollen. „Nach all' dem Gesagten zu schlie zen meine ich fast, der „grobe Unfug“ ind das „Spekulieren auf die Leicht anrigtrit leier Mibnrger“ und der „Schwindel“ könnten ganz leicht au rer Seite sein. IH an er at Denfalls dabon überzeugt.“ 2: 1 IGroßherzogthum. ß 7 r— -2 ra 2 8 Aus der Hauptstadt. Luxemburg, 6. Aug. Ernen—- nungen im Pfarrclerus. Es wurden ernannt: 1) Hr. Reinhard Schmit, Neopresbyter aus Dalheim, zum Vikar in Weimerskirch. 2) Hr. Joh. Wester. Vikar in Ospern. 3) Hr. Jos. Ber nardy, Neopresbyter aus Erpeldingen, zum Vikar in Esch a. d. Alz. 4) Hr. Friedrich Schmit, Coadjutor, zum Ka— plan in Nördingen. 5) Hr. Johann Sandt, Vilar zu Liebfrauen in Lu— remburg, zum Coadjutor an dem Pensionat der Handwerkerschule in Luxemburg. 6) Hr. Alb. Steffen, Neopresbyter von Limpertsberg, zum Vitkar an Liebfrauen in Luxemburg. 7) Hr. Emil Linden, Neopresbyter aus Petingen, zum Vikar in Düdelingen. 8) Hr. Franz Kayser, Kaplan in Lin— ger, zum Kaplan in Neunhausen. 9) Hr. Mathias Donven, Neopresbyter aus Mertert, zum Kaplan in Linger. 10) Hr. Nit. Biwer, Neopresbyter aus Steinfort, zum Kaplan in Liwingen— Bettemburg. 11) Hr. Albert Grof, Neopresbyter aus Useldingen, zum Vikar in Bissen. Luxemburg, 7. Aug. Sterbe— fälle der verflossenen Woche: Vom 31. Juli: Mathias Langer, alt 43 Jahre, Schuhmacher. 1. Aug.: Anna Maria Schroeder, alt 383 JFahre, Kranken— schwester; Barbara Schuh, alt 46 F.. Köchin, ehelos. 2.: Anna Margaretha Liez, alt 53 Jahre, Ehefrau von Gu— stav Adolf Kollnot, Eigenthümer. 6.: Johann Georg Wiltgen, alt 70 JFahre, ehemaliger Pfarrer. Luxemburg, 9. Aug. Hier starb am Donnerstag der hochw. Hr. Georg Wiltgen, ehemaliger Pfarrer ger Gazetie, Dienstag, den 25. August 1908. von Ehleringen, im Alter von 70 Jah— ren. Das Begräbniß und der Leichen dienst fanden gestern in Dellen (Gros— bous) statt. Fünfzehn Priester, zahl reiche Verwandten und Bekannten, eine Reihe weißgekleidete Kinder, so— wie die Ginwohnerschaft von Dellen- Leher nahmen an dem Begräbniß theil. Am Schlusse der vom hochw. Herrn! Canonicus und Dechant Thill aus Diekirch celebrierten Grabmesse wid—-! mete dieser seinem ehemaligen Mit-- schüler einen herzlichen Nachruf, in welchem er in einigen markigen Zügen den Verewigten zeigte in sei nem Glauben, Hoffen und Lieben. S R.l. P. Luxemburg, 6. Aug. Herr Peter Medinger aus Kontern, der in Zürich studiert hat und bis jetzt in Frantreich in Privatstellung war, ist seit 1. August als Chemiker am hie— sigen Bakteriologischen Laboratorium thätig. amn Nen: Leremver wird in Gent ein Deutmat —des Rechtsge ehrten, Glitetreigers und Volksfreundes Francdis Laurent auf der Place Laurent enthüllt werden. Laurent ist am 10. Juli 1810 in Lu— rxemburg geboren und gestorben in Gent am 11. Februar 1887. Am Bahnhof wurde das Haus mit Garten vbon Pire-Besch von dem Gastwirth Friedrich für 29,000 Fr. angesteigert; in der Nordstraße wurde das Eckhaus Devas von Wittwe Stefano für 26, 000 Fr. aus freier Hand gekauft. Die hauptstädtische Industrie- und Handelsschule siedelt in dieser Woche in ihr neues Gebäude auf dem Lim— pertsberg über. Man hat beits mit dem Transport der Möbel begonnen. Durch diesen Neubau wird nicht bloß die Industrieschule über genügende Räume verfügen, sondern auch Gym— nasium und Seminar werden in Zu— kunft besser installiert werden können. Aus den übrigen Theilen. Perl, 6. Aug. Als der 42jäh— rige Hauer K. W. aus Junglinster dieser Tage auf der hiesigen Schiefer grube Karl-Eduard der Gebrüder Rother einen do-pfündigen Schiefer block auf die Seite schaffte, erlitt er, weil der Block zu schwer war, schwere innerliche Verletzungen. Bous, 6. Aug. Heute fand hier die Beerdigung von Kath. Schumacher, Wittwe Stümper von Rollingermühle statt. Dommeldingen, 7. Aug. Bei der hier abgehaltenen Dutreux schen Wälderversteigerung steigerte Hr. Forstinspektor Badu für die Familie Baron von Reinach den auf Ge— markung Sandweiler gelegenen Wald: Pleikerey für 28,500 Fr., während der am Höhenhofer Weiher gelegene Wald Herrn Vantelle für 29,500 Fr. beide ohne Aufschlagpreise zugeschlagen wurden. Gonderingen, 11. Aug. Als am Sonntag Nachmittag der 62 Jahre alte Peter Weydt im Stalle des Wirthes Hilger mit dem Füttern des Viehes beschäftigt war, fühlte er sich plötzlich unwohl, weshalb er sich in einen Schuppen gzurückzog. Kurze Zeit nachher fand man ihn todt vor, mit dem Gesichte zur Erde liegend. Ein Schlagfluß hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Schifflingen, 3. Aug. In der Nacht zum Sonntag sind Haus, Scheune u. Stall des Wirthes Prom— meschenkel durch eine Feuersbrunst bis auf's nackte Mauerwerk verbrannt. Die Flammen griffen so schnell um sich, daß an eine Rettung der Gebäude nicht mehr zu denken war. Die Haus—- bewohner konnten nur mit knap—- per Noth das nackte Leben retten, in dem sie von den Fenstern des Stock werkes heruntersprangen. Peppingen, 31. Juli. Heute Morgen entstand auf unerklärliche Weise Feuer in der Scheune des Ge— meinderathsmitgliedes D. Franca. Vieh und Wohnhaus konnten gerettet werden. Der versicherte Schade ist ziemlich bedeutend. Ingeldorf, d. Aug. Heute Morgen gegen d Uhr entstand auf un— aufgeklärte Weise Feuer in der Be— hausung des hiesigen Wirthes I. P. Sch. Ehe auch nur die geringste Hülfe gebracht werden konnte, war das ganz Haus nebst Stallungen bis auf's nacktte Mauerwerk abgebrannt. Glück licherweise sind weder Thier- noch Menschenleben zu beklagen. Der ganze Schaden, der sich auf 4,000 Fr. beläuft, ist durch Versicherung gedeckt. Osweiler, 5. Aug. Herr P. Delfeld, aus Osweiler, ehemaliger Schüler des Echternacher Gymna— siums, eine in den Brüsseler Lehrer—- und Vereinskreisen sehr bekannte Persönlichkeit, wurde vor einigen Monaten zum Inspektor des öffent lichen Schulwesens ernannt. Am ver— flossenen 21. Juli erhielt er von S. M. dem König der Belgier den Ver— dienstorden für sein langjähriges Wirken auf dem sozialen Gebiete, welches er durch die Gründung und Leitung mehrerer Volksvereine, durch seine vielen Vorträge, durch seine er— folgreiche Thätigkeit im Lehrfache auf die erfreulichste Weise gefördert hat. Esch a. d. Alz.,, 6. Aug. Vor— gestern Abend verstarb allhier plötzlich an den Folgen eines Schlagflusses der Chef-Mineur Hr. Jakob Dossing, im Alter von ö 52 Jahren. Derselbe hatte kurz vorher zu Nacht gespeist, worauf er ein Bad nahm und gleich vom Schlage gerührt wurde. Christnach, 4. Aug. Am ver— flossenen Samstag wurde die Christ nacher Filiale der Eschweiler Dampf— molkerei eröffnet. Schon am folgen den Tage wurden hier fast 2,000 Liter Milch entrahmt. Es wird nicht wie in Eschweiler die Milch aufgekauft, sondern die Magermilch wird den Lie— feranten zurückgeliefert. Der Rahm wird täglich nach Eschweiler gebracht und dort verarbeitet. Auch die Ort schaft Waldbillig liefert ihre Milch hierhin. In Eschweiler werden täg— lich 4,000 Liter Milch zu Butter und Käse verarbeitet. Außerdem hat die Molkerei dort eine Schweinemästerei, in der sich fortwährend über 300 Stück Schweine befinden. Auch eine Milch wirthschaft mit 20 Kühen wurde neu errichtet. Das Geschäft zu Eschweiler ist vor etwa 20 Monaten Eigenthum einer Gesellschaft aus St. Johann—- Saar geworden, nachdem eine Gesell schaft, bestehend aus zwölf Landwir— then hiesiger Gegend, ein ansehnliches Kapital an der Molkerei zugesetzt. Fels, 6. Aug. Heute wurde die Leiche des bekannten Geschäftsmannes Johann Goedert zu Grabe getragen. Er hatte ein Alter von 43 Jahren er— reicht. Gestern starb Hr. Molitor, früherer Postfuhr Unternehmer in Mersch, Fels, Oetringen und Wormel—- dingen, im Alter von 77 JFahren. Er war längere Zeit Schöffe und Vor— stand des Kirchenrathes. Roodt-Lannen, 29. Fuli. Gestern schlug der Blitz in das Haus des Ackerers Thommes von Lannen—- berg, Haus und Hof verbrannten bis auf's Mauerwerk. Der Schaden be— läuft sich auf 10,000 Fr. Um die— selbe Zeit ertönte ein heftiger Schlag in dem nahegelegenen Roodt. Die Einwohner erschraken, denn Jeder glaubte, der Blitz habe in sein Haus geschlagen. Er hatte das Telephon getroffen und endete in der öffentlichen Fernsprechstelle. Das Telephonnetz ist zerstört und in der Küche des Hrn. Klein ist Vieles beschädigt worden. Stadtbredimus, 5. Aug. Die Trauben in den Weinbergen ma— chen bei dem günstigen Wetter gute Fortschritte; sie sind meistens ganz ausgewachsen. In einigen warmen Lagen findet man schon weiche Beeren an späten Traubensorten. Allem An—- scheine nach kann dieses Jahr die Traubenlese bei Zeiten beginnen und unsere Winzer können auf einen guten Herbst rechnen. Echternach, 8. Aug. Heute Nachmittag starb nach langer Krank— heit, gestärkt mit den Tröstungen der katholischen Kirche, Frau Wittwe Prof. Jos. Müller, geb. Jeanette Kiesel, 68 Jahre alt. ulflingen, 7. Aug. Einem jähen Tode entging am vorgestrigen Mittwoch Abend der hiesige Berittene Peeters. Auf der Heimkehr von sei— ner Dienstreise wurde das Pferd auf der. Straße zwischen Wilwerdingen und Dinklingen scheu, sprang auf die Seite und warf Hrn. Peeters gegen einen Baum, daß er mehrere Stunden besinnungslos liegen blieb. Spätere Passanten hoben ihn auf und brachten ihn nach Hause. Der Verunglückte ist an Kopf und Bein so schwer verwun— det, daß er für einige Zeit dienst— unfähig sein wird. Rümelingen, 7. Aug. Heute Mittag ging der hiesige Gastwirth Scherer Otto nach dem Mittagessen zur Ruhe, da er sich etwas unwohl fühlte. Als bald nachher Femand nach ihm frug, um ihn zu sprechen, fand man ihn todt auf dem Bette liegen. Ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein rasches Ende bereitet. Escha.d. Sauer, 3. Aug. Aus Paris wird geschrieben, daß der Sohn des hiesigen Hrn. Nikolas Hoffmann aus Esch-Sauer Direktor des Grand Cafẽ, in der Schule von Passy den großen Ehrenpreis davongetragen hat. Luxemburg Schwester Evangelista, ge borene Anna Schroeder von Tüntes— mühle bei Clerf. In der letzten Zeit sie Oberin des Spitals in Nieder orn. Diekirch, 5. Aug. In dem wundervollen Panorama, welches die Besucher unserer Stadt entzückt, erhebt sich seit einem Jahre am Fuße eines baumreichen Bergabhanges, das neue Töchterpensionat. (Eine Musterschule für Mädchen, die ihresgleichen sucht. Hier einige nähere Details über die „Ausstellung“ bei Schluß der Schule.) Welch' eine emsige Rührigkeit hat sich während dieses Schuljahres binnen seinen Mauern entfaltet! Wahre Schätze stillen, aber angestrengten Schaffens sind nun nahezu eine Woche hindurch in drei Sälen der Anstalt zur Schau ausgestellt gewesen. Den Lei— terinnen und den Schülerinnen des Hauses zollte man einmüthig das schönste Lob. In dem ersten Saale waren Erzeugnisse der Haushaltungs-- Abtheilung und Kochkunst unterge—- bracht: allerhand Speisen jbis zu den feinsten Dessertartikeln, von den Zög— lingen selber zubereitet und aufgetischt oder zum Auftischen fertig gestellt. Und welch' eine Fülle von Malereien im zweiten Saale! Diese äußerst zarten Aquarelle, die Oelgemälde, die Zeichnungen nach der Natur, die Handmalereien auf Porzellan, auf Kaminschirme, auf Kissen u. s. w., die wohlgelungenen sogen. Brennmale— reien (pyrogravures) u. s. w., u. s. w., verriethen sowohl musterhafte Lehr meisterinnen als auch talentvolle, zäh ausdauernde Schülerinnen. Im drit-- ten Saale endlich eine ganze Stufen— leiter von Näh- und Stickarbeiten, von den einfachsten aber vollendetsten Flickereien angefangen bis hinauf zu den schwierigsten Häckeleien und Spi— en. Daneben hübsche Blousen, Hemden jeder Art, ganze Kostüme usw. (Die Schule ertheilt einen besonderen Unterricht in der Zuschneidekunst.) Kurzum, nichts ist unberücksichtigt ge— blieben. Auch für das Allerneueste ist man auf dem Laufenden. Unsere Stadt muß sich zweifelsohne glücklich schätzen, diese Anstalt mit dem breit— angelegten Studien- und Arbeits—- plane zu besitzen. Neben den deut— schen Schwestern wirken an ihr sieben französische, (die Oberin ist eine fein gebildete, energische Französin), und eine Engländerin crtheitt auch Unter richt in der englischen Sprache. Sämmtliche Schülerinnen, die sich heuer dem Examen in Nanzig unter gzogen, haben glängzend bestanden. 38 :Ut 2 12 e 7 I 5 1 0 I/ E 1 3. 0 V 77- n d 7711 1 Im trauten Lamihien Kreise 4 Bleib' brav! „Bleib' brab!“ und welke Hände legen Sich zitternd um des Burschen Hand. „Behüt' dich Gott! Des Mutter Segen „Seit stets mit dir im fremden Land.“ „Bleib' brav!“ und treue Augen sehen Den Scheidenden so traurig an: „So willst auch du, der letzte, gehen?“ Und Thrän' auf Thräne bricht sich Bahn. Längst zogen seine älteren Brüder Hinans, vom trauten Vaterort, Und keiner, keiner kam je wieder; Jetzt ertiei den jüngsten auch noch ort. Und vor der Mutter Geist erstehen Vergang'ner Bilder holde Schaar; Der Tage Zauber sie umwehen, Da seine Welt die Wiege war. Sie sind vorbei, die schöne Zeiten, Die Stunden, da an ihrer Brust Er klagte seine jungen Leiden Und ihr vertraute jede Lust. Wie hat sie auf sein Glück gesonnen, Gewirkt, gedarbt, gelebt für ihn! Nun ist qus dieses Glück zerronnen, Auch diese Freude ist dahin. Zur Neige geht die Scheidestunde. „Bleib' brav! das sei mein einz'ger Lohn. Noch einen Kuß von deinem Munde, Und nun leb' wohl, leb' wohl mein Sohn!“ Lang, lang, nachdem er fortgegangen, Steht's Mütterchen noch sinnend da, Und thränenschwere Blicke hangen Am Berg', wo es zuletzt ihn sah. KXA Eltern, unterstützt die Schule in ihrer Wirksamtkeit. (Aus dem Werke: „Schule und Elternhaus“ von W. H. Meunier, Dr. der Theologie.) Die Rücksicht auf das zeitliche und ewige Wohl ihrer Kinder legt den Eltern die Pflicht auf, die Schule in ihrer Wirksamkeit zu unterstützen. Indem Gott euch die Kinder schenkte, hat er euch«die Pflicht auferlegt, für das zeitliche und ewige Glück euerer Kinder, soweit es in euern Kräften steht, Sorge zu tragen. Ihr müßt vor Allem sorgen für das ewige Glück, damit sie hier einen wahrhaft christ lichen Lebenswandel führen und der— einst zur Anschauung Gottes gelangen. Ihr müßt auch sorgen für das zeitliche Glück derselben, ganz besonders in der Weise, daß die Kinder im Stande sind, sich eine Stellung im Leben zu er— werben. Fassen wir zunächst das ewige Glück in's Auge. Euere Kinder sind auf Erden, um Gott zu erkennen in seinem Dasein, seinem Wesen und seinen Werken. Wo anders wird dem Kinde diese Kenntniß vermittelt, als eben im katechetischen und biblischen Unterrichte, wie ihn die Schule er— theilt? Euere Kinder sind auf GErden um Gott zu lieben, und diese Gottes—- liebe muß sich bethätigen durch die Be obachtung der göttlichen Gebote d. h. durch die Pflege der christlichen Tu— gend. Aber haben wir nicht gesehen, daß die Schule berufen und ernstlich gewillt ist, euere Kinder zur Tugend anzuleiten? Aber ist es nicht die Schule, welche durch ihre Belehrung, ihre Ermahnung und Uebung das Kind in Stand setzt, ein wahrhaft christliches Leben zu führen und dadurch sein End ziel zu erreichen? Indes die Bildung, welche die Schule vermittelt, ist auch von der höchsten Bedeutung für das zeit— Liche Glück euerer Kinder. Von den zahlreichen Umständen, welche das irdische Glück der Menschen bedingen, kommen hier besonders drei in Be— tracht, die wir im einzelnen erwägen wollen. Die erste Bedingung für das zeit—- liche Glück besteht darin, daß der Mensch eine angemessene Lebensstellung habe, d. h. eine Berufsthätigleit, durch welche er für sich und die Seinigen den Lebens—- unterhalt gewinnt. Und ihr selbst, christliche Eltern, wißt am besten, wie überaus kostspielig das Leben ist, und wie schwer es für jeden hält, ein Ver— dienst zu erzielen, welches mit den mannigfaltigen Bedürfnissen des Le— bens in Einklang steht. Nun bildet aber der Unterricht und die Grzieh—- ung, welche die Schule vermittelt, die nothwendige Grundlage, um eine an gemessene Lebensstellung zu gewinnen. Was zunächst den Unterricht anlangt, so unterweist die Schule freiliech nicht in einer besonderen Berufsthätigkeit; diese letztere muß das Kind nach sei— ner Entlassung aus der Schule erler— nen. Aber deshalb dürft ihr nicht glauben, daß die Schulbildung für den zukünftigen Beruf euerer Kinder ohne Bedeutung sei. Im Gegentheil, die allgemeine Bildung, wie sie die Volks—- schule vermittelt, namentlich im Le— sen, Schreiben, Rechnen und Sprach unterricht bildet die nettwendie Vor aussetzung, um später in irgend einem Berufe mit Erfolg thätig zu sein. Wie manchen jungen Mann habe ich gesprochen, der es lebhaft bedauerte. seine Kindheit und Jugend nicht besser benutzt zu haben zur Aneignung nütz licher Kenntnisse! Denn schon oft bot sich ihm Gelegenheit, eine bessere Lebensstellung zu erlangen, wofern er die nöthige Antbana besessen hätte. In welchem Berufe sie auch ihr Brot verdienen mögen, zwei Tu—- genden sind es vor allen andern, welche der Arbeitgeber und Vorgesetzte von ihnen verlangen: Fleiß und Ge— horsam. Sie müssen fleißig ar beiten; denn hiervon hängt der Um—- fang und die Güte der Arbeitsleistung ab. Sie müssen gehorsam sein, d. h. sich den rorenunen des Vorgesetzten in Bezug auf den Gegenstand, die Zeit und den Ort der Arbeit fügen. Wie oft kommt es jedoch vor, daß junge Leute ihre Stellung verlieren und aus dem Dienstberhältniß entlassen werden. weil es ihnen eben an jenen beiden Tugenden gebricht! Saget selbst: Was kann ein Arbeitgeber mit einem Menschen anfangen, der anstatt Ge—- danken und Zeit auf die Arbeit zu richten, sich mit Nichtsthun oder Unfug die Zeit vertreibt? Ihr werdet zu geben müssen, christliche Eltern, daß das unmöglich ist, daß vielmehr Fleiß und Gehorsam in jedem Berufe die unentbehrlichen Eigenschaften des Ar beiters sind. Nun frage ich, christliche Eltern, sind nicht Fleiß und Gehorsam grade jene Tugenden, welche der Schü—- ler zu bethätigen hat, und zu denen die Schule die Kinder anleitet? Sind es nicht gerade jene Tugenden, ohne welche die Schule ihr Ziel nicht er reicht, und deren Fehler die geistlichen wie weltlichen Lehrpersonen so tief be dauern? Es kann also einem Zweifel nicht unterliegen, daß die Bildung und Erziehung, wie sie die Schule vermit telt, für die zukünftige Lebensstellung euerer Kinder von ausschlaggebender Bedeutung ist. KA A Wie wüär's? Drunten, wo der Rhein zwischen herrlichen Bergen fließt, deren Hänge Reben bedecken, und deren Gipfel Berge krönen, sah ich im letzten Som mer den Flecken Kamp. Es ist herr lich gelegen und vernünftige Menschen sind darin. Sie haben nämlich folgenden schönen Brauch: alljährlich halten sie einen Sühnungstag. Am Morgen kommen die Bürger wie an hohen Festtagen, zur Kirche, wo feier licher Gottesdienst abgehalten wird. Am Nachmittag versammeln sie sich auf dem Rathhause zu einer allgemeinen Versöhnungsfeier. Abends kommen auch die Frauen dazu und es wird ein echtes Familienfest. Nun meine ich so: wenn der Brauch bei uns auch nicht besteht, so könnte man die Hauptsache daran, das Versöhnen nämlich, auch bei uns brauchen. Da sieht es fast überall nicht schön aus. Feindschaften, bitterböse, alte, eingewurzelte Feind schaften sind gar nicht selten, und zwar oft unter Denen, die am nächsten zusammengehören vor Gott und der Welt. Solche Feindschaften sind Thorheit, Aergerniß und Sünde. Was ist der Grund? Diese oder jene Schwäche, ein bischen Empfindlichkeit, oft bloße Einbildung. Und wegen solcher Dinge quält man sich und An dere, macht sich das Leben hart, das Gewissen schwer und die Seele wundl Thorheit über Thorheit! Und dabei sind die Leute Christen! diesen Christenherzen die Furcht vor Dem ganz entschwunden, der gesagt hat: „So wird mein himmlischer Vater mit Euch verfahren, wenn Ihr nicht ein Jeder seinem Bruder, verzeihet?“ Wie wär's, wenn man diese Worte ein wenig überlegen und befolgen würde? Schön wäre es und christlich und vernünftig dazu. Dann würde „Friede auf Erden den Menschen“. „Wäre nicht der Haß der Menschen, O, es wäre schön auf Erden!“ AA A Das verkannte Zeppelin'sche Luftschiff. Ein heiteres Schul- Intermezzo veranlaßte die Zeppelin-Fahrt vom 1. Juli in Schaffhausen am Rhein. Ein kleines Mädchen, das bei der herrschenden Schwüle im Schulgimmer in begreiflichem Drange sich nach Luft und Licht gesehnt und dabei seine Ge danken und Aeuglein etwas außerhalb des Schulzimmers spazieren gehen ließ, bemerkte plötzlich das heransau sende Luftschiff. Ohne zu wissen was es sei, rief es in kindlicher Begeiste rung seinem Lehrer auf das Kathe der zu: „Härr Stääli, e Wurscht, e Wurscht kommt geflogenl“ AA A Denksprüche. V Zerrissen in den Gründen Bin ich und meine Sünden, Und meine Reu' ist groß! O hätt' ich nur Vertrauen, Die Hütte mein zu bauen In meines Jesu Schooßzl Was lustig begonnen und leicht gewonnen, wie ist es so bald wie Wasser verronnen. Des Herzens gzerrissene Saiten tlingen am längsten nach.

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2 2 e ird 232 Inläãndisches.

District Colunmbia. Das Baldwin'sche Luftschiff hai dieser Tage seine Ausdauer Probe—- fahrt in Fort Meyer in durchans zu— stietenttenenrer Weise beendigt und ie längste Fahrt gemacht, die wenig— siens in unserem Lande je von einem lenkbaren Luftschiff zurückgelegt wor— den ist. Der große Ballon fuhr zwei Stunden und sünf Minuten auf dem fünf Meilen langen Kurs hin und her. Das Luftschiff gehört jetzt dem Signalkorps der Bundesarmee und wird demnächst nach Abwicklung der üblichen Formalitäten von Haupt— mann Baldwin dem General Allen übergeben werden. 5 Signal Offiziere werden sich so fort an die Berechnung decr Durch— schnittsgeschwindigkeit des Luftschiffes machen; man glaubt, daß sie 20 Meilen pro Stunde erreichen wird, in welchem Falle Hauptmann VBaldwin den contraktlich sestgesetzten Preis von 86,750 erhalten wirbö. Bei der letzten Versuchsfahrt hat das Luftschiff zeitweilig eine Ge— schwindigkeit von beinahe 45 Meilen in der Stunde erreicht. Die ge— sammte in der Fahrt zurückgelegte Strecke betrug zwischen 28 und 30 Meilen. Die Hauptbedingungen der Probe— fahrt waren Erhaltung einer gleich— mäßiagen Geschwindigkeit von etwa 20 Meilen. Stweben in der Luft während einer Dauer von zwei Stun— den, die Mitführung von genug Brennstoff zum Vetriebe der Motoren für zwei Stunden, und Vermeidung der Ueberhitzung der Motoren. Alle Bedingung·n wurden zur Zufrieden—- heit der Prüfungs-Behörde erfüllt. Weshalb James Lee wieder gesund wurde. Jeder in Zanesville, 0., kennt Frau Maria Lee von der Land--Poststraße 8. Sie schreibt: „Mein Gatte, James Lee, ist fest davon überzeugt, daß er sein Leben dem Gebrauche Dr. King's New Discovery verdankt. Seine Lungen waren so sehr angegriffen, daß daß Schwindsucht unvermeindlich schien, als ein Freund ihm New Dis— covery empfahl. Wir versuchten es, und der Gebrauch desselben hat ihn wieder vollständig gesund gemacht.“ Dr. King's New Discovery ist der König aller Hals- und Lungen—-Heil— mittel. Für Husten und Erkältungen hat es nicht Seinesgleichen. Die erste Dosis brachte Erleichterung. Ver— kauft unter Garantie in der Apotheke von T. W. Ruete, 656 Main Str., Dubuque, Jowa, zum Preise von 50 Cents und SI.OO. Probeflasche frei. Zuinois. Ueber den Springfielder Rassen mord noch folgende Einzelheiten über den so verhängnißvollen 14. August. Während mehrerer Stunden der vergangenen Nacht war der von den Negern bewohnte Distriktt in den Händen einer wüthenden Volksmenge. Erst nachdem nahe zwölf Compagnien Infanterie, mcehrere Schwadronen Kavallerie und einige Geschütze an Ort und Stelle eintrafen und der commandirende Offizrer ein mal hatte „blind“ feuern lassen, hiel— ten es' die Unruhestifter für an— gebracht, sich zu zerstreuen. Das Re— sultat des Wuthausbruches der Weißen gegen die Neger war die Lynchung eines Negers, die Tödtung zweier Weißen, die Verletzung von etwa 60 Personen, zumeist Weißen, und die Zerstörung von über 40 bon Negern bewohnten Häusern. Ein tlaujend Milizer patrouilliren jetzt die Straßen der Stadt und man gläubt nicht, daß es noch zu weiteren Rassen kämpfen kommen wird. Es war dies die erste Lynchung in der Staats—- hauptstadt. Der gelynchte Neger, Charles Hunter. war von der wü thenden Menschenmenge abgefaßt wor— den, als er unter einem Zuge der Chicago Alton Eisenbahn durch zukriechen versuchte. Et wurde her— vorgezerrt und, obwohl er angeblich vollständig unschuldig war, an einem Baume aufgeknüpft und sein Körper mit Kugeln durchlöchert. Die Poli gisten konnten, trotzdem sie wie toll nit ihren Knüppeln auf die brutalen Ungreifer lossclugen, den Neger nicht retten. Die im Laufschritt an cückenden Milizen kamen zu spät. Oie Lyncher behaupteten, daß der Neger zwei Weiße geschossen habe. Der 70 Jahre alte James Scott, ein allgemein geachteter Bürger der Stadt, wurde von einem Streifschuß getroffen und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Die infolge der Ueberführung der Neger Richardson und Fames nach dem Peoria'er Gefängniß in fürchter—- liche Aufregung gerathene Menschen— menge hauste im Negerviertel in tchrecklichster Weise. Ein Haus nach bem anderen wurde in Brand gesteckt, und die Feuerwehr war bald nicht mehr im Stande, des Feuers Herr zu werden. Es wurd- telephonisch Hilfe aus den benachbarten Städten her— beigerufen, doch bevor die erste Feuerwehr von avswärts l(aus Bloomington) hier eintraf, waren be— reits vierzig Häuser eingeäschert. Die Volksmenge heulte und johlte, zer— schnitt die Schläuche und bedrohte so— gar die Feuerwehrleute, die ihre Pflicht thun wollten, mit dem Tode. Erst mit dem Eintreffen der Milizer aus Peoria, Bloomington, Petin, Decatur, Pontiac, Champaign, Arcola, Taylorville und Danville änderte sich die Situation ein wenig. Der com— nandierende Offizier bewies, daß er keinen Spaß verstände und ließ, als die Schreier und nach Negerblut dür— stenden Radaubrüder, auf seine Auf forderung, sich zu entfernen, nicht ause nndergingen, zuerst „blind“ feuern. Dies half und nach und nach gingen diese Leute. die in ihrer blin— den Wuth den guten Ruf der Stadt überal! in Mißkredigt brachten, aus—- einander. Sie liebt gute Sachen. Frau Chas. E. Smith von West Franklin, Maine, sagt: „—dch liebe gute Sachen und habe Dr. King's New Life Pillen als unsere Familien-Laxativ—- Medizin adoptiert, weil sie gut sind, und ihre Arbeit verrichten, ohne viele Umstände dabei zu machen.“ Diese schmerzlosen Reiniger werden verkauft in der Apothete von T. W. Ruete, 656 Main Straße, Dubuque, Jowa. Preis 25 Cents. Indiana. Schreckliche Minuten müssen es gewesen sein, welche dem Tode von Herbert Staley, 17 Jahre alt, und des 19jährigen John Weston in Indiana— polis voraufgingen. Beide junge Männer wurden von einem Passagier— zuge eingeholt und zermalmt. Der Unfall, welcher von einer Anzahl Leute mit angesehen wurde, ereignete sich bei der White River Brücke nörd— lich von Broad Ripple, und ein Schret des Entsetzens entrang sich den Lippen der erstarrten Zuschauer, als man ge—- wahrte, daß die jungen Leute dem Tode geweiht waren. Der mit furcht—- barer Geschwindigkeit dahinsausende Passagierzug warf Weston zur Seite, während Staley noch etwa 200 Fuß weir geschleißt wurde. Herbert Jen— tins, der gleichfalls ausf der Brücke war, gelangte rechtzeitig darüber hin— weg und rettete sich durch einen Sprung die Böschung hinab. Staley und Weston waren vor Schreck fast ge lähmt, als sie ihre Gefahr bemerkten, doch die Liebe zum Leben brachte Be—- wegung in die Glieder. So schnell sie nur konnten., liefen sie dem Ende der etwa 200 Fuß langen Brücke zu, während der Zug näher heran don— nerte, und die Brücke erreichte, ehe die jungen Leute das Ende zu erlangen vermochten. Weston hätte sich viel—- leicht in Sicherheit gebracht, hätte er nicht dadurch, daß er stolperte, eine Selkunde verloren. Maryland. Aus Hagerstown kommt die Nachricht eines Gaunerstückchens, das schon eher einer Münchhausiade glei— chen würde, wäre die Frechheit der amerilanischen Gauner nicht längst svrichwörtlich geworden. Während Frau C. C. Gimple im oberen Stock—- wert des Hauses beschäftigt war, schlich sich ein Dieb durch die Vorder— thüre in den Parlor und begann ein zupacken. Als er sich gerade bei der schönsten Arbeit befand, klopfte die Nachbarin der Frau Gimple, Frau Thomas Robinson, an die Thüre, um einige Eier zu borgen. Der Gauner öffnete und frug nach ihrem Begehr, worauf er sie mit dem Bemerken, daß Frau Gimple im oberen Stock be—- schäftigt sei, einlud, Platz zu neh— men. Dann ging er zu einem Schreibtische, entnahm ihm in Ge— genwart der Frau Robinson eine Geldtasche mit $6 Inhalt und verab— schiedete sich dann höflich, aber schleu— nigst, ehe irgend eine der Frauen ge— wahr wurde. daß ein Dieb im Hause war. Natürlich hat die Polizei keine Spur von dem Kerl. Für wunde Füße. „Ich habe ausgefunden, daß Buck—- len's Arnika Salbe das richtige Mittel ist für wunde Füße sowohl, als auch für heilende Wunden, Eiterungen, Schnittwunden und aller Art von Ab— schürfungen“, schreibt Herr W. Stone von East Poland, Maine. Es ist eben falls das richtige Heilmittel für Hämorrhoiden. Probiert es mall Verkauft unter Garantie in der Apo— theke von T. W. Ruete, 656 Main Straße, Dubuque. Jowa, zum Preise von 25 Cents. New PHort. Vank, zum Nacht-Barbier und zum Nacht-Schneider ist nun auch der Nacht-Stenograph gekommen. Wm. C. Fell, der im Hotel Albanh wohnt und sich selbst den „Stenographen, der niemals sehläft“, nennt, beglückt New Hort mit dirser modernsten Insi dution. In einem Rundschreiben, das er ver— sendet, kündigt er an, daß er ein Stenegraphen Bureau im Hotel Albany eröffnet hat, das während der ganzen Nacht dem Publikum geöffnet sein wird. Zu jeder Stunde sind Herr Fell oder seine Angestellten bereit, auf telephonischen Anruf nach irgend einem Punkte der Stadt zu fahren, um Stenogramme entgegenzunehmen und sie auf der Maschine zu über— tragen. Ganz besonders soll die neue Cinrichtung dazu dienen, „Ante Mor— tem“GErtlirungen und Testamente aufzunehmen. Ohio. Dr. Harry MeGarvey in Houngstown mwurde kürzlich Morgens zu emem Echwerkranken gerufen, und als er mit seinem Automobil in rascher Fahrt auf die Market Straßen- Vrücle tam, fand er, daß der Brücken— boden aufgerissen und der einzige Wen, hinüber zu lkommen, die frei— liegenden Schienen der elektrischen Part Falls Bahnlinie waren. limdrehen sonnte er nicht ohne großen Zeitverlust, und vor ihm lag ein Abgrund von 60 Fußz in den er guxemburger Gazette, Dienstag, den 25. August 1908. sicher stürzte, wenn seine Maschine auch nur um Haaresbreite zur Seite von den Schienen ablenkte. Trotzdem beschloß der Arzt das lühne Wagniß. Ehe die Arbeiter und son— stigen in der Nähe befindlichen Per— sonen es mochten annähernd 100 sein wußten, was der kühne Arzt wollte, befand sich dessen Auto bereits über der gähnenden Tiefe. Langsam, aber sicher wurde es hinüber gelenkt, und als es wieder auf festem Boden angelangt war, da brachen die Zu— schauer, die dem Wagniß mit ange— haltenem Athem gefolgt waren, in lauten Jubel aus. Dr. MeGarvey aber drehte Vollkraft an und fuhr mit rasender Schnelligkeit dem Hause zu, in dem das Leben eines Men— schen von der schleunige Hülfe des Arztes abhing, und die ängstlich be—- sorgte Familie seiner Ankunft harrte. Pennsylvania. Auf eine eigenthümliche Weise ist kürzlich zu Glenfield ein Brand ausgebrochen, durch welchen sechs Per— sonen schmerzhaft verbrannt und ein Waarenlager nebst fünf Wohnhäusern zerstört worden sind. Während Ar— beiter der Standard Oil Company mit dem Verbinden von Röhren beschäftigt waren, erhielt eine derselben ein Leck, so daß sich das Oel in einem kleinen Strom durch das Städtchen ergoß. Die Funklen einer in der Nähe vor— überfahrenden Lokomotive scheinen nun die Ursache vom Feuerfangen dieses Oelstromes gewesen zu sein, der sich in einem Augenblick in eine slüs— sige Lohe verwandelt hatte. In der Nähe stehende Gebäude geriethen so— fort in Brand und für eine Weile schien es als ob der ganze Ort er— griffen werden würde, denn das bren— nende Oel breitete natürlich über den Bach, in den es abfloß, eine flam— mende Depe. Der von Pittsburg alsbald eintreffenden Feuerwehr ge— lang es jedoch glücklicherweise in weni gen Stunden Herr des Feuers zu werden. Der Gesammtschaden beträgt ungefähr $12,000. Blut ist, wie Deutschlands größter Dichter mit Recht sagt. in gan- besonderer Saft. Es ist die Quelle, daraus Gesundheit oder ichwere Leiden, Leben oder Tod fließt. Gesundes Blut liefert dem Kör yex und Geist stündlich neue Nahrung, damit jene sich neriuugen. Wehe aber, wenn das Blut ent artet! Wehe, wenn es durch Ueberarbeitung, bei schlechter Ernährung seiner verilngenven Ele mente beraubt und siatt dessen mit ben giftigen Stoffen angesüllt wird, die sich im Körper aus dessen Organverbrauch stetig entwickeln und von dem irtchten Blut nicht mehr ortgetragen den Nieren und der Leder nicht mehr zur Aus scheidung überbracht werden können. Dann ist dasselbe Blut die Quelle des Todes. wenn Ihr nicht künstliche Hilfe schasst, die nur von einer anderen Quelle herkommen kann: von den jseit Aevrtunberten erprobten und berühmten St. Bernard Kräutervillen. Es ist das eine Arquei die aus den reinsten Pflanzensäften und zu dem einzigen Zwecke hergestellt wird, das Blut zu reinigen. es zu beleben und damit neues Leben dem Körvper einzuflößen. Und diesen Zweck kann auch dieise Arzenei allein nur erreichen, weil sie nur diesem Zwecke allein mit den besten Mitteln, welche uns die allgtige Natur an die Hand giebt, dienen sol. lle Apotheten. 25 Cent-. Washington. Einer der verwegensten Bahn— Ueberfälle, die je an einem trans— continentalen Zuge verübt worden sind, ist um die Mitternachtsstunde am 15. August begangen worden, als sich der Passagierzug No. 3 der Northern Pacific Bahn innerhalb der Stadt— grenze von Spokane befand. Zwei Maskierte hielten den Zug bei Otis an und bestiegen die Loko— motive. Nach einem kurzen Kampfe mit dem Lokomotivführer und Heizer wurde der dem Tender zunächst fah— rende Postwagen vom anderen Theil des Zuges losgekoppelt und einer der Räuber übernahm die Führung der Lokomotive und fuhr westlich bis nach Trent, wo die zwei Zugangestell—- ten abgesetzt wurden. Sodann fuhren die Räuber weiter bis nach dem eine Meile entfernten Hardley, wo sie sich an's Plündern des Postwagens machten. Sobald die Nachricht von dem Vorgefallenen nach Spokane gelangt war, wurde ein Spezialzug mit anor reren Deputysheriffs und Spezial— agenten der Northern Pacific-Bahn an Bord nach Trent entsandt, wäh— rend der Sheriff mit einer Posse, die zu spät für den Spezialzug gekom— men waren, sich feldein auf die Suche nach den Räubern begab. Rath fsür vortresfliche Gesundheit. Frau M. M. Davison von No. 379 Gifford Ave., San Jose, Cal., sagt: „Der Werth von Electric Bitters als allgemeines Familien Heilmittel für Kopfweh, Gallenfieber und träge Leber und Eingeweide ist so ausgesprochen tklar, daß ich prompt bereit bin, ein Wort zu dessen Gunsten zu sagen, und zwar zum Nutzen Derer, welche von jenen Leiden heimgesucht werden. Für die Verdauungs-Organe befindet sich in einer Flasche Electrie Bitters mehr Gesundheit als in irgend einem Heil— mittel, das ich kenne.“ Verkauft unter Garantie in der Apotheke von T. W. Ruete, 656 Main Str., Dubuque, Jowa, zum Preise von 50 Cents. Wisconsin. einigung von Zeitungsleuten begrün— det, die es sich zur Aufgabe macht, für Verbesserung der Schifffahrt auf dem oberen Misßsissippi zu wirken, na mentlich für Regulierung des Was— serlaufes. Das große Publikum im Allgemeinen, und der Congreß im Be— sonderen sollen für das Unternehmen gewonnen werden, das allerdings Jahre in Anspruch nehmen und etwa $20,000,000 losten wird. Man hofft, große GErsparnisse an Fracht kosten zu mochen, wenn das Pro—- jekt durchgeführt wird. Die Ge— sellschaft heißt „Mississippi River Im— provement Association“ und hat fol— gende Beamte: Präsident, Thomas Wilkinson, Burlington, Jowa; Vice— Präsidenten Merse, Moline; Missouri: Isaac M. Mason, St. Louis; Jowa; Charles T. Hancock, Dubuque; Minnesota: J. G. Armson, Stillwater; Wisconsin: W. A. Anderson, Sekretär und Schatzmeister; Lewis B. Boswell, Quiney, 111. Frau Christina Lau, die älteste Per— son der Stadt, im Alter von 108 Jah— ren, Monat und 29 Tagen gestorben. Ein Schlaganfall, wahrscheinlich eine Folge der großen Hitze, machte ihrem Leben ein Ende. Seit 30 Jahren hat die Greisin keine ärztliche Hilfe ge— braucht, da sie niemals in dieser langen Zeit ernstlich krank war. Die Zahl der Abkömmlinge der Frau Christina Lau, Kinder, Enkel und Ur— enkel, beläuft sich auf über Hundert. Die Dahingeschiedene erfreute sich bis an ihr Lebensende großer Rüstigkeit und Lebenskraft. Sie war über sechs Fuß groß und schlank gebaut. Frau Lau wurde am 6. Funi 1800 in Han— nover, Deutschland, geboren und kam mit ihrem Gatten und ihren Kindern vor etwa 30 Jahren nach Milwaukee. Ihr Mann starb vor 16 Jahren im Alter von 86 Jahren; er war sechs Jahre jünger als seine Frau. uaenei AANANARAAANANAAAAA Aa Deutschland. Baiern. Wo Alpenfirnen leuchten auf hohem Felsgestein. Wo stolz die Donau fluthet, wo mäch tig strömt der Rhein, Da liegt in Gottes Frieden, ein Land so hech und hehr, Da wohnt ein Volk der Treue, des Muthes und der Ehr'. O Bayern, dich beglüpe des Friedens milder Thau, Gott segne, Gott behüte dein Banner weiß und blau. Es herrscht seit grauen Tagen ein fürstlich Kerngeschlecht Auf Bayern's stolzem Throne und schirmet Ehr' und Recht, Viel Schweres hat erduldet, das theure Bayernland, Doch Fürst und Volkesliebe ging all— zeit Hand in Hand. O Wittelsbach, Dich grüßet die Treu in jedem Gau, Gott segne, Gott behüte Dein Banner weiß und blau. Du kernig Volk der Bayern, wahr muthvoll Deine Art, Und steh' zu Schutz und Trutze mit Deutschland eng geschaart, Dann wird Dein Glück erblühen, so reich, so voll, so schön, ñ Dann wird der Friede grüßen, die Thäler und die Höh'n. O Vaterland, mein Bayern, allzeit auf Gott vertrau, Er segne Deine Farben, er schütze weiß und blau.“ Preußen. Wilhelm Voigt, der berühmte „Hauptmann von Köpenick“, ist auf Befehl des Kaisers aus dem Gefäng— niß entlassen worden. Voigt wurde am 1. Dezember 1906 zu einer vier— jährigen Gefängnißstrafe verurtheilt. Voigt, ein Schuhmacher aus Berlin, hatte sich bekanntlich in eine Haupt— ntanns Uniform gesteckt und den Vürgermeisten und Schatzmeister der Stadt Köpenick gefangen genommen, worauf er sich in den Besitz des In— halts der Stadtkasse setzte. Auf diese Weise erlanate er etwa viertausend Mark. Indessen wurde er schon nach einigen Wochen verhaftet. Die Affaire war so absurd, daß alle Welt darüber lachte. Ein lenkbarer Militärballon stieg um 10 Uhr Montag Abend (17. August) bei Tegel in der Nähe von Berlin auf. Die Militär Behörden verhielten sich sehr schweigsam über den Zweck der nächtlichen Fahrt, auch wurden die Namen der Theilnehmer nicht bekannt gegeben, aber es ver— lautet, der Ballon soll solange wie möglich, vielleicht die ganze Nacht über, in der Lust bleiben und versuchen, eine Fahrt nach Hamburg und zurück aus— zuführen.— Eine sonderbare Szene spielte sich ab, als der Ballon seine Fahrt antrat. Das Publikum wurde von dem Platze fern gehalten. Das aroße Paradefeld war in vollständige Dunkelheit gehüllt und von einem Kordon bewaffneter Soldaten umgcben. Das einzige An— zeichen.. daß der Ballon aufstien, war das schirrende Geräusch der Propeller— schrauben und die scharfen Commando— rufe, welche durch die Stille des Ahends hallten. Endlich wurde der aroße gelbe Ballon einen Angenblick sichtbar, aber gleich darauf war er wieder verschwun— den, und da der Himmel mit schwarzen Wolken bedeckt war, konnte man bald nur noch die leuchtenden Strahlen des eleltrischen Scheinwerfers sehen, wel— cher auf der hinteren Plattform ange— bracht war. Rheinprovinz. Ueber den zweiten Tag der Versammlunag der Katholiken Deutsch— land's zu Düsseldorf am 17. August lesen wir wie folat: Ein äußerst geschäftiger Tag war für die hier versammelten Delegaten der heutige, denn außer jenen Veran— staltungen, an denen Alle theilnahmen,! —ln dem der Oeffentlichleit über—- fanden eine aroße Anzahl von Vergebenen Jahresbericht der Handels— sammlungen statt, die sich alle eines kanuner von Hagen in Westfalen ist zahlreichen Besuches erfreuten. Die eine Mittheilung enthalt·n, die allge— größten EGreignisse des heutigen meinem Interesse begegnet. Darnach Tages waren zwei große Versamm— ermuntert eine Gesellschaft in Phila— lungen und das Pontifikalamt. delvhia, Pennsylvania, industrielle Um 8 Uhr heute Morgen begann in Firmen des Wuvpperthals zur Errich— der St. Rochus-Kirche das Pontifilal-tung von Filialen in Amerika. Sie amt, unter Theiluahme der Fahnen gewährt ihnen nicht nur kostenfreies der- katholischen Studentenkorpora tionen. Das Schauspiel, das diese Korporationen boten, war umso wohl— thuender, als erst vor Kurzem die Münsterer Studenten die Neigung zeigten, sich katholischen Kundgebun— gen gegenüber ablehnend zu verhalten und aus Halle Gerüchte verbreitet worden sind, daß die tatholischen Stu— denten sich in Zukunft den Katholiten tagen fern halten würden. Die Be— theiligung der Korporationen an dem heutigen Pontifikalamt hätte die Un— wahrheit jener Verleumdungen bewie sen wenn das noch nicht geschehen wäre. Auch in den beiden großen Ver— sammlungen war die Theilnahme der Studenten, denen man eine besondere Tribüne eingeräumt hat, bemerkens—- werth. Die erste dieser Versammlun— gen, eine geschlossene, wurde um halb 10 Uhr Vormittags im Kaisersaal der städtischen Tonhalle eröffnet. Um 3 Uhr Nachmittags waren Sitzungen der Ausschüsse im ersten Stock der städti— schen Tonhalle. Die erste öffentliche Versammlung, die um 5 uyr Nachmittags in der ge—- räumigen Festhalle eröffnet wurde, brachte wieder über 10,000 Theilneh— smer zusammen, die während mehr— stündiger begeisterter Sitzung den Aus führungen berühmter Redner lausch—- ten. Die üblichen Grgebenheits-Adres sen an den Papst und den Kaiser und viele andere wurden verlesen und ab— gesandt, und dem Hl. Vater in beson derer Botschaft die Glückwünsche zum goldenen Jubiläum dargebracht. Eine Anzahl Glückwunschdepeschen wurden entgegengenommen und unter Bei— fallskundgebungen verlesen. Wie erwähnt, gab es außer den ge-- nannten viele Sonderveranstaltungen. So versammelten sich um halb 12 Uhr Morgens die Vertreter des Albertus- Magnus Vereins im Rittersaal der städtischen Tonhalle, und um dieselbe Stunde fand sich der Deutsche Lour—- desverein im St. Paulushause in der Luisenstraßze zur Versammlung ein. Um 2 Uhr Nachmittags war eine Sitzung des Central Vorstandes des Kreuzbündnifses für Deutschland und Oesterreich im letztgenannten Hause. Um 4 Uhr hielten ebenfalls im St. Paulushause die Vertreter des Kreuzbündnisses eine geschlossene Versammlung ab, die kurz vor ö Uhr zum Abschluß kam. Um 8 Uhr waren mehrere Ver— sammlungen, so: Eine Festversamm— lung des Kreuzbündnisses, Priester riteoe des Mäßtzigkeits bundes und der internationalen Ver— einigung gegen den Alkoholismus im St. Paulushaus; ein Festkommers des Verbandes der tatholtschen Stu—- dentenvereine Deutschland's (nicht farbentragende) im Kaisersaal der städtischen Tonhalle; ein Festkommers des Verbandes des wissenschaftlichen tatholischen Studentenvereines Unitas im Saale der Flora; eine Festver—- sammlung für Lehrer und Schul—- freunde, veranstaltet vom katholischen Lehrerverbande im Rittersaale der städtischen Tonhalle. Um halb 9 Uhr war Festabend, Gartenfest und Militärkonzert der Bürgergesellschaft in ihrem Gesell— schaftshaus, Schadowstraße 40, und eine Festversammlung der katholischen Jünglingsvereine in der Festhalle, während um 9 Uhr eine Festversamm— lung der katholischen Gesellenvereine im Saale des Gesellenhauses eröffnet wurde. Gestern, Sonntag war die Bethei ligung wohl größer als sie an irgend einem anderen Tage sein wird. Viele von den Gästen, die in Sonderzügen tamen, und die ohnehin geschäftige und verkehrsreiche Stadt in einen veritablen Bienenschwarm verwandel— ten, sind abgereist, doch verbleiben noch selbstverständlich Tausende von ettigiellen Vertretern und viele andere äste. Das Festblatt, wie es allsjährlich auf den General Versammlungen veröffentlicht wird, erscheint täglich 10 Mal und zwar am Samstag und Sonntag in 18,000, heute aber in 15,000 Exemplaren. Nheinland. Ein lustiger Studentenulk wurde dieser Tage in Bonn von einigen Mit gliedern des Korps „Saxonia“ voll— führt. Wie immer, wenn einer von ihnen in Köln glücklich durch's Refe— rendar Examen gekommen, holten sie auch diesmal den nicht „Gerassel ten“ feierlichst bei seiner Ankunft in Bonn vom Hauptbahnhof ab. Aber diesmal beanügte man sich nicht damit, den neugebackenen Referendar mit Würde in eine Droschke zu packen und ihn in lustiger Fahrt durch die Stra— ßen Bonn's dem Volke zu zeigen. Vielmehr hatte man sich zu dem Em— pfangsalte von einem hier gastieren den Cirkus einen mächtigen Elephan— ten gemiehtet, ihn mit einer blut— rothen, goldüberbordierten Reitdecke geschmückt, und den jungen Musen—- sohn, der eben die erste Stuse auf sei—- ner Laufbahn zum Justizminister er— klommen, slnas auf den Rücken des Rüsselthieres spediert. Ein kundiger Therbaner führte den Dickhäuter mit seinem ungewohnten Reiter geruh— samen Schrittes durch die Stadt; die fröhlichen Beüder folgten auf einem Leiterwagen mit der obligaten Musik—- lapelle hinterher. Da der also Ge—- ehrte auf dem Rüclen des Elephanten sich ebenso sicher fühlte, wie in dem eben bestandenen Examen, hatte er bei dem lustigen Straßenumzuge die Lacher auf seiner Seite. Westfalen. Schöne Farmen und Farmland zum Berkanf offerirt von HENRY GOENNER, Clear Lake, Ninn. 2 Das Land liegt in der Nähe von Clear Lake, einer blhenden Ortitdan an der Noxrthern Paeifice und Great Northern Bahn, Meilen von Minneappolis, 11 Meilen von St. Cloud. Es sind n dem Orte Geschäfte der verschiedenen Branchen vertreten und besindet sich daselbst auch eine d eutsche katholisehe MKirche mit residierendem Priester. Der Boden ist groößtentheils schwarzer sandiger Lehm, gente eben gelegen. Etwa zwei Drittet ist unter Kultur. befindet sich auf dem Lande etwas leichtes 2 Gutes Wafser ist in einer Tlefe bon 15 bis 20 Fußz. Mehrere Seen und Flüsse dieten gute G-- ieha ilzn und t-„ n wei ai Nortoner e Haupterzeugnisse sind: Korn, Hafer, Roggen en ee artofseln. Fü Gemüse bietet er tun besindliche Lan ealen Kegoen Bfuni Leler gur Biehzucht und Milcherei wird in ausgedehntem Maße betrieben und ist auch Schweine- und Schaszucht sehr gewinnbringend. Mit dem Anbau von Tabak wurde erfolgreich experimentirt, und wird in der kommenden Sai son ein ansehnliches Areal rersen twerden. Der Preis des Lande ü mäßtig, wenn die gute Lage, ausgezeichneten Märtte. e! en esbu la ilitüten eer rn e 2 2- vun andtrt Dorzuge und Bequem ichteiten in Betracht gezogen werden. Farmlan er Acre. ne Farm Gebdäuden von 830 bi der Acre. en mit guten Unzweiselhaft wird in neher tuntt der Preis des Landen in die Höhe gehen. Nachstehend einige der vielen Bargains: —240 Acre Farm, 2 Meilen von Clear Lake. Gutes, großes Wohnhaus, Stan No. 4. geschotz, fetnes Eichenwäldchen, schoöne See, gutes er LDeb Preis 882.50 uu rd -120 Aere, 7 Meilen von Clear Lake, 3 Meilen von Duelm, ganz ei aunt, No. 9. gutes Wiesenland, auf weiden 40 Tonnen üben n ent enoe nt tei ne Be- Land eignet sich vorzüglich für Viehzucht und Milchwirthschaft. Bargäinpreis d 14.00 per Acre. 202 baar; der Rest auf Zeit zu 4 Prozent Zinsen. 160 Aere Farm, 8 Meilen von Clear Lake, 24 Meilen von Duelm. Ziemli No. 17. Um dieselbe schnell zü verkäufen, offeriren wir diese Farm zu $17.00 per Acre. Wegen Nherem wende man sich an HAENRY GOENNER, Olear Lake, Minn. Bauland, sondern auch sonstige Er leichterungen. Württemberg. Aus Friedrichshafen am Boden—- see verlautet: Graf Zeppelin hat seine Pläne den reichen Mitteln, die ihm zur Verfügung gestellt sein werden, ange paßt. Er baut sein Unternehmen nun—- mehr auf breitester Grundlage auf. Vor Inangriffnahme des Baues neuer Luftschiffe werden die Anlagen und Werkstätten am Bodensee erweitert werden. Der westfälische Großindu strielle Cosmann wird die kaufmän nische Leitung übernehmen. Die Spende für die Unternehmungen des Grafen Zeppelin ist in enee Wachsen begriffen, wie auf allen Seiten mit größter Genugthuung her—- vorgehoben wird. Die Berliner Börse allein hat bis jetzt den nam haften Betrag von 142,000 Mark ge— sammelt. Die reinligen Mittel setzen den kühnen Luftschiffer erfreulicher weise in den Stand, längst gefaßte Pläne, deren Verwirkllichung bisher der Mangel an den nöthigen Fonds im Wege stand, zur Ausführung zu brin gen. Graf Zeppelin erwartet, in kürzester Frist in der Lage zu sein, das Material für den Bau neuer Luft schiffe in seinen eigenen Anlagen und Wertkstätten, welche bedeutend erwei— tert werden sollen, herstellen zu kön— nen. Er steht im Augenblick in Unter handlungen wegen Ankaufs eines gro- Ben Areals nahe der Eisenbahn, auf welchem Fabriken zur Lieferung von Wasserstoffgas, Aluminium und wahr— scheinlich auch Ballontuch errichtet werden sollen. 7d 2 e l tier ist odie Ursaqhe: Wir verkaufen die besten Arten Kohlen und Holz und rechnen einen gerechten Preis dafür. Dies ist die Ur sache, warum iwir gewachsen sind. Stdtisches Gewicht. Fengler Q Beurin, Kniest Str. und Garfield Ave. Der 0. K. Fleischladen, Debold Bros., Eigenthümer. Frisches und gesalzenes Fleisch. Würste aller Art. 20 Pfund Fleisch für SI.OO. Jowa Telephon 307. —Dubu que Telephon 200. 1214 Jowa- Strahe. Dubuque, Jowa. ROOSIER FLOUR ;ist das einzige in Dubuque fabri zirte Mehl. Dasselbe wirb von der bekannten Firma Hammeldæ& Hoenkor von dem allerbesten Dakota Früh— jahrs-Weizen hergestellt. Kauft „Rooster Flour“ und Ihr be tommt gutes Mehl und helst zugleich einem heimjschen Unternehmen. Wahrhaftig eine um ihre Existenz kämpfende Mission In der Diözese Northampton, Fakenham, Norfolẽ, England. Diese Mission des hl. Antonius von Padua mwurde von mir vor nahezu drei Jahren auf Besehl des verstorbenen Bischofs von Northampton gegründet. Ich hatte damals, wie auch bis heute, keine Kirche, keine Pfarrwohnung, teine Diö zesan-Bewilligung, tein gestiftetes Eiutkommen (nur nunge teine Ich bin immer noch gezwungen, die hl. Messe in einer ärmlichen Dachstube zu lesen, und auch dort den sakrameutalen Segen zu ertheilen. Dieses ist der einzige Vor posten des Katholiziomus in einem 30 bei 20 Meilen großen Theil von Norfolt County. wöchentlichen Opfergaben der Gemeinde sind natürlich sehr gering. Wir müssen vorläusig auswärtige Hülfe erhalten oder deu Kampf aufgeben. Die Freigebigkeit des katholischen Volkes hat es uns ermöglicht, eine schöne Baustelle für Kirche und Psarrwohnung zu erwerben. Wir haben etwas Geld für Bauzwecke, aber unser Bischof erlaubt uns nicht, uns Schulden aufzuladen. Ich bin denjenigen, die uns geholsen haben, sehr dankbar und hofse, daß sie uns auch in Zukunft unterstützen werden. Denjenigen, die uns noch nicht geholsen haben, möchte ich zurufen: Um der guten Sache willen, gebet etwas, wenn auch nur eine Kleinigteit. Es ist leichter und an genehmer zu geven als zu betteln. Helfet die frohe Stunde zu beschleunigen, da ich nicht mehr gezwungen sein werde, sür ein dauerndes Heim für das hhi. Altarssatrament zu betteln. Mau abresire: REV. FATHER H. W. CRAY, Catholie Mission, Fakenham, Norfolk, England. P. S.—lch werde den Empfang von selbst der geringsten Gabe dankbar und prompt bestätigen und mit der Empfangsbestätignng ein schönes Bild des hlst. Herzens und des hl. Antonius senden. (Abschrist des Briefes des hochw'sten Bischofs.) Mein lieber Vater Gray:—lch war erfreut, nachdem ich die Corresoondenz zwischen Ihnen und dem verstorbenen VBischö durchelesen hatte, zu inden, daß Ste von Anfang bis zu Ende nach seiner Beoollmachtigung und mit seiner Gutheißung gehande!t haben. Sie haben in gehortger Peiß Rech unng über die Amosen, die e sammelten, abgetent und die Getder im Namen ber Dihzesen-Vevoll mächtigten sicher angelegt. Ihre Bemühnngeñ haen viel dazu beigetragen, was nothwendig war. um eine dauernde Mission in Fateuham zu gründen. dcte mctt ere ht ebde e Einen õ. W. Reating, vischof von Northamptou. Gilrain's 3 nhren-Hospital. Wir schenken der Reparatur von Wand- u. Taschenuhren besondere Aufmerksamkeit. 3; Falls wir Ihre Arbeiten nicht 5 besorgen, verlieren wir belde Geld. 926 Main Str. DVBVQUE. .BAnzüge..

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Franziskus steht, umschließt folgende Kurse: Der Glementar:Kürsus, welcher eine gründliche Erziehung in den niederen Fächern bietet. Der Atkademische:Kursus umfaßt vier Jahre, welche den Fächern der Hochschule gewidmet sind. Der Commercial-Kursus besteht aus Buchführung und Stenographie. Der Normal·Kursus, in welchem jungen Damen Gelegenheit dargeboten wird, sich zu Lehrerinnen heranzubilden, und das Lehrer-Examen zu bestehen. Die Fächer der Musik und der schönen Künste werden besonders gepflegt. Da dieses eine deutsche Anstalt ist, so wird der deutschen Sprache besondere Auf mertsamteit gewidmet. Das neue Schuljahr beginnt am 7. September. Anmeldungen sollen, wo möglich, vor dem 1. September gemacht werden. Für nähere Auskunft wende man sich an Direciress of the Immaculate Conception Academy, 17th and lowa Streets, DUBUQUE, IOOWA. e n n Academy of tho Visjtation, DUBUQUE, lIOOWA. Eine Boarding Schule für junge Damen und kleine Mädchen. Der Lehrplan umfaßt: Vorbereitungs-, Akademische, Handels- und Normal—- Kurse, Haus-Wissenschaft, Haus-Kunstsertigkeit. Musik, Künste und Glocution. Für nähere Auskunft schreibe man an: bireetress of the leademy os the lisitation, Duhuque, lowa. 12 2 Sinsinawa, Wisconsin. Geleitet von den Schwestern des Dominikaner-Ordens. Die Anstalt liegt etwa fünf Meilen von Dubuque und hat herrliche Anlagen, die viele Acker umfassen. Diese Anstalt bietet Untervicht in den folgenden Abtheilungen: Das Collegium hat Studienkurse, welche je vier Jahre umfassen und zu dem Grade nachelor of Arts sühren. Die Atademie bietet Kurse von je vier Jahren als Vorbereitung auf das Collegium, sowie besondere titerarische Kurse als Ergänzung der Studien in Must u. Kunn. Die Vorbereitunas:Schule gibt eine vollständige Ausbildung in den Grammar Grades. Die Abthetlung für Musit, Kunst und dramatische Schulung. Die Handels·Abiheilung gibt einen gründlichen Kursus im Buchführen, Maschinen schreiben (ypo writing), Stenogräphle und Commorcial Law. Bei Anfragen wegen Katalog oder sonstiger Insormation adressire man DIREOTRESS, St. Clara College. JOHN ERNSDORFF IRON CO. Vorräthen für Schmiede nnd Wagenmacher. Ecke der Süd Main- und Jones-Straße, Dubuque, Jowa Absolut reine Milch Händler in guxeinburger Gazedte, Dienstag, den 25 Unsere „Rückständigkeil“. Katholiken der Vereinigten Staaten dauernd zu machen droht, ist vor Allem auch der Mangel an Zusammen— gehörigteitsdetfühl und praktischer Bethätigung dieses „esprit de corps“. Unsere Mitbürger, die sich zu einer anderen Weltanschau— ung betennen, sind darin ganz an— ders als wir. Man braucht nur in das politische Treiben hineinzu— schauen. Der Candidat, der sich in der Loge hervorthut, kann sich darauf verlassen, daß er von seinen Logen— brüdern unterstützt wird. Die wis— sen, daß sie Leute an verantwortlichen Stellen brauchen, wenn sie Einfluß auf das öffentliche Leben gewinnen wollen. Wir aber sind oft allzu kleinlich. Wir befürchten immer gleich, es könnte einem der Unseren gar zu wohl werden, wenn er 'mal eine Sprosse höher gestiegen ist, und flugs muß er wieder herunter von der Leiter, die ihn zu Ansehen und Würden bringen könnte. Wenn mich meine Beobachtung nicht trügt, sind wir Deutsche in diesem Punkte schlimmer als unsere irischen Glaubensgenossen. Es steckt da einer unserer schlimmsten nationa len Erbfehler dahinter, vielleicht auch ein Stückchen Reaktion gegen den Kastengeist im alten Vaterlande. Man kann es bis in unsere Ver— eine hinein beobachten, wie der Widerspruch und der Neid sich regt, wenn Einer sich herausnimmt, Ideen zu entwickeln, an die Gevatter Michel und Gevatter Kunz nicht gedacht hat. Da aber ist's mit der Entfaltung der Individualität, mit der Heranbildung von Führern im Vereinswesen bald. aus und vorbei, und Alles geht seinen alten Gang nach dem Tempo des Krähwinkler Landstur— mes, und von einer kraftvollen Thätig keit nach außen hin kann keine Rede sein. Denn im Großen und im Klei— nen hängt eben die Erreichung vor— gestecktter Ziele davon ab, daß Ver— eine und Organisationen, selbstver—- ständlich ohne willenlose Werkzeuge zu sein, der Führung ein— zelner, als zuverlässig erprobter Männer sich anvertrauen. Ein Blick auf das politische Gebiet wird uns das bestätigen. Gehen wir gar auch in diesem Punkte bei den Katho— liten Deutschland's in die Lehre, dann haben wir den glänzend— sten Beweis für das Gesagte. Ebenso, wenn nicht noch mehr ver—- hängnißvoll als der Neid und die Mißgunst und die Scheelsucht ist die Menschenfurcht bei vielen Ka— tholiken. Es hängt das zum Theil mit dem Mangel an Zusammengehö—- rigkeitsgefühl zusammen. Wie oft schon hörte ich katholische Geschäfts—- leute tlagen: „Ja, wenn ich mich auf meine Glaubensgenossen verlassen müßte, wär's schlimm um mich bestellt!“ So gehen sie denn hin und fraternisieren mit den Logen. Treten sie ihnen vielleicht auch nicht direkt bei, so bekunden sie ihnen doch bei jeder Gelegenheit ihre Sympa— thie. Man kann das jahraus, jahr— ein bei Logenfestlichkeiten beobachten. Wie mancher katholische Geschäfts—- mann dekoriert der Loge zu Lieb sein Lokal von oben bis unten, und kommt einmal eine katholische Veran—- stoltung, dann wagt er kaum ein Fähnchen herauszuhängen. Und da es, abgesehen von Wirthen, Logen—- brüdern und Freigeistern nicht ein— fällt, katholischen Veranstaltungen wegen zu dekorieren, geschieht es häufig genug, daß unsere Ver— anstaltungen hinter denen unserer Gegner zurückbleiben und der Eindruck erweckt wird, als könnten wir uns mit diesen an Stärke und Einfluß über— haupt nicht messen. Dabei ist das Verhältniß, wenigstens was die num— merische Stärke anbelangt, meistens umgekehrt. Ja, wenn wir in diesen Dingen nur etwas mehr Korps— geist an den Tag legen, unsere Glaubensgenossen geschäftlich unter— stützen, in allem unentwegt und treu zusammenhalten wollten, dann wäre gar vielen jeglicher Vor— wand für zaghafte Bekenntniß- und Menschenfurcht genommen, und wir könnten viel selbstbewußter auftreten,. um unsere Rechte zu erringen und die Stelle einzunehmen, die wir zu beanspruchen berechtigt sind. Hier sei auch eines Mißstandes ge— dacht, dem wir entgegenarbeiten soll— ten. Allzu häufig wird unsere Mildthätigkeit in Anspruch genommen, wo wir eine Gegenlei— stung nicht erwarten können. Ich will dafür nur ein Beispiel anführen. In St. Paul wurde in den letzten Jahren ein palastartiges Vereins— haus für die .Honung Men's Christian Association aufgeführt. Der genannte Verband hat, wie Jedermann bekannt sein dürfte, sektiererischen Charakter; die Katholiten werden darin als min— derwerthige Mitglieder behan— delt. Trotzdem laufen ihm Tausende unserer katholischen jungen Männer zu, und Gott allein weiß. wie viele in den Vereinshäusern der M. C. A.“ dem Glauben ihrer Väter ent— fremdet werden. Für das St. Paul'er Vereinshaus wurden von der gesammten Bürgerschaft Beiträge gesammelt, und nicht wenige Katho— liken, selbst solche insehr hoher Stellung leisteten eine sehr beträcht—- liche Beistener. Und dabei gibt es in St. Paul nicht einen ein— aigen Sammelpuntkt für die katholische Zugen d. der auch nur entfernt Das bie— ten könnte, was das mit einem Kostenaufwand von fast einer halben Million hergestellte Vereinshaus der „V. M. C. A.“ wird bieten können. Ich meine, in solchen Dingen und sin einem für uns so gefahr lich en Unternehmen erst recht! sollten wir Katholiken uns das Sprüchwort vor Augen halten: „Charity begins at home.“ Oder wird man uns den Vorwurf der Intoleranz machen kön— snen, weil wir Leuten mit ganz ent— sgegengesetzter Weltanschauung nicht sdie Verschanzungen errichten helfen, von denen aus sie unsere Welt— anschauung bekämpfen?!! Zwingbur— gen, von denen am Ende der Dinge der Kampf ausgehen wird zur Ent— rechtung der Katholiten?! Solcher Fälle aber gibt es gar manche, (wobei wir ja gerne manche Zugeständnisse an die Bevölkerung von ländlichen Distrikten machen, wo es sich zumeist um gegenseitige Lei— stungen handelt). Man trägt kein Bedenken, die Katholikten zur Mit— hilfe heranzuziehen, bedenkt aber nicht, daß man es sich selbst nicht im Traume einfallen ließe, ähnliche An— sprüche der Katholitken zu befriedigen. Die stehen in ihren Unternehmungen und Bestrebungen stets allein. Ich meine, etwas mehr Selbstbe— wußtsein wäre in solchen Dingen durchaus angebracht. Man braucht ja nicht unhöflich zu werden, aber erwi— dert man auf Brandschatzungsversuche ganz freundlich: „Mein lieber Herr, gnädige Frau, mehr oder minder schönes Fräulein, wir haben in unse— ren eigenen Kreisen für so viele Be— dürfnisse Sorge zu tragen, wir haben diesen und jenen wohlthätigen Verein, dieses und jenes Wohlthätigkeitsunter nehmen, daß es mir leider unmöglich ist, an die Unterstützung von fremden Projekten zu denken“ ich meine, die Stichhaltigkeit einer solchen Ent— schuldigung müßte dem Bittsteller einleuchten. Würden wir all' die Gelder und alle Energie, die wir gar oft Bestrebungen einer uns frem— den Lebens- und Weltanschauung, der Förderung und Festigung der „Superiorität“ der Andern zukommen lassen, für unsere eigene Sache aufwenden, dann ließe sich manches thun zur Beseitigung unserer „Rück— ständigkeit“. Ich bin darauf gefaßt, daß man diesem Gedanken mit dem Einwurf begegnen wird: „JFa, wir Katholiten können uns doch nicht ab— schließen, wir können doch keine chinesische Mauer um uns errichten!“ Selbstverständlich können wir das nicht, und das wollen wir auch nicht. Aber wir, die wir im Besitze einer so gesunden, auf ewigen, unvergäng— lichen Wahrheiten begründeten Welt— anschauung sind, haben es doch wahrlich nicht nöthig, vor allen Tagesgötzen im Staube zu kriechen und ihnen Tempel errichten zu helfen! „Wir wollen nicht zurück stehen, wo es sich um Dinge handelt, die Alle angeht ohne Unterschied der religiösen Richtung, wo gerade wir Katholiken einen Fehler begehen wür— den, wollten wir das Feld Anderen unbestritten überlassen: Wissenschaft, Kunst; wir wollen uns auch nicht absondern. wo es sich um die Förde— rung des Gemeinwohls handelt. In solchen und ähnlichen Fragen wollen wir unseren Platz neben unseren Mitbürgern anderer Richtung ein— nehmen. Wo es sich aber um Son— derbestrebungen, besonders um solche sektiererischen Charakters unter irgend einem Deckmäntelchen handelt, da sollen und müssen wir abseits stehen und, statt hier durch Förderung fremder Ziele un— sere Kräfte zu zersplittern und zu schwächen, unsere gesammelten und gesammten Kräfte auf die uns zunächst zugewiesenen Aufgaben richten. Thun wir das, dann haben wahr— lich jene, die als Sektierer oder als Logenmitglieder das öffentliche Leben zu monopolisieren suchen und uns Katholiken nur dann aufsuchen, wenn sie uns brauchen, keine Ursache, uns Unduldsamkeit vorzuwerfen, und von einer Sonder— stellung der Katholiken tann auch nicht die Rede sein. Nennt man ein solches Verhalten bei uns Sonder— stellung, als was müssen wir es dann bezeichnen, wenn das Logenthum und das Freidenkerthum unter Aus— schaltung des christus-gläubigen Thei— les der Bevölkerung, vor Allem der Katholiken, das öffentliche Leben zu beherrschen trachten? Da wollen wir uns am Ende denn doch lieber eine Sonderstellung nach unserem Ge— schmack wählen, als uns eine Sonder— stellung nach dem Geschmack unserer Gegner anweisen zu lassen! Ich wollte heute auch noch spre— schen von der Pfennigfuchse— rei vieler Katholiken, besonders un— ter Vereinsmännern, und dann von dem Opfersinn, den es erfor— dert, wollen wir uns aus unserer jetzigen Stellung einigermaßen her— ausarbeiten. Ich erspare mir das sfür das nächste Mal, bei der Be— sprechung des zweiten Theils des Be— srichts über die Förderung des Laienstudiums, der kürzlich von dem auf der jüngsten Tagung des Centralvereins zu Dubuque ernann— „ten Ausschusse veröffentlicht wurde. 7—— Briese treffen ein jeden Tag von Leuten, die es satt hatten, Doktor— Rechnungen zu bezahlen und die Ge— sundheit und Glückseliglkeit durch den Gebrauch von Forni's Alpenkräuter—- Blutbeleber gesunden haben. Dieses Heilmittel wird nicht in Apotheken ver— kauft, sondern direkt an die Leute durch die Eigenthümer, Dr. Peter Fahrney Sons Co., 112—118 So. Hoyne Ave., Chicago, dll. August 1908. Eindringen des Sozialismus in die Gewerbschaften. „Die amerilanischen Gewerbschaf ten haben seit einigen Fahren die Vahn der „political action“ betreten. d. h. sie suchen als solche Einfluß auf die Politit zu gewinnen“, schreibt Prof. Sombart über den Sozialismus. Das ist eine abschüssige Bahn, schreibt der „Buffalo Volksfreund“, indem er weiter erktlärt: Hat erst einmal eine Gewerkschafts— Bewegung den Gedanken gefaßt: sie müsse auch in der Politik spezifische Arbeiter Interessen vertreten, so ist damit der Keim zum Klassrenbewußt—- sein, zum Klassenkampfe gelegt. Bald folgt die Einsicht, daß die spezifischen Arbeiter-Interessen doch nur ven einer selbstständigen Arbeiterpartei vertre— ten werden können. Und ist erst ein—- mal eine selbstständige Arbeiterpartei begründet, so ist auch das sozialdemo kratische Programm nicht fern: siehe wiederum England.“ Klarer als im »Zdahre 1905, Prof. Sombart, können wir nun erkennen, schreibt anknüpfend hieran in diesem Sinne die „Amerila“, daß die Ent— wicklung der Arbeiter Bewegung un— seres Landes sich wirklich auf der von dem deutschen Gelehrten vorgezeigten Bahn beweqgt vielleicht mit dem Unter— schiede, daß die organisierten Arbeiter unseres Landes nicht erst auf die Letzt durch eine Arbeiterpartei zum Sozia— lismus gelangen, sondern die Gewerk—- schaften direkt der sozialdemokratischen Partei in die Arme führen werden. Dafür sprechen manche Anzeichen, lesen wir doch immer häufiger, daß größere aus Arbeitern bestehende Körperschaften, die der A. F. of L. an—- gehören, mit bedeutender Stimmen— mehrheit beschlossen haben, die sozial— demokratische Partei in der Politit zu unterstützen. Die Presse der Bour—- geoisie, die kein höheres Prinzip kennt als das des Hofbräuhaus-Stamm— gastes: Wenn i' nur mei Ruh' hob! regt sich darüber ja einstweilen noch nicht auf. Aus den Blättern dieser Richtung erfährt kein Mensch, daß die Gewerkschaften mehr und mehr sich dem Sozialismus zu ergeben scheinen, desto sorgfältiger notiert die Presse der Genossen die Einnahme jeder neuen Schanze. Und es scheint wenn sie sich nicht einer großen Uebertreibung schul— dig macht, unzwreifelhaft, daß im Laufe der letzten Monate eine be—- trächtliche Anzahl von Arbeitergewerk— schaften sich verpflichtet hat, der sozial demokratischen Partei Heeresfolge zu leisten. Das Neue Leben ein in Chicago in deutscher Sprache erscheinendes Wochenblatt, das gerade in letzter Zeit seine Seitenzahl von 9 auf 16 erhöht hat weiß z. B. zu berichten, daß die Labor-Union in Toledo, Ohio, jüngst durch eine Urabstimmung beschlossen shabe, sich an der Politik zu betheiligen, „Sie ergriff nun, so berichtet das ge—- nannte sozialdemokratische Blatt, „die Initiative, um einen allgemeinen Ar— beiter Congreß Toledd's einzuberu— fen, an dem sich dann auch 91 Gewerk— schaften mit zusammen 8,000 Mitglie—- dern betheiligten.“ Dieser Congreß habe in sehr entschiedener Weise gegen die Bettelpolitik der A. F· of L. Stel—- lung genommen und beschlossen, das Staatsticket der Socialist Party zu junterstützen. Daß die Delegaten da mit den Willen ihrer Wähler ausführ— sten, gehe, fährt das genannte Blatt weiter aus, hervor aus dem Ergebniß leiner vom Aktions-Comite unter den Gewerkschafts-Mitgliedern vorgenom— menen Urabstimmung. Diese hatte namlich folgendes Ergebniß: Mit 589 gegen 563 Stimmen wurde zuerst die Frage verworfen: „Soll dieser Arbei— ter-Congreß eine Arbeiterpartei bilden zu dem einzigen Zweck der Erwählung einer Staats-Legislatur?“ Wäh— rend die Fraae des Referendums: „Soll dieser Arbeiter-Congreß das Staats-Legislatur Ticket der Soeialist lParty unterstützen mit 1,078 gegen 310 Stimmen bejaht wurde! so daß Neues Leben die Ansicht aus— sspricht: „Das ist eine deutliche Sprache, die unsere Partei in Ohio zu lden besten Aussichten berechtigt.“ Was in Toledo der Arbeitercongreß sgethan dazu haben sich in anderen Städten einzelne Gewerkschaften ent— schlossen. So in Chicago die Painters Union No. 194, die in einer längeren, bemertkenswerthen Prinzipienerklärung den Beschluß ertlärte, die sozialistische Partei zu unterstüten. Nachdem die Nothwendigkeit dargethan, mit beiden salten Parteien zu hrechen und das Feld der Politit selbstständig zu be streten, heißt es des weiteren: „Jln Ermwägung, daß wir die sozia—- listische Partei, deren Platform und Prinzipien Ertlärung, deren inter—- nationale Organisation, deren Presse und wissenschaftliche Literatur aus— sschließlich den Interessen der Arbeiter— tlasse gewidmet sind, als die einzige Partei anerkennen, welche der Unter— sstützung der Arbeiter würdig ist, sei es Beschlossen von der Local-Union 194 of P. O. D. P. of A.. daß wir uns verpflichten unsere Unterstützung den Prinzipien und der Platform der sozialistischen Partei zu gewähren und alle ehrenhasfte Miltel zur Erweiterung des Erfolges dieser Partei anwenden werden.“ Wenn es wahr ist, was „Neues Leben“ seiner Zeit versicherte, daß es sich in diesem Falle um die größte Faintere Union des Landes handelt, sdann wird man gut thun, auch in an— sdern. als sozialistischen Kreisen den Beschlußk dieser Gewerkschaft nicht zu unterschätzen, insbesondere da sie, wie gesagt, damit keineswegs alleine da— ssteht. Deuten doch viele Dinge dar— auf hin, daß der Sozialismus in un— sserem Lande sich in aufsteigender Linie bewegt. „Buffalo Volks— freund“. Gesinnung ist für Manche en- Burg, für die Meisten jedoch nur ein- Herberge. 4

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Vier Blumen. Ein lieblich Sträuckchen schenk' ich dir: Es sind der Blumen ihrer vier. Was jsie dir sagen: dentk daran Auf deiner ganzen Lebensbahn! An Demuth sei dem Veilchen gleich! Dann ist dein Leben tugendreich. Dein Herz sei wie die Lilie rein! Dann mwirst du immer glücklich sein. In Noth zu dir gar tröstlich spricht: „Vertrau' auf Gott!“ Vergißmein—- nicht. 7 Zuletzt das traute Röslein roth Mahnt: „Liebe Gott bis in den Tod!“ Weie Cngelchen seinen Spielkameraden wieder fand. (Eine kleine Geschichte von J. A.) Auf einer der großen, schönen Him— melswiesen ging es recht fröhlich her. Da spielten die kleinsten Engelchen miteinander. Die waren es. welche noch gar nicht recht fliegen konnten, denn ihre Flügelchen waren noch so winzig tklein. So froh sie alle waren, blieben sie doch artig, sonst wären es keine Engelskinder gewesen. Nur eines entwich den andern und versteckte sich hinter einem schönen Strauch, der aus dem Garten Eden hierher ver— pflanzt worden war. Es war wirk— lich betrübter, als im Himmel eigent— lich zulässig ist, und das lam daher, daß das eine Engelchen, mit dem es sonst besonders gute Freundschaft hielt und immer gespielt hatte, seit einiger Zeit verschwunden und nimmer zu finden war. So kroch es denn wieder aus sei— nem Versteck hervor und ging auf Entdeclungsreisen aus. Vielleicht fand es seinen Spielgefährten doch wieder! Es kam auch bis in die Nähe des Himmelsthores. Dort durften sich die Kleinen eigentlich nicht auf— halten. Unser Engelchen kam nun so be— scheiden daher und brachte ein solch' schönes Sträußchen Himmelsblumen von seiner Wiese mit, daß Petrus es nicht fortjagen konnte, als es ihm die Blümchen in die Hand gab. Es ent— stand nach und nach ein richtiges Freundschaftsverhältniß zwischen dem großen, silberhaarigen Manne und dem niedlichen, goldgelockten Dingel— chen. Dieses klagte ihm auch seine Noth und meinte, hier hätte es sicher seinen Spielgefährten wieder zu fin— den gehofft. Da schüttelte der Apostel sein Haupt und sagte: „Vielleicht ist das andere gar nicht mehr im Himmel. Viel leicht auf der Erde, einem Menschen— paare zur Pflege gegeben, daß sie es zu einem guten Menschen erziehen.“ Nun ruhte unser Engelein nicht eher, als bis es mehr erfuhr, und als es nun gar hörte, daß Petrus in. seiner Halle ein Fenster habe, aus dem man geradenwegs auf die Erde niederschauen konnte, schmeichelte und bat es so lange, bis es ihm geoffnet wurde. Manche liebe Stunde schaute nun das Engelsköpfchen auf die Erde herab. Es sah viel Schönes und Herrliches, aber es vergaß doch nicht. immer wieder nach seinem Spielgefährten zu suchen. Und einmal schrie es hell auf und ergriff den Arm seines Freundes, und ganz gegen alle gute Erziehung zeigte es mit der andern Hand auf die Erde hinab und rief: „Da, da ist es!“ Als Petrus genauer hinsah, schaute er in einen kleinen Garten. und in dem saß eine junge schöne Frau, und neben ihr stand ein hochgewachsener Mann und die beiden neigten sich über einen Kinderwagen, aus dem verwun— dert eine kleine Menschenknospe mit großen schwarzen Augen in die Welt hineinblickte. „Da ist es!“ rief das Engelchen noch einmal. „O, bitte, laß mich zu ihm hinunter!“ „Du bist doch ein rechtes Dum— merchen“, brummte Petrus lächelnd, „deine Flügel sind ja wohl schon ein Stückchen gewachsen, aber zum Fluge auf die Erde langt ihre Kraft doch nicht zu.“ Da wurde das kleine Engelchen noch viel trauriger. Nach langem Sinnen faßte es Muth. und als der Engel Gabriel wieder einmal vorüber— kam, erzählte es ihm llopfenden Herzens, daß und warum es gern recht große Flügel haben müöchte. Als nun der große Engel dem klei— nen in sein trauriges Gesichtchen schaute, erfaßte ihn das Mitleid und er sprach: „Kleines, du sollst ein Paar schöne, große Flügel haben und dann und wann auf die Erde hinabfliegen und mit dem Menschenkindlein spielen dürfen.“ So wurde es denn auch. Für die Eltern natürlich unsichtbrr, vom Kinde aber abgesehen, spielte das Engelchen oftmals mit diesem. und die Mutter saate dann zu ihrem Manne: „Sieh', Schatz, wie unser liebes Töchterchen lächelt.“ Je öfter aber das Engelchen zur Erde herabkam, um so mehr ver— schwand aus seinen Augen das freu— dige Glänzen, wenn es wieder in den Himmel zurückkehrte, und Petrus hatte schon Sorge, es hätte sich eine Kinderkrantheit geholt, was doch gar nicht möglich war. Als es gar nicht besser werden wollte, machte er den Engel Gabriel darauf aufmerksam, und dieser nohm daraufhin das rleine Engelchen auf den Arm und fragte nach seinem Kummer. „0-, klagte es. „die Mutter herzt“t immer ihr Kind und liebkost es und tüßt es, und ich muß immer dabei sterzen und habe es nicht so gutl“ „Möceltest du denn so gern, daß dich: die Mutter auch sieht und lieb hat?““ —O. we gern!“ „Dann mutt du aber deine Flügek“ kergeben und auch ein Mensch: ntind werden und d-rfst lange. lange nicht zu uns zurüctk ehren!“ „Ach, wenn ich es nur so gut hitte. wie das Mägdlein da unten auf der Erde!“ 2 „Nun, ich will sehen, was ich für; dih thun kann.“ Damit schwebte Gabriel, das tleine Engelchen in ban ger und doch freud ger Erwartung zua rücklasiend, we ter. Nach einizen Tagen ließ er sich wieder seten, und“ schnell eilte ihm sein Schütrling ent-2 gegen: „Darf ich? Dari ich?“ 7 „Ja, mein Engelchen, du darfst.“ So kam es denn. daß unser Marie chen ein Brüderchen erhielt. Die; Mutter ist heute noch überzeugt, daß sie bride früher tleine Engelchen waren, man merkt es ihnen aber lei der nicht immer an. X* Menschen ehne Herz. Es war e:nmal ein Holzschläger, der sehr arm und dabei doch immer froh sund heiter war. Jeder hatte ihn lieb, sogar die Vöglein im Walde setzten sich“ auf seinen Fuß, wenn er sein Vesper brod aß, und warteten auf die Brocken,; die er ihnen zuwarf. Bei der Arbeit: sang und jubelte er, daß es eine Freude war. Da sah er eines Tages vor sich ein graues Männlein stehen, das winkte ihm mit stummer Geberde, und er: folgte willig nach; denn er dachte, es tönne Jemand im Walde der Hilfe be dürfen. Da schlug das Männlein“ plötzlich an eine Felswand; die that sich auf, und beide gelangten durch“ einen finsteren Gang in eine prächtig schimmernde Höhle. an deren Wände“ ringsum große Kisten voll Gold und Edelsteinen standen. In der Mitte, war ein großer Schrank aus Gold und Krystall, darin war ein Pochen und Schlagen wie bon bielen, vielen Uhren; aber wie der Holzschläger hin sah, waren keine Uhren darin. sondern lauter rothe, zitternde Menschen- herzen. Da sprach das graue Männlein: „Ich möchte Dein Herz kaufen; ich gebe Dir dafür Gold, soviel Du tragen kannit.“ Der Holzschläger sah das Gold, und. es funkelte vor seinen Augen; er— konnte mit einem Male ein reicher Mann werden und hatte nichts dafür— zu geben als sein Herz. „Wie kann ich aber leben ohne Herz?“ fragte der Holzschläger. i Da lächelte das graue Männchen? ganz eigenthümlich und sprach: „Sieh“ Dir die Namen an, die über jedem“ Herzen geschrieben stehen! Es sind die Namen Jener, denen die Dinger ge-* hören. Sie Alle leben ohne ihr Herz besser- als früher und sind gar reiche, wohlhäbige Leute, denen gar nichts zu“ wünschen übrig bleibt.“ 2 Da las nun der Holzschläger die Namen der reichsten Leute im ganzen“ Lande, und nun wußte et, daß man auch ohne Herz recht gut leben kann. Er gab dem Männlein schweigend die Hand, der Handel war geschlossen. Das Männchen zog ein Fläschchen her- vor, ließ ihn daran riechen, und als er aus dem Schlummer, in welchen er so 2 fort verfiel, erwachte, war es kalt und“ still in seiner Brust. und in dem kry-“ sstallenen Kasten pochte und zitterte das kleine Ding, das er in seinem Leben“ noch nie gesehen hatte. Er sackte sich alle Taschen, seinen Hut und seine großen Stiefel voll Gold; dann ging er fort, und hinter. ihm schloß sich der Felsen so rasch zue sammen, daß er, hätte er umtkehren wollen, auch nicht die kleinste Ritze ge funden hätte. Im Walde sangen die Vögel wie. sonst, aber er freute sich nicht darüber. Er sang und lochte nicht mehr, und als 7 er unter die Menschen kam, wichen ihm Alle aus. denn ein dunkler Schatten lag auf seiner Stirne. Er wurde ein. reicher Mann, aber er hatte keine Freude an seinem Gelde, keine Freude. an den Menschen, keine Freude an sich. selbst. Sein Leben war kalt und leer, und wie ein trüber Schatten schlich er umher und hätte gerne all' sein Gold und Alles, wos er besaß. hingegeben.. hätte er damit sein Herz wieder zurück-, taufen und als armer Holzschläger 3 fortführen tünnen. Fhr seht daraus, liebe Kinder. was gemeint ist, wenn man saant: Dieser Mensch hat tein Herz. dhr versteht. aber auch, wos das heißt: Dieser oder; jener hat ein gutes, ein fröh liches Herz. Engen Vrrhältnissen entf ieh, 2 Willst Du im Leben etvas erreichenl Große Fische lrben nie In kleinen Teichen., Klug gzu reden ist oft schwer. Klug zu schweigen meist noch mehr.

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Ein ehrendes Zeugniß für die katho— lische Kirche. In den „Stimmen aus Maria—- Läch“ lesen wir folgendes ehrenvolle Zeugniß eines Andersgläubigen über die tatholische Kirche: In einer Artitelreihe der „Contem— porary Review“ (Februar bis Zuni 1885) betitelt: Catholicism and Apo—- logetics, untergieht der schottische Ag—- nostiker Professor Fairbairn die Schriften der großen katholischen Apo—- logetiker Dr. Ward, Lilly und New— man einer eingehenden Kritik. Die— selbe läuft in scharfe Polemik und eine wenig noble Verdächtigung der reli— giösen Ueberzeugungen Newman's aus. Um so beachtenswerther ist der Tri— but der Bewunderung, den Fairbairn in diesem Zusammenhange der katho— lischen Kirche zollt. Die Stelle, die in ihrer glanzvollen Fassung und ihren weitgehenden Zugeständnissen würdig neben dem berühmten und oft zitierten Worte Macaulays steht verdient es gewiß, dem Staube der Vergessen—- heit entrissen zu werden. „Wenn dar Vorzug“, so schreibt Fairbairn, „gleichzeitig die stäteste ünd ausgebreitetste, die schmiegsanmste und unbeugsamste kirchliche Organisa tion zu sein, genügte, um eine Kirche als die vollkommenste Verkörperung und Trägerin der Religion zu legiti— mieren, dann ist es unmöglich, die An sprüche des Katholizismus zu bestrei ten. Der Mann auf der Suche nach einer autoritativen Kirche kann nicht lange schwanken. Nimmt er einmal an, daß eine sichtbare und hörbare Autorität zum Wesen der Religion ge hört, so bleibt ihm keine Wahl: er muß katholisch werden oder doch inner— lich sich zur Kirche rechnen. „Die römische Kirche nimmt seinen Verstand mit unbesieglicher Logit ge fangen und umfängt gleichzeitig seine Einbildungskraft mit unwidersteh lichem Zauber. „Mit großem Stolze sprechen ihre Söhne zu ihm: Sie allein ist katholisch, ist apostolisch (continuous), ist ehr— würdig, erhaben, sie allein ist die Kirche, die Christus gegründet, die seine Apostel aufgebaut und einge— richtet haben. Sie besitzt alle Attri— bute und Merkmale der Allgemeinheit, eine lückenlose apostolische Hirtenfolge, rine ununterbrochene Ueberlieferung, ein unfehlbares Lehramt, Einheit, Heiligleit, Wahrheit, ein unverletz ches Priesterthum, ein heiliges Opfer, gnadenwirkende Sakramente. „Die protestantischen Kirchen sind erst von gestern, ohne Autorität, ohne Wahrheit, ohne ein geistliches Mittler amt, das allein den Menschen mit Gott versöhnen kann; sie sind nichts als ein Schwarm sich bekämpfender Sekten, deren confuses Stimmengewirr laut ihre eigene Unzulänglichkeit verkündet, deren hilflose Schwäche die Sünde des Schismas schon allein dadurch fast wie der gut macht, daß sie die Macht, Majestät und Einheit Rom's um so glänzender hervortreten läßt. „Im vollsten Gegensatz zu ihnen, steht die römische Kirche da, wo ihr Meister sie hingesetzt, auf dem Felsen, ausgestattet mit allen Vor— rxechten und Machtbefugnissen, die er ihr gab, und unbesieglich trotzend den Pforten der Hölle. „Uebernatürliche Gnadengaben sind ihr als Mitgift geworden, und das Wunder; das Wunder, das über ihre Wiege wachte, das sie begleitete auf allen khren Wegen durch die Jahrhun— derte, und das auch heute noch nicht von ihr gewichen ist. „Sie ist nicht wie der Protestantis— mus: eine Conzession an den Geist der Verneinung, ein unheiliger Compro— miß mit der naturalistischen Weltanf fassung. „Alles an ihr ist positiv und über— natürlich (transzendent)h. Sie steht da als die Trägerin göstt— licher Wahrheit, als Vermitt— lexrin einer göttlichen Ordnung, deren übernatürlichen Charakter sie dem Natürlichen g-genüber fest und uner— schrocken aufrecht hält. „Auch die Heiligen, ihr gehören sie an, und der Mann, den sie in ihren Schooß aufnimmt, darf ihrer vertrau— ten Gemeinschaft sich freuen, führt ihren Einfluß, nimmt theil an ihren Verdiensten und den Segnungen, die durch ihre Hände gehen. Ihr (der Heiligen) irdisches Leben machte die Vergangenheit der Kirche ruhmwürdig, ihre Thätigkeit im Himmel knüpft das Sichtbare und Unsichtbare ineinander, trägt die Zeit empor zur Ewigkeit. „Die Heiligen ehren, heißt die Hei— ligleit ehren, und indem die Kirche ihre Söhne anleitet, die Heiligen zu lieben, hilft sie ihnen, die Heiligkeit selbst lieb zu gewinnen. „Und die Väter, auch sie gehören ihr an; ihr galten deren Arbeiten, Lei— den, Marthrien. Nur die Söhne der katholischen Kirche dürfen sprechen: „Athanasius und Chrysostomus Cy— prian und Augustinus, Anselm und Bernhard, Thomas von Aquin und Duns Scotus sind, unser, ihr Reich— thum ist unser Erbe, zu ihren Füßen lernen wir kindliche Ehrfurcht uud göttliche Weisheit“. „Aber so reich die Kirche an großen Männern ist, noch reicher ist sie an Wahrheit. Ihr Gottesdienst ist ein erhabenes Sakrament, ihre Geheim— nisse sind eine unergründliche Tiefe; verborgene Heiligkeiten und Bedeutun— gen umfangen hier den Menschen. Das sakramentale Prinzip umlleidet selbst die einfachsten Dinge, Handlungen und Riten mit einer geheimnißvollen und doch tief beglückenden Bedeutung, ver— wandelt jeden gottesdienstlichen Vor— gang jetzt in eine göttliche Parabel, die von den tiefsinnigen Dingen Gottes spricht, jetzt in eine Brücke, auf welcher Gott sich gnadenspendend und tröstend zum Menschen herabläßt und der Mensch wiederum voll Ehrfurchts— schauer und Reue, voll Hoffnung und Zuversicht Gott sich nähert. „Symbole sind tiefer als Worte, sprechen, wo Worte versagen, machen Der Kern des Modernismus. nter diesem Titel finden wir, j Cleribus RKacificus unter—- l zeichnet, in dem Correspon— denz- und Offertenblatt für den katholischen Clerus Deutschland's folgende Auseinandersetzungen, welche auch in unsecem Leserkreise, mit Nutzen gelesen werden können: „Wir leben in einer für jede wahre RKeligosität außterit schwierigen und gefährlichen Zeit. Die Religion ist die Ruhe, der ruhende Pol im Menschenleben. Weil göttlich darum unveränderlich. Unserer Zeit Hauptcharakter ist die Hast. Wir modernen Menschen wollen täglich Neues sehen, Neues hören, Neues er leben. Wir sind ja auch thatsächlich daran gewöhnt und verwöhnt. Die moderne Technik bietet uns täglich neue Wunder; sie hat Zeit und Raum überwunden. Und wenn wir daheim nicht genügend unsern Drang, Neues zu sehen und zu hören, befriedigen tönnen, dann trägt uns der Dampf in ferne Gegenden, in ferne Länder, in ferne Welttheile, in ferne Zonen. Aber es geht uns dies noch Alles viel zu langsam. Der Dampf wird von der Elektrizität verdrängt und die Luft soll erobert werden. Wie viele Tausende von Händen und Maschinen sind Tag und Nacht damit beschäftigt, unsere Hast zu näh ren, unsern Neuigkeitstrieb zu 2 friedigen! Auch die Wissenschaft ist von dieser Hast mitfortgerissen. Krampfhaft suchen die Männer der Wissenschaft ganz neue verblüffende Resultate zu Tage zu fördern, Neues zu finden, Neues zu entdecken, um die Menschheit damit zu überraschen. Der eigentlich moderne Mensch ist nur der Entdecker und Erfinder. Diese Hast und Sucht nach Neuem, nach nie Dagewesenem hat uns Menschen in eine wahre Neuerungs—- sucht hineingetrieben. Das Alte und Bestehende, auf das wir denn doch nicht immer verzichten können und wollen wir wenigstens verbessern, ihm mindestens ein neues Gesicht geben. Warum soll die Religion davon ver—- schont bleiben? Warum sollte sie nicht auch verbessert werden können? fragen die Neuerer. Im Protestantismus hat man es ja auch gründlich versucht. Man hat mit dem Seziermesser der Wissenschaft daran herumgeschnitten, man hat die christlichen Ueberreste zer legt, man hat sie gleichsam im Mörser zerstoßen, pulverisiert und atomisiert, man hat sie gleichsam mit chemischen Säuren zerlegt man wollte ganz Eindruck, wo Worte ihre Bedeutung verlieren, und darum lehrt die Kirche in Stunden heiligster Andacht durch Symbole Wahrheiten, die sonst keine Sprache auszudrücken vermag. „Und doch weiß sie auch wieder bes—- ser als irgend Jemand die klare Sprache der Vernunft zu reden; ihr gehören ja die Väter und die großen Theologen. „Für jede Schwierigkeit des Ver— standes, des Herzens oder Gewissens hat sie nicht nur eine, sondern tausende Lösungen. Zartfühlende Herzen, die sich mit dem harten Gedanken, daß alle außerhalb der Kirche verloren gehen, nicht versöhnen können, weiß sie durch die Unterscheidung von dem Leibe und der Seele der Kirche, durch die Be— tonung der verschiedenen Arten und Stufen schuldiger Unwissenheit zu be— ruhigen und wandelt so die Härte strenger Lehren in nachsichtige Milde. „Nur in der Kirche hat sich die Ka— suistik zu einer Wissenschaft entwickelt, so vollkommen, daß sie für jeden wirk— lichen oder möglichen Gewissensfall eine Entscheidung und ein Heilmittel bereit hat. In ihren Schulen ist die Theologie ein vollkommen ausgebautes wissenschaftliches System geworden, das den Gesammt-dlnhalt ihrer Lehren planmäßig gegliedert, ihre rechtliche Grundlage eroörtert, ihr Dasein und ihre Ansprüche begründet hat. „Und so ist die katholische Kirche in einem ganz ihr eigenthümlichen Sinne nicht bloß eine kirchliche Institution, sondern eine Religion, ein System, ge—- eignet, die Gewissen zu leiten, das Herz zu befriedigen, das praktische Verhalten zu regeln und die Bezieh— ungen zwischen Gott und Mensch in befriedigender Weise festzusetzen.“ Soweit Professor Fairbairn. Deut— lich färbt sich in manchen Ausdrücken und Wendungen der Standpunkt des Verfassers ab, immerhin bildet die glanzvolle und feinsinnige Zeichnun— ein Zeugniß, wie es nur die M mna der Wahrheit auch dem Gegner abzuringen vermag. die Unschuld kommt an den Tag. 1 Der Dom zu Bamberg hat auf der einen Seite einen Nebeneingang, über dessen Thüre ein eigenartiges steiner— nes Bild steht. Dasselbe stellt eine Jungfrau dar, deren Augen verbun— den sind, und die fünf Ziegelsteine unter dem Arme hält. Mit diesem Bilde hat es folgende Beiwwandtniß: Unweit des Domberges lebte vor Jah— ren ein Mann mit seiner Tochter. Der Mann war rechtschaffen, besaß aber die Schwäche, daß er den Einflüsterun— gen böser Menschen allzuviel Gehör gab. So kam es, daß seine tugend— haste Tochter um ihren guten Namen gebracht wurde und das Vertrauen ihres Vaters verlor. Zuletzt war es ihm nicht genug, das Mädchen durch Mißhandlungen zum Geständnisse treiben zu wollen; er verklagte sie so—- gar bei Gericht. Das Verhör nahm nach damaligen Verhältnissen einen grausamen Verlauf. Man quälte sie nun nach damaliger Art mit der Tortur. Unter dem Drucke der größten Schmergen sagte die Tochter guxæxemburger Gazette, Dienstag, den 25. August 1908. sauf den Grund kommen. Und das sßesultat: Religiöser Nihilis— mus. Und was übrig geblieben ist, sist gersplittert, zerspaltet, zertlüftet. Nirgends ist ein Halt; Alles ist in Flut. Von einer Religion und Con— ession kann man nicht mehr reden, viel eher von einer religiösen Anarchie. Von den religiösen Ansichten außer—- halb den Confessionen wollen wir ganz schweigen. Da gleichen die religiösen Ansichten höchstens noch fließendem Nebel, der kommt, aufsteigt und wie— der zerfließt. Seit Luther datiert dieses Werden sund Vergehen. Er hat seinen Anhän— gern den festen Boden entzogen und lso stürzte von dem Gebäude ein Balken nach dem andern ein und der Rest ist ein großer Trümmerhaufen. Luther hat das oberste kirchliche Lehramt für sseine Anhänger zertrümmert und an dessen Stelle die freie Forschung ge— stellt. Das war der Grundfehler. Er wollte das Göttliche in rein mensch—- liche Schalen gießen. Und die Men— sschen vermischten Menschliches mit Göttlichem und sie kannten schließlich Beides nicht mehr auseinander. Wir Katholiken sind Kinder der Zeit. Wir leben mitten im Strome. Viele werden mitfortgerissen. Die religiöse Gährung im Prote—- stantismus, die moderne geistige Ent— wicklung konnte nicht an uns unver— sehrt vorübergehen. Wir mußten auch davon berührt werden. Es ging ja gar nicht anders. Geistige Strömun— gen gleichen Epidemien. Sie suchen den Menschen in ihren Bannkreis zu bringen. Die moderne Entwicklung hat den Protestantismus zermirbt und sie sucht auch den Katholizismus in den Strudel hineinzuziehen. Da mußte les wieder einmal zu einem Zusam— menstoß mit dem Felsen Petri lommen. Nein, die katholische Kirche kann nie so tief sinken, wie der Protestantismus gesunken ist, die katholische Kirche wird sund muß die providentielle Großzsiegel bewahrerin des christlichen Glaubens bleiben, wenn auch einzelne Theile gänzlich abfallen können. Aber das wollen wir zugeben, daß eine innere Krisis vorhanden ist. Die moderne Zeit greift hinüber und möchte ver— suchen, mit den Kunstmitteln der mo— dernen fortgeschrittenen Technik auch den Felsen Petri zu sprengen. Doch das soll ihm nicht gelingen. In der Stunde der Krisis weiß Jeder von uns, wo sein Platz ist. Es gilt das Schiff lein Petri gegen die Wellen zu schützen sund treu, fest und unerschütterlich zum Papst und den Bischöfen, zu Rom und lder Kirche zu stehen. aus, sie habe die Schlechtigkeit, deren man sie beschuldigte, wirklich be— gangen. Die Arme wurde zum Tode verurtheilt. Mit verbundenen Augen wurde sie bald darauf zum Richtplatz geführt. Sie bat sich nur die Gnade aus, daß man sie an die Seitenthüre des Domes führen möge. Dort betete die Unschuldige mit lauter Stimme, daß die Gottesmutter die Schützerin der Unschuld, ihr zu Hilfe kommen möge, und daß sie Gott nicht durch Henkershand, sondern eines ehr— lichen Todes sterben lasse und ihre Schuldlosigkeit an den Tag bringen möge. Als sie sich von diesem Gebete erheben wollte, rasselten fünf Ziegel— steine vom Dache und zerschmetterten dem Mädchen den Kopf, so daß augen— blicklicher Tod eintrat. Die Unschuld des Mädchens kam indes später ganz an den Tag. Dieses Vorkommniß versinnbildet das steinerne Gedenkbild am Dom zu Bamberg. Wie man Schweres trägt. Oft fährt unser Lebensschiff lange Zeit dahin, ohne das Sturm und Wellen umtoben. Alles geht ruhig, weiter und gleichmäßig seinen Gang, so daß wir uns bald in jener siche— ren Geborgenheit glauben, in der man an die Möglichteit eines Schiff—- bruchs gar nieht mehr dentt. Doch mitunter trifft uns gerade dann ein schwerer Schicksalsschlag. und in uns lebt nur der einzige Ge— danke, das Unglück von uns abzu— wälzen und fortzuschieben. Aber wie viele Versuche wir auch anstel— len, wie wir auch alle unsere Kräfte aufbieten, es will nicht gehen. Wie ein Vöglein gegen das Gitter seines Käfigs schlägt, so lehnen wir uns auf gegen das gewaltige Schicksal. Und doch giebt es noch einen Trost, der wunderbarer wirkt als altes Andere: Trage! Trage und sieh' dem Schmerz fest in's Auge, be— trachte ihn ruhig, und er wird dir bald weniger schrecklich erscheinen. Ein geistreicher Schriftsteller meinte einmal, daß ein Unglüctk nur solange verweilt, bis wir die Lektion, die es uns geben will, begriffen haben. Wird man ein Kind wohl vom Lernen be— freien, weil es ihm unbequem ist? Nein, es braucht die Kenntnisse, um später seinen Platz unter den Menschen auszufüllen; und da läßt Vaterliebe nicht nach, auch wenn das Lernen schwer wird! Wir alle sind Kinder in der Schule des Lebens. Wir müssen lernen, um weiter vorzudrin— gen in der Erkenntniß, um unsere Fähigleiten zu entwickeln. Darum: schauen wir dem Unglücek fest und ruhig in's Auge. Erwägen wir nicht zu lange, was es uns Alles nimmt, forschen wir lieber, ob es uns nicht auch etwas bringt! Wir werden gar bald manches Gute ent— decken. Vergegenwärtigen wir uns im Leid immer das treffliche Dichter— wort: Trifft dich ein Schmerz, so halte still Und frage, was er von dir will: Die ewige Liebe schickt dir keinen Blos darum, daß du solltest weinen! Neber den Daseinszweck der amerika-- nischen Straße schreibt ein ausländisches Blatt: Die Straße ist die Mutter der Oeffentlich keit. Staat, Regierung, Verfassung, Alles, was später bis zu den steinernen Höhen geheiligter Einrichtungen em— porsteigt. findet sich im Keim schon in der Straße, in ihrem aristokratischen oder demotkratischen Charakter, in den ungeschriebenen Gesetzen, nach denen sich das Leben und Treiben in ihr be—- wegt. Dieselbe Magnetnadel, die hier zwischen Massenwillen und Einzel— willen in feinen Abständen schwingt, dreht sich, gewichtig wie der Zeiger der Turmuhr, in den hohen Parlaments sälen, bald nach rechts und bald nach links. Die Straße ist das Aushängeschild der Volkseigenschaften. Sie gleicht dem menschlichen Angesicht; man lann Temperamente und Leidenschaften, Anlagen und Fehler, Enttäuschungen und Erfolge eines Volkes in ihrem Bilde lesen. Sie kann sich nicht ver—- stellen; zwingt man ihr .eine fremde Maske auf, so reißt das Volk sie wie— der herunter, oder es verläßt diese Straße. Sie ist dann ein Weg. eine Verbindungslinie zwischen zwei Punk— ten, aber sie ist keine Straße mehr. Die Straße ist die zweite Wohnung des Volkes. Wie es mit ihr umgeht, sie hegt und pflegt, das kennzeichnet seinen Geschmack. Ein Volt. das die Schönheit liebt, schmückt seine Straße und schmückt sich für die Straße. Nur ein barbarisches Volk mißachtet und entstellt seine Straße. So ist die Straße das Kultur-Barometer eines Volkes. Die Amerikaner sind Barbaren. Sie haben große und glänzende Eigen— schaften, und manche Knospe ihres Wesens wird sich noch zu prächtiger Blüthe entfalten. Aber das freie Glück der Schönheit ist ihnen noch nicht aufgegangen, die enge Binde der Skythen liegt noch um ihre Stirn. Die Amerikaner mißachten die Straße. Weil sie Barbaren sind, sind sie als Volksgemeinschaft ungesellig. Sie schließen sich nicht einander an, das Fest des Lebens zu feiern, sie schließen sich voneinander ab. Sie bringen es gerade bis zur Geselligkeit des Hauses. Die Geselligkeit außer—- halb seiner Mauern, die große, frucht bare, sonnumglänzte Geselligkeit der Oeffentlichkeit, ist ihnen eine fremde, ungeübte, unbehagliche Kunst. Darum kennen sie nicht die Gesel— ligkeit der Straße. Sie wissen nicht auf ihr zu wandeln noch zu weilen, sie laufen oder fahren über sie hinweg wie über ein lästiges Hinderniß ihrer täglichen Beschäftigungen. Es gibt keine Spaziergänger auf der amerika— nischen Straße. Und keine Spazier gängerinnen. Es gibt Leute, die in's Geschäft, nach Hause, nach dem Bahn— hof wollen, und es gibt andere Leute, die kaufen oder verkaufen wollen. Denen dient die Straße. Darum ist sie nüchtern und tolt in ihrem Anblick, und ihre Häuser -stehen nebeneinander ohne jeden Willen zu nachbarlicher Anpassung. Schnurstracks muß sie laufen wie ein Längengrad, Schienen tragen wie ein Rangierbahnhof, von jeder Teufelei der Reklame sich miß— handeln lassen wie ein herrenloses Gut. Das schöne Band der europäischen Straße, wenigstens der kontinentalen, hat einige Stellen von besonderer Leuchtkraft, glückliche Punkte, wo das gesellige Wandeln von selbst zum ge— selligern Verweilen wird. Hier er— heben sich die Heimstätten der öffent— lichen Geselligleit, von der nationalen Eigenart in jedem Lande auf beson—- dere Weise geschaffen, mit einem be— sondern Zauber umgeben, das Caféẽ, das Wirthshaus, die Weinstube. Was wäre Frankreich's Literatur ohne die Wortgefechte, in denen sich seine Söhne an den weißen Marmortischen des Cafhauses üben, wo bliebe Deutsch—- land's schwermüthige und doch so froh— herzige und arbeitsfreudige Gemüth— lichkeit ohne den Umtrunk zur Abend— stunde, wie könnte des Südländers Feuer erglühen, ohne vom rothen Wein der Osteria immer auf's Neue entzündet zu werden? Cafẽ, Wirths haus, Weinstube, sie sind im Sommer die fröhlichen Töchter der Straße, wenn die Tische in den hellen Sonnen— schein hinausgestellt werden und die seßhafte Geselligkeit an ihnen un— merklich in die wandelnde der Straße übergeht. Sie sind im Winter die wahren Stellvertreter der Straßze, wenn die frohe Laune der Mittheil— samkeit, die Neugier des Sehens und die Eitelkeit des Sich-Zeigens vor den Unbilden der Witterung hinter ihre hohen Glasscheiben fliehen müssen, wo der Glanz der Lichter und der Schmuck der Wände den Sonnenschein und Far— benschimmer der Straße zu ersetzen trachten. Casẽ, Wirthshaus, Weinstube, die amerikanische Straße weiß nichts von ihnen. Wie sie auf ihren langen Zeilen keine wandelnde Geselligkeit kennt, so kennt sie auch keine weilende. Sie trägt natürlich Stätten, an denen Speise und Trank dargereicht und ge— nossen werden. Aber hier begleitet nicht und beseuert das Materielle ein Geistiges, wie der Wein einen fröh— lichen Gedanken oder der Mokka einen sarkastischen Einfall. Hier sitzt allein das materielle Verlangen zu Tisch, und hinter seinem Stuhle steht mit der Minutengeißel die Todfeindin aller Geselligkeit, die Eile. Nur in hastiger Unterbrechung ihres Geschäfts treten die Gäste ein, und während der Körper Speise und Trank zu sich nimmt, flie— gen die Gedanken rastlos weiter auf ihrer Bahn. Die wenigsten haben Zeit, auf den hölzernen Drehschemeln Platz zu nehmen, die in enger Qual vor den langen Tischen stehen, stehen— den Fußes stillen sie ihren Hunger und Durst. Stehhallen muß man diese Stätten der Ungeselligkeit heißen. Cafẽ, Wirthshaus, Weinstube, die ameritanische Straße weiß nichts von ihnen. Was sie kennt, sind Steh— hallen: Steh-Eßhallen, Steh-Bierhal len, Steh-Wasserhallen. Der Gemüsekeller. Der Gemüsekeller sei Nicht zu klein und fröstefreil Mache an der äußern Wand Dir ein Beet von trocknem San.. Dieses sei wohl drei Fußz breit, Halb so hoch, und an der Seit Schließe es mit Brettern ein., So bleibt stets Dein Keller rein. Lege ein in dieses Beet Vieles, was im Garten steht, Daßz es in der Winterzeit Dich erquickt. Doch merke heut': „Nur an Tagen heiß und hell Holt man aus dem Garten schnell Das Gemüse, und es sei Trocken, und gesund dabei.“ Jede Art in ihr Bereich Grabe ein; Du findest gleich Was Du brauchst, nimmst Du ein Brett, Schreibst darauf den Namen nett. „Was man aufbewahrt und wie?“ Fragst Du mich! Der Sellerie Schneide ab die Wurzeln fein, Auch die Blätter groß und klein. Lege sie mit eigner Hand Zu dem Porree tief in Sand; Und es wird Kohlrabi zart Ebenfalls so aufbewahrt. Doch bei Meerrettich und Möhren Und den saft'gen Skorzoneren Bleibt die Wurzel unverletzt; Diesen nimm die Blätter jetzt. Nun vergrabe tief und trocken Pastinak und Artischocken; Gelbe Rüben, wie bekannt, Packt man schichtweis ein mit Sand. Giebst Du jungem Blumenkohl Feuchte Erde, wächst er wohl; Seine Köpfe, fest und klar, Halten sich bis Februar. Schlage in des Kellers Wand Dir zwei Nägel, nimm ein Band Und verbinde diese zwei; Häng' den Weißkohl einzeln, freil Und ich sag' Dir noch zuletzt Petersilienwurzeln setzt Nicht zu tief man, frisch und schön Läßt man die Herzblättchen steh'n. Also wird nach dieser Art Das Gemüse aufbewahrt. Legst Du Fässer in den Keller Apfelwein und Muskateller., Saure Gurken: mach Dir schnelt Erst ein niedriges Gestell, Daß der Luft der Zutritt sei Rings gewährt. Von Fäulniß frei Bleibt dabei Dir jedes Faß! Sauerkraut, bedenke das, Halt' beschwert mit Brett und Stein, Denn sonst trocknet es Dir ein! Bringt vom Felde man nach Haus Die Kartoffeln, such' sie aus; Sei wie beim Gemüs' bedacht Daß sie trocken heimgebracht. Ohne Erde, unberletzt! In des Kellers Ecke setzt Einen großen Kasten man, Den man seitwärts öffnen kann! Leg' an Wand und VBoden so Eine Lage Roggenstroh, Daß sie vor dem Frost bewahrt, Denn sie sind nicht winterhart. Kentucky's Schande als Handelsartikel. Das hat gerade noch gefehlt. Ein batzenfroher Photograph, der statt in dem sonst ziemlich hiederen Orte Rus— sellville, Kentucky, in einer Großstadt sein Domizil und seinen Apparat ha— ben sollte. ließ beim General Post— direktor in Washington über die Rechtlichkeit der Beförderung einer von ihm gestifteten Postkarte anfra— gen. Dieses Exemplar gehört auch zu den so beliebten Ansichtskarten, wenn auch die darauf veranschau— lichte Szene wohl geeignet ist, beim Beschauer die bekannte Gänsehaut hervorzurufen. Vor etlichen Tagen holte ein Theil der friedliebenden und rechtlich gesinnten Bewohner von Rus— sellville vier der Scheffel'schen Haus— knechte aus Nubierland aus dem dor— tigen Gefängniß und knüpfte sie ohne viel Federlesen an dem ersten besten Baum auf. Am nächsten Morgen er— blickte der des Weges kommende Wanderer die Leichname dieses un— glücklichen vierblättrigen Kleeblattes, wie sie sich im Winde sanft hin und her bewegten. Niemand kam auf den Gedanken, diesen gerade nicht außer— gewöhnlichen Vorgang geschäftlich auszuschlachten, als der Dorfphoto graph. Er knipste die ganze Schauer szene ab und brachte sie auf den Post—- karten an, die er aber noch nicht in den Handel bringen will, bis ihm der Postdirektor Bescheid gegeben hat über die Zulässigleit der Beförderung. Die Russellviller sollten diesem Photogra— phen übrigens das Handwerk legen. Die vielen schimpflichen Vorgänge in Kentucky finden jetzt durch die Presse schon viel zu rasche und übertriebene Verbreitung, als dem Rufe des Staa— tes förderlich sein kann. Und jetzt soll Kentucky's Schmach auch noch durch Ansichtskarten von einem geschäfts-- lustigen Kentuctier durch das ganze Land verbreitet werden. Das Lynch— gericht in Kentuckth geht auf Reisen und gibt Gastvorstellungen! So et— was ist wohl noch nicht dagewesen. Wir begreifen die Russellviller Behör— den nicht, die derartiges dulden. Ja so, beinahe hätten wir darauf verges— sen, daß die dortigen sogenannten „Behörden“ auch die gewaltsame Tödtung dieser vier Kerle, deren Schuld nicht erwiesen ist, duldeten, wahrscheinlich, um dem Herrn Photo— graphen Gelegenheit zu geben, mit sei— nen Ansichtskarten einen ehrlichen Groschen zu verdienen. Nun werden nächstens auch wohl die Nachtreiterei- zur Belehrung und Vertheidigung der katholischen Kirche: Rippel, G.,D ie Schönheit der katholischen Kirche in ihren hei— ligen Ceremonien und äußeren Gebräuchen während des Kirchen— jahres; 556 Seiten, gebünden....... .60 61. Ernst, E, Elternpflicht. Beiträge zur Frage der Erziehung der Jugend zur Sittenreinheit; 176 Seiten, gebunden. 90 Cts. Zeitgemäß! Sehr zu empsehlen! Brors, D. Fr. X., 8. J., Modernes A. B. C. für Katholiten aller Stände. Kurze Antworten auf die modernen Angriffe gegen die katholische Kirche; 420 Seiten, gebunden. 30 Cts. Gegen Einsendung des Betrages wird das betreffende Buch franco, per Post, geschickt. THE M. H. WILTZIUS 60., 413-417 Broadway, MILWAUKEE, Wwls. SECOND EDITION WITHIN SIX MONTHS. Emphatically the Catholic Novel of the Year. n 2 (Mary Magsdalen.) An Historic Novel of the Time of Christ. Powerful, Dramatic, Throbbing with Life and Episode, Replete with Thrilling Climaxes. 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Organisirt 1864 guxemburger Gazette, Tienstag, den 25. August 1908. Spaß muß auth sein. aa idn Wirthschaftl ich. Sie (schmeichelnd): Lieber Max, wir brauchen noch einige Gegenstände nothwendig für unsere Wirthschaft. Er: Was denn zum Beispiel?“ Sie: Na, wir brauchen zum Bei— spiel einen Hut für mich. AKA K In der Nacht. Frau (zum bezechten Gatten): Ar— thur, mir scheint, Du hast einen Affen. Er: Ne. aber einen Drachen. AKAA Vom Kasernenhof. Leutnant (zu einem Einjährigen): Was sind Sie in Ihrem Civilstand, Einjähriger? Einjähriger: Leutnant. Philologe, Leutnant: Weiter nichts? Einjähriger: In meinen Muße— stunden habe ich mich damit beschäftigt, junge Leute zum Offiziers-Examen vorzubereiten. KAA Böser Verdacht. Aaron: Hab ich gefragt de Arzt. was ich soll thun, hat er mer gesagt, als ob ich wär e Rothschild, ich soll nach Wiesbaden! Schmul: Werste habe bverhört, Aaron, werd er habe gesagt, De sollst de Füß badel! KA Die Bestie im Menschen. Sie (beim Zeitungslesen): Schon wieder ein Artikel: Die Bestie im Menschen! Was ist das denn eigentlich? Er: Jedenfalls der Bandwurml KAA Kindermund. Lehrer: Also ihr könnt mir nicht sagen, wer der Erfinder des Schieß— pulvers war? (Auf der letzten Bank hebt ein kleiner Knirps die Hand.) Dr. Nĩcholas Even, Cuxemburger Optiker. Der Optiler von Lale View.) Augen werden gevprüft und mit verfekt paset· den Glsern dersehen. „„Brillen zu den mäßigsten Preisen... BELMONT HALL, 1686 N. Clark Stroot. Phone: Irvingi. Ohicago, I. Dubuque Fire and Marine Insurance Co. Baar-Kapital 3100,000.00 Ueberschuß 8601,079.65 John enwrr Mauriee rdtdin. n. 0 John Glab,.. Friedensrichter. Siebente Str. zwischen Zowa und Clay. HURD, LENEHAN KIESEL, Rechts Anwälte. 609 Bank Insurance-Gebude. Telephon 47. Dubuque, Jowa. Geschfts·Collektionen im nord lichen Jowa eine Spezialitt. 2. G. Hurd, D. I. Lenehan, Geo. W. Kiesel. George Lauterer's Fahnen- Stiterei, (Gegründet 1882) 164-166 R. Madison St., cHICAGO, ILLINOIS. D 2 154/ 3 2 5 i Fabrikant von... Fahnen (gestickt und gemalt), Bummel Fahnen, Abzeichen (Badges), Schärpen, Fahnen—- bänder, und alle in dieses Fach einschlagenden Arbeiten für alle Vereine. u N u rtite vute m guiendung longe fun der Ridge! Wenn Ihr Staple und Fancy Groceries, Weine, Liquöre oder Cigarren braucht so kaufet dieselben bei Joseph Trausch, tation OHICAGO. ILL. Seht hin, ihr· Großen, der kleine Karl wird euch beschämen. Nun, Karlchen, wer war es? Karlchen: Das weeß ich nich, aber mei Vater sagte neilich, Sie, Herr Lehrer, hätten's ooch nich erfundenl KAKA Unterschied. Dame (zu einer andern im Som mer): Wen kannst Du mir denn mehr empfehlen, den Sanitätsrath Meier oder Müller? Die andere Dame: Na, zwischen den Beiden ist nur ein Unterschied: der eine schickt Dich mit denselben Lei— den immer wieder in ein anderes Bad, der andere schickt Dich immer wieder mit einem andern Leiden in dasselbe Bad. 7 Unter Freundinnen. Emmh (triumphierend): Ich bin Braut, Olga! Soeben hat der Asses sor um meine Hand angehalten! Olga: So hat er also seine Droh—- ung wahr gemacht! Emmy: Welche Drohung? Herr Olga: Daß er sich ein Leid anthun werde, weil er von mir einen Korb be—- tommen hat! KAKA Widerspruch. Freund: Was sind das in Ihrem Sprechzimmer für Kunden, die so traurige Gesichter schneiden? Agent: Das sind lauter Heiraths—- lustige. AKA Darum. Atelierbesuch: An diesem HGilde kann man sich nicht satt sehen! Kunstmaler: D'rum möcht' ich's gern verkaufen! KAA Druckfehler. Auf der Kirmes herrschte bald ein fröhliches Ge,„k“ümmel. KAA Nicht zutreffend. Dichterin: Da heißt es immer, Un— dank sei der Welt Lohn! Ich kann das nicht finden! Seit mindestens zehn Jahren dichte ich und ich habe bis jetzt meine Sachen stets „mit bestem Dant“ zurückbekommen. KAA Vom Regen in die Traufe. Gläubiger: Ist der Herr Baron zu Hause? Diener: Jawoll! Gläubiger: Na, dann melden Sie mich ihm gefälligst sofort. Ich habe mich bereits brieflich bei ihm be— schwert, daß Sie mich das vorige Mal eine geschlagene Stunde haben warten lassen! Diener: Wie Sie wollen mir kann's gleich sein, ob ich Sie in einer Stunde oder auf der Stelle 'raus—- schmeiße! 277 Die sanren Trauben. Mutter: Einer von Euch Jungens hat wieder Rosinen genascht. Ich habe die Kerne in Eurer Stube an der Erde gefunden. Junge: Das war ich aber nicht, Mama! Ich habe die Kerne mit hin—- unter geschluckt! HXNHA Splitter. So Mancher ist angesehen, der nicht verdient, daß man ihn anschaut. Man merkt sich immer besser einen Reinfall als einen guten Rath. KAXAF Falsch verstanden. Der- Gast im Sommerhotel (der eben seine Rechnung gezahlt hat, iro nisch): Hoffentlich wird Ihr Gewissen Sie nicht allzu schwer drücken, Herr Wirth. Der Wirth: O, da können Sie ganz ruhig sein; es ist mir ganz gleich— gültig, wie und wo Sie Ihr Geld herhaben. Bericht über den Stand DUBUQUE SAVINGS BAXNK, organisirt unter den Geetzen Jowa's. etablirt zu Dubuque, im County Dubuque, am Schlusse dez Geschäftes am 14. Angust, A- D., 1908, wie er dem Geseye gemäß an den Auditeur des Staa tes gemacht wurde. Guthaben: Betrag an Wechseln, Bonds und anderen discöntirten oder Etenster und von der Bank geeigneten Sicherheiten.. s 608,080 00 an Hand wie olat: Goldinünze. ·S 10.440.00 Silbermüünze und Bullion.. 117.74 regal Tender, Natienal Bant noten und Subsidien Rünze.. ..4 d sO-.00 ff 16.410.74 Betrag, der auf Sun auf Depositen n der Second National Bantk, Dubuque, Jowa, gezogen werden tann s 182,006.14 Gesammt·Guthaben.. s 847,405 88 Verbindlichkeiten: Eiubrevitn Aktienlapital.. s 75,000.00 Der Depositoren sllige Be-· wen solgender: 2 epositen.. 1724,915.60 der Reingewinne an Hanb.. 1.1001 Gesammt· Verbindlichteiten S 847.405.88 Staat :24 hs. Dubuque County, Ich. d. K. Deming, Vize-Präsident der obengenannter Bant, beschwoören seterlich. daß 1 unserem desten Wissen und Glauben vorgehender Ausweis vollstndig, wahr und richtig ist; ünd daß die oben angegebenen Guihaben „don side“ Eigen thum bejagter Bant in ihrer Capacität als Corpöra tion sind; und daß kein Theil derselden besagier bant zu dem Zwece eliehen oder vorgesgossen worden ist, um als Theil ihrer Guthaben anaeaeben au werden. I. K. Deming. Bize· Präsident. Vor wir unterschrïbea und beshworen von I K. Deming, an diesem 10. Tage des August 1008. 6. H. diegtataum. Besgeini Etegel osfentlicher Notar. escheinigt von: 1 Lames M. Burch, has. Brabley. H. B. Glover, Direktoren. der 7—— 1 s n 7 1 AE 18— 6 —8 C 7 1 4 2 A—

5/ 2 a—— ii 71 J cthes I Candwirth Einwirkung der Rübenkopffütterung auf den Fettgehalt der Milch. Mehrfach ist beobachtet worden, daß nach Verfütterung von Rüben— töpfen eine fettreichere Milch von den Kühen erhalten wurde, als sonst nach guter Fütterung bezw. bei Kleeweide. Hittcher berichtet allerdings, daß er durch Rübenblätter Fütterung sechs Mal so oft ein Sinken als ein Steigen des Fettgehaltes der Milch beobachtete. Jedenfalls ist zu beachten, daß die Köpfe der nährstoffreichste Theil der Blatt-Abfälle sind. Sie sind sogar viel nährstoffreicher als Futterrüben, und Prof. Emil Pott räth deshalb, beim Zuckerrübenbau nur gründlich ge köpfte Rüben an die Zuckerfabritken ab zuliefern. Die Zuckerrüben sollen unter dem Blatt Ansatz, bezw. den Blattnarben geköpft werden. Es ist dies um so angezeigter, als die weni—- ger gründlich gezeimter Rüben in der Mitte schneller und leichter auswach sen, weil außerdem die Köpfe saft— und zucker-ärmer als die Rübenkör per sind und minderwerthige dunkle Säfte geben. Vor Allem kommt aber noch in Betracht, daß durch die Rüben— köpfe entschieden die Gedeihlichkeit des Blattfutters günstig beeinflußt wird. Von Blättern ohne Köpfe darf man nie mehr als 20 Kilogramm pro Haupt und Tag an Kühe verfüttern, wäh— rend, wenn reichlich Köpfe vorhanden sind, bis zu 50 Kilogramm ohne An— stand hochträchtige Kühe etwa aus— genommen verabreicht werden kön—- nen. Vermuthen darf man, daß der Zuckergehalt der Köpfe zu den günsti gen Wirkungen beiträgt. Nach den Erfahrungen englischer Landwirthe soll die Zuckerfütterung, wenn nur in ganz geringen Mengen erfolgend, dazu beitragen können, den Milchgeschmack zu verbessern und den Fettgehalt der Milch zu vermehren, während große Gaben die Milchsekretion verringern und deshalb ja auch mitunter ange— wendet werden, um die Kühe rasch zum Trockenstehen zu bringen. Ein Ein— fluß des Zuckers auf die Milchsekretion läßt sich mithin wohl kaum leugnen, man kann ihn aber noch nicht erklären. Blitzgefahr und Drahtzäune. Es ist ein eigen Ding mit den Universal Schutzmitteln gegen Ge— fahren; sie helfen nicht immer, ja nicht selten sind die Gelehrten dar— über uneinige, ob sie nicht mehr scha den als nützen. Aehnlich geht es mit dem Blitzableiter, den die einen in den Himmel heben, während andere ihn als zwecklos verwerfen. Daß die Blitzgefahr ein böses Ding ist, davon weiß der Landmann, besonders der Viehzüchter, ein Liedchen zu singen. Trotz aller Vorsichtsmaßregeln haust der Blitz nach wie vor in den ländlichen Gegenden, wie aus den jüngsten Be— richten hervorgeht. Durch den Ge— brauch von Stacheldrahtzäunen, heißt es da, hat sich der Verlust an Vieh, das vom Blitze getroffen wurde, um das dreifache vermehrt. In Jowa tödtete im letzten Som— mer ein einziger Blitzstrahl, der an einem Drahtzaun entlang lief, 19 Stück Rindvieh und in Illinois 28. Während des Gewitters eilt das Vieh vor dem Wind her ·nach dem Zaun und dann in die Zaunecke. Je schär— fer und spitzer die Stacheln, desto größer die Gefahr, daß es vom Blitz getroffen wird. Vom Blitz erschlagene Stiere oder Kühe kann man essen, wenn man durch sofortiges Stechen ein reichliches Fließen des Blutes herbeiführen kann. Ist der Blutfluß nur ein spärlicher, so ist der Körper werthlos, nur zum Düngen kann man ihn verwerthen. Um der Gefahr vorzubeugen, hat man es mit einer Art Blitzableiter versucht, d. h. man leitet den Draht in die Erde. Das mag wohl hie und da helfen, 'ob es aber bei der großen Ausdehnung der Drähte und der Nähe des Viehs viel hilft? Wenn das Ueberleiten des Drahtes in die Erde etwas helfen soll, dann muß es freilich in kleinen Zwi— schenräumen geschehen, da der Schutz kreis eines Blitzableiters kein sehr aroßer ist. Bei Blitzableitern auf Gebäuden hat es sich herausgestellt, daß der Schutzkreis in seinem Durch—- messer der Höhe der Leitstange ent— spricht. Aber hohe Leitstangen lie— ßen sich an Viehzäunen nicht gut an— bringen, man hat fich daher damit be—- gnügt, alle 64 bis 200 Fuß die Drähte in die Erde zu leiten, und vor allen Dingen an den Ecken und an einzelnen Abtheilungen jeden Pfo— sten mit einem in die Erde geleiteten Draht zu versehen. Die Dicke des Drahtes ist in den verschiedenen Staaten verschieden. Der Farmer hat überhaupt seine liebe Noth mit den Stacheldrahtzäu nen und mancher sehnt sich nach der guten alten Zeit zurück, wo ein tüch— tiger Verhauzaun aus gefällten Bäu— men Mode war. K. G. Saaten und Ernte. Das Statistische Bureau des Acker— bau Amtes in Washington hat am 7. Auaust den monathichen Bericht über den Stand der Saalen und den GErnte— Ertrag veröffentlicht. dlnfolge der fast allgemeinen Trockenheit war der Stand der Saaten am 1. August schlechter als am 1. Juli. Der Stand des Welschkorns am 1. August betrug 82.5 Prozent, gegen 82 am 1. Juli, 82.8 am 1. August 1907. und 83.1, durchschnittlichen Stanb an 1. August während der letten 10 Jahre. Rech— net man 100 Prozent auf eine Nor— mal-Ernte, so hat das Welschkorn in den einzelnen Staaten folgenden Stand: Staaten. Prozent. Illinois 7 Jowa 2 2 2 2 2 83 Texas 86 Missouri 74 Nebrasla 86 Kansas 76 Oklahoma Indiana 76

Ohio 2 2 85 Kentuch 82 Tennessee .84 Alabama .87 Nord-Carolina 91 Arkansas 7 709 NMijsissippi 26 Nach vorläufiger Berechnung wer— den 14 und drei Zehntel Bushel Win— terweizen vom Acere gedroschen wer— den, was einem Total-Ertrag von 425,940,000 Bushels gleichkommt. Die Qualität des diesjährigen Wei— gzens ist etwas geringer als letztes Jahr. Der Sommerweizen ist nahezu 9 Prozent zurückgegangen seit dem 1. Juli. Am 1. August betrug der Stand 80.7 Prozent. dln Nord-Dakota beträgt der Stand des Sommerweizens 75, in Minnesota 86, in Süd--Dakota 90, im Staate Washington 60 Prozent. Der Stand des Hafers ist seit dem 1. Juli ebenfalls zurückgegangen: von 85.7 am 1. Juli auf 76.8 Prozent einer Normal-Ernte am 1. August. In Jowa ist dieses Jahr bedeutend weniger Hafer vorräthig als letztes Jahr um diese Zeit (schätzungsweise 8,566,000 Bushels weniger). In Illinois soll der Vorrath 2,800,000 Bushels weniger betragen als letztes Jahr am 1. August. Der Stand der Gerste betrug am 1. August 83.1 ere-er einer Normal- Ernte. Durchschnitt für die letzten zehn Jahre: 88.4 Prozent. Zwischen dem letztjährigen und dem diesjährigen Stand des Roggens am 1. August (oder zur Zeit der Ernte) ist wenig Unterschied. Das mit Buchwelzen bestellte Areal ist dieses Jahr ein und zwei Fünftel Prozent geringer als letztes Jahr. Der Stand betrug am 1. August 89.4 Prozent. Durchschnitt für die letzten zehn Jahre 91.5 Prozent. Der Stand der Kartoffeln am 1. August war beinahe 4 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt, und betrug 82.9 Prozent, während der Durchschnitt für die letzten 10 Jahre 86.8 Prozent beträgt. „Land— mann“. Rüben unb Kohl. Suche giftige oder schädliche Pflan— zen überhaupt soviel als möglich auf Weiden und Wiesen zu vertilgen. 44 Beobachte in Allem die größte Reinlichkeit; denn sie ist die erste und Hauptbedingung für die Gesundheit der Thiere. 4 4 Schütze das Vieh soviel als möglich gegen Sonnenbrand, aber auch gegen talten Regen, und lasse es nicht auf kaltem, nassem Boden liegen. 414 In Zukunft dürfen keine irgendwie beschädigten Briefmarken mehr benutzt werden. Und wenn eine noch so kleine Ecke abgerissen ist, werden so frankirte Briefe nicht mehr befördert, sondern 14 Tage zurückbehalten, um dann, falls nicht Grsatz geleistet wird, in die „dead letter office“ in Washington be—- fördert zu werden. 14 „Dollarweizen“, ein magisches Wort, das dem Farmer des Nordwe—- stens den Gipfel und die Summe aller Wünsche bedeutet. Es ist dieser Tage wieder einmal ausgesprochen und zwar nicht auf der Börse, sondern von nüchternen Geschäftsleuten, die mit der Spekulation nichts zu thun haben. des Nordwestens und des Handels in unserm Landestheil überhaupt wollen wir hoffen, daß die schöne Prophe— zeiung diesmal in Erfüllung geht. 4 Alle Die, welche über Landerwer—- bungen und sonstige Verhältnisse im Staate Minnesota in den letzten Monaten angefragt haben es wird deren Zahl auf 10,000 geschätzt meistens Personen aus Jowa, Allinois und Ohio, werden dieser Tage das Programm für die Staats-Ausstellung erhalten. Um den Interessenten die Zweckmäßigkeit eines Besuches der „Fair“ vor Augen zu führen, wird Einwanderungs- Commissär George Welsh das Programm mit einem be— sonderen Schreiben übersenden in welchem die Betreffenden darauf hin—- gewiesen werden, daß sie auf der Aus— stellung alles Das sehen können, was für ihre Zwecke wissenswerth und nöthig ist. Hopkins Witty, luweliere unb Optiker. 864 Main Street, DUBUQUE, 110 WA. DR. COLE. Osteopath... Beide Telephone. Altes: Ofsice 1282 I. Altes: Wohnung 1385 I. Neues: Office 10783. Bank and Insurance Building, DUBUQUE, 10 WA. Key City Livery, I. Haudenshield, Eigenthümer. 18. Straße und Couler Ave., Dubuque. Kutschen geliefert für Begräbnisse, Opera Parties und Bälle. „·MBeide Telephone 210... Byrne Bros. Transfer Co. werden Ihren Koffer nach irgend einem Theile der Stadt für 25

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Luxemburgisches. Vereinigte Staaten. Machträglich., Nach Dubuque zurückgekehrt ist nach ausgedehnter Europareise Herr Prof. d P. Müller. Es war dies bereits eine sechste Reise nach Europa. Nach LeMars, Jowa, zurückgekehrt sind dieser Tage von einer zweijähri gen Europareise Herr und Frau Oberecken. Dieselben hielten sich meist im Großherzogthum Luxemburg auf.

Stadt und Umgegend. Herzliches Willkommen! Ein herzliches Willtommen bietet! in der gegenwärtigen Heimkehr-Woche die Stadt Dubuque all' ihren ehe maligen Kindern, die das Schicksal aus ihrer Mitte gerissen. Sie ist älter geworden, sie ist stattlicher geworden; Ddoch ihre Liebe ist sich gleich geblieben, ist mit den Jahren gewachsen. Ihr alte und jüngere Dubuquer werdet sie bei Enrer Heimkehr wiederfinden, als theure Mutter ihrer Kinder, und solche heißt unsere alte Schlüsselstadt, das amerikanische Heidelberg, Euch Alle herzlich willkommen! Katholische Taubstumme sollen tatho lische Schulen besuchen. Katholischen Eltern ist wiederholt vbon Bischöfen, Synoden und Conzilien eingeschärft worden, ihre Kinder in Hatholische Schulen zu schicken.! Keine Ausnahme von dieser Regel wurde für die Taubstummen gemacht.; Dieselben begründeten Ursachen fan den sich hier in noch prägnanterem Maßze. Die Kinder kamen nämlich in sogen. staatliche „Boarding“-Schu—- len, wo sie nicht mehr unter dem Ein—-! flusse ihrer katholischen Eltern standen, wo sie sogar dem Glauben ihrer Eltern entfremdet wurden, wo sie in Sachen der Religion unaufgeklärt und un wissend blieben und demgemäß ihren Glauben verloren. Eine hinkende Entschuldigung gilt hier nicht. Ein taubstummes Kind hat ein ihm von Gott gegebenes Recht eine katho—- Lische Erziehung zu erhalten. Da— her ist es Pflicht von Seiten der Eltern oder deren Stellvertreter ihnen eine solche GErziehung zu verschaffen. Nichts tann eine „stiefmütterliche“ Behand lung dieser hilflosen Kinder ent schuldigen. Es gibt 14 Schulen für katholische Taubstumme in den Ver. Staaten. Die uns zunächst sind in St. Louis, Mo., Chicago, 111., und St. Francis, in der Nähe von Milwaukee, Wis. Das St. Johannes Institut für r stumme, das älteste und größte im Westen, wird am 1. September seine Thore öffnen. Die Gebäulichkeiten sind alle neu, modern und gut einge richtet. Die Erziehung, welche hier gegeben wird, ist eine vollständige; der Geist und vor Allem das Herz werden ebildet, und der gewohnheitsmäße Keiß wird den Kindern beigebracht. AKinder sollten im 6. Lebensjahre in jene Schulen geschickt werden, unge achtet jener sündhaften Sentimenta— lität, die ihnen so verderblich wird. Um Näheres wende man sich an: Rev. M. M. Gerens, St. John's Instilute, St. Francis, Wio

Sie wollen billige Lebensversicherung. Die Vorschläge der verschiedenen Lrrtinrereine der R. K. Gegenseitigen Schutzgesellschaft von Jowa, für die zweijährliche General Versammlung, welche am 7. und 8. Oktober 1908 zu Breda, Jowa, stattfinden wird, sind in gedruckter Forzn an die verschiedtnen Zweigvereine ausgeschickt worden. Was besonders auffällt, ist der Sturm auf den Reserve-Fond. Es gibt offenbar Leute die, in der besten Meinung, ihren eigenen Interessen feind sind. Die Summe von 200,000, welche der Reserbe-Fond bald erreichen soll, scheint manchen Leuten eine große Gefahr für den Verein. Wenn man bedenkt, daß die Schutz gesellschaft Verbindlichkeiten von wenigstens $8,000,000 hat, so muß Einem doch einleuchten, daß 8200, 000 keine besondere große Sicherheit dafür bieten, daß die 88,000,000 wirklich ausbezahlt werden. Wenn man zum Beispiel, mit den 8200,000 vollrätige Sterbefälle bezahlen sollte, so würden dieselben gerade für hun— dert Personen genügen. Da die Schutzgesellschaft gagenwärtig etwa 4,500 Mitglieder hat, so könnten die übrigen 4,400 Mitglieder gleich dar— auf beginnen, wieder einen neuen Re— jerve-Fond zu sammeln. Offenbar hat der Traum von einer billigen Le— bensversicherung noch nicht in allen Geisiern „ausgespult“. A Solche Leute, die allzu nachdrücklich auf billige Lebensversicherung be— stehen, erinnern lebhaft an den Ir— länder, der sich geäußert haben solle, er wolle unter allen Umständen den Frieden, und müßte er um den— selben kämpfen.

Ein Kuriosum wie es wohl nicht auf unserer Tri— tate Fair zu sehen sein wird, findet ich im Besitz eines Farmers, Namens Win. Cockburn zu Aurelia, Jowa. Dieser erhielt nämlich neulich einen merkwürdigen Zuwachs in seinem Stalle. Eine Kuh brachte ein Kalb zur Welt, das statt der Haare eine harte Schale ähnlich einer Schildkröte am ganzen Leibe trägt. Der Schwanz, der 6 Zoll lang ist, ähnelt auch dem Schwanze einer Schildkröte und läuft spitz zu. Der Farmer er— klärt sich die Sache so und meint, die Kuh habe im Zustande der Trächtigkeit aus dem Bache, der durch die Farm fließt und von Schildkröten wimmelt, getrunken und habe sich vor einem solchen Thiere erschreckt. Aus der ganzen Umgegend kommen die Farmer nach Aurelia, um sich das Kuriosum anzusehen.

Primizfeier zu New Vienna, Jowa. Der hochw. Vater Michael L. Kerper von New Vienna, Fowa, welcher am 13. Juni dieses Jahres zu Rom die hl. Priesterweihe empfing, las seine erste hl. Messe am Mittwoch, den 10. August, in der dortigen St. Bonifa— tius-Kirche. Ihm zur Seite standen die folgenden hochw. Herren: als Assi—- stent-Priester, Rev. Vater W. F. Pape, Pocahontas, Ja.; als Diakon, Rev. J. M. Wolfe, Dubuque, Ja.; als Sub— Diakon, Rev. F. C. Wiliging, Du— buque, Ja., und als Ceremonien—- meister Herr Eugene Gehl, Kenosha, Wis. Die eindrucksvolle Predigt hielt der hochw. Vater dF. F. H. Huesmann von Mt. Carmel, Jowa. Weiter waren noch die folgenden hochw. Herren zugegen? Rt. Rev. Msgr. Rainer, St. Francis Seminar, St. Francis, Wis.; Very Rev. Vater G. W. Heer, Dubuque; Rev. F. W. Oberbroeckling, Luxemburg; Very Rev. Warning, Dyersville; Rev. J. Probst, North Washington; Rev. Geo. A. Hauck, Dubuque; Rev. F. X. Bö— ding, St. Lucas; Rev. Wm. Cremer, Dubuque; Rev. J. C. Stuart, Du— buque; Rev. J. I. Breitbach, Du— buque; Rev. A. R. Thier, Dubuque; Rev. J. Hehir, Dubuque; Rev. M. Thiltgen, Sherrills Mound; Rev. Jos. Schillmoeller. Balltown; Rev. F. Na— bers, Stachville; Rev. J. H. Brink— mann, Guttenberg; Rev. Jos. Hager— mann, Roseville; Rev. A. Woerdehoff, Dubuque; Rev. Bandfield, Bankston; Rev. J. Hanley, Monti; Rev. J. IJ. Semper, Dubuque; Rev. J. Heuzel— meyer, Wesley; Rev. J. C. Nacke, Dyersville; Rev. P. Puetz, Jonia; Rev. B. Luedke, New Vienna; Rev. H. Wilberding, Tama; Rev. D. Mulcahy, Waterloo; Rev. J. B. Albers, Cas— cade; Rev. B. Hillebrand, Columbus, Ja.; Rev. G. Knopstein, Springbroot und Rev. H. P. Hauprich, Bisum, Ja. Der junge Priester ist der Sohn von Herrn und Frau B. Kerper, welche auf ihrer Farm einige Meilen westlich von New Vienna wohnen. Vater Kerper besuchte während zwei Jahren das St. Francis Seminar in der Nähe Mil— waukee's, Wis., sodann trat er in's St. Joseph's College zu Dubuque ein, wo er 1904 graduierte. Er begab sich alsdann nalh Rom, wo er in's dortige amerikanische theolegische Seminar eintrat. Mögen ihm viele segensreiche Jahre im Weinberge des Herrn beschieden sein! Eine Niedertracht» die exemplarische Strafe verdient. Durch anonyme Schmutzbriefe, voll der gemeinsten Verleumdungen, lesen wir in einem Wechselblatte, hat ein junger niederträchtiger Schurke Frl. Susie Cecil von Millersville, in der Nähe von LeMars, Jowa, ein braves Mädchen, um den Verstand gebracht und in den Tod getrieben. Frl. Cecil nahm sich nämlich diese niederträchtige Kränkung und Verletzung ihrer Ehre so sehr zu Herzen, daß sie den Ver— stand verlor und sich vergiftete. Die Polizei sucht dem Schandbuben auf die Spur zu kommen. Hoffentlich wird derselbe, wenn er— wischt, exemplarisch bestraft werden. In Minneapolis, Minn., geht man in dieser Hinsicht in der richtigen Weise vor. So lesen wir dieser Tage, ein dortiger Polizeirichter habe zwei, junge Männer, sogen. „Mashers“, die sich Mädchen gegenüber aufdringlich be— nommen haben, in's Arbeitshaus ge— steckt. „Bravbo! schreibt hierzu ein St. Paul'er Blatt. Wann wird denn bei uns die Polizei einmal beginnen, diesen Burschen zu Leibe zu gehen? Man nehme einmal ein Paar fest und gebe ihnen die gleiche Dosis wie ihren Minneapoliser Gesinnungsgenossen, und unsere Straßenecken werden zwar an Lebhaftigkeit verlieren, an Anstand aber gewinnen.“ Das läßt sich auch von den öffentlichen Verkehrsplätzen und namentlich die den öffentlichen Verkehr vermittelnden Straßenbahnen anderer Städte sagen. In der Be— ziehung könnte auch noch gar Manches besser sein in unserm Dubuque. Kleinere Nachrichten aus Stadt und Umgegend. Bei der verflossene Tage zu Boston, Mass., tagenden Ameritka— nischen Föderation katholischer Vereine wurde Herr Nikolaus Gonner zum Vorsitzenden des National Exekutiv—- Comites wiedererwählt. Es ist dies bereits die dritte Wiederwahl für ge— nanntes Amt. Herr Nic. Gonner war bei der diesjährigen Tagung der Föde— ration nicht zugegen gewesen. I. P. Frantzen, deutscher Advo lat und Notar, Zünmer 413 Office- Gebäude. 9. und Main-Straßze. Am verflossenen Mittwoch ist der hochw'ste Erzbischof I. I. Keane aus dem Osten, wo er sich in den letzten Monaten gesundheitshalber aufgehal— ten, hierher zurückgekehrt. Derselbe ist bei guter Gesundheit und sieht stärker und rüstiger aus als vor den letzten zwei Jahren. Ferring Kretschmer, Grund—- eigenthums- und Versicherungs-Agen ten. Lincoln Buildina. den verflossene Woche ehelich getraut: Frl. Phyllis Gerken und Herr Georg H. Ellwanger. Glück zum Bundel guxembuxrger Gazette, Dienstag, den 25. August 1908. Ende der New York —Paris Auto- Wettfahrt. Ein ganz besonderer Umstand war es, der den Erfolg Köppen's krönte, der aber jedem anderen Wettbewerber der in Paris anlangte, abging, schrie—- ben wir in letzter Nummer. Und das sei Köppen's außergewöhnlicher Muth und unerschütterliche Ausdauer ge—- wesen. Das war es. welches den deutschen „Protos“ zu diejen Trium— phen geführt hat, nachdem bereits srheinbar alle Hoffnung auf Erfolg geschwunden war. Wie wahr Dieses ist, werden unsere Leser hier erfahren. Köppen und seine Genossen, Hans Knappe und Ernst Maaß waren Laien in der Handhabung eines modernen Auto-Wagens, als sie von dem Ehr— geiz getrieben wurden, Deutschland in dieser Wettfahrt vertreten zu sehen. Sie besuchten dreißig Auto-Fabriten, um den bestgeeigneten Wagen aus findig zu machen. Sie brachten es! schließlich so weit, Fabritkanten von Kraftwagen zu bewegen, ihnen eine Car zu schenken. Von einer unternehmungslustigen Berliner Ta geszeitung erhielt das Trio $1,000; die Kraftwagen Gesellschaft steuerte ebensoviel bei. Die drei Mann kamen sodann überein, alle übrigen Unkosten selbst zu bestreiten. In dreißig Ta gen war der „Protos“ fix und fertig. Fünf Tage vor dem Wettrennen langte man „gerüstet“ in New York an. Aber Mißgeschick haftete ihnen durch den ganzen amerikanischen Con tinent stets an den Fersen. Als sie in New York ihren Wagen vom Dampfer abluden, war er so be schädigt, daß nur die vereinte An— strengung all' ihrer Kräfte es ihnen ermöglichte, für den Beginn der Wett-- fahrt fertig zu werden. Man hatte ihnen schlechten Rath betreff der Reise-Vorbereitungen ertheilt. Dem— gemäß hatten sie den „Protos“ da schwer beladen, indem sie alles Nöthige für die Reise durch Alaska und Sibi rien durch die ganzen Ver. Staaten mitschleppten. Als sie New Hork ver--! ließen, wog der „Protos“ über 8,- 000 Pfund, und wenn auch Einiges dieser Last voraus per Bahnachse de: schicktt wurde, war der Wagen doch noch sehr überladen. Außerdem hatte man noch die holperigen und oft un fahrbaren Wege. Die außergewöhnlichen Blizzards, von welchen die Wettfahrer in In—- diana heimgesucht wurden, waren be—- sonders nachtheilig für den schwer be ladenen „Protos“, und dieser fiel be reits mehr und mehr ab. In Chicago endlich entspannen sich Differenzen zwischen Maaß und Knappe einerseits und Köppen andererseits, und zwar wegen Leitung des „Protos“. dr· pen erklärte, er könne nicht zurüc treten, da er sich „durch Armee-Be stimmung zur Betheiligung am Auto—- Wettrennen verpflichtet habe“. So traten Maaß und Knappe zurück. Köppen war nun gezwungen, der allerdings kritischen Lage die Stirne zu bieten, d. h. auf dieser weiten Reise durch unbekanntes Land den „Protos“ selber zu führen, ohne irgendwelche fachmännische Erfah—! rung; und doch schwankte er keinen! Augenblick. Und noch eine andere große Schwie—- rigkeit blieb zu bewältigen. Die! Wettfahrt würde bis zum Einzuge! in Paris 80 Prozent dieser Summe mußte Köppen haften. Die Kosten sollten gleichmäßig unter das Trio vertheilt werden, bis auf 310,000, und Köppen brachte des weiteren noch 35,000 als Reserve-Fond auf Als die beiden anderen Deutschen zu Chicago zurück—- blieben, vereinbarte Köppen nicht blos, Maaß und Knappe völlig zu entschä— digen, sondern alle Ausgaben selber zu bestreiten. Als er Dieses that, war er sich wohl bewußt, daß hiermit sein ganzes Vermögen draufgegangen! und daß er sich noch obendrein in eine Schuldenlast von SIO,OOO gestürzt hatte. Er heuerte einen deutsch ameri—- kanischen Mechaniker, Namens Schnei der, um den Wagen zu führen, und so ausgerüstet, verließ der „Protos“ Chicago mit zwei Tagen Verspätung. Inmitten Fowa's (Clinton) fand sich Köppen ohne Wagen-Pneumatics; jene welche er voraus nach Seattle ge—- sandt, waren verloren gegangen. Dieser Umstand kostete ihm nahezu eine Woche, ehe er sich mit neuen Reifen versehen konnte. Nach einer Reihe von ähnlichen Un— fällen langte er endlich zu Ogden, Ntah, an, von wo noch 1,500 Meilen ameritkanischer Boden zu durchqueren blieben. Zu gleicher Zeit aber be— fand sich der amerikanische Wagen zu Seattle, Wash., fertig, um nach Alaska überzusetzen, und die übrigen Kraftwagen, die die Wettfahrt mitge macht, befanden sich in San Fran— cisco. Köppen fuhr unerschütterlich weiter; als er aber die Strecke zwi—- schen Kelton in Utah und Montello in Nevada kreuzen wollte, brach der „Protos“ zusammen. Dieser letzte Unfäll wäre genug ge—- wesen, um das stärkste Herz zu ent muthigen, aber es erschütterte Köppen nicht. Eine Woche blieb er in Ogden, um den Wagen ·reparieren zu lassen, und dann ging's wieder weiter und zwar ließ Köppen San Francisco links liegen und fuhr direkt nach Seattle. Ehe er zu Seattle sich einschiffte, traf ihn der härteste Schlag. Schnei—- der, der versprochen, die ganze Strecke bis Paris mitzumachen, erkrankte und tehrte um, und wohl oder übel mußte Köppen mit dem „Protos“ allein ab—- dampfen. Er kabelte nach Berlin um Hilfe und die Firma des „Protos“ sandte ihm zwei erfahrene Chauffeure nach Wladiwostok. In Sibirien lächelte Köppen das Glück, d. h. hier erhielt er frische Mannschaft, welche die Gegenden nnen, und hier war er stets in Ver— bindung mit den nöthigen Hilfs-- mitteln, falls dem „Protos“ ein ur glück zustoßen sollte. Trotzdem wa— ren die Amerikaner ihnen zu verschie denen Malen voraus; diese aber folgte dem „Thomas Flyer“ stetig auf den „Fersen“, überholten ihn und langten zuerst in St. Petersburg an. Und dann ging es im siegreichen Zuge unaufhaltsam weiter über Berlin nach der westlichen Metropole Europa's: Paris. Ein Preis von 81,000 wurden dem Kraftwagen angeboten, welcher als erster Chita (Rußland) von Wladiwostok aus erreichen würde. Die Amerikaner erlitten einen Unfall, der sie um fünf Tage zurückbrachte; die Deutschen errangen den Ferir Ein zweiter ähnlicher Preis wurde für die Car ausgesetzt, welche als erste in St. Petersburg anlangen würde. Die Amerikaner waren des Sieges schon gewiß, als sie einen andern „Unfall“ hatten, der ihnen wiederum fünf Tage kostete und wiederum waren die Deutschen die Sieger. Diese Wettfahrt war ein großer Ansporn für den Automobilsport und für eine erhöhte Thätigkeit zur Her— stellung solcher Kraft-Maschinen; aber in weiterer Hinsicht öffnet diese Wettfahrt den Ämeritkanern die Augen in Bezug auf unser armselig-trauriges Landstraßen-Wesen und wenn be Wettfahrt in der Hinsicht die Ver— einigten Staaten „beglücken“ sollte, so hätte sie dadurch uns Amerikanern einen sehr großen Vortheil gebracht. Denn nebst guten Eisenbahnen, die wir haben, nebst guten Wasserstraßen, die! wir in der nahen Zukunft bekommen müssen, sind die nächstbesten Verkehrsförder für ein Land, moderne, bequeme Landstxaßen. In der Hin— sicht wird di Wettfahrt einen allge-- mein praktischen Vortheil für die ganze Nation haben. Das ist wenig stens zu hoffen! MM— In der Hl. Geist-Kirche wurden verflossene Woche durch den hochw. Vater Weirich ehelich getraut: Frl. Elise Seemon und Herr George J. Vogel von Dubuque. Glück zum Bunde! Ausweis ũüber den Destand der lowa Trust and Savings bank, organisirt unter den Gesetzen Jowa's, etablirt zu Dubuque, im County Dubuqũe, am Schlusse des Geschstes am 14. Angust, A. D-, 1908, wie er dem Gesethe gemaß an den Auditeur des Staa tes gemacht wurde. r Guthaben: Betrag an Wechseln, Bonds und anderen E ee und von der Bank geeigneten Sicherheiten.. $1,788,762.30 vrarden kae an Hand wie olgt: 2 Goldmünze. ð 38.400.00 Silbermünze und Lulien b, 680.00 Leta!l Tender Karienl Bant-· noten und. en etr en Wechsel auf za hige Banten Lrr ub 2 etrãge an Ha 27 53,180.07 vrra- der auf S positen von za gen Banten ünt e gezogen werden kann; Corn Exchange dälonat Bank, Chitago. Merchants Loan Trust Co., Chicago 67,070.04 National Bank of Commerce, New Yort. 11L078.07 Jowa National Bant Des Moines.. 10,027.40 Northwestern National Bank, Minneapolis... 12 538.01 ——s 206,243.19 Overbraitt. ù 260.36 1 ———ìſt3 *9.36 Werth des von der Bank ge eigneten Grund Eïgen thums.... S 83,000.00 Werth des von der Bank ge eigneten Personal Eigẽn thums.. Gesammt-Guthaben.... 62,041,682.02

Verbindlichkeiten: Einbezahltes Attientapital..s 200,000.00 Der tanlteo ar jällige Be- trag ist sotgender: Sichi-Depositen. b 214,161.13 Zeit-·Tepositen: Commercial. 530.147.61 Ersparnisse.. 840,3410 88 Mar Soulb irgend tin 1,508,658.62 ige uld irgeud einer Atrkan Pidn Dantkiers oder andere Personen al reguläre Deposttoren: 1 zerltere Wechsel.. Keine tDibtentnnen: Keine Tlearing House sällig.. Keine Betraa der nicht vertheilten Profite: Ueberschuß·-Fond. 20,000.00 Andere Prosite an Hand (nach Abzug von Steuern u. Un tosten). ñ,t 122,975.80 la2o Gesammt· Verbindlichkeiten 22,041, 023.92 Betrag der Berbindlichteiten an die Sank von Seiten der Di rettoren: Als Anleihende. Keine Als Gutsprechende Keine

Staat Jowa,.! Dubuque 24 2 Wir. B. W. Laey, Präsident, A. T. Lusch, Viee- Präsident.,. und Mautriee Brown. Kassirer obengenannter Bant, beschwören seierlich, datz nach unserem besten wissen und Glauben vorgehender Ausweis vollstndig, wahr und richtig ist; und daßz die oben angegebenen Guthaben „vonã e Eigen thum besagter Bank in ihrer Capacität als Corpora tion sind; und daß kein Theil derselben besagier Bant zu dem aelieten oder vorgesgolen worden ist, um als Theil ihrer Guthaben angegeben zu werden. B. W. Lacy, Prsident. A, Z. eut- Vice-Prasident. Maurice Brown. Kassirer. Vor mir unterschrieben und beschworen von B. W. Lacy, A. Lusch und Mauricee Brown an diesem Wien Tage des August 1908. Joeth Nelson,. Siegel.) öfsentliher Notar. Bescheinigt von: I. B. Rider. „Lester Bissell, 2D. M. MeFadden, Direlloren. MT. CARMEI. bei Electra, Wichita Co., Texas, im Red River Thale. Wer sich für diese rasch auf— blühende dentsche katholische Colonie interes— sirt, sollte balbigst kommen. Jeyt ist die Zeit, unsere prächtigen Felder mit Weizen, Hafer, Korn, und Baumwolle in Augen— schein zu nehmen. Nähere Auskunft ertheilt: EMIL FLUSCHE, Electra, Toxas. Achtung, Katholiken! im in der Na eient atr tu ud einen Lht eseentedut umseht, wo der Boden reich und die Breise nied rig sind, so knnt Ihr das Gewünschte im Grand county Süd-Dakota sinden. Wir haben hier vox mehr als 2 gahren he: wohnt und können Euch diesbetresf volle Ein tjeiten geben. Reserenz: Rev. Franz I. Ünsere Adresse ist: Martens Bros., Milbant, Süd-Datota. 1 3 St.Joseph's College, Dubuque, lowa. Klassische, Philosophische, Wissenschaftliche, Vorbereitungs- und Elementar -Bildung. Für Katalog, der nähere T Auskunft gibt, schreibt an REV. D. M. GORMAN. Katholische Universität von Amerika. VWASHINGTON,. D. C. Rt. Rev. D. I. O'Connell, D. D., Rekltor. Für geistlicthe und Laien-Studenten. Collegien und Graduirte·Abtheilungen. Der Heebsttermin beginnt am 8. Oktober 1908. Sehen Sie sich nach Land um? Wenn so, dann kommen Sie nach Spalding, Greeley Co., Neb. wWo die tisenbahn erst vor sechs Fahren ge baut wurde. Wo das Land noch niedrig im Preise ist. Wo Sie Ihr Geld in fünf Fahren verdop peln können. Wo es keine Ueberschwemmungen, keine Ha gelstürme und keine Cyclonẽs gibt. Wo die Winter mild sind und dbie Sommer- Saison lang. Wo Korn, Winterweizen, Hasfer, Roggen, Gerste und Kartoffein reiche Ernten ne fern und wo Alfalfa bestens gedeiht. Hier kbnnen Sie ènte Kinder nach einem coneginm. einer Akademie, einer Psarr- oder öffentlichen Schule schicken. Hier findet man weiches, kühles Wasser in einer Tiefe von 70 bis 120 Fuß. Hier ist die Gegend von deutschen, irischen und belgischen Lattoliten besiebeit, und liegt 1876 Fuß über dem Meeresspiegel. Be eilt eug: Kaufet jett, so lange das 1 Land billig ist. Wohnet in r Nuhe eae College-Stadt. Beeilt Cuch! Kaufet rr: Land. Es ist 1 eute- Eigenthum während einer Panit. esser whrend guten Zeiten und immer das beste Eigenthum. Beeilt Euch! Schreibet gleich. „Derienige der zögert, ist verloren.“

Spalding, Nebraska, ist im östlichen Tie yon Greeley Co., Neb., fegen der Endpunkt eines Zweiges der nion Pacisie Eisenbahn, 60 Meiten nordwest lich von Columbus und 150 Meilen von Omaha. Es liegt in der Mitte einer blühen den Farmgegend. Der Boden ist ein alluvia ler sab. welcher die Feuchtigkeit schnell auf-- nimmt und das Land kann am Tags nach einem schweren Regen wieder bearbeitet wer den. Es gibt keine Ueberschwemmungen, keine Cyclones und während den letten 30 Jahren wurde diese Gegend von nur einem verheerenden Fagellurm h eimgesucht. Korn ergibt ostmals 70 Bushel, Winterweizen 416, Gerste 60, Hafer 90 und Alfalfsa 6 Tonnen per Acker. Spalding ist bestimmt, ein droser Lehrcentrum zu werden. Hier besindet sich das Spalding Codegium, unter der Leitung der Franziskaner-Brüder, welches 300 Stu—- denten aufnehmen kann, die Our Lady of Lourdes Akademie und eine Sommer Nor malschule, deren Schüler von der Staats— Universität anerkannt werden, und welche unter der Leitun- der Dominikaner·Schwe stern steht, eine Bsarrschule und eine öffent-1 liche Hochschule, die Fis,ooo kostete. vieit Lehranstalten sind gegenwärtig überfüllt un neue Anbäue müüssen binnen Kürzem exrichtet werden. Eine tathonsche Kirche. welche Foo.- 0000 kosten wird, ist im Bau begriffen. Spald ing ist eine kosmopolitische Stadt und Ge— schäftsreisende behaupten, es sei der geschäf— tigste Liet an der ganzen Strecke. Gutes Lehmland in der Nähe kann gekauft werden sür 380 bis FBO per Acker. Lasset Euch eine beschreibende Liste dieser Ländereien kommen. Schrerbet uns am Tage wor Eurer Abreise. ünsere Office besindet sich an der Ecke der Main- und Depot-Straße, im oberen Stoct wert des Fritz Block. COMPANI, SPALDING, NERRASKA. P. I. Philbin, Geschäftsführer. Wo ist I. B. Smith? Herr I. B. Smith, ungefähr 65 Jahre, der zu ter aus Dubugue, Jowa, von sich hoören ließ, wird freundlichst ersucht, seine Adresse an die Ge schäftsführung dieses Blattes zu senden. Sollte irgend Jemand uns Auskunft geben können, so wären wir sehr dankbar. K Ein Sd-West-Missouri Bargain. 120 Acker, 60 unter Cultur, Rest suter Holzland, kann ganz bebaut werden. Obllgarten. gutes Wasser, drei Zimmer-Haus, vier Meilen von der Stadt, Landpost, zum Schleuderpreis von FI2OO Ker- andere Bargains, in belirbiger Lroße un L annehmbaren Zallunortermtne Schreibt um Büchlein, Vietor Wm. Reitz Realty Co., St. James, Mo. Die beste Sicherheit auf der Welt ist die Erde selbst, die sicherer ist als Bantken, Bondbs oder Arttiön. Leget Euer Geld in gute Farmländereien an und ruhet wohl. 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Wegen Nhe rem, Zeugnisse u. s.w., schreibe man an: Edward O. Boedi no Seneca, aũsas. Feine Farm billig zu verkaufen. Dieses Bild zeint das behagliche, aehn Zimmer enthaltende, zweistöckige Wohnhaus auf der unten zum Lerkaufe angezeigten Farm der Frau Rosa Noësen nahe Crootston, Mann. Die Farm liegt im Red River Thale, acht und eine halbe Meile von Crookston, Polk County, Minn. Die Farm umfaßt 600 Acker guten, rei— chen, schwarzen Boden; in vier Theile oder Farmen getheilt, welche nahe bei einander liegen. Die Farm mit den Gebäuden besteht aus einem hübschen zweistöckigen Frame-Haus mit zehn Zimmern, feiner, großen Scheune, Kornboden, Schuppen und zwei guten artesischen Brunnen. Ein schöner Rasenplatz umgibt das Haus und ein hübscher künstlicher Grobe ist nahebei. Der Dame ist sehr daran gelegen, das Land zu verkaufen, deshalb bietet sie dasselbe zu einem Preise, der wirklich MRS. ROSA NOESEN. Crookston, Minn., ober an REV. M. L. NOESEN, Dead wood, 8. Dak. 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Day County wurde im Jahre 1880 besiedelt und hat 7 katholische Kirchen in denen in englischer. deutscher, sranzösischer und polnischer Sprache gepredigt wird. Ländereien von 16.00 bis 540 obro Acker je nach der Lage und den Verbesser ngen. Schreib- um Näheres an die: EGELAND'S LAND AGENCY, wWwehster, s. D. Dep't. C. St. Francis Conuty das beste und sruchtbarste Land in Arkansas. ehr gesundes Klima und gute Obstgegend. Ale Farmphxodutte stehen hoch im Ve und das Land hst verhältnismäßig billig. Der Countysh Forrest City hat tarholllche Mieche und Schule, ünd residirenden Vielur: Um Auskunst schreibe man an: Rev. I. M. Buscher, Forrest City, Art. 2 2 Mathias Czizek, Jlr., Advolkat und Notar. Ecke der 7. und Main-Straße. DUBUQUE, lIOWA. sein Bargain ist, für irgend Jemand, der gerne eine gute Farm haben möchte. Die Farm wird berkauft wer— den entweder als Ganzes oder in Parzellen. Die Bedingungen: En Drittel bar, das übrige in leichten Theilzahlungen. Die Farm wird ver— tauft werden mit oder ohne die dies— jährige Ernte. Ausgenommen etwa 10 AÄcker Weideland ist Alles unter Kultur. Man muß das Land sehen, sum dessen Vortheile zu würd gen. Das Land wird zu einem aus— nahmsweise niedrigen Preise zum Verkaufe angeboten. Wer zuerst kommt, wird zuerst bedient. Um Näheres wende man sich an Land, billiges, gutes Land zu kansen, wird bald aus immer eine Unmdg lichteit sein sür den armen Mann. Thatsäch- k lich alles Regierungsland in den Ver. Staa ten, welches mit dem Enrcbiconitts Regenian eine Ernte hervorbringt, ist besiedelt unb kann jett nicht belegt werden. Im selben Verhält wie die Enwohnerzah Geninunt steigert sich auch der Bedarf und die Nachsrage sür Land. Folglich muß es von Jahr zn Jahr mehr oder weniger im Breise steigen. Jetzt ï dedhalb die richtige Zeit, um sich 160 Acter, oder so viel mehr ot Bein sich zu sichern im Stande ist, zu verschassen. Land in Ward County, Nor ·Datota, wird auf Fl9o ee: Acker stelgen in einem Viertel der geit. er es in Indiana, Illinois, Jowa undb Min urieta bedurste, um denselben Preis zu er reichen. Die schneller der Fortschritt ist in jeder Veziehung gröher; es gibt keine Ochsentarren mehr, sondern Auto mobile: teine Seitenvpflüge, sondern Dampys vflüge: kein Dampf. sondern Elektrizität. Die Nachsrage nach Land muß mit jedem Jahr Jzunehmeẽn und in der Zwischenzeit wird j gutes, werthvolles Farmland immer rarer. Ward County hat ein gutes Klima, guten Boden, gute Bewohner, gute Schuten. gute j Stähte. ausgezeichneten Cisenbayndienst. Frahte eine ezen solange sie zu haben ist I und solange Ihr im Stande seid, zu bezahlen, J ehe es auf immer zu spät ist. Schrerbet um Cirtkulare an die Renwald Land Agency, Minot, North Dakota. Gute Farmen in deutscher katholischer Gemeinde zu sehr mäßi gen Preisen. Schreibt um Liste und Bilder an I. P. Bellinghausen, Kingsischer, Otla. Achtung, katholische Heimsucher! VBrächtige Gelegenheit sür tkatholische Farmer im Central-Nebrasta. Vilsliges Land. große Ern ten, Eistubahn·hazlitaten Kirchen mit residir endem Pfarrer. lim nähere Infgrmation schreibe man an REV. H. MUENSTERMANN, Edadyville, Dawson Co., Neb.