Luxemburger Gazette (Dubuque, Iowa)
March 24, 1908

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A Luxenburger Cazette.

Organ sür die Lnxemburge der Rer. Staaten. Ossiee: Ecde der 6. und Zowa--Straßze Tubuque, Zowa.

Corenz Honner, Nikolans Konner Cesch sts sũ hrer. Redalteur. r lb i istrir. o et r iien Order oder Bantanwetisung gesändi werd n. üibernehmen wir die Berantwortlichteit. Job Arbeiten a Q aller Art werden geschmackvol und au mäßigen Preisen hergestelt (Speziell für diese Zeitung.) Ein Buch für die heilige Fasten zeit und auch sonst e gibt nur zu viele Menschen, welche im Leben nur zwei Zeit—- Abschnitte kennen, die in wel— cher man die Genußsucht be— friedigt und die andere in welcher man nicht genießt. Solche Leute betrach ten alsdann ziemlich selbstverständ— licher Weise die erste Zeit als den glücklichen Theil ihres Lebens und die zweite als den unglück— Lichen. Dieses gilt auch von jenen Leuten die mit Stolz darauf hinweisen, daß die Genüsse ihres Lebens gei— stige Genüsse seien, das heißt, daß sie sich über die kraß-materiellen Ver— gnügungen wie da sind Essen und Trinten, erheben. Es ist dieser Standpunkt allerdings schon etwas mehr menschenwürdig als jene Auf— fassung des Lebens welche im Bier— trinken und im „Festessen“ die höchste Summe irdischen Glückes sieht. Ein viel höherer Standpunkt, der einzig richtige jedoch, ist derjenige welchen der Christenmensch einneh—- men soll. Leider gibt es in diesem Sinne heutzutage nur wenige wirkliche Christenmenschen. Und dennoch, wie nothwendig wir sagen mit Fleiß nothwendig ist die christliche, katholische Ansicht des Lebens gerade in unseren Tagen der krasseren wie auch der verfeinerten Genußsucht! Mit besonderer Freude muß man deshalb ein Werk begrüßen das jenen Menschen Stütze auf Auf— munterung bietet, welche in ihrem Verbleiben hier auf Erden, das heißt. in dem menschlichen Leben nur die Prüfungszeit sehen, welche sie würdig machen soll in das eigentliche Leben, das Leben für immer, einzugehen. Ein solches Buch ist uns dieser Tage in die Hand gelangt und wir schätzen uns so glüctlich über den Fund, daß wir gerne unseren Theil dazu beitragen möchten, dieses herrliche Werk und die Lehren welches es ver— xündet, möglichst zu verbreiten. Wir meinen das Buch von Fr. Albert Maria Weiß aus dem Dominitaner—- Orden, welches den Titel hat „Die Kunst zu leben. Ein Handbüchlein für Erzieher und zur Selbsterzieh ung.“ Dasselbe ist in dem Verlage von Herder erschienen und, in Anbe— tracht des Haufen Goldes von werth— vollen praktischen Lebensgrundsätzen die es bietet, ist der Preis von sl.lO geradezu ein Spottpreis zu nennen. Wenn man so recht unter dem Ein— drucke der Lehren dieses Werkes steht, bedauert man, -daß man überhaupt von einem Geld werthe bei Erwähnung desselben reden muß. Wir müssen aber. ein Wort der Warnung vorausschicken, wenn wir dieses Werk der besonderen Beachtung empfehlen. Leute welche mit großer Sorgfalt und Vorliebe in ihrem Leben den Götzen der Vergnügungssucht oder die Selbstliebe in besonderer Weise pflegen, Leute die im Leben das Ver— gnügen in irgend einer Form, sei es als Sport, sei es selbst als gemüth— licher Zeitvertreib pflegen und in der Ueberzeugung leben, daß es Lie b— -lingsneigungen gibt die der Mensch nicht bekämpfen soll, oder an die er nicht die Art legen soll, diese werden wohl thun das Werk nicht zu lesen. Sie werden nicht nur keinen Nutzen daraus haben, son— dern es wird einen Sturm von Un— ruhe und Unzufriedenheit mit sich selbst und ihrer Lebensweise heraufbeschwö— ren, daß sie wünschen werden das Buch niemals in die Hände bekommen zu haben. Wir wissen schon wohl, daß gerade eine derartige „Störung im Lebensprogramin“, selbst eines Chri— stenmenschen und Katholiken, eine ganz besondere Gnade bedeuten mag, da eben diese Unruhe und Unzufrieden—- heit mit sich selbst der erste Schritt auf jener Bahn bedeutet welche auf— wärts führt. Deshalb soll diese Bemer— kung einfach ein Compliment für den werthvollen Inhalt des Buches sein und wird hoffentlich auch die Neu— gierde unserer Leser derart an— regen, daß sie sich das Werk anschaffen. Wenn Sie einmal die Lektüre des— selben beginnen, werden sie uns schon Dank dafür wissen. daß wir ihnen diesen „Stein des Anstoßes“ nämlich des Anstoßes zum Nachdenken und zur Lebensbesserung in den Wega geworfen haben. Wie der Titel des Werkes es ganz genau andeutet, sucht Pater Weiß „Die Kunst zu leben“, nämlich wie ein Christenmensch zu leben, dem Leser klar zu machen. Wir sind ja so weit von der rechten Straße in mburge; Mu eurnrs u—— 2 irqhe. 3 14 8 8 E und Jahrgang 37. dieser Hinsicht abgekommen, daß eine Anleitung zu dieser höchsten aller Künste heute mehr denn jemals noth— wendig geworden ist. Weil Rede von einer „Kunst“ geht wird gar mancher einfacher Leser dentken: „Das ist kein Werk für mich.“ Und dennoch, Jeder bei dem nur noch irgend welche be— achtenswerthe Intelligenz und ernste Religiosität vorhanden sind, wird aus dem Werke großen Nutzen schöpfen. Natürlich ist es eine Vorbedingung daß man den Autor verstehen will, denn Personen, welche sich nur für den Alltagsklatsch, wie er in der Lektüre täglicher Zeitungen oder in seichten Liebesromanen zu finden ist interes— sieren, solche Leute wollen nicht verstehen was sie lesen. Die Gehirn— erweichung in Bezug auf ihr Geistes leben ist zu weit vorangeschritten und die geistige Kost welche sie genossen haben, ist derart minderwerthig ge— wesen, daß gesunde, kräftige geistige Nahrung ihnen zum Schrecken gewor— den ist. Deẽdhalb ist aber eben diese gesunde, geistige Hausmannskost um so nothwendiger geworden. Wer ge— sund am Leib und Seele leben will, der sollte sich selbst wenn es etwas Zwang bedarf dazu bereit erklären, solche Nahrung zu sich zu nehmen wie sie Pater Weiß in seinem Werke bietet. Man vergesse nicht, der Autor zeigt uns ja eben die Kunst zu leben. In jenen Zeiten als christliche und katholische Einflüsse das öffentliche und das Privatleben der Gesellschaft, das Leben der Allge— meinheit und des Einzelnen noch be— herrschten, damals war es keine Kunst richtig zu leben. Das Leben aus dem Glauben, das Leben nach den gött— lichen Geboten, das war die Regel, nicht die Ausnahme. Das rich— tige Leben, das Leben wie ein Mensch, ein Christenmensch, ein Diener Gottes leben soll, das ist heute so selten, daßß man es geradezu eine Kunst nennen muß, welche nur die Wenigen und nicht die große Masse mehr versteht. Und so legt es uns Pater Weiß auch dar. Man erwarte dort nicht Schmeicheleien über die großen Vortheile welche Erfindun— gen auf materiellen Gebiete gebracht haben. Diese werden in keiner Weise unehrlich behandelt. Es wird aber tlar dargethan, daß der moderne Mensch, trotz aller dieser Fortschritte, nicht mehr Dasjenige ist, was er vor allem anderen sein soll: das Ge— schöpf, der Diener Gottes welcher Gottes Rechte und seine Ab— hängigkeit vom Schöpfer rückhaltslos anerkennt und dann in dieser Abhän— gigkeit von Gott auch sein Leben her— gibt im Dienste Gottes. Es wird dann gezeigt, daß gerade dieser „Gottesdienst ohne Wenn und Aber“ die Hauptbedingung in der „Kunst zu leben“ ist. Wer diesen ersten Schritt nicht wagen will; wer nicht zugeben will, daß es kein wirkliches Glück, keine wahre Zufriedenheit, keine Genügsamkeit, keine Ruhe, teine Ordnung, keine Tüchtigkeit, keine Solidität und keine Solidarität, keine Leistungsfähigkeit gibt außerhalb des Lebens für Gott, der nehme Pater Weiß's Buch nicht zu Hand. Wer aber bereit ist consequent die Schlüsse zu ziehen, die aus dieser Grundbedingung daß der Mensch Gottes Geschöpf und Eigenthum ist und deshalb als Hauptlebens-Aufgabe den Dienst Gottes betrachten muß, der wird bei der Lektüre dieses Werkes einen solchen überreichen Lohn finden, daß er meint den Stein der Weisen gefünden zu haben durch dessen Berührung alle wichtigen Lebens—- fragen sich lösen; er meint den Zau— berstab in die Hände bekommen zu ha— ben, mit welchen er nicht nur sich selbst an Leib und Seele gesund machen kann, sondern auch Glück und Segen in sei— ner Umgebung zu verbreiten im Stande sein werde. Selbstverständlich darf keiner hofsen bei dieser Besprechung der „Kunst zu leben“ irgend welche Schonung für seine Lieblingslaster und Launen, für seine Alltagsfehler, für seine Träg— heit, für seine Muthlosigkeit, für sei— nen Optimismus oder Pessimismus und die daraus sich ergebende Th a— tenlosigkeit zu finden. Wer die „Kunst zu leben“ studiert, wer glüeklich werden will, wer zufrieden werden will, der darf den Weg zum Glück nicht als einen Pfad betrachten welcher mit lauter Rosen besät ist, und der muß ja nicht hoffen ohne Opfer und Anstrengung jene Kunst zu lernen, Geschäftsführer: Lorenz Gonner. welche allein im Stande ist Frieden und die Zufriedenheit mit sich selbst und der Welt zu geben die zu Thaten für das eigene Seelenheil, für das Wohl des Nöchsten, das berßt, für das Gemeinwohl befähigt. Auf fast jeder Seite des Werkes wird das Wort wiedertehren, welches eigentlich der kurze Inhalt dieses Buches, wie eines jeden glück— lichen Lebens bedeutet, es ist: Abtödtung, Ueberwin— dung, Aszese Selbstbe— herrschung. Doch lassen wir den Autor selbst es sagen wie er es so oft wiederholt hat. In einem der letzten Kapitel des Werkes da steht es klar und deutlich noch ein— nal hoiederdel und betont sodaß es Einem nicht entgehen kann: „Der Weg zum Glück, der Weg der allein zur Zufriedenheit für dieses und das ewige Leben führt, die einzige Lösung aller Schwierigkeiten im Men— schenleben, der einzige Weg zum Glück ist: Wollen, thun, arbeiten, sich an— strengen, sich überwinden, seine Frei heit niederkämpfen, Bedürfnisse ab— streichen, die Fessein abschneiden, die an eine Leidenschaft knüpfen, das Alles sind eben so viele sichere und gewiß nicht nngangbare Wege zum Glück. Der Weg zum Glück läßt sich daher am besten in die Worte fassen: Die Arbeit lieben, entbehren lernen, sich abhärten., seine Launen beherrschen, seine Bedürf nisse einschränken, unnöthige Anhängig keiten mit Füßen treten, die Menschen missen und ihr Urtheil auf seinen Werth zurück sühren können,. sich durch Mißerfolg und Widerspruch nicht von der PBflicht abbringen lassen, andere glücklich machen, oder doch ihre Leiden lindern, und stets das eigene Gleich gewicht in der Treue gegen das Ge— wissen und durch den Blick auf Gott zu bewahren suchen. r Ein Schiffskapitän hat bereits die erste Seeschlange gesehen. New Hork. 20. März. Die Ehre, die erste Seeschlange im Jahre des Heils 1908 entdeckt zu ha— ben, darf diesmal Kapitän A. Mader, der Befehlshaber des deutschen Fracht—- dampfers „Admiral Farragut“, der mit einem Kargo Früchten und mehre— ren Passagieren aus Westindien. im hiesigen Hafen eintraf, für sich in An— spruch nehmen. In dem Logbuche des Dampfers befindet sich unter „Frei— tag, den 18. März“ ausgerechnet Freitag, der Dreizehnte die Ein— tragung, daß das Ungeheuer am Don— nerstag Abend unter 22.6 Grad nörd— licher Breite und 74.21 Grad west-- licher Länge zuerst wahrgenommen wurde. Es begleitete das gute Schiff „Admiral Farragut“ bis in die Nähe von Kap Hatteras, wo es ihm augen—- scheinlich zu kalt wurde, und ent— schwand dort den Blicken. Kapitän Mader ist ein ernster See—- mann, der es sich ernstlich verbitten würde, in seine Worte Zweifel zu setzen. „Was ich mit meinem eigenen Augen gesehen habe, bleibt bestehen, gleich—- gültig. ob Sie das Unthier Seeschlange oder anders nennen wollen, und damit Bastal“ erklärte er. Die Gelehrten, und nicht nur die „Nature-Fakirs“, werden sich also, wenn es auch schwer fällt, mit der Existenz der Seeschlange abfinden müssen. Und Kapitän Ma— der ist liebenswürdig genug, ihnen gleich eine sehr eingehende Beschrei bun des Ungeheuners zu liefern. Nach seiner Schilderung war die „See—- schlange“ etwa 150 Fuß lang. Ihr Leibesumfang soll 20 Fuß im Durch— messer betragen haben. Sie hatte ei— nen flachen, zugespitzten Kopf, der mit zwei je fünf Fuß langen Hörnern ge— schmückt war. Ihre Haut war von hellblauer Farbe und schuppenfrei. Mit unbeschreiblicher Schnelligkeit soll sich das Unthier im Wasser bewegt ha ben. Es bereitete ihm ein Vergnügen, das Schiff gelegentlich zu überholen oder seinen Kurs zu kreuzen, so daß Kapitän Mader die Schnelligkeit seines Fahrzeugs einmal auf fünf Meilen in der Stunde reduzieren mußte, um eine Collision zu verhüten. Einmal soll das Ungeheuer bis auf 30 Fuß Distanz an den Dampfer herangekommen sein. Die Mannschaft und die Passagiere des „Admiral Farragut“ bestätigten die erstaunlichen Angaben des Kapi— tüns. Ein Fahrgast ging sogar so weit, zu behaupten, die „Seeschlange“ habe bei einer Gelegenheit so viel See wasser mit unheimlicher Vehemengz ver— schluckt, daß das Schiff ganz plötzlich um etwa sechs Fuß gesunken sei. Ein Matrose sagte, die „Seeschlange“ habe eine schwimmende Insel gewisserma—- Ben im Schlepptau gehabt, auf der sich allerlei gräßliche Unthiere herumtrie— ben. Davon will aber Kapitän Ma— der nichts gesehen haben. Dubuque, Jowa, Dienstag, den 24. März 1908. Revolutioönäre anf ein französisches Kriegsschiff gebracht. Port-au- Prince, Hayti, 20. März. In den Consulaten zu Gonaives hat man damit begonnen, die revolutio nären Flüchtlinge auf den französi schen Kreuzer „d'Estrees“ zu bringen Die französischen, deutschen und eng lischen diplomatischen Vertreter leiten ihre Abfahrt und treffen Maßnahmen gegen Demonsträtionen durch die Re—- gierung oder Voltshaufen. Es sind Vortehrungen getroffen worden auch die in St. Mare und Port de Paix untergebrachten Revolutionäre auf den Kreuzer zu schaffen. VPräsident Nord Alexis thut augenscheinlich sein Be— stes, um irgend einen Ausbruch von Gewaltthätigkeiten gegen die Leute zu verhüten, welche von den Mächten de— portirt werden. .Starke Truppenab— theilungen bewachen die Straßen von Port au Prince, Gonaives, St. Mare und Port de Pair und es werden keine Ansammlungen von Personen gedul— det. Der Erxekutiv Beamte macht es indeß klar, daß er den auswärtigen Regierungen Zugeständnisse gemacht habe, auf welchen sie nicht billiger Weise hätten bestehen können. Harru Orchkard zum Tode verurtheilt. Caldwell, Fldajo, 2. Mär;. Indem er erklärte, daß er über— zeugt sei, daß Harry Orchard in sei— nem Zeugniß in dem Prozesse von William D. Haywood und George A. Pettibone wegen der Ermordung des früheren Gouverneurs Frank Steu nenberg die reine Wahrheit gesagt und versucht habe, nichts zu verheim lichen, empfahl der Richter Fremont Wood im Distriktsgerichte der Staats—- Begnadigungs- Behörde, die über Drhard ausgespcothene Todesstrafe in Einsperrung im Staatszuchthause umzuwandeln. Die Todesstrafe wurde ausgespro— chen in Uebereinstimmung mit dem abgelegten Schuldbekenntniß, als Orchard's Prozeß in letzter Woche be— gann. Der Richter Wood präsidiertð sowohl im Haywood- wie im Petti— bone-Prozesse. „Ich weiß nicht, was mit Orchard geschehen wird“, sagte der Geheim— polizist MePortland, der das Be— tenntniß von Orchard erhielt, als er mit ihm in Denver sprach. „Er hat niemals das Versprechen der Straf—- losigkeit erhalten und hat niemals darnach gefragt. Ich weiß nicht, ob sein Urtheil vollzogen werden wird oder nicht. Orchard ist in Wahrheit reuig. Er legte ein offenes Bekenntniß seiner Schuld ab und er sagte mir, daß er willens sei, jede von ihm für seine Verbrechen von dem Gesetze aufer— legte Strafe 2u erdulden. Er hat Alles gesagt, was er über Die wußte, die ihn zum Begehen der Verbrechen verleiteten. Die Thatsache, daß sie von den Geschworenen freigesprochen worden sind, macht keinen Unterschied für ihn.“ Anarchist anf Ellis Island verhastet. New Hork, 21. März. Diesmal ist das „offizielle Fang— netz“ zu Ellis Island aufgespannt für die Anarchisten. Die Behörde auf der Insel hat gegenwärtig einen der— artigen „Fall“ in Händen, dem sie große Wichtigkeit beizumessen scheint, wenn die Geheimthuerei, mit der sie die Angelegenheit umgiebt, einen rich tigen Schluß zuläßt. Man munkelt sogar, daß es sich um ein weit ver— zweigtes Anarchisten Complott han— deln soll, in das ein Dutzend oder mehr hier Ansässige verwickelt sein sollen. Die Bundes Geheimbeamten sollen mit einer eingehenden Untersuchung beschäftigt sein. Die Einwanderungs- Behörde er— hielt, wie von zuverlässiger Seite in Erfahrung gebracht wurde, eine ver— trauliche Mittheilung, daß ein gewis— ser Umberto Poggi, ein talienischer Student, der in Ftalien zwei Mal wegen aufrührerischer Reden verhaftet worden sein soll, mit dem Dampfer „Königin Luise“ hier eintreffen und Botschaften oder Befehle für hie an— sässige Anarchisten mitbringen werde. Als die Einwanderer des genannten Dampfers auf Ellis Island landeten, wurde Pogai ohne Weiteres der In— quisition überwiesen, vor welcher er zwei gründliche Verhöre zu bestehen hatte, die mit der Ausschliezung des jungen Mannes endeten. Er wollte sich angeblich zu Freunden in New York begeben, erklärte aber zugleich, daß er aus der Heimath wersiegelte Briefe an verschiedene Personen in den Vereinigten Staaten, von denen er wisse, daß sie Anarchisten seien, mit— gebracht habe. Die Briefe zeigte er vbor. Infolge seiner Aussagen wurde Poggi als Anarchisten ausgeschlossen. Auf Grund der verstegelten Briefe werden die Beamten des Bundes-Ge— heimdienstes ihre Untersuchungen vor— nehmen; doch war nicht in Erfahrung zu bringen, an wen die Briefe gerich tet sind, und in welchen Orten die Personen wohnen, an welche die Briefe adressirt sind. ——l „Fighting Bob“ Evans legt seinen Posten nieder. San Diego, Cal., 20. März. Der Konteradmiral Robley Evans, der Commandeur des Schlachtschiffge schwaders, welches soeben die 17,000 Meilen lange Fahrt von Hampton Roads nach der Magdalena-Bai so er— folgreich beendete und der dazu aus— ersehen war, mit demselben eine Reise um die Welt zu machen, will seinen Abschied nehmen. Er gab „sern die folgende Erklärung ab: „Infolge uei nes angegriffenen Gesundheitszustan des werde ich das Marineministeriunm ersuchen, mich nach dem Eintreffen des Geschwaders in San Francisco meines Postens zu entheben. Ich werde mich dann sofort vom aktiven Dienst zurück ziehen.“ Evans hat dies bereits dem Präsidenten Roosevelt mitgetheilt, aber dieser kann sich schwer dazu entschlie- Ben, fseinem Liebling Evans etinen Nachfolger zu geben. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß der ehrgeizia- Enans sich zu diesem Schritt entschließt, weil er zur Ueber zeugung gelangt ist, daß er keine Aus— sicht hat noch Vice-Admiral werden zu können. Wer sein Nachfolger werden wird, ist schwer zu sagen. Die Konter— Admiräle Thomas, Dayton und Emery, welche Abtheilungen des Ge— schwaders commandieren, treten im Laufe dieses Jahres in den Ruhestand, die Konteradmiräle Sperry, Goodrich und Swinburn, Chefs von Kreuzerge— schwadern im nächsten Jahre; dagegen die Konteradmiräle Sebree und Ar— nold erst in 1911. 1— SanFraneceisco, Cal., 20. März. Auf Ersuchen des Rear-Admirals Evans wird er, sobald das Schlacht schiffgeschwader hier eintrifft, seines VPostens als Befehlshaber des Ge— schwaders enthoben werden. Sein Nachfolger wird der Rear— Admiral Charles S. Sperry, unter dessen Befehl das Geschwader durch den Suezkanal die Heimfahrt ma— chen wird. Der Flottensekretär Met— calf selbst hat dies angekündigt. Raubmord in einem Güterwagen. gZJoplin, Mo., 20. März. Gestern Abend drang ein Unbekann—- ter bei Springfield in einen Güter— wagen der St. Louis San Francisco Eisenbahn ein, in welchem sich John Evans von Neosho, Mo., und George Ryan von Norwood, Mo., befanden. Er erschoß den ersteren und verwun— dete den letzteren gefährlich durch einen Schuß, worauf er doie kleinen Geldbeträge raubte, die sie besaßen. Der Räuber forderte zuerst das Geld der beiden Leute und als dieselben Miene machten sich zu widersetzen, be— gann er zu schiezen. Bei Pierre Cith sprang er aus dem Frachtwagen. Großfeuner in Washington. Washington, D. C., 21. März. Kurz nach Mitternacht brach in den Holzhöfen der Firma Eissinger Bros. an der Siebenten und „U“ Straße im nordwestlichen Theil von Washingion ein Feuer aus, welches bald die benach-- barten Wohnhäuser ergriff. Die Zu— schauertribüne der American Baseball League wurde theilweise zerstört. und es dauerte bis 2 Uhr Morgens, ehe das Feuer unter Controlle gebracht werden lonnte. Der Schaden wird auf FSOO, 000 abgeschätzt. Blutiger Kampf mit Hottentotten. Berlin. 21. März. Die Regierung veröffentlichte am Donnerstag Abend eine Kabelnachricht aus Deutsch Südwestafrika über eine Schlacht zwischen deutschen Truppen und einer Bande Hottentotten in der Kalahart Wüste. Die deutschen Trup— pen gehörten zu der Expedition, welche ausgesandt wurde, um Simon Kop— pers, den letzten der feindlichen Hotten tottenhäuptlinge, gefangen zu nehmen. Der Zusammenstoß war blutig. Die Hottentotten verloren 58 Todte. Sie— ben Männer und verschiedene Weiber wurden gefangen genommen, der Häuptling Koppers indessen bewerk— stelligte seine Flucht. Die Verluste der deutschen Truppen waren sehwer. Unter den Gefallenen sind Hauptmann v. Erckert, der Befehlshaber der Expe—- dition, Leutnant Ebinger und zwölf Gemeine. Außerdem wurden sieb— zohn Soldaten verwundet, neun davon schwer. Die deutsche Truppe, welche 430 Mann stark war und vier Maschinen—- geschütze sowie 700 Kameele mit sich Redakteur: Ristolans Gonner. sführte, verließ am 6. März Kochas. Vier Tage lang ging es in Eilmärschen sin die Wüste hinein, ohne Rast zu machen. Das einzige Wasser, das ge funden wurde, war eine schmutzige Pfüte. wo die Kameele sich nicht ein smal satttrinken konnten. Am 15. März gelang es endlich, das Lager der Hottentotten aufzuspüren. Am näch— sten Morgen begann der Angriff schon bei Tagesanbruch, und baid war der Kampf aut der ganzen Linie ent— brannt. Beim ersten Angriff fiel der deutsche Befehlshaber. und der zweite Offizier übernahm das Commando. Die Hottentotten wurden aus allen sfesten Stellungen vertrieben und wandten sich endlich in wilder Unord—- snung zur Flucht. Einführung von Posttonten geplant. Berlin,. 23. März. Die deutsche Regierung hat be— schlossen, ein Postcheck-System einzu— führen, welches dem österreichischen ähnlich ist. Gegenwärtig sollen nur in neun größeren Städten Postcheck- Bureaus eröffnet werden, nämlich in Berlin, Breslau, Köln, Danzig, Frank— furt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe und Leipzig. JFede Person, die ein Posttkonto er—- öffnen will, muß zunächst 100 Mark deponieren, und das Konto immer auf dieser Minimalhöhe erhalten. Jedes Kents wird numeriert, und die Num— mer des betrefrfenden wird an alle— seinen Checks gebraucht. Zahlungen auf ein solches Postkonto können nicht nur von solchen Personen geleistet werden, welche selber ein Postkonto ha— ben, sondern von allen Personen in— nerhalb des Bezirks der deutschen Reichspost. Die Zahlungen können mittels sogenannter Zahlkarten, mit— tels Geldanweisungen, oder mittels Nebertragungsordre von anderen Kon— ten geleistet werden. Ein Inhaber ei—- nes Postkontos kann alle auf der Post für ihn einlaufenden Gelder dem Konto gutschreiben lassen, und kann gegen sein Konto Gelder ziehen oder Gelder an andere Konten übertragen lassen. Es wird eine geringe Gebühr dafür berechnet, die gerade hoch genug ist, um die Unkosten zu decken. Post— checks können nicht indossiert und von einer Person an die andere weiter ge— geben werden. Dadurch werden die Postbeamten der Mühe überhoben, sich zu vergewissern, ob die Checks nicht gestohlen, und das Indossement ge— fälscht ist. Wollen nach der Heimath zurückkehren. Denver. Colo., 23. März. Von Hunger getrieben und weil es ihnen unmöglich ist, Arbeit zu finden, ersuchten heute 300 arme Bulgarier in einer dem Gouverneur Buchtel un— terbreiteten Petition diesen, ihnen Be— schäftigung zu verschaffen oder seinen Ginfluß dahin aufzubieten, daß sie nach ihrer Heimath zurückgeschickt werden. Die Leute waren von ge— wissenlosen Arbeits-Nachweis-Agenten kurz vor der Finangzkrise hierher ge— schickt worden und wurden, nachdem sie nur wenige Tage gearbeitet hat—- ten, wieder entlassen. Chicago. 111.. 22. März. Durch elektrischen Kurzschluß ent—- stand im Grand Pacific Hotel zu Chi— cago am Freitag Nachmittag ein Feuer, welches einen Schaden von SIOO,OOO anrichtete und eine Zeit lang das ganze Gebäude in Asche zu legen drohte. Es ist kein Verlust an Menschenleben zu beklagen, obgleich mehrere Gäste ge— zwungen wurden, eiligst die Flucht zu ergreifen und dabei die Feuerleitern zu denutzen, da alle anderen Ausgänge be—- reits abgeschnitten waren. Im Gan— zen trugen nur drei Personen Ver— letzungen davon. Das Grand Pacifie ist eines der bestbekannten Hotels des Landes. Es wurde gleich nach dem großen Brande in Chicago im Jahre 1871 errichtet. Neue Schandthat der „Nachtreiter“. Louisville, Ky., 21. März. Das Wohnhaus von Henry Ellis, einem Tabatfarmer in Shelby County etwa 35 Meilen von hier, wurde letzte Nacht von einer Anzahl verlarvter „Nachtreiter“ in Brand gesteckt. Ellis wurde kurz nach Mitternacht zu seiner Hausthüre gerufen und befragt, ob er von seinem den: „Pool“ angehörenden Tabak verkauft habe. Als er dies be jahte, sagten die Nachtreiter, daß sie ihm eine Lektion ertheilen würden. Sie hielten ihn fest und steckten sein Haus in Brand, woraus sie davon rit ten. Ellis konnte einen Theil seiner Möbel retten. Oft kann man bei Femandem an einer Kleinigkeit seine Kleinlichteiter tennen. No. 1913. —b Hotelbrand in Chicago. Die erscheint jeden Dienstag und klostet unter Vorausbezahlung für die Ber. Staaten und Canada: Jährlich 2.00 Halbjährlih 81.00 j Natch Europa portosrei (müssen vor ausbezahlt werden): r Jährli 2.00 Halbjhrlich 1.50

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Ale Briefe, Correspondenzen u. s. w. abdressire man einfach: LUXEMBURGER GAZETTE, Dubuque, lown. „Manuretania“ üertrifft sich selbst. Queenstomwn, 17. März: Der Dampfer „Mauretania“, wel cher am Samstog, den 7. März New York verließ, ist am Donnerstag, den 12. März Nachmittag hier angelangt. Die Durchschnitts Geschwindigkeit war 24.44 Knoten gegen den früheren besten Retord von 283.90. Am Dienstag legte das Schiff 575 Knoten zurück. Standrecht. Port-au- Prince, Hayti. 17. Märgz. Die Regierung hat seit vorgestern eine förmliche Schreckensherrschaft in augurirt. Die folgenden Personen wurden plötzlich aus ihren Wohnun—- gen herausgeholt und in der Nähe ves Friedhofes summarisch erschossen: die Brüder H. Coloon, P. L. Coloon und M. Coloon, F. Salmave, C. Mẽ rove, Dr. L. A. Mothe, Paul S. Fort, M. Roche und S. Benjamnin. Dies scheint die Inaugurations-Arbeit des neuen Ministers des Innern, General Villardauthon Leconte zu sein. Die Straßen sind infolge dieser Erschießzung nahezu verödet, nur Be amte wagen es. sich auf den Straßen zu zeigen. Man erwartet weitere Cxetkutionen. Der französische Kreu zer „D'Estrees“ ist schleunigst von Santiago de Cube un hie abge gangen und ebenso ist der he Hrruzet Inbeser ven Ano ston.; a, nac vor u- Princa beordert wortden. ie deutseh ralität beorderte auf Grund eines da hingehenden Gesuchs des auswärtigen Amis den Kreuzer „Bremen“ vou Curracao nach Port-au-Prince. Port.-au- Prinee—; 17. März. Der Präsident Nord Alexis hat eine Protlamation an das Volt.er lassen, in welchor er sie beglückwünscht, daß es sich während der kritischen Periode der letzten Tage so ruhig ver dielt; zugleich giebt er die Versiche rurg, daß die Regierung Ordnung und Sicherheit im Lande aufrecht erhalten wwrd. Eine amtliche Mittheilung besagt. daß die Regierung Kenntniß von einer geplanten neuen Rerolution erhielt. an deren Spitze der Führer des letzten verunglückten Putsches, Antenor Fir min, stand, der zur Zeit das Asyl recht in der französischen Gesandtschaft genießt. Firmin soll mit seinen An hängern correspondiert und einer neuen Aufstand verabredet haben, dex in Port-au-Prince veginnen solste. Die Regierung gelangte in den Besitz dieser Briefe und erfuhr daraus die Namen der Haupttheilnehmer des Planes. Die Betreffenden, in deren Besitz man Waffen und Munition fand, wurden ohne Verzug festgenom men und standrechtlich sen Fünf Jahre Zuchthaus. Chicago,. il.. 17. März. John R. Walsh, der einst so mäch tige und einflußreiche Bankier, Eisen bahnmagnat und Politiker wurde ge stern vom Bundesrichter Anderson we gen Mißbverwaltung der Chicago Na tional Bank zu fünf Jahren Haft im Bundes-Zuchthause zu Fort Leaven worth verurtheilt, nachdem er kurz vorher einen von den Vertheidigern des Beklagten gestellten Antrag um Bewilligung eines neuen Prozesses abgewiesen hatte. Das Verbrechen, dessen Walsh sich schuldig gemacht habe, erklärte der Richter, sei eines der schlimmsten, das ihm in seiner langjährigen Eraris als Rechtsanwalt und Richter zu Ge hör gelkommen sei. „Es verdient exemplarische Strafe“, sagte der Rich ter. „aber der Bekllagte ist schon 70 Jahre alt und desholb. sowie in Anbe tracht seiner früheren geachteten Stel— lung glaube ich, daß dem Gesetze nüge geleistet wird, mit dem klein Strafmaße von fünf dahren Haft. Rechtsanwalt Miller legte Berufung bei dem Gerichte höherer Instanz ein. welches den Fall im Oktober im Bun des-Appellhofe zur Verhandlung brin gen wird. Der Verurtheilte genieht inawischen seine Freiheit. Gr steht unter 850,000 Bürgschaft, die von der „American Surety Company“ gelei— stet wurde-. Mehr Land in den Dakota's der An siedlung eröffnet. Walpalu, S. D.. 17. März. Der Veteran Indianer Inspektor Major MeLoughlin schloßß mit den Siour Indianern in der „Standing Rock Reservation“ einen Vertrag ab, nach welchem sie einen Theil ihrer alten Jagdgründe aufgeben. Eine Million und einhunderttausend Acker Landes in Nord- und Süd Dakota nahezu die Hälfte der „Standing Rock Reservation“, werden durch diesen Vertrag der Ansiedlung eröfsnet.

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Schwer geprütft. 7 (Fortsetzung.) TBis zu dem heutigen Abend, an welchem der lebhafte Franzose diese Krebsschäden seiner Nation unnach—- sichtig verdammt und ihre tiefgehenden und unberechenbaren Folgen beklagt hatte, war Depee ziemlich gleichgültig gegen die Bewegung geblieben, die im Nachbarlande gährte. Ohne ein tieferes Verständniß dafür, hatte er manche bedrohliche Zeichen, die auch dem oberflächlichen Zuschauer sich auf—- drängen mußten, nur für eine Folge der Theuerung und Hungersnoth ge— halten, welche das Land gegenwärtig bedrücktte. Jetzt wurde ihm plötlich angst, und schon auf dem Heimwege überschlug er die Summen, die er in Paris und Lyon verlieren könne, wenn eine ausbrechende Revolution alle be— stehende Ordnung auflösen und jeden Besitz in Frage stellen würde. In höchst unbehaglicher Stimmung betrat er sein Cabinet. Es war ihm unangenehm, seine Frau nicht mehr zu finden. So we—- nig er sonst mit ihr von Geschäften und noch weniger von günstigen oder un— günstigen „Constellationen“ sprach, über diese hätte er mit ihr reden mö gen.' Meht nurx, weil er sich gedrun— gen fühlte, durch eine Aussprache ge gen dieselbe all' die unheimlichen Vor— stellungen zu bannen, die ihn beklemm— den er traute ihr über die Lage in Franklreich jeyt auch ein Urtheil zu und war, seit er die Auseinanderse bungen des Frangosen mit angehört, gangz stolz auf ein Wort von ihr, des sen ex bis jetzt nur mit bitterm Tadel gedacht. Es war noch nicht lange her, da war er mit ihr auf eine in der Nähe der Stadt belegene Villa eingeladen gewesoen, auf welcher eine ihnen be— freundete Familie ihren Sommer aufenthalt genommen. Sie hatten eine größere Gefellschaßt dort getroffen, man hatte mit Spiel und Musik sich unterhalten und besprach dann die Ta— geseroignisse, zuleyt auch die Tages—- Hitteratur. Die Dame des Hauses konnte ihr Erstaunen nicht verborgen, daß die sonst so belesene Frau Depee so wenig „au fait“ mit den neuesten französischen Romanen sei. „Es ist mir gang undenkbar, wie ich mich hier ohne sie behelsen könnte“, sagte sie, gegen Depee gewandt. „Einen solchen Succeß hat man aber auch nie erlebt. In Paris stehen die Leute vor den Bücherläden und reißen sich um das neueste Bändehen von Dumas oder Sue, wie die Hungerigen vor den Bäckertischen um's Brod. Aber viel—- leicht ist der gestrenger Eheherr gegen eine so fesselnde Lecture. Er will das Frauchen für sich haben; ja, man Lennt das.“ Und sie drohte ihm lã— chelnd mit dem Finger. Depee war ganz erbost geworden. Da war sie wieder, die alte Geschich—- te: nie machte sie ihm Ehre, nie wußte sie sich geltend zu machen, wenn es am Platz war. Weshalb hatte sie. denn so viele Bücher? Weshalb saß sie halbe Tage darüber, wenn sie nun nichts von denen wußte, die jetzt alle Welt in Bewegung setzten. wenn diese Madame Velours, die ihre Zeit am Putztisch und auf der Causeuse vergeudete, besser Bescheid wußte als sie? Da las sie mit dem „Jungen“ onglisch und ita liensch und konnte hier, in der feinen Gesellschaft, den Mund nicht aufthun. Aber er wollte es ihr legen, all das Bekümmern um die Bildung des Fun gen; er würde sonst noch wie sie, daß vor lauter Bildung nichts mehr mit ihm anzufangen wäre. „Sie sind da doch im Irrthume, meine Liebe“, sagte Ernestine nach ei ner feinen Pause, während welcher sie mit ängstlicher Spannung in ihres Mannes Gesicht geblickt und ein wenig die Farbe gewechselt hatte. „Mein Mann setzt meinen Liebhabereien in keiner Weise Schranken. Aber die eben besprochenen Sensations-Romane lese ich aus Grundsatz nicht.“ „Aus Grundsatz nicht?“ wiederholte die Dame gedehnt. „Sie wollen da— mit doch nicht sagen, daß Sie einen Schriftsteller verurtheilen, der sich, wie Sue zum Beispiel, des Volkes in einer nie dagewesenen Weise annimmt?“ „Das nennen Sie annehmen?“ entgegnete Ernestine erregt, und ihre gewohnte Ruhe und Zurückhaltung, ja selbst die Furcht vor Depee's Mißfal— len vergessend. „GEr vergiftet das Blut des Volles, und von den Sous, die der Arbeiter sich für seine Mach— werke oft vom Munde abspart, schwelgt er selber in einem fürstlichen Luxus.“ „Ei“, sagte die Dame spitzig und höchst beleidigt, „man kennt die beson nene Frau Depee ja gar nicht wieder. Wissen Sie auch, daß Fhre hitzigen Angriffe Ihnen einen Fnjurien-Pro— ceß zuziehen könnten? Ich will Ih— nen indeß auf Ihr schonungsloses Ver— dammungsurtheil meines und des Ge— schmackes der ganzen feinen Welt nur das eine erwidern, daß einer der er— sten Gesellschaftscirkel unserer Stadt dem berühmten und gefeierten Dichter des Ewigen dFuden feierlich eine gol—- dene Feder übersandt hat.“ (Es war die Freimaurerloge Beharrlichteit in Antwerpen.) „Jedenfalls für das Talent, zu er dichten, worin er in diesem Werk, des— sen Auszug ich gelesen, in der That eine Meisterschaft an den Tag gelegt hat. Indessen ich fühle, daß ich um Verzeihung bitten muß, liebe Freundin; ich habe nur im allgemeinen und zunächst im Hinblick auf das leicht irre zu leitende Volk diese Bemerkun gen machen wollen. Auch prüfe und beurtheile ich die Lecture, welche ich auf meinen Büchertisch lege, schärfer und strenger, seit wir den jungen Mann bei uns haben; und daß die Schriften eines Victor Hugo, einer Sand, und wie die Größzen alle heißen, der Jugend fern gehalten werden müs sen, wird mir jeder zugeben.“ „Ei, so besorgt sind Sie für diesen Knaben?“ warf Madame Velours ein, un auch einlentend, aber noch immer die Röthe des Aergers auf der Stirne. „O“, platzte der nun ganz außer sich gebrachte Gemahl heraus, sie könn-- te es nicht mehr sein, wenn sie ihn vom höchsten Adel übernommen hätte, anstatt Ein flammender Blick aus den Augen seiner Frau machte ihn verstummen. „Den höchsten Adel, den Adel der Seele, besitzt er“, sagte sie ernst, „und den möchte ich ihm erhalten.“ In diesem Augenblick trat der Haus—- herr, der für eine Weile abgerufen worden, wieder ein, und Ernestine er— innerte sich, daß er eben den Wunsch ausgesprochen, nach all den brillanten Salonstücken französischer Tondichter eine deutsche Composition zu hören, die, wie er mit einer Verbeugung hingzuge fügt, doch niemand so meisterhaft zum Vortrag zu bringen wisse, als Ma— dame Depee. Sie setzte sich nun gleich an den schönen Flügel, der den Gar—- tensalon zierte, und rechtfertigte durch den seelenvollen Ausdruck, mit dem sjie Beethoven's Sonate Pathetique spiel te, das Compliment, welcher der ga lante Belgier ihr gemacht. Sie sel ber hatte dutch die Melodieen des un sterblichen Meisters das innere Gleich gewicht wieder gefunden ünd war deñ Rest des Abends von einer Lebhaftig keit und liebenswürdigen Heiterkeit, daß sie die ganze Gesellschaft anregte, und daß selbst Depee für den Augen— blick seinen “Groll vbergaß. Bei dem geringfügigsten Anlaß, der seine übele Laune vreizte, brach derselbe freilich wieder hervor, und sie hatte seit je— nem Tage manche beißende Anspielung auf ihr Talent als „Krititexin und Sit—- tenrichterin“ hören müssen. An diesem Abend nun, da der frem de Gast, dessen Auseinandersetzungen alles gelauscht hatte, dieselben Ansich ten wie Frau Depee, nur noch viel schärfer und erregter, ausgesprochen, war die Meinung ihres Mannes gänz lich umgeschlagen. Er hatte den ihm zunächst Sitzenden, so oft eine kleine Pause das möglich gemacht, u geflüstert: „Meine Frau hat das längst gesagt“, oder: „Ganz so ur theilt Ernestine über diese Giftpilze von Büchern“, oder: „Da lobe ich mir doch die Deutschen; eine deutsche Frau würde sich nie so weit vergessen, solche Scandalosa anzuhören.“ Eingestanden hätte er es ihr selber niemals, daß sie damals heller und weiter gesehen als er; aber er hatte sich aus den Reden des Parisers so viel herausgefischt, daß er sich in ihr Fahr—- wasser wagen und mit ihr discutiren konnte. Nun war sie zu Bett gegan— gen; das war zu verdrießlich, gerade, wie er einmal so recht aufgelegt war, sich noch mit ihr zu unterhalten. Daß er sie sonst immer anfuhr, wenn sie ihn zu nächtlicher Stunde noch erwartele daran dachte er nicht. Und wie froh sie heute darüber gewesen, daß sie sich zurückziehen konnte, ehe er da war, das ?onnte er nicht ahnen. Er griff das für ihn bereitstehende Licht, um sich auf seine Stube zu bege ben, als sein Blick auf ein neben dem—-! selben liegendes Schreiben fiel. Es war noch spät durch einen Erxpressen von der Post gebracht worden. Depee stutzte, da er in das Papier blickte. Er las die kurze Nachricht, welche der Brief enthielt, zwei Mal drei Mal. Dann trat er zum Kamin, hielt da Papier über die Kerze und warf es auf den Rost. Eine Flamme schlug empor, dann wand und krümmte sich ein rothglühender Steif, und jetzt lag nur ein schwarzes Häuflein Asche auf den Eisenstäben. Depee nahm die zierliche Feuerzan—-! ge, die an einem schön geschwungenen Gestell nebenan hing und vertilgte auch diese unscheinbaren Spuren seines Thuns. „So“, murmelte er dann besriedigt, „wan kaun die Vorsicht in! solchen Dingen nicht zu weit treiben. Aber was nun?“ Er faltete die Hände auf dem Rücken und ging, in Gedan— ten versunten, lange auf und“ nieder. „Ja“, sagte er endlich, das Lichl r greisfend und vor dem Hinausgehen noch einmal prüfend jeden Verschluß überblickend, „so muß es diesmal gehen und so wird es gehen. Er ist 14 gaxemburger Gazetie, Dienstag, den 24. Märʒ 1908. noch etwas jung aber in diesem Falle schadet das nicht. Es mag so— gar besser sein, daß es so tommt. Der Funge hat mitunter etwas in seinem Blick, das mich befürchten läßt, es könnte einmal in solchen Sachen eine eigene Meinung bei ihm reifen.. und sie möchte anders ausfallen wie die meine.“ Ernñestine war am nächsten Morgen sehr erstaunt, als sie bei ihrer Rück— tehr aus der Kirche den Frühstücktisch schon gebraucht und niemand mehr im Speisezimmer anwesend fand. Sie pflegte sonst die erste zu sein, welche dort erschien. Devpee kam gewöhnlich erst, wenn sie tlingelte, und Paul, dem das Frühstück nach oben gebracht wur— de, studirte oder las auf seiner Stube, bis er zum Comptoir ging. Dann trat er unten ein, üm guten Morgen zu wünschen und Zeitungen, auch wohl Briefschaften, die sein Principal hier besorgt, in Empfang zu nehmen. Da— ran, daß das zierliche flache Körbchen. welches zu diesem Zwecke stets neben Depee's Tasse stand, schon geleert war, sah sie gleich, daß ihr Liebling ebenfalls schon zu ungewohnt früher Stunde das Haus verlassen. „Herr Depee hat mich hinaufge—- schickt, um den jungen Herrn zu ru— fen, und sie sind eben zusammen weg— gegangen“, erklärte das jetzt mit der silbernen Kaffeekanne eintretende Mäd— chen und s-ote dann, die in den Zügen ihre- Herrin sich spiegelnde Besorgniß wahrnehmend, hinzu: „Er war aber sehr freundlich mit ihm.“ Frau Ernestine setzte sich beruhigt hin und überlegte während des Früh— stückes, wie sie ihren Mann dafür be— stimmen könne, daß er Paul erlaube, der armen Madeleine die letzte Ehre zu erweisen. Ihr Schütling sehritt indeß an der Seite des Gestrengen einher und wun— derte sich über dessen zutrauliche Red— seligkeit. „Ja, ja, mein junger Freund“, sagte Depee jetzt, „du bist mit der Zeit so weit herangereift, daßz wir dich für etwas anderers verwenden können, als Briefe zu schreiben und Rechnungen nachzusehen. Bis jetzt hast du nur, um mich eines Vergleiches zu bedienen, im Vothof des Tempels geständen. Niemand deiner bisheri gen Genossen wird freilich weiter ge langen, und gesetzt den Fall, ich ließe dich äuf ihrem Standpiunkte. würdest du mir doch das Zeugniß nicht versagen können, daß du etwas Tüchti— ges bei mir gelernt hast. Aber, Paul, ich habe es noch besser mit dir vor; schon um meiner Frau willen, die ja für dich besorgt ist, wie eine Mutter es nur sein kann. Wenn du dir auch Waarenkenntniß und Buchführung so ziemlich angeeignet hast. der ner— vus rerum, um den schließlich doch die ganze Welt sich dreht, erfordert noch ganz andere Studien, von denen du dir bis jetzt schwerlich etwas träumen ließest: Ueberblick, feine Combination, turz, ein Menge von Bedingungen, zu denen ein kluger Kopf gehört, und den traue ich dir zu, mein Sohn. Ich halte dich zum Beispiel für ganz geeig— net, mich später bei meinen Börsenge— schäften zu unterstüten. Ich fühle doch auch mit der Zeit, daß ich kein Jüngling mehr bin. da, sieh' mich nicht so erstaunt an, mein Junge“, und er tlopfte Paul wohlwollend auf die Schulter, „wenn es auf die Sechszig zugeht, können einem schon solche Ge— dantken ktommen. Nun, ich weiß, auf dich werde ich stets zählen können.“ Paul, der eben so gerührt als er— staunt über diese Rede war, wollte seinem Dank und guten Willen Aus— druck geben; aber der Kaufmann un— terbrach ihn und sagte: „Da fällt mir eben ein, ich könnte dir schon heute ei— nen Auftrag geben, den du gewiß ganz geschickt ausrichten würdest. Ein kleines Manöver, das die „Hausse“ oder „Baisse“ unserer Halle beeinflus—- sen müßte, könnte mir heute Tausende einbringen.“ Er hielt inne und blin zelte Paul listig an; dieser aber starrte ihm in's Gesicht, als spräche er Spa— nisch. „So eine kleine Nachricht, welche diese Wirkung thäte, hätten wir schon in Bereitschaft; und würde sie auch einige Stunden später durch die Blätter dementirt, wir haben dann den Erfolg in der Tasche. Es kommt nur darauf an, das Gerücht tklug auszu— sprengen, und darüber werde ich dir schon doch still, das Weitere in meinem Comptoir.“ Paul wirbelte es im Kopfe herum. Er begriff nun, was er thun sollte, und übersah zugleich die ganze Tragweite des Manövers. Es war ihm, als habe zu seinem Füßen ein Abgrund sich auf gethan, in den er rettungslos versin—- ken müsse: Die Kehle war ihm wie zugeschürt, und er vermochte nur mit einem stummen Gruß zu danken, als der Packmeister ihm beim Einiritt in den Flur freundlich guten Morgen wünschte. „Noch niemand da, ich dachte mir's sagte Depee, das weite Gemach öff—- nend, das außer den drei breiten schwarzen Pulten mit den dazu gehö— rigen Stühlen als eingiges Geräth ei—- nen alterthümlichen Schrank aufzu— weisen hatte. Die Wände waren mit den verschiedensten Listen, Landkarten und Eisenbahn-Plänen bedeckt. Paul blickte sich in dem Raume um, als habe derselbe über Nacht sich verwandelt. Da stand sein Tintenfaß, die Feder lag darüber, wie er sie gestern Abend hingelegt, an dem grünen Fensterdraht stectte noch ein goldig buntes Firmen— zeichen, das er ausgeschnitten, aber mitzunehmen vergessen hatte. Es war zum Auftleben auf eine Papp— schachtel bestimmt gewesen, mit der er Ernestinens Weihnachtsbescheerung für arme Kinder zu verschönern ge— dacht. Ein schneidendes Weh durch— zuckte ihn, da sein Blick auf das bunt bewimpelte Schiff fiel, dessen aufge— hißte Segel vom Winde geschwellt schienen. „Farewill“, das war der Spruch, der darunter stand. dJa, fahre auch du nun wohl, fröhliche, se— lige Zeit, in der alles schön, in der das Kleinste noch erfreut; fahre wohl, Glaube, Vertrauen, JFugend mit dei— nen Träumen, deinent Hoffen, fahre wohl! Todtenbleich stand Paul jetzt sei— nem Herrn gegenüber, der, auf den Schreibtisch seines Privatbureau's ge— stützt und nachlässig mit den Breloques seiner Uhrkette spielend, ihm ausein— andersetzte, wohin et zunächst zu gehen und wie er sich anzustellen habe. „Ei— nen so wichtigen Coup wie den heuti—- gen würde ich nicht leicht einem Neu ling in dieser Branche anvertrauen“, schloß er nun. „Aber die Erkrankung Vandenbendel's, des einzigen Buch—- halters, den ich in solche Sachen ein weihen konnte, läßt mir keine Wahl. Dir traue ich zu, daß der Eifer für das Interesse deines Patrons ersetzen wird, was dir an Erfahrung noch man gelt. Geh' denn, mein Sohn, es ist teine Zeit zu verlieren.“ Paul's Kniee schlotterten. Er wollte reden, aber die bebenden Lippen öff neten und schlossen sich wieder, ohne einen Laut hervorzubringen. „Noch eines“, fügte Depee, nach seiner Ge— wohnheit den Blick rastlos umher— schweifen lassend, hastig hinzu: „Daß die Pflicht, über das Geschäft zu schweigen, von dieser Sache mehr wie von jeder andern gilt namentlich auch Madame Depee gegenüber, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.“ Jetzt richtete Paul sich stramm auf. Eine glühende Röthe überflog sein Ge— sicht, „Gewiß nicht“, sagte er mit hei—- serer Stimme; „ich weiß so gut, wie Sie es wissen mögen, daßß; Madame Depee jeden unehrenhaften Gewinn verabscheut.“ Einen Augenbli sah der Kaufmann sprachlos in das nun wieder erbleichte Antlitz des Jünglings. „Ja“, schrie er dann zornglühend auf, „wessen er frechst du dich?“ Was willst du mit diesen Worten sagen, Junge?“ „Ich will sagen“, entgegnete dieser, fest dem Blicke seines Principals be— gegnend, „daß ich einen solchen Auf— trag nicht ausführen kann noch werde. Fordern Sie von mir. was Sie wol— len, das Schwerste Niedrigste ich will es gern erfüllen, Ihnen meine Dankbarkeit, meinen guten Willen zu beweisen; aber mein Gewissen muß rein bleiben.“ „Haha“, lachte Depee gezwungen auf, „die Redensarten kennt man. Alles will sie thun, die Sorte, nur das nicht, was man eben wünscht, nur das nicht, womit einem eben gedient wäre. Spricht das von Gewissen! Will das einem Manne mit weißen Haaren dar—- über Vorhaltungen machen! So ein unbärtiger Grünling! Aber da höre ich Frau Ernestine; ihre empfind— samen Theorien hat sie dem Knaben eingeimpf! Als wenn ich nicht auch mein Gewissen in Ehren hielte, nicht für das meiner Leute mit einstände! Wenn jeder in meinem Geschäft erst erwägen und bedenken wollte, was ich ihn thun heiße, ehe er an die Aus— führung ginge, so könnten wir morgen schließen. Mein ist die Firma und mein auch die Verantwortung dafür. Hast du das verstanden, und wirst du jetzt gehen? oder Der Eifer erstickte seine Stimme. „Ich kann nicht“, entgegnete Paul tonlos. Es lag ein Ausdruck vom Schmerz, fast von Verzweiflung auf dem schö— nen, edeln Antlitz, welcher selbst den kalten, selbstsüchtigen Kaufmann einen Augenblick ergriff und das harte Wort, das noch auf seiner Lippe bebte, zu— rückdrängte. Aber der Zug von Ent— schlossenheit um den feinen Mund sagte ihm auch genugsam, daß jeder weitere Versuch, den Jüngling zu gewinnen, vergeblich sein würde, und dies gab seinen Gedanken schnell eine andere Richtung. „Also nicht. Auch gut. Man kann am Ende niemanden gzu sei— nem Glücke zwingen; aber. daß je— mand, der mir den Gehorsam verwei— gert, in einer so alle Achtung, allen Respect bei Seite setzenden Weise ver— weigert, nicht länger in meinen Dien— sten stehen kann, das wird der junge Mann“ er legte einen ironischen Nachdruck auf das letzte Wort „auch einsehen. Ebenso“, fuhr er, Paul fixirend, mit berechnender Kälte fort, „daß man einem solchen kein brillantes Zeugniß ausstellen, noch daß es ein günstiges Licht auf ihn werfen tann, wenn er plötzlich aus einer Stellung entlassen, in der sich zu halten er alle Ursache hatte.“ Der junge Mann stand starr wie ein Träumender. Als aber Depee jetzt mit einer gebieterischen Handbewegung nach der Thüre deutete, fuhr er zu— sammen. Dann verbeugte er sich stumm und wandte sich zum Gehen. Als er schon in der Thüre war, rief der Kaufmann ihn zurück. „Sie werden diesen Morgen hier bleiben“, sagte er fremd und streng. „Oben auf dem Lager ist genug nachzusehen. Und das sage ich Ihnen noch: keinen Schritt setzen Sie mehr in mein Haus, Sie müßten sich denn. eines andern besinnen. Das fehlte noch gerade, daß so ein Schlingel mir zum Lohn für alle Nachsicht und Güte meẽtne eigene Frau aufwiegelte.“ Obschon er dies letzte zwischen den Zähnen gemurmelt, war Paul doch tein Wort entgangen. Seine Wan— gen übergossen sich mit Purpur, und blitzenden Auges wollte er auffahren. Doch der hämische Blick des Kaufman—- nes brachte ihn zur Besinnung. Nein, er sollte ihr kein Wort von ihm hinter— bringen, das sie kränten, das sie miß— deuten könnte. Und so gewann er es über sich, seheinbar ruhig das Gemach zu verlassen. Als er oben angekom—- men, brach seine so mühsam behaup—- tete Selbstbheherrschung zusammen; fassungslos und unfähig, im ersten Au— genblick seine Lage zu übersehen, sank er auf einen der umherstehenden Waa renballen nieder und verhüllte sein Ge-- sicht mit beiden Händen. Kopsschüttelnd sah der alte Packmei—- ster, welcher ab und zu den Raum durchschritt, auf den güngling. Aus einigen lauten Worten des Hexrn, die bis zu seinem Ohre gedrungen, konnte er wohl schlietzen, daß etwas Unange—- nehmes vorgefallen war. Aber es mußte sehr ernster Natur sein, daß es den sonst stets Wohlgemuthen so nie— derdrückte. „Kopfweh, junger Herr?“ fragte er endlich, da verschiedene Versuche, durch Räuspern, Hantiren und halblaute Ausrufe Paul's Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, erfolglos geblieben wa— ren. Der also Angeredete zog die Hände vom Gesicht und starrte den ehrlichen Alten wortlos an. Betroffen und verlegen bückte dieser sich über einen Waarenhaufen. Er hatte einen gut müthigen Scherz machen wollen: aber es lag ein Etwas in den Zügen des jungen Menschen, das ihn erschreckte und das Wort auf seinen Lippen er— sterben ließ. Aber Paul, der dies be— merlte, gewann eben dadurch seine Fassung· wieder und sagte nun, daß er sich allerdings unwohl fühle und deshalb heraufgekommen sei.. „Nun, nun“, meinte der Alte, durch den gleichmüthigen Ton beruhigt, „das wird sich schon bald geben. Man hält sich etwas still, und hernach ist alles wieder im alten Geleise.“ Dabei zwinterte er pfiffig mit den· Augen. „Wenn aber die Geleise aufgerissen und die Räder zerbrochen sind?“ sagte der Jüngling plötlich ernst, indem er sich aufrichtete und seine Hand auf des andern Schulter legte. „Oho, schaut das wirklich da hin— aus!“ entgegnete dieser unwillkürlich. einen Schritt zurückweichend. „dJa, alter Freund, da schaut's hin aus.. unabänderlich Und nun gebt mir einen guten Rath; denn ich weihz sonst keinen Menschen, den ·ich fragen, dem ich das sagen möchte.“ „Madame?“ Paul schüttelte heftig den Kopf. Thränen schossen ihm in die Augen, aber zu reden vermochte er nicht bei dieser Erinnerung. „Verstehe, verstehe“, murmelte der Alte. „Brücken abgebrochen, Wege verlegt. man kennt das. ja. ist auch nicht umsonst hier zwanzig Jahre aus- und eingegangen. ajc einmal so weit ist, dann geht's scharf ab. Und daß sie Euch so gut ist, war ja stets sein Verdruß. Das ha— ben wir alle längst gemerkt. Aber still, da kommen die andern.“ „Nun, was habt ihr wieder mit einander?“ wandte er sich zu den lär mend Heranstürmenden. „Wenn ihr doch einmal Frieden halten könntet! Aber das ist immer in Zank und, Streit mitsammen.“ „Ei“, entgegnete der eine der bei den Lehrlinge lustig, „nächstens kriegt die ganze Welt gegen einander, da üben wir uns schon im voraus.“ „So?“ sagte der Packmeister, durch die unerwartete Antwort etwas stutzig gemacht. „Davon weiß so ein Grün ling auch etwas! Mach dich an deine Arbeit, spät genug ist's geworden.“ „Ja, Ihr meint auch, die Alten hör ten allein das Gras wachsen“, spöt telte der Knabe. „Die Jungen erlau schen auch wohl dies und jsenes, und ich sage Euch, nächstens regieren die Starken die Welt. Wir aeite dann Kisten und Ballen über den Hau fen und machen unser Glück mit den Waffen in der Hand.“ „Meinst du, Brausekopf? Nur frisch dran, frisch mit eingehauen! Für's erste kühle indeß dein Müthchen hier an diesen Packeten.“ Der leichtblütige junge Mensch, der sich nun wirllich tapfer an die Arbeit machte, hatte die vorhin gesprochenen Worte nur hingeworfen, um die Auf merksamkeit des Packmeisters abzulen— ten. Daß dieselben auch noch eine ganz andere Wirkung hatten, ahnte er nicht. Für Paul wurden sie zum Oraklel, das ihm den Weg zeigte, den er nun einschlagen sollte. Eine Reihe von Gedanken und Vorstellungen stürmte auf ihn ein, und ein Gespräch, das er vor einigen Tagen mit seiner mütterlichen Freundin gehabt, kam E AII 02 e D Reine Weine und Liquöre s für den Familien- und Privatgebranch in irgend einer Quantität beim Pint Quart, Gallone oder Keg n Wholesale preisen und als absolut rein und gesund garantirt. Für Dinner-, gesellschaftliche und medizinische Zwete habe ich reine Weine und Liguöre, welche Sie in irgend einer beltebigen Onan m tität kaufen können. 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Lebhafter als je war durch diesen Besuch in Frau Depee die Erinnerung an jene Stunde wachgerufen, die ihr Paul zugeführt. Sie durchlebte alles noch einmal, und wenn sie dann an die Zeit vorher dachte, durchschauerte es sie. Wie öde. wie leer war ihr Leben gewesen, ehe die Sorge für dies Kind es erfüllt, ehe der Blick in sein reines, reiches Gemüth so vieles in dem eigenen wieder wachgerufen, was verdorrt und erstorben schien. Ja. selbst die Kämpfe und Mühen, mit de—- nen sie ihm seine jetzige Stellung, seine Ausbilbung erstritten, waren ihr sel— ber zu reichem Gewinn geworden. Voll und stark war die in ihr schlummernde Geistestraft zu Tage getreten; sie hatte den Werth und die Bedeutung des Lebens und jedes geistigen Rin— gens und Schaffens ganz erfassen ge-- lernt, und die Zuneigung und Sorge, welche sie dem einen widmete, war auch sür viele andere eine Quelle' des Guten geworden. Ernestine hörte ihren Mann jetzt das Haus verlassen. Sie war zu unruhig., eine Arbeit vorzunehmen; sie versuchte zu lesen, um die immer quälender werdenden Gedanken zum Schweigen zu bringen; aber es wollte ihr nicht gelingen. Sie nahm die Bü cher nur in die Hand, um eines nach dem andern wieder wegzulegen und als sie sich zuletzt doch von einer schönen Stelle in Calderon's Wunderthätigem Magus hatte fesseln lassen, schreckte ein heftiger Zug an der Hausglocke sie auf. Gleich darauf trat das Mädchen mit der Meldung herein, der Herr lasse nach dem jungen Rekamp fragen; auf ihren Bescheid, daß er noch nicht da sei, habe der Bote hinterlassen, Madame möge ihn unverzüglich in's Geschäft senden, sobald er komme. „Gut, es soll geschehen“, sagte sie kurz. Als die Dienerin sich entfernt halte, sank sie, von namenloser Angst erfaßt, auf ihren Stuhl zurück. Er war also nicht da, und Depee wußte nicht, wo er sich befand. Sollte er. ohne vor— her mit ihr zu sprechen, das alte Vier—- tel wieder besucht haben? Aber wo— zu? Das hätte ja bis zum Abend Zeit gehabt, und er hatte bisher nie einen Schritt gethan, von dem er ihr nicht vorher gesagt hätte. Und doch wenn es nur sonst nichts, wenn es nur nicht eine Unannehmlichkeit im Ge— schäft war! Es dämmerte schon. Am liebsten hätte sie sich in einen Mantel gehüllt, und das Häuschen der Todten besucht; aber sie wagte nicht, das Haus zu verlassen. Auf jedes Geräusch lauschend, wartete sie auf ihren Lieb— ling; er mußte doch kommen, wenn er nicht im Geschäft war. Aber Paul kam nicht, und als end— lich die Stunde schlug, die ihn sonst brachte, trat Depee allein herein. Die Frage nach Paul erstarb auf ihren Lippen vor dem Zornesblick des Gat ten. „Nun“, fragte er mit beißendem Hohn, „fragt man nicht nach dem lie ben Kinde, dem Goldjungen? Weiß man nicht, wo er hingestoben ist, der „dankbare, edele Knabe“, auf dessen Treue die Firma Depee Häuser banen sollte? Ist dieser Streich vielleicht auch auf Rechnung des „Adels“ zu se— ten, den Madame ihm erhalten zu müssen glaubte, für den sie neulich auf die rücksichtsloseste Weise eine Dame beleidigte, bei der sie freundlich aufge nommen war?“ Ernestine hatie beide Hände auf's Herz gepreßt. Die brutale Art ihres Mannes machte dies Mal keinem Ein—- druck auf sie; aus all' seinen verletzen den Worten hörte sie nur das eine her— aus: Paul war fort, und niemand wußte, wohin. Sie ließ den Strom von Schmäh—- ungen, der sich aus seinem Munde über Paul und über ihre Güte gegen ihn erxgoß, ruhig verlaufen, und erst als Depee nach einer Weile ganz erhitzt und erschöpft schwieg, sagte sie ge— lassen:„Wenn ich dich verstehen soll, mußt du mir erst erklären, was vorge— fallen ist.“ „da, wer das müßte, mein liebes Kind“, sagte er, durch die Ruhe, mit der sie sprach, augenscheinlich erleich tert. „Der Vogel ist davon geflat— tert, spurlos verschwunden ist er. Ein wohlverdienter Verweis, den er die sen Morgen von mir erhielt, wird ihm wohl in die Krone gefahren sein. Das ist wenigstens das einzige, worauf ich schließen kann. da, ja, so geht es, wenn man die Leute verwöhnt, wenn man ihnen eine so seine Bildung gibt, Herzchen.“ Damit trommelte er mit den/Fingern auf der Tischplatte herum und ließ seine unruhigen Blicke über ihre Gestalt schweifen. Frau Depee ärgerte sich fast immer, wenn er sie so nannte. Der Zärtlich- feits-Ausdruck hatte etwas Höhnisches; er gebrauchte ihn stets, wenn er ihr einen Stoß versett oder eine Nieder— lage bereitet zu haben glaubte. Aber sie beachtete das jetzt nicht. Sie hatte genug gehört, und die Art, wie er alles vorbrachte, ergängzte, was er verschwieg. O er hatte ihm zu viel gethan, ih— rem Liebling, sonst wäre er nicht davon gegangen; sie wußte ja, wie viel Paul von ihm ertrug um ihretwillen. Aber auch sie wollte jetzt an siq halten, woll—- te sich zusammennehmeh um Paul's willen. Siedürfte ihren Mann nicht noch mehr reizen, wollte sie hoffen, daß alles sich bald wieder schlichte. Denn daß ihr Mann Paul nicht entbehren mochte, wußte sie wohl, und daß die— ser wirklich davongegangen sein könn— te, davongegangen ohne Erklärung, ohne Abschied von ihr, das schien ihr ganz unmöglich. 1 KXA Zwölftes Kapitel. Wieder hatte der Engel des Todes seine Fittiche über Schloß' Taura ge breitet. Weder die warme Sonne des Südens noch die zärtlichste Pflege der Liebe hatte den schwachen Lebensfun—- ken wieder hell zu entfachen vermocht; langsam und still war er verglommen. Der zarte Knabe, dessen letzte Anstren gung noch ein Lächeln liebevoller Dankbarkeit für die über sein Lager gebeugten Eltern war, ahnte nicht, welche ungeheuere Lücke sein Tod in ihr Leben riß. Ehe der Sargdeckel sich geschlossen, hatte der Graf zum letz— ten Mal lange, lange in das bleiche Antlitz geblickt, auf dem ein Schimmer der Verklärung ruhte; es war fast ein Gefühl von Neid, das ihn beim An— blick des stillen, friedlichen Schläfers ergriff. „Konnte ich es nicht sein, statt seinerl“ Das waren die ein— zigen Worte, welche er gegen den treu—- en Walther über den Tod seines Kin— des geäußert. Mit einem tief ernsten, traurigen Blick hatte dieser ihm die Hand ge— reicht. „Muth, Muth, gnädiger Herr, ein Mann steht seinem Schicksal.“ Aber der Greis schlich umher wie ein gebrochener Mann. Die Sorge um das Leben der theu— ern Gemahlin sollte den Grafen em— porschrecken aus seinem dumpfen Hin— brüten.. Die fortwährende Besorg— niß, die vielen Nachtwachen und nun der Schmerz hatten die ohnedies so zarte Gesundheit der Gräfin bedenk— lich erschüttert. Ein schleichendes Fie ber fesselte sie wochenlang an das Krankenzimmer. In dieser. Zeit tam es ihrem Gatten mehr wie je zum Be wußtsein, daß sie ihm doch mehr war als alles, was er je besessen und ver loren. Erst als der Arzt ihm die Ver sicherung gab, daß sie ihm erhalten bleibe, dünkte ihm das Leben wieder werth. Wie ein lange berschüchtertes Kind hob die Hoffnung sich in seinem Herzen empor und flüsterte ihm süße. heimliche Worte zu von gesühnter Schuld und von einer neuen, hoff nungs- und segensxeichen Zukunsft. Wieder waren Wochen vergangen. Die Gräfin saß in ihrem Cabinet und lauschte, müde in den Sessel zurückge lehnt, den Versen, die ihr Gemahl vorlas. Von Zeit zu Zeit hielt er inne, um einen zärtlich besorgten Blick auf Angelica zu werfen, oder sie zu fragen, ob das Zuhören sie auch an greife. Aber sie verneinte das stets mit einem dankbaren Lächeln. „Du hast eine gute Wahl getroffen“, sagte sie jetzt; „das Buch zieht an und fes— selt, ohne aufzuregen. Während der Wohllaut der Verse dem Ohr schmei— chelt, wird die Phantasie durch die an— muthigen Bilder angeregt, welche sie uns vorführen.“ „Du kanntest die kleine Dichtung noch nicht? Jlech hatte sie doch gleich nach ihren Erscheinen auf deinen Bü— chertisch gelegt.“ „Du bist stets so gütig und auf— merksam. Gesehen und eben durch blättert hatte ich sie wohl; aber bis zum aufmerksamen Lesen war ich nicht gekommen. Du weißt, so lange Max noch da war, was gab ich da für alles andere?n“ Ihre Stimme wurde unsi— cher. Thränen traten in ihre Augen. „Aber wir wollen zufrieden sein, daß wir beide einander noch haben. Es war früher auch zu schön, und ein vollkommenes Glück sucht man auf Erden vergeblich, wie es auch in den Strophen heißt, die du eben gelesen hast. Bitte, wiederholte sie mir.“ Er willfahrte ihr gern. „Ein Mal laden zu Gaste die Götter den Sterb— lichen, ein Mal nur; doch Ikarus stürzt vom Himmel und Phaeton schnell, Hoffnungen fallen wie Sterne, verei—- telte Wünsche. Das Leben schreitet mit ehernem Fuß, und es häuft zu den Gräbern die Gräber.“ Er stockte, weil sein Auge die folgenden Zeilen überblickt hatte. „Sollen wir schließen, Theuerste? Du bist doch müde.“ „Noch ein wenig“, bat sie. „Mit den Gräbern wollen wir doch nicht schließen.“ Der Graf nahm sich zusammen und las: „Selber die täuschende Liebe, sie wirft ihr Strahlengewand ab. Aber in Schuld ließß uns und in Reue die Hore der Jugend!“ Er ließ das Buch sinken und starrte vor sich hin. Sie hatte sich leise erhoben, und zu seinem Stuhle hintretend, schlang sie zärtlich die Arme um ihn. „Du hat—- test recht, wie immer, Liebster“, flü— sterte sie. „Was ist der Tod im Vergleich zu der Treulosigleit? Und wa i t 2 arli doch war es gut, daß ich diese Strophe noch hörte; bringt sie mir nicht deutli— cher zum Bewußtsein, welchen Schatz ich in dir besitze, als das beredteste Wort dev Liebe es zu thun ver— möchte?“ Es war ihm unmöglich, etwas zu erwidern. Stumm führte er die schma—- le, weiße Hand, welche kosend über seine Wangen glitt, an seine Lippen. Sie beugte sich über ihn, um seine Stirne zu küssen. Dann zog sie ein gesticktes Tabouret näher und setzte sich zu ihm. Leise, süße Worte gin— gen über ihre Lippen, während sie wie ein Kind mit seinen Fingern spielte und sich nur zuweilen unterbrach, um zu ihm aufgzuschauen. Neber Flur und Wald thaute der Herbstabend nieder. Purpurstreifen überzogen den Horizont, und die Son—- ne versank wie ein rothglühender Feu— erball an seinem äußersten Rande. Ihr scheidender Strahl vergoldete die Zin— nen und Thürme des Schlosses und brach sich in tausend funkelnden Lich— tern in den hohen Fenstern. Aber durch die schweren, goldbefranzten Brocatvorhänge des Cabinets, in dem die beiden weilten. fand nur ein ein ziger schmaler Streif den Weg, der wie ein neugierig sich umschauendes Kind über alle Gegenstände hinglitt, über die dunkelrothe, mit den Fenster—- vorhängen und der hohen Portiere im Einklang stehende Sammt-Tapete, die fein geschnitzten Stühle, den mit Bü— chern und zierlichen Sächelchen bedeck— ten Tisch und seine tief niederhängende Veloursdecke. Jetzt verschwand auch er, noch mit einem letzten Blick die Mo— saiktischchen von dem Fenster streifend, auf deren weißen Platten wundervolle Blumengewinde sich zeigten, und ließ der im Kamin emporlodernden Flamme die Herrschaft, deren hin und her ja— gende Lichtreflexe tanzten wie in tol— lem Spiel mit einander über die viel— verschlungenen Muster des weichen Teppichs hin, indeß das leise Knistexn des Feuers dem kaum vernehmlichen Geftüüster des liebenden Paares zuzu— stimmen schien. Zuweilen huschte ein Schein über das faltig weite, matt— blaue Gewand Angelica's hin und hinauf bis zu den feingefältelten Spi— zen am Halse und den Schleifen, die das schöne, wellige Haar von den Schläfen zurückhielten, um dann schnel—- ler wieder zurückzugleiten, als schäme er sich seiner Zudringlichkeit. Hätte er auch ein schöners, trauteres Bild innigen Zusammenseins finden können, der vorwitzige Strahl? Und doch wie beneidenswerth diese beiden, sich ganz gehörenden, so innig verbundenen Menschen schienen wie weit getrennt war ihr inneres Seinl Zum ersten Mal. suchten die Gatten an diesem Abend die Ruhe, ohne daß eines von ihnen noch einen Blick in das Zimmer geworfen, in dem Max seine letzten Tage vexbracht, und in welchem noch alle Gegenstände sich be—- fanden, die ihm Freude gemacht, oder mit denen er sich beschäftigt hatte. Aber die Beweggründe, welche sie davon zu— rückhielten, waren eben so verschieden wie die Gedanken, welche den Schlaf von ihrem Lager verscheuchten. „Aber in Schuld ließ uns und in Reue die Hore der Jugend.“ Konnte er sie denn gar nicht bannen, diese Worte, die ihm nun die Ruhe raubten, wie sie vorhin die holden Liebesworte seines Weibes ihm vergält hatten? Ging es ihn denn an, dies trauervolle Be—- kenntniz? Wie oft schon hatte er diese Frage abgefertigt, wie oft sich selber mit den ätriftigsten, schwerwiegendsten Gründen bewiesen, daß er kein Unrecht begangen, keine Schuld auf sich gela—- den, daß er auch höhern Verpflichtun— gen Rechnung getragen, indem er dem Zuge seines Herzens gefolgt sei. Warum stieg sie denn immer wieder auf, die alte Zeit, und stellte sich wie ein drohender Schatten zwischen ihn und jede frohe Stunde? Warum reckte sie sich zu einem grausen Ge— spenst empor, wenn das unerbittliche Schicksal ein Opfer von ihm forderte, und warf, höhnisch grinsend, noch Wermuth selbst in den übervollen Be—- cher des Schmerzes hinein? Warum tonnte er nichts beginnen, nichts aus führen, ja nicht einmal ein Buch in die Hand nehmen, ohne daran erinnert zu werden? Ein süßer Traum hatte Angelica umfangen. Sie sah sich auf einem schönen Wiesenplan stehen. Wohin sie den Schritt wandte, sproßten zu ih— ren Füßen Blumen auf. In dDer Ferne aber erblickte sie einen hellen Schein, der immer näher kam; jetzt floß er zu einer Gestalt zusammen, es war ihr lieves Kind es wintkte ihr, zu fommen. Sie wollte vorwärts eilen, aber ihre Füße wankten, und plötlich erbliekte sie vor sich eine tiefe Kluft, die sie von dem Liebling ihrer Seele trennte. „Wo ist Rudolph?“ wollte sie fragen, aber die Stimme versagte ihr, und über dem angestreng— ten Bemühen, zu reden, erwachte sie. Sie starrte in das Dunkel, welches ringsum herrschte, als müsse sie noch einen Schimmer der holden Erschei— nung erhaschen, und dann übermwäl— tigte das Gefühl ihres Verlustes sie mit erneuter Schmerzensgewalt. Sie weinte lange still in ihr Kissen hinein. Wieder durchlebte sie die Zeit, welche sie zuletzt mit ihm verbracht, in der seine zarte Sinnigteit, sein tiefes Ver— ständniß für alles Ernste und Höhere so recht hervorgetreten, in der seine rüclsichtsvelle Lieve und Sorge fsür die Mutter sie so oft gedührt hatte. Aberl auch ein anderes Bild stieg jetzt neben dem seinen auf und beschäftigte den ruhelosen Geist. Hugo, der liebe, lebhafte Knabe. der so treu an dem Krankenlager des jüngern Freundes ausgeharrt, der seine freien Stunden stets geopfert, um ihm nicht zu fehlen in der letzten, schweren Zeit wie hatte sie ihn bis jetzt vergessen können? Ja, nun sah sie erst ein, wie sehr krantk! und schwach sie gewesen sein mußte, daß sie dessen nicht einmal gedacht, der! ihrem Kinde so viel Liebes gethan. O, wie sehnte sie sich jetzt nach dem offenen, treuen Antlitz, das gleich ihr sich stets liebevoll und geduldig zu dem Bett niedergebeugt, nach dem Freunde, der gleich ihr mit freudiger Bereitwil ligkeit jeden Wunsch des Lieblings er—- füllt hatte. Was mochte er denken, daß bis jetzt niemand vom Schosse sich mehr nach ihm' umgesehen hatte? Aber das wollte sie gut machen; a sollte sehen, daß die Mutter seines Marximilian dankbar war. Sie war ja reich, es war ihr ein leichtes, für ihn zu sorgen, ihm den Weg zu einer ge achteten und ehrenvollen Stellung im Leben zu bahnen. Er hatte je keine Mutter, wie sie kein Kind mehr hatte! Ja, sie wollte ihre Gedanken, die sich bisher nur in dem engen Kreise der Sorge um den einzigen bewegt hatten, nin auf ihre Umgebung richten; sie wollte Gutes thun, wollte helfen, trö sten und lindern. wie und wo sie tonnte. Unter den waldigen Höhen, die rechts die Aussicht von Schloß Taura begrenzten, dämmerte schon der Mor— gen auf, als die Gräfin endlich den Schlummer wiederfand. Ihr Gemahl aber saß schon früh in seinem Arbeits— zimmer und sah Rechnungen und Be— richte nach, die am Tage vorher ein—- gelaufen waren. Jetzt hielt seine Hand ein versiegeltes Racket, das Pa— piere zu enthalten schien. Prüfend betrachtete er Siegel und Schrift; denn das halb verwischte Postzeichen ver— mochte er nicht zu entziffern. Ja, er kannte die Hand und kannte das Sie— gel; lange hatte er es herbeigesehnt, und doch zauderte er jetzt, es zu er— brechen. Jahre waren dahin gegan gen, seit er diese Schrift zuletzt gese hen. Damals hatte Windner ihm mitgetheilt, daß;ß Dora die Rente, welche er für sie und die Kinder be— stimmt, ausgeschlagen, und daß sie Heidelberg verlassen habe. Endlich löste der Majorathsher Siegel und Schnur und entfaltete die Sendung. Mehrere in einander ge legte Briefe fielen heraus. Unwill—- kürlich blickte er nach der Thüre, als er sie aufnahm. Einer derselben, dessen Papier schon vergilbt war, zeigte eine zierliche, ihm nur zu wohl be— tannte Frauenhand. Aber wo war die Zeit hin, in der er diese Schrift züge mit freudigem Herzklopfen be— grüßt hatte! Nun saßz er da und las und las. Einen nach dem andern studirte er sie durch, die Briefe mit den schwer zu enträthseladen Hieroglyphen von der Hand des vielbeschäftigten Advocaten. Das feine, kleine Schreiben, welches dazwischen lag, hatte er nur flüchtig überflogen und dann hingelegt. Er. wollte ihn nicht noch einmal lesen, den abweisenden Brief; und doch zuckte un— willkürlich stets die Rechte danach hin. Schon zwei Mal war der Kammer—- diener mit der Frage eingetreten, ob der gnädige Herr vielleicht eine Tasse Kaffee hierher befehle; er hatte ihn jedes Mal mit einer ungeduldigen Handbewegung fortgewintt. Aber jett klopfte es wieder. und auf sei— nen Hereinruf erschien der Bediente mit der Meldung, die gnädige Frau erwarte den Herrn Grafen zum Früh— stück. Er sprang schnell auf. „Im Augenblick werde ich da sein.“ Der Latkai zog sich zurück. Aber der Ma— joratsherr verschloß, ehe er das Ge— mach verließ. die Briefe in ein gehei— mes Fach seines Schreibtisches. Der Anblick Angelica's deren Aus— sehen ihm diesen Morgen frischer und lebhafter schien, verscheuchte schnell die Wolten, welche die Stirne des Gra— fen umdüstert hatten, und als sie ihn, ihrer frühern Gewohnheit gemäß, wie—- der selber bediente und dabei auf's an muthigste unterhielt, wurde ihm leich ter um's Herz. Nur als sie sich theil—- nehmend erkundigte, was ihn denn so früh schon derart in Anspruch genom— men, daß er die gewohnte Zeit zu sei— nem Morgen-dlmbiß habe verstreichen lassen, zog ein Schatten über sein Ge— sicht. „Man hat hier und da ein ernstes Geschäft abzumachen“, entgegnete er, ihrem Blicke ausweichend. „In ei ner so großen Verwaltung kommt al— lerlei vor, was sich nicht auseinander setzen läßt, ohne weit auszuholen.“ „Ich verstehe, mein Theuerer“, sagte sie zärtlich, aber mit ungewohntem Ernst. „Du hast manche Arbeit zu bewältigen, manche Verwickelung zu lösen. Bei einem großen Besitz ist das ja nicht anders möoglich. Aber ich halte diese Sorgen jetzt für ein Glück; denn sie zerstreuen dich und ziehen dei— nen Geist von den Schmerzlichen Er innerungen der letzten Zeit ab Auch ich möchte mich mit etwas Ernstem, Wichtigem beschäftigen, um in etwa die Leere auszufüllen, die sich mir täglich sühlbarer machen wird, je mehr meine Gesundheit wieder erstarkt.“ R sah sie erstaunt und gespannt I „Du bist ein so guter, besorgier Herr“, fuhr sie fort; „ich habe bis jert über der Sorge für meine Kinder fast vergessen, daß ich auch für Untergebene zu sorgen habe. Manches könnte ich thun, woran ich bis jetzt nie dachte. Diese Nacht ist mir vieles durch den Sinn gegangen, aber vor allem eines. Dem guten Hugo müssen wir danken,! der unseres “Kindes letzte Tage ver· schönt, der so treu bei ihm ausgehalten hat „Du svrichst du meine Gedantken aus“, fiel der Graf ein. „Das freut mich“, sagte sie lebhaft. „Ich dente, wir nehmen uns ganz sei ner an, Paul; wir sehen, wozu er am besten taugt, und lassen ihn dafür aus— bilden. Der treue Walther würde ihn gewiß gern unter seine besondere Ob hut nehmen; einige Stunden des Ta ges könnte er bei mir sein, und ich würde für alles sorgen, was seine gei— stige und leibli. „Das ist ein ganz unausführbtarer Plan“, unterbrach er sie kurz abwei send. Sie sah ihn überrascht und betrof— fen an den Ton hatte sie bis jetzt nicht gekannt. Thränen trxraten in ihre Augen; aber sie unterdrückte ihre Empfindlichkeit und sagte: „Du hast mich wohl nicht recht verstanden, Paul. Ich wünsche für die Zukunft dieses; jungen Menschen denn ein Kind kann man ihn kaum noch nennen zu sorgen; ich möchte ihm, so viel ich kann, die Mutter ersetzen, welche er. „Nein, nein, Angelica, ich kann und! will von diesem Plan nichts hören“, stieß er mit fremder. rauher Stimme hervor. „Wie könnte ich ein fremdes Kind an der Stelle sehen, während das! eigene er hielt erschrocken inne. Aber Angelica faßte seine letzten Worte nicht mehr auf; sein rauher Ton hatte ihre noch krankhaft erregten Nerven so erschüttert, daß sie in ein krampfhaftes Schluchzen ausbrach. Er! wußte sich nicht zu halfen. Was sollte er Triftiges vorbringen, um seine Ab neigung gegen diesen Plan zu ertla ren? Er wollte ihr ein tröstendes Liebeswort sagen, aber die Kehle war ihm wie zugeschnürt. „Es ist dir nicht wohl, meine Theuere“, brachte er end lich mühsam hervor, „ich will deine Zofe klingeln. Leider muß ich fort. 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Ge— rade jetzt muß ihr dieser Gedanke kom— men, gerade jetzt!“ murmelte er. „Und ich muß ungütig, muß rauh und kalt erscheinen bei ihrem Schmerz, muß sie verlassen, weil ich mich nicht fassen, nicht beherrschen tkann!“ Als Angelica verweint und matt. aber mit dem Vorsatz, ihrem Gemahl freundlich entgegenkommen, Mittags in den kleinen Eßsalon trat, wurde ihr gemeldet, der gnädige Herr sei ausge—- ritten und werde schwerlich vor dem Abend zurück sein. Es durchgzuckte sie schmerzlich; wann hatte er das je ge— than, ohne es ihr vorher zu sagen, ohne Abschied von ihr zu nehmen? Sie be— rührte die Speisen kaum; gedankenvoll und in sich versunken, grübelte sie dem sonderbaren Benehmen ihres Gemahls nach. (Fortsetzung folgt.) Wünschen Sie Tapeten oder Mouldiug? Haben Sie Anstreicher-, Dekorations- oder Tapezier-Arbeiten zu be— sorgen? Wenn so, dann sprechet bei uns vor. BRADFORD BROS.. VBeide Telephone. 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Luxemburger Gazette. Herausgeber: Kalholische Druck- Gesellshaft. btsctitssnbrer 2—erceutGouner. Nitolaus annrer. Dienstag, den 24. März 1908. Katholischer Kircheu-Kalender. Jesus speiset 5, 000 Mann ZJoh. 6, 1— 15. E. 20. März. Eustasius. Ludolpb. Jonas, M. M.30 Quirin. Amad. Johann. Clim. D.31. Balbina. Amos. Guido. M. 1 April. Hngo. Walerich. Theodor. O. 2. Franzv. Paul. Mar.v. Aegypt. K. 3. Richard. Pankrat. Vulp. 5.4.„ Isidor. Zosimus. Plato, A. Auch eine Fasten-Be—- trachtung! Es gibt ja viele Menschen, denen nichts schrecklicher däucht, als Moder—- und Leichengeruch. So tapfer viele Leute im Hampfe mit physischen Schwierigkeiten sind, so feig siud die— selben, wenn sie sich mit dem Tode, Todesgedantken oder einer Betrachtung über den Tod be— schäftigen sollen. Verdenken wird man ihnen Das wohl auch nicht besonders, denn der Tod und was so um ihn herum sich schaart, die Gedanken an Lebens— ende, Gericht, Himmel und Hölle, das sind Dinge, denen nur Derjenige eine wirklich freundliche und selbst eine angenehme Seite abgewinnen tann, für welchen dieses Leben nicht das eigentliche Leben ist. Man sollte aber erwarten, wenn Dem so ist, daß dieselben Menschen, welche den Herrn Tod als einen so unfreundlichen Gast betrachten, ihm auch möglichst aus dem Wege gehen würden. Gewiß wäre es gangz conse— quent, wenn solche Leute auch alles Das meiden würden, was den Besuch des rippigen und ruppigen Herrn möglichst lange hinaus— schieben würde. Dem ist aber durchaus n icht so. Wenn wir die Lehre, welche wir unseren Lesern als Fastenbetrachtung bieten wollen, recht nachdrüceklich machen sollen, so lassen. wir jetzt jenen kundigen Seelen— führer, der aber auch den menschlichen Körper mit all' seiner Schwachheit so genau kennt, den Dominitkaner-Pater A. M. Weiß. O. P. reden Er schreibt in seinem herrlichen Buche „Die Kunst zu leben“ unter der Ueberschrift „Mittel gegen den Tod“: Sieht man den hinter Schüsseln und Flaschen verschanzten Lebemann fragend an, so sagt er halb vorwurfs—- voll, halb schmunzelnd: „Sie kennen doch den Spruch: „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!““ Bekannt ist uns dieser Spruch wohl, man hört ihn ja oft genug. Nur glauben wir nicht an ihn, am wenig—- sten dann, wenn wir diesen teuchenden, mngelrund geladenen Aktumulator von Todeskeimen vor uns sehen. Das zwar wollen wir schon von ihm glauben: „Der Grund, der ihn zurück— hält in dieser Jammer—- welt, Ist einzig der, weil Braten und Wein ihm noch gefällt.“ Dennoch möchten wir ihm nicht gut dafür stehen, daß das lange dauere. Denn gerade bei den größten Ver— ehrern dieses Wortes braucht es oft nur eine Kleinigkeit, um die lediglich mit Speisesaft an den Körper geleimte Seele aus ihrem feuchten Gefängniß zu erlösen. Schwerer hält das bekanntlich bei Leuten, die ihr Leben in harter Arbeit in Noth und Entbehrung zugebracht haben. Da möchte man oft glauben, die Seele sei so in den Leib einge— wachsen, wie die Wurzeln eines be— ständig vom Sturme geschüttelten Baumes, in den felsigen Boden. Am zähesten sind aber Geistesmen schen, die durch beharrliche, geistige und sittliche Thätigkeit den Geist zur vollen Herrschaft über den sinnlichen Theil gebracht haben. Bei diesen tönnte man mitunter fast an Unsterb— lichkeit denkten. Im Leben der Hei—- ligen finden sich viele Beispiele merk— würdiger Langlebigkeit gerade bei den größten Helden der Abtödtung. Unsere Zeit tann sich rühmen, ein Muster dieser Unverwüstlichkeit an Leo dem Dreizehnten geliesert zu haben. In der That eine bewundernswerthe Zähigkeit und doch leicht begreiflich. wenn man an die Kraft der Seele glaubt. Immer an der Arbeit, und zwar an jener Arbeit, die den Geist nicht schwächt, sondern stählt, Müdig— keit und Krankheit, Niedergeschlagen—- heit und Hindernisse durch unbeug same Willenskraft überwindend, haben diese Menschen eine Seelenstärte er— langt, daß sie beinahe über das Loos der gewöhnlichen Sterblichen erhaben scheinen, und daß der Tod zuletzt einen außerordentlichen Bundesgenossen zu Hilse rufen muß, um ihrer Herr zu werden, wie wir es von Gregor dem Neunten und vom hl. Polykarp lesen. Der Mensch ist nun einmal dem Tode unterworfen. Aber: wenn er von Fugend auf in Ordnung, Mäßig—- teit und Abhärtung lebte und seine Seele zur Reinheit und zur Willens— stärte erzöge, hätte der Tod mit ihm weniger leichtes Spiel. Nedaktrur (Spezielt für diese Zeitung.) Ein ungerechtes Geseh. Kein vernünftiger Mensch zweifelt daran, daß die Eltern das Recht be sitzen, ihre Kinder zu strafen. Das göttliche Gesetz, wie das Naturgesetz, gibt ihnen dieses Recht und zu allen Zeiten hoben die Eltern von diesem Rechte Gebrauch gemacht. Daß; die Eltern dieses Recht auch auf die Lehrer übertragen können, unterliegt auch keinem Zweifel, und die Geschichte be stätigt die thatsächliche Uebertragung und Ausübung dieses Rechtes durch die Lehrer. Durch alle Jahrhunderte galt die Prügelstrafe als ein- unentbehr liches Hülfsmittel der Schul-Disziplin, und selbst die Universitäten verhäng— ten Körperstrafen und Gefängniß. Nun kommt der moderne Staat und verbietet gegen göttliches und gegen Naturgesetz den Lehrern in seinen Schulen alle körperlichen Strafen an den Kindern. Eine solche Verord— nung ist ein ungerechter Gingriff in die Rechte der Eltern und der Lehrer. Wenn Gott und die Eltern dem Lehrer das Recht ertheilen, die Kinder zu strafen, wenn es nothwendig ist, darf der Staat dann wohl jede körperliche Strafe verbieten? Der Staat gibt durch dieses Gesetz ein sehr schlechtes Beispiel, weil jedes Gesetz die öffentliche Meinung beein— flußt und in der Presse und im Volke die Ansicht verbreitet, die Prügelstrafe und jede körperliche Strafe sei nicht mehr zeitgemäß. Die Folge ist, daß Eltern und Lehrer an ihrem Straf—- vecht zweifeln, und daß die Jugend jede Strafe für ungerecht ansieht, den Respekt und den Gehorsam gegen Eltern und Lehrer verliert. Auf diese Weise löst sich das Familien-- leben auf. Mit der Strafgewalt ver— liert der Hausvbater seine Herrschaft, die Familie wird zur Republit ohne Präsidenten, d. h. zur Anarchie, in welcher jedes Mitglied thut und lebt, wie es will. Damit sind wir wieder in den Naturzustand zurückgesunken; in welchem die Menschen frei waren, u die Thiere im Wald. (Speziell für diese Zeitung.) Gegen den Verfall der Nationen wie gegen die Schwindsucht der Privaten hat man bis jeyt noch kein Heilmittel entdeckt. Hat die Krank— heit einmal das erste Stadium über— schritten, dann wird sie für unheilbar angesehen. Dies ist nun der Fall mit den im Liberalismus am meisten fortgeschrittenen Staaten, seien es nun Republiten oder Monarchien. Sie sind unter die Herrschaft der Frei— maurerxei oder ähnlicher geheimer Ge— sellschaften gerathen, welche grund— sätlich Feinde der Kronen und der bürgerlichen Ordnung sind, und damit haben sie die sge Bahn des Verfalles betreten. Das Ziel dieser Gesellschaften ist: Freiheit und Gleichheit, d. h. Freiheit von allen religiösen und sitaatlichen Banden; Gleichheit aller Religionen, Stände und Nationalitäten. Daher ist die Freimaurerei grundsätzlich gegen Clerus, Adel und Monarchen. Louis Blane schreibt die erste französische Revolution der Freimaurerei zu, und Lamartine behauptet, daß aus der Freimaurerei die großen Ideen der Jahre 1789, 1830 und 1845 hervor— gegangen seien. Hätte er länger ge— lebt, so hätte er noch die großen Ideen von der Commune 1871 und von der Trennung von Staat und Kirche 1901 hinzufügen können. Mit ihnen stimmt der englische Minister D'lsraeli und der deutsche General von der Marvitz überein. Von den Freimaurern schreibt er: „Sie traten schon in den achtziger Jahren (des 18. Jahrhun derts) als Illuminaten auf, dann als Jakobiner in Frankreich, als Carbo nari in Italien, als Leiter der Bur schenschaft in Deutschland, als „juste milieu“ in Frantkreich, als Liberale in Spanien, als Jovine Italia, als St. Simonisten und frecher noch als diese jetzt als junges Deutschland.“ Gegen diese Gefahr des sogzialen Verfalles gibt es nun kein Heilmittel, weil die Menschen das einzige Heil wittel, die Rückkehr zum Christenthum nicht anwenden wollen. Ein ameri— kanischer Freimaurer meinte bei einer anti freimaurerischen Versammlung. die Menschen seien von den „BrBr“ gleichsam chloroformiert, deshalb achteien sie nicht mehr auf die Gefahr. Die gelrönten Häupter fallen wie die Blätter vom Baum, und eben so die Präsidenten der Republiken. Und die wenigen Monarchien und Republiken die noch stehen, wer regiert sie? Ant— wort: entweder die Freimaurer selbst, wie bei uns und in Frankreich; oder eine Puppe der Freimaurer wie in den liberalen Monarchien. Aber hierzu— lande sind die Logen nicht so feindlich gegen Kirche und Staat? wendet man ein. Antwort: Sie können nicht anders. Die große Selhstständigkeit der einzelnen Staaten macht das Zu— sammenwirken der feindlichen Mächte sehr schwer, der Amerikaner wünscht keine Revolution wegen seines Ge— schäftes, und jede der großen poli— tischen Parteien will Frieden haben, um das Votum der Katholiken nicht u verlieren. Daher die scheinbare Ruhe. Der Wunsch zum Kulturtkampf wäre schon da.. n Von I. K. Der Verfall. Von I. K. Luxemburger Gazette, Dienstag, den 24. Mär;- 1908. Werthe Redaktion! schermittwoch! Wo— rüber soll ich heute berichten? Politik? Ach was, lassen wir die einmal ruhen. Noch tklingen die Carnevals-Klänge der letz ten drei Tage nach, bunte, bewegte Bilder ziehen noch an unserem Geiste vorüber. Bilder, geschmückt mit bun— tem Flitter, fröhliche, lachende Men— schen, dazwischen Singen, Johlen, Gläserklang und Peitschenschlag. Ist doch Carneval oder Fasching die Zeit, welche in das graue Einerlei des Alltags, Fröhlichteit und übersvpru delnden Humor tragen soll, weshalb er da wo er eingesührt, besonders hier am Rhein, bei Fung und Alt gern willkommen ist. Die Einrichtung des Carnevals ist eine uralte. Man hat es hier mit einem jener mehrtägigen Feste zu thun, die den gesammten indo-germanischen Völkerschaften eigen sind. Von Rom her, woher ja in der Hauptsache unsere ganze Kultur in ihren guten und schlechten Sitten stammt, kam auch der Carneval. Trotz der allgemeinen Theuerung, wie überhaupt der schlechten Zeiten, welche augenblicklich hier herrschen, wurde auch in diesem Jahre wieder mit vollen Händen umhergeworfen, was leider besonders von Solchen geschieht, die es nachher bitter nothwendig batn Pfandhäuser, Gerichtsvollzieher, Vin— cens-Vereine und auch die Armen— schwestern können über dieses Kapitel manch' trauriges Liedlein singen. +4l Der Hauptcharakter, den die Carne—- vals-Feier hat, ist der der Gesellig keit. Das Sammeln von Gaben deutet schon auf die früher gemeinsam ge— nossene Mahlzeit hin, an der auf diese Art Alle, auch die Aermsten theil— nehmen konnten.. Das wird wohl auch einer der Hauptgründe sein, daß sich die Carnevals-Feier durch Jahr— hunderte hindurch so großer Beliebt—- heit bis auf den heutigen Tag erfreuen konnte. Einem sogenannten Carne vals-Essen in einem Hotel mußte auch ich in diesem Jahre beiwohnen, welches ich, trozdem solche „Fest-Essereien“ nicht nach meinem Geschmack sind, nicht gut umgehen konnte. Eine bunte, zusammengewürfelte Gesellschaft war es, welche sich hier in dem festlich und humoristisch dekorierten Saale zusam— mengefunden hatte, sowohl Männlein wie Weiblein. Flugs hatte der emsige Kellner jedem Theilnehmer eine bunte Papiermütze aufgesetzt, einige Bevor—- zugte waren noch mit papierenen Orden und Ehrenzeichen deloriert, und so setzte man sich an die schwer be— ladene Tafel. Es war 122 Uhr. Tischgebet? Pjist! stille. Mahl— zeit! und die Geschichte ging los. Und die Tischgesellschaft? Es waren meist gutmüthige Lebeleute, Leute, die einen guten Bissen und einen feinen Schbuck lieben, Leute; die ihre Haut gern warm und trocken halten, mit denen die Sonne täglich einen schwe ren Kampf auszufechten hat, ehe sie ihnen die Bettdecke von den Ohren ziehen kann. Mit Kennermiene wuß—- ten sie jeden neuen Gang, welcher eun getischt wurde, zu taxieren, mit behag-- lichem Zungenschnalzen wurde die Kunst des Koches anerkannt. Da— zwischen die Weine, was für den Wirth die Hauptsache war. Die Pausen Cuftlchiffe als Kriegswerkzeuge und Verkehrsmittel. 4. März 1908. Werthe Redaltion! 2ur Abwechslung heute mal wie—- E— der etwas Unpolitisches. Der glückliche Erfinder des starren lenkbaren Luftschiffes Graf Zeppelin hielt türglich in Berlin einen Vortrag, in welchem er trut Pläne über die Verwerthung und Anwen— dung seines Luftschiffes auseinander—- setzte. Eine große Schwierigkeit, die der Entwicklung der Luftschifffahrt mit Fahrzeugen seines starren Systems entgegenstehe, habe man darin gefun— den, daß dieselben nur vom Wasser n aufsteigen und auf ihm nieder— gehen tönnten. Diese Schwierigkeit sei nicht vorhanden. Er habe bereits bewiesen, daß er auch auf festem Lande niedergehen könne und werde es auch künftig thun. Dabei sei sein Ballonkörper auf dem Erdboden weit widerstandsfähiger als Stoffballons. Was den Atktionsradius angeht, d. i. die Strecke, die sein Schiff ohne Neu— füllung zurücklegen kann, behauptet Zeppelin, daß man Fahrzeuge herstel len fkönne, die in der Stunde 60 Kilo— meter, also in vier und einhalb Tagen 6000 Kilometer leisteten. Schon sein jetziges Schiff könne in einer Fahrt von Berlin aus Petersburg, Mostau und Constantinopel erreichen. Auch bei den langdauernden Fahrten ei große Betriebssicherheit gewähr— leistet, schon aus dem Grunde, weil er zwei— bis dreifache Ablösung der Be— dienung an Bord habe. In seinem neuen Luftschiff würden Schlaf- und Arbeiterammne tür die Besatzung ein— gebaut. Als praltische oberste Höhen— grenze muß nach Zeppelin 1,500 Meter festgehalten werden.“ Zu höhe— rem Steigen muß Nutzlast oder Benzin geopfert werden, wodurch natürlich der Attionsradius verkleinert wird. Auf die Kosten für seine Fahrzeuge ein gehend, behauptet Zeppelin, daß sie keine Rolle gegenüber dem Nutzen spielten. Namentlich als Kriegswerk— zeuge seien Luftschiffe weit billiger als Seeschiffe. Für den Verkehr sei Lufischifffahrt kaufmännisch betrachtet sogar lohnend. Zeppelin zeigt das an folgendem Beispiele: Die Strecke von Berlin nach Kopenhagen läßt sich ver mittelst Luftschiff in ungefähr der uten Fahrzeit wie auf dem jetzigen Wege zurücklegen. Dazu ist erfor—- Carneval und Aschermittwoch. Von,„Ultramontanus“. wurden mit Carnevals-Liedern und Vorträgen ausgefüllt, die Unter— haltung wurde lebhafter und, je länger das Essen und Trinken anhielt, auch seichter. Unwillkürlich fielen mir einige Verse des ergreifenden Gedich— tes „Mittags-Vision“ von Fr. Albert Maria Weiß, O. Pr., ein: Muß ich zur Marterbank mich setzen, Das heißt durch langer Tafel Last Wie durch der Spieße Reihe mich hetzen, Ist tiefe Traurigkeit mein Gast. Ich set im Geiste tausend äste, Noch eh' sich naht die Mittags—- zeit, So mwe die Pilger zu dem Feste An endlos langem Zug ge— reiht. Den Hunger auf den bleichen Zügen, Die müden Hände vom Skelett, Mit leeren Schüsseln, leeren Krügen, So steh'n sie, ob sie Niemand lädt. Die Wittwe dort mit sieben Kindern, Wie warten sie so still, so matt, Sie möchten nur den Hunger lindern, Sie kennen nicht einmal, was satt. O, welche Schaar von Noth— gestalten! Kein Elend, das man hier e nicht schaut; Kaum daß sio aufrecht sich exhalten, Und doch kein Murren und kein Laut. Die Mittagszeit ist längst vorüber, Sie warten, warten immer noch: und mir, mir soll der Schmaus behagen, Der nur zum Ruhm noch dient dem Hoch? u. s. w. Als die Esserei um d Uhr im— mer noch nicht beendet war, da hielt's mich nicht mehr länger, unter einem Vorwand verließ ich den Saal, um nicht wieder rauterr. Mit Frenden vergis ete ich auf die noch onmenden Gänge. ein Gefühl der Erleichterung packte mich draußen in der frischen Luft, ich war froh dem Bereiche der kauenden Kinnladen ent— ronnen zu sein. Es soll dort, wie ich später erfuhr, noch sehr spät ge— worden sein. Auf der Straße hatte sich mittler— weile das tolle bunte Treiben Sr. derlich als Anlagelapital: ein Luft— schiff, Hauptstation (Berlin) und Landungsstation (Kopenhagen) 1,000,000 Mart; Einnahmen: je 100 Flüge hin und zurück im Jahre mit d tlic je 25 Reisenden zu 50 Mark ab für Betrjebskosten, Versicherungen und Abschreibungen Bleiben als jsährliche Rein-Einnahme kein unrentables Geschäft. Ueber die Bedeutung des Luftschif fes in der Kriegsführung hat sich der Engländer Gandron in einem Vortrage in der „Royal Society of Arts“ ausgesprochen. Er glaubt, daß es darin eine große Zukunft habe. Der Bau von hundert Luftschiffen sei im— mer noch billiger als der eines einzi gen Kriegsschiffes erster Klasse, aber trotzdem der Schaden, den sie dem Feinde zufügen könnten, bedeutend größer. Zwar sei es schwer, aus der Höhe von 1,000 bis 1,400 Metern, die. der Ballon innehalten müsse, um sich aus der Schußweite der Land— Batterien zu halten, ein kleineres Ziel mit Sicherheit zu treffen. Aber diese Schwierigkeit, meint Gandron, ist zu überwinden. Man läßt das Sprenggeschoß an einem 1,000 Meter langen Draht herunterhängen und entzündet es elektrisch, wenn es dem giele entsprechend nahegebracht ist. Es ist indeß noch im Zweifel, ob nicht doch schließlich das Aeroplan, also die gasfreie Flugmaschine, sich zu einem brauchbareren Kriegswerkzeug ent— wickele als das Ballonschiff. Trotz dieser großen Erwartungen wird es voraussichtlich noch lange dauern, bis die Luftschiffe für den Verkehr oder den Kriegszweck ausge—- dehntere Verwendung finden. In Conkurrenz mit dem Wasser- oder Bahnverkehr werden sie wohl nie treten tönnen. Dazu ist schon ihre Trag— fähigkeit viel zu gering. Auch wird wohl laum je in der Luftschifffahrt Regelmäßigteit im Betrieb gewährleistet werden können, weil sie stets von den Witterungs- Verhält— (Spezial-Correspondenz aus Deutschland.) 4 47 (Spezial-Correspondenz aus Deutschland.) 113 Von „Gyso. Tollität des Prinzen Carneval ent— faltet. Einige Carnevals Gesell— schaften hatten eine Kappenfahrt arrangiert, behäbig saßen die Vor— stände in den bunt-detorierten Wagen, der Weinpokal machte die Runde, Bonbons wurden in die Menge ge— worfen, zum Gaudium der JFugend, welche förmliche Schlachten lieferten, um in den Pesitz dieser Süßigkeiten zu gelangen. In manchen Straßen war das Gedränge und der Faschings—- Fubel und -Trubel so groß, daß man, wenn auch nicht gerade für sein bischen Leben, so aber doch für seine Hühner— augen fürchten mußte. Im großen Ganzen wicktelte sich Alles harmlos und glatt ab, und wer ein gutes Trommelfell hatte und dessen Magen einige Pfund Straßenstaub verdauen fonnte, der konnte sich schon einmal in den Trubel hineinwagen. Jeh wählte, um schneller zu meinem Ziel zu fkommen, eine weniger belebte Straße, allein auch hier Lärmen, Juchzen, Blasen und Rasseln. Da, plötzlich wird es stille. Ein Leichen— zug kommt die Straße entlang, lang— sam, feierlich. Ein Mädchen wird begraben, welches Mitglied eines Marien-Vereins war, ein langer Zug schwarzgekleideter Fungfrauen folgen dem Sarge, laut den Rosenkranz betend. Welcher Contrast! Stille ließen die Maskierten das Begräbniß passieren, einige zogen sogen ihre bunt-farbigen Kopfbedeckungen ab. Ich ging weiter, zur Jesuiten-Kirche. wo nach alt hergebrachtem Gebrauch während den drei Fastnachtstagen 40-stündiges Gebet ist. Die festlich geschmückte Kirche war mit Andächti— gen gefüllt bis zum letzten Platz. Der Altar, mit seinen Hunderten von Kerzen, war ein Feuermeer, in dessen Mitte das zur Anbetung ausgesetzte Allerheiligste thronte. Brausende Orgeltöne, feierlicher Gesang, wechsel ten ab mit herzinnigem Gebet der ver— sammelten Gläubigen. Und draußen? Ohrenzerreißendes Trompetenblasen, Schreien, Lärmen! Abend. Im katholischen Vereins— haus ist auch carnevalistische Abend—- unterhaltung, welche sich, im Gegen— satz zu den lärmenden und ausge— lassenen Vergnügen, anderer- Kreise, besonßrs der modern gerichteten, durch ihren gesunden herzerfrischenden Humor, sowie ihren Anstand vortheil—- haft auszeichnet. Noch einige Stünd— chen dem Frohsinn gewidmet, und dann nach Hause. Heute ist Aschermittwoch! Aschermittwoch sentt sich nieder Auf die graue Welt. Faschingsglanz und Faschings lieder Sind verweht, zerschellt. All' die bunte Lebensfreude Schwand nun allgemach; An die Erdenthür pocht heute Aschermittwochstag! Es ist ein schöner Gebrauch, an diesem Tage sich das Aschenkreuz zu holen. Ergreifender Gedanke: „Du bist Staub und wirst wieder zu Staub werden!“ An einem Balkon hängen noch bunte Papierstreifen, Confetti. Sie flattern in der kalten, regnerischen Morgenluft uns entgegen, und zeigen uns, was die Welt mit ihrer Faschingslust ist, Tand! nissen start beeinflußi sein wird, jeden— falls erheblich mehr als die Seeschiff fahri oder zar der Bahnbeirrieb. Viele Menschen werden sich auch wegen den anscheinend prbueren Gefahren von der Luftschifffahrt abhalten lassen, obgleich diese in Wirklichkeit kaum be— deutender als im Seeverkehr sein dürf— ten. Die heutige Witterungskunde ist in der Lage, das Wetter mit ziem—- lich großer Wahrscheinlichkeit voraus— zuerkennen, und zwar auf eine Zeit— dauer, die es dem Luftschiffer ermög— licht, sich danach einzurichten. Auch werden die Strömungen in den höhe— ren Schichten des Luftkreises immer mehr erforscht und die Sturmbahnen besser erkannt. Dazu die Aus— nützung der drahtlosen Telegraphie für die Luftschifffahrt. In dieser Beziehung kommt die Erfindung des Potsdamer Ingenieurs von Lepel gerade wie El b Es ist ihm ge— lungen einen Apparat herzustellen, der durch Entladung zwischen Metall— elektroden ungedämpfte Wellen er— zeugt, die nicht nur zum Telegraphie— ren, sondern auch zum Telephonieren verwendbar sind. Dabei soll der Apparat und das ist das für Luft— schifffahrt wichtige ungemein ein— fach und leicht zu bedienen, von ge— ringer Größe und geringem Gewichte sein, ungefähr nur ein Zehntel des Poulsen-Apparates. Jedes Luftschiff wird mit einem drahtlosen Nachrich— ten-Vermittler ausgerüstet und kann von den Wetterstationen Mittheilun— gen und Warnungen über heran— nahende Sturmwirbel in Empfang nehmen. Es wird dann häufig im Stande sein, ihnen nach oben auszu—- weichen oder sie seitswärts zu um— gehen. Dannit wäre aunch den durch Gewitter drohenden Gefahren zum großen Theile vorzubengen, und es dürfte nicht zu schwierig sein, noch an dere passende Schutzmaßregeln gegen Blitzschlag zu treffen. Wenn dem— nach die Gefährlichkeit der Luftschiff— fahrt nicht höher einzuschätzen ist als die der Seeschifffahrt, so werden doch ihre beiden erwähnten Nachtheile, die geringe Leistungsfähigleit und die Un— regelmäßigleit im Betrieb, sie doch nie in ernsten Wettbewerb mit den Ver— kehrsmitteln zu Wasser und zu Land eintreten lassen. Aehnlich fällt das Urtheil über die Verwendung des Luftschifses gzur Kriegsführung aus. Flm Auflklärungsdienst wird ihm unter Umständen von Fachleuten erfolgreiche Thätigleit zugetraut. Als Waffe ist seine Bedeutung nicht hoch anzuschla— gen. Einmal ist sein Geschoßvorrath bald erschöpft, weil es nicht viel mit sich führen kfann. Es muß dann wie—- der zu seiner Landungsstelle, um sich Ersatz zu holen. Das ist aber unge—- mein zeitraubend und deshalb schwer nachtheilig in einer Angelegenheit, wie es der u ist, in dem die Entschei dung oft von der Ausnützung weniger Minuten bedingt wird. Sodann ist ihre Treffsicherheit auf kleine oder auch große in Bewegnng sich befin— dende Gegenstände und das sind sie in der See- und Feldschlacht meistens zu gering. Sie wird schwerlich dadurch vergrößert, daß man die Ge— schosse von herabhängenden Drähten dem Ziele näher zu bringen sucht. Das umso weniger als das Luftschiff selbst sich in ganz gehöriger Höhe halten muß, um nicht von den feind— lichen Geschossen heruntergeholt zu werden. Die Franzosen haben ein Brandgeschoß erfunden, daß 8,600 Meter hoch fliegt. Es entzüündet sich unterwegs, und wenn es dann auch in nur eine Gaszelle des Ballons einschlägt, wird das Ganze durch die Explosion des Gases zerrissen. Krupp hat ein eigenes Ballongosehütz con—- struiert, das sogar den senkrechten Schuß gestattet. Es wird Schrapnell werfen, deren Füllkugeln durch eine Kette oder Stahldrahtspirale verhun den sind, so daß sie nicht bloße Löcher, sondern gewaltige Risse dem Ballon beibringen. Für die offene Schlacht ist also das Euft-ilt als Waffe nicht von großer Bedeutung. Beim Festungskampf ist der Feind so treff lich eingedeckt, daß seine Beschießung aus der Luft ihm wahrscheinlich nicht viel Kummer bereiten wird. Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß Diejenigen, welche von dem lenk— baren Luftschiff eine vollständige Um— krempelung der Dinge in Krieg und Frieden erwarten, wohl schwerlich auf ihre Rechnung kommen werden. Es ist schon dafür gesorgt, daß nicht nur die Bäume nicht in den Himmel wachsen, sondern auch, daß die Luft— ballons nicht in den Himmel fliegen. Präsident Roosevelt und der,,Mütter-Con greß. 7 Auf dem sogen. Congreß der Müt—- ter, der in Washington, D. C., abge halten wurde, hielt auch Präsident Roosevelt eine schöne Ansprache, in der er bder guten, pflichtge— treuen Mutter ein Loblied sang und ihr einen höheren Platz ein-- räumte als den Kriegsveteranen, die auf dem Schlachtfelde für ihr Land ge— kämpft. An solchen Müttern ist, Gott sei Dank, auch hierzulande kein Mangel. Ebenso gewiß aber ist, daß sie nicht unter den Clubwei— bern und Logenschwestern zu suchen sind, die gewöhnlich auf den sogen. „Mütter Congressen“ das große Wort führen und darüber die eigene Familie wenn sie überhaupt eine haben vernachlässigen, meint der „Excelsior“·“ Es war deshalb gar nicht übel angebracht, daß der Präsi— dent auch mit seiner Meinung über die Frauen, die ihren Pflichten als Gattin und Mutter nicht nachkommen, nicht hinter dem Berge hielt und sie mit dem schlechten Soldaten verglich, der in der Schlacht zittere und feige das Hasenpanier ergreife. Er bverband damit einige treffende Ausführungen über die Rechte und Pflichten der Ehe, wies auf die Schattenseiten des Frauenstudiums hin und trat beson ders warm für die Beseitigung der Schäden der Kinderarbelt in Ge— schäften und industriellen Betrieben ein. Was versteht man eigent lich unter Anarchismus? Der Anarchismus ist aus dem Libe—- ralismus hervorgegangen. Die theoretischen Vrdinen wollen die Gleichheit und Freiheit aller Menschen im vollendesten Sinne da— durch verwirklichen, daß jede Klassen herrschaft und die eigentliche Wurzel desselben, das Privateigenthum, an Produktionsmitteln beseitigt werde und auch jede Regierung mit Gericht. Polizei und Militär verschwinden soll. Freilich wollen auch die Anarchisten eine soziale Ordnung, aber diese werde sich ihrer Ansicht nach von selbst nach Beseitigung der Klassenherrschaft herstellen durch freie Privatverträge und das allgemeine Solidaritäts— gefühl Aller. Jeder werde eifersüchtig darüber wachen, daß dFedem seine volle Freiheit gewährt bleibe. Frei wür— den sich die Menschen zu Produttions gruppen vereinigen, um gemeinsam die Produktionsmittel zu verwerthen. Als der erste Theoretiker des Anar chismus darf P. F. Proudhon ange— sehen werden, aber erst Bakunin for mulirte ein anarchistisches Proegramm zur Organisation der Arbeiter. Der Anarchismus beruht auf einer un— glaublich optimistischen Verkennung der menschlichen Natur. Wenn schon das liberale Prinzip des allgemeinen Gewährenlassens auf dem Boden des Rechtsschutzes sich durch die Erfahrung als ·vollständig unzureichend erwiesen hat, so müßte das noch mehr beim anarchistischen Prinzip der Fall sein, welches auch diesen Rechtsschutz beseiti gen will. Diesen theoretischen Anarchisten stehen die Anar—- chisten der That entgegen, welche die Neugestaltung der Gesellschaft mit Schreckmitteln, Bomben und Atten— taten zu Stande bringen wollen. Dieser namentlich von Bakunin, Kra— votkin und Most begründete gewalt— same Aunarchismus hat in Frankreich. Spanien, Italien, der Schweiz, ja so— gar in unserem eigenem Lande, wie die Ereignisse der letzten Zeit erwei—- sen, einen ganz bedeutenden Umfang angenommen und ist sehr zu beflirch ten, daß die dagegen angewendeten Unterdrückungs Maßregeln nicht den w erwarteten Erfolg haben werden. (Speziell für diese Zeitung.) Mangel an unserer Ver- fassung. Von I. K. Nichts Volltommenes unter der Sonne, selbst die amerikanische Ver— fassung nicht. Sie hat schon viele Verbesserungen erlebt und wird noch andere erleben. Das erste Amende- 1 ment lautet: „Der Congreß darf kein q Gesetz erlassen, das eine Religion zur Staatsreligion erhebt, oder deren rti: Ausübung verbietet, oder die Freiheit der Redeund der Presse oder das Ver— sammlungsrecht und Petitionsrecht des Volkes beschränkt.“ Gewiß enthält dieses Amendement manches Gute. aber neben demselben 1 auch manches Gefährliche. Nur Weniges will ich anführen. Die ersté Bestimmung hdieses Amendements, daß der „Congreß keine Religion zur Staatsreligion erheben dürfe“, mag unter den Umständen der q religiösen Uneinigkeit des Volkes recht und billig gewesen sein, vorausgesett. daß die Aegiernns nicht daraus den Schluß ziehe, sie müsse gänglich atheistisch, d. i. religionsõlos e Aber das Amendement ist zu allgemein im Nachsatz, welcher heißt: der „Con greß dürfe kein Geset erlassen, das 1 die freie Ausübung einer Religion ver bietet·· Wenn darunter alle Reli gionen, gegenwärtige und zukünftige,. asiatische und afrilanische, mormo- J nische und „Free Loyers“, anarchi ftijche und atheistische zu bverstehen sind, wie es den Schein hat, dann ist das Amendement sehr unweise, ja un—- gerecht und unausführbar. Keine Regierung erlaubt unsittliche und siaatsgesahrliche Religionen, selbst unsere Regierung nicht. Jede Re—- gierung ist verpflichtet auch die reli- 1 giösen Interessen der Bürger zu schü- 1 ben, und wenn es möglich ist, dieselhen auch zu fördern, folglich darf sie keine intolerante oder unsittliche Religion dulden. Sind die europäischen Ver—- fassungen, welche nur Parität zwischen awei oder drei oder vier Religionen gestatten, und sich das Recht bewahren. allen übrigen Religionen entweder bloße Toleranz oder Gleichheit zu ge—- statten nach ihrem freien Ermessen. nicht weit weiser? Das Prinzip: „Freiheit für Alle“, wie es in diesenm Amendement ausgesprochen ist, ist in dieser Allgemeinheit unausführbar und ungerecht. Sollen etwa die Verbrecher, die Anarchisten, die Volts verführer durch Wort oder Presse die— selbe Freiheit genießen, wie die ge— setliebenden Bürger? Das wäre ungerecht. Absolute Preß-- und Rede freiheit ist unmöglich, ebenso absolute Vereins- und Versammlungs-Freiheit. sobald sie staats- oder religions-ge fährlich sind. Der Staat hat die Pflicht seine Unterthanen zu schützen. Sinnsprüche für Glück sucher. (Aus „Die Kunst zu leben“ von Pater A. M. Weiß, O. Pr.) Soviel du dir versagst, um soviel wirst du unabhängiger. Zwei Wege gibt's, um reich zu werden: Verdienen und entbehren können; Und einen, willst du Glück dir gönnen; Nicht Opfer scheuen noch Be— la FSich selbst genügen in Gott, der Filte alles Glüctes das ist der jipfel der Freiheit und des Glückes. 2: Sobald du etwas unordentlich be gehrst, und wäre es auch etwas Gutes, wirst du augenblicklich unruhig und aufgeregt. Du wirst glücklicher sein, wenn du das gerechteste Verlangen mäßigst, ja unterdrückst, als wenn du eine Sache erreicht hast, die nicht ganz nach Gottes Willen ist. —a Wer sein Glüeck nicht im Traum land, sondern im Thatland sucht. der ist vor vielen Enttäuschungen gesichert. Dein Glück erträumen macht nicht kälter und nicht iwwärmer; Dein Glück verträumen macht dich um *ein Leben ärmer. Die Hälfte der Menschen wäre glüclich, wenn sie nur das Glück nicht ändersivo suchten als dort, wo sie leben und arbeiten und opfern müssen. eeer Von der -andern Hälfte wäre sicher die Hälfte glüetlich, wenn sie sich mehr mit sich als mit Andern besaßte.

Wer es verstünde, über Widerspruch und Anfeindung hochherzig, üher das Mißtzlingen seiner Absichten und selbst ber seine Fehler mit demüthiger Ruhe hinweggzugehen, der lkönnte vielen Frieden genießen. Ja dann!

A.: Der Dr. Y. ist ein guter Kerl, ich habe noch nie ein böses Wort aus seinem Munde gehörtl B.: Das glaube ich, der spricht ja nur von sich selbst' 2 124

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u enburer Nachrichten. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA Aus den Ver. Staaten. Zu Sleepy Eye, Minn., wurde kürz— lich in der St. Marien--Kirche ehelich zut: Frl. Paulina Trexler, jüngste Tochter von Hrn. Johann Trexler und Herr Leonard Bertrand, zweiter Sohn von Hrn. und Frau E. P. Bertrand pon daselbst. Dem jungen Paare Glück zum Bunde! Zu Dyersville, Jowa, verschied am Freitag, den 13. März, Herr Fohann Greiner, Sr., einer der ältesten und bestbekanntesten Einwpohner von Lu— xemburg, aim Hause seiner Toch ter, Frau Clem. Keuter, nach mehreren Wochen kranksein. Die Leiche wurde am Samstag nach Luxemburg gebracht und das Begräbniß fand am Sonntag von der Hl. Dreifaltigleits-Kirche auf dem katholischen Gottesacker zu Lu— xemburg unter großer Theilnahme statt. Der Verstorbene war in der Nähe von Trier im Jahre 18831 ge— boren und tam im Alter von 26 Jah—- ren nach den Ver. Staaten, wo er sich zuerst in Dyersville niederließ. Am 12. September 1857 wurde er mit Frl. Margaretha Clement ehelich ge— trout. Alsdann zog das Ehepaar nach Luxemburg, Jowa, wo sie beständig gelebt. die Gattin der Verstorbenen ging ihm im Jahre 1891 im Tode vor—- aus, ebenso vier Kinder. Es über leben ihn die folgenden Söhne und Töchter: Johann, und Margaretha, „Wittwe von Jos. Neises zu Luxem— burg; Anna, Ehefrau von Fsidore Goerdemann zu Peosta, Peter zu Nio— brara, Nebr.; Elise, Ghegattin von M. Smith zu Bloomfield, Nebr., und Ka— tharina, Ghefrauwvon Clemens Keuter zu Dyersbille, Ja., wo der Dahinge— schiedene in den letzten Wochen auf Besuch weilte und einem Anfalle von Pneumonia unterlag. Er ruhe in Frieden! Den trauernden Hinter bliebenen unser herzliches Beileid! (Speziell für die „Gazette“.) Aus unserer Mappe. Der Lenz ist angetommen! Am Samstag, den 21. März, hielt der Frühling „offiziel“ seinen Einzug in die Natur. vi gangze letzte E-r haben wir aber auch prachtvolles Früh—- lingswetter gehabt. Auch der Lenz—- bote Robin hat bereits seinen Eingug gehalten, und das Schneeglöckchen läutet, von den warmen Sonnenstrah len geweckt, die wärmere, die sogen. „bessere“ Jahreszeit, ein. Gar schön besingt der luxemburgische Dichter der „Blummen a Bliẽder“, Herr W. Goer— gen die Ankunft des Lenzes in seinem Gedichte: „T'Frjor ass do!“ Es heißt da: De Himmẽil uss blo, ann dSonn lacht õmmerzou, Ens muttwöllech Löõftehe spilt Vänkes um PFeld. An d'Luoht sprangen tGrièser, d'Schwarzmirel sõngt frou: “Tlẽtt Fréjor ass do! Tralleralalala! A jonk get 'röm d'Welt!“ Der Frühling tehrt, dem Gedichte nach, ein bei allen Menschen, ob alt oder jung, ob groß oder klein. Die Kinderschaar ist nicht mehr·im Hause zu halten und auch die alte Großmut ter „ruffen d'Fijoulen eraus an de Gart“; und “Beim Zonk stöt t'Marjänni a babbelt mam Nek, Den eppes verziolt, wat em uzech gefüllt; Hir Aen de blönke fu Lẽft a fu Glõk, Wel t'Frẽjor ass do! Vralleralalala! T get Frõd on der Welt.” Der Friblna hat seinen Einzug in das Reich der Natur angetreten; wir nennen es „Frühjahr“, und eine „bes— sere“ Zeit können wir diesmal mit dem Eintrilt der wärmeren Jahreszeit nicht erwarten. Unsere Vrosperith“ hat sich noch nicht völlig von der lehtzten Finangzkrise erholt (die, Massen der Arbeitslosen in den großen Städten beweisen dies zur Genüge); und wei— ter ist eine andere Krise im Anzuge: die Präsidentenwahl, welche sich erfah— rungsgemãß noch stets als eine Cala mitãt für das Jahr zeigte, in welcher sie stattfand. Dies mag auch die Ur— sache sein, weshalb so viele Bürger, Arbeiter wie Geschäftsleute, zu Gun— sten eines achtjährigen Präsident schafts-Termiüns sind. 14 Der Lehrer--3weigverein von Lu— xemburg-Stadt hat durch seinen Be— schluß (siehe unter städtische Nachrich ten) wieder einmal gegzeigt. daß er die stolzen luxemburger Worte „je main—- tiendrai“ in Bezug auf seinen Glau— ven auf seine katholische Schule aufrecht erhalten will. Recht so! Katholisch-sein allerweg, das ist so luxemburger Art. 4 Katholisch-sein, meint aber nicht immer lurxemburgisch sein. Dafür sorgt schon eine gewisse Sorte „Ge— bildete“, die bei irgend welcher sich darbietenden Gelegenheit ihren „Pari—- ser Geschmack“ ia der Hauptstadt zur Geltung zu brinigen suchen. Für diesen Zweck ist den„Gebilde ten“ jedes Döppensest recht. In der letten Faschingsnacht veranstaltete sie wieder so eiwas „Apartes“· In den verschiedenen Wirthslolalen des Limpertsberg kauften sie sich eine rie sige „Fäsch“ und dann hatten sie den erforderlichen Muth. Die Herren und „Herrchen“ warfen in den Stra- Ben die Laternen kaput, um zu be— weisen, daß sie Männer und Jünglinge der „Aufklärung“ (siel) sind. e Heldenthat folgte eine andere. Vor dem Thore eines Klosters zu Limperts-- berg heulten sie wie Wilde, mißhandel—- ten und beschimpften einen Diener des Klosters, welcher sie, die „gebildeten“ Unholde zurechtwies, und zerstörten zu guter Letzt auch noch das anliegoende Blumen Treibhaus. Dann trollten sich die „gebildeten“ Zweifüßler von dannen. Am Fastnathts Dienstag veranstalteten die Nachteulen eine zweite „verbesserte“ Auflage. Das Kloster mußte wieder herhalten. Cine städtische Zeitung berichtet wörtlich: „Unter Verlangen der Trennung von Staat und Kirche, übertrasen sie dies mal die gemeinen, das Tageslicht scheuenden Individuen bei weitem hin sichtlich ihrer Unfläthigkeiten. Was in beiden Fällen, besonders am Diens— tag, an Zoten der niedrigsten Art „ge— leistet“ wurde, läßt sich nicht wieder eren Den Gendarmen ist es ge— ungen, die zehnköpfige Bande zu er— mitteln und zu protokollieren. Es befanden sich datunter Sehe ae— fehener Bürget ——eht Jn offen. daß dieselben ohne Nachsicht die wohl verdiente Strafe ihrer z peldenleisiun gen“ einheimsen.“ So das luxem— burgische Blatt. Das war aber noch nicht Alles. Auf jene Szenen ist ?aum eine Woche verflossen und dasselbe lächer lich- dumme Gebahren hat sich in noch traurxiger Weise wiederholt. Es war dies an einem Samstag, da trollten einige wahrscheinlich von einer „Soi— röe“ heimtehrende junge „Herrchen“ über den Paradeplatz. Beim Hause Missy-Beffort, Ecke Paradeplatz und Chimay Straße angekommen, klet terte einer derselben auf einen Brief— kasten, um die in einer Nische stehende Muttergottes Statue herunter,zu holen“· Erx wurde aber durch den mittlerweile herbeigekommenen Wäch— ter Welfring des „Coloseums“ an sei— nem Vorhaben (und an weiteren Nie— derträchtigkeiten derart) verhindert. Lunmeh suchte einer seiner Begleiter, der in den zwangziger Fahren stehende Kaufmann W., sein Müthchen am Wächter zu kühlen. Zu den beiden Seiten gab's blutige Köpfe u. s. w. Schöne Zustände das. Schade, daß die luxemburger Zeitungen so sehr im Rückstande sind im Veröffentlichen von Namen. Es würde ja höchst interes— ant sein, jene (Lümmeln) Sprößlinge us der Hauptstadt Luxemburg dem tamen nach kennen zu lernen. Wir ürden ja dann das ehrenwerthe Ge— zücht „kennen“, wenn dem Einen oder dem Andern über kurz oder lang der heimathliche Boden zu heißz würde, und er sein Glück hier zu versuchen „gedächte“. Nochmals jammerschade, daß uns die Namen jener Edelinge nicht zur Verfügung stehen. Aus obigen Vorgängen läßt sich aber leicht schließzen, wie weit man in gewissen „besseren“ Kreisen der Hauptstadt in Punkto Religion gekommen ist. Für jene Klasse ist s bis zu dem anti--(ta— tholischon) christlichen Geschmack eines Zola nurx ein Schritt weiter. Desto mehr ist es Pflicht und Aufgabe des „tatholischen Volksbereins“ zu schulen und zu organisieren, damit man zur geit der Noth kampfgerüstet dem Feinde gegenüber steht. Die „Luxemburger Gazette“ nach Enropa. Viele Luxemburger Ameritaner haben den gewiß sehr löblichen Ge— brauch, ihren Angehörigen in der alten Heimath eine Zeitung zuzu—- schicken, damit die jenseits des Ozeans Zurückgebliebenen sehen kodnnen, wie es den Ausgewanderten im neuen Vaterlande ergehe, welche Fort schritte unsere hl. Religion in diesem weiten Lande gemacht hat und wie es auch in materieller Beziehung hier aussieht. Die „Gazette“ wird bereits von sehr Vielen nach Europa gesandt, und ist dort ein geru gesehenes Blatt. Portofrei nach Europa gesandt kostet dieselbe jährlich nur 3.00 in Vor-- dusbezahluna. IGroßherzogthum. ß Aus der Hauptstadt. Luxemburg, 4. März. Bei der lezten Versammlung des Zweig vereins der Lehrer von Luxemburg— Stadt wurde der einstimmige Be— schlußß gefaßt, an die Delegierten des Luxemburger Zweigvereins die dringende Bitte zu richten, den Anschlußß an den unchristliche Ge— sinnungen huldigende internationale Lehrerverband in Zutunft nicht mehr zu erneuern. Luxemburg, 2. Märg. Ge— stern verschied in seiner Wohnung (Siegfriedstraße, Bahnhof), der wohl— betannte frühere Adjutant unserer Militärmusitk, Herr Fohann Dominit Goldschmit. Von 1856 bis 1898 wirkte Herr Goldschmit mit Pflicht— treue in· der Militäruusik, daneben widmete er verschiedenen Musit-Gesell— schaften wie „Concordia-, „Fanfare du Grund“ u. s. w. seine schätzenswer—- then Dieuste, theils als Lehrer, theils als Dirigent. Er nahm im dFahre 1898 seinen Abschied und war darauf noch mehrere Fahre bei der Aushildung der Athenäumsmusik thätig. Er ruhe sanft! Luxemburg, 3. März. Ge— schichtsprvofessor Nik. van Werwele ist vom König der Belgier für seine zahl— reichen und gediegenen Arbeiten über belgische Geschichte mit dem Offiziers— kreuz des Leopold-Ordens ausgezeich net worden. Luxemburg, 2. März. Als der Güterzug des Charli am Mittwoch gunemvurger Grzettt, Vienstag, den 24. Mär; 1908. Vormittag auf dem Königsring pas—- sierte, mußte er plötlich die Bremsen zudrehen und Halt machen. Von yier Waggons Haferstroh, das er zu Sie— benbrunnen abladen sollte, waren zwei in Brand gerathen. Bau des nebenanliegenden Volkshckuses beschäf-- tigte Arbeiter löschten die brennenden Garben, indem sie die Flammen mit Erde überschütteten. Charly setzte seinen Weg stolz voran. Doch bereits bei der Parkstation mußte man wieder „löschen“, da das Feuer auf's Neue zum Ausbruch gekommen war. Charli hatte aber auch, zur Verhütung der Feuersgefahr. eine Lokomotive vorn und eine hinten gespannt, also Feuer an beiden Enden. Da konnte es nicht fehl gehen. Luxemburg, 3. März. Aus Niederländisch-Indien wird gemeldet: Wegen Theilnahme an den Kriegs— operationen in Atschin (Sumatra wurde die Kriegsdenkmünze mit der Schwalbe Atjet 1901 —1905 folgen—- den Luxemburgern zuerkannt: Corpo— ral der Infanterie Nik. Koden aus Esch a. d. Alz. Sergeant Bataillons— Tambour Paul Vea aus Lorenz weiler. Füselier Franz Bernhard Busse aus Echternach. Corporal der Infanterie Nil. Kaß aus Ettelorück. Füselier Nit. Schils aus Junglinster. Füselier Dominik Schiltz aus Bonne—- weg. Soldat des Sanitätsdienstes Peter Steichen aus Düdelingen. Fü— selier Johann Hülsmann aus Hamm. Füselier Johann Albert Hansen aus Mersch. Geniewerkmann 2, Klasse Konrad Hurst aus Oettingen. Adju— tant-Zahlmeister Joh. Oberweis aus Echternach. Der Corporalschreiher bei der Militär-Intendantur Emil Anen aus Eich ist zum Serrant Schreiber befördert worden. Wegen beendigter Dienstzeit wurde dem Fü— seliex Nik. Forty aus Kayl eine jähr liche Pension von 416 Fr. verliehen. Civilstand der Stadt Luxemburg. Heirathen. thias Beffort, Steinhauer, mit Cäecilia Margaretha Moulin; Johann August Hippert, Hütten-Arbeiter, mit Mar— graetha Burkel. 4. März: Gerard Thirot, Metzger, mit Margaretha Herrig. Sterbefälle. Fohann Schmit, alt 1 Jahre und 9 Monate. 2.: Jalob Goldschmit, alt 75 Jahre, ehemäliger Unter-Adjutant der Militär-Kapelle; Math. Brendel, alt 38 gahre. Arbeiter aus Bonneweg; Anna Maria Conrad, alt 77 Jahre. Wittwe von Joh. Bourens, ztlbs. Mau— rer, zu Esch a. d. Alz. 3.: Marga—- retha Pommerell, alt 74 Jahre. Wittwe erster Ehe von Carl August Graetz und Wittwe zweiter Ehe von Mart. Carl Gusrin; Th. Kurt, alt 72 Jahre, Taglöhner, ehelos aus Neu— häusgen; Th. Arl, alt 48 Jahre, Schreiner aus Esch a. d. Alz. 14.: Clara Wolff, alt 28 Jahre, Dienst— magd, ehelos aus Esch a. d. Alz. Aus den übrigen Theilen. Diekirch, 25. Febr. Am Sonn— tag verschied plötzlich dahier, an den Folgen eines Schlaganfalles, der weit und breit bekannte Gastwirth und Sa— menhändler Hr. Peter Nickels-Heinend Differdingen, 2. März. Als der Maschinenmeister August Kintze heute Nachmittag auf dem hiesigen Hüttenwerte damit beschäftigt war, eine Drehscheibe aufzustellen, fiel plötz lich ein losgeschraubtes Stück der Scheibe herab und traf Kintze. Er wurde so schwer an der Brust verletzt, daß er bald darauf verschied. Er war verheirathet, 415 Jahre alt. Wilt, 28. Febr. In Brüssel starb hochbetagt Frau Lambert-Müller. Durch diesen Tod fällt unserm Wiltzer Hospital ein Vermächtniß von 300,000 Fr. zu, welches der Gatte der jetzt Verstorbenen ihm vermacht hatte. Schüttringen, 27. Febr. Die Verdinggabe unserer Wasserleitung ist festgesetzt auf Donnerstag, den 12. März. Der Kostenanschlag beträgt 90,000 Fr. Mersch, 24. Febr- Gestern reiste Herr F. B. Kibgen von hier nach dem belgischen Congo. Kibgen ist der vierte aus unserer ge gzwei davon, die HH. Wilwers und Schilt sind zu— rückgekommen, weil sie das Klima nicht vertragen konnten, während Hr. Ferro zum zweiten Male dort ist und es ihm gut ergeht. Die sehr hohen Gehälter sind für Manche zu verlockend. Gosdorf, 2. März. Gestern Abend starb hier der allgemein ge— schätzte Herr Foh. Bapt. Jentges, Landwirth, nach einer kurzen Krank— heit, wohlversehen mit den hl. Sakra— menten. Derselbe war lange Zeit Präsident des Kirchenrathes bvon Gösdorf. Neidhausen, 28. Febr. Lett hin sollte ein Schreiner aus Hosin gen seine Arbeit beginnen in einem neuerbanten Hause eines Ackerers von hier. Er hatte eben seine Hobelbank im Haus aufgestellt. Sei es nun, daß der Mann mit der Hobelbank zu schwer, oder das Gewölbe des Kellers nicht solide war, auf einmal gab der Boden unter den Füßen des Schreiners nach und Mann und Hobelbank ver sanken in die Tiefe. Einer von denen, welche auf das Gevpolter herbeieilten, wollte den halb Betäubten durch einen Eimer Wassers wieder zu sich bringen. „Halt“, rief da unser Schreiner, „nur tein Wasser bei dieser Kälte, ein Schluck aus der Flasche thut's besser.“ Nach— dem der Mann sich durch einen kräfti— gen Zug die Lebensgeister erfrischt hatie, konnte festgestellt werden, daß er außer einem nicht gelinden Schrecken und leichter Kopfwunden keinen Scha—- den genommen hatte. Reckingen (Mersch), 3. März. Geostern starb nach einer sehr schreck lichen Krantheit im Hause der Elisa—- betherinnen zu Arlon die ehrw. Schwe— ster Marie-Felicie, geb. Marie Kuge— ner aus Reckingen, von der Congrega— lion des hh. Herzens Mariä. im Alter von 39 Fahren. Aus Frankreich ver trieben, hatte die arme Schwester in einem Kloster zü Vie-sur-Seille (Lo—- thringen), Aufnahme gefunden. Mutfort, 27. Febr. Unsere Ortschaft hat den Bau einer Wasser leitung definitiv beschlossen. Die Settion Oetringen jedoch hat das Pro jekt wegen der allzu hohen Kosten ein—- fach abgelehnt, während Medingen sich erst nach Theilung der Bänne Mut— fort-Medingen an die prozektierte Lei tung anschließen kann. Die Sektion Contern, welche Hrn. Bauceondukteur Funk mit einem neuen Entwurf be— auftragt, muß einstweilen abwarten. Die Kosten für unsere Ortschaft wer— den sich auf etwa 25,000 Fr. belau— fen, während hingegen die Gesammt—- Anlagen für Mutfort-Medingen bis über 70,000 Fr. zu stehen käme. Dietkirch, 25. Febr. Die Ein— richtung der elektrischen Beleuchtung unserer Pfarrkirche, sowie das Anbrin— gen der Lampen, wurde dieser Tage fertiggestellt. Die Kosten der Anlage stellen sich auf annähernd 3,000 Fr. Die Lampen, schöne Hängelamben aus Kupfer, sind zwischen den Pfeilern an— gebracht. Selbe sollen 125 Fr. per Stück zu stehen kommen und wurden von Brüssel hezogen. Bogenlampen kommen nicht zur Verwendung. Wormeldingen, 26. Febr. Die gestrige Versteigerung des Hrn. Gindt-Gerard von hier erzielte sehr annehmbare Preise. So wurden für einen im Ort gen. im Wousselt gele— genen 1,400 Quadratmeter großen Wingert 3,120 Fr. bezahlt. Ein Weinberg im Neuenwingert, 1,750 Quadratmeter groß, fand für 4,160 Fr. einen Abnehmer. Ein weiterer Weinberg am selben Ort, 1,180 Qua— dratmeter messend, erzielte 2,850 Fr. Für die auf Bann Ahn gelegenen Weinberge mit 600 und 1,450 Qua— dratmeter fanden sich Ansteigerer zu 1,150 und 3.,020 Fr. Die ausgebo— tenen Wiesenparzellen erzielten 1— 1,25 Fr. das Quadratmeter. Acker land wurde mit 0,80 —1 Fr. das Quadratmeter bezahlt. Drei Garten— parzellen von ungefähr 1,750 Qua— dratmeter Flächeninhalt notierten ei—- nen Ansteigerungs-Preis von 41,510 Franken. Dietirch, 1. März. Gestern kam der Sohn des Müllers Fisch von Bleesmühle, als er die Transmissionen der Mühle ölen wollte, so unglücklich in dieselbe, daß er vollständig zermalmt wurde und bald darauf den Geist auf— gab. Burscheid, 1. März. Tage harter Prüfung und großen Leides sind über die hiesige hochachtbare Fa—- milie Mailliet gekommen. Gestern Morgen starb nach kurzer Krankheit, Herr Johann Mailliet, Vater, im Alter von 70 JFahren. Schon seit mehre— ren Tagen war auch die junge Frau Mailliet-Probst schwer erkrankt. Ge— stern Nachmittäg berschlimmevte sich deren Zustand in bedenklicher Weise und schon gegen vritternact verschied sie. An ihrem Sterbebett weinten der Vater und füf tleine Kinder. Reisdorf, 1. März. Heute wurde hier der älteste Mann unserer Ortschaft, Herr Nikolas Braun, wel— cher in seinem 83. Lebensjahre ver— storben ist, zu Grabe getragen. An den Tagen, wo er auf der Bahre lag, wurde oftmals talgende Episode aus seinem Leben erzählt: Einst kam ein bereits angetrunkener Gast in seine Wirthsstube und verlangte nach Branntwein. Herr Braun verwei— gerte ihn. Plötlich griff der Besucher in die Tasche, warf ein zehn Markstück auf den Tisch und sprach: „Soviel be zahle ich, wenn ich nur einen Karly be— kommen kann. Ich muß ihn haben.“ Aber anstatt dem Verlangen seines Gastes nachzukommen, redete ihm Herr Braun ernst zu und geleitete ihn nach Hause. Würden alle Wirthe auf diese Weise handeln! Rümelingen, 1. März. Ge— stern verschied hier eines erbaulichen Todes der älteste Mann unserer Ort— schaft. Herr Michel Kihn im Alter von 92 dahren. Wie rüstig Hr. Kihn noch war, trotz seines hohen Alters, geigt folgendes: Voriges Jahr wollte er nach Aumetz spazieren gehen. Als er aber anderthalb Stunden bereits zu— rückgelegt hatte, glaubte er ein weria Müdigkeit zu verspüren und kehrte um. Nachdem er so drei Stunden Weges zu Fuß zurückgelegt hatte, sagte er: el ist sonderbar, ich bin ja ein wenig! müde geworden von den drei Ftunenl Weges. Es scheint meine Kräfte neh— men ab. Herr M. Kihn hatte eine Eaester. die ihm vor etwa einem halben Jahre in die Ewigkeit voraus ging. Sie hatte ein Alter von 89 Jahren. Es lebt noch ein Bruder von ihm, der 76 Jahre alt ist und es noch gerne mit einem Manne aus den VBier ziger aufnehmen wollte. Bissen, 28. Febr. Bei der stern hier für den am 4. Januar ver storbenen Bürgermeister Hrn. Souvig nier siattgefundenen Ersatzwahl für den Gemeinderath, wurde dessen Sohn, Herr Emil Souvignier, in den Ge meinderath gewählt. Pfaffenthal, 1. März. Wie wir vernehmen, weilt der kürzlich aus dem Grundgefängnißß entsprungene Arbeiter Nik. Basch aus Pfaffenthal nicht mehr hierzulande, indem derselbe sich in Antwerpen nach Ameritka, dem „gelobten Lande der Freiheit“ ein— schiffte. Esch a. d. Alz., 20. Febr. Daß die Wohnungsverhältnisse manchmal eines civilisierten Landes unwürdig sind und darum mit Recht in der Kam mer dagegen geklamiert wurde, möge solgende 14 9 die sich in der hie sigen Burenstraße, die ausschließlich von Italienern bewohnt ist, ereignet haben soll, beweisen. Dort gibt es nämlich verschiedene Häuser, wo soft 10—16 Jltaliener in einem einzigen Zimmer zusammenwohnen, von denen die Hälfte gewöhntich mit Tagschicht, die andere auf Nachtschicht arbeitet. Bei der Rüctkkehr der einen Schicht be M nutzt man dieselben Betten, die die an— dere Schicht eben verlassen hat. Nun geschah es, daß in einem solchen Zim— mer Nachts ein Italiener starb. Als die Nachtschichtler von ihrer Arbeit zu— rückkehrten, und einer von ihnen in seinem Bett den Leichnam fand, nahm er ihn heraus, legte ihn unter das Bett, und der Zurüctgelkehrte legte sich zur Ruhe in dis Todtenbett seines eben verstorbenen Landsmannes! Aus dem Oesling, 2. März. Vor 15 Jahren wanderte Herr Nik. Glaesener aus Binsfeld nach den Ver. Staaten Nordamerika' s. Vor acht Tagen ist er wieder hier angekommen. Bei der Rückreise nach Amerika wird ex seinen 78 Zahre alten Vater mit nehmen. Bei der zu Folscheid statt gefundenen Gemeinderaths-Ersatzwaht wurde Herr P. Scholer gewählt. Niederländisch Indien wurde wegen Theilnahme an den Kriegs-Operatio nen in Atschin (Sumatra) die Kriegs denkmünze mit der Schwalbe Atjet 1901 —1905 folgenden Oeslingern zuerkannt: Sergeant beim Sanitäts—- dienst Nik. Bodeving aus Pratz. Ser— geant beim Sanitätsdienst Wilhelm Kayser aus Perl. Sergeant der In— fanterie Peter Draut aus Tadler. Füsilier Nik. Recktinger aus Nothum. Infanterist 1. Klasse Joh. Just aus Winseler. Füsilier Joh. Majerus aus Consthum. Civilstand der Stadt Wilt. Sterbefälle. —ls. Febr.: Franz Anton Faber, 26 Jahre alt, ohne Stand. 19.: Christine Palen. 77 Jahre alt, Wittwe von Heinrich Krier. 27.: Michael Schoettert, 69 JXahre alt, ohne Stand, Ehegatte von Anna Maria Dellere. Mamer, 1. März. Heute fiel hier zwischen Mamer und Capellen, auf bis jetzt unaufgeklärte Weise eine Frau aus dem 5 Uhr Schnellzug Lu— xemburg-Arlon. Die betr. Frau ge— hörte einer ca. 60 zählenden Gruppe rumänischer Auswanderer nach Ame— rita an. Ihr Verschwinden wurde erst in Sterpenich bemerkt, wo einer der sieben Kinder den Vater aus dem Schlafe weckte. Unterdessen hatte ein Bahnwärter aus Mamer die Verun— glückte aufgefunden. Wie es scheint war dieselbe nicht von dem Falle aus dem Schnellzug getödtet worden, son—- dern erst von dem eine Viertelstunde später von Arlon kommenden Perso—- nenzuge. Von hier aus wurde der Unglücksfall nach Sterpenich gemeldet und mit dem 7 Uhr Zug traf der Mann der Verunglückten hiet ein. Derselbe war erstarrt von Schrecken und fast von Sinnen. Nachdem er Unglücks ort und Leiche besichtigt. folge der Un— glückliche jammernd und weinend den Kindern, wopon das jüngste drei Jahre hat, nach Antwerpen, um den Anschluß des morgen abfahrenden Auswande— rerschiffs nicht zu verfehlen. Bilsdorf,23. Febr. Vor Kur— zem verließ die 18jährige Rosa Cas— sette aus Boussu (Belgien) das elter—- liche Haus, um, wie sie angab, in St. Chislain Dienst zu suchen. Etwas später erhielt ihr Vater von ihr einen Brief aus Antwerpen mit ihrer Adresse Longue rue neuve 164. Kirtz darauf erhielt er einen andern Brief von Hessinque datiert, in dem sie ihm mit theilte, sie sei dort mit cingt el schmied F. Fr. verheirathet fürst lich eingerichtet. Als der Vater dort—- hinkam, brachte er in Erfahrung, daß seine Tochter sich in Antwerpen mit einem jungen Mann nach New Hork eingeschifft habe. Die Gerichtsbe hörden in Mons sind der Meinung. daß das arme Mädchen einem Mäd— chenhändler in die Hände gefallen sei. Da der Entführer angegeben hatte, er sei aus Bilsdorf gebürtig, zog gestern die Gendarmerie von Perl Erkundi— gunen ülber denselben ein und stellte fest, daß er hier unbetannt ist. Civilstand der Stadt Ettelbrück. Heirathen. Jules Schroeder, Cafsbesitzer zu Ettel—- brück, mit Elisabeth Koob aus Feulen. 25.: Theodor Eugen Lahr, Zahnargzt, mit Maria Theresia Wagner, beide aus Ettelbrück; Franz Anton Weber, Re— dakteur zu Karlsruhe (Baden), mit Marie Fannh Heinen aus Ettelbrück; Peter Bill, Arbeiter, mit Elise Toma, beide aus Ettelbrück. 28.: Peter Brachmann, Korbflechter zu Ettel—- brück, mit Anna Gillen. Sterbefälle. —2. Febr: Nik. Wober, alt 82 Jahre, Taglöhner. 8.: Heinr. Attila, alt 6 Monate, Sohn von Maximin Mazzuchelli, Unternehmer. 12.: Peter. alt 6 Wochen, Sohn von Peter Schaul, Ackerer zu Warken. 14.: Rosa Morby, alt 53 JFahre. ledig. 19.: Christine Bill, alt 21 Jahre, Ehefßrau von FJoh. Toma, Arbeiter. 21.: Marie Schneider, alt 80 Jahre, Wittwe von Aug. Poncin, ztlbs. Polizei-Commis sar. 22.: Joh. Bapt. May, alt 37 Jahre, Taglöhner; Michel, alt 3 Wo— chen, Sohn von Nik. Reisch, Briefträ— ger. 23.: Leopold Franz, alt 3 Wo— chen, Sohn von Nik. Erves, Taglöh— ner. 24.: Eva Adamy, alt 66 JFahre., Ehefrau von Peter, Schütz. Schuster; Elise Lentz, alt 81 Jahre, Wittwe von Nik. Kames; Peter, alt 10 Monate, Sohn von 'Math. Nossem, Taglöhner. 20.: Barbara, alt H Jahre, Tochter von Mich. Assel. Barbier. Civilstand von Hollerich. Sterbefälle. Steczck Anton aus Mühlenweg, alt! Monat. 16.: Kraemer Michel aus Bonneweg, alt 48 Jahre, pens. Loto— motivheizer, Ehemann von Hermesdorf Marg. 17.: Voßwinkel Barbara aus Hollerich, alt 1 Monat. 22.: Berg Anna Maria, alt 37 Jahre, aus Me— dernach, Ehefrau. von Lataff Nitk., Telegraphen-Commis. 28.: Müller Alice Marcelle, alt 6 Tage. 24.: Deby Joh. Jos.. 38 Jahre alt, Weber, ehelos aus Verviers. 27.: Mergen Michel, alt 3 Monate. 28.: Zimmer Mathias, Bau-Unternehmer, alt 64 Jahre, aus Merl. Wittwer von Thill Marianne; Hayum N.. Pserdehändler, alt 40 JFahre, aus Könen bei Konz, Ehemann von Kahn Therese. 6 1 2 2 S 17 A 27 2 274 h 2 ⁊l2EMeu rMA 1 1 Im trauten Lamihien Kreise 4 Die Lebensphilosophie meiner Mutter. (Aus „Die Kunst zu leben“ von Pater A. M. Weiß, O. P.) Der jungen Schaar, die weisen Herrn, Das Heer der Damen, die modern, Sie Alle·kehren mich zur Spreu, Weil ich nicht funkelnagelneu. Und frag ich, wie man's werden soll, Dann jlüstern sie geheimnißvoll. Wie Leute, die drauf ein Patent Gelöst, und ich wär' Conkurrent. Ja Conkurrent wär' ich schon gern, Wär' nur des neuen Menschen Kern, Mit dem sie prahlen, in det That Zu finden, ja auch nur im Rath! Doch such ich nach der Worte Sinn, So tapp' ich durch den Nebel hin, Und forsch' ich, wie sie danach thun Doch nein, das mag aus Schonung ruh'n! Drum bleib' ich bei der alten Uhr, Die neuen Wege täuschen nur. Ich finde stolze Worte wohl, Doch Menschen mißgestalt und hohl. Zum Glück ist jener alte Ton, Den mich gelehrt die Mutter schon. So schlicht, daß jedes Kind ihn faßt Und daß er stets zum Leben paßt. „Denn“, sprach mein gutes Mütter—- lein, 7 „Die hohen Reden sind meist Schein, Vom Schwätzen bleihst du Kind und Zwerg, Du wirst nur Mann vom ernsten Wertk. „Doch ernstes Werk gedeiht nur dort, Wo man es ernst nimmt mit dem Wort; Das thut nur, wer dir ernst und .alat 2 Empfiehlt, was möglich ist und Pflicht. „Drum bilde dir nicht Wunder ein, Besieg dich lieber still und klein, Bezwiang den Witz, des Schwätzens Hast. Des Spielens Lust, des Essens Jast. „Wer nicht den Schlaf bemeistern kann, Aus Dem wird kein Charattermann; Wo jedes Maht-ein Freudenfest. Das ist ein Haus, vom Schnee durch—- näßt. „Sei Arzt und Diener selbst dir dreist Das hit den Leib und schärft den Geist; 1 Wer unnütz And're für sich müht. Der bleibt sein Lebtag blöd' und müd. „Vesiege standhaft Durst und Schmergz. Erhalt dich keusch an Snn und Herz. Was weichlich ist, Dem widersteh Und thu dir herzhaft selber weh'. „Man stirbt nicht gleich van Zug und Wind, Viel eher tödtet süß und lind; Die Gicht entflieht vor kalt und hart, Ihr ist nur wohl bei weicher Wart. „Beklag' dich nie ob fremder Schuld, Nein, lerne, daß du in Geduld An jedes Laune dich Lenbini Statt daß du deiner Laune fröhnst. „Dein jzhönster Tag, ist der dich lehrt, Wie dul erstarkst, wenn du entbehrt, Und wenn du dein Gelüst besiegt Und Groll und Unmuth hast bekriegt. „Die Wahrheit sprechen trotz dem Hohn, Dich dedem opfern ohne Lohn. Allein auf dein Gewissen sehn, Das heißt auf eignen Füßen steh'n. „Nur wer gelassen Schimpf erträgt, Und Unrecht Gott zu Füßen legt, Der Pflicht getreu bei Lob, bei Haß, Das wird ein Mensch auf den Verlaß. „Doch dazu kommt's zu keiner Frist, Wenn du nicht deiner selbst vergißt; Nur wer, die Gottesfurcht im Martk, Auf sich verzichtet, der wird stark. „Denn weist du, was die Menschen sehwach, Und wetterwendisch iausendfach Und feige macht und jämmerlich, Das ist allein das liebe Ich. „Drum trau dir .nicht zu Großes zu. Sonst geht's zum Fall jm selben Nu, Den Epheu zieht die Sonne groß. Den Mensechen Gottes Hülfe bloß. „So halte ohne Menschenscheu Mit Muth und Ueberzeugungstreu An Gott und am Gewissen fest, Dann schadet dir kein Nord, kein West.“ So sprach mein gutes Mütterlein, So that es selbst, als müßt es sein, Ich sah kaum einen Mann ihr gleich, So stark, so mild, so thatenreich. O schlichtes, frommes Mütterlein, Und hätt' ich dir gefolgt allein, O nicht der hohen Phrasen Klang, Ich wär' ein ganzer Mann schon lang! KAKHK Zeitgemäßes für die Hausfrau. Zwischen den Doppelfenstern elinen auf wassergefüllten Gläsern jett ge— triebene Hyazinthen im Zimmer. selbst Frühlingsblüher verschieden ster Art. Dieselben dauern am läng— sten, je kühler ihr sie haltet und bei Sonnenschein um die Mittagszeit ihnen leichte Beschattung gebt, indem ihr die Rouleaux herablaßt. Bei den meisten andern Blumen beginnt jetzt erst der Trieb. Dieselben müssen setzt versetzt werden. Bei sehr empfindlichen Ge— wächsen warie man jedoch noeh vier bis sechs Wochen, da jene sonst vielleicht schwer einwurzeln. Pflanzen mit fei- nen, zarten Wurzeln lieben eine leich- tere, lockere Erde und Töpfe von be4 scheidenem Umfang, während Gewächse mit kräftigen, fleischigen Wurzeln schwereres Erdreich vertragen. In voller Blüthe stehende Topfblumen dürfen durch Verpflanzen nicht ge stört werden. Frühjahrsblüher. z. B.r Azaleen, Kamelien, Alpenrosen, Heide- kräuter u. s. w., versetzt man erst nach der Blüthe. Bei Pflanzen, die nach Beendigung des Flors in die Ruhe— vause treten, um diese Zeit hauptsäch lich däs Alpenveilchen, wartet man mit dem Versetzen bis zu Beginn der neuen Triebperiode im Hochsommer. Alle harten, im Keller überwinterten Topf pflanzen kommen nun an das Licht. vorläufig in eine kühle Stube, später. wenn ernstlichere Fröste nicht mehr zu befürchten sind, in's Freie. Fm Ziergarten entfernt man jetzt die Bedeckungen von nicht winter- harten Gewächsen, mit Ausnahme der Rosen. Die im Herbit mit Blumen— zwiebeln bepflanzten Beete zeigen jetzt schon die zarlen Triebe des Safran. Schneeglöckchen, Schneestolz. Seilla, dann Tulpen, Narzissen und zuletzt Hyazinthen, die in wenigen sonni gen Tagen zum Blühen fertig sind. Die nicht mit Blumenzioiebeln be setzten Beete bepflanzt man mit früh. blühenden Stauden: Sties mütterchen, Bellis, Vergißmeinnicht. kanadischer Flammenblume, sibiri schem Mohn; erst im Mai, wenn diese Pflanzen erblüht sind, ist die enda gültige Sommerbepflanzung auszu führen. Die Raseunflächen erhalten jezt eine Compost-Düngung. Wo dieser fehlt, gebe man Chilisalpeter. Dieser Stickstoff-Düngung ist der Rasen sehr dankbar. Ran zerkleinere das Salz sehr sorgfältig, da sehon Körner von Haselnußgröße quadrat fußgroße Rasenstellen ausbrennen. Auch streue man das Salz nur bei Regenwetter und sehr dünn. Chili— Düngung zerstört auch das schmarotze rische Moos. In den südlicher gelegenen Orten erxfolgt jezt im Gemüsegarten die erste Bepflanzung mit überwinter ten Pflänglingen von Blamen-, Wir sing·. Weiß-, sowic. Rothtohl und Wintersalat, in Gencüsegärtnereien täuflich. Für die snätere Bepflan zung macht man jetzt Ausscaten in ein lauwarm angelegtes Mitbcer, das bald nach Auflauf der Snt bei milderer Witterung reichlich zu lüften ist, da die Sämlinge sonst geil empor wachsen und dann nicht mehr zu Auspflanzun gon geeignet sind. De Aussaat von Sellerie und Breitiauch die längere Zeit zum Keimen bedürfen, kann nicht zeitig genug vorgenonmncen werden. Auch in's freie Land kann man bald Salat und Kohlgewächse zur Gewin nung von Setzlingen aussäen. Von Küchengewächsen, die kein Verpflanzen erfordern, also gleich dahin gesät wer den, wo sie die verbrauchsfähige Ent wickelung erlangen sollen, macht man nun Aussaaten; Spinat, Zwiebeln, Pflücksalat, Radieschen, Mairettichen und verschiedenen Küchentkräutern. Treibgurken und Tomaten kann man zum späteren Ausphflanzen im Laufe des Monats am Zimmerfenster aus kn die ersteren aber nur da, wo man päterhin ein Mistbeet zum Auspflan zen zur Verfügung hat. Gurken kei men vorzüglich in Sägemehl oder Torfmull. A 3 Kinder -Erziehnng. „Das liebe dch.“ Der rechtha berische Sinn eines Kindes muß früh in strenge Zucht genommen werden,.. soll sich daraus nicht eine Eigenliehe und Ueberhebung entwickeln, die in späteren Jahren, wenn erst das Leben seine Bedingungen stellt, dem erwachse nen Menschen viel Unannehmlichkeiten und innere Kämpfe klostet. Dem Trotköpfchen, das seine Wünsche mit einem energischen „Ich will aber“ be gleitet, müßte mit Ruhe, aber mit fester Strenge gerade diese Gewährung versagt werden. Sein Verstand muß einsehen lernen, was ein michtigerer Wille, eine unbedingte Gewalt bedeu ten. Wird dem Kinde erst einmal der Begriff des Sich-fügen-müssens llar gemacht, dann begiebt der lkleine Mensch sich schon ganz aus eigener Er kenntniß manchen Wollens und scheidet in Gedanken das Erreichbare vom Aussichtslosen. Funge Mütter, die ihren Lieblingen jeden Wunsch erfüllen, denten oft gar nicht an die Folgen dieser falsceh angebrachten Güte. Müssen die herangewachsenen Kinder dann unter fremden Willen treten, so erhebt der Geist der Auflehnung sein Haupt, und thörichter Eigensinn ber—- bittert die Arbeit und den Verkehr mit anderen Menschen. Xt der junge Mann oder das junge Mädchen vpiel leicht schon früh gezwungen, ohne Hilfe und Stütze auf eigenen Füßen zu stehen, so kann es wohl kommen, daß sie plötzlich der Noth gegenüberstehen., nur weil sie in ihrer Eigenmächtigteit es in der Kindheit nicht gelernt haben, das eigene dech dem Willen Derer unterzuordnen, die als Vorgesetzte übex ihnen stehen.

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Piruecnucccncaccc 2 Inlãndisches.

Colorado. Am 14. März machte Giuseppe Alia, der verurtheilte Moörder des Paters Leo Heinrichs, einen Versuch, aus dem Counth Gefängniß zu Denver zu entkommen, in welchem er Tag ·und Nacht auf das Strengste bewacht wird. Er ging dabei in der Weise zu Werke, daß er den sogenann ten Trusty, welcher mit dem Reinigen seiner Zelle beschäftigt war, mit einem Rasirmesser überfiel und ihm einen Schnitt am Halse beibrachte, worauf er das Freie zu gewinnen suchte. Der Verletzte setzie ihm aber trotz seiner Wünde auf der Stelle nach. holte ihn cin und wurde mit ihm handgemein, und es dauerte nicht lange, bis der Hülfs-Gefängniß Verwalter Carpen ihm zu Hülfe eilte und mit seiner Hülfe wurde Alia überwältigt und in jeine Zelle zurückgebracht. Der „Trusty“ hat eine zwei und einen halben Zoll lange Wunde am Halse, da aber die große Halsvene nicht verletzt worden, wird er wieder gesunden. Als Alia nach seiner Ver— urtheilung Donnerstags nach dem Gefängniß zurückgebracht worden war, nahm man. ihm seine sämmtlichen Kleider mit Ausnahme der Socken ab. Diese sind aber auch untersucht wor— den. Hierauf gab man ihm neue Kleider und schloß ihn in die Zelle für die Verurtheilten ein. Auch diese war vollständig gereinigt und mit neuem Bettzeug versehen worden. In der— jelben war vorher der Ftaliener Ber— nati eingeschlossen gewesen, welcher Alia auf der Fahrt von New York nach Denver begleitet und den man als Verdächtigen seit der Ermordung Pater Leo Heinrichs scharf bewachte. Nach Alia's Verurtheilung wurde Bernati nach einem anderen Theile des Ge— fängnisses gebracht und die Zelle für bie Aufnahme des Verurtheilten her— Gestern Abend entließ man ernati und als er an Alia's Zelle vorbeiging, sprach er mit ihm in ihrer Muttersprache. Man nimmt an. daß Bernati das Rasirmesser im Abort in der Zelle verstecktt und beim Vorbei— gehen Alia mitgetheilt hatte, wo sich dasselbe befand. Michael Bernati leugnete heute Nachmittag, auf das Entschiedenste irgend welche Kenntniß davon zu ha— ben, auf welche Weise Alia sich das Rasirmesser verschafft hat. Sheriff Alexander Nisbet und die Polizei sind jedoch überzeugt, daß Alia Verbün— dete hat und, daß sie einer Organi— sation angehören. Der italienische Cohsul, Baron Gustavo Tosti, erklärte dagegen, gerade Alia's vollkommen aussichtsloser Fluchtversuch habe ihn in seiner Ueberzeugung bestärkt, daß der Verurtheilte irrsinnig sei. „Ich habe übrigens nicht die Absicht“, setzte er hinzu, „mich an die italienische Re—- gierung zu wenden oder die Sache zum Gegenstande internationaler Ver— handlungen zu machen. Es ist eine rein lotale Angelegenheit. Alia be— findet sich hier, er hat seine That in diesem Lande begangen und er muß nach den Gesetzen von Colorado verur— theilt werden. Ich habe auch keinen Versuch in's Auge gefaßt, seine Frei— lassung durchzusetzen, aber ich bin allerdings überzeugt, daß er in eine Irrenanstalt gehört.“ Ihr habt nicht nöthig zu sterben. „Jlch habe herausgefunden, daß ihr nicht wegen irgend eines Lungenübels zu sterben braucht, solange ihr Dr. King's New Discovery haben könnt“, äußert sich Frau d. P. White von Rushboro, Pa. „Jlch würde heute nicht mehr leben ohne jene wunderbare Medizin. Es löst Husten schneller als irgend eine andere Arzenei, und heilt Lungenleiden, selbst wenn der Fall als hessunaslos erklärt ijt.e·“ Dieses äußerst zuverlässige Heilmittel für Hu— sten und Erkältungen, Grippe, Asthma, Bronchitis und Heiserkeit wird ver— rauft unter Garantie in der Apotheke von T. W. Ruete, 656 Main Str.. Dubuque, Fowa. Preis 50 Cents und SI.OO. Probeflasche frei. District Columbia. wieder eine der charakteristischen Reden des Senators Tillman von Süd— Carolina als Ohrenschmaus. Wenn Tillman redet, fehlt es nie an Be— suchern, und so waren auch heute die Gallerien bis auf den letzten Platz besetzt; auch waren nahezu alle Sena—- wren auf ihren Plätzen.-“ Tillman's Thema war „Die Besitznahme der gesetzgebrischen Macht“ und seine Rede handelte theilweise von der neu— lichen Finanz-Panik. Er legte viele der Uebel in Verbindung mit der neuerlichen Finanz-Krise der jetzigen Administration und dem „ungekrönten König“ zur Last und sagte ferner: „Dieses sind nur wenige der Hand— lungen unseres ungekrönten Königs. Mit anderen Leistungen des gleichen Kalibers hat er ein förmliches Fran— kenstein Ungeheuer geschaffen, wel— ches, ungesättigt durch das Blut von Selbstmördern und durch die Frucht heragebrochener Frauen, seine eigenen Schöpfer zu verschlingen und zu ver— zehren droht, die nicht im Stande waren, seinen Durst mit Strömen Goldes aus dem Bundesschatzamt zu sillen.“ ZFerner klagte er den Senot und das Abgeordnetenhaus vollständi— ger Untecwürfigkeit gegenüber den Wünschen der Regierungegewalt an. „Anechtise Unterwürfigkeit und Feigheit sind jetzt die Tagesordnung“, sagle er. Daun ließ er einen wei— teren heftigen Angriff auf den Prä— sidentenn Roosevelt und die republita— nische Partei folgen, letztere, weil sie die Reichen begünstigte, deren wider—- rechtlich erworbenes Geld sie brauche, und zu gleicher Zeit die Arbeiterschaft nasführe. Im Abgeordnetenhaus ging es zah— mer zu, denn es standen eine ganze Anzahl minderwichtige Vorlagen auf der Tagesordnung, die unter Auf— hebung der Regeln passirt wurden. Georgia. Als Gouverneur Smith von Georgia Sekretär des Innern in Cleveland's Kabinett war, wurde er einmal in wichtigen Geschäfts-Ange— legenheiten nach Atlanta heimberufen. Vorher hatte er noch verschiedene nothwendige Dispositionen in seinem Departement zu treffen und war sehr ermüdet, als er sich auf dem Zuge befand, mit dem er die Reise antrat. Zeitig zog er sich in seine Koje zurück und verfiel bald. wie das aus der— selben herausdringende, rhythmische Schnarchen andeutete, in Ltiefem Schlummer. Nach zwei Stunden wurde er durch den farbigen Porter geweckt. „Was gibt's?“ fuhr ihn Smith an, unwillig, in solch gesundem Schlafe gestört zu werden. „Boß“, sagte der Porter, „sind Sie wach?“ „Natürlich bin ich wach, das sehen Sie doch.“ „Dann möchte ich Sie bitten, noch fünfzehn Minuten wach zu bleiben, damit die übrigen Passagiere inzwi— schen einschlafen können.“ Wandelnde Vorwürfe sind eine häusige Erscheinung: d. h. Menschen, die mit einem Fuße im Grabe stehen durch eigene Verschuldung. Sie schleppen sich mühsam denin sich selbst und ihren zahlreichen Leidensgenossen zu doppeltem Vorwurf. Erstens haben sit muth—- willig, sei es durch uererarpeituns oder durch Vernachläsägung des Köryers oder durch Ueber maß der Vergnügungen, ihren Körper zerrüttet. Zweitens aber haben sie threm Körver, nachdem se einmal ertkrantt waren, keine Hilse angedeihen lassen, sei es, daß sie die ursprünglichen Krank heitsbeschwerden nicht beachteten, oder sei es, daß sie, was noch schlimmex ist, von Quacksalber zu Quacksalber liesen, um sich von diesen, anstatt Leiten ihren Körper it gltiaen mttalien übstanzen noch mehr zerxrütten zu lassen. as die Menschen doch für Thoren sind! In alten Apotheten giebt es für 25 Cents ein wahrhastes, nur aus reinen und heilträftigen Pflanzensäften hergestelltes Mittel, das sichere Heilüng ver-- schasst, wenn Kopsschmerzen, Schwindei, Mattig keit, Herzklopsfen, Verstopfung und andere Ver dauungsbeschwerden Euch anzeigen, daß Ihr Euren Körper pernuaehia at habt und vor der nahen Todesgefahr der gefährlchsten Leber- und Nierenleiden steht. Dieses unvergleichliche Mit tel, das vielen Tausenden schon wieder zu völi ger Gesundheit verhalf, sind die St. Bernard Kräuterpillen. Kentuctn. Aus Dixon verlautet, nter Datum vom 15. März: Durch eine Schieß-Affaire, die sich am Samstag Abend in Providence, Ky., zutrug, ist beinahe ein Rassenkrieg heraufbeschwo ren worden. Deputy-Marschall Smith Childers und zwei Handlungsreisende, P. B. Carter von Chattanooga und J. B. Berry sind tödtlich verwundet worden. Marschall Childers versuchte den Neger JFake MeDowell zu verhaften und wurde von diesem durch einen Schuß schwer verwundet. Der Neger wurde sofort gefangen genommen und nach Dixon gebracht, da das Gefäng— nißß in Providence nicht genügende Sicherheit bot. Ein Pöbodhaufen von Weißen begann sich zu bilden, um den Neger zu lynchen, und als die in der Umgegend von Providence wohnenden Neger davon hörten, rotteten sie sich gleichfalls zusammen und legten sich zu beiden Seiten des Weges auf die Lauer, wo die Weißen vorüber— tommen sollten. Die beiden Hand— lungsreisenden wurden von deü Ne— gern für die Avantgarde der Weißen gehalten und durch Schüsse schwer ver—- letzt. Dann machten sich die Neger aus dem Staube. Da die Behörden einsahen, daß Me Dowell auch in Dixon nicht sicher sei, brachten sie ihn sofort nach Hen— derson. Der den Neger verfolgende weiße Mob traf um 2 Uhr Sonntag Morgen in Dixon ein. Da die VBer— folger sahen, daß; MeDowell fortge— schafft worden war und kaum noch eine Hoffnung vorhanden sei, ihn zu fangen, zerstreuten sie sich und suchten das ganze umliegende Terrain mit Bluthunden ab, um die Neger zu fan— gen, welche auf die beiden Handlungs—- reisenden gefeueri hatten. Bisher ist noch keiner der Neger gefunden wor— den, sollten die Weißen ihrer jedoch habhaft werden. so werden sie ohne Zweifel gelyncht werden. Gut für Jedermann. Herr Norman R. Couler, ein pro— minenter Architeltt im Delbert Ge— bäude zu San Francisco, sagt: „Ich unterschreib· Ales, was über Electric Bitters-als Tonic-Arzenei gesagt wor—- den ist. Sie ist gut für Federmann. Sie bessert Magen-, Leber- und Nie— renleiden und zwar in einer prompten und wirssamen Weise und baut das System aut.“ Eletrie Biters ist die beste Frühjahrs-Arzenei, die je auf einem Apothelen Contor verkauft worden ist; als Blutreinigungsmittel sucht cs seinesgleichen. Zu 50 Cents in der Apo he“e von T. W. Ruete, 656 Main Straße, Dubuque, dFowa. New Jersey. Ein verzweifelter Hampf zwi— schen Farmern und drei Räunbern, von denen zwei verwundet wurden, folgte dem frechen Einbruch in die Post—- ämter von Hedricktown und Bridge— porl am 7. März in der Frühe, eiwa dreißig Meilen südlich von Camden. Die drei Einbrecher wurden gefangen. Die Räuber erschienen zuerst kurz nach Mitternacht in Hedricktown und stahlen ein Gespann aus einem Leih— stalle. Sie fuhren dann nach dem Postamte, sprengten den Sicherheits-- schrank und stahlen S2OO in Geld und Briefmarten. Die Krast der Explosion beschädigte das Gebäude Luxemburger Gazetir, Dirnstag, den 24. Mär- 1908. und setzte es in Brand. Dann flohen die Räuber in dem Wagen. In wenigen Minuten war beinahe die ganze Bevölkerung von Hedrick— town auf den Füßen und kam zur Bekämpfung des Feuers in dem Post— gebäude, aber ehe die Flammen ge— löscht werden konnten, war das Ge— bäude um etwa 852,000 beschädigt. Während eine Anzahl, Leute die Flammen bekämpfte, bildeten andere eine Posse, um die Räuber zu fangen. Diese entkamen jedoch glüeklich und es wurde zwei Stunden lang nichts mehr von ihnen gehört, bis sie in Bridgeport, acht Meilen von Hedrick— town, erschienen. Es war nahezu 3 Uhr, als sie das Postamt in Bridgeport angriffen. Eine Familie Namens Brown be—- wohnte den oberen Theil des Gebäu— des. Die Räuber verschafften sich Eingang und sprengten den Sicher— heitsschrank mit Nitroglycerin, sodaß beinahe das ganze Gebäude zertrüm— mert wurde. Herr Brown stürzte mit dem Revolver in der Hand die Treppe hinab, als er jedoch unten an—- kam, stand er drei Räubern gegen— über, die ihn mit ihren Revolyern be— drohten und ihm befahlen, schleunigst wieder nach oben zu gehen. Die Einbrecher packten dann Brief— marken im Werthe von 8500 ein, nah—- men 850 bares Geld und verschwan—- den in der Richtung von Woodburhy. Frau Brown hatte mittlerweile an die Polizei in Woodbury telephoniert und als das Trio dort eintraf, wurde es von einem Polizisten empfangen. Die Räuber fuhren den Wagen auf das Trottoir und alle drei eröffneten Feuer. Der Polizist stellte sich hinter einen Baum und erwiderte das Feuer. Während der Schießerei zogen sich die Männer zurück und flüchteten endlich in der Richtung von Wenonah, das Gespann und eine Blutspur zu— rücklassend. Eine .Posse wurde orga— nisiert und die Desperados wurden nach Wenonah verfolgt, wo die Spur verloren ging. Kurz nach 8 Uhr wurden heute Morgen zwei Männer in Wenonah gesehen, die einen dritten trugen, und in einigen Minuten wurden sie von etwa zwanzig wohlbewaffneten Far— mern verfolgt und von diesen in einem nahen Walde aufgespürt. Beide Sei— ten eröffneten Feuer. Einer der Räu— ber fiel und der zweite hielt seine Hände hoch und ergab sich. Der dritte Männ vertheidigte sich noch kurze Zeit, floh dann aber weiter in das Holz. Der Verwundete und der, der sich ergeben hatte, wurden nach dem Ge— fängniß in Woodbury gebracht. Dem dritten Räuber ist man auf der Fährte. Einem der Männer. der sich Me— Coyh nennt und behauptet, keine Hei— math zu haben, war das Gesicht buch—- stäblich mit Schrot übersät. Er wurde vor den Major Ladd in Woodbury ge— bracht und in das Gefängniß geschickt. Der andere verwundete Mann befindet sich in ärztlicher Behandlung und wird wahrscheinlich sterben. Bestes Heilmittel in der Welt. Rev. F. Starbird von East Ray— mond, Maine, sagt: „Ich habe Buck len's Arnika-Salbe für mehrere Jahre auf meiner alten Armee-Wunde und auf anderen hartnäckigen Wunden ge— braucht, und habe ausgefunden, daß es das beste Heilmittel auf der Welt ist. Ich gebrauche es ebenfalls in meiner thierärztlichen Praxis.“ Preis 25 Cents in der Apotheke von T. W. Ruete, 656 Main Straße, Du— buque, Jowa. Washington. Unter Verlleidung eines Post- Inspektors gelangte am Sonntag Morgen (16. März) in Bonners Ferry, Idaho, ein Bandit in den Post— wagen des Great Northern Oriental Limited Zuges, schüchterte die Clerks unter Bedrohung· mit einem Revolver ein, sperrte den einen in ein Closet ein, band einen andern und legte ihn unter den Tisch und beraubte kühl die registrierten durchgehenden Postsäcke, während der Zug nach Spokane wei— terfuhr. Während der Fahrt nach Seattle von über 100 Meilen, die über sechs Stunden Fahrzeit erfordert, empfing der Räuber die Postsachen an den drei Stationen und warf die Zei— tungẽpost ab. Gerade ehe der Zug in den Bahn— hof von Spotane einfuhr, sprang der Bandit von dem Wagen und entkam mit seiner Bente in einer en Handtasche, die er trug, als er den Wagen in Bonners Ferryh bestieg. Draper's Bluthunde wurden sofort auf dem Bahndamme entlang der Great Northern entlang geführt und nahmen die Spur an einem Punkte innerhalb der Stadtarenzen eine Meile von dem Bahnhofe auf. Sie solgten ihr mehrere Blocks bis zu einer Straßenbahnlinie, wo die Spur verloren ging. Man nimnit an, daß der Räuber einen Straßenbahnwagen bestiegen hat und- nach der Stadt gefahren ist. Sechs registrierte Postsäcke sind aufaeschnitten und ihres Inhalts be— raubt worden. Alle waren nach Städten an der Küste bestimnmt, wäh— rend die Säcke nach Spokane nicht be rührt worden sind. Es ist nicht bekannt, wieviel Geld und andere Werthsachen der Räuber erlangt hat, aber man glaubt, daß er eine große Beute gemacht hat. Bei Oeffnung der Säcke mit einem Messer erhielt er einen tiefen Schnitt an seiner Hand, man nimmt an, dem dritten Finger seiner rechten Hand. Er blutete tüchtig aus der Wunde— und die von ihm geraubten Post sachen waren mit Blut befleckt. Durch dieses Blut, das noch nicht trocken war, erlangten die Hunde die Spur. Als der Zug Spotane erreichte, fand man einen der Postelerks John NAystruen im Kleiderschrankt einge— schlossen, während der andere, Benja— min Stumpf, mit einer über den Kopf gezogene Hülle und die Arme fest mit einer Waschleine gebunden, die der Räuber mitgebracht hatte, auf einem Stuhle saß. Als der Zug Samstag Mbrgen um lUhr in Bonners Ferry hielt, kam ein Mann nach dem Vostwagen und warf einen Postsack und eine kleine Handtasche hinein, indem er sagte, daß er der Postinspektor C. W. Ben— nett sei. „Ich werde in einigen Minuten wiederkommen und mit Ihnen nach Spokane fahren“, sagte er zu dem dienstthuenden Clerk Nystruen. Der andere, Stumpf, schlief unter einem mit Postsäcken bedeckten Tische. Nystruen sah nach dem Postsacke und bemertte, daß er den Namen Bennett trug. Er war ein Zeitungs postsack, wie ihn Eisenbahnpostbeamte für ihre Sachen zu benutzen pflegen. Gerade ehe der Zug abfuhr, betrat der Mann den Wagen. „Sind Postsachen für mich da?“ sragte er den Clerk. „Es sollte etwas für mich da sein. Bitte sehen Sie nach.“ Nystreuen sah die Postsachen durch und als er sich umdrehte und dem an— geblichen Inspeltor sagen wollte. daß nichts da sei, fand er einen Revolver auf seinen Kopf gerichtet. Nachdem er dem Clerk befohlen hatte, kleinen Ruf auszustoßen, und erfuhr, daß noch ein anderer Clerk in dem Wagen sei, befahl er Nystruen, nach dem Closet zu gehen, das kaum soviel Raum enthielt, um einem Manne zu gestat ten. aufrecht zu stehen. Als der Pseudo- Inspektor zum ersten Male erschien, weckte-Nystruen seinen Collegen Stumpf und sagte ihm, daß ein Juspektor mit ihnen nach Spolkane fahren wolle und daß er ihn in Kurzem wieder wecken werde. Nicht wissend, daß ein frecher Post—- raub vor sich gehe, schlief Stumpf leicht weiter. Als der Zug von Sandyoint abfuhr, hielt es Stumpf für bintia daß er nicht geweckt worden sei. Er sah unter dem Tisch hervor, wo er ruhte, und sah, daß der Fremde Briefe öffnete. Als er unter dem Tische hervorkroch, drehte sich der Bandit um, zog einen Revolver aus seiner Ueberziehertasche und, befahl ihm, sich ruhig zu verhalten, sonst würde ihm der Kopf zerschmettert werden. Er warf dann eine Hülle über den Kopf des Clerks, band seine Hände zusammen und setzte ihn in einen Stuhl am Ende des Wagens mit seinem Rücken gegen sich selbst. Während der Fahrt „nach Spokane fragte er Nystruen drei Mal, ob er noch Luft habe und als dies verneint wurde. öffnete er die Thüre und ließ den Clerk etwas frische Luft schöpfen. Der Bandit wird 1 ein etwa 30 Jahre alter Mann heschrieben, sechs Fuß hoch mit Ueberhbsen und einem rothen „Sweater“. Wisconsin. Sein schlau eingeleitetes Manö— ver „gespoilt“ zu sehen, und obendrein selbst eingelocht zu werden, ist eine Erfahrung, die sich der Polizist Sharpe von Janesville, ein wüthen der Vorkämpfer der Prohibition in dem Theile des Staates Wisconsin, für alle Zeiten hinter die Ohren schreiben kann. Die Ortschaft Sharon, in der Nähe von Janesville gelegen, ist ein Prohibitionsnest, ded wurde seit einiger Zeit gemunkelt, daß man einen guten Tropfen dort für Geld und gute Worte zu jeder Zeit erhalten könne. Natürlich be— tam auch der Hüter des Gesetzes Kunde von diesem Gerücht, und er verlor in seinem Eifer keine Zeit, son dern machte sich sofort auf den Weg, um die Uebertreter des Gesetzes zur Bestrafung zu ziehen. Aber mit dü lommt man oft weiter als mit Ge walt, dachte er, und stellte es daher äußerst listig, leider zu listig an. Er begab sich in den Leihstall von Charles Kniles, wo er bald darauf todtkrank wurde und dringend nach Vhicten verlangte. Der Schnaps war In kür— zester Zeit zur Stelle, wirkte wahre Wunder an dem Kranken, und alle Anwesenden erhielten ein Gläschen. Dann war der große Moment ge-- fkommen, kraft seines Amtes verhaf tete er den Leihstallbesißzer und mar— schierte mit ihm zur Polizeiwache. Die Freunde des armen Opfers waren aber nicht müßig. Als er gerade im Begriff war, mit seinem Opfer die Stadt zu verlassen, siehe. da ereilte ihn das Schicksal in Gestalt eines Hofibefehls, den die Freunde erwirkt hatten, in welchem er beschuldigt wurde. geistige Getränke ohne Licenz rertyeil zu haben.“ Man schleppte ihn noch am selben Tage vor den Rich—- ter, wo er unter Bürgschaft von SIOO für sein Erscheinen zum Verhör ge— stellt wurde. Der Glücks- Viertelthaler ist der. welchen ihr für eine Schachtel ven Dr. King's New Life Pillen be— zahlt. Diese bringen euch die Ge— sundheit und diese ist mehr werth als Edelsteine. Versuch“ dieselbe gegen Kopfweh. Gallenleiden. Verstopsung ung Malaria. Wenn die New Life Pillen sich nicht befriedigend erweisen, wird ihnen der Preis mit dem größten Vergnügen wiedererstattet werden und zwar in der Apothele e .W. Ruete, 6566 Main Straße, Du— buque, Jowa. Höchste Ironie. Weinhändler (der eben im Begriff ist, in ein halbvolles Faß Wein Wasser zu schütten, singt dabei): Ueb' immer Treu und Redlichteit. 7 iiei Toludlndishes S Deutschland. Wie tief der Aberglaube noch im Volte steckt, beweist folgende Nachricht aus Edenkoben, Dort befaßte sich seit Langem eine Frau mit Karten-- legen und ähnlichen Dingen; sie hatte einen ausgedehnten Kundenkreis in der nahen und fernen Landbevölterung. Neben dem Kartenlegen betrieb sie ei— nen einträglichen Schwindel in dem Verkauf eines Trankes, für den sie fünf Mart die Flasche at Das Tränkchen sollte ungetreue Liebhaber und Ehemänner zurückführen, wes— halb nicht nur viele junge Mädchen, sondern auch verheirathete Frauen fleißige Abnehmer der Mixtur waren. Schließlich verlegte sich die Schwind— lerin auf das „Geldvermehren“. Sie redete den Leuten ein, sie könne jede Summe Geldes verdoppeln und ver— dreifachen. Auf diesen Humbug fiel eine reiche Wittwe aus der Umgebung von Edenkoben herein. Sie übergab der Zauberin nach und nach die Summe von 10,000 Mark mit dem Auftrag, sie zu verdoppeln. Zu ihrem Glück konnte die einfältige Frau guten Bekannten gegenüber nicht stillschwei— gen; der Humbug wurde ruchbar, und es erfolgte von unbetheiligter Seite Anzeige, worauf bei der Schwindlerin Haxssuchung gehalten wurde, bei der sich noch rund 9,500 Mark vorfanden. Der Bauer Hofmaier bei Bam— berg wird von dem Herzog Franz Jo—- seph in Baiern der Erpressung beschul— digt. Dieser Tage soll der Fall im Ge— richt verhandelt werden.. Besagter Bauer behauptet, daß seine Pferde von dem Auto in dem der Prinz saß, schwer verletzt wurden. Als der an— gebliche Unfall sich ereignete schritt Hofmaier sofort zur Exekution und etwa 100 Bauern standen ihm mit drohender Miene gegen den Missethä— ter bei, so daß der Herzog sich ge— zwungen gesehen habe, der Forderung des angeblich geschädigten Bauern nachzukommen und seine ganze Baar—- schaft herauszugeben und nach oben— drein das Versprechen zu ertheilen, dem Farmer weitere 160 Mark für den erlittenen Schaden zu senden. Der Herzog ist fest davon überzeugt, daß die ganze Affaire von den Bauern im Voraus arrangiert worden war, um eine möglichst hohe Summe aus ihm zu erpressen, da er mit dem Fuhrwerk gar nicht in Berührung kam. Der Herzog beklagte sich beim Prinz—- Regenten und dieser rieth ihm die Ge— richte anzurufen, was auch geschah. Elsaß-Lothringen. Der in Straßburg erscheinende „Voltksfreund“ schreibt: Gegen die Autonomie Elsaß-Lothringen's, als selbstständiger Bundesstaat, tritt nun ein elsässischer protestantischer Pastor auf Namens Hans Spieser. Dieser Mann will in einem Schriftchen, das er in Berlin hat drucken lassen, be— weisen, daßz „eine Selbstständigkeit Elsatz-Lothringen's eine Gefahr wäre für seine nationale Entwickelung“, und daß es folglich besser ist, wenn unser Land so bleibt: unter der Bot mäßigkeit der Berliner Regierung. Und das getraut sich der Mann zu schreiben und zu behaupten im Augen— blick. wo Alles für eine Verfassungs— Aenderung im Sinne einer mehr auto—- nomischen Stellung unseres Landes Stimmung zu machen sucht, heute, wo Alles eine selbstständigere Verwaltung fordert. Weh, wenn ein katholischer Pfarrer so schreiben würde! Der be— käme seinen Denkzettel von allen Sei— ten her. Daß nun der Verfasser und Vertheidiger dieses Contrapunktes das volle Lob einerntet seitens der „Nord— deutichen Allgemeinen Zeitung“ und ähnlicher Regierungsblätter, für diesen eigenthümlichen Patriotismus, ist selbstverständlich. Denn die Stim— mung in den oberen Regierungssphä— ren ist unserer Autonomie oder einem ähnlichen Verwaltungssystem bekannt—- lich zum voraus nicht geneigt. Aber daß ein gebildeter Mann vom eigenen Lande noch für diese rückständige Be— handlung plädiert und dem Fortschritt hemmend entgegenstehen möchie, das ist, gelinde gesagt, eine eigenthümliche Auffassung der allgemeinen Lage und ein bedenkliches Zeichen der Zeit. Mehr Beachtung verdient das Schrift— stück und dessen querköpfiger Verfasser nicht. Ein eigenthümlicher 2weikampf fand kürzlich zwischen zwei Schülern des Lissaer Technikums statt. Als Waffen wurden nämlich Rohrstöcke gebraucht, da einer Vereinbarung der Besucher dieser Lehranstalt zufolge unter ihnen keine Duelle mehr mit tödtlichen Waffen ausgefochten wer— den sollen. Die „Duellanten“ trafen sich auf einem vorher bestimmten Plat, wo die Sekundanten einen Ring ab? maßen. Dann erledigten sich die Gegner ihrer Kleider bis zur Hälfte, jeder erhielt einen Rohrstock und dann ging's los. Die Hiebe fielen hagel— dicht und bald waren die Oberkörper der Kämpfenden mit Striemen bedeckt. Volle 15 Minuten lang dauerte diese „Klopffechterei“, als einer der „Duel— lanten“ die Ringlinie übertrat, woxauf der Kampf als beendet erllärt wurde. Der, welcher die Linie überschritten hatte, wurde als Verlierer erklärt. Wer eigentlich die meisten Hiebe weg hatte, war fraglich, da Beide aus— saben, als ob sie die Knute erhalten hätten. In Universitäts- Kreisen hat, wie Meldungen aus allen Theilen des Landes besagen, diese neueste Art des Dvellirens sehr widersprechende An— sichten veranlaßt. Preußen. Eine Fahrt durch den Schnee- Baiern. Posen. sturm machte dieser Tage ein Militär— Luftschiff, das um 10 Uhr Vormittags auf dem Uebungsplatz bei Tegel (bei Berlin) aufgestiegen war. Der Bal— lon wurde von östlicher Richtung ab— getrieben und fuhr in verhältnißmäßig langsamer Fahrt über Köpenick und Friedrichshagen hinweg. Gegen 2 Uhr Mittags gerieth das Luftschiff in der Nähe von Hartmannsdorf bei Für— stenwalde in einen heftigen Schnee— sturm, der die Führer, drei Offiziere, veranlaßte, einen Landungsversuch zu unternehmen, umsomehr, als der Ballon durch den heftigen Sturm ab— wärts gedrückt wurde. Das Luftschiff jagte in so geringer Höhe über die Dächer der Häuser hinweg, daß eine Katastrophe fast unvermeidlich erschien. Die Gondel streifte ein Scheunendach und riß dieses ab. Fast die gesamm— ten Dorfbewohner waren zur Hülfe— leistung herbeigeeilt, und mehreren Männern gelang es, die herabhän— genden Seile des Ballons zu ergreifen und diesen-festzuhalten. Nun konnte die Landung innerhalb des Dorfes ohne Schwierigkeit vollzogen werden. Schwaben. Ueber die Vizinalbahn Lauingen— Dillingen wird geschrieben: „Vor eini— gen Tagen versagte s Bähnle wieder einmal ganz schmählich den Dienst. Der Zug, der fahrplanmäßig um 8:45 Minuten Abends in Lauingen hätte eintreffen sollen. blieb aus. Und was war die Ursache? Der um H Uhr 25 Minuten von Dillingen abgegan— gene Zug der Härtsfeldbahn stieß bei der Station Dischingen auf einen Güterwagen, was die Entgleisung ei— nes Personen- und eines Güterwagens zur Folge hatte, die in den vorbei— führenden Straßengraben fielen. Mehrere Passagiere erlitten dabei ver— schiedene, wenn auch nur leichtere Verletzungen. Alles mußte ausstei— gen. Ein Ersatzzug ging nicht, die Betriebsleitung sah sich auch nicht ver— anlaßt, einen solchen zu requirieren. Es blieb also den Passagieren des Un— glückszuges nichts anders übrig, als in später Abendstunde den weiten Weg in stockfinsterer Nacht per pedes Aposto— lorum zu machen, mit welchen Ge—- fühlen, kann man sich denken. Nicht besser erging es -den auf den Zwischen stationen der Ankunft des Zuges un— geduldig harrenden Reisenden. Auf allen Stationen von Dischingen bis Dillingen erklärte man ihnen ganz kaltblütig: „s Bähnle goht heut nim— mer; 's isch umg'falle.““ Württemberg. An Stelle des General v. Fal— lois ist Herzog Albrecht von Württem— berg zum Commandierenden General des 138. (kgl. Württembergischen Armeekorps ernannt worden. Damit geht ein lange geheater Wunsch Würt— temberg's. in Erfüllung, das nun den künftigen Thronfolger an der Spitze seiner Truppen sieht. 1865 als Sohn des Herzogs Philipp aus der katho— lischen Nebenlinie und der Prinzessin.. you Marie, einer geboxenen Prinzessin von you a position that will earn 25 to 50 per Orleans, in Wien geboren, trat er mit h week. zwanzig Jahren beim 19. Ulanen-Re- Pays better than hookkeepint or short giment in Dienst, war in der Folge bei u neure rer onporiunnies kersmedenen Trnppentdeilen hatig er rn vrer prrier und commandierte als General-Major seit 1898 die 4. Garde-Kavallerie— Dubuque Natchmakins Eugraving School Brigade in Potsdam. Zwei Jahre Vepartment 4 Dubuaue. lowa vorhauden sür den Kränksten bei dem rechtzeitigen Gebrauch von Forni's Alpenkräuter Kein Fall ist so schlimm, leine Krankheit so hoffnungslos gewesen, wo dieses alte, zeitbewährte Kräuter-Heilmittel nicht Gutes gethan. Rheumatismus, Leberleiden, Mnlaria, Verdaunngsschwäche, Ber stopfung und eine Menge anderer Beschwerden verschwinden sehr schnell bei seinem Gebrauch. Er ist ehrlich aus reinen, Gesundheit bringenden Wurzeln und Kräutern hergestellt. Wird nicht in Apotheken verkauft, sondern durch Special-Agenten, angestellt von den Eigentümern, DR. PETER FAHRNEY Q SONS CO. mn2.us 30. Hoyne Ave.. CHICAGO? Wahrhaftig eine um ihre kämpfende Mission In der Diözese Northampton, Faklenham, Norfolk, England. Hilfe! Hilse! Hilse! Aus Liebe aum Hrtiotten Herzen und zu Ehren des Hl. Antonsus vyn VPaduc seit soõ aut, und sendet eine milde Gabe für die Erricht uz eines würdigeren Lau tür das Heiligste Attars·Sakrament. Wahruich der Vorposten zu Falenhaim ist blod eine Dachstube. aber es ist ein Vorposten, es ist das einzige Zeichen der Lebenskrast der katholischen Kirche in 3o bei 20 Meilen im County von Norsolt. um rert Schenkungen wird nicht gedeten (obwohl sie nicht ausgeschlagen werden). Um was thatsächli gerrten wird, ist die wislige Mithilse aller audächtigen Verehrer des Heiligsten Herzen ünd des Hl. Antonius in England, Irland, Schottland, Wales ünd den Colouten. Feber Verearer ist gebeten, eine kleine Gabe Aenden; einiae Backiteine für die neue Kirche zu liesern. Dar ich idi hossen, eine tleine Unterstützung von Ihnen zu erhalten?- Die Kirche ist eine bringende Nothwendigteit, denn gegenwartia muß ich die hl. Messe in einer Dachsinbe lesen und dort den satramentalen Seacn erinei en. Meine durchschnittliche wochentliche Collette beträgt blos 36 und ih have kein gestistetes Eintommen als Hossuung Was lann ich allein kthun? Sehr wenig. Über mit Eurer und der Hülse anderer wohltthätiger Leser dieses Blattes kann ich Alles thun, was gethan zu werden Noth thüt. In diesen Tagen, wo der Glaube Vieer schwach wird, wo der große Glaubensabsall des sechd zehnttn Jahrhunderts die volle Gröze seiner Ausdehnung erreicht und nasern himmlischen Bater einahe gerade so behandelt, wie seine hl. Kirche behandelt wird, beginnt der katholische Glaube sich in England neu zu beleben und bietet -ire aus, um vin den Herzen des euglischen Bolkes wieder Bestz zu nehmen. Ich habe wegen de Glaubens hier mit größei Widerwärtigkeiten zu tämpfen. Ich mß entweder Crsolg habeu oder dieser große Distritt müß auigegeben werrden. Es hängt von Euch ab, um zu sagen, ob ich Erxfolg haben werde oder nicht. Alte meine Hossnungen auf Exfolg beruhen an Eurer Mithille. Wolt 3 mir deshalb niht die hilsbereite Hand reichen? Gewiß werdet der mi das nicht verweigern. Ihr werdet viebeicht nicht in der Lage sein, mir vielzu helfen, aber Ih tonnt doch immerhin eine Kleinigteit beisteuern und eine große Anzahl „Kleinigkeiten“ meint viel. .Leihet meiner dringenden Bitte kein taubes Ohr. „Möge Gott Ihren Eiser in der Errichtung einer Mission in Fakenham segnen und vervielfältigen. fArthur, Bischof von Northampton.“ Meine Adresse ist: VRATHER 11. W. GRAY Catholie Mission, Fakenham, Norfolk, England. P.S —lch werde den Emvlans von selbit der gerinasten Gabe pautber und yrompt bestätigen und mit der Empsfangs besttigung ën schoönes Bild des hlit. verzens und des hl. Antonius senden. Die neue Mission ist dem hl. Antonius von Paduna geweiht. DBeständige Gebete und viele Messen für Wohlthäter. später erhielt er die 51. Infanterie- Brigade in Stuttgart, 1901 die dortige 26. Division und im Septem—- ber 1906 das elfte Korps in Kassel. Herzog Albrecht ist verheirathet seit 1893 mit der Erzherzogin Marga— retha von Oesterreich. —ln alter Zeit huldigte man dem Brauttkauf, der nun kürzlich in Ungarn auf eigenartige Weise fröhliche Auf— serstehung feierte. Aln Holked sollte seine Hochzeit stattfinden. Die jun—- sgen Leute waren längst einig; nicht tinreritnden war der Schwiegervater. Eine alte ungarische Sitte verlangt vom Bräutigam, daß er den Eltern der Braut eine angemessene Summe sfür ihr Kleid zahle, um sie in sein Haus führen zu dürfen. Ueber die sHöhe des Kaufgeldes war nun ein Streit entbrannt, der schließlich vom Bürgermeister des Oertchens geschlich tet werden sollte. Der Biedermann fallte ein wahrhaft salomonisches Ur— theil, indem er den Parteien vorschlug. sich über den Brautpreis entsprechend dem Gewicht der Braut zu einigen. Er meinte gleichzeitig, daß etwa zwei Kronen wohl eine angemessene Be— zahlung für das Pfund „Braut“ sei. Beide Parteien waren mit dem klugen Urtbeil einverstanden und unter dem Fube! der Hochzeitsgäste wurde die Braut gewogen und glücklich dem Bräutigam vermählt. ist unsere Zeitung: Sie ist gcnz dein und bringt doch keine Schwieger mutter mit, sie weiß mehr als du und hat doch nie das letzte Wort, sie ist dir unverbrüchlich tren und verlangt doch nicht mal jeden Monat einen neuen Hut, sie liegt täglich in deinen Armen und doch tannst du dich nach einem Vierteljahr von ihr sch-riden lassen, was du aber nie thun wirst, wenn du einmal auf dieselbe abonniert hast. 2 1 2 2 2 ß 2 a I 2 8 rosITIONS OPEN. 4 wWatchmaking, engraving, jewelry 3 and optometry offers exceptional op portunities to ambitious men and women. 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2 Spotte nicht des Wortes Gottes! Vor etlichen Jahrzehnten war's, da wurde in einer Hafenstadt England's auf einen Sonntag Abend ein frem— der Prediger angesagt. Der Mann war von großem Ruf und sollte über die Sonniagsfeier sprechen. So er— schienen die Zuhörer maessnhaft: die Kirche war gedrängt voll. Der Priester erschien auf der Kan— zel, sprach die üblichen Gebete und hätte nun den Vortrag beginnen sollen. Auffallender Weise hielt er ncho inne, blieb knieen, faltete wie— der die Hände, hielt sie dann vor's Ge— sicht und neigte sich tief. Man meinte schon, es könnte ihm etwas zugesto—- Ben sein. Doch jetzt richtete er sich auf, begrüßte die Andächtigen und bat, man möchte ihm gestatten, vorerst eine Geschichte zu erzählen. Es sind gerade 15 Jahre, begann er, als ich zum letzten Male in dieser Kirche war. Die Veranlassung war wie heute. Unter,den Tausenden, die an jenem Abend hier versammelt waren, befanden sich drei ausschwei— fende Jünglinge.. Sie waren in der Absicht gekommen, den auftretenden Prediger zu verspotten und hatten Steine bei sich, öffentlich auf ihn zu werfen. Die Predigt begann. Einer „der Zünglinge konnte sich kaum mehr zurücthalten. „Was sollen wir dem Dummlopf länger zuhören?“ sprach er leise zu den beiden Genossen, „wer— fen wir zu!l“ Der Zweite hielt ihn noch: „Wir wollen exst sehen, was er jetzt bringt, hört einmall“ Die Neugier des Burschen“ war befrie digt. „Alles, wie ich mir gedacht“, sagte er, „hab' keinen andern Schluß erwartet, es wäre Zeit, werfen wirl“ Der Dtitte aber legte sich jetzt in's Mittel: „Ich denke wir lassen die Sache bleiben; es wäre doch ein Verbrechen und was nützt es uns!“ Die beiden Anderen wurden so er— grimmt, daß sie sogleich die Kirche verließen. Nun höret, liebe Brüder, fuhr der Redner unter großer Bewegung fort, mertet jetzt, worin später das Schick sal dieset jungen Leute bestand. Der Erste ist schon vor vielen Fahren zu Tyburn als Falschmünzer gehenkt worden! der Zweite liegt eben als Mörder im Gefängniß dieser Stadt und erwartet das Todesurtheil. der Dritte, meine «Brüder! der Predi— ger war soXergriffen, daß er nur mit Mühe sortwen konnte und er fuhr mit der Rechten ber das Auge, der dritte. eite Vruder. steht eben vor Euch auf der nzel, um Euch das Wort tes! zu verkünden; schentet ihm ein äufmertsämes Oht und ein witliges Herz! Schmerzhafte Gelenke und Muskeln sint die täglichen Leiden cheumatischer Leute. In den meisten Fällen ist der unreine Zustand des Blutes die Ur— sache. Das beste Heilmittel ist Forni's Alpenkräuter, das Schweizer-Deutsche Mittel, welches durch einen alten deut— schen Arzt vor über hundertt Jahren entdeckt- aben-nicht n größerer Aus dehnung angepriesen wurde· Er rei— nigt und bringt neues Leben in das Blut, stärkt das ganze Shstem und baut die allgemeine Gesundheit auf. Herr F. H. Boardman aus New Rich—- mond, Wis., schreibt: „Ich litt sehr start an Rheumatismus, aber der Alpenkräuter kurierte mich. Er brachte Linderung sobald ich anfing ihn zu nehmen. Er hat dasselbe für mich vor alvanzig dahren gethan.“ Forni's oAlpentruter ist keine Apotheker Medi— zin. Erwird durch Spezial-Agenten gelieferk. Leute welche in einer Ge—- gend wohnen, in der sich kein Agent für Forni's· Alpenträuter befindet, können bei Uebersendung von 2.00 zwölf 35e Vrobeflaschen direkt von den Eigenthü— mern beziehen. Diese Offerte gilt aber üur einmnal für ein und dieselbe Verson, Schreiben Sie an Dr. Peter Fabrneh Sons Co.. 112—118 So. Hoyne Ave., Chicago, Fll. Frauenart. „Hier meine Theure“, sagte der Gatte, sind ʒSO, die ist gestern Abend im Kärtenspiel gewann. Du kannst Dir dafür das Kleid laufen, welches Du schon tange haben wolltest.“ Zö— gernd nahm die gewissenhafte Gattin den Mammon entgegen, dann sprach sie ernsten Tones? „Mich schaudert's bei dem Gedanken, daß ich auf solche Weise erworbenes Geld für mich ver— wenden soll. Henry, versprich mir hoch und theuer, daß Du, nachdem Du genug dazugewonnen hast, am dir den zum neuen Kleide gehörigen Hüt zu kaufen, niemals mehr eine Karte an rühren wirst. Ich möchte nicht um die Welt einen Mann besitzen, welcher der Leidenschaft des Spielens fröhnt.“ Die Arbeit ist das beste Gebet. 2 Ein Leben ohne Arbeit gilt Nur, was ein Rahmen ohne Bild. 4 Arbeit. die da nützt und nährt Und vorwärts trägt der Menschheit Fahnen, Die Muth verleiht und Manneswerth Und Adel., trotz des Kaisers Schwert Und langer Reih'n verscholl'ner Ahnen! Beschäftigung ist Manchem lieb und werth, Gemächlich will er Dies und Das ver— richten: Das Tasten und das Tappen frommt mitnichten. Nur saure Arbeit ist's, die ehrt und nährt. r Wilh. Weber.) Es ist doppelt unangenehm an einem Husten, verbunden mit einer Er— tältung, zu leiden; beide irerden jedoch durch die prompte Anwendung von Dr. Aunnst Koönigs Hamburger Brustthee kuriert. Arbeit. 1. Die Roönigin von Tadmor. Tragõdie eines Frauenlebens. (Fortsetzung.) W/n den höhern Kreisen war zu die—- 1 ser Zeit das Unnatürliche, Ge—- künstelte, Affeltierte zu einem solchen Grade emporgeschraubt worden, daß sich bereits in den meisten Gemüthern eine mächtige Reaktion fühlbar machte. Diese Auflehnung der Uebercivilisierten gegen die Civili—- sation war es, welche dem wilden Assian, dem schmerzlichen Werther, den rasenden Rufen Rousseau's zu Gunsten der Rückkehr in die Urwälder jenen wahnsinnigen Erfolg verschaffte, den wir heute kaum begreifen können. Niemand war durch Charakter und Erziehung besser darauf vorbereitet, um an dieser Empörung gegen die be—- stehenden Gebräuche und Satzungen theilzunehmen, als Lady Esther. „Ich bin all dieser Leute bis zum Ueberdrusse satt!“ rief sie öfters. „Wenn ich diese blassen, naschhaften Frauen sehe“, sprach sie einst, „die sich mit „Cakes“ vollstopfen und dabei nicht fähig sind einen einzigen Schritt zu gehen, ohne sich auf den Arm eines Mannes zu stützen, noch vom Wagen steigen können, ohne eine helfende Hand, dann widern sie mich anl“ Bot man ihr dergleichen Dienste an, so entgegnete sie: „Ich habe ein Paar eigener Beine. Laßt mich gewähren mit diesen bis ich Krücken brauche.“ Mit der Dreistigkeit eines boshaften Kindes rächte sie den gesunden Men— schenverstand, ohne jegliches Ansehen der Person. Während der heftigsten Periode des Krieges gegen Frankreich kam Pitt auf den Gedanken einen Verdienst-Orden einzusetzen. Lord Liverpool, ein pedantischer, pomphafter Mensch, übernahm es die Statuten desselben zu bestimmen und die Farben des Nationalbandes fest zusetzen. Eines Abends kam er, stolz auf sein Werk, mit hochaufgerichtetem Haupte in den Saal des Premierministers. „Ich denke meine Zusammenstel lung wird den britischen Stolz befrie digen“, hub er an. „Roth ist die Farbe des englischen Banners, Blau das Sinnbild der Freiheit, Weiß das—- jenige tadelloser Biederkeit.“ Die Höflinge geriethen in Ent— zücken. 1 40 „Wundervoll!“ „Erhaben!“ „Poe tisch!“ tönte es von allen Seiten. „Sehr schön!“ bemerkte Esther trocken. Ich glaube der König wird entzückt sein über die Aehnlichkeit. Mir ist doch als habe ich das irgendwo gesehen.“ „Wo denn?“ fragte Lord Liverpool. „Auf der Kokarde der französischen Soldaten, Mylord. Sie haben die Trikolore erfunden.“ Des unglücklichen Grfinders Gesicht wurde länger und länger. Großer Gottl Was soll ich thun? Lady Stanhope, ich habe mehr als dreihundert Ellen von diesem Bande bestellt. Was nun damit anfangen?“ „Machen Sie sich Hosenträger dar— aus“, entgegnete Esther. „Wenn Sie Ihre Taschen vollstecken bis zum Rand und zuerst in der rechten und dann in der linken Tiefen hineintauchen, als suchten Sie einen Aal auf dem Grunde eines Weihers, dann wird mir immer ordentlich bang um diese armen Hosen. Denen geschieht noch einmal ein Unglück!“ Lord Addison, ein Schützling Pitt's. welcher von diesem aus bescheidenen Verhältnissen und vohne besonderes Verdienst zu einer glänzenden Stel— lung erhoben worden war, kam auf den seltsamen Einfall sich-durch sei— nem Gönter den Titer eines „Lord Raleigh“ verleihen zu lassen. Dies wenig passende Auferwecken und Adoptiexen eines historischen Na— mens war nicht nach dem Geschmacle Lady Esther's. An einem schönen. Morgen rief sie ihrem Onlkel lachend entgegen: „Wissen Sie, was ich soeben gesehen habe?“ „Nun?“ „Eine Carrikatur gegen den König. Lord Addison und Sie!“ „Wieso?“ fragte Pitt bestürzt. „O das Ding ist ganz nett!“ fuhr seine Nichte fort. „Sie figurieren als Königin Elisabeth und tanzen das Menuett die Nase gen Hiynmel. Ad— dison macht Ihnen als Lord Raleigh seine Reverenz. Daneben steht Se. Majestät als Hofnarr.“ Pitt krümmte sich vor Lachen. Er schickte nach allen Vierteln London's Leute aus, um dieses Bildes habhaft zu werden. Aber es war nicht auf zutreiben. Natürlich! Hatte es ja nirgends bestanden als in der Phantasie der satirischen Ladh Esther. Ihren Zweck hatte sie erreicht. Pitt war von der Lächerlichkeit der Idee so betroffen, daß das 19. Jahrhundert einen zweiten Lord Raleigh entbehren mußte. Außer Lord Camelford und Pitt gab es auf der ganzen Welt nur einen Menschen, den Lady Stanhope .schätzte: das war Brummell der König der Dandies, König auf seine Art und impertinent wie sie selbst.· Die na—- menlose Dreistigkeit des Gmporkömm— lings gefiel ihr. Sie sah in ihm einen Verbündeten, einen Rächer des ge— sunden Verstandes, welcher den alber nen Stolz, die dumme Eitelleit, die modische Gefühlsschwärmerei der Lon—- doner Gesellschaft mit bitterm Hohne (Speziell für diese Zeitung.) Von Fr. Xaver Meuer. geißelte. Und wenn Brummell den Muth hatte, all' diese trivialen Hohei— ten, all' diese Pedanten der Tugend und Heuchler des Wissens zu demü— thigen, dann lachte sie, die das über die Maßen haßte. Nichts belustigte sie mehr, als wenn Brummell einen Prinzen nachlässig über die Schulter herab grüßte oder durch seine majestätischen Mienen eine Herzogin zwang, die Blicke vor ihm niederzuschlagen. Brummell leistete in dieser Bezieh— ung das Unglaubliche. Eines Abends war Ball bei der Herzogin von Rutland. Langsam glitten Brummell's Augen über eine Reihe von Frauen. Dabei sagte er in dem nachlässigen, schlep— penden Tone, der ihm eigen: „Wo werde ich eine Frau finden, die im Stande ist einen Walzer mit mir zu tanzen, ohne mich sterbensmüde zu machen?“ „Ach! hier ist ja Katharine! Es war die Schwester des Herzogs von Rutland. Ich glaube sie wird meine Sache machen.“ Er lud sie ein mit der vollkommen— sten Grazie von der Welt und wurde angeñommen. —2 Die Herxzogin hatte die Gewohnheit ihre natürlichen Reize durch einen ge— waltigen Aufwand künstlicher Hülfs— mittel zu vermehren. „Um des Himmels willen, liebe Herzogin, sind Sie das Alles?“ rief ihr Brummell zu mitten in einem Balle und blieb vor ihr stehen. „Ich beschwöre Sie, wenn Sie zur Thüre hinausgehen, so schreiten Sie cüclingl“ v Mit den „neuen Reichen“, welche durch protziges Treiben und unge— heuere Ausgaben die Gesellschaft zu blenden suchten, verfuhr er nicht gelinder. Mitten in einem Galadiner hielt er feierlich inne und rief: „Bringt mir Krebse aus dem glndischen Ozean und Palmhrasauce!“ Die Diener liefen geschäftig hin und her. Schließlich kehrte einer mit ver— legener Miene zurück und berichtete demüthig, sie seien zwar vom Ober— tüchenmeister bestellt gewesen, leider aber nicht zur rechten Zeit einge troffen. „Man speist nicht mehr ohne die!“ entgegnete Brummell mit der kaltblü— tigsten Miene der Welt.. Den größten Triumph dieser sou beränen Frechheit feierte Brummell bei seinem Aufstehen. Ein Dutzend Herzöge und sechs oder sieben Marquis standen um ihn wäh— rend er seine, Toilette machte. „Nun, was wollt Ihr!“ sprach er, indem er sich umwandte. „Seht Ihr nicht, daß ich meine Zähne putze?“ Langsam spagzierte die Bürste hin und her im Munde des Dandy. Er betrachtete seine Zähne im Spie—- „gel, dann sagte er: „Ich glaube, es ist ein Flecken!“ „Nein, es ist ein bis— chen Kaffee. Dieses Pulver ist aus—- gezeichnet! Flhr meint wohl, ich gebe Euch das Rezept davon? Aber das kriegt Ihr nichtl!“ Wie unglaublich diese Szenen auch scheinen, so entsprechen sie doch voll tkommen der Wirklichkeit; Lady Stan—- hope hat dieselben in ihren Memoiren äls wahr verbürgt. Im Grunde genommen waren diese beiden Wesen einander vollkommen gleich, nur war Brummell das Weib. Sie begegneten einander auf der Promenade Derer vom „high life“. Beide waren zu Pferd. Brummell qhielt seine Zügel graziös zwischen Daumen und Zeigefinger, wie eine Tabaklsprise. Plötzlich hielt er an und neigte sich zu Lady Esther: „Dear creature!“ sprach er in der lächerlichen Redeweise jener Zeit.· „Wer ist diese Persön— lichkeit mit der Sie soeben sprachen?“ „Colonel Whitby.“ „Colonel. wovon?“ erwiderte er in seinem üblichen schleppenden Tone. „Hat das einen Vater? Und wer zum Teufel kennt diesen Vater?“ Esther's eigene Bosheit war. geweckt. „Wollen Sie mir sagen, was für eine Sorte von einem Vater Georg Brum— mell hat? und wer zum Teufel kennt diesen Vater?“ „Ah, Lady Stanhope, Niemand kennt den Vater von Georg Brummell und Niemand würde Georg Brummell selbst kennen, hätte er nicht die Rolle angenommen, die er spielt, und die sich nur durch ihre maßlose Tollheit erhält, wie sie auch nur durch sie Werth hat. Würde ich nicht von meiner ganzen Höhe auf die Marquisen herabschauen und die königlichen Hoheiten im Nar renseile führen, so wäre nach act Tagen keine Rede mehr von mir. Die Welt ist nun einmal dumm genug meine Dummheiten ergebenst zu be—- wundern, und wir Beide wissen was daran ist.“ Der sarkastische Hochstapler der bri— tischen Salons starb in Frankreich. Er hinterließ ungeheuere Schulden, einige Dutzend goldener Tabakdosen und ein altes Kleid. Keiu Wunder. daß dieser? Mann jener Frau gefallen mußte. welche der eigene Stolz und ein abarundtiefer Häß gegen die englische Gesellschaft einige Jahre später in die Wüste führte. Einstweilen aber trieb sie mit vollen Segeln einher auf den brandenden Wogen dieser eigenthümlichen Existenz. Gazekte, Mensdag, den 24. Mär; 1908. Sie baute, pflanzte, entwarf neue Pläne, schaffte nach eigener Zeichnung Part und Gärten von Walmer in acht sTagen um, ohrfeigte die betrunkenen Soldaten, schuf eine neue Uniform, svereitelte Kabalen und Intriguen, er—- brach die Siegel der Depeschen und sschritt von Kühnheit zu Kühnheit bis zu den äußersten Grenzen der abson— dertdtten Launen. Dieses Leben, welchem jede Spur von Weiblichteit immer mehr abhan— den kam, hatte etwas Abnormes, viel leicht sogar etwas Lächerliches an sich. Auch ist es klar, daß sich dasselbe nur lm Schatten der Allmacht Pitt's also fortsetzen konnte, und Lady Stanhope sich für die Zukunft zahlreiche erbit— terte Feinde schuf. „Wie“, sagte einst Femand zu .ihr, „sehen Sie nicht Lord C., welcher Sie grüßt?“ „Ich sehe drunten ein farbenwech— selndes Kameleon. dst das Lord C.?“ Wie die meisten Humoristen ver— band sie mit einer scharfen Be— obachtungsgabe die Kunst einer unwi— derstehlichen Mimik. Besonders sarkastisch war sie im Nachäffen der schmachtenden Zärtlich keiten sentimentaler Paare, oder phi— lantropischer Tugenden, wie sie Kotze bue und August Lafontaine“ damals in England zur Mode gemacht. Zuerst spielte sie den Gätten in Verzückung vor seiner Frau, dann die Frau voll truntener Begeisterung vor ihrem Gatten. Durch diese Parodieen im offenen Saale machte sie sich allgemein ge— fürchtet und verhcißt. Und doch neigte man stillschweigend das Haupt. Titel, Würden, Pensio— nen, Aemter, Alles ging durch ihre Hand. Was Pitt oft selbst nicht wagte, das wagte sie. Manchinal war es ein Akt strenger Gerechtiglkeit, der nur durch sie zu Stande kam. „Was sagte Dir dën Lord C. heute Abend auf dem Ball in diesem endlosen Gespräch mit titanischen Gesten und gen Himmel gerichteten Augen?“ fragte sie einst ihr Ontel. „Er schwor bei allen Göttern, daß die Pension der armen Sarah N. morgen ausbezahlt würde. Die Frau hat zehn Kinder. Sie wissen, welchen Antheil ich an dem Geschicke dieses He—- dauernswerthen Geschöpfes nehme. Da ich aber jenen Menschen verachte, habe ich ihm nicht einmal zugehört und mir vorbehalten mit Ihnen davon zu reden. Man schöpft am besten an der Quelle.“ „Was! Er sagte Dir das! Das übersteigt alle Grenzen! Vor kaum einer Stunde ersuchte et mich der Frau N. keine Pension z ertheilen·“ Die Verwaltung, sagte er, sähe sich ge— zwungen die zehn Kinder zu ernähren. Er will die Sache in die Länge ziehen, damit man nicht mehr daran dente.“ „Ontell“ rief Esther, „Sie müssen sich zeigen! Gewährẽt Sie die Pension auf der Stelle!“ „Alles ist schlafeñ. Es ist Niemand mehr in der Schatztatimer.“ „Doch ich sen tin Licht. Herr Chinnery muß nöch da' sein. Lassen Sie Herrn· Chintntʒ ymmen!“ Dies war der offizielle Ausspender der Pensionen. Er kam. „Das Erste, wänSie mbhrgen früh ihun, wird sein. da Sie der Frau N. die Pensions-Berechtigung zustellen.“ Und so geschah es; Wenn ihrem Willen entgegengehan delt wurde, rächte „sie sich auf grau sam- Weis-. Lord Abercorn wünschte den Strumpfband-Orden zu erlangen Er hatte Pitt bereits seit einiger Zeit um— sonst darum gebeten. Obgleich er nun schon manche Verpflichtungen gegen diesen hatte, verließ Abercorn seinen frühern Gönner und wandte sich an Lord Addington, von dem er bald die gewünschte Auszeichnung erhielt. „Das wird er inir bezahlenl“ sprach sie eines Tages zum Hergzog von Cum— berland. In demselben Augenblicke trat Lord Abercorn ein. Es waren ihm früher beide Beine gebrochen worden und Ad— dington's Vater war ein Chirurg. Lady Stanhope näherte sich dem neuen Ordensritter, betrachtete auf—- merksam das famose Strumpfband und sprach: „Was haben Sie denn da My— slord? Ein Verband? Addington hat gut gearbeitet. Ich hoffe, daß Sie fortan auf besserm Fuße stehen werden.“ Darauf entfernte sie sich. (Fortsetzung folgt.) Können Sie schweigen? Ein Geistlicher trat einmal in einen Kaufladen und gab der Frau vom Hause im Namen eines belkehrten Diebes 10 Thaler Schadenersatz. Das Weib, eine Katholikin, sollte eigentlich gut wissen, daß der Priester in einer solchen Gewissenssache den Geber nicht verrathen durfte; aber ihre Neugierde war dermaßen erregt, daß sie durchaus wissen wollte, wer der Entwender und Sender des Geldes wäre. Wie sie meinte, legte sie es gangz pfiffig an, um es von dem Geistlichen herauszu bringen. Sie fing nun an: „Hoch—- würdiger Herr Pfarrer! Mich kümmert das Geld wenig und ich könnte den Verlust desselben leicht verschmerzen, aber ich muß doch wissen, wer es eigentlich gegeben hat. Denn so lange ich das nicht weiß, komme ich aus dem falschen Argwohn und dem lieblosen Verdacht auf unschuldige Personen gar nicht heraus und häufe so Sünde auf 71a d- 3 1 17—3 24 2 E A Sünde. Deshalb ersuche ich Sie flehentlich, mir den Namen des Sen— ders nur so von ferne anzudeuten, oder mir zu sagen, wo ich es am besten er—- fahren fkann; ich würde Ihnen damit zum größten Danke verpflichtet sein.“ Der Geistliche lächelte und dachte ein wenig nach; dann fragte er die Frau? „Können Sie Stillschweigen halten?“ „Niemand besser als ich“, entgegnete die Evastochter. „Die Weiber, sagt man, sind von Natur aus geschwätzig, aber ich mache eine rühm— liche Ausnahme davon, mir kann Nie— mand Nachtheiliges nachsagen.“ Der Geistliche pausierte wieder eine Weile; dann sagte er wiederum: „Also können Sie wirklich schweigen?“ Die Frau meinte nun schon, sie habe Alles gewonnen und rief aus: „Ohne Zweifel kann ich es und nehme das Geheimniß mit in's Gtab.“ „Nun denn“, sagte der Herr, „wenn Sie das können, Madame, das ist schön von Fhnen; ich kann es auch!“ sagte er zum Abschiede und ließ das Weib in seiner Verblüffung stehen. Der, Sünde Fluthen schlagen höher, Und. vier Jahrtausend sind dahin; Mit Sghnsucht blicken unsre Väter Zur längst versproch nen Helferin. Da schwebt von Lichtglanz hell um— strahlet. So himmlisch schön, im Goldgewand; Ein Seraph nieder aus den Höhen, Von Gottes Thron, vom Heimathland. Zü Nazareth in stiller Kammer Knie't eine Jungfrau zart und rein, Da plötzlich, glänzend hell und lenchtend Umfließt sie milden Lichtes Schein. Wie schüchtern fromm ihr Aug' sie hebet, Zu schau'n in's goldene Himmelslicht. Erklingt es rein wie Silberglöckchen, Zu ihr der Engel Gottes spricht: „O, sei gegrüßet, Gnadenvolle, Du makellose Gottesbraut; Die ganze Menschheit wird dich preisen; Nach dir die Welt voll Sehnsucht schaut!. Zu bringen dir die frohe Kunde Stieg ich herab von Himmelshöh'n; Zur Königin, zur Gottesmutter Warst du von Ewigkeit erseh'n. Du wirst empfangen und gebären, Das längst verheiß ne Licht vom Licht, Damit sein Glanz in diesen Tagen Der Sünde dunkle Wollke bricht. „Doch fürchte nicht, du wirst stets bleiben 2 Die matkellose Jungfrau rein,. Dich tann der Böse nie berühren, Denn Jesus sprach: Längst war sie mein! Von Ewigkeit hab' ich erwählet Sie mirx, zur Mutter, rein und zart. Von Ewigkeit die Lilienreinheit Stets schirmend für sie aufbewahrt.“ Da sprach Maria sanft und milde: „Wie du gesagt, soll mir gescheh'n In Gottes Rath ich treu mich füge, Ein weiser Gott hat's ja geseh'n.“ Da stieg der Seraph voller Freude Vom u der Serar zu Himmelshöh'n, Zu melden, was Maria sagte, Was er in Nazareth geseh'n. Berauscht, entzückt sind all' die Geister, Die betend um den Ew'gen knie'n, Und mächt'ge Harfentöne rauschen, Die zaubervoll zum Ew'gen zieh'n. „Ein Gruß unzähl'ger Engelstimmen, Erklingt im gold'nen Himmelssaal: ve Maria!“ rauscht es wieder „Ave Maria! tausendmal!“ Rev. d. P. Medinger. Ottoville, Ohio. Interessantes. Ueber die iß Kairo gefündenen Bibelmanuskripte berichtet Migeon im „dJournal des Débats“. Die Manu— skripte, deren Einband wie neu ist, sind in das vierte bis sechste Jahrhun— dert nach Christi zu verlegen, wahr scheinlich sind sie der Plünderung der Alexandria Bibliothek durch Kalif Omar entgangen. Das erste Manu—- stript enthält die Bücher Moses 5 und Josua, das zweite Buch der Psalmen, ersichtlich vollständiger als die vatika— nischen Manuskripte und wahrschein—- lich überhaupt die ältesten, die es gibt. Ein dritter Band umfaßt die vier Evangelien vollständig aus dem Ende des 5. oder dem Beginn des 6. Jahr— hunderts. Das vierte Manustkript ist in schlimmer Verfassung, es besteht aus der Apostelgeschichte und dem Brief an die Epheser. Zwei der Ma—- nustkripte sind in großen, zwei in klei— nen Lettern geschrieben. Die Worte laufen ohne Zwischenraum fort bis zum Versende. Durch Zusammenhalt mit Manuskripten im Britisch-Mu— seum, ein Geschenk des Patriarchen Cyrillus Lucaris von Constantinopel an Karl den Ersten 1628, laßsen sich gegenseitig fehlende Stellen ergänzen; die Kairo Manuskripte sind aber reichhaltiger. Ich habe meinen Bruch-schaden selbst kuriert. Und werde Ihnen zeigen wie Sie den Ihrigen heilen dönnen und zwar unentgeltlich. Ja war ich hilflos und mußte das Bett histen, wegen ainch deded Mud sdadens eia Vrudand baif mir. e Aeröte sagten, daß ich slerden svnrde, wenn man miqch nicht operte ren lasse. Ich tuschte sie alle und turierte mich jgei vermitteln eintacden Enidttung Wenn benachrichtigt. schicke ih Ihnen Kur unentgeltlich. Sie hat mich geheilt und eudem Tau-- ende andere. Sie wird auch Sie lurieren. Schreiben Sie noch heute an: Capt W. U. Collings, Vor 2oe, PWateriowm N. u (Speziell für diese Zeitung.) Mariä Verkündigung. (25. März.) Q D A A 1 h 7 7 52 7 4 1. u 2 2 3 —4 ;27—2ʒ 1 2 q; M7— —7— etg -;2 S 272 7 A -—l 20

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1H 2 2 e 0 nr die Liebe Zugen 19— j ʒ 2 1— Große Freude im Haus. Fuheissa, wie's Margretchen springt Und Bruder Paul nicht minder,. Wie Jedes lacht und hüpft und singt! Was habon denn die Kinder? „Schutzengel hat vergang'ne Nacht Ein Brüderchen in s Haus gebracht!“ Der Vater sah beim Sternenschein Den gold'ney Engel fliegen, Der trug im Arm ein Knäblein fein Und legt' es in die Wiegen, Die guten Eltern alle Beid' Begrüßen es voll Innigkeit. „Nun, syrach der Vater, „kann zu Euch Die Mutter heut nicht gehen, Doch seid ihr brav, so dürft ihr gleich Sie und das Kindlein sehen, Therese ist schon recht bedacht. Wie sie sich Beiden nützlich macht. Hans Springinsfeld. Wo gab es je in aller Welt Ein Bübchen wie Hans Springinsfeld? Er hatte immer den fröhlichsten Muth, Drum waren ihm alle Leute gut. Er lachte so hell Und sang so frisch. War flintk und schnell Wie im Wasser der Fisch Und der Vogel im Garten. Wer je den fleinen Hans bestellt, Der brauchte auf den Springinsfeld Nicht lange erst zu warten. War kaum vorbei die finstre Nacht, Schlief Hänschen nicht mehr weiter, Da war es auch schon aufgewacht Und sprang in seine Kleider. Wenn jeder Junge wie Hänschen wär', Gäb's bald keine Siebenschläfer mehr Und keine trüben Gesellen. Dann müßten wir beim Christkind nicht Für manchen trägen und faulen Wicht Die harte Ruthe bestellen. Noch ist es Zeit. Drum seid gescheidt Und zeigt jetzt eifrig aller Welt, Daß ihr seid wie Hans Eprinsnseleirl L. N. Die alte Hexe. (Von L. N.)! Es war eine große Schlingelhaftig keit. daß die alte, gichtbrüchige Scho— lastika im Armenhause von vielen klei nen und großen Buben ur „die alte Hexe“ genannt wurde. Alt war sie, ja, aber eine Hexe war sie weder im Lesen noch im Schreiben, noch in sonst einer anderen Kunst. Auch verstand sie keine Wundertränklein zu brauen und kannte auch keine seltsamen Mittel für kranke Menschen oder kranke Kühe, wie man dies fonst den Hexen deren es überhaupt teine gibt so gerne zuschreibt. Daß die gute Scholastika in ihren alten, geflickten Kleidern, mit ihrem eingefallenen und runzeligen Gesicht nicht gerade schön aussah, das war ja richtig, aber wer hätte es ihr übel neh—- men können? Sie war eben eine arme, alte Frau und die jungen Schreihälse hätten bedenken sollen, daß ihre frischen und blühenden Gesichter auch einmal gefurcht und schadhaft werden, wie die Rinde an alten Bäümen. Es war im Dezember, es gab Schnee und Eis und von Hof— bauers oben bis zum Armenhäuschen unten eine ungemein glatte Rutsch bahn. Die Hofbäuerin war eine gute und sehr wohlthätige Frau; sie gab darum auch rr der armen Scholastika so viel Milch, als diese für ihren dünnen Kaffee brauchte. Das that sie immer und auch heute, nach—- dem Scholastika ihr vor Erschöpfung ganz außer Athem erzählt hatte, das Laufen fiele ihr immer schwerer und der Weg herauf wäre so sehr mühsam und glatt. Mit einem herzlichen „Vergelt's Gott!“ und einem bis oben gefüllten Töpfchen Milch machte sich Scholastika jett auf den Heimweg. Aber ach, der glatte Weg und dazu die lahmen Füße., die ihrer Herrin nicht mehr recht gehorchen wollten! Die arme Scholastika dachte darum jetzt um so lebhafter an unseren lie— ben Herrn, der für uns das schwere Kreuz getragen hat. und suchte sich die sichersten Fleckchen vom Wege heraus. Doch da kam eine neue Gefahr für sie!l Eben war die Schule aus, und von einem Seitenwege her rannte eine lose Schaar Buben, um den Heimweg über die geliebte Rutschbahn zu nehmen. Kaum hatten die ersten Rangen unsere Scholastika bemerkt. da setzten sich auch schon die bösen Zünglein in lebhafte Beweguing: „Alte Here! Alte Here! Halt's Milchtöpfchen grad, sonst verschütt st Du's!“ Scholastika hörte es und sie hätte gern ihren Krückstock drohend erho— ben, wenn sie ihn nicht für den Augenblick so nothwendig zur Stütze auf dem. gefährlichen Wege ge— braucht hätte. Eben sollte sie sogar der Zielpunkt etlicher Schneebälle werden, als Franz, der hübsche und brave Junge des Lehrers, auf dem Kriegsschauplatz erschien. „Schämt Euch doch!“ rief er, „die alte Frau zu kränken und,zu werfen, die sich nicht wehren kann.“ Der Ersolg dieses Tadels war ein augenblicklicher. Die lleinen a- ã c i Taugenichtse richteten sofort ihren— Hagel von Schneebällen auf den wackeren Bundesgenossen der alten Scholastika. Der aber war nicht faul und hatte eben schon eine kräf- tige, weiße Schneekrawatte dem kecka sten Schreihals vorn an den Kragen— geworfen, als plötzlich oben den, Berg herunter ein mit zwei Pferden bespannter Schlitten gesaust kam. Die kämpfenden Schneeballhelden wichen rasch zur Seite und wurden jetzt erst zu ihrem Schrecken die alte Scholastika wieder gewahr, die hilflos und mit entsetzlicher Angst, den Schlitten heranstürmen sah. Da kam der Alten der unglücklich— Gedanke, sie sei auf der anderen Seite des Weges sicherer als a dieser und sie müsse unbedingt noch hinüber. Sie machte hastig einen und zwei Schritte, patschl da— rutschte sie auch schon mitten im— Wege aus und fiel hin. In dem nämlichen Augenblick, in welche sie glaubte, von den Hufen der— Pferde zertreten und vom Schlitten zerquetscht zu werden, riß sie en kräftiger, junger Arm gzur Seite 7 und das Gefährt rastt, ohne sie zu— berühren, glücklich an ihr vorbei. Scholastika hatte in der Todes« angst wie der Vogel Strauß dio“ Augen zugemacht und als sie jetzt dieselben mit einem inbrintinen „Gott sei Lob und Dankl!“ wiede ausfschlug, ach! da sah sie, da ihr jugendlicher Retter sein Lieben werk theuer genug begzahlt hatttä Der Hufschlag eines Pferdes hatte ihh zur Seite geworfen und aus— ciner klaffenden Wunde an seiner rechten Hand rann das Blut in denw weißen Schnee. e Mehr als das muthige Wort des“ Knaben vollbrachte jetzt seine mu-“ thige That. Seine eben noch so— übermüthigen Schulkameraden eil-“ ten hevbei, und während die einen dem verunglückten Freunde wieder auf die Beine halfen und das vlut zu stillen suchten, bemühten die an 2“ deren sich in neu erwachter Näch““ stenliebe um die alte Scholastika. d Sie halfen ihr nicht blos auf. holten. ihr nicht nur den zur Seite geflogenen Stock herbei, sondern sie suchten aus allen ihren Taschen die Pfennige zu- sammen, um ihr für das in Scherben gegangene Milchtöpfchen ein neues zur kaufen. Ja, so groß war ihre gute Gesinnung, daß sie Asche aunf die herr24 lichste aller Rutschbahnen streuten, die jemals zwisßchen Hofbauers und denm Armenhaus gewesen war. Daß sich die kleinen Missethäter gründlich und dauernd agebessert hatten ersah die gute Scholastika aber in der— Folge daraus, daß sie fürderhin im ganzen Dorfe nie mehr „die alte Hexe“ genannt ward. t x* 2 Die zehn Gebote der Zahn- und Mundpflege. 1. Vergeß lieber einmal das Ge sicht zu iwaschen als den Mund unö. die Zähne zu reinigen. 2. Erziehe deine Kinder so früh als möglich zur Zahnpflege! Was in der Jugend versäumt worden ist, läßzt sich im späteren Alter nie ganz gut e! Dit Eesunderbattena de Milchgähne ist au so wichtig. die 2 deibeldon Zähne 2. Hüte dich vor süßen Näschereien“ und vor zu weicher uten 2 Das kräftige Kauen eines derben, dick-rin digen Schwargbrotes ist die beste“ natürliche Schutzvorrichtung gegen Zahnverderbniß. 2 4. Vergiß vor Allem nit· dbeuds vor dem Schlafengehen die ndhöhle. zu reinigen! Der nur Morgens putzt und wäscht, der deckt den Brunnen zu, nachdem das Kind hineingefallen ist. 5. Die mechanische Reinigung mib. Hilfe von Zahnbürste und Zahnstocher bildet die Grundlage jeder künstlichen“ Zahupflege. 6: Antiseptische, aber dabei un- schädlich wirkende Mund- und Zahn“. wässer, z. B. Odol, und auch gute Zahnpulver sind empfehlenswerth zur Vervollständigung der icden Mund-- und Zahnpflege, Mundwässer, welche die Schleimhaut ätzen oder die Zähne entkalten, sind durchaus zu ver2 meiden! 7 7. Man lasse die Zähne jährlich ein bis zwei Mal vom Zahnarzte untersuchen. damit Erkrankungsherde entdecktt und beseitigt werden können,“ bevor sie umfangreich geworden sind. sB. Der Zahnstein soll von Zeit zu Zcit gründlich beseitigt werden. 9. Kranke Wurzeln und Zähne, die durch Wurzelbehandlung nicht mehr erhalten werden können, müssen unter allen Umständen ausgezogen werden, ob sie schmerzen oder nicht. 10. Es ist dringend geboten, die gea jande Entwicklung der Zähne im Kin-2 desalter zu fördern, indem man das Kind besonders in den ersteren Jahren mit kräftiger und nährsalzreicher Kost wMilch, Eiern und grünen Gemüsen)s aufzieht! Das ist ein verlassenes Herz, n dem der Gedante an Gott keinen er muthigenden Ruheplatz findet.

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Gegen den Schmutz in Wort und Bild. Im preußischen Landtage wurden kürzlich von Rednern der verschieden— sten Parteien laut Einspruch erhoben gegen die zunehmende Verbreitung von unsittlichen Büchern und Bildern. Charatteristisch waren die Ausführun— gen des Centrums Abgeordneten Rören. Da sie auch auf unsere dies—- bezüglichen „up-to-date“ Zu (Miß)- stände hier in Amerita zutreffend sind, lassen wir sie nachstehend folgen: „Ich habe mich namentlich zum Worte gemeldet, um über die heutige Vraris bezüglich der Verbreitung un— züchtiger Schriften u. s. w. zu sprechen. Es hat jetzt leider die Gewohnheit um sich gerissen, daßß man, wenn es sich um Vergehen gegen diesen Paragra phen handelt,- sogenannte Künstler und Literaten als Sachverständige lädt, aber dann erfolgt meist ein Frei— spruch. Man kann doch einfach an den gesunden Menschenverstand des Rich—- ters appellieren. Wenn es sich um den künstlerischen Werth des Gegen— standes der Klage handelte, dann önnte ich noch verstehen, daß; man Künstler und Literaten als Sachver— ständige lädt, aber es handelt sich hier- bei doch nur darum, ob das Bild un— züchtig ist, ob es geeignet ist, die Lü— sternheit anzureizen. Diese Frage kann Jedermann mit gesundem sitt— lichen Gefühl selbst beantworten; ein Richter, der dies nicht entscheiden kann, zeigt, daß er überhaupt nicht fähig ist das Amt zu versehen. So hat auch das Reichsgericht wiederholt in den letzten Fahren ausgesprochen, daß es nicht auf den künstlerischen Werth an— komme, sondern nur daranf, welchen Eindruck das Bild auf den unbefange— nen Beschauer macht. Die Frage: ist dieses Produtt geeignet, das allge—- meine Sittlichkeitsgefühl zu verletzen und die Sinnlichteit zu reizen, kann nicht durch das Urtheil des Künstlers und Gelehrten entschieden werden, soudern hier ist das Empfinden der einzelnen Personen maßgebend. Pro— fessor Hauns Thoma, der anerkannte Altmeister der modernsten deutschen Kunst, bat in einer denkwürdigen Redé auf die erschreckenden Verheerun— gen hingewiesen, welche durch die Schmutzliteratur und unzüchtige Bilder unter unserer heranwachsenden Inugend augerichtet werden. Seinen Ausführungen haben sich zahlreiche be— deutende Künstler angeschlossen. Auch un baierischen Abgeordnetenhause hat der Minister sich dahin ausgesprochen, daß nicht die Sachverständigen, son- dern die Richter selbst die Frage zu zu entscheiden hätten, ob ein Bild un— züchtig sei. Unter diesen Umständen muß es eigenthümlich berühren, wenn man liest, daß Händler wegen Verbrei—- tung unzüchtiger Bilder angeklagt, auf das Gutachten von sogen. Künstlern hin freigesprochen werden. Wieweit die Freisprechung auf Grund von so— genannten Sachverständigen Gut— achten geht, mögen Sie auf Grund einiger Photographien nach dem Leben, die ich mir erlaube, auf den Tisch des Hauses niederzulegen, ersehen. Diese Bilder sind gerichtlich freigesprochen, weil die Herren Sachverständigen ihnen einen besonderen künstlerischen Werth heilegten. Nochdem wurden sie einigen Autoritäten vorgelegt, die erklärt ha— ben, daß diese Sachen ganz gewöhn— liche Unzuchtsbilder seien, ohne den ge— rigsten künstlerischen Werth l(hört, hört! im Centrum), daß sie lediglich darauf gerichtet seien, die niedrigsten Triebe der Sinnlichkeit zu erregen. (Der Redner zieht ein Coubert aus seiner Tasche und reicht es von der Tribüne herunter; die Abgeordneten kommen von allen Seiten an den Tisch heran und betrachten die Bilder theil— weise mit Kopfschütteln.) Diese Bilder werden hunderttausendfach jedes Jahr vervielfältigt (hört, hört! im Centrum), und über das ganze Land verbreitet. Die Spalten unse— xer Zeitungen und Zeitschriften wim— meln von Inseraten, in welchen solche Bilder angeboten werden. Von allen Geiten wird gefklagt über den sittlichen Niedergang unseres Voltes, aber wenn eine schon sittlich infizierte Jugend her—- anwächst, dann lassen sich keine Maßnahmen mehr gegen das Laster treffen. Ein Besserung kann uur eintreten, wenn unsere Jugend vor Obscönitäten bewahrt wird, die auf Schritt und Tritt in Bild und Wirk—- lichkeit sich ihr aufdrängen. Trotzdem zeigen die Behörden eine Zaghaftigkeit und Nachsicht, wie auf keinem anderen Gebiete, man begreift es nicht, wie sich dieser Schmuntz unter den Augen der Behörden breit machen kann. Der Staat hat doch das größtte Interesse daran, daß die Reinheit des Volks— lebens erhalten bleibt, denn die Ge— schichte zeigt, daß dem Verfall, der Sitten des Volkes der Zerfall des Reiches auf dem Fuße folgt. Darum sorgen Sie, daß eine Generation her— anwächst, die in ihrer Jugend sittlich nicht verdorben ist. (Beifalls im Centrum.) Die Buttermilch als Säuglings— Nahrung Da es belanntlich schwer ist, eine einwandfreie Milch als Säuglings— Nahrung zu erhalten, so hat man zu allerlei Ersatzmitteln gegriffen, dar— unter auch zur Buttermilch, deren starker Säuregehalt durch Zusatz von Alkalien (kohlensaures Natron) noch vor dem Kosten abgestumpft wurde. Dr. Moll hat nach der „Deutschen medizinischen Wochenschrift“ nach ver— schiedener Richtung hin ein ausgezeich nẽtes Resultat mit dieser Bütter— milchs-Nahrung erzielt, namentlich als ausschließliches Nährmittel für ge— sunde, aber auch für frühgeborene und lebensschwache Kinder. Da man nicht überall einwandfreie Buttermilch er— hält, so ist Dr. Moll dazu übergegan— gen, eine trockene Butterinilch Con serve in Pulverform herzustellen, mit der er die gleich günstigen Resultate exzielt hat. Sie kommt in einiger Leit in den Handel. 0- (Speziellfür diese Zeitung.) Vird man die Luft thenrer macen? as kllingt allerdings etwas sonderbar, jedoch die Frage scheint vricllich berechtigt zu sein, wenn man das Treiben unserer Hochfinanz etwa genauer beobachtet. Es ist nämlich hierzu— lande so weit gelommen, daß unsere itt Ho— ihren verbrecherischen Verleustungs-Methoden die Alleinherrschaft über die Elemente zu gewinnen drohen. Wer hätte z. B. jemals geglaubt, daß es moglich sei, die Eisenminen, jene Millionen Acker von Gottes Erdboden in den Ver. Staaten, in welchen das werthvolle Eisenerz seiner Verwerthung fur die menschliche Gesellschaft entgegenharrt, zu „bertrusten“? Und doch ist Dem so. Und wir erzählen jetzt die Ge— schichte, wie man unsere Kinder uind Kindeskinder in den Vereinigten Staaten in finanzieller Hinsicht von den Eisenbahnen des Landes ab— hangig gemacht hat. Unsere Geschichte beginnt in Minnesota, wo die riesigen Cisenerz-Ländereien liegen und sie zieht hinüber nach Penn— sylvania, wo das Eisenerz in industrielle Erzeugnisse umgewandelt wird. Die Rockefeller's hatten den Werth ihrer Eisenminen Besitzungen auf 829,587,449 festgesetzt, und als der Stahltrust gegründet wurde, waren sie so „bescheiden“, mehr als $80,000,000 in Aktien des Stahl—- trast für diese Minen-Besitze anzunehmen. Aktien des Stahltrusts im Betrage von 344,000,000 sind auch eingetragen als der Werth des Be—- sitzes der Minnesota Fron Compann. JI. I. Hill, der belannte Be—- sitzer der Great Northern Eisenbahn, hatte mit einem kleinen Anlage— Kapital große Strecken nördlicher Eisenerz Ländereien erworben. Weder er, noch sonst Femand, glaubte zur Zeit, daß diese Besitzungen besonders werthvolle seicn. Als aber der Stahltrust begann, Eisen— erz Ländereien anzukaufen, da wandelte sich plötzlich Idieses gn— soruchslose Eigenthum in Goldminen um. Der Stahltrust sah die Nothiwendigkeit ein, sich auf Jahrhunderte im Voraus die Eisenerz—- Ländereien Amerita's zu sichern, denn dort her stammt ja das Roh— material, welches die Grundlage seiner finanz-gewaltigen Existenz bildet. In dem Uebereintommen des Stahltrusts mit den Besitzern von Cisenerz-Ländereien, welches Uebereinkommen sich über eine Periode von zehn Jahren erstreckt, ist ein Prejs festgesetzt auf jede Tonne Eisen— erz, welche während der Dauer des Kenelertrun verbraucht wird und im Falle des Herrn Hill, muß er mit seiner Eisen— bahn die Frachtkosten bezahlen, um das Eisenerz zu transpor—- tieren. dn diesem Falle ist das Uebereinkommen für hundert Jahre im Voraus festgesetzt. Es mögen in dieser Geit gar bedeu— tende Veränderungen in den Herstellungs-Methoden von Stahl und in dem Minenwesen eintreten. Aber da ist der festgesetzte Preis während unseres Lebens und des Lebens unserer Kinder und Kindeskinder und dieser Preis ist: 81.65 per Tonne für das erste Jahr und ein Zuschlag von 3.4 Cent per Tonne in jebdem folgenden JZahre. Als die Herren Oliver und Frick im Jahre 1896 die Rockefeller- Minen mietheten, bezahlten sie 25 Cents pver Tonne, und heute erhält Herr Hill 31.65 per Tonne mit einem jährlichen Zuschlag. Man glaube ja nicht, daß die Genüagsamkeit oder das äszetische Leben der Rocke fellers die Ursache sind, warum sie „so wenig“ für ihren Besitz an Eisenerz Ländereien erhielten. In jener Zeit hatte der Stahltrust seine mächtigen Fühlarme noch nicht so tief in die Zukunft der Produk— tionen hinausgesireckt und Herr Hill war glücklich genug, Eisenerz—- Ländereien zu besitzen, nachdem dieses der Fall war. Aber nachdem Herr Hill den Mieths-Contrakt für seine Eisenerz-- Ländereien abgeschlossen harte, vertheilte er unter die Aktien-Inhaber der Great Northern Eisenbahn Certifikate, welche die Vortheile dar— stellen, die aus diesem Contratte erwachsen sollen. Es sind 1,500,000 Papiere oder Certifikate, welche auf dem offenen Markte zu 380 das Stück verkauft wurden. also eine Gesammtsumme von 8120,000,000 darstellen. Für diese 8120,000,000 besteht kein wirklicher Realwerth als Unterlage. Dieselben siellen einfach den Vortheil dar, welchen man hat, indem man Glückstind genug war, Theilhaber an einem Monopole zu sein. Von dem Attien-Kapital des Stahltrustes sind 3100,000,000 auf die Besitze der H. C. Frick Cote Company basiert, welar- die größte der— artige Gesellschaft in der Connellsville,. Pa.. Gegend ist. Als Herr Schwab die enorme Kapitalisation des Stahltrusts vertheidigte, wies er darauf hin, daß derselbe 60.000 Acker Kohlenländereien in der Coke— Gegend besitze. Und er fügte hinzu: „Es gibt keine Coke-Kohlen mehr. Sie tkönnten keine solche Läundereien für 360,000 den Acker erwerben. Dieselben sind einfach nicht vorhanden.“ Demgemäß handelt es sich hier um ein ausschließliches Monopol dieser Kohlen und Herr Frick ist der Alleinherrscher über denselben, welcher den Preis festsetzen kann, wie es ihm beliebt. Als Herr Frick begann die Coke-Industrie zu be— treiben, legte erkein Kapital an, aus dem einfachen Grunde, weil er kteins hat!e. Die Carnegie-Gesellschaft eignele ein Viertel der Frick Company. Um nun die Carnegie-Gesellschaft und die übrigen drei Viertel der Frick Campany zu kaufen, verausgabte der Stahltrust Aktien im Bctrage von 8492,558,100, von welchen $304,- 000,006 vier-vrozentige Bonds und $98,277,100 bevorzugte Aktien zt. sieben Prozent sind. Das Uebrige bilden die gewöhnlichen Atktien, welche heute blos zwei Prozent bezahlen. Ein Jahr vbrher war der Nettwerth aller Guthaben der Carnegie-Gesellschaft (einschließlich jenes Viertels der Frick-Gesellschaft) etwas über $80,000,000. So lange nun Herr Carnegie und seine Mitkapitalisten die Aktien selbst besaßen, fiel es ihnen nicht ein, ihr Anlage-Kapital zu verwässern. Daran dachte man erst, als es galt, den Stahltrust zu gründen und die Aktien auf die Lämmer und das „gute“ Volt abzuwälzen. Man verklaufte dem Velt alse 880,000,000 für das nette Sümmchen von 8400,000, 000. Man vergesse hierbei nicht, daß diese anfänglichen 380,000,000 der Carnegie-Gesellschaft kein einbezahltes Kapital bedeuteten, sondern einfach Profite waren, we'che der Hochschutzzoll Herrn Carnegie und Genossen „verdieneñ“ halfen. Schon im Jahre 1878 finden wir einen Schutzzoll von 828 per Tonne auf Schienen und der Schienen— trust erlaubte damals Carnegie 60,000 Tonnen im Jahre herzustellen und setzte den Preis auf $42.50 per Tonne fest. So machte die Car—- negie-Gesellschast schon in ihrer frühen Kindheit Profite von 100 und selbst 140 Progent ver kaẽr. Im Jahre 1892 kam der große Arbeiter-Ausstand zu Homestead. Damals erhielten die Arbeiter dort 812 und sls per Tag und fuhren in Kutschen. Das Alles änderte sich aber mit der Niederlage der Unions. Es war Herr Frick. der diesen Kampf „glücklich“ zu Ende leitete, während Herr Carnegie von Schottland aus denselben be— obachtete. Nach dem Streik namlich stiegen die Profite der Gesellschaft von $4,000,000 auf 821,000,000. Von der Zeit an wurden nämlich arbeitsparende Maschinen eingeführt und die Produktionskosten derart herabgedrüclt, daß die Carrcgie-Gesellschaft in einem „schlechten“ Jahre 84,000,000 verdiente. während ihr Haupt-Cenlurrent, die Illinois Steel Company, einen Verlust von etio 81,000,000 hatte Im Jahre 1897 steilte sich der wirkliche Produttions· Preis von Stabl schienen auf blos 12 per Torne. Selbstverstäadlich sind nie mehr in den Weclstätten des Stahltrasts jene „schändlichen“ Zustände einge— rissen, unter welchen die Arbeiter 15 per Tag erhicllten und in Kutjscher einheriubren! Und so geht es weiter. Das „gute“ amerikanische Volk beobachtet den Stahltrust, wie er zuerst, durch den Schutzzoll auf Stahlschienen, die ausländische Conlurrenz ausschließt, dann das eingepferchte, ameri lanische Volk mit einem höheren Preise für Stahlschienen ausbeutet und jett so ziemlich alle werthrollen Eisenerz-Ländereien auf zwei oder drei Generationen im Voraus belegt hat. 7

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I 1111111101111111111111 Wo das enden wird, ist schwer zu sagen. Es ist jedoch fraglich, ob jemals in finanzieller Hinsicht ein großes Volt sich so geduldig die Stlaventetlen auf Fgahrhuunderte im Voraus anlegen ließ, wie es bei dem amerifanischen Volle in diesem Falle geschah. Doch steigen wir noch ein wenig höher. Man ist geneigt, in Amerilka mit Verachtung auf den „Blutadel“ Europa's zu blicken und deren Verbrechen aufzuzähleu, und dann auszurufen: „So schm ä h— lich läßt sich das freie ameritanische Volk doch nicht unterdrücken!“ Und doch dieses setbe mit seiner Freiheit sich brüstende Volk läßt sich und feinen Kindern and Kindestindern heute schon eine Steuer geduldig auferlegen, für Werthe, wclche erst nach Fahrzehnten und nach Jahr—- hunderien verhanden sein werden. Wahrhaftig der Stolz macht oblind, und nicht jedes Volk, das die Worte Freiheit und Unabhängig keit int Munde führt, ist wirtlich frei und unabhängig! Achte in Deiner Frau nicht nur die Mutter Deiner Kinder, sondern achte auch ihre eigene r e und lasse sie Dir stets Gefährtin Dei— nes Lebens sein. (Von N. ,G.) Die Tortur und Schmerzen bei Hüftenschmerzen werden sofoxt besei— tigt durch den Gebrauch von St. Ja— kobs Oel, welches bis auf den Sitz der Schmergen durchdringt und beruhigt. uxembnrger Gazette, Dienstag, den 24. Mäv; 1908. Der Mutter Germania „verlorene Söhne“. Unter diesem höchst bedeutsamen Titel, birgt sich eine novellistische Skizze (von Anna Hensler), die im 5. Hefte der Monatsschrift „Hoch—- land“ publiziert wurde. Diese Novelle heschäftigt sich mit uns Deutschen in Amerika. Die „Amerika“ schreibt darüber: Die „Verlorenen Söhne“, von denen Anna Hensler zu berichten weißz, sind wir. Der Seyfrieds Thoma dec Geschichte soll dert Prototyp sein der Deutsch-Amerikaner, der Mann, der mit 70 Jahren auf Besuch kommt in seine alemannische Heimath und dort in der Gegenwart einer Jugendge— spielin nur das eine empfindet, daß die Neue Welt nicht seine Heimath, daß er noch immer ein Fremder in dem Lande ist, in dem er fünfzig Jahre und darüber gelegt und gekämpft, in dem Land, dessen Bürger er ist. Niedergedrückt durch das Bewußtsein seines „Schlemihliums“ vertehrt der alte Mann, dem in Denver sieben Kin— der wohnen, mit seinen Anverwandten und niedergeschlagen, verdüstert blickt er drein, als die Spielkameradin sei— ner Kindtheit ihm erklärt, daß die aus ihrem Dorfe in Amerika Ansässigen mit ihren Nachkommen „fast wieder ein Dörfle“ bildeten. „Cin Doörfle gäb's wohl, meint darauf der Ameri— kaner, „aber wir haben keins. Der Eine ist da und der Andere dort. am Ende verliert sich Alles im Englischen.“ Diese von uns durch Sperrdruck hervorgehobenen Worte hilden sozusagen das Leit— motiv der Novelle. Der alte Vor— arlberger, der länger als ein Men— schenleben in Amerika war, sich dort eine Familie gegründet, ein redliches Tagewerk vollbracht hat und dessen be— scheidene Früchte genießt, gelangt bei seinem Besuche in der Heimath zu der für ihn schmerzlichen Erkenntniß, daß der Deutsche in Amerika in einem fremden Volksthum aufgehe nein, mehr als das, untergehe! „Seht, sagt er zu der alten Frau, die ihm gegen—- über sitzt, „das ist halt so: Beim festen Land weicht das Meer immer weiter zurück, und das Land wächst an, denn die aroßen Flüsse tragen Kies und Geröll hinaus. Von den kleinen In— seln aber bröckelt Stein um Stein in's Meer, bis sie endlich ganz versinkẽn; so geht's mit den Deutschen drüben.“ So der Greis, der am Ende seines Le—- bens wie ein zweiter Peter Schlemihl den Verlust seines Schattens, seines Vaterlandes beklagt, das er niemals wird wiederfinden können. Und was er empfindet, das hat vieler Herzen be— wegt; vtele Tausende haben so wie Seyfried's Thoma in ihrem Leben als Zwiespalt emvfunden, was in ihre Seele kam, als sie ihren Schatten ver loren. Manch' Einer ist daran zu Grunde gegangen, an dem „Schlemih— lium“, andere trugen es wie eine ver— harrschte Wunde, die von Zeit zu Zeit aufbricht, Smern verursacht, wenn man daran rührt. Mehr als ein deutsch -amerikanischer Dichter hat es besungen, dieses Leid der Zwiespältig leit, so wie Chamisso es geschildert in seiner mit dem Herzblut des Ver— bannten geschriebenen tief poetischen Elecie eines Manues, der. ein Fran— zuse in Deutschland und ein Deutscher in Fraulreich, so zu sagen ein Schat—- tenloser war. weil er doch das Vater— land nicht wiederfinden konnte weder hier noch dort. Was so Viele empfun— den haben, die in die Neue Welt ge— kommen, das hat wohl Niemand besser in Worten ausgesprochen als Edna Fern in ihrem Gedicht: Deutsch— Amerikaner. Auch sie weiß, daß zwischen den Eltern, die in Deutsch— land geboren, und den Kindern, die hi-rr das Licht der Welt schauten, sich etwas aufthut wie eine Kluft. Und das, worauf Dein Hoffen baute, Die Kinder achten, was Du liebst; Sie kennen Deiner Heimath Laute, Doch fremd ist ihnen, was Du giebst. Du liebst das Land, das sie geboren, Du liebst die Luft, die sie um— weht Und Dich doch ist der Weg verloren, Auf dem Ihr eng zusammen geht. Seyfried's Thoma aber neint: „Siehst Du, wenn Du ein Deutscher bist, und Deine Kinder reden eng— lisch, das ist etwas Unnatürliches, das ist, wie wenn Du nicht ihr Vater wärest, nimmer Dein Fleisch und Blut sind sie, Wechselbälge!... Den Englischen gehören sie, und für die Englischen hast Du geschafft und ge— schunden Dein Lebtag.“ Und so geht er fort von der Gespielin seiner Zu— gend. „Mit gebengten Haupte schritt er auf der Landstraße; schon jetzt ist er auf dem Wege nach Ame— rikal! Wenn er stirbt, wird im Hause an den Felsenbergen der letzte deut— sche Laut verklingen und seine Erben werden die Engländer sein“ wie Anna Hensler meint, die in Sey— fried's Thoma, wie gesagt, das Vor— bild eines der „verlorenen Söhne“ sieht, deren ganzes Schaffen und Treiben in Amerika für sie weiter nichts ist als ein Untergehen im Eng— lischen. Nicht Amerilkaner werden die „verlorenen Söhne“ und ihre Kinder und Kindeskinder, sondern „Engländer“·. Sie kennt nur In— seln, die abbröckeln, nur ein Volks— thum, das verschlungen wird vom andern, svurlos, restlos, in ihm auf— geht; weiß nichts von Korallen-Inseln, die aus der Tiefe emporwachsen, nichts von der gegenseitigen Durch— dringung zweier fremden Elemente, njchts davon, „daß unser Land wie ene große völkische Retorte ist, in der aus vielen Theilen ein neues Gan— zes werden soll, ein amerikanisches Volksthum, „in dem die ethnischen Eigenschaften vieler Nationen enthal— u au ten sind. Nicht die Engländer sind des Seyfried's Thoma Erben, son— dern Amerikaner, in deren Adern deutseches Blut fließt, und was er und sie gewirktt und geworden sind, sind sie für und im ammerikanischen Volts thum geworden. dJa, es sind „viele gleich ihm nach Amerila gegangen... tüchtiges deutsches Blut und treue deutsche Kraft“, wie Anna Hensler richtig bemertt. Fatlsch ist, daß dieses „deutsche Blut in's englische Volks meer“ geflossen sein soll „tropfen weise und unvermerkt“. Es ist histo risch wahr, wenn sie sich vorstellt: „Wie sie hinüberziehen aus allen Gauen Deutschland's, Söhne der Alpen und der Marschen, Kinder des Rheins und der rothen Erde, Schif fer von der Agrdsee und der Ostsee, kräftige Männer, starke Burschen, züchtige Frauen. von der Maas bis zur Memel, von der Etsch bis zum Belt kamen sie; ein Heer, eine Völker— wanderung.“ Aber diese Frauen, von denen die Autorin spricht, haben nicht „einem fremden Volke Kinder“ geboren, wie sie behauptet, sondern dem der eigenen Wahl, das erst mit und durch sie geworden ist, dem sie und ihre Kinder den Stempel ihres Wesens aufgedrückt haben. Und wenn Anna Hensler ferner behauptet: „Nicht einen Zoll Boden hat ihr Heer srobert, von dem man sagen könnte: das ist deursche Erde“, so darf man demgegenüber wohl daran erinnern, daß auch Livbland und Kurland. die Schweiz, Siebenbürgen und manches andere Fleckchen Grde, das deutscher Schweiß gedüngt und deutsches Blut getränkt hat, nicht eigentlich „deutsche Erde“ genannt werden können. Und bedauernswerther als die „verlorenen Söhne“ däuchen uns die „verlassenen Brüder“ zu sein, die man in den Slavenländern ihrem Schiclhsal über— ließß. Wir Deutsch-Amerikaner wis— sen, daß wir jeden guten Zug unsres Wesens übertragen können und sollen auf. das im Werden begriffene Volks— thum, dem der deutsche Einschlag schon jetzt gewisse Eigenschaften ver— leiht. Wir wissen auch, daß das deut-- sche Blut, weit davon entfernt „unver— merkt in's englische Volksmeer zu flie— ßen“, theils rein, theils mit angelsäch—- sischem und keltischem vermischt, dem amerikanischen Volke bereits manche ethnischen Züge verliehen hat, die man als wesentlich und werthvoll bezeich nen kann. Wenn Anna Hensler fragt: „Ah, warum haben wir drüben über'm Weltmeer immer nur auf Inseln ge— baut und nicht auf festgeschlossenem Boden“, was so viel heißt als, warum haben wir kein eigenes Gebiet erlangt da drüben, so muß die Antwort lau— ten, weil das arme, zerstückelte, nie— dergetretene· Deutschland, nicht mehr die Kraft hatte, colonisatorisch zu wir— ken. Und die Menge, die nach Ame— rika gelangte, lonnte, indem sie sich der Thatsache bewußt war, daß sie keinen Rückhalt hatte an einem einigen, mäch— tigen Staatswesen, kaum auf den Ge— danken kommen, eine selbstständige deutsche Colonie zu gründen. Eine solche wäre unhaltbar gewesen. Hol— er: und Schweden vermochten sich in lordamerika ebensowenig zu halten, wie das Brandenburg des Großen Kurfürsten und Dänemark in Afrika. Nicht über uns, die verlorenen Söhne, wie Anna Hensler es will, sollte die Mutter Germania weinen, sondern über sich selbst, weil sie ihre Kinder nicht ernähren, nicht schützen konnte, ja ihnen nicht einmal ein friedliches Beisammenwohnen gewährte. Wie viele Pietisten, Mennoniten, Alt-Lu— theraner und Katholiken kamen nach Amerila, nur weil Mutter Germania sie um ihres Glaubens willen ver— folgte. Andere kamen, weil die Hei— math ihre Kräfte nicht verwenden konntd, andere weil die Mutter ihnen jede Gelegenheit weigerte, ihre Kräfte zu bethätigen. Weit sei es von uns, der schwer geprüften, tief gedemüthig-- ten Vorwürfe zu machen über das Elend ihrer Jahrhunderte langen Wittwenschaft. Aber gegen den Vor— schlag der reichsdeutschen Schriftstel— lerin wollten wir uns wehren, daß, wenn der Kaiser wieder ein Denkmal nach Amerika schickt, es am Hafen von New Hork aufgestellt werden müßte in Gestalt der großen Mutter Germa—- nia, „wie sie, die hier so stolz über drei Reiche schaut. dort weint über ver— lorene Söhne.“ Diese „verlorenen Söhne“ denken in trüben Stunden zuweilen vielleicht so ähnlich wie Seyfried's Thoma, der Greis, der trüüben Blickes die Dinge schant. Doch im· Grunde genommen wissen wir recht wohl: Das amerika nische Voltk ist mit uns und durch uns geworden und wir in ihm und mit ihm. Es ist nicht englisch, nicht irisch, nicht deutsch: ein neues Volksthum wächst empor, ihm gilt unser Blut und unfere Kraft. Schon seit mehr als 200 Jahren dauert dieser Entwick— lungsprozeß nun an; deutsche Frucht—- barkeit hat dem Lande viele Menschen geschenkt, aber nicht einem fremden, sondern einem neuen Volke waren die Pinder deutscher Frauen in der Neuen Welt geboren, so in Germantown, so auf den BPrärien des Westens.

Drei Dinge. Drei Dinge gibt es, sagt ein flä— mischer Schriftsteller, denen eine brave Frau ähnlich sein soll, und denen sie doch nicht gleichen darf. Vor Allem soll sie sein, wie eine Schnecke, die beständig zu Hause ist; aber sie darf nicht, wie dieses Thier, Alles, was sie besitzt, auf ihrem Leibe tra— gen. Sie soll ferner dem Echo ähn— Genesung aller Rranken durch das wunderwirken d Exanthematische Heilmittel, MWaunscheidtismus.) Erlãuternde Cirlulare werden portofrei zugesandt. werden portofrei zugesandt John Tinden, Spezial Arzt und alleiniger Verfertiger der einzig echten reinen exanthematischen Heilmittel, 1 Office und Wohnung, v4B Prospect Straße, Cleveland, Ohio, P. O. Letter Vox W. Nan hüte sich vor Falschungen und falschen Anpreisungen. u Kirchen Ornamente und datholische Buchhandl Katholische Buchhandlung. Das größte Geschäft und die reichsie Answahl in den Ver. Staaten. Perlmutter Rosenkränze, mit Perlmutter-Kreuz und -Herz: No. 326 —mit weißer Metall-Kette, 15 Zoll, per Stück.. 50 Cts. No. 328—mit weißer Metall-Kette, 12 Zoll, per Stück.. 50 Cts. No. 330—mit weißer Metall-Kette, 15 Zoll, per Stück.. 75 Cts. No. 502—mit feiner, silberner Kette, 12 Zoll, per Stück.. 82.00 No. 503—mit feiner, silberner Kette, 14 Zoll, per Stück.. 852.40 Extra fein geschliffene Stein-Rosenkränze mit vergoldetem Herz und Kreuz, sowie Kette: No. 800—15 Zoll lang, Imitation Amethyst, Emerald, Granat. Topas, Kristall, Kornelian u. s. w., per Stück... 32.25 Gegen Einsendung des Betrages senden wir obige Rosenkränze, portofrei bei Post. Man scthreibe für unseren Devotionalien-Katalog. THE M. H. WILTZIUS GOMPANY, 412 —l7 Broadway, 7 Barclay Street, MILWAUEE, wISCONSIN. NEW YORK CITY. JOHN ERNSDORFV IRON CO.. Händler in Vorräthen für Schmiede und Wagenmacher. Ecke der Süd Main- und Jones-Straße, Dubuque, owa. lich sein, das nicht spricht, bevor es gefragt wird; sie darf jedoch nicht, wie das Echo, immer das letzte Wort behalten wollen. Endlich muß sie, wie eine Stadtuhr vollkommen ge— nau und pünktlich sein, sich aber in Acht nehmen, nicht, wie die Stadtuhr, so viel Lärm zu machen, um von der ganzen Stadt oder dem ganzen Dorfe gehört zu werden. Das sind wcchr— haftig heilsame Winke; möchten sie doch immer von allen Frauen befolgt werden! Pier Bros., (Successors to Phislip Pier.) Harl- und Veichkohlen, Eichen- und Maple- Halz. Office: Ecke der 8. u. White Straße. Telephon 82. J. F. Kunz Co.. Abstracts of Title, Gruudeigenthum, Anleihen und Versicherung. 308 Secnrity Building. Beide Telephone No. 026. Würste! Würste! Alle Sorten täglich frisch zu haben bei H. TRENKLE,. 1227 Clay Str.. zwischen 12. und 13. Str. Bell Telephon 602. Dubuque Telephon 454. Missouri-Farmen. Man schreibe um Staatskarte, Vamphlet, und Wetterbericht; srei versanot B ner Chiieothe, Mo. azer I.· meer. 4 7 2 1— 1 2 2 2 2 7 12/ 1 4 »;Irlß 2 2 gegenghurber 2 t e 2 Marlenhalender

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Mär;: 1908. Spaß muß auch sein. Fleischtheuerung. Bankier (zum Buchhalter): Geben Sie nur auf den Kassierer Acht, der lebt über seine Mittel; ich habe gestern auf seiner Weste einen Fettflect be· merkt. KKA Studenten-Mißgunst. Süffel: Ich sage Dir, mit meiner alten reichen Tante ist es einfach zum Verrücktwerden! Schluck: Wieso? Süüffel: Na, dente Dir, spendet sie seinhundert Mart als Beitrag zum Baue der neuen städtischen Wasser leitung AA Erlannt. Srudent: Ste Vtenstmann, können Ste mur vtelleichà sagen Dienstmann. Das Pandleihamt is da drilhen! HA A A Eene Kundige. Frau Professo:. Denlen Ste nunx. Flrau Meier, mein Mann hat gestern plöhlih die Spradhe verloren. Frau Merer Ja. um Gottes willen, welche venn! Ihr Mann spricht doch neun Hprachen. 2A2A Ein zuwilderer Kerl. Was für ein Mensch ist denn der neue Vorstand? O, wenn der einmal lachen muß, steigt er auf den Dachboden 'nauf, da—- mit's ja Niemand sieht! KA FIN DE SIECLE. Herr: Sie finden das nicht gum Lachen? Dame: O, gewiß würde ich darüber lachen, aber es greift mich zu sehr an! KAKA Der verklannte Feldstecher. Treiber (als einer der Jäger den Feldstecher in's Gesicht führt): Na... hat der a narrische Schnapsflaschen!l AKKHK Seitdem. A.: Sie haben an einem Freitag ge—- heirathet? Sind Sie also nicht aber gläubisch? B.: O doch seitdeml KAKA Doppelsinnig. Sie: Sag', Emil, ein Mann, der eine Frau zu viel hat, ist doch ein Bigamist, nicht wahr? Er: Nicht immerl KAAK Moderne Erkennungszeichen. Handwerksbursche (der sich verirrt hat): Ha, Blutspuren und Bengin geruch! Da muß also eine Landstraße in allernächster Nähe sein! KXA Zweierlei Schlußfolgerungen. Sie: Sieh nur mal, Walter, wie be-- sorgt Herr Müller um seine Frau ist. Er hält den Schirm so über sie, daß er selbst dabei ganz naß wird. Daran erkennt man gleich, wie lieb der seine Frau haben mußz! Er: Unsinn, Käthe! Dem graut bloß vor der Höhe der Putzmacher- Rechnung, wenn der Hut seiner Frau naß wird. KKA Guter Trost. Richter (zum Zeugen): Wenn Sie bei Ihrer Weigerung, die Zeugenaus—- sagen abzugeben, beharren, so müssen Sie sich die Folgen selbst zuschreiben. Zeuge: Ich kann ja gar nicht schreiben! KX A Durchschaut. Das silberhelle Lachen meiner Braut hat es mir angethan. Nicht auch das Gold des Vaters? KXA Gründlich. Hausfrau: Du kannst das Frühstück abtragen, Christine und Dich dann mit den Kindern beschäftigen. Ich werde nur bis zur nächsten Straße gehen, um mir ein Kleid anzuprobieren. Mädchen: Soll ich aufbleiben, Ma— dame, oder wollen Sie lieber den Hausschlüssel mitnehmen? AK 3 A Unbestreitbar. Geschichtsprofessor: Was, glauben Sie, wäre geschehen, wenn Wallen— stein nicht ermordet worden wäre? Student: Ich glaube, er wäre später doch gestorben! KX A O diese Dienstboten. Dame (zum neuen Dienstmädchen): Kathi, wir geben morgen einen Ball, und ich erwarte, daß Du tüchtig mit— hilfst und Dich überall nützlich machst. Dienstmädchen: Jawohl, aber das sage ich Ihnen schon im Voraus: ich bin eine schlechte Tänzerin. 7 uunsere Kinder. Mutter (zum siebenjährigen Töch terchen): Leg' doch die Zeitung weg, Du verstehst doch nichts davon! Kind: Gleich, Mama, ich will nur erst noch die Familiennachrichten lesen. KKA Der lluge Willy. Onkel Theo ist sehr eitel Von der Zehe bis zum Scheitel, Weil er reich an Gut und Geld, Sagt man stets was ihm gefällt. Sollt er unbeweibt einst sterben, Hoffen Happich's viel zu exben, Alles thun sie, ihm zu schmeicheln, Sein geliebtes Ich zu streicheln. „Willh“, sagt Mama, „mein Fisch. Onkel, der kommt heut' zu Tisch, Sei mir ja kein kleines Schaf. Nein, recht zärtlich, klug und bravl“ Wenn man Kinder so ermahnt, Kommt stets etwas ungeahnt. Willy will sein Brod nicht essen, Onkel Theo spricht gemessen, Doch vor innerer Extase Glüht ihm die Burgundernase: „Lieber Junge, trocken Brod Macht Dir Deine Wangen rothl Willy sieht den strengen Mann Eine Weile forschend an, Dann kommt er zu ihm gehupft: „Du hast wohl viel Brod geschnupft?“ 7 Unzurechnungsfähig. NRichter: Sie sind beschuldigt, den Herin Registrator Heftchen nachtlicher Weise überfallen und ihn nicht nur seines Geldes, sondern auch seiner Werthsachen bis auf einen kleinen Brillantring beraubt zu haben. Was haben Sie darauf zu erwidern? Gefangener: Ich leugne die That nicht, aber ich habe ste im Zustande der Ungzurechnungsfähigteit begangen. Richter: Womit wollen Sie das be weisen? Gefangener: Beweisen? Das liegt doch' klar auf der Hand. Hätte ich meine fünf Sinne beisammen gehabt, dann wäre mir der Brillantring, und wenn er noch so klein war, sicher nicht entgangen! KAK Zerstreut. Eine Compagnie ist zum Turnen angetreten. Hauptmann (zum Leutnant d. R.— Candidat der Philosophie): Herr Leutnant, wollen Sie, bitte, abrücken! Leutnant: Zu Befehl, Herr Haupt—- mann! (Zur Compagnie): Stillge— standen! Das Gewehr über! “Hauptmann: Ich bitte Sie, Herr Leutnant, die Mannschaften haben ja keine Gewehre mit! Leutnant: Contremandiertl Ge— wehr abl KKA Wir Köl'sche unter uns. Neres: Sag' Kobes ich hann en god Idee, wat hälls Do dovun? Solle mer nit em „Reichsdag dä Andrang en— brenge, dat et em Johr 365 Fihrdäg gevve? Kobes: Dat maachen ich nit met, da göhv alle vier Johr jo immer noch ne Arbeidsdag! KXKA Unbestimmt. Lehrer: Nun, Möritz, Dein Vater ist ja Materialwaarenhändler, da wirst Du mir wohl sagen können, wie viel Neulot auf das Pfund gehen! Moritz: Das ist ünbestimmt. Lehrer: Unbestimmt? Wieso? Moritz: Nu, es kommt doch ganz drauf an, wie mei Vater wiegen thut. KHKA Der alte und der junge Fuchs. Onkel: Glaubst Du an Träume? Neffe (Student)? Ach was Träume sind Schäume. Onkel: Na, da hab ich umsonst Angst ausgestanden. Du erschienst mir nämlich im Traume mit der Bitte um 100 Mark.. Neffe: Hier siehst Du's gleich wie— der, wie Träume trügen, ich brauche nämlich 250 Mark von Dir. 17— Nicht ans der Fassung zu bringen. Der kurzsichtige Herr Sekretär (bei einer Soire): Da sitzt ja auch der alte Herr Regierungsrath Spinnweber, sieh' nur, liebe Laura, wie sein silber weißes Haar glänzgzt. Frau: Aber Mann, ich bitte Dich, der hat ja eine vollständige Glatze! Mann: Na, da glänzen seine Haare eben durch Abwesenheit! AFKAKA Abwehr. Braut: Nicht wahr, Paul, wir fah— ren einmal per Automobil zum Standesamt? Bräutigam: Nun, nun, mein Schatz/ so eilt das nicht! KXNA Entschuldigung. Richter: Nicht weniger als zwölf Ueberzieher haben Sie in zwei Mo— naten gestohlen! Angeklagter: Das war auch ein strenger Winter, Herr Richter! K A Fasten-Dispens. Feldwebel: Müller, Sie wollen schon wieder nach Hause? Was ist denn los? Müller: Meine Schwester hat Hochzeit. Feldwebel: Daß Sie mir aber solid zurüctktommen. Und auf die jetzige Fastenzeit brauchen Sie meinethalben beim Schweineschlachten keine Rücksicht zu nehmen. KXA Ein Zeitbild. Fremder (während des Essens): Gibt's denn heute kein Fleisch? Wirth: O doch aber erst zum Schluß als Dessert! A 3 K Bedauer llich. ne Schande, daß ich keinen Grbonkel habe. dlch bin wie geboren zum Neffen! 3 K2A Schlaunieier. Wirth: Marie drehn's a biss'l das Gas ab, das Bier ist heut' trüb. 1— 5 1 —l% -:2 7 2 —4—— —7 x A— A H 57 2 018 X

222 7 12 114 1— ajtliel Candwirthse eo

n Farmer-Lied. (Nach dem alten Volkslied: „Auf und an, spannt den Hahn.“) Frischer Muth. lustig Blut, Steht dem freien Farmer gut, Seine Welt ist das Feld, Fröhlich er's bestellt. Noth und Grillen kennt er nicht. Thut stets treulich seine Pflicht; Er lebt frei, ohne Scheu, Liebt die Farmerei! Frühlingszeit bringt ihm Freud'. Er macht seinen Pflug bereit. Pflügt und säet früh und spät, Schnell die Zeit vergeht. Und ktehrt er am Abend heim, Grüßt er froh die Lieben sein. Nach dem Schmaus ruht er aus, Friede herrscht im Haus. Sommer heiß, bringt viel Schweiß, Wie ein jeder Farmer weiß. Guter Muth, breiter Hut, Schützt vor Sonnengluth. Färbt der Weizen golden sich, Mäht der Farmer froh und frisch, Nebenbei macht er Heu, Arbeit't ohne Scheu. Sommer hin, Schwalben zieh'n, Herbst zahlt ireulich sein Gewinn, Baum und Feld bringt ihm Geld, Dies ihn wohlgefällt. Für den Winter sorgt er frisch, Haus und Keller füllen sich, Warmes Kleid für den Leib Schafft er sich bei Zeit. Winterzeit bringt viel Leid, Doch dem Farmer bringt sie Freud', In dem Haus ruht er aus, Schneit und friert es draus; Wenn er etwas nöthig hat, Fährt er nach der nächsten Stadt, Kauft dort ein, trinkt auch Wein, Fröhlich tehrt er heim. Froh und frei, gut und treu, Stets der wack're Farmer sei, Fest sein Wort. Gott sein Hort, Furcht an leinem Ort. Auch sein neues Vaterland Liebe er mit Herz und Hand, Und zum Streit stets bereit, Wenn die Pflicht gebeut. Recht und forei, gut und treu, Sei die edle Farmerei, Ehret sie, achtet sie Und vergesset nie, Daß der edle Farmerstand Treu ernährt das ganze Land, Darum frei, die Farmerei, Stets gepriesen seil Arsenik gegen Schweine-Cholera. Der „Landmann“ von Milwaukee brachte in seiner lezten Nummer nach folgendes Mittel gegen die von den Farmern so gefürchtete Schweine--Cho—- lera, welches von einem Farmer, Na— mens S. W. Wharton in Woodbury, Tenn., im „Farm Progreß“ „mitge theilt“ wurde. Es heißt da: „Zwei Jahre lang erlitt ich Verluste infolge der Schweine Cholera, und ich be— nutzte während dieser Zeit allerlei Mittel. aber ohne Erfolg. Ich hatte eine Anzahl von jungen Schweinen, die durchschnittlich ein Gewicht von 60 Pfund hatten, und alle an der Cho— lera erkrankt waren. Durch dieses Mittel eurirte ich sie alle, dazu curirte ich noch ein drei Wochen altes Ferkel, welches die Cholera hatte, indem ich der Sau das Mittel eingab. „Jungen Schweinen gebe man drei Gran Arsenik (3 grains arsenie), erwachsenen Schweinen dagegen fünf Gran. Man erhält das Mittel in irgend einer Apotheke, und irgend ein Apotheker kann es in Dosen einthei— len. Man macht einen Teig aus drei Theilen Maismehl und 1 Theil Wei— zenmehl, das man mit Wasser anrührt. Den Teig backt man halbwegs, oder so lange, bis er halb gebacken ist, dann macht man kleine Kugeln, finger dick und rund. schneidet sie dann auf, schiebt das Gift (Arsenik) hinein und drückt den GEinschnitt aut zu, so daß das Gift nicht hinausfällt. JFedem Schweine gibt man eine Kugel. „Man gibt den Schweinen zwei Mal in der Woche dieses Mittel ein, bis sie curirt sind, und dann ab und zu, um der Krankheit vorzubeugen. Bekommt ein Schwein mehr Gift als nothwendig ist, so schadet dies nicht, nur wird das Thier sich erbrechen. Das Mittel wurde mir von einem Arzt empfohlen, der eine langsährige Erfahrung hatte. „Das Gift (Arsenik) sollte man in einer gut verkorkten Flasche und mit der größten Vorsicht aufbewah— ren und handhaben, denn es ist ein höchst gefährliches Gift. Lassen die Schweine etwas von der Kugel aus dem Maule fallen, so hebe man es auf und verbrenne es, damit andere Thiere es nicht fressen. „Arsenit hat lkeine Wirkung, wenn man es in's Sauffutter mischt, denn es ist so schwer. daß es auf den Boden des Troges sinkt und nicht von den Schweinen gefressen wird.“ Es ist im Interesse der gesammten Farmer, daß die empfohlenen Mittel geprüft werden. Dieselben kosten wenig; wenn sie aber jene Wirkung haben, die Herr Wharton ihnen zu—- schreibt, so sind sie mit Geld nicht zu bezahlen. Rationelle Hühnerzucht. Gerade so wie zum Kriegführen, wenigstens nach dem Rezept des alten Montecuculi, gehört auch zum Hühnerzüchten in erster, in zweiter und in dritter Linie Geld. Mit der Beschafsung eines Stammes Zucht—- hühner ijt es nicht gethan. Da muß für Futiter und brauchbare Ställe ge— sorgt werden. Beim Einkauf des Zuchtviehs sollte man zu atllerletzt svyaren. Gute Waare steht hoch im Preis. Aber das gefiederte Völkchen. das der angethende Hühnerzüchter triumphierend in seinen Hühnerpa— last führt, bildet die Grundlage des ganzen Geschäftes, und man muß dabei auch bedenten, daß es sich nur um eine einmalige Ausgabe handelt. Erheblich kostspieliger stellt sich schon die Wohnungsfrage. Es klingt wie ein Scherz, wenn wir von einem Hühnerpalast sprechen. Aber wahr—- haftig. in Tenements lassen sich wohl Menschen, aber keine Hühner züch ten. Hühner verlangen Luft und Licht, wenn sie gedeihen sollen, und ein übervöltkerter Hühnerstall kann zur Grabstätte des ganzen Unterneh— mens werden. Die Erbauung geeigneter Wohn— stätten für das gefiederte Volk ist also eine unerläßliche Vorbedingung für den Erfolg. Auch nach dieser Richtung hin darf nicht gespart wer— den. Mit dem Wachsen des Geschäf— tes tritt an den Züchter die Nothwen— digkeit heran, immer neue Ställe zu errichten, bis die Grenze, die er sich gezogen hat, erreicht ist. Damit sind dann die Ausgaben für das Unter— bringen des Geflügels erledigt, und man wird nur noch einen bestimmten Satz für Reparaturen auf das jähr— liche Unkosten-Conto setzen müssen. Die Anschaffung des Futler- da gegen gehört zu den laufenden Aus— gaben. Mit dem Wachsen des Ge— schäftes gehen auch die Futterkosten gewaltig in die Höhe. Das Alles sollte in Betracht gezogen werden, wenn man mit der Hühnerzucht be— ginnt. Außerdem aber ist zu berück sichtigen, daß keineswegs auf eine so— fortige Rentabilität zu rechnen ist. Es dauert Monate, ehe die ersten Einnahmen ergielt werden, und Jahr und Tag vergeht, ehe ein kleiner Ueberschuß erwartet werden kann. Wer also mit dem Hühnerzüchten be— innt, sollte fr wenigstens zwei gunt neben dem sorgfältig kalku lierten Kapital für das Geschäft, auch noch genügend Mittel für den Le— bensunterhalt zur Verfügung haben. Unter allen Umständen ist es zu empfehlen, wie so vieles Andere im Leben, auch die Geflügelzucht in klei— nem Maßstabe zu beginnen. Das hat nur den einzigen Nachtheil, daß die Einnahmen etivas länger auf si warten lassen. Denn naturgemäß wird man in der ersten Zeit den Er trag an Eiern behalten müssen, um sie zum Brüten zu verwenden, und was an brauchbarem Hühner-Mate rial erzielt wird, ist dem Zuchthüh— nerstanmm anzugliedern. Erst wenn man dann diesenige Zahl an Zucht—- hühnern erreicht hat, mit der das Geschäft in rentabler Weise geführt werden kann, darf man an eine Pro duktion für den Markt denken. Da—- durch daß er aus kleinen Anfangen sein Geschäft mit sicherer Hand zu dem erstrebten Höhepunkt führte, hat er auch seinen Befähigungs-Nachweis für das Geflügelzüchten an sich er— bracht. Er und sein Können sind mit der Aufgabe, die er sich gestellt hatte, gewachsen und haben die Probe be— standen. Eignet er sich aber zum Ge—- flügelzüchter nicht, so tritt das zeitig genug zu tage, um es ihm zu ermög—- lichen, das Geschäft wieder aufzuge— ben, ehe er sein ganzes Kapital da— rin verpulvert hat. Das Risiko, das er läuft, wenn er in großem Maß-! stabe beginnt und sein ganzes Geld gleich zu Anbeginn in das Unterneh— men steckt, ist also jedenfalls erheb— lich größer, als dasjenige. das ihm aus einem Anfang in bescheidenen Grenzen erwächst. Agricola. N. J. R. Neue Farm-Methoden sind oft besser als die alten, allein nie sollte man eine der alten Methoden auf— geben, ehe man sich ganz davon über— zeugt hat, daß die neue ihr wirklich überlegen ist. Zeitung fanden wir dieser Tage un— mittelbar neben einander zwei neue Hafer-Sorten angezeigt: „Roose— velt- Hafer“ und „Kaiser Wilhelm Hafer“. Da nun doch einmal die schöne Sitte, neuen Produkten berühmte Namen beizu—- legen, sich bei uns einzubürgern be— ginnt, dürfte man in Bälde von Hughes Rosinen, Taft Kartoffeln, Cannon Dickrüben, Foraker Kohl, perennierender Hearst Petersilie, Bryan Pflaumen, Johnson-Lemons jund ähnlichen Dingen lesen. Nnsere... Ben Mar 1 und Thorn icK Whiskies... werden auf ihren Werth hin yerlauit. Ber—- suchen Sie dieselden. Rhomhers Bros. Co. DISTRIBUTORS. DR. COLE. Osteopath... Beide Telephone. Altes: Ossice 1282 I. Altes: Wohuung 1385 I. Neues: Office 173. Sank and Insurance Suilding. DUBUQUE, einrien 1. BRecker., Kohlen und Holz. Office: 620 Jowa Str. Dubuque, Jowa. Beide Telephoue 105. Byrne Bros. Iransfer Co. werden Ihren Koffer nach irgend einem Theile der Stadt für 25 Cents abliesern. Beide Phones. JAMES A. HAXN ES, Versicherungs:Agent. n; derr arrt trder unmene blr Datota und Nebrask Ländereien. Anleihen aul Farmen. Grundeigenthum gelauft und verkaust. 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