Freie Presse Für Texas (San Antonio, Tex.)
September 25, 1912
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DiekTågcichc «fkeie Presse km- tem« erscheint mit Ausnahme des Sonntags und kostet 88.00 für das Jahr oder s2.00 für 3 Monat-· Die Wöchentliche «freie Presse fiir kenn-« erscheint jeden Mittwoch und kostet s2.00 für das Jahr-. Tägliche Ausgabe. Jahrgang 48. Sau Antoniu, Mittwoch m ZESmepber 1912..».«.» Nummer MUS Buntes Ullerlci aus Deutschland-. Aus Pottendorf wird gemeldet: Unter ganz eigentümlichen Umstän den hat hier ein junger Mann aus Wien seinem Leben ein Ende zu ma chen versucht. Der 22-jährig-e Konto rist Johann Rusiczka unterhielt sich im Hotel Schitzhofer in größerer Ge sellschaft Er setzte sich an das Klas vier, spielte und sang vortrefflich und unterhielt so die ganze Gesellschaft Um 12 Uhr nachts zog Rusiczka, wäh-? rend er am Klavier spielte, einen Re volver aus der Tasche und sagte sich eine Kugel in die linke Brustseite «Man bettete den Verletzten auf einen Tisch. Er sprang aber aus« setzte sich mit blutender Brustwunde an das Klavier und sang, sich am Klavier be gleitend, das Lied: »Morgenrot, Morgenrot, leuchtest mir zum frühen Tod!« Als der Vers verklungen, verfiel Rusiczka in Bewußtlofigkeit Sein Zustand ist lebensgefährlich Es verlautet, daß Rusiczka die Tat we gen eines Fehltrittes begangen hat. Aus Heidelberg wird gemeldet: Die Bewohner des alten Stiftschluf fes Neuburg sind in tiefe Trauer vers seht worden. Der achtjährige Sohn des Schloßbesitzers Freiherrn Ale xander v. Bernus wurde erhängt auf gesunden. Er hing im altertumlichen Gleckensaal an der Klinke einer gre sen schweren Tür an seinem Taschen euch. Die sofort angestellten Wieder «belebungsversuche blieben erfolglos-. Allem Anschein nach handelt es sich um einen Unglücksfall Das Kind Hatte nachmittags ,,Gefangener« ge ,sich wahrscheinlich selbst das Te tuch um den Hals gebunden und dann an der Türklinke befestigt In diesem Augenblick muß die schwe re Tür ausgegangen sein und den Knaben, der,aus einem Podest stand, herunter-gerissen haben, so daß er frei inderLuft schwebte und den Tod fand Jn Kraagen bei Ruppin fand eine große Bauernhochzeit statt Tis Trauung sollte um 2 Uhr stattfinden. Schon lange vorher war die kleine Dvrfkirche überstillt Pünktlich unt p2 Uhr erschien das Brautpaar. Der Kmktor begann sein Spiel aufs der Orgel, die Gemeindebeendete ihren Gesang, doch wer nicht erschien, war deePastoy Man wartetexungednb »dig. TFijr »das Brauxpaar wurden Stifhle geheilt, damit es sich setzen: ,kotmte.- Die-zahlreich geladenen Gä ste festen sich ausf die Treppcnitufen Der Manier begann«sein, Spjel aqu 7neue nnd dieGeineinde fing dass Lied spendet-ne an, doch wer immer noch i nicht kam, war der Pfarrer. Was i ·kui,i2 Ein Radfuhrer ivurde«11achl .Ren-Ruppin gesandt. Inzwischen was-den Gästen die Zeit recht lkma geworden. Da endlich tut sichs »die-J Tür auf nnd der Geistliche erscheint i vollständig atemlos« Das Paar wird i schnell getraut. Noch schneller leertj sich die Kirche nndwird verschlossen MS das.neuvermählte.Paar an der l Tafel sitzt, bemerkt man, daß aber smals«« der Pastdif fehlt· «Wiederunc jeht das Suchen los, sund wo· wird der- Paitorsgefunme« Jn der Sa· J .kkiftei, Dort hatte man ihn bei den: »:eil’sgefii Verlassen der Kirche- einge j Zuniachten Male nicht bestä tigt wurde die Wahl eines Gemeinde-s sit-» hetszder Gemeinde Scherrebeck bei ndern: Seit dem Jahre 1907 hst die Gemeinde «kein ,Oberha"upt, Cum stets wurde der Wahl die erfor Gedicht-« Genehmigung der Aufsichts behörde ohne« Angabe der Gründe Wi; LDie dagegen erhobenen Bo schwerden wurden vom Kreisausfchufz seen-gewiesen- Jetzt rüstet sich die Winde zur-nennten Wahl. Wel ches Geschick diese haben wird, bleibt Der Römerkanal bei Weingar ten in der Eifel soll nach einer Ver einher-uns der beiden Ortsgruppen Saht-en- Wachendors und Euskirchen des Eifelvereins demnächst an eimr Stelle so in Stand gesetzt werden, daß das interessante alte und zum Teil sehr gut erhaltene Bauwerk von den zahlreichen Ausslüglern und Tom-isten- die durch Weingarten kom men, bequem besichtigt werden kann. "Der Anfang des 70 Kilometer langen Käf-als, der die römischen Festungcn Mit und Neusz mit frischem Quell wasser versorgte, ist mit der Haupt quelle im Tal der Urft Czwischen den malerisch gelegenenEiseldörsern IM fetsheim und Urst) vom Düsseldorsor Eiselnetein angekauft worden, um dieses Wessante Bauwerk dauernd vor Zerstörung zu sichern s«--- Eine besondere Verfügung des «-pteußischen Unterrichtsministergå rich tet sich gegen das Poren Wegen ei nes einzelnen Falles machte der Mi nister daraus aufmerksam daß diese Fertigkeit nicht szu den lehrplanmäßj gen Uebunqu des Turnunterrichts JW Eine Unterweisung hierin ist sogar unstatthaft. Ebensowenig darf das Noren der Schüler in den Räumen und auf den Plätzen der Schule geduldet werden. Bei dieser Gelegenheit erwähnt der Minister-, daß mehrfach beobachtet worden ist, wie einzelne Schüler sich zu übermä ßiger Anspannung ihrer jugendlichen Kräfte beim Turnen, Spielen oder Sport hinreißen lassen, um andere durch ihre Leistungen zu übertreffen Derartige Uebertreibungen können zu ernstlicher Schädigung der Gesundheit und zu Störungen der gesammteu Entwicklung des Körpers führen. Es liegt auch die Gefahr vor, weitere Kreise gegen turnerische und sportli che Betätigung überhaupt bedenklich und mistrauisch zu machen. Solchen Auswüchsen müssen deshalb alle Freunde gesunder Leibesübungen, vor allem Turnlehrer und-s Spielleiter, nachdrücklich entgegentreten. Jn Mühlbach, in Tirol, wurde dieser Tage die Leiche des Kanzlisten Leinberger bestattet, der sich auf einer Tour mit dem Gynmasiasten Bargezi aus Salzburg auf den Hochkönig im Dezember vorigen Jahr-es verstiegen hatte. Zwei Münchener Touristen hatten kürzlich in einer Höhe don— 2800 Meter einen Skier und in einer mit Schnee gefüllten Felsspalte die Leichen der beiden Touristen gefun den Jn den Rucksäcken wurde keiner-; lei Nahrung Vorgefnndem so Riß man annimmt, daß die beiden Touri sien buchstäblich verhungert sind Sie. gerieten in eine etwa 05 Meter tiefe; Felsspalte und dürften dort noch zwei bis drei Tage gelebt haben. Aus Brieer, die sich in den Rucksäckcn vor fanden, geht hervor, daß sie mit vol-s ler Gewißheit den Tod vor Augen hatten, und zwar schreibt Bargezi unter anderem: »Leinberger kann nicht mehr weiter schreiben, weil sei-i ne Hände kerfroren sind.« Weiter geht aus den Briefen hervor, daß sie den Entschluß gefaßt Mitten, sich dic Pulsvdern zu öffnen, um früher voni ihren« Leiden erlöst zu sein, doch scheis terte die Ausführung dieses Planes, da ihnen bereits die Kraft dazu man ;gelte Die iLeiche Bargezis wurde Inach Salzburg zur Beerdigung ge sbwracht Auf einem der letzten Wochen märkte in der schlesischen Weinbaus ftadt Griinberg hat sich eine Revolte der Hausfrauen wegen der hohen Vutterpreise abgespie1t. Den Preis non t. 65 Mark für das« Pfund wos ten die- Hausfrauen nicht mehr. be zahlen und kamen überein, den But termarkt zu boykottieren Als die Verkäufer an dem Preise festhielten jpielten sich erregte Szenen ab, und es kam zu einem regelrechten An griff, bei dem der gegen früher zu doppelten Preisen angekaufte Toper als Wurfgeschoß den Handels-stauen in"5 Gesicht geschleudert wurde. Schließlich wurde die .C«rregung so groß, dasz die Polizei einschreiten mußte. j— Ausfliigker, die unlängst in der Nacht- mit dem letzten Zug das Müglitztal bei Leipzig passierten, er lebten,·so erzählen die Leipz. N. N.«, hinter der« Station Weesenftein ein höchst gmüsantes Abenteuer. Die Lokomotive des Zügle dampfte lustig darauslos, als sie aus einmal einen sSchreck bekam, der ihr in alle Glie jder fuhr.; Vor ihr Tag quer über den Schienen ausgestreckt ein Mann. Je denfalls wollte der Lebensmüdeshier hinter sein Dasein den Schlußpunki. setzen.’« Aber die batmherzige Lokosj »motive- tat ihm den Gefallen nicht« sondernstand sofort mit einem tüch-: tigen Ruck still- Die Passagiere wur-« den so durcheinander geschiittebi daß sie sogleich mit den Köpfen zum Fen ster hinausfahren und zitternd frag ten, was denn eigentlich Schreckliches passiert sei. Einige Beherzte hatten sich inzwischen an das Hindernis ge macht und entdeckten da, daß der Selbftmordkandidat nicht nur nicht an allen Gliedern zitterte, sondexn fewek Zufriedenheit mit allen irdi schen Dingen dadurch Ausdruck gab, pß er kräftig schnarchte Das Stau nen der herbeigeeilten Passagiere wuchs aber noch mehr, als man beim Schein einer Laterne erkannte, daf; der Siebenschläfer der Nachtwäch ter des benachbarten Dorfes war. Aus Koburg meidet man: Seit zwei Jahren wurden hier fortgesetzt »Wer-fette Gesundheit. Balken Siede- Systrmin vollständiger kdnnng durch gelenenilicheu Gebrauch von TuiW Leber-Willen Dieselben re Inliren die Eingeweide und verlchhssen einen kräftian Körper. Für Kopfschmeriem Biliositiii. Mala rias Unverdaulichkeii and ähnliche Lei den, ein positiveg Heilmittel JUIPS Leber PILLM Damen der wolhabenden Kreise durch anonhme Briefe belästigt Es wur den ihnen darin die unflätigstmi Dinge gesagt und ihnen die schwer sten sittlichen Verfehlungen zum Vor-— wurf gemacht. Verschiedentlich wur den auch Ehegatten gegenseitig be schuldigt. Nun ist es der Polizei ge lungen, den Briefschreiber in der Person des 65 Jahre alten Schuh machermeisters Johann Kempf zu übermitteln und zu überführe11. Kempf gab bei seiner Vernehmung auf Befragen an, die anonyme Brief schreiberei sei ihm eine fixe Jdee Schon im vorigen Jahr hat eine glei che Angelegenheit hier-viel Staub aufgewirbelt. Richard Strauß hat an den jWiener Korrespondenten des Ham Iburger Fremdenblattes Lndswig Kar »path einen Brief gerichtet, worin er Ffich gegen das allgemeine Wahlrecht lausspricht Der Brief hat in Deutschland viel böer Blut gemacht und Leo Leipziger fiozzelt in feinem ,,Roland von Berlin« den Dichter der Salome fo: TMein Richard, nur mit tiefem Jrame Jrejf’- ick heut’ in den Tintentopp: Denn eenen Vogel hat dein Name-, Und eenens hafte noch im Kupp! Jresif’ weiter in de Notenkifte, Bejlück’ de Menschheit mit Musik Doch laß, jeliebter Komponiste, De Pfoten von de Politik! Längft ftehfte da in vollem Jlanze, "—,Befonders in Berlin W. W. »—ss» Se schwärmen von dem Schiebetanze Der ollen braven Salome. I Nu utzt dir jeder Journalifte Von wegen deinem Unjefchick. Drum laß, jeliebter Komponiste De Pfoten von de Politik! Verton’ det Lieben von zwee Soelen,; Wo uns een breites Bett erfrischt, f Dbch von det ,,Alljemeine Wäblen«,! Verftehfte wirklich reene nifcht Fall’ ssniemals wieder von’s Gerüfte, Von so wat halte dir zurück, Drum laß, jeliebterz Komponiste, De Pfoten von ..de Politik! Dem Winzer MayeriLöhnerts aus- Trier zog vor drei Jahren ein Unbekannter Nachts aus fünf Fu dern 1908er Weinen die Zapfen her aus, sodaß ihm ein Schaden von 2625 Mark entstand. Vor einigei Zeit gab die Nachbarin Kyllburxn die sich mit ihrem Sohn übermorer hat te, an, dieser sei der Täter gewesen. Jüngst stand Kyllburg wegen vor iätzlicher Sachbeschädigung vor der Straf-kommen Seine Mutter hielt die von zahlreichen Zeugen unter stützten Beschuldigungen aufrecht. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die unglaubliche gemeine Hand lungsweise des Angeklagten auf die höchst zulässige-Strafe von zwei Jah ren Gefängnis. Da Kyllburg »vor 3 Jahren als Zeuge unter seinem Eid erklärt hat, er wisse-nicht« wer der Täter«sei, wird ersieh jetzt auch noch »wegen Meineids Zu verantworten ha ben. Jn hochberziger Weise hat der Herzog von Cumberland allen den jenigen seinen Dank abgestattet, die anläßlich des schweren Automobiluns glücks am 20« Mai d. J» durch das bekanntlich Herzog Georg Wilhelm mit seinem treuen Diener fein Leben einbüßte, Hilfe nnd Teilnahme be kundet hatten. Der Kirche in Nackel wurden 3000 Mark überwiesen, dem Kriegerbund und Landwehrverein in Nackel 500·Mark, dem Jungfrau enverein Nackel 300 Mart. Pastor Wolfram und Lehrer Nebert erhiel ten Bilder des Verstorbenen und alle in besonderer Weise Beteiligten kost bare Andenken Dem Gesangverem Friesack wurden 300 Mark angewie sen und »dem Bürgermeister von «Friesack, Baß, wurde eine kostbare JBusennadet mit den Anfangsbnchsta Eben des Prinzen übersandt Ansl schließend hieran sei erwähnt, daßi der Gedenksiein für den verunglücdss lten Prinzen in Gestalt eines etwa iMeter hohen Obelisken aus grauem, schlesischem Granit ausgeführt wird Für die Gedenktasel in der Kirche in Nackel,’in der der Prinz aufgebahrt worden war, ist weißer Carraramar-" mor gewählt worden· Kürzlich ging· die Nachricht durch die Presse, der humorbegabte Dichter Johannes Trajan sei anläfzs lich seines 75. Geburtstag-Z zum Eh renbürger der Gemeinde Winkel dem seuchtfröhlichen Weinort, der uns den »Winkler Hasensprung« be icheerte, ernannt worden. Dem Be richterstatter, der diese Nachricht ver breitete-, ist dabei leider ein unfrei williger Scherz passiert; es handelt sich bei- der Gemeinde Winkel keines wegs um den bekannten Ort im res bengesegneten Rheingau, sondern um ein ganz anderes »Winkel«. Die Allgemeine Zeitung in Ehemnitz —I weiß über jenen anderen freundlichen Erdenwinkel folgendes mitzuteilen: Johannes Trojan, der hinnorbegabte Sänger und Dichter, dem man zum fünfundsiebzigsten Wisegenfest all überall in Deutschland’s Gauen Zei chen der Liebe und Verehrung zuteil zwerden ließ, wurde, fo berichtet ein Zeitungstelegramm, außer zum Dr. honoris «causa, auch zum Ehrenbür ger der Gemeinde Winkel ernannt; daran knüpfte der Bekichterstatter folgenden sinnigen Kommentar-: »Die Stadt-« des »Winkeler Hasen sprunges« im rebengesegneten Rhein gau hat den beliebten Sänger dek Weines" zu ihrem Ehrenbürger er nannt. Diese seltene Auszeichnung ist von dem Wunsche begleitet, dasj der neue Ehrenbürger noch viele Jahre in-bester Gesundheit verleben möge, damit er die altmeisterliche Statthalterschaft des Humors in Deutschland sin Behaglichkeit und Treue weiter ausüben könne, und daß ihn der mächtige Baumeister al ler Welten weiter als Psalmisten des Traubenblutes und Dozenten der Kellergewächse mit seiner Weiß- und Rotheit betraue, um weiter ein Freund von Lachen und deshalb auch von Weinen zu bleiben«. Johannes Trajan mag lächelnd das alles gele sen haben, aber noch erstaunten darob wol die ehrsamen Stadtväter oder vielmehr Gemeindeväter von Winkel. Jst doch nicht in einer dei- stimmt-i chen Gemeinderatssitzungen der Br schlusz gefaßt worden, den Dichter zum Ehrenbiirger zu ernennen, was man freilich ganz gerne getan haben würde, hätte man· nur daran ge dacht. Es verhält sich älso etwas anders mit jenerifeuchtfröhlichen Eh rung Trojans. Wol ward er zum Ehrenbürgerineister ernannt, wol auch von der Gemeinde »Winkel« aber ein anderer »Wiukel« ist’-:·s nur wenigen seuchtsrölslichen Ge sellen in Deutschlands Gauen wolbek konnt und vertraut, aber·ouf keiner Geographiekarte ver-zeichnet Dieses oder viel mehr dieser Winkel liegt zwar im Herzen Deutschlands, oder doch weltabgeschieden, inmitten ei nes Gewirres qualmender Schlote und Essen ein lauschiges, liebli ches Plätzchen. Jn Chenmitz haus sen sie, die-seuchtfröhlichen ,,Wint" ler«. Ein kleiner-Kreis aiifrechter, freier Männer aller Berufe ist’s, Ae sich« in jenem lauschigen Winkel in-« mitten des Höusermeeres der Groß stadt zu. einer Gemeinde zusammen geschlossen haben, die nach ihrer »Verfassung« sein soll eine Pslegstäts te deutschen Wesens-, deutschen Hu mors und der Kunst, natürlichen Humor geschickt mit dem Besprechen der Tagesereignisse der großen und kleinen Welt lzu verqnicken, eine Stätte, wo Politik und Wissenschaft Technik, Industrie, Handel, Gewer be und Weltweisheit gesichtet und beurteilt wird von der stolzenHöhe der Unveranttvortlichkeit Der Has: mor aber, der als ein wesentlichen Lebensverlängerungss und Lebens-; verschönerungsfaktor angesehen ..wird,! soll besonders gepflegt werden. Jn der glücklichen Gemeinde Winkel, wo» man keine S euern zu zahlens braucht, regiert ein Schnltheiß, nn-J terstützt Von Gemeinderäten undi Gemeindeältesten, einM Ortsrichters ist da, zu halte-n gerechtes Gericht-; ein Gemeindewaisenrot. ein Ge-; meindeprüfer, der die volle Schaolej des Spottes und des Hohnes überz alles Unwahre, Ungenießbore, llnlosH gische ausgieszen muß, nnd gar man--l che andere Sinekure ist unter dcnj steigebig verliehenen Gemeindeäm-: tern vorhanden: Da giebt es einen; .,Winkel Advokaten«. einen Kunst· heirat, einen Säckelmeister, einen Stadtpfeifer, einen Gemeindechro-« nisten, einen Bälgetreter, einen Ge-( «meindebader, einen Nachtwächter,s einen auch im Leben »richtiggel)en den« Gemeindebrauer nicht zu letzt auch einen Gemeindearmenpfle ger, der Scherz mit Ernst glücklich verbindet, denn ein schöner Neben zweck der Gemeinde ist es, Gelder zu sammeln um Not zu lindern und Elend. Nebenbei sei bemerkt, daß die Gemeinde auch für schöne natio nale Zwecke Zeit, Lust und Geld hat, so erst kürzlich wieder für die Nationalflugspende. Was wir nie vergessen, sind, wie die Wissenschaft beweist,s die Dinge, die mit unsern Kinder-s jahren zusammenhängen, wie z. B.i Bucklens Arnica Salbe, womit die Mutter oder Großmutter unsere’ Brand- und Brühwunden kurierte, wie auch Schürfungen, Geschwüre, Verrenkungen, Quetschungen und Hautkrankheiten. Kuren seit 40 Jahren beweisen ihren Wert. Un J vergleichlich für Hämorrhoideih F Hühnerangen oder Geschwüre Nur s 25c in allen Apotheken —Eifenvayn «-:såhrplan. J. öl- G. N. Bahn. Ankunft-— No. 3—-Vom Norden....6.30 abends No. 5——Vom Norden 6.40 morg No. 7—-Daily Expreß Spezial, Süden. .55 morg No. 9——Local von Paleftine. .10.45 aberde No. 4—Von Mexiko 1.50 nachm No. 12-Local von Laredo (gemifcht) ..6.00 morg Abfayrt No. 4—- Na; dem Norden. .1.55 nachm. 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Ott. ’12. 80.00. weite Kajüte, Kinder vons 1 bis 12 Jahre, die Hälfte obiger-ZWEI weite Kajüte, Kinder unter einem Jahr 7.IC2« wischtndeckk Erwachsene, P age S41.00, Kop teuer 84.00, Totql Bis-M Kinder 1—·12 schre, P Ige 820.50, Kop euer s4.00, Total WLFO Kinder unter I Jahr, P ag- s 2:50s, Kop uer s4.00, Total F SU Pqssqget CALVSNOI nach III-III- »Batbarossa«, 5. Oktober 1912——— Zweite Kajüteg Oberes. Deck WHAT Unteres Promenaden Deck 880.00; Oberes Prmnenaden-Deck DIE-Mk Dritte Kajüte 839.00; Zwischendeck 837.00. Js. Alle anderen Dann-sey weite Kwüte, Winter Rate, bi- zum 30. April 1912 ICRWH Dweite Ka--üte, Sommer Rat-, voux Zo. April biegum so. Mk saoog in e 7 «,·-weite Ka üte, Kinder von 1 bis 12 Jahre, die Hälfte r W weite Kajüte, Kinder unter 1 Jahr M wi gendech Erwachsene s Ewi endeck,— Kinder von 1 bis 12 Jahre tvichendeck, Kinder unter 1 Jahr sc Wegen sonstiger Information wende man sich qn Akt-II list-IF sei netqlsAgenh quvestom Texas- oder an die nuMehenden LokWs F. 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Die »Es-wie Pre je Für Te as« hat von allen deutsch tex ni chen eitungen die stößte Abonnentemabl Die einzig taglteh erscheinend d e u t f ch e Zeitunck in Jerus. Stümmkeö Liebe. Novelle von Carl Rhon. Es giebt Menschen, die in jeder Minute ein Goldstück zu verzehren haben, die in einem schönen, raschen Automobil sitzen mit wunderweichen, roten Lederpolstern und doch ein über das andere Mal in die Hand gähnen und nicht wissen, wie sie von ihrem Gelde glücklich werden sollen. Aber es gibt auch andere, dieseglücklich wer den in ihrer arbeitsvollen Armut So wie Vater Stümmke, der ganz im Norden Berlins seinen Stiefelkeci ler hatte «Z.um Hans Sachs« stand aus dem Schilde über der Tür zum La den; das hatte Vater Stümmke selbst vor langen Jahren gemalt, in schö nen großen Buchstaben, grün auf rot; damals als in der Straße nur erst wenige Häuser standen und der Stümmke als ein junger Geselle aus der ,,Stadt«, der alten Stadt Ber lin,«indas neue Viertel gezogen war, hoffnungsfroh und arbeitslus stig. Ja, damals! Das war nun schon recht lange her, und die Zeit hatte an dem Ladenschild so viel herum gemischt, daß es nun schmutzig und verwittert dahing. Das Schild aber brauchte sich nicht zu schämen Gegenüber und nebenbei die- Häuser, die hatten auch alle solch .Wetteries Aussehen um ihre schlechte« Putzsassaden, daß man von den einstigen schön bunten roten, gel ben, grouweißen und spinatgrünen Farben nichts mehr sehen konnte-. Alle die Häuser der ganzen langen »Straße hatten so manches durchge macht in den sechsundzwanzig Jah ren, fast so viel wie die Menschen die in ihnen wohnten. Und die hatten keine Zeit, an VergangeneS zu denken, sahen wol Stümmkes Schild kaum noch an, wenn sie vor bei an dem kleinen Fenster, in dem; die große Schusterkugel mit dem trü- E ben Wasser und der Käfig mit dem springlebendigen Kanarienhahn hin gen, die acht ausgetretenen Stufen hinabschritten und die Tür öffne ten mit ihrer belfernden Ladenschel i le. mTrh bleng, bleng, bleng, eng Von seinem Schemel aus kAmteg Meister Stümmke über die ISW wegfehen Und wenn er wirklich mal den Kopf hob, das Ver witterte Gesicht lang zog und die Brauen hoch schob, um besser nach dttiten bkiiizeln zu können, dann wirtschnftete dort die Tine Petern, Jdad eilte Mädchen mit dem lustigen ssrotens Gesicht, vor ihrem Grünkramsi keller an den Körberm bediente-J hufchte die Treppen hinab, um zu; weihselm wieder hinauf, bediente wei ter, stellte dte Wetterprognose, gads nnd empfing die neuesten Nachrich- II ten der Umgegend und war so sflink und unermüdlich auf ihren Pfennigverdienst, daß es wahrhaftig! eine Lust war. Jn den stillen Ge Mitstsstunden saß sie dann am Fen- l ster oder auf dem blankweiszen Holz-s stahl draußen am Eingang, unds ein« dickey grauer Wollenstrumps -schlenkerte unter den flinken Strick nadeln hin und her und wurde zu sehens länger und länger. Manchmal, an heißen Sommerta sen, wenns dem Meister drunten zu schwül wurde, daß er die Tür; öffnete, konnte er auch Tines muntess re Stimme hören Dann- legte er. Isan-eilen sogar Hammer und Psries j men weg und sah ihr eine Weile zu. Drüben ging das wie ein Uhr-? beri: »Aber Fräuleinken, die scheenej Kohlxübe zu teuer?.. und for drei Pfennich Suppenjrien, sojarn Stück Sparjel tu ick bei aber jeviß Wie fein lenen das neie; chid steht, hab’ ich nich jleich jesj sacht: blau? Pfingsten ?Wunderscheen,j witin Jch mach nach Patsdami« Zehn Jahr war ich nich da, das letzte Mal mit Vater-n, ehe erstarb. .Ne«« rsaure Junke, bring ich jleich rauf. Wie eine Amsel, so flink war das satte Mädchen Und Vater Stümmke schmunzelte und stach vergnügt weiter sLöcher in die Stiefelsohlen und klopf ;tc weiße Holzsiiftchen hinterdrein s Die Ladenglocke klang ost bei ihm Haber er sah kaum auf Wenn man für billiges Geld die Stiefel sohlt und noch obendrein Rabattinarken giebt-—- ja diese modischen Einrich tungen dann kann man nicht bei jedem Kunden aufstehen, tiefe Ver beugung machen und nach den geehr ien »Wünschen fragen. Ein Paar Sohlen, ein Paar Absäne oder bei des, ein Riester, eine Flicknaht etwas anderes gab es nicht. Höch stens mal, daß ein ganz besonders Sparsamer ein Paar Stiefel brachte zum Vorschuhen Nur wenn er Ti nes leichten Schritt die Stufen her abklappern hörte, machte er eine Aus nahme und stand aus, wischte sich um ständlich die Hand und hielt sie ihr hin. Und Tine kam öfter mal zu ihm rüber. »Nachbar, können Sie mir nich für’n Taler Jroschen jeben, da hab’n Se wieder ’n jroßes Stück Jeld für’n Strump....« Oder da waren die Stiefel neu zu besahlen, von denen Meister Stümmke jedes Jahr ein neues Paar für sie mit besonderer Liebe machte. Einen guten Rat nahm sie jedesmal gratis mit, denn der Meister war, seitdem ihr Vater gestorben, allmählich ihr gewissenhaf ter Berater geworden; sogar ein klei nes Kapital hatte sie sich schon ge spart dank seinen guten Ratschlägen Solch junges Mädchen brau immer jemand, der für sie denkt. un hat ten die elf Jahre eigentlich schon ein altes Mädchen aus ihr gemacht. Aber das hatte Vater Stiimmke gar nicht gemerkt, für ihn war sie noch das dreiundzwanzigjährige jung-dumme Ding von damals. Und dann, ja, da kam eine Zeit, die ihm Frieden und Ruhe nahm und ihm Reue und Sorge in’s Herz grub. Einmal war sie länger als sonst bei ihm gewesen, hatte gedruckst und ge würgt, die Schürze geknisst und ge plättet und-schließlich gesagt: »Ja, nu bin ich ja woll in die Jah re.« Und Stümmke hatte erstaunt nach ihr hingesehen. »Ja, ichs hab da bei ’ne Freundin ’n jungen feinen Mann kenn’ jelert.« Na, und der gefiel ihr und sie gefiel fihnt Da möchte sie ja wol heiraten Wasær dazu meinte. Stümmke war plötzlich, als hätte ihm Jemand mit dem Pfriemen einen Stich in’s Herz gegeben. Und so laut klopfte das Ding, und jeder Klopftakt tat ihm so weh, als schlage man ihn da einen weißen Holzstist nach dem andern ein, daß er ordent lich böse dreinsah und sie anfuhr: »Von mir aus könn’ Se heiraten irken Sie wollen. ’n Braver wird-s ja woll nich sein, aber so’n Kerl-— den’s Jeld löcktl« Tine zog ein beleidigtes Gesicht-. »Nein, nein, ein feiner bra-. ver Mann is er.« Und ausgehen werde-sie mit ihm und was vom Le-: ben haben! Nicht nur so vor’m La den stehn und zu Vater Stümmke.rü bersehen. Ja, warum er denn nicht mit ihr mal ausgegangen wäre? Sie hätte immer gedacht, er würde mal Ernst machen. Dann hatte sie die Tür zugeschlm gen und sich nicht mehr umgedreht. Stümmke hatte Hammer und Pfriem und Stiefel aus der Hand ge legt. Ja, das war doch komisch; da ran hatte er nie gedacht. Wie rasch man alt wird und er schielte mit eiks nem flüchtigen Blick zur— Seite nach dem Spiegel. Narrenspossen! Aber: 24 und 11 macht 35 34 und 11 macht 45. Hm, 45 neben 35. Da hatte er mit der Faust auf den Tisch geschlagen, daß der Kanarier entsetzt einen schönen kunstvollen Rol lers mit seiner Dissonanz abbrach und ein Handwerksbursche der eben die Tür aufmachte, zurückfuhr. ,,Narrenspossen«, schrie ihn Stümmke an, und seine Augen flammten wie brennendes Pech Da hatte der Bursche schleunzgst die Tür wieder von außen zuge macht Von dem Tage an war der Meister noch wortkarger geworden Jn verbissener Wut richtete er den Blick nicht mehr nach drüben, für ihn war ja das-« alles egal. Das sagte er auch sehr energisch »der Krügern, der Portierschen«, ds ihm eines Tages das Neueste erzähl len wollte, so daß sie sich erst nach Wo chen und Wochen wieder getraute, mit ihm davon zu sprechen. Als sie ihn nämlich sand, wie er still zu dem am hellen Tage geschlossenen Laden binüberftatrte «Tjll,« sagte sie- »so is das nu, wie das is. »Aber Sie woan ja nischt von hören. Ja, richtig!« vMeister Stümke sah nicht zu ihr hin und beugte sich tief über seine Ar beit, während er mürrisch aber das wais gar nicht mehr grob brummte: »Mag sie doch heiraten, wen sie will. ,,Heiraten lachte die Frau, »dri) dir-lieber, mein Jotti Den Schwind ler! Das Jeld hat er nur ja all- wech un da hat er ihr sitzen lassen- heidi, fort in die weite Welt, nach Amerika oder so. Ja, ja, det arme Meechen, aber, wenn man wer weiß wie hoch hinaus willi Un nu haben sie ihr nich mal sterben lasse-i und sie aus’ni M wieder rausgezogen Vater Stummke fass-ganz still. Nur die Hands die seh um den Schusterham mer Oallttz iitterte ein wenig Er blickte nicht mal auf und frag-— te ganz- ruhig: »So, so, wo is sc denn nun. P« »Na, in’s Krankenhaus liegt sie in der Armenabteilung Und als sie draußen war, sagte sie entrüstet: «So’n herzloser Menschi« Der Meister aber bürstete seinen Rock aus, nahm das- Sparkassen buck) unter der Matratze vor und ging zur Stadt, unt-hundert Mark nach dem Krankenhaus zu schicken. Dann ging er wieder an die Ar beit. Eines Tages aber, da wurde drüben über dem Kellereingang »ein neuer Name gemalt, eine rotbraunc Truhe stand vor der Tür, und dane ben ein blasses schmales Mädchen einsam und verlassen. St. Berum Kräuter-Plutu. MICHAEL-M tppkssnze Gsium ass« Wiss lÆEppM m die-s Mc, nbci Flogle-m stetig ess msspnst von NW scro« Ko vox 1216 vom-v «2. Nettete Franks Leben Jhres Mannes Lob »Meine Frau.« schreibt D. W. Bates, Caldwell, O» ,,glaubt, daß sie Cardui ihr Leben verdankt. Sie hatte lange Zeit alles Mög liche auszustehen und war oft wochenlang krank. Ein paar Flaschen Cardui brachten ihr Linderung, und jetzt geht sie ihrer Arbeit nach und- hat keine Schmerzen mehr. Cardui hat so unendlich viel für meine Frau gethan· Wir halten Cardui für die beste Frauen-Medi zin auf Erden.« Jede Frau kennt die Anzeichen von Frauenleiden, weiß, wie der ganze Körper mitgenommen ist. Frau D. W. Baud, Caldwell, D. Wenn Sie von Ihren Schmerzen befreit werden wollen, ebrauchen Sie Cardui, eine Medizin für ge rade diee Leiden. Sie hat vielen Tausenden von kranken Frauen ge bolfen Briefe von diesen Frauen berichten, wie sehr ihnen Cardui gut gethan. Läßt das nicht darauf schließen, daß Cardui auch Ihnen helfen wird? Cardui ist rein vegetabilisch- nicht beraufchend, und wirkt sanft aber sicher auf den weiin en Organismus. Jede rau kann Cardui einnehmen in Versuch kann nicht chaden. Alle Droguisten verkaufen Cardur. Werthvolles Buch. 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Vater Stümmke blickte immer nur Thinüber und zwinkerte mit den Au gen man wird so alt, die Augen werden schon schwach, alle Sekunde war was davor, ja, und auf einmal Ilief ihm sogar seitlich langsam etwas in den Bart, als stände er im Sturm. sDie da drüben ging ja wol nun dem HSturm entgegen; wenn sie doch noch kmal zu ihm runterkäme »Ach dummes Zeug,« seufzte er. »Wo ich so ’n alter Griesgram bin, geschieht mir ganz rechtl« Und er wandte sich um und ging von der Tiir fort Pengs peng, peu eng Ganz schüchtern ging die Glocke hin ter ihm, dann kam ein müder Schritt langsam näher. !,,,Jch wollt’- man blos noch adjö sa gen; ich habe allens verkauft, und nu mach’ ich fort. ’n paar hundert Mark hab’ ich dafür gekriegt, da möcht’ ich Ihnen. »Heru. humm. Stiimmkc mußte sich ein paarmal räuspe1«n, aber dann hatte er seine alte Gran -tigkeit fast ganz wieder. »Will ick jarnich hab’n« schrie er. »jarnich hab’n! Verstanden2« Das Mädchen sah ihn an. »Sie sollten man nich schlecht von mir denken, Sie waren der einzige, der gut an ,mir handelte, als» Nun hielt-sie sich nicht mehr, ein wildes Schlschzen kam und schüttelte ihren schwachen Körper und wollte nicht aufhören. Als Stümmke das schmal Moor-i dene, hilflose Weib so vor sich sah, da·s faßte ihn etwas so seltsam, halb web. i halb gütig-weich ans Herz, daß inn ganz töricht zumute wurde Vorsichtig, als könnte er sie zei brechen, legte er seinen linken Arm um ihren gebeugten Rücken- init der schioieligeii rechten Hand strich er be hutsam über ihr Haar, immer wieder und wieder. ,",Wenn Sie nu hierbleiben täteu,« sagte er ganz ängstlich und zaghaft, »so zum Beispiel bei mir, für immer, ich bin ja woll n alter krakehljer Kerl, aber. Da barg sie ganz still, ihr nasses, blasses Gesicht an seiner Schulter. »Mich altes Mächen!« Da nickte Vater Stütnmke und sah auf den blonden Scheitel hinunter durch den sich ganz verstohlen einige zarte silbrige Fäden zogen. »Du lie bes, altes Mächen,« sagte er und noch einmal ganz langsam und zart: »Du liebes, altes Mächen.« Dann blinzelte er über sie hinweg nach draußen. Und als er niemand sah, da nahm er leise und behutsam11 ihren Kopf hoch und küßte sie. -—O-o-—-—- Männer-, die Erfolg haben als Leiter großer Unternehmungen« sind Männer von großer Energiei Erfolg bedingt heutzutage Gesund-» heit. Krankheit bedeutet Erfolglosig-j keit. 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holdes A l l e k l e i. Comptroller Lane hat an Shei riff Tobin geschrieben, er habe ge Hört," die Saloons, denen er die Li zens entzogen habe-seien noch of fen; er werde eventuell Ranger nach San Antonio schicken. Sheriff Tobin hat ihm geantwortet, das Gesetz wer de durchgeführt werden und es sei’ kein Grund vorhanden, Ranger hier her zu schicken« Das Schließen der Saloons hat die Einreichung von verschiedenen Klagen zur Folge ge habt Frank L. Riley ist an Stelle vonBen Kiolbassa zum Sekretär der Sanitätsbehörde ernannt. Jm Alter von achtzig Jahren starb auf seiner Farm van der Blanco Straße, nahe dem Oltnos Creek. Anton ·Wottlin, einer der ältester deutschen Ansiedler unserer Gegend. Der dritte Oktober ift zum ,,Clean up Dah« in der vierten Ward bestimmt. Herr Aug. Alberthal aus Fried richsburg stattete uns einen sehr an genehmen Besuch ab. Dr. G. C. Wurzbach, der be kannte Zahnarzt, ist von seiner Reise wieder qurückgekehrt Jm iLady of the LakkKloster starb Frau Victoria Rothenfluch im Alter von 82 Jahren. Jhr einzige Tochter ist Nonne in dem Kloster. Dr. William E. Luter ist zu srückgekehrt und ist in feiner Office 815 Gibbs-Gebäude, zu sprechen. Es wird wieder kühleres Wet ter erwarteL auch Regen verlangt Ein geschickter Schildermalet nnd Dekoratenn Dem richtigen Manne wird eine Woche Arbeit bei extra gn der Bezahlung summiert Nachzaer sen in der Expedition der ,,Fteieu Breit-C Heiratsscheine Ben Jvory Vance und Wilhelmine Seydler. Ernst E. Leonard und Louise Hoff mann. Joe Rackowitz us May Eber hardt. Otto Mansfeld und Mary Buß mann. Win. Otto und Ella Wolters. Joseph A. Eifenbach und Jda Fitzs mann. AlstedsFrancke und Frau Tillfe; Assy G e b n r t c n. Chas. Hoffmann und Frau, ein Knabe; J. H. Eckbach und Frau, ein Knabe; B· Schwegmann und Frau, ein Knabe; H. C. Merkle und Frau, ein Knabe; A. Heitkamp find Frau, ein Knabe; C. B. Meyer und Frau, ein Knabe Todesfälle. ·-.-Frau Cathekine Hesse,.73 Jahre; They E Hodlman,2Jah1-e; Frau V E. Seidel, 60 Jahre; Frau J.« M Wjederich, 45 Jahre; Frau Loui ie M, 30 Jahre; Alfred L. Meyer 22 Jahre T e x n s. Jny Evrdovch einer der Ver M NOT ist in El Pafo, bei ankunft verhaftet worden. Die beiden BinnensteuersDistriks te in unserm Staate find vereinigt, Webster Flannigan ist jeht der einzi »Wind Revenue Collector«- m US «»«—-(Das »State Text Book Vom-d" hats-mit der Auswahl der Schukbiichek besonnen A- Sheriff Pape von Edwards ceunty hat Ed« Welch, der· vor drei W in Ubalde wegen Mordes zu 25 Jahren Zuchthaus ver-urteilt war-W aus dem Gefängnis in entfloh, auf einem Bahnzuge, Hei der Statitm Vertram, verhaftet. T Jn Bveme starb Win. Vogt im After von 82 Jahren Inland Die Regierung wird weitere 750 Mariae Soldaten nach San Dontmgo senden Bin H. Bell, ein zwanzig Orkan Bankclerk der lri der Ersten Rationalbank in Pensacola, Fla, an gestellt ist, liat eingestanden, das M mit den 855, 000 gestohlen und sVäter z gebracht zu haben. IT —E«B cheint, daß Senat-or Smith in der Prili in New Jerseys Wiegen ist, Gouverneur Wilsom M IkM schaff bekämpft Sondern-zur Fosz von Masse ihnsetts wurde in der demokratischen Wrwahl wieder als Kandidat Fuss-siegt s si- III-le Est- W .-ed'bedarf nur eines Quentchens Ists-ein um den Leuten den größ ten Irubel zu machench und eine kleine Bernachlässign sung von Unver daulichteit oder Berstopfung oder MS- Leberstdtnngm tut dasselbe Ihr leidet, so nehmt Dr. MV New Lise Pills für schnelle WseM Leicht, sicher und unt 25e inallen cis-Ecken Baron Marschall von Bieder stein, der Botschaster Deutschlands in Landvn, einer der hervorragendsien deutschen Diplamaten, ist in dein Da dankt Padenweiler nach kurzer Kraut liest gestorben s-— Präsident Mal-ers hat vom Ianateß die Bewilligung von zwan gis Millionen Pesog für die isiibrnng der Kompagnie verl I Wien und Berlin vor hundert Jahren. Jn dein neuen dieser Tage erschei nenden Hefte der ,,Deutschen Rund schau« teilt Ernst Salzer Ungedrncks tes aus dem Briefwechsel zwischen Gentz und Metternich in den Jahren 1803 bis 1813 mit. Die erste per sönliche Berührung zwischen den bei den Männern fand im Sommer des Jahres 1802 in Dresden statt, wo Metternich im Jahre zuvor, eben 28 Jahre alt, den Posten des östereichi schen Gesandten angetreten hatte. Gentz erkannte sofort die staatsmän nische Begabung Metternichs, den er auch als Menschen lieb gewann und schon im nächsten Jahre als ei nen ,,Frennd im wahren Sinne des Wortes« bezeichnen konnte. Jtn Sommer 1808· wurde Metternich zum Gesandten am preußischen Hofe ernannt. Er ließ Gentz ziemlich lar ge auf einen Brief von dort war ten, so daß dieser sich im Juni 1804 beklagte, daß er aus dem Gedächtnis Metternichs ausgelöscht sei. Allein kurz darauf lief ein Brief Metter nichts bei ihm ein. Die Antwort, die ihm Gentz am 22. August August 1804 daran schrieb, ist ein kulturge schichtlich interessantes Schriftstiick wegen der Parallele zwischen Berlin und Wien, die Gentz in diesem Briej fe. zieht. Er schreibt: »Was Sie über Ber« lin sagen, halte ich für äußerst wich- tig und gerecht; ob ich Jhnen in dessen gleich unweigerlich zugebe, daß vieles-, was mir ehemals gut oder er träglich schien,« jetzt in meinen Augen ganz elend oder verwerflich sein würde, so behaupte ich dennoch, daß Berlin seit meiner Abreise wesentlich gesunken sein muß. Wenn ich mir! die zahlreichen und in der« Tot oft recht interessanten Abendgesellschas ten im Stadionschen und O’Farill schen Hause (dem östereichischen und dem spanischen Gesandten) denke, so erstaune ich zu hören, daß Sie nicht einmal so viel Personen versammeln können, als Jhnen in Dresden zu Gebot standen; und wenn ich mich an die vielen wahrhaft hübschen Ge sichter erinnere, die mir damals »in der Gesellschaft, in den Straßen und an den öffentlichen Belustigungsoi ten vorkamen«, so ist es mir klar, daß das Ganze sich degradiert hoben muß. Mit Wien muß man freilich Ber flin durchaus nicht vergleichen. Gr gen Wien ist Berlin einem verwiiste tenspDorf gleich zu achten. Das lehrt schon der erste flüchtige Anblick, die IPhysiognomie der Straßen und der öffentlichen-Orte Je mehr man nun vollends »in Wien eindringt, desto mehr überzeugt man fich von der Un erschöpslichkeit seiner Ressourcen. Jch bin- zwar überzeugt daß ich ein außerordentlichesLos gezogen und ,in Wien eine Gesellschaft gefunden ha be, diekein Ort der Welt jetzt mehr in dieser Trefflichkeit aufstellen wird. Dies war die Gesellschaft der Grä fin Rasumowsky (der,Gemahlin des russischen Gesandten), so wie sie im vorigen Winter beschaffen war, Denn fast jeden Abend sechs oder sieben solcher Weiber wie die Gräfin, ihre Schwester, die Prinzessin (Marie Lin-l na) von Württemberg, die Gräfin Thszikiewicz, die Gräfin Würben und Therese Jablonowska zusammen zu sehen, das kann nicht oft in der Welt vorkommen; auch werde ich dies Glück sobald nicht wieder in seiner ganzen Vollständigkeit genoßen- nnd der künftige Winter wird nur zer streute Fragmente aus diesem herr lichen Kreise darstellen, da die Grä iin Rasumowskyund ihre Schwester in vierzehn Tagen nach Jtalien gehen und einige der anderen uns auf ganz unbestimmte Zeit entzogen sind: Jn dessen bleibt immer noch die göttliche Gräfin Kinsky auf einer Seite und die mir sehr werte Gräfin Lande ronska auf der anderen, und-Flore und Therese (Gräfin Tyszkiewicz und Gräsin Würben) werden hoffentl ch mich wieder unseren Horinzont er feuchten. Aber diese großen sind seltenen Gestirne ganz beiseite gesetzt, enthält Wien eine unendliche Menge interessanter Personen vom zweiten und dritten Range (ich meine im Werte gerechnet), die es für jeden der nur nicht ausdrücklich und aus schließlich öffentliche Vergnügungcn sucht, denn diese sind so schlecht, nso nicht schlechter als in Berlin, zu einem reisenden Aufenthalte ma chen müssen. Und wenn man mir jagt, daß eine große Anzahl dieser Perso nen Fremde sind, so antworte ich daß dies in- allen großen Städte-n Oder Fall ist und sein muß, und dasz der eigentliche Knrakter des gesell fschaftlichen Lebens in einer wahrhaft großen Stadt eigentlich darin besteht, einen Teil des Besten aus der guten Gesellschaft von Europa (die im Grunde nne et indivisible ist) zu ver einigen. Hiezu kommen nun noch tausend andere Annehmlichkeiten Jm Winter die große und freie Auswahl unter einer so beträchtlichen Masse gesell Untern-lichtem Betst-Muts Umonst-ans --.-——...I schaftlichen Stoffes, wogegen die Ber liner Sozietiit doch nur ein Embryo ist; ini Sommer die reisenden Gegen den, die einen Von allen Seiten her einluden und anlachen. Auch gibt es unstreitig (welches ich ansängfich nicht glaubte) weit mehr gute Köche cn Wien als in Berlin; und die kon zentrierte Lage der eigentlichen Stadt, das herrliche Sieinpflaster, die Fiakers, die musterhaste Poli zei nnd die unbegrenzte Freiheit deren man trotz dieser innsterhaften und (n·)ie ich gegen alle und jeden be haupte) nie lästigen Polizei genießi,I sind Vorzüge von sehr großem Wert» Man muß die Knie beugen, wenn sman erwägt, was Wien in der jetzi gen gesellschaftlichen Verfassung von Europa ist. Jn London kann Von Gesellschaft in engerem nnd besserem Sinne des Wortes gar nicht die Ne-; de sein; die kolossalische Größe dei« Stadt und der Karakter der Englän dex machen es unmöglich; Paris und Warschau sind verschwunden; dieses ist eine preußische Garnisons- und Kollegienstadt, jenes ein Kloak ge» worden, in welchem nur leichtsinnige Buben oder verächtliche Hundsfötter sich noch glücklich fühlen können. Ber lin, Dresden, Frankfurt, München usw sind mehr oder weniger vor nehme Dörfer; Amsterdam, Ham burg usw. Trümmer ehemaliger -Kontors; die italienischen Städte nichts als Schauplätze des Elends und Jammers. Es gibt also nur noch; zwei große Vereinigungsunkte für die höhere geesllschaftliche Existenz in der Welt, Wien und Petersburg Ue »der das Verhältnis beider gegenein ander vermag ich nicht zu nrteilen,« da ich Petersburg nicht kenne; ichs habe aber tausend Gründe, zu ver-s muten, daß Wien den Vorzug ver-i dient l Viele verlassen ihr Heim. s Jedes Jahr werden Tausende inl vielen Teilen des Landes durch Hu-! sten und Lungenleiden gezwungen, ihr Heim zu verlassen Sie verlassen ihre Freunde und ihr Geschäft, um ein anderes Klima zu finden Dies ist kostspielig und ungewiß. Aber auch Viele benutzen den besseren Ausweg nämlich Dr King s New Discovery nnd kurieren sich zu Hause Bleibt inmitten Eurer Freunde und nehmt diese sicher-. Medizin, die Hals- und Lungenleis den schnell vertreibt. Sie ist sichere Hülfe bei Huften, Erkältung, Keuch husten und Lungenentzündung 50k und sL Probeslasche frei. Garan tiert in allen Apotheken. -Maupassant nnd das Aufs-mobil. I Wie die Pariser Zeitschrift ,Co moedia« berichtet, steht bei Etretit in der Normandie noch das klein? Landljaus «La Guillette«, in dem der berühmte früh verstorbene Novel list und Romandiphter Guy de Mau passant seine Sommermuße zu ver bringen pflegte. »Er blieb bis in den Herbst hinein in dieser ländlichen Villa, denn er liebte die Hetbheit und die Farben buntheit der Natur, die ihn dort umgabEr hatte sich das Haus ganz nach seinem Geschmack bauen und einrichten lassen. Es liegt unter, dichten Zweigen, in Grün getaucht, und dort pflegte der Dichter sich mit Eingebungen und den Einflüssen der Umgebung zu »imprägnieren«, wie er selbst zu sagen pjlegte. Jm Erdgeschoß, in seinem Arbeitszimi mer, mit der niedrigen Decke, wo ein hellgraues Licht durch die Bu tzenscheiben hereinscheint, schrieb Maupassant eine große Zahl seiner wundervollen Novellen. Hier ent stand auch sein Meisterwerk, der Roman »Bel Ami«.. Das Zimmer in welchem damals Maupassant wohnte, ist von dem jetzigen Besitzer des Hauses-, einem hohen Beamten im Unterrichtsministerium, pietät voll in seinem früheren Zustand be lassen worden. Maupassant liebte vor allem nächtliche Spaziergänge durch die Felder. Seine Sinne wa ren merkwürdig scharf, ev- hörte die entferntesten Geräusche und hatte Visionen von seltsam bestimmten Umrissen Mme. Lecomte de Nonn, eine Schriftstellerin von Ruf, erzählt nun eine bis jetzt noch«unbekannte, in teressante Begebenheit aus dieser Zeit, Eines Sommerabendszs im Jahre 1875 begleitete sie Maupas sant aus der Straße nach Benonvillc als er plötzlich stehen blieb. Er setzte sich an den Rand des Weges-, sog langsam das Schweigen der schlummernden Landschast ein und begann: »Was würden Sie zu einer plötz lichen Erscheinung sagen, die auf der Landstraße daherkäme wie eine Windhofe und die Form eines Wa gens annähe« von dem« man aber nur« das Räderrollen hören würde? Man würde kein Pferdegetrappel vernehmen es wäre eine Maschi ne mit eisernem Donnergepolter, die phantastisch vorüberrollen und den Weg mit einer gewaltigen Laterne blendend erhellen würde. Was wür den Sie zu einem solchen Schauspiel sagen, wenn es jetzt hier inmitten der Felder sich abspielte?« »Aber wieso? Was ist das fiir ein Einfalls-« »Das wird so kommen, liebe Freundin Maupassant hatte also, lange Jah re bevor die Techniker das- neue Fahrzeug erfunden und hergestellt hatten, in der nächtlichen Stille der -fraUdW Landstraße eine Vision desAuiomqbils gehabt. her Besondere Roman von Ludwig Gan g .hofer. GortseunnuJ Aus schief gehaltenem Kopfe guck te der Knecht seinen Herrn mit wa genden Blicken an. »Na also, gut Nachtl« brummte er nnd ging aus der Stube, wobei er noch einmal über die Schulter zuriickblinzelte. Kaum war er verschwunden, da öff nete sich die Tür schon wieder, nnd ein kleines, behäbiges Weiblein er schien auf der Schwelle-. Das war die alte Wabi, die dem Martl seit dem Tode seiner Mutter die Wirtschaft führte. Das Gesicht der Alten hatte einen guten freundli· chen Zug, wenngleich sie nicht bei son derlich froher Laune zu sein schien-. Jhre Lider waren gerötet, als hät te sie geweint. Unter der Tür blieb sie stehen, zog die blaue Schürze durch die Finger und fragte: »Schafft der Bauer noch wass« Martl schüttelte den Kopf. »Kannst dich schon schlafen legen. »So wünsch ich eine ruhsame Nachtl« Da drehte sich Martl um« «Wabi ....du! Was ich sagen will. Die Alte ließ die Schürze fallen Und kam langsam näher· »Wie ich gmerkt hab, war’s dir tnet ganz recht, daß ich dir heut .z’Mittag »den Dienst kündigt hab?« sagte der junge Bauer. wdbei er die Worte etwas schwer zu finden schien. »Net ganz recht?« stotterte Wabi,. und zwei dicke Tränen kollerten ihr über die runzeligen Backen. ,,Jn’s:; Gmiit hat’s mich troffen. ja. weil der Bauer schon fragt, muß ichs eingstehen Den ganzen Abend hab ich drüber nachsinniert,1md nil hab ich gfunden, wo ich mir denken hätt müssen, daß ich dir ein Grund zur Unzufriedenheit geben hätt!« »Na, na, gwiß net!« »s»No also, schau, und daß man vom Bründlhof net gar so gern fort geht, das kann man sich leicht an die Finger abzählen.« s ,,No ja. toenn’s dich halt gar so hart ankommt» meinetwegen. so lassen wir’s beim alten. Bleibst halt da!« Ueberraschung und Freude Ver schlugen der Alten im ersten An genblick die— Sprache. Dann aber klatschte sie die Hände ineinander und stammelte: Bauer! Js denn 1vahr?« »Ja freilich wahr! Aber· aber schau, jetz laß- xnir mein Ruh! Geh weiter, Wabi, leg dich schlafen, es is ander Zeitl- Gut Nachtl« Man sah es der Alten am Gesicht an, wie gern sie ihre Freude in ssprudelnden Worten aussgekranct hätte. Aber Martls letzte Weisung hatte so dringend und ungeduldig ge klungen, daß Wabi nicht den Mut fand, eine Silbe zu erwidern. Sie rührte nnf zu irgend einem ver-; schwiegenen Wunsche stumm die Lip pen, fuhr sich mit der Schürze über die Augen und hnmpelte aus der Stube Unter einem miiden Seufzer schob sich Martl hinter den Tisch- und griff nach der Pfeife. Sie war schon längst erkaltet. Er stopfte mit dem Finger die Asche nieder und legte die Pfeife wieder beiseite Und da saß er nun, mit dem Rücken an die weiße Wand gelehnt, die Fäuste in den Tisch geschoben, und starrte in die kleine Flamme der Lampe-. Herb geschlossen war sein Mund; nur manchmal öffnete er die trocke Uen Lippen, um sie mit der Zunge zu» netzen. Dieses unablässige Hinein starren in das Licht schien seine Augen anzustrengem sie wurden feucht, und nun perlte ihm gak eine Zähreaus die Wangen nieder. Aber da sprang er auch schon anf, fuhr sich hastig mit dein Rücken der Hand über die nassen Augen und murmel te: Marti, Martl, sei du der Gschei ter! Was net sein kann, kann halt einmal net sein!« Er trug das geleerte Bierglas zu dem Kasten, der neben der Tür stand, sperrte Heft und Schreibzeug in- ei nen kleinen Wandschrank, hängte die Pfeife in der Fensternische an ei nen Nagel n. blies die Lampe ans-. Durch die Finsternis, die ihn um gab, schritt er der anstczßenden Kain mer zu, darin sein Lager stand. Er setzte sich auf das Bett, um die Schubriemen zu lösen. Dann erhob er sich wieder unthrat aus das kleine Fenster zu, durch das ein mat ter Dämmerschein der sternhellen Nacht hereinfielin das Stäbchen Martl legte sich mit den Armen in die Nische und blickte durch die Schei ben. Der Sturm umfuhr die Mauern, aber keine Wolke zeigte sich am Himmel, an dem es von tau send Lichtern blitzte» Vor dem Fen ster lag der mit Obstbäumen be setzte Grasgartem ein Bretterzaun schloß ihn-ab, und über dem Zaune drüben erhob sich schwarz und inassizj des Pfrointners Hans. Scharf zeich nete sich der von Ranken umsponne ne Erker mit dem stumpfgespitzten Dächlein voms nachtblauen Himmel ab. Dort hinüber spähte MartL inc mer dort hinüber bis er sich tief atmend endlich erhob. Und die bei den Fäuste an die Stirn drückend, sprach er mit behenden Worten vor sich hin: »Mich hat s’ davongeschickt in Un giit und-Spott. nnd von so eiin. von so eim laßt sie sich alsbusseln ans hellichter Straßen!« X Wenn Zäzil diese Worte hätte hö ren können! Sie hatte richtig ge dacht! Ja, es hatte ihn getroffen Aber nicht in seinem Hochmut, nein iu seinem Herzen. Wenn Zäzil diese Worte hätte hören können! Aber zwischen dem kleinen Fenster hier und-dem Erker da drüben tobte der Sturm und dun kelte die Nacht Und Zäzil schlief— und träumte mass ganz besonders Schönes. Als Martl am frühen Morgen aus- nnruhigem Schlaf erwachte horchte er verwundertsauf Lautlose Stille, die richtige Sonntags-stille herrschte rings um Haus und Hos. Und an dem dünnen, bläulichen Ne bel, der vor dem Fenster lag, sah Martl gleich, daß es einen prächtigen Tag geben würde. Der toben-Je Siidwind hatte sich seit Mitternacht die Sache iiberlegt und hatte einge sehen, daß er noch ein halb Jährlein warten müsse, um sein früblingschaf sendes Werk zu beginnen· Halb angekleidet, in Hemdärmeln und Pantoffeln, trat Martl Vor die Haustür hinaus und atmete in tie sen Zügen die frische Luft des Mor gens ein. Der dünne Nebel begann sigh schon zu verziehen, und durch den grauen Schleier schimmerte be reits der blaue Himmel. Noch ein kleines Weilchen, und rings in wei ter Runde lagen alle Bergspitzen frei, deren schneebedeckte Gehänge im Glanz der steigenden Sonne sich an sahen wie gleißeud, aus purem Sil ber getriebene Flächen. Ueber ihnen die blauen Lüfte, unter ihnen die braunen Almenfelder und sder schwarzgrüne Fichtenwald, in dem sich die goldgelben Pyramiden der absterbenden Lärchenxund die dunkel roten, kugeligen Wipfel der welken den Ahornbäunie mischten. Gunst-gnug folgi.) gezahlt keine mien mehr. Jch habe 6 hübsche Lots in der Laure! Heights Terrace, 2 Blocks von der- To bin Hill Straßenbahn; einige mit prächtigen Schattenbäumen. Passend für Solche, die sich ein Heim nicht für Vaar kaufen können Wir, sind behülfs lich beim Bau eines Hauses, und begnü gen nns mit kleinen Abzahlungen an Hans und Lot. Eine sehr seltene Of ferte, die besonders solchen angenehm sein wird, die einen mäßigen Verdienst haben und sich doch ein Heim gründen möchten. 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Fär 25 Abonnenieu eine Erträ- Prämie non Zä. 25 in Bear. Fär mehr als 25 Abonurnteu eine Extra-Prämie non 88 ne Betr. Für mehr als 50 Aäonnenten eine Extraprämie rrr slä n Bier. l Te( Vorschlag ist einfach und verständlich genug. Wer einen neuen Abonncntcn orr znr Zeit nicht Leser der »Freie Presse« ist, ge winnt, kollektierk 82.00, erhält, resp behält davon einen Dollar und schickt den anderen Don-It mit der genauen Adresse des Bestellers ein. Außerdem steht aber auch noch eine Extra Prämie in Aussicht, falls die Zahl non Izehn Abonnenten oder darüber erreicht wird. Diefe Extra-Prämie sen I den wir den dazn Berechtigten von unserer Office ans direkt. Die hier gemachte Offerte ist für Jeden im weiten Gebiete def Statis s tcs offen. Jeder kann sich daran beteiligen. Wir bieten unt Baarpteise 3 au, weil Geld immer feinen Wert hat und Jeder dafür anschaffen nnd kan sen kann, was er gerade braucht. 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