Der Deutsche Correspondent (Baltimore, Md.)
October 8, 1908

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2 (Fortsetzung von dcr 1. Scitc.) Vorsichtsmaßregeln in den besetzten P r ovin ze u. Serajcwo, Bosnien, 7. Okt. Tie kaiserliche Proklamation, welche! die Annexion Bosnien's und der Her zegowina ankündigt, wurde heute früh in allen Theilen dcr Provinzen als Plakat angeschlagen. Sie wird theils günstig, theils ungünstig auf genommen, allein soweit haben sich die nnzusriedeneii serbischen Bewoh ner ruhig verhalten. Tie Truppen sind für den Fall eines Ausbruches in ihren Kasernen consignirt. Throuf o l g e r Fra n z Ferd i ii a u d g ab de u A u s s ch l a g. Wien. 7. Okt. Tie schon ge stern im Wortlaut mitgetheilte Pro klamation des Kaisers Franz Joseph, welche die Annexion Bosnien's und der Herzegowina ankündigt, wird heute veröffentlicht. Ans besterOucl le verlautet, die Entscheidung in die ser Angelegenheit sei bereits Mitte September gefallen. Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand habe dabei ausschlaggebend mitgewirkt, Tie mit der Türkei im Jahre 187! abgeschlossene Convention, durch wel che in Ausführung des Berliner Ver träges die Okkupation eingeleitet wur de, sei schon gekündigt worden. Wenn die Aktion der Besitznahme beginne, werde gleichzeitig die Zurückziehung der östreichisch ungarischen Truppen aus dem Sandschak Gebiet angekün digt werden. Ein Abkommen mit der Türkei werde durch Coiiipensation an gestrebt werden, damit die maßge benden Gewalten in Constantinopet die beabsichtigte Aenderung im Sta tus der beiden Provinzen anerkenn ten. Die iin Umlauf befindlichen Ge rüchte, daß Oestreich Ungarn seine Armee mobil mache, werden für un begründet erklärt. Tas neue Gebier wird ähnlich den deutschen Reichslan den ein eigenes Parlament erhalten, ohne Vertretung in den Telegationen noch im östreichischen Reichsrath und ungarischen Reichstag. Ein Vicekö uig oder Statthalter wird an der Sp itze des neuen integrirenden Bestand theiles der Monarchie stehen. In hohen Beamtenkreisen wird die Anncktiriing als unwiderruflich be zeichnet. Oestreich will sogar an kei uer internationalen Conserenz Theil nehmen, wenn es nicht die Zusiche rung erhält, daß über die Angelegen lieit nicht debattirt wird. Tie Pro vinze, heißt es, seien durch östreichi sche Kultur erobert worden das öst reichische Schwert müsse zn der Top pelmonarchie stehen. Tas kaiserliche Reskript an Aebrenthal. Wie ii. 7. Oktober. Tas eben falls schon gestern erwähnte kaiser liche Reskript an den östreichisch nn garischen Minister Frhrn. v. Aebren thal lautet: „Turchdruugcn von der unverän derlichen Ueberzeugung, daß die groß zügigen civilisatorische und politi scheu Ziele, uiii derentwillen die öst reichisch ungarische Monarchie die Bc setzung und Regierung. Bosnien's und der Herzegowina übernahm, und haß die Resultate, die diese Regie rung bereits mit schweren Opfern er zielt hat, dauernd nur durch Gewäh rung constitutioneller, den Bedürf nissen entsprechender Institutionen gesichert werden können, Institu tionen, für deren Fassung die Bil- klaren unzweideutige le galcn Stellung für die zwei Provin zen eine unerläßliche Bedingung ist, dehne ich meine Souveränität über Bosnien und die Herzegowina ans und führe gleichzeitig die in meinem Hause geltenden Tlnonfolgeregeln auch für diese Provinzen ein. Zum Beweise der friedlichen Ab sichten, die mich bei diesem unabän derlichen Erlaß geleitet, befehle ich gleichzeitig die Räumung des Sand chaks von Novibazar von meinen dort stationirten Truppen." Tas Reskript ist vom Kaiser unter zeichnet und von Budapest, vom 3. Oktober ItXV datirt. Ein zweites, au den östreichisch nn garischen Finanzininister Baron Bn rian v. Rajecz gerichtetes Reskript des Kaisers sagt: „Ich habe beschlossen, meinen Son veränitätsrechteii u. den Thronfolge rechten meines Hauses in Bezug auf Bosnien und die Herzegowina prakti scheu Werth zn geben." Tas Reskript weist den Minister an, eine Proklamation an die Bevöl kerung dieser Provinzen zu richten, in der voller Genuß der Bürgerrechte, persönliche und Glaubensfreiheit,! Sicherheit des Eigenthums, Achtung vor den Volksgebränchen, Presstrei heit, AiiswanderiingSrecht, Petitions- und Vereinsrecht. Rechtsprechung durch maßgebende Richter und die Einrichtung einer Volksvertretung zugesichert werden. Nette Aussichten. Kein „Rum" und kcinc Tänzerinnen für Thecrjlickcii in Tokio. Tagegen sollen sie durch Betstunden unterhalten und vor Versuchung bewahrt werden. Holland noch immer nicht im Reinen hinsicht lich seiner zu ergreisenden Maß nahmen gegen Venezuela. Teutsche Städte in Böhmen tre ten sür ihre Nationalität in die Schranken. Obstruktion im Landtage wird fortgesetzt. Fa milie von zwölf Personen von russischen Räubern umgebracht. Tokio, 7. Oktober. Große Freude herrscht unter den Christen in Japan über den Entschluß der Be Hörden, Tänzerinnen und geistige Ge tränke von den Festlichkeiten auszii schließen, welche für die Bewirthung amerikanischer Seelente bei der An lmist der Schlachtschiff Flotte da hier geplant sind. Tie?)cmä Mens Christian Association, die Seemanns Mission, die englisch redenden Kir ctiengenieinden und dieStndenten der Missionsschulen cooperiren in der Veranstaltung vonßetslnndeii für die Seeleute und werden denselben Fiili rer stellen, welche dafür sorge sollen, daß sie während stirer Anwesenheit nicht in Versuchung gejährt werden. Hollandnnd V e u e z u e l a. I in H a a g, 7. Okt. Tie hollän dische Regierung erhielt vom Gou verneur von Cnracao die Mitthei lung, daß die zweite niederländische Note nicht in die Hände des venezue lanischen Ministers des Auswärtigen, Jose de Jesus Paul, gelangt ist, und ferner, daß Präsident Castro so schwer ertrankt ist, daß wahrscheinlich der Vice Präsident Vincente Gomez die Regierung wird übernehmen müssen. Tie niederländische Regierupg hat festgestellt, daß andere europäische Mächte 'sich an einem kriegerischen Vorgehen gegen Venezuela nicht be tbeiligen würden. Aus eigene Hand möchte sie auch nicht vorgehen, weil selbst die gemeinsame Blockade von Seiten Großbrikanlistm's, Teutsche land's und Italien's resultatlos ver lief. Tie Regierung meint, es würde vielleicht wirksamer sein, wenn sie das Verbot der Waffeneinfuhr von Cnra cao nach Venezuela aufhöbe: denn dann würden Castro's Feinde im ei genen Lande in der Lage sei, sich zu bewaffnen. Wahrscheinlich aber wird die Regierung vorläufig gar nichts unternehmen, sondern abwarten, bis die amerikaniiche Präsidentenwahl vorüber ist. Sie erwartet, daß die amerikanische Regierung nachher zu gemeinsamem Vorgehen gegen Ca stro z haben sein wird. Ter d e u tsch cze ch ischeCv n f l i k t. W i e n, 7. Oktober. Tie deutsch böhmischen Städtetage in Eger, Te plitz und Reichenberg, welche soeben abgehalten worden sind, haben Reso lutionen gesaßt, in welchen die Re gierungspolitik ans das Schärfste mißbilligt wird. Tie Abgeordneten des böhmischen Landtages werden aufgefordert, bei der Obstruktion zu verharren, bis die nationale Unab hängigkeit der Teutschen Böhiiieu's sichergestellt ist. In R ußland zn in Tode ve r urtheilt. Berti n. 7. Okt. Ans Odessa kommt die Meldung, daß ein Kriegs gericht in der deutschen Kolonie Ma riendors, welche nahe Odesta gelegen ist, sechs deutsche Einwohner zum To de verurtheill bat, weil sie einem Po lizeibeaniten leichte Verletzungen bei gebracht hatten. Tie Berliner Blät ter sind über die barbarische Thätig teit der russischen Mordbehörden ent rüstet. Zwölffacher M o r d. T iras p o l, Rußland, 7. Okt. Im Nachbardorf Slobodze ist von Räubern ein empörendes Bubenstück verübt worden. Sie drangen in das Haus einer jüdischen Familie, Na mens Cohen, ein und brachten wegen weniger Habseligkeiten, in deren Be sitz sie sich setzen wollren, zwölf Per i sonen um's Leben. Tie Behörden wurden angerufen und die Mörder zur Haft gebracht, S ch w i n de ii der C ho l er a. Pe t e r S b u r g. 7. Oktober Tie Cholera Epidemie in Petersburg ist in weiterer rascher Abnahme begrif fen, Während der gestern Mittag zu Ende gegangeneu 2t Stunden befan den sich im städtischen Hospital 111 Kranke, während 3kl Todesstille zu verzeichnen waren. Im Hospital des Gatschina Palastes, der Residenz der gegenwärtig in Täneinark weilenden Ter Teutsche Corrrspoiidciit, Baltimore, Md., Ttmncrstng, den di. Oktober llldtck Kaiierin-Wittwe, wurden U) Erkran knngen und 2 Todesfälle gemeldet. R nßla n d's g e in e i n st e S ch w i n d l e r. Pete rsbn r g, 7. Okt. Hier bat die Prozessirnng von mehreren Personen, unter denen auch einige Ministeriell Beamte sind, begonnen, welche sich mittelst gefälschter Tokn niente in den Besitz der Ersparnisse von Matrosen, die in der Seeschlacht von Tsushina umkamen, gesetzt ha ben. linin e r no ch ain Record b r e ch e n. L e M a n s. 7. Oktober. Wilbur Wright, welcher am letzte Samstag einen Weltrekord für einen Aeroplan- Flng schuf, als er einen Passagier mitnahm, erzielte gestern Nachmittag einen neuen Record, indem er unter gleichen Bedingungen l Stunde l Minuten und 2k! Selnnden in der Luit blieb. Sein bester früherer Re cord mit einem Passagier war 53 Mi nuten !!7 Sekunden. Riißl a n d un d Ital i e n iv ün j ch e n V e rgüt n n g. P a r i s, 7. Okt. Wie mitgetheilt wird, befinden sich Frankreich und Großbritannien im Prinzip in voll kommener Uebereinstimmung bezüg lich des sofortigen Znsaininentretens einer internationalen Conserenz zur Erwägung der Lage in Bulgarien. Tein Vernehmen nach weist ein No tenaustausch darauf hin, daß die in leressirten Mächte sich das Recht vor behalten, Coiiipensation zn verlan gen. In erster Reihe ist dies mit Rußland der Fall, das die Tardanel len sür seine Kriegsschiffe geöffnet ha ben möchte, und mit Italien, welches einen Hafen an der Küste von Alba nien wünscht. Stancioff hat den Minister des Aenßern Pichon amtlich von der er folgten Proklainirung der Unabhän gigkeit Bulgarien's in Kenntniß ge setzt und erklärt/Bulgarien habe keine lriegerische Absicht: es wolle zwar seine Unabhängigkeit wahren, hoffe aber bestimmt ans deren Anerken nung, ohne daß Waffengewalt ge braucht werde. Pichon theilte Hrn. Stancioff mit, daß Frankreich, als eine der Signa tarniächte des Berliner Vertrags, kei ne Modifikation dieses Vertrages oh ne vorheriges Einvernehmen mit den Mächten gelten lassen könne. Aehnli che Antworten erhielten die diploma tischen Agenten Bulgarien's in Lon-z, don und Petersburg. Tittou i's N e d e. M aila n d, 7. Okt. Ter Mini sler des Aenßern Tittoni hat in Bri an; eine Rede gehalten, in der er die Balkanlage streifte. Er drückte die Hoffnung aus, daß das „Couzert der Mächte," welches die letzte Garantie des Friedens im Nahen Osten bilde, nicht werde gesprengt werden. „Ita licn's Stellungnahme geht dahin, die Interessen des Landes wirksam zn schützen," sagte der Minister. „Unser Hauptwniisch ist, daß der Friede nicht gestört und keine Aenderung im Bal kan vorgenommen werde, welche daS bestehende Gleichgewicht stören könn te, besonders keine zn unserem Scha den." Teuts ch land hat Oe st reich u i ch t a u s g e st a ch e l t. P a r i s. 7. Okt. Ter östreichisch ungarische Botschafter in Paris, Grat von Khevenliülter Metsch, bat beute in einem Interview die Insinuation, Teutschland habe Oestreich Ungarn mr Annekliriing Bosnien's und der Herzegowina zugeredet, entrüstet von der Hand gewiesen. Er führte aus, daß Oestreich Ungarn diese Provin zen ursprünglich besetzt habe, weil die Grenze beständig von Tausenden von Flüchtlingen wimmelte, und daß die Okkupation zur Sicherung östrei chisch ungarischen Gebietes geboten gewesen sei. „Großbritannien hat uns mehr als jede andere Macht da i gedrängt, diese Provinzen zu be setzen," sagte der Botschafter. „Auf dem Berliner Congresz ist Niemand getäuscht worden. Jedermann wuß te. daß diese Okkupation nicht intern mistijch, sondern permanent war." Ter Appellhof in Albany. N.- bat das Todesurtheil gegen W. Brasch, der im Juni lltz! in Roche sie. N,HI., seine Frau ermordete uno die Leiche in Erie Kanal geworfen bat. bestätigt, und Brasch wird in An lnrn hingerichtet werden. Ä MD A UWWw, kojMMWz I I si;> K W LS NlrnkZvrtsur. lZcptt—S!ov3o,jZo,Ti,To,Za) Bryan und Tast. Bride PräsidcntschiistS Cniididntcii begegnen sich in Chicogv. Halten Reden auf einem Bankett der Handelskammer und conferiren mit ihren respektive Canipagne- Leiterü. Keine Roosevett- Stuinptour,. Ter Präsident eVtlärt siclj überzeugt, daß seine Partei auch ohne dieselbe siegen werde.. Regierungs Bedienstete sollen am Wahltage nach Hanse gehen und stimmen. Chicag o, 7. Oktober. Ter Stadt Chicago wurde heute die Eh re zn Theil, den demokratischen und den republikanischen Präsidentschafts- Candidaten gleichzeitig innerhalb ih res Weichbildes zn beherbergen. Bei de Herren conferirten im Laufe des Tages mit ihren respektive Cam pagneleiiern, de HH. Black und Hitchcock, und Beide trafen sich am Abend auf einem von der hiesigen Handelskammer gegebenen Bankett zu Ehren des hier tagenden Congres ses für Inland-Wasserwege. Bryan sowohl, wie Taft redeten auf dem Bankelt. indessen berührte keiner der beiden Herren politische Angelegen heiten in seiner Rede. Vorher hatte Takt auch in dem Wasserwegs-Con groß selbst geredet. Taft langte um l> Uhr Morgens aus St. Louis an, während Bryan die Stadt schon ge gen 7 Uhr Morgens erreichte. Bryan reist am Freitag wieder von hier ab, inn Reden i Illinois, Missouri und Kansas zu halten. Außer Bryan und Taft redeten auch die HH. A. C. Barllelt und Ta vid N. Forgan auf dem Bankett der Handelskammer. Tie beiden Candi datcn wurden mit großem Beifall em pfangen. Herr Taft reiste gleich nach dem Bankett nach seiner Hei math in Cinciniinti ab, wo er bis zum Ende dieser Woche der Ruhe pflogen wird. Herr Bryan wird in der mor gigen Sitzimg des Wasserwegs-Con vents noch eine Ansprache halten. Als sich. Taft und,Bryan heute Abend bei dtzm Bankett trafen, streckte Bryan die Handbuch 'Taft ergriff .dieselbe .nnd,s,bei>ho He,iwz'', tauschien mit einigen, Wgrten der Mgrüßung. die in dem aiuchrecheudW Beifalls sturm ungehört verhallten, einen Händedruck aus. Tie Hochrufe, wel che dabei erschallten, dauerten noch eine Minute lang an. nachdem alle Gäste ihre Sitze eingenommen hat ten. Tann fragte Bryan seinen Ri vale, ob er einen angenehmen Tag verlebt habe, und der Beifallssturm brach auf's Nene IoS. „What's the matter with Bill?* erschallte es von allen Seiten her. Erst nach mehre ren Minuten legte sich der Spektakel, und dann erst konnte zur Ausfüh rung des Bcmkett Programms ge schritten werden. Al s o k eine St uinpt o u r R v o s e v e l t's, W a s h ing t o n, T. C., 7. Okto ber. Präsident Noosevelt sagte Heu te dem Senator Hcininenway. er hal te es nicht für nöthig, sür Taft auf den Stninp zu gehen, und werde den vielen an ihn gerichteten, diesbezüg lichen Einladungen nicht entsprechen. Alle dem Präsidenten zugehenden Berichte über die Campagne laute sehr günstig für die republikanische Sache. Staatssekretär Root wird am 111. Oktober in New-s))o!'k reden, und die republikanischen Führer bemühen sich, ihn auch zum Halten anderer Ansprachen zu bewegen. Vom Weißen Hause aus wurde heute verkündet, daß eS den Ange stellten im klaisifizirten Civildienst nicht als „verderbliche politische Thä- s tigkeit" angerechnet werden soll, wenn s sie sich am Wabltage nach ihrer Hei matli begeben, um zu stimmen. Ter Präsident erklärt, cs sei nicht nur die s Pflicht jedes stimmberechtigten Angc sielllen der Regierung, nach Hause zu gehen und seine StiiNnic abzugeben, sondern auch eine patriotische Hand lung. Bryan und Mack conferi ren. C b i c a g o, Ill„ 7, Oktober, In den nächsten beiden Wochen gedenk! s das demokratische Natioiial Comite alle Kräfte zn conzeiil'riren. um für die deniokrali'che Sache' einen Erfolg in Indiana und Ohio zu sichern. Tie Herren Black und Bryan conferirten heiite nochmal-. über die Situation in den genannten beiden Staaten und vereinbarten die Taten, an welchen der demokratische Bannerträger in Indiana und Ohio sprechen soll. Au Berdein sollen Redner von nationalem Rist nach dem mittleren Westen ent sandt werden, nin Herrn Bryan in seinen Bemübnngeit nach Kräften zu unterstütze. Herr Mark sagte: „Wir blicken mit großem Pertranen aus Ohio und In-1 diana. aber wir beabsichtigen das Ei-! sen zn schmieden, so lange es heiß ist.! Sowohl Bryan als .Kern werden in I den beiden Staaten noch weitere Re-! den halten und Senator Bacon. Georgia, Cr Senator Cariuack. Ten-l nessee, Senator Taniel, Virginia, Gouverneur lolm A. lohmon von Minnesota und verschiedene andere tüchtige Redner werd. ilmen zur Seite stehen. Tiefer energische Kampf im mittleren Westen aber wird uns nicht in unseren Bemühungen störe, auch de Staat New-Bork für die de mokratische Kolonne zn gewinnen, trotzdem viele Mitglieder des Natio nal-Coinitcs mir versichern, nur könn ten auch ohne den Empire-Staat den s Sieg davontragen." Im Laufe des! Tages wurde bekannt gemacht, daß Gouverneur Tavid R. Francis. Mo.,' ludson Harmon. 0.. und Voraussicht-! lich auch der frühere Generalanwalt j Richard Olney in einer Massenver- i sanimlnng sprechen werden, welches am 211. Oktober in N'ew-Bork in Ear-! negie-Hall abgehalten wird. Tie drei s Redner sind sämmtlich Mitglieder des Kabincts des Präsidenten Cleveland gewesen. Monn e t t und die „S tan d ard Oil C o." Kan s a s City, Mo., 7. Oktober. Ter einstige Generalanwalt von Ohio, Frank S. Monnett, hielt hier in einer demokratischen politische Versammlung eine Rede. Man las ihm die gestrige Erklärung des An walts der „Standard Oil Co." aus Cleveland vor und er brach darauf in den Ausruf anS: „Welch' eine Sammlung niederträchtiger Lügen!" Tarauf gab er eine Erklärung zu Protokoll, worin er die Angaben des Herrn Tolles in Bezug auf das preiuegericht in Abrede stellte, und s versicherte nochmals, S. H.Tolles und Larry Neal seien die beiden Anwälte der „Standard Oil Co." gewesen, die bei dem Gericht beantragt hätten, daß seine Zcngcnvernehninng vor E. B.! Tillon aus Coliniibus, Ohio, abge-! brachen werde. „Taß die „Standard Oil Co.", fuhr Herr Monnett fort, „eine Versammlung ihres Tirekto rinnis einberufen und diese beschlos sen habe, dem Generalanwalt von Ohio ljtäMMi oder irgend einen an deren Betrag zuzuwenden, ist gar nicht behauptet worden, sondern ich wollte durch die Zengenvcrnehninng nur feststellen, ob C. B. SquireS von j Atmer McKinley ein Telegramm er halten habe, oder ob Charlys N. Has kell oder Rockefeller z irgend einer Zeit in seinem Hause gewesen oder ob Tqnires bei ilmen war, oder ob HaS kell oder McKinley in New Bork in Nr. 12, Broad Street zn damaliger Zeit ei Geschäftszimmer hatten. Fer ner wollte ich ermitteln, ob Squires wußte, daß Senator Foraker mit mir in Washington bezüglich der „Stand ard Oil" Angelegenheit eine Confe renz gehabt, und wie er erfahren hat te, daß die „Standard Oil" eine Ver ständigung durch Foraker beabsichtig te. Wenn er das Alles geträumt hät te, so war es ein ganz merkwürdiges Znsammentreffen. Herr Tolles Hai anscheinend de ganzen Inhalt des Interviews des Herrn Squires inil der „New Bork World" vergesse, wo rin dieser sagt, er habe alle diese Per sonen lange lalnc vor der Abgabe der Erklärung gekannt, worin er nieine ursprüngliche Behauptung bestätigt, daß er straflos ausgehen sollte, wen er alle Schuldigen an's Messer liefer te. Er vergißt auch, daß Squires bc liauptet, in seinem Prozeß mit der „Manhattan Fire Insurance Co." ha be die „Standard Oil Co." ihn un terstützt. Er vergißt serner, daß Squires sich seit dem Bestcchnngsver such von Ohio fern und in New-Bork aufgehalten hat." Warnnn g s r ii f gegen Ca n n o n. Greens b o r o, N. C.. 7. Okto i ber. Auf dem historischen Schlacht feto von Gnilwrd Courthouse, drei Meilen von hier, redete John W. Kern, der demokratische Vice-Präsi denlschasts-Eandidat, vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft ans einem demokratischen Picnic und Barbecne. Er nahm in seiner Rede Bezug auf den Kampf der Vorväter gegen drük kende Beslenerung und sagte, ein ähnlicher Kampf spiele sich in diesen Tagen ab gegen „Herrscher, die in ei ner Republik wie Könige herrschen." Er ließ einen Warnnngsrnf ergehen i gegen Sprecher Cannon, dessen Ge s burtsort in der Nähe des Schlachtfel s des gelegen ist. seine Macht nicht als s einen Hebel gegen die Befreiung von Unterdrückung durch Trusts zu ge brauchen. Auf der Fahrt von Aslie ville hierher hielt Herr Kern auch mehrere kurze Ansprachen von der! Hinteren Platforni seines Waggons herab. In Chicago, 111., ist taut Ver ordnung des Stadtraths der 12. Ok tober als „Colunibus.Tag" zum ge setzlichen Feierlag gemacht worden, i Erfolgreiche Kuren. Heilung der Tuberkulose im Triicter- Alteilhciiu zu Colorado Springs. Behandlung der Pationten unter Zel- ten. Frische Luft und Sonnen- schein als Heilmittel. Verfas snngsinäßigkeit der Conimoditäts- Klausel vor das Oberbundesge richt gebracht. Regierung ap- Pellirt gegen kürzliche Entschei dung des Philadelphia Bnndes- Kreisgerichts. Noch sechs Mo nate Frist für den Pulvertrnst. Rückkehr der Beringsincer-Zoll s flotte nach ihren Winterstalionen. Washington. T. C., 7. Okt. Auf dem verflossenen internatio nalen Tuberkulose Congresz ist die i Ausstellung der internationalen Union der Typographen, durch welche die Cinrichtnngen und das Heilver fahren im Altenheim jür Buchdrucker in Colorado-Tprings, Col., illustrirt wurde, von den Telegaten und Aerz ten viel beachtet und sehr gerühmt worden. In der Anstalt finden auch Buchdrucker Ausnahme, die an Tu berkulose leiden, und diesen Patien te wird eine sehr sorgfältige Be handlung zu Theil, derart, das; wäh rend des letzten Jahres All Prozent von Allen, die im Anfaugssladiuin der Krankheit nach der Anstalt kamen, als geheilt entlassen und wieder au ihre berufsmäßige Arbeit zurückkeh reu sonnten. Tie Behandlung sol cher Patienten unter Zelten erwies sich als die wirksamste. Tie Patien ten hatten reichlich frische Lust und Sonnenschein und ihre Hanptnah rimg bestand aus Milch und frischen I Eiern. Bundes Regierung wird appell i r e n. Im BnndeSkreisgericht zn Phila delphia erließen die Richter Tallas.! Gray und Bujfington eine Verfü gung. durch welche den Vertretern der Bundesregierung die Berufung gegen die Entscheidung gestattet wird, wel che der Gerichtshof bezüglich der Ver- fassungSgeiuüßheit der sogenannten -„Conunoditäteu -Klausel" des Hep burn'schen Eisenbahntaris Gesetzes erlassen hat. Tie Vertreter beider Parteien, sowohl der Bundesregie rung, als der Eisenbahnen, werden nunmehr bei'ni Oberbundesgericht den Antrag stellen, der Sache in An betracht ihrer Wichtigkeit den Vor rang vor allen anderen einzuräninen. Tie Zahl der Nichtigkeitsgründe, auf welche der Antrag auf Zulassung der Berufung genützt wurde, belief sich auf zehn und sie wurden von L. Alli son Wiliner, dem Spezial Assisten ten des General-Anwalts Bonapartc und dem Tistriktsanwalt I. Whitaker Thompson geltend gemacht. Wie be hauptet wird, hat das Kreisgericht irrig angenommen, daß die Ausstel lung der fraglichen Klausel nicht in den verfassungsmäßigen Befugnissen des Congresses bezüglich der Regnli rung des Handelsverkehrs gelegen habe und daß die Eisenbahnen durch die Bestimmung ihres Eigenthums ohne gesetzlichen Prozeß beraubt wür den. Endlich wird auch die Erklä rung des Kreisgerichts angefochten, daß das Gesetz discriminativ und prohibitiv wirke und deshalb nicht unter den Gesichtspunkt einer Regu lirung des zwischenstaatlichen Han delsverkehrs falle. Techs M onatc F r i st. Tas Bnndeskreisgcricht in Phila delphia bat auch der Bundesregie rung eine weitere Frist von sechs Mo naten bewilligt, um in dem Verfah ren zur Auflösung des Pulvertrnsts weitere Beweisstücke und Zeugenaus sagen zu beschaffen. Thätigkeit der Beringsec- Flott e. Tie Bcringsee Flotte, welche sich ans den Zolltuttern „Tbetis," „Bear." „Pcrry," „McCulloh" und „Rnsh" zusammensetzt und unter dem Befehl des Capitäus F. M. Munger sieht, hat ihre Aufgabe in den alaska nischen Gewässern erfüllt und die Schiffe sind nach ihren resp. Ttntio >en zurück beordert worden. Ter „Bear" ist am 2.7. v. M. anläßlich des Prozesses gegen die beiden japa ischen Schooner, welche während des I letzten Sommers beschlagnahmt wor- s den sind, in Valdez, Alaska, ange kommen. Tie Flotte hat auf ihren Kreuzfahrten über .ot> Meilen zu rückgelegt, 27 von den 2kl angetroffe- neu japanischen Robbenschlägerjchif-! fcn visitirt. Fahrzeugen im Werthe von einer halben Million, welche Ha varie erlitten hatten, Beistand gclei-! Bet und viele Ortschaften mit Pro-1 viant, Kleidungsstücken und Medika inenteu etc versehen.

Ain erik a's M inc r a l q ue l l e. In einem soeben erschienenen Be richt der geologischen Vermessung über die Produktion der Ver. Staa ten on Mineralwasser während des Lahres I!V7 wird gesagt, der Ge schäftszweig habe im letzten Jahre mehr geblüht, als je zuvor, und dies sei nur natürlich, da die Ber. Staa ten eine gröszere Verschiedenheit des Klimas und der Mineralquellen zum medizinischen Gebrauch auszuweisen haben, als irgend ein anderes Land. Wenn trotzdem Tausende von Ameri kanern die europäischen Bäder den amerikanischen vorziehen, so lieg'e dies daran, dasz weniger gethan wer de, um die Letzteren anziehend zn ma chen und ihre medizinische Bedeutung hervorzuheben. Schlachtschiff „N ew-Ha in p jhi r e" nach Bridgeport beordert. TaS neue Schlachtschiff „New- Hampshire," weiches jetzt in der Leagne-Island Navy-Zjard in Phila delphia liegt, ist nach Bridgeport. Conn.. beordert worden, um an der am Ich Oktober stattfindenden Feier des Columbus-Tages durch die ver einigten Italiener von Connecticut Theil zu nehmen. Nach der Feier wird die „New-Hampshire" nach der Brooklyn Navy-Aard gehen. Tas alte Kanonenboot „Castine" ist in der Navy-Rard zu Portsinauth, i>t'.-H., in Tieust gestellt worden als Mutterschiff der submarinen Boote an der altantischen Küste. Tic dcmokrntischcn Sirgrs-Aiissichtcn in Ncw-?lvrk. Chicago. 7. Oktober. Bezüg lich der demokratischen Siegcsausfich ten im Empire-Staat änszerte sich Herr Mack, wie folgt: „Tie demokra tische Partei ist im Staate New-Rork nie vollständiger geeinigt gewesen als gegenwärtig, selbst iiu Jahre IM2 nicht, und der Staat ist niemals zwei felhast, wenn die Temokraten zusam menhalten. Während unsere Partei geeinigt ist, sind die Gegner vollstän dig zersplittert. Manche Republikaner sind gegen Roosevelt, andere gegen Hughes und eine dritte Faktion ist gegen Tast. Als ein Beispiel für den Zusammenschluß der Temokraten kann man den „National Temocratic Club" in der Stadt New-Bork anfüh ren. Cr zählt l lttt! Mitglieder, setzt sich aus Bantiers, Kaufleuten und studirten Leuten znsanunen und op- Ponirte lüst! und llilül fast bis auf den letzten Blaun gegen Bryan. Wie mir gesagt wird, stehen aber in die sem Jahre l>3 Prozent der Mitglieder des Clubs bereit. Bryan zu unter stütze, und der Club hat erst kürzlich Resolutionen angenoiniuen, welche ihn indossiren." Nächtliche Cvnfrrciiz in Washington. Washington, T. C„ 7. Okto ber. William L. Ward. Mitglied des republikanischen National-Coini teS für New Bork, traf hier gestern Abend zu einer Conserenz mit dem Präsidenten Noosevelt ein. Sekretär Noot, Sekretär Straus und General- Poslmeister Bleyer hatten sich schon vor Herrn Ward nach dem Weihen Hanse begeben und betheiligten sich an der Conserenz, welche um ll> Uhr begann. Tie politische Situation im Staate New Bork war vermuthlich der Hanptberathnngsgegenstand. Sri siebenter Termin. N e w B o r k, 7. Oktober. Ten größten Theil der letzte 27 Ja lue bat der nunmehr 17 Jahre alte John Murphy hinter den Mauern des Ting Sing-Znchthanses verbracht, und gestern wurde er zum siebenten Male nach der Strafanstalt geschickt, und zwar ans siebe Jahre wegen des Besitzes von Cinbruchs Werkzeugen. Vor einem Monat war er von Tetek tivs angehalten worden, als er einen Psandladen au der Manhatlanslrasze verlies;. Es zeigte sich, das; er einen Revolver und einen Schi aubenzieher bei sich hatte. Ties genügte Richter Fosler, um ihn wieder nach dem Zuchthause zu schicken. Vcrinischlc telegraphische Tcpcschrn. Aus dein Nachlasse der Iran Paul Nenmann, die auf einer Jährt längs der Küste von Mexiko vom Teck des Tanipfers „City of Siduey" sprang und in den Fluthen ihren Tod fand, sind Juwelen im Werthe von kÜS Pum.uxu verschwunden, doch ist es möglich, dasz die Selbst mörderin ihren ganzen Schmuck an legte, ehe sie in den Tod sprang. Vit W fsffoölm.MM. Seit dreißig Jahren haben sich Tuit's Pillen als ein Segen für Kran ke erwiesen. Sie sind wahrlich des Kranken Freund. lins lieltmle IlislMlis, Für biliöse Kopfschmerzen, Dhspcpsia. Magensäure, Malaria, Hartlcibiglei, und ähnliche Leiden sind lutt's lieber ir? absolute Heilmittel.

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