Der Deutsche Correspondent (Baltimore, Md.)
October 6, 1908
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ü Heute I I ziinchiiiend bewölkt nnd wärmer, I südöstliche Winde. (iB. Jahrgang. Wcster Mnnstaud Eisenbahn. Große Ijork Fair Tviiuerstng, 8. Oktober, 8.10 Vurm, uod zur Riicksglnt ?wrl o Nnchm, Rundreise nur ifZt-OO- uz Niige vw 'i078,8-l> Kummer k Becker, Teutsches Bank- und Wcchselgcßhäst, SchNlSliirlcii bvii und'' wich Tciittchlaiid. cSlvril27--i 4t l Ost-Baltimore-Strasie. Teutsche Sparbank von Baltiiuvre, Baltimore- und Eiitaw-Ttrasie. vfscii IltnNch biin 0 bis a Uhr, c?mil,W)'"' -chnvineisler, v 0 Stabil 18V. Farmers und Merchants National-Bank, South- und Lombard Straße. apNal tza.?a,van Verdiciitcr Uebcrschust,... W.ovv NoiiN solle!, ooUetonrn eine SdrgalUiit, v y (gtIMN Akilitl Firc Jnsuranee Co. 417 Lst-Baitimorr-Strastr. estcr ^SMedir'" Charles L^Hnäai-lner, Albert W, Adl. rant T>ockham, S, Rodt, Nredk, A, ToNield, Ehar, ?!es, gohn H, Hult, Wm. vssmetNer cIIB—I TRUST ART avRRRRTRI! 00. am und nach Montag, de 15. Juli, Ihr Vaiit-Dcpartcmklit täglich um 3 Uhr Nach mittags Ichlieste, mii Aiisiiabmc bau Sam'lag An Samstag! IM 12 Uhr Mtliags, Das Tpar-Tkpartemrnt lo!i!v°Äbendö"ae!i"s'ein^^"^^ itonrad Eurich's WiLsenerll Besser, als imvorlirtes Btrr. gegenwärtig im Gährungs-Prozcs, bcgrissen. N P P- ?elrvdau: Braurrrl: Mardland-lelephon: clu?°"'Zl Rldgclh. und e--a.sr. Henrictt VI. Pride Telephone. 87>it Volmbia-Avtn^" W., B. nnd A. E. B. Eo „Tie elektrische Linie" Zhrc Bkstntachtnnq. Spezielles Tliiner 'cküc. Joknnie Aopwoob, Ost-Bnltimore-Straßc. cTcvlB,?Mle> Wir bieten. Ranft direkt vom Kodshon-Mke Sabril: !r. IM, -UordPacaStr. (Teoioi.lMllb) Schumacher ä: Koreman. Optiker. kgden, ao, BvUe Schumacher L Foreman, Geschenke jeder Art in Scli muck sachen. 28 Oft-Bastimorc-Skraße. cis.i z I. H. Reitze ä-Sihn z c, 8 Kotell WareigH, Lunsch vs N Uhr Nachm., A?l. Mahlcriirn ?oc,^ neu? Sendung importirter deutsche: und franzostschrr Weiue John Tjarks >'d Dr. A. W. Harttey A-läl>riae Praxis. Nr. 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Im vorliegenden Falle sind j die Interessen Rußland s, Frank reich's und Großbritaiinien's so ziem lich die nämlichen und stehen denjem gen Teutschland's nnd Oestreich's ge genüber, während Italien i der Mitte der beidz'n Gruppen steht, Aehnlich. wie gelegentlich der Ma lokkosrage, sind Bemühungen im (Hange, um die Gefahr eines strieges! durch Vermittelung oder einen neuen Eongres; der Mächte zu beseitigen, al lein die gegenwärtigen Entwickeln gen im Balkan dürfte trotzdem einen wichtigen Faktor in der Reugruppi rung der Großmächte abgeben. Ar m e e'n auf de m Ma r s ch, P a r i s, s>, Oktober. —„Le Tenips" veröfsentlicht beute eine Depesche aus Wien, laut welcher die bulgarische Ar mee ans dem Marsch nach der Grenze ist, und die Türken ihr entgegen zie bei. Oestreich mobilisirt zwei Ar meecorps. Tie Sachlage gilt als höchst be deutlich, und in diplomatischen strei fen zweifelt man, ob es den Mächten gelinge wird, einen strieg zwischen Bulgarien und der Türkei zu verhü ten, Bulgarien hat sich seit lahren aus eine Arieg gerüstet und jetzt ei neu Schritt gethan, welcher sich nicht widerrufen lässt, Tie Mächte können jetzt mir versuche, die Türkei zum Nachgeben zu bewegen, denn einstrieg würde unsehlbar die Veriiichtnng der jungtürkischen Partei und die.Wie derherstellung des alten Regimes be deuten, (Später,) Bis (Ihr heute Abend ist keine offizielle Bestätigung der Nachricht über die Mobilisirung von Truppen durch Bulgarien und die Türkei hier eingetroffen. Man glaubt, das; sich Bulgarien auf die Defensive beschränken lvird. Frankreich als Vermitt ler. Pari s, Oktober. Frankreich hat beschloßen, in der Rolle eine? Vermittlers auszutreten, um eine strieg zwischen der Türkei und Bul garien zu verhüten. Minister des Auswärtigen Pichon hatte bereits ei ne Reihe von Eonsereuzen mit den hlesigeii divlomatischeu Vertretern der Mächte eröffnet, um geeignete Schritte zur Erhaltung des Friedens anzubahnen, als die Rachricht über die voni Fürnen Ferdinand zu Tir-j isovo erlai'ene llnabhäugigkeits Pro ttamation anlangte. Herr Pichon conferirte heute Vor mittag mit dem russische Minister des Auswärligen Iswolski und dem! türkischen Botschafter Naoum Pascha,! und am Ra i mittag ist anderen Ti i Plomaten, Raomn l-a'cha hatte am Rnchniit tag eine weitere Eonferenz mit dem Minister Pnhon. Ten Vernehmen nach überreichte er ihm, da Irantreich eine der Zignalarinächte des Berliner Vertrages ist, einen sornieilen Protest der Pforte gegen den bulgarischen Staatsstreich, Rußl a u d sü r ein e n Eon greß der Mächte. Petersburg, 7>. Oktober. Wie man heute aus anthentischen Ouellen ankündigt, wird Rußland einen Eongres; der Psächte zum Zwecke einer allgemeinen Revision des Berliner Vertrags vorschlagen, Rußland hat Grund zu der Erwar timg. das; die formelle Annerion Bosnien's und derHerzegoivina durch Oestreich in den nächsten Tagen oder Stunden erfolgen wird, Tie Rachricht über Bulgarien's Unabhängigkeitserklärmig Halle ei neu stnrssturz ans den Börsen in London, Paris, Berlin und anderen Städten zur Folge. Bis jetzt ist noch keine ossizielte Be siätignng des Gerüchts, daß Oestreich die Provinzen Bosnien und die Her zegowina z anmsttiren beabsichtigt, hier eingetrofsen. jedoch lassen die dem russischen Auswärtigen Amt vor liegenden Rachrichten auS anderen Ouellen wenig Zweifel an der Be gründung des Gerüchts, Eine der artige eigenmächtige Handlung Oest eich-Ungarn's in einer Angelegen Veit, welche das Interesse ganz Euro j pa's berührt, kann nach der Meinung der russischen Diplomatie nicht gut willig gestattet werden. Rußland würde vorziehen, daS ganze Balkan- Problem einer neuen Diskussion zu imterwersen, obgleich es einsieht, wie gefährlich eine solche Diskussion dem Friede Europa'S werden könnte. Rnszland's Vorschlag zum Einbe rufen eines EongresseS der Mächte und einer Revision des Berliner Ver trages ist bereits vom Ezaren geneh migt worden. Noch in der letzten Woche erklärte sich die russische Regie rulig gegen jede Modifizirmig des Berliner Vertrags. Im Falle sich Oestreich wirklich Bosnien und die Herzegowina nimmt, wird Rußland auf Eompensatiou bestehen, allein welcher Art diese Vergütung sein wird, ist noch nicht bestimmt, Be kcmntlich wurde der Berliner Ver j trag der russischen Regierung, als sie in Folge eines blutigen strieges mit der Türkei erschöpft war, von den Mächten ansgezwimgen, und im Falle einer Revision wird sie olme Zweifel versuchen, etliche der ihr damals ein rissenen Irächte des st riegs noch nach träglich einzuheimsen. Tie russische Presse verdammt, gleich dem riissische stabinet, das Vorgehen des Fürsten Ferdinand als übereilt und inopportun, arceptirt je doch die Unabhängigkeit Bulgarien's als vollendete Thatsache. „Rech" de nmizirt Ferdinand als einen Ver räther a der Sache der Slaven, weil er Bosnien und die Herzogewina den verhaßten Oestreichern ausgeliefert habe. Olme Bnlgarieu's Maßnahme würde Oestreich die Annexion der Provinzen niemals riskirt haben. Andere Blätter erklären, Rußland müsse im Rothsalle mit den anderen Mächten die Türkei unterstützen und eine Zerstückelung des türkischen Rei che-? verhüte, Teutschland i u terst ii tz t Oestrei ch. B erli n, ü, Oktober. Tas Aus wärtige Amt erklärte heute, Teutsch land würde Oestreich im Falle der Annerion Bosnien's unterstütz'. Petersburg, 5. Oktober, Gras Berchthold, der östreichische Botschafter an Rußland, welcher auf einer Urlaubsreise war, kehrte beule hierher zurück und forderte eine so fertige Audienz bei dem Ezaren Niko laus. Ter Monarch befindet sich noch aui einer Vergnügungsfahrt ant dem Golf von Instand, wird jedoch den Botschafter morgen enipfaiigen. Eine Jacht ist dem Letzteren zur Verfügung gestellt worden, um ihn zu dem stai er zu bringen, Serbenschreien n a ch st r i e g geg e I Oest r e i ch. B e l g r a d. Serbien, Oktober. Tie ztniide von Oeslreich's Absicht. 80-?nien nnd die Herzogewina zu anneliiren, bat die öffentliche Blei innig in Serbien gefährlich eist stammt. Heute Abend treiben sich zügellose Mobs aui de Straßen um her, Tnmnltnenuen teuern Revolver ans den Straßen ab nnd schreien nach strieg gegen Oestreich, Türkischer Verdacht gegen Teutschland und Oest r e i ch. E o n st a n t i n o p et, Oktober, Tie Pforte ist überzeugt, daß Oest reich, unterstützt durch Teutschland, Bulgarien zu seiner Unabhängig leits-Erklärung erniiithigle, um ei neu Schlag gegen das stabinet stia niel zu führen und die neue türkische Verfassung zu rompromittiren. Welche Schritte die Türkei ergrei je wird, ist noch nicht bekannt, allein die Ansicht herrscht vor, das; eine euro päische Eonferenz einberufen werden wird, um die ganze Frage in Erwä gung zu ziehen. Zuverlässige Räch richten ans Sosia ergeben, dos; nur ein Theil der Mächte den Vorschlag Großbritannien's zur Beilegung der Eisenbahnsrage billigte, Dieser Man gel an Einigkeit ermnthigt Bulga rien ohne Zweifel zum Beharren aus seiner gegenwärtigen Haltung, In Varna und anderen bulgarischen Städten sind beute Plakate ange schlagen, welche erklären, die Unab bängigkeit des Landes müsse jetzt oder nie errungen werden, andern falls verde die Türkei aus Grund des 'Berliner Vertrages die Wieder abtretung von Ostrnmelien Verlan gen. Petersburg, Oktober. Wie eine Depesche der „Rovoe Prem ja" aus Eonslantinopel meldet, lies; stiamil Pascha, der Großvezier, den deutschen Botschafter, zu sich berufe nnd machte ihm bittere Vorwürfe we gen der Rolle, welche Teutschland ge spielt habe, indem es Bulgarien und Oestreich in ihren Plänen ermiithigte, Botschafter Marschall von Bieberstein versicherte jedoch aus sein Ehrenwort, das; Teutschland nicht schuldig sei, das; es in der Annerionssrage nicht z Rathe gezogen wurde nnd das; es das Vorgehen Oestreich's nicht billige. TieZ u k u ftß o s i e n's un d der Herzegowi a. W i e I, ä, Oktober. Tie Aiinek tirung Bosnien's und der Herzego vina durch Oestreich dürfte, wie man hier annimmt, nicht mehr lange ans sich warten lassen. Allerdings will das Auswärtige Amt nicht zugeben, daß ein derartiger Schritt beabsich tigt ist, und erklärt nur, die Regie rung plane einige Aenderungen in der internationalen Stellung dieser Provinzen, welche zur östreichisch in garischen Monarchie gehören, nomi nell aber ein Theil des türkische Rei che? sind. In politischen streifen ist man überzeugt, das; diese Maßregeln gleichbedeutmd mit Amiektirmig sind. Einige andere Regierungen, besonders Italien, sollen dem Vorba ben nicht gerade srenndlich gegen überstehen, doch scheint dies dießeichs regierung keinesweg, abzuschrecken, Tie Thronrede bei der Eröffnung der östreichisch ungarischen Telegativn in Budapest am 8, Oktober wird wahrscheinlich Richt-? über die Regie ruugspläue sagen, doch erwartet mau, der Minister dös Aeußern wer-1 de mittheilen, das; die beiden Provin zei in Zukunft „Tämiiiinm Impera toris et Regis" heißen sollen, womit die Convention dauernd besiegelt iein solle, durch welche sie nach Schluß deS russisch türkischen strieges von >877 bis 1878 seitens der Großmächte an Oesireich-Nngarn zur Besetzung auf mibeslimmtr Zeit übergeben ivusden, Aus der jetzigen Dual Monarchie würde damit 'eine Tripel Monarchie. Tie Regierungssorin für diefe Pro vinzen würde in hohem Grade von der Haltung Ungarn'-? und dem Er gebniß der jetzt Zwilchen Oestreich und Ungarn deswegen schwebenden Un lerhandlungen abhängen. F r a ii z I o s e p b' H a n d s ch r e i b e n. Rom, Oktober, Ter östrei chisch-ungarische 'Botschafter in Ita lien, Gras Gülzow, ist noch Rarconigi gefahren, uni dem stönig Viktor Ema Miel das Handschreiben staiser Frau; Joseph's zu überreichen, Wien, Tt toller, Tie „Ren-' Freie Presse" berichtet folgendes über den Inhalt des dem sranzösische 8 Weitverbreitetste deutsche T Zeitung südlich von Z New-Avrk. j
Nr. 28. Prüsidellteil überreichten Handschreiben-? de-? laisers Franz Joseph: „To.-.- Schreiben enthält eine allge nieine Tarstellung der gegenwärti gen Auslände iin Orient nnd hebt die staatlichen Interessen bestreich lln garn's schars umgrenzt hervor. Er ivähnt lvird darin die eventuelle Rotbivendigkeil siir Oestreich, in den Okknpalionsländern definitive Zu stände zu schaffen, ohne das; jedoch dadurch eine Aenderung der bestehen den Verhältnisse bedingt werde, Tie bulgarische Regierung beharrt ungeachtet aller Vorstellungen und Winke der Mächte unnachgiebig auf ihrem Standpunkt, die militärische Besetzung der Orientbahn nicht zu rückgehen zu wollen, und hat sogar nenerdings nochmals abgelehnt, mit der Türkei überhaupt über die Frei gabe der Balm zu verhandeln. Hier durch gilt die Situation für ver schärft, Zra n t reich ist vorsichtig. P a r i s, 7>, Otlober, Frankreich iü geneigt, in der Balkan Angelegen beit vorsichtig vorzugehen. Wen der Verliner Vertrag in die Vrüche geht, w ist die Hauptbesorgnis; die, das; es ,n einem (Hedränge nach „Compensa tio" kommt, das; Griechenland sich ireta, Italien sich Albanien wird an eignen volle, und das; es andere Mächte ähnlich machen Verden. Da Frankreich selbst besonders we nig interessirt ist, ist es in der Lage, die ausgleichende Rolle zwischen den rivalisirenden Interessen zu spielen. Ter erste Schritt wäre dann wahr scheinlich die Empsehlung, etivaige Aenderungen nur innerhalb des Rah mens der diplomatischen karte des Valkans vorzunehmen, wie sie von den Mächten im Berliner Vertrag von 1878 festgelegt worden ist. Das; der russische Minister des Aeußern Istvolski sich gerade hier aufhält, gilt als glücklicher Umstand. (Hestern Abend wurde mitgetheilt, die sranzösische Regierung müsse bei Veröffentlichung des Wortlauts des Brieses Franz Joseph'S die Initiative dem ta ser selbst überlassen, doch ver lautet aus augenscheinlich autorisirter Wiemw Ouelle, das; der Brief die all gemeine Lage im Orient schildert und die möglichen Folgen eines türkisch bulgarischen Evnslikts betont, sowie die Stellung, in die Oestreich durch einen solchen Eonslikt käme, Ter staiser, heis;t es, volle nicht die Initiative dabei ergreifen, den Berliner Vertrag aufzulösen, Oest eich Ungarn's Interessen aber zwän gen ihn, gewisse, von seinem Willen unabhängige Eventualitäten in Rech nung zu ziehen, vor Allem die fol gen einer Proklamiriuig der Unab hängigkeit Bulgarien'S, die, wie das Schreiben sagt, bevorstehend erscheint, Ter staiser schliesst sein Schreiben mit der Erklärung, die östreichisch-un garische Besitznahme BvSnien's und der Herzegowina müsse als endgültig betrachtet werden, Toppcliilvrd und Selbstmord. Poi'uneiner von Embreeville, Ten., und Gattin mit Art erschlagen.— Mörder erhängt sich im Gefäng nis;. ~j Johnson Ei t y, Ten,, 5, Okt. Tie ganze Stadt ist in Aufregung über die Ermordung des Postineisters von Embreeville und dessen Gattin durch seinen Schwager Bernie Vah les;, Ter Mörder hat sich nach seiner Verhaftung in der Zelle erhängt. i Bavles; hatte vor labren ein Frän iei Treadivell gebeirathet. Seine Schwägerin verlobte sich mit W. N. Ben!-?. Vahles; war gegen die Hei ratb, weil ihm BealS nicht vermögend genug war, Tie jungen Leute hei ratbeten wider Vahles;' Willen, der unversöhnt blieb, auch nachdem BealS die Anstelln, als Postmeister in Embreeville erlangt halte, stürzlich rettete Beals einen Ertrinkenden aus dem Ebncken River, erkrankte aber in lolze dessen nnd wurde in das Haus seine, Schwagers gebracht. Gestern früb üblich sich Vahles; an das Bett des 'tranken und erschlug ihn mit einer Art, Hieraus streckte er Beals' Iran mir einem Axtstreich nieder und ging nun auf seine eigene Iran los, die aber, mit einem Kind auf jedem Arm vor dem Wütherich entfloh. Racb.aren kamen herbei und über wältigten den Mörder, der mit Stricken gefesselt in das Gefängniß gebracht wurde. Als Scheriff Jones ihm das Frühstück brachte, fand er 'einen Gesaugenen als Leiche. Er balle sich in feiner Zelle erhängt. 113. cii-ValiiiuoirSir^.
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2 SO.OVO Todte. Entsetzlicher Lrbcnsvcrlust durch das Hochwasirr in Indien. Neuer Dludentenslrike in Nußland greift um sich. Cholera in Pe tersburg schwindet mehr und mehr, Enthüllung eines Denk mals für einen der ersten Drey sus-Vertheidiger zu Nimes. Holland und Venezuela. Schlimme Folgen des Einsturzes eines Fabrikgebäudes in Buda pest. Conslikt zwischen Sozia listen und der Polizei in Agram. A llah a b a d, Brilisch-Indien. 5, Oktober. Tie neuesten Nachrichten aus Hyderabad stellen die Zahl der durch die kürzlichen Ileberschwemmun gen dort nnd in Deccan nmgekomme ueu Menschen aus 50.0G1. Tie Ruhe wird allmählich hergestellt, und die Behörde fährt fort, die Leichen zu be erdigen. Anläßlich des entsetzlichen Geruchs, welcher vom Wind viele Meilen weit verbreitet wird, wagen sich nur wenige Europäer in die heim gesuchten Gegenden. Russische Studenten- U ii ruhe n. Petersburg, 5. Oktober. Das Schließe der Petersburger Uni versität wurde heute ohne Unruhe be werkstelligt. Dem Rektor Schioke witsch zufolge waren die meisten der Studenten gegen den Strike, wurden jedoch durch die politischen Comite' eingeschüchtert. Der Rektor glaubt, daß der Strike jortdauern wird, bis die Duma über die neue Ilniversi täts Vorlage entschieden hat, (Später. Heute Abend erhielt die Fakultät Befehl, die Vorlesungen ohne Rücksicht aus mögliche Studen ten-Unruhen wieder auszunehmen. Die Studenten des Kaiserlichen Po lytechnikums nd der Frauen-Hoch schule haben sich dem Strike ange schlossen. Denknial sür TrcyfuS Ver th e i d i g e r. Nimes, 5. Oktober. Heute ist hier ein Denkmal für Bernard Laza rs, den Mann, welcher die erste Flug schrift mit dem Aufruf um Gerech tigkeit sür Treyfus schrieb, enthüllt worden. Ganz allein hatte Lazare das Interesse von Schenrrr-Kestuer, Zola und Anderen geweckt, die später eine so große Rolle bei der Rehabiliti rung des unschuldig Angeklagten ge spielt haben. Major Dreyfus hatte ein Entschul digungsschreiben geschickt, in dem er bedauerte, bei der Huldigung sür den ausrichtigen Freund nicht zugegen sein zu können. Gelegentlich einer Dreysns-seindli che Demonstration hielten Major Cuignet und Leon Daudet, ein Solm von Alfonso Daudet, Ansprachen, je doch lief die Kundgebung ohne Zivi scheu fall ab. Fabrikein stürz und Leben s- Verlust. Budapest. 5. Oktober. Ein schweres Unglück, daS bereits zwei Menschenleben gekostet hat und noch etliche Opfer fordern dürste, hat sich hier in der Madarasgasse ereignet. Eine Schraubensäbrik ist ohne jede Warnung eingestürzt, während der Betrieb im vollste Gange war. Das Unglück kam so schnell und unerwar tet, daß die Arbeiter nicht Zeit hat ten, ihr Leben in Zscherben zu brin gen. Zwei Mann blieben ans der Stelle todt. Achtundzwanzig wurden so schwer verletzt, das; bei den Mei sten ein Aufkommen fraglich erscheint. Die Zabl der leicht Verletzten ist groß. An der Unglücksstelle spielten sich herzzerreißende Scenen ab, Ambulan zen und Feuerwehr begaben sich mit fieberhafter Eile an die Arbeit des VerbindenS und Abräumens, Die Unglücksstelle wird polizeilich be wacht. Eine behördliche Untersu chung zur Feststellung der etwaigen Schuldigen ist eingeleitet. Wieder ein Conslikt in Agra m. Wien. 5. Oktober, In Agram haben die Sozialisten neuerdings tur bulante Demonstrationen gegen den mißliebigen Vicc-Banus Nikolaus Czernkovich von Kroatien vcranstal tet, die ein blutiges Ende nahmen, Die Polizei, welche gegen die De monstranten einschrill, sah sich ge zwungcn, blank zu ziehen, nm die Ordnung herstellen zu können. Eine große Zahl der Tumultnantcn trug schwere Verletzungen davon, Offiziers Boycott gegen Hetzer. Wien, 5. Oktober, Die entschie dne Stellungnahme der Regierung gegen die pöbelhaften dentsch-seindli chen Ausschreitungen in Laibach ist in einer Ordre an das dortige Ossi zierscorps in markanter Weise zum Ausdruck gekommen. Den Offizieren ist es verboten worden, mit Personen zu verkehren, die bei dentsch-seindli che Kundgebungen in irgend einer Weise eine leitende Rolle spielen. Wie streng dieses Verbot gemeint ist. ergiebt sich daraus, daß mehrere Offiziere sogar zur Verantwortung gezogen sind, weil sie in einem Gast bans zuhörten, wie ein slavisches Hetz lied gesungen wurde. Vier holländische Kriegs schiffe im carai bischen M e e r. Im Haag. 5. Oktober. Im Haag ist man über die vorläusig noch nicht ganz bestätigte Meldung. Präji deut Castro habe die zweite Note der holländischen Regierung zurückgewie sen. einigermaßen bestürzt. Aller dings rechnet die Majorität der Be völternng. ebenso wie die Regierung daraus, das; der Präsident von Vene zuela seine eigenen Interesse genü gend erkennen werde, und seinen Er las; vom 1 1. Mai, der dem Handel von Cnracao schlechterdings ein Ende machte, widerrufe werde. Von vielen Seiten ist man gegen Ausübung von Waffengewalt, weil man den Haag, als den Sitz der Frie dens-Conserenz, in keiner Weise mit einem Kriegsgedanken in Fnsammen hang bringen möchte, die Regierung aber ist für alle Eventnaliläten gerü stet, Der .Kreuzer „Utrecht" hat Or dre, nach Ostindien in Dee zu gehen, aber über Westindien. Wenn er dann in Westindien ankommt, so sind dort vier Kriegsschisse unter holländischer Flagge vereint, Castro wieder krank. Willemstadt. 5, Oktober. Per Dampfer ist hier die Nachricht eingetroffen, daß der veznelanische Senat und Präsident Castro bei einer Sitzung am 1, Oktober es ablehnten, Holland's zweite Note betreffs der zwischen de beiden Ländern vorlie genden Streitigkeiten in Erwägung zu ziehe. Nach denselben Meldungen heißt es. das; Präsident Castro, der sich nach schwerer Krankheit auf dem Wege der Besserung befunden, habe einen Rück fall erlitten und sei wieder krank. Ei nige venezuelanische Häsen erwarten jetzt eine Blockade durch Holland und treffen demgemäß Vorbereitungen, Caracas, 28, September, via Willemstad. 5. Oktober, Präsident Castro ist vor einigen Tagen znrückge kehrt. Wegen seines schlechten Ge snndheitSzustandes wnr er gezwun gen, seinen Aufenthalt in Bargnisi mato abzukürzen. Eine Zeit lang war der Präsident ein schwer kranker Man, und täglich wurden ärztliche Eonsultationen abgehalten. Sein Be finden hat sich zwar gebessert, aber doch ist er nicht im Stande, der von Baron Seckendorf, dem deutschen Ge sandten. ihm am letzten Freitag über reichten zweiten Note Holland's die nöthige Ansinerksamkeit zu schenken. Man glaubt hier, das; Präsident Castro den Forderungen der Nieder lande nichj nachgeben und daß er lie ber zu den Waffen greifen werde. Sir Vincent Corbett, der britische Gesandte, ist ach einer Abwesenheit von einem Monat ans Trinidad hier der zurückgekehrt, Cholera unter Controle. Petersburg, Oktober. Die Cholera Epidemie ist 'jetzt gut unter Controle. zumal wenn man be denkt, welche Ausdehnung sie bereits in der Stadt genommen hatte, che man geeignete Maßnahmen z ihrer Unterdrückung traf. In den gestern Mittag vergange nen letzten 24 Stunden wurden lB> Nenerkrankinigen und 02 Todesfälle gemeldet. Während der heute Mittag verstri- chenrn 2l Dtnnden meldeten die Bin izipal-Hospitäler 111 neue Urank heits- und 72 Todesfälle, Die kleine Steigerung vom Vergleich zn gestern wird von dem Sanitätsbüreau de herrschenden kalten Negengüsien zu geschrieben. Tcxanischr Justiz. L o s A n g e I e s, Cal., 5. Okt. In Richter Austin's Gericht kam es beute in Folge eines durch eine Mob gemachten Versuchs, den Neger Ed ward Martin zu lynchen, zu einem Aufruhr und mehrere Personen wur de dabei leicht verletzt. Marti war be'chuldigt, am letzten Freitag Abend einen unsittlichen Angrsts auf Frl. Edith Ralston, eine Conzertiängerin zn College Grove gemacht z habe. Es gelang der Polizei, den Neger de Händen des Mobs zu entreiße und in's Duperiorgericht z bringe, wo er sich 'chuldig bekannte und vom Richter Wilbur zu lebenslänglicher Zuchthaushail verurtheilt wurde. Die „WilliamSport NailWorks" z Williamsport, Pa., wurden gestern theilweise durch Feuer zerstört. Der l Verlust beträgt 875.00 bis isN.- 000 und 250 Arbeiter werden be i ichästigungslos, j Der Deutsche Cvrrcspondciit, Baltimore, Md., Dienstag, den 0. Oktober 1008 Tie Brandfackel. Elf Mciischcn stille einem Tencment hniisbrnnd zum Opfer. Das Fener wurde von Mordbrennern angelegt. Großmutter und zwei Enkel in Folge der Erplo sion einer Kerosinlampe umge kommen. —Marylander Schooner „Benlah McCabe" in einem west indischen Orkan untergegangen, Nur ein einziges Mitglied der Mamnchait gerettet, Philadel phia's lubilänmsivoche, N ew Vork. 5. Oktober. Ein durch Brandstiftung veranlaßtes Feuer, welches heute früh das Tene menthanS Nr, 711—712, Mnlberry- Strasze. einäscherte, kostete elf Men schen das Leben, über ein Tntzend wurden verletzt nnd 80 andere ent gingen nur mit knapper Noth dem Tode, Drei mit Abfällen gefüllte und mit Petroleum übergossene Fäs ser im unteren Hausgange brannten lichterloh, als man das Feuer zuerst entdeckte, und die Flamme verbrei teten sich so rasch, daß 50 oder mehr Menschen, welche in den oberen Stock werken schliefen, der Ausgang zur Flucht abgeschnitten wurde. Etliche dieser Unglücklichen erstickten in ihren Betten, während andere ans der Flucht nach den Fenstern und Feuer leitern umkamen. Viele wurden auch durch Sprünge ans den Fenstern oder in dein wilden Andränge nach den "Fire EScapcs" verletzt. Die Todten sind: Minechillo Fnricillo, seine Gattin Antoniella und deren drei Kinder im Alter von fünf, drei und zweilahren: Francisco Polestrino, 18 Jahre alt, ein Musiker; Frau Rosa Schettino und ihre sie ben Jahre alte Tochter Christum: Vita Barone; Pietro Magliacca: Ein noch nicht identisizirter Mann, Mehrere der Verletzten, welche in Hospitälern darnieder liegen, besiu den sich in kritischem Zustande, Das Unglück ist übrigens theilweise den Opfern selbst zuzuschreiben, indem dieselben die „Fire EScapes" mit allerlei Gersimpsel vollgestopft hat ten, anstatt dieselben, wie es vorge schrieben ist, beständig llar und von Hindernissen frei zu halten. Als die Bewohner während des Brandes die eiserne Leiter hinab zu fliehen ver suchten, waren etliche der Plattfor men mit Brettern und anderen Ge-, genständen gefüllt, welche ihnen den Weg versperrten. Es kam zu ent setzlichen Scenen aus den engen, ei sernen Leitern, lieber ein Dutzend Kinder wurden durch ihre Mütter von dem zweiten oder dritten Stock werk herab geworfen und durch unten stehendePersone ansgesangen. Lösch- männer trugen die meisten der Frauen später die Leiter hinab. Noch drei Opfer des Fciicrdäiiions. Vonk e r s, N.-V,, 5. Oktober. Frau Mary Eummings, 70 Jahre alt, und ihre beiden Enkel. leannelte Howland. neun Jahre alt. und Harry Howiand, elf Jahre alt, kamen heute früh durch ein Feuer um's Leben, welches die Wohnung des Hrn. John Cummings, Superintendenten des Gutes des Hrn. Wm, I. Cochran, nahe hiesiger Stadt zerstörte. Alle Bewohner des Hauses lagen im Schlafe, als der Brand durch Erplo- sion einer Kerosiiilampe entstand. Hr. Cummings und Gattin vermochten, aus ihrem Schlafzimmer im ersten Stockwerk das Freie zu erreichen, allein die ältere Frau Cummings, Mutter des Hausherrn, und die bei- den Kinder, fielen auf ihrer Flucht vom Rauche überwältigt nieder und erlitten den Tod, Frau Marie How- land, eine Tochter der Frau Cum- nnngs, sen,. stürzte auf der Flucht von einer Veranda und erlitt einen Arm- und einen Beinbruch. Nur rin Gcrrttrter. I schooner „Beulah McCabe" aus Crissield, Md.. in einem Orkan untergegangen, Ein einziges Mitglied der Mannschaft entging dem Tode und ist zu Port Arthur, Tex., gelandet worden. i Mobile, Ala,. 5. Oktober. Wie eine heute dem Collettor des hie- sigen Häsens zugegangene Depesche meldet, kam der belgische Dampfer „Tislis" heute zu Port Arthur, Tex., an und brachte Alexander Ssolhm als einziges überlebendes Mitglied des amerikanischen Schooliers „Beu lah McCabe" dorthin. Sjolhin wurde aus hoher Oee. etwa 200 Mei- I len südwestlich von de Bahamas, auf einem Flosse aufgesnnden. Außer j j ihm befand sich noch die Leiche eines anderen Schiffbrüchigen, welcher kurz vorher in Folge der ausgestandenen Strapazen nnd vor Hunger gestorben war. Auch Ssollim war dem Tode nahe. Er erzählt, daß der Schooner in einem Orkan unterging, und daß, soweit er weiß, außer ihm und sei nem Gefährten die ganze Man nützn st gleich bei dem Untergang den Tod erlitt. Der Schooner war zu Bath, Me,, erbaut, gehörte jedoch einer Fir ma in Crisficld, Md., und wurde auf 875,000 geschätzt. Nachstehend folgt eine Liste der Mannschast: Capitän E, W. Valley, Bootsmann R, G, derstm, I. A. Sjohlm, I. Crricksse.i und Emil Johnson, Philadelphia'S Gründniigsivochc. Große Militärparade der Haupt punkt der gestrigen Feier. Heute deutscher Tag nnd Legmig des Grundsteins stir das Pastorius-Denkmal. Philadelphia. 5. Oktober, Heute war der Militärtag der..Grün duugSwoche" und brachte als Hanpt- Ereigniß die große Militär-Parade, an welcher 25.000 Soldaten nnd Seeleute tlieilnahmeu. Nachstehend folgt das heute durchgeführte Pro gramm: Mit Sonnen-Aufgang Begrü ßung der Stadt durchKanonenschüsse von >8 Bundes Schlachtschiffe nnd ausländischen .Kriegsschiffen aus dem Delaware und der Philadelphia Navychard, 0 Uhr Vormittags Der erste Stempel-Abdruck des neuen Stadt Siegels wird in der Office des Mayors vorgenommen, 0,80 Uhr Vormittags—DerMayor empfängt in seiner Office die von der Office geladenen Gäste. 10.80 Vormittags Enthüllung der schwedische und holländischen Gedächtnißtafeln am Südeingang des Nathhauses. 1 l Uhr Vormittags Im Hofe des Nathhauses wird zum Gedächtniß der französischen Hülsstrnppen unter Gras Nochambea eine Tafel enthüllt. Mittags Die Gäste der Stadt werde mit einem Luiijch bewirthet, 1 llhr Nachmittags Parade von 25.000 BundesSvldaten und Ma trose. wie der Pennsylvania Abthei lung der Nationalgarde und der Rstr trosen fremder., Mächte. 5 Uhr Nachmittags Orgel-Eon zert in den größeren Kirchen, 7,80 Uhr Abends Illumination der Stadt, I ist 8 Uhr Abegds Mnnizipalfeier in der „Musik-Akademie." Musika lisch-Historisches Drama „Philadel phia." Das Programm sür morgen ist: lO Uhr Vormittags—Grundstein legung zum Pastorstis Denknial in Gerniantowu durch die deutschen Ver einigungen. I llhr Nachmittags—Polizei- nnd Feuerwehr-Parade. Im Intcrcssc der Scklciite. Erste internationale Conserenz der „American Seamen's Friend So ciety" tagt diese Woche in New ?)ork, N e w N o r k, 5, Oktober, Ver treter anS allen Theilen der Welt sind im Laufe der vergangene". Woche hier eingetroffen, nm an einer Con serenz theilznnehmen, die in dieser Woche in dem neuen Institut sür Seeleute in Nr, 507, West-Str„ abge halten wird. Die Delegaten kommen von >5 ausländischen Stationen der „American Seamen's Friend So ciety" und von ähnlichen Organisa-, tionen in Großbritannien und ande ren Ländern. Die Conserenz, welche die erste in ternationale Conserenz ihrer Art ist, will sich mit der Lösung von Prob lemen, gegen welche die Seelente überall in der Welt anzukämpfen ha ben. beschäftigen. Unter den zur Bc sprechung kommenden Fragen befin den sich: die Beschaffung guter Lek türe für Seelente: die Schaffung wichtiger und angebrachter Gesetzge bung im Interesse der seefahrenden Klassen und die Verbesserung der Verschifsungs Methoden in den Hä sen der Welt. Gleichzeitig sollen Plä ne sür eine reguläre Organisation und jährlich abzuhaltende Versamm luuge vorgelegt werden. Unter den Angekommenen befinden sich Vertreter ans London, Neapel, Genna, Copenhagen, .Gothenburg. Hamburg. Rotterdam. Rio de lauei ro. Buenos Ayres, Gloncester, Nor folk. Newport News, Charleston, Wilmingto, New Orleans, Port land und Seattle, Am Mittwoch Nachmittag findet die Einweihung des neuen Gebäudes des Instituts in der West-Str„ daS 8825.000 gekostet hat, statt. Es ist mit dem Comsort eines modernen Hotels eingerichtet und kann 200 Gäste aufnehmen, Pässe zur Nrisc in'S Ausland be singt E. Naiuc, Nr. 443, Ost-Balti iiiorcstrnsic, nahe Custom Hvuse Aue. Nick wrhit sich. Tcniiii'.irt cinr ihm '.geschriebeiie Aeußerung nls Caiiipagiirliigr. Hat nicht gesagt, daß Zchwiegerpapa Nooievelt binnen acht lahren wieder in's Weiße Haus ein ziehen werde. Gerücht über Roosevelt-Campagnetour erman gelt der Bestätigung, Brnan's Standpunkt in der Pensionsirage, Interessante Mittheilungen aus der Vergangenheit des Tast'- schen Vertrauensmannes nnd Nathgebers Arthur I. Vorys, C i n c i n n a t i, O„ 5. Okt. —Con- greßmitglied Nicholas Longworth, welcher heute auf seinem Wege nach dem Osten durch die hiesige Stadt kam, dennnzirt die in allen Theilen der Vereinigte Staaten veröffent lichte Angabe über die von ihm in ei ner Rede zn Rock Castle, lIIS,, ge machte Bemerkung, nämlich daß Herr Roosevelt. nachdem Taft acht Jahre lang Präsident gewesen sei. wieder in'S Weiße HauS einziehe verde, als eine Campagnelüge. Nach seiner Dar legung sagte er zur Antwort aus eine Aeußerung des Vorsitzers der Ver sammlung. in welker er redete, Tast werde ohne Zweifel bei der bevorste henden Wahl siegen und später auch zu einem zweiten Termin erwählt werden. Wer dann auf Taft folgen werde, müsse sich später finden, Ta raufhin seien viele der Zuhörer in den Ruf „Roosevelt, Roosevelt!" ans brochen, allein er habe nicht im Entfernteste an eine Aeußerung, wie die ihm zugeschriebene, gedacht, Bryan für Pensionen. L i n c o l n. Nebr., 5, Okt. In ei nein heute stattgefundeiien Interview bestritt Wm, I, Bryan, jemals eine Rede gegen Veteranenpensioneii ge halten oder einen Leitartikel dagegen geschrieben zn haben. Im Gegentheil habe er in allen seinen Platsormen Pensionen befürwortet und er begün stige im Allgemeinen eine liberale Pensionspolitik, Vorläufig keine Stum p tour des Präsidenten. W ashing to T. C., 5. Okt.- Die gestern von Lincoln, Nebr., aus erfolgte Meldung, daß Präsident Roosevelt im Begriff sei, eine Stump tour sür Tast über den ganzen Co tinent bis nach der Pacificküste anzu treten, wird hier bestritten. Im Wei ßen Hause wird die Erklärung wie derholt, daß Herr Roosevelt gegen wärtig keine Absicht habe, auf den Stump zu gehen, das; man jedoch nicht wisse, was später geschehen werde. Ja, Bauer lieber Vorys und seine anrüchige Ver gangenheit legen Roosevelt und Tast keine Entrüstung an de Tag. Aber Haskell, ja, das ist ganz was And'res. Washington, D. C„ 5. Okto ber, Angesichts der gewaltigen Entrüstung, welche Präsident Roose velt über den verflossenen demokrati schen Campagne-Schatzmeister Has kell an den Tag gelegt hat, muß es doch seltsam erscheinen, daß er die dokumentarischen Beweise, welche den „persönlichen Rathgeber" seines Can didaten Taft. Arthur I. Vorys, als einen Beschwindler von Wittwen brandmarken, gänzlich zu ignoriren sür gut befunden. Die Anschuldigun gen gegen Haskell sind vorläusig eben nur Anschnldigunge, die gerichtlich keineswegs erwiesen worden. Was gegen Vorys vorliegt, ist ein abge schlossenes Verfahren, auf Grund des sen ihm von Seiten der zuständigen Bundesbehörden die Praris als Pen sionsanwalt entzogen wurde. Fünfzeh Jahre lang war dem be sagten Vorys das Praktiziren vor dem PensionSamt untersagt, weil er einer Wittwe die ihr zukommenden Pensionsgelder vorenthalten hatte. Die Geschichte dieses Falles ist in ei nem offiziellen Dokument (Ex. Doc, >72. 48, Congreßl betitelt: „Irregu läre Praktiken gewisser Anwälte" nie dergelegt. Es geht daraus Folgen des hervor: Am 10, Juli 188 l unter breitete der damalige stellvertretende Pensions Comnnssär O, P. G, Clarke dem Sekretär des Innern Kirkwood „gewisses Beweismaterial, welches der Spezialagent Shepherd gesam melt hatte und worin nachgewiesen Ivar, daß Arthur I. VoryS von Lan caster. Ohio, ungehöriger Handlun gen als gesetzlicher Vertreter von Su san English. einer Pensionärin unter Certisikat 188,088, schuldig sei," Nähere Geschichte des Schwindels. Ter Anspruch wurde am 12. Sep- tember 1872 im PensionSbnreau ein gereicht und im Inli 1880 gutge heißen, Die Pensionärin constatirt, daß sie die ersten Zahlnngsaiiwei sungen, welche sie erhielt, nach dem Bnreau von VoryS brachte, ohne zu wissen, wie groß der Betrag sei, wel cher ihr zugesprochen worden war, Sie überließ die ganze Angelegenheit VoryS, der ihr sagte, der Check laute auf Pl IÜ2 und er werde ihr P-tl sür seine Dienstleistung berechnen, Vo ryS überschrieb ihr ein Grundstück mit HauS, wofür er ihr PBOO berech nete. und übergab ihr Püäl,2ä in baarem Geld, womit sie zufrieden war. Später erfuhr sie, das; der Be trag des Checks ans mehr als 81.700 gelantet habe, Sie übergab nun die Angelegenheit dem Countv Anwalt I, D, McCormick, nnd Vorys wurde wüthend, als McCormick von ihm verlangte, er solle den Nest heranSge ben, schließlich zahlte er an McCor mick noch weitereijMl.2s, und zwar im Haimar 1881. Wie durch die Aus- sagen des assirers der„Hocking Val ien Nationalbank" nachgewiesen wnr de. halte der Check auf !s!t 108 getan tet und war von Vorys in der Bank deponirt worden, Vorys gab als Entschuldigung inr die Einbehaltung der Summe an. er habe gefürchtet. das; der Mann der Pensionärin das selbe für Schnapps ausgeben würde. Ausgeschlossen und nach 15' lahren r e h a b i l i t i r t. Nach gründlicher Erwägung aller Umstände erließ der stellvertretende PensionS Connnissär folgende Ordre: „Departement des Inneren. Pen sionsbureau, Washington. D, C,. 25. Inli 1881, Beordert, auf Weisung des Sekretärs des Inneren, das; A, I, VoryS von Lancaster, Ohio, von der Praris als Auwalt vor diesem Bureau suSpendirt werde, weil er ei nen Theil des PensionSgeldeS in dem Falle von Susan English, Certisikat Nr, 188088. zurückbehalten hat, O, P, G, Clarke, stellvertretender Com missär," Dann wurde dem Pensionsanwalt noch Gelegenheit gegeben, sich zu rechtfertigen, und am 12, Januar 1882 richtete er einen laugen Brief an den PensionS Connnissär Dndley. in welchem er die Erklärung wieder holte. dasz er daS Geld zurückbehalten habe, damit der Mann der Pensionä rin dasselbe nicht vertrinke, und hin zufügte. Frau English sei jüngst zu ihm gekommen., ihm zn versichern, sie glaube nicht, das; er sie habe be trügen' wolle: EvniMissär Dirdley schrieb ihm zurück, seine Erklärung sei nicht zufriedenstellend und über dies sei dieselbe nicht beschworen. Da ranfhin lies; Vorys nichts wieder von sich hören, und die Ordre, das; er siir derhin nicht wieder vor dem Pen sionsbneau prattiziren dürfe, trat in Kraft, Erst am 15. November 1807 wurde die Ordre wieder aufgehoben, Mc- Kinley's erster Sekretär des Inneren schrieb an den Pensions-Conimissär, VoryS habe als junger Mann gefehlt, und seither sei. so viel man wisse, nichts Neues gegen ihn vorgefallen, deshalb möge der Pensions-Conimis sär die 1881 erlassene scharfe Ordre wieder aufheben. Politischer „Pull" hat auf solche Weise Vorys wieder „rehabilitirt," Damit ist er mit der Zeit in Stand gesetzt worden, persön licher Rathgeber deS Candidaten Tast im Jahre >OOB zu werden. Haskell. Roosevelt und Schnapps in Prohibi tion s st a a t e n. W asbi n g t o n. D. C., 5, Okt. Auf Anregung von I, H, Norris, dem Vorsitzer des republikanischen Staats-ComiteS von Oklahoma, hat Präsident Roosevelt ein Schreiben veröffentlicht, welches er au Gouver neur Haskell bezüglich des Versandts von Whiskey nach ProhibitionSgebie ten gesandt hatte, Gouverneur HaS kell hat in einer kürzliche Erklärung das Faktum erwähnt, daß er ein Antwortschreiben vom Präsidenten besitze, und angedeutet. dem Letzte ren dürste die Veröffentlichung dessel ben nicht besonders genehm sein. Dies erregte lebhaftes Interesse in prohibitionistischen Kreisen und eS er gingen auS diesen viele Anfragen über den Inhalt des Schreibens, Vorsitzer Norris schlug dem Sekretär des Präsidenten, Herrn Loeb, in ei nem Briese vor, das Schreiben zu veröffentlichen, um Herrn Haskell den Mund stopfen, Präsident Roose velt ging darauf ein und übergab das Schreiben an HaSkell, sowie auch den Brief NorriS' an Loeb der Oef fentlichkeit. Das Schreiben de? Prä sidenten an HaSkell lautet wie folgt: „Weißes HauS, Washington, den 18, April 1008, Mein lieber Gou verneur! Ich habe Ihr Schreiben er halte und werde dasselbe in gründ liche Erwägung ziehen, Die Angele genheit geht in erster Linie den Eon greß an und es ist eine Gesetzgebung geplant, nni den Grad des Vortheils zu vermindeln, welche Verletzer von lokalen ProhibitionSgcsetzen aus den Vorschriften zu ziehe vermögen, die nöthig sind, um den zwischenstaatli chen Handel nnd den Gebrauch der Post zu schützen. Aufrichtig der Ihre. Theodore Roosevelt." Nidder und dir Arbeiter. Schatzmeister des demokratischen Na tivncil-Eoinites in der „Central Federated Union" freundschaftlich empfangen. Präsident Lynch, von der „Typographieal Union", als Schiedsrichter. Ncw -Z) ork, 5. Oktober, —ln der gestrigen Versammlung der Tele gatcn der „Central Federated Union" im' llniversity Settlement-Gebäude, Nr, 184, Cldridge-Str„ zu welcher sich etwa 800 Vertreter der verschiede neu Gewerkschaften eingesunden hat ten. erschien, einer ans seinen Wunsch hin ergangenen Einladung folgend, Herr Herman Nidder, um aus den in der vorigen Sitzung von einigen Rednern gegen ihn erhobenen Vo wnrs, dasz er den organisirten Arbei tern nicht freundlich gesinnt sei, per sönlich zu antworten. Herr Nidder wurde von den anwesenden Telega ten freundlich begrüßt und durch den Präsidenten William A, Coakley der Versammlnng vorgestellt. Sekretär Ernst Böhm berichtete zunächst über einen Bestich, welchen ein Comite der „C, F, U," Herrn Nidder am letzten Montag abgestattet hatte, um von ihm Aufklärung über eine Beschwerde zu erhalte, die der Delegat Viktor Buhr von der Anstreicher Union ge gen ihn vorgebracht hatte. Wie Herr Böhm sagte, wurde das Comite von Herrn Nidder in liebens würdiger Weise empfangen, Hr, Nid der weigerte sich aber, seine Antwort dein Comite mitzntheilen, nnd sagt,', das; er bereit sei. dies vor den ver sammelten Delegaten zn thnn, wenn eine Einladung zur nächsten Sitzung an ihn ergehe. Daraufhin sei Herr Nidder aufgefordert worden, der gestrigen Versammlung beizuwoh neu. Präsident Coakley ertheilte niiii mehr dem Gaste das Wort, und Herr 5 Nidder sagte etwa Folgendes: „Ich wünsche, Ihnen vor Allem für Ihre Einladung herzlich zu danken und meiner Freude darüber Ausdruck zu geben, das; ich heute Nachmittag hier erscheinen konnte. Es ist meine Absicht, die Angelegenheit, welche mich hierher führte, mit Ihnen in ei ner befriedigenden Weise zum AnS- trag zu bringen, aber, ich bin kern Mann vieler Worte. Ich glaube nicht, das; Sie irgend welche Juris diktion in der Sache haben, welche hier gegen mich vorgebracht wurde. Aber ich bin trotzdem bereit, die Ange legenheit zur Entscheidung Herrn James M. Lynch, dem Präsidenten der „International Typographieal Union", zu unterbreiten. Er wird sie in einer unparteiischen Weise unter suchen und zweifellos zn Ihrer Zu friedenheit entscheiden. Das ist Alles, was ich über den Gegenstand zu sa gen habe." Die Delegaten Herman Robinson, Dnffy, TebS und TeVeaur erklärten sich mit dem von Herrn Nidder vorge schlagenen Arrangement einverstan den und betonten, daß seine Hand lungsweise eine durchaus zufrieden stellende und gerechte sei. Hr. Nobin son hob hervor, daß über die Angele genheit ganz unnöthig so viel Aufhe bens gemacht wurde und die „C. F. U," im Grunde genommen nicht das Geringste damit zn thun habe. Nur der Delegat Wolf von der Cigarren arbeiter Union opponirte dem Antra ge. die Entscheidung Herrn Lynch zu überlassen, der Vorschlag wurde je doch fast einstimmig angenommen. Damit war die Sache erledigt, und Herr Nidder verließ mit einem Ab schiedsgrus; die Tribüne, Als er die Reihe der Delegaten durchschritt, er hob sich lauter Beifall, und es würd' ihm eine herzliche Ovation zu Theil. Dr. Dctrc heirathet. W a s hingto n, T. C., 5, Okt.— Dr, Ladislaus Tetre, Professor an der Budapester Universität, der durch seine Entdeckung einer neuen und vollkommeneren Tiagnosis bei Tu berkulose einen internationalen Ruf erlangt hat. wird hier in Bälde, je denfalls noch vor dem 20. d, M„ seine Hochzeit mit der jungen Violinistin Bertha Coblenzer begehen. Sie ist erst >B. der Professor .82 Jahre alt. Das Brautpaar hat einander in Bu dapest. wo Bertha ihre musikalische Ausbildung genossen hat, kennen ge lernt. W riuW's M A nzsliml! 7ce. M verftopsun,. osweh, vlutarang zum as ,e. M Vre A t alten Apotheken. Nur echt mit dem Namen M. Barhd, Importeur.
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Aus Teutschland. Tirektor Ballin s Plan zur Vereini gung der Tninpfcr-Gkscllschustcn. Terselbe soll der nächsten Raten-Con ferenz unterbreitet werden. Uebertriebenc Eonkurrenz im Ban von Lutzusdampsern. Ge meinsamer Fond zur Teckung der Kosten. Unschuld eines in Gießen. Hessen Tarmsladt, als vermeintlichen Mörders Hinge richteten Handwerksbnrschen an's Licht gekommen. Er-Knltus- Minister Stndt feiert seinen 70. Geburtstag. Berlin, 5. Oktober. Obgleich der wiederholt besprochene Plan Ti rektors Ballin von der Hamburg.- Amerika Linie, einen Schnelldam pfer der großen Linien täglich von und nach Amerika abgeben zu lassen, um die sich als unprofitabel erwiesene Conkurrenz zn beseitigen, bei den englischen Linien ans wenig Gegen liebe gestoßen ist, bat Ballin sich nicht abhalten lassen, seine Fdee in ihren Einzelnheiten zn erläutern. Auch trägt er sich mit der Absicht seinen Plan der nächsten Raten Eonferenz zu unterbreiten. „Tic Conkurrenz bei'm Ban der so genannten Lurnsdanipfer," sagte der Tirektor, „hat eine riesige Erhöhung ihrer Kosten verursacht. Unser erster Crpreßdampfer, die „Auguste Victo ria," der im Fahre 1880 gebaut wur de, kostete nur cine Million Tollars. Mittlerweile bauten die englischen Ge sellschaften bessere und schnellere Tampfer, was zur Folge batte, daß unser nächster Tampfer, der „Fürst Bismarck," P 1.125,000 kostete. So dann kani der Nordd. Lloyd mit sei ner Kaiser-Klasse, was zur Folge bat te, daß die „Teutschland" einen Ko stenbetrag von P 2,750,000 verursachte, lim der englischen Cvnkurrenz zu be gegnen, ließen wir vor zwei Fahren die „Kaiserin Auguste Victoria" mit einem Kostenanfwande von IU/-- Mil lionen Tollars vom Stapel laufen, Ter Lloyd baut augenblicklich de „Gcoge Washington," der die „Kai serin" lim 'Größe und Schnelligkeit übertreffen soll, während die White Star-Linie eben den Kiel für zwei Tampser legt, die je Os/j. Millionen Tollars kosten sotten. Noch kostspie liger sind Tampser, wie die „Lnsita nia" und „Manrctania," die mit englischen Regiernngs-Subsidien ge bant werden. „Fch habe die Ueberzeugung, daß dieser ruinöse Wettbewerb bei'm Ban von Tampfern durch ein gemeinsa mes Abkommen beseitigt werden kann. Unser jüngstes Pool-Arrange ment bat bereits eine Fnteressen-Ge ineinschast geschaffen, die als Grund lage für einen derartigen Pertrag die nen kann, Fch habe bereits die er sorderlichcn Schritte getroffen, indem ich den dabei interessirten Linien den Vorschlag gemacht habe, daß wir P 5 für jeden nordatlantischen Passagier erster und Pt.25 für jeden Passagier zweiter Klasse in einen gemeinsamen Schatz werfen, Tas. ans diese Weise gefmnniclte Geld soll in erster Linie zum Ankauf und Abbruch alter Tam pser Verwendung finden, „Heute verkehren z viele Schnell dampfer zwischen Europa und den Per, Staaten. Tie älteren Schiffe unter ihnen schädigen in Folge ihrer billigerenFahi preise die modernen he trächtlich, ohne ihren Eigenthümern direkte Bortheile zu bringen, To lan ge die Gesellschaften solche Fahrzeuge besitze, besteht natürlich die Absicht, sie auch verkehren zu lassen, was zur Folge hat, daß die Cunard und die White Star Linie dieses Fahr jeden Mittwoch Crpreß-Tampfer von New ?)vrk und England und die Ameri can und die Cunard Linie jeden Sa mstag mit zwei Tampfer einander von beiden Seiten des Ozeans Conkurrenz machen. Fch habe die fest? Ueberzeu giliig. daß die Atmosphäre durch den gemeinsamen Ankauf gereinigt und die modernen Tampfer profitabel ge macht werden können. Wenn mein Plan der täglichen Abfahrt eines Tainpscrs von beiden Seiten durch dringt, könnten die Regierungen der Vor, Staaten. England's n. Teutsch land'? bewogei werden, das Bevor zagen dieser oder jener Flagge aufzu geben und den nächsten Tampfer oh ne Ansehen der Nationalität, soweit seine Geschwindigkeit in Betracht kommt, zu benutzen. Mit einein sol chen Abkommen würden in einem Fahre t2i/s. Millioen Tollars er spart werden." Fustizmord in Gießen. Ein Fustizmord, begangen durch die Hinrichtung eines Unschuldigen im Fahre 1000 ist soeben durch das Geständniß eines Sterbenden an's Tageslicht gekommen. Tie Meldung, deren Richtigkeit bis jetzt keine,' Zweifel zu unterliegen scheint, erregt in ganz Teutschland ungemeines Auf sehen. Fi Fahre lOtXi war in der hiesigen Universitätsstadt Gießen ein Hand werksburschc wegen der Crmvrdnng eines Pfarres, Namens Golk, zum Tode vernrtheilt worden. Ter Ange klagte hatte während der Perhand- Iniig standhaft jede Schuld die Zeugenaussagen in Verbindung mit den Umstandsheweisen hatten je doch den Geschworenen genügt, um ihn schuldig zu sprechen. Ein Begna digungsgesuch wurde nicht empfohlen, der „Gerechtigkeit" wnrde ihr Lauf gelassen und die Hinrichtung vollzo gen. Schon damals waren in den Kreisen der Bevölkerung Zweifel an der Schuld des Angeklagten laut ge wvrden, man hätte lieber eine Vernr theiknng zn einer Freiheitsstrafe oder eine Umwandlung des Todesurtheils gesehen, Tom Gericht aber galt die Beweisaufnahme für geschlossen. Mit einer feierlichen Betheuernng seiner Unschuld ließ der Vernrtheilte sein Leben unter den Händen des Scharf richters. Fetzt, nachdem der Hingerichtete be reits seit zwei Fahren in der Armen Sünder-Ecke des Gießcnei Friedhofs eingescharrt ist, kommt die Nachricht, daß der wahre Mörder sich gemeldet hat. Ein nach Holland übergesiedel ier Teutscher hat auf dem Sterbebett den Mord gestanden. Er batte nicht sterbe können, ohne sein Gewissen zn entlasten, und hat vor Zeugen er zählt. wie er selbst de Pfarrer er mordete und die That mit allen Be gleitumständen geschildert, Tie Anzeige bei den Behörden ist sofort erstattet worden, und eine Un tersuchung ist eingeleitet. Wenn es auch vorläufig immer noch möglich wäre, daß eine Mystifikation vor liegt, so giebt der Fall doch wieder reichlichen Stoff für die Agitation zur Abschaffung der Todesstrafe. Siebzig Fahre alt. Ter frühere preußische Kultusmi nister Eonrad Stndt begeht heute das Fest des 70. Geburtstages. Conrad Stndt. geboren am 5. Ok tober 1888 in Schleinitz, Schlesien, stndirte 1850—'50 in Breslau und Bonn Rechts- und Stnalswissenschak ten, nabin an den Kriegen von 1801, 1800 und 1870 —'71 Tbeil, wnrde 1808 Landrath in Obornik, in 1870 Hülfsarbeitcr im Ministerinin des Inneren, 1880 vortragender Rath, 1882, Reg io4ullgspräsidont ü Königs berg, 1885 Mitglied des Stantsralhs. 1887 Unterstaalssekretär in Clsaß- Lothringen, 1880 Oberpräsident von Westfalen und am 2, Septeinvcr 1800 preußischer Knltnsininister und trat im Fmii 1007 von diesem Posten zurück, Cr hat wesentlichen Antheil an der jüngsten Reform der höheren Schulen und der Erweiterung ihrer Berechtigungen, sowie der Einfüh rung einci- einheitliche Rechtschreibung genommen. Mit dem späteren Mini ster Heerfnrth bctheiligte er sich 1878 an der Herausgabe statistischer Ver öffentlichungen nd bearbeitete mit Brannbehrens die neuen Auslage ven Branchitser's Werk „Tie neuen preußischen Verwaltnngsgesetze.") N och eine C rtlä rn n g ü bei die Casablanca Epi sode. Ueber den deiitsch-französischen Zwi schensatt in Casablanca, der Auge sichts Her Haltung der französischen Chauvinisten-Presse die Gemüther hier noch immer lebhast erhitzt, ist wiederum eine offiziöse Erklärung ab gegeben worden. Nachdem gestern die „Kölnische Zei tung" die französischen Hetzereien in das richtige Licht gestellt bat, wird darauf hingewiesen, daß, sobald als dies angängig, amtliche Mittheilun gen über den Sachverhalt erfolgen werden, von denen dann die Bildung eines objektiven Urtheils möglich sein wird. Tie offiziöse Erklärung sagt, der Zwischenfall befindet sich jetzt in dem Stadium genauer thatsächlicher Fest stellungen. Teutsche und französische amtliche Mittheilungen würden erfol gen, sobald die von beiden Regierun gen eingeforderte Berichte eingegan gen seien. Falsches Geld aus Spanie n, Trei Koffer mit falschen Fünfmark stücken sind der Berliner Crinnncil- Polizei in die Hände gefallen. E handelt sich um die Hinterlassenschaft eines der spanischen Fälscher aus Santander, die Berliner Waaren- u. Kaufhäuser mit falschen Fünfmark stücken überschwemmten, nd deren kürzlich niehrere, wie gemeldet, zu schweren Strafen verurtbeilt wurden. Als seiner Zeit zwei Mitglieder der Bande, ein junger Mann und ein Mädchen, bei einem Einkauf am Mol kenniarkt ertappt wurde, entkam ein anderer junger Mann. Tiefer eilte rasch in sein damals noch nicht bekanntes Quartier, ein Pensionat an der Königsstraße, und verschwand. Tie Kerinuthnng, daß er Beweisstücke befestigt habe, hat sich setzt bestätigt. Unter dem Gepäck, das uus dem Bahnhof Friedrichstraße in Ter Tcntschc Ccirrcspondent, Bnltiiorc, Md., Dienstag, den 11. Oktober 1008 Verwahrung lag nd jetzt, nach Ab lauf der Frist, als Fund behandelt wird, befanden sich auch drei Leber koffer, die mit falschen Fünfniartsiüt ten ans der spanischen Werkstatt ge fiillt waren. Tie Staatsanwaltschaft beschlagnahmte diese Falschslücke. Brautpaar verunglückt, Fmigc Leute geriethen bei einem Spaziergange unter die Räder eines Expreßznges und wurden zermalmt. New Nork, 5. Oktober. Ein Liebespärchen, das im fröhlichen Ge plauder über seine Zutuustspläne die Geleise der Long Fsland Bahn en:- lang wanderte, wnrde gestern Nach mittag von der Lokomotive eines Er Preßzuges getroffen und augenblick lich getödtet. Tie Tragödie ereignete sich bei der Borrows Ave, Kreuzung in Winsield, Oueens, wo der Zug über eine Kurve biegt und deshalb mir auf kurze Entfernung zn sehen ist. Tie getödteten Brautleute sind der 88 Fahre alte Faines E, Eiiglish von Nr. 50, Leroy-Str,, Winsield, und Frl. Catherine Mnrphh von Nr, ti, Mvrtvn-Str. Sie waren seit Kur zem verlobt und sollten in naher Zn tunst Hochzeit feiern. Gestern Nach mittag forderte Cnglish sein Bräm chen ans, mit ihm einer in Nr, 120, Borrows Ave., wohnhaften Tante. Cook mit Namen, einen Besuch abzn statten. Catherine war mit Freuden bereit. Tie Beiden benutzten eine Strecke weil die Trolley Car. stiegen dann ans und schritten lachend und scherzend das Bahngeteise entlang. Sie inoclstcn wohl zu sehr in ihr Ge spräch vertieft sein, daß sie das Nahen des Greenport Aniagausett-Crpreßzu Fzes nicht bemerkte, Ter Lokoniotiv sichrer William Sauire konnte wegen der Kurve das Bahngeleise nur ans eine kurze Strecke überblicken. Cr ge wahrte das Paar erst, als es bereits zu spät war. Fn eifriger Unterhal tung schritten die Beiden gerade über die Schienen. Fi nächsten Augen blicke wurden sie von der Lokomotive getroffen und zu Boden geschleudert. Fni Bogen flogen ihre Körper über die hohe Böschung hinweg. Sgnire hatte ihnen laut zugcschricen, aber sein Warnmigsrnf war offenbar nicht gehört worden. Ter junge Mann und das Mäd chen waren todt, als man sie aushob. Fhre Körper wiesen verhältiiißmäßig geringfügige Spuren von Verletz gen auf, Cine Ambulanz vom St. Fvhn's Hospital wurde herbeigeru fen, aber der damit eintreffende Arzt erkannte ans den erste Blick, daß seine Kunst in dem Falle nutzlos war. Hciratljs Licenzen. Tavid C. >inight. 21, Nr. 152, A Straße. N. 0.. Washington, T, C., und Mae T. Goodwin, 10, Washing ton, T. C, Tavid T. Seinmont, 22, und Ma rie K. Roiirte. 18, Applikant Samuel A, Seinmont, Nr, 1288, Stockholm- Straße. Foh, W, Benton. 27. Postamt. Tr ner's Station, und Caroline A, Klin ger, >O, Tavid F. GaUagher, 81, Nr. 888, Ost 11. Straße. New chork, N.-N und Biolet Wvod, 28, Charles C, Bvwley, .80, Nr. liiOO, Honiewvod Avenue, Pittstmrg, Pa„ und Bessie C, Schmidt, 28, George Fisher, 28, Nr, 1785, Lan caster-Straßc, nd Mary A. Rachu ira, 21. Rober Tzech. 2t, Nr, 1520, Nord- Tnrham-Straße, und Lottic Mollon, Ui. Herinan B, Pitt. 28, und Regina Schindler. 28, Applikant Robert T, Pitt. Nr, >2O. West-Lee-Straße, Föhn Smith. 85, Nr, 220, Süd- Creter-Straße, und Rose Singer. 20. Francis F, McCreery. 2.8, nd Cdna L, Mills, 21. Applikant Cbas. M, Miller, jnn„ Nr. 2105, 15. Str., Walbrook, Fohn Lazzaro, 24, Nr. 21t. Tüd- Ereter-Straße, und Concettn Sgara lato, 17. Fames R, Richmos, in„ 28, und Lillian M, Mills. 28, Applikant N, B, Gwnnn, Nr, 020. West-Franklin- Straße, Tort werden sie „mores" lernen, —Ter 10-jährige Joseph M, Sinnatse von Nr, 229, West- Barre-Ttrasze. und der gleichaltrige Thomas C. Henney von Nr, S(X), West-Lee-Straße, wurden gestern Morgen Kadi Loden unter der An schuldigung vorgeführt, in das Spcisehnns von George Green, Nr, 121, Süd-Howard-Straße, eingebro chen zu sein und dort Cigarren im Werthe von PI gestohlen zu haben. Kadi Loden hielt diesen Fall vor läufig unter Crwägung, überwies die jungen Burschen aber unter der An schuldigung. Minderjährige ohne ge hörige Beaufsichtigung zu sein, der St, Mary's Fndustrieschule, Beide waren erst vor Kurzem aus deni Fn slitut entlassen worden. Asche zn Asche. Frl. Augnsta H. Ttiomte auf dorn FniinaiinelS-Friedhof zur lehlon Rilho boftattot, Feierliches Traliergottcsdienfte im Traner Hanse, der Finniannels Kirche und am Grabe. Ein groszes Trancrgesotge geleitete gestern Nachmittag die irdische Hülle des am 2. Oktober im Alter von 82 Fahren entschlafenen Frls. Angnsta H, Ttieinke. Tochter deS verstorbenen j Pastors T. Ttiomte,, cheinatigeii! Cecljorgers der deutschen Fmina-! nnels Gemeinde an Eätolineslrasze.! nach dem Fininauuels Friedhofe an der Harsord-Road, wo diefolbe zur i lehten Nnbe bestattet wnrde, Ilm 2 llhr fand im Trauerhanse. Nr, 27, Tüd-Carolinestraste. für die Fami lien Angehörigen ein Gottesdienst statt, der vom Pastor Oscar Kaiser von der etng.-Inth. Facljon Zguare- i Kirche gehalten wnrde, Tie Anwe-! senden sangen vor dem Tranergottes dienst den Ebor „Ebristus, der ist mein Leben," Ter Targ mit der Verblichenen wurde dann von de Vahrtiichträgern. den HH. Fobn P, Wittler. Edivard F, Mnliler, Lonis N, Tchnlh. Ebarles E. Tienstbach, F, Louis Rech und Georg A.Stuckert, nach der Fminamiels-skirche gebracht und dort unter Palmen aufgestellt. Fn dein Gotteshanse hatten sich zahl reiche Mitglieder der Fniinannles- Gemeinde eingefunden, um noch ei nen letzten Blick ans die Tahingeschie dene zu werfen. Nachdem die Ver sammelten das Lied „Alle Menschen müssen sterben, wozu der Organist Prof. Lonis Krieger die feierliche Or gelbegleitnng lieferte, gesungen hat ten, hielt Hein sveziell vor ihrem Ah lehe geäaszerte Wunsch Frl. Ttiem ke's entsprechend Pastor H. H. Wal ker von Bork. Pa., der Präses de? östlichen TislriktS der evang.-lnth. Missouri-Synode, eine ergreifende Trauerrede über Fesaiah 18. Vers l: „Fürchte Tich nicht, ich habe Tich er löst." Ans dem Friedhose angelangt, hielt Pastor George Spilma von der Bethlehem Kirche och eine kurze An sprache. Während, der Targ in das Grab gesenkt wurde, sangen die Leid tragenden das Lied „Nun lasset uns den Leib begraben." Ter Grabes bügel wnrde mit prächtigen Blninen bedeckt. Unter den Leidtragenden be fanden sich ,die, Pastoren H, H. Wal ker uon choiN, Pm, Süd Ehapelstrasze, aus auf dem National- Friedhof statt, Zahlreiche Blumen stücke schmückten die letzte Ruhestätte des Entschlafenen. Ter Verstorbene diente hei'm 7. Kavallerie Regiment zn Fort Niley, St. Foseph's. und wnrde am 21, September von einem Pferde ans den Kops getreten. Er erlitt eine Gehirnerschütterung, an deren Folge er starb. Ter junge Mann hinterläßt neben seinenElter, Hrn. und Frau Fakob Sauer, einen Bruder und fünf Schwestern. Von See und Husen. „Rhein" in New-Bork eingetroffen Wird morgen Abend oder Ton ncrslag Vormittag hier sein. Orkan bei den westindischen In seln. Vier Baltimorer Frucht dampfcr verspätet. Ter Nvrdd. Lloyddainpfer „Rhein" passirte gestern Vormittag um 10 Uhr das Nalitucket Feuerschiff und langte spät gestern Abend in New ?)ork an. Tie für den dortigen Ha sen bestimmten Passagiere werden heute Vormittag gelcidct"imd wird der Tampfer voraussichtlich heute Nachmittag ach Baltimore weiter fahre. Er dürste demgfetnäst mor gen Abend oder spätestens Touners tag Bvrmitwg hier eiutböffcn. Für Baltimore befinden sich 210 Passa giere an Bord, darunter zahlreiche bon einem Besuch der alten Heimath heimkehrende Baltimorer. Vier Fruchld a m p f c r über fällig. Besorgnis! herrscht über daS Au?- bleiben von vier Fruchtdampferv. welche am letzten Mittwoch von west indischen Häfen abfuhren und fahr planmäßig gestern Vormittag hätten hier eintreffen wsten,. Man nimmt an. daß dieselben in zünen Orkan ge riethen. der nach eingelaufenen Be richten in der Nähe der Bahama-In- seln wntbele, Tie in Frage sieben den Tampfer sind: „Barnstavle" von der ..Ilniled Fruit Company", „Fo lando Ti Giorgio" von dor ..t'ltlantie Frni! (seinvan", „Antonio Lanasa" von der „Lanasa u. Gosse Compami" und „Freie" von der „S. Bicari Coinpanp". Zchiffsnachrichtrn. N e w Z) o r k, 5. Oktober. An gekommen sind die Tampfer „Fin l land" von Antwerpen, „Roordam" von Rotterdam, „Citta di Messina" j oon Blessina und „Estonia" von Liban, l (5 b o r b o n r g. ä. Oktober. —Ab l geiabren sind die Tampfer „Fried rich der Groszc" iind „Tt, Louis" I nach Rem?)ork. Bremen, k>. Oktober, Ter Tampfer „Grosier Knrsürst" ist von New-Rort angekommen, B oulv g n e. i">. Oktober, Ter Tampfer „Rotterdam" ist nach New :')vrt ansgelanfen, j Kopenhagen, ä, Oktober. Ter Tampfer „Hellig T!av" ist hier eingetroffen, P l >i in o ii t b, 5. Oktober, Ter nach Bremen bestimmte Tampfer „Kronprinzessin Cecilie" ist von New ,')ork hier eingelansen, Ter Tanipser „Pennsvlvania" fuhr nach Rew-Rork ab. Absnhrlstagr der Ozrnii Tompfrr von Rcw'Aork. Am 7. Okt, Tampfer „Laura" ach Reo gel und Trieft. Am 7. Okt. Tampfer „Lucania" nach Liverpool. Am 7. Okt. Tampfer „Roma" nach Neapel und Marseille, Am 7. Okt. Tampfer „Adriatic" nach Touthainpton. Am 8. Okt, Tampfer „Tannio" nach Neapel und Genna. Am 8. Okt. Tampfer „Cedric" nach Liverpool. Am 8. Ott. Tampfer „Pcmnonia" ach Gibraltar und Neapel. Am 8. Okt. Tampfer „Blücher' nach Hamburg. Am 8. Ott, Tampfer „Moltke" ach Gibraltar und Neapel. Am 8. Ott. Tampser „PrinzFried rich Wilhelm" nach Bremen. Am 8. Okt. Tampser „Lorrainc" nach Havre. Am l>. Okt. Tampfer „Präsident Lincoln" nach Hamburg Am ltl. Ott. aTmpser „Finland" nach Tover und Antwerpen. >Am I>. Okt, Tämpfdt"'',/Mdsabn" nach London. ?li l, Okt, Tampser„New'Nork" nach Tonlhmapton, Am tl. Okt. Tampfer König Al bert" nach Gibraltar und Neapel. Am l. Okt. Tampser „Califor nia" nach Glasgow. Am l!t. Ott. Tampfer „Regina d'Ftalia" nach Neapel und Genna. Am 18. Okt. Tampfer „Kaiser Wilhelm der Zweite" nach Bremen. Am 18. Okt. Tampfer „Noordain" nach Rotterdam. Am 11. Ott, Tampfcr „Majcstic" nach Touthainpton. Am 14. Okt. Tampfer „Lnsitania" nach Liverpool. Am l l. Ott, Tampser „Oceania" nach Neapel und Trieft. Am 14. Okt. Tampser „Germa nia" nach Neapel und Marseille. Am I.ö, Okt. Tampfer „Tonraine" nach Havre. Am lä. Ott. Tampfer „Arabir" nach Liverpool. AM 15. Okt. Tampfer „Kaiserin Augttsla Viktoria" nach Hamburg. Am 15. Okt, Tanipfer „Barba- rossa" nach Bremen. lutt's I^eder?LUen halten das System in Ordnung und verhindernden, krankhaften Zustand der Leber, welcber Krankheiten vorl)ergeht. rin Vetliinilöjnnxzniillel von Kopfschmerzen. Dyspepsia,Schwin del, schlechtem Geschmack im Mnnde, Sodbrennen, belegter Zunge, Appetit losigkeit, Hartleibigkeit und Alle biliöse Leiden. 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Geohe linner vn tSniliichen B.Mier 3
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4 Ker Deutsche tzorrespondetti erscheint jeden Tng im Jahre. Nr. 413, Ost-Bltiinore-Strastc. C. 6 P. 3173 St. Paul. Maryland 1799 Cvurtland. enti>ft-Äuoiiade, pro Jayr 4.5(1 Tis beste nnd bllltftste dcnische Plait in den Tienstag, den 0. Oltvber 1908. Acht Seiten. Ter Tarif in der Enmpngnc. Tie Tariffrage, weiche vor einigen Monaten als Hauptpunkt der politi scheu Eanipagne hingestellt wurde, ist dnrck, das Vordrängen politischer Persönlichkeiten, Anschnldignngeu n. Schimpfereien nnd Behandlung min der wichtiger Fragen ganz überschat tet worden. Tie Fabrikanten und Eorporationen, welche große Vor tbeile von unserem Hockstarts haben, sind selbstverständlich sür die Fort dauer der Hochzölle und die republi kanische Partei ist die Partei dieser Leute. Herr Tast bat sür den Fall sei ner Erwählniig eine Eitra Session in Aussicht gestellt, bat sich auch da hin ausgesprochen, daß verschiedene Zölle herabgesetzt werde sollte. Bei den Standpatters der Partei herrscht aber die Ansicht, daß die Hochststle beibehalten werde sollten. Einige wollen, wen Marimal- und Mini malzölle eingeführt werden sollen, die gegenwärtigen Hochzölle als Mi nimalzölle betrachte und die Mari nialzölle darüber binans erhöben. Ter amerikanische Taris besteht in der Hauptsache ans Werthzöllen. Als Verzollmigswerth wird im Großen und Ganzen der Maiktlverth der Waare im AnSsnbrlande zu Grunde gelegt. Allein die anierikanischen Ahjchätzer kommen bei der Bemessung des MarktivertheS vielfach zu ande ren Ergebnissen natürlich immer zu höheren als die ausländischen Exporteure. Tadnrch wird aber nicht blos; der Zoll ans importirte Waaren über den Taris hinaus erhöbt, so der die höhere Abschätzung zielst auch einen Strafzoll von einem Prozent des geschätzten Werthe? sür jedes Prozent, um welches der Schätzungs werth de angegebene Werth über steigt, nach sich. lind dadurch sind die Wertbzötle schon in den weiften Waa renklassen sehr hoch angesetzt, steigen bei einige bis zu 90 Prozent. So ist z. B. ans wollene Kleidungsstücke ein Zoll von 11 Eents pro Pfund und überdies ein Werthzoll vv 00 Pro zent. Tiefer Zoll soll die Wolstabri kanten schützen. Aber auch Rohwolle ist mit einem Zoll bo 12 EentS be lastet. Ter Arbbeiter, der im Win ter der Kälte nnd de Iliihildeii des Wetters ausgesetzt ist, überhaupt je der, der wollene Kleider trägt, wird durch diese Zölle schwer belastet. -Tas eine Beispiet ist beransgeschnitten. weil die meisten Bewolmer des Lau des, besonders aber die ärmeren, durch diese Hochzölle besonders be troffen werde. Ter Rm ach einer Revision des Tarifs ist deshalb jetzt auch viel allgemeiner nnd starter als je vorher, und zwar nach einer Revi sion nach mite, nicht nach oben. Als der Tingleb Tarif gemacht wurde, setzte man die Zölle bocb an. Tie hei mischen Industrien sollten geschützt Werden, damit sie erstarken tonnten. Sie sind erstarkt unter dem Schutze der Hochzölle, haben aber unter die sein Schutze die Jnlaiid-Eonstimei!- ten durch Hobe Preise geschröpft, an das Ausland aber bis zur Hülste bil liger verkauft als im eigenen Laude. Mit niedrigeren Zöllen würden wir vom Auslande in einer Zeit der Ge gcilseitigkeits Verträge auch Zoll Vergünstigungen erhalten, und den Weg für größeren ErPort ebnen. Tie demokratische Partei bat sich sür ei neu niedrigere Tarif verpflichtet. Ein gewichtiger Grund, stir die Par tci einzutreten. Tas kann ja noch schön werden. Hr. Hisgen. der Jndepep dcme-Eandidat, sagt in einer Rede: „Wir haben Foraker und Haskell politisch todt gemacht. Tie Eain pagne ist aber noch jung, nnd es zit tern noch mehr Leute vom Schlage Horaker's in ihren Schüben." Also noch niehr -.chmutz in Aussicht! Ha ben schon mehr als genug davon. Vtfte ftir'4 wu r'rk4 k. Raine. Nr (US, oft-vaUtmarr-e., Hl Triitschltiiid und der Wrltfricdc. Ter „'American" vom letzten Sonn tag bringt einen langen Spezial ka belbericht ans London, kabelberichte müssen's mm einmal sein, und da das Porto zwischen England und den Vereinigten Staaten jetzt mir zwei Eenls kostet, so sind diese „Spezial kabelberichte", die mit der Post tom iiioi, ja recht billig. Ter Bericht des ..American" spricht von einem Kriegs gewolte an Eiiglaiid's Himmel: und crzäblt. das; man i militärischen Kreise England's in nervöser Furcht sei, daß Teutschland in nächster Zn lnnst einen plätzlichen Angrisf ans England iinternehinen werde. Und 5 zwar ans dem Grunde, weil ein Mit- glied der englischen Admiralität wie derholt geäußert habe, daß England einen plötzlichen und unerwarteten Angriff ans die deutsche Flotte unter nehmen werde. Teutschland sei fest entschlossen, die „Entente cordiale" zwischen England und Frankreich zu brechen. Tie Herausforderung sei von Teutschland gekommen, nnd die ganze Geschichte dieses Landes zeige mit überzeugender Klarheit, daß der große Ehrgeiz der deutschen Militär Partei nur dadurch im Zaum zu hal teil sei, daß die bedrohten Mächte start seien. Ter Artikel schließt: Man kann sich nach dem Gesagten leicht denken, welche nervöse Schütte! fräste die britischen Staatsmänner i liaben, weil Niemand weiß, ob der! ,War Lord" in Berlin nicht ein Abenteuer im Sinne hat. das Ge- schichte macht. Tas ist mm Alles baarer Unsinn. Kaiser Wilhelm bat sich während seiner Regierung als Friedenssörderer erwiesen, in Worten, wie in Thaten, und erst kürzlich hat er sich in Straßlmrg über die Welt läge nd den Frieden klar ausgespro chen. Warum mm gerade die briti- j scheu Staatsmänner Schüttelfröste vor Teutschland bekommen sollten, ist nicht einznseben. Ter deutsche ReichS lanzler bat sich neulich ans Norderney einem Eorrejpondenten des „Stand ard" gegenüber frei über die politi sche Lage, besonders über das Ver bältniß zwischen Teutschland und England, ausgesprochen: Zwietracht zwischen England und Teutschland täime sür beide Länder nur zu Un best führen und mir Tritten zum Vortbeil gereichen. Ter Reichskanz ler sagte, er sei bestrebt. Alle? zu tbim, was in seiner Macht liege, nm dem ein Ende zu machen. Bezüglich der englischen Besorgnisse vor einem l deutschen Angrisf zur See meinte Fürst Bülow, es würde viel nntürli cber sein, wenn die Tcntschen einen Angrisf fürchteten. „Ich gebe Ihnen nicht zum ersten Male die Versiche rnng", führte Fürst Bülow ans, „nnd zwar nicht als Kanzler, sondern l als ein Gentleman dem andere, daß Niemand von einigem Verstände, der Einfluß hat. daran denkt, Händel mit England anzusaugen, und noch viel weniger einen solch' imsinnigeii Ge dgnteii liegt, wie eine Invasion in England. Tie Geschichten von dem scheu Svione haben ihren Grund i,i vberbitzter Einbildung. Für uns Teutsche besteht ei weit handgreii licherer Grund zur Besorgnis; wegen nnserer erponirten geographischen Lage. In dem i der Juli Nummer der „Onarterly Review" erschienenen Artikel „Tie deutsche Gefahr" zeigt ücki ein rasender Geist des Argwohns nd des Hasses. Es ist eine völlige Entdeckung für mich, ein ernstes tüch liges Volk, wie das englische, solchen Einpsiiidnngen stattgebe zu sehen, wie sie in dem Artikel zu Tage tre ten. Wir können mir in dem Ver trauen ans den politischen Geist und den gesunden Menschenverstand des englischen Volkes hosten, daß es die ses trantbaste Empfinden seines eige nen. unabhängigen Wollens berich -1 tigl." Teutickiland ist die einzige der Großmächte, die in den letzten 17 Jabre leinen Krieg gesübrt hat. Tas; Teutschland die größte Flotten j Organisation schalst' wolle, die, ab gesehen von der englischen, je beslan den habe, sei Unsinn. Tentschland siebe in der relativen Flottenstärle England's, Frankreich'S nd Ameri ta's an letzter Stelle nnd alle jetzt im Ban begriffenen Schlachtschiffe seien I nur Ersatz für veraltete Schlachtschn ic. England bat also von Tentsch -2 land nichts zu fürchten. Auch i der Marokko Frage ist Tentschland kein Friedensstörer, wenn sich Frankreich stmal alt die in Algeciras übernom s! nienen Verpflichtungen bält und tei ne Sonderiiiteressen ani kosten von I Teutichland verfolgt. Teutschland will allein gelassen werde und seine eigenen Angelegenbeilen besorge. Es giebt nur eine Linie, über die es nicht binansgebeii kann, nämlich sich eine nationale Temütbigung gefallen zu lassen. Tas klingt ganz anders, als das „Svezial-Kabel" von London meldet. Tentschland wird den Welt frieden nicht stören: es bat keine krie geri'chen Abncbte. Sollte aber andere den Sinn siir Recht nnd lln s;" xecht Vergessen und es heraussorderu. Ter Teutsche Correspondent, Baltimore, Md., Tirastag, den 0. Oktober i9OB dann wird es bereit sein, sür seine Ebre zu lampfen. Bist 02.7 i sr d a s W e i sz e H a u s vergeben. Acht Zabre Taft und dann zur Abwechselung wieder acht Jahre Roosevelt, So soll Nicholas Long wortb. der Schwiegersohn des Präsi deute, gesagt habe. Wäre aber doch etwas lang., nm My Policies" zur Tiirchführniig zu bringen. Tie Ehrist l i ch e Tempe renz Zrauen llnion in Milankee hat in einem dortigen Waisenhanse unter den Zöglingen einen schriftlichen Wettbewerb über das Thema Vera staltet: „Was ist der.sarm in einein Glas Bier?" Tie Heiden besten Auf sätze wurden mit Geldpreisen be lohnt. Tie sollten veränentlicht wer den, damit das Publikum erfährt, was Kinder a Harm in dem Glas Bier entdeckt haben, das sie wahr scheinlich nur dem 'Namen nach ken nen. Tie Zahl der Tainpf Pscrdeträfte auf der Erde ist, mit Einschluß des Lokomotiv- n. Tarnpf schin-Belriehes, ans !20 Millionen be rechnet worden. Tie ausgenutzte Kraft des gespannten Wasserdampfes erheischt in unserer Zeit ans der Erde bei lGstündigem Betrieb an UOO Ar beitstagen 7200 Millionen Eentner Brennsrofs im Geldmertbe von l 12.7 Millionen Tottars. Ter Tampskrast i treten als die beiden nächstwichtigen Krastgnellen Gas- und Wasserkraft zur Seite, die es jedoch bisber nur zu einer Gesamnitleisliing von 7 bis Millionen Pferdestärken gebracht ha ben. Hr. Taft erzählt seinen Hörern in Kansas, einem Ackerbau treibenden Staat, daß sich die Tepo siten in den Staatsbanken jetzt auf I7>> Millionen Tollars beliefern iväb rend es in 1890 nur lumpige 10 Millionen gewesen seien. Will Hr. Taft damit behaupten, daß die Far mer in Kansas die Reihe reicher Erntejahre der republikanischen Par tei zu danken habe? Es scheint so. Von einem Manne wie dem republi kanischen Präsidentichasts Eandida te sollte man solche Kinkerlitzchen nicht erwarte. Aber der Mann ist seil einigen Wochen ans dem Stnmp nnd hält an manchen Tagen sein hal bes Tntzend Reden und Ansprachen. Ta kann ihm nicht immer was Ver nünftiges einsallen. Ter politische Redestoff erschöpft sich. Tas Statistische B n re an deS.vandels Tepartemeiitö hat den Monatsbericht über unseren AnS laiidbandel sür Angnst veröffentlicht. Tanach importirten mir im Angnst für 91 HZ Millionen Tollars an Nah rungsmitteln, Rohstoffen, Halbfabri taten und fertigen Waaren. Zm An gnst 1907 importirten wir für nahe; 120 Millionen Tollars. Tie Ausfuhr Heltes sich im Angnst dieses Jahres ans rund l>o>/„ Millionen Tollars, im Angnst ll!>7 ans l27Gz Millio nen. Ji'ir die ersten acht Monate die ses Jahres betrug die Einsuhr 700,- 1 12,000 Tpllars, sür dieselbe Zeit 1907 dagegen 1.001. Millionen. Tie Ausfuhr bezifferte sich für die ersten acht Monate 1908 ans I.l!9l>„ Mil lionen, in derselben Zeit des Vorjah res ans 1,190'/s Millionen Tollars. Einsnhr wie Ausfuhr bleiben also dieses Jahr beträchtlich hinter denen von 1907 zurück. lürstlerdin a n d v o n V n l garien ist der Tünkel in die Krone gestiegen. Eine känigstrone genügt ihm nicht: Ezar will er werden, der Eüsar der Bulgaren. Was Väterchen in Rnsiland dazu sagen wird, wenn da ei neues Ezarenreich ersteht? So ganz glatt dürste die Sache nicht vor sich gehen. Tie Türkei, unter deren Oberhoheit der Jürsl noch immer steht, wird sich Ostrnmelieii, dasJürst Ferdinand endgültig dem neuen Ezarenreiche angliedern will, nicht so mir nichts, Tir nichts abknäpse las ten. In dem Valkan Wetterivinkel wird es drohend. Es kann der Beste nicht in Jrieden leben, wenn es dem löien Nachbarn nicht gefällt. So lanchireii bereits bulgarische und türkische Truppen gegen einander. Auch Oestreich-Ungarn macht zwei Armeecorps mobil. Aber es ist noch ininier Hoiimmg, das; die Großmächte einen Krieg, dessen Ausgang nicht ab zusehen wäre, verlnndern werden. Ans Sealtie wird ge schrieben. das; die Alaska Pnlo- PaeUie Ausstellung am l. Juni l9ol>, dem festgesetzten Erössnungs- Tage, in alle ihren Theilen fertig dastehen werde. Am l. September dieses Jahres standen bereits 07 Pro zent aller Anlagen serlig da. Ter Eongres; hat 000,000 Tollars sür eine Regiernngs Abtheilung und sechs Gebäude bewilligt. Seattle, eine Stadt von 277.000 Einwohner, rüstet sich rührig, nm sür die Nnter tniisl der Besucher vorbereitet ;n sei. Alles gan; schön: das Ende aber wird das gewoimte AuSstellmigs Tefizit sein. Tie Ausstellungen folgen zu e rasch ans einander, Tao Publikum ist ansslellnngsiiinde, nnd ganz be sonders sind es die Industriellen, de nen die Beschickung der .'lussiellnngen große kosten vernrsackt und loenig einbringt. i- sj nin Z nbilän in P bilab e l r pbia's schreibt die dortige „Gazelte": Tie Beivohner der Stadt haben alle Ursackse, in die Znbeltlänge dieser .Zesitage rinziistiniiiien. Von Wllliani Penn gegrilndet, nm den:v>üli'eligeii und Beladeneil aller Nationen eine Znslnchtsstätter zu bieten, in die Stadt der brüderlichen Liebe seit inebr als zwei Zalnchnnderten bieöei inatb glücklicher nnd freier Menschen. Es ist die Stadt der Heimstätten par Ercelleiice, eine Stadt gewaltiger In dustrien, die es ihren Bürgern er möglichen, diese Heimstätten in einer Weise ausrecht zu erhalten, die ihnen ein friedliches, auskömmliches Leben garantirt, Tenn die Stadt Philadel phia ist nicht allein die Wiege der religiösen und bürgerlichen Freiheit t in diesem Lande, sie ist auch dießahn brecherin ans industriellem Gebiet ge wesen. Hier in Philadelphia hat Benjaiilin Zraiitlin zuerst jene wun derbare Kraft in Bann geschlagen, ohne die eine Entwickelung des mo dernen Lebens zu seiner gegemvörti gen Höhe undenkbar gewesen wäre, nämlich die Elektrizität, Hier wurde die erste Papierfabrik gegründet, hier wurde das erste amerikanische kriegs schitf gebaut, hier wurde die erste amerikanische Kunstschule eröffnet, hier wurde das erste ausschließlich der medizinischen Wissenschaft gewid mete Eollege etablirt. und hier wur de die erste amerikanische Zlagge yer gestellt, das glorreiche Sternenban ner, das heute so stolz über dem „Lande der Zreien" und über allen Meeren weht. Heute ist Philadel phia eine der größten und reichsten Städte der Welt, die drittgrößte Stadt der westlichen Hemisphäre, lieber eine balbe Billion Tollars ist in den Industrien der Stadt ange legt, die jährlich Produkte im Werthe von sechshundert Millionen Tollars liefern. Heute weist die Stadt Phi ladephia ca, oäo.mo"cstv" !m",c Ens'' Ämic-Abc! Simon Colscu. ES starb Plovi ich in Sennlng, den t, D(to be, um i Nor Nnchmälags >u seiner Wohnung, N> 2li i, Polte, -iralic, -.imo Cohen in iciiici '.'4. Lebensjahre, geliebter (ftntlc der (.erstorbenen Tberela Coycik, Die slnoet Diens-an. ,stB >iatl!rrine Hofsman. CS starb am 8, ellober imm mich längerer iraiilhelt Kaihrrinc Hoiima, ...Fabrc all, acticbie Kallin deo V. i:,o denen .meob vott man. Die Peerdionng nn, .irnkag. den 0, Lllvbee, Nloigen? "w von be> rvo n„ng ibrer Tochicr, Fenn -ckiedei Nr 000, Süd Ra'e.Ztrake, a.b >r (""'SA' ,'ileche itali Ivo nm l> nnil für ibe Seeiensteil eeleluui w rd, wnndle und Freunde sind nchlnngsvoll cmgc- Run ruhest Du, lanni tonn mau s saften. Du innstlest uns so schneit vcrlaftcn, Tu il-en im,', ivaS tonllkii wi, Tie gcbeii? Der .s-iminel möge Dich iimichn'eben Und nie tollst Du bergest.n ieinl i27ft, 80 Hon ihrer Tochirr, Louise Eckert. ES starb Samstag, den l! Dllober Istiw, Fron Louise Cfterl. geb, lllu bon piooiian zu Esticoi" EilM ili, Allee bon m um hnuucS-FVirdbose" 'wui, I gen^ i 5. 50 Lorratne. Malerisch, Parlarii, FricdUch, sepiwne Sindt Purcem im zwruen Flur des „Uiilou Trusi-GebaudeS." Charles, und Fafteiic- Slrastc, 4,4J.2,(stT) Baltimorc Ccmctrry. für vier Kräder, Freie Peuuhung der stapeile für Trauergotiesdiciiilc, (Juni4N,4J) Mt. Llivet Ccmetrry. Lot? zu bcrlauscii ni'r leichten Pedinguiigea. Verlaufs-Agent 21, S, Dulanch. e, Zwclg: Nr, t 22., Highlanb-Axe., Htghlandtowa, Mäfttge -pz
L. Hilgartner ä: Söhne, Marmor- und (Sr,mit Werke 7lt -718 Wrst-Ba!timvrc-Strasic, Ecke Sharp- und Sstcnd-Strasie. Granit- und Mtirtiior-Mvnnmrntrn BJ.ot> Crsiklassigc Kutschen 811-00 i>!l.o!> für Begräbnisse. PB.OO .1.1,,, i,..- e,i.g Wolle 558, IV2, (Scpt27—) anstcrdem grüiidlichcii Unterricht im Zulchnei den Zebr Ilde, nie ftediiigungen, Frl. M, Hu der. Nr, 8i,2. WcsiSaratoga.Straft. (870—) Theaten Akademie. Z^merm'- „(Yirls." "piiiiwoch'Aiatincc/ bis ist z Nächste Woche: „Tbe '.Nciluig Pob Montag, Dienstag, AU vitoeiUM Freitag. Samstag. Joe Morris „Tvo Man Wivcs." „La Nianotita" und Salome Tanz. Nächste Woche: ..Tion O'Darc," (278—84) 2>!atlec'n: Niontag. 'dl eiltt! Mtmxoch, Freitag und V Samstag, 25c. „Wheu Wvincn Lovc." und Samstag, V 5 V 25, biS 84 Ott. Slavin und May Bokes in— „A Knight sor n Tay." "TO- Tals os the Town, Täglich Matinee, „Bnnitn sziur Co." '"'Hellc' Ritchie" NN' Dm McAMster!''" Die aros'.ariigile'Kiiniuostiii der Weite, Nächsie Woche: „Tbe Data! Daches',." L,oUid:>i>. Nächste Woche: „Tbc Life of an Aclrcb," (278-84) Wi,rxl!,d. lilcith's „All Star" Bandeville. Siebe grostc 'Alte und der Kinctograph, Crtra Allrallion: 7vllrr's p, >p,, p hr Vermischte Anzeige. Zur Nvli.s. Ä. R. Rechtsanwälte. 'Henry A. Ulrich. Teutscher Rechtsanwalt. Rordost-Ciie Charles- und Lerington-Strabe, Telephon-" Geld sicher angelegt. TiwUen" Tcan äe Johannscn, Deutsche Rechtsanwälte, ejimmer 107—400, Etaithcr-Kebäude, 'Nr, tlt, 2!ord.UHr>eS.Slrs,e. Pratlizircu in asten Sicrichtshoten, Drilliche Erbtchaslssälle eine Lpeztalttä. Fernsprecher: C, (st P, St, Paul 8414, Maryland 4ool. (ScptB,TiToSao) C. k P, St, Paul 880, Wohnung Maryland 802, Karl A. M. Scholtz, (200—)"'" t. lcn und Holz. I Krchleu. Kohlen. Nr" B's.. Nr, 2 aric ,87 2.5 Nr, 2 Sunbnry d.,si> Nr, lt hanc ,87,25 Nr, 2 Liitens' Pal, 88 10 Nüst, ,87,25 Nr, lt Lhtcns- Pal, 58,40 Otetagics Eichrnbolz, !ä- Cor. 58,75, Clriaaics Fichrcnholz, sch Cord, 54,00. Louis A. Willlnger. Prclion. Nah Strafte, Tel.: C, k P Wolle llt7—:Nd, Courll, 207 V. iAprit2N,Mte) M. I. Ghapmnn Coal Co. Kohl d Coke zum 50 Msel .noeNSbtce s4e SS4W i SS vsl ellsvlue ole 4NSO Sharp- ad Lombard-Straße, veid Tele. I Schul-Anzrigc. CtierleXSlrasir? 'valitmorF/ Md'^' (Atta4,2N!te> Maryland Taubstummen Schule tret. cldcu Lei Cljxe. W. Clft, PrixNxal, FreXerttt, MX- (JuNBo—Scvt4o,ToSaN!u) Prabvdy -Musik N!a Crxttnunft am LkioXer jür den Unterricht, Slnmctd-Iku im ScvicmXcr, von 10 Uhr ibor Uhr Ncichmitiafts. Zivloine nnt> Lchrer-Cerlisikate. lliiicrriltoekxstc van y2ft Xie 500 X-) Schul jahr, je nach .'ein Krade und UnterrichtSftvezge. Kluften- und privat Unterricht, Freie Braun stlannaen siir Zchiiier, Cirluiare ani Hcrinnacn per P.fti (^cxll.l'.v>t) „Frirnds" Schule, Pnrt-Rxciiiic und LnxrcnS-Slraste, tNiahen und Mädchen vari nlcin Cyaratlcr werden autaenaininen. öiurdilduna t"r Colieoe- Ztudien oder Krjchiist, Heixrxcrniift ach inX. xixnelicr Bcsähia, Fachschule, Jnlcr., Pri mär und nideraarlcu-TevarlcinenlS nrtrch netreunl, 28 Lehrer alte Spezialisten. Zeuauiftc aestatten Cinlrilt Kl allcu Cellcfticn. (krvcrtr athletische '((ebiidnnii. The, utsilrr, rnl rhrcr unie^ in?llaa^?n^der Flir nähere Jnsarma tion schreibe man an Cdtxard C- Wilson, (Teplt.lMl) Prinzipal. Gatoir s. Mnenett Handels- und Stcnographie-Cvlleg. Nr, d t>, West-Baltimorc-Strahe. neuen Kataloa, (Aui>4B,4Mle) Baltimore Kusiness College. Eine Schule siir Handel, Slciioarapbie und Maschinenschreibc sur junac Ätanner inrd Frauen, Taa- und Abcnd-iilnssen, Hcrbst.sc mesler beainnt Montan, den 81. ?luaujt, Alan mairlrulirc jcht und sichere sich Pult, schreibt sür rata log, C. H. Norman, Präsident. Bannn Mens Christian blssaciation PuUdma, (Siuanmivilc) Strcrziers Business College, Charles, nd Fayeitc-Strafte, asserirt barzilMche LeMIklN tt> Stenonraphle (P.lttian-Smteint, Vl'chhaltunn u, Rcchnunasilh runn lllr Euaras-Häulcr, Ennllich n, l, w, SpczleUe '.'lusmrrlsamscil aus Porvcrcilung slir de Clvildienst verwandt. Sprecht bar, schreibt oder telephonirt um den Tan- uirv chbendschuic das ganze Jahr hindurch. (Sluo>l,BMtc> adler's Bryant ä: Ttratton Handels College Nbcndschulr beginn am 2, September. Waltimore Juristen Schule. Richter Alfred S, NilrS. Detail. Voriesungen Abends, Herbst-Semester beginnt am 2, Srpicnibcr Kataloge bn Faniro College of Physicians and Surgeons of Baltilnure, Md. dizUi eUicn vorzüglichen Lehrlursus, Modern cingerichicte G-bände, iedssliche Laboratorien, groke Hospllnlcr, geburtShüijliche Slnslull u,i w. Der 27, Kurs beginnt am t, Oltaber, Für a laiog und Auslauft adrcfsire: Dr, Chas. F. He xan, Dran. Caloert- nd Saratoga-Straffe. (Zulil4.BMlc) Standard-Schule —siir— Stenographie u. Maschinenschreiben 4Z7—t'j? A Equitablc Building. Uln.s e.n>gi>ch unniNi. sich an (AuglS.lWtt Präsident WerLih SchuLe^ lTcPt27.lMt/" Charles-Strasje. Tic Baltimore Acavemy vs thc Visitation. ILL 80^8 co. unabhängige Brauerei, j Bureau: Nr. 1702, Nord-Gay-Ttr, Jan TchSt altlmore. M Baltimore Transfer Co. üdost Seke Light- nd Lembard-Straße. gracht-TranSfertr-Agenre. v!aschlns>e^
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„Lnkel Bräsig." Eröffnung der „Mumm"-Saison im „Vorwärts" unter günstigsten Auspizien. Vortrag des Herrn Georg Wm. Spier aus Washing ton über „Onkel Bräsig" mit gro stem Beifall aufgenommen. Ter Turnverein „Vorwärts" eröff nete gestern seine dieswinterliche Mumm-Saison, und zwar in denkbar glücklichster Weise mit einem Vortrag des Hrn. Georg Wm. Spier von Washington über „Onkel Bräsig'. Tie Mumm-Tarbietimgen des „Vor wärts" erfreuen sich seit ihrer Ein sührung einer stetig wachsenden Be liebtheit; in ihrer glücklichrnMischung des Belehrenden, Unterhaltenden und Humoristischen werden sie jeder Ge schmacksrichtung gerecht und nehmen unter den Veranstaltungen hiesiger deutscher Vereine zweifellos einen hervorragenden Platz ein. Dazu kommt, dast der „Vorwärts" glücklich genug ist, unter seinen Mitgliedern lstne groste Anzahl natürlich begabter Fest Arrangeure, wie Sänger und Komiker, zu zählen, so das; keiner die Stunden, die er dazu benutzt, einem „Mumm" beizuwohnen, zu den ver lorenen rechnen dürfte. So war eS auch gestern: jeder der zahlreich er schienenen Zuhörer amüsirte sich auf's Beste, und der vortreffliche Vortrag des Herrn Spier, belebt durch einzel ne effektvolle Recitationen aus Reu ter'scheu Werken, diente dazu, den gestrigen Tag zu einem denkwürdi gen zu gestalten. Nachdem Hr. Louis Hossman den Mumm mit einer kurzen Ansprache eröffnet hatte, in welcher er auf den Zweck dieser Veranstaltungen hin wies, ertheilte er Herrn Spier das Wort, der, von herzlichem Beifall klatschen begrüßt, das Podium be trat. Zur Einleitung seines Vortra ges nahm Hr. Spier Bezug auf die Aufforderung des „Teutsch Amerika nischen Nationnl-Bmides" au die deutschen Pfarrer in Amerika, am gestrigen Tage von der Kanzel herab des bedeutsamen Tages der Grün dung der ersten deutschen Ansiedln.; zu gedenken. Er sagte, das; auch er au der Stelle, au der er jetzt stehe, im Sinne dieser Aufforderung handeln wolle und deshalb das nachstehende Gedicht von Emil Rittershaus reciti ren werde: Im deutscheu Geist und Herzen sind wir eins! Nicht festgebannt an Teutschlaud's mächt'ge Eichen; An deutscheErde ist der deutsche Geist! Er soll der hohen civ'geu Sonne glei chen, Tie segenbringeud eine Welt umkreist, Tie mit dem Licht verleiht der Wär nie Spende, Tie Rosen weckt und nährt die Gluth deS Weins, Ihr Brüder reicht zum Bunde Euch die Hände, Im deutsche Geiste wissen vir uns eins! ES blüht ein Blümlein in der deut schen Seele, Tas ist vom Thau des Himmels übersprüht, Tas gilt uns mehr als Perlen und Juwelen, Die fromme Wunderblume heißt Ge müth. D'raus quillt im Liede süßen Trostes Segen, Das ist der Tust, die Würze uns'res Seins. Laßt Hand in Hand uns zich'n ans unsren Wegen, Im deutschen Herzen wissen wir uns eins! Wir fühlen stolz als Bürger eines Landes, Wo hoch die Freiheit ihre Jahne schwingt; Toch sind wir eingedenk des heil'ge i Bandes, Tas sich um eines Stamms Genossen schlingt. Grus; Brüder, die entsproßt in Alpe.i gründeu Und die gekommen von dem Strand des Rheins, Mit Jauchzen soll es unser Lied ver künden: Im deutschen Geist und Herzen sind wir eins! Tann ging er zu dem eigentlichen Thema seines Vortrages über uns sagte etwa Folgendes: Vortrag des Hrn. G. W. Spier. Iritz Reuter wurde am 7. 'Novem ber 18W in Stavenhagen, einem Städtchen in Mecklenburg, geboren. Sein Vater war dort Bürgermeister und Stadtrichter und lies; seinem ein zigen Sohne eine gediegene Bildung zu Theil iverden. Bis zu seinem 11. Jahre erhielt er Unterricht von Pri vatlehrern,' dann kam er auf das Gymnasium nach Iriedland. Iritz Reuter konnte seinen Mitschülern nicht als Vorbild dienen, denn seine Lehrer führten fortwährend Klage über ihn. Unserem Iritz war das „geistlose Auswendiglernen von Re° geln" ein Greurlvund instinktmästig wehrte sich sein Geist gegen die Scha blonc. Ter folgende Satz aus einem Briefe vom 9. Oktober 1827 ist cha rakteristisch: „Morgen haben wir Examen, wo wir Sekundaner in Ci cero und in der Odyssee und in der Geschichte examinirt werden sollen. Sago Lisettcheu, sie hätte uns immer mir einige Aepfel mehr schicken sollen, denn diese wären schon aufgegessen, theils von mir, theils von Anderen, denen ich von diesen Pracht Exempla ren einige zukommen lies;," Sein Vater traute ihm aus guten Gründen nicht weiter, als er ihn sah; er war bemüht, ihn fortwährend nu ter Controle zu halten und stets be reit, selber einzugreifen. Gar bald nahm er ihn von der Iriedländer Schule fort und that ihn auf das Gymnasium zu Parchini, wo bedeu tende Lehrer thätig waren. Trotz seiner allgemeinen Faulheit in den gelehrten Fächern war Iritz bei sei nen Lehrern und Schülern allgemein beliebt. Es zeichneten ihn aus: Froh sinn und Heiterkeit, ein natürliches anspruchsloses Wesen und eine groste Gntmüthigkeil, ja Herzlichkeit, gegen Jedermann. Fast immer gemüthlich und fidel, begabt mir Witz und Hu mor. voll von Schelmereien und lusti gen Einfällen, so war er überall gern gesehen, wurde mit Jedem schnell be kannt und hatte lauter Freunde. In seinem Benehmen war er frei und offen, ehrlich und bieder, schmeichelte Niemandem, aber er hatte einen gra sten Fehler: er verbrauchte mehr Geld als er sollte, und trotz der reichlichen Unterstützung des Vaters sing er schon früh an, Schulden zu mache.— Endlich im Herbst IBstl bezog Iritz Reuter, 21 Jahre alt, die LandeS- Universität Rostock, um nach dem Wil len des Vaters die Rechte zu studiren. Er blieb hier aber nur ein halbes Jahr, denn er sehnte sich nach Jena. Schon als Knabe hörte er den alten Amtshauptmann von Jena erzählen, den schönen herrlichen Museusitz an der Saale preisen. Seine Sehnsucht war ans Jena gerichtet und Ostern 1882 ging er dahin ab. Iritz Reuter war von dem Leben, das ihm hier j entgegen trat, entzückt und berauscht; die Erinnerung an Jena hat ihn nie verlassen und er giebt ihr in seinen Büchern begeisterten Ausdruck. Und mm. 1888, brach das groste Ereignis; herein, das Iritz Reuter aus seiner Bahn reisten sollte und ohne welches uns vielleicht ein groster Tichter ver loren gegangen wäre. Es war die grcstwTemagogenhehe. angestiftet von Prenszen, durch welche Hunderte von freiheitsliebenden Jünglingen einge fangcu wurden und unter denen sich auch Iritz Reuter befand. Und nun kamen sieben lestmigsjahre; denkt Euch: Ein Jüngling in sieben schöne Jahre beraubt, blos weil er ein eini ges Teutschland angestrebt hatte. Diese Jahre hat Reuter später in der Dichtung „Ut mine lestungStied" mit ergreifendem Humor geschildert. Als er nnu endlich wieder nach Hause kam: „das war ei fröhlich-trauriges Wiedersah'! Es war derselbe gute Vater wie vordem; aber in den sieben labre waren mit meinen Hoffnun gen auch seine vertrocknet. Er halte sich gewöhnt, mich so anzuseh'n, wie ich mich selber aiisah als ein Un glück. Er hatte sich für die Zukunft einen andere Plan gemacht und ich stand nicht mehr obenan in seinem Rechenexempel. Wir waren uns fremd geworden; die Schuld lag mehr an mir, als an ihm; die Hauptschuld lag aber da. wo meine sieben Jahre lagen." Was nnu s fragte der Vater. Was imns fragte er sich selber. „Und mit dieser schrecklichen Frage bin ich Jahre lang herum geirrt. Wo ich hinkam, keine Aussicht! Auch die Menschen war anders geworden. Manch einer hat mir freundlich die Hand hinge streckt, aber im Ganzen stimmte ich nicht mehr mit ihnen zusammen. Mir war zu Muth, als wäre ich ein oben verkürzter Baum; um mich herum standen die anderen und grünten und blühten und nahmen mir Licht und Luft weg. Ich griff hierhin, ich griff dorthin, nichts wollte mir glücken. Ich weist, ich hatte Schuld, die Leute sagteu's ja auch aber was hijt das Alles. Ich war sehr unglücklich, viel unglücklicher als aus der Festung." Hier mag eines der wenigen hoch deutschen Gedichte Reuert's Platz fin den, das aus seiner leslungszeit stammt: Mein Liebchen war die weite Welt, Ter Wald war mein Gemach. Mein Rittersaal das grüne Feld, Mein Bett der kühle Bach. Mein Schmuck, das war der Sonnen strahl, Doch nun komyien wir zu unserem Onkel Bräsig Iritz Reuter's gröst tes Werk betitelt sich „Ut mine Stromtid", und der Held der ganzen Erzählung ist der Inspektor Zacha rias Bräsig. Seine Sprache ist das sogenannte „Missingsch", und gerade durch diese SPtM,e bringt er die großartige Wirkung auf den Leser Ter Tciitschr Cvrrclpvdcnt, Baltimore, Md., Tirilstag, den tl. Oktober l!>!>8 l I hervor, „.Karl, weitst woll noch init's Rechen, als wir in die Regeldetri ta wen?" Mau suche die vierte mibe kannte Gröste und denn würd erst der Ansatz genommen und denn gung's los! In der Firigkeit war ich Tir über, aber in der Richtigteil warst Tu mir über, auch in der Or thographie, aber in dem Stil da war ich Tir wieder über." Wie schon gesagt, ist Bräsig, das Wort bedeutet frisch, gerathet, aufge regt, der Hauptcharakter, der eigent liche Held der Dichtung. Sein blo stcs Erscheinen, wenn er die kurzen Beinckien gravitätisch nach auswärts setzt, die rothe Nase in die Lust er hebt und die Augenbrauen bedenklich Heraufzieht, versetzt Alles in Span nung und Erwartung. Mit dem er steu Satze, der ihm entfährt, erntet er lauten Beifall, und so lange er spricht, kommt man aus dem Lachen nicht heraus. Er aber lacht mit. Sein „gebildeter Stil", die kuriosen! Iremdwörter und die närrischen Wortbildungen machen ihm und al len Anderen Spast. (Mit seine Rathschlägen und Urtheilen trifft er immer den Nagel auf den Kopf, nur das; er mit ihnen meist unerwartet herausplatzt und sie in die wunder lichsten Worte und Weudmigeu klei det. Doch mehr als sei scharfer Ver stand gilt sein ehrenwerther Sinn, sein edles Herz. Alles Niedrige, Ge meine, Böse und lalsche ist ihm bis in den Tod verhastt, er verfolgt es essen und heimlich mit allen Waffen und ohne Ansehen der Person. Sein Herz ist das eines unschuldigen Kin des und zugleich das eines fahrenden Ritters ohne lurcht und Tadel. Sei ne Hülse steht Jedermann zur Ver fügung, und die Leiden seiner Ireuu de fühlt er tiefer, als sie selber; dabei ist er ein durchaus praktischer Mann und bat keine sentimentale Ader. Aber er ist ein Held vom echten Hu mor, der entzückt und begeistert, ein Vollblutsmeusch, der sich seiner gan zen Umgebung weit überlegen zeigt, mit einigem Behagen und ununter brochener Theilnahme hängt man an seinen Lippen, und ehe man's weist, hat man ihn ins Herz geschlossen mit einer Liebe, wie man sie kaum einem wirklichen Onkel entgegenbringen würde. Tiefe Liebe aber ist der Ge winn des deutscheu Volkes, sie ver klärt und veredelt. Menschengeschlech ter werden kommen und vergehen, aber dir Liebe zu Onkel Bräsig wirb im deutscheu Volke fortleben, und auch uns, .hier in.Amerika mijschlingt sie und festigt die Bande, die uns au's alte Vaterland knüpfen. Zacharias Bräsig bleibt sich bis zum letzten Athemzuge treu, und er stirbt, wie er gelebt hat: Er hatte wie der eine seiner Reisen zu gute Be kannten unternommen und sich dabei erkältet. Bei seiner Rückkehr trat ihm das Podagra in den Magen, und er legte sich zum Sterben. Au seinem Bette standen Iran Nüstlern, Karl Hawermaun und die Iran Pastorin Behrens. Diese frag te: Lieber Bräsig, soll ich nicht den jungen Herrn Pastor 'rüber rufen's Lassen Sie das, Iran Pastorin, es is mich so beguemer. Un Korl, 2l> Thaler soll meine Schwesterdochter Loiting haben, und das Amiere soll die Schule in Rahustädt haben, denn, Korl. die Iran Pastern hat zu leben und Tn hast auch zu leben, aber mit die kleinen Schulkinners is es ein Jammer." Und nun fing er au zu phantasiren, immer lauter und schneller, AlleS durcheinander, wobei er aber immer die Hände von Iran Nüsstern festhielt. Mit einem Male richtete er sich auf und sagte: „Frau Nüsstern. legen Sie mich die Hand auf dem Kops; ich habe ihnen ümnicr geliebt Korl Hawermaun retb mir die Beine, sie sünd mir kalt." Taun flog so ein lustig Lachen über sein Gesicht und langsam kam's heraus: „In dem Stil war ich Tich doch über." Tas war sein Ende. Ter Vortrag wurde, wie oben er wähnt, durch Tetlamationeu passen der Stelleu aus „Hanne Nüte" und „Ut mine Stromtid" belebt, welche Hr. Spier sehr charakteristisch brach te. Tem Redner wurde am Schlüsse seiner Ausführung sine warme Ova tion bereitet Auch dankte ihm ein erakter „Straubiuger" seitens des Vereins. Ter Uuterhaltmigs Theil des „Mumm" bot wieder reiche Abwechs lung und wil/konimenen Stoff zum Lachen. Hr. Bernhard Schmiiicke sang „Ter todte Soldat" von H. Ejz ler, Herr Franz Späth brachte ein Lied „Ländlich-Sittlich" von Suppe und ein sehr ulkiges Couplet, betitelt „Eduard und Emma", zum Vortrag, i Neben diesen zeigten sich die Herren Adolf Steinmaun und Louis Lenk als tüchtige Coupletsänger und Hu i moriste. Groste Heiterkeit erregte das Absingen der „Tchuitzelbant". i iEi. du schöne Schnitzelbank), wobei Hr. Theo. Borst als Chorleiter fun girle. Kurzum, es war wieder ein „Vorwärts"°Mmm „comme il saut". Ter lels, er war mein Schlost, Ter Blüthrnkelch war mein Pokal, Ter Sturm mein wildes Rost. Jetzt schau' ich nickst den duntlenWald, Nicht mehr das grüne .Korn. Mein brausend' Rost ist eingestallt. Verrostet ist der Sporn. Ter Wasserkrug ist mein Pokal, Tas dumpfe Stroh mein Bett. Ter Kerker ist mein Rittersaal, Mein Schmuck die schwere .Kett'. Und fest ist Gitter, fest ist Tbiir, Vergebens ist mein Müh-': Ter Sang, er ist verhallt in mir, Ich sink' auf's Lager hin. Von ldUU —lllätl bok Iritz Renter einen klägliche Anblick. Tiefe zehn Jahre hat er, wie der landläufige Ausdruck lautet, verbummelt. Er war ein Vierziger geworden und sein Leben schien in den Augen der Welt ein verlorenes zu sein, aber in Wahr heit waren sie nur seine O'hr- und Wanderjahre. Er war nun genug sam vorbereitet und ausgerüstet. Mit grostem Eiser, mit wahrer Lust halte er seine Heimath Alt-Mecklenburg, das Reden und Thun seiner Lands leiste stndirtz er strotzte von all' den „Läuscheus und RimelS," die er in Wirthshäusern und Bauernstuben, in Torf und Stadt eingesogen und mit denen er zunächst vor das Publllmn treten sollte; und ans dem Grunde seiner Seele schlniimierten. unter sei ne: Herzen trug er bereits all' die Helden, mit welchen er unsere Litera tur bereichert und das deutsche Volk beglückt hat: Vadder Will und Vad der Swart, Küster Snvr und Hanne Nüte. Müller Vas; und Iriedrich Schult, Hawermaini und Pastor Beh rens, die Iran Pastorin und Iritz Triddelsitz, Moses und Tavid, Po nmchelskopp und Slnsuhr, Jung locheu und Rektor Baldrian, Madam Nüstlern und als grössten den ein zigen Zacharias Bräsig. lttäl verband sic,; Iritz Reuter mit Irl. Louise Kunze und fast nun mit Behagen am eigenen Herde. Tiefe Heirath war sein rrostes Glück und mit ihr beginnt jene vereinzelt da stehende Siegeslansbabu als deutscher Tichter. Im Jahre 18l,:i zog er ach Eisenach. unterhalb der Wartburg, und verlebte hitzi- den Abend seines Lebens, geachtet und geehrt, bis er am 12. Juli 187 i, nicht ganz t Jahre alt, starb. Ger i ch t,S oti z stn. Nach ei nem im Waisenczericht zu Towson eingereichten Invcntazperzeichnis; be lies sich der Nachlas; des kürzlich ver storbene Samuel I'.'Länahan, Mit gliedes der lirma William Lanahau 5c Salin, aus !j!2,772M1.12. Tie „Chrsttolaiiee Springs Hotel Co." wurde im Kreisgericht zu Tow son von de folgenden Herren incor porirt: Matthias L. Taiger von Bal timore und Rnnbolph Barton, jun., und Redniond E. Stewart von Balti more-Connty. Tieselben werden in diesem Jahre auch als Tirektoren sungiren. Tas Aktienkapital beträgt Plst.llstst, getheilt in IM Antheile zu je P2ä. Nenn Personen erhielten im Bnn deS'Tislriktsgericht ihr amerikanisches Bürgerrecht, unter diesen sechs Russen, ein Teutscher, ein Irländer und ein Grieche. Iran Sadie Riley wurde von Rick; ter Gorter im Kreisgericht Nr. 2 eine absolute Scheidung von Edward G. Riley gewährt. Auch erhielt sie die Obhut über das der Ehe entsprossene Kind. Grausamkeit und böswilliges Verlassen waren als Scheidnngs gründe angegeben. Herr Aaron H. Potts beantragte im Krcisgericht die Einsetzung eines Masseverwalters für „Hall's Perfect Beer Pipe Cleaning Co." Er behaup tet, im Juni stck Antlwile der Gesell scyast im Betrage von je PN gekaust zu haben unter der Bedingung, bei derselben eine Anstellung zu erhalten. Tiefe Bedingung wurde angeblich von der Compagnie nicht erfüllt. An tragsteller macht geltend, das; dieselbe insolvent sei. Richter Heuisler setzte die Verhandlung Aber den Antrag auf den 7. d. MtS. fest. Der e r ste Gottes d i e u st in neu e r Kirche. Gestern Vor mittag wurde in der neuen bischöflich niethodistiichen Highland Kirche an Highland Avenue und Pratt Straste durch Pastor Andrew B. Wood, den Seelsorger der Gemeinde, gehalten. Keller diente als Vor st eck. Gestern Mittag gegen I Uhr erzwangen einige Polizisten in Civil lleider. Einlast in die Wirthschaft der Iran Tora Koppe, Nr. 2t->, Ire derick-Avenne, nachdem sie dieselbe etwa eine Stunde lang belagert hat ten. Als die Beamten sich in dem luueru des Lokals umsahen, fanden sie vier Gäne im Keller vor, die ne ben der Inhaberin nach der südwest lichen Poli;eistation mitgehen gehei s;cn wurden. Die Gäste wurden als Staatszengen festgehalten, und Iran Koppe wird sich heute vor Kadi Loden aus die Anichnldigung des Spirituo sen-Verkaists am Tonntag zu verant Worten haben, z, Politisches Allerlei. Sekretär Strans; setzte seinen Zuhö rern am Samstag ziemlich uuver danlicben Kram vor. Herr Mas sen süint die Tast-Teinokrateu gehörig ab. Tie letzten Regi slralionstage. Tie polnische Eampagne nähert sich dem Siedepunkt. Es wird iast unge mütblich heis; und sind, seitdein Zeus Roosevelt seine Tonnerkeile auf die sündige Menschheit zu werfen be gann. die wirklichen Hauptsrage der Wahlichlacht in de Hinlergrund ge drängt an deren Stelle Persönlich keiten getreten, was von alle ehrlich denkenden Bürgern sebr bedauert werden mus;. da dadurch ein Element in die Campagne getragen worden ist, welches besser brausten geblieben wäre. Ein wie hohes Interesse der Präsi dent der Ver. Staaten an Hrn. Tast nimmt, zeigt wohl keine Thatsache eindringlicher, als das; die stimmt lichen Kabinets-Mitglieder auf den Stmnp gesandt worden sind. Sekre tär Oscar Strans; war am Samstag hier, und der ehemalige Temokrat lies;, wie alle Renegaten, kein gutes Haar an seinen früheren Parteigenos sen, während er die Tugenden der Republikaner in den rosigste larbe malte, gegen welche ein Sonnenauf gang der reine Waisenknabe war. Tie Panik vom letzten Herbst, wel che nach der ehrlichen Meinung der Finanziers die schwerste war, welche die Per. Staaten je durchgemacht ha ben. wurde von Hrn. Straps; als ein Panikcheu bezeichnet, die nur mit ei er geringfügigen Verdauuugsbe schwerde vergleichbar sei. Es ist wirk lich erstaunlich, welcher Unsinp dem Volke als baare Münze vorgesetzt wird, aber noch mehr zu verwunder ist eS, das; das Volk solchen Unsinn in sich aufnimmt, ohne wirkliche Magen beschwerden zu empfinden. Wenn dann ein Mann wie Bryan den Muth hak, die Krebsschäden aufzudecken, an welchen das Volk durch eine jahre lange republikanische Mistwirthschaft gelitten, aufzudecken, wird er ein Tc magoge genannt, dessen Erwählung dem Lande unberechenbaren Schaden bringen würde. Glücklicher Weise blasen bei Weitem nicht alle demo kratischen Geschäftsleute und Rechts gelehrte in das Tafthorn, und giebt e? auch zu denken, das; in jeder repu blikanischen Versammlung die Er wähnung des Namens des Hrn. Bryan stets einen Beifallssturm her vorbringt. Hr. T. A. Moffett von der lirina Tregellas, Hertel H Co. hat Hrn. R. Howard Bland, Sekretär der „Temokratischen Association," die gegen Bryan arbeitet, eine gehörige Abfuhr ertheilt. Herr Moffett ant wortete Hrn. Bland auf dessen Cirku lar, das; er zwar noch nie für Hr. Bryan gestimmt habe, aber dies im November thun würde. Herr Moffett spricht seine Verwunderung darüber aus, wie es einem Temokrateu mög lich ist, für das republikanische Ticket zu Wirten, nachdem er die Tirade Roosevelt's und die würdevollen Er klärungen Bryan's gelesen hat. Und Herr Mosfett steht nicht allein da. Tie armen Republikaner haben aber auch dieses Jahr ihren Trubel im vollste Masze. Herr Kronmillrr im lt. Tistrikt war schon so gut wie erwählt und soll dem früheren Se kretär Wachter's die Sekretärstelle des neuerwählten Congres; Abgeord neten angeboten worden sein. Nun kommt ein unabhängiger Neger- Candidat, W. I. Allen, der auch für den Cougresz lausen will, und Wolf's Aktien stehen daher im 8. Tistrikt weit über Pari. Tiefe Woche siikd am t!. und 7. Ok tober die letzten RegistrationStage. Wer nicht registrirt, darf nicht wäh len. Wer nicht wählt, darf nach der Wahl auch nicht über das Resultat schimpfen, falls dasselbe ihm nicht passen sollte. Also sollte jeder Wäh ler seine Pflicht thun und sich regi striren lassen. Es giebt noch fast 99,- lstliU solcher säumigen Wähler in Bal timore. Ti e Wachs a in keit eines H u n d es snhrie gestern früh ;u der Verhaltn; eines Herr Geo. B. Bnrkbardt von Nr. ü, Nord East-Avenue, erwachte gegen st Uhr durch das Bellen seines Hundes. Er stand sofort ans und hörte, wie Je mand im Hausflur den Hund zu be ruhigen versuchte. In der Tpmkelheit bemerkte Herr Burkhardt dann einen Mann, der sich die Treppe heraus schlich. Sobald der nächtliche Gast oben angelangt war, fasste ibn der Hansherr beim Kragen und lieferte ihn an den Polizisten Taudler vom östlichen Tistrikt aus. Ini Slations- Haus angelangt, gab der Arrestant an. Cain Tawadley zu heisten, 2U Jahre alt und von Nord-Earolina zu sein. Er ist ein Indianer und scheint sich auf einem Raubzug zu besinden. Tie Polizei des östlichen Tistrikts lieferte de Einbrecher gestern au die Eanton Polizei aus. I Todesgefahr. Vollbesetzter Strastenbahn Waggon springt auf der Lightslrasten- Brücle au? dem Geleise. Zer trümmert das Brückengeländer und kommt in drohende Gefahr, in's Wasser zu stürzen. Teni Tode in'S Auge schauten ge stern Abend die Fahrgäste des Stra stenbahn Waggons Nr. 2i)l I der EurtiS-Bay-Linie, welcher sich aus der Lightstrast,en-Brücke aus dem Geleise l,ob. mehrere Pfoste des Brücken- Geländers zertrümmerte und in un mittelbarer Gefahr schwebte, in daS Wasser zu stürzen, als sich die Trol levstange in de Trähten verwickelte und der Waggon zum Stehen kam, in einem Augenblick, als bereits die sämmtlichen Insassen etwa 79 an der Zabl einem sicheren Verder ben geweiht schiene. Schon standen die Vorderräder des Waggons über dem Wasser, schon schien eine Kata slrophe unvermeidlich, als im letzten Moment noch die Rettung kam. Au geuzengen des Vorfalls beschreiben die Scenen, die sich im Augenblick der höchsten Gefahr abspielten, als ergrei send. (linder und Frauen schrieen durch einander. Männer kämpsteu um einen Ausgang, einer zerschlug sogar eine Scheibe, sprang hindurch, lies spornstreichs davon, nicht einmal anhaltend, als der Waggon bereits still stand—so hatte ihn der Schrecken angepackt. Ta der Panik nur wenige Augenblicke währte, wurden grössere Unfälle glücklich vermieden; immer hin trug eine ganze Anzahl Personen Verletzungen davon, deren keine je doch IS gefährlich gelten soll. Zu de Verletzten gehören: Frau Sarah Reynolds von Nr. 8(1 l, Nord Eareystraste. tiefe Fleijcb wnnde unterhalb des AugeS. Hr. Joseph Saners von Nr. SS!, Süd Regeslerstraste, Verletzungen an der Hüfte. Hr. H. F. Hartman von Nr. 1522, Ost-Eagersiraste, Verletzung am Bein. Unter den sonst aus dem Waggon befindlichen Passagieren waren: Hr. Jos. Brownee von Nr. 1529, West Lexiiigtoujtraste; Iran Ella Forsythe! von der Nord-Fulkou-Avenue; Iran Minnie Sansordi Hr. Benj. Brown von Nr. 1999, Wesl-layettesiraste, und dessen beide Kinder, die zehnjäh rige Ethel und die I ä-jährige Mary Brown. Von fast allen Augenzeugen des Unfalls wird die besonnene Haltung des Motvrsührers R. Everhardt her vorgehoben, der trotz der drohenden Gefahr tapser auf seinem Posten aus hielt und nach .Kräften die Bremse anwandte. W. H. Totter war der Schaffner des Waggons. Tie Schuld an dem Unsall wird von manchen Seiten in dem Um stände gesucht, das; der Hinterperron des Waggons stark überladen war und durch sein Gewicht den Waggon Heist lieberleiten in eine Weiche ans dem Geleise heraushob. Fiel von einem Baume. Walter Snork, 12 Jahre alt, Nr. 298, OstEager Straste, fiel gestern beim .Kastanienstichen von einem Baume nahe Hollins Station in Bal l timore Coiinl und erlitt eine schwere Kopfwunde. Ter Knabe wurde mit dem Zuge Nr. 921 nach Calvert Sta tion gebracht und fand im „Stadt l Hospital" Ausnahme. Ter U> Jahre alte Wm. HayeS von Nr. 1721, Lanwnt-Straste, kletterte gestern Nachmittag im „Clifton- Park" auf einen Baum. Er wagte sich auf einen kleinen Ast, der sich für sein Gewicht als zu schwach erwies. Tie Folge war. das; Hayes abstürzte und mit gebrochenem rechten Arn, u. Bein liegen blieb. Er wurde in der Ambulanz des nordöstlichen Tistrikts ach dem„St. Josephs Hospital'st'iber führt. Kind erleidet Br ühw u n d e u. Ter 2 Jahre alte Umberto Picula, Sohn von Herrn und Iran Tonen Picula von Nr. 819, lawn-Straste, warf gestern Abend beim Spielen au einem Küchenofen einen mit kochen dem Wasser gefüllten Tops um. Tas Wasser ergos; sich über den Körper j des Kindes und verursachte schwere Brühwnnden am Rücken und den Beine. Ter herbeigerufene Arzt Tr. A. I. Rettaliata ordnete die lieber führung des Kleine nach dem „St. losephsHospital" an. Ableben. Im Alter von 72 labreu verschied am Samstag Iran Kathariue Hossnian, Gattin des ver slorbeiien Jakob Hossman. Tie Be erdiguug findet morgen, Vormittags um 7 Uhr, von der Wohnung ihrer Tochter, Nr. 999, Süd Rose-Straste, aus nach der St. MichaelS-Kirche statt, wo in 8 Uhr ein feierliches Re- yniein-Hochamt celebrirt wird. i I Tie „Prudential League, Staats Conzil von Maryland", hält 5 heute tztbend bei Rxmge's, Ecke Ham o bürg- und Hanover-Str., eine Vec samiulung ab. Ans deutschn, Vereinen. Monats Versammlung des O'Keil- Vereins. Ter „Baltimore Bayern Verein" macht eine Vcr willignng für das Pastorius- Teiikmal. Tic „Wittelsbacher" machen mit. Ter „O'Keil Verein" hielt gestern in Rüssel's Halle eine ganz anstergeivölmlich gut besuchte Ver s.minilung unter dem Vorsitz des Präsidenten E. Raine ab. Sekretär I. H. Ilblhorn führte daS Protokoll. HH. (sb. H. Otto Tchellhase, N. A. Bunn. (George Strelein, Iraut Lin senmener, Frank Martin Tebclius, lerd. Angermaier wurden als Can didaten in Vorschlag gebracht und HH. Hy. Wonnemann. (shaS. Beutels pacher, W. I. BuniS und Jos. S. Maccubbin als Mitglieder aufge nommen. „B altii ore B a y e r n Verei n." In der „Wbite Hall" an Bank- Straste, nahe Broadway, fand gestern Nachmittag die halbmonatliche Ver saninilnng deS „Baltimore Bayern- Vereins" unter dem Vorfitz des Ex- Vräjidente Balthasar Prell und der Protolollsübrnng des Sekretärs R. Schwarz statt. Ter Verein bewilligte für das Pastorius-Teukmal. An der fiir dieses Tenkmal iverden sich sechs Vertreter des Vereins betheiligen. Beschlossen wurde, an der 7ä jährigen Jubi läumsfeier der Treieinigkeits-Kirche tbeilzunehmen, und wurde Hr. Emil Wockensus; als Telegat fiir die Vor bereitung zu der Feier ernannt. Ein ladungen wurden entgegen genom men vom „Vorwärts", „Bayerischen Männerchor" und der Damen-Sek tio des „Baltimore Bayern-Ver eins". Im Uebrigen wurden Vorbe reitungen fiir ein Ende November im Liberty Park stattfindendes Austcru rösten getroffen. Bayern Tamen. I der gestern Nachmittag in der „White Hall" staltgehabten Versamm lung der Tamensektion des „Balti more Bayern Vereins," in welcher die Präsidentin Iran Elisabeth Prell den Vorsitz und die Sekretärin Frau Margarethe Schwarz das Protokoll führte, wurden Arrangements für ein Mitte dieses Monats in der „Colum bia-Halle" stattfindendes Familien fest getroffen und eine Einladung vom „Schwaben Tamen-Verein" ent gegen genommen, Zwei neue Mitglie der gelangten zur Aufnahme und zwei weitere wurden in Vorschlag ge-- bracht. An der Pastorinsfeier werden ltt Mitglieder des Vereins theilneh inen. „W i t t e l s b a ch S e k t i o n." Tie „Wittelsbach Sektion, B. N. V.", hielt gestern in Louis Rüffel's Halle, Nr. Ml, Nordlrederick-Str., eine gut besuchte Versanimlung, in welcher Präsident H. Engels den Vor sitz und Bruno Rosenbaner das Pro tokoll führte. Es wurde beschlossen, eine Telegatio von 7 Mitgliedern mit der Vereinsfahne zur Pastorius leier nach Philadelphia zu senden, und wurden sonst nur NoutineGe schäste verhandelt. „Schweizer Aast Club." In seinem Elnbhanse Nr. B7>, Mil le, Straye, Highlandtoivn, fand ge stern Abend die regelmäßige Ver sanimlung des „Schweizer -Aast, Clubs" von Highlandtown unter deni Vorsitz des Präsidenten Alfred Gun tensberger und der Protokollführung des Sekretärs R. Schwarz statt. Be schlossen wurde, Mitte nächsten Mo nats i Zimmermaun's Halle an der 8. und Tillon-Straste eine Abend unlerhaltung zu veranstalten. In Grabe g e t r a g e n. Beerdigung des am Mittwoch ver storbeneu Irl. Rosa Schuler fand ge stern Nachmittag vom Traucrhause, Nr. 7>>ä, Scott-Straste, statt. Ein großes Trauergefolge gab der Ver storbenen das Geleite zu ihrer letzten Ruhestätte auf dein Loudon-Park- Iriedhofe. Zahlreiche und prächtige Blmneuspenden deckten den Sarg. Pastoren August Schmidt von der deutschen Olterbein-Kirche der Ver einigten Brüder in Christo und R. C. lolms von der englischen Otterbein- Kirche arntirteil im Trauerhause und ans dem Friedhofe. Als Bahrtuchträ ger sungirten die Herren Morris Becker. Harry Blank, Wm. Link, Chr. Link. EbarleS Hesselbacher und Joh. Stroh. Irl. Schuler wurde am lt. September 18<!8 in Baltimore gebo ren. Zu den Hinterbliebenen zählen ihre Mutter, Iran Elizabeth Schuler, vier Brüder, Herreu John, Louis, Frank und (R'orge Schuler. und zwei Schwestern, Iran Maggie Wiegand und Iran Carrie Koltman, Letztere von Altoona, Pa. Leichenbcstatter Wni. H. Higdon besorgte die Arran gements des Begräbnisses. Pässe zur Reise in'S AnSland be sorgt E. Raine, Nr. 41S, wsrestrahe, nahe Enft, Um. 5
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6 Unsere Theater. „M sik-Ak a d e m i e," El ode Fitch's berühmte Komödie „Girls" beherrscht diese Woche den Spielplan in der „Musik Akade mie." Das Stück erlebte in Taly's Theater in New Bork eine uminter- Irochene Reihe von T 25 Vorstellun gen, gewift ein Zeiche, daft cS dort dem Publikum gefiel. Eine der ul> Zigstcn Scenen des Stückes ist die, in welcher drei junge Tamen vor den Augen des Publikums ibr Nachtlager aufsuchen, die eine in einem Feld bette, die andere ans einem Sopha und die dritte in einem „Morris- Armstuhle. Diese gewift Pikante Ti tnation ist jedoch zart behandelt, daft auf die Prüdeste Zuschauerin keine Grund zu Ausstellungen haben dürf te. Tie Tarslellerschaar umfasst so treffliche Künstler wie Elias, Eherrh, Florence Reed, Am Richard, Ruth Mayclisfe, Zelda Sears, Josephine Emerson, Herbert Standing und An dere mehr. Ter Träger der männli chen Hauptrolle, Hr, Ebas, Eherry, ist in Baltimore von seinem Erschei nen mit Mariine Elliot noch in vor theilhafter Eriniienmg. Tie regulä ren Mittwochs und Samstags Ma tinee' finden statt. „F o r d's O p e r hau s." „?l Knight for a Tay," ein neues höchst essettvotles Schauspiel, ist die Tarhietiing, welche diese Woche die zahlreichen Freuyde und Gönmc von Ford's Theater erwartet. Tas Stück erlebte im- Jahre ttXfti seine Erstauf führung in Ehicago, Ivo es im dorti gen „Whitney-Theater" G>7 Mal hin ter einander aufgeführt wurde. Von dort nahm dasselbe seinen Siegeszng über New-Uork nach Boston, und überall begegnete es einer begeisterten Aufnahme Seitens des Publikums n, der Kritik. Hr. Jolm Slavin spielt die Titelrolle mit vorzüglicher Eha rakteristik, während die weibliche Hauptpartie in den Händen der treff lichen Schauspielerin Frl. May Bokes ruht. Tiefe begabte junge Künstlerin stellt in der typischen, unbeholfenen i Magd eine Prachtsigur aus die Buh- ue und ist, wo immer sie auftritt, sehr bald der erklärte Liebling des Pnbli- kums. Auch die übrigen Rollen der Komödie sind vortrefflich beseht, Sce nerie und Ausstattung genügen den! höchsten Ansprüchen. Nachmittags- Vorstellungen werden Mittwochs und Scynstags gegeben. ~B laue y's T h eate r." „When Women Love" ist der Titel eines spannenden Melodramas, das diese Woche in Blaney's Theater über die Vretter geht, welche die Welt be deuten. Tie Handlung dreht sich um die Person eines anmiitbigen jungen Fabrikmädchens, das die Verlobte ei nes Rechtsanwaltes ist. Ein per schmälster Nebenbuhler um die Gunst des Mädchens beschliesst, sich an ihr zu rächen, indem er dasselbe eines Ver brechens beschuldigt. Madge —so ist des Mädchens Name wird in's Ge fängniß gebracht und hat durch Fähr nisse und Versuchungen aller Art zu gehen: doch schliesstich gelangt Alles z einein versöhnlichen Abschluss. Ter wirklich Schuldige wird der strafenden Gerechtigkeit überliefert, und das Mädchen wird mit ihrem Geliebten vereint. Frl. Ethel Naso spielt die weibliche Hauptrolle, und zwar mit unleugbar grvftem Effekt. Sie wird von einer überaus tüchtigen Gesell schast wirksam unterstützt. Matince'n- Tage sind Montag, Mittwoch. Freitag und Samstag. „H o l l i d a y st r. Theate r." Ein militärisches Schauspiel in vier Akten, „On Trial sor bis Lise" best telt, bildet in dieser Woche die At traktion im Hollidaystr, Theater, Owen Tavis ist der Verfasser des Stückes, der in demselben Zweifels ohne sein Meisterwert geliefert Hai, Ilm die Ausführung desselben so rea listisch wie möglich zu gestatten, hat die Direktion sechs trefflich zngeritte e Armee Pferde erworben, welche als die werthvollsteii Thiere angeje- hcn werden, die je auf einer amerika nischen Bühne vorgeführt wurden. Militärische Ererzitien, ansgesülnst von zwölf Znaven. sind eine weitere Interesse erregende Schaustellung in dem Stücke. Tie Aufführung ist nich an spannenden Scenen u. Mo menten, sentimentale Liebes Epiio den fehlen natürlich auch picht. Tic Schauspieler Truppe besteht aus 45 Personen, unter diesen zahlreiche i Künstler von groftem Rute. Sceiii- sche Aussiaffiruiig und Kostüme sie- hen auf achtunggebietender Höhe. Matinec'n finden täglich statt. s„Gayety.T h e a t e r." l Eine der besten Organisationen ani i dem Gebiete der Burleske, die „Vani- ty Fair Company" begann gestern i im „Gayety-Theaster" ein einwöchige? l Gastspiel.. Eine Musik-Komödie „Lb. What an Night!", von Frank Hanni z Hill, gelaugt Zur Aufführung. Tic t Musik zu derselben stammt von dem bekannten Componisten L O. Smitb i und Sebastian Hillcr und ist voll von I Pricklende, schmeichelnden Melodie', Ein strahlendes Treigestirn, gebildet aus Frl. Amsic Hill und den Herren Billie Ritchie und Tick McAllisler, steht an der Spihe einer vortrefflichen Kimstlerschaar, Billy Ritchie ist hent' zn Tage wohl als einer der besten Komiker der amerikanischen Bühne allseitig anerkannt und möcht seinem Rufe in der Rolle, die er in diesem Stück vertritt, alte Ehre, Ter Schlnft akt spielt in einer Mnsikhotte und giebt Raum, eine Schaar erstklassiger Variete Künstler und Kinsttleriiinen einzuführen, Ter Ehor dieser Hanpi Ingredienz des Erfolges bei einem modernen Schauspiel ist ans 5U reo zenden jungen Tamen, welche nicht mir hübsch onssi'hc'n und elegante Ko stüme tragen, sondern auch reizend zn singe und z tanzen verstehe, Ma lieo'n finden täglich statt. „M aryland Theate r." Tie Leitung des Maryland Thea ters, dieses in allen Kreisen des Pu blikums gleich beliebten M'nsentem pels, wartet in dieser Woche wieder mit einem Programme ans, das für ihren Ruf, ihren Gönnern nur stets vom Besten das Beste zn bieten, eine neue Bestätigung bildet, Ta ist zu nächst Ida Füller, eine Schwester der weltberühmten Serpentin Tänzerin Laie Füller, zu nennen, welche einen ganz originellen Fsainmen nnd Far den Tanz zur Ausführung bringt. Neben jhr seien hervorgehoben: Das John Busch Trio i einein sensatio iiellen gymnastischen Akte: Ryan und White als Holzschnl, Tänzer: Lew Snlly, Neger Imitator: BethweU Brown, das Original Gibson Giri, in ihren nenesteii Pariser Kostümen, nnd das „Empire Eity Quartette" in klassischen und modernenLiedern, Als Ertra Attraktion ist Hilda Elarke mit ihren zwölf weiblichen Soldaten gewonnen worden. Ter Kinetograph bringt interessante, neue Ausnahmen. Täglich finden Nachmittags Vor stellungen statt. „A u d i t o r i n in." Joe Morris in der GesangSposse „Too many Wifes" von Ehas. Hor wih und Fred, S. Vowers, ist die Ankündigimg. mit der die Direktion deS „Anditoriiims" diese Woche das Baltimorcr Theater Publikum zu einein Besuch des- hübschen Mnseii- Tempels einladet. Die Geschichte des Stückes dreht sich um die Person Jack Simon's, der ans der Suche nach ei ner „temporären" Gattin ist, um sich seinem Onkel als lx-rheivaiheU aus weisen zn können, Taft sich aus die ser Situation zahlreiche komische Ver wickelungen ergehen, lässt sich denken, Joe Morris holt ans dieser hochkomi schen Rolle alles heraus, was dieselbe enthält, und lässt die Zuhörer gar nicht aus dem Lachen heraus kom men, Ihm stehen eine ganze Anzahl tüchtiger Schauspieler und Schauspie lerinnen zur Seite, Ter Ehor ist eine wahre Schönheit'? Gallerie, die Augenweide eines jeden Theaterbesii chers, Montag, Dienstag, Freitag m Samstag sind die Matinee-Tage, „N e u e s Vi o n mental- Theate r." Tie „Broadway Gayety Girls", diese tressliche, unter der Direktion des Hin, James H. Eiirtin stehende Gesellschaft, welche gestern ans eine Woche ihren Einzug in's „Nene Mo numental Thealer" hielt, hat sich diese Saison an eine etwas anspruchs vollere Ausgabe herangewagt. Sie bringen eine zweiaktige musikalische Komödie „A Trip throngh Jndia"ziir Ausführung. Ter bekannte Komiker M. I. Kell ist für die männliche Hauptrolle gewonnen worden nd hat er in derselben reichlich Gelegen heit, erfolgreiche Attentate aus die Zwerchfelle seiner Zuhörer zu nnter nelnnen. Ter Spezialilätentbeil ist wieder sehr gut beseht: unter de in demselben austretenden Knnsilern seien die folgenden besonders hervor gehoben: Jacklin und Lang, borstig liche Komödianten, „The Jnlernalio iial Trio" in einer musikalische Sze e: Frl. Torotbh Eollins, die treisli che M'oiwlogistin: „The Gassney Tcincing Girls", russische Tänzerin nen: Hr. Eugene Rogers, der pbäno menale Bassist, und die Geschwister Burnam als „die weiblichen Repor ter." Wie üblich, finden täglich) Nach mittags Vorstellungen statt. Lubi 's Theate r. Taft Lnhin's Doppel Estnblisse ment mit Recht den Namen des de slctt Baltimorcr Familien Varietes beansprucht, das zeigt das Gedränge, das allabendlich vor der Kasse deS schmucken Theaterchens herrscht. Dem nerinüdlichen Streben des Ge schästsiiihrers Earle ist dieser beispiel lose Erfolg zweifellos zum vornehm sien Theile zu verdankin. Zeigte sich derselbe doch stets bemüht, um gerin ges Geld das Beste und Neueste zu bieten, So hat er auch für diese Wo che wieder ein Programm zusammen gestellt, das mich den verwöhntesten Geschmack befriedigen dürfte. 9ln der Spihe desselben slebt Frau Dotiert mit ihren, reizenden Miniatur Cir kus, in dem unter anderen Thieren, Ter Teutsche Cvrrcspvndcnt, Vnstimvrc, MM Ticnsing, dc K. Oktober istsi? sich B> schneewciftePudel befinden, die st geradezu unglaubliche Kunststücke n machen. Ferner erwähnt seien: Gra cev in einem ganz neuen musikali n scheu Akt? Georgia Thomas, eine l' New Porter Schauspielerint Mag n Lesung. Gesangs und TaiizKüust e leistn! Ward und Hart, Komödianten, i und Andere. Tie seit Kurzem einge führten Tamen stN'atinee's, bei de nen der Cstutritls-preis- auf 5 Cents' fistgeseht ist, haben eine grofteu Er folg gehabt und bleiben bis auf Wei tires bestehen. Convciltivii dcr Flnschcn Absiillcr. Telegateu aus allen Theilen der Ver. t st. Staate erschiene. Kurze Sihimg de? Eretutiv Eoinite's ani Aheud, Ter Eomiiiers in der „lstermania B,äiierchor Halle." Tie Couvelitioii des- „Anierikaui scheu Flaschenatuälter Silmvoereins-" hat begonnenvon allen Theilen der Bereinigten Staaten haden sich die Telegateu eingefunden, und alte Aii zeichen sind vorhanden, daft die dies jährige Convention sich zu einer der dentwürdigsten in der Geschichte der Organisation gestalten wird, Tie Germania Mäiinerchor Halle, das- Hailptgnartier der Telegateu, hat sich zu Ehren der Gäste in ei Festge wand gekleidet! lustig flattern die Sterne nnd Streifen im Winde, de Besuchern ein herzliches- „Willtvin men" zuwinkend, Ter Haiipttheil des gestrigen Ta ges- war der Registratian der Telega len gewidmet, deren erster gegen l> Uhr Morgens eintraf. Und dann ergos; sich die Schaar der answärti gen Besucher ohne Einhalten in die Mauern der M'onnmentenstadt! fast jeder Fug brachte neue Ankömmlinge, die von Mitgliedern des Empfangs- Eomites unter ihre schühenden Fit tiche genommen wurden. Beinahe alle gröfteren Städte sind mit starken Telegationen vertreten, ganz beson ders zahlreich repräsentirt sind New- Vvrt, Elneago, Philadelphia, lowa. Ohio, Wisconsin, Washington, T. E. Ter Commers, welcher am Ahend in der „Germania Männerchor- Halle" stattfand, war in jeder Hin sicht eine gelungene Asiaire. Ein vor zügliches Menn wurde von Herrn Ahl servirt und Pros. T. Feldman'-? Orchester brachte das nachfolgende Programm zur Tnrchfnlirnng! Ou vertüre zu „Ravmond" von Tbomas''' „Songs of the Fatherland" von E. Anderson! Eornetsoli, „Tbe Palms" und „Tie Post im Walde." Herr T. Feldman! Walzer aus „Lustige Wittwe" von Lebar! Selection ans „Bohernian Girl" von Balje: Selec tion ans „Martha" von Flotowi „Songs of the Nation" von Lampe: „Gate Eiti) Marsch" von A. T. Wel da. Eine kurze Ertrasihnng fand wäh rend des Ahends unter dem Vorsitz des Präsidenten John A. BlondeU statt, dvch lvnrde das Ergevms; nicht veröffentlicht. TaS Programm für die übrigen Eonventions-Tage seht sich, wie folgt, zusammen: Heute: U> Uhr Morgens Offi zielle Eröffnung der ersten Geschäfts sihung: Bewillkommniings-Aiisprache durch Gouverneur Ervthers und Mahor Mahvvl, Nachmittags: An steriiröste im Prospect Park: Av fahrt der Spezinl Waggons T Uhr an Lombard und Liberty Strafte, Morgen: Geschäftssihuiig von U Uhr Morgens bis I Uhr Nachmittags. Von dann an bis 5 Uhr Empfang der Tbeilnehmer i den Anlagen der „Crown Cork and Company". Abends: Theatervorstellung im M'a rplaiid Thealer unter den Auspizien der genannten Firma, Tonnerstag: Letzte Geschästssihiiiig, Für die Tamen: Spazierfahrt in der Straftciibahn. Abfahrt der Waggons U> Uhr an der Ecke von Howard und Frankliii-Strafte. Nachmittags: Er knesion ans dem -Tampfer „Louise" nach Annapolis. Besichtigung dee Flolren-Akademie und sonstige Te benswürdigteiten. Souper während der Rückfahrt, Tießeamten der Organisation sind: Präsident Jodn A, Blondell von Bal timore. t. Vice-Präsident Hy. Shas ser von Jersev Eitv, N. J., 2, Vicc- Präsident Willioni Volbert von Ehi cago, Jlls„ :i. Vice Präsident James O'Cvimelt von Brooklyn, N.-?)-- Schahimstster Henrv L. Schmidt von Hoboken, N, J„ nnd Sekretär R. E. Schoder von N'ew-Borl, Arrangements Eoniite C, Edw, May, Vorsiher, George Schlaffer, H, Lake Phillips, Christian RumenaP, Frank Phillips, Francis B, Eary, H, F. Willms. G, H, Sapper, Henry Bnchsbanm, F, A, Härder, William G. Tietriä'. William Sturm, W, I. B, Shanks, Fred. E. Sucro, Lee Bloedsoe und I, A. Blondell, Finanz-Eomite Job A, Blon dell, Vorsiher, William G, Dietrich und I. I. Knper. Milsik-Comile Fred. H, Gott- r lieb, Vorsiyer, F, V, L,uv lmd H. L. e Phillips. Pres'-Eoiuite —aumsl E, Arplobp, Vorsiper, Fred, H, und F. A. e Bloiidctt, l Eiupfaugs Eoiuite Foiepb S. GreenSfelder. Vorsiher, Wiu, F, A, Härder, Foseph W, Wickhmu, Tbouiris Harr, William! Jacobson, Lee Bloedioe L, E, Ulbert, ö G. H, Tavper, F, E, Sucro, H, L. Lemkuhl, E, O, Street, H, M, Köh- ler, ThoiuaSl W, Hesfner, P, Gold borg und Jolm N, I, Teal, Taiilcu Empsnug-ö Eomiti' l Frau Job L- Saudero, Pornneriu, Frau Williaisi G, Dietrich, Detretä- rin, Frau Christian Ruinen, Fian C, Edward Man. Frau H, Laie Ptiil- lips, Frau George Schlosser, Frau Frank Phillips-, Frau Francis B, Cari), Frau W, I. B, SbanlS und! Frau John A, Bloudett, Hillss Empfangs Eoiuilc Jas. B, Turner, E, T. Buib. F, M, Eto- bright. B, S, Greeus-setder, W, H,! Pearson, William Vinson, F, A, j Wigbtmaii, Eharlcs S, Grecns-felder,! H, S, Hackstasf, M, Morris-, H, H, j Penniuiau, I, F. Gallagher, S, B, Bedcll, L, Mausfield und I. S, b-rceus-felder. Ter „Geeiiiauia Tamen- Vergll ü g u g u s-V erei hielt lebten Freitag seine Beamtenwabl in Flick's Halle a West Pratt Strafte ab. Erwählt wurdenl Präsideutiu Frau A, Wehrlmu, Vice Präsidentin Louise Treibe, Sekretärin Barbara Hermann, Schallliieisierin Anna Mahle, Beschlossen wurde, Mitte No- vember in Elaggelt's- Halle ein Au sterujouper zu veriftiftaltcn, Orfscntlichc Allis ein eine Geselle. Otsfeillliche Allgeincinc Geselle. mcnicn lu-u "düs:'st" po!'c i^ä"o 7ll'sch>ti 100, -äliZwc Sladi 'Ugislroivi- soll miS dcn Zinsen, äiis die wrschtzueiiezi Anleihen kwn-S'i-stvciii-l>!'ikldcii--!>i.hl-ci,hli. dw lim ml, dcc ihm vom dciägitst. "-mc-n,chc>ickc>-!ii,c>icu -,-illc von, Tuini ibrcr Aunahmc in stoieph ColnmdiiSTag. Cinc Atie, dcn iiter iiirl stcicrioge." dcn 12. Sc iIIl-cidnI Ton," zu eliicm gcicy. 7N-ichi„ii i, Tci c 'von di-i Lcgisinlur f'd". vcriiigi dst Abschnil, 0 vcs aciitl-is >3 dcc t.eiu-uNiä>cii Allgciiicincn Gc dN3 und uen'^^" im'mit nincn- SN'schnitt 0, Tic folgenden Tge eines ieden .ihres, wie: Tei eisie Tng im stanuni. gewohiiiich NciiUihii neunniii: der zwemiid ävniiiioste stebriur, ls .'i!sl,ingivn'S GeluirlS log beiunnl: der dicjjnchie Blni. igräveilchwä lind Nile svezielleii iu- vie voni Gondern-nr des -inuies oder vei-, Präsideiiteii drr Per -t>rn is der oder stasienS oder GcbeleS oder derer reiigiäser Feiern oder iär die ligcmeinc Cinllollniiä der Ge schfic drreichnei nd cmpfohien wc'tdcii sollen IS geleviiche Feie> le i-cirnchtrt, ittid IS solche rfeierl ioerden und w die Prüsciiliriii, sllr Z'iblung oder Acccviiruiig und' Ml Proleii nnd der iii,!l,lgng von Hnnd- wechicl, BniikClii-ck- 7i,tcn -!iNd 70csei,i, die cur Nabinng oder -.-icceplirnng n diesen deliiulen ?rn uiuleniüvne sind, soll nn dem inichllen wclUich>-u vd-n G.-schällSlng vor sol chem steierla sttli>ii lein, i Ai'schnill 2, lind 'ei es ferner dcrfiigl. striii !,ele ihrer Aunnhiiic in Austin L.' rotberS. iVouveriieiir, stisevb B, Sri, st C> 5eS Scnal, Prgzio oo Medizl. Sli'schniii Lcgisiaiur! von Mrvind ver'n, .-.og Abichniit ll des Ariileis i 3 des Code, du OefsciiNicheu '.'lge meinen Geleve !N,, -"eiundbcit," Uuteriiiel! -NililliNinlcu de, ,hiermit widriru-i B'eimm nin der "vd" Irgend w>cn^T>lcl^mü icgcud wrlchcr'url'!'.'. "eu,'.e Lei? dcn oder cingcvilcl. c i.ii.ieii. iieiien odcr dci'niidrii,: odc> ,ö n ivnrn direil oder inoircil i> cin-n .-n c ,!-n l>> .ivlic Lohn, Belohnung odcc c ci- '.I nig unicriicb v'-ig die irrihäuiiich ivdigcglaiidic ISlr. Baumaterialien, Thüren, Fenster rahmen, Laden etc. derict-Stravs. Sco. F. Sloa ch Br., 414 Lighlstr.-Werfte. National Banken. „rye Old Town National Bant," Gay- und 5B. Hook, Präsident l 2! Marrw!?, rasstrer! ülltaw Str. „Triitr National Bant," Ecke Baltimore- und iil--wcsl-Eckc' Hmvard- lycrinan-Ttmke. St. St. Baldwin, zrassirer. Staats. Banken. „Deutsche Bank von Baltimore," Baltimore- und Hollidav-Strake. Augusl Woher, Präsi dent! E. I. sticht, Schatzmeister. Spar Banken. „Lciilsche Zvarbauk von Baltimore," Eutaw- Trust Compagnien. „Maryland Trust C 0.," Nordwest-Ecke Calvcrt uiid Gcrinaii Tlrastc. Grier Hcrsch, Prüft dcnli Sekretär: Carrvll Advokaten. Adolph Gultzrrlrt, Rechtsanwalt. Nr. 10, Ost- Leriiiglon-Strasie. E, 41 P. Phone, St. Paul 3530, .M. H. Caryart Shlmcr. RcchlSanwalt, Union Trust Oarl" M, Scholv,"'V'i'i,' A'2S Gustav lorb. Cäldcrt Bilichln^, Landwirthschaftliche Geräthe und Sämereien. Grlssith 4, Turner Co.. 20b Nord-Pacä Strafte. Marmor- und Granit-Werke. L. Hllgärtnrr 4.' Sohne, 714..718 Well Baltt- Plnnibing, Furnaces, Ranges und Lesen, Tachdecken und Rinnen. Kupferschmiede und Plumbers. stöhn Hubert, 17 >4 Thames-Slrafte. E. 4- P. Telephon: Wolfe 1000. Feuer Versicherungen. Will, T, Slwckclsord 4- Co., IS und >7 Chamber Eigenthums Agenten und -Händlsr. Hufschmied Zubehör. E. Scott Payne Co.. ZKZ und 304 Ncrd-Say- Strafte. Kohlen und Holz. Schmucksachen und Uhren. W. St. Miller, 23 Ost-Baltimore-Slrafte. 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Nobion, 127 Lst-Baltimore-Sr. Mcrchants L- Mincrs Transport. Co. uii^Sonnta, Diciisia, Donnceftan Canisi, 0,00 Atzd. D, N, Mcßeill, Acl, Pier Sild-lstah-Ste. Btirrau: German- und tüllht-StraKe. (113,142—) Baltimore Dampf-Packet -Co. (?Utk und „iverliisstae Bai Linie.) inen, von den ti>—ist, Linist-Str-ge. 030 Abends, direkt nach Old a^e^ nun j n i sset-BN^^ Westlich, erd Mt. oval ,rl. Camd. Chicago (viPills)..Taglich 12,10 N. 12,2b N. Chicago cßewacl), .Zhglich 4,10 N. 4.30 St. Cinc IL, u, Whig. .Täglich 7.45, 8.00. CNic. u Tl, L Täglich 2,43 N. 8.00 N. Ctnc, u St. L Täglich I,bON. 11.0 S PlltSburg. Täglich 7.45 V. 8.00. PiUsburg Täglich 12.1 St. 12.2b N. VttlSb, u. illkvcl Täglich 8.00 R. itlsdur Taglich 11.23 N. 1t 32 R. Cols n, Whig Täglich 4.1 N. 4 ,30 St. 'älvrchcäge Stunde aus die o Woche iluacn 7,03 B,OO Abend, strichec Abfahrt von der Mt. Itohal-Statto. lirek'e Verbindung in er neue Unt. 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Dame (das BiiefinaikenaUmm des kleinen Franz betrachtend i: „Aber, Fräuz cheu, was sind denn das für sonder bare Marken?" Fränzchen: „Das sind die neuesten Möbelmarkeii. die der Gerichtsvollzieher hei ns ange klebt hat." Bereinigte Sänger von Baltimore. Hanptguartier: „Germania Män- nerchor Halle;" Präsident Henrn Thomas; correspondirender und pro tokollirciider Sekretär Pro tem. G. Hiinniclheber, Nr. 315, Nvrd-Eden- Straße; Finanzsekretär G. Himmel Heber, Nr. 315, Nord-Eden-Straße; Schatzmeister H. Micklich, Nr. 713, Warner-Straße: Dirigent Tb. Hem berger. Versammlung jeden zweiten Freitag im Monat. „Arion." Tingslnnde Mittwoch in der „Stag- Halle," Nr. 205, Hanoverstraße. Ti rigent T. Melainet. „Germania-Männerchor." Hauptquartier: Germania Män ncrchor-Halle, Nr. 410 bis 412, West- Lombard-Straße. Singstunde: Ton nerstags Dirigent: Theodor Hem berger. „„Frohsinn." Hauptquartier. Frohsinn Halle, Nr. 2000, Fredenck Avenue. Sing- Nr. 116, Nord-Paca-Straße, Sing stunde: Mittwochs Dirigent: John A. Klein. „Arbeiter-Männerchor." Hauptquartier: Andreas' Halle. Nr. 314, Hanoverstraße. Singstunde: Mittwochs Dirigent: David Me lainet. „Germania-Ouartett-Club." Hauptquartier: Wagner's Halle, stunde: Dienstags. Dirigent F Karolus. „Tholia-Männerchor." Hauptquartier: Voigt's Halle, Nr. 4122, Harford-Avenue. Singstunde: Dienstags Dirigent I. C. Frank.. „Locust-Point-Männerchor." Hauptquartier: Zwicker's Halle. Ecke Euba- und Andrestraße. Sing stunde: Mittwoch Abends 8 Uhr Dirigent: Hubert Krüppel. „Arbeiter-Liedertafel." Hauptquartier: Volz' Halle, Nr. 408, West Lexingtonstraße. Sing- Dienstags Dirigent: Geo. W. Pöhlniann. „Bayerischer Männarchor." Hauptquartier: Ackermann's Halle, Ecke van Caroline- und Goughstraße Singstunde: Tonncrstag Abends Dirigent: August Schneider. „Mozart-Männcrchor." Hauptquartier: Robert Vollmer's Halle. Nr. 1!>21—1923, OrlcanS SLraße: Singstunde jeden Donner stag Abend Dirigent G. W. Pöhl niann. „Eichenkrani." Hauptquartier: August Gzebel's (vormals Zorn's) Halle, Ecke der 3 und Goughstraße, Highlandtown. Singstunde: Mittwochs Dirigent Geo. W. Pöhlniann. „Melodie." Hauptquartier: F. Ries' Halle, Ecke Lowstraße mid Belair-Markt. Singstunde: Donnerstags Diri gent: F. Karolus. „Harmonie." i Hauptquartier: Nr. 414, West- Fayette. Straße. Singstunde: Dien stags Dirigent: John A. Klein. „Metzger-Gesangverein." Hauptquartier: Hoffmann's Halle, Low- und Forreststraße. Singstunde: Tienstag Dirigent: Huber. Krüp pel. „Vadenia-Männerchor." Hauptquartier: Pratt- und 5 Str.. Highlandtown. Singstunde? Dien stags Dirigent Geo. W. Pöhl niann. „Teutsch Ungarischer Licderkranz." Hauptquartier: Otterbcin's Halle (früher „Eintracht Halle"), Locnst- Point. Singstunde: Freitag Abends Dirigent Hubert Krüppel. Vereins Kalender. Väcker-Gcsangvcrem von Baltimore. Dirigent Pros. F. Karolus. Hauptquartier John Volz' Halle, Nr. 408, Wcst-Lerington-Straßc. Je den Samstag Abend, mit Ausnahme des dritten Samstags im Monat, Singstunde. (April?—ll) j PNr r' elonit In, i5l, r- "uie.r., atz ck Hie.. V Ter Deutsche Corrcsplindent, Baltimore, Md., Dienstag, den 6. Oktober 4908. Z A N U A A. k^cttncvm HP -!-j- Lt i-h j 8 -l- st -:-st (Foclscvimll.) Eingedenk des immer musterhaften Verhaltens und der bewiesenen Tapfer keil besetzte der Regi.nentslommandeur die eben freigewordenc Stelle des tstegi mentsproviantinclstergchilscn mit Je Hann Kettner und verlieh ihm g eich?/ tig den Rang eines Gefrc-icn. Diese Stelle behagte Maria a ißerordenl! das Lesen und Schreibe:!, das sie vcn ihrem Bruder gelernt, kam ihr bei den Verhandlungen mit Völler und Flci scher gut zu statten, und namentlich freute eS sie, jetzt mehr in die Nähe des Grafen Spuar zu gelangen, dem als rangeshöchsten Stabsoffizier regle mentsmäßig die Oberaufsicht über die Verpflegung des Regiments anvertraut war. llebrigcns nützte Obers! Gras Spuar rücksichtslos die ihm zugewiese neu Leute aus und hoffte auch mit dem Ungethüm, wie er den neuen Negi menisproviantmeistcrgeh'llsen nann.c, schon fertig zu werden. Er nahm ihn in seine persönlichen Dienst und hatic eS nicht zu bereuen. Kein Kammer, diener rasirle den Grafen so leicht und gewandt wie sie, Niemand war im stände, die Frisur des Obersten so fein aufzubauen, seine Unifvrmcn in Ord nung zu halten, wie Ataria Kettner. Maria stand aber Höllenquaien aus bei diesem vielfachen Verkehr zwischen Herrn und Kammerdiener. Der Reitknecht des Obersten schien Maria fortwährend mit mißtrauischen Augen zu beobachten, er suchte offenbar etwas bei ihr. er hatte einen Berdacht, den er nicht äußerte. 'Aus gelegentlich hingeworfenen Worten erkannte Maria aber mit Schrecken, daß dieser Reit knecht mit jenem Strolch identisch sein mußte, der sie damals auf der Land straße bei Ried überfallen wollte, und dem sie seine Kleider entwendet, nach dem sie ihn halb zu Tode geprügelt harte. Noch mehr als bisher war sie auf der Hut, ihr Geheimniß strenge zu wah ren. Und inmitten dieser steten Angst und Sorge die immer mehr wachsende Leidenschast für ihren Herrn! Der Graf war durchaus nicht leut selig zu ihr, bei jeder Gelegenheit reg nete es Hiebe und Schimpfworte. Ma ria ertrug alles geduldig. Bis zum Aachener Frieden stand das Hagenbach'sche Regiment in Oberitalien und blieb auf Kriegsfuß, aber es ga) keine feindlichen Angriffe mehr; Sol daten und Offiziere lungerten müßig herum oder wurden zu Privatarbciten verwendet und an Unternehmer vermie thet. Viele wurden auch beurlaubt und entlassen, jedoch blieben sie in den Listen stehen, und die Obersten bezogen ihrer Sold, ein zu damaliger Zeit sehr gc wöhnliches Mittel, sich zu bereichern. Oberst Graf Spuar, der das Regi ment inzwischen übernommen hatte, machte es natürlich ebenso, nur wurdc er trotzdem nicht reich, denn die noblen Abenteuer, Karten und Würfel ver schlangen ungeheure Summen, und manchen Griff, den er in die Negi mentsk-'sse machte, mußte sein getreue, Helfer und Genosse, der Regiments quarticrmeisier Sartori, durch Einste lung falscher Ziffern in die Kassen proldkolle vertuschen. Immer hoffst Graf Spuar das vorbanden? Defizi durch irgend eine besondere Gunst For tunas decken zu tönnen, doch die Göt Im blieb ihm ungünstig gesinnt. Mit trüben Mienen saßen Gras Spuar und Sartori eines Tages im Dienstzimmer, wo in einer Mauer nischc die eisenbeschlagene Trnhe ver wahrt wurde, welche die Negim.cntsgel der enthielt, und rechneten und grübet ten. „Es geht nicht so weiter," seufzt Sarton endlich und legte den Gänse kiel fort, mit dem er lange Zifserrelher auf das vor ihm liegende Papier ge schrieben hatte. „In kürzester Zei kommt der Kriegskommissarius zur Musterung. Wie können wir den Scha den verdecken?" „Ra, der alten Perücke wird man boch etwas vormachen tönnen!" „Herr Oberst haben gar kein Privat vermögen?" Graf Spuar lachte auf. „Das hier ist mein Prioatvennögen!" rief er, aus seinen Degen schlagend. „Ansonsten habe ich nur Schulden —Schulden, sage ich Ihnen, bis über die Ohren." Ter ReZimcntsquartiermcister kraute sich verlegen den Kopf. „Es fehlen über zwanzigtausend Gulden," meinte er. „Wie viel ist noch in der Kasse?" „Zehntausend und etliche." „Tie theilen loste halt noch einmal!" rief der Oberst vergnügt. „Frau For tuna wird doch endlich einmal Ein sehen haben." „Und wenn nicht? —Tann bleibt uns nur die Kugel." „Wir martiren einfach einen Kassen einbruch von fremder Hand, wenn alle Stricke reißen!" Sartori sah sprachlos seinen Vorge setzten an. „Bei Goti!" rief er. „Das geht, das kann gehen!" „Freilich geht's! Was Graf Spuar will, geht immer. Sie werden mir schon aus Interesse für Ihre höchst werthe Haut mithelfen?" „Natürlich! Herr Oberst—" „Und als ordinäres Werkzeug habe j ich meinen Reitknecht auserschen. Im j Nothfalle hat der Kerl schon so viel aus dem Gewissen. e: schweiat." K U A Ijüs IH- l s' A I csrl.i!)iir. nach Zinegs-cktca Von //d Lvrum li'!' :!Ä ÄcTÄ Li I
„Wäre der Llesrelle skettner ge eigneter?" wagte Sarton einzuwenden. „Er ist Euer Hochgeboren so blind er geben." „Na ja," erwiderte der Graf und ein finsterer Aug mnwölkte seine Stirn, „aber der Mann ist zu gut, dieser hei lige Aloisius taugt nicht für meinen Plan. Uebrigens ist dem eine andere Nolle zugedacht. Er muß dran!" setzte er binzu. „Was liegt auch an dem Kerl!" Darauf erklärte er dem aufhorchen den Ncgimentsquartiermeister seinen Plan. Alle Bedenken und Einwendun gen wußte er zu beseitigen. Die beiden Biedermänner öffneten mit ihren Schlüsseln die Kasse und theilten die vorhandenen Gelder. Allein auch diesmal war das Glück dem Grafen Spuar abhold. In hohen Sätzen hatte er gespielt und bald den letzten Gulden verloren. Im Hagcnbach'schen Negimcnte hatte Graf Spuar den Wachtbienst bedeutend vermindert und auch die Kcissenwacke, die ohnehin nur für das Feld galt, auf gehoben. Er begnügte sich mit einem Gefreiten als Kassenordonnanz, der den Dienst im Kassenlotale verbringen mußte, und Kettner, der so schon ganz zu den persönlichen Diensten des Ober sten herangezogen war, wurde auch für diesen Dienst bestimmt. War er als Gehilfe des Proviantmeisters auswärts beschäftigt, so war dies dem Obersten nur erwünscht, und in diese Zeit fielen meist die geheimen Berathungen mit Sartori. Eines Abends hatte Graf Spuar zu Hause gespeist und die Reste des Mah les, wie er das häufig that, für seine Kasscnordonnanz stehen lassen. Vor her hatte er ein weißes Pulver in die Speisen gestreut und den Wein ganz ausgetrunken. Dann ging er aus. Im Hofe schien er sich zu erinnern, daß die Ordonnanz keinen Wein habe, und be fahl dem im Stalle weilenden Reit knechte Reaaller, für Kettner eine Flasche aus dem Keller zu holen. Er gab ihm die Schlüssel und befahl aus drücklich, den Wein nicht von der gerin geren Sorte, lvovon übrigens nur noch wenige Flaschen im Keller waren, son dern von dein zu nehmen, den der Oberst selbst zu trinken pflegte. Negaller machte sich die Gelegenheit zu nutze, in den Keller zu kommen, stellte für sich einige Flaschen beiseite und nahm eine der mit geringem Wein gefüllten für Kettner hinauf, für den er ihm gut genug war. Heute hatte Spuar Glück im Spiel und hatte schon einige Tausender ge wonnen, als ihn ein Diener herausrief mit der Meldung, daß sein Reitknecht ihm eine wichtige Mittheilung zu ma chen hätte. Scheinbar ärgerlich über die Unterbrechung, verfügte sich der Graf zu Negaller, der vor der Thür des Gasthauses stand. Dieser berichtete aufgeregt, daß er die Kassenordonnanz in einem derartigen Zustande angetrof fen habe, daß er fllrchle, es ginge dein Ketiner an'ö Leben. „Dummes Zeug!" brummte der Oberst und schritt, gefolgt von Regaller, seiner Wohnung zu. Unterwegs begeg nete ihnen —scheinbar ganz zufällig— der Negimentsquartiermeister Sartori, der sich den Beiden anschloß. Zu Hause angelangt, fanden sie Kett ner mit verglasten Augen starr am Bo den liegend, und nur ein schwaches Rö cheln verkündete, daß noch Leben in dem Körper sei. Sartvri beugte sich über den Verunglückten, während der Oberst sich durch einen raschen Blick überzeugte, daß die Teller rcüigeaessen waren. „Vergiftet ist der Bursch." Sartori trat zum Tisch und roch an Ken Glä sern. „Mit dem Wein hier!" „Mit Mein, sagen Sie?" fragte der Graf bestürzt, und sich an Negaller s wendend, fuhr er diesen an, was für l Wein er dem unglücklichen Kettner ge- geben. „Gnade, Herr Oberst!" flehte der Reitknecht. „Ich dachte, für den Schlei cher wird auch der Wein gut genug sein, den Herr Graf nicht selbst trinken." „Und meinem ausdrücklichsten Be fehle hast Du zuwider gehandelt. Du Hund! List zum Mörder geworden und hast mich in die schwierigsten Ka lamitäten gebracht." Entsetzt starrte der Reitknecht seinen Herrn an. „Das ist eine sehr fatale Lage," be merkte Sartori ernst. „Freilich, dein Kettner ist nicht mehr zu helfen, wenn auch der Negaller da in die Ketten kommt." „Aber diS endlosen Scherereien, die Untersuchungen und Schreibereien!" schrie der Oberst wüthend. „Wenn nun Thäter und Opfer ver schwänden?" wendete Sartori ein. Negaller griff den Strohhglm begie rig auf. „Ja. Herr Graf. Ich will verschwinden und den Menschen da wegschaffen, daß keine lebende Seele jemals inelr vcn ihm hören soll. Ha bcn Sie MM-ld v"d Gn.^i-. Ochluß folgt.) Schiffstar, e 10 und nach Europa Über Baltimore ider New Park. Kajüte oder Zwischen deck. Weclsscl. ausländisches Geld, streditbriese nd Geldsendungen. Thea. H Di,er 6 (50., Nr. '217. Ost Baltimorc-Strabe. Briesbcfördcriiiig „ach dem Auslande. Tie anständische Post für die mit dem lO.Otiobc'i' oudende Woche schließt hier im Hanptpostamt, in allen Fäl le?? pünktlich, wie folgt: Tie Packel-Post ist von 0 Uhr Vor mittags bis 5 Uhr Nachmittags täg lich offen, ausgenommen Sonntags. An und nach dem l. Oktobxr UlOB werden die Briefraten nach Großbri tannie und Frland dieselben sein, wie einheimische Raten. Tie Briesraten nach dem Auslande (ausgenommen Eanada, 'Mexico, Panama, Euba und Shanghai die selben wie einheimische Raten) sind, wio folgt: Fünf (5) Eents iür die erste Unze und drei Eents sür jede weitere Unze, oder ein Bruch theil, und sollte voll frankirt werden, widrigenfalls bei Ankunft der Briese der doppelte Betrag collektirt wird. Tampfer fahren von New-?)ork ab, wenn nicht auderweitg angegeben. T r a n s A tlcinti s ch e P a ck e t- P o st. Großbritannien n. Irland, schließt Tienstag nd Freitag m 5 Uhr Nachmittags. Teutschland schließt Montag und Mittwoch um 5 Uhr Nachmittags. Frankreich, schließt Montag, Tien stag und Freitag in 5 Uhr Nach mittags. Belgien, schließt Freitag um 5 Uhr Nachmittags. Norwegen, Schweden und Däne mark. schließt am l l. Ottober 5 Uhr Nachmittags. Holland, schließt Montag nm 5 Uhr Nachmittags. Italien, schließt am 7. und Otto ber. 5 Uhr 'Nachmittags. Trans a t l a tisch r P o st. Dienstag. 0. Um lo Übr Atiends nach Europa per Tampser .chüiea nia," via Queenstown: um >2 Uhr Abends nach Europa per Tampser „Adrialic," via Plmnoiilh und Eher bourg. Mittwoch, 7. Um 0 Uhr Abends nach Großbrittaiiien und Irland per Tampfer „Eedric," via Queenstown andere Länder müssen „per Eedric" adressirt sein): m 7 Uhr Abends ach Großbritannien, Irland und Teutschland per Dampfer „Blücher," via Plmiwiith. Eherbourg und Ham burg andere Länder müssen „per Blücher" adressirt sein): um lO Uhr Abends nach Europa, Egnpten nd Ostindien per Tampser „La Lor raine," via Havre Großbritannien und Irland müssen „per Lorraine" adressirt sein). Freitag, 0. Um t! Uhr Abends ach Irland per „Umbria," via Queenstown (andere Länder müssen „per Umbria" adressirt sein): n> 7 Übr Abends ach Europa, Afrika und Ostindien per Dampfer „New Pork," via Plninonth nd Eherbourg. P o st n a ch S ü d- u n d E e n t r a l- A in erik a. W e st i n d i e n etc. Dienstag, Um t llhr Abends nach den La Plata-Staaten: nach Inagna und Hapti per Dampfer „Altai:" nach Eentralamerika, Kanal zone, Eolonibia und Süd-Paeisie- Häfen Per Tampfer via Eolon. Mittivoch, 7. Um 10 Uhr Abends nach Euba, Nncatan und Eampeche per Tampfer „Merida;" nach den Leeward und Windward-Inseln Per Tampfc'r „Giiiana:" nach den La Plata-Staate per Tampser „Afg Horn Prinz:" ach lamaiea per Tain pfer von Philadelphia. Donnerstag, 8. —Um 10 Uhr Abds. nach Hapti Per Tampser „Prins Manrits:" nach den Bahamas per Tampser „Bigilcuicia," via Nassau. Freitag, Um lO tlbr Abends nach Pernanibnco und Bahia prr Tampfer „Queen Eleanvr:" nach Porto Rico, via San Juan, per Tam pser „Earacas;" nach Pvrto Rico, via Mapagnez, per Tainpfer„Pc'nce:" nach Enracao und Beneznela per; Tampfer „Tagsred;" nach Ojrrnada, St. Pincent und Trinidad per Dam pfer „Maracas:" nach Fortune Island, lamaiea nd Evlombia per Tampfer „Prinz A. Wilhelm" tPa naina nd .Eaiialzone muß „per Prinz A. Wilhelm" adressirt sein): ach Süd Brasilien per Tampser „Grecia Prince," via Rio Janeiro und Santos. Tie Post nach Neu-Fundland, via Nord-Tidncv. und nach Miauelon, via Boston, schließt hier täglich um Uhr Nachmittags: nach Euba, via Tnmpa. täglich nm 4 Uhr: ch Costa Rica, Honduras, Nicaragua (Ost küste). Salvador und Guatamala, via New-Lrleons. täglich um 10 Uhr Abends: nach Mexico Citv täglich nm 2 Uhr Nachmittags und U> Uhr Abends. Trans P a c i f i c P o st. Tienstag. K. Um 7 Uhr Abends nach Hawaii, via Seattle. Tonncrstag, B.—Um 7 Uhr AbdS. nach Japan, Eorca, Ehina und den Philippinen, via Seattle. Post nach Hawaii, via San Fran cisco, schließt hier täglich um 7 Übr Abends bis zum 12. Oktober: nach Halvaii. Japan, Eorea, Elnna und den Philippinen, via Sa Fran- cisco, täglich um 7 Uhr Abends bis gm 15. Oktober; nach Australien, Neu-Ealedonien und Samoa täglich um 7 Uhr Abends bis zum 18. Okto ber. Tie Trans Pacific-Post wird täg lich zum Abgangshafen befördert, und der Schlug der Post ist so arran girt, das; eine ununterbrochene Uebe land-Vesördernng ermöglicht wird. W. Hall H a r r i 5. Posimeister. Baltimore Marktberichte. B a l t i in o r e, 5. Oktober 1908. Mehl. Zufuhr l 4.221 Fässer, einschließlich 3588 Fässer z Loeusl- Poim nd 1323 Fässer z Eauton. Tie Notiruugen waren wie folgt: Winter Extra '3.60-^3.85 Winter Elear 4.05—4.20- l Winter Slraight 4.30 —4.45 Winter Patent 4.80 —4.95 Spring Elear 4.cht —4.70 Spring Straigbt 5.00—5.25 Spring Patent 5.75 —K.W Eith Mills Pest Patent. 6.25 High Grade Patent... 5.2tl High Grade Straight. 4.90 Ehoice Family 4.60 Extra 3.60—3>.75 Roggenniehl, mittelmäßiges bis ausgewähltes ..4.25—4.50 Maismehl. UX> Pfd t.85—1.05 Weizen. Zufuhr 4!>,525 Bu schel: Versandt von den Elevatoren Büschel; Elevatoren Porrath 713,3:t5 Büschel. Heutige Schlusirate: Nr, 2 iuesilicher Spot. l>37sj—l>4 Rr. 2 rother Spot... lOlssü —101-' A Rr. !t rother Spot... Steamer Rr, 2 Spot, !)8^ tP-A Südlicher per Probe.. !>5 08 Südlicher tlassisizirt.. !>B!>R—liN Ottober KU'"/—UU^ Rovember >o2>/K —U)2>/( Tezember IOtU/^ Mais. ;jusubr 40K4 Büschel: Persaudt von den Elevatoren 1400 Büschel: Elevatoren Porrath 77, 545 Büschel. Gestrige Schlugrate: Südlicher weißer 8!i —B4 v>ahr l!7"/8—07^4 Zaiiuar H a ser. Zufuhr 17,01 Büschel: aus den Elevatoren zurückgezogen I 1.200 Büschel; Elevatoren Porrath 220,005 Büschel. Heutige Schlußrate: Weißer Rr. 2 511 Weißer Rr. !i 52 —52 Weißer Nr. 4 501/2—51 Gemischter Rr. 2 51 —SIV2 Gemischter Rr. 11 50 —504/. R 0 g g e in—Zusuhr 28111 Büschel aus den Elevatoren zurückgezogen Büschel: Elevatoreu-Porrath 100,. 02l Büschel. Heutige Tchlnßratc: Rr. 2 westlicher Roggen. 80 —8:1 s/. Nr. 2 Roggen —BO Zu Säcken, je nach Qua lität 75 —BO Verkäufe auf der hiesigen Effekten börse, rinsr oäi.l. HUIOO Carolina Ccnlml 4cr 80 lk>Uoo W Pa Ccairal Ucc 10315 8100 llailcd .ailwahS Ida oc> 7015 P2anHnc,ard 2iihnrf ocr 00 HUOOO Cil Ler. UMi. 10 1! 10875 POMIO Collon Zack oer 7075 10 Marhlaad GaS 70 >0 Conl C O Pfd 23 rooKv v^i.l.. ?ano Pirginia Midland 0. oer 10315 32110 U (da 11. ruadaina Conl oer 0 820I1N Norfolk >h u. lüabl oer 0l!5 82000 Uniled RailwahS Ciuk 024, 70 Houston Oil 015 Baltimorer Essektenmalkt. Geb Beri. N Car ConsvlS 00 l T Car 415-r. >Ol3-1033 10315 Virainia 2-3 er lCcnlnrhl Vo>s Waler oer, 101 10815 Nlnier 4cr. 1004 1415 Park 4er. 1000 10415 Internal linpl 315 er 0V Sewerage 315 er, 1000 0275 0315 Bas nd Slckliik. Slllinila Ga l. oer 10115 Conl Gas 1, oer 103 Conl Gas G C M ocr llv'/, lll'4 Conl G C L n P Com 20 Cons G E L 11, P Pld 0 70 II C 1! li, Pl. C M 415 er 0015 Clllien'S NaUonal 3415 ilirlt 2!al1onal 42015 >3B German 10315 Merkantile Tr n, Ted NOl5 110Z5 Mcrchanls' Nalioim! 2015 Nalionnl Howard 1214 Zlalional Marine 381 c, Cisenbahii-Alllen Uta Son lla l, Pfd 70 215 Ga Sou u, lla Pld. p 70 215 Ga Sou li. Ii 2. Pld 70 Scuboard Co l. Pld 3 30 Zcaboarb 2. Psd 12 13,5 Slraszenbalin-Aktien. Uniled S!y Sil E Co 10 >v>s Ulliled Rl,s 11. E Co (Tr Clf-Z)... 10 1005 oal n. P 1. er I 02 T Sl 1! Ext 3>snbr oer !w ol>s W 2!aCelral I. Her 102 104 Balto T N P Tiv 1. oer l 1375 Cilb li. Suburbnn I. oer 10875 C ii. T (Wiisb) I. oer. 174 Unllcd allwaliS 4er 8475 Uaitcd llailwnbS Ciuk 024, 0275 Ulliled NN lunding oer 70 7075 tY.P.Z 4cr 4375 cC- P S Ciuk 1475 1 New-?)orker Aktienmarkt. AlllS Shalmer 1075 1075 Amcrlcan Beel Zngar 1875 I>s American Collon ON 3075 3075 Amcrlcan Can Co 075 011, American Locomolive Psd 104 104 American 21! alt Co Psd 4875 48>5 Amcrlcan Cm u. Res 87 8775 elmcrlcan Engar Res Co 131 13115 Amcrlcan Ziioor Res Psd 127 127 incrlcnn Tel u. Tel Co 12775 12715 Amcrlcan Woolen 2375 2375 Amcrlcan Tobacco Psd 0315 0315 Aanconda Mining 43)5 4315 s'alopoliS Mining 3?5 315 lalliinorc n. Cftio 715 0715 Brooklyn Rapid Transit 40 45 Cnnadian Paeislc 17015 178>5 Central Lcatbcr 2015 2015 Chicago Greal Western 7 7 Chicago Wrcat Aleslern Psd 1015 1015 Chicago. Milw u. St Paul 13015 13014 Chicago u. Norlhwcslcrn 100 100 Colorado Conlhern 4015 4015 l Delaware Hudson 200 208 j TtwNcrS Seciirltie 3015 3015 Erle 2015 30 Erie 1. Psd 4215 4315 Genera! Electric 13015 142 real Northern 131 13315 Grcal Northern Vre 0815 0815 Illinois Central 13815 140 Illtcr Mer Mar Psd 215 2015 Jnterbor Met Co 1015 1015 Intcrdor Met Co Psd 3115 31',5 International Paver Psd 0215 02 lowa Central 2115 23 lowa Central Psd 30 42 UanlaS Cild Tviithern Psd 00 0115 LtansaS Cit Toulhen 28 28 Louisbillc u. Nafhville 10015 Ik! Markau Co 815 0015 Min li. 1. Colli 2015 015 Missouri, tansa u, TeraS 30 30>5 Mo. Itaiis 11. Ter Psd 0015 00 Missouri Paclsic 00 0414 National Pldcuit Psd 117 117 National vead 83 8215 Nnlionnl Ccad Psd 10215 10215 Professor (in der Klinik einen Patienten vorstellend): „Tie sehen, das; das rechte Bein des Patienten kürzer ist als das linke, und in Folg.' dessen hinkt er. Was würden Tie nun in einem solchen Zolle thun?" Hörer: „Auch hinken!" Tch la u. Gatte: ..Sag' mal. Her;, weshalb soll ich unseren Freund Gnischmack gerade auf den Mittwoch zum Souper laden?" Gattin: „Da giebt sich die Köchin besondere Mühe mit den Speisen, am Mittwoch hat ihr Schah Geburtstag." 7
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8 llntcrhaltuiigs Wcgwriscr. Soniirnaiif- und Untergang. Sonnenaufgang 0 11, ll M. Soiinemliitergang 2 11, 30 M. Moiidinitergaiig l U. 37 M. Morg. Flntli 3 U. 10 M. Morg. Fliilh 3 U. 37 M. Nachm. Das Wrttrr. Für Maryland und den Tislrikl Columbia heute zunehmend bewölk tes und wärmeres Wetter, Mittwoch, Regengüsse und leichte bis frische Südostwinde, Gestern betrug die höchste Tempe j ratur 08 Grad um 3 Uhr Nachmit- tags und der niedrigste Theriiionie terstand war 73 Grad inu 7 Uhr Morgens. In den übrigen Bundes Welter- Beobachtuiigs Stationen wurde der nachfolgende niedrigste Thernionieler stand verzeichnet: Eastport 38, Port land 31, Boston 42, Albany 38, New?)ork 71, Philadelphia 74, At lantic Citri 71, Washington 40. Nor folk 00, Hullerns 02. Charlotte 70, Wilininglon 70, Charleston 72, Sa vannah 70. Jacksonville 02, Jupiter 70, Key West 72, Atlanta 72. Mont goniern 48, New-OrleanS 00, Pale slane 78, Galveston 71, Corpus Christi 78, Memphis 71, Cincinnati 40, Pittslmrg 40, Oswego 10. Bus salo 44, Cleveland 70. Tetroit 72, Alpena 10. Margnette 18. Green Bay 40. Chicago 70, Tiilnth 11, St, Paul 72. St. Louis 74, Kansas City 74, Omaha 70, Hnron 70, Bismarck 38, Williston 31, Havre 3!, Helena 38, Salt Lake 12, Denver >O, North Platte 31, Todge Citn 7!, Amarillo 50, Los Angeles 74. Abendschulen. Tie Eröffnung der Abendschulen fand gestern statt. In ll! Schulen wird Unterricht ertheilt, Tiefe Schulen wurden 1907 von fast 70M Personen besucht. Tie Abendschulen wurde gestern crössnet und wird speziell Einwande rern und arbeitenden Knaben und Mädchen Gelegenheit geboten, ihre Schulbildung zu erhöhen und da durch besser für den Kampf nni'S Da sein gernstet zu sein. Im letzten De zember besuchten 0887 Personen diese Schulen, Tie Schulen sind: Polytechnisches Institut —Courtland-, nahe Saratoga-Straße. Nr, 7—Broadway und Ashlniid-Ave, Nr, 30—Hollins-, nahe Monroe Str. Nr, 12—Broadway und Bank-Str. Nr, 43—High-, nahe Fannette-Str. Nr, 44 —Sharp-, nahe Montgomery Straße, Nr, 77-—Ehest mit- und 4, Avenue, Nr, 70 —Hüll- und Clement-Straße, Nr, 83—Lakewovd-Avenne und OrÄt, Bcgrisicrtr Tciiivkratcn. Tie Massenversammlung in der Rich mond Markthalle ein ganzer Er j folg. Ter Achbt, Alton V. Par ker von New-Bork, Senator Jolm I W, Daniel von Pirginien, Oberst Alerander Bacon von New-thort und Generalanwalt Jsaac Love Straus unter den Redner, Wenn der Grad von Begeisterung, der in der gestrigen demokratischen Massenversammlung in der Rich niond Markthalle herrschte, als ein Maßstab angenommen werden darf für die Gefühle, welche die Teinokra tie ganz Marnland's beherrschen und bis zu einem gewissen Grade dürste dies sicherlich zutreffend sein dann sieht es um den Ausfall der j Nationalwahl für die Demokraten wahrlich nicht schlecht ans, „Heil I Bryan!" „Bryan hoch!" Tiefe und andere Jubelruse machten sich laut, sobald auch nur der Name des „riva lenloscn Führers" von einem der Redner genannt wurde und so spontan, so ilmnittelhar gaben sich diese Beifallskundgebungen knnd, daß ein jeder Theilnehmer anschei nend erkennen konnte, dieser Applaus hatte nichts Erkünsteltes an sich, brauchte nicht erst durch Tonangeben einer Anzahl gewohnheitsmäßiger Claguenre hervorgezwnngen zu wer den, Und als der Hauptredner des Abends, Richter Alton B. Parker, am Schlüsse seiner überaus klaren, mit unbarmherziger Logik sich ans bauenden Ausführungen die Frage an die Versammlung stellte: „Wollt Ihr der demokratischen Partei, wollt Ihr William JenniiigS Bryan zum Siege verhelfen?" da klang das tan sendstimmige „Ja!" so fest, so be stimmt. daß man unwillkürlich fühl te: das war der Ausdruck ehrlicher Ueberzeugung, Richter Parker zeigte sich mit sei ner Rede wieder als der scharfsinnige Redner, der seine Zuhörer nicht so wohl durch oratorisches Blendfeiier werk, sondern vielmehr durch die überzeugende Macht seiner Darlegn ge sür sich zu gewinnen weiß. Er wurde von der aufmerksam lauschen den Znhörerschciar schon bei seinem Erscheinen enthusiastisch begrüßt und nach Beendigung seiner Ansprache mit jubelndem Beifall überschüttet, Tie Richinond Markthalle war schon lange vor Beginn der auf 8 Uhr Abends angesetzten Versammlung vollständig gefüllt, und als 10 Minu ten nach 8 Uhr der Eiiibernser, Hr. B, B. Sbreeves, der Vorsitzer des demokratischen Stadt Exekutiv Co niite's, die Versammlung zur Ord nung rief, da war die Hatte sa besetzt, daß man wirklich das Recht haben würde, das; so oft mißbrauchte Sprüchwort von dein Apfel, der nicht zur Erde fallen konnte, zur Anwen dung zu bringen, ohne damit ledig lich eine Phrase zu sagen. Unmittelbar vor Beginn der Ver sammlung wurden die Hauptredner. Richter Parker. Senator Daniel, Oberst Bacon, die Mitglieder des Canipagne-Comile's, HHr, Frank A, Fürst, Staatssenator Arthur P, Clor man, W, Cabell Bruce, John Hubert, Edward Raine, Blair Lee. Henry S, Hurst, I, Charles Liiithicm, Ever ard K, Paltiso, W, I. Ogden. Wii liain A. Wlieatley. Tr, Bernard i Myer. S.S. Field, W. Grason Win j terbotlom und T, Herbert Shriver, und die Candidaten der Herbst- Staatswahlen unter allgemeinem Händeklatschen zum Podium geleitet, während die Musik „Maryland, niy Maryland" spielte. BlindeSsenator Isidor Rahner, der von Herrn Shreeves als Vorsitzer der Veriammlung vorgestellt wurde, be stieg als erster die Rednerlribüne, Cr sagte etwa Folgendes: „Wir sind bellte in der beneidens ivertben Lage, drei Männer in unse rer Mitte zu haben, sa dislingnirt. wie sie mir je den Boden Mary land'S betreten haben. Als ersten I nenne ich Richter Parker, den Mann, welchen die demokratische Partei vor i vier Jahren ihr Banner in der Wabl ichlacht zu tragen gab. den Mann, der, wen erwählt, Amerika einen der be sten Präsidenten gegeben haben würde, den es je gehabt. Da ist weiter Biliidessenator John W, Taniel, als Staatsmann so groß, wie tapfer und tüchtig aus dem Felde der Schlacht, und als Tritter im Bunde Oberst Bacon, der im sozialen wie im politi- scheu Leben des Landes gleicherweise eine sührede Rolle spielt, Tas Ziel, das uns allen ohne Unterschied am Herzen liegt, ist, den Staat Mary land bei der bevorstehenden Wahl für die demokratische Partei zu gewin nen, Was mich angeht, so will ich von jetzt an meine ganze Kraft, meine ganze Zeit daraus verwenden, dabei iiiitzuhelsen, dieses Ziel zu erreichen, i Und vom nächsten Samstag an, wo die crße demokratische Campagne- Persaminlung am Ostufer stattfin det, bis zu der Wahl gehört jede Mi nute meiner Zeit, jede Faser meines Der Deutscht Corrcspondcnt, Baltimore, Md., Dienstag, den 6. Oktober 1908 Seins der Partei.. Ich trete ein für Briiaii, weil ich den Mann schätze und verehre, ungeachtet kleiner Mei nungsverschiedenheiten, die uns hin und wieder getrennt: ich trete für ihn i ein, weil er ein echter Temokrat ist, und vor allem weil er so wenig, so furchtbar wenig Roosevelt gleicht. Ich will nichts gegen seinen Gegen- Ccindidat sagen, Takt ist ein Mann von bestem Charakter und mibestreit- baren Fähigkeiten, aber eines habe ich gegen ihn einzuwenden: er ist so i sehr gleich Roosevelt: ja er ist mehr rooseveltisch als jener selbst. Und ich weiß, wohin wir unter Roosevelt ge kommen sind, und mochte nicht mit erleben, wohin wir unter einem Prä sidenten gelangen winden, der noch mehr an „Rooseveltisinns" leidet. Es ist die Lebensanigahe der demokrati schen Partei, die Doktrin zu bekäm pfen, welche er sich zum Ziele setzt, j Prosperität herbeizuschaffen, aber nur einzelne Klassen der Bevölkerung dieselbe genießen läßt. Es ist die l Pflicht unserer Partei, die Gelüste j der Republikaner, die Macht zu cen tralisiren, in die Schranken zurück zuverweisen, Nun habe ich das Ver gnügen, Ihnen den Hauptredner des Adends, Achtb, Richter Alton B, Par ker. vorzustellen." Ein ungeheurer Jubel brach nach diesen Worten ans, und es nahm mehrere Minuten, ehe es dein Redner gelang, sich hörbar zu mache. Er führte etwa Folgendes ans: Richter Parker'S Rede. „Es ist mir ein Bedürfniß, Ihnen iür Ihr zahlreiches Erscheinen und sür die herzliche Bewilltoinmnung, die Sie mir zu Theil werden ließen. nieinen wärmsten Tank auszuspre chen, Tie demokratische Partei hat jetzt mir ein Ziel im Auge, mir einen Wunsch im Herzen: das ist die Er irälilnng William Jennings Bryan'S zum nächsten Präsidenten der Ver, Staaten. Zu einer solchen Zeit ver gißt eine Partei alle inneren Zwislig keite, alle kleinlichen Unterschiede in der Auffassung dieses oder jenes Partei-,,Jssnes": da sieht sie einig da. wie ein Mann. Es ist eine fraglose Wahrheit, daß mannigfacher Wechsel in der Partei der Regierung eines Landes zum Vortheil dient. Ein sol cher Wechsel hält Jene in Schranken, die nur des pekuniären Vortheils willen sich auf dem Felde der Politik bethätige: er räumt auf mit der Schaar der „Grafter" und hindert die Entfaltung von Corruption im politischen und geschäftlichen Leben. Seit achtimdvierzig Jahren ist die republikanische Partei fast ununter brochen am Ruder gewesen, mit der geringen Aiisnabme von acht Jabren, eines Zeitraumes, auf den die demo kratische Partei mit Stolz verweise lau. Als vor Jahren eine Congreß sitznng in einem Zeitraum von zwei Jahren a Vcrwilligungen die Sum me von einer Billion Tollars ans setzte, da schien dies eine ungeheuer liche Summe, und diese letzte Eon greßsitznng verwilligte in einem Jahr denselben Betrag, Ein Defizit bei der Verwaltung eines Landes ist sicher lich ebenso verwerflich und gefährlich, wie ein Defizit im GeschästSlebe, Keiner von Ihnen würde sein Ge schäft einem ertravaganten Geschäfts sichrer anvertrauen, und ebenso we nig wollen Sie sicherlich die Oleschicke des Landes in den Händen einer er travaganten Regierung belassen. Seit Roosevelt an's Ruder kam, ist der Stab der Regierungsbeamten auf 99,22 Persanen angewachsen, eine größere Schaar, als eine der bei den Armeen, welche sich af dem Schlachtfclde van Gettysburg im Feuer.gegenüber standen. Diese Ve amtenschaar kostet dem Lande jähr lich 70 Millionen Tollars. Unter Eleveland und McKinley betrugen diese Kosten mir etwas mehr als sechs Millionen. Dieselben haben sich also seitdem mehr als verzehnfacht. Da wird man nicht bestreiten können: es ist die Pflicht eines jeden Recht denkenden, eine Aenderung der Re giermig herbeizuführen. Tie wichtigste Frage der diesmali gen Platiorm isl die Tarif-Revision, Auch die Republikaner geben zu, das; eine solche nothwendig ist. Tie repu blikanische Platfori drückt sich aber jelir iliibesüinmt und zweideutig in dieser Richtung ans, Sie sagt ledig lich: Ter Tarif soll „reoidirt" wer den. Nu läßt sich aber ei Tarif „hinaus" und „lnniinter" revidiren. Wie anders dagegen die demokratische Platform. Sie iagt klipp und klar: Tie Zölle sollen heruntergesetzt wer de. AIS im Jahre IOOü die Regierung eine Untersuchung der Geschäftsfüh rnng der Versichernngs Gesellschaften in New-Vork nnternahin. da wurde durch das Zeugniß der eigenen Beam tcn dieser Gesellschaft festgestellt, daß drei VersicherniigsCompagiiie'n al lein mehr als eine Million beisleuer ten, der republikanischen Partei zum Siege zu verHelsen, und daß ein Bu des Senator pro Jahr Plo,ooo er hielt für sein Versprechen, die republi kanische Partei zu unterstützen, -seit jener Zeit hat der Olaat New-Rork eine „Corrupt Praclice"-Akte erlas sen. Vor der Wahl in 1114 schrieb der Präsident an Edward H. Harrimnn und forderte ihn miß Beiträge zum Campagne-Fond zu sammeln, Har riman kam niemals auf die Liste der „unwünschenswertheii Bürger", als e bis zufällig jener Brief publizirt wur -0 de, Bryan hat Rvosevelt hieraus auf r merksam gemacht, aber Roosevelt h denkt, daß einem Republikauer die Berührung mit den Corporationen nichts schadet, wohl aber Demokraten ängstlich vor derselben zu bülen sind, h Roosevelt hat Haskell angegrinen, er e- vergaß aber, das; in 1901 die republi kanische Campagne Kasse BU-OXXI m ihrem Besitze hatte und auch ausgab, N'ach Parter sprachen noch Bmides r Senator Daniel, Oberst Alexander C, 1 Bacon, Achtb. Jsaac Lobe Sirrins, General-Anwalt von Maryland. Achtb, John ttzill, ju,, Achtb, I. H. Covington, Achtb. I, F, C, Talbolt, Achtb, Harry B. Wolf, Achtb, George M, Smith ii, Achtb, David I, Lwis. Tic Piistoriiis-Fcicr. lieber 200 Theilnehmer an der heu tigen Parade in Geriiiantowu, Ein Extrazug bringt die Balti morer nach Philadelphia. Tie selben haben den Ehrenplatz in der Parade. Baltimore wird bei der heutigen Feier der Grundsteinlegung für das Posterius Denkmal i Germantown würdig vertreten sein. Hinter der Maryland Staatsfahne, die vom Mayor dem „Unabhängigen Bürger- Verein" für diese Gelegenheit über lassen wurde, und dem alten Banner der „Teutschen Gesellschast von Ma ryland" werden stolz viele Banner und Fahnen hiesiger deutscher Ver eine, Gesellschaften und Logen und wenigstens 200 enthusiastischeTeutsch- Amerikaner Baltimore's folgen, an geführt von der Exekutive des „Un abhängige Bürger Vereins." Ter aus fünf Waggons und einem Ge väctwaggon für die Aufbewahrung der Fahnen bestehende Zug wird den Camden Bahnhof heute Oh/-. Uhr Morgens verlassen und rechtzeitig in Wayne Juiictipn eintresse, damit die Baltimorer au der um IN/2 beginnenden Parade teilnehmen können, in dex,ihnen dgr, Ehrenplatz eingeräumt wapdey ist. Die Balti morer werden in folgender Reihen folge mai schirey August Röder Mar schall, Christ. Mutschler und Fred. Bäßler Adjutanten, Maryland Staatsfahne, Fahnenträger Armin Jäger, Fahnenjunker George Fil ling, John Münder: Banner der „Teutschen Gesellschaft von Mary land," Fahnenträger Mar Ouitt, Fahnenjunker Max Kretschmar und Hermann Micklich, Diese Fahnen träger und Fahnenjunker tragen sämmtlich Cylinder und schwarze Gehröcke. Tann folgen die Mitglie der der Exekutive des „Unabhängigen Bürger-Vereins," die HH. Fritz Weh renberg, H. G, von Heine. Paul Fohannieii, Hermann Badenhoop, H, lpermani, George P. Reinhart, F. Lieder, George Brüggemami, George Rauh, Aug. F, Trappe. Präsident John Tjarks wird in der Parade als zweiter Bimdes-Vicepräsident mit den Beamten des „Teutsch Amerikani schen Natioiinl-Bnndes" in der Pa rade fahren. Tie Banner und Fah neu der einzelnen Vereine gehen den übrigen Theilnelimeru ans Baltimore l voran. Unter diesen befinden sich I auch sechs Repräsentanten Washing ton's, nämlich die HH. F. A. Nockar, Louis Baner, Martin Wiegand vom „Tentschen Central-Verhand" und die HH, F. Mann und zwei andere Mit- glieder des „Columbia Turnver eins," Tie Theilnehmer werden auf der Hin- und Rückfahrt Erfrischungen erhalten. Auch wird ein äußerst ge schmackvolles Abzeichen zur Verthei- Imig gelangen, Tasselbe besteht aus einem Seideiiband in den Maryland! Farben, das von' einem stark vergol- s deten Maryland Staatswappen ge-! krönt wird, Tas Abzeichen trägt fol gende Inschrift: „Unabhängiger Bür- ger-Vereiu von Maryland, Pastorius- Tenkmal Grundsteinlegung, Phila- l delphia. Pa,. 0, Oktober l! 108." Ter' Beisitzer für Marvland in der Erekn tive der Bimdesbeamten, Hr. Karl A, M. Scholtz, ist leider durch drin gende Geschälte verhindert, an der heutigen Feier Theil zu nehmen. Hebbel s einziges Atelier. Wir haben nur ein Atelier in Balti more. und das befindet sich in der Etage zu ebener Erde, Nr. 321, Nord- Gay-. nahe High-Str. Kinder-Pho lographien eine Spezialität. Keine Agenten und keine Treppen z steigen. F. Hebbel. E. Erni. Geschäftsführer Pässe zur Rrisc in's Ausland be sorgt E. Raine, Nr. 413, Ost-Balti morrstraszr, nahe Custom Honse Ave. Sitzung des Stiidtraths. General Ferd, C, Lalrobe zum Mit glied der Parkbehörde auf weitere fünf Jahre ernannt. Elektri scher Betrieb der „Maryland Elec tric Co." Tie Architekten-Com mission. Der Mayer sandte gestern dem zweiten Rathszweig die Ernennung des Generals Ferdinand C, Latrobe als Mitglied der Parkbehörde auf weitere 7 Jahre zu, und wurde die Ernennung einstimmig bestätigt. Ti e „M aryl a nd El e clri c C o in p a n y." Eine lange Controverse wurde ge stern glücklich beendet, als Mayor Mahool die Verordnung unterzeich nete, durch welche der „Maryland Electric Co," die Erlaubniß ertheilt wird, Toppelgeleise an Russellstraße, zwischen Harman's Brücke und Bah ard Straße, zu legen, wodurch es die scr Bahn ermöglicht wird, den elek irischen Betrieb bis Camden-Bahuhos einzuführen. Ter Baninspektor hat die Erlaubniß zum elektrischen Be trieb ertheilt, nachdem die Bahn-Ge sellschaft die elektrische Voltage von 0000 uns 070 Volten rednzirt hat, Tie Architekten -Co m inis s i o n, Tas Mittel und Wege-Comite des Stadtrathes berichtete gestern im er sten Rathszweige die von Hrn. Wiene tetd eingereichte Verordnung zum Widerruf der Architekten Commission mit einem günstigen Bericht ein. Hr, Bond vom zweiten Rathszweige wei gerte sich, den Bericht zu nnterzeich neu, und steht daher gegen den Wi derruf im zweiten Nathszweige ein bedeutender Kampf zu erwarte. Von beiden Zweigen an geno iu in e n. Ter Beschluß, durch welchen die Te partenientsvorstcher ersucht werde, es so einzurichten, daß ihre Arbeiter und llnterbeamte am Sanistag um 12 Uhr Mittags fertig sind, um au der Parade zu Ehren des Kardinals Gibbous Theil nehmen zu können, wurde in beiden Zweigen angenom men. Neue Verordnungen. Im ersten Zweige wurden folgende neue Verordnungen eingereicht: Von Herrn Sproesser Neupfla sternng von Montgomery-Str,, zwi scheu Williams-Str. und Battery- Avenue PlOOO): von Williams-Str„ zwischen Warren- und Montgomery Str. (P 4000): von Tover-Str.. zwi scheu Howard und Eutaw-Straße Meilen die North Point-Road entlang und zurück, T a s „M aryland Calle g c"- Anwesen zu Lutherville, das et was über 10 Acker Land umfaßt, wurde von Herrn und Frau James H. Turner für den Preis von H 30.000 au Herrn und Frau Charles W, Gal lagher verkaust. Wieder im Betrieb. Ge stern begann in der Walzmühle der „Maryland Stahl-Compagnie" zu Sparrows Point, welche zwei Wochen lang wegen Mangel an Aufträgen geschlossen war, der Betrieb von Neuem, Im Marine Departement wurde gestern mit dem Legen der Kiele für die von der Regierung be stellte drei Kohlendampser begon nen. Entschuldigt sich mit Trunkenheit, Cain Tarvod ley, der Cherokee-Jndianer, der am Sonntag Morgen um 3 Uhr in der Wohnung des Herrn George R. Burk hardt, Nr. 3, Nord-East-Avenue, Highlandtowu, abgefaßt wurde, als cr sich angeblich auf einem Raubzug befand, wurde gestern durch Richter Thompson in der Canton Polizeista tio unter PIOOO Bürgschaft dem Ge richtsverfahren überwiesen. Tarvod ley, der behauptet, auf der Farm des Herrn JameS Campbell an Eastern- Avenue-Road und Back-River beschäf tigt gewesen zu sein, gab zu seiner Entschuldigung an, cr sei betrunken gewesen und könne sich nicht entsin nen. wie er in die Wohnung des Hrn. Burkhardt gekommen sei. Wie be richtet. wurde seine Anwesenheit in dem Haus durch das Bellen eines Hundes verrathen. Ter Edel st ei n-Fall nie dergeschlagen, Die von der „Baltimore County Water u. Electric Company" kürzlich bei der Cantoii- Polizci erhobenen Anschuldigungen gegen Abraham Edelstein, einen Milchhändler von Philadelphia-Road, nahe Highland-Avenue, wurde fallen gelassen, da eine genauere Untersuch ung ergab, daß es, sich um ein Miß verständniß gehandelt hatte.
Das Ende uahr. Ter Prozeß zwischen den streitenden Auktionen des Tchierschutzvereiiis geht seinen! Ende entgegen, Jene Tausend Tollars von dein Ficke Benefiz, Ter Haas Pro zeß im Criminalgericht. An dere Gerichtsnachrichten, Ter Prozeß zwischen den beiden streitenden Friktionen im Thierschutz, verein verspricht nun auch sein Ende zu nehmen, Herr Poe, der Anwalt der Whitridge-Faktion, erklärte pe stern nach der Limschpcmse. das; seine Partei mit ihrem Beiveismaterial zu Ende sei und Herr Straus begann daraufhin mit der Zurückweisung der Zeugenaussagen der gegnerischen Seite, Ter interessanteste Theil der gestrigen Verhandlungen war derje nige, welcher sich um die PIOOO dreh te, die Minnie Maddern Fiske in UIOO aus deni Erlös einer Benefiz vorstellung der Gesellschaft abgetre ten hatte, Tas Geld war ursprünglich auf den Namen von Frl. Elizabeth Clark, der Hiilfs-Schatzmeisterin, in einer hiesigen Bank deponirt worden, doch war aus den Büchern ersichtlich, das; Frl. Clark am 2, April l!>>8 die betreffende Tumme nebst isll'B Zin sen der Gesellschast zu gut schrieb. Als Herr Thomas Goodwell, der Vertreter der „Standard Oil C 0,," auf den gerufen wurde, um zu erklären, wie er dazu gekoni inen sei, die Stimme der Gesellschaft für die Whitridge-Seite abzugeben, glaubten die beiden Vertheidiger, das; der Zeipunkt gekommen sei. ihr rhe torisches Licht leuchten zu lasse, doch schnitt sie Nichter Tobler mit der Be merkung ab, das; es lächerlich sei. an zunehmen, das; das Tirektorium der .Standard Oil Co." sich um solche Kleinigkeitskrämerei bekümmere, Wahrscheinlich wird der Fall heute beendet, Ter Haas Prozeß. Adam Haas, welcher angeschuldigt ist, einen criminellen Angriff auf die acht Jahre alte Helene Ahtes ge macht zu habe, wird heute vor den folgenden Geschworenen prozessirt: Charles H, Merryman. Joseph K. Mitchell, Charles H, Schanze. Gustav Surendorf. Nichard S, Guest, Wm. C, Noel, Joseph Buschman, Copland Morton, James H, Hurtt, Eben Sut ten, Johu H, Glauber und George E. Adams. Wünschen ein neues Ver hör. Albinns Schuck und Gattin suchten gestern im Preisgericht zu Towsou um ein neues Verhör iu Bezug auf ihre Klage gegen die „Canton Naticu nal-Bank" nach, In diesem Falle lei tete die Bank gerichtliche Schritte zur Eintreibung einer Hypothek auf das Eigenthum von Herrn Schuck und Gattin ein. Letztere behaupteten zu erst, das; ihnen von der Bank 000 zu viel angerechnet worden seien. TaS Gericht fand jedoch, daß der Be irag nur PlO.OOO war. Fetzt wollen aber Herr Schuck und Gattin Beweise erbringen, welche ihre erste Klage äufrecht erhalten. Schwer zu beweisen. John L, Calp hat im Waisengericht zu Towson eine dahingehende Ant wort eingereicht, daß im Falle die Erben von Joseph Hare den Beweis erbringen können, daß die P 4.700, die er in einem Bannistamme auf dem Anwesen, welches er von Hare er warb, gefunden, dem Letzteren gehör ten, er bereit sei, das Geld zurückzu erstatten, Als seiner Zeit der Vater des Klägers starb, konnte man dessen Ersparnisse nicht auffinden. Seine Farm wurde verkauft und Herr L. Calph fand dann später in einem hohlen Bannistamme H 4700 in Gold stücken, welche setzt der Sohn des Ver storbenen beansprucht. Verleumdu n g s k l a g e. Frau Blanche Weis ließ im Com mon Pleas-Gericht eine Schaden ersatzklage im Betrage von P7OOO ge gen Frank L. Applestein, bei dem sie früher angestellt war. einreichen, weil derselbe angeblich ihre Ehrlichkeit in Zweifel gezogen haben soll. Ein 4 Jahre altes Testa in e ii t. Tas Testament der am 26. Sep tember 19118 aus dem Leben geschie denen Frau Kate Butler, welches be reits am 17, August 1808 abgefaßt worden war. wurde gestern im Wai sengericht zugelassen, Tie Erblasse riu hinterläßt ihr ganzes Vermögen ihrem Gatten. Thee. H. Diener ck Co. 217 Ost-Baltimore-Straße. Deutsches und anderes ausländ!- 'ches Geld gekauft und verkauft. Geldsendungen besorgt nach Deutsch, land Oestreich, Rußland u. s. w. Wechsel ausgestellt auf ausländische Sanken. Creditbriefe und Travelert Thegues. Pässe zur Reise in's Ausland be sorgt E. Raine, Nr. 413, Ost-Balti inorestraßr, nahe Cnstom House Ave.