Der Deutsche Correspondent (Baltimore, Md.)
August 23, 1908

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4 Zer Deutsche Korrcspondenl erscheint jeden Tag im Jahre. Ra l e, lklgcnlhluner an Bltdallr. riaiästSlillirau und rdakiio: Nr. Ost-Baltiiiiorr-Strahe. C. 6 St. Paul. Maryland 17ö!> Courtland. r lkigenlhamer S. aine, Wohnun: 4- P. Tei-Vbon, 15a Madifon—. vr!chaftllil>'rr S. A. Hcinz, Woßnan: S. 4- P. Telephon, 121 W, Waibrool. Nach dn MiSlaiiPc pro Vahr l>'n) Tat des nd dllllnste dentiche vlau ln den Sonntag, dcn Ich'!. Anglist IltlV. Vierzehn Seite. Ter Vcrdrirsilicht. Ich bin verdries;licl>! Weil ich verdries;lich bin. 'Bin ich verdrüchlich. Sonne scheint gar zu bell. Vogel schreit gar zu grell; Wein ist z sauer mir, ;sn biller ist das Bier, Honig zu Millich! Weil nichts nach meinem Sinn, Weil ich verdrieszlich bin, Bin ich verdrießlich. Tort wird Musik gemacht. Tort wird getanzt, gelacht. Tort wirst man gar den Hut, Wie mich das ärgern llml! Ist nichl ersprießlich! Ist nicht nach meinem Sinn, Weil ich verdrießlich bin, Bin ich verdrießlich. Wo ich auch gel,' und steh', Ich meinen Schallen seh'. Immer veriolgl er mich; Jjt das nick,! ärgerlich? lind wenn der Himmel trüb, Ist es mir auch nicht lieb. Winter ist mir zu kalt, Jrühling kommt mir zu bald, Sommer ist mir z warm, Herbst bringt de Muclenschivarm, Mücken ans jeder Hand. Mücken an jeder Wand, O. wie mich das verstimmt! O. wie mich das ergrimmt! Wir das in'-- Herz mich brennt! Himmellrenzelement! E Ii d w i g B e ch st e i n. Sonntags Plauderei. Riemand iit ein Jreund des Papie res, der häufig daraus schreiben mm;. Tas Schreiben ginge schließlich noch das hat in nnserer Jeil saß jeder in seinen jungen Jahren gelernt. Aber vom vielen Schreiben kann man schließlich den Schreibtramps bekom men. eine nichtsnutzige sttranlheil. Man könnte sich in unserem Papier nen JeitaUcr darüber ärgern, daß di schlitzäugigen Ehiiieien das Papier überhaupt erfunden nnd die Egypter den Bast des Rilschilss oder der Pap pyrnsslaude als Schreibmaterial her gestellt haben. Aber man sollt's nichl schellen, das Papier. So niancher lebt davon, lind nicht umsonst wer den alljährlich ganze Wälder in Pa Pier umgewandelt, in dann eine stliillnrniission zu erfüllen. Tas Pa Pier ist der stärkste sttnltnrträger ge worden. Wenn auch zmveilen sttnl tlirseiiidliches daraus geschrieben und gedruckt wird, so vermittelt es doch in weil zahlreichere Jällen der 'Mitwelt die Gedanken ihrer Jorscher nnd Ten ter und Propheten und der Rachwell die Betanntschast mit den Großen des Geistes, die dahingegangen. Papier in der 'Teiler sür die Urtheilst rast n. i die Erkenntniß. Papier ninschließl das beiie Erbe aller Jrile. Es heißt, indem es die Geislesarbeit längst Rn bender wiederspiegelt, die Jeit stille slelien. Papier in närker als der Tod. In slti.' Eiebig wollte am Verbrauch von Seife die stinllnrböhe eines Volles ge I messen haben. Gesohlt. Man schätze! die Masse des bedruckten Papieres, das alljährlich in die Hände der Men scheu kommt. Ein papiernes Jahr hundert, in dem die Sünden der'Me scheu registrirt werden zum Ergötzen ihrer Mitmensche, lind da Papier ist so geduldig. Haß, Jörn und Räch sucht, Verleumdung, oder auch Gebe und Alles, was das Herz an Schönem und Edlem birgt, alles läßt es über sich ergebe. Aber nicht bloß da schwarz aus weis; bedruckte oder be schriebenePapier ist's, das ibm so gro s;en stliillurwerlh gibt. Viel böber im sttnrs stehen die grün, braun oder gelb bedruckten Tappen, an denen die Welt io hängt, ach denen sie mehr dßingt. als nach irgend etwas ande rem; die so leicht in der Tasche zu tra gen sind und für die man so viele schöne Sache haben kann und olme die man heutzutage ein Tiimp ist. wie it ein Prediger 'mal an' der stianzrl ge sagt hat. Richt Gold regiert die Welt, das Papier Ilm!'.-, mit bedruckten Scheinen, die man sich aber erst im Schweisze des Angesichts verdienen nius; und mi! den anderen bedruckten Papieren, nir welche man eine eigene Scheere, die Eonvon Scbeere. erin den hat. Wir haben leider keine. Tas nimmt melancholisch nnd in der Stimmung planderl sich's schlecht. Also Pariscr Brief. P a r i s, G August. Tie (ialaslroplie von Echterdingen bewlitt nichtc- gegen die Erfindung s hes Grasen Jeppelin, aber die -l g ständige Trinmphsahrt beweist alles siir die Vorlresslichkeil seines Sifste mes. In Tenlschland haben Volk nnd Regierung das sofort begriffen nnd die richtige Eebre daraus gezogen; es müssen neue Ennkrenzer dieser Art gebaut werden, nicht einer, sondern viele, olme Jandern und Jeitver fäiimnis!. Tie Jranzosen sind dersel ben Meinung, wenigstens in Bezug ans ilnc eigene Ballonansrüslnng.Jm Allgemeinen besprechen ihre Blätter das Unglück des Grasen Jeppelin mit würdiger Unparteilichkeit nd mei slens auch in Ausdrücke des Beda erns siir den ritterlichen Erfinder. Tas hindert aber die Jachmänner hier so wenig wie in Teutschland, ans dem tückische Jnsall von Echlerdin ge allgemeine Schlüsse abzuleiten n. natürlich immer zu Gunsten des ei genen eonkurrirende Svttems. Tie militärischen Enslschisser von Elialais Mendon nnd ihre halbamllichenEotle gcii, die im Tiensl der HH. Eebandn und Tenlsch de la Menrthe thätigen Ingenieure wollen in dem tragischen Ende des „Jeppelin l" den Beweis sür die absolute llnbranchbarkeit des harren Shstems finde. Tie Herren sind bekanntlich alle sür das halb starre Svstem vereidigt, dem ihre sämmtlichen „Aeronale" angehören. Sie vergossen, das; ihr Prototyp, der balbslarre Ballon „Patrie", vor lah renrisl genau d.'mselbenGewaltslreich der entfesselte Elemente zum Opser siel, wie gestern der „Jeppelin l," das; aber imder „Patrie" noch eine seiner neueren Rachalmmngeii eine Eeistnng aus zuweise habe, die sich in Bezug am Stabilität. Lenkbarkeit. Schnelligkeit nnd Ausdauer irgend wie mit der Jährt von Jriedrichsha sen über Mainz nach Stuttgart ver gleichen liege, logischer klingt also schon das Urtheil derjenigen, welche von lenkbaren Enstschisseii. Halbstar ren wie slarren, überhaupt nichts wis sen wollen nnd ihre Hoffnungen ein .ig ans die Jlngmaschinen fetten, die „schwerer als Ensl" sind. Tiefe Par leigänger Jarman's. Telagrange's n. der Brüder Wrigltt werden vielleicht einmal Recht behalten sobald sie die Jliigmaschine erfunden haben wer den. welche mit der Ausdauer und der Transportfähigkeit eines Jeppe lin'schen Emilreuzers den Vorzug ver bindet, keiner Beschädigung 'des Triebwerkes ausgesetzt zu sein nnd al len Wutbaiisbrnchen der Ralnrkräste ttegreich widerstehen zu können. Vorläufig ist dieser Ideal Aero plan och nicht ersimden, nd so wer den wir in Tentschland klug daran Um, an dem slarren System des Grasen Jeppelin festzuhalten, wie die Jranzosen ihrerseits entschlossen sind, in ausgiebigster Weise ibr balbslarres System znJwecken der Eandesvertliei dignng zu verwerthen. Ten wen man hierzulande auch, wie gejagt, über das Unglück von Echierdingen leine laute Schadensrende änszert. so man doch kein.Hehl daraus, das; man es als einen nationalen Vor theil betrachtet, in diesem Augenblick wieder über die gröszere Jaltt lenkba rer Enslscliisse zu verfügen. Plan be ttanplel nämlich, deren drei vollstä dig aliionsbereil zu haben, was aber vielleicht nur ruhmredig ist. Thatsäch lich wissen wir mir von zwei lenkba ren stiriegsballons der Jranzosen, von der „Ville de Paris", die Hr. Teutsch de la Plenrtl,e banrn lies; und als Er satt nir die entflogene „Patrie" an den Staat abtrat. Tieser Ballon be findet sich seit Monaten in seinem j Schuppe zu Verdim. aber abgetakelt j und unthätig, da die Enslichisser Ab th.'ilmig der französischen Armee vor läntig mir über wenige geschulte 'Ten te verfügt, die sie ans der Eenlral sialion von Ebalais Mendon bei Pa ris zurückhält. Ter zweite .Mentha re" ist der in Moisson bei Versailles für Rechnung der Herren Eebandy nen gebante und erst ganz lürzlich nach Ebalais Mendon übergeführte Ballon „Repiibligne." Er dient vor läufig dort zu Versuchen und Uebnn ge für die Plannschast. soll aber in nächster Jeit einmal an die Grenze abgehen. Im Ban begriffen nnd an geblich der Vollendmig nnbe sind in Mvision zwei Schwesterschisse der,.Re piibligne." denen im Voraus die Ra inen „Pille de Bordeanr" nnd „Ele ment Bayard" beigelegt wurden. Sie erittiren aber erst ans dem 'Banplatz, mn nicht zu sagen: ans dem Papier. Ter Teutsche Cvrrespondriit, Paltimorr, M'd., Svniitng, de 'August l!>W Immerhin müssen wir mit der That i, sacke rechnen, das; die Jranzosen ent i schlössen sind, ganze Geschwader lenk barer Mislsabrzenge zu schassen. In nächst sollen die drei Grenzseslnngen i Toni, Evinal nd Beliord ihre Bat lons erhalten, so das; in den Vogesen deren vier vorhanden wären, da ja Verdttn bereits den seinen hat. So i dann soll jede Jestung im Inner kes'Tandes und Hinterdrei auch jedes Armee Obercommando mit einem Enilkrenzer siir den sttnndschaster dienst ausgerüstet werden. Ans;er rem denkt man schon daran, eine Bal len Reserve zu Ichaffen, um die je i derzeit voraus zu sehenden Verluste soiorl ausgleichen zu können. Tie In genienre der Jirma Eeband machen auch bereits Propaganda siir ein neues Modell ihrer Erfindung, das emen fchistkrenzer zu Angrissszwecken bgeben und, was den Umfang be trifft, ungefähr die Mitte zwischen einem „Jeppelin" und einer „Repn bligne" hallen soll. Jreilich kostet al les das nngehener viel Geld und schwebt somit angesichts des klägli che Auslandes der französischen Slaatssinauzen noch „in der Enft." Erfrischtiiigs Gctrniitr. Tie Siedehitze der letzte Jeil ver grös'.ert natnrgemäs; auch den Tnrsl. Mensch und Thier suchen sich am küh len Ras; zu laben. Aber während die „mwernüiislige" stlreatnr zufrieden isl, wenn sie frisches Wasser bat. ist der Mensch in seiner erhabenen Weis heit darauf gekommen, das; es andere Gelränke gibt, die das Tnrchgesüh! besser oder länger oder angenehmer bekämpfen. Tas Bier iit initiier noch das beliebteste unter diesen Getränken. Run ist ja in der Tbal ein gutes, sri sches Glas Bier eine schöne Sache, die mir keiner verachtet! soll, aber nur nach gethaner 'Arbeit. Tes Abends, wenn von der Tagesarbeit nichts mehr zu thu übrig isl. als ein bis; che stiannegies'.ern oder die Eösnng der soziale Jrage oder ein biszchen Jlirt faule de mienr mit der ei genen Hansehre. Tann isl Bier an seinem Platte. Ten zu diesem Rest der Tagesarbeit braucht das Tenkver mögen nicht mehr so arg slrapazirl z werden. Solange man aber noch sei ne fünf Sinne für die Tagesarbeit anzustrengen bat, langt 'Bier nichts. Bier macht schlapp und sanl. Also (ort mit ilmi als Ersrijchnngsgelränl unter Tage. Was aber statt dessen nehmen? O, ich höre schon die Antwort! Ich sehe sie schon antreten, die Wasserapostel, mit ibren rolben und grüne nnd gel ben Jlaschen, ich sehe sie schon, die Grasfresser, und wundere mich im iner wieder, woher es kommt, das; diese tzenle. die doch fortwährend von Esse nnd Trinken reden, denen rieh tiges Esse nnd Trinken doch über Alles z gehen scheint, warin gerade sie allmileinander so verhungert aus sehe. als hätten sie das Brod nicht iiher Rächt. '.Man kann daraus Ivel len wenn einem im Sonnenbad so einer begegnet, dem der Mond durch die Rippen scheint und der im helle Sonnenlicht schon keinen Schatte mehr wirst, dann ist es einer von de nen, die irgend eine ahsolnte gesunde und vernnnstgemäsze Lebensweise ent deckt haben. Tie nicht rauchen und nicht trinken nd nicht die Haare schneide und sonst nichts thun, was beliebt und angenehm isl. Tie Pro paganda siir ihre Idee' ins; ihnen doch heillos schwer werden, wenn sie selber lein besseres Beispiel von ihren Erfolgen liesern können. Tiese Eente sind- es, die uns gerne die verschiede e Jlüssigteilen in de rothen, gel be und grünen Jlaschen als Ersri ichnngsgelränle verHandel möchten. 'Run. es ist ,a 'Geschmackssache, aber ich ms; sagen, lieber leide ich Tnrst, als diese fade Pomeranzenbrühe zu trinken. Tamil schlagt Ihr das Bier nicht todt. Herrsclsttslen! Auch mit dem blcchen modernen stiohlensäure wasser nicht. Tas heutzutage sabrik michig hergestellte billige „Mineral Wasser" ist so wenig schmackhast. das; man mir zu ihm greift, wenn wirklich sonst gar nichts da isl. Tieses mecha nische Gemenge ans Wasser und hin emgedrückler stiohlensänrr hat den einzigen Vorzug, das; es billig ist. Aber das Wasser m aus der Wasser leitung und enthält Bazillen,Tvplms- Bazillen und andere solcher Viecher. Tie Aerzte rathen uns, nur abgekoch tes Wasser zu trinken, weil im Som nur die Bazillen besonders gut gedei ben. Tas „Mineralwasser" wird aber nicht abgekocht, lind die natürlichen Mineralwasser, soweit sie wirklich na lürlich sind nd nicht künstlich nach gefüllt sind ein sehr gutes Erfri schmigsgeiränk, nur kann sie ein eiu zeliier Mensch von normalem Porte monnaie llmiang einfach nicht lw zahlen, stlöniglich Selters für den Preis bekommt man schon fast eine Jlasche Wein. Tas bringt uns aus eine anderestia tegorie von Er'rischungs Getränken, die schon bedeutend freundlicher aus sieht. Es sind die „Gespritzten" oder „Schorle Morle", jene glückliche Ver binduug von Wein und Wa"er, die nicht im verschwiegenen stlellerdunkel. fondern ganz ehrlich an, Bii"el vorge i nominen und auch deklarirl wird. Tie verschiedenen Weinsorleu verhallen l iich ganz verschieden in 'Bezug aus die l guten Schorle Morle abzugeben. Am besten daiür sind das dürfen Sie einem erfahrenen Manne glauben die leicbleu Weine. Sie geben dem „Gespritzten" einen Wohlgeschmack, der satt an Elunnpag uer erinnert. Im übrigen kann man natürlich Schorle Morle von jedem anderen Weine ebenfalls herstellen, auch von Aepfelweiu. Einen eigenartigen und sehr zu empfehlenden Schorle Morle macht man aus kalter Milch und Sek terswasser. Rur gibt es viele Eente, die Milch schlecht vertragen, für die ist es natürlich nicht geeignet. Tie Amerikaner lieben bekanntlich allerlei geeiste Getränke mit und ohne 'Alko hol. Sie alle miteinander können mir gestohlen werden (die Getränke, nicht die Amerikaner), denn sie ruini ren den Magen und schassen doch kei ne dauernde Tnrstlinderung. Im Gp' grulheil, man empfindet die Hive her nach nur desto mehr. Gerade den Ge gensatz dazu findet man bei Eeuteu, die in den Tropen waren, namentlich in Indien. Tie bekämpfen den ärg slen Tnrst und die gröhle Hitze oft nials mit ein paar Schluck heiszem Tbee. So sonderbar es klingt, es Hilst! Jnersr kommt es einem ein we i vig beis; durch die Haut, aber ans die Taner verschwindet das Turstgefübl l und es stellt sich Eranicknng ein. Ein gutes „Ersrischnngs Getränk" ist auch frisches Tbst, aber nicht für Je den. Manchen Eenten stillt das Obst den Tnrst nicht. Sie müssen trinken, wenn sie Eabnng haben wollen. Run. wie man siebt, ist die Auswahl gros; genug. Ei Chnrnfterbild des Sultans. Eine englische Wochenschrift bringt eine Schilderung des Sultans, die sehr interessante Uüge enthält, stteine Herrscher, so heiht es da. isl soviel geschmäht worden, wie der Sultan. Troh seines schlechten Rufes aber hat er nun über tttl Jahre regiert. Ab dnl Hamid ist eine der seltsamste Mischungen von Tapferkeit und Jeig beil. von Verschlagenheit nnd Ein fall, die man sich denken kann; es ist schwer, sich ein Bild von seinem wah re Eliarakter zu machen, weil so viel Widersprechendes, über ihn gejchrie ben worden ist. Wie wie -ghsolmen Herricher schwebt er in ständiger Jnrcht vor Ermordung, und es wird behauptet, das; er sabelhattv Smn men für seine Bewachung ausgibt. Einmal hat diese Sorge für sein f?e ben zu einem heiteren Jwischensall geführt. Als der Sultan mit sei nem Gefolge ans dem Wege zur 'Mo schee war. bemerkte er. das; eine neue "inie von Telegraphendrähten über die Strohe hinwegging. Voller Be nttgnis; lies; er den ;jna halten, bis die Trübte ahgeschnilNTl und die Pfähle abgehauen waren. Unter keinen Umständen durfte die neneTe legrapbenlinie wieder hergestellt wer den. Jür seine Herrschsucht isl sol gendrr Jng bezeichnend: Ter Snl tan halte einen Papagei gekauft, den er iebr lieb gewann, weil sich das Thier als änherst gelehrig erwies u. die Stimme seines Herrn täuschend nachzuahmen lernte. Eines Tages hing der Papagei in seinem stläsig im Privatzimmer des Sultans, als er plötzlich den Rainen eines Glinst lings Abdul Hamids rief. Als dieser wirklich kam. gerielh der Sultan in leidenschaftliche Erregung. Er ris; den unglücklichen Vogel aus seinem stläsig. lödtele ihn aus der Stelle n. h.rrfchle den zitternden Günslling an: „Merke Tir. hier hat nur meine Stimme zu befehlen!" Jedoch bat der Sultan auch sanftere Seiten, die besonders die zu rühmen wissen, die ihn näber kennen gelernt haben. Sei ne eigene Jnrcht vor körperlichen'vei den hat in ihm das Gefühl für die beiden anderer erregt; deswegen hat er ein grohes sttrankenhaus ans sei nen Privatmitteln gebant, welches hauptsächlich zur 'Ausnahme von Jeanen und sttindern bestimmt isl. Tiese und auch männliche andere Per jonen. ja. lelbst Ausländer, werden hier vollständig kostenlos verpflegt. Ueber die diplomatischen Jähigkeilen des Sultans sind die Ansichten ge theilt, was wvhl hauptsächlich daran liegt, das; die orientatische Tiploma tenlnnst an sich von der europäischen unterschieden ist. TaS beweist das Erlebnis; eines europäischen Gesand ten. der in den Slraszen Eonslantino pels einen sorgsam verschlossenen Wagen des Hoies bemerkte. Er war indiskret genug, zu versuchen, in das Innere zu sehen; die Jolge davon war. das; er plötzlich für seine In dringlichleit von einein Hosbeanilen eine Obneige erhielt. Voller Wntb bai er den Sultan um eine Audienz, die ihm auch gewährt wurde. Ter Sultan hörte die Beschwerde des Ge- sondlen rnliig o und sagte dann lä l chelndl „Wenn ich die Angelegenlieit sorgsam durchdenke, komme ich ;n solgendem Crgelmis',: Sie sind ei europäischer (Gentleman, nnd daher ist v 5 immöglich, das; Sie sich einen solchen Berstos; gegen die gnten Sit ten Häven schulden kommen las sen. Co ist also auogeschlossen, das; irgend ein Beamter Sie dasiir ge schlagen hat. nnd die ganze Angele genheit ins; ans einer Täuschung Jh rerseito hernhem Wir wollen nicht weiter darüber reden." Ter Gesandte soll nichte- weiter dazu gesagt haben. Blondes Haar. „Ter blonde Menschenschlag wird in kurzer ;jeit von der Erde ver schwunden sein und die Brimellen werden die Welt beherrschen." Tas ist das.(ilagelied. das immer wieder von denen angestimmt wird, die in dem blonde Eockenhauht das Heil der Welt sehen. 'Mit Bewunderung blicken sie in die Porzeit zurück, wo das Heldenthnm in blonden Eocken einherichritt. und verweilen dann mit betrübtem Blick ans den dunkel haarige Zeitgenossen, die vom .(triege nichts wissen wollen und in friedlichem Handel und Wandel das Heil der Menschheit suchen. Es ist kein .iweisel. die der blond haarigen Mrnschen ist geringer als die der brannhaarigen nnd wird anscheinend auch immer geringer, so das; die Weissagungen vom Ilnter j gang der ersteren gar nicht so im wahr'cheinlch klingt, wenn das Un- glück vielleicht auch erst in einigen Jahrhunderten eintreten mag. wie Professor Mason vom Smilhsonian Institut in Washington meint, wäh rend andere dgs Schicksal hart an der Thüre sehen. Woher kommt eigentlich die Bor liebe für blonde Haare nnd die vielfach damit in Perbindnng sie henden blauen Augen? TaS ist wohl mit unbedingter Sicherheit nicht festzustellen, wenn man auch ans den geschichtlichen und dichteri schen Ueberlieferungen sich eine Bor Heilung znrecht ipache kann, die ei nen Schein von Wahrheit hat. Ursprünglich scheinen die blonden Haare den arischen Polksstämmen ei gentbümlich gewesen zu sein. Alle Helden der arischen Tichtnngen sind blond oder gar goldhaarig. Sija wnsh, Achill. Sigfried sind glänzend wie der junge Tag nnd prangen iii der Jülle goldblonder Eocken. Und wo die Sage zur Geschichte wird, treten uns die Nectengeslalten der blondgelockten Germane entgegen, vor deren Wucht das Reich der dun trlhaarigen Römer in Trümmer ging. Ueberall war der Sieg bei den Blonden, nnd vor ihnen hatte die Welt Ehrfurcht und Achtung. Mit einer gewissen naiven Bewunde rung sahen die alten Egvpter ;n ih ren blonden bärtigen arischen Sold nern empor und gaben dieser Be wunderung dadurch 'Ausdruck, das; sie sich die ihnen sehlende Bärte, wie sie jene trugen, anklebten. Tie Römerinnen des Kaiserreichs waren nicht minder naiv und unterzogen sich de langwierigsten Behandlun gen mit Farbmitteln, um in der Pracht der blonde Eockensiille nicht hinter den Germaninnen zurück zu stehen. Und die alten Genna nen selbst bearbeiteten ihre Haare mit einem Absud aus Eichenrinde, um ihnen die beliebte rotbgoldeue Jarbe ;u verschassen. Taraus geht übrigens hervor, das; die Blond heit unter ihnen gar nicht so ver breitet war, wie ihnen nachgesagt wird. Ueberhanpt ist gerade das, was ;nm Beweise der allgemeinen Blondheit angesülirt wird, auch eil' Beweis gegen diese Allgemeinheit. Winde sonst so viel Aufhebens davon gemacht werden? Homer vergis;t nie bei seinen Eieblingsbelden das schmückende Beiwort „blondgelockt," und Heltor ist braun, er ist ja der Jeind der geliebten Griechen, für die Homer dichtete und sang. Es ist also wohl keine Perleumdnng, wenn man sagt, der Sänger sang seinem Belke alle'äustere Schönheiten an die er dem Jeinde verjagen zu müs sen glaubte. freilich wird auch nur bei den ersten Helden die Blondheil betont, die gewöhnlichen Bölker sind dunkel. Auch bei der Völkerwanderung ist immer nur von den blonden Gothen. Pandalen. Eongobarden und Angelsachsen die Rede, aber diese Polkssiänime bilde ten nur einen kleinen Theil der wandernden Völker, und zwar den herrschenden, der nicht arbeitete, so der nur die Führung hatte und den fzöwenantlieil der Beute für sich in Anspruch ahm. Wurde doch der ganze Süden und die Milte Euro pa's vor dem Eindringen der Ger manen. Slaven und stielten von dunkelhaarigen Menschen bewohnt, lue später den kriegerischen Erobe rern diene mus;ten. Tie Unterwor fenen blieben aber immer in der Ueberzahl, und io verschwand ach und nach das blonde Element in dem dunkeln, wie in Südeuropa. Wo der blonde Schlag vorivog lind vor wiegt, findet man auch inelir Blon de. wie z. B. in Weslphalen. Hier bei uns wiegt nnler den liier (Gebo renen der dnnlle Schlag vor, tvozii vielleicht außer der Entwickelniig der Rassenmischnng auch das sttlima bei trägt. Tos; deshalb die Blonden ganz verschwinden sollten, ist nicht anzunehmen, und wenn no. dann ums; sich die Menschheit ,;u tröstet' wissen. Cntlinriiic M. Becker. ln'il oaidarinc Vc.irr, llnNlerchrn Will. Anglist .(lnintmaii. Cnpitlin Wm. stal>l. Tonis Tvring. William S. Pieper. s t eftrauerndn Hintcrdliebrncn. In lielirndrr Erinnerung Tvndvii Park Eeiiielcr. Bnltimvrc Ccmrtery. John Herwig öö Sohn, Joseph I. Herr, Tcichrnbestattrr und Cibaljmircr Zlr. I!t4, Tst-Jadritk-Siraftr. 0. 4P. Plronc Wo,sc >,!>:—l. Mtiallrd dcs ..Wlttclsbaid.Pcrli" (Jun,2S.T>Ü!L.IJ) John C. Scksuh k Sohn, Lcichcnliestatt.r und Cinbalsnmircr. Ilr. :Is>l.'>, Lst Palllniorr Straftr. C. k P. Zclorhon Wölk? Bvllkoniciic Beerdigungen von sMKr47.lIj Lrichenbcslattrr und Cindalsamirrr. Eladllrt >4O. Albert 7lO, Nantvi, Axcinic. ""'-ltaSlcl. Mt. Llivet Cemetery. Pcilouso 7lgcn> ?t. iö. Tla Z!r. stvZ. ?lmcrlcaii-Idg. Lorrnknr. Nnlvii Trust.escl'iittdcs vdarlc. und Jadriic. Straße. (Ma14.1J.T4-S) Drnid Nidge Ccmrtery. Ter Ideale Friedhof von Paliimoe, nahe Piteovtllc. Zwei elctirische Pabn-Linien und Plmlicn.Poulrvard direlt zum Friedhof. ?lile ldrundstiicke uutcrstßndlacr "lufstchl Nledrige Püreaii: ?!r. 111, Rord-Nharlca-Siraße Velde Telcvbone. °. uSaeirichnctk üchc und tkrkristi,. I Ter Pari lann lür Picnics, Ausslüoe elc. m. on Rrsisrft, Frank Mladctvk, ÄeschiMsMlirer, Elgeulhllmcr. (AprN2ß,4M,el Weft-Elid-Part. (?lvrN2.oMte) Atlantic City, N.-J. Jurob MueUer's L)olc'l^ 1!)11 Atlaiitic-Avcniir, (liZ—-) SMaiNic ilii. St.-V Wocli Ledge, Plnr Ridgc Snminit Ist Icijl !nr INiinc osscn. Histilti-i. ild Schl-'Azeigr. Gnton Wnvzrett Handels-Schule, KaMmore Knsmess (College. E. H- Rormn, Präsident. Ä 1 r cl zi e r s College, adler'S Bryant ä: Stratton Handels College C.'lN>S2:o?ic) k Loyota-Kossege, Pairr I. st! Pro, s. 1., (Slow.l!>)ii> Prüstdcni. Pllstimore lurilleu Schute. 2lbend-^uristen-^chllle, otmNco.Zlrastr, Vnliimvrr, MV. o.'ln„4.iMl) Juristen schule, Nmvr"' ?tuiU.M>!ll Man,land Blidrii-Schlr. Marlilaud. Tanbstliimncn Schule College vf Physicians and Turgcons Pilo nna -.'l>i?luust iclsir>-: Tr. Ntins. I Vr (lu.ilt.'stvttc) CilristiauMiller. Leichenbeslattcr und Eindalsamirrr. iZwcig: Vir. 12° T! Hiqtitan.., Hißliläiidtvw. Maßinc Preise. 4c P. Poe—Wolfe 2200. <l23—) Feine Llutschrn mit Gummirädrrn Baltimore Conpc Company, r. 315, West Jadetie Straße. Telephone: Ml. Lernoii b 0; ltourlland 11SS.

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