Abendblatt (Chicago, Ill.)
November 24, 1894
Historic newspapers carry the language, views and graphic reporting of their time, including racist content. They are shown to teen and adult profiles.
The text was read from the page scans by machine (OCR), so it has mistakes and its columns may run together. See the pages · About this title · At the Library of Congress
Page 1
von der Illinois Staats-Aeitungs-To. Uevevvlirk Und Kurzgefa Btcs. Heute Abend wird's kalt, aber der bleibt klar. Morgen wird's wie der warm und dabei behalten wir schönes -Wetter. Luftzug ans Westen. Port Arthur, dieses stärkste Bollwerk China's, ist gefallen und die Japaner treuen sich wie die Schneekönige. Die Nachricht ist diesmal richtig, denn sie wird durch unseren Gesandten in China be stätigt. Die New Borkcr Fondsbörse setzte fest an und die Preise gingen um pCt in bie Höhe. Dann aber trat eine weichende Tendenz ein, die den Kurs der North tveftern Aktien um 1 pCI herabsetzle. Der Weizenmarkt war hier nicht sehr belebt und die Stimmung eher matt, doch veränderten sich die Preise nur unmerklich. Im Maitermin ging der Preis von 381 auf 38ij hinauf und wieder auf 381 herab. Mais wurde im Maitermin mit 481 gehandelt. Hafer ging von 32-s auf 32Z zurück. Schweinefleifch war matt, Januar 12.071M MMB. Die Uergangenheit der Schwestern Williams. Dieselben möglicher Weise schon vor einem Sahre ermordet. Die angebliche Reise nach Europa. New Orleans, La., 24. Nov. Minnie N. Williams und Nannic Wil liams, deren Namen mit dem Versiche rungsschwindler Holmes in Verbindung gebracht werden, waren Nichten des Pfar res Dr. C. W. Black von hier, welcher der Herausgeber des „Methodist Christian Ad vocate" ist. Ihr Vater verlor bei einem Eisenbahnnnfall das Leben, und die Mül ler starb bald daraus. Dies war im Jahre 1872, als die jüngere Schwester Nannte erst ein Jahr alt war. Die Eltern starben arm, und hinterließen den Kindern nichts. Das jüngere Kind blieb bei ihrer Tante in Mississippi, und die Schwester ging nach Dallas zu ihrem Onkel, dem Dr. Williams, der sie adoptirle. Im Jahre 1880 wurde Minnie auf eine Erziehungsanstalt in Boston geschickt, wo sie drei Jahre blieb. Mittlerweile starb ihr Onkel, und hinter ließ ihr Eigenthum im Wcrlhc von 820,- 000, welches aus Grundbesitz in Fort Worth bestand. Als Minnie von Boston zurückkahm, traf sie in Mississippi ihre Schwester, und beide begaben sich zu ihrem Onkel, den Dr. C.W. Black in Jackson, Miss., wo sie zum ersten Male seit ihrer frühesten Kindheit wieder znsammenlebtcn. Dies war im Jahre 1889; später gingen sie zusammen nach Texas. Nachdem Minnie daraus nochmals nach Boston zurnckgclehrt war, um ihre Studien zu vollenden, begab sie sich im Jahre 1890 nach Denver, wo sie Unterricht gab. Als sie im Jahre 1389 ihren Onkel Black in Jackson, Miss., besuchte, hatte sie das Bild eines jungen Mannes bei sich, den sie in Boston kennen lernte, und Harry Gordon hieß. Sie sprach von ihm als „Harry" und sagte, daß sie ihn sehr gern habe, da er hübsch und reich sei. Im Jahre 1889 ging die ällcre Schwester nach Chicago in den Depeschen bieß es, daß sie eine Maschinenschreiberin sei; aber Dr. Black bezweifelte dies, da sie eine gewanoke Rednerin war. Bald nach ihrer Abreise nach Chicago schrieb sie an ihre Schwester, sprach von Harry Gordon und fügte, daß sie ihn heiralhen werde; gleich daraus kam ein anderer Brief, in welchem sie mittheilie, daß sic vcrheirathel sei und Nannie emlud, nach Cbicago zu kommen, um die Welt ausstellung mitziimachen. Daraus reifte Nannie im Juni von Texas nach Chicago ab. Am 4. Juli 1893 schrieb Nannie an ihre Tante, Frl. Lucy Marshal in Terrh, Miss., folgenden Brief: No. 1220 Wrightwood Str., Chicago, Jll., 4. Juli, 1893. „Liebe Tante Lucy: ich schrieb Dir von Midlothian, und theilte Dir niit, daß ich hierher reise, habe aber noch nichts von Dir gehört. Ich habe die Ausstellung gründlich miigemachl, und mich vortrefflich amüsirl. Die Schwester, Schwager Harry und ich selbst, reisen mor gen nach Milwaukee, und werden über die See'n und den St. Lawrence nach Old Orchard Bcach gehen. Dort wollen wir uns zwei Wochen aushalten, und dann nach New Bork reisen, wo ich mich in der Kunst ansbildcn will. Später werden wir über London und Paris nach Deutschland rei sen. Gefüllt es mir dort, so bleibe ich und mache Kunststndien; andernfalls komme ich zeitig genug nach New Bork zurück, um Dich zu besuchen, ehe ich an die Arbeit gehe. Ich kann kaum begreifen, daß mir dies Alles, wonach ich mich schon so lange gesehnt habe, bcvorsteht. L>chwager Harry sagt, daß Du dich nicht mehr um mich ängstigen sollst, finanziell sowohl als auch in anderen Sachen; er und die Schwester werden sich meiner annchmen. Ich hoffe, daß unsere schlimme Zeit nun zu Ende ist; werde wieder schreiben, so bald ich Zeit dazu finde. Schreib' sofort und adressire den Brief nach Chicago, von wo die Briefe mir zugesandt werden. Deine Dich liebende Nichte Nannie Williams." Im Oktober begann Dr. Black einiger maßen besorgt zu werden, da er außer jenem Briefe nichts wieder von ihnen gehört hatte; aber da er annahm, daß sie nach Europa gereist seien, so hörte er ans, sich um ihre Sicherheit zu beunruhigen. Als Nannie ans Texas abreiste, geschah dies so eilig, daß ihr der Koffer nach Chicago nachge schickt werden mußte. Derselbe kam am 0. Juli dort an, ist aber bis jetzt noch nicht vom Bahnhose abgeholt worden, so daß Dr. Black zu dem Schlüsse kommt, daß die Mädchen wahrscheinlich am 5. Juli er mordet wurden. Wieder Bürger geworden. Der Lrzuchthäusler Ferd. ward in seine bür gerlichen Rechte wieder eingesetzt. Gencseo, N. N-. 24. Nov. Ferdinand Ward, der Exzuchthäusler, ist vom Gouverneur Flowcr in seine Rechte als Bürger wiedereingesctzt worden, und wird jetzt sofort gerichtliche Schritte lhnn, um wieder in den Besitz seines Sohnes zu gelangen, der ihm angeblich widerrechtlich vorenthalten wird. Außerdem will er auch die „Franklin Trust Company" gerichtlich belangen, um gewisse, bei derselben hinter legte Werthpapiere wieder zu erhallen, deren Auslieferung ihm verweigert wird. Ward hat jetzt eine verantwortliche Stellung im Nachlassenschastsgerichte von Livingston County in Geneseo. Feuerschaden. Ein großer Vorrath von Heu verbrannt. Laporle, Jnd., 24. Nov. Gestern traf hier die Nachricht ein, daß die Gebrüder Hnncheon, welche im süd lichen Theile dieses Connlies ausgedehnte Ländereien besitzen, durch Feuer 3000 Ton nen Heu cingebüßt haben. Der dadurch herbcigesührle Schaden betrügt 820,000. Chicago, Samstag, 24. November 1894. MM iW MillUailiksiKll. Gv-Keven irr Uerrexrreia. Eine fehlerhaft geladene Kanone und die Folgen davon. Errichtung einer neuen Aohlensiation. Panama, 24. Nov. Der verfassunggebende Konvent hat Ge setze für die Gewährleistung der Preßfrei heit angenommen. .In der Nähe von Tegucigalpa, in Honduras, sind durch das Zerspringen eines fehlerhaft geladenen Ge schützes zweinndzwasizig Soldaten und Offiziere um'S Leben gekommen. In ver schiedenen Provinzen von Venezuela sind mehrere Erdstöße wahrgcnommen worden. Die Ortschaft Carache wurde vollständig zerstört, obgleich der Verlust an Menschen leben nur gering ist. Die Regierung von Nicaragua bat born Island auf fünfzehn Jahre an Lacayo, den früheren Commissär des Mosqnitogcbietcs, verpachtet; derselbe beabsichtigt, auf der Insel eine Kohlenstation zu errichten. Ein schön r Ptan. Ein Denkmal zu Ehren des verstor benen Astronolnen Proctor, Welches seine Wittwe aus dem Gipfel des San Miguel zu errichten beabsichtigt. San Die g o, Cal., 24. Nov. Es ist jetzt ein Plan im Werke, um auf dem Berge San Miguel, ungefähr achtzehn Meilen von hier, eine Sternwarte mit dem größten Telcseop der Welt zu errichten, eine Sternwarte, an welcher alle civili sirten Nationen nicht allein ein wissenschaft liches, sondern auch ein finanzielles In teresse haben sollen. Der Plan erscheint beim ersten Anblick so großartig, daß er nur in der Einbildung zu beruhen scheint; aber seit mehreren Jahren schon sind da rüber Unterhandlungen gepflogen, und die selben sind jetzt so weit gediehen, daß die Sache nicht länger geheim gehalten werden kann. Es war seit Jahren bekannt, daß die Frau des Sir Richard A. Proctor den Wunsch hegte, zu Ehren ihres verstorbenen Galten, welcher während seines Lebens eine Leuchte in der astronomischen Wett war, ein Denkmal zu errichten. Schließlich wählte Frau Proctor aus eigener An schauung und Erfahrung den Gipfel des San Miguel dazu ans. Von allen civili sirten Nationen, Regierungen und ein zelnen Personen sollen Beiträge zur Errich tung desselben erbeten Werden, ebenso wie für die spatere Unterhaltung desselben. Die praktischen Gründe der Frau Proctor zur Wahl des San Miguel sind die bemerkens wcrlhe Klarheit der Atmosphäre, die Ab wesenheit aller Nebel und die nnüber lrosscne Menge von wolkenlosen Tagen und Nächten. Es wird ans das Bestimm teste behauptet, daß nirgendwo ans der ganzen Erde ähnliche günstige Bedingungen zu erlangen sind. Don Heuern nusgelirochen. Waldbrände richten wiederum große Verheerungen an. Zehn Wohnhäuser und anderes Ligenthum zerstört. P a m a, Jll., 24. Nov. Die Waldbrände in den Niederungen am Flusse Okaw, südöstlich von hier, sind von Neuem ausgebrochen und wüthen ärger als je. Den Saaten und den Wiesen ist schwerer Schaden zngcfügt worden, da das Feuer über mehrere tausend Acker gegan gen ist. Es sind bereits zehn Wolinhänscr niedergcbrannt, eine Menge Vieh hat Ver letzungen davongelragen, und es scheint, als ob dem Feuer kein Einhalt gethan werden kann. Die Ansiedler in den Niederungen haben sich um Hülse an die benachbarten Ortschaften gewandt. Es waren Zwillinge. Der eine wurde hundert Fuß unter der Erde geboren, während der andere auf der Mberstäche das Licht der Welt ervlick'te. Belleville, Jll., 24. Nov. Ein ebenso wunderbarer, wie seltener Vorfall hat sich in und bei der Lenz'schen Kohlengrube, in der Nähe von Belleville, ereignet. Der Kohlengräber John Schmidt war hundert Fuß unter der Oberfläche an der Arbeit; er hatte seine regelmäßige Zeit gearbeitet und sollte nin Mittag von einer anderen Schicht abgelöst werden. Da die Eigenlhümer der Grube aber mit ihren Allstrügen im Rückstand waren, so beschloß Schmidt mit noch anderen Arbeitern, über die Zeit zu arbeiten, lind ließ seiner Frau sagen, ihm sein Mittagsessen zu schicken. Diese packle einen Korb voll Eßwaaren und machte sich damit ans den Weg nach der ziemlich entfernt liegenden Grube. Dort angekommen, beschloß sie, in den Schacht hinunter zu sabren, wie sie schon häufig getban halte, um mit ihrem Galten zu sprechen. Sie kam auch glücklich unten an, aber das Nächste war, daß sie gleich darauf einem strammen Jungen das Leben gab. Die Grubenarbeiter mit ihren ge schwärzten Gesichtern und den Lampen an ihren Mützen, nahmen sich natürlich der Mutter und des kleinen Weltbürgers nach besten Kräften an, und sehr bald befanden diese sich wieder an der Oberfläche. Dort wurde nach einem Wagen und einem Dok tor gesandt, um die Reise nach Hause an zutrelen. Aber cbe der Wagen oder der Doktor zur Stelle war, erschien noch ein Brüderchen des in der Unterwelt geborenen Jungen, und dann erst ging es nach Hanse. Wie der Doktor sagt, befinden sich Mutter und Zwillinge den Umstünden nach äußerst wohl. Der Künstler Joseph Hoffman». Aus dem früheren Wunderknaben ist ein vollendeter Künstler geworden. Paderewski's polnische Fantasie mitGrchester begleitung. London, 24. Nov. Joseph Hoffmann ist während der Sai son nur ein rindiges Mal vor die Oesfent lichkeit getreten, und zwar am letzten Dienstag in St. James Hall. Das Con zert war recht gut besucht, erregte aber kein besonderes Aussehen. Hoffmann ist jetzt ein erwachsener Jüngling, und sieht Oskar- Wilde ähnlich. Sein Spiel war eine künstlerische Leistung, und die besten Kri tiker stimmen darin überein, daß sich aus dem Wunderkinds ein vollendeter Künstler entwickelt hat. Der „Globc" äußert sich über Hofsmanns künstlerisches Talent folgendermaßen: „Gegenwärtig mangelt es ihm noch an Er fahrung und Selbstbewußtsein, aber in an derer Beziehung kann er den Vergleich mit den besten Künstlern Europa's aushallen." Padercwski hat für die letzten Wochen des Februar Arrangements für eine Reihe von Conzerten in Dresden, Leipzig und Wien, in welchen seine polnische Fantasie mit Orchcsterbcglcitung zur Ausführung kommen soll. Später hängt es dann von seinem Gesundheitszustand ab, ob er wäh rend des kommenden Sommers noch wei tere Arbeiten übernehmen wird. Augen blicklich beschäftigt er sich ausschließlich mit Compofitionen. Aufstand gegen die Türken. Derselbe soll in van, der Scene der kürzlichen Metzeleien, ausgebrochen sein. Constant inop e l, 24. Nov. Von Vau, in Armenien, wo die kürz lichen Metzeleien statlsauden, wird ein Aufstand gegen die türkische Herrschaft be richtet. Derselbe wird dem Umstande zu geschricben, daß es die Pforte versäumte, die armenische Nationalversammlung zur Wahl eines neuen Patriarchen an Stelle von Achikiam einznbcrufen, welcher sein Amt wegen einer Meinungsverschiedenheit mit der türkischen Regierung niederlegte. Auch die Patriarchen Locum und Tenes haben resignirt. Schiffsnachrichten. New Bork: Slavonia von Stettin, Saale von Bremen. Städtisches. Das Wetter. Optiker K l e i n e, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro meter- und Thecmometerstündr: Um 8 Uhr Morg. 40 Gr., um 9 Uhr 40 Gr., um 10 Uhr 38 Gr., um 11 Uhr 38 Gr., um 12 Übr 40 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.55, 12 Uhr 29.50. Die Lrerar-Bibiiothek. Der Verwaltungsrath der Crerar-Biblio tbek war gestern Abend in der Privalwoh nung des Herrn Marshall Field, No. 1905 Prairie Ave. in Sitzung zusammen. Die Herren Norman Williams und H. W. Jackson unterbreiteten der Versammlung einen Bericht, in welchem sic darauf hin wiesen, daß in Chicago 20 große Biblio theken bestehen. Der Bericht empfiehlt, daß für die neue Bibliothek ein Feld aus gewählt werde, das von den anderen Bibliotheken noch nicht gedeckt sei, und er empfiehlt, daß z.'B. die Bibliothek beson ders mit groyen Nachschlagewerken ver sehen werden solle. Als Platz für die Bibliothek sei in dem Testament Crerars ausdrücklich die Südseite bestimmt worden. Der Bibliothek stehe die Summe von nahezu 82,500,000 zur Verfügung, so daß die Mittel zu einer guten, gediegenen Bibliothek vorhanden seien. Die Empfeh lung des Berichtes, daß ein Füufcraus schuß angewiesen werde, Vorschläge für den Charakter und den Inhalt der Bibliothek zu unterbreiten, wurde gutgehcißen, und die Herren Norman Williams, T. B. Blackstone, John M. Clerk, Edward G. Mason und H. W. Jackson wurden zu Mitgliedern dieses Comiles ernannt, das in einer noch einzubcrusenden Sitzung des Verwaltungsrathes berichteil soll. l E l n 2 e s a n d t.) Dank des Turnvereins Vorwärts. Der Turnverein Vorwärts fühlt sich verpflichtet, allen Denen, die zu dem herr lichen Erfolg beigelragen haben, den der selbe bei seiner letzten großen „Fair" zu verzeichnen hatte, hiermit seinen besten Dank abzustatten. Der Verein wird forl fahrcn, immer neue Beweise dafür zu bringen, daß er eine solche Unterstützung verdient, indem er nie aushören wird, be ständige Opfer zu bringen für das hohe Ziel, welches sich die Turnerci gesteckt hat. Er wird immerwährend und unentwegt sein Bestes versuchen, die Erziehung von körperlich kräftigen, und geistig gesunden Menschen fördern zu helfen. Achtungsvoll Das Fair-Comite des Turnverein Vorwärts. Aus dem Dieust gejagt. Polizist Blake von der Grand Crossing- Station wurde gestern Abend nicht nur aus dem Polizcidienst entlassen, sondern auch wegen eines angeblich von ihm verübten Angriffs mit der Absicht zu lödtcu, in einer Zelle cingesperrt. Am Dienstag Abend wurde er vom Polizisten Ryan verhaftet, als er mit einigen Anderen diesen angriff. Gestern Nachmittag sing er in der Schank wirthschast von I. S. Huranka, 4501 Ashland Ave., Krakehl an, zog schließlich seinen Revolver und schoß auf Huranka. Glücklicherweise gingen die Schüsse fehl. Als man Blake kurze Zeit daraus verhaftete, war er so betrunken, daß er in einem Patrolwagcn nach der Station gebracht werden mußte. Preis 1 Gent. 47. Jahrgang. Als. 280. Jugendliche Einbrecher. Erbeuten zwei „Safe"-Sparkassen. Edward Clark, welcher bei einem Ein bruch in die Wohnung von C. W. Robin son, No. 300 Chicago Ave., abgcsaßt wurde, steht vorläufig nach der heute Mor gen erfolgten Verfügung des Richter Whee ler im Polizeigericht der Nordseite unter 81000 Bürgschaft. Die Verhandlung wurde verschoben, um das nöthige Beweis material zu sammeln. Gestern Abend drangen zwei junge Bur schen in die Wohnung von Karl I. Foß burg, No. 250 Division Str. mit Hülse eines Dietrichs. Die Burschen raubten dort zwei kleine gußeiserne „Safes", in welchen Foßburg's Kinder ihre Ersparnisse sammelten. Als die beiden Jungen aus dem Haus kamen, bemerkte sie ein Polizist und eilte herzu. Einer der Burschen warf den kleinen gußeisernen Geldschrank gegen eine Hausmauer, so daß er zerbrach. Wil liam Curran wurde jedoch eingeholt und verhaftet. Herr Foßburg bezeugte, daß sich in der dcmolirten Sparkasse 88.00 befan den, welche von dem Polizisten auch gesun den wurden. Außerdem hatte Curran eine goldene Brochc, die ebenfalls aus der Woh nung des Klägers geraubt war, in seinem Besitz. Curran wurde unter 8500 Bürg schaft dem Eriminalgericht überwiesen. Sein Genosse war entkommen. Eine böse Geschichte. In einer heutigen Morgenzeitung er schien ein Artikel, in dem gesagt wurde, daß am vergangenen Mittwoch ein Detektiv der Central-Slation von einem Gast des Great Northern-Hotels eine Summe Gel des durch die Drohung erpreßt zu haben, daß er ihn verhaften würde, wenn er ihm nicht §25 gäbe. Ein Berichterstatter des „Abendblatt" fragte heule Morgen den Jnspeclor Shea, ob an der Sache etwas Wahres sei und der Beamte antwortete: „Ich fange an, zu glauben, daß cs sich so verhallen hat und glaube auch zu wissen, wer von meinen Leuten der Schuldige war. Ich habe Herrn Eden, den Besitzer des Hotels ersucht, hier hcrzukommen und mir den Betreffenden zu zeigen. Ist er dazu im Stande, wie er behauptet, so gebe ich Ihnen die Versicherung, daß ich den Schuldigen nicht nur sofort entlassen, sondern auch dafür sorgen werde, daß er wegen Erpressung bestraft wird. Der Krieg gegen die Spielhöllen. D. K. Tenny, der Vorsitzende des Anti- Spielhöllen-Comites der Civic-Federation, hat gestern an den Manor ein Schreiben gerichtet, daß er zugleich der Presse zur Veröffentlichung übergeben bat. In die sem Schreiben macht Herr Tenny den Mayor darauf aufmerksam, daß es nicht genügend sei, daß die Spielhöllen geschlos sen werden, sondern daß cs erforderlich sei, daß die Spielgerälhschaflen zerstört werden, damit dieselben nicht nach einem anderen Lokale geschasst werden können, und überhaupt radikaler gegen die Spiel höllen vorgegangen werden müsse. Herr Tenny constatirt ferner, daß er am 10. November dem Mayor eine Liste von 130 Spielhöllen, sowie eine Liste von chinesischen Spielspclunken und Lolterie buden zugcstelll habe, und daß der Mayor ihm erklärt habe, daß seil dem 21. Sep tember in Chicago öffentlich kein Glücks spiel betrieben wurde. Diese Erklärung sei aber nicht zutreffend, denn die Spiel höllen seien noch keineswegs ganz ausge rottet. Der Schreiber spricht schließlich in dem Briefe die Hoffnung aus, daß der Mayor den Kampf gegen die Spielhöllen energi scher als bisher fortsehen werde. Entrüstete Apotheker. Im Comitezimmer des Sherman House waren gestern Nachmittag fast sämmUiche Mitglieder des Chicago'er Apotheker-Ver eins lChicago Relail Druggists Association) versammelt, um Vertheidigungsmaßregeln gegen die in der letzten Zeit gegen eine An zahl Apotheker der Westseite wegen angeb licher Ucbertretnng des sogenannten Dram shop-Gesetzes erhobenen Anklagen zu treffen. Den Vorsitz in der Versammlung führte Herr T. V. Wooten, der Präsident des Apotheker-Verbandes, Herr Wooten machte geltend, daß den gegen die Apotheker an hängig gemachten Anklagen offenbar nur Erpressungsversuche zu Grunde liegen, da bisher noch kein ernster Versuch gemacht worden sei, die Anklagen zu betreiben, und noch m jedem Falle ein Vergleich ans Grund der Zahlung der Kosten des Ver fahrens habe erzielt werden können. Bei der Discussion der Angelegenheit be tonte Herr Louis L. Bonheim die Noth wendigkeit der Ernennung eines Comiles, das mit genügenden Geldmitteln versehen werden sollte, um gegen die Verfolger in den Gerichten energisch vorzugeben. Auf Antrag des Herrn Thumser wurden die Herren Arthur S. Bishop, L. M. Bon bcim und Louis Lehmann zu einem Comile ernannt, das Anwälte zur Verlheidigung der angeklaglcn Apotheker engagiren soll. Unterbrochener Prozeß. Die Verhandlungen des von der Stadt gegen die Illinois Central Bahngesellschast anhängig gemachten Prozesses, um die letztere zu zwingen, ihre Drehkreuze an den verschiedenen Stationen zu entfernen, wer den eine unliebsame Unterbrechung da durch erfahren, daß Richter Ewing zum Dienst im Eriminalgericht für den nächsten Monat assignirl worden ist. Corpora tionsanwalt Palmer will den Versuch machen, Arrangements zu veranlassen, daß Richter Ewing dennoch die Verhandlungen des für die Stadl sehr wichtigen Prozesses zu Ende führen kann. Apollo-Theater. Im Apollo-Theater, Ecke Blue Island Ave. und 12. Straße, kommt morgen Abend das vorzügliche Stück: „Rose Michel," oder „Unschuldig verurrheilt" zur Ausführung. Direktor M. Hahn hat in Bezug auf Besetzung der Rollen und Aus irattung sich besondere Mübe gegeben, die sicher einen durchschlagenden Erfolg zur Folge haben wird. Aus dem Eriminalgericht. Der Prozeß gegen Vaclav Respe. Heute Morgen berief Vertheidiger S. H. Trude den Angeklagten Vaclav alias James Nespe auf den Zeugenstand. Respe erschoß August in seiner Wohnung No. 7825 Stormes Ave. in Süd-Chicago den Hausbewohner John Sladck. Aus dem Zimmer der Rcspe-Familie drang ein lautes Gezänk und die Frau Nespe ries um Hülse. Sladek klopfte nach dem Zeugnis des Angeklagten an die Thür der Respe'- schen Wohnung. Nespe hielt die Thür zu und erklärte, daß Sladek nicht hereinkom men, sondern sich um seine eigene Familie bekümmern solle. Sladek öffnete schließ lich doch die Tbür und es kam zu einem Ringen um den Revolver, welchen Respe hervorgezogen hatte. Ein Schuß siel und Sladek sank in den Unterleib getroffen zu Boden. Respe erklärte, daß er die Waffe nicht abgcdrückt habe und er wisse nicht, auf welche Weise sich der Schuß entlud. Diese Verlheidigung schien keinen besonde ren Eindruck aus die Geschworenen zu ma chen. Gemilderte Urtbeile. Nicht immer wird im Eriminalgericht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wenn ein höheres Zuchthaus-Urtheil ge fallt wird, dann pflegen die Vertheidiger in der Regel um Milde nachzusuchen und in vielen Fällen mit Erfolg. So hob Richter Brentano heute Morgen das aus vier Jahre Zuchthaus lautende Urtheil gegen W. B. Cowing aus. Der Angeklagte war überführt, von der Klä gerin ein Paar Ohrringe im Wcrthe von 8250 als Sicherheit für den Ankauf eines möblirtcn Flats No. 80 S. Eenrre Str. erhalten zu haben. Als sich die Käuferin wiederum nach dem Flat begab, um das Geld abzuliefern, war Cowing mit den Diamanten verschwunden. Richter Bren tano setzte das Urtheil aus 18 Monate Correclionshaus herab. Malt Johnson, jener Canalarbeiter, welcher nach dem Befinden der Geschwore nen vor Richter Dünne ohne jede Heraus forderung einen Arbeitscollcgen mir einem Felsstück erschlug und zehn Jahre Zucht haus erhielt, hat seine Freunde in Bewegung gesetzt, um Richter Dünne zu überzeugen, daß das Bcwcismaterial gegen ihn nicht den wahren Thalsachen entsprach. John son wirb jedenfalls eine bedeutende Mil derung des Unheils erhalten. Elizabeth MeLanc und Harro Roß, welche wegen Diebstahls zu je ein Jahr Zuchthaus vcrurtbeilt wurden, ließ Richter Dünne mit Milderen Strafen los. Eliza beth wird drei Monate un Countygefängniß weilen und Roß gebt aus sechs Monate nach dem Correclionshaus. Silvia Niauana, welcher einem Wirtin schastsbesitzer einen falschen Hunderdollars schein aufhängte, erhielt fünf Jahre Zucht haus. Zum Schars Herlitz-Fall. Vor Richter Brentano erschienen heute Morgen der Feuerversicherungs-Inspektor Comie und Inspektor Conwap für die städtische Feuerwehr und befragten Richter Brentano, ob er einige weitere gegen Schars und Genossen noch anhängige Anklagen verhandeln würde. Der Richter erwiderte, daß die Fälle den regelmäßigen Laut im Kalender nehmen müßten. Der Aufent halt von Hanmann und Wagner, zwei der Mitangeklagten, welche seiner Zeit nicht ge funden wurden, soll der Polizei jetzt be kannt sein. Erhält einen neuen Prozeß. Richter Cbetlain bewilligte heute Mor gen den von Anwalt Kikham Scanlan für seinen Clienten John Burke gestellten An trag, daß Burke sein Schuldbekenntnis, welches aus Todtschlag lautete, zurückzog und vor Geschworenen von Neuem pro zessier werden wird. Der Fall ist ein höchst merkwürdiger; Richter Chctlain hatte das Zeugenmaicrial in dem Mord-Prozeß gegen John Burke angehört, den Angeklagten der Ermordung des Schankkellners David Boiarki schuldig befunden und die Thal als einen brutalen Mord characterisirt. Er verhängte eine Strafe von 30 Jahre Zuchthaus über den Schuldig Befundenen. W'.e eben angeden let ist, hob der Richter sein eigenes Urtheil heute aus. aus seine Frau. Der Wirth R. E. Churchhill No. 337 Dearborn Str., machte in der verflossenen Nacht den Versuch, eine Meinungsverschie denheit mit seiner Frau durch den Revolver auszugleichcn. Er feuerte, während sie hinter dein Zahllisch stand, drei Schüsse aus sic ab und einer derselben traf ihre Schläfe, der andere die rechte Schulter. Die Verwundete wurde nach dem Mercy- Hospital gebracht, wo die Aerzic erklärten, daß eine Genesung wahrscheinlich sei. Der Schicßbold sitzt. Schadenfeuer. Heute Morgen um halb zwei Uhr brach in dem zweistöckigen Holzhaus 447—!49 N. Clark Str. ein Feuer aus, welches dein Waarenlager des Cigarrcnhändlers W. Vorhauer, 449 N. Clarkstr., einen Schaden von 8500 zufüglc, das Gebäude um 81000 schädigte, in der Wirthschait von Thomas Burke einen Verlust von 8100 und an dem benachbarten Bäckergeschäsl einen solchen von 8200 verursachte. Geriet!) unter ein Fuhrwerk. Um halb sechs Uhr heule Morgen stieg das 18jährige Frl. Mertel von einem Ka bclbahnwagen der Lincoln Ave. Als sie nach dem Seitenweg schritt, wurde sie plötzlich von einem Fuhrwerk niederge rannt. Der Kutscher desselben war Henry Kiefer, 242 Nosworth Str.; die Räder gingen der jungen Dame über das rechte Bein. Sie wurde nach ihrer Wohnung, 738 Lincoln Ave., befördert. Viehmarkt. Schweine sind guter Qualität und theurer, thcils billiger. Schwere brachten j 4.40(5t4.75, leichte 3.75(aZ.25, durchcin ander 4.10(a 4.00. Rindvieh und Schafe fest. Zusabr 21,000 Schweine, 8000 Stück I Rindvieh, 1000 Schafe.
Page 2
Uaölt-Telegvcrnrrke. Ch c e Fo o, 23. Nov. Nach hier eingetroffcncn Depeschen haben die Japaner am Mittwoch nach achtzebn stnndigem Kampfe Part Arthur einge nommen. Die zweite japanische Armee unter dem Oberbefehl des Feldmarschalls und Kriegs ministcrs Grafen Oyama war etwa 30,000 Mann stark und als diese ans der Höhe des Vorgebirges Regcnts Sword angekommen war, trennte sie sich in zwei Abthcilungen. von denen eine, unterstützt von einem Theilc der japanischen Flotte, gegen Ta lienwan operirte, wahrend der andere Thcil ans Kinchan an der westlichen Seite des Vorgebirges, einige Meilen nördlich von Port Arthur marschirlc. Talienwan und Kinchan wurden eingenommen, woraus die Armee sich abermals vereinigte und den Marsch nach Port Arthur antrat. Eine Anzahl Gefechte fanden während diesesMar scheS statt, in denen die Japaner angeblich stets siegreich waren. Da die Japaner vcr mntheten, daß die in nördlicher Richtung von Port Arthur führenden Straßen von den Chinesen uittcrminirt seien, so vermie den sie die Benutzung dieser Straßen, um ihre Truppen nicht unnöthiger Gefahr aus znsetzen. Sie waren daher genöthigt, Wege durch die Wälder zu bahnen und auf diesen ihre Geschütze, Munition u. s. w. zu beför dern. Das Vorrücken ging in Folge des ien nur sehr langsam von Statten. In Depeschen, welche vor einigen Tagen hier eintrasen, hieß es, die Japaner befänden sich dicht vor der Stadt und hätten die chi nesischen Vorposten angegriffen und hinter ihre Verschanzungcn zurückgetrieben. Es hieß ferner, die Japaner hätten die Ver schanzungen dreimal angegriffen, wären je doch jedesmal zurückgeschlagen worden. Offenbar sind noch weitere Angriffe erfolgt und die Vorposten müssen dabei gezwungen worden sein, sich nach Port Arthur zurück znzichen. Es ist bereits wiederholt gemel det worden, daß die Stadt genommen wor den sei, indessen wurden diese Angaben in späteren Depeschen als ungenau hingestellt. Es ging ans den Depeschen hervor, daß die Japaner mit großer Vorsicht zu Werke gingen und entschlossen waren, wenn der wirkliche Angriff gemacht werden würde, denselben erfolgreich zu machen. Che Foo, von wo die Einnahme von Port Arthur ge meldet wird, ist eine chinesische Stadt an der Nordostküste des Shang Tnng Vorge birges, etwa 90 Meilen südlich von Port Arthur gelegen, von dem es durch den Golf von Petchill getrennt ist. London, 24. Nov. Eine Depesche an die „Times" ans Che Foo sagt, daß Port Arthur am Mittwoch Abend genommen wurde. Der Kampf dauerte vom 20. d. M. Mittags an. Die japanische Flotte nahm nicht an dem Kampfe Theit, wohl aber die Torpedo boote. Die Japaner verlassen jetzt Port Arthur. London, 23. Nov. Die Times wird morgen eine Depesche ins Shanghai bringen, in der es heißt, daß der Vizekönig von Nanking, Tschang Chio Tnng, nach Peking öcschieden worden sei, um die chinesische Armee nach europäischem Muster zu reorgainsiren. St. Petersburg, 23. Nov. Der Heiralhscontrakt zwischen dem Czaren und der Prinzessin Alix wurde heute vom Minister des Auswärtigen De Giers und dem Minister des kaiserlichen Hofes, Grafen von Woronzow-Daschkow unterzeichnet. Der Eonlrakt enthält eine Anzahl Bestimmungen zu Gunsten der Prinzessin Alix während des Lebens des Czaren und im Falle seines Todes. London, 23. Nov. Einer Wiener Depesche an die „Daily News" zufolge wird der Czar im nächsten Frühjahr die Höfe von Berlin und Wien besuchen. Die Gesandtschaft in Darm stadt, welche nach der Thronbesteigung des verstorbenen Czaren eingegangen war, wird wieder eingerichtet werden. Darmstadt ist bekanntlich der Geburtsort der Prinzessin Alix, der Verlobten des Czaren. L ondon 23. Nov. Eine Berliner Depesche an'die „Daily Skews" meldet, der Bericht, daß Baron Mohrenheim, der jetzige russische Botschaf ter in Paris werde abbernsen und durch den jetzigen Gouverneur des Kaukasus, Fürsten Scheremcrliew ersetzt werden solle, werde von St. Petersburg ans be stätigt. Großfürst Wladimir wird der Nachfolger des Fürsten Schcremertiew und Großfürst Sergius der Nachfolger des Großfürsten Wladimir als Befehlshaber des St. Petersburger Militärbezirks wer den. Der zur Zeit vom Großfürsten Ser gius bekleidete Posten des Gouverneurs von Moskau wird dem Großfürsten Ale xander Michaetowilsch übertragen werden. Der Czar hat den Gouverneur Von Wahl von Sl. Petersburg zu drei Tagen Haus arrest verurtheilt, weil er der Polizei be sohlen hat, die Trancrdckcratioiien an dem Palaste der Gräfin Stroganow herabzu reißcu, weil die Gräfin es abgclchnt hatte, das amtliche Tranerdekret des Gouverneurs abznwarten. Der Czar würde vielleicht diesen kleinen Verstoß übersehen haben, wenn nicht die auswärtigen Botschafter sich beim Minister des Auswärtigen, De Giers, darüber beschwert hätten, daß Von Wahl die auswärtigen Correspondenten behandelt habe. Daraufhin beschloß der Czar, ihn zu be strafen. Die Depesche meldet noch ein weiteres Beispiel von dem unab hängigen Vorgehen des Czaren. Der Mi nister des Innern, Durnovo, hat soeben den Fürsten Uchtomsky, der lange Jahre im Ministerium des Innern gedient hatte, ohne befördert worden zu sem und der ein persönlicher Freund desCzaren Nikolaus ist, zur Beförderung empfohlen. Als dem Cza rcn dieCmpfehlung des Fürsten unterbreitet wurde, bemerkte er spöttisch zu Durnovo: Sie haben also plötzlich Uchtomsty's Ver dienste erkannte! Der Minister war verdutzt und schien seine Empfehlung zurückzichen zu wollen. Wie es heißt, wird der Czar den Fürsten Uchtomsky zu seinem Privatserre tar ernennen. N o in, 23. Nov. Nach Depeschen, welche aus Reggio hier eingetroffen sind, sind in jener Provinz 50,000 Menschen durch die kürzlichcn Erd beben obdachlos geworden. Ans dem Fried- Hose in San Procopio wurden zahlreiche Leichen in Folge der Erdstöße an die Ober fläche geschleudert,so daß dieselben abermals begraben werden müssen. Schreckliche Seenen spielten sich in den heimgesuchten Bezirken ab. Zahlreichen Menschen wurden durch hcrabsallende Trümmer Arme und Beine abgeschlagen und nicht wenige der also Verletzten starben in Folge des Blut verlustes, ehe ihnen Hülse gebracht werden tonnte. Das Militär und Freiwillige aller der Bevölkerung sind eifrig beschäf tigt, Hütten und Bretterbuden zu errichten und Nahrung für die Hungernden herbei zuschaffen. In Maliazzo ans Sizilien werden immer noch leichte Erdstöße ver spürt. Rom, 23. Nov. Eine Bande von fünfzehn Räubern machte gestern Abend in Gibanclla bei Ferara einen Angriff ans einen Tabacks laden, während mehrere andere Räuber die benachbarten Straßen besetzt hielten und jeden bedrohten, der cs wagte, heranzu kommen. Die Räuber versuchten mit Ge walt in den Laden einzudringen, allein der Eigenthümer und seine Dienstboten em pfingen die Räuber mit Flintenschüssen. Die Räuber erwiderten das Feuer und im Nn war die ganze Stadt in größter Auf regung. Die Sturmglocke wurde geläutet und cs dauerte nicht lange, so eilten einige Gendarmen zu Hülse, welche die Räuber zur Stadt hinaustriebeii. Zwei Einwohner und eilt Räuber wurden während des Kampfes erschossen und ein Gendarmerie ossizier wurde verwundet. London, 23. Nov. Eine Berliner Depesche an die „Times" meldet, daß der halbamtlichen Norddeut schen Allgemeinen Zeitung zufolge die anli rcvolntionäreu Vorlagen, welche gestern vom Bundesrath an ein Comite verwiesen wurden, wahrscheinlich dem Reichstage zu erst werden unterbreitet werden. Trotz der ungünstigen Finanzlage wird das preu ßische Budget bedeutende Forderungen für landwirtbschaftliche Verbesserungen enthal ten die besonders den östlichen Provinzen zu Gute kommen werden. Der preußische Finanz- unck. der landwirthschaftliche Mi nister verhandeln noch über die zu fordernde stimme. Die Agrarier werden über diese Nachricht hocherfreut sein. Der sozialdemokratische Vorwärts bringt einen Artikel, der augenscheinlich von Lieb knecht herrührt, worin der Verfasser sein Bedauern darüber ausdrückt,daß er unlängst gezwungen gewesen sei, sich gegen Bebel's Haltung in dem kürzlichcn Streit zu er klären, durch welche eine ernstliche Spal tung zwischen den norddeutschen und den süddeutschen Sozialdemokraten herbeige führt wurde. London, 23. Nov. Die ans Washington hier eingelroffenen Gerüchte, wonach Großbritannien und die Ver. Staaten bei einer Vermittelung zwi schen Japan und China belheiligt seien, werden in amtlichen Kreisen entschieden in Abrede gestellt. Die Regierung der Ver. Staaten ist, wie es heißt, ganz selbständig vorgcgangen, ohne im Geringsten von an deren Mächten abhängig zu sein, und Eng land hat sich über die Zurückweisung, welche den Ver. Staaten zu Theit geworden ist, von Herzen gefreut. Das Auswärtige Amt ist über den Mißerfolg der Ver. Staaten durchaus nicht betrübt, nachdem Großbri tannien bei einem ähnlichen Versuche eben falls unverrichteter Sache hat abziehen müssen. Englands Verhallen betreffs des Krieges zwischen China und Japan ist ein fach völlige Unlhäligkeit bezw. Gleichgül tigkeit. Es sicht ruhig weiteren Entwicke lungen entgegen, da ans Japan Nachrich ten eingetrossen sind, ans denen hervor geht, daß die japanische Regierung zur Zeit von keinen Friedensanerbietnngen hören will, da es Vorbereitungen für einen Win terfeldzng getroffen hat. Die englischen Zeitungen schreiben der Sendung des kaiserlichen Zollcommissärs in Tien Tsin, der behufs Anbahnung von Friedensunterhandlungen nach Japan ab gegangen ist, große Wuchtigkeit zu. Der Globe sagt heute Nachmittag in einem Artikel über Detering's Abreise nach Japan, daß durch dieselbe die gemeldete Zurückweisung der Vermittelung der Ver. Staaten bestätigt wurde. Die Daily News sagt über dieselbe An gelegenheit: Der Fricdeiiscommissür ist nicht einen Augenblick zu früh abgeschickt worden. Er kann jedoch kaum in Japan eintreffen, che die japanischen Truppen zum Entscheidungskampse vor Port Arthur eintreffen. Paris, 23. Nov. Die Debatte in der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer über Madagascar wurde bis morgen vertagt. Der Minister des Auswärtigen, Ronnax, hatte die Kammer ersucht, ihre früheren Entscheidungen zu Gunsten einer Schntzhcrrschaft über die Insel an ein Comite zu verweisen. Er fügte hinzu, daß die Franzosen ans Madagascar industrielle Unternehmungen gegründet hätten, in denen 10,000 Leute beschäftigt seien. Ni o delan eir o, 23. Nov. Es verlautet amtlich, daß die Lage im Staate Rio Grande do Sul die Regierung nichi beunruhigt. Eastilbo bleibt Gouver neur des Staates und die Zahl der Rebellen beträgt etwa 14,500 Mann, die in kleine Gruppen ocrtheill sind. General Hippolyto hat eine von Maneco Machado geführte Ab theitung Rebellen vollständig in die Flucht geschlagen. Die nationalen, städtischen und Patriolcn-Bataillone haben sich aufge löst. Philadelphia, Pa., 23. Nov. Heute erfuhr man bestimmt, daß die Leiche von B. F. Perry oder Pitzel, die Anfangs September in einem Hause an Callow Hill Straße gefunden und begraben wurde, wieder ansgegraben und daß ein weiterer Versuch, sie zu identisiciren, ge macht werden würde. Einer der Aerzte des Leichenbeschaners, Dr. Mattoon, be suchte heute den Polizeidirektor Linden und hatte eine Besprechung mit ihm und dem Präsidenten der Versicherungsgesell schaft. Das Ergebniß der Unterredung war, daß die Leiche ansgegrabcn und der Versuch gemacht werden wird, sie durch Frau Pitzel tdcntisiziren zu lassen. M-an wird sich erinnern, daß Frau Pitzel, als der erste Versuch gemacht wurde, die Leiche zu iden-! tisizrren, zu krank war, um die Reise von St. Louis nach Philadelphia zu machen.! Es beißt, daß die Zähne von Pitzel ganz besondere Eigenthümlichkeiten hatten,! welche Frau Pitzel erkennen sollte, wenn sie je die Zähne ihres Mannes kannte. Etliche derselben fehlen und etliche ragen über die anderen hinaus. Dr. Mattoon ist der Mei nung, Frau Pitzel sollte im Stande sein, die Leiche an den Zähnen zu erkennen. Holmes und Frau Pitzel wurden nach dem Gesüngniß genommen. Philadelphia, 23. Nov. Holmes widerrief beute Abend viele von den Aussagen, die er ans der Fahrt von Boston nach dieser Stadt einem Geheim polizisten gegenüber gemacht hatte oder ge macht haben sollte. Er erklärte, daß die beiden Schwestern Williams am Leben seien und daß Pitzel kürzlich HIOOO an Anna Williams in New York bezahlt habe. Die Geschichte von ihrer Ermordung und anderer Verbrechen, mit denen sein Name in Verbindung gebracht worden sei, erklärte er für Erfindungen, um die Geheimpolizi sten ans fatsche Fährte zu führen. Etwas Neues war es, als es heute hieß, daß ein Expreßmann gesucht werde, der oft mit Pitzel zusammen gesehen wurde und der um die Zeit, wo die Leiche gefunden wurde, verschwunden war. Es wird ange nommen, daß er entweder etwas mit dem Transport der Leiche zu thun hatte oder daß er ermordet wurde. Die Advokaten von Holmes sagten heute, sic würden durch Schriftstücke, die einge tragen wurden, beweisen, daß zur Zeit der angeblichen Jdeulisicalion Pitzel's der Letztere persönlich ein Grundergenthums geschäft in dieser St adl leitete. St. Louis, Mo., 23. Nov. New Orleanser Verwandte der Schwe stern Williams sagen, daß dieselben sich in Europa befänden, wohin sie vor einiger Zeit gegangen seien. New Orleans, La., 23. Nov. Die Arbeitsritter werden heute ihre Ge schäfte zu Ende führen. In der heutigen Vormittagssitzung wurde ein Beschluß an genommen, in welchem gegen die Ausgabe neuer Bonds durch die Bundesregierung protestirt wird. Das Verfahren der Aus gabe von Bonds wird als ein Betrug ge kennzeichnet und als eine den Arbeitern zugefügte Schmach, welche mit den bestehenden Gesetzen in entschiedensten Widerspruch stehe und lediglich im Interesse der Geldmächte und der Boudbesitzcnden Aristokratie geplant sei. Eine Resolution zu Gunsten der Ver schmelzung aller Brauerei-Associationen zu einer Organisation der Arbeitsritter wurde au den Vollziehungsrath verwiesen. Die Empfehlung, daß die Angestellten der ober irdischen Eisenbahnen New Yorks zu einer Körperschaft der Arbeitsritter wiederver einigt werden sollen, wurde angenommen. WDie Gencralasscnrbly vertagte sich heute Nachmittag endgültig. Die nächste Con vention wird im November nächsten Jahres in Washington stattsinden. Vor der end gültigen Vertagung trat Sovereign an das Mitglied des Vollziehungsrathes, Fenney, den Vorsitz ab und stellte dann den Antrag, daß das Gehalt des General Master Work man von P 3,500 ans H 2,500 herabgesetzt werde. Der Antrag wurde einstimmig an genommen. Heute Abend bereits werden zahlreiche Delegaten die Heimreise an treten. Die Mitglieder des Vollziehnngs rathes werden bis nach der Erledigung aller ihnen noch obliegenden Geschäfte hier bleibeit. New York, 23. Nov. R. G. Dun L Co.'s „Wöchentlicher Be richt über Handel und Gewerbe" wird Morgen Folgendes bringen: Es ist eine Wendung zum Besseren eingetrcten. Die Besserung geht freilich langsam vor sich und in mancher Beziehung ist so gut wie nichts davon zu spüren, aber trotzdem sind die Anzeichen davon ein wenig mehr aus geprägt, als letzte Woche. Am meisten in die Augen fallend ist die größere Verwendung von Arbeitskraft, was auf eine bessere Nachfrage nach Fabrikerzeug nissen hinweist. Ein gut Theit dieser ver mehrten Nachfrage nach Arbeitskräften ist aus die unnatürliche Verschleppung von Aufträgen für den Winter zurückzufnhrcn, welche durch die andauernde Ungewißheit herbeigeführt wurde, allein trotzdem be deutet sie thatsächliche Vergrößerung in den Einnahmen und in der Kaufkraft der Millionen Bewohner des Landes und giebt somit Aussicht ans eine größere Nachfrage in der Ankunft. Preise inFarmerzeugnissen bessern sich im Durchschnitt nicht, indessen macht sich die vorherrschende Hofsnungs frcudigkeit in etwas größeren Geschüfts transactionen bemerkbar. Der Weizenmarkt hat diese Woche den Cent am Bushel verloren, den es letzte Woche gewonnen hatte, als die Zufuhren größer waren. Auch die atlantischen Aus fuhren sind größer, nämlich 576,771 Bu chet gegen 703,026 im vorigen Jahre, die selben sind jedoch von geringer Bedeutung,, wenn sie mit dem bedeutenden sichtbaren Vorrath verglichen werden. Ausländische Berichte sind diese Woche etwas mehr ermnlhigend gewesen, obgleich die Thatsache bestehen bleibt, daß die Ge sammternte der Welt, außer der in den Ver. L-taaten, wahrscheinlich die größte ist, die jemals stattgefunden hat. Welschkorn ist um ä Cent heruntergegangen, indem die Zufuhren stark zugenommen haben. Die ausländische Nachfrage nach Baumwolle ist andauernd groß, indem die Ausfuhren um 50,000 Balten größer gewesen sind, als für die nämliche Woche im letzten Jahre, jedoch die Zufuhren sind ebenfalls an dauernd größer als vor einem Jahre und werden für drei Monate denjenigen der nämlichen drei Monate, als die Ernte 9,000,000 Ballen betrug, sehr nahe kom men. Der Preis jedoch ist um L Cent ge stiegen. In der Textilindustrie sind einige Fa briken wieder eröffnet worden; etwa eine oder zwei sind geschlossen worden, und in der Nachfrage nach Wollenzengen hat eine Besserung stattgesundeil. Es sind weitere nachträgliche Bestellungen für das Früh jahr eingelroffen und das tältere Wetter hat die Nachfrage nach schwereren Zeugen vergrößert. Im Ganzen jedoch ist der Markt nicht lebhaft, und es wird weit un ter der Leistungsfähigkeit der Fabriken her gestellt. Wollenverküuse für die Woche haben abermals zugenommen, obgleich sie noch weit hinter denen vom letzten Jahre zurücksiehen. Für die 4 Wochen des No vember haben die Verkäufe 12,259,300 Pfund betragen, gegen 17,590,522 im letz ten Jahrer Seit August sind die Verkäufe um 12 Prozent größer gewesen, als im letz ten Jahre, jedoch um 33 Prozent geringer, als in 1892. In der Eisenindustrie werden abermals niedrigere Preise in Bestellter Eisen ge meldet, H 10.40 in Pittsburg, und ferner in gewissen fabrizirten Erzeugnissen. Der Verbrauch ist groß, da jedoch derselbe den in Thüligkeit befindlichen Fabriken nicht entspricht, so werden die Preise durch das Bestreben, Aufträge zu erhallen, herunter gedrückt. Es heißt, daß ein amerikanischer Schtstsbauhof Aufträge erhalten hat für den Ban dreier gepanzerter Kreuzer für Rußland, was zahlreichen Arbeitern aus mehrere Jahre hinaus Beschäftigung sichern würde. Es beißt ferner, daß eine südliche Firma von Japan einen Contratt für die Lieferung von 10,000 Tonnen gußeiserner Röhren erhallen würde. Blech, Kupfer und Blei sind sümmtlich schwächer und in Blechplalten werden einige Zugeständnisse berichtet. Die Cokefördernng nimmt etwas ab, sie war jedoch trotzdem die größte, die je im October vorgekommcn ist. Die Zahl der Bankerotte in den Ver. Staaten belief sich während der Woche ans 322 gegen 385 im Voriabre und ans 31 in Cauada gegen 34 im letzten Jahre. Denver, C o 1., 23. Nov. Die Anwälte von Patrick Phillips, einem Katholiken, der wegen Mordes processirt wird, wiesen heute vier Geschworene zurück, welche Zugaben, Mitglieder der A. P. A. zu sein. Die Geschworenen sagten unter Eid ans, daß sie kein Vorurtheil gegen Ka tholiken hüllen und das Gericht wies die Entwände der Advokaten ab. Ottawa, Jll., 23. Nov. Ellcnwaaren- und Spezereigeschäst von H. I. Gillen in hiesiger Stadt wurde heule Nachmittag in Folge von Zahlnngs urlheilen zum Gesammtbetrage von H 7,857 geschlossen. Duncan McDougall ist der Gläubiger. Middlesboro, Ky., 22. Nov. Auf Veranlassung einer Judia-nerin stellte der 20 Meilen von hier wohnhafte John McCampbell in einem auf seiner Farm befindlichen Hügel Nachgrabungen an und fand dabei H4OOO in Gold. Die Aufregung über diesen kostbaren Fund ist groß, da man glaubr, daß der Hügel noch mehr Schätze in seinem Schooße birgt. Fort Smith, Ark., 23. Nov. Einer der zur Cook'schen Bande gehöri gen Räuber Namens Alexander, der bei dem Bahnraub bei Eorclla betheilrgt war, wurde heute Morgen unweit Tulsca von einem von Marschall Crump'.s Gehülfen gefangen genommen. To edo 0., 23. Nov. Jos. A. Beck, ein hervorragender Archi tcet dieser Stadt, hat heule Nachmittag Selbstmord begangen. Landstreicher fanden seine Leiche iu einem Gebölz nahe der River Road, volle fünf Meilen von der Stadt entfernt, an einem Baume hängen. Was Beck zu der That veranlaßt hat, ist unbekannt. Er Halle ein gutes Geschäft und lebte in angenehmen häuslichen Ver hältnissen. städtisches. Frei und wieder verhaftet. Wm. Basler, alias Mc Auliff, John Collins und John Voland, ein Banditen- Trio, wie es die Romanschriftsteller nicht schöner ersinnen können, stand heute unter der Anklage des Raubanfalles auf Frau Katie Stirus von 406 W. Polk Str. Am Sonntag Abend trafen die Drei Frau Katie Stirus an der Ecke CenterAve. und PollStr. In der liebenswürdigsten Weise forderten sie dieselbe auf, mit ihnen in die nächstge legene Wirthschaft zu gehen. Katie fühlte sich zu den Drei hingezogen u. ging mit ihnen in den Saloon. Dort wurde sie mit schlech tem Fusel vollgepumpt, und als sie den Sa loon verließ, war sie total betrunken. Das Trio hatte bemerkt, daß Katie Geld bei sich hatte, und es wurde beschlossen, sie um das selbe zu erleichtern. Alle Drei sielen über die betrunkene Person her, und Collins revr dirte dann deren Taschen so gründlich, daß, als die drei Kerle ihrem Opfer den Rücken kehrten, sie nicht mehr einen Cent hatte, und auch noch ihre Uhr verschwunden war. Sie schleppte sich nach der nächsten Polrzeistation und beschrieb dort ihre Angreifer. Die De tectivs Golden und Finerty verhafteten nun während der Woche nacheinander William Basler, alias McAuliss, John Collins und John Voland. Als heute deren Fall vor Richter Eberhardt ausgerufen wurde, er klärte die Beraubte, daß sie Basler und Vo land nicht positiv als ihre Angreifer identi ficiren konnte, wohl aber Collins als den jenigen, welcher ihr die Uhr abnahm. Da raufhin wurden denn die beiden Erstgenann ten aus dem Strafverfahren entlassen, und siehe da, sie traten sofort als Entlastungs zeugen für ihren Kumpan Collins aus. Während nun aber dieser dem Richter vor erzählte, daß er mit der Stirus nicht zu sammen ar, sie also auch gar nicht beraubt haben konnte, behaupteten Basler und Vo land, daß sie in Gemeinschaft mit Collins nrit derselben zusammen waren. Richter Eberhardt überwies Collins dem Criminal gerrcht. Als Basler und Boland nunmehr den Gerichtssaal verlassen wollten, näherte sich ihnen der genannte Detectiv Golden und erklärte ihnen, unter Präsentirung eines Haftbefehls, daß sie ihm von Neuem nach der eben verlassenen Zelle zu folgen hätten. Dieses Mal lautete die Anklage auf Vaga bundage. Gering geschätzte Würde eines Po lizisten. Die „National Athletic Association", eine Gesellschaft eirischer Raufbolde, hielt am vergangenen Samstag in der Pulaski-Halle, 800 S.Ashland Ave., einen ihrer berüchtigten Bälle ab. Zur Aufrechthaltung der Ruhe und Ordnung im Saale und in der Nachbar schaft der Halle waren 8 städtische und drei Spezialpolizisten aufgeboten worden. Gegen halb 12 Uhr ging im Schankzimmer der Spektakel los, und es dauerte nicht lange, so wurden die Polizisten ersucht, den Haupt krakehler John Graves an die Luft Zu setzen. Als dies der Vlaurock Arnowsky thun wollte, versuchte ein anderer Raufbold, Edward Bateley, ihm den Mann wegzureißen, und hieb, als er dies nicht fertig bringen konnte, auf den Polizisten los. Arnowsky, der einen harten Stand gegen die zwei Boxer hatte, rief um Hülse, und bald waren die Beiden aus dem Wege nach dem nächsten Alarm kasten. Bevor indessen der Wagen eintras, der sie fortschasfen sollte, fielen Graves und Bately noch einmal über Arnowsky her und schlugen ihm die Augen blau. Richter Doo ley, dem sie heute unter der Anklage des un ordentlichen Betragens und Widerstandes vorgeführt wurden, legte jedem eine Strafe von Pls auf. Bon Stufe zu Stufe. Daniel McCarthy war vor noch nicht sehr langer Zeit hochwohllöblicher Knüppel schwinger im städtischen Polizeidepartement. Sein unstillbarer Durst brachte ihn in Con flikt mit den Polizeiregulationen und eines schönen Tages sah sich der Polizeiches genö thigt, den chronischen Trinker aus der Liste der „Besten" zu streichen. Daniel, dem das Nichtsihun bald sehr gut gefiel, sank von Stufe zu Stufe. Er wurde Vagabund, Dieb und zuletzt ein Wegelagerer. Am 12. dieses Monats sprach erspät am Abend im Saloon des Michael Ziggermamr, Ecke Sa cramento Ave. und 26. Str., hielt sich dort auf, bis der Wirth den Saloon verließ und folgte ihm dann, wissend, daß er eine be trächtliche Summe Gelder bei sich hatte, in gemessener Entfernung. An der Ecke der Rockwell und 26. Str., einer sehr einsamen Gegend, fiel McCarthy über Ziggermann her, schlug ihn mit einem stumpfen Instru ment derartig auf den Kopf, daß er blutend zusammenbrach und beraubte ihn dann um P6O Geld. Bewußtlos wurde Ziggermann später voa Polizisten aufgefunden und nach dem St. Lucas-Hospital geschasst. Dort liegt er seit dieser Zeit in kritischem Zustande darnieder. Auf die von Ziggermann ge-! gebene Beschreibung seines Angreifers hin! wurde McCarthy später verhaftet. Richter Eberhardt stellte ihn bis zum 4. Dezember unter §I2OO Bürgschaft. Freiberg's (Opernhaus. Das große deutsch-amerikanische Schau spiel: „llnter'm Gaslicht" kommt morgen Abend in Freiber's Opernhaus in groß artiger Ausstattung und nrit vorzüglicher Rollenbesetzung zur Aufführung. Ein be sonderer Genuß darf dem Publikum in Aussicht gestellt werden. Das Abendblatt, durch Träger in's Haus gebracht, kostet nur 6 Cents die Woche. Feuer in einem l)o!zhofe. Mehrere Feuerwehrleute verletzt. Zum vierten Male innerhalb ebenso vieler Monate brach gestern Abend um 11Z Uhr iu den Throop Straße Holzöfen, wie behauptet wird, durch Brandstiftung, Feuer aus. Peters Myers, der Wärter der May Straßen-Brücke, sah um die angegebene Zeit nahe der Ecke der 22. und Lumber Str. einen Hausen Dachschindeln aufslammen. Er sandte ohne Zögern einen Feueralarm ein und innerhalb zehn Minuten war das Feuerboot „Gcyser", das in Samson's >Llip, kaum fünfzig Uard entfernt, vor Anker gelegen hatte, zur Stelle und warf mehrere starke Wasserstrahlen aus den bren nenden Hausen. Trotzdem griff das Feuer bei der Trockenheit deS Holzes schnell um sich und bald stand der ganze südliche Thcil von I. P. O'Brien's Holzhof in Flam men. Ein zweiter und dritter Alarm wurde in kurzer Aufeinanderfolge abgege ben, bald waren gegen zwanzig Spritzen zur Stelle, ein Cordon wurde gebildet und der Kamps begann. Die Spritzencompagnie No. 18. war an der Spitze und mehrere Mitglieder der selben kletterten auf den großen Holz haufen hinauf, die Schläuche nach sich ziehend. Trotz aller Anstrengungen griff das Feuer anfangs immer noch weiter um sich und bald fingen auch die Holzbauten, aus denen die Leiter der Compagnie No. 18. standen, an zu brennen. Marschall Campdou sah die Gefahr und er war schon im Begriff, den Beseht zum Rückzüge zu geben, als einer der Holzhaufen zusammen stürzte und die auf demselben stehenden Feuerwehrleute mit Hinabriß. Frank Campdou, der Sohn des Marschalls und John Hannahan erlitten Beide schwere Beinbrüche und viele andere Verletzungen. Auch Herman Haas, Julius Bowers und John Cavanaugh von der Compagnie No. 13. erlitt erhebliche Verletzungen. Nach ciustündigem Kampfe war das Feuer unter Controlle, doch war ein Schaden von über HIO,OOO angerichtel, der nur zum Thcil durch Versicherung gedeckt ist. Sollte sich zufrieden geben. Wir berichteten vor einigen Tagen, daß Richter Eberhardt den Wirth Huebner von 1090 Van Horn Str., weil er trotz der War nungen der Eltern dem 17jährigen Sohne des Jos. Cidiau von 1010 Van Horn Str. Spirituosen verkaufte und Billard spielen ließ, um P6O gestraft hatte. Anstatt nun sich bei der Strafe zu beruhigen oder auf dem gewöhnlichen Wege die Suspendirung der Strafe zu versuchen, appellirte er sofort gegen die Entscheidung des Richters und stellte die hierbei nothwendige Bürgschaft. Er schwor den Cidiaus Rache und ließ nach einander den Vater, die Mutter und den Sohn wegen Hausfriedensbruch einsperren. Dieser Hausfriedensbruch soll dadurch be gangen worden sein, daß Vater und Mutter wiederholt nach der Wirthschaft kamen und in Gegenwart von Gästen dem Huebner Vorwürfe machten und einmal den dort trinkenden Sohn herausholten. Richter Dooley war aber der Ansicht, daß die El tern hierzu ein vollkommenes Recht hatten und sprach Alle frei. Wenn Huebner weiter so fortfährt, dürfte er bald ausfinden, daß er den Kürzeren ziehen wird. Auf Aitzel's Fährte. Die Geheimpolizisten Higgins und Hok ketl von der Woodlawn Avenue Station glauben eine Spur des Mitschuldigen des in jüngster Zeit durch seine fast unglaublichen Gaunereien so bekannt ge wordene H. Holmes, gesunden zu haben. Sie erfuhren, daß bis zum erster? Mai d.J. ein Mann, aus den die Personalbeschrei bung Pitzel's paßte, in den an der Ecke der Madison Ave. und 63. Straße gelege nen Fiats gewohnt hatte und es hat sich seitdem ergeben, daß dieser Mann in der That Pitzel gewesen war und daß derselbe nach dem ersten Mai seine Möbel und son stige Einrichtung iu den Speicher von Eur tis Bros, untergebracht hatte. Wohin er sieh aber dann gewendet hatte und ob er wirklich in Philadelphia starb, ist bis jetzt noch nicht ermittelt worden, und glaubt man nun auf eine Spur gelangt zu sein, die Aufschluß über alles Vorgesalleue geben wird. D'Humy's Panzerplatten. Paul De F. D'Humy, der, wie wir un seren Lesern seinerzeit berichteten, kine neu construicte Panzerplatte erfunden hat, wird der Bundesregierung in den Tagen zwischen dem 5. und dem 10. Januar Gelegenheit geben, die Brauchbarkeil seiner Panzer platten zu prüfen. Das Experiment wird clwa P 120,000 kosten, welche Summe von einem in der Erfindung interessirten Syn dikat aufgebracht worden rst. Die Eigeuthüurlichkeit der D'Humy'schen Panzerplatten besteht darin, daß sie riecht aus einem Stück bestehen, sondern aus ver nieteten, auf der hohen Kaute stehende Stahlplatten, wodurch sie angeblich sehr widerstandsfähig sind. D'Humy hat drei große Pauzcrschciben Herstellen basten, welche aus schweren Geschützen beschossen werden sollen, um ihre Widerstandsfähigkeit zu prüfen. Aäüssen sich noch gedulden. Die Aussichten für die Mitglieder des Polizei- und Feuerwehr-Departements, sowie des Gesundheitsamts, ihre Oktober gehälter bald zu erhalten, haben sich, wie Comptroller Jones heute Vormittag er klärte, noch keineswegs gebessert. Für die Ablöhuriirg der Polizisten für den Oktober sind rund H 294,000, für die der Feuerwehr leute rund K 106,000, also zusammen H400,- 000 nölhig. Bis wann diese Summe aus den städtischen Einkünften, Lieenzgebühren u. s. w., zusammen sein wird, vermochte Complroller Jones auch noch nicht annä hernd vorauszusagen. Die vom Schatz meister Kern vor einigen Tagen an die Stadltasse abgesührten H 40,000 sind zur Ablöhnung von Arbeircrn des Wasserröh ren-Departement und des Straßeuamts verwandt worden. Hausen im Holzverschlage. Wm. Earroll, James Clark, John Murray, Everert Frieud, George Hughes, Frank Sheridan, James Bromm und James Scott, acht ungekämmte und unge waschene, aber sonst wohlgenährte Basser manuianer, machten heute dem Richter Bradwcll unter der Anklage des Diebstahls ihre Aufwartung. Sie waren gestern Nach mittag in einem Holzverschlage hinter dem Hause von Chas. A. Chapiu L Co., N 0.334 Frankliustraße, beim Abkochen ihrer Mahl zeit abgcfaßt worden. Sie müssen iu dem Verschlage längere Zeit gehaust haben. Chapius behauptete nun, daß die Acht seine großen Holzvorräthe theils zur Errichtung des Vcrschlags, theils als Brennmalcrial benutzt hätten. Richter Bradwell sandle die ganze Gesellschaft aus 101 Tage nach dem Hotel Crawsord (.BridcweU). !)eiratbsscheine. Folgende Hsirathsscheiue wurden heute Vormittag iu der Office des Countyclerks ausgeslelll: Alter. Jan Kolar, Mary Bilcs 21—21 Albert Hain, Mary Vetesnikova 28 —21 Thomas A. Unsitten, Elten Marie Her maniue Larsen .29—22 7>ulius Phillips, Emma Stockmaun.. .25 —22 John Szesuy, Wiktorija Lisakowska. .27 —19 John Sjagren, Anna Maria tLund greu 30 —35 James F. Mausfield, Anna L. Mcyers.21 —18 Morris Lever, Lena Singer 24 —18 Emil Kreuzer, Lillie Albrccht 21—19 Michael Quinn, Nora Qualey 27—24 Hubert Romay, Annie Ahrens 43 —42 Jacob Juutert, Louise Meyer 81—29 Fred Rusch, Frau Mary Schultz 21—29 Louis Kowalski, Fannie Jtzkowic; 24 —20 Antonio Weckcrbauer, Katie Slezak.. .26—25 John Fiiila, Rosalia Jest'e 30 —24 Paul Zoch, 'Anna Schroeder 33—23 Harare I. Prince, Mabel A. Wright. .27—23 Fred Fluhrer, Katie Paulus 30 —22 Philip McKenney, Frances Eolbert.. .28—21 William Wagner, Laura Worster 24—23 John Rutzowski, Josefa Rakowska.. .35—22 John Foglemau Waz, Gaf fersou. 47 —25 Michael Jedlicka, Mary Prince 20 —19 Julius Hillweier, Annie Jeffreys 23—23 Joseph Melnik, Sarah Massou .20—17 William Spauueuberg, Bertha Krieger29—-27 John Benkendors, Nlary Sikowska.. .41—29 William I. Fricke, Maggie Roukey... .22 —20 Andrew Monsun, Hilga Jacobson... .38—30 Morris Goldstein, Betsie Blum 28 —27 Henri Bristol de Warville, Elemente Piarror 28—23 Seit Veröffentlichung unseres gestrigen Berichts erwirkt: Elias Olion, Annie Tupveson 23 —21 Joseph Moran, Mary Allwill 25 —23 Egidius Butzen, Katie Franzen 27 —26 Koustautmas Jakoztis, Aua Bartkute..3o—2s Albert Toeöe, Johanne Leisgaug 38 —36 Patrick LValsh, Maggie O'Brieu 27—21 i Ben Smith, Sophie Seegers 22—22 William Rusiell, Anna Lodge 23—23 Johil Vuckley, Cora Kiner 25—26 Ferdinand tLtefsen, Wilhelmine Ha mann 29 —19 Edward Wickenden, Letitia Sandin... 30—25 Bernhard Noseuow, Jennie Adelson. .27—19 Frederick Hansen, Mary Weiter...... .22—20 William Hickey, Mamie Ereen 24—21 Frederick Haack, Annie Welldt 34—85 Eharles Nordstrom, Hulda Anderson. .26 —22 Eharles Billin, Alphonsine Lewan doivska 39—33 Todesfälle. Regina Bierig, 32 Jahre, Belle Plaine Avenue. Vcrouica Jarus, 55 Jahre, 208 West 20. Slraße. Henriette Tank, 1 Jahr 14 Tage, 115 Flelcher Straße. Calh. Wilhelm Elisabeth Hilb, 10 Mo nate, West Ridge. Felicia Schwichler, 30 Jahre, 157 High Straße. Lucy Mehlmann, 10 Jahre, 10 Monate, 580 Wells Straße. Emilia Slradel, 2 Monate 7 Tage, 573 West 25. Straße. Amelung, 3 Jahre, 11 Monate, L-uperior und 91. Straße. Hannah Marie Horg, 30 Jahre, 553 98. Straße. Eda «chelleng, 5 Jahre, 6 Monate, 69 Byron Place. Wilhelm Büuger, 11 Tage, 90 Cleaver Straße. Aleine Nachrichten. Robert Hutchison, 26 Jahre alt und verheirathet, No. 222 25. Straße wohnhaft, starb gestern im Mcrcy Hospital an den Folgen einer Kugelwunde, die ihm sein Schwager James Monroe durch einen un glücklichen Zufall beibrachte. Monroe be findet sich in Hast. Dr. Arthur v. Luma stapb gestern in Alexianer Hospital an den Folgen einer Dosts Morphium, die er in seiner Office No. 654 Wells Str. am Donnerstag ver schluckt hatte. Er kam vor einem Jahre aus Deutschland infolge von Famitienstrei tigkeiten. Er war 48 Jahre alt. Die Dunham Towing «L Wrecking Co., welche das niedrigste Angebot für die Gestellung von Schleppdampfern zur Ver mittlung des Verkehrs zwischen der Stadt und den Cribs eingereicht hatte, erhält den Contract zugesprochen. Sie erhielt für den Schleppdampferdienst H 590 Per Monat. Die Grandjury hat gestern wieder Erwarten keine Anklage gegen Tanner ein gereicht, obgleich Staatsanwalt Kern der Ansicht ist, das; den vorliegenden Beweisen gemäß eine Anklage erfolgen müsse. W:c haben bereits auf die parteipolitischen Be strebungen dieser Großgeschworenen auf merksam gemacht. Vergangene Nacht, kurz vor 12 Uhr, siel die 53jährige 442 S. Jefferson Str. wohnende Krankenpflegerin Bertha Siegel rn dem Hauie 171 Forquer Str., woselbst sie Krankenvflegerdienste thal, eine Trep penslucht hinab und trug einen Bruch des rechten Arms, des rechten Handgelenkes und linken Daumens davon. Die Verletzte wurde nach dem County Hospital geschasst. Der 12jährigc Joseph Mullany, der angeklagt war, auf die 7jährige Tochter der Margarethe Hinshy einen unzüchtigen An griff gemacht zu haben, wurde, da er noch in zu jugendlichem Alter tst, um wegen eines solchen Verbrechens prozcssirt zu wer den, aus dem Strafverfahren entlassen wird aber als unverbesserlicher Thunichtgut nach Feehanville gesandt werden. v Die offizielle Stunmenzählung der bei der Wahl am 6. November abgegebe- Stimmcn hat ergeben, daß von den 314 019 Männern, dre sich batten regislriren lassen, nur 283,683 ihre Stimmen abgege ben haben. Von den 30,533 registrirten H-rauen sind 6,424 am Wahltage zu Hause geblieben, und von denen, welche gestimmt haben, haben etwa 20 Prozent ibrc Stim men dadurch cingebüßt, daß sie ihre Stimmzettel, nicht richtig ausgesüllt hatten. William Whalen, Julius Lewis, Ed. McN'.chols und Jos. Murray, die 4 Strolche, welche, (wie wir au anderer Stelle d. 81. sagen) den H. Fürstcnberg von 900 California Ave. ansielen und be raubten und von denen einer dann den sie in Haft nehmen wollenden Polizisten Mur ray von der Maxwell Str.-Station in den Finger schoß, wurden heute dem Richter Foster vorgcsührt und von diesem unter je GISOO Bürgschaft zum Prozeß festge halten. Gestern Nachmittag kam ein altes Mütterchen in die West Chicago Ave.-Poli zeistalion und klagte dem dort anwesenden Desk-Scrgeant ihr Leid. Sie sei bettel arm, habe weder Kinder noch sonstige Ver wandte und bitte um ein bescheidenes Nuhe- Plätzcheu iu der Station. Als man darauf ihre Kleider durchsuchte, fand man in eurem Sacke, der rhr an einem Bande be festig: um den Hals hing, H 230 in baareu Gelde. Sie wehrte sich aufs heftigste als mau ihr dasselbe sortnelimen wollte, wes wegen sie wieder vor die Thür gesetzt wurde. ttgsW KgpfzeiiiDkfrgjf "Seit vier .I-ikren linde ick unnus»esetxt Mlitten. >lein Ivopk scdmerxte midi von Uis in die. Xnckt kineiii. Xnciidein ick alles ver i„ir k!llk. darin kest.-rad^ weinen Ropl MV i.«^ll xvickeit kielt, um xu ver -8 K»it Betrotken ivurde vie Oiiu-:e in meiner riinl in ineinem ivund und sclin, ersten mieli sckrecklick. ivokei icii eine slrisss Scki'dines nusivnrk. sa-ite rnir, dass das 6e>vickt meines lismres di» ttrsnclie meines deidens sei, und ick kesses g.i> sckneidsn, allein es Kail mir nickt«. Da las ick dass eins Dame, die äknlick gelitten, durck Ilood's Sarsapariila Aeksilt ivorden xvar, und auck ick inaciite dann einen Versuck mit dem Büttel. I.k«> ick eine R läse Ke genommen katte, verspürte ick !SMLM l drei Rlascken kand ick mick «raü>. keiMstelir. Ick ivie»e I Rkund in den letzten drei Lins. Llanr X. IVnirk!, Rrankkn, Indiana. lloOck'B PUISN Bckiväcken nickt, sondern ke kördern die VerdauunZ und stärken den Lla-ren. Versuckt sie. 25c. Diphtheritis und Blattern. Bei dem Gesundheitscommissär Dr. Reynold erschien gestern Nachmittag ein Comite von Mitgliedern der Humboldt Park Jmprovemenl Co., um sich Auskunft darüber zu holen, wie es komme, daß in den Büchern des Gesundheitsamts nur 6 in den letzten drei Wochen als in der Nachbar schaft der Lafayette-Schule vorgekommenen Diphthcrilissälle eingetragen seien, wäh rend die Zahl der Erkrankungen eine viel größerer sei. Das Comite ersuchte Dr. Reynolds zugleich, Ermittelungen über die heimtückische Krankheit an Ort und Stelle anstellen zu lassen, bezw. die Aerzte, welche es verabsäumen, Diphtheritiserkrankungen zur Anzeige zu bringen, zur Rechenschaft zu ziehen. Dr. Reynolds willfahrte sofort den Gesuchen der Delegation. Dr. Reynolds veranlaßte gestern die Ueberführung eines hier aus Hammond, Jnd., eingelroffenen blatlernkranken Man nes, Namens Patrick Kelley, nach dem Blatternhospital. Auch traf derselbe An stalten, ermitteln zu lassen, wo der Blat ternkranke sich seit seiner Ankunft hier aus gehalten hatte, um Vorkehrungen gegen weitere Ansteckung zu treffen. Giebt dem Tltädchen die schuld.
Fay Straße, befindet sich im kritischen Au slände, im Hospital. Sein Vater fand ihn gestern Morgen hinter dem Hause mir einer Kugelmunde in der linken Brust und einer anderen im Kopfe, während er den Griff des Revolvers, mit welchen er sich geschos sen, krampfhaft in der rechten Hand hielt. In seinem Zimmer fand man? einen an seine Eltern adressirten Brief, der folgen dermaßen lautete: „Ich wünsche Euch da von in Kenntniß zu setzen, daß Annie Klebey meinen Tod verschuldete". Fr'.. Klebet) ist 18 Jahre alt und wohnt in der Nachbarschaft. Ueber die Beziehungen der jungen Leute wissen Anlon's Eltern nichts Näheres. Die berühmten Diamantbergwerke in Brasilien erschöpfen sich nach und nach. Außer Minas Geraes, wo die Ausbeulung noch immer eine regelmäßige ist, geben Diamantgruben Vasociras, GuinoM Malta und Bromalinho nur nockMM einigen geschickten Diamanlgräbcrn und Wäschern Beschäftigung. Aber selbst an den ergiebigen Stellen hat die ganze Ernte eines Jahres in der Hand Platz und nur selten findet man Diamanten, die 20 Karat erreichen. älUIII?! H-ltstMlnff "l tkc CO'i'l'OX .VXD tVQOKKX OOLII'XXV vkllostou iu tk« 8l»r.« 1893: uiad« to lkc lnsurgucc BÜp»riutcudciN o? tks Btals ok Illinois, pursuaut to la^v: .4 Nailroad Nands and Stocks z 137.540.00 Btatc, 6it>, (!ouniv and otkcr lionds.. 2,025.00 6ask on kaud and in Dank 22.053.69 Interest. k Coutin-rent kakllitv ok insinders, sukZvct to nssessinenr.... 1,330,327.20 lotal including kreiniuins ordcposit Notes Z 1,504,719.20 Xet sinount ok unpaid Bosses z 24.707.11 Xinouut unesrueä kreiniuius on all Diakikties....r 183,244.91 receiverl tks z-enr, in Interest and dlvldcnds reoeiveä duriu"^ sinount rcccivcd kroin all otksr sourcss 8,288.79 wota! lucoius.... 281,915.31 Lxpcttüitnrc«. Dosses paid tkc venr 137.966.74 Dividend« paid duriu-: tkc vear 136 46114 tlonnnissions and Salarics paid tlurin^ tlie 8 433 85 I'nxes paid tks >sar. i.i ssss..." Ttraount ok all otksr sxpsnditurss. ..i.. 36,189 47 I'otal I2xpevilitures....r 322,256.43 I°otnl Nisks taksu tks )sar in 'l'olai Drsiniuius received duriuck >enr in Illinois g 747 zi Lrno int ot I'isin in ins or Deposit Xolss rscsived 48.749.05 I?vtnl arnount ok Risks ourstaudinßi.... 28,291f18L00 12- 1- Vs4l, Vics-Drssidsnt. H, -i kt. Beeretg.rv. BuVscriksd and sxvorn Io de ko re nie rkis i?tk da» vkdanuarx, 1894. (8enl) 11. NIZ.4D, 6otnwissiouer kor rks Btats ok Illinois in bnn tks Oitx ok Dostov. of l tu zks Btats ok Illinois, on tks 31st duv o? O'''"ff''!i> rnnrle to tle- Insurance Buver intenclent ok tUv Utate ok Illinois, pursuant to ian l>» ni»ilnl. Dnnnnr .Xlvrt'Li.. (lorporntion Btocirs L 300 00 on iranU and in Daniv. 17^65^7 Interest due and »ccrued L^'oo 1 leiniunis in coursv ok coiiection and Fiy --kLI sinount ok Continxevt' iiabiNtv ''ök ineinoers, Bub)ecr to assessinent.... 60,483.65 I'otai Xssets....r 78,704.64 Llsdillries. ok uuenrned Dremiums on all risics 627 24 Iota! Inadiiities....K 6,627.24 lilcouie. receivsd during tds zear. in äividends received dl rnszear M Vota! Incoins....? 16,119.81 Dosses psid duriu-: tks )ear x 6 601 70 tUe"vear Miä durin/ ivar 7 4.680.1 S 9?otnl klxpßnditures....r 11,29 188 Risks taken durinx tde vear in Illinois q» Lo-,-^7BOO 3'ota'. Rreuiiuins' received d'urin"' tke 5 enr in Illinois 11 037 16 I'otal ninouiit ok Risks outstandin!;.. i 975,083-00 t'. i>re.-,l,i?i,r. L. Liloopci-, B«>cret!irv. oi 'o betöre nie tdis 16ik da)' ln,!, BRXOR Ll. LK'XDRRSOX, kudlia.
Page 3
Usisskiiclit ol tk-- >i-:vv.4mc rnnn "Eilt ixsttir.vxOie ol kilt-, Ktlitc- ol »n- on tilg ttovoinkor 1893: ruuclo tn lfto lii-juruiios lo ol lftv Btutv ol Illinois, pursuunt ol Onpltill Stock, piilft up in 250,000.00 ol Neul Lstnls tz 50,000.00 lsonfts und Nortxu-ces 292,1 W.OO Nnn» Btooks unä Lonäs 33.900.00 Loncls iinä Btooks 119,050.00 Oit v, unil otksr Lonfts... 28,719.72 Stocks 57,887.50 -ir-ti on Intimi ,„,823.48 I'otut ussots....> 625,296.99 Oross olniins lor Oossos. u>l nnci unpuii! 13,159.20 oluiins loi' I.ossos, upon rcliidt no uotion lius vson t-ikon... 12,580.66 rosistvil I»z' tllv Oornp inicl Bn!vu>;v olutlns llwroou 1,912.50 I7ot uninuni ol uiipuiü 1.08808 25,478.62 oi uno.'iriK'cl Urr?miuinß on all out.stiinclinx rißlo vour 55,272.85 l'ux«B puiil tlio vour 9,302.13 ol ull otlior vxpvnillturoß 13,437.3.5 Totul Incl>turos....> 246,701.84 Illinois.'. 1,911,137.95 Totul !'ik-»n,,»iß roooivvc! ciurinA tks z our in lüiiioiß 25,204.63 Totul 008808 invurroft ÖuriuA tlio z eur in Illinois 18,623.65 Tolul uinount ol Risks oiit.stunttiiiS... .>29,171,430.00 Urosiclk-nt. k i I'. Üoorcturv. ol.liinuurv to olorc. in« lins 12tk !Boulj 3081M1 IV.VNI) .7K., 28lir Xoturz, Kudlio. ällllllsil klussmcnt ol t!:.- II.VU'I'ffORV UlllUlill iNMllftllt p.oilUM L.XQ 1>8(:U.lXOi: (X)UI'.VXV ol llurtlorft in tös Btulo ol Oounoctiout, on ilio 31st 1,882,501.25 OsBB speviul doposits to ssouro liubtli liss in Virxiniu 25,000.00 NuluLoS....> 1,837,501.25 1uken ....0 o §20,983.20 -liuount ol uueurnvd I'romiuins on uli outslundiNA rislcs 1,188,472.69 Luo lor Oornmissions und LroksruZs... 29,757.41 Total Idakilitiss.... >1,239,213.30 Oess liubilitiss seoursd I>/ «poolal dexosits 11,141.33 Nalanos.... >1,228,071.92 ?ieiniuins reovivod durinz tko >ear, in 6askn 729,503.12 lko z'car 67,643.20 rsooivud lroin all otkor souross 2,063.95 Total Ineoins.... 799,215.27 «8. Oosses paid durin-r lko z'sar 67,085.75 Ooinnilssions and Bularlss paid durisZ tks z'oar 202,453.92 Taxes paid durinz tks 14,369.79 -rinount ol ali olktzr «xpenditurss 370,646.83 Total kxpsnditures....> 714,556.29 Ilftno/s, '">s,SSS,OSO.OO Total kreiniuins recsived durinx tks X«»r in Illinois 57,076.12 In Illinois 7 16,722.76 Total aruount ol Risks outstaudinZ. ..232,844,521.00 I>l. Rrssidsnt. 8. L'iorce Lsorstar^. Luksoriksd and stvorn to kskors rne tkir 26tk daz« vl danuarv 1894. n tks 31st ol ttsoeinksr, 1893: inads to tks Insurasos Bnper intandsnt ol tks Btats ol Illinois, pursuant to law: Oktpütttt. kr tks lawsol Illinois.... 205,000.00 United Btates Btocrks and Londs 112,000.00 Railroad Ronds and 8took» 636,100.00 Btats, Oountx a»a otder Londs.. 224,625.00 Vtksr 6orporution'Btooks 105ff87.50 Oask on kaud and in Rank 77,714.81 proniiunis in «ours« ol solleotiou and transnii.ssion 73,733.10 Nills Rvoeivablo, taksn kor Tiro, Turins and Inland risks 155.71 vnadlnittsd asssts >1,368.28 Total Asssts....> 1,231,116.12 »iss in LslLnoo....K 1,148,116.12 Lross olainis lor Rossss, ud justsd und vnpaid 1,500.00 Vross oluinis lor Rosses, upon tuken 91,205.00 Rosses resisted kz, tks Lorn pan? 29,275.00 Total Zross »Mount ol vlairns lor Rosses. ..121,980.00 veduet Reiusurunoe and BalvaZ;e olaiins tkereon.. 6,305.00 I>«t »inount ol uupaid Rosses. 115,675.00 outstandinx: risks 823,276.42 Xll otksr liubilitiss 11,501.49 Total Riukilitiss....> 950,452.91 Ress liakiiitiss s ttnpuid Ros- 1 secrured b.v I ses >4,810.00 1«, L 4 speoial depo-1 Rneurned «its i-reiniuins 51,319.44 Lulanes....> 894,323.47 Kreiniuins rsosived durinZ tks veur, in I 6ask.^... S 1,146,886.98 tks zisar 49,734.34 Total Ineonie....> 1,198,621.32 I?zcx«ir6l4ui «rsi. Rosses x>aid z'car 909,239.07 tke Taxes paid durinx tks )ear 28.485.21 ol all otksr sxxenditures 69,961.60 Total sxpenditures....> 1,288,895.55 9,737,096.00 /sur in Illinois 7..... 127,753,39 in Illinois 61,474.89 Total urnount ol Risks outstandinA.... 123,568,266.00 I?. .CSKitt. 11. 8. ölauuZer. Buksvriksd and sworn to kelore ins tdis 22tk ok sianuar),, 1894. (8sul) Oollnuirsioner ol Leeds lor tks Btate ol Wld Illinois in »>Lw Vork. Inland. William Bergmann von Hustissord, Wis., wurde beim Absteigen von dem Zuge in Schleisingerville, unter die Räder ge schleudert und schrecklich zerquetscht. Berg mann verlor alle seine Ersparnisse bei dem Bankerott der Plankinlou Bank in Mil waukee und hintcrlaßt seine Frau und drei Kinder beinahe mittellos. Der deutsch-amerikanische Journalist Ge o. Schleyer, welcher seinerseit den Landsmann von Greenbay, Wis., veraus gab, hernach in Californien schriftstellerisch thätig war und seit ungefähr einem Jahre das „La Porte Journal" in La Porte, Jnd., rcdigirte, hat diese Stellung nieder gelegt, um sich nach einem weiteren und seinen Kräften besser entsprechenden Wir kungskreis umzusehen. ln Buffalo, N. A., starb am Schlag fluß Georg D. Teller, ein im amerikani scheu Eisenbahnwesen seit dem Jahre 1835 rastlos thätiger Mann. Er war während einer Reihe von Jahren Herausgeber des nach ihm benannten „Shippers und Expreß Guide", später östlicher Passagieragenl der St. Louis-, Kansas City «L Norlhern- Bahn, Land- und Reiscagent der Northern Pacisicvahn und hatte mehrere andere ähn liche Posten inne. Aerzte in Brooklyn zerbrechen sich die Köpfe über die Ursache des eigenthllmlichen Zustandes, in dem Fräulein Sadie Ander son sich drei Tage lang befunden hatte. Das junge Mädchen ging vor einigen Tagen in bester Laune und körperlichem Wohlbefinden zu ihrer Arbeit in der Uhrenfabrik. Sie wechselte plötzlich im Laufe des Vormittags die Farbe, ward kreidebleich und verlor das Bewußtsein. Man schaffte sie in einer Kutsche nach Hause, und sie lag, obgleich drei Aerzte Wiederbelebungsversuche anstellten, drei Tage wie leblos da, öffnete erst dann die Augen, erlangte bald darauf ihr Bewußt sein wieder und ist jetzt wieder wohlauf. Sie soll sich schon früher in einem ähnlichen Zustande befunden haben. Die Aerzte kön nen sich, wie gesagt, die Sache nicht er klären. ln Milwaukee wurde, unter der schweren Anklage, einen thütlichcn Angriff auf meyrere kleine Mädchen gemach! zu haben, der bereits 74 Jahre alle Photo graph John C. Whipple gefangen gesetzt. Whipple, welcher eine Tintype-Bude an der Ecke Van Buren- und Wisconsinstraße besitzt, auf dem Grundstücke des Cream City Hotels, in welchem bekanntlich s. Z. der Hotelbesitzer Rnd. Peschmann die alle Frau Anna Schums ermordete, wird be schuldigt, kleine Nachbarstöchter durch Ver sprechungen und durch Geschenke von Bon bons etc. an sich gelockt und dazu bewogen zu haben, sich vor ihm zu entkleiden, worauf er sie dann pdolographirte. Auch soll er sich in anderer unanständiger Weise seinen Opfern genähert haben. Die Polizei hat bereits seit geraumer Zeit den Angeklagten bewacht. Was für sonderbare Zufälle dem Me nschen zustoßen können, ersieht man auch aus folgender Mittheilung der „Germania" zu Quincy: Fräulein Lizzie Bickhaus, Toch ter des Herrn A. C. Bickhaus, war Nachmit tags in der Feilenhauer-Werkstatt ihres Va ters gewesen, und bei der Gelegenheit scheint sich eine kleine, dünne Feile nahe dem Saum in ihr Kleid verfangen zu haben. Doch merkte Frl. Bickhaus nichts davon, bis sie Abends auf der Straße plötzlich mit dem rechten Fuße gegen die Feile stieß, wodurch die Spitze derselben gegen die Innenseite des linken Fußes getrieben wurde und einen Zoll tief in den Fuß drang. Die Verletzung war eine so schlimme, daß die Verwundete in einer Kutsche nach Hause gebracht werden mußte. Dieser Fall lehrt wieder, wie eigen thümlich es zuweilen bei Unfällen zugehen kann, und daß der Mensch in steter Gefahr schwebt, von einem Unfälle betroffen zu werden. Vor einiger Zeit erschien in einzelnen Blättern des Landes eine Depesche aus Co lon in Central-Amerika, in der es hieß, daß daselbst große Nachfrage nach Arbeitskräf ten herrsche. Doch der „Commercial-Ap peal" in Memphis hat nun von dem Inge nieur der Panamabahn in Colon einenßrief erhalten, worin gesagt wird, daß es auf dem Isthmus Schaaren von Leuten jeder Pro fession gebe, die dem Hungertode nahe seien, da sie keine Arbeit finden könnten. Jedes Schiff bringe noch mehr solcher Leute.. Seit die Arbeiten am Panamakanal wieder aus genommen worden, habe die Gesellschaft kei nen einzigen Handwerker angestellt und nur ein Paar Arbeiter zu einem Tagelohn von 60 bis 70 Cents. Viele Amerikaner hätten zu Hause Stellungen aufgegeben, um nach der Landenge zu kommen und dort zu fin den, daß sie betrogen worden seien. Es gebe für Jemanden der Arbeit suche, keinen schlimmeren Platz auf der Welt, als die Landenge von Panama. Fürst Ruspoli, der Bürgermeister von Nom, der sich, wie bereits früher berichtet, seit einiger Zeit besuchsweise in den Ver. Staaten aufhielt, stattete vor seiner Heim reise, in Begleitung des italienischen Ge sandten Baron Fava, der Einwanderungs- Insel Ellis Island bei New Aork einen Be such ab, um unter Führung des Einwan derungs-Commissärs Dr. Senner die rege Thätigkeit der Einwanderungs-Beamten in den einzelnen Abtheilungen zu beobachten. Zum Glück wurden gerade während der An wesenheit des Fürsten die ausschließlich aus Italienern bestehenden Zwischendeckler des Dampfers „Werra" gelandet, so daß der Bürgermeister von Rom auch die Abferti gung seiner Landsleute und die Arbeiten in dem italienischen Einwanderungs-Bureau beobachten konnte. Beim Verlassen der In sel drückte er dem Dr. Senner seine Bewun derung der großen und einzig ?in ihrer Art dastehenden Anlage und der pünktlichen und schnellen Abfertigung der zulässigen Einwanderer aus. Fürst Ruspoli hat nun die Rückreise nach Europa angetreten. Distriltsanwalt Fellows von New Aork wird sich nunmehr, wie die N. Staatszeitung berichtet, vor Gouv. Flower gegen formelle Anklagen wegen Pflichtver uachlässigung zu verantworten haben, lieber den mulhmaßlichen Ausgang der Verhandlungen läßt sich noch nichts sagen, denn es ist nicht unmöglich, daß Oberst Fellows Entschuldigungen Vorbringen kann, die dem Gouverneur genügen. Sollte letzteres der Fall sein, so würde das nur beweisen, daß man übereilt vorgcgangen ist und nicht die gravircndsten Punkte aus gewählt hat. Wir wissen genug über die Wirthschaft im Bureau des Distriktsan walts, um sagen zu dürfen, daß die Ver nachlässigung seiner Pflichten, die dazu führte, daß die Gefängnisse mit aus ihren Prozeß wartenden Mördern gefüllt sind, den kleinsten Theil derSüuden des Obersten Fellows bilden. Viel schlimmer als diese Unterlassungssünden ist die Thatsache, daß er wiederholt schweren Verbrechern die Freiheit verschafft hat, indem er sich mit Werthloser Bürgschaft begnügte oder An- träge auf Suspendirung des Urtheils stellte. Wenn er also auch aus dem ersten Treffen siegreich hervorgehen sollte, was noch keines wegs ausgemachte Sache ist, so wird damit sein Verbleiben im Amte noch nicht ge sichert sein. Der Mann ist in jederßeziehung ungeeignet für einen so wichtigen Posten und sollte durch einen zuverlässigen, ehren haften Menschen ersetzt werden. ln Beantwortung einer Anfrage Gouverneur Flower's, ob mit einem Ver brecher, der mittelst Elektrizität hingerichtet worden, Wiederbelebungsversuche ange stellt werden dürften, erklärt der General anwalt: „Die auf die Todesstrafe und die Art und Weise ihrer Vollstreckung bezüg lichen gesetzlichen Bestimmungen sind be kannt und besagen im Wesentlichen, daß die Todesstrafe in allen Fällen mittelst eines eleltrischenStromes vollstrcckt werden soll, der stark genug ist, den Tod herbeizu führen, und daß ein solcher Strom so lange angewendet werden soll, bis der Ver urtheilte todl ist. Der Wortlaut des Ge setzes sagt so klar und deutlich, daß Elek trizität benutzt und so lange angewendet werden soll, als erforderlich ist, den Ver nrtheilten des Lebens zu berauben, daß es überflüssig ist, die Ausdrncksweise des Ge setzes mit einem Kommentar zu versehen. Nach meiner Ansicht ist weder der Gouver neur des Staates noch der Superintendent der Staatsgefängnissc noch der Warden des Aitburn-Gefängnisses betagt, die Leiche eines Verurtbeilten nach vollzogener Todes strafe und stattgehabter Postmortem-Unter suchung an Dr. Gibbons oder irgend eine andere Person, die nicht zu den Verwandten des Hingerichteten gehört, herauszugeben. Wenn die Leiche nicht von Verwandten re klamirt wird, ist es Pflicht der Behörden, dieselbe zu beerdigen und nicht sie an Je manden zu Experimenten zu übergeben." ln Madison, Wis., starb der in wei testen Kreisen bekannte deutsche Zeitungs schreiber Henry I. Lohmar, im Alter von nur 42 Jahren. Er wurde in Hallendach in der Rheinprovinz, in Preu ßen geboren und kam als Knabe mit seinen Eltern, die sich in Sauk City, Wis., nie- Verließen, nach Amerika. Hier besuchte er die Schule und besaß ein solches Talent zum Lernen, daß er sich nicht unbedeutende Kenntnisse ancignete, obschon er keine höhe ren Schulen besuchte. Er lernte in der „Pionier" Office in Sauk City das Schriftsetzer: und war als Schriftsetzer thä tig, bis er in Wausan die Redaclion des Wausail Wochenblattes übernahm. Als Redacteur zeigte er ein bedeutendes Talent und führte eine solch gewandte Feder, daß er sich in kurzer Zeit den Ruf eines ge wandten Journalisten erwarb. Als das „Wochenblatt" in andere Hände überging zog er nach Clintonville, wo er die Redac tion der dortigen Zeitung übernahm. Dies währte nur kurze Zeit und er kam nach Madison und trat bei Herrn Porsch, dem Herausgeber des Wisconsin Botschafter, in Dienst. Als Herr Porsch starb, übernahm er die Redaclion des „Botschafter". Vor etwa zwei Jahren wurde er von Staats secretär Eunningham als Correcturleser angestellt und hatte diese Stelle bis zu sei nem Tode inne. Er erkrankte an der Schwindsucht, die ihn schnell dem Tode entgegen führte aber dennoch vernachlässigte er seine Pflicht nicht und verlor auch den ihm angeborenen guten Humor nicht. Er wurde in Madison begraben und alle seine Freunde bedauern seinen frühzeitigen Tod. Die kleinen deutschen Straßenmusi kanten dürfen nun doch in Brooklyn vorerst in den Straßen weiter blasen. Der dortige Stadtrath hat wirklich, aber nur mit einer Mehrheit von einer Stimme gegen die wandelnden Tonkünstler Stellung genom men, aber Mayor Schieren hat den Stadt vätern zu verstehen gegeben, daß er ihren Be schluß mit Veto belegen wird, weil seiner Ansicht nach den Straßenmusilanten nicht die Erwerbsmittel entzogen werden sollten, so lange sie sich bereit erklärt haben, ameri kanische Bürger zu werden, und weil sich viele Einwohner für diese Straßenmusik aussprechen. Ganz abgesehen von dem Standpunkte, welchen der Mayor einnimmt, ist es wahrscheinlich, daß eine einfache Stim menmehrheit im Stadtrath zur Annahme eines derartigen Beschlusses überhaupt nicht genügen würde, da es sich hier offenbar um einen Zusatz, bezw. eine Aenderung der städtischen Verordnungen handelt, deren Annahme eine Zweidrittel-Majorität erfor dert. Freundlicher als den Straßenmusi kanten ist der Brooklyner Stadtrath den Orgeldrehern. Diese, aber in der Zahl von höchstens dreihundert jährlich, dürfen nach neuestem Stadtrathsbeschlusse, nachdem sie eine Licenzgebiihr von je PI entrichtet ha ben, sich vom Mayor die Erlaubniß erwirken, an Werktagen zwischen 9 Uhr Morgens und 7 Uhr Abends ihre Leierkästen zu drehen, aber wenigstens 600 Fuß von Schulen, Kir chen, Hospitälern, Asylen und sonstigen öffenlichen Anstalten entfernt und in einer Entfernung von 260 Fuß von allen übrigen Gebäuden, falls deren Eigenthümer solches verlangen. Zuwiderhandelnde sollen in allen Fällen mit einer Geldbuße von PlO, bezw. mit entsprechender Gefängnißstrafe belegt werden. Wie demokratische Partei klepper ihre Wuth am Bilde Cleveland's ausließen, darüber erfährt man erst jetzt folgendes: Eine große An zahl von Mitgliedern des „Bushwick Demo cratic Club" in Brooklyn hatte sich an dem Abend des Wahltages in dem eleganten Clublokal eingesunden, um Hill's Sieg zu feirn. Die ersten Nachrichten lauteten er muthigend, doch bald traf eine Hiobsbot schaft nach der anderen ein. Mit „Whiskey straight" und einigen Cock-tails" suchte man den Aerger zu ersäufen, doch ein wahres Pandämonium entstand, als bekannt ward, daß selbst Kings County, die Domäne der Demokratie, für Hill verloren gegangen sei. „Wer ist an der Niederlage der Demokratie schuld?" Diese Frage warf einer der Club leute auf. „Ich kenne die Quelle alles Un glücks!" meinte ein Anderer. Er wies auf das au der Wand hängende Oelbild des Prä sidenten Cleveland, und indem er eine un släthige Bemerkung über Herrn Grover machte, erklärte er: „Da hängt er!" Die Genossen ließen ein beifälliges Grunzen er tönen. „Wenn er nicht wäre, würden Hill und die Demokratie siegreich sein. Wir wol len ihm die Augen ausschlagen!" ließ sich jetzt ein Anderer vernehmen. „Haut ihn!" erscholl es im Chor. Wildes Drängen nach der Wand, an der des Präsidenten Bild hing ,entstand jetzt. Einer der Wüthenden bespie das Gesicht des Bildes, ein Dutzend Hände streckten sich nach demselben aus und rissen es herab, und die Helden stürmten damit nach dem Keller, warfen es nieder und vollführten einen wahren Hexentanz um das selbe. Der Brauer Philipp Leibinger, der des Präsidenten Bild dem Club zum Ge schenk gemacht hat, und Richter Jacob Neu bereitenEntrllstungsbeschlllsse vor; doch wird durch dieselben der Schandfleck von dem Namen des „Bushwick Democratic Club" nicht mehr getilgt werden. Abendblatt, Sarnstag, 24. Uanernbev 1^94. Eine neue Art der Versendung von frischem Obst hat ein Herr Perkins in San Francisco erfunden. Er wendet compri mirte Luft an, um im Frachtwagen eine gleichmäßige, niedrige Temperatur zu erhal ten. Ein kürzlich mit dieser Methode ange stellter Versuch wird so beschrieben: Der für die Probe bestimmte Wagen war in drei Ab theilungen getheilt. Die vordere und Hintere wurden in Martinez (36 Meilen nordöstlich von San Francisco) mit Tafeltrauben ge füllt, und in der mittleren machte Perkins die Fahrt nach New Orleans mit. Thermo meter und Luftmesser geben in dieser mittle ren Abtheilung die in den beiden anderen herrschende Temperatur und den Luftdruck an, während ein Apparat die Regelung des Luftdruckes und damit unter dem ange wanden System auch die der Temperatur gestattet. Die Reise nach New Orleans wurde ohne Zwischenfall zurückgelegt, und die Früchte zeigten sich im besten Zustande. New Qrleanser Obsthändler erklärten, sie hätten noch niemals von Californien ge kommene Obstsendungen in so frischem, wohlerhaltenem Zustande gesehen. Damit aber noch nicht zufrieden, nahm Perkins mehrere Kisten seiner Früchte wieder mit nach San Francisco zurück. Vierzehn Tage nach der Abfahrt kam der Wagen, der in zwischen etwa 6000 Meilen zurückgelegt hatte, wieder in San Francisco an. Dem Auspacken der Früchte, welche die Hin- und Rückreise mitgemacht hatten, wohnten die Sekretäre der kalifornischen Staats-Ge werbekammer und Staats-Gartenbaube hörde, sowie eine Anzahl Bahnbeamte und Obsthändler bei. Die Untersuchung ergab, daß die Früchte so frisch und wohlschmeckend waren, als ob sie eben gepflückt worden wären. Das System des Herrn Perkins kann, wie dieser angiebt, leicht auch aus Dampfschiffen angewandt werden, und soll das Versenden von frischem Obst nach den entferntesten Märkten möglich machen. Auf dem Postamt eines sächsischen Städtchens stellt sich neulich ein altes Mütterchen ein mit einem kleinen Packet unter dem Arme. Nach langem Hin- und Hertrippeln tritt die Alte endlich ganz schüchtern an einen Schalter heran und sagt zu dem diensthabenden Beamten: „Herr Pnstdirektcr, do hob ich a Bäketel für mee'n Jung' a Meß, 's is wedder nischt drinnen, oas wie ä Bäckel Tobak, a Brütet und a Brinkel Fleesch." Der Beamte sieht sich die Sendung an und bemerkt zu der Alten: „Aber Mütterchen, auf dem Packet fehlt ja die Aufschrift. Wie lautet denn die Adresse. Ihr Aohn ist wohl Soldat in Metz?" „Jo." meint da das Mütter chen, „aber de Adress' wces ich selber ne gewies, ich buchte, die Harrn uss der Pust wilirden mee'n Friedrich schune sinn'n, 's is su a hübscher langer Kerle." „Bei welchem Regimente und bei welcher Kom pagnie befindet sich denn Ihr Sohn?" fragte der Beamte weiter. „Nu, Harr Pustdirekter, doas wecs ich eben ne, ich gloobe, ar is dorte, wo deFlinle usf' n Woine (Wagen) gefahren wer d."— Jetzt wußte der Beamte, daß Friedrich in Metz bei der Artillerie steht. Frie drich hat sein „Bäketel" denn auch richtig erhalten. Zweig-Osficeu des „Abendblatt." Office-Telephon No. 635. Zur Bequemlichkeit unserer anzeigenden Kunden haben mr mit den unten genannten Herren ein Abkommen ge verschiedenen Ptatzen bis 12 Uhr Mittags abgegeben werden. NorSserts Rlsred Mesnaz», Apsthek». Nachfolger von L.W. Ken daü. 778 Nvrth Park Ave. k. F. Baseler. Apotheker. 445 Nrrth «ve.. Ecke WellS. und 557 Sedgwick-Str.. Ecke Menomonee, Rudolph Rhode. Apotheker. 504 Sc. Llark-Str, Ecke Goethr-Str. T. Fleischer. 2SS N. Market-Str., Eüe Oak-Ttr. Bischofs Pdarmacy. 420 Lincoln Ave. Henry Schall». Apotheker. 224 Lincoln Ave.. Ecke Lar rabee-Str. Wm. L. Klenze, deutscher Apothekcr. ISOI Belmont Ave. Julius M. Zindi. deutscher Apotheken Ecke Llhdourn Ave. und Larrabee-Str. R. H. Hanke, deutscher Apotheker, 8V Ost Chicago Ave. AntEv Daigger, Seutschc Apotheke. 113 Schwestern. Johanna Dreier. Albert Kowalski. Bruder des Ex-Ald. A. I. Kowalski, starb am Donnerstag. Herr Kowalski erkrankte vor zehn Tagen zurück an der Schwindsucht. Herr Kowalski wurde im Jahre 1860 geboren und kam in 1876 von West- Preußen nach diesem Lands. Zur Zeit seines Todes war er im Erocery-Geschäft thätig. Die Beerdigung findet statt vom Trauerhause, No. 9 Emma Straße, aus am Montag Morgen um 9 Uhr nach der St. Trinity Kirche, wo eine Messe abgehaltcn werden wird, und von da nach dem Polisch-böhmischen Kirchhof. Todes-2tnzeige. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Gatte und Vater lss-Suard Ott nach kurzer Krankheit im Alter von 47 Jahren gestorben ist. Das Begrübniß findet statt am Sonntag, den 25 November, Nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause. 514 'North Park Ave., nach Graceland. Die trauernden Hinterbliebenen: Minna Ott. Gattin. Hugo, Emma. Bertha, Kinder. Gestorben r In der Wohnung, 4011 State Str., Fräulein Anna T. Mack, geliebte Tochter von Nuholas unü Mary L. ?)ack, im Alter von 19 Jahren. Beerdigung in Nc>pcr ville am Sonntag, den 25. November, 'Mittags 12:30. Der Zug verläßt den Union-Bahnhof via C. B. °r: Anter'm Gaslicht Großes deutsch-amerik. Volksschauspiel mit Gesang und Tanz. Oolumbis-ttslls, L'R Kerrts AHerrd: Die beiden Waisen. Regie: Dir. M. Hahn. So u tag, d e u 8 5. November:
oder. Unschuldig verurtheilt k Lchanmberg Schindler's Theater. »Klls: Die Rantzau! oder: Die feindlichen Brüder! IVÜusllsr's l-islls: Die große Gesangsposse: Die Näherin. L'-LLriL-HILckl'L'LL 14—State Str.. nahe Congreß. BNti i!iiin Fish L Quigg's große VarieLy IlOit) ullo llUlil» Eo. Lebende Bilder. Weibliche Kreuzfahrer. Midway-Echos. 2 Schaustellungen täg lich. Eintritt 10c. BierhaUe, WOClybourn Ave., Ecke Orchard. am Samstag und Sonntag, 84. und 25. Nov. Erstes Auftreten des Münchener Komikers Ander! Gatter sowie des Zither-Virtuosen F. Bieber. Es ladet sreundlichst ein B. Holzapfel. TLnltei Bnlls> 4- OlitLlr äsuiltlliix» Vom 22. Novbr. bis 1. Dez. incl. Amerikanische Mslvkeh-, und Fnltzlnukiiinal'e Wide-Amllellimg. Unter den Auspicien der Illinois» Staats- Ackerbau-Behörde. >15,500 Preise in Geld, kostbare Plattirte und acht sil berne Preise; unüberlrvffene Ausstellung von wunder vollen Pferden und eleganten Gespannen. Niedagewe sener Wettbewerb in jedem Departement, herrliche Attrak tionen eigener Art. Elegante, moderne und nützliche Fuhrwerke, safhionabler Wettbewerb, Herrschafts-Peit schen. Damen zu Pferde. Polo Club Experten, Croß Country Club Fahren, Chicago Husaren Exerciren. Hoch sprung. Champion Huiide-Reiinen. Pserdc-Dresfiir. Neue Marine-Kapelle, 40 Manu stark (erstes öffentliches Auftreten). Offen von 9 Uhr Mrgs. bis I I Uhr Abds. (ausgenommen Sonntags). Eintritt 50c. Kinder 25c. Die größte Ausstellung, die Chicago ;e gesehen. 22nv—Idz ClassifizirLe Anzeigen koste» biS zu lOWorten 10 Cents, jedes weitere Wort Stellengesuche frei. Verlang:: Männer und Knaben. erlangt: Ein intelligent», gut empfohlener junger Mann, welcher bereits einige Geschäststennt nisfe erworben hat. Buchführcn versteht und Collektioueu besorgen kann. Nur Solche, welche gute Bürgschaft stel len können, mögen sich melden. Offerten in englisch so wohl wie deutsch sind zu adressiren: 8 82 Staatsztg. verlangt: Cm guter Träger, um das Abendblatt der Jll. Staatszeitung zu tragen. Nachzusragen in der Office. 22n3t erlaiigt: Ein intelligenter, gut empfohlener jun ger Mann, welcher bereits einige Geschciftskeuut nisse erworben hat. Buchführeu versteht und Kollektionen besorgen kann. Stur solche, welche gute Bürgschaft Nel len können, mögen sich melden. Offerten in Englisch sowohl, wie in Deulsch, sind zu adressiren Itttso 8 82 Staatszeitung. verlangt: Ein Porter, der willens ist. alle Ar- beit zu verrichten und auch etwas Bar-teuden kann. 173 Milwaukee Ave. Mirlangt: Ein deutscher registrirter Apotheker- gehnlse. Samstag Nachmittag nachzusragen. Merlangt: Erste Klasse Carpenter. Verlangt: Frauen und Mädchen. Hl) erlangt: Ein Mübchen, welches kochen und wa- scheu kann. Süddeutsche vorgezvgeil. Gehalt >4.00 die Woche. Nachzusragen 48 Ntacallister Place, zwischen Centre Ave. und Loomis Str. 17nvbaw H) erlangt: Ein wohlerzogenes, krästiges Mädchen für allgemeine Hausarbeit. 8881 Irving Ave., Irving Park, oder adressire: «l 32 Staatszeitung. 2nv,baw H) erlangt: Eine deutsch-amerikanische Stenographin mit besten Zeugnissen. Nachznsragen Aiontag HTerlangt: Köchin. "O 10 Ll2 West Randolph-Str. Hansa Hause. N ""g t Ein gutes deutsches Mädchen für ge wohnliche Hausarbeit. 1 424 Ntontana Ave.. ltuso zwischen Lincoln und Sheffield Ave. erlangt: Eine deutsche Köchin mit auSgezeichiw- ten Stadt-Empfehlungen; keine Wäsche. 23nv3t 3141 Michigan Ave. Geld zu verleihen. H)r^vabA4lleih»i^>s^öbell^ianos schaffung. Zimmer 17, 101 Ost Washmgtonstr. 18nv12t Zu kaufen gesucht. Ou kau s e „gesucht: Ecklot. passend für Saloon. -O bebaut oder unbebaut, gegen Baar. Adressire: V 80 Staatszeitung. Stellengesuche. Anzeigen unter dieser Rubrik sind kostenfrei. cUesucht: Eine respektable Frau in mittleren Jah- reu gute Haushälterin, mit besten Empfehlungen, wünscht Stellung als Haushälterin in einem nur an ständigen Hause. Adr-sse: 2«; 25. Place. 24n3t TU esucht: Ein Deutscher m den 40cr Jahren, spricht englisch, suchl Stellung als Clerk in einer Kohlcn- Office; ist gut bekannt in der Stadt und im Besitze guter Zeugnisse. C. Neumann, 1822 Wrightwood Ave. 24n3t sUesucht: Junger arbeitsamer Mann sucht irgend welche Arbeit. Adresse: 8 81 Staatszettung. 24n3t fZle sucht: Junger Bäcker. Norddeutscher, 4 Jahre im Gcschäst, 3 Jahre in Deutschland, willig und fleißig, sucht Stelle in guter Bäckerei. 24n3t Wm. Husen, 3V7 W. Belmont Ave. esucht: Sine Frau in mittlerem Alter sucht Stelle als Haushälterin oder aus zweite Arbeit. Kann einen Haushalt führen, nähen, versteht mit Kindern umzugehen. Adr.: P. O. Box 152, Lake Forest, oder 270 Dayton Str., Chicago. 24n3t TU esuch t: Alaun wünscht in einem Saloon nutz». arbeiten. Ist cm Zitherspieler. Adressire: 'L' 83 Staatszeitnng. 23n3t es ucht: Zuverlässiger Mann in mittleren Jah- rrn sucht irgend welche Beschäftigung. F. Goethe, 288 West 16. Str. 2snv3t TUesucht: Perfekte Wiener Köchin sucht Stelle für Busineß-Lunch, oder auch imHotel. Restaurant oder Clubhans. Julie Rohr, 7 8 Edbrook Place, nahe Mil waukee Ave. 23nv3t (gesucht: Ingenieur (Maschinist) mit Licenz. sclbst- ständiger Reparateur. mit guten Empfehlungen und 20jähriger Erfahrung, sucht Stelle. 22n3t A. D.. 3 4 Moore Str. TU esuch t: Junger Mann sucht Stellung, erfahren in Dampfheizung, Jce Cream, Destillation. Grocery. Offerten erbeten unter W. K. Z. Siaatszeitung. 22n3t TUesucht: Eine „Silver-Burniiher" sucht Stellung. Adr.: Mary Cowey, 236 S. Trumbull Ave. 22n3t TUesucht: Ein anständiger Mann in mittlerem Alter sucht einige Beschäftigung. Spricht und schreibt deutsch und englisch. Aug. Riedcrkr, 22n3t 70 Gardner Str. TUesucht: Eine deutsche Frau wünscht Stelle in einer guten Familie; kann nähen, kochen und Hausarbeit; sieht mehr auf gutes Heim als hohen Lohn. 22n3t Mrs. M. Schleich. 2888 Archer Ave. TUesucht: Eine junge Frau wünscht zu waschen und zu bügeln. 75 Cents per Tag. Mrs. M. Schleich, 2888 Archer Ave. 22,i3t TUesucht: Kürzlich eingewanderter Mann sucht un- ter bescheidenen Ansprüchen Kuchen-Arbeit. 22n3t Adr.: 'r 78 StaatSzeitung. TUesucyt: Eine junge Frau wünscht tagsüber irgend welche Arbeit; kann auch in einem Restaurant gut arbeiten. Mrs. Hoffman». 8» Hobbie Str. 22n3t TUesucht: Ein Journalist, der eine sechszehnjährige Erfahrung hinter sich hat, und irgendeinen Posten an einer Tageszeitung. Wochen- oder Monatsschrift aus siillen kann, sucht Stellung für sofort. Briese erbeten unter TL 313 Staatszeitung. Invbaw Geschäfts-Gelegenheiten. cvohn Klein. 125 S. Clark Straße, Zimmer 56 kaust, verkauft und tauscht Grundeigenthum für Sa loons. Hotels, irgend welche Geschäfte, mit kleiner An zahlung. MortgageS besorgt. Notariat. Feuer-Ver sicheruug. I3dzlJ.tuso O u verkaufen: Ein gut eingerichteter Saloon und 1.25. und hochfeine Andreasberger Hohlroller; auch schöne Zuchtweibchen. 382 Larrabee Str. Oöhne, Noten, Miethen, schlechte Schulden aller Arten collectirt; keine Bezahlung wenn erfolglos. Aug. Mueller, County-Lonstabler. 76 5. Ave., Zimmer 8. 2milJ Schulden! Schulden! Schuld Allerlei schlechte Schulden sofort collectirt. Keine Zahlung ohne Erfolg! Konstabler immer an Hand. Peoples Collection Agency. 82—84 Lasalle Str. Zimmer 37. sdzlJ Deutsch wird hier gesprochen. Auktions-Verkäufe. Auktions-Notiz. Reguläre Verkaufs-Tage: Montags und Donnerstags. Spezial. Verkäufe an anderen Lagen des MonatS. Maaren auf Privat-Verkaus. Wholesal» oder Retail. zu Auktions-Preisen. Verkäufe von Wohnungs-Einrichtungen eine Spezialität. Geld »org,schossen be, Uebertraguog, Korrespondenzen werden erwartet. Martin Emerich L Eo. Auktionäre. ILaplJ.tus- LSI L 283 State Str.. Lhicago. Persönliches. verlangt: Alle die armen Mütter, welche es ver- dienen und der Wotzttbätigkeit bedürfen, am Dank sagungs-Btorgen. 29. 'November, Punkt 9 Uhr 30 Min., in unseren Piano-Lagerräumen vorzusprechen. Bringt Eure Körbe mit. wir werden sie sülleil und Euch mit einem Taiiksaguugs-Diniier beglücken. Sieger L C 0.. 235 Wabash Avc., Ecke Jackson-Str. MTrS. Ernst, bekannt als die zuverlässigste Wahr sagerin, sagt die Vergaugenheit, Gegenwart und Zukunft aus das Bestimmteste und qarantirt Zufrieden heit. Gebühren 50c. 188 Wells Str.. 1 Treppe. 13 3 21nv7t Fischer, berühmte Wahrsagerin, sagt Vergangeu heit. Gegenwart und Zuknnst. liest aus der Hand, giebt Rathschlage in allen Geschäftsangelegenhetteu und Sympathie. 521 Wells-Str.. 1 Treppe. IBnov7t irgend einer Angelegenheit oder Trudel wende man sich vertrauensvoll an Frau Reutz. Als Kind erlernt. 50>ährige Erfahrung. 16 Clyvourn Avenue, nahe Dlvlsionstr.. 1 Treppe. 15nv1M cr>r. Emma Hellwig, staatlich geprüft. 35 1 Wells-Str.. Sprechstunden 9—4 und 6—B. Frauenkrankheiten. Unregelmäßigkeiten rc. Neue Methode, ohne Operation oder nachtheilige Folgen. Ersolg garantirt. ie berühmte Prophetin und Wahrsagerin Dr. Louise Goertz versteht persische Astrologie und Magie. Zeigt Euch das Bild der Zukünftigen. Verbindet Lie bende und Getrennte durch Sympathie. -Heilt alle und nicht erkannte Krankheiten. Bringt Euch Glück in Ge schäften. Zu sprechen von 9 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends. Wohnung: 38 61 Wabash Ave., nahe Slate- Str. Auch Sonntags zu sprechen. Nehmt die Statestr.- Car bis 37. Str. und dann 1 Block linker Hand. Ilsep I)r. Jda von Schulz und Tr. Louisa Hageuow. 51. v.. Staic-Str. Erster Klasse'Privat-Heim. Gegen Frauenleiden: Tumors, Unregelmäßigkeiten ti.s.w., besitzen wir allein „hier in Amerika" unsere eigens »eue „stets erfolgreiche" Spezial-Methode (ohne Operation n. Gefahr), anerkannt und erprobt vom Professor Koch in Berlin. 22 Jahr- Praxis. 26ok!M.tuso Yllexander's Geheim Polizei- 'Agentur, Zimmer 9 StaatSzeitung Bdg., 83—85 Fisth Ave.. bringt irgend etwas in Erfahrung auf privatem Wege. Unglückliche Ehestanbsfälle untersucht u. Beweise gesam melt. Alle Fälle von Diebstahl u. Schwindelei untersucht u. die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen. In irgend wel chen Verlegeuheilen kommen Sie zu uns. Gesetzlicher Rath frei. Coiiiirags offen bis 12 Ukr Mittags. I7m:lJtgl kTZrau Becker, die berühmte Wahrsagerin, enthüllt O »uf's Allergenaueste die Gegenwart und Zukunft. Zeigt das Bild der Zukünftigen. Giebt Auskunft über gestohlene Sachen, Gerichts- und Liebesamgelegenheiten. Entfernt böse Einflüsse durch Sympathie. No. 582 Wells-Straße, nahe North Avrnue. Sprechstun den auch am Sonntag. LoklJ c>rau Edliw, Wahriagerin, in der Syldesternacy! O geboren, sagt Bergangeilheit, Gegenwart. Zntunft. verbinde: Liebende und Getrennte, entserut böse Einflüsse bei Krankheiten durch Sympathie. 84 Clybourn Ave., Ecke Mohawk Str. Eingang neben dem Frucht-Slore. I löiuulJJuio Zu vermiethen: Stores, Wohnungen rc. vermiethen: Das an der Nordwest-Ecke von Franklin- und Rand olp H-Stratzr gelegene Vierstöckige Gebäude nebst Erdgeschoß. Ueberaus günstige Lage. Nur einen Block von der Station der Hochbahn. Günstige Bedingungen. Näheres bei TL051.08 dl. UOVXI2. 88 Lasalle Straße. 22?baw vermiethen: Gute Offices im EtaatS-ZeitungS.Gebinde. Großes Sicherheitsgewölbe. Dampfheizung», s. w. Wegen Einzelheiten sprecht vor in de» StaatszeitungS-Osfice. Ecke Washington-Straße und Fisth Avenue. Ou vermiethen: Ein schönes Wohnhaus mit 9 O geräumigen Zimmern und mit asten modernen Ver besserungen, No. 1340 Wolcott Skr., Ravenswood. nur einen Block vom Bahnhof. Lot 50x155. Nachzusragen 8478 Paulina Str.. oder bei Lloyd L Co., 26o,baw 1848 E. Ravenswood Park. Ou vermrethen: Sine obere Hinterwohnung von -O 4 Hellen Zimmern nebst Atlic an eine kleine Familie. 18j,baw 857 Lincoln Ave. Ou vermiethen: Feine neue Flais mit modernen -O Einrichtungen nahe der Stirn- und drei Linien Pferde bahnen. No. 744 Gracelanü Ave. 23nv.baw Ou verkaufen: Hübsches Wohnhaus in der NSHe O der Station Avondale, Northwestern-Bahn. für eine Familie bequem eingerichtet. Stallung für mehrere Pscrde mit dabei. >3OOO. Bequeme Zahlungstermin» oder schuldenfreies unbebautes Grundcigenthuui als Theilzahlung. Adresse: P. O. Box 157. Avondale. Cook So., Jlk Ismz baw Ou verkaufen: Lots auf Abschlagszahlung in der xck Nähe der Vermont und Slstou Avenue 1500—>800. Cottages werden, gaaz nach Wunsch des Käufers, eben falls aus Abschlagszahlung gebaut. F. Sötz. Zimmer 35 StaalSzeiiungsgebaude. Mittags zwischen Eins u. Zwei. Ou de rka uf en :—Ra ve ns w o ob. D>e schönst» B Sliwa Jozef 817 Hartveck Ntrs Ottilie 969 Stezervwsti Johann 818 Harris Sem 970 Saiomon L 819 Haselbrink H 97! Sontag Johanna 820 Hebel Otto 972 Stavach Beuedykt 821 Heck Gco 973 LtachowicrkStaiiislaus 822 Hellivig Albert 974 Stammler Fred 823 Hemzacek Frantisck 975 Slibck Jozef 824 herbold August 976 Stoppet Carle» 825 Herson B 977 Suchorzewski Anton 826 Horst H 978 Süffel Miß Lois 827 Horn Anna 979 Sujdak Zoffa 829 Hyman Mrs Anna 981 Lutz Louis 830 Jdzct Jse 982 Suukowski Wineenty 831 Jrmler Mitz Martha 983 Szasranski Nlaryan 832 Jstranah Sipos 984 Szymanskl Franciszek 8.33 Irsch Mrs 985 Tamoliina August 834 Jacobiohn Mr 686 Thimer Minna 835 Jakoscie Johan 687 Tichy Frantisek 836 Janus Feliks 988 Tomaszewski Michal 837 Jamrog Michat 989 Trytek Josef 838 Jaoker Ost 990 Lrybuta Johan 839 Jaskulski Jgnacy 991 Turek Charles 840 Jazwiec Franciszek 992 Urbance Alois 841 Jeziorski Peter 993 Urbanek Jozesa 842 Justiere Miß Marie 994 Vaudendard Eddh 843 Kaczienski Pioter 995 Bis nie Mileta 844 Kaplan A 996 Voczka Anton 845 Kapatczenski Martin 997 Voy Cohalg. 846 Kayser August 998 Wachizensky Joseph 847 Käufer Morris 999 Wachowski Joseph 848 Keruwan Ailton (2) 1000 Waskiejez Andrzej 849 Kcng Franz 1001 Walter Alfred 850 Klee P 1002 Weiching» Theodor 851 KlipfelMrs Louisa 1003 Weudlaud Mrs Helena 852 Kiiom Otto 1004 Wieozorek Kazimierz 853 Klußmann Henry 1005 W-bekerliiig Jan 854 Knicwel Carl 1006 Wilhelm Chas 855 Koch Ministe 1007 Wirth Miß Babetta 856 Klossner Beduch 1008 Witek Wojeieck 857 Kolozynski Julius 1009 Witt 'Mary 858 Kommet Franz 1010 Wittual I 859 Komperda Anna 1011 Wittkowsky Emanuel 860 Kopalova Marie 1012 Witzak -Karl 861 Kopecky Frank 1013 Wlazuy John 862 Korinek Vaclav 1014 Wöllstein Theodor (2) 863 Korovskv Josdf 1015 Mojiiicki Tomasz 864 Koziha Miß 1016 Wojdvta Katarzvna 865 KosaiNlls S 1017 Wolf Regina 866 Kozik I 1018 Wood Benjainm 867 Kraus P 1019 Wtasnyk W 868 Crispin Mrs Lucia 1020 Wlihrmann Ino L 869Kromm C 1021 Wych Jan 7 870 Krooß Mrs Kashi 1022 'ljock Ntiß A:»ia 871 KubaSzak Johau»» f 3
Page 4
4 Abendblatt. Abonnements-Preis: 9 er Nummer 1 Cent. Per Woche 6 Cents. Samstag, 24. November 1894. Ducey und Corrigan. Es würde sich für den cirischcn Pfarrer Ducey in New Nork viel besser schicken, wenn er den Mund hielte und den Zeitun gen nicht so viel Stofs zu unsinnigen, viel fach unwahren Berichten lieferte, die er schließlich wird büßen müssen. Diese Strei tigkeiten mit Corrigan sind in der Regel vom Zaune gebrochen und wenn jeder Geistliche so empfindlich wäre, wie die Herren McGlynn, Burtsell und Ducey, so lägen sich die Bischöfe mit der halben Geistlichkeit in den Haaren. McGlynn war wegen seines Auftretens in den Henry George'schen „Poverty Meetings" und „Single Tax Meetings" zurechtgcwiesen worden. Der Pfarrgeistlichc ist ein be zablter Diener, den der Bischof dahingesetzt hat, um seines Amtes zu walten und der dafür sein Gehalt bezieht. Die Geistlichen mit wenigen Ausnahmen fassen ihre Auf gabe so auf und handeln darnach, und da rum braucht es einen nicht Wunder zu nehmen, wenn ein Bischof ans dieser Auf fassung besteht und den Zuwiderhandeln den zurechtweist. Der Bischof hat ebenso gut ein Recht, von seinen Geistlichen eine strenge Pflichterfüllung zu verlangen, wie jeder Beamte, der Unterbeamte hat und bei den katholischen Geistlichen ist das noch viel mehr der Fall, denn der katholische Geist liche ist nicht von Morgens acht bis Abends sechs in Dieny, sondern, wir möchten sa gen, die ganzen 24 Stunden. Er muß zu jeder Stunde gewärtig sein, dienstlich in Anspruch genommen zu werden. Aerzte, Apotheker und Geistliche stehen in dieser Beziehung aus gleicher Stufe. Geistliche, die Abends oder gar Tagsüber in die Ver sammlungen lausen, stehen ihrem Amte nicht so vor, wie sie sollen. Was sich auf ihr Amt bezieht, können sie Alles auf der Kanzel sagen. Katholische Geistliche haben sich von jeher aller Einmischung in die öffentlichen Ange legenheiten enthalten und das Publikum hat das immer am liebsten gesehen und es verträgt sich auch am besten mil ihrem Stande, der ja g e i st l ich und nicht welt lich ist. Dein McGlynn war deshalb sein Recht geworden. Also um auf den Pfarrer Ducey zurück zukommen. Derselbe hat schon früher ein mal in der Oefsentlichkeit von sich reden gemacht und zwar in sehr unliebsamer Weise, durch seine heimliche Verhcirathuug des Sohnes Blaine's mit einer Katholikin. Blaine hat ihm darüber schwere Vorwürfe gemach; und viel Herzeleid dadurch ausgc standen und die Ehe hat denn auch schließ lich im Gericht ihren Abschluß gefunden. Im vorliegenden Falle hat der Erzbischof Corrigan, den wir sonst nicht gerade in unser Herz ciugeschlosteu haben, ganz kor rekt gehandelt. Er hat den Pfarrer Ducey in anständiger Weise an seine Pflicht er innert, weit derselbe, statt in seiner Pfarr wohnung zu sein, wie es ihm sein Amt ge bot, sich in den Sitzungen des Lexow'schen Ausschusses umhertricb, wie jeder andere neugierige Gasser. Die Irländer haben dafür eine besondere Vorliebe. In jedem Gerichtshöfe kann man jederzeit mehr Ir länder finden, als sonstige Nationalitäten. Statt nun zum Bischof zu gehen und sein Verhalten zu rechtfertigen, hat er nichts Eiligeres zu thun, als seine Zurechtweisung an die große Glocke zu hängen und es Hinz und Kunz-zu sagen, wie er, der Pfarrer Ducey, sich den Henker um den Bischof scheere und in erster Linie amerikanischer Bürger sei, sich vom Bischof sein Recht nicht verkürzen lasse und selber wisse, was er zu thun und zu lassen habe. Damit ist er nun aus dem Holzwege. Für den Bischof ist er in erster Linie wohlbestallter Geistlicher, der für seine Arbeit ein Gehalt bezieht und für dieses Gehalt arbeiten muß. Wenn er nicht arbeitet, so kann der Bischof ihn entlasten, und dann sitzt er da mit sei nen Keuntuisscn. Wenn er hin und wieder einmal in die Sitzung des Lexow'schen Ausschusses gegangen wäre, so wäre das Niemanden ausgefallen und dem Bischof Corrigan wäre es nicht eingefallen, ihn des halb zur Rede zu stellen. Wenn er aber alle Tage hiulüuft, ohne etwas da zu suchen zu haben, wenn er seine Amtspflicht ver nachlässigt und schließlich die Leute sich darüber aushalten und ihn dummer Weise für einen Berichterstatter oder gar Spion des Papstes halten, also selber an seiner Aufführung Anstoß nehmen, so tann es dem Bischof wahrlich keiner übel nehmen, wenn er den Bummelfritzen zur Rede stellt und, eingedenk der üblen Erfahrungen in der Blaine'schen Angelegenheit, dem öffent lichen Gerede ein Ende zu machen suchte. Herr Ducey hat noch nicht einmal den Schutz Satolli's augerusen: er wisse selbst sein Recht als Bürger zu wahren. Sein Recht als Bürger hat noch Niemand in Frage gestellt, auch der Erzbischof nicht; aber seine Pflicht als Geistlicher, als be soldeter Pfarrer ist ihm in Erinnerung ge bracht worden. Wenn er sich als Priester nicht zu benehmen weiß, so ist es ganz in Ordnung, wenn er darauf aufmerksam ge macht wird. Das ist eine Disziplinar augelegcnheit, bei der er beim Publikum nicht aus theilnahme zu rechnen braucht. Und die Theilnahme des Publikums würde ihm auch wenig nützen. Wenn er als Pfarrer von eM, Leo noch lange sein jeden falls nicht schlechtes Gehalt beziehen will dann hütet er sich, sich qar zu sehr auf's hohe Roß zu setzen. McGlynn hat zu Kreuz kriechen müssen und seine Stelle hat er auch noch nicht wieder, allen seinen Bemühungen, auf halbem Wege mit Corrigan wieder in's Gleichgewicht zu kommen, zum Trotz. Der Papst kann ihm wohl seine verrückten An sichten vom Eigenthumsrecht zu Gute hal ten, kann ihm auch seine eigene Verhöhnung, Wie sein Getragenwerden in die St. Pcters kirche bei besonders feierlichen Anlässen, verzeihen, aber seine offene Auflehnung gegen den Vorgesetzten kann er nicht gut heißen und gar den Bischof zwingen, sich vor dem Untergebenen zu demüthigen. Der Bischof ist Bischof, mag er nun Corrigan heißen oder sonstwie. Und aus stramme Disziplin wird in der katholischen Kirche viel strenger gesehen, als in jeder anderen Gemeinschaft, außer vielleicht im preußi schen Staats- und Militärdienst. Wollte Gott, wir hätten von dieser strammen Dis ziplin etwas in unserem amerikanischen Beamtenstande, obwohl man auch da keine McGtynn und keine Burtsell und Ducey duldet. Den amerikanischen Beamten im Bundesdicnste wird auch die Theilnahme an dem politischen Getriebe verboten. Warum soll einem Bischof nicht das Recht zustehen, von seinen Beamten Aehnliches zu verlangen. Bischof Corrigan ist hier im Recht und dem Pfarrer Ducey möchten wir es gönnen, wenn er gehörig gemaßregelt würde. Schon um der öffentlichen Disziplin willen. Ein Priester, der seinem Bischof frech zur Ant wort giebt: In meinem Besitze befindet sich das handschriftliche Zeugniß eines der höchsten Würdenträger dafür, daß sich in New 'Jork Herz und Seele der systemati schen Bekämpfung des Wollens und Thuns des heiligen Stuhles befanden perdient, daß er eine Maulschelle erhält, die ihm auch wahrscheinlich von einem weltlichen Vorge setzten zu Theil geworden wäre, wenn er seinen Brief persönlich abgegeben Hütte. Wenn es soweit gekommen ist, daß ein Priester seinem Bischof das bieten darf, dann bedauern wir die katholische Kirche. Das ist der Jreland'sche Hinterträger, als den Ducey sich verrathen hat. Jreland muß an den Jünglingen, die er sich ge zogen, seine Freude haben. In der Praxis, wo es ihn selbst betrifft, huldigt er anderen Ansichten, wie er seinerzeit einem deutschen Priester seiner Diözese bewiesen hat. Und er hätte weniger Recht dazu gehabt. Hof fentlich machl's ihm Corrigan nach. Nur kann dieser bedauerlicher Weise seiner Rüge aus eigener Machtvollkommenheit nicht den Nachdruck verleihen, den er den Mc- Glynn und Burtsell crtheilten verliehen hat, denn die in einem der vornehmsten Viertel New Nork's gelegene St. Leo- Pfarrei ist eine der wenigen Pfarreien, de ren Inhaber vom Bischof nicht abgesetzt werden kann, und darin liegt auch die Erklärung für die Unverschämtheit dieses Ducey, der sich bekanntermaßen um seine Amtsgeschäfte wenig kümmert, und bei Dettnonico viel mehr zu Hause ist, als in seiner Pfarrwohnung: ein Lebemann im geistlichen Gewände. Beschleunigte Besserung. Das war eine bedeutende Ausbesserung, die wir in der vergangenen Woche erlebt haben. Der Gesammtumsatz hat sich auf 1020 Millionen gehoben und damit die entsprechende vorjährige Woche um 7.8 Prozent mit New Nork, und um 10.6 Pro zent ohne New Z)ork überstiegen. Aus 96,296,694 Dollars und 11.2 Pro zent Zunahme hat's Chicago, Boston nur ans 87,336,432 und 7.5 Prozent Zunahme gebracht. In New Nork hat der Umsatz 550,787,564 Dollars betragen und die Zunahme 5.7 Prozent. In der ganzen Städteliste findet man fast nur Zunahmen, Städte von irgend welcher Bedeutung haben, Houston mit 23.5 und New Orleans mit 3.8 ausge nommen, keine Abnahme, Eine merkwürdige Erscheinung ist, daß kleinere Städte viel heftigeren Schwankun gen ausgesetzt sind, wie man das das ganze Jahr durch in den Bankausgleich ungen beobachten kann. Das muß wohl daher kommen, daß in den großen Städten, den Handelsmittelpunkten, wo die Fäden des Geschäftslebens zusammenlausen, die Differenzen sich ausgleichen. Das lebhafteste Bild gewähren die Bank geschäfte Ides Gebiets, dessen Mittelpunkt Chicago bildet, und steht das deshalb auch mit der Zunahme unter den großen Han delsplätzen obenan. Und am bedeutendsten ist hier die Aufbesserung in Salt Lake mit 61.3, in Peoria mit 45.4, in Fort Worth init 38.5, in Topeka mit 38.1, in Nashville mit 36.7, in Denver mit 31.7, in Milwau kee mit 23, in Kansas City mit 25.3, in Indianapolis mit 22.5, in Minneapolis mit 15.1 und in St. Paul mit 11.1 Pro zent. Au der Küste des Stillen Meeres hat San Francisco H.2 Prozent Gewinn, Tacoma 9.7, Spokane 19.5, Portland 39.1 und Los Angeles 36.4, und nur Seattle 13.3 Verlust. Im tiefsten Süden ist wohl in Folge des Niederganges der Baumwoll preise und des schlechten Absatzes dieses Haupthandelsartikels des Südens, beinahe überall ein Ausfall gegen das Vorjahr zu verzeichnen, so von 3.8 in New Orleans, 23.5 in Houston, 2.2 in Savannah und 5.4 in Norfolk, doch giebt es auch dort Ausnahmen von 7.6 Prozent Zunahme in Nichmond und 7.5 in Atlanta. Wo die Eisenindustrie eine Hauptrolle spielt, fin den wir 7.5 Prozent Zunahme in Pitts burg, 11 in Cleveland, 37 in Eolumbus und 5.2 in Canton. Für die Ausbesserung im Großen und Ganzen spricht, daß alle Städte, deren Geldumsatz über 10 Millionen beträgt, mit Gewinnsteil von 3.8 bis 25.3 Prozent in der Liste stehen. Und für unsere Arbeiter in den Großstädten ist die Thatsache er freulich, daß diese Aufbesserung nicht so wohl von einem vermehrten oder lohnen derenUmsatze in Bodenerzeugnissen, als von einer vermehrten Nachfrage nach Fabrik erzengnissen, die eine größere Verwendung von Arbeitskraft bedingt, herrührt. Und wenn auch, wie R. G. Dun L Comp, in ihrem heutigen Wochenbericht sagen, ein gut Theil dieser erhöhten Nachfrage nach Arbeitskräften auf die unnatürliche Ver schleppung von Aufträgen für den Winter zurückzusühren ist, so bedeutet sie doch auch eine wirkliche Zunahme des Verdienstes und der Kaufsähigkeit von Millionen und läßt somit für die Zukunft eine erhöhte Nachfrage erwarten. Die an dieser Stelle in der vorigen Woche in Aussicht gestellte beschleunigte Besserung hat sich bereits ein gestellt und Tausenden wird dies zum her annahenden Winter ein Trost sein. Der Millionär Addicks in Delaware ist des Versuchs verdächtig, sich die Wahl zum Bundcssenalor zu erkaufen. Als ob das so was Neues wäre? Die Japaner haben Port Arthur mit leichter Mühe eingenommen und damit die Zertrümmerung des chinesischen Reiches besiegelt. Das ist die Antwort aus Gresham's einfältige Vermittelungsan frage. M» Die Bieransslchten für die Wirthe sind gut, denn mit Austritt der „Cook Brewing Company" aus dem Verbände der Bierbrauer winkt ihnen ein fröhlicher Bierkrieg. Aber die Biertrinker? Nun, die kriegen höchstens wieder Dividenden jauche. Am 24. November 1562 ist zu Edin burg der Reformator Schottlands, John Knox, gestorben. 1632 wurde zu Amster dam der Skeptiker Benedikt v. Spinoza geboren. 1870 kapitulirt Thionville. Siegreiche Gesichte des X. Armcecorps bei Ladon und Mczieres. ln Indiana hat der Staatsgeologe Blalchley, Republikaner des Versuchs ihn zu bestechen, um die Anstellung republi kanischer Oelinspekloren durchzusetzen, an geklagt. Wir wollen hoffen, daß die Republikaner sich von dem Verdacht reini gen können, denn Republikaner lhun bekanntlich so was niemals. Sie nehmen allenfalls Bestechung, aber sie geben keine. Pardon! Der Polizeiinspektor Schaack empfing von dem im Anklagestand versetzten, in der Wahlnacht von einem Polizisten ange schossenen Strolch Santry das schriftliche Anerbieten, sich den Behörden stellen zu wollen, wenn ihm entsprechender Schutz zu Theil würde. Aha! So Schutz st ln O'Malley. Man sieht, in Chicago unter handeln die Spitzbuben, wie in Italien die Räuber mit den Anverwandten ihrer Ge fangenen. Der eirische Polizeirichter Divver in New Aork, dem es jetzt wegen Wahlbe trngs, lüdcrlichen Lebenswandels und Bauernfängerei an den Kragen gehen soll, war vordem Schänkwirt!) gewesen, halte nicht die geringste juristische Erziehung ge nossen und war von dem früheren Mayor Grant zu dem äußerst glänzend besoldeten Posten, der ihm auch ohne Spitzbüberei jähr lich seine 8000 einbrachlc, ernannt worden. Nun, das bischen ~lnxv", welches zum Polizeirichler erforderlich, wird er als eirischer Pfiffikus schon bald gelernt haben, aber man sieht daraus doch, aus was für einem Holz die New Aorker Polizeirichter geschnitten sind. Das Lebensende russischer Herrscher. Die schwere Krankheit und der Tod Alexander's 111. erinnern an die Thatsache, daß sich nicht allzu viele russische Herrscher eines sanften und natürlichen Lebensendes i erfreuen durften. Jwan's des Schreckli chen Tod entsprach seinem Beinamen; er starb nach zwötftagigen Qualen am 18. Mürz 1584. Alle seine Eingeweide waren in der Zersetzung begriffen, sein Körper unförmlich angeschwollen. Nach ihm nahm der „falsche Demetrius" für kurze Zeit den Thron ein. Als ein Aufstand ge gen ihn losbrach, stürzte er sich zu einem der Fenster des Kremt hinaus und wurde, noch nicht völlig todt. von dem rasenden Pöbel zerrissen. Vom Eüsarewitsch Alexis, dem Sohne Petcr's des Großen heißt es, daß er air Gisi gestorben sei, daß der Apotheker Bahn bereitet haben soll. Fest steht, daß der Prinz am Vormittag nach der Verlesung seines Todcsurtheils noch vollkommen gesund war, Abends aber bereits tobt mit einem Tuche um den Hals, ans einem Bette liegend, gefunden wurde. Einen schweren Todeskamps hatte auch Peter der Große zu bestehen. Wie derholt brach er in laute Schmerzensrufe aus. Eine seiner letzten Aeußcrungen lau tete: „Man sehe ans mich, was für ein eiendes Thier der Mensch ist!" Von Vie len wird behauptet, daß auch sein Tod kein ganz natürlicher war. Zeitgenossen erzäh len, daß Katharina I. von Mentschikow vergiftet worden sei, dem es bequemer ge schienenem 'Namen eines Kindes (Peter's II.) das Szepter zu führen, als in dem einer Kaiserin, die endlich seines Ueber muthes müde geworden zu sein schien. Pe ter 111. wurde im Landhause Mopso, das dem Hetman Razumowsky gehörte, von verschworenen Offizieren ermordet. Or low hatte den Kaiser zu Boden geworfen und ihm sein Knie auf die Brust'gedrückt, während er ihm mit beiden Händen den Hals umspannte. Fürst Varatinsky, der Befehlshaber der Wache, und Teplow machten nun aus einer Serviette eine Schlinge, die sie ihrem Opfer über den Kopf warfen. Peter kämpfte noch einige Augenblicke, wurde aber, bald ohnmächtig geworden, von seinen Mördern erstickt. Aus Anstlften der Kaiserin Katharina 11. wurde auch mehrere Jahre später der von ihr in beständiger Gefangenschaft gehal tene, schon als zartes Kind von dem ererb ten Thron gestürzte Czar Iwan in seinem vierundzwanzigstcn Lebensjahre im Kerker auf scheußliche Art durch die Offiziere Ulusiew unb Tschekin ermordet. Den Eza ren Paul I. Petrowitsch (1796—1801) be raubte eine Palastrevolution des Thrones und des Lebens. Die Verschworenen dran gen in sein Schlafzimmer; Fürst Jeschwell, ein geborener Tartar, zerschmetterte ihm durch einen Schlag mit dem Degengriff die Hirnschale, worauf ihm der Oberslallmei ster Graf Nikolaus Zubow mit einer dem Offizier der Wachtmaunschaft des St. Michaelspalastes gehörenden Schärpe die Kehle zuschuürte. Auch als Alexander I. Paulowitsch (1801—1825) gestorben war, flüsterte man sich in Rußland leise zu: „Alexander ist ermordet, vergiftetln dessen ist diese Beschuldigung unwahr, ob wohl damals selbst Fürst Tallcyrand den Aussprach that: „Es ist hohe Zcil, daß die Kaiser von Rußland ihre Todesart verän dern". Alexander's Nachfolger, den Kai ser Nikolaus 1., ereilte der Tod am 2. März 1855 während des Krimkrieges, der in unerwarteter Weise Rußlands militä rische und materielle Schwächen offenbarte. Man behauptet von Nikolaus u. A. auch, daß er sich aus Verdruß hierüber selbst ver giftet habe. Das tragische Ende des men schenfreundlichen Alexander's 11., der am 13. März 1881 einem nihilistischen Atten tat zum Opfer fiel, ist noch in Aller Ge düchtniß. („Mageb. Ztg.") AvendbLatt» KcrnEag, 24. Uonernvev 1894. Butter und Lier. Unter den verschiedenen Zweigen der Landwirthschast sind keine andern zwei zu finden, die so gut zusammen passen, als Milchwirthschaft und Hühnerzucht. Selbst wenn die hierbei gewonnenen Eier und Butter durch Commissionshändlcr verkauft werden, wird ein ganz hübscher Gewinn erzielt, können sie aber direkt an die Kon sumenten abgesctzt werden, so ist der Profit ein noch weit mehr zufriedenstellender. Viele Milchereibesitzer habeneinc feste Privatkund schaft für ihre Butter und solche Kunden sind auch mit Leichtigkeit als Abnehmer von frischen Eiern zu gewinnen. Beim Bnttermachen in der Milcherei fällt eine bedeutende Menge von abgerahm ter Milch als Nebenprodukt ab und die vorthcilhaste Verwerthung dieser Milch ist ein Gegenstand von großer Wichtigkeit. Manche Milchcreibesitzer füttern solche Milch an Kühe, obgleich ein weit größerer Vortheil daraus erzielt werden kann, wenn sie für die Hühner verwendet wird. Selbst verständlich erfordern Kälber und anchFerkel bei deren Aufzucht eine gewisse Menge abge rahmter Milch, doch was dabei nicht zur Be nutzung gelangt, sollte unbedingt den Hüh nern verabreicht werden. Selbst wenn der Preis der Eier ein niedriger ist, läßt sich aus deren Gewinnung ein Profil yerausschla gen, wenn von Seiten der Milchereibesttzer der abgerahmten Milch als Hühnerfuttcr mehr Gewicht beigclegt wird. Ein erfahrener Hühnerzüchter theilte un längst mit, daß ihm das Futter für ein Huhn im Monat nur auf 5 Cents zu stehen kommt und zwar berechnet er dabei den Werth der Futtermittel, zu denen auch Fletsch, Austernschalen c:. gerechnet sind, noch zu den vollen Marktpreisen. Eine gewöhnliche, nicht zu alte Henne legt von 110 bis 125 Eier im Jahr, welche, auch wenn sie billig verkauft werden müssen, immer noch mehr einbringen, als die Er haltungskosten des Huhns betragen. In gewöhnlichen Durchschnittsjahren kann leicht ans dem Verkauf der Eier eines ein zelnen Huhnes tzl.oo Gewinn erzielt wer den, wenn aber der Geslügelstand haupt sächlich aus guten Legehühnern zusammen gesetzt ist und ihnen die nölhige Pflege und Aufmerksamkeit zu thcil wird, so kann auf diese Weise ein Huhn seinem Besitzer bis zu H 2.00 das Jahr als Reingewinn ein bringen. Es ist hier noch nichts über die Zucht von jungen Hühnern zum Versandt aus den Markt gesagt worden, weil ein solches Ge schäft mehr Zeit und Sorgfalt erfordert, als der Milchereibesitzer gewöhnlich darauf verwenden kann; doch bei der Aufzucht von Kücken zu Legehennen bleibt immer ein nicht unbedeutender Prozentsatz von jungen Hähnen übrig und diese können dann noch nebenbei an die Butter- und Eterkunden abgesctzt werden. Der Mann, welcher seine Butter direkt an den Consumenlen verkaufen kann, be kommt dafür, im Falle die Butter von vor züglicher Beschaffenheit ist, mehr, als der Commissionsdändter zu zahlen vermag; bringt er nun die Eiergewinnnng damit in Zusammenhang, und vermag er an seine Butterkunden auch Eier abzusetzen, so er hält er auch dafür mehr als den Engros- Preis. Aber so wichtig es ist, beim Butterge schäsr einer Milcherei das größte Augen merk auf die Haltung von guten Milch kühen zu wenden, ebenso unerläßlich ist es bei der Geflügelhaltung, behufs Gewin nung von möglichst vielen Eiern gute Lege hühner anzuschassen und den Hühnerstand in geeigneter Zeit zu erneuern. Anfänger sollten aber nicht gleich Hals über Kops sich in das Eiergeschäft stürzen, eine Menge Hühnerhänser bauen und diese mit ange tansten Hühnern anfüllen, sondern beschei den anfangen, zuerst lernen, wie man mit Geflügel umzugehen hat, und dann die Zahl der Hühner nach und nach im Ver hültniß zu den gewonnenen Erfahrungen vergrößern. In diesen Tagen billigen Weizens empfiehlt es sich, denselben durch Hühner in Eier und Fleisch umwandeln zu lassen; es giebt Hühnerzüchter, die in jüng ster Zeit aus diese Weise nicht weniger als H 1.50 für den Bushel Wetzen (das Dutzend Eier zu 18 Cents gerechnet) erzielt haben. Gewiß ist es, das; Geld im Eicrgeschäst steckt, wenn der Hühnerzüchter die Fähigkeit und Lust besitzt, seinem Federvieh die nö thige Pflege angcdeihen zu lassen. Zur lVechselwirthschaft in (Oregon. Roseburg, Douglas Co., Oregon. Werther Herr Redakteur! In Bezug ans den in No. 45 der „Land wirthschafttichen Beilage" enthaltenen Auf satz über „Wechselwirthschast" erlaube ich mir, einiges über das südliche Oregon zu schreiben; denn was der belr. Arlikel sagte, stimmt nicht ganz mit den Verhältnissen in unserem County überein. Roseburg ist der Countysitz von Doug las County, zählt ungefähr 2500 Ein wohner und liegt an der S. P. N. R. und am Umqua Fluß. Wir bauen hier alles, jede Sorte Getreide und jede Sorte Obst; mehrere Farmer besitzen etliche lausend Schafe und wenn die Wolle auch billiger als früher (sie wurde verkauft für 10 Cents), so wird das dadurch einigermaßen wieder ausgeglichen, daß wir im Jahre zwei Mal scheeren. Der Preis für Schafe betrügt von tz1.75 bis H 2 das Stück. Dann betreibt hier auch nicht jeder einerlei Feldbau, sondern ein jeder, der ein rechter Farmer ist, betreibt Viehzucht, baut alle Sorten Getreide und verlegt sich auf die Obstzucht. Im Obst steckt das meiste Geld, denn ein Acre Zwetschen bringt das 4. Jahr schon eine hübsche Ernte, im 5. und 6. Jahr einen Reinertrag von tzlOO bis H 200; nebenbei ernien wir noch Bohnen, Kartof feln und Mais. Der Ertrag an Weizen beziffert sich auf 15 bis 40 Bushel vom Acre und wurde noch nie billiger als 35 Cents der Bushel verkauft. Mehl kostet von H 1.40 bis tzl.Bo das Hundert, Kartof feln bringen von 40—45 Cents das Bu shel, Gerste 45 Cents, Hafer 25. Mais 50 Cents, gepflückte Aepset von 45—50 Cents der Bushel. Für getrocknete Aepfel wer den von 6—B Cents das Pfund, für grüne Zwetschen 1 Cent und für getrocknete von B—lo8 —10 Cents bezahlt. Darum, liebe Bauernbrüder, laßt Euch nicht abschrecken vom südlichen Oregon. Wer seinen Wohnsitz zu verändern wünscht, sehe sich in Oregon nur einmal um; hier giebe es noch genug Land für H 5 per Acre und auswärts, je nachdem die Vcr betzerungen sind. Beinahe überall stehen Gebäude auf dem Land. Das Klima ist gesund, die Gegend gebirgig und es herrscht daher eme reine, gesunde Luft. Mißernten, Hagel, Blizzards u.dgl. giebt es hier nicht. Wtnter habeil wir fast nie, manches Jahr gar leinen Schnee und wenn einmal wel cher fallt, so bleibt er nur ein paar Tage liegen. Aus diesem Grunde können wir unser Getreide auch immer zur rechten Zeit herein haben, das Vieh läuft das ganze Jahr draußen herum und auch im Winter- Haben wir eine schöne Viehweide. Ich bin selbst Farmer, wohne 10 Meilen von Roseburg, habe aber kein Land zu ver- j kaufen; trotzdem bin ich gern bereit, wenn dieser oder jener sich für Oregon interes- j sircn sollte, nähere Auskunft zu erthcilen; ein an mich geschicktes, frankirtes Couvert mit der bctr. Adresse und den zu beantwor tenden Fragen würde genügen. Frankßoerner. vermischtes —ln Huzk in Ungarn kam es anläß lich der Weigerung der Bevölkerung, die an der Cholera Verstorbenen aus dem Cholcra- Friedhofc beerdigen zu lassen, zu einem Zusammenstoß mit der Gendarmerie, welche auf der Durchführung der An ordnung der Behörde bestand. Die auf geregte Menge stürzte sich auf die Gendar men und versuchte, ihnen die Waffen zu entreißen. Die Gendarmerie mußte von der Schußwaffe Gebrauch machen. Ein Bauer wurde getödtet, viele verwundet. 00 Personen wurden verhaftet, darunter 20 Weiber. Der vom Oberprocurator der heiligen Synode Rußland's für das Jahr 1890191 erstattete amtliche Bericht stellt fest, daß die verschiedenen Secten der Raskolniki in Rußland in der letzten Zeit eine nicht unbe trächtliche Zunahme erfahren haben. So zählte man im angegebenen Jahre in der Saratower Diöcese 70,000, in der Sa marer 52.000, in der Wjatsker 72,000, in der Tschcrnigover 50,000, in der Polozker 82,000, in der vom Don 106,000 und in Sibirien 170,000 Raskolniki. Die An hänger all' dieser L-eklen seien, wie der Be richt betont, von Haß gegen die Ortho doxen erfüllt. Die Negierung hat die Auf nahme von Kindern der Stundisten in die Volksschulen Südrußland's nur unter der Bedingung gestattet, daß die Schüler gleich allen anderen am orthodoxen Religions unterrichte theilnehmen. Da sich jedoch kein einziges stundlstischcs Familien-Ober haupt der gestellten Bedingung unterworfen hat, bedeutet die Verfügung der Regierung die Ausschließung der der genannten Sekte angehörcnden Kinder ans sämmtlichen Volksschulen. Die in Denver, Eol., erscheinenden „Rocky Mountain News" behaupten, daß ein Syndicat im Entstehen begriffen sei, welches den Silber-Markt und -Preis in allen Ländern zu controlliren beabsichtigt. Wie es heißt, hat im Lause dieser Woche in genannter Stadt eine Eonferenz stattgefun- den, an welcher die Herren Daniel Guggen heim ans New Nork, Barton und Nash ans Omaha, Hanauer aus Salt Lake City und Allen aus Denver theilgenommen haben. Herr Allen vertrat die lokalen Silber schmelzer und die hauptsächlichsten Silber- Bergwerksgesellschaften. lieber die Details des vorgeschlagencn Projekts sind verschie dene Berichte im Umlauf. Der eine be hauptet, daß hinter dem Syndicat John D. Rockeseller und die Rothschilds ständen, welche die Controlle über sümmtliche Schmelzöfen in den Ver. Staaten und in Mexico zu erlangen trachteten, um dann eigenmächtig den Preis des Silbers, ohne Rücksicht aus die Produktion oder Nachfrage bestimmen zu können. Ein Vorschlag soll angeblich dahin zielen, sümmtliche Schmel- zereien zu einem abgeschätzten Preis, im Verhältniß zu ihren Werth, käuflich zu er werben. Dieser vereinbarte Preis soll dann baar ausbczahlt werden. Dann soll jede der ausgekauftcn Gesellschaften eine, im Verhältniß zu der Größe ihres Geschäf tes stehende Anzahl Aktien der neuen Eom- pagnie übernehmen. Jsaac Guggenheim in New Z)ork, der Bruder des obengeuann- ten Dauiel Guggenheim, erklärte auf Be- fragen, daß die Sache in ihren Grund- zügen richtig sei und daß sich sein Bruder auf dem Rückwege von Denver nach New 3)ork befände. So viel könne er jedoch schon jetzt versichern, daß weder Rockefcller noch die Rothschilds irgend etwas in der Angelegenheit mitzusprechen hätten. Aehn- lich hat sich auch Herr R. M. Nash von der „Omaha and Grant SmelUng Co." geäußert. j Schlagfertig. A.: „Sie wollen, halt immer geschcidter sein, wie ich!"—B.: „Nun ich glaube, das ist doch gewiß ein sehr bescheidener Wunsch!" Eijenöaün-Fttürpkäne. FZ'hicaoo L N-rtl,weftern-»isenbar,n. Ticket Offices: Nos. 206—208 Clark-Straxe. an der Oakley Avenue Station und am Depot. Ecke Wells- und Kinzie-Straße. Abfahrt Ankunft Omaha, Des Moines, Denver, l 6:25 A' 8:15 M Sioux City, Salt Lake, San-! '10:30 A' 8:45 M Francisco. Portland f '10:40 A' 7:00 M Black Hills und Deadwood '10:30 A' 8:15 M Clinton und Cedar Rapids v 12:30 Nfi 2:15 N Duluth und The Superiors 6:30 A' 9:30 M Et. Paul, Minneapolis l -j- 8:15 Ml 8:00 M Eau Claire, La Trosse, Wiuona.-c 8:30 A' 9:30 M Madison und Nordwest f 10:30 A 9:3S A Winona, Minn., und Süd-Dakota t 6:59 Al 8:00 Nt lowa und Dakota 6:25 Al 8:15 M Fond du Lac, Oshkosh, Neenah. f 11:30 M' 6:15 A l Green Bay, Menominee 8:00 A 7:35 M l Oshkosh, AppletonundFt.Howard' 3:00 Ns- 1:15 N Ashland,Hurley.Bessciner,Jroil-j -s 3:00 Ml 7:35 M Wood und Rhinelander j 5:00 N 10:05 M Marquette und Lake Superior..-! 1 AA j Milwaukee und Racine Absahrt: »3M, -j Dt, '8:30 M., ->-11:30 M.. ->-2 2t.. '3 St.. 'SN„ '8 A.. 'II A Ankunft: '7:35 M.. ->-9:80 M.. '10:05 M.. '11:30 M.. '1:l5 N.. s-4 N.. '6:15 A.. '9:30 A. Rockford und Freeport—Absahrt: -j-7 M., -jl0:15 M., ->-4:15 N.. 1-11:30 A. Ankunft: ->-10.30M., ->-2:15 N.. ->-5:55 9t., ->-1l:1g A.—'Täglich. -j-Täglich. ausgenommen Sonntags. lTäglich. Montags ausgenommen. ILäg» lich, Samstags ausgenommen. BNur Sonntaas. Milwaukee L Tt. Pani-Eisenbahn. Stadt-Ticket-Osfice: 207 Clark-Straße; Telephone 2190 Main. Union Passagier-Station: Canal-, Adams- und Madlson-Stratze. Absahrt Ankunft l i z° 8:30 M litt LaCrosse, Winona, St.Paulund 6:30 A* Minneapolis M3O Council Bluffs, Omaha u.Sioux l 6:20 ?:ISM Dubnque t 6:20 do Cedar Rapids und Dubuque 1 Z-60 N-j- 2:00 N Cedar Rapids und Kansas City... t w:35 A 7:15 M Northern lowa, Southern l x 6:-0 A« 7:15 M Minnesota, Southern und 1 b:6O 7:00 M Central Dakota f t l 9:00 M Green Bay, Northern Wisconsin s 7 Ni 7go M und Michigan Peninsula j 6:00 A A Milwaukee—Absahrt:'B:3o M„ ->-11:30 M., ->-3.00 N.. '6:30A.. '8:00A., '10:30A.; Ankunft:'7:ooM.. '9:30M., ->-11:30 M.. ->-1:00 N.. ->-3:45 N., '6:15 A., '9:45 A. Täglich. Täglich, ausgenommen Sonntags, tTäglich, ausgenommen Samstags. lTäglich, aus genommen Montags. Wlichigan Central, N. Y. C. LH. R. und B. L A. R. R.—„The Niagara Falls Route". Ticket- Offices, 67 Clark Str. und Stationen 12. Str. und Park Row, 22. Str., 39. Str. und Hyde Park. 18. November 1894. Abfahrt Ankunft. Post und Expreß... fi 6:50 M 6:35 A i New 'York und Boston Spezial '10:30 M 2:40 9! I Der North Shore Limited 4:30 N Fast Eastern Expreße 3:30 9!' 9:05 A s Kalamazoo Accommodation s- 4:!5 N >-11:10 M Detroit mid Bai, City Nacht-Erpreß 9:30 A 7:10 M MlaiiticExpreß '11:30 A 7:50 9N Grand Rapids Züge bla C. L W. Ai. Bahn. Absahrt ->-8:25 M.; s-5:00 9t.; '11:45 A. Anknnst: '7:20 M.: ->-1:25 N.: ->-6:50 A. Grand Rapids Via G. R. L I. R. R.. Abfahrt: ->-3:30 N.;. '11:30 A. Ankuiist: '7:10 M.; ->-9:05 A. 'Täglich. ->-Ausgen. Sonntags, t AnSgen. Montag Chicago L Eastern Illinois Eisenbahn. Ticket-Offices: 230 Clark-Str., Auditorium-Anner und Passagier-Station, Dearborn- und Potk-Str. 'Täglich. ->-Sonntags ausgen. Abfahrt. Ankunft. Terre Haute und Evansville 8:00 Bi s- 6:02 Ä Danvllle L Ind. Mineral Springs. >12:55 9i!j- 9:45 A Chicago und Nasyville Limited 5:02 9t' 10: 09N Texte Haute und Evansville 11:22 A 6:55 9N Union paffenger Station. iH Adams-, Canal- und Madison-Ste. Ticlei-Officrs: An der Station, in 248 S. Elark» Straße. Hde Jackson, und im Auditorium-Hotei. Durch-Züge fahren wie folgt nach Central-Zeit: 'Täglich, -j-Täglich, ausgenommen Sonntag?. Von Chicago nach Abfahrt Ankunft Mansfield und Pittsburg f- 7:30 M 6:00 M Indianapolis und Louisville.... 8:30 M 5:45 L Laytoil und Cincinnati 8:30 M 5:45 A The Keystonc Erpreß 10:30 M 5:00 A Kolumbus und dem Osten 10:30 M 5:00 A Baltimore und Washington 10:30 M 5:00 A Philadelphia und New York 10:30 M 5:00 Mansfield und Piltsburg 3:15 N 8:00 M Baltimore und Washington 3:15 N 9:00 A Philadelphia und New York 3:15 N 9:00 A The Pennsylvania Limited 5:30 N 9:00 M Pittsburg und Washington 5:30 N 9:00 M Philadelphia und New York.... 5:30 N 6:00 M Indianapolis und Louisville.... 8:20 A 7:30 M Daytnn und Cincinnati 8:20 A 7:30 M Eolumbus und denr Osten 8:20 A 7:30 M Boungstown und New Castle.... '11:30 A 9:00 A Hittsburg und dem Osten '11:30 A 9:00 A «MWWWW Chicago, Rnrlington L Ouincy Eiscubah». Für Licket» und Schlafwagen sprecht vor in 211 Elark-Str. u. m der Union Passenoer Station. Canal-Ltraßc und Züge Abfahrt Ankunft Galesbura L Streator -f 8:05 M-j- 6:t5 A Rockford L Forrcston -j- 8:05 M-j- 2:15 N Local Points Illinois und 10wa... 11:30 M' 2:!5 N Rockford. Sterling. ONcndola. -j- 4:30 Ns-U)-2>«AL Streator und Ottawa f- 4:30 S!-i-10:20M Kansas City, St. Joseph und Leavenworch 5:25 A' 9:20 M Alle Punkte in Teras 5:25 A' 9:20M Omaha. Coun. Bluffs. Neb. Points' 6:32 A' B:2o'M St. Paul und Minneapolis 6.-25 A' V:OOM Kansas City, St. Joseph und Leavcnworrh '10:30 A' 6:45M Omaha. Lincoln und Denver '10:30 A 8:20M Black Hills. Montana. Portland.lo:3o A' 8:20M St. Paul und Minneapolis 'll:2g A 10:30 A Täglich. -j- Täglich, ausgenommen Sonntags. Illinois Central. Alle durchgehenden Züge von der Ceniral-Station, 12. Straße und Park Row. Züge für den Süden können ebenfalls an 22. Straße. 39. Straße und Hilde Park ge nommen werden. Tickets in der Stadt-Office, 194 Süd Clark-Straße, und im Auditorium-Hotel. Abfahrt Ankunft NewOrleanSLtmited und Memvhis' 1:35 N' 5:00 N Chicago, St. Louis Diamond Special 9:00 A 7:35 M St. Louis täglicher Zug -j- 8:30 M -fi 7:00 A Spriugfield und Decatur 9:00 A 7:35 M New Orleans Post-Schnellzug 3:00 M 12:20 M Chicago und Cairo 1- 8:30 M-f- 7:60 A Bloomington Passagierzuq -j- 4:10 8! 5:00 N Chicago und New Orleans Expreß 8:00 A 7:00 M Gilmau und Kaukakee 4:10 N 10:25 M Rockford, Dubuque. Sioux City und Sioux Falls Schnellzug 2:00 N 1:10 N Rockford. Dubuque, Sicux City... a 11:35 A 6:50 M Rockford Passoaier« 3:00 N 10:20 M Rockford und Freeport -i- -1:45 N f-10:30 M Rockford 7:50 A Illinois, lowa und Peoria-Erpreß d:3OM' 2:30 N Leavenworth und Kansas City 3:30 N 8:10M Minneapolis, St.P. L Sioux Falls 3:30 Bi' 12:05 N loliet Accommodation 4:05 N 9:45 M Peru Accommodation 4:50 N -j- 9:50M St. Jo und Kansas City, Denver, Colo. Springs und Pueblo 6:00 A 10:25M Fori Worth und Texas Expreß 6:00 A 10:25M Denver, Colo. Spgs. und Pueblo, via Omaha -L Lincoln (Big Five Vestibuteds '10:00 N' 8:10M Omaha L St. Paul Nacht-Expreß f: 10:10 A 7:30M Peoria m Auditorium-Hotel. Alle Züge täglich. Ankunft Cincinnati Tag-Erpretz 9:00 M 5:30 Lasayette L JndiaiiapoliS 9:00 M 530 A Clnclnuati Nacht-Expreß 8:30 A 7:30 M Lasayette L Indianapolis 8:30 A 7:30 M Wisconsin C entra l-Linie». 'MI- -sTägl. auSgen. Sonntags Sauistags. Musg. Abfahrt Ankunft. Moniags. Soiiiii. u. Mont. Minneapolis und s 6:05 N' 6:30M AsL'ni.'ündDuluth jj--"..--::7. N- W "Ä' IrontownS xlliOO A t 6:30 At Eau Claire Expreg 8:00 At 8:45 A Stevens Point Local i- z-g» 4- »15 9» Waukesha Passenger 9; 10-45^ oacc aIM 8! M 818 61 51/i 7!117^ anal LMssr, bstwssn dLaccison and TVdains sc,. 1 »ciÜL Vsstidulsll t-xpi-ssz 4 LVV ps/ 1 1-i pu Citv, LVt-cb Lxpri-eb. II .M s-1, 800 «u Bt. kom» I.iinUoq 7 II aa »9 Bt. Lxpres-; 9IÜ s>f,s L Bt. l.ouis Ilrcv Rxnrex, 8.30 IM 700 PU >L Bt. II 30 s-M 73V «U GoovvrdL Dcrrnpfev. Täglich nach Racine. Milwaukee. Sheboyqan Mani. towoc, Two Rivers, Kewaunee, Ahnapee, Slurqeonßav Aieiionnnee. Lndington und Atanistee um 7 Uhr Abs Grand Haben. Muskegon. Grand Rapids'rc Aiiitwochs und Freiiags um 7:30 Abends. Office und DockS: Fuß der Michigan Ave. Lapbaw liuiugl ollk« ni:x XBVTVXXIL k'IIil? n!m^ok L»pitnl. ruii
Biats, c'itv, Cuuut» aud otker Üonds.. öo9!ei?A Nank Stocks 36,500 yo on c'oNarcral B I?. 7rUcO Lndscrided and slvorn to bskore me tdis 15td da» ok danuar», 1894. (Seal) LLOOV6OOV. Im 2 Notar» i?udlic, ldilvi ankee Lonot», 7>'is. eirni.ic^'riav. ällllllill tks YLLLX IXLLR^XOL lilllllldt Ekllltlil 60>l1>.4XV ON XLILRIOXin tke Ltats ok Xslv Vork on tirs 31st da» ok Decsmdek 1893: made to tke Insurance Luperintsndent ol tke Ltate ok Illinois, pursnant to law: ok Lapitai Ltock paid Np in tun 500.000.00 Lnitsd States Stocks and Lands 522,983.89 Railroad Londs and Ltocks 1,643 611.9» 6it», Ovnnt» and atlier Londs.. 526^736.63 Otder Oorporation Ltocks 240,500.00 Lasd on dand and in Lank 333^721.34 Interest due and accrned 41,621.15 in eouisv vt L2() Lilis «eceivable, take'n korUreHärin« L nadmitted assets ...L Ä.797.09 total Assets.... 6 3,645,937.64 Less special deposits to securs iiadili tiss in Oanada, Oregon, Virginia, Oeorgia and Xvdraska 420,900.00 Laiancs.... 63,225,037.6- O lLlndiHtie«. Oiusted and unpaid.6147,883.72 bsen taken ..i. 152,186.75 Lösses resisted d» tke Oom total gross amonnt ok Lösses. 6314,157.2» ttlervon...7 °???E 11,156.73 ainount ot uspaLä L ZNZ l)0Q 4L Ainountot outßtanilinA riL»jonnnißßions and salarles rraid durivl» tne 518 589 77 taxes paid during tlis vear 36,615' 64 n.mount ol all otder exxenditurss 158 227,68 total Lxpenditurss...,6 2,163,058.16 ALInc«1Is,»««U8. total Risks taken during tke »ear in m 615.027,967,00 lotsi Rremiums received durin" tke in Illinois 202,972.16 total Lösses incurred during tke »ear in Illinois 147,379.36 total ainount ok Risks outstanding.... 282,740,392.00 4». 44 li», r< !icil, Lecretar». Ludscrided and slvorn to bekore ms tdis 241 k da» ok danuar», 1894. t. LIVIXOLtOXL LLXXLVV, X'otar» Rukllc, Rickmoud 00. Oort. Lied Nap tu rr. V. vo.. V.
Page 5
owicixi. vvi'.i.icxi'iox. nlilMj BtisisM>»! NU.(1)1X0 l-'INU Nc-«6i,>„- IXBINv(XOU oo.nn.vxv c>r u«v k.c'xA tk« Kt«tß >,f Nsnnsclvaai« 01l (ko 31s( (o rk« Insurance ic> I«cv c» (Ke 8t«(c ok Illinois, izursu«n( Capital. Coin Ustuts oxvucä kz? tks 7 LKS Oouutzl «uä otker Loncls.. 13.150.00 Otker 7.o«ks 33,950.00 ou Coilatcr«! Bccuritx 57,595.00 I ki,u«l in N«nk 47.365.51 p Uus «ucl «ccruccl 4,523.46 «ruiuius iu courss ok collsctiou «ucl 17» i «ccrucä 103.61 aaciruitteU «ssets PSOO.OO 1,431.01 4'c>l«l 717,719.91 Lialktlitie«. Orvss Claims kor Nesses, «U- Zustecl «ucl uupuiä 27,739.42 Oross Claims kor Nosses, up oir Tvkick uo «ctiou k«s dseu («Keu 25,319.21 Nesses resisted kzr tks Oom- SKLZf 11,671.06 «mount ok unpkid Nossss H 64,723.69 outstaucliu» risks 383,025.24 Nue kor uupaicl Viviävuäs 937.60 One k„r Cviumissious «ucl Nroker«»e.. 9,202.93 Perpetua) Üirs iusuraucs policies ks laA ;SSZ per esut vt tks premium or clsposit receivect 4,180.70 otker liabilities 10,008.50 Vot«1 Niakilitiss... .8 372,083.66 krsmiums recsiveU Uuriu» tks vs«r, iu Oask 425,245.44 latsrest «nä Uiviäeucls isceivsk äuriuß tks )'s«r 28,646.80 Nsuts recsivsä UuriuA tks zltz«r 3,519.01 (kmouut rscsivsä krom' «11 otker sourcss 2,066.59 1ot«I lucoms....K 459,477.84 Hxpvaclitar««. Imsses p«iä cluriuA tks v«ar I 299,083.33 DiviOsucls p«icl ciurin-r tks ve«r....... 9,262.00 tks .V. 7 94,314.28 Vaxss p«iU cluriuA tks )e«r 1,353.50 4kmouut ok «11 otker expsuciituiss..... 42,366.33 Ist«! Lxpeuäiturss... .3 446,379.44 V««r iu Illinois 40,452-73 0?ot«i Nosses iusurrsci UuriuA tks iu Illinois 34,705.49 Vvtal «mount ok Nisks outstauääuA.... Win. t. Nrsstcieut. 8. LI. Bscrst«rv- FukscrikeU «ucl sxvoru to kskors ms tkis 27tk ä«/ ok.lanuar)', 1894. 18s«IZ N. BN^.XO, 28kk Nuklic. oi'r'loixu ruumoxTtiox. /jlNUlll! ot tke NIIK.XIX NllllUäl MällMM COLIN.4.XV ok Nrooklvu iu tke Bt«tv ok Xs>v Vork ou tke 31st ci«v ok veceiuksr 1893: m«cls to tks Insurance Buperiutsuäsut ok tke Bt«ts ok Illinois, pursuaut to I«(v: Capital. ot Capital Btock paiä up iu kuil Z 1,000,000.00 Valus ok Real Nstats oxvusä kv tks Comxau.v 8 399,000.00 cxu Üoucis «uä LlortxmMS 130,700.00 Cuitecl Bt«tss Btocks «ucl Noucls 589,875.00 Railrvscl Iloncls «uU Btocks 1,398,317.00 Bt«te, Citv, Couutv «uci otker NouUs.. 820,920.00 Nauk Btocks 592,18.5.00 Otker Corporation Stocks 472,640.00 Cask ou kauä auä iu N«nk 496,756.22 Interest clue «ucl «ccrusä 11,876.96 lotal 8 5,903,963.27 ties in Vir»iu?« «ucl CauaOa 171,750.00 Ilalaucs. ...P 5,732,213.27 Liairiiities. Cross Claims kor l-osses, up xau)'.... Oo 55,44i.0g 2-otai Tross «mouut ok Claims kor Cossss. ,Z 300,842.90 Xet «mount ok uupaicl Nasses H 800,342.90 ok uuearuscl Nremiums ou all oukstaucipiT risks 4,233,534.64 I)ue kor Commissious «ucl LrokeraZs.. 185,243.29 otker tiabilities 72,905.70 O'otai Niabilities....l 4,742,526.53 posits 107,854.93 Nalaucs... 4,634,671.60 lircvrias. premiums received duriuA tke vear, in Cask 4,728,070.71 tks vear 164,863.03 Xmouut receiveci krom «N otker sourcss 14,537.28 Iktal lucome....K 4,907,471.02 ICxpetttiitavss». Lösses paicl darin« tke vear 8 2,990-812.58 vividencls paicl darin» tks ear 100,1100.00 Commissious and salariss paicl darin» tks )saiu 1,218,742-35 Dotal Nxpsuditurss... .H 4,808,755.16 Mist lotal Nisks laKen darin» tks vear in liliums.... H §42,607,518.00 -osses iucurred duriu» tks vear in INiuois 392,965.01 1ot«i «mount ok Risks outstandiu».... 671,577,660.00 C 4«»». President. Xotarv Ruklic, Co., X". 15. Certikcats 12«t> Ule,) in x. v. Count.v. ällMUll Ulli PIII Ölst tks 11. 8. Rrauck ok tks RliMIcU MMVIUVIIt BCO'I'riBII I7XIOX -(Xv X.4.- UUOX.t k IXBCR.VXCR KO.»ik(XV ok Ik!inour»k In Bcotlaud ou tks 31st clav M vscemker 1893: made to tks Insurance Buperiuteudeut ok tks Ltats ok Illinois, pursuaut to law: Capital. Deposit Capital in XecvVork «s reciuired Kv tks 1«(vs ok Illinois I 200,000.00 li.88Ct8» I-oans ou Lands and »ort»aTss 1,238,170.00 United States Stocks and Lands 56,625.00 Railroad Lands and Stocks 42,106.84 State, Citv, Conntv and otker Lands.. 512,065.00 Otker Corporation'Stocks 110,000.00 Cask on kand and in Lank 292,477.52 Interest du« and accrued 23,643.52 Rreiniums in courss ok coiisction and .trausmissiou 266,877.24 otker assets 1,284.00 O'otai -Isssts.... I 2,543,249.12 Lsss special deposits to securs liakili ties in Okio, OrsZon, Virginia and Canada 821,625.00 La1anc5....82,221,624.12 I-iadilitics». Cross Claims kor Lösses, ad oiusted and uupaicl.... P 73,475.53 deen taken 99,000.00 Lösses resisted kv tke Com k«nv 11,700.00 Ootal gross «mount ok Claims kor Lösses. .§184,175.53 Xet »mount ok uupaicl Lösses Z 184,175.53 vutstandin» risks 860,864.91 ä.ll otker liadilitiss 76,703.56 O'otai Liakilities.... 1,121,744.00 Less liakilities secured k,v special de vosits in Okio, Oregon, Virginia and vaaada.. 229,640.88 Lalaucs....§ 892,103.12 Ittkttiue. premiums rscsivsd during tks vear, in Cask I 1,269.453.09 Interest and dividsnds receiveci during tke vear 90,941.50 O'otai Incoms....L 1,360,394.59 ICxpcntittllrc«. Lösses paicl during tke z sar 722,313.27 2^,167.93 Ootal Lxpenditurss.... 1,096,067.07 Mißcci!an««uß. O'otai Risks taken during tke vear in Illinois §12,365.685.00 O'otai Rremiums receivsd during tke Vear in Illinois 134,409.61 ln Illinois i 0?0,742.98 Rkrivriii! Slt-ttttclr, »anager. dl«8. LL. Vsst. Llanagor. Sukscriked snd «(vorn to kekors me tkis 15tk d«v X. ROIVLLR. Xotarx Public. Tic langen Drillinge. Humoristische Blätter aus dem Leben eines ehemaligen Studenten. Von Peter Gregor Schnuppe. l2orrseünnr.l Frühe ging cs am andern Morgen ans den Federn, und beim Anziehen brachte ich die Frage vor, was zu tbun sei, wenn wir an. der Opferbüchse vorbeigingen, in die ein Jeder sein Scherflein legen sollte. „Mo hikaner" meinte, Vorbeigehen und thun, als ob wir Nichts davon wüßten. Aber „Jul chen" hatte diesmal doch einen besseren Einsall. Etwas müsse gethan werden schon wegen des Rufes. Jeder schneide sich den besten Knovf ab, dann wollen wir die selben in ein Stück Papier sein säuberlich einwickeln, und Der, welcher von uns das längste Streichhölzchen zieht, muß die mitd thätigc Gabe mit passenden Worten der Sammelbüchse übergeben. Der Ausweg war gut, und obschon ich mich dagegen sträubte, dachte ich doch, daß es besser ge wesen sei, dem armen Blinden mit seinem kränklichen jugendlichen Führer die fünf Mark gegeben zu haben, als dieselben der Klostersammelbüchse zu übermachcn. Also gesagt, gethan! Jeder schnitt sich einen Hosenknopf ab und zwar den blanksten und goldigstaussehenden; die Drei wurden in ein Papier gewickelt und aus „Julchen's" Hand die Streichhölzer gezogen, und siehe da: ich, ja, ich hatte das längste gezogen. Ich steckte das Papier mit dem Inhalte in meine linke Westentasche, und wir harr ten bis wir zum Morgenimbiß abgeholl wurden. Es klopfte auch bald an die Thüre unserer Klosterzelle, und unser Führer von gestern wünschte uns mit freundlichem Händedruck einen „guten Morgen" und bat uns, wir möchten zum Frühstück hinunterkommen. Alle Kloster brüder waren schon versammelt, und der Frühmesse hatten sie auch schon beigewohnl. Wir stärkten uns für den uns bevorstehen den Tagesmarsch, denn am Abend wollten, ja, mußten wir bei Hochwürden in Bischofs heim sein. Nach aufgehobenem Frühstück verabschiedeten wir uns mit Handschlag, zuerst von den Würdenträgern und, die Tafel entlang gehend, von jedem der Mönche; unserem Führer waren wir be sonders dankbar für seine Führerschaft, und als wir von Allen, herzlichst dankend, Abschied genommen halten, nahm uns der Pater Guardian unter seine Fittiche und Leitete uns zum Klosterthor. Aus dem Wege dorthin empfand ich nicht gerade am besten, wie ich die drei Hosentuöpse im Kasten verschwinden lassen solle. Aber was thun? Weggehen ohne den Schein des Gebens gewahrt zu haben und den Ein druck zu hinterlassen, daß wir „Drei" „gänzlich abgebrannt seien? Nein, nim mermehr Da standen wir vor dem Kasten, und augenscheinlich hatte der Pater Guar dian seine Schritte verlangsamt, um ja, um uns Gelegenheit zu geben, nicht zu schnell an der Almosenbüchse vorbei zu kommen. Mit ernster Miene, die Rechte in die Westentasche führend, entnahm ich der selben langsam und abgemessen die zu ver abreichende Gabe und, mich an den Pater wendend, sagle ich: „Herr PaterGuardian, bitte, nehmen Sie durch diesen Kasten die kleine Gabe an als Zeichen unserer Dank barkeil." Der Herr Mönch lüpfte sein Käppchen und stammelte einige Worte, „es sei zu viel von uns, einige Pfennige Hütten cs auch gcthan; die Pflicht der Dankbar keit sei ja aus ihrer Seite für die ihnen be reitete angenehme Unterhaltung :c. :c." Nun, wir dankten dem Herrn, als die Thüre hinter uns in das Schloß fiel. Noch ein Blick in die Weite, dann aus das Kloster, und ausgeschritten wurde, daß es nur so eine Freude war. „Was werden die Patres sagen, wenn sie den Kasten öffnen und im Papier die drei friedlich neben einander liegenden Knöpfe entdecken und dann der ganze Ver dacht auf die „drei Langen" Studenten fallen wird meinte Julchen. „Nun," meinte „Mohikaner", „die Sache wäre gar nicht so schlimm, wenn die Leute entweder Hosen tragen würden und unsere schönen Knöpfe selbst gebrauchen könnten, oder falls im Kloster eine Knopfaiisamm lung wäre. Auf meinem Knopf steht der Name eines Schneiders in Cincinnati, aus Deinem" sich an mich wendend „der eines Schneiders in Messina, und „Jul chen" hat ein Magdeburger Schneiderten! auf seinem Knopf verewigt. Also ein ame rikanischer, ein italienischer und ein könig lich preußischer Knopf, allein einem Pa pier, ein sehr werthvoller Zuwachs für eine Knapfaniammlung." Nun, ich hatte Nichts einzuwenden weder gegen die Knopsansammtung noch sonst gegen etwas Anderes; aber eines ist sicher: wäre ich nicht von falschem Stolz ebenso beseelt gewesen, wie die zwei Andern, lie ber hätte ich dem Manne gesagt, daß unser letztes Geld für einen guten Zweck verwen det worden sei und wir darum Nichts ge ben könnten. Ob uns aber der Guardian mit seiner Brille und seinem rosenrothen Antlitze geglaubt hätte, ist fraglich. Nun, aus jeden Fall ist das Kloster durch die drei Knöpfe von drei je einem „Drillinge" ge hörenden Hosen nicht ärmer geworden; aber der arme Blinde wird den Tag nie vergessen, an dem ihm von drei des Weges kommenden „Langen" ein königliches Ge schenk verabreicht wurde, auch ohne daß ihm in Ermangelung des Augenlichtes ver gönnt war, drei gutmüthige „Lange" zu sehen. Nie wird er dieselben vergessen; denn ohne Zweifel wird der baarfüßige kleine Führer dem Gefährten erzählen von der Länge der „drei Langen" fünf Mark spendenden Fußgänger. Wir schritten aus, daß die Funken sto ben. Keinen Heller im Beutel, nur etwas kaltes Huhu und hartgewordenes Brod im Ränzlein waren für den vor uns liegenden Tag, den weilen Weg und den Hunger nud Durst, die niemals ausbleibcn, keine zu besonderer Fröhlichkeit stimmenden Mo mente. „Was nun aber, wenn Hochwürden wie der nicht zu Hause ist?" ließ „Mohikaner" sich vernehmen. „Na, aber Dich soll doch das Hühnchen beißen, das ich unverzehrt im Ränzlein trage! Sind die Aussichten im Allge meinen nicht schon trübe genug, daß Du auch noch mit Deinen Mutbmatzungen das an und für sich schon trübe Bild noch lrüber zn machen suchst?! Wird sich schon fin den!" sagle ich mit etwas aufgebrachter Stimmung. Wir waren, meistens tüchtig ausschrei tend und fast ohne viele Worte zu verlieren, in die Nahe des gastlichen Hauses gekom men, wo zwei Tage vorher unser Fünf- Markschein den Weg altes Geldes gegangen war, und gerne hätten wir um etwas fri sches Brod gebeten; aber unser Stolz er laubte uns das nicht, und ruhig zogen wir weiter, trotzdem der Hund uns wieder nach allen Regeln hündischer Tonkunst ankläfste. Wir waren nicht weit vom Hause gekom men, als wir eine klare Wasserader den mit mageren Gräsern besetzten Boden durch rieseln sahen. Wir setzten uns auf den grünen Rasen und beschlossen nun unser opulentes Mittagsmahl eiuzuuehmen. Das gebratene Hühuerthier ging wohl noch au, aber das Brod war steiuhart geworden, und um dieses mittelst der Kauwerkzeuge dem knurrenden Magen zuzuführen, mußte es erst aufgewcicht werden. Alles ging Wider- Erwarten gut, und cs schmeckte vorzüglich, das Brod war zwar so ein wenig das Ge gentheil von hart, aber es mundete ganz gut, trotzdem wir in Ermangelung jeg lichen Körnlein Salzes Huhn und Weich brod mit dem der studirenden Jugend meist eigenen unverwüstlichen Humor würz ten und hinunterwürgtcn. In einigen Pfeifen Tabak hatten wir auch noch genug Material, und ein frisches Lied ans wässe riger Kehle machte unserem „Mittagessen" ein Ende. „Julcheu" mahnte zum Ausbruch, und da wir nicht lauge iu der Unsicherheit sein wollten ob der Dinge, die da noch kom men sollten, so verzichteten wir aus das Mittagsschläfchen, und der scngendcnSonne zum Trotz wunderten wir eilenden Fußes unserem Ziele entgegen. Gesprochen wurde nicht viel, aber um so mehr rann von Zeit zu Zeit der Schweiß. Wieder kamen wir an ein Bächlein —um den Weg abznkürzen, halten wir die Land straße verlassen und über L>tock und Stein schreitend, hatten wir die Abhänge zu unse rem Wege erwählt —und wacker wurde in Ermanglung von etwas Stärkenderem von dem erquickenden Naß ein Trunk genom men. Als erfahrener Alpenbesteiger während meiner Schulzeit hatte ich die Schweizer Alpen, hauptsächlich in Grau bündten und Glarus durchwandert —war ich immer voraus, und „Julchen" meist dicht hinter mir, und so ließen wir „Mo hikaner", der über wunde Füße klagte und durchaus die Landstraße benützen wollte, hinter uns zurück. Der Zufall führte uns wieder an dem Baume vorbei, unter dessen schattigem Laubdach wir die denkwürdige Bcralhung gehalten, wobei in meiner Brieftasche die zwei so schnell „vergangenen" Fünf-Mark scheine aufgcfunden wurden. „Julchen" wollte durchaus nochmals, daß wir unser Glück im Durchstöbern unserer Taschen und Geldbehülter versuchen sollten; aber ganz entschieden widersetzte ich mich, und „Mohikaner", den nicht nur die Schuhe drückten, sondern auch der Huuger quälte, stimmte mir zu, und ohne den glückspenden den Baum des Weiteren zu beachten, lie ßen wir denselben im Rücken und raschen Laufes begaben wir uns nunmehr aus die Straße, und als ob unsere müden Füße beschwingt wären, betraten wir das Städt chen und den schon einmal gegangenen Weg entlang schlugen wir die Richtung nach „Hochwürden's" Haus ein. Von Weiten schon sahen wir die Haus thüre offen stehen, was von uns als gutes Vorzeichen angenommen wurde, und nicht lange währte es, bis die paar Stufen er stiegen waren, und ordentlich an die aufge schwungene Thüre klopfend, warteten wir klopfenden Herzens der Kunde, die uns im nächsten Augenblicke werden sollte. Ein dienstbarer Geist machte sein Erscheinen, und aus die ganz langsam und deutlich von mir gesprochenen Worte: „Ist Hochwür den zu Hause?" erklang's von den rothen Lippen der dienenden Magd: „Ja! kom men's nur in's Zimmer, er wird gleich kommen." Ais wir in das uns geöffnete Zimmer mehr gesprungen als getreten waren und ein Seufzer der Erleichterung sich unserer bedrängten Brust entwunden hatte, öffnete sich eine Thüre und hereintrat ein langer, wohlgebauter Herr, ungefähr 40—45 Jahre alt, mit einem jovialen Antlitz, bei dessen Anblick ein schon fast in die Hosen gefalle nes Herz sich von selbst wieder an den Ort bcgiebt, wo es hingehört. „Guten Nachmittag, meine Herren!" er klang's in einer dem liebenswürdigen Ge sichtsansdruck des Sprechers vollkommen angepaßten Stimme. „Was ist der Her ren Begehr?" Als „ältester Fuchs" trat ich, mich ver beugend, vor und meinen Namen nennend und zugleich den an meiner Uhr befestigten „Bierzipsel" (ein in den Farben der Ver bindung hergestelltes Abzeichen) vorzeigend, erlaubte ich mir mich und die beiden an dern „Füebse" als „Bundesbrüder" des Herrn Pfarrers vorzustellen. Der liebenswürdige Ausdruck des psarr herrlichcn Antlitzes nahm eine Schattirung Freundlichkeit mehr an, und mit einem wärmeren Tone in der Stimme begrüßte uns der „alte Herr" mit kräftigem Hand schlag und liebenswürdigem Wort. „So, so! Schon lange keine mehr von den Jungen gesehen; seid Ihr Diejenigen, die vorgestern schon bei mir vorgesprochen? Leid gcthan, daß ich nicht da war. Na, woher des Weges? L>eht schön staubig und wettcrgebräuut aus. Will einen Imbiß aufsetzen lassen und einen frischen Trunk." Aus die kurzen freundlichen Fragen ga ben wir ebenso kurze Antworten, und als wir erwähnten, daß wir die Mönche aus dem Kreuzberg besucht, bat er uns während des Essens, Genaueres über unseren Be such zu erzählen. Er werde gleich hinaus gehen und für unsere Waschung das Nöthige richten tasten, und natürlich wür den wir ein paar Tage zu Gaste bleiben. So redend verließ der Bundesbrudcr, den wir schon in der kurzen Zeil in's Herz geschlossen hatten, das Zimmer, um nach Allem zu schauen und seinen jungen „Füchsen" einen freundlichen Empfang zu bereiten. Während wir auf die Rückkehr unseres Gastgebers warteten, kamen mir die nach folgenden Zeilen aus Scheffel's „Trompe ter von Gückingen" fast unwillkürlich in den Sinn: „Ihr dort, die im Dunst der Städte Mauern trennen und Gedanken vom real einfachen Leben: zuckt die Achseln, denn mein Sang will freudig einen Kranz hier winden für den Psarrherrn aus dem Laude. Schlicht sein Leben wo des Dorfes Feld mark aufhört, waren auch die Grenzen seiner Wirksamkeit Spinnwcb lag auf seinen Büchern, und zu zweifeln steht, ob aus dem Schwarm des theolog'schen Ha ders er nur eine Schrift gelesen. Ueber haupt war's mit Dogmatik und des Wis sens schwerem Rüstzeug spärlich sehr bei ihm bestellt. Aber wo's in der Gemeinde einen Span galt auszugleicheu, wo die Nachbarn hämisch stritten, wo der Dämon böser Zwietracht Ehe stört' und Kindes treuc, wo des Tages Noll) und Elend schwer den armen Mann bedrückte, und die hilss bedürfl'gc Seele sich nach Trost und Zu spruch sehnte, da, als Friedensbote, kam der alle Herr einhergeschrittcn, wußt' für Jeden aus dem Schatze seines Herzens Trost und Labsal. Und wenn draus in ferner Hütte Einer auf dem Sterbelager mit dem Tod den harten Kampf rang, da um Mitternacht zu jeder Stund', wo's an die Pforte klopfte, ob auch Sturm den Pfad verwehte klomm er unverzagt zum Kranken, spendet' ihm den letzten Segen. Einsam stand er selbst im Leben, seine nächsten Freunde waren die zwei Hunde von St. Bernhard, und sein Lohn: oft nahte schüchtern ihm ein Kind, und ehrerbietig küßte es die greise Hand Avendvlatt, Samstag- 24. Uovemvev 1894. ihm; oft auch um ein Lodtes Antlitz zuckte dankbar noch ein Lächeln, das dem alten Psarrherrn galt." (Fortsetzung folgt.) Ausland. Das in Sachen des Diphtherie-Heil serums den preußischen Landräthcn und städtischen Behörden zugegangene Rund schreiben der Regierung findet getheilte Aufnahme. In dem Rundschreiben wird empfohlen, das Behring'sche Mittel aus öffentlichen Mitteln anzuschafsen und es den behandelnden Aerzten zur Anwendung bei Armen und weniger Bemittelten auch in der Privatpraxis zur Verfügung zu stellen. Der Magistrat zu Frankfurt a. O. hat bereits beschlossen, das Rundschreiben in ablehnendem Sinne zu beantworten. Das Heilserum, dessen Werth selbst von Aerzten sehr in Zweitel gezogen werde, für die PrivalpraxiS aus öffentlichen Mitteln abznschaffen, sei nicht Sache der Behörden, sondern lediglich der Privatwohlthätigkeit. Für das dortige öffentliche Krankenbaus hat der Magistrat das Mittel s. Z. sofort angeschafft. Der Ausschuß, dem die württem bergische Evangelische Landessynode den Gesetzentwurf über die Ausübung der lan desherrlichen Kirchenregimentsrechte im Falle der Zugehörigkeit des Königs zu einer andern, als der evangelischen Konfession, überwiesen hatte, hat diese Vorlage durch berathen und ihren Bericht hierüber er stattet. Der Ausschuß schlägt vor. die Vorlage so zu fassen, daß in dem erwähn ten Falle die evangelische Kirchenregierung aus drei der evangelischen Kirche angehöri gen Mitgliedern des Geheimen Raths (diese oberste Behörde des Landes besteht ans dem Präsidenten, den Staatsministern und außerordentlich ernannten Mitgliedern), den Präsidenten des Konsistoriums und der Landessynode bestehe. Der Bericht fordert eine Gewahr dafür, daß der Kultusminister und jedenfalls die Mehrzahl der Mitglieder des Geheimen Raths der evangelischen Kirche angehörcn; nöthigensalls soll der Versuch gemacht werden, diese Sicherheit durch ein Staatsgesetz zu erringen. Der deutsche Landwirthschastsrath hat dem Reichskanzler eins Eingabe über reicht, worin Maßregeln zum Schutz der deutschen Zuckerindustrie erbeten werden. In dem Schriftstück wird die Bitte ausge sprochen, „von der amerikanischen Negie rung Behandlung aus gleichem Fuße zu verlangen, und in Unterstützung dieses Verlangens es nicht nur bei dem gegen die Bestimmungen des amerikanischen Zoll tarifs eingelegten Protest bewenden zu lassen, sondern auch entschieden abweh rendc Maßnahmen durch geeignete „Re pressalien" auf dem Gebiet der Einfuhr von amerikanischem Getreide und Vieh bezw. Viehprodukten zu ergreifen, sowie gleich zeitig eine Reform der Steuergesetzgebung in Angriff zu nehmen, bei der nicht ledig lich die Ausrechterhaltung der jetzigen, zu niedrigen Prämie als Ziel in's Auge gckaßt wird, sondern welche die Zuckersteuer überhaupt mit den Interessen des deutschen Rübenbaues und der Industrie in Einklang zu bringen be stimmt fein soll und schließlich mir der Reform der Zuckersteuer eine angemessene Besteuerung des Saccharins zur Anwen dung zu bringen." Bei den kürzlich abgchaltenen Neu wahlen für ein Drittel des elsaß-lothringi schen Landesansschusses hat in den meisten Kreisen keine Aendernng stattgefunden. In den Kreisen Molsheim, Hagenau und Straßburg-Land unterlagen dagegen die Klerikalen. Gewählt wurden Assessor Graf Zippelin, Krcisdirektor Dr. Klemm und Reichstagsabgeordneter Dr. Bostetter- Brnmath (nationalliberal). ln Essen fand neulich eine zahlreich besuchte Versammlung zur Begründung eines Vereins zur Förderung der Erbau ung eines Kanals von Dortmund nach den Rheinhäsen Duisburg-Nuhrorl (Linie 4) statt. Die Versammlung beschloß die Gründung des Vereins und nahm die vor gelegte Satzung au. Anwesend waren die ersten Vertreter der rheinisch-westfälischen Industrie sowie Rcgicrungsbeamte. Aus Danzig wird gemeldet: Montag Vormittag wurde der Wcichseldurchstich bei Siedlerssähre, an dem mehrere Jahre ge arbeitet worden ist, voll Wasser gelassen und damit der Weichsel eine neue Mündung geschaffen. Der Prinzregent von Bayern verlieh dem japanischen Gesandten, welcher ihm den Chrysanthemum Orden überreichte, das Großkreuz des Verdienst-Ordens vom Heiligen Michael. Durch eine Verfügung des preußischen Kultusministeriums sind die höberen Lehr anstalten angewiesen, in den oberen Klassen die Dichtung des Kaisers, den „Sang an Aegir", zum Gegenstände einer Besprechung machen zu lassen. O, Eitelkeit! Hochbetagt starb dieser Tage in Nie deroderwitz bei Zittau ein armer Weber Namens Wilhelm Wauer, der sin der ganzen Gegend die größte Achtung genoß infolge einer Heldenthat, die er während der furchtbaren Hochsluth am 14. Juni 1880 vollbrachte. Wauer, der damals be reits ein LOjühriger Greis war, rettete an jenem Schreckenstage elf Menschenleben aus einem von den Wogen bereits hochum flutbeten und dem Einsturz nahen Hause. Kaum war ihm diese edle Rcttungsthat ge lungen, als sich Wauer wieder opsermuthig iu die Gefahr stürzte, um die geringen, sauer erworbenen Ersparnisse einer armen alten Frau, die ihn flehentlich bat, aus der bereits in allen Fugen krachenden Woh nung zu holen. Wauer, dessen That um so mehr zu bewundern ist, als er selbst von schwächlichem Körper ist, erhielt damals die silberne Rettungsmünze und ein Ehren diplom als äußere Anerkennung für sein todesmulhigcs Eingreifen. Nie in seinem Leben hat Waucr indessen die Rettungs münze getragen; sein schlichter Sinn war zufrieden damit, daß ihm sein NettungS werk gelungen und daß seine Mitbürger ihn, der Aermsten einer, achteten und ehr ten. Auf seinen Sarg aber batte man ihm jetzt den wohlverdienten Ehren schmuck ge legt, als man ihn zur ewigen Ruhe bettete. Manche Thrüue aufrichtiger Trauer ist ihm nachgewcint worden. Nach dreitägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht iu Rudolstadt ist ein Prozeß zu Ende gekommen, dem man in der ganzen Gegend mit großer Spannung entgegensah. Angeklagt wegen Mordes waren der Schieserbruchsarbeiter Ernst Frauke aus Notlersgrün sowie sein 14jäh riger Sohn Richard. Beide waren beim Wildern von dem Forstwart Birustiel, einem langjährigen, allgemein beliebten Beamten, der auch allen Rcnnsteigbesuchcrn als trcuerHelfer bekannt ist, überrascht wor den, Hallen sich ihm widersetzt und ihn dann gelödtcl. Wie der Ickjäbrigc Knabe wäh rend der Verhandlung angab, hatte er aut Befehl seines Vaters den tödtlichen Schuß kaltblütig aus den alten Mann abgegeben und dann den schwerverletzt Zusammen- gebrochenen durch Kolbenschläge völlig ge tobter. Die Thal balle seinerzeit großes Aufsehen erregt. Das Gericht vcrurtheilie den Vater wegen Anstiftcns seines Sohnes zum Morde zu lebenslänglichem Zucht haus, den Sohn dagegen wegen Mordes zu zwölf Jahren und einer Woche Gefängniß. lieber den Ursprung der Stadt Salz- Wedel hat am Z. November der Oberlehrer Güdke (Salzwedel) im dortigen Bürger- Verein einen fesselnden Vortrag gehalten. Er verlegte die Gründung Salzwedeis auf die Zeil 550 n. Ehr., obwohl es als Stadl zuerst im Jahre 1112 erwähnt wird, als ein Graf von Stade Markgraf der Nordmark war und Kaiser Heinrich V. die Stad: belagerte. Man schreibt die erste Anlage der Burg Karl dem Großen zu. Den Namen Salzwedel glaubt der Vor tragende übereinstimmend mit dem Bib liothekar Dr. Lutter als „Satzfuhrt" an der großen Satzstraße von Lüneburg nach den Marken deuten zu müssen. In alten Urkunden kommt es unter der Bezeichnung „Soltvidele" oder „Soltvitele" vor und stammt von dem Worte vaUnlii Fuhrt ab. Weiter sprach der Redner über die ehemaligen Bewohner der Gegend (Ger manen, Angeln, Waren, Slaven) beleuch tete die verschiedenen Ansichten über die Lage der ersten Burg in Salzwedel (jetziger Thurm der Marienkirche) und schilderte das räumliche Anwachsen und die räum liche Ausdehnung der Stadt. Von dcm National Comite der Bukarester Studentenschaft werden Vor bereitungen getroffen, um demnächst den Erinnerungstag an die im Jahre 1594 er folgte vorübergehende Besitzergreifung Siebenbürgens durch Michael den Tapferen in demonstrativ-festlicher Weise zu feiern. Daß cs bei dieser Gelegenheit nicht an Straßenaufzügen, „Meetings" und vielen Reden fehlen wird, ist nach den bisherigen Erfahrungen selbstverständlich. Da man aber andererseits doch wieder zu befürchten scheint, daß die Regierung Demonstrationen im großrumänischen Style unter freiem Himmel nicht dulden wird, so hält es der national-liberale Nauonalul für angczeigt, die Regierung schon jetzt darauf aufmerk sam zu machen, daß die Rumänen den Tag der Besitzergreifung Siebenbürgens mit ebenso gutem Rechte feiern können, wie die Engländer den Jahrestag der Schlacht von Azincourt oder die Deutschen den Scdan tag. Gleichwohl dürfte sich Nationalul bei seiner Erwartung, daß die Negierung nicht den Muth haben werde, die National feier der Krönung Michacl's des Tapferen zum Fürsten von Siebenbürgen zu hindern, einer argen Selbsttauschling hingeben. Die Regierung Rumäniens weiß eben, welche Ziele mit den großnationalen Spectakeln verfolgt werden und wird daher schon im eigenen Juteresse nicht müßig Zusehen, wenn unter nationalem Aushängeschildc aufrei zende Kundgebungen zu dem Zwecke vor bereitet werden, dem herrschenden System Schwierigkeiten zu bereiten. Das berühmteste Medium der Jetzt zeit, Mrs. Williams, der u. A. nachge rühmt wurde, daß die von ihr gerufenen Geister in „körperlicher Form" erscheinen, ist soeben in Paris entlarvt worden. Es war eine Gesellschaft von 15 Personen (Karte 10 Fr.) anwesend. Nach einer „tiefernsten" Ansprache begab sich Mrs. Williams in ein Nebenzimmer, das Licht wurde gedämpft und die Versammelten saugen zur Einleitung eine Hymne. Nach kurzer Zeit trat aus dem Nebenzimmer eine Gestalt in Größe eines Kindes, welches heiser und flüsternd sprach; hierauf die Gestalt eines anscheinend sehr alten Mannes und dann diejenige eines halbwüchsigen Mädchens. Aus einmal störte man laute und erregte Rufe unter den Theilnehmern, und drei Herren sprangen über die vordere Reihe der Stühle hinweg und ergriffen eine der erschienenen Gestalten, die sich ver zweifelt wehrte. Man rief nach Licht, um das, was sich im Halbdunkel abspiclte, zu erhellen. Die ergriffene Gestalt flehte inständigst um Schonung. Die Her ren hatten einen Menschen ersaßt, der sich, nachdem man ihm einen falschen Bart,Gesichtsmaske, Perrücke und Schleier herunterriß, als der Sekretär der Mrs. Williams entpuppte. Mrs. Williams war, nur mit Hemd und weißen Hosen beklei det, eiligst in das Kabinet geflüchtet, wo sie sich einschloß. Das erregte P üblikum ging mit Stühlen bewaffnet dem Ergriffenen zu Leibe und zwang ihn, die Eintrittsgelder herauszugcben, was er auch sofort that. Es hatten schon zwei Sitzungen an den vor hergehenden Tagen statlgcfunden, an denen die drei Herren die Betrügerei durchschaut hatten. Die ganze Gesellschaft war gekom men, um die Betrügerin zu cntlacven. Mrs. Williams wurde gezwungen, sich an zukleiden und aus ihrem Zufluchtsort her auszukommen. Hieraus mußte sie ihre Koffer öffnen, und mau fand in ihnen eine ganze Anzahl Perrücken, Bärte, Masken und Tücher, die man mit Beschlag belegte. Ueberdies soll Mrs. Williams eine perfekte Bauchrednerin sein. Gegen Gicht, Kherrueatisnrrrs, rheumatische Gicht oder jeden gichtischen oder rheumatischen Anfall ist das Karls bader Sprudclsalz das sicherste Heilmit tel. Kein künstliches Präparat beseitigt so gründlich und vollkommen die über schüssige Harnsäure ans dein Blut. Der Beweis dafür wurde seit Hunderten von Jahren und in Tanscnden von Füllen in Karlsbad geliefert. Das Nämliche ist der Fall bei allen durch sitzende Lebensweise erzeugten Lei den. Dyspepsie, Berdanungsbeschwerdcn, ungenügende Assimilation. Hartleibigkeit werden durch Karlsbader Salz sicher und airs die Dauer kurirt. Aber am besten ist es, man läßt es so weit gar nicht kommen. Wenn Sie ir gend welche Beschwerden der angedeute ten Art zu befürchten haben, so nehmen Sie vorher ein wenig Karlsbader Spru delsalz. Dasselbe wird Ihren Magen, Ihre Leber und Nieren und Eingeweide in bester Ordnung erhalten. Nehmen Sie nur das ächte, importirte, direkt an der Karlsbader Sprudelqnelle abgedampfte und in Flaschen verpackte Karlsbader Salz, mit der Signatur- der Eisner L Mendelson Co., Al leinige Agenten, New Bork, ans jeder Flasche. Marktbericht. Chicago, 24. November. Auswärtige Märkte. Schlußprcise iu Weizen und Coru iu aude reu Städten waren: W ei; eu New Bork: November, 57Zc; Tecember. Mai, St. Louis November,so^c; December, 501 c.; Mai 55§c.; Duluth: Baar, 58c.; Tecember, 57.1 c.; Alai, 60L-; Mmneapolis: Baar. 57Zc; Decem ber, 56zc;—Baltimore: December, Mai, 62c; Toledo: Baar, 54zc; Tecember, 53Zc; Milwaukee Baar, Mai, 59c; Detroit: Baar, 644 c; Tecember, 544 c. Coru—New Uork: November, 574 c; De cebr., 64ßc; Mai, 52Zc; St. Louis, Novem ber, 45c; Tecember, 45Kc; Mai, 45? c: Baltimore: Zahr, 51c; Januar, 504 c. Allgemeiner Produkteninarkt. Folgende Preise wurden bei größeren Par ien erzielt: Geflügel, lebendig, Hühner 5c.; Spring Chickens 5G54c; TurkeyZ 54(564c.; Enten 7G74c.; Gänse das Dutzend. Geflügel, geschlachtet, Hühner VA 6c.; Spring Chickens 6(T64e.; Turlens 6zG 84c.i Enten 7G10c.; Gänse 6G9c. Wild Prairie Chickens 84.2504.75 per Dutz.; Tnail §1.50(D1.80 per Dutz.; Part ridge 82.75(tL3.25 per Tntz.; Woodcock §3.50 04.00 per Dutz.; Snipe 81.25 per Dutz. Plover 80.75G1.25; Wildenten 81.25G8.00 per Dutz.; Rabbits 81.00G8.50: Neh BGl4c. Eier 2oc. per Dutzend. Bohnen Neue, mit der Hand ge pflückte, 81.45G1.55; alte, 81.00G1.25. Erbsen getrocknete, grüne. 85G90c. Kartoffeln Hebrons'47Gsoc; Bur banks 48G53 das Bushel; Rose 45G50c. Aepfel 81.00GZ2.50 per Faß. Weintrauben loGlsc per Korb. Bananen 50G81.50 per Bunch. Citronen 82.50G4.60 die Bor. A pfelsine n Florida 51.75G2.25 per Box, Louisiana 81.50G1.75. Honig Weißer Klee, in Pfunde abge theilr, 134G14c; nicht so hell, 1oG12c: dunkel 8c das Pfund; ausgelassener 5G6c Al e h l Harter Weizen (Patent) waren angesetzt zu 83.20ka>83.60, in Fässern; weicher Weizen (Patent) 83.00G83.25: hartes Wei zen- (Bäckermeht) 82.00G82.25 iu Kväckeu; weicher Weizeu- (Bäckermeht) 81.90G82.10; ~Red D0g"81.70GK1.75 iu Säcken; Winter weizen 82.25G82.50 iu Holz. Roggen No. 2 —c. Heu 84.50G11.50. Coru Verläufe rm Store No. 2 484 G 49; No. 2 gelb 484G48Zc. Verkäufe nach Probe waren: No. 2,494 G—c; No. 3. 44c. Winter wei zen Berküufe im Store, No. 2 roth, 534G54c; No. 3 roth 524G53c4; Verläufe nach Probe waren: No. 3 rother 52G534c. Gerste No. 2 64G535c. Hafer Verkäufe im Store, No. 2 294 —c.; No. 2 weiß 314G32c; No. 3 314 c. Verkäufe nach Probe waren: No. 2, 294G30. Sämereien Flachs 81.50; Timothy 853.0G5.60; Klee 89.00G9.25. Kleie 813.75. Whiskey 81.23. Butter Beste Creamery-Waare 25c; gute23G24c; mittelmäßige 19G22c; Dairy, beste, 21c; mittelgute und gute 17G19c; frischer Packing-Stock 10Gl04c. Käse BoungAmcrican9KGlo4c;Schwei zerkäse94Gloc, Limburger 74G8c. Gemü s e Weißkraut 84.00G per 100 Kopf. Sellerie 15G20c das Dutzend; Weiße Rüben 20G25c per Bushel bei der Car; Steck rüben G —das Faß; Moorrübeu —G75c. per Barrel; Zwiebeln 81.25G81.40 per Faß; Tomaten —G —c der Korb. Rothe Rüben 75G9Oc per Faß. G urkeu c per Dutzend. Süßkartoffeln Jersey's 82.00 G 82.50, Illinois 81.25G1.50 per Faß. Kaffee. Olioie« Rio 8 .22 G .24 Oood Rio G .20 Rair Rio 184 G .104 llava 85 G .30 Novlia 26 G .27 Llaraoaibo §3 (A .24 Getrocknete Früchte und Nüsse. r .10 ls, 1893, kox'.... .90 LR 24 RonOv« I»>vr. 1893, U dox 90 O 1.35 V«!onci«, 1893. N poun 47 G .50 -Leid, oxalie, S> 10 G .12 Lroid, tartarie, poxvdersd 28 G .30 earbon, L, 10 G .12 Lorax. rek., L 10 G .12 Iline vilrioi, ld 04 G .60 Corrosive snbliniLts, A... .66 G .70 Cream tartar 25 G .28 Coebineal Ilond, 8» 36 G .38 Cblorokorm, L 57 G .60 Cincbona, o/. 084 G .10 Clz-cerine, ktz 18 G .29 Onm eampbor, P' L 45 G .32 Onm oplnm, L 2.40 G. Oum sbellao, 33 G .40 lodine, 1» 4.00 c« Norpbia, sulpb., 2.50 k«>2.75 6>il i;er»amot, itz 2 Oil lemon, s? 11, l.go G 1.75 Oil c-astor. »ai 1.20 G 1.28 Oil olive, s? pal 1.00 G 2.25 Oil peppermint, Id 2.50 G 3.30 Rotassia, c-bior., L 18 G .20 Rotassinm, sodide, Id 2.90 G 3.00 Rotassium bromide 40 G .45 Rotassium, ez'an., kused G .45 Rotasb in cans, 4 in oase G 4.00 Rotasb in oaus, 2 dorc. in oase G 2.00 snlpb., 02 25 G .30 L-umvEr. kürst «nä ssc:c,n(l olk>«r, 11LG114G2 ia.. »48.00(D— --1kir:R«r. 114l 45.00A t! kox, 13 in. «ncl upcvai'g. 38.00.«... 2.40A—. Köhler:. Hart-Koklen, Irrige e»» §5.7! Part-Kohlen. e-»g, slovc und nur, 2.73 Weich-Kohleu, Eric 6.0lo Loans ou Coilateral Securitv UI MN.OO C»sk on !>»nd and in Lunk..' 8.327.82 Interest due and accruc-d a 016.81 Rremiuins in courss ok coüection and 16118 kteceivab!«-, taken kor i'ire. .»ariue O'otai .(-sets.... A 202.761.6 S L,rrrirrii»ioß. Cross Claims kor Lösses, «d unpaid 4 2.019.45 au> 1.000.00 Xot amouut ok unpaid Lc.-se,-- Z 015.45 .tniount ok unsnrn« tl on all Ttll olkor linbilitio« I 577^40 lotnl binbilities... 44,640.64 promiuins renc-lvecl Ourin«: rliL;onr in ea-Ni.......... 68,575.43 Interest nnu 6iviüen6s receiveü 6urin^ lronts reeejveü aurin- t' o' v "/r 'rot« I 1n00rn0.... 4 78,835.97 'r«xes s>«i,i üiirinx tßo vvorn to bokorc; nis tliis 17tb tl76 (70»? XXV ok Lnnsss Olt), in tkc-8t«to ok »issourl, on tlro 31st 6«v ok Deoombor, 1893: innUo to tön Insurnnoo Buv«rjntLnctont ok tbo 8t«t« ok Illinois, pursnant o«r 9,147.11 Xluount reooiveä kroin otln-r souroos 2,121.90 7'ot«! Ivooins.... P 117,309.66 Lx»ourittui es. Rosses p«i«iU Uurin tke ;e«r L 5.535.06 laxes p«ul Ouriiu; tbe )ear 1,064.48 -tmouur ok «II otber expeuUitures 25,183.11 'I'ot«I RvpeuO.itures.... 82,282.59 Mist oiia»L« ?rennu,ns reoerveU tko >e«r in Illinois 2.449.71 'l'vlnl Rosses iueurreü clurlnu tßs >e«r ln Illinols iy 592.22 'total «inount ok Rio 4 iras. 8!« i>k», t'ioe-?rU3'., U. 4l!l!Ml ÄLthillkllt R.XX6R lüO»?.t>is' o! ilostvn in tlie Bt«te ok Llns snetiusetts ori tlie 3lst O.ix' ok Dt-eeniber 1893: Niscle to tlis Insuruuee Bupei inteuilent ok tl>s Bt.«ts ok Illinois, pursunut to I«^v: Otker (korpo, «tion Bto«nä «n 0 in II« »k >K918^36 knterest One «n «oorneO 2 628 75 kremiuins in eonrss ok eoll'-ation sin! 4inount^'k ?e"" eur 8,206.77 reoslveä krom «II otlisr souross i g 25 58 1ot«l 1n00m5....S 172,629.13 I2x;roir«iiiur-es. Rosses MiO ttie ve«r Z 106.262.50 Db'itlenils p«icl iluriu«: tlre xe«r 80 831 "9 R'oinmissious «ncl salaries Baiil clnrin^ 3'«xe.?p«iil üßriii'-' rtie 'vßär 7.093.58 Ol «II otlrer exiienclitures 21 574.61 'l'otnl Rxpenclltures....B 217,582.39 iseeilr» i» e ««»s. 3>l« I Risks tnkeu clurin» tke venr in Illinois.... z 1.340,529.W vnstl Rreininins «nO Lssessments re veix-ocl Ourinx tlre ve«r in Illinois... 14 234 03 Xinount ok Rrenriums or clevosir notes reoeivsä tlnrin-: tke >e«r in Illinois.. 71,170 15 Lot«! rtiuonnt ok Risks outstanilin;; 17.889,976.00 >i. tioirvsi-We, Rresiüeirt. Z!» L-'. L a-t, Leerelarv. Budsorideü :>n>l sn orn to de köre me tkisl7 j>, v vk.l«»n«r>'. 1894. sLeall .VRVVL'IIXR 11. RR.tv. Brni <.'oin«u--loner kor tlrv Lt«rv ok IlllUois 5
Page 6
6 Städtisches. Fünfzehn Jahre ein Flüchtling. Samuel Larson entflieht aus einem Zucht hause, stellt sich aber nach (5 Jahren freiwillig der Polizei. In dem Zeugenzimmer der Harrison straßcn-Sialion befindet sich augenblicklich ein Mann, der vor mehr als 15 Jahren ans der Gefangenschaft entfloh und sich nun Wieder freiwillig der Polizei stellte. Es ist Samuel Carson aus Monmouth, Jll., und wurde er bereits im Aller von 19 Jahren wegen Stehlens von Rindvieh und Pferden in Jesserson City in Missouri zu 8 Jahren Zuchthaus vernrtheilt. Dort arbeitete er geduldig 3 Jahre unler der strengsten Aufsicht und gewann in der Zeit das Vertrauen seiner Ansscher, daß sie ihm von da an größere Freiheiten erlaubten. Aber er mißbrauchte daS Vertrauen, wel ches man in ihn setzte, und lauerte nur aus eine Gelegenheit, den Gesängnißmauern zu entfliehen. Dies gelang ibm auch, und zwar durch eine äußerst rassinirte Taktik. Er sorgte nämlich zuerst dafür, daß ein Thor in den Außcnmauern des Gesängniß hcses offen blieb, nachdem die Gefangenen in ihre Zellen geführt worden waren, ver grub sich dann unter einem Steinhaufen, wie sie bekanntlich in allen Zuchthäusern zu sehen sind, wartete bis zufällig reine Aufseher in unmittelbarer Nähe waren und schlüpfte daraus zum Thor hinaus in's Freie. Vergebens wurde etwa eine Stunde später von den Wächtern des Zuchthauses nach ihm gesucht; er war und blieb für sie verschwunden, bis er sich gestern freiwillig stellte. Ungefähr zwei Wochen nachdem er seine Flucht bewerkstelligte, befand er sich in Chi cago und ward bald ein Droschkenkutscher. Zehn Jabre lang blieb er in diesem Bern! und lebte während der ganzen Zeit so so lide und zurückgezogen, daß er sich ein er kleckliches Sümmchen aus seinem Ver dienste znrücklegen konnte. Dieses Geld wendete er zu größeren und kleineren Rei sen an. Es vergingen wieder mehrere Jahre und ließ er sich schließlich in einem kleinen Städtchen im Westen nieder. Ilm diese Zeit erbte er auch von seinem Vater HIO,OOO. Allein er kümmerte sich wenig darum, da ihm sein Gewissen zu peinigen begann und er somit keine Freude mehr am Leben hatte. Endlich drängle es ihn, sich wieder der Polizei auszuliesern und den Nest seiner Zuchthausstrafe abzusitzen. Er kam nach Chicago, wo seit 15 Jahren eine Belohnung ans ihn ansgesctzt war und stellte sich gestern Nachmittag Capt. Porter im Bundesgebändc. Man glaubt, in der Harrisonstr.-Station. Man glaubt, daß es seinen Freunden gelingen wird, seine Entlassung aus der Hast zu bewirken, da er von dem Tage an, als er anS dem Znchthanse entkam, ein ehrlicher Mensch wurde und bis jetzt geblieben ist. Hood's kurirt. Daß Hood's Sarsaparilla kurirt, ist weder eine müssige noch übertriebene Behauptung seiner Eigenthümer. Mittheilungen von Tausenden glaubwürdiger Personen bestäti gen, daß Hood's kurirt. Hood'sPillen fördern die Verdauung. Schaumberg und Schindler's Theater. In Walsh's Halle, Ecke Noble Str. und Milwaukee Ave., bringt die Schaumberg- Schindler'schr Truppe morgen Abend das packende Schauspiel „Die Rantzau" oder „Die feindlichen Brüder", von Erkmann- Ehatrian, zur Ausführung. Dieses Stück wurde am letzten Sonntag in „Müllers Halle" mit vorzüglicher Rollenbesetzung gegeben und errang den größten Beifall des zahlreich anwesenden Publikums. Da die Direktion dieses Stück nur einmal zur Ausführung bringen wird, so ist den Thea terbesuchern der Nordwestscite der Besuch der Vorstellung sehr zu empfehlen. In „Müllers Halle" regiert morgen Abend wieder der Humor, und zwar in Gestalt der ausgezeichneten Gesangsposse „Die Näherin". Dieses Stück, welches jahrelang ein Repertoir-Stück der berühm ten Wiener Soubretten Marie Gcistinger und Joscsine Gallmeier war, enthält äußerst zahlreiche humoristische Szenen und drasti sche Verwechslungen, auch ist es mit vielen ansprechenden Gcsangsnummern ausge schmückl. Die Titelrolle liegt m den be währten Händen der beliebten jugendlichen Gesangs-Soubrette Frl. Johanna Schanm berg, welche als Lotti Griemaier das Pub likum den ganzen Abend in der heitersten Stimmung erhalten wird. Die übrigen Hauptrollen sind mit den Damen Marie Schanmberg, Emma Meyer-Kalbitz, Lina Zncn und Elisa Stolle, sowie den Herren Schlamm, Zehlicke, Löwe, Salier, Gras und Dittmar bestens besetzt. Am Danksagnngstag, Donnerstag, den L 9. November, findet in beiden Theatern eine Extra-Vorstellung statt. Bauerlaubnißscheine. Die folgenden Bauerlaubnißscheine wur den im Bemann ausgestellt: Frau M. Stacks, dreist. Backstein-Wohn haus mit Erdgeschoß und Läden, 19—21 Kedzie Ave., veranschlagt aus §5,000; Hans Berg, einst. Anbau mit Erdgeschoß und dreist. Front-Anbau, 150 Potomac Ave., H 4,500; W. R. Baker, zweist. Back stein-Wohnhaus mit Erdgeschoß, 1522 Adamsstr., §6,500; W. W. Wilcox, 2 zweist. Backstein-Wohnhäuser mit Erdge schoß, 3010—14 Vernon Ave., §10,000; F. P. Borkey, dreist. Apartment-Gebäude aus Backstein mit Erdgeschoß, 6446—48 Howardstr., §23,000; Tiebilcock L Pcn hattegon, dreist. Apartment-Gebäude ans Backstein mit Erdgeschoß, §19,000; W. A. Nicolson, dreist. Backstein-Wohnhaus mit Erdgeschoß, 550—52 Boulevard Place, §18,000; Frau Julia Kalbes, dreist. Back stein-Wohnhaus mit Erdgeschoß, 610 Mele rose Ave., §3,500; Frau M. Butlersield, zweist. doppeltes Wohnhaus ans Holz, 346 Wutthrop Ave., §2,000; H. C. Vorttc, zweist. doppeltes Wohnhaus aus Holz 1199 Kenmore Ave., §5,000; Peter For tune, zweist. Stall ans Holz, Ridge Ave., westlich von Evanston Ave., §2,000; Wk' O'Snllivan, zweist. Backstein-Wohnhaus F 509 Maryland Ave.. §4,000; D. C. Smith, dreist. Backstein- Erdgeschoß und Läden, 2949 Dearbornstr., §3,650; Ed. White, Wbite, zweist. Backstein-Wohnhaus mit Erdgeschoß, 263 Elaremontstr., §2,000. Die Cooke Brewing Company ist ans dem Verbände derßrewers Association aus gctrelen. Jobn S. Cook, Präsident der Eoot Brewing Company, sagte, daß er cs vollziehe, ans eigene Faust »ein Geschäft zu betretben und keine Lust habe, sich der Con trolle eures Verbandes zu unterstellen. Eigenthümliches Versteck. Vier verdächtige Subjekte von zwei Detcctives in einer Aleiderpresse gefunden und verhaftet. Vor mehreren Abenden wurde H. Für stenberg von 900 N. California Ave. an der Blue Island Ave. und Polk Straße überfallen und beraubt. Diese Thal so wohl, wie auch die Verwundung des Poli zisten Murray von der Marwellsträtzen irotation geschah durch vier Männer, die bisher vergeblich gesucht wurden, trotzdem Fürstenberg eine ziemlich genaue Beschrei bung von ihnen gab. Gestern sahen die Detectives Morgan und Halpin von der Ecniral-Station in der Nähe des Union Park einen Mann, in dem sie einen Spitz buben zu erkennen glaubten. Sie folgten ihm den Washington Boulevard entlang bis zur Morganstraße, sahen ihn dann nördlich gehen und schließlich m einen klei nen Barbierladcn treten. Die Beamten folgten. In der Barbierstube waren zwei farbige Barbiere an der Arbeit, doch der Mann, den sic eben hatten eintrelen sehen, war nicht da und einer der Barbiere er klärte ans Befragen, daß Niemand herein gekommcn sei. Zu gleicher Zeit stieß er dreimal mit dem Fuß gegen den Barbier stuhl. Did Detectives betrachteten dies als ein Warnungssignal für Jemand in dem Hinterzimmsr. Sie gingen daher schnell durch die Hinterthür, die in drei kleinere dunkle und nur nothdürflig möblirte Räume führte. In einer Ecke des hinter sten Zimmers stand eine große Kleider presse. Allem Anschein nach war Niemand in den Zimmern und es war auch nirgends ein Winkel, in dem sich Jemand Hütte ver stecken können. Da kam der Detcctive Morgan auf den Gedanken, die Presse zu untersuchen, und nachdem seine Augen sich einigermaßen an die Dunkelheit gewohnt hatten, gewahrte er in dem großen inneren Raum, hinter Klei dungsstücken versteckt, vier Männerge srallcn. Der Detcctive warnte das Quar tett, sich ruhig zu verhalten und ließ zur Bekräftigung den Hahn seines Revolvers in verdächtiger Weise knacken. Sein Col lege Halpin eilte an den nächsten Alarm kasten, um den Patrolwagen der Des plaines Str.-Station herbeiznrusen. Als dieser eintraf, wurden die vier Burschen aus der Presse herausgeholt und nach der Centralstatton gebracht, wo sie ihre Namen als Julius Lewis, William Whalen, Ed. McNichols und John Murray angaben. Die Polizei glaubt, in ihnen ein Theil einer Bande verhaftet zu haben, die den Marwcll und Desplaines Slr.-District während der letzten Zeit unsicher gemacht hat, denn vier wurden von Herrn Fürstcn berg auf das Bestimmteste als seine An greifer identisicirt. Ebensowenig besteht ein Zweifel, daß dieses Quartett cs war, das eine Stunde nach dem auf Herrn Für stenberg verübten Naubansall ans den Polizisten Murray schoß, als dieser es zu verhaften versuchte. Ebenso glaubt man, daß diese Vier es waren, die sich gestern Morgen um 9 Uhr in die „Argvle Fiats" an der Michigan Ave. und Jackson Str. einschlichen und der im vierten Stockwerk wohnenden Frau Henry Simons Diaman ten im Werthe von tz3500 und HIOO in baarem Gclde stahlen. Fragt Euren Krocer nach „The Heißlcr s.ss.ll«D LLibaw Französische Schnelldampfer Linie. D-.e Dampfer dieser Linie machen die Reise zwischen New Zork und Havre in 7 Tagen. Preise billig KLINIK U. MWW. Generalagent des Westens. 2ap 566 Ksinefoiofi Btr BetLfedern. L 68-, l?5—l8l s. Lanal Sir., Ecke Jackson, nahe der Brücke. Beim Kauf von Federn außerhalb unseres Hauses Lit ten wir aus die Marke von 6. li. L 60. zu achten, welche alle von uns kommenden Sachen rragen. 27mz.s 8. K. L Lo., 2uw eliere. Linrrrrov 841. VS—VS A««rrt»srrr Kt» Uhren. Diamanten, Srlberwaarrn Absolut zu LS!;»lef»le-Preisen. lSav-lar DaS Chicago Msßiislsiir/rkken mW MSer, Adams Straße, Ecke paulina, ein großes, luftiges Gebäude, 18 angenehme Privat»!«» mer, große sonnige DöarLS. Stetzmt Lgden Nve. Stra ßenbahn Lls zur Thür. IL!V binnrli "k tük rrmroi-ms rikL IX- Msivä! dtätltüktll c,k Vork, in iln- Lear»- oi »>v Vvrü, »u auv vl lutsudent ot Urs idtakv ol Illinois, pursuaul to lacv: tluptrut. -Vrnount ol oapitnl Ltoair paid up in tuii Z 200,000.00 Valus vk Reu! blstats oxvnoä tds t 69,580.60 VN Uoncis «nd AlortqrtMS 30,700.60 Unitkd Biuie;B Btoolcs nnü Uonüs 57,500.00 UailrtiaU liond« und Stocks 70.9 M.OO Nitnk Bteur 2,127.50 'Uvtul 1n00m5...,3 113,134.76 I,c>ssss puld durinx tkv z-eur 80.431.04 ilividend-; paid durin» tlu- z«-ur 20,600.00 Lommissions und Buluries puici durinZ tüe zeur 33.222.67 luxos puid duriu» ttn? zssur 2.194.84 -Vmount ok all otiaer expsnditurss 6,378.15 Notul vxpc-nditurss....3 142,226.70 Njiiseeüuneou!-!. I'otul Risks tuken tke )«ur in IMnois... H 1,752.517.00 total Rreinluius reooivod durinZ tire du 19,508.76 in Illinois'. l e )sur tolui umouut oi Risks outstundinx... 12,262,567,00 ikl. M. Rrssidvnt. <N LLrelsk-r, Sndsoridod und snorn to bskors mo tkis IZcd duv ok dunuurz-1894. dOIIX I'. II2KRRR. Lotar-- Rubiiv, X. V. So. No. 16. Billige Baustellen —in U? 3. kurlinZ'B Fullerton AU. Addition Eots in der Fullerton Ave., in nur geringer Entfernung vom Boulevard, ISOO. In den Nebenstraßen nur S3SO. Anzahlung 10 Do Mrs, de? Nest in IMMgen Raten. Diese §ots sind nur 4 Block von der Arrnitage Avenue Babn gelegen und nur 3 Block von der Eisenbahn. In der Fullerton Ave. wird bis zur Milwaukee Avenue eine elektrische Bahn gebaut, die in ihrer Verlänge rung an diesem Eigenthum vorbei sührt. Man bedenke nur die Preise: AooO für eine §ot bei der Fullerton Avenue, wo Meilen weit darüber hinaus schon viel höhere Preise be zahlt werden. Die Straßen sind gemacht und die Seitenwege gebaut, Nähere Auskunft Jimmer Ns. 35 Staats?eitungs- Gebäude, Wischen 1 und 2 Nachm.