Kleine Coco J8 N3

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Ericheint De e Ericheint alle 14 Tage. a N alle 14 Tage. —; BET M #Icr Kleine — Jeitfehrift zue Untahaltung und Beichcung für die Jugend EEE IRAEN ENTETEENFEER SER RR ATZE EFT — — — 8. Jahrgang | Verlag: Der Meine Coco, God a) | Aummer 3 Ans dem Reihe König Watzmanns. (Siehe nädjte Seite!) u IN ON, v H.FRENZIF 4 Der Senner und feine $rau faßen vor ihrer Hütte und hörten den leife verffingenden Bloden zn.

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Seite 42 Der fleine Coco Quammer 5 Ans dem Reihe König Watzmanns. Bon Georg Groh. Im großen Deutſchen Reich, dort, wo die Sonne ſchon recht warm hernieder- ftrahlt, gibt es einen Sanöftrich, der gar. eigenartig und gewaltig von der Hand des Schöpfers geprägt if. Mauern, Türme, Wände und Tore fchliegen fich dort zu- fammen und bilden eine Ummallung für unfer liebes Daterland, Aber was das für Mauern und Wän⸗ de, Tore und Türme find, davon könnt ihr euch faum eine Dor» ftellung maden. So hoch, jo hoch, daß die Menfchen ftunden- und tagelang auf- wärts fteigen müffen, bis fie auf die andere Seite hinausfchauen fonnen, Tore, fo dunkel und ſchwer, als wären fie für Rieſen gebaut, und Wände von fo beftürzenden Kormen, dag man ganz im Ernft glau- ben muß, fie könnten jeden Augenblid fra hend herabbrechen, It man aber oben, fo wandelt der Fuß oft über blanfes Silber, — Nun, das feht ihr ſchon ein, wir Men— [hen haben nicht mitgeholfen, um foldhe Bauten aufzuführen. Wollten wir uns jo Mbergewaltiges vornehmen, fo würden taufend und noch mehr Jahre nicht bin- reichen, um nur einen einzigen folcher Türme fertigzuftellen. Sie müffen von einem Schöpfer-Baumeifter hervorgebracht fein, deffen Kraft unfer aller Kräfte zu— fammengenommen weit, weit überfteigt, Die Menjchen aber, wißt ihr, was die tun? Die bauen fi) oben am Mauerfranz ein befonderes’ Hüttlein, damit fie nicht ohne Unterfchlupf find, oder zum Ausruhen, Der Senner mußte ſich über rauhe Blöde emporziehen. um überhaupt ganz auf den Gipfel ge langen zu können. Gipfel? Ach, das find Berge, das Bayriihe Hochgebirge? a, das ift das Reich König Wahmanns, Und ih will euch eine Gefchichte er- zählen, die fich dort in den eis- und ſchnee⸗ gepanzerten Bergfeften zugetragen hat, Es war einmal im Tal des Wimbaces blühendes Weide» land, überfät mit fhönen, altersbraus nen Rindenhäuschen, in denen fröhliche Hirten und Birtinnen wohnten, Heute hat ein breiter träger Strom grauen, fpiten Gefteins all das ver- ſchüttet. Dort lebten alſo vor vielen Jahrhun⸗ derten glüdlih und frohen Berzens ein Senner (fo heißen dort die Diehhüter) und feine $rau, Sie hielten mit Sträu« ern und Bienen gute Sreundfchaft und lahten, wenn Die Sonne die Bergfpigen hellbrannte, und wa ren nicht allzutran- tig, wenn der Regen um die Selshäupter fein graues Gefpinft floht. — Der Senner, das war ein Fräftiger Gefell, der nichts fehnlicher wünfchte, als einen großen Bauernhof zu befigen, um darin gehörig wirtfchaften zu können und fich viel Geld zu erfparen, Er hatte die blanfen Goldftüde jo gern, daß fie ihm faft das Liebſte anf derWelt waren. Aber er befaf nur eins oder zwei, und es lohnte fich nicht, fie jeden Tag auf dem Tiſch tanzen und klingen zu laffen, und fo vergaß er fie über feiner täglichen Arbeit, Seine Frau war ein gutes, ftilles IDeib,

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Umwmes 3 Der Heine Coco Seite 45 das fich frente, Speif’ und Trank und ihre Gefundheit zu haben. Einmal, als die Sennerin die abendliche Meltarbeit beendet hatte und die Sonne fi) zum Untergang niederließ, festen fich die Beiden auf das Bänflein vor ihrer Hütte und hörten den leife verflingenden Bloden zu, die von den Rindern am Bals getragen werden. Tier und Tal wurden Kl und ruhig. — Da flammten plötzlich dort oben, wo die Kelshäupter fi aus dem dunfelgrünen Waldweften reden, caſche, tiefrote Feuer auf. Ihr Widerfchein fief breit und außerordentlich flar, aber in lohender Wärme an den ciifigen Fels— wändenhin, als woll« te der Schöpferwille Dome aus NRubinen erftehen laffen. Im— mer mehr janfen der Grund, die Weide, der Wald, die nie- deren Hänge in flü- kerndes Dunfel, im- mer feuriger und hei- ger erglühten die Hel- me der Bergriejen, Atemlos jandten die zwei Menfchen da unten den Blid em— por. Endlich verlöfchten die legten Spitzen, und die vor Schauen müden Augen fanden Erquidung im famtenen Tief des befternten Nachthimmels. „Du,“ fing die Sennerin kaum hörbar an, „wir haben die großen Schmiedefener heute feben dürfen. Meine Ahne hat mir fhon manchmal davon erzählt. Die jchüren die Bergaeifter, die hinter den jchroffen Wänden wohnen und des Abends anf den Mauerkränzen luftwandeln. Aber nur, wenn das Wetter jo warm und werd) ift wie heute. Weil fie die Tore zu ihrer Welt aufftehen laffen müffen, und da darf’s doch nicht hineinregnen, noch dürfen die unterirdifchen Schmiedefeuer von Falten Winden in Derwirrung gebracht werden.* „Und die Glut an den Berggipfeln war der Widerfchein dieferuntertrötfchen Feuer?“ fragte der Senner, Er flürzte fich mit einem gierigen Schrei anı die eben ans Eicht getragenen Schätze „5a. Und weißt du auch, was die da oben jchmieden? Reines Bold, nur Gold!“ Als der Mann dann auf feinem Bette lag, wälzte er fich fort und fort hin und her, Er mußte an das Gold denfen, an das viele Gold der Berggeifter. Ein Bleiner Teil würde genügen, um den erträumten Bauernhof zu Faufen. So beſchloß er end- fich, bei nächſter Gelegenheit einmal hin- aufzufieigen, um fich von den Bergfindern foviel Bold jchenfen zu laffen, wie er nötig hätte. Und als wollte ihm der Himmel heifen, ſandte er bald wieder einen ſchönen, warmen Tag, Da machte fi der Senner auf den Weg, Solange er im Wal⸗ de fteigen fonnte, war es leicht. Aber dann bäumten fich die ftolzen, nadten Maus» ‚ern empor, und da verlief ſich das letzte Pfädlen. Er mußte in den Riffen auf» wärts flettern, wilde Dorfiprünge übermin«- den und Sich über rauhe Blöde empor« ziehen... Fern unten aber gähnte eine Ties fe, die von Tritt zu Tritt graufiger her— anfdrobte. Endlich war er faft oben, Und ſchon wuchſen die Schatten höber und böber eus dem Talgrund, und die kleinen win. zigen Büttlen auf feiner Sohle wurden vom Dunkel verfchludt. Da plötzlich, dicht vor ihm, fprongen zwei mächtige £elsblöde Haffend ausein- ander, und er fab in eine über und über ftrablende Welt Geräte und Waffen aus funfelndem Edelmetall metteiferten an blendendem Blanz mit mächtigen Seuern, vor denen zahllofe Heine Wefen eifrig döurheinanderhufhten Und dort Da bog ein langer ug um eine Ede, be laden mit herrlihen Schmiedearbeiten aus blanfem Gold. ber die Kronen der Berge aber breitete fich allenthalben der flammende Widerſchein der ‚euer im Innern,

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Seite 4% Der Senner wußte fih gar nicht zu faffen vor freudigem Schred, Alle Be- finnung wid von ihm; mit einem gierigen Schrei ftürzte er fi) auf die eben ans Licht getragenen Schäße, Sein leinenes Hemd riß er vom Körper und flopfte hin- ein, fo vieles nur zu faffen verniochte, Durchdie Scha- ren der fleißigen Berg- geifter aber ging ein lau— tes Entfegen, So raſch er konn⸗ te, Hetterte der Sen« ner zu Cal. Der glühende Wider» fhein an den Ber- gen war mit einem Mole erlofchen, Es war Mitternacht, als der Räuber feine [hwere Beute im Heulager feiner Hüt- te verbarg, ‚Grau und uns heimlich. ftill brach der nächfte Morgen an, Abgeriffen und haftig berichtete der Mann feiner Frau von dem Gefde- henen, Sie fchlug die Bände vor Grauſen über dem Kopf zufammen und prophezeite weinend ein ungeheures Unglüd, La— end padte der Senner fiel, und. , p ‘fein Gold und fchritt auf den Talausgang zu; jet wollte er hin- ausgehen, jegt fonnte er fich den Bauern- hof Faufen. Das Tal des Wimbaches fchließt fi am Ausgang aber ganz eng zufammen, Die Bergwände treten von beiden Seiten fo dicht heran, daß nur ein Steiglein von einigen Fußbreiten neben dem Bächlein Raum hat, das dort fidy ebenfalls den Weg ins Steie ſucht. Und als nun der Räuber Der fleine Coco Alles Wehren war vergebens, ex ftrauchelte, QUummer 3 an den beflemmendften Winfel Fam, da zifchten plögli aus allen Selsipalten eine Unzahl großer und Meiner Schlangen, Don oben herab züngelten fie, vor feinen Süßen bäumten fie jih auf, feine Beine und feinen Hals ummwanden fie; alles Wehren war vergebens, er ftrauchelte, fiel, und von Taufenden von Schlangenbiffen getroffen, mußte er fein Seben dahingeben, Seine frau war ihm erft nah ei» niger Seit gefolgt, Als fie zur Schlan- genbuht gelang te, war ihr Mann tot, über und ne» ben ihm brauften und gifchteten viele, viele Feine Waffer» fälle, Die von der Höhe der Sels- wand : herabftürz- ten wie große und Heine _ Schlangen, um fih auf der Talfohle zu einem j donnernden Wild bah zu vereinen, Zu Tode erichroden von dem Niegefehenen, floh fie hinaus zu den Men- fchen. — Beute noch könnt ihr in der „Wimbach⸗ klamm“ die Schlangen, die den räuberiſchen Senner töteten, in Geftalt von vielen, vielen Wafferadern über die $elsmaner herabbrechen fehen; der herrlihe Alm- garten des Wimbachtales aber liegt be- graben unter einem Strom grauen, toten Gefteins. Die Berggeifter jedoch laſſen wie früher an weichen, warmen Tagen den Schein ihrer Feuer und Goldfchäbe über die Häupter des Gebirges fprühen, — N

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Der fleine Coco 94 7 " — u . ELPPPPPFPT ng Orachenlied. Juchheißa, da weht er, der richtige Wind, Heihuſſa, da laſſ' ich dich ſteigen, Mein lieber Drache, da kannſt du geſchwind Mir all deine Künffe mal zeigen. Flieg auf, es ift mir um dich nicht bang, Ich fehaue dir nach voller Wonne, Ich halte die Leine, die Leine ift lang, Und grüß' mir auch, hörft du, die Sonne! Und grüß' mir die Wollen, die eilend entflichn Borm Winde, dem geftern noch müden, Und grüß” mir die Wandervögel, die ziehn Zum Süden, zum fonnigen Süden. Und biſt du fo nahe dem Himmel nun Und feinen Englein, den füßen, Dann könnteſt du mir den Gefallen tun, Und die auch recht ſchön von mir grüßen. 3. fire.

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Seite N Der Fleine Coco - der Sl: Uummer 35 Korſar. Eine Geſchichte ans dem Jahre 2001 I Der Flug überden Stillen Ozean. Ein tiefiges Marine-$lugzeug zog in majeftä- ifcher Sahrt über der unermelichen Wafferwüfte ' des Stillen Ozeans dahin. Weithin fchallte das braufende Geräufch der zwei Motoren, die es vorwärts trieben durch die unbegrenzte Kuft, und es war, als fände das Raufchen des Meeres dort oben ein Eco. Die breit ausfpannenden Tragflähen fchimmerten weiß wie Schnee im Sonnenlicht. Auf den erften Blid hätte man es für einen Doppeldeder halten fönnen, aber die zwei fchräggeftellten Flächen, die unter den breit ausfpannen- den Flügeln hingen, waren. die Schwim« mer, die es der Ma- ſchine möglich mach⸗ ten, zu jeder Zeit, außer bei ſtürmiſchem Seegange, auf das leer niederzugehen und vom Waffer wie- der aufzufteigen. Die Firma £in- com & Co. in San Francisco war fehr ftol3 auf diefen neue» ſten Typ, den fie in jahrelanger mühfa- mer Arbeit endlich betriebsfähig ausge» arbeitet hatte. Man zweifelte nicht daran, daß er in dem nahe bevorftehenden Krieg zwiſchen den Dereinig- ten Staaten und Ja- pan, mit deffen Aus» bruch man im nächften Jahre rechnen zu müfjen - glaubte, eine große Rolle fpielen würde. War doch die Machine dank ihrer hohen Tragfähigkeit und der gewaltigen Kraft ihrer Motoren imftande, eine stoße Zaft an Betriebsftoff und Bomben zu tragen und troß diefer ftarfen Belaftuna nod eine ſehr aroße Gefhmwindigfeit zu entwideln und Taufende von Kilometern ohne Zwiſchenlandung zurückzulegen Eine zweite Art diefer Mafchine wurde als Zweiſitzer eingerichtet und follte dann ein Mafchinengewehr tragen, das der Mitfahrer bedienen mußte. Noch wußte die große Welt nichts von diefen neuen Flugzeugen, denn jeder Arbeiter der firma Lincel & Co. bis hinunter zum einfachften Hand- langeı war zu firengftem Schweigen verpflichtet worden. Als der Einfizer-Typ jeine erften Probeflüge erfolareich beftanden hatte, erhielt Mr. Ephraim Lincoln, der ſich für einige Wochen zur Erholung auf feine Befitung in Honolulu begeben hatte, fofort durch Funkſpruch die erfreuliche Nachricht, daß alles glüdlich abgelaufen fei. Er jaß eben beim Morgenkaffee und jog mit Behagen die föftliche £uft ein, durch die auf lauer Briſe würziger Blumenduft wehte. In erfreu« lihem Stolze leuchteten feine Augen auf, als er im Radioapparat die Stimme feiner Tochter er= fannte, denn das jchöne Ergebnis jahrelangen Schaffens war nicht zum geringften Teile das Derdienft Miß Ellen Eincolns, die felber an der Spite eines ganzen Korps von Ingenieu⸗ ten an dem großen hi Werke mitgearbeitet Hi, | hatte. Ihr Studium | | der techniſche nWiſſen⸗ ſchaften war nun mit wu all | ; } einem Erfolge ger I 0) ER krönt worden, auf In N if ; den nicht nur ihre u U MRS Eltern, fondern alle u — Bürger ihres Dater- landes ftolz fein konn⸗ ten. Selbft als er den Schluß ihrer Radior nachricht vernahm, blieb das frohe Lä— cheln in Mr. Kincolns Öügen, obgleich er im erften Augenblid etwas wie einen ge» linden Schreck emp- In erfreulihem Stolze wuchteten jeine Augen, als er im Hadio- fand. apparat die Stimme jeiner Tochter erkannte. „Und nun, lieber Dater,* Hang es ihm ins Ohr, „wirft du mir zum Dan? für alles, was ich mit den andern getan habe, die Bitte nicht ab» ſchlagen, die ich jeßt an dich richte. Ich möchte zu dir nach Honolulu hinüberfommen, aber natürlich auf unferm Flugzeug. Das foll der erfte größere Flug fein, den es machen wird, und zugleich der en Beweis für feine Güte und Seiftungsfähig- eit. „ber, liebes Kind,“ tief erzurüd, „das ift doch wohl ein zu fühnes Wagnis — rund 3500 Kilo- meter über See!“ „Eine Sache on 24 Stunden, wenn alles gut seht, und aut gehen muß es, des bin ich gewiß,“ entgegnete Mif Ellen. „Dir haft noch keinen fo langen $lug gemacht, mein Kind Der foll denn mitfliegen?“ „Aber Papa, ich will fel.ftverftändlich ganz allein fliegen.“ „Allein? — Bligmädel*

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Uummer 3: Der !leine Coco Seite 417 — —— —— — — — ⸗ — — — — — — s — — — Ja, und ich freue mich ſo rieſig darauf. abs alles ſchon vorbereitet. Sage ja, und — ei Tage sgrauen flicce ich ab.“ „Am, Ellen, km — ich weiß dod nicht —* „Denn du nicht einmilligft, Papa, nimmft du mir die ganze Freude an all der Arbeit, die hinter mir liegt, das ganze Intereſſe an allen Aufgaben, die vielleicht in nächſter Seit noch an uns heran- treten werden. Alfo, Papa —* „un gut, mein Kind, ich fage ja, aber unter einer Bedingung. Du mußt den $lug um fünf Tage verfchieben. Morgen gehe ich mit der „iymph“ in See und fomme dir entgegen. Du hältft die Dampferlinie und rufft mich von Zeit zu Seit an. Wenn du gut auf dem Kurfe bleibft, { werden wir uns etwa auf dem halben Wege be- gnen. Iſt bis dahin alles ohne Störung ver aufen, magft du weiterfliegen. Sonft nehme id dich mitfamt dem Apparat an Bord. Mr. Jrving kann auf alle Fälle mit der Jacht hinter uns auf dich warten. Und dann noch eins, du darfft nui bei gutem Wetter fliegen !“ „Denn du durchaus fo viele Schwierigkeiten bei diefer einfachen Sache machen mußt, Dapa,* antwortete Miß Ellen ein wenig ungehalten, „dann gut, ich bin einverftanden. Heute haben wir Samstag, ich werde alfo Donnerstag früh ftarten.* ö „Schön, mein Kind! Xeb wohl und auf glüd liches Wiederfehn im Ozean!“ (Sortfegung folgt.) daß du heute an einem Delifateggefchäft vorbeigegangen wärft, in dem es wie in einem Taubenjhlag ein und aus gegangen fei. Große Leute und Kinder wären es gewejen. Und alle feien, bevor fie in das Geſchäft gingen, vor einem ſchönen Bild ftehen geblieben, das im Erker zu fehen fei, und das man Rahmamädchen nennt Und wenn die Käufer aus dem Saden gefommen wären, hätte jeder ein Pafet „Rahma buttergleih" gehabt und dazu die neue Kinderzeitung „Der Heine Coco“, die man ganz umfonft dazu Friegt. Und alle hätten davon gefprohen, wie köſtlich die neue, Rahma buttergleih” fei und wie billig, und dag man nun fortan die teure Natur⸗ butter nicht mehr zu Faufen brauche!

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Seite 48 Der fleine Coco Ber Qummer 3 Traumjörg beim Snomenjefl. Bon Johanna Weistird. Tief, tief in einem großen dunklen Wald liegt ein hoher Berg, den die Leute meilenweit im Umkreiſe den Gnomenberg heißen. Einer erzählt es dem anderen, daß darin die Gnomen und Wichtel jeit undenklichen Zeiten leben und un- geheure Schätze aufgefpeichert hätten. Das war auch zu des Traumjörgs Ohren gefommen. Der Schweinemichel hatte es ihm erzählt, und jeit- dem ging er noch verträumter hinter feinen Bänfen einher, wenn er fie zur Weide trieb Stundenlang fonnte er im Graſe liegen und zum Snomenberg hinüberfchauen. Der Traumjörg war ein armes Sindelfind, das von der Bauerngemeinde eines Fleinen Dorfes erhalten wurde. Er af reihum bei den Leuten, deren Gänſe er hütete, und hatte es bald beffer, bald jchlehter. Aber nie wurde dem vater- und mutterlofen Jungen ein bißchen Siebe zuteil, wo— nad) er fich fo fehr fehnte. Deshalb ſchauten feine großen blauen Mugen auch immer jo traurig und träumend darein, fo daß man ihm den Namen CTraumjörg gegeben hatte. Wieder einmal lag er auf der Weide umd feine gefättigten Gänfe um ihn her. Es war eine wun— derbare Dollmondnadt und jo warm, daf CTraumjörg beſchloß, wie fchon öfter, mit jeiner Berde draußen zu bleiben. Nie meinte er den Mond in ſolchem Glanze gefehen zu haben und nie fah er Heide und Wald in folder Kichtflut. Wo er hinfah, jhimmerte es ihm wie eitel Gold und Silber entgegen. Ganz befonders aber die Kuppe des Önomenberges, die aus den Bäumen emporragte. Die war ein Gleißen und Funkeln, als wenn der ganze Berg von innen mitTaufenden und aber Taufenden von Kichtern erhellt fei. Wie gebannt hingen Traumjörgs Augen an diefem Ölanze, und ohne daß er es wußte, fprad er fehnfuchtsvoll vor fih hin: „Ad, wer doch ein- mal in diefen Gnomenberg, der ein richtiger Sauberberg fein muß, hineinfehen könnte! Und wen nur ein wenig von den Schäßen zu eigen wäre, was müßte der reich fein!“ „Möchteft du denn nicht derjenige fein, dem das befchieden wäre?“ Fang da auf einmal eine Stimme neben Traumjörg. Mit einem leijen Schrei fuhr er erfchredt zufammen, als er ganz plöglich, wie aus dem Boden gewachjen, eine merkwürdige Geſtalt neben ſich erblidte. Es war ein Feines braunes Männchen mit etwas krum— men Beindyen, dem von dem faltenreichen Geficht ein brauner Bart bis zu den Süßen herabfiel. Aber es hatte freundliche, Zutrauen erwedende Süge, und als es jetzt bedauernd jaate: „Das tut mir aber ſehr leid, daß ich dich fo erfchredt habe,“ da wich die Angft von Traumjörg. „Es fam nur daher, weil dn fo plößlich daftandeft und mich anfprachft, du Männchen, wie ih noch nie eins gefehen babe,“ antwortete er. „Die ift es, möchteft du mir meine Stage nicht beantworten?“ erfundiate fich das Männden und fah Traumjörg auffordernd an Der lächelte traurig und meinte: „Ach, gutes Männchen, du willft dich wohl ein bifchen luftig über mich machen? Was follte es mir armem Sindeljungen wohlnüßen, wenn ich dir antworiete, daß ich gerne derjenige fein möchte, der etwas von den Schätzen des Gnomenberges hätte? Ich befomme ja doch nie etwas davon zu fehen.“ „Wer weiß!" lachte das Männden. „Sagteſt du nicht, du wäreft ein Findeliunge? Kannft du mir nicht jagen, wann man dic fand?“ „Doch, das fann ich,“ faate Craumjörg nad einigem DBefinnen. „Der Nachtwächter fagte mir einmal, er hätte mich in der Sonnwend« nacht auf den Stufen der alten Dorffapelle aufe gelefen; aber fein Menfch weiß, wie ich dahin« gekommen bin.“ „a, vielleicht erfahren wir auch das,“ meinte das Männchen und füate dann hinzu: „Nun hör’ mal, mein Junge, du bift ein Glüdspilz. In jeder Sonnmwendnadht darf einer von uns Gnomen unfer Reich verlaffen und eine furze Erdenwan« derung machen. Alfo fomm mit mir, mein Sohn. Du Fannft dann auch an unferer Sonnmwendfeier teilnehmen. Möcteft du? Befinn dich nicht fange, denn ich möchte zurüd.“ „Ach ja, gutes Männchen, ich möchte es ſchon; aber was mache ich mit meinen Gänfen? Die kann ich doch nicht allein laſſen,“ fagte Traum« jörg. „Ich werde ganz gewiß dafür forgen, daß du fie bei Sonnenaufgang noch hier findeft," ver- fprach das Männchen, das mitten unter die Herde trat. Es murmelte einige Worie, und da legten

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i QUummer 5 Der tleine Coco Seite 4 fi alle.wie tot hin. Dann nahm es Traumjörg bei der Hand und ermunterte: „Nun fomm!“ Die beiden jchritten nun auf einem wie ein filbernes Band glänzenden Pfade durch den Wald, und es dauerte’nicht lange, da waren fie am Gnomenberge angelangt. „Liebes, gutes’ Männchen,“ fagte da Traum- jörg, „Darf ich nicht auch wiffen, wie du heißt? Ich weiß ja gar nicht, wie ich dich nennen foll!“ „Sh bin einer der Obergnomen, heiße Hutz⸗ liputz und befite die Ga- be, zaubern zu fönnen,“ antwortete das Männ- hen freundlid. Dann 30g es ein goldenes Häm- merchen aus der Tafche, Mopfte dreimal an eine Selfentür und fagte: „Okulus, Pofulus, Do- kulus!“ Da öffnete ſich die Türe von ſelbſt, und beide traten ein. „Folge mir und äng— ſtige dich nicht,“ ermun- terte Hutzliputz und ging duch einen fchmalen, fteingewölbten®ang vor- an. Bald tat fih eine große Halle auf, vor de- ren Pracht Traumjörg zuerft wie geblendet die Augen fchloß. Alle Wände funfelten nur jo von Gold, Silber und bunten Edelftcinen. Wunder- bare Srotten bauten fich auf; über kleine Seen, auf denen güldene Muſchelkähne fchaufelten, fpannten fi wie aus fleinernem Spibengewebe hergeftellte Brüden. Don der Selfendede herab ftrahlten als Lampen übergroße Diamanten. „Wir famen gerade zur rechten Zeit,“ fagte Hutzliputz zu Traumjörg, „ich höre die Kame- raden mit den beiden Königen der Gnomen und Wichtelmänner fommen, um das Sonnmwendfeft zu eröffnen. Wie gefällt es dir übrigens bei uns, mm Sohn?“ „Ad, lieber, guter Gnom Hutzliputz, ich weiß gar nicht, was ich fagen ſoll. Wie ein Märchen ift das alles, fo wunderbar, und ih meine zu träumen.“ „ein, nein, du träumft nid, es ift alles Wirklichkeit, was du fiehft.“ — — JE „Möchteft du nicht derjenige jein, dem das befchieden wäre?" Mana da auf einmal eine Stimme neben Traumjörg, Eine traumleife, unendlih lieblich Elingende Muſik wurde vernehmbar, die näher und näher fam. Sechs Gnomen und jehs Wichtelmänner führten fie auf Inftrumenten aus, wie Traum- jörg ihrer noch nie gefehen hatte. Hinter den Mufitanten her fam eine Reihe ehrwürdiger Gnomen und Wichtel, und dann unter einent goldenen Baldahin die beiden Könige. Sie hatten fchneeweiße, bis zu den Süßen reichende Bärte und trugen dia- mantenfprühende Kro⸗ nen. Binter ihnen folg« ten in langem Zuge alle Snomen und Widy telmänner des Berges, Im Bintergrunde der Halle war ein viele Meter langer Tiſch aufgeftellt, on dem ſich die Könige, umgeben von ihren Un⸗ tertanen, niederließen. Die Tafel war mit den edelften Geräten aus Gold, Silber und Kriftall gededt. Als alle jagen, fragte der König der Önomen: „Ich fehe unferen Hußli- put ja nicht, unferen, Er- denwanderer.“ „Doch, Herr König, hier bin ich, und nicht alfein!“. rief Hutzliputz und trat mit Traumjörg an den Feſttiſch heran. „Beil, Beil dir, Hutzliputz!“ fagte da der König, „Beil dir, daß du das Glück hatteft, einen Sonne wendnacht- Sindling in unjer Reich zu bringen, den wir mit unferen Schäßen beglüden Fönnen. So viele hundert Jahre Fonnten mir es nicht mehr. Nun foll unjer Feſt erft recht herrlich verlaufen. Wie heißt dein Schützling, Hußlipuß?“ „Er führt den Namen Jörg; aber fie nennen ihn auf der Erde Traumjöra.“ „Traumjörg?“ lachte der König Wichtelmann. „Das ift ja ein zu hübfcher ame. Da träumfl du wohl fehr viel, mein Junge?“ „Äh ja, Herr Könia, aber jo was Wunder- ſchönes, wie ich hier fehe, habe ich doch mein Lebtag noch nicht geträumt, antwortete Traum⸗ jörg.

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Seite 50 Der fleine Coco QUummers — ee — — — — — — —— — — —— „Es ſoll no ſchöner kommen,“ verſprach der König und winkte Hutzliputz und Traumjörg anf die gegenüberliegenden Tofelpläte. „Das Seit kann beginnen!“ tief nun der Gnomenfönig und ſchlug mit einem goldenen, von Diamanten gligernden Stabe dreimal auf den Tifh. Die Muſik fegte wieder ein, und unter ihren wunderbaren Klängen nahten aus den Tiefen des Berges, geführt von einem fchnee- weiß gefleideten Ober⸗ koch, vierundzwanzig ſcharlachrot amgezogene Kücengnomen und Did: tel, die auf goldenen, fil- bernen und kiiftallenen Schüffeln die föftlichften, erlefenften Speifen ber- beitrugen. Uraumjörg lief das Waffer im Mun- de zufammen, als ex die Düfte der verfchiedenen Speiſen roch. Die beiden Könige felbft legten ikm vor und ermunterten ihn, tüchtig zuzulangen. Die meiften der foftbaren Ge⸗ richte kannte Traumjörg gar nicht, aber einige gab es doch, die man auch auf der Erde af. Über etwas wunderte und freute fih Uraum- jörg ganz befonders: daß, als der aus Butter und Käfe, Früchten und Ge- bäd beftehende Yachtifh aufgetragen wurde, auch „Aakma buttergleich” nicht fehlte. Er wußte ihon, wie köſtlich die jchmedte, denn die Bürgermeifterin feines Dörfchens hatte ihm fhon mehrmals ein Rahma-Butterbrot mit gegeben, wenn er ihre Gänſe austrieb. Mit glänzenden Augen ſah er auf die verfchiedenen Pafete mit der ihm befannten Auffchrift, deren Inhalt andy den Königen und ihren Untertanen fehr zu munden ſchien Huglipug ſtrich für Traumjörg eine dide Stulle und fagte: „Ich jehe dir an, mein Sohn, daß du dieje ledere Butter auch für dein Leben gerne ißt. Da geht’s dir wie mir. Du wunderft dich wohl, wie wir daranfommen? Ja, das ift eine wunderbare Gefchichte, die ich jetzt nicht er- zählen fann. Jch denfe, wir ſehen uns mal wieder, Traumjörg lief das Waſſer im Munde zufammen, als ex die Düfte der verfchiedenen Speifen roch, dann. Unfer Oberkoch ſchwört nicht höher als wie bei der „Rahma buttergleich“,* „Kein Wunder,“ fagte der Oberkoch, der das gerade hörte, „um diefer Föftfihen Butter willen vergeffe ich fo manches, was auf der Exde nicht ſchön und gut ift, denn nur mit ihrer Hilfe habe ih das Gebäd erfinden können, für das ich von den Königen den Titel Oberkoch befommen habe. Fürwahr, eine echt fürftliche Belohnung |“ Es wurde nun nad beendigter Tafel fehr fir del im Gnomenberg, Mit begeifterten Reden feierte man die Könige und ließ fie hochleben, Es wurden zu ihren Ehren und zu Ehren der Sonnwendnadht von ei» nigen Önomen- und Wicteldichtern verfaßte Dichtungen vorgetragen, Und dann wurden Beine Iuflige Aufführungen ver- anftaltet, bei denen fich die Wichtelmänner und die Gnomen den Baud vor Lachen hielten. Auch die beiden Könige lachten jo, daß ihnen die Bäuch⸗ len wadelten. Selbft Traumjörg fam wie noch nie in feinem Leben ins Lachen und befam den Schludfer davon. Da Hopfte ihm Hutzliputz den Rüden und fagte leife zu ihm: „Die Stunde des Sonnenaufgangs tft nicht mehr allzufern. Dann mußt du unfer Reich verlaffen, jonft bleibt dir für lange, lange Zeit feine Möglichkeit, hinauszukommen. So gutes dir auch jegt gefällt, für immer wäre das nichts für dih. Komm mit mir in meine Sauberfammer, Ih will in meinen Zauberfpiegel fchauen und fehen, ob ich dein Herfommen daraus erfehen Bann.“ Traumjörg und hutzliputz entfernten fich leife, um nad der Sauberfammer zu gehen. Das war ein Eleiner goldfunfelnder Raum, „ deffen Selfendede ein riefiger Diamant glühte. ‚Unter ihm auf dem Boden ftand ein dreibeiniger fil berner Schemel, auf dem ein Spiegel lag. Huslipuß fette fih auf den Schemel, ſprach murmelnd: „Ofulus!l Pokulus! Dofulus!“ und

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Aummers Der kleine Coco Seite st ſah daranf In das grün und rot funfelnde Spie gelglas. Eine Weile war er ganz flumm. Dann erhob er fih und fagte: „Freue dih, mein Som, ‚deine Eltern leben und fehmen fi jehr nad dir. Du mwurdeft ihnen einft geraubt, ıber von den Räubern aus Surdyt vor Derfolgung auf die Stufen der alten Dorffapelle gelegt, wo dich der Schweinemidel fand Dein Dater ift der mäd- tige Fürſt eines Kandes, das Glüdsland heißt. Stage nad ihm, und du wirft es finden. Deine Eltern werden dih an dem Mal erkennen, das du auf der linken Fußſohle trägft Da haft du doch eins in form einer Eichel?“ Traumjörg nidte wie im Traume und folgte Hutzliputz wieder in den Seftfaal „Unfer Saft muß gehen, ihr Herren Könige, es ift Seit,“ jagte er, fich tief verbeugend. „So gib ihm von unferen Schägen, was dir gut dünkt, und geleite ikm zur Erde empor,“ be, flimmte der Gnomenkönig, der Traumjörg die Hand zum Abjchied gab Dann folgte der König Wichtelmann und nad ihm alle lintertanen. In der Schatzkammer füllte Buglipug ein Sädhen mit Bold und Edelfteinen.und gab es Traumjörg, als fie vor der Tür des Önomen- berges im Walde fanden. "50," ſagte er, „num geh dem wie Silber leuchtenden Pfade nad bis zu deinen Gänſen. Creibe fie ins Dorf und made dich auf, deine Eltern im Slüdsland zu fuhen. Du wirft es finden. £eb’ wohl, mein Sohn, und mögeſt du ein zufriedener, glüdlicher Fürſt auf Erden werden." Ehe fih Eraumjörg bedanken konnte, war Buslipug verfhwunden und das Selfentor ge- ſchloſſen Traumjörg tat, wie ihm geheißen Er fand teine Gänſe alle vor und trieb fie fogleich in ihre Ställe Und dann wanderte er feinen Eltern entgegen. Es gab eine große, große Freude im ganzen Sande über das Glüd des geliebten Fürſten hauſes Als Traumjörg, der nun fortan Junker Jörg hieß, jeine Erlebniſſe im Gnomenberge erzählte, vergaß er auch nicht, zu berichten, daß er Kahma buttergleich“ auf der Sonnwendfeſttafel gefunden habe, und da ſagte ſeine Mutter, die Fürſtin: „Ja, weißt du, mein geliebter Sohn, jet wundere ich mich nicht mehr im geringften, daß alle Gerichte o Eöftlich geihmedt haben, die du dort gegefien haft Wir kochen und baden nämlid m der Schloßküche aud nur damit. Und wenn du einmal Fürſt diefes Landes wirft und eine frau nimmft, dann fage ihr, fie möge es aud tun.“ Da nidte der Junker Jörg voller Eifer, und feine Augen glänzten wie damals im Seftfaal des Gnomenberges. Bd Infer Familienname, Heute ift es für uns alle ganz jelbjtverjtändlich, daß wir neben einem KRufnamen auch noch einen Samiliennamen haben Uber bis zur Seit Kaifer Rudolfs von Habsburg nannte man alle Menſchen nur mit ihrem Taufnamen, alic Jojef, $riedrich, - Emft uſw Beſaß der Betreffende irgendein Schloß odereine Burg, 10 durfte er ich Friedrich von Steinburg, Ernſt von Pollnit und ähnlich nennen, wıe eben jeine Burg hieß. Später nannte man den Sohn von Friedrich nur Friedrichſohn, noch ıpäte: benutte man zum linterichted von Dermwandten das Gewerbe und ſo fanden jich In jedem Dori der Karljhmied der Friedrich, fhloyfer. oder, wenn deſſen Sohn auch dasielbe BHandwer! hatte der Friedrichſchoſſerſohn Es ging ſogar ſoweinn daß man n manchen Dörfern einen Sriedrichichmiedeenfelfohn Fannte und nie anders von dem betreffenden Manne ipradı. Allmählich veränderten fich die Rufnamen. wet! verjchbiedene Provinzen die Dornamen anders ausipraken. Aus Fritz wurde ein Friſch, ein Fritſch, ein Fritzel, ein Frütſch, und fo ging es fort. War aber einer im Dorf, der krumme Beine oder. ſonſt einen Fehler hatte, hieß er einfach der Krummbein, der Didbaud, der Brimmbart, der Glatzmann, der Schmerbauch Dieje Namen wurden dann im Kaufe der Zeit wieder etwas umgemodelt, und es entitanden aanz neue Namen Auch nach der Haarfarbe wurden Na— men gegeben. Der rote Friedrich, päter nur der Rote, und deſſen Sohn. der Rotjohn. der Veiße der Selbe, der Braune Die Müller wurden nur immer mit Müller, dann üllerſohn, päter Müllergroßfobn angeiprochen, man nannte Die Kinder wohl auch Drittmüller, Diermüller; ipätere Jachkommen liefen die Zahl wea und nannten fich nur wieder Müller; fo fommt es, daß bis auf den heutigen Tag es jo viele Müller gibt Ihr werdet aber auch die Namen der Ger werbe und der Karben oft vertreten finden. Denft nun einmal nad, woher euer Name kanımi?

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Seite 52 " Der !leine Coco 3 Xummer 3 Die Wunderkuh. 6 Bilder mit Derfen von lag Richten, Ihr feht hier vor euch eine Kuh, Sie aber fann jih — ohne Heben — Die andern Kühe ſchrei'n nur Muhl Auf beide Hinterbeine ſetzen, = 8 — rn Kann auf nur einem Beine ftehn. Stolz jeht ihr fie jeßt aufrecht laufen. Iſt das nicht wahrlich wunderfchön? Dabei kann ſie fich noch verfchnaufen! w:- Ten — IE — — —— ˖ — ⸗ — Und eh' ihr es vermutet gar, Sum Schluffe trägt fie mih nah Haus, Macht jie ’nen Salto wunderbar - Und dana iſt das Theater aus —

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Des Fleine Cose Für die Iluffer Draftiihe Winte, Behandlung von getrodnetem Obſt vor dem Kochen. Setrodnetes Obſt muß bekanntlich vor dem Kochen gründlich abgewajchen werden; doch wäre es ganz verkehrt, diefes Abwaſchwaſſer zu- leih zum Einweichen des Obſtes zu benußen. Das Obft muß vielmehr erft gründlich in lau- warmem Waffer aewafchen werden, indem man es zwifchen den Händen reibt, dann zum Ab» tropfen auf einen Durchfchlag legt, und erft hierauf darf es in frifchem, Harem Waffer ein- geweicht werden. Bei Fleineren Obſtſorten ge- nügt es, wenn fie 1—2 Stunden weichen; Pflaumen, Bimen u. dgl. benötigen hingegen 6—8 Stunden. — Mit diefem Einweichwaffer, von dem fein Tropfen weggegofjen werden darf, ift das Obft auf das Feuer zu ſetzen. Suder darf erft hinzugefügt werden, wenn das Obſt zu feiner urjprünglien Größe ausgequollen ift. — Auf diefe Art wird dem Obſt weder Duft noch Ge— ſchmack entzogen. Das Waſchen der Hände. Streng ſollte jede Mutter darauf achten, daß die Kinder nur dann Brot effen, wenn fie fich die Hände gewaſchen haben! Die Ausbreitung der Nuhr 3.8. gründet fich darauf, daf fie leicht Boden gewinnt, wo diefe ftrifte Regel unbeachtet bleibt. Auch der Haus- frau und Köchin kann nicht genug eingeprägt werden: bevor man Kebensmittel zur Hand nimmt, Bände wajchen! Wie oft beobachtet man mit Ent- fegen, wie Frauen erſt das an ſich nie jaubere Papiergeld in Händen halten und dann gedanken» los ans Kochen, Gemüfepußen, Brotfchneiden uſw. gehen. Die Kinder lernen, wenn fie angehalten und durch Beifpiel aufmerkſam gemacht werden, frühzeitig hyaienifch denfen. Und das ift der befte Schuß gegen allerlei fein*"iche Bedrohung der Geſundheit! F Adreffe: eblende find Setimuns gegen Einjendunngvon 3 Pfo. prs Stäf (in Driefmartın) zu Gaben. »„Der kleine Coco", Goch (NRhHld). Kochrezepte, £uftfpeife für unjere fleinen Naſchkätzchen. 10 Blatt rote Gelatine löft man, nahdem man fie in Zaltem Waffer abgefpült hat, was ihnen den leimigen Gejchmad nimmt, in etwas warmem Waifer* auf, tut den Saft und die auf hartem Zuder abaeriebene Scale von 2 Sitronen hin⸗ zu, mifcht dies mit einem reichlichen viertel Siter Waſſer und !/, Pfund Suder und läßt alles zu- fammen einmal ſchnell aufflohen. — An einem fühlen Ort muß diefe Miſchung bis zum Erfalten gejchlagen werden — zirfa 25 bis 50 Minuten — worauf man fie in eine mit Wafjer ausgefpülte Form bringt, aus der man jie beim Anrichten türzen kann. — Hu diefer Speife fann man Danillenfance — oder, wenn man die Koften nicht fchent — etwas Schlagfahne reichen. Apfelgelee. Gute Winteräpfel jchält man, « zerteilt fie in Diertel und gieft foviel Flares Waffer darüber, daß die Apfel volllommen ber det find. Dann bringt man fie fchnell zum Kochen, und wenn fie breiig geworden find, läßt man fie 24 Stunden ftehen. Sind die Apfel nicht wurmjtichig, jo kann man fie mit der Schale tochen, nachdem man fie mit einem Tuch gut ab» gewifht hat. — Nah 24 Stunden feiht man den Saft durch ein Keinen- oder Gazetuch und fett jedem Kiter Saft den Saft von 1bis 2 ditronen zu. Auf je ı Kiter Saft rechnet man ı Pfund Zucker (zum Einfochen darf man feinen fchlechten Zucker gebrauchen; man nimmt ambejten Stüden- oder Butzuder!), läutert diefen, d. h. man taucht ihn in Hares Waffer, läßt ihm über Seuer zer- gehen und fhäumt ihn fo lange ab, bis er klar ift, focht ihn dann did ein, gibt den Apfelſaft dazu und "St alles unter forgfältigem Rühren fo lange en, bis ein Tropfen, auf einen Teller getan, ſchnell erftarrt. — Das Gelee wird zum Schluß in Gläſer gefüllt, Rummer-n

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Seite 5g$ Ders Pleine Coco Zummers ER Für die Hlädchen. Anleitung zur Serflellung eines Lampenſchirmes. Ein wunderhübfches Geſchenk zum und zieht durch den fo entftandenen Geburtstag oder zu Weihnachten für Bohltaum einen Draht. Dann näht Mütterchen fönnen größere Mädchen man im Abftänden von je 2 Zen— im vorftehendem Kampenfchirm ohne | timeter den unteren Teil quer ein, große Mühe anfertigen. Je nad A iIcheidet die Streifen bis 1. Senti- Umfana der fampe nimmt ° meter vom Drahtdurchzug man einen Bogen Seiden- durch und gibt den einzels papier oder fügt auch deren nen, die man unten zadig mehrere aneinander und AN bgefchnitten. hat, die gleich“ faltet ihn vierfach zu- ) mäßigen Schrägein- „fammen, Dann wer- Ichnitte, wie fie Ab» dan drei folcher Strei- bildung 2) anſchaulich fen übereinanderge- seigt. Auch der obere gelegt, die in gleicher ER Saumrand wird eins $arbe, aber abgeftuft in der Schat- gejchnitten. Dann braucht das Herung fein müffen, und zwar Ganze nur gelodert, der Draht fommt die Öunfelfte nach unten, % aber zur Lampe paſſend ein- die hellfte zu oberſt. Diefen Strei» Au gezogen zu werden, und der fen heftet man Schirm ift fer- mit grober Na» tig. In rot del und mög. _ — oder gelb wirkt lichſt aleichfar- Re er am jchönften bigem Garn am und aleichtdann pberen Rand einer tauſend⸗ zweimal der blättrigen, duf« Länge nach tigen Roſe, die durch (AUbbild.f) nach unten fällt. Sigur X Sigur 2 Drum fei das erfte, daß du mußt Den rechten VBorfah faffen. Das „Wollen* ift das Fundament Für all dein Tun und Laffen,

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a Uummer 5 Der Pleine Coc» Seite 55 Briefkasten "Berbftröslein in Oldenburg: Daß dir unfere feine „Rahma buttergleich“, fo köſtlich fchmedt, wie der „Kleine Coco“ ſchön und lieb ift, freut uns ganz außerordent- lich. Diele liebe Grüße, Herbftröslein ! Ernft Bufch, Wiesba- den: Du haft ganz recht, & wenn du von Yachbars Stanz nichts mehr wifjen W willft, weil er zu dir ge= fagt hat, man müffe fei- nen Eltern nicht alles auf die Nafe binden. Bleibe nur immer dabei, gegen Dater und Mutter auf» richtig zu fein. Sei ge- grüßt! Kottchen Pelter, Ober- hauſen: &s freut uns fehr, daß dir und deiner Freundin üſa die erfte oeo⸗ Vr. jo „arg gut“ ges fallen hat. Und wir jind enau jo neugierig wie u, ob dir die Auflöfung unjeres jchönen Preis» rätfels gelingt! Glüdanf dazul Doris Bechtel, Sonnen» berg: Kein, liebes Kind, — wir empfinden deine ii $rage nach den Eingän- en der Löſungen un. Be „entzüdenden“ Preistätjels nicht im ger tingften als Neugierde. Im Gegenteil! Dein k lebhaft geäußertes Intereffe freut uns! a, a, die Beteiligung ift noch weit aröfer, als wir dachten. Weiter dürfen wir vorläufig noch nichts verraten. Nicht wahr, das begreifit du? Berzensgrüße | Jupp Bungert, Bingen: Jüppchen, wir fonita- tieren, daß du ein Schlaumännden biſt. Aber aufs Eis laſſen wir uns doch nicht von dir führen, Freundchen. Wir verraten nichts, was wir nicht verraten dürfen. Alfo, da heift’s abwarten, bis der große Tag der Enthüllungen über unfer Preis» rätfel da if. Du weißt doch: Geduld übe bei» geiten] Beſte Grüße vom Locei Der Sachverständige - -fragi man ihn, empfiehlt als bestes nur PALMIN Nirlein vom Nordfeeftrand: So lange haft du deine Serien ausgedehnt, daß du uns deine Freude über den „Kleinen Coco“ noch von dort aus kundtun konnteſt? Dank dafür, kleines Nix— lein. Mach' nur, daß dich die Nordſeewinde nicht davonmwehen. Aber fchön muß es dort fein. Auf deine Serienfchilderung freuen wir uns fehr. Dir und der deutſchen See unfere Grüße! Ernft Blank, Ober⸗ wefel: Nein, mein Sohn, da ſtimmen wir ganz und gar nicht mit dir überein! Es ift ab- folut feine Seigheit von deinem $reunde, den du nicht mehr zum $reunde haben millft, wenn er J jih beim Schwimmen P nicht fo über die erlaubte Grenze wagt wie du. Das Leben ijt uns nicht gegeben, es leichtfinnig aufs Spiel zu feten, fondern es nußbringend für uns und andere zu verbringen. Und was glaubft du wohl, wel chen Kummer du deinen Eltern bereiten wür— deft, wenn fie um deinen Zeichtfinn wüßten. Wir meinen es gut mit dir, indem wir ernft mit die reden. Lotte Eſſich, Heilbronn: Daß du unferen „Märchenwald“ fo „herzig“ gefunden haft, frent uns ungemein, aber daß dir der böfe Krieg den lieben Dater nahm, tut uns unendlich leid, Gern hoffen wir mit dir, daß dir das Glüd bei der Preisverlofung günftig ift. Herzliche Grüße! Heinz Schilling, Frankfurt a. M.: Aber ganz gewiß, Aleiner $reund, wird dein Wunfch, der übriaens auch anderer Feiner Leſer Wunſch ifl, erfüllt, da wir allerlei interefjante, belehrende Befhäftigungsarten bereit haben. Freue dich ſchon daranfi

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Seite 56 Der Pleine Coco Qummer:s Kurzweil Der Meifter ift fortgegangen. der Meifter nicht merkt, daß fie faul waren. &s Aus den Mitjpielenden wird ein Meifter ge- gelingt aber in der Eile nicht immer jedem, das wählt. Die anderen ſetzen ſich verftrent im Zim- richtige Handwerkszeug Zu faffen, man nimmt mer umher. Jeder befommt von dem Meifter ſchnell ein anderes, weil man hofft, der Meifter eine Arbeit in die Hand, Bilderrätfel werde nicht genau wiffen, je nah dem Handwerk, — „ was er jedem gab. Ent⸗ das dargejtellt werden dedt nun der herein- foll. Iſt der Meifter ein | tretende Meifter, dag Schuhmader, jo. erhält f einer noch faul ift, oder der eine einen Stiefel daß einer die falfche Ar- sum Befohlen, der andere beit genommen hat, fo einen Pantoffel zum werden die andern in Nähen, der dritte einen zwei Reihen aufgeftellt, Scnürfenfel, den er die Schuldigen müfjen ausbefjern foll, ein an- dort hindurchlaufen und derer eine Ahle, wieder befommen mit Tafchen- ein anderer Zwirn zum tühern, in die man Mufwideln uſw. Es fönnen Knoten gemacht - hat, die verfchiedenjten beim Dir hlaufen tüch— Schuhe verwendet wei- | tige Schläge. den, ‚nur muß jich der a eur Rätſel. FRE — Suchbild 1. Mit „3“ verein’ge ich — een FEW TEE — — it, $"erfreu’ichdic, Mit, H“bewach’ich dich, hat. Hacdem jich der f At A da es ich Meifter nun eine Weile J mit "u bin ich den * * m“ ⁊ überzeugt hat, daß alle 9 Kreife aleich tleifjig arbeiten, verläßt & Doch Bleiben walledte er das Simmer, ermabnt 4 Zeichen fort aber vorher jeine Ge⸗ H } Erfchein’ ich — als — ————— DI, N jellen, recht emſig zu jein. SEEN. Bear Kaum ift er zur Tür hin⸗ IB 2. Ich bin als Vogel dir e — als q aus, jo werfen alle Ge ; wohlbefannt, ſellen ihre Arbeit ineinen # dazu bereititehenden Korb und gehen nun faul fi Bin Fluß auch und Bed im deutichen Sand. im Simmer auf und ab } 5 = ipazieren Da verkündet J Auflöfungen aus Ar, 2. Aätjel: ein‘ Schlag an der ge» AR ichloffenen Tür, daß der 1 Meifter kommt; er zählt $ hinter der Tür noch bis fünf und tritt dann ein. Vatürlich verſuchen die x — aa i ia 5 £ f 0 r Gefellen beim Anklopfen Wo ift der Sahrgaft des verunglüdten Ballons? — — — — fofort, ihre Arbeit aus dent Korb herauszureigen, die rechte Seite, Eine fdwehende weibliche Sigur berührt um fich wieder an ihren Platz zu ſetzen, damit mit den Süßen die einzelnftehende Kiefer, Georg, Seraphine, Die zwölf Monate. Schneemann. Der Schnee, Bilderrätiel. Seichenunterricht. ee Wer etwas mitzuteilen bat, ſchreibe an die Adreiie: „Der Heine Coco“, Goch (RHld.).