Kleine Coco J8 N26

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% ? Etſcheint Fr | a Grſcheint ee 14 Nase, — won alle 14 Tage, 5. van 7 Der kleine Coco, xD Ba) Nummer 25 aa ol N thin, = SU en. i Mi us M — og Se in E a { — I ii SR & Sl Hl R IN Auf der m geht’s tuftig zu, da wird geſungen, getanzt und geijodelt.

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Selte 418 Ausden a Le will euch ein ch chönes Mär⸗ =’ chen erzählen aus den Al— pen, Da muß ich zuerſt fragen, wißt ihr, was Alpen find? „Ja,“ werdet ihr rufen, „das ift ein großes Gebirge, welches fich durch die ganze Schweiz und duch einen Zeil Ofterreichs zieht!“ 63: ’ Damit habt ihe wohl recht; aber dort in den Wlpenländern verſteht man unter. „Alpen“ die großen Wiefen, die hoch oben in den Bergen gelegen find, ſo hoch oben, dab man ftundenlang vom Sale aus den Berg dinanfteigen muß, ebe man. zu ihnen gelangt, Wenn unten in den Tälern ſchon längft der Frühling eingezogen ift, liegen die Bergwiefen oben noch tief fchlafend im Schnee wie Kinder in einem weißen Bett- hen. Endlich aber fehmilzt auch da oben der Schnee fort, er verwandelt fih in taufende Kleiner Bächlein, die binunter- tiefeln ins Tal, die plaudern und erzäblen, wie ſchön es jeht da oben wird, wie warın und fonnig, und wie die Miefen fich ſchmücken mit fhönem Grün und den fo würzig duftenden Alpenwieſenblumen., Da ſchaut der Bauer im Dorfe unten hinauf zu den Bergen und fagt zu feinen Zeuten: „Seht if’s Beit, jeßt fahren wir auf die Berge!" And eines Morgens, noch ehe die Sonne aufgegangen ift, da wirds lebendig im Dorfe, da kommen aus all den Bauern- Der kleine Coco % Rummer 26 ÜBEN. zonKite Srante, höfen die Kühe heraus, und alle find fie geihmüdt mit breiten Lederhalsbändern, auf denen bunte Blumen eingeftidt find, auch wohl der Name der Ruh oder ein frommer Spruch, und an den Halsbändern hängen ©loden, die läuten laut und fröh- lich, Das ift der Feiertagsſchmuck der Tiere, Die Kuh, die allen vorangeht, weil jie den Weg ſchon oft gemacht hat und genau fennt, trägt die größte Glode, Stolz fchaut fie um fich her, zufrieden brummt fie, denn jebt geht’s hinaus aus den dumpfen Ställen, in denen fie den ganzen langen Winter zu« “ gebracht, haben, hinaus, den Alpen zu, zur fetten Weide, ‚Hinter ihe drein kommen die anderen Kühe; die jungen Tiere, die zum erftenmal den Weg machen, laufen aus der Reihe. Mutwillig ſpringen fie und verfuchen, felbft die eriten im Zuge zu fein. Aber die älteren Kühe weilen fie ſchon zurecht: „Iunges Bolt, fpringt nicht fo raſch, ihr werdet zu bald müde werden, der Weg ift gar weit.“ So jagen fie in ihrer Sprache und drängen die Übermütigen wieder in die Reihe, Hinter dem Bug der Kühe kommen Senn und Semin und der Hütebub, und hinter ihnen drein ein Wagen, da führen jie alles mit, was fie den Sommer über deoben brauchen; denn der Meg vom Dorf berauf ift weit, man kann nicht alle Tage hinunterlaufen. Einmal nur in jeder Woche wandert der Bub hinunter und holt Brot und Mehl und was die Sennen fonft brauchen. Im Dorfe ftehen die Bauern vor ihren Türen; fie [hauen ihrem Vieh nad, wie es fo im grauenden Morgen davonzieht, aus dem Dorfe hinaus über die Miefe dem Walde zu. Da machen die Sennen noch einmal Halt, wenden fich und fehiden einen Fodler hinab ins Dorf. und von unten kommt ihnen Antwort, dann verfchwindet der Bug im Walde, Immer höher fteigen die Tiere; langjam und bedächtig fchreiten fie. Don Beit zu Seit treffen fie auf ausgehöhlte Baum-

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Rummrer 26 ſtämme, die am Mege liegen und in die hinein das Waſſer einer kleinen Quelle tinnt, Da maben die Kühe Halt und trinken, dann geht’s wieder weiter. Im Walde find jetzt ſchon die Vöglein wach; fie rufen ihnen in ihrer Sprache ein „Grüß Gott“ zu. Die erfien Sonnen- fteablen fommen, und wo fie hintreffen, da leuchtet fmaragdgrün das Moos auf. Wie der Bug zum Walde herauskommt auf einen freien Plab, da liegt fchon tief, tief unten das Dorf; nur ſchwach dringt das Läuten des Kirchglödleins herauf, das Der Heine Coco Seite 419 mit dem Dieh wieder zu Tal zieben, puben fie vorerft alles fchön fauber und blank, ebe fie geben. . Da ift die Feuerftätte, an den Wänden laufen Bänte herum, beim Fenfter fteht der Tiſch, in der Ede iſt die Beitftatt für die Sennerin, Senn und Dub fchlafen oben im Heu auf dem Heuboden, In der anderen Hütte find die großen Keſſel, in die die Milch gegoſſen wird, die Kübel Tür die Butter und Käfebereitung. Hier auf der Alm bleibt nun. das Dieh mit den Gennen den ganzen Sommer über, zur Morgenan- Am Sonntag fom- dacht ruft. Und men wohl manch⸗ immer höher fteigt mal junge Bur- der Bug der Tiere, fhen und Mädchen Jetzt hört der Wald ganz auf, nur Sirbeln z und niederes Geſtrüpp gibts hier noch, aber was da roſig aus dem Grün leuch⸗ tet, das find Alpenroſen, die erſten Alpenroſen Fk, Er. Ihrer werden bald mehr, ‚bald find ganzeHängedarot ” von Alpenroſen. Jetzt wird das Gteigen immer fchwerer, denn die Luft ift dünner bier oben, Da biegt der Pfad um eine Ede, die Alpe fiegt vor uns. Die träge dahinzottelnden Kühe, die jebt das Ende der ungewohnten Wanderung fehen, ſetzen fih in Trab, fie erkennen die wohlbelannten Hütten, fie wilfen, daß ihr Biel jeht erreicht ift. : Da liegen die braunen Alphütten: Ganz aus Holz find fie gebaut, aus diden, über- einandergelegten Stämmen; auc) das Dach ift aus Holzſchindeln. An der Hüttenwand biüht weiß der Hollunderftcauch, Bald it nun alles Mitgebracte in der Hütte untergebracht, Drin ift’s fauber und ordentlich, denn wenn im Herbſt die Sennen Ach, ihr guten Rinder,“ fagte das Männchen, „in dem Schneegeftöper findet ihre nimmer heim,“ aus dem Dorf zu Be- ſuch herauf, Da geht’s dann luſtig zu, da wird Mufit ge— madt, ger fungen und getanzt und gejodelt, : ae, aber in der Woche is gar ftill,.. und Arbeit gibt es viel, Dentet nur, bis da am Morgen all die vielen Kübe gemolten find, und die ſchöne Milch alle in den großen Schüſſeln unter gebrasht ift, und da muß abgerahmt werden und muß die DButtermafchine gedreht werden und Käſe muß gemacht werden, Das iſt viel, viel Arbeit. Am Abend fien dann die Sennen beim Herdfeuer, wernn’s draußen kalt ift, oder por der Hüttentür, wenn’s ein warmer Sommerabend ift, und da werden dann Geſchichten erzählt, und ſchöne Geſchichten find das, von Alpgeiſtern. Pa oben gibt’s nämlich noch allerhand Geijter; in den Städten ift’s zu laut, da fühlt fich fein Geiſt wohl, aber da oben im ftillen Barg- wald, ach, da haufen noch gar viele: Galige re

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Site 420 Fräulein und Alpbube, Zwerge und Holz- weibchen, Sobelgeifter und das Kafer- mannel! Die Sennen wiffen genau, daß noch am gleichen Tage, an dem fie im Herbſt die Alphütte. verlaffen, das Rafermannel oder fonft irgendwelhe Alpbuße in die Hütte. einziehen und da bleiben bis zum nächſten Frühjahr. Und jebt, da ich euch nun von den Alpen erzählt habe, follt ihr das Märchen hören, Alfo: Es war einmal eine Mutter, die. hatte, zwei liebe Kinderchen, und das war auch faft alles, was fie bejaß; denn ihr Mann war tot, und fie hatte nur das Heine Häus- chen und eine Kuh und ein paar Hühner, jonft nichts. Da ging’s fehr knapp ber in dem kleinen Haushalt. Eines Tages nun — es war fchon Herbit — follten die Kinder in den Wald gehen und Holz holen zum Feuern. Aber im Walde gab’s noch viele fchöne reife Brom- beeren. Da fagte der kleine Rnabe, fie wollten lieber erft tüchtig fich an den Brom- beeren fatt efjen, dann würden fie befier Holz ſammeln können. Alfo pflüdten die Kinder Beeren, aßen und ftiegen dabei, ohne es zu merken, immer höher im Walde den Berg hinan. Und je höher fie fliegen, um ſo füßer dünkten ihnen die Beeren zu fein. Sie gingen immer weiter, bis fie aus dem Walde heraustamen auf eine weite Miefe. Als fie hier nun feine Beeren laben, ftanden fie ftill und ſahen ſich um. Da war ihnen alles fremd rings umher, und ſie wußten nicht, wohin ſie gehen ſollten. Mittlerweile war es Spätnachmittag geworden, und zum Überfluß fing es noch an zu fehneien, der erſte Schnee in dieſem Herbſt. Bald wirbelten die Floden dichter und dichter um die Kinder; die ftanden da, bielten fi an den Händen, weinten und tiefen nach der Mutter, Die konnte fie nicht hören, die jaß unten in der Stube am Fenfter, ſah in das Schneetreiben hin- aus und wartete voller Angſt auf, ihre Kinder, Vor den beiden Kleinen aber ftand plöß- — ein Mannchen. das war nicht größer Der kheimne Coco Alphütte. Nummer 26 als fie ſelbſt. Der kleine Knabe faßte ſich ein Herz und bat das Männchen, es möge ihnen den Heimweg zeigen. „Ach, ihr guten Kinder“, ſagte das Männchen, „in dem Schneegeſtöber findet ihr nimmer heim, und wenn ihr den Weg auch noch ſo genau kenntet. Kommt zu mir in mein Hüttchen, ſeht, dort ſteht es, und bleibt bei mir bis morgen, da lacht euch wieder die Sonne, da könnt ihr gut heimfinden.“ Aber die Kinder wollten nicht bleiben, weil fie wußten, wie ſehr ſich ihr Mütter- chen um ſie ängſtigen würde; endlich aber mußten ſie ſich doch fügen und folgten dem Männchen. Das führte ſie in die Dort machte es ein Feuer an, hing einen Keſſel voll Milch darüber, hockte ſich dann beim Feuer hin und begann ein ſüßes Mus zu kochen. Bon der Wärme des Herdfeuers wurden die Rinder, „die draußen erſt fo gefroren hatten, bald Ihläftig; fie konnten gerade noch das Müslein verzehren, dann fielen fie in einen tiefen Schlaf. Bon Zeit zu. Zeit wurden fie munter; fie fahen dann, daß Licht in der Hütte war, und: bei dem . Männlein war noch anderes Heines Dolk, da wurde gegejfen und gefungen. Aber das alles ſahen und hörten die Rinder nur undeutlich, fie fchliefen gleich weiter, Am Morgen wedte fie das Männlein, ihöne warme Milch ſtand schon auf dem Tiſche für fie bereit. Als die Rinder ge- frühftüct, padte das Männchen ihnen ein ihönes weißes, rundes Räslein ein und fagte: „Das nehmet mit heim, en immer v da- von fo viel ihr mögt, es wird nie auf- gegeſſen werden, folange ihr feinem Men- ſchen davon erzählt. Und nun geht beim und vergeßt mich nicht ganz.“ Dann führte das Männlein die Rinder noch ein Stüd Weges, bis fie fich allein beimfinden £onnten. Als die Kinder aus dem Walde kamen, erfehien ihnen alles ringsumher fo früh- lingsgrün. und warm, und fie wunderter fih Darüber, wenn fie des geftrigen Schneegeftöbers gedachten. Vor der Tür ihres Häuschens ftand ihre

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Nummer 26 Mutter und ſah ganz vergrämt aus. Die Kinder liefen lachend zu ihre hin und um- xmten fie Da fagte die Mutter: „Wo wart ihr denn den ganzen langen Winter hindurch?“ Die Kinder fahen fie erflaunt an und jagten, fie feien doch erſt geftern nach dem Walde zum Holzfammeln gegangen. Aber die Mutter zeigte ihnen die grünen Bäume und die Blumen und ſprach: „Im Herbit feid ihr hier weggegangen, und jebt ift’s wieder Frühling geworden.“ Wie nun die Kinder das Käslein zeigten und von dem guten Männlein erzählten, bei dem fie übernachtet hatten, fchlug die Mutter die Hände zufammen und rief: „So feid ihre den ganzen Winter droben in der Alphütte beim Kaſermannel ge- weten!“ 5 Das ſchöne Käslein blieb immer rund, ip viel auch davon abgeichnitten wurde; einmal aber erzählten die Kinder davon, da wurde es gleich kleiner, und bald war es aufgegeffen wie jedes gewöhnliche Käschen. Dieſes Kaſermannel aber iſt ein Alpbutz, der im Winter in einer verlaſſenen Alp— hütte wohnt. Wohl ijt es ein gutes Geift-. chen, aber wenn es gekränkt wird, dann kann es ſehr böje werden. Das haben drei Knechte erfahren, die im Spätherbit über die Alpe wanderten und in einer Alphütte einkehrten. Wie die in der Hütte fich eine Abendſuppe ge £ocht hatten und dann ihre Pfeifen rauchend beifammenjaßen, fing einer, der Holz fürs Herdfeuer gejpalten hatte, an, an einem Stück Holz zu ſchnitzeln. Bald hatte er dem Stüd Holz die Geftalt eines Männ- chens gegeben; nun madte er diefem an Stelle des Geſichts eine abſcheuliche Fratze. Sp glih das Holzſcheit einem bösartigen Kobold, Lachend Ichnte es der Burſche auf die Bank und rief: $ |Sehlen De \ Adrejje: Der Eleine Coco Seite A421 „Schaut ber, da habt ihr das KRajer- mannel, wie’s leibt und lebt!“ Und alle lachten, fpotteten über das Mannel, und einer fagte: „Schmiert ihm noch ein Mus ins Maul“, und fo trieben fie Unfug mit dem Holziceit, bis fie endlich auf die Bänke hinfielen und einfchliefen. Nur einer konnte nicht fchlafen; ihn drüdte das Gewiſſen, daß er Spott ge- trieben hatte über einen, den er nicht kannte und der fich nicht wehren konnte, weil er abwejend war, Er ſah plötzlich, wie das geſchnitzte Männchen, das von der roten Glut, die von dem noch glimmenden Feuer ausging, rot angeleuchtet war, anfing fich zu ftreden und zu bewegen. Immer größer wuchs das hölzerne Nännlein, endli war es ſo groß wie ein ftarfer Mann, der ftand da vor den fchlafenden Burſchen mit zorn- funtelnden Augen und fchrie: „Den erjten ſchlag ich blau und rot, Der zweite mug in Mift und Rot, Den dritten werf ich maujetot!“ Dabei, prügelte es den erften, warf den zweiten zur Hütte hinaus auf den Miit- haufen; den dritten aber, das war der, der das Holzmännle geſchnitzt hatte, den warf es über’s Hüttendah weg, daß er drüben mit zerbrochenen Gliedern liegen blieb, Und fo geht es allerwegs in der Welt: Mer gut und brav ift, dem geſchieht nichts Übles; wer aber fpottluftig ift und anderen zu ſchaden fucht, der findet ftets feine Strafe, Hat euch gefallen, was ich euch von den Alpen erzählte, ſo will ich ein andermal wieder von Alpen und Alpgeiſtern er- zählen, wenn ihr mehr von ihnen willen wollt, öMMD Rummern find von uns gegen Einſendung von IO Pjg. N (in Briefmarken) pro Stück zu haben. % ® 4 „Der kleine Eoro*, Goch (Rold.). Û ůIOOIAIAòÒèòσTT.

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— t * — eehedan Der kleine Eoco ' . Aummter 26 Heupferdchens Familienausflug. Zeichnungen und Verſe von Hermann Frenz. Herrn Hobbs treibt's mächtig zur Natur, Wenn grün und blumig wird die Flur, — Wenn Frühlingslüfte lieblih weh'n, UN N; Kann man Heren Hobbs am Wandern jeh’n! u > N Mit Kind umd Kegel geht es los — AA Sa fo ein Ausflug ift famost Den Kinderwagen fhiebt Papa, a; Die Kinder folgen mit Mama, ET a Und Schwibbs, der Spitz bellt froh voran, NE Weil er im Freien laufen kann, «uni ul — RR m IWHR SEIN N. I 1 7 ms ANNO 'ı. sthaus zum Waldilz ||. — * Kom SL. za er u 2 6 m Mi u FRFRENZ — EINSD AN Er N INDIEN NEE, SE ZU Bald kommt zum Wald man, dorten fteht Muß die Mama — wie allerorten, Ein „Safthaus“, zu dem gern man geht! Auch hier ermahnen mit viel Morten! Zum „Waldpilz“ heigt’s, zu bill’gem Preis „Et langjam, till und gut getauft, Bekommt man Trank und gute Speist— Und feid beim Ejfen nicht fo laut, Und bier im hoben Sannenwald Vor ailerm nicht zuviel gegeffen, Herr Hobbs mit allen figet bald Ohr könnt es nämlich nicht ermeffen, Am ish, — und gleich hat angefangen Wie „weh“ ein Magen tut, wenn man au ipeifen man; — bie wilden Rangen Nicht mäßig leben will und kann!“

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Rummer 26 Derfleine Coco, Nun wurd’ die Tafel aufgehoben, Die Tleinen fingen an zu toben, Indes die Großen gingen brav In's Moos zu emem Mittagsichlaft Da rief die Alteſte: „Hurra! Es iſt noch reichlich Pubding da! Es blieb viel übrig, darum ſchnell, Den futtern wir jebt auf der Stell'!“ Gedacht — getan! Dann ging’s im Gaus Saum Spielen in den Wald hinaus. Die Sonne ſank. Das Eiternpaar Ins Bett hinein num alle drei, Den Doktor holte man berbei, Und ent ſprach er: „Ta, Kinder, wißt, So gehts, wenn man nicht folgſam ift, In Umfchlägen und heißem Tee Oh nur für euch die Rettung ſeh — Darum trinkt brav und ſchlaft ſchön ein, Es wird dann bald vorüber fein,“ Dann fagen alle: „Gute Nachtt“ Rief nun die ganze Kinderichar, And heimwärts zog man insgemein — Ja — fol ein Ausflug ift doch fein. Fu Haufe angefommen — ab — Da kam das dide Ende nad. Die drei, die Budding ohne Maßen Beim Pilzengaſtwirt mittags aßen, Sie krümmten fih von Magenweh, Man hörte jammern ach und weht Zur Mutter eilten fie. Der Schmerz Berührte doch der Mutter Harz; — Pe — BR —D um * De "wre DANZENTIN PTRNHIATT N, ANAL — Und wirklich ſind geſund erwacht Die drei am andern Morgen früh, Die Morgenſonn' begrüßte ſie! Man rüſtet zum Spaziergang gleich, Die Luft tut wohl, fo Imd und weich, Die Ält'ſte fpriht: „Es ift ſchon wahr, Unfolgſamkeit bringt ftets Gefahr, Wir won auf Mutti hören — und Wir bleiben dann auch ftets geſund.

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Seite 424 Der kleine Coco Nummer.20 rc | s im ganzen deuffchen Vaterland. NIIT Dos Run ift bereits ein Jahr Über dem Wiederauffeben eurer fchönen Kinderzeitichrift »Der Fleine Coco“ vergangen. Pfeilfchnell, wie der Wind, ift es ung in unferem Sorgen und Ginten um eurer Herzen» und Augen-Freude dahingeflogen. Euch, liebe Kinder, hat die Zeit, dag wiffen wir aus zahlfofen Briefhen, fehr häufig die Schritte nicht Schnell genug gemacht, weil ihr eud) in beſtändiger begeifterfer Erwartung des „Coco“ befandet, wag ja an ſich außerordentlich erfreulic) für ung war. Aber wir möchten euch doch raten, gerade mit eurem getreuen Freunde im Bunde, die ſchöne, goldene Jugendzeit nicht fo fchnell vorübergehend zu wünfhen, denn man hat fie nur einmal. Nie tehrt fie wieder! Unſer Beftreben war und iſt eg, euch fodiel Freude hineinzutragen wie nur möglich. Der „Eo co“ wird immer weiter und fchöner ausgebaut werden, fo daß es überhaupt fein beſſeres Kinderblatt, als er ed ift, geben fann. Ihr glaubt gar nicht, wag wir ung für den neuen Jahrgang alles ausgedacht haben, um eud), liede Kinder, den „Coco“ noch Tieber, noch unentbehrlicher zu machen. Ihr habt es ja auch um ihn verdient, denn ihr habt in rührender Liebe und Zreue zu ihm gehalten und ihm immer neue Freunde und Freundinnen zugeführt. Das foll euch unvergefien fein, foll reid) belohnt werden. Treue um Treue, Tiedbe Kinder! Bir bringen in der erften Nummer gleid ein ganz wunderfhönes Preisaugfhreiben, für deffen Löſungen wir prählige Gewinne ausgefeht haben. Und viel, | | | | | | | | | | | | viel Schönes und Intereffantes | | | | | | | \ werden wir euch im neuen Jahrgang erzählen, über alles Wiffengwerte mit euch plaudern. nd fo recht nahe rüden wollen wir ung in der Liebe zu unferm ſchönen deutſchen Vaterland, von deffen Wiederaufleben zu neuer Größe wir euch berichten werden. Prädtiger Bilderfhmud wird eure Augen erfreuen, und. noch vieles, was wir heute nicht alles verraten wollen. ind nun dürfen wir wohl die Bitte ausfpredhen, daß ihr ung euer Vertrauen wie feither bewahrt. Kommt nur mit alfem zu ung, was eure feinen Herzen bedrüdt oder erfreut, Bir nehmen Teil an allem, find immer bereit, zu raten und zu helfen. Der Brieffaften, in dem ihr fo gerne eure Namen feht, fteht.eud) allen offen, alfo macht nur fleißig Ger brauch von ihm. Und macht alle Freunde und Freundinnen auf den „E oc 0%, dieje prächtige Kinderzeitung, aufmerffam, die vielleicht noch nichts don ihr wiſſen, und fagt ihnen, daß man fie bei jedem Kaufmann, der die Föftlihe „Rahma buttergleich“ führt, ganz umfonft befommt. Und merft euch, daß man dort auch den wunderfchönen E&oco:Kalender für 1926 für RM. 1.— faufen kann. Es iſt ein prächtiges, 208 Geiten flarfes Bud), mit dem ihr euch nicht nur ein ganzes Jahr hindurd) freuen werbet, fondern immerzu, Und fomit Gott befohlen, und auf ein ferneres, treues Zufammenhalten, liebe. Meine Sreunde und greundinnen. — Verlag und Redaktion: „Der kleine Coco“, Goch (Rh) TEE EI — — — —— An unſere lieben kleinen Freunde und Freundinnen — — N u Tr ne ne ne

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a” * Ammer 26 .. Der kleine Enco ur eier 25 Die Haupfpreisträger betr. Preisausſchreiben in Nummer 11: »Die ſechs Sprichwörter“. — Willy Coitich, Erwin Hanewacker, ? Ifm.⸗Hauſen, Am Fiichftein 38. Hannover, Gedanftraße 111. Ppreis: 150 Matt. 2. Preis: 100 Matt. — x Marie $ Schroeder, R | — sit A Et Cordog, & : SR art r. ade, Ban, Ders ‘ % ga as: 7 m Münderftr. 59. iz a Sg, Fa 5. Preis: "Zsy 25 Mart,

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Der kleine Coco Nummer 26 Bisheriger Berlani der Erzähliing, Der Heine Coco iſt wieder aufgetaucht und erzählt ung, wie es ihm bie vielen Jahre hindurch ergangen ift, während welcher er für uns verſchollen wer. Während des Krieges ift er eines ſchönen Tages von God) aufgebrochen, um ſich nad) Oſtafrika zu begeben und dort ce er Seite feiner Landsleute für die deutſchen Kolonien zu kämpfen. Das Schiff wurde von den Englänbern aufgegriffen. “ie Paſſagiere follten in ein Interiierungslager gebracht werden. Ein Sturm überraſchte da Vchiff; es ſcheiterte. Coco rettete ſich auf eine einſame Inſel und lebte hier unter den friedlichen Eingeborenen, fern von allem Bericht, Händig erfüllt von der Sohnſucht, zur zivilifierten Menſchheit zurückzugelangen. Tag für Tag ſpähte or nad einem Schiffe aus, das ihn aufnehmen könnte, big endlich im 10, Jahre dieſer Verbannung fein Sehnen erfüllt wurde, Ein Schiff fam an der Infel vorbei. Es gelang ihm, Beichen zu geben, und fie holten ihn an Bord, Dr, Vanderbilt, ein Ge⸗ lehrter aus Amerika, der fi auf der Nüdreife nach Südamerika befand und vor kurzem feinen Diener verloren Hatte, nahm ihn an beffen Stelle in Tienft. Ihn begleitet er nun auf ber weiten Reife, die den Gelehrten zunächft nach Peru und dann ins Gebiet bes Amazonenſtroms und durch Brafilten führt. In Buenos Aires hat Dr. Banderbilt die auf ber Reiſe durch Afrika angelegten Sammlungen geordnet und dann auf der transandiniſchen Eiſenbahn die Reiſe nach Chile angetreten. Unterwegs, mitten in der Steppe, verurſachte ein Mafchinendefeft einen längeren Aufenthalt. Coco unternahm, um die Beit hinzubringen, einen Heinen Jagdausflug. Einem Hiriche nachſetzend, den er einjom in der Prärie grafen fah, verirrte et ſich, da er bei einem Kall in ein Erdloch feinen Kompaß verlor. Im feinem Eifer, den Hirſch gu erjagen, vertirt er ſich immer mehr, bis ihn nach vielſtündigen Strapazen die Nacht überrafcht. Von tiefem Schlaf erwacht, nimmt Coco ‘die Wan⸗ derung wieder auf. Beim Sturz in ein Loch ſtößt er auf ſeinen berlorengegangenen Kompaß, der ihm nun den richtigen Ruͤck⸗ weg zeigt. Dr. Vanderbilt hat ſich bei feinem Freund im der Hazienda, Don Criſtobal de Peralta, einguartiert, Kür deu eiftigen Forfcher gibt e3 hier Manrigfaches zu fehen, Coco hat ein inteveffantes Erlebnis. Dr. Vanderbilt gibt Kenntnis don dem nbalt eines aufgefundenen, alten, wichtigen Manuffripts, Das von einem eigenartigen Eroberungszug berichtet Don Peralta, Dr. Wanderbilt, Coco und viel Dienftperfonal begeben fid) auf Grund des Bericht? auf Die Suche nach den an. gebfich vergrabenen Goldſchätzen. beſeitigen. 5. Bericht. Bisweilen freilich fiel der Felſen neben uns ſo jäh ab, daß ein Bein des Reiters ſtundenlang über dem Abgrund hing. Ich muß gefteben, daß mit dabei recht unbe- haglich zumute war. Bei unſerm Aufbruch hatte ich mich ge— wundert, Daß Peralta uns Maultiere gab, und id) wäre weit lieber auf ein Pferd ge- ſtiegen. Bebt aber, wo bie großen Schwie- tigteiten unferes Nittes begannen, lernte ich ihre vorzüglichen Eigenschaften kennen und ſchätzen Gie gingen mit der größten Leichtigkeit und Sicherheit über tiefe Fels- fpalten und über geftürgte Bäume, die quer über unjerm engen, halsbrecherifchen Pfade bingen, Mit im Gattel uns ſchwammen He wie Enten durch reißende Bäche oder Durch eine wunderfchön Gegend führt der Weg, aber auch große Hinderniſſe gift e8 zu (Fortfekung.) r trugen uns auf Stämmen binüber, die über dem Waſſer lagen. Gebirgsziegen bätter nicht flinker und gewandter Klettern, die Hinderniffe nicht fpielender überwinden fönnen. Nun blieb auch das Unterholz hinter uns zurück, und nur niedriges krüppelhaftes Bufchwert umgab uns noch, Bald hörte auch diefes auf, und wir hatten nur Gras zu unſern Füßen, das mühſam feine Nab- rung aus den Gteinklippen zog. Und dann befanden wir uns im Gebiete des nadten, tablen Felſens. Raum war noch der Weg auf den tiefigen Schutthalden und Gerölf- feldern zu erkennen. Bald ging es eben zwiſchen gewaltigen Bergestrümmern hin, durch ein Meer von-Blöden und Klippen, bald wieder teil an [hräg geneigten Hän-

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Nummer 26 gen hinam Aus wie bier duch Dichten Nebel über die flache Kuppe eines Berges vinwegtitten, gaben uns die Laftträger den Rat, jedes noch fo leife Geräuſch möglichft zu vermeiden, da font Regen fallen würde, Dr. VBanderbilt wunderte fich über diefe Dorfihtsmaßregel, und um eine Probe auf das Erempel zu machen, fchoß er fein Gewehr ab. In der Tat raufchte im nädy- ften Augenblid ein wahrer Woltenbrud hernieder, der uns bis auf die Haut durch- näßte, Dr. Vanderbilt war zuerſt nicht wenig erftaunt, meinte dann aber, die Molke, duch Pie wir binducchgeritten wären, fei eben im Begriff gewefen, fi in Waſſer aufzulöfen, und die geringe Er- ichütterung des Schuffes habe genügt, den Prozeß zu .befchleunigen, Von der Höhe des Gipfels ging es noch einmal jäblings in die Tiefe hinab. Wäh— rend wir lange Stunden gebraucht hatten, um hinaufzufommen, waten wir in ein paar Minuten unten. Unfere Maultiere ſpitzten nämlich nur die Obren, festen die Beine vorfichtig über den Rand der Kuppe umd rutfchten auf den Hufen mit uns bergab. Man kann ſich denken, daß uns, denen eine folbe verwegene Talfahrt ganz un- bekannt war, im erjten Moment Hören und Sehen verging. Aber ehe wir recht wußten, was geſchah, jtanden die Mulen ſchon ganz rubig auf dem Grunde der Schlucht. Wie die Gemſen waren die Eingeborenen und die Daqueros hinter uns dreingejprungen und landeten zur gleichen Seit wohlbehalten an unserer Seite, Die Höhe jenjeits war bald genommen, und dann ging es an einer fchwindelnd fteil abfallenden Wand auf einem wahrhaft balsbrecheriihen Wege, der vielfach durd) Blöcke gefperrt war, abwärts unferm erſten Biel, der Stadt Cajamalca, entgegen. Mieder zeigte fih der Gürtel des dürren Graſes, dann das Gebiet des Unterholzes, und wieder nahm uns der prachtvolle Hoch- wald auf, wo wir auf ſchwankenden Brüden die aus Schlingpflanzen bergeftellt waren, über enge, tiefe Schluchten und über brau- jende Gebirgsbäche hinwegreiten mußten, Derfleine &vco Seite 427 —r And dann endlich hielten wir Einzug in Cajamalca. „uf diefer Seite des Tales,“ erklärte Peralta, als wir die lebten Berghänge binabritten, „hier auf diefen Sriften haben damals die Truppen des Raifers Atabualpa gelagert, und von den Höhen jenfelts find die Spanier herabgeftiegen. Dorthin aljo liegt unfer Weg.“ / „And weshalb,“ fragte Ramirez, „Daben die Beruaner das Gold nicht ſchon in den Bergen verjtedt, von denen wir herkom men? Weshalb find fie damit erſt durch das ganze Tal bis da hinüber gezogen?“ „Das erkläre ich mit fo,“ antwortete Dr. Danderbilt, „Die Leute waren im Begriff, die Ladung in die Sitadelle zu fchaffen, als ihnen im lebten Augenblid gegenteiliger Beſcheid zufam. Wir dürfen nicht ver- geifen, Atahualpa bat auch in der Gefan- genichaft Verkehr mit der Außenwelt unter- halten. Diele Würdenträger feines Reiches, nabe und entfernte Verwandte befuchten ihn, und als diefe von ihm hörten, daß Gold genug zufammengetragen worden jei, jorg- ten fie natürlich dafür, daß den Feinden nichts Unndtiges mehr geopfert würde.“ Wir nahmen in dem einzigen Gafthaufe der. Stadt Quartier. Peralta beabfichtigte, fih bier, einige Tage aufzubalten unter dem Vorwande, daß fein gelehtter Freund die Altertüümer Cajamalcas befichtiger wolle. Der Hauptzwed des Derweilens war aber für ibn, unter der Hand Erkundigungen einzuziehen. Ganz abgeſehen davon, daß die Höhle, in der der Scha verborgen lag, nicht allzu weit von Cajamalca entfernt fein konnte, war diefe Stadt, in der der große Atahualpa gefangen geſeſſen batte und hingerichtet worden war, der Mittel- punkt der Inka-Tradition. Man zeigte hier noch den Raum, der ihm zum Kerker ge- dient hatte, den Strich, den er felbjt an der Wand feines Gefängniſſes gezogen hatte, zum Beichen, bis zu welcher Höhe er es mit Gold anfüllen wollte, die Stelle im Hofe der Bitadelle, wo er erdroffelt worden war, Und die Bäder, in die er damals feinen faiferlihen Leib getaucht hatte, waren noch jetzt in Betrieb. (Fortjegung folgt.)

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Seite 428 Dertleine Co co Nummer 26 Fee Siebfinge. Bond Herbold. Tief, tief in dem lee Walde, ganz weit ab von den Wohnungen der Menſchen, hat die große, gütige Fee Lieb- finge ihrXeich, und wer zu ihre will, muß durch ein dichtes Gebüfch, in welchem bunderttaufend Nachti- gallen wohnen und als ihre Diener ihr Land mit den wunderfchön- ten Liedern „erfüllen. Einmal im Dahre aber durchzieht die Fee Lieb- finge auf einem Wagen aus Gold gebaut, mit allen Blumen des Wal- Des verflochten, ihr Reich bis an die äußerſten Grenzen, und ihr Lied klingt bis zu den Häu- fern der Menfchen, und fie laufchen dann und ahnen etwas von Lieb- - finges Schönheit. Wer aber diefe Fee mit fei- nen Augen erbliet, der wird verzaubert, nicht in ein Tier oder eine Blume. des Waldes, nein er wird verzaubert zu einem Sänger; denn Liebfinges Augen find Mufit, wunderbare, feenbafte Mufit, und der Derzauberte, der dieſe Muſik geſehen und gehört, der kann nicht anders, als ſie in die weite Welt tragen. Wo er geht und ſteht, muß er ſingen, ſingen von Liebſinge, der Waldſangfee. — — — Nun war wieder der Tag gekommen, an dem die holde Waldfee, angetan mit einem Gewande aus Maien, welches beftidt war mit Sternblumen, Schlüffelblümlein und Zinemonen, in ihrem Wagen des Reiches Grenzen umfuhr und ihr iieblicher Gefang tönte und die Bäume und Blumen und Tiere des Waldes lauſchten und die Wicht- lein und Heinzelmännlein borchten und tanzten ganz behutfam und leis zu ihrem Geſang. Sie fuhr ganz. langfam, denn in ihrer Hand hielt fie eine goldene Leier, auf welcher fie jpielte zu ihren Liedern. Als fie fo bis an den Waldrand gelommen wat, bielt fie ihre weißen Raben, die den Wagen augen, an und flieg von dem Magen herab und fchritt ſchwebend zu einer einfam da- ftehbenden Buche. Sie beugte fich nieder und ſah mit einem zarten, lieblichen Lächeln auf ein. kleines, winzig kleines Kindlein, welches dort, feft fchlafend, lag. Fee. Lieb- finge küßte das Rindlein auf die Stirn, und ihr Mund, welcher nur in Liedern fprechen tonnte, fang ganz innig und ſanft:

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Rummer 26 Sieb, o Welt, was ich dir bringe; Meinen Ruß und meinen Sang! In dem Rinde finge, Klinge „See Liebling ein Leben lang, Seine Stirn’ hab’ ich gejtreifet, Daß fein Denken mir geböre, Daß fein Geift durch Lieder jchweifet, Daß entzück' ihn frohe Chöre, Singe, Rindlein, finge, finge! ‚Maiengrün und gold’ne Vracht Dir in Herz und Augen deinge. Fee Liebjing’ hält dir die Wacht: Und die gütige, lieblihe Fee um- kränzte die Stirn des . Ichlafenden } Kindes mit. köft- Fi lihen Blümlein | ihres Gewandes, und als fie ſich er- heben wollte, um weiterzufahren, ſiehe, da ſchlug das Kindlein die Augen auf. Ein pacr leuchtende, blaue, wunderbare, große Augen waren es und Fee Liebfinge jubelte "auf, als fie dieſe Augen ſah und tief: „Muſik, mein Rnäblein, wird dein Segen, Mufit, lacht mir dein lieber Blick. Auf allen leichten, fehweren Wegen Wird nur Mufik fein dein Gefchie.“ "Das KRindlein aber griff mit beiden Hän- den in das Lodenhaupt der ſchönen Fee Dertleine Coco Seite 429 und fie neigte fich tief, tiefer zu dem Kna— ben und lieg ihn jauchzend mit ihrem Haar und den Blüten in ihrem Saat fpielen, — — Spät war es geworden; ſehr ſpät für eine Waldfee, als Liebfinge fich endlich von dem fügen Menf&entindleinlosmachte und heim- fuhr, und ihr Geſang, der den Wald ducch- tönte, war feit Jahrhunderten nicht mebr fo ſchön wie heute, — — — Das Heine Rind- lein aber, deifen Stirn die Fee Liebfinge geküßt und in deſſen große, klare Augen diejenigen der Fee Liebſinge geleuchtet, wur⸗ de zu einem Mann und dieſer Mann hatte ein Baar wun- derbar tiefe, große Rinder - Märchen- augen, u.der Mann bie Mozart undift unfer grogerMufit- meijter geworden, aberden Ru der Fee Liebfinge fpürte man nicht nur während feines ganzen Le— bens, ſondern noch viele, viele unge— zählte Jahre ſpäter und man wird ihn noch in aberhun— dert Jahrenſpüren, denn kein Kind hat je die geliebte Fee ſo innig geherzt und kei— nem Rinde fo tief in die ſtrahlenden Augen gefehen, wie eben unjerm großen Meifter Mozart, fo daß es uns fein Wunder fein darf, daß er die ganze Sonne und Freude und die ganze Lieblichkeit einer Feenwelt infeinen lieben, warmen Kinder-Märchenaugen trug. Natürlich müßt ihr artig fein, Mügt ihr die ganze Welt um euch Go wie die liebe Gonne, Recht froh und glüdlih machen! IVVeee ——— SUN = Des Hauſes Sonnenſchein. = = Was iff des Hauſes Sonnenfhein, Die bringt mit ihrem helfen Schein = = hr Kindlein, wollt ihr’s wiffen? AUns lauter Luft und Wonne. = = Das feid ihr felber ganz allein Ja, Kinderlein, der Sonne gleich, = = nd keines möcht’ euch miffen, Mit Jubel und mit Lachen = =)

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Rummer 26 nenn — nn — — — — ai Hraltiſche Winle. Mittel gegen Naſenbluten. Beſonders infolge von Bleichſucht tritt das Naſenbluten bei jugend- lihen Perſonen auf, aber auch ältere Leute fönnen von dieſer immerhin unangenehmen Gejundheitsftörung heimgeſucht werden, Ein gutes Mittel, um das Blut zu ftillen, befteht darin, Waffer, dem man Eſſig beigemifcht hat, aufzufhnupfen, Oder man jtelle ſich gegen die Wand und bebe die Arme in Die Höhe: oder lege fich platt auf die Erde, Bei fhwereren Fällen, : flopfe man in Eſſig ge- teäntte Wattebäufchchen oder Hodofvrmgaze in die Nafe, Helfen diefe Mittel nicht, fo ift der Arzt zu rufen, da lebens- gefährlihe Blutungen eintreten könnten, 5. ©. x Sehr erfrifhend und herzſtärkend iſt es, wenn man wöchentlich ein bis zwei Mal ein Armbad don 55 Gefunden Dauer nimmt Man bält die Arme, fo lange bis man auf 35 gezählt, in ein tiefes Gefäß, fo dab das Maffer möglichſt weit binaufreicht, Emp- findliche, blutarme Menjchen können das Waffen etwas abfchreden, Ganz beſonders wohltuend und erftifchend wirkt Diefes Bad, wenn man zuvor ‚Orangen- oder Bittonenfchalen in Waſſer legt und dann die Schalen feſt ausdrückt. Dadurch wird das Waffer . mild und wei und bekommt ein fein duftendes Soma Sold ein Armbad wirkt lange anbal- tend erfrifhend und wohltuend auf den Körper ein, a —VVVVVVVVLLVVVVVVVL ll U E LLIIAIIIIVIAIAILIAIV Mutterliebe. Wenm's noch ſo dunkel um mich iſt, So düſter und ſo kalt, Ein Blick in meines Kindes Aug Gibt neuen Mut und Halt! Am Mutterherzen treu und warm Iſt's Kindlein reich, wär's noch ſo arm, Denn Mutterliebe fromm und rein Schließt eine Welt voll Glück ihm ein! NN Koch: und Barrezepte, Note Grüße ift in den heißen Sommertagen eines der beliebteften Gerichte, Man nimmt am beiten dazu /, Pfd. Himbeeren und 3/, bis 1 Pfd. gohannisbeeren. Beides focht man zufammen, ohne Buder, zu 1 Liter Saft, gießt diefen durch ein ganz feines Gieb und jett ihn Dann noch einmal mit!/, Bfd. mit- telfeinen Grieß auf, den man vorher mit etwas kalten Waſſer angerührt bat. Dann fügt man unter ftetem Rühren un- gefähr 1/, Pfd. Zucker hinzu und läßt alles fo lange kochen, bis der Grieß volltommen gar iſt. Noch ziemlich heiß siegt man die Mafje in eine Porzellanform, die man vorher kalt aus- sejpült hat. - Mit Va— nillenfauce, Schlagſahne oder nur reiner Milch fhmedt die rote Grüße ganz ausgezeichnet als Nachtiſch. Fiſchſalat. Zu die⸗ ſem Salat kann man die Reſte jedes beliebigen Fiſches nehmen, die man von Haut und Gräten befreit und in kleine Stücke zerteilt. Dazu tut man ein paar frifchgekochte Rartoffelftüdchen, ein paar kleingeſchnittene, getochte Mohrrüben, eine kleine zerteilte Gellerie- tnolle, etwas Zwiebel, Pfeffer und Salz. Dar- über giegt man etwas verdünnten, erwärmten Eijig, dem man nah Gefhmad Zuder und Moſtrich zugeſetzt hat, vermijcht alles gut mit- einander und kann es falt reichen, aber auch warn anrichten, i — — —

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je Nummer 2ö Der kleine Coco Seite 431 — — — — — — — — Eva Margot Lührs. So iſt's recht, kleine Margot. Man muß nie den Mut ſinken laſſen im Leben, ſondern immer von neuem friſch, frei und fröhlich neu wagen. Dann läßt fich das Glück doch einmal beim Sipfel faſſen. Nur muß man dann feftzuhalten verſtehen. Ich glaube, du wirft zu denen gebören, die’s verjtehen. Hoffentlich auch dein Brüderlein. Gruß euch beiden! Herbert Winkler, Leipzig. Schönen Dank für deinen Scherenfchnitt, Heiner Freund, Er kommt in unfere Bilder- mappe, damit wir uns noch öfter an ihm er— freuen, Laß mal wieder von dir hören, Kurt Srägner, Wo? Dein hübfches Gedicht- chen liegt in unferer Sammelmappe, in der wie in Mußeftunden gerne blättern, um uns an dem Anhalt zu er- freuen. Nicht wahr, das it auch ſchon etwas? Deinen Wunſch nad - Bajtelarbeiten haft du inzwifchen erledigt ge- fünden, Rudolf Dürrſchmidt. Du biſt ein ganz Eluger, Eleiner Freund. Wenn . wie mal mehr Platz im Even haben, werden wir etwas von deinen Sachen bringen. Für heute herzlichfte Grüße! . Herta Pazian, Wehlen, Nein, Eleine Freun- din, es ift gang und gar nicht unbefcheiden von dir, wenn du dir wünfcheft, ein " hrrad zu ge- winnen. Da bei unferen Preisau gaben ja öfter Fahrräder zur DVerlofung fommen, hoffen wir - gerne, daß auch du einmal Glüd haft. Deinen Wunſch nach Keinen, ſchönen Geſchichten er- füllen wir ſehr gerne, Alfred Shiel, Frantenftein, Thüringen, Da kann doch leicht Rat werden, lieber Zunge, Es gibt Hoch fo wunderfchöne Laubfägevorlagen, die du in fait jedem Bapiergejchäft beiommen — —IIVD—— AIUIVVXXVVXIDVE Liebe Kinder! Fips 14 kommt, Fips 14 naht, Fips 14 iſt ſchon da! Er iſt der ſchönſte in der Tat Von Mn, die ich ſah. Was »r an Vers und Bildern bringt, Iſt wirtfih ein Genuß, Den heute ſich noch jedes Kind . Sofort beſchaffen muß, Drum lauft zum nrämer hin im Nu, Kauft Rahme, denn nur dann Bekommt Ihr diefen Fipg dazu, Den niemand miffen kann, SUN meinft du zu einem hübſchen Schlüffelbrettchen oder Handarbeitskörbchen oder käſtchen? Vfei- fenbretichen für den Vater find auch hübſch. Da- mit ift die wohl für’s erfte gedient. Kleine Beriinerin. Aber ganz gewiß lefen wir die Briefchen unferer kleinen Leſer undLeſerinnen. Sei bedankt für das deine, Ob du einen Gewinn befommft, das muß das Glück enticheiden, liebes Kind, und das mußt du, wie auch fpäter im Leben binnehmen. Du fiehft, dak wir von deiner Er- laubnis Gebrauch machen und nidt „Sie“ gu dir fagen. Das „Du“ tlingt ja auch viel herz⸗ liher. Gruß Dir! Eli Müller, genannt Tugendſchäfchen, Berlin, Habe Dank für dein Driefchen, liebes Tu— gendfchäfchen. Deine Wünſche find inzwifchen teilweiſe erledigt worden, die anderen werden es unterdeffen auch noch. Die uns. gejandten Muftervorlagen find ſehr hübſch. Gelegentlich machen wir mal Ge— brauch davon, 25 umd mehr Grüße! Hilda Lichtenberg, Berlin. Sn deinem Ger = = = = = IR dicht in dem Keinen Zwiegeſpräch offenbart fich ein hübſches Talent. Pflege es nur weiter. Was nun das Leiden deiner lieben Mutter an— belangt, fo muß da der Arzt in (Frage kommen, Schönfte Grüße, liebes Rind. { Beilhen, Weimar, Deinem Wunſche iſt in« zwifchen entjprochen worden, liebes, kleines Beil- chen aus der Gpethe-Schiller-Stadt. Gewiß kannt du deine Auflöfimg zu jedem Rätſel einjenden, Zue es nur. Über den kleinen Coco konnteft du. doch ſchon allerlei im Rinderblatt lefen, wenn du aufmerffjamgewejenbijt, Demnächftmapr darüber,

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Der fleine Coce Rummer 26 Gigen ohne Stahl, Das iſt ein recht netter Scherz, der viel Gelächter auslöft. Dazu ftellen fih alle Kinder in einen:Kreis, aber nicht zu weit voneinander entfernt, fo daß ſich die Schultern leicht berühren. Dann komman— diert man. „Sints’um“, ſo daß alſo alle hintereinander in Kreisform - ftehen. Nun ertönt das Kommando „Seht | euch“; jeder läßt fich vorfichtig nieder und fit nun auf Den Knien feines Sinter- mannes, Wer nicht fit oder umfällt, zahlt ein Pfand. Dreibeinlanf. Diefer Dreibeinlauf ‚wird am beiten im Freien auf gerader, ebener Wiefe aus- geführt. Je zwei Spieler ſtellen fich dicht nebeneinander. Die beid. ſich berüh— renden Schenkel werden nun zwiſchen Knie und Wade mit einem Riemen oder Taſchentuch zufannmengebunden. Jetzt ftellt man 4—5 Paare nebeneinander und läßt fie auf ein gegebenes Beichen ihren Lauf nad einem beftimmten Siel beginnen. Wer das Biel zuerſt erreicht, ift Sieger. Kurzweil GSuchbild Wbo iſt der Vater? — BZ Alhtige Löſungen fandten ein: Ottilie Langer, Heidersdorf; Willi Bruch- mann, Markranſtädt; Baul Herold, Erfurt; Günther Keil, Neukölln; Gottfried. Ropp, Düſſeldorf; Shen Nieder, Arnsberg. Walter Mar, Lippftadt; Veter In der .Smitten, Steinkenrath; Anna Dirmeier, Frankfurt a. M.; Heinz Hampel, Berlin-Scöneberg; Joachim Gtape, Sprottau; Franz Silzmer, Raflel; Martha GStipp, Altenbundem; Chri⸗ ſtine Schmit, Hohn; Erna Wagner, Düfleldorf; Eve- Maria Rottimanner, Meiningen; Gerda Wunderlich, Blauen i. V.; Elli Brann, Dortmund; Hans. Päßchen, Hitdorf; Paula Pfeifer, Katzenelnbogen; Fritz Kindler, Nie— derbreiſig; Martha — Anorıem. {N Teſchendorff, Frant- fürt a. M.; Ernſt Holzapfel, - Lingen ;. Ernſt. 2orenz, Unna i. W. Auflöſung zum Bilderrätfel Alle 2 Was man nicht ver teht, befikt -man nicht. ; | Wer etwas mitzutetlen hat, chreibe an die Wrefle: Der fleine.Coco“ Goch (Apld.) I — e— — —ñ — — — — — — — — — Für den Inhalt. verantwortilich: P. Mengelberg, G.och (Khüd. 4