Kleine Coco J8 N21

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ae ee u Erſcheint alle 14 Tage, Sr, ; — alle 14 Tage 8. Jahrgang | Derlag: Der Heine Coco, Goch (Rhld.) | Nummer 21 r —— SW: = 9: — — tmann —z = =. KBN 8 == = ? + — il F— Y —— IE j > £ PAS PCR ok s war einmal ein Rönig- Herolde im Lande herum und lie die Mäd- john, der Hochzeitmachen chen zur Brautfchau einladen, Diejenige, wollte, Erfhidteüberall welche zugleich arm und reich, häßlich und

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Seite 358 ſchön, gut und Schlecht, tüchlig und faul, befcheiden und ſtolz wäre, welhe Lügen ſagte und doch wahr wäre, follte Königin werden. Die Leute zerbrachen fich beinahe die Röpfe über dieſen merkwürdigen Aufruf, Am feſtgeſetzten Tage ſtrömten Mädchen in Menge in das Schloß in ihren ſchönſten Gewändern. Sie wurden in einen großen Saal geleitet, deſſen Wände mit Samt und Seide ausgefchlagen waren, "und deſſen Doden fo blank war, daß man fich darin wie in einem Spiegel beſchauen konnte, Als die Uhr fchlug und der Türhüter gerade die Tür desSaales ſchließen wollte, ſchlüpfte noch ein junges Ding hinein, Es trug ein Arbeitsgewand und hatte ein erhittes Ge— fiht vom fchnellen Laufen, Als es fich hin- feßte, rüdten feine beiden zierlich gepußten Nachbarinnen ein Ende weg und rümpften die Näschen, Das Mädchen war ein armes, junges Ding. Vater und Mutter waren früh. ger ftorben, Es lebte bei feiner Großmutter, die feit Jahren krank und griesgrämig war, und pflegte fie mit großer Geduld. Und batte alleweil ein fröhliches und vergnügtes Herz. Als fie den Aufruf des Königsſohnes börte, erwachte in ihr der fehnfüchtige Wunſch, einmal in die Bracht und Herrlich- keit, die es auf Erden gab, hineinfchauen zu fönnen. So war jie von der Großmutter noch gerade rechtzeitig fortgehufcht. Nun faß es in dem ſchönen Saal und ftaunte um fich herum. Sie war glüdfelig, daß es das alles fehen durte. Ob nun wohl der Rönigsjohn in den Saaltretenund fich die Schönfte und am reichiten Gefleidete zur Gattin erwählen würde, Aber des Königs Braut follte ja zugleich arm und reich fein! Und häglich und ſchön, gut und ichlecht, bejcheiden und ſtolz, tüchtig und faul follte fie auch fein. Lügen follte fie und doch wahr fein! Während das Mädchen die doppelfinnigen Worte nochmals überdachte, tat fich eine Tür des Saales auf, und es erſchien ein prächtig gekleideter Herold, Er begrüßte die Mädchen und ſprach: „Der Königſohn hat mir Befehl gegeben, an euch die Frage zu richten: „Mer fühlt fich wert genug, Frau Rönigin zu werden?“ Da war ein großes Durcheinander von Stim- Der lleine Eoe» Nummer 21 men, ein lautes Rufen: „Ich,“ „id auch,“ — ſo klang es überall im Saale. Nur das arme Ping fagte nichts, Auch die vier Mädchen, die mit ihm in der hin- terjten Reihe jagen, jagten nichts, weil man fie doch nicht gehört hätte, Nun fprach der Herold wieder: „Der Königsſohn hat mir weiter Vollmacht gegeben, allen, die fich für würdig genug halten, feine Gemahlin zu werden, zu fagen: „Ihr feid ſtolz, Doch nicht befcheiden. Ihr könnt gehen, Die andern Jungfern, die gejchwiegen haben, bleiben!“ Entrüftet verlieh ein Schwarm von Mädchen den Saal. Der Herold zählte die Zurüdgebliebenen. Das arme junge Ding batte einen Augenblid gefchwantt, ob es fich follte mitzählen laffen. Ob es nicht lieber mit hinausgehen folite, „Des Königs Gattin werde ich nicht,“ dachte fie bei fich, „aber ich befomme einmal in mei- nem Leben den Rönigsfohn zu ſehen!“ Und ſo wurde fie mitgezäblt, Der Herold ging und es erſchien ein alter freundlicher Mann im Saal, Er führte die fünf Mädchen in den Garten und verließ fie dann, indem er fie aufforderte, die Schönheiten des Gar- tens zu genießen. Der Garten war von einer unbefchreiblichen Bracht, voll bunter Farbenfülle und voll DBogelfang. „Ich wollte, ih wäre Königin,“ fagte das eine Mädchen entzüdt, „dann gehörte mir dies alles, das wonnige Schloß und der Garten.“ „sch möchte wohl Königin fein,“ fprach Die zweite, „dann wäre ich fo reich, daß mir alle Menfchen meinen Reichtum neideten,“ „Wie würden mich alle Menfchen bewun- dern, wenn ich Königin wäre!“ fagte die dritte und die vierte meinte: „Wie muß es herrlich fein, als Königin auf alle Leute herabfehen zu können!" In dem Augen— blick teilte fich das Gebüfh am Wege, und ein junger Mann in Tagdlleidung trat daraus hervor. „Ich bin der Yäger des Königsſohnes“, fagte er, „ich habe euer Geſpräch gehört, Nun möchte ih gar zu gern wiſſen, warum die fünfte Jungfer Königin werden möchte!“ „Ich will ja gar nicht Königin werden,“ fprach das junge Ding „Wenn id nur einmal den Rönigs- fohn fehen könnte! Ich wäre fo glüdlich, daß ich nichts weiter mehr verlangtei® IT ar — nn

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Rummer 21 „Wenn's weiter nichts ift“, lachte der Täger. „Der Rönigsfohn pflegt um die Stunde am Weiher zu fein. Wenn's euch recht ift, führe ich euch dorthin!“ And er geleitete die Mädchen an einen Weiher, der im Sonnenlicht wie Gold und Silber funtelte, Die Mädchen beugten fich über den Weiher und ſahen ihr Spiegelbild in dem klaren Waſſer. „Sag', Bäger, bin ich nicht fchön genug, des Königs Frau zu werden?“ fragte Die eine und lächelte den Jäger an, „Und ih?“ „Und ih?" „Bin ich nicht eben fo ſchön?“ riefen die drei andern, „Ihr feid alle ſchön,“ gab der Jäger zur Antwort, „aber die [hönfte von euh iſt eure ftille Genoſſin. Ihr Haar ift wie Gold, ihr Auge wie der Hate, blaue Himmelund ihr Geſicht fo zart und friſch wie eine Rofentnof- pe. Gie iſt fo ſchön, daß fie Frau Königin werdenlönnte,,, Da ſagte das junge Ding: „eu machſt dich über mich luſtig, Jäger! Noch niemals hat mir jemand geſagt, daß ich ſchön wäre. Ich bin ein garſtiges, armes Ding, und du brauchſt mich deswegen nicht zu verhöhnen. Oer Königſohn würde gewiß nicht über mich ſpotten.“ Die andern Mädchen aber fahen den Jäger zornig an: „Der Königſohn hat fiber einen beſſern Geſchmack als du,“ ſprachen fie und gingen weiter, „Geh du nur auch zu den andern,“ fuhr der Jäger das junge Ding an, „lie find ja Deines- gleichen. Ich weiß wohl, dab du anders redeft, als du denkſt. Auch du willft wie die andern, Frau Königin werden, damit du reich wirfi, Dich pußen kannſt, beneidet und bewundert wirft. Auch du hältft dich für am foönjten, wenn dein Mund auch Dertleine&poco F Die anderen Mädchen aber ſahen den FJäger a ana: Seite 5539 anders fpricht. Auch du denkſt einzig und allein, Frau Königin zu werden!" Da wurde das junge Ding traurig und fagte: „Bäger, wenn du der Königsjohn wärejt und ſagteſt jolhe Worte zu mir, dann würde ich die antworten: KRönigsfohn ich bin nur ein armes Mädchen, aber ich bin zu ſtolz, um deine Frau zu werden! Doc fo iſt der Königſohn nicht! Er iſt gut und edel und gerecht, Er wird nichts behaupten, was er nicht weiß!“ „Du mußt es ja wilfen, du kennſt ihn ja fo genau“, höhnte der Yäger. „sh bin ſtolz darauf, ihm untertan zu fein. So ftols, daß ich mit die, der du ihn ichlecht machft, nicht mehr rede“, fagte Die Kleine und eilte leichtfüßig da— von. Der Jäger folgte ihr: „Bo willſt du hin?“ fragte er, „Jetzt muß ih nach meiner Groß- mutter feben“, antwortete fic, „Du darfitnicht aus dem Öar- ten“, ſprach der Täger „Ic habeBefehlvon d. Königsfohn, feine von euch aus dem Garten zu laſſen, bevor er euch geſehen bat,“ „Ich EN der Großmutter das Eſſen kochen,“ erwiderte die Kleine, „ich komme nachher wieder,“ Und ehe der Jäger fie am Kleide feithalten konnte, war fie flint über den Gartenzaun hinweggellettert und lief geſchwind fort. Nach einer kurzen Stunde kehrte fie auf demjelben Wege zurüd, Ale fie vom Gar— tenzaun herabſprang, trat ein ältlicher Mann in reicher Kleidung auf fie zu und veriperite ihr den Weg. „Was willft du, Bungfer, in des Königs Garten?“ fragte er fie. „Ich gehöre zu den vier andern Mäd- chen, die hier im Garten find,“ entgegnete fie, „So hattet du den Garten verlafjen?“ „och mußte doc heim zur Großmutter, fie

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Seite 540 zu verfeben. Es iſt jo fehlecht von mit, daß ich fie überhaupt allein laſſe. Aber fie fagte mir felbft, ich follte wieder gehen und alles Schöne fehen, alles Schöne und — den Königsfohn, „Du haft den Befehl des Königsfohnes übertreten“, fagte der Mann. „Du wirft keine Herrlichkeiten mehr fehen und auch den Rönigsfohn nicht. Auch deine Großmutter nicht mehr!“ „So laß mich noch einmal fort, damit ich jemand bitte, die Großmutter ftatt meiner zu pflegen“, bat das Mädchen, „Ich muß dich gleich fortbringen“, Bang des Mannes harte Stimme. „Komm, folge mir!" Mit ge ſenktem Haupte fchritt fie hinterdrein. An einem Garten- bäuschen führte ihr Begleiter fie vorbei, in dem ihre vier Ge— nofjinnen herr⸗ lihegrüchtevon Silbertellern aßen. „Seht, febt, da gebt die, Die ſo ſchön it, daß fie die Gattin des Rönigsjohnes werd, könnte!“ tiefen die Mäd- Der !leine Coco j Nummer 21 Schloß mit einer Lüge im Herzen!“ „Sp komm,“ Sprach der Mann und faßte fie an der Hand; „du willft es ja nicht anders haben!“ In dem Augenblid erfcholl ein lautes Trommelzeichen ausdem Schloß. Die vier Mädchen eilten auf das Schloß zu und auch das arme Ding wurde von ihrem Begleiter nach dem Eingang des Schloffes gezogen, wo alsbald ein Bote des Königsſohnes er- ſchien. „Die Köchin des Königs ift. frank geworden,“ rief. er, „und ich bin zu euch, gefchiett worden, um euch zu fragen, ob eine. von euch ihm heute fein Mittageljen kochen wolle!“ „Ich möchte fchon,“ fagte die eine, „aber ich habe meinallerbeftes Seidenkleid anl 0 wilde mir Ge- ficht und Hände verderben“, ſprach d. zweite, und die dritte A), meinte: „Es ziemt wohl der fünftigen Frau Königin nicht, zufochen.“ Die: vierte hatte zur Ausrede: „Ich hen: „Grüße er würde mid ge- den Königsſohn „Gebt, feht, da geht die, die fo ſchön ift,daß fie wiß nicht in dem von uns. Du Die Gattin des Königsſohnes werden könnte!“ Kochbuch des wirt ihn gewiß gleich ſehen!“ böhnten fie Da fing das arme junge Ding an, bitterlich zu weinen. „Du dauerft mich,“ fagte der Mann, „du bift jung und ſchön und es ziemte Dir cher, des Königs Ge- mahlin zu werden als im düftern Keller bei Ratten und Mäuſen dahinzufiechen. Ich will dich freilajfen und dein Vergehen dem Königsſohn verfchweigen. Es weiß gewiß auch niemand davon!“ „Der Yäger weiß es“, gab das Mädchen zur Antwort, „Sp werde ich dich zu dem Jäger führen, daß du ' ihn bitteft, nichts zu verraten!“ „Mann“, jagte das Mädchen, „verleite mich nicht dazu, eine Unwahrheit zu jagen! Ich mag nicht lügen! Ich mag nichts verheimlichen, "Lieber im düſtern Keller als in-des Königs Königsſohnes zurechtfinden !“ „Nunu, du?“ fragte der Bote das arme junge Ping. „Lab mich heute des Königs Röchin fein!“ bat fie ihren ernſten Begleiter. „Der Königsſohn ift gut, Wenn ich ihm belfe, mildert er gewiß; meine Strafe ſo, dat ich noch einmal meine alte Großmutter fehen kann!“ „Es fei,“ fagte der Mann, „aber fobald du mit der Arbeit fertig bift, läßt du Dich zu mir führen,“ Hierauf lie er fie mit dem Boten geben, Der Bote führte das Mädchen in dem Schloß viele Gänge trepp- auf treppab, bis fie endlich in der Küche angelangt waren. Dort wartete ein junger Koch auf fie. „Ich bin der Koch des Rönigs und foll die hier Beſcheid fagen“, fprach er zu dem Mädchen, Er ſchloß ihr die Speife-

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Nummer 21 kammer auf und fagte: „Nimm heraus zum Eſſen, was du brauchft. Und vergig nicht, dag du für zwei Perſonen kochſt!“ Dann führte er das junge Ding durch einen lan- gen Gang zum Speifezimmer des Königs- ſohnes. „Merke dir den Weg gut,“ er- mahnte er fie, „ich kann ihn Dir nach- ber nicht mehr zeigen. And vergiß nicht, , den Sih für 2 Perſonen zu deden.“End- lichführteder Koch fie in den Nofen- garten. „Schneide die ſchönſten "ofen zur Tafel des Kö⸗ nigsſohnes ab,“ befahl er, „und ver— giß nicht, um die Lehnen beid. Stühle eine Rojentette zu legen.“ „Sp hat der KRönigsjohn einen Gaft zu Tiſch?“ fragte das Mädchen. „Nun,“ antwortete der Roch, „weißt du denn nicht, daß des Königs— - fohnes Braut heute mit ihm ſpeiſt?“ „Er bat alfo ſchon gewählt?“ „Gewiß, und heute abend wird verkündet werden, wer die Erwählte des Königsſohnes ift.“ „Wer es wohl fein mag?“ dachte das Mädchen und fie fagte: „Wie glüdlic) muß die Braut des Rönigsfohnes fein!“ „Du neideft ihr wohl ihr Slüd?“ fragte der Koch. „O nein,“ entgegnete das Mädchen, „ich wäre glücd- lich, wenn ich fie nur einmal ſehen könnte!“ „Das wirst du“, meinte der Roch. „Punkt drei mußt du das Eſſen auftragen.“ „Ich foll das Eſſen auftragen?“ fragte fie un— gläubig. „Gewiß doc, jo bat es der KRönigsfobn beftimmt. Diejenige, welche kocht, follte das Eſſen auftiihen, damit er gleich loben oder tadeln könnte“ „Ich Der kleine Coco Geite 34 „Ich möchte dich wohl zur Braut haben“, fagte er, werde aljo den Rönigsjohn ſehen und auch feine holde Braut“, dachte das Mädchen, „Dann ift mein größter Wunfch erfüllt, Wenn ih dann auch im finftern Keller ſchmachten muß!“ Der Roc ließ fie nun allein, und fie putzte und ſchaffte und kochte, daß es eine Luſt war. Zwiſchen⸗ drin deckte ſie den STiſch, ſtellte einen groß. Roſen⸗ ſtraußdarauf und ſtreute Roſen über d. Tiſchdecke. Um die Lehnen bei— der Stühle ſchlang ſie liebl. Rofen- gewinde.Ein paar Minu- ten feblten nochandAhr, da war das Eſſen fertig. Schnell wufch fie ihr Geficht und ihre Hände, ftrich das wirre Haar zurecht, faßte das filberne Tablett mit den beiden goldenen Suppen- tellern und machte fich auf den Weg zum Speiſezimmer. Zwei Diener öffneten ihr die Tür und fchlofjen fie gleich wieder hinter ihr, Als das junge Ding in das Simmer trat, erblidte fie auf dem einen Blake am Tiſche einen jungen Mann in reicher Rlei- dung. Der zweite Platz war leer. Errötend bot fie dem Tüngling den Zeller dar und ſchaute fragend auf den leeren Platz. „Sebe den Seller hin, meine Braut wird gleich erſcheinen,“ ſagte der Königsſohn, „und warte hier, bis wir gegeſſen haben!“ Das Mädchen ſtellte den Zeller bin und trat befcheiden vom Tiſche zurüd, Da er- bob fich der Königsſohn und trat zu ibm. Mit leuchtenden Augen fah er fie an, fo daß fie verwirrt ihr Haupt ſenkte. „Ich möchte dich wohl zur Braut haben“, ſprach er.

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Seite 542 „Sch kann deine Braut nicht fein,“ ant- wortete ihm das Mädchen. „Ungehorfam bin ich gewefen und muß, wenn ich dich be- dient babe, in das Verlies. Aber du bift edel, Erlaube mir, daß ich noch einmal zu meiner Großmutter gebe, und dag ic jemand fuche, der fie ftatt meiner pflegt. Ich habe ſchlecht an ihr gehandelt, habe fie jo lange allein gelafjen, weil ich nur an . mein Vergnügen dabte, Darum werde ich num fo gefteaft.“ Sie warf fich vor den Königsſohn nieder, „Stebe auf“, fagte er, „Du bift befcheiden und ſtolz, fehlecht und gut, arm und reich, häßlich und ſchön. Du bift tüchtig im Arbeiten und faul im Aus- reden. Du lügſt, wenn du von dir Schlech- tes ſagſt — und biſt wahr wie lauteres Gold. Du allein bift wert, meine Ge— Tanz im Walde. Bon Joſefine Moos. Derkleine Coco »ſohnes taugte. Nummer 21 mahlin zu werden!“ Da erkannte das Mädchen, daß der Königsſohn der Jäger geweſen war, der Mann, der ihr im Garten begegnet war, und der Roc, Und nun wußte fie, das alles, was fie erlebt hatte, nur eine Prüfung gewefen war, eine Brü- fung, ob fie wirklich zur Braut des Rönigs- Mas dann farm, wat ſo ſchön, dag es fich nicht befchreiben läßt, Und eine glüdlichere Königin hat es kaum gegeben als das arme junge Ding, das im ſchlichten Kleide in das Schloß gefommen war, Nicht in dem Gedanken, Königin zu werden, jondern nur, um einen Schimmer: von allem Goldglanz, von aller Herrlichkeit zu erhafchen und um den Königsſohn ein“. mal nur zu feben. Nachdruck verboten, Herr und Fran Eichhorn — ei, war das neit! Haſen und Rehe eiften herbei, Tanzten im Walde ein Menuett, Tanzten fo zierlich, tanzten fo fein inter den Bäumen im Gonnenfdein, Vorwärts und rückwärts, flint und exakt MWippten die Lunten munter im Takt, Rech'sum und linksum ging ed im Nu, Ganz ohne Strümpfchen und ohne Schuh! Ötaunfen nicht wenig über die Zwei, Amſel und Droffel, Finfen und Specht Lachten und riefen: „Go ift ed recht!“ Klang's von den Zweigen: Zitoitt, zinftt, El, tote poſſierlich, wir tanzen mit! Rechtsum und finfgum ging ed im Nu, Geigten die Griffen luſtig dazu, Ein junges Häslein prahlte ganz fed: „Ram jeht der Jäger, Tief ich nicht weg. Rief ih: Herr Grünrod, willſt du nit Hier Flink eine Polfa tanzen mit mir?” — Knackt's in den Büſchen. — Heißa! Kopp, hopp, Fort rannten alle, wie im Galopp. — Kaum zwei Sefunden hat es gewährt, £ag Schon der Tanzplatz ſtill wie gefehrt!

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i Nummer 21 Der tleine Coer Seite 243 Samilie meife im Srieftaften. Don Hans Holdermund, m ganzen Dorfe erregte lies es Aufſehen, überall m? ſah man ein ſchmun⸗ = geindes Lächeln. Der 3 Poſtbote hatte es früh am Morgen bei fel- nem erften Rund- gange verbreitet: Im Sprfbrieftaften, an dem fchon lange die einzige Rlappe fehlte, nijtete ein Blaumelfenpärchen. Sie wären beim Brutgefchäft, Auf dem Poftamt der Yauptftation gab es eine lebhafte Beratung, Der Voftants- voriteher lie endlich ducch den Poſtboten einen Notbrieftaften an dem Dorfgafthaufe anbringen, weit genug entfernt von dem andern Brieftaften, den fich das Meifen- pärchen als Neſt ausgewählt hatte, Auf diefem Meifentaften aber ließ der Amts- vorſteher ein großes Schild anbringen mit der Aufſchrift: „Brieftaften außer Betrieb! Zur Seit Meifenneftt Briefe in den andern Kalten werfen!“ Jeder Dörfler und alle Sommerftifchler gingen bon weiten mit einer gewiſſen heiligen. Scheu an dem Bogelbrieftaften vorüber, Die Kinder befahen ihn wie ein Wunder und hielten fich den ganzen Tag über immer in feiner Nähe auf, fie beobach⸗ teten auch ſtreng, daß ja niemand einen Brief oder Karte in ben Meiſenkaſten ftedte. "Man fah oft eine der beiden Meifen fort- fliegen und mit vollem Schnabel wieber- tommen, Und eines Tages liefen bie Kinder mit dem jubelnden Gefchrei durch das Dorf: „Die jungen Meiſen guden zum Briefkaſtenſchlitz heraus!" Das mußte nun jeder gefehen haben! Es war auch zu poffierlich: die fünf jungen Meifen gudten zum Schlik heraus und wurden von den beiden Alten gefüttert, Endlich verliegen die Jungen den Brief- kaften, flatterten und ſetzten fich oben drauf, Nun begannen die Flugverfuhe, Die Eltern madten es vor, und bald hatten die Bungen begriffen, fie flogen vom Brief- kaſten herunter und wieder hinauf. Beder im Dorf wollte nun feine Teilnahme an dem Familienzuwachs bei Meijens zeigen, alle ftreuten oder hingen Futter hinaus, Am liebiten kamen die Meifen aber zum Sleifcher, der ein großes Stlick Rindertalg auf fein Fenfter gelegt hatte, Da ſaß Die Familie Meife, und alle pidten emfig auf dem Salg herum, Die Lod- und Warnrufe der Alten und das Zirpen der Gungen ver- nahm man den ganzen Tag. Gegen Ubend ſchlüpfte die Familie Meife wieder in den Briefkaſten. Am hübſcheſten ſah es aus, wenn fie alle oben auf dem Brieftaften faßen, das hat fogar ein Sommerfrifchler photographiert. Und diefe Heine Geſchichte hat fich wirt- lich und wahrhaftig zugetragen, fie ift ein Beweis, daß es doch noch tterfrrundliche Menſchen gibt, ja, daß ſelbſt im gegebenen Falle die Poftbehörde amtlich für den Tier— [hu ein!

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. Bisheriner Verlauf der Erzählung. Der Heine Eoco tft wieder aufgetaucht und erzählt ung, wie es ihm bie vielen Jahre hindurch ergangen tft, während mwelcher er für und verfchollen war. Während des Krieges tft er eines jchönen Tages von God) aufgebrodhen, um jich nad) Oftafrifa zu begeben und dort an der Geite feiner Landsleute für die Deutfchen Kolonien zu fämpfen, Das Schiff wurde von den Engländern aufgegriffen. Die Rafjagiere follten in ein Snternierungslager gebracht werden, Ein Sturm überrajchte das Schiff; es jcheiterte. Coco rettete fih auf eine einjame Inſel und lebte hier unter ben frieblihen Eingeborenen, fern von allem Verkehr, ftändig erfüllt von der Eehnfucht, zur zivutfierten Menſchheit zurüdzugelangen. Tag für Tag fpähte er nad) einem Schiffe aus, das ihn aufnehmen kbünte, bis endlich im 10. Jahre dieſer Verbannung fein Gehnen erfüllt wurde.“ Ein Schiff fam an der Inſel vorbei. ES gelang ihm, Beichen zu geben, und fie holten ihn an Bord. Dr. VBanderbilt, ein Ges lehrter aus Anterifa, der ſich auf der Rückreiſe nach Südamerika befand und vor kurzem feinen Diener verloren Hatte, nahm ihn an deſſen Stelle in Dienft. Ihn begleitet er nun auf der weiten Reife, bie den Gelehrten zunächſt nach Peru und dann ind Gebiet des Amgzonenſtroms und durch Brafilien führt. In Buenos Aires hat Dr. Banderbilt die auf der Reife durch Afrika angelegten Sammlungen geordnet und dann. auf der tranfandintihen Eifenbahn die Reiſe nad) Chile angetreten, Unterivegs, mitten in der Eteppe, verurfachte ein Mafchinendefett einen längeren Aufenthalt. Coco unternahm, um die Beit hinzubringen, einen Kleinen Sandausflug. Einem Hirſche nachieend, den er einſam in der Prärie grafen fah, verirrte er fich, da er bei einem all in ein Erdloch feinen Kompaß verlor. In feinem Eifer, den Hirfch zu eriagen, vertirt ex fich immermehr, 618 ihn nad) vielftiindigen Etrapazen die Nacht Überrafcht. Vom tiefen Echlaf erwacht, ninımt Coco die Wan- derung wieder uf Beim Sturz in ein Loch ſtößt er auf feinen verigrengegangenen Kompaß, der ihm nun den richtigen Rück , weg zeigt. Dr. Vanderbilt Fat ſich bei feinem Freund in der Hazienda, Ten Chriſtobal de Paralta, einquartiert. Für den eiirigen Forſcher gibt ed hier Mannigfaches zu fehen Coco bat ein interejfantes Erlebnis, 3. Bericht, (Fortſetzung.) Mit Berwunderung hatte ich zugehört, denn ich wußte noch nichts von diefer Ein- richtung des alten Inkareiches, Das Ker- „enlicht lag voll auf den: Antlit der Mumie, und von den grünen Hugen ging jeßt ein ftilles Leuchten aus, als wenn der Tote fich über das Lob freute, das feinem Volke gezollt wurde, „And dann brach das Verhängnis über euch herein“, fuhr Dr. Banderbilt fort, „Aln- gelodt durch das Gerücht von dem fabel- haften Goldreichtum eures Landes, landete der verwegene, goldhungrige Pizarro an euerm Geftade, und ſchlug mit feiner Schar von gemifjenlofen, draufgängerifchen Aben- teurern in wenigen Wochen das ſchön ge- fügte, jahrhundertealte Gebäude dieſes Staatswejens in Trümmer Ein Bruder- zwift zwifchen den Söhnen des letten Al— leinherrichers von Peru kam ihm dabei zu Hilfe, Das Neich war unter. beide geteilt worden, und über. diefe Teilung gerieten fie in Streit und befehdeten einander, Der jüngere, der berühmte Atahualpa, dern die nördliche Hälfte des großen Reiches zu— geſprochen worden war, befiegte den Erjt- geborenen, Huaskar genannt, fekte ihn ge- fangen und erklärte fih zum: alleinigen Raifer. Ehe noch die Ordnung wiederher- gejtellt und feine Alleinherrfchaft im ganzen Sande anerkannt war, famen die Spanier, dazwiichen, und das alte Sprüchwort, daß, wenn zwei fich ftreiten, der dritte den Vor- teil bat, bewabrbeitete fich an euch auf das furchtbarfte. Euer Land wurde zur fpa- ‚nischen Kolonie gemacht, ihr ſelbſt zu Stla- ven der Weißen, die Grund und Boden an ſich brachten,“ Dr. Banderbilt macdte eine Bewegung mit der Hand, in der er die Kerze hielt, Das Licht zudte ſchnell über das Antliß der Mumie hin. Ein greller Strahl fladerte aus den grünen Augen, und die verichrumpf- ten Büge fchienen fich in einem Wutanfall au verzerren. Dr. Banderbilt wandte fich an mich, „Romm“, fagte er. „Es ift genug für heute, wir wollen gehen. Laß uns nicht länger die Ruhe diefes ehrwürdigen Toten jtören!“ Wir verließen den Tempel, Im Herr- Ihaftshaufe war der Abendbrottiich gededt, und zwiſchen Dr. Banderbilt und Don Criftobal entipann ſich raſch ein lebhaftes

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Nummer 21 Derktleine Coco Seite 345 aan - — ER (X) 17 \ In I DIE aransmann m Der Fremde hob die Hand wie zum Schwure hoch empor.

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Seite 348 Geſpräch über bie Studien, die mein Herr en diefem Sage gemacht hatte, Als wir dann allein in unſerm Simmer waren, dermißte Dr DBanderbilt eines ber Notiz blätter, die er drüben im Tempel vollge- ſchrieben hatte, und da er fie durchaus noch einmal im Zuſammenhang durch lefen wollte fo bat er mich, noch einmal hinüberzugehen und es zu holen. Erft drüben in dem Tempel merkte ich, daß ich keine Streihhölger zu mir geftedt hatte; aber ich wußte nun ſchon fp gut in der Halle Beſcheid, da ih mih auch im Finſtern zurechtzufinden hoffte. Ich hatte auch bald auf einem der Zifche, auf denen die Gegenftände ausgebreitet lagen, das weiße Blatt Papier entdedt und wollte eben damit zurüdtehren, als ein Geräuſch, das von ber Tür herkam, mich innehalten ließ, Ourch ein Fenjter im obern Zeil der Rüdwand ſchien der Mond. Ein breiter Streifen Licht fpaltete die Finfternis und ging über das Haupt der Mumie weg, gerade auf den Eingang bin. Eine elektriſche Zafchenlampe flammte auf, drei, vier Männer kamen berein, leife und auf verftohlenen Füßen. Ich erfchrat und dachte, fie kämen, um zu ftehlen. Ge- ſchwind dudte ich mich hinter einen der Schränke, die an der Wand ftanden, Aber nun famen noch mehr und immer mehr, eine ganze Bahl, und in einer Ordnung und Regelmäßigteit, die an einen feierlichen Aufzug gemahnte, Das Merktwürdige da- ‘bei wat, daß fie alle gebüdt gingen und jeder irgend etwas auf der Schulter trug, einen Stein,ein Scheit Holz oder dergleichen. Als ih das bemerkte, erinnerte ich mic, von Dr Vanderbilt gehört zu haben, bag im alten Untaftaat jeder, ſelbſt der böchfte Beamte, wenn er fich dem Kaiſer nabte, gebüdt gehen und dabei irgendeine Laſt auf dem Rüden tragen mußte, Die Männer, in denen ich jeßt Leute von ber indianifchen Arbeiterſchaft der Hacienda ertannte, gingen einer hinter dem andern duch den Mittelgang bis zu dem Throne vor, auf dem die Mumie faß, bier ftellten fie fih im Halbtreis auf, legten, was fie auf der Schulter hatten, nieder, knieten Der lleine Eve Nummer 21 auf den Boben hin und fentten den Ropf bis auf die Steine, Dreimal wiederholten fie diefe Ehrenbezeugung, wobei fie ziemlich lange in der demütigen Haltung verharrten. Dann ftanden fie auf und begannen die nadten Füße zu einem ernten, jchwerfäl-- ligen Tanze zu bewegen, der vor der Mumie leife und langfam auf und ab ging, End- lich warfen fie fich alle noch einmal nieder, küßten einer nach dem andern ben Sche- mel, auf dem die Füße der Mumie ruhten, und waren im Begriff, ihre Steine oder Hölger wieder auf die Schulter zu nehmen da ertlang von ber Zür ber dreimal ein leijee Pfiff. Sie wandten fi olle um mit ber Gebärde freudiger Überrafchung, hoben wie grüßend die Arme und fanden fo alle fttll und unbeweglich. Eine ſeltſame Geftalt trat herein, Ein großer Mann in weiten, zerichliffenem Mantel, breitem, abgetragenem Hut und dichtem, grauem Haar, Wie er in dem Streifen Mondlicht herankam, glaubte ich einen alten Bettler vor mir zu haben und wunderte mic, daß die Leute über eine ſolche armfelige Erfceheinung fo große Freude. befundeten. Dann aber fiel mir ber ftraffe, kraftvolle, fast hoheitsvolle Gang auf und die hohe ftattliche Figur, die zu dem bettler- haften Außern fchlecht zu paſſen fhienen. Als er zu der Mumie gelommen wat, warf er den Mantel und den Hut ab, mit bem auch das graue Haar zu Boden fiel, und Ich ſah num unter der fallenden Hülle einen hoch gewachfenen ſchwarzhaarigen Indi- aner erfcheinen, der in der bunten Tunika aus feinfter Baummolle, mit den goldenen Retten und Schnüten über der Bruft und dem goldenen Reifen auf ber Stien einen wahrhaft königlihen Eindeud machte. Die Männer um ihn ber knieten nieder, ein jeder ftredte die Hand aus, um den Saum jeines Gewandes zu berühren, und ein Gemurmel der Begeifterung und der tiefen Ehrfurcht zitterte duch die Halle, Der Fremde trat auf die Mumie zu, breitete die ftarten Arme aus, Deren wuch⸗ tige Muskeln fih im Mondlicht deutlich abzeichneten, legte fie um die tote Geftalt, neigte das Haupt und küßte feierlich die verihrumpfte Stien. Danr drüdte er bie

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Nummer 21 linte Hand auf die Bruft des Toten, bobdieredtewiezumShmwur bob empor und fprac Ieife, mit dumpfer Stimme ein paar Worte, die ich nicht verstand. Hierauf ftülpte er Hut und Perücke wieder auf, hüllte ſich in den Man- tel, ſchritt, ohne einen der Männer um ihn ber zu beachten, dem Ausgange zu und ver- ſchwand in dem draußen berrfchenden Dunkel, Als ih mich von dem Erſtaunen erholte, in das mich diefer abjonderliche Vorgang verjegt hatte, war ich allen, Ich ftedte raſch das Blatt. Papier, nach dem Dr, Danderbilt mich geſchickt hatte, zu mir und eilte hinaus, von einem unerklärlichen Staufen gefchüttelt, er war biefer fremde Indianer, dem die andern fo feierlich gebuldigt hatten? —8 ’ s, —8 KR) * — —8 5 —& * * * ae EI FETT I ee ee ee — « * ee ge ee » . * CR) wer * 2 8 —8 — IKEX DIET TEEN ENG EAU JR RR Je OR S0R 0 VOR 3 VEN Dertkleine Coco .. EEE RECENT EEE EEE Aufdem Zaun. Ich bitt euch, Tiebe Püppchen, Sitzt nun aud recht ſchön ſtill! Ich möcht’ hier oben ſitzen, Weil ih ausguden will. Kann ich mich feft verlaffen, Daß feiner runter fallt? —B BCE CT ENTE Seite 347 Wer war er, daß er allein in aufrechter Hal- tung vor den toten Inka treten durfte, daß er Die geheiligte Geftalt berührt und ge- füßt hatte? Und was für einen Schwur batte er vor dem ſtummen Beugen längft verfuntener Pracht und Größe getan? So ſehr mich diefe Fragen befchäftigten, auf Die ich keine Antwort wußte, fo hatte ich doch die Empfindung, durch Zufall und wider Willen Mitwiffer eines Geheim- niffes zu fein, das ich achten müſſe, folange nicht die Rüdficht auf die Sicherheit dritter ' Perſonen mich veranlaffen würde, meine nächtlichen Wahrnehmungen kundzugeben. Ich erzählte daher zunächft Dr. Banderbilt nichts, fondern entjchuldigte mein längeres Aus bleiben damit, dag ich in der Finfternis das Blatt Bapier nicht ſo ſchnell habe finden können. (Fortſetzung folgt.) ee DOKU TI TRET —RR 8 KR ER) « ee er « * s, ee 02 ER ZUR JR 707 90 900 3 RB ee ee Daß jedes von euch ficher “ Und ſorglich feft fih Halt? 3* Wenn ich euch drunten ſetzte & Ing Gras, das wär bequem — a Doch din ich bange, daß dann > Ein biffiger Käfer käm. Mars. Behrene. 3 NN N REKEN KETTE Te

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— — — nme a — — — — — — Nummer 21 Die Nedelfran. (Fortfegung und Schluß.) Freilich — ihr Vater, der Starte Mann, it auch nimmer heimgefommen vom Fiſchfang; dern hat auch die Nebelftau umgarnt, bis fein Schiff an einer Klippe zerichellte. Und ihrem „Mutting“ bat fie fib auf die Bruſt gelegt, daß der böfe Huften täglich zunahm und fie ein frühes Grab fand. Gebt aber ſtreckt die Nebel- frau nach ihr die würgenden Hände .... Großpatting wird umfonft auf „fin Deern“ beut’ warten; bie muß elend zugrunde geben, fterben . . . fterben! Hat denn der Himmel keinen rettenden Engel mehr? In beiger Angjt faltet Ingeborg die Finger zum Gebet... Und das Braufen fommt näher, und die Waſſer fpülen ihr ſchon um die Knie — - Auf der Station haben fie voller DBeforgnis das Einfallen des Nebels be- merkt. Ob, fie kennen wohl die Tüden der RN „Newelfru* und bangen N‘ für die zwei Meniben, SS die Draußen mit ihr um FE das Leben ringen, um Klaas,dentreuenRame- X raden, und um das liebe blonde Mädel, das ſo tapfer den Weg der Bflicht gegangen. Noch können fie die Onſel nicht erreicht haben; und wenn fie im Nebel die Richtung ver- fehlt... Gottgnade den Sweien! Aber man muß doch alles verfuhen, fie dem ſichern Tod abzujagen., Da kommt auch ſchon das junge Weib des Klaas bereingeftürzt, den Säugling im Arm. Sitternd vor Aufregung, bebt fie ihn den Männern entgegen: „Romm’ndant, um des Jung wiln, helft! Ach, min Klaas, ab min armen Jung!“ „Stark fin, Oörthe, ftark fin als Seemannsfru!“ fagt der Alte. Aber die bricht in die Knie, und weinend hält fie ihnen vor, wie Klaas nie gezögert, wenn es Rettung für andere galt: den Iohbann- jen babe er damals bei Sturm und Wet— Und das Braufen fommt näher, u. die Waffer fpü- len ihr fchon um die Knie. ter bereingebolt und ihn feinen fieben Rindern erhalten; bei der Springflut habe er fich vor ein paar Jahren, bis an den Hals im Waller, durchgekämpft, umdes Lorenzen Mutter mit ftartem Arm dem Tod zu entreißen, und Euern Jung, Komm’ndant, Euren Einz’gen, den Sta- men, bat er, min Klaas, übergeholt vom " Wrack!“ „He was’n braven dung, ’nguten Ramerad, der Rlaas, alltied !“ murmelt der Rommandant, und mander von den er- grauten „Seebären“ wifcht fich beim An— bli& ihres Jammers mit der fehwieligen Rechten heimlich über die Augen. „So fteit doch nich!" ruft die Frau gellend auf, = „jo fteitdoch man blot nich döſig hier! Helpt! Dat Newelboin....!“ ‚Datbörenfenich !fchüttelt der Kommandant d. Kopf; „et fteigt de Flut, Freu!“ Da plöglich fommt ihm \ ein tettender Gedante, A eine Erleuchtung von oben: vielleicht, wenn eine recht ſtarke Muſik am Ufer fpielte, viel- leicht dränge fie an 7 das Ohr der Verirrten und wieſe ihnen die Rich- 7 tung zum Land! Sp raſch als möglich gibt er Befehl, und dann „Godd giw Din Geg’n!“ läßt er die Trommeln fchlagen und zu dem Choral anjegen: „Wie treten zum Beten!“ Rauhe Stimmen fallen mächtig ein, be- gleitet vom Flehen des jungen Weibes und dem Wimmern des fchuldlofen Kin- des. Wie von heißer Angit getragen, fchmettern die Töne dutch die wogenden Nebel, wieder und wieder ... immer wieder. Umſonſt fpinnt die Nebelfrau in unbän- digem Born ihre Dichtejten Schleier; die Engel des Himmels fangen das Vreislied des Allerhöchften auf und tragen es fieg- haft hinaus .... Eine Weile noch war Ingeborg umber- geirrt; langfamer, müder wurde ihr Schritt;

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Nummer 21 Der Eleine Coco Ecite 349 oft ftolperte fie auf dem unebenen Boden oder glitt aus und ftürzte in das fteigende, unbeimlich jteigende, gurgelnde Waſſer. Endlich war ihre Kraft erſchöpft. Einmal noch jtredte fie jehnfüchtig die Arme: „Sroß- vatting, adjüs! Din Deern, din lütte Deern, de holt de Newelfru . . wie Vatting umd Mutting!“ Dann ſchloß fie die Augen noch. Sterben müffen, ganz nab der Küſte ... und dennoch fterben ... Die Flut ift fchneller als das ermiattete Kind. — —— Auch bis zu Rlaas find die Töne gelangt, und auf feinem kräftigen Saul ftrebt er dem Land entgegen. Und die Gnade des Herm läßt ihn das Mädchen finden, juft, als ſchon die Wellen es um- ſpülen und Die um nichts mebr zu eben, und ſchickte fih Mill in ihr grauſames Los: be- tend wollte Inge— borg den Tod er— warten. Da horch! Nebelfrau ihres Opfers ſicher zu ſein glaubt. Schnell hebt er In- geborg zu ſich auf das Pferd, und das treue, kluge Tier Sind das ſchon erreicht, zuletzt die Poſaunen des Jüngſten Tages? Sind es Klänge aus Engelshöhen? Oder woher ſonſt kommen Die ver— wehten Töne? Eine unbekannte Macht reißt Inge- borg empor und läßt fie dem Rlin- gen nachgeben, und plößlich lebt in ihrem Herzen die Hoffnung auf: „Dat kömmt vom Land!“ Nun weiß fie, in welder Richtung ihre Nettung liegt. Oeutlicher werden die Melodien, und fie kann be- reits den Choral ertennen: „Wir treten zum ‚Beten vor Gott, den Gerechten.“ Aber tafch fchwillt um fie das andrängende Waf- fer; fchon reicht es ihr bis zur Hüfte, jetzt bis an die Bruft . . Nun wird fie doch Schnell hebt er Ingeborg zu ſich auf das Pferd ... ſchwimmend, mit feiner doppelten Zaftden bergenden Strand, — Draußen aber brüllt und donnert die See und raft die Nebelfrauinfurcht- barer Wut, daß ihre Rabe mißlang. Grollend vafft fie endlich die grauen Schleier zufammen und zieht fih mit dem fallenden Waffer allmäplih zurüd, Aus den Wolfen tritt der Mond hervor, und in feinem friedlichen Schein bringt Klaas das gerettete Mädchen zur Inſel und legt es dem Großvater an das angftvoll pochende Herz. Er felber fteigt ftill zur Leuchtitube hinauf, feine Pflicht zu tun. LELLUNSESERRERENEEREFEEERR die Hände. ſtaunt. Schulen, noch dazu als Gratisgabe. Berlin EOTOOToOETOETOTEEaGEToOg Wie Sehrer und Erzieher über 7 Sünder-Zeitung „Der Kleine Coco“ urteilen! . . . Bufällig fam mir Ihre Jugendfchrift: „Der Kleine Eoco“ in Ih war nicht nur über den Umfang und die NMannigfaltigkeit, fondern auch über den wertvollen Inbalt des 16 Geiten ftarken Heftes er- Wahrlich eine gute Sache in der Zeit der Lefebuchnot unferer ERRBRMLBIIILVMMABILERILLVUBMLEMAAIAAAMMLGBLAIAALRALEBABME·-ELEAAMEIIIAMLECAEAMAM — ANDALE A Ernft Schneider, Lehrer, DOIODODMIEOSOOSROESEEOERDE

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A Derlleine@oen Nummer ?1 Dermummter Indianer beim Biberfang. Die Biber find wegen ihres koftbaren Pelzes ſehr gut gefucht, find aber äußerſt ſchwer zu fangen, Sie bewohnen im Waffer ftehende Bauten, die fie aus Rnitteln, Rei- fig und Uferfchlamm errichten, und die nur einen Zugang unter Waſſer haben, An Sand fteigen fie nur duch einen unter- Iedifchen Gang, deſſen Mündungen fie mit Rnitteln bededen, Hier ſetzt num die Tätig- teit des Jägers ein, indem er Nebe vor den Mündungen der Gänge ausipannt, in denen lich Die Biber verfteiden, Um den fcheuen Tieren möglichft unauffällig nahen zu fön- nen, vermummt ſich ber Jäger in ein Wolfs- fell, denn die Biber fürchten den Wolf nicht, Sie wilfen ganz genau, daß er nicht oder doch nur fehr langſam fhwimmen kann, und gleiten außerdem fchnell ins tiefe Waller, fobald er ihnen zu nahe kommt. Sie laffen alſo den vermeintlichen Wolf ruhig am Ufer gewähren, während fie un- beiret ihrer Tätigkeit beim Dammbau nach- gehen. Unſer Bild zeigt einen nordameri- kaniſchen Indianer, der, feine Rebe in Hän- den, vorfichtig auf allen Vieren vor den Schlupflöchern herumkriecht und fie ver- ſperrt. R. Hanſche⸗

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Ügreude bereitet. Und auch, Nummer 21 An viele Rinder, Die Deröffentlihung der Antworten im Briefkaften kann nur der Reihe nad, wie die Anfragen hier eingehen, erfolgen und auch nur in dem Umfange, als uns dafür Drudraum zur Verfügung fteht, Mer fehnell und brieflich Antwort zu erhalten wünfcht, fügt an beiten frantierten Briefumfchlag oder bei Poſtkartenanfrage anhän- gende DBoftkarte für Rück- antwort bei, Hilde Hohenfee, Düffel- dorf, Nun Eonunft du auch mal an die Reihe, in., ber „Briefede zu fieben, Da fteben alle unfere kleinen Freunde umd , Sreimdinnen mit Begeifterung drin, Ge länger, je lieber! Dein „Rahma“-Gedichtchen iſt ſehr nett, es hat uns viel daß du die „Rabına“ fo gern ißt. Sei uns beitens gegrüßt! O, was ſteht da alles drinnen, Mathilde Corbach — —— — me. Ecänften Er iſt wirklich inhaltsreich! Dank für die uns mit deinem lieben Briefchen gemachte Freude. Natür⸗ lich hatteſt du es gut gemacht. Sehr gut ſogar! Und betätige dich nur weiter an unſeren ſchönen Preisausſchreiben. Einmal winkt dir dann auch das Glück. Rudolf Trentmann, Köln⸗Braunfeld. Aber ſelbſtverſtändlich freut es uns, und nicht wenig, wenn die Alncegungen des „Kleinen Coco“ befolgt werden und Freuden erfchließen, Sei bedantt für deine Mitteilung und recht herzlich gegrüßt! Marianne Claahen und MargotBerger, Stolp, Aber jelbfiverftändlich fchreiben wir auch an unfere lieben neuen Freunde und Freundinnen im Brieftaften, Geid uns berzlich willkommen, ihr lieben Mädels, Euer Vertrauen macht uns ſtolz und froh, Vielleicht befehrt ihr die Freundin auch noch zum „Kleinen Coco“. Der ift doch ein großer Rinderfreund, Guten Appetit weiter zur „Nab- mat Und Grüßel LUTELLSERELERESBERLTERTIREPTELELFELTLELELELTLERTTOTTETTLTELTRTELTERFLSTRTTERFIRRRLETTFERERN Der Bleine Coco — — — — — —se — — — —— — — — Briefkasten EIDNSKIKHRTEUNANAGERLTUERUNKRAUNUUANKUNRUNNRKUUNERDARRNDAURHUNNAAGUNENAURHRE, Meine lieben Kinder! Meinen Rat müßt ihr beachten, O, es wird euch nicht gerewn, Denn ihr wißt, nach Fips dem achten Kommt vom Fips die Nummer neun, Meine lieben Heinen Freunde, Raben oder Mägdelein, Sch verjihre, Fips der Neunte Wird bis jetzt der Schönfte fein! Alſo, jetzt nicht lang befinnen, Kaufet „Nabma buttergleich“ "TORLERARGUNKUNEUUNKURUHBINKUKENTUNLUNANKEHRUNGLANKGNNN UBNDSRARHLURERTELHIUNE Herta Ackermann, Schwelm, Deine lieben Bellen haben uns fehr erfreut, Aber weißt du was am allerfchönften war? Daß du findeft, daß cs Daheim immer am allerfcehönften ift, Und wenn es draußen noc fo ſchön gewefen! Alſo fliegen möchteft du mal gerne, aber es ift zu teuer für did, Ma, tröfte dich damit, dag die Luft ebenfo- wenig DBalten Dat wie das Waſſer. Gruß Dir, liebe Schwelmerin ! dJo hannes Nöthgen, Eſſen. Sp was hören wir fehr gerne, mein Rind! Das fpornt den „Kleinen Coco“ immer von neuem an, euch auf allen Ge- bieten das Schönfte und Beite zu bieten, Es ijt ſehr lieb von dir, deiner Schweiter und dem klei— nen Freund, daß ihr euch um neue Freunde für den „Coco“ müht. Er wird es euch reichlich Dan- fen, Gruß von Haus zu Haus! Erih Moll, Bremen, Dein Ranarienvögelcen das fo ein liebes, zuttau- lihes Tierchen iſt, bat vielleicht Aſthma, ſteht möglicherweife öfter im Bug. Hüte es davor, Heiner Freund Wir grüßen Dich! Käthe Rah, Neumünfter, Zawohl, mein Kind, dein Wunfch foll uns Befehl fein, Und hole dir nur immer recht fleißig den „Coco“, damit es die nicht entgeht, wenn der fchöne Handarbeits- beutel als Vorlage drin iſt. Schönfte Grüße, Keine Fleißige. Hildegard Foerſter, Berlin-Lichterfelde, Alſo auch du und deine Freundinnen haben den „Kleinen Eoco“ fo liebgewonnen, daß fie ihn nicht mehr miffen mögen, Ihr glaubt gar nicht, wie zahlloſe Kinder uns Dasfelbe fchreiben. Und Immer wieder freuen wie uns darüber, Laßt erd nur weiter ſchön die Zeit vom „Coco“ vertreihen, Auf das Gedicht des Kränzchens find wir ge- ſpannt wie sin Flibbogen, ELTITETSTTTSTTETELEREFETTITPERTTETLEETTELERSLELESTLFITTTELTETLTEETTTEPETTPEPPPRPLPRRRPPERFL

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Seite 3% 9 Se teuren Rummer 2] Kurzıveif a Schwarzer Mann. Diefes frifche, luſtige Lauffpiel ſolltet ihr jet im warmen Sommer, wo alles zum Zummeln in freier ſchöner Gotteswelt ver- lockt, vecht viel fpielen. Es iſt paffend für jede größere Kinderfchar, Mädchen fo gut auch wie Knaben, denn wenn einem ſchwarzen „Mann die Vede ift, fo haben die Spiel- tegeln doch gar nichts dagegen, daß der Mann einmal luftig flatternde Röckchen trage. Der möglichft ge- täumige Spielplag wird in drei Albtei- lungen eingeteilt, den großen Mittel- raum, und rechts und lints der mit Linien im Gande abgezeichnete Platz zum Aufftellen ver beiden Parteien. Die Kinder teilen fi) alfo in die rechte und linke Bartei, dasjenige Kind aber, das den ſchwarzen Mann darftellt, bleibt im Mittelraum, klatſcht in die Hände und ruft: „der fürchtet ſich vorm ſchwarzen Mann?“ „Niemand!“ ſchallt es von beiden Seiten surüd, und nun beginnen beide Spiel- abteilungen über den freien Pla zu laufen, um die gegenüberliegende Abſteck⸗ linie zu erreichen. Hei, iſt das ein luſtiges von Durcheinanderrennen! Der „ſchwarze Mann“ ſucht nun eifrigſt, durch Anſchlagen Gefangene gu machen. Aber wohlgemerft, es darf niemand, um ſich zu retten, tüd- twärislaufen, immer nur porwärts oder allenfalls zur Seite, ift, muß dem ſchwarzen Mann Gefangene machen helfen, in- dem er die Flie- henden fejthält, bis der „Schwarze“ berbeigefommen ift, um fie anzufchlagen. ‚Wenn alle Spieler bis auf einen gefan- gen find, ift das Spiel aus, und ift das nächte Mat „ſchwarzer Mann“, v Rätſel. Ein bekanntes Tier bin ich, In dem Waſſer tummel’ ich mich; Füsjt du Kopf mir an, Wird aus mir bereitet dann Ein Gewebe, nüßlic) fehr; Weiter ſag' ich nun nichts mehr. Auflöfung des Rätfels in Ar. 20, Der Atem. Anfiöfung des Suchbiltes in. Pr. 20, Man wende das Bild nach rechts.» An dem über den Fenftern des Häuschens befindlichen &erant jiehtmanden Knaben eiligen Zaufes Dahertommen. | Wer etivas mitzweilen Get, Icreide an bie übrehe, „Der Heine Coco” Goh TAnTh] | m nee Dat, SEIEIDe an Die Srefe: 1. Der Feine Coco? Soc 18h1n.| Für den Inhalt verantwortlig: ». Mengelbeng, Soh (RAT). der Übrigbleibende, einen Wer angefchlagen - —