Kleine Coco J8 N2

Page 1

sfcheim a ler Erſcheint alle 14 Tage. Ne N aile 14 Tage Die San berburs (Siehe Rüdjeitel)

Page 2

Satire 26 Der Kleine d2o7o ne Yie Zandberburg. Märden von Hang Geermann. Es war einmal em armer Köhler, der febte tief im Walde und arbeitete von früh bis fpät. Die Kinder Bans und Klein- berta waren den ganzen Tag allein, denn die Frau war ſchon tot. Kleinberta aber lief gen in den Wald, um Blumen zu pflüden. Deswegen mußte Baus immer, wenn er zur Schule ging, die Baustür zu— ihliegen und auch die Kenfter aut zu— machen. Eines Morgens aber hatte er- doch ein feines Fenſter offengelaffen.. md als Kleinberta erwachte, jaß neben ibr auf dem Bettrand ein Nabe, vor dem das Kind große Augſt befam. Der Rabe aber ſchlug gar freumdlich mit den Slügeln und fagte zu ıbr? „Kürcbte dich nicht. Ich will mit dir in dem, Wald geben «und Blumen pflüden !“ „Ja,“ antwortete Klemberta, „Blumen pflüden möchte ich wohl; aber die Baus— tür ift Doch verſchloſſen!“ „O,“ jagte der Rabe, „ich fliege mit dir durch das Kenfter auf eine große, jchöne Mieje, Balte dich nur am meinen Beinen feſt!“ Und das tat Kleinberta. Der Rabe aber war ein Ubgejandter des böfen Hauberers, der weit binter dem Walde und weit hinter der Wieſe auf emem hohen Berge eine alte Burg bewohnte. Diefem böfen Zau— berer mußte der Rabe die kleinen Kinder bringen. Die wurden auf der Burg von dem Hauberer fejtgehalten. Das wußte aber Kleinberta alles nicht. Sie hielt Sich an den Beinen des Raben feft, und der flog mit ihr durch das SKenfter über Wald und Wieje hinweg und immer, immer weiter, bis der Abend kam und es dunkel wurde, Da kamen fie an einen hoben Berg, auf dem alte Hänfer ftanden und dide Türme, i Das war die Sauberburg. Der Rabe flog dreimal laut krächzend um den höchiten Turm herum und dann in ein dunkles Fenſter. Bier ließ er Kleinberta in ein großes, weiches Bett fallen und verichwand! Kleinberta aber fchlief aleich ein, jo müde war fie von dem lanaen Feſthalten. Unterdejfen war nun Bans aus der Schule zurüdgefommen. ls er das Bett leer fand und das Kenfter ojjen, wußte er gleich, daß Kleinberta von dem Zauberer geraubt war, Er hatte aber große Furcht vor dem Dater, weil ex das Fenſter offen» gelaſſen hatte, und weil er auch die Heine Berta fo liebte. Deshalb lief er in den Wald hinein und juchte und rief nach dem Schweiterlein. Das aber war weit fort und Fonnte ihn nicht hören, Bans lief num dem ganzen Tag im Walde berum und fuchte und rief, und vier amd ſuchte. Als es dann dunkel wurde, hatte er fich verlaufen. Er konnte den Rüdweg nicht finden. Müde und ver» zagt pflüdte er jich Waldbeeren, um feinen Hunger zu ftillen, und legte fih in das weiche Moos. Bald jchlief er ein. Er ichlief die ganze Macht hindurch und wurde erſt wab, als. die Some wieder aufging. Als er nun jah, wo er war, und dag er Kleinberta immer noch nicht ge» funden hatte, fing ev an, bitterlih zu weinen. Das hörte em Reh, das auf der nahen Wiefe weidete. Es Fam näher umd fab Hans mit feinen treuen Augen an. „Wes— halb weinft du fchon am frühen Morgen ?" Da trodnete Hans feine. Tränen und er» zählte dem guten Neb alles, was ſich zu— getragen hatte, und dak nun fein Schwe- fterlein fort war. „Denn du alles tuſt, was ich dir ſage,“ antwortete das Reh, „kann ich dich wohl binbringen nad der Hauberburg. Dort ift mem Detter, der Dachs. Der fennt den acheimen Eingang; er wird dich hinein- führen, und du Fannft dein Schweſterlein holen. Aber du darfft auf dem ganzen Wege kein Wort fprechen und feine Stage tur, nd du mußt auch die Augen fchließen, bis du in der Burg bift, weil du das Fenſter offengelafjen haft!“

Page 3

Tummer 2 n Er fette jich und fort ging Das verſprach Hans alles. auf den Rüden des Rehs, es wie der Wind durch Wald und Feld, über Berg und Tal, denn fie mußten am Abend noch die Zauberburg erreichen. Endlich jegte ihn das Reh ab. Er ftand da mit gefchloffenen Augen und wußte nicht, wo er war. Gern hätte er fich um— geiehen oder gefragt. Aber er durfte ja nicht fprechen oder die Augen aufmachen; auch Lörte er, wie das Reh — Da ſchnupperte etwas an ſeinen Füßen. Das war der Dachs, der ihm die Frage ftellte: „Biſt du Hans?“ Beinahe hätte Hans geantwortet, aber er bejann fich und nidte nur mit dem Kopfe. „Dann büde dich und krie— che mir immer nah. Du Fannft mich ja fühlen!" Und ver tat es und kroch binter dent Dachs einher in ein Exdloch, das bald weiter wurde und in einen, gemauerten Gang endete, „So,“ ſagte der Dachs, „jetzt bift On in der Burg. Nun Fannft du auch aufftehen und fprechen. Aber ganz leife, da— mit dich niemand hört. Du kannſt auch die Augen aufmachen, denn nun mußt du allein weitergehen. Bier die Treppe hin- auf, bis u an ceme Tür kommſt. LIST TEIIIIITIPEITIIITIOIT OUT 20 Der Bleine Loco. Als Kleinberta erwachte, ſaß neben ihr auf dem Bettrand ein Rabe. Seite 2” mac leiſe auf, dort ſchläft dein Nimm ſie und bring ſie Die Schweiterlein. hierher, damit: ich "euch den Weg hinaus ‚zeige !" Bans tat alles mit großer Freude. Er ftieg und ftieg, denn der Turm war fehr hoch und die Treppe fteil. Uber endlich war er an der Tür. Er öffnete und jah das Schwefterlein in dem großen Bette Tiegen. Er hörte aber aud ein lautes Schnar- chen; das war der böſe Hauberer, der im Mebenzimmter fchlief. Deshalb ging Hans ganz leife und vorfich- tig, nahm . das Schweiterlein, das noch feſt im Schlafe war, gina zur. Tür zurüd und die Treppe hinab, Unten aber ſtand der Dachs, der, als er fie Formen fah, in den dunklen Gang hinein» ichlüpfte. Bans, mit dein Schwefterlein im Arme, kroch hinterher, und bald hatten fie den Aus— gang erreicht. Dort wartete fchon das Reh. Hans ſchwang fich mit Kleinberta hinauf, und im Tuftigen Trabe ging es wieder zurüd, den Bera hinab, über Stod und Stein, durch Feld und Wald, dem lieben Dater- haufe u. N LITTTEITERSIIEIPTEI III EEE I TE TEL ET I N Er ST 777 0 7 TI Se ne 75 777 77 7 7777770 N 5 Das Preisausfchreiben „Der Märchenwald“ auf Geite 32/33 darf nicht überfehen werden. beteiligen. Vielleicht macht einigen von euch die Aulöſung unferes fchönen Preigrätfels arg viel Kopfzerbreden. Solliet ihr nach vielem Nachdenken nicht die Löfung finden fönnen, fo wendet euch mit Vertrauen an eure lieben Eltern, Lehrer oder Lehrerinnen; diefe werden euch gerne behilflich fein. Schreibt dann die Löfung borjariftsmäßig auf eine Poftfarte. Der Porto» erſparnis halber fönnt ihr ja die bereits aufgeichriebenen Auflöfungen von mehreren $reunden und Freundinnen zufammen in einen Briefumfchlag tun. Diefen Briefumfchlag müßt ihr dann mit einer Briefmarfe genügend freimachen und denfelben mit folgender Adreſſe verfehen: ‚Der Fleine Coco“, Goch (Rheinland) EIPPPPPPRPPTTEITTTT öxxxx X Jedes Kind darf ſich an der Auflöſung Pr re

Page 4

Seite 23 Der Steine Gose Dammer s Dertapfere Bimbo. König Mumbo her fich rief Und der Junge eilet ſchnell, Knaben Bimbo: „Nimm den Brief Daß er bald an Ort und Stell’, Und hier die Angorakatze, Hinterm Kaftus wohlverfledt, Achte, daß fie dich nicht kratze. Leo fich die Lippen ledt: Eile zu Mabulla hin, Dat doch lange er entraten Der ich diefes jchuldig bin!" Eines guten Negerbraten! 3 Er h e * * & re) v — Huuuchchchl!! brüllt jetzt das Keuenvieh! Bimbo bis ins Herz erſchrickt, Bimbo zitternd ſinkt ins Knie, _ Als er dieſen Schlund erblickt; Es enteilt mit ſchnellem Satze Schnell gefaßt, ſpreizt, und nicht faul, Die Geſchenkangorakaͤtze. Er den Stod ins Löwermaul, 50 entwaffnet, muß der Leu Zwar entwifcht ift mir die Kab’, Folgen unferm ITegerboy, Doch bring ich dir hier Erfaß!" Der gefahrentronnen eilt Aus dem Löwenauge rinnt Dorthin, wo Mabulla weilt. Eine Träne, und er finnt: „König Mumbo läßt dich grüßen, „Als Gefangner fit’ ich hier, Leg’ den Brief dir hier zu Süßen; So beftraft fich jede Gier!“

Page 5

7 —5 Uummer 2 ee Der Bleine Coco Seite w/f > | Hilszmännden. Bon Helene Babel. Grau war der Himmel, und grau lag der Wald. Don den hohen Tannen tropfte es ſchwer her- nieder. Auf die offenen Waldftellen rann der Regen in langen Süden. Doll Dergnügen ftredte Stau Schnede ihre SKühlhörner heraus. Das war ein Wetter für fie! Da wollte fie gleich ein» mal ins Pilzdorf hinüber. Sangjam froh fie dahin. ſchon derlange, weiße Fuß vom Birkenpilz, und dunkel ſchimmer⸗ te der braune Schirm vom Steinpilz her⸗ über. Warum nur heute alles fo ftill tft? Sonft ſchrien doch ſchon immer die Pilz⸗ finder. Unter den großen, weißen Dächern des Champignons hielt fie an. Kein Pilzmänt- chen war zu fehen. Auch die Schirmchen der Kleinen waren leer. „Ach, fie werden unten in der Woh- nung fein und das Regenwaffer -in die Röhren leiten, daß die Schirme beſſer wach⸗ Drüben leuchtete Ve A 19 Ar Su 2 Mi Jin £r — Inh] % fen," dachte Frau Schnede und kroch weiter, Bei den Rehlingen lanate jie an. Schön gelb ftanden die gro» ken und fleinen Schirme, aber auch 3 bier war fein Pilzmännchen zu jehen. €s war wirklich ungemütlic heute, und fie war fchon fo weit gegangen. Warum nur fo viele Sliegen und Müden in der gleichen Rich— tung zogen wie fie? Sonderbar! Auch beim Steine ımd Birkenpilz war niemand da. „Pilzmänncen!" fing da mi: ihrem feinen Stimmchen Frau Schnede zu rufen an. „Pilzmännchen!“ Keine Antwort. Es blieb ihr nichts übrig, als noch um den großen Baumftrun? herum» zufriechen zum Sliegenpilz ! Aber faum war fie dort, da hätte fie bald vor Schreden ihre Fühlhörner nicht mehr ein» ziehen Pönnen. Wie jah es da aus! Serftört und zerftampft lagen die fchönen Schirme, ſchwarz und braun waren die einſt jo leuchtenden roten Röhren geworden. Die kleinſten Knollenblätters vilschen waren aus ihren weißen Betten gerijjen. Tot lagen Pilzmännchen und Pilzweibchen unter den Trümmern ihrer freien Wohnungen. War denn der Krieg auch in den jtillen Wald gefommen? Eine große Träne rann Stau Scnede über das naſſe Geficht. Abers Seichenfeld kroch fie trau— tig weiter. Da ftand unterm hohen Gras noch leuchtend rot ein einziger Pilz, der Sliegenpilz. Und Pilzmännchen ſaß unbeweglic} darunter. Der Kopf war ihm tief auf die Bruft gejunfen daß der lange, weiße Bart die Küchen berührte. grau Schnede trau» te fid) faft nicht, den traurigen Alten anzu⸗ reden. Endlich aber faßte fie fich doch ein Herz, tupfte ihm mit ihren Fühlhörnern an und fragte, was ges ſchehen jei. Traurig blidte das alte Pilz- männchen aufund er- zählte, wie geſtern ſchöngekleidete Men» fchen gefommen feien, die mit Stöden und Schirmen zur Unter» haltung die Pilzfchir- me durchbohrt, mit glänzenden Zaditie- fem Pilzmännden, Pilzfinder zertreten hätten und lachend und fingend in den Wald gezogen feien. Alles wäre tot; er allein, der Alte, fei übriggeblieben, „Aber ich will fie ftrafen, die herzlofen Menfchen!" rief drohend der Alte und ftand auf. „Dir haben fo gerne unfere ſchönen Schirme den Nlenfchen gegeben, wenn fie famen und fie ab» fchnitten und ſorgſam in Körbe legten, und haben gerne neue gepflanzt und gepflegt Nun haben jie alles graufam zerftört und umgebradt. Aber ich kenne alle Kräfte und Säfte im Bo» den des Waldes ımd weiß, weiche davon den Menfchen fchaden. Gift will ich daraus mifchen, daß fie fterben müffen, wenn fie wieder einen Pil; mit roten Stielen und bunten Schirmen und femen Knollenbettchen pflüden.“ Und unterm hohen Gras ftieg das Zornige Männchen hinunter in die Erde. Seit diefer Seit hat niemand mehr ein Pilz- männchen im Walde gefehen. Und wer heute noch einen Pilz mit roten Sties len, den jchönen Sliegenpilz, den Knollenblätter- oder Pantherpilz ift, der muß unter fchredlichen Schmerzen fterben, Das tft die Race des Pilze männchens. ——— gos Resch _) Das alte Pilzmännchen erzählte, wie geſtern fchöngefleidete Meruchen die Pilzfchirme durchbohrt hätten,

Page 6

Seite 30 Der fleine Coco Dom QAuellenwandern. Unmmer 3 Don Otto Promber. Es gibt Fein Wort, das, wenn die Natur mit ihren taufend Wundern und Schönheiten hinaus Ins Freie lodt, alle die, fo fich ein junges Herz und ein frohes Auge durch alle Kebensftürme' hindurch bewahrt haben, fo zu begeiftern ver» mag als das Wort „Wandern“. Mit dem Ruckſack auf dem Rüden und dem Stab in der Hand geht’s hinein in Feld und Wald, ins Gebirge und in die Täler. Huch die Laute wandert mit, um der Sreude Lieder zu begleiten. Auf allen Wegen fehen wir fie, die jungen und alten Uaturfreunde, und feibft die einfamften Pfade gleimen auf einmal Wall fahrtsitraßen. Eine ganz befondere Klaffe von Naturfreunden find die Wandervögel; ihnen ift das Wandern zur zweiten Yutur geworden, und fie möchten ihre Streifzüge durch Mutter Grün nicht mehr miffen. Aber neben ihnen find in den le&ten Jahren viele „Sungmannfchaften" und Jugendvereine erftanden, die nicht minder begeifterungsvoll durch Au und Wald ſchwärmen. Burfchen in Seppltracht, mit Wadenftrümpfen und Kniehofen, furzem Rod und leihtem Hüt- hen ziehn mit frifchen Dirndln hinaus auf den. Anger oder fernerem diele zu, führen allerliebft anzufchauende Reigen auf, trällern ihre Weifen dazu und freuen ſich wie die Schmetterlinge ihres Lebens. Haſt du aber, lieber Leſer, fchon von den Quellenwanderern gehört? Bereits vor dem Kriege wurde auf den Quellen⸗ wanderfport aufmerffam gemacht, und man war ordentlich verwundert, daß „jo etwas“ nicht ſchon längft in das Programm der Wanderleute auf- genommen worden war. Man empfand es auf einmal, daß es tatfächlich unbegreiflich, geradezu komiſch jet, fich bisher fo wenig um das Woher? und Wohin? der heimatlihen Gewäſſer geküm- mert zu haben. Beſchämend faft, an einem Bache zu wohnen, an dem vielleicht ſchon Dater und Großvater als Kinder gefpielt, und der doch bisher ein Beheimnis geblieben war! Kam ein Fremder und fragte: „Woher fommt dern eigent« lih das Gewäſſer, wobinein mündet es?" — jo ſah man den Fremden an, fenfte verlegen den Blick und ftammelte: „Ich weiß es nicht... .* Ich weiß es nicht! Und dabei glaubte man, der Bach gehöre mit zum Haufe, zur Samilie, dabei fang man mit dem Mlüllerburfchen in dem fchönen Müllerwanderliede: „Dom Waffer haben wir’s gelernt, vom Waſſer!“ Das muß nun anders werden, Wie ein Auf ging es durch ganz Deutichland: „Wandert den Quellen nad, treibt praftifche Geographie, verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen!“ Weit über Deutfchlands Grenzen hinaus, bis in die Alpen drang die Welle der neuen Spott» bewegung. Die Lehrer jprachen davon begeiftert zuihren Schülern und Schülerinnen. Seitichriften „brachten Bilder von Quellenwanderern und Auf» rufe, man möchte ſich zwecks Erforfchung der hei» matlihen Gewäffer zufammenfchließen. Überall regte fich das plögliche Begehren, endlich einmal ° mit der Unkenntnis über einen der wichtiaften Beftandteile des heimatlichen Geländes aufzu— räumen. Der Quell und Bach, Fluß und Strom — fo hieß es — find fie nicht gleichfam die Adern des Landſchaftskörpers, uns das bietend, ohne das das Keben nicht möglich it? Und fo zogen fie einzeln und in Scharen frühmorgens, wenn die Hähne Frähn und der Tau blitt, hinaus, um eine Entdedungsteife ins grüne Land zu unternehmen. Man wählte näcjte Weglinien und fchloß fich erft in den Kalgründen, in den Mühltälern mit den raufchenden Wafjern eng zufammen. „But Quell!" flog ein Gruß dahin und dorthin; mande trugen auch ein Abzeichen an Bruft oder Mübe: eine blaue Wellenlinie auf weißem Grunde. War man dann an dem Orte, wo der heimatliche Bach jungfräulich der Erde entrinnt, angelangt, fo wurde der Ger danfe: „Die Stelle, der ein Quell entfpringt, ift heilig Land“ wie eine Offenbarung einpfunden. geider geriet das Wuellenwandern in den harten Kriegsjahren beinahe in Vergeſſenheit; erft neuerdings regt es fih wieder allerorten, zu erfunden, wo das heimatlihe Gewäſſer ent» ipringt oder wohmein es mündet. Quellenfucher oder Stromläufer — beide Wandersleute dürf- ten auf ihre Rechnung fommen. Es ift au fehr zu begrüßen, daß fich die deutfche Lehrer- Schaft der neuen Sporibewegung warm ar.

Page 7

UIUunmmer 2 Der kleine Coco Sette 31 nimmt; mancher Lehrer hat fih mit Einführung des fchören, gefunden Sports oder Leitung eines Quellenwandervereins in jeinem Orte ein bleibendes Derdienft erworben. Nun werden viele meinen, mit der Erforfhung der Berfunft und des Fieles des heimatlichen Ge- wäffers fei es fchon getan. Dod; der richtige Quellenwanderer will viel mehr und hat ein ziemlich umfangreiches Programm, aus dem er Immer neue Pläne heraus entwidelt. Wenn er, Notizbuch, Seichenblod, Kamera im Nudfad, hinauspiigert, um den Heimatsbach als feinen guten Wegweifer und Führer zu betrachten, gehen ihm allerhand Dorfäge und Gedanken: durch den Kopf. Es handelt fich beim Quellen- wandern auch um Gefchichtspflege der Gewäſſer in bezug auf Strombett, Steinreihtum, Fiſche Mufceln, Perlenfunde, Siedelungen heidnifcher Zeit (Pfahlbauten), Schlachten, Dolfsfagen uſw. Großes Interefie befteht für .ie Onellenbildung im Erdinnern. Mitgewirkt foll werden, daß man unfere Gewäſſer nicht unnötig verunreinige, Gute Kameraöfchaft pflegen, DPolfswanderlieder fingen, durch Erftreben eines geftedten äieles Mut, Tatfraft und Beharrlichkeit entwiden — diefe und noch viel mehr Intereſſen hat ein rich- tiger Quellenwanderer. Und nun: Auf frohe Quellenwanderfchaft! TE ET : i & 5 S 3 | | | fie auch daran dächte, daß die Kirmes bald wäre, und es dann heiße, recht viele 5 und gute Feſtkuchen zu baden, und dag du gehört hätteft, wie Nachbars Greichens B Mutter zu ıhrer Muhme gefagt habe: „Muhme, freut Euch, in dieſem Jahr gibt’s B bejonders gute Seftfuchen, weil man nicht fo an der Butter zu fparen braucht. Und S Butterfrümelfuchen baden wir auch, weil es die neue „Rahma buttergleich“ jeßt gibt 53 Was das ıft? Eine Margarine, die der feinften Moltereibutter gleihfommt.“ Und dann wird deine Mutter nicht zögern, fofort „Rahma buttergleich“ duch dich einfaufen 3 zu laffen. Und dann läßt du dir den „Coco“ beigeben. E | | | | | | |

Page 8

5eite 32 Der tleine Coce Aummer: 4 Das Preisausſchreiben Es war im deutſchen Märchenwald, Und um fie alle wob ein Glanz, Durch) den ich jüngſt einmal gegangen, Der ganze Wald war ein Gefunfel, Da mic) ein alter, lieber Traum Der Zauderberg warf feinen Schein Aus ferner Rindheit hielt umfangen, Dis in das tieffte Gcattendunfel. Und die Erinn’rung mic) geführt Auf Pfaden, duft- und glanzumfloifen, Darauf der Märdenfonne Gold Ihr ftrahfend Glänzen ausgegoffen. Ich fand gebannt und hab’ fein Wort Für meine Geligfeit gefunden, Jedod das Bild, das ich geſchaut, Iſt meiner Geele niht entihwunden: Und wie ich ba glüdfelig ſchritt, Ich geb's euch wieder, wie ich's ſah, Mit leiſen Schuhen an den Füßen, Ihr Kinder ſollt die Märchen raten, Klang mir von überall zum Ohr Die zehn, die ih im. Wald geſchaut, Ein er — Seid alle dazu eingeladen. Ein Grüßen aus der Kinderzeit, Der alte Märdyendronnen rauſchte, — Ar u —— Aus güldner Grotte Hang das Lied Des Bildes aus dem Mät ——— a J Der Marchenfee; ich ſtand und lauſchte. Und übt im Suchen euch und Sinnen Dom Wunderjee her fam ein Zug: Das wird ein felig Finden fein, Der deutſchen Märchen Lichtgeftalten, Für mid) ein freudig Mühefrönen! Und jede von den trauten trug Slüdauf nun, Rinder, tretet ein Den füßen Namen noch, den alten; In Deutſchlands Märchenwald, den ſchönen dreisausſchreiben! Das iſt ein Wort, das allemal begeiſterten Anklang findet, das wiſſen wir noch von früheren Zeiten her. Und fo führen wir euch oben ein Bild vor Augen, daß eure ganze Auf» merffamfeif in Anfpruch nehmen muß und wird. Cine große Schar eud) befannter Märcengeftalten Swegt ſich im Hochzeitözuge zur Waldkapelle. An euch liebe Freunde und Freundinnen ift es num enzuſtellen, welche zehn deutſche Märchen fin an diefem feierlichen Hochzeitszuge beteiligen.

Page 9

Aummer2 De Lleine Coco Seite 35 A dd „Der Märdenwald“. Ditte, beteiligt euch recht zahlreich an biefer Preisaufgade. Die große Anzahl der Preife aibt euch aud) recht große Sewinnmöglifeiten. Deshalb fofort ang Werf! Laßt eud) nicht beänaltigen und feid guten Mutes. Wir bedauern ed nur von ganzem Herzen, liebe Kinder, nicht fehen zu fönnen, wie euch beim frifhen, frohen Mühen um die richtige Löfung die Augen frahlen und die Wangen glühen. Wenn ihr die richtige Löfung gefunden zu haben alaubet, dann jchreibt fie bitte auf eine Poſt- farte. Habt ihr fonft noch etwas mitzuteilen, fo fdneibt das beſonders auf einen anderen Bogen oder Zettel. Das Freimachen der Poftfarte mit einer Briefmarke nicht vergeffen! Fragt auch nicht vorher an, ob eure Löfung richtig iſt Eure Neugier fönnte doc nicht befriedigt werden, ehe die Verlofung ftattgefunden hat. Falle nämlich mehr als 500 richtige Löſungen eingehen, werden die Preife unter den Einfendern der richtigen Löſungen verloſt. Die Poftfarte, welde ihr für die Einfendung der Aufe löfung benußt, müßt ihr nad folgendem Mufter ausfüllen: Vorderſeite: Afdjette: Rad meiner Anſicht kommen folaende Märchen in Betracht: Un den „Kieinen Coco” Bad (AH). ER EIILEVIDDEN EHE See m Mein Alter Mi... —. Jahre Als letzter Tag für die Einfendung der Auflöfung ift der 15. Nodember 1924 feſtgeſezt. Für die rihtige Löfung des Preisausſchreibens werden 500 Preife ausgefekt, und zwar: 1. Preis: 300 Mart in dar. :11.--400. Preis: Je einen Kunfldruf nad dem 2. Preis: 200 Marf in bar. Hriginal = ScherenfHnitt „Der 3, Preis: 100 Mari in bar. Märchenwald“, in der Sröße 4.1, 5. Preis: Je ein Fahrrad. von 139 x 66'/, cm. 6.— 10. Preis: 3e eine Wanderer:Augrüftung. 491.— 590, Preis: Je ein hübſches Märchenbuch

Page 10

"Seite 34 Der fleine Coco Kummer Die Schule im Jahre 2000. Wenn die Schulen erft fomeit find, daß jede Klaffe ihr eigenes Flugzeug hat, wird das Kernen eine wahre Sreude fein. Keiner wird dann mehr fehlen wollen, im Gegenteil: wer nicht aufmerfjam ift und feine Schularbeiten nicht ordentlidy macht, muß zu Bauje bleiben und darf nicht in die Schule fommen, „Morgen und übermorgen", jagt dann der Lehrer, „haben wir Stugfchule. Sechs Uhr früh if die ganze Klaffe auf dem Schuldah! Mir fliegen nach Lappland. In Smwinemünde ift Srühftüdspaufe. Dann fahren wir über die Oftfee nach Schwe- den. In Gamvik wird übernachtet, Daß mir dort aber nicht wieder Privatausflüge gemacht werden. Schulze und Schwiebede bleiben zur Strafe zu Baufe, Schulze bat das legte Mal, als wir über London flogen, im die Chemſe gefpudt — — — „Bere Echter, da war mir fchleht — — —% Sagt Schulze, „Schön, mein Sohn,“ meint der Kehrer, „diesmal wird dir zu Hanfe befjer fen. — Und Schwie- bede," fährt er fort, „Schwiebede darf nicht mit, weil er neulid am Propeller ge- dreht hat.“ ⸗ Um anderen Morgen iſt die Kaſſe pünktlich auf dem Dach. Schulze und Schwiebede jind natürlich auch da und geloben heulend Befferung. Na, der Lehrer ft wie immer fen Unmenih. Sie dürfen aljo mitfahren, Und dann geht es los. Srüher fagte der Lehrer: „Kraufe, du ſollſt nicht immer zum $enfter hinausfehen.” Jetzt fagt er: „Krauſe, wenn du nicht hmaus- audit, befommft du einen Tadel,“ Der jchönfte Augenblid aber tft die Landung in Sappland, Und nur einen Fehler hat die Schule im Jahre 2000: man freut jih gar nicht mebr, wenn die Schule ms ift, und gebt febr ungern nad Banie.

Page 11

an re ae 7 —— XUummer 23 Der kleine Coco Seite 355 De E77 a —— —— i Reise- Beschreibungen Stromberg, die Geburtsſtadt des „Dentihen Michels“. Don Kiesbet Dil. Stromberg. Don der Deranda meines Blod- häuschens ſehe ich fie, eng zufammengedrängt, mit ihren roten Stegeldähern und ihren beiden Ichiefergededien Kırchen, von einem Kranz grüner Buchenmwälder umfchloffen, in den Talfefjel. Über- ragt von der alten Seite, der Zujtenburg, deren mächtiger Berafried troßia über die Höhen fchaut: die Feine deutiche alte Stadt Stromberg, die in der rheiniſchen Geſchichte eine ziemlich bedeutende Rolle gefpielt: der Geburtsort des „Deutſchen Michels“. Eine Kleinbahn, die vom Rhein nach dem Huns⸗ rüd abzweigt, führt in diefen Kuftfurort. Auf vor— ipringendem Bergfegel eines Hocplateaus er- baut, fällt die Burg fteil und fchroff nad) dem Eule ab. Nach pfälziſcher Urt großartia angelegt, wie der Grundriß beweift, einft römifchen Ur- fprungs — die Nundbogenfenfter romanifcher Art — war Strombergs Sefte bald in pfälzifchem, bald franzöfifhem und preußifchem Beſitz. 1116 wurde das Schloß zerftört. Mehrmals zerftört und aufgebaut, ehemals der Sit der älteften Nahegau— grafen, hat die Burg mand glänzendes Waffen- turnier, mande fröhliche Xittertafel ın ihren dien Mauern gefehen, während auf den Sinnen die Kähnchen im Wind flatterten Heute fteht ein Gaſthaus zwifchen den ftattlichen Ruinen. Der Name „Fuſtenburg“, wie man fpäter die Feſte nannte, ift mit berühmten Namen der Ge— ſchichte verfnüpft. Ein Tilly, ein Szekuly, ein Rit- ter von Bauvain, Schenf und Beulwitz, alle haben für ihr Daterland gefochten; ihre Taten ehrt die Geſchichte noch heute, Bier oben wurde 1574 der „Deutfche Michel" als Sohn des Oberamtmanns von ©bentraut geboren. Ein tapferer Offizier, der ſich im dreißigjährigen Krieg auszeichnete, im Unionfrieg gefürchtet als Rittmeifter über 500 Mann, die er fiegteich gegen den $eind führte, fchien er unverwundbar und unbejieglih. Als Oberft des Kurfürften Sriedrich von der Pfalz ge— wann er viele ſchwere Befechte gegen die Spanier. Bei dem Sieg über Tilly bei Weißbach tat er fich rühmlichft hervor, er jprengte bei der Belagerung von Hagenau die Scharen des Erzherzogs von Bagenau; fpäter wurde König Chriftian IV. wen (Nachdrud verboten, Dänemarf fein Betr, der ihn wegen feiner Kühn heit dankbar auszeichnete Der Herzog von Sachſen Weimar ernannte ihn zum Generalleutnant. Be der Belagerung von Nienburg ſchlug Obentrau? die feindliche Veiterei zurüd, bis Tilly die Ber lagerung aufgab und fih zurüdzog. Aus faf allen Kämpfen ging Öbeniraut als Sieger hervor Sein Leben war eigentlich nur Kampf Seiner Spitnamen „Deuticher Michel", eine Bezeichnung, die Schon in den Kreuzzügen, allerdings nur im beften Sinne vorfam, gaben ihm die Spanier feiner aufrichtigen, verläßlichen, etwas derben Art halber. Wenn man etwas in feiner Gefchichte blättert, ftaunt man allerdings, wie die Witzblätier aus diefem harten, auf Kampf gerüfteten Deuts» fhen, aus deſſen fchmalem, von Spitbart und. Halsfraufe umrahmten Mugen Geficht Zwei Augen bligen, die von Tatfraft, Mut und eifernem Willen reden, jene Karifatur machen fonnten. Xein, eine Zipfelmütze und einen Sclafrod trua diefer deutſche Michel nicht. Sein fchlanker, gefchmeidiger Körper ftedie in einem ftählernen Panzer, eine Rüftung war fein Kleid. „Michel, wa auf" brauchte man diefem gewiß nicht zuzurufen. Bis jett hatte id} geglaubt, der deutfche Michel fei ein Begriff, ein Symbol, er habe nicht gelebt. Seit ich hier auf feinen Spuren wandle, ift er mir lebendig geworden, und alles, was ihn und fein geben betrifft, fcheint verwoben mit unferer Zeit und mit Deutfchlands Geſchick. Unter deutfchen Eichen wuchs er auf. Auf hartem, felfigem Boden ftand feine Burg, auf feften Wegen durchritt er das Kand, das, durchzogen von Stüffen und Bäden, reih und felfig fich ansbreitet bis zum Xhein. Beim Durhmwandern der Meinen engen Gaſſen Strombergs ftößt man überall auf Spuren ver- raufchter friegeriicher Jahrhunderte. Alte eng» brüftige Häuschen mit hohen Spitgiebeln, Mej- fingbefchlägen, uralten Turklopfern, vornehme Patrizierhäufer mit Rofototüren und geſchnitzten Barodtoren des 18. Jahrhunderts, die charakte- riftiihen Ruinen der alten Sefte, alles mahnt an die Kriege, welche diefes Kand faft unaufhörlich vermwüfteten, das für alle Seit mit der Erınne- tung an den „Deutichen Michel“ verbunden bleibt,

Page 12

Seite 36 Der tleine Coco Etwas sum Lachen. „Die Milch kommt alfo aus dem Euter der Kuhl Aber wo kommt die Schlagjahne heraus?" Märchen fommt zum erften Male in ein Konzert und ein Cellofpieler fällt ihm befonders auf. Endlich fragt er: „Sag mal Dati, das muß ein furchtbar hartes Holz ſein, weil der Mann fo lange zum Durchſägen braucht!“ Meier, du befommft von "deinem Dater 2 Mark gefchenkt, für 80 Pf. kaufſt du dir Pflaumen, was haft du dann? ‚Leibweh, Herr Lehrer!" Komm Dati, fagt der Heine Kerl, nu haben wir das Tier lange genug von hinten gefehn, nu wollen wir’s mal von vome beguden. Fritzchen zum erften Male im 500, fagt zu feiner Mutter: „Du Mutti, den Löwen hab id Die verfännte Sängerin; „Du Kotte, die hat mir aber anders vorgeſtellt!“ wohl Haue befomnien, weil die jo brüllt!"

Page 13

Tummer?% Der fleine Loco FGür die Mufter Sette 33 EEE TEE NETTES TEENS TEEN SERRCESNERGFES GERD PR EABERRCERTEREERPGEEU GERA EIGENES pPraltiſche Winke. Um Fliegen von Fleiſch und Fleiſchware abzuhallen, legt man je nad} der Menge einige Zwie belſcheiben darauf. Die Sliegen mögen den Zwie belgeruch nicht. Leichtes Reinigen von Blumenvaſen. Um den Anſatz aus Vaſen herauszubekommen, bediene man ſich der Salzſäure. Man verdünnt ſie mit etwas Waſſer und füllt die kleine Menge in die zu reinigende Vaſe. Dann wird ſie ſo lange tüchtig geſchüttelt, bis der Anſatz verſchwindet. Ein mehrfaches Nachſpülen mit lauwarmem Waſſer nimmt auch noch die letzten Unreinigkeiten aus der Vaſe und macht ſie klar und ſchön. Einfaches Mittel gegen Zahnſchmerzen. Rührt der Zahnſchmerz von einem hohlen Sahne her, fo nimmt man einige Kömcden Alaunpulver auf Watte und ftedt diefe in den betreffenden Jahn: Bei Auflöfung des Alauns ſchwindet der Schmerz. Das Mittel hilft natürlich nur für furze Zeit. Släfer vor dem Zerſpringen zu fihern. Man bringt fie in ein Gefäß mit faltem Wajjer, läßt das Waffer Fochend werden, wirft etwas Salz hinein, läßt es eine deitlang fochen und dann möglichft langfam wieder erfalten. Das fo be» handelte Glas fpringt felbft bei der größten Ab» wechjlung von Wärme und Kälte nicht. Verzinkte Keffel und Töpfe find nicht nur zur Narmeladenbereitung, fondern auch zum Ab- fochen von Milch und fäurehaltigen Speifen durch» aus ungeeignet, weil ſich ein Teil des Finkes leicht auflöft und die Speifen nicht nur verdirbt, gondern fie auch gefundheitsjchädlich macht. Um Bettfedern zu reinigen, bringt man die Sedern in ein Faß, übergießt fie mit Sodawaſſer, rührt fie mit einem NRührlöffel oft um, wäfcht fie am nächften Tag, wenn nötig, in der Hend mit Scmierfeife nach, preßt fie aus und trodnet fie in einem Iuftigen Raume, fie von Seit zu Seit. wendend und mit Neifern Elopfend. Seidene Schals zu wajchen. Man legt den Schal naß auf die Tijchplatte, feift einen wollenen Kappen gut ein, taucht ihn in laues Waffer und ftreicht fo lange (ftets nach einer Richtung) über den Schal, bis aller Schmutz befeitigt ift und man ihn mit Zeitungswaffer abjpülen Tann. Kochrezept. Einfache, aber fehr gute Butterplägchen: Man rühre 2008 „Rahme buttergleich" ſchaumig, gebe zwei Eier, 200 g Zucker, etwas Sitrone oder Das nille und eine gute Mefferfpige voll hirſchhorn⸗ falz hinzu. Nach etwa Yftündigem Rühren ver« arbeite man die Mafje mit dem nötigen feinen Mehl zu einem nicht zu feften Teig, den man austollt und mit beliebigen Formen ausfticht. Man Bann ihn auch zu Böden für Obſttorten verwenden. Se nach Belieben kann man die Pläschen vor dem Baden mit Ei bejtreichen. —

Page 14

Sette 58 Da "ler ee Der fleine Toco”" RammEer 2 Zur Unterhaffung und Belchrung das Vindrad. Dazu braucht ihr weiter nichts als ein Stüd fefter Pappe von emem alten Buchdeckel oder einer Pappihacdtel Wie ıhr auf unjerem Bılde feht, zeichnet ihr darauf zuerft einen Kreis mit der Sirkelöffnung (Halbmeſſer oder Radius) von 13 Zentimeter, dann ftellt ıhr den Firkel um 3 Zentimeter enger (alfo auf 10 Zentime⸗ ter)und jchlagt einen zweiten Kreis von demſelben Mittelpunft aus, ſo daß zwiſchen Ddie- fen beiden Kreifen ein „Rand“ von 3 Zentimeter Breite übrig bleibt In den inneren (flei» neren) Kreis baut ihr nun ein Zwölf⸗Eck ein, was gar richt fo ſchwer ift, als es ausfieht. Ihr braucht dazu nur die legte Sirkelöffnung halb zu nehmen — alſo 5 Sentimeter — und dieſe auf den inneren Kreis abzutragen, was gerade zwölfmal geht Immer da, wo ihr den äirkel auf den Kreis fett, macht ihr einen Eleinen Querſtrich, wie dies auch auf der Zeichnung zu fehen ift. Und dieſe Muerftriche verbindet ihr mit geraden Li— nien, aber mit dem *ineal, nidyt aus freier Hand, ſonſt wird die Befchicdhte ungenau! Auf diefe 12 Kreis-Abfchnitte werden jetzt 12 gleich» feitige Dretede erridytet, deren Spigen auf den Mittelpunft der beiden äußeren Kreije zeigen. Um den Punkt für die Spibe eines Dreieds zu finden, ſhlagt ihr mit der legten Firke löffnung won 5 Aentimeter von jedem Querſtrich des inneren Kreifes eımen Balbbogen nah unten und ne 7 jeder Seite; und wo fich immer zwei Balbbogen ſchneiden, kommt die Spike des dat- überliegender Dreieds hin. Die 12 Srund- limen verbindet ihr dann mit den Schnittpundten der Balbbogen durch gerade Knien, wie ihr dies in der Zeichnung feht So, dann ıft die Sigur des zufünftigen „Wind- rades" fertig. Kun nehmt ihr eime Fräftige Schere, ſtecht in die Mitte der Seichnung ein Loch durch die Pappe und fchneidet run recht fauber die innere Li⸗ nie der Drei» ede aus, (Iſt die Pappe zu ſtark, nimmt man lieber ein ſcharfes Meffer.). Erft wenn das In⸗ nere fertig iſt, fommt der äußere Kreis dran! Nicht umgetehrt. Schließlich werden die 12 Dreiede abwechſelnd von rechts und links an der Grundlinie ein wenig angeribt und nach oben und unten ebenfo wechſelweiſe vom Innenkreis fchräg abgebogen (um etwa 45 Grad). Dann kann der Betrieb losgehen! Freilich: Wind muß fen! Dann nehmt ihr euer Rad aufrecht in die Hand und werft es auf der Strafe dem Winde nach, alfo in der Richtu g, in.die der Wind weht. Das mißlingt erft ein paarmol, aber dann habt ihr’s raus, und follt mal fehen, wie euch das Windrad davonläuft! Ihr Pönnt nicht fo fchnell hinterher! Wetten? Baht ihr Buntftifte oder einen Coſchbaſten, fo könnt ihr das Windrad auch hübſch bunt an» tufchen, dann Sieht es noch ſchöner aus, Bei größeren Windrädern fann man auch eine leichte Schelle oder Beine Klingel in die leere Mitte hängen u. dgl. mei. Derjucdt’s mal und erfindet dazu noh was Neves! Sch.

Page 15

Xnmmer 2 Seite 39 Briefkafter- Bernd Sifcher, Ultenabr: Heil, mein Junge, alter Spiel» und Sportfamerad! Da find wir wieder, und wir hoffen, du tuft wieder eifrig mit. Inzwiſchen bift du ja herangewachſen, jo daß du nun den jungen Sreunden des „Kleinen Coco” vorbildlih dienen kannſt. VNochmal Beil!“ Hretel Schmidt, Mannheim: Ja, fiehft du, das haben wir ertra fo eingerichtet, daß alle Kinder fih in den Befig des „Kleinen Loco“ fegen fönnen. Man braucht nur dahin zu gehen, wo man die feine „Rahme butteraleih“ kauft, und ſchon hat man die Ichöne Kinderzeitjchrift. Sehr einfach, nicht wahr? Diele Grüße! Ottilie Schulze, Koblenz: Du fragit, ob wir raten fönnen, was du deiner lieben Mutter zum Geburtstag fchenfen follft. Da diefer Ichöne Tag noch nicht fo ganz nahe ift, werden mir eine Ichöne Bandarbeitsporlage im „Kleinen Coco“ bringen, die dir und deiner Mutter Sreude machen wird Schreibe uns einmal, ob dem fo iſt. Ella Binder, Hagen: Jawohl, mein Kind, es ftimmt, wie du fiehft Der „Kleine Coco* ift wieder da! Und in allen Gefchäften, in denen du die koftbare „Rahma“ erhälft, befommft du au ELTTTLTELTTELTELELTELTERLELLERRRRERFELTITTITTEELELELLTEETE E £ E H | euere Kinderzeitung. Das fannft du allen deinen $reundinnen verfünden. Berzensgruß! Bans Beder, Eüdenfcheid: Ja, du haft recht, die Jubelbriefe über das Wiedererfcheinen des „Kleinen Coco“ fliegen uns aus allen Windrichtun» gen zu. Diele ehemalige, inzwifchen herange- wachfene $reunde von ihm find unter den Schreir bern. Und das ift uns der jchönfte Dank. Schönfte Brüße! Sretel Eifler, Altenfirhen: Du mußt dir nichts daraus machen, liebes Kind, wenn Nach— bars Lieschen neidifch auf deine neue Geburts» tagspuppe ift. Wer mißgünjtig iſt, erleidet fchon in fich feine Strafe. Hüte du dich nur vor dieſer böten Eigenfhaft, denn der Neid ift die Wurzel alles Übels. Auf das verſprochene Gedichtchen find wir ſehr neugierig. Erich Schneider, Hagen: für dich, der du ja ein rechter, echter Wandervogel zu fein fcheinft, haben wir eine Überrafchurg in petto, die ebenfo lehrreich als freudebringend ift. Kies nur, was der „Kleine Loco" unterdeffen in dem jchönen Aufſatz „Dom QWuellenwandern“ erzählt, und dann ſchreibe uns einmal, welche Steuden er dir erſchloß ——— pünktlicher Empfang der Nummern. Es ift von großer Wichtigfeit für euch alle, dafür zu forgen, dag ihr fämtliche Hummern unferer Zeitung ohne Ausnahme regelmäßig erhaltet, Seid alſo auf der Aut und ftellt euch alle 14 Tage pünftlih beim Kaufmann ein, damit diefer euch die neuerjihienene Nummer jeweils koſtenlos beim Einkauf der „Rakma buttergleich“ überläßt. In allen Kolonialwarenshefchäften ift die Zei— tung „Der fleine Coco“ und die berühmte „Rahma buttergleich“ zu haben. Solltet ikr einen Laden antreffen, bei dem dies nicht zutrifft, dann gebet uns Nachricht, LLLLLSIIERTEEFETTTEPELTETEPLTELELTELETELLEEFILTEETTETTT Sasıza, BONBRRRBARDIRZERDELUUBEBEBERDGBSSENLERUBEBEOGEHNEREN

Page 16

Seite 40 Der lleine &sco Uummer 3 Kurzweil Bilderrätſel. Rätfel. KugelsKotterie, ı. € ſprach zu ihr: spe = Ein fehr intereffantes und Gibt du von dir ‚ doch überaus einfaches Die letzten drei der Zeichen Spiell mir, — werd’icheine Blume fein, — ven — aber —— fein. ein Dugend Tonkugeln lie- k; re ft wol nicht gen verbinden einem der Br — Sp :ler mit einem Caſchen⸗ Wie heißetfie? Die heißeter? abe die Augen und geben 2. Wir find zwölf Brüder ihm eine Kaffeetaffe (mit und wandern der Öffnung nady unten) in Einer ftets hinter dem die rechte Hand. Der Spiel- andern; leiter hat inzwifchen fein Wir find nit alle von Notizbuch herbeigeholt und gleicher $igur, ——— — eine Seite herunter ſovie— Der zweite hat die le Kolonnen gemacht, als kleinſte Statur. | Spieler anwefend find. Wir fommen im £eben u un geht’s los. Der, dem dir oft vor Geficht, die Augen verbunden Kun fage, ob du uns find, muß fiebenmal hin fennit oder nicht. tereinander die Kaffee» taffe auf die Tifchplatte - | drüden. Hierbei wird feft- gejtellt, wievielKugeln er j dabeı mit der Caſſe zu- dedte. Angenommen, er hätte im ganzen Öret Kugeln „gededt“, fo wird in die betreffende == Nubrif eine 3 gefchtier ben. Darauf kommt 3. Mein Erftes ein weißes Kleidchen hat, Domßweiten gibt vieles in Dorf und Stadt, Das Ganze, von Kinder» hand wird es erbaut, Babt fiher audy ihr ſchon oftmals geihaut: 4. Wir find viel weiße Dögelein . der rechte Nachbar dran Und fliegen zur Erde und fo fort, bis diejes nieder; “ i Spiel dreimal um den Dir brauchen nicht Speife —— — # Ring gegangen iſt. wir brauchen nit sem St * =. Aulet . werden die Trank, Wo iſt die Waldfee? „Treffer“ addiert. um Kommt der Xenz, fo verfchwinden wir wieder. teitzuftellen, wer gewonnen hat. uUu,p. Auflöfungen aus Nr. ı. Sudftabenrätjel: Kind, Kind, Sılderrätfel ı: Diel Wein trinten macht ; damm. l d ı Re ber. Fi RN pa er — Bilderräthel 2: Wer gerne borgt, bezahlt Rätſel: Speſen, Speiſen. nicht gern. Ber ewas mirzuieilen bat, ſchreide an die Mdrefle: „Der Meine Coco“, God (Mill.