Kleine Coco J8 N15
The text was read from the page scans by machine (OCR), so it has mistakes and its columns may run together. See the pages · About this title · At the Internet Archive
Page 1
Ertſtheint ce 14 Tage: N ! muni — N nt. alle 14 Tage. isvolt REN =. — ————— Bo Ü * — N von Anna Blum-Erh ardz rei wunderfhöne Brinzeflin- nen wohnten nah am Meer im Königsſchloß. Niemand 1: ihnen etwas zuleide und Liebesetfuhren fieinMenge, Dawaren Vater undMutter, die gar gut mit ihnen waren. und taten, was fie ihnen an den Augen ab- jehen fonnten. Da war der freundliche Magifter, der fie unterrichtete und oft ein Auge zudrüdte, wenn innen die Somie und das Herumfpringen im Freien beifer gefiel als die Weisheit der Bücher. Und da war die Sonne ſelbſt, die ſich beeilte,
Page 2
Dxr lei über die grauen Felſen gu fleigen aus keinem anderen Grunde, als um zu den ſchönen Rindern ins Zimmer zu guden, Goldfäden aus ihrem Haar zu ſpinnen und ihnen den Weg zu den Lauben und zum Turm recht köſtlich zu durchwärmen. Der Turm war der einzige, der ihnen nichts au Sefallen tat. Erentband fie nicht duch fein plögliches Derfinken und Verſchwinden von ihren täglichen Sängen zu ihm und dem Auf- itieg au feiner dunklen Höhe, Ja, täglich muß- ten fie ihm einen Befuch abftatten. Es war ge- wiß nur, um ſiezu argern, daß der König darauf beſtand. Jeder andere Menſch en hätte das ebenfogut rum A! tönen, was fie zu tun dat- | N | ten, nämlich am Abend ein beennendes Licht in feine Luke zu ftellen und am an— deren Morgen Die Zampe friſch auf aufüller ne Vec»® Rummer 13 machen. Aber dann war ihres Bleibens nicht länger. Drüben auf der anderen Seite der Erde wartete man ſchon mit Schmerzen auf fie. Gie dudte fich fchnell hinter Die nächſte Welle und verſchwand ... ihre Geſtalt verfchwand, aber noch nicht zugleich ihre Andenken: 2lbendrot, Burpur- wolten, Meeresleuchten ... ° Die Prinzeſſinnen zündeten eilig, um nichts davon zu verfäumen, Die Lampe in der Turmſtube an, und eine fledte den Blondkopf durch die Luke: „Schöner Abend, diefer Abend!" fagte fie. Die andere fhaute ihr über die Schulter und tief: „Sch feh’, .. ichfeh’, ..!“ und die Driite, Die ſich Des Rinderfpiels erinnerte, das fie oftjelbdrittge- trieben, fiel lachend ein: „Ein Haus, ein Haus, undiwergudt raus?“ „Nein,“ erwider- Wozu braucht 7 7 te die Erſte, „eine der Turm ein Licht? Inſel!“ „Eine ... Niemand wohnte Äh, Inſel ...?“ fchrien darinnen, und von Nr & ; die Schweflern er- Schiffen, die vor- N vJ u A N a N ſtaunt. überfuhren oder hier Naila N a N? „Eine wunderichöne hätten landen wollen, 8 ten mr Unjeli“ hatten weber Alla, noch Ih hl „Bo? Mol — Ulle Zulla, noch Sulla je eine Be ftredte den Finger und wies Spur geſehen. Denn das Nönig- reich lag am Ende der Welt, Die Fiſcher aber bedurften bes Lichtes nicht, weilfie erftmit Sonnenaufgang ihre Nege legten und, fobald es Dämmerte, wieder heimkehrten. Wer in das Reich kam, kam von der LZandfeite ber, über die hoben Felfen, und das gefhah nicht allzuoft, da memand fo leihtfüßig war wie die Sonne, bie in ihren goldenen Schuben täglich emporklomm. „Alp — werum im aller Welt müffen wie... ?% brummelten . bie drei Prinzeſſinnen. „Bſch! Bich!“ machte bie Sonne, Und fie ſtrengte fich erdentlih an, die Gute, aus jedem Stäub- Sen, das auf bem Meg zum Zurm lag, ein Goldiven zu zaubern, in jeden Gran . balm einen Karfunkel zu tropfen und bas alte Gemauer fo betulih wie möglid zu no. wenn der auftat und eine Stimme fie ons Bravfein erinnerte, ferzengerade hinaus aufs Meer, Und da lag wirklich etwas, was fie zuvor nie gefehen: ein fanft« Turſpalt ſich gewölbter dunkler Streifenrag- te um ein weniges aus dem graulichten Waſſer. Kein Bweifel, daß es eine Inſel war! Der Magijter hatte ihnen ja erzählt, wie fih manchmal Riffe hoben und ficht- bar werden, wie neues Land entiteht. Darum follte nicht auch bei ihnen ..? Ob, das wer berrliht Zwiſchen fie und bas Ende der Welt hatte fich wirklich etwas geſchoben. Nicht mehr bloß das übe graue Meer brauchten fie zu betrachten, wenn fie ftille aus dem Fenſter des Schlofles ſchauten. — Ste liefen, was fie konnten — fie hätten ſich faſt überftürzt — bie Stiege herunter, ohne fih wie ſonſt vor Spinnen und
Page 3
Rummer 13 Aſſeln zu graueln, auch der Bohlen hatten fie nicht acht, die fchreiend um das alte Dad flatterten Heim und ins Schloß rannten fie, und eine wollte der andern zuvorkommen. „Ich darf’s erzählen, ich, weil ich’s ent- dedt habe,“ fehrie Ulla außer Atem. Und fie berichtete, Die Mutter lächelte gang glüdlih über ihrer Kinder Glüd, Ad, es war ihnen wohl zu gönnen in det ‚Ode Diefes einfamen Landes, Der Ma- giſter wurde ganz erregt; denn es ftimmte weder mit feinen, noch mit anderer Ge- lehrten Berehnungen. Der König ‚aber tagte; „Nun werdet ihr mit um fo. grö- ßerem Eifer eures Turmamtes walten, wenn ein fp merkwürdiger Anblit von feiner Höhe euch zuteil wird.“ Sulla, Die während feiner Rede ans Fen- fter gelaufen war, fang mit heller Stimme: „Ich Tech’, ich feh’, grüngolden ich ſeh' ..!“ — Und wie ihr die anderen über die Schulter fpäbten, fahen auch fie die Inſel, die mit geüngoldnen Augen dem Feſtland zuge- wendet lag. Ein Munder! Während der erften Wochen nach dieſem Geihehnis wurden fie nicht müde, ihr Wunderland von ferne zu betrachten. ber gar bald wollte ihnen das nicht mehr genügen, Cine Infel, die man nicht bloß pom Turm, fondern auch vom Schloß aus jehen fan, und die bald fchattenhaft grau wie das Meer, bald fchimmernd wie ein Mömwenflügel, und zulegt, ehe man Ichlafen. gebt, mit wunderfamen geüngoldenen Augen bingebettet liegt, zum Greifen nab, und alle riefen ſie: „Rommt, kommt herbei — — folch eine Infel ift ein Magnet.“ Ob man will oder nicht — man muß hinüber. Und die drei Prinzeßlein wollten nichts inniger als das. Wie alle am Strand Geborenen, konnten fie ihwimmen, ohne es gelernt au haben, und waren mit Ebbe und Flut vertraut,- Sicher hätten bie Eltern einem Fiſcher erlaubt, fie unter Aufjiht Des Magifters zur Imfel zu rudern; allem Das war es nicht, wonach ihnen gelüftete, # Sie wünihten zu. ergründen, was es mit, den grüngoldenen Augen der Inſel für eine Bewandtnis hätte,. BRD Dazu Dex kleine €oce Bette Ad fonnten fie keinen Fiſcher und, keinen Magifter gebrauden. So etwas Geheim- nispolles will wie ein Schatz allein, ohne Beugen gehoben fein, und das Davonwiffen _ joll im Herzen wie in einem Käjtchen mwohlverborgen ruhen. Sie warteten aljo einen Tag ab, an dem Vater umd Mutter und der Magifter über Land fuhren und fie fich felbft überlaffen waren, Siwar, die Hofdamen waren noch da und die Bofen und allerlei Beamten und Dienerſchaft des Schloffes; doch Die waren gewiß alle froh, wenn auch fie ein- mal tun durften, was fie wollten, fo daß fie eben nur die Nafe ins Gemad; der Fräulein Königstöchter ftedten, um ihrer Pfliht zu genügen. Was hätten die au anftellen wollen? Ganz ehrbußlich, als dächten fie nur an ihre Puppen und Bücher, ‚Sagen fie zu dritt auf dem Teppich und ſchauten faum auf, wenn wieder der Tür- jpalt ſich auftat und eine Stimme fie ans Dravfein erinrierie. Doc kaum waren Die legten ‚Schritte verhallt, legten fie die Spieljachen beifeite und fchlichen zur Tür und zum Haus hinaus, Am Strand, im Boot, das immer feft verantert Dalag, ver- itedten fie Kleider und Schube und ließen fi denn wie Wildenten ins Waffer fallen, . Eins — zwei — drei — ſchwammen fie dem Siel ihrer Sehnfucht entgegen. Still wie das Meer lag die Infel, In die abendlihe Ruhe des Waſſers brachten bloß die drei munteren Fijchlein Leben und Bewegung. Freilich pochte ihnen ein bischen das Herz, wie allen Rindern, jobald fie etwas unternehmen, was viel- leicht die Eltern nicht erlaubt hätten. Zu— dem, der helle Himmel bewöltte ſich, und die Sonne hatte vergeffen, ihren Er- innerungszauber auf’ die Flut zu legen. Die Augen der Infel hatten ein kaltes Licht, das ſich erhärtete, je näber fie Idwammen. „Du!“ flüfterte Alle. -- „Was it... .“ fragte Tulla. — „Dit dir nicht fonderbar?“ wiſperte Gulla, Ja, es war jeder von ihnen feltiam zu Mute; Denn die Infel, Diegelichte, glich auf einmal gar feiner Infel mehr, Ganz, ganz ‚anders als vom Turm aus fah fie aus. ‚Rein Baum — kein Straub — fein noch
Page 4
Seite 244 Der kleine Even Rummer15 fo winziger Grasplatz in Sicht, Ob es zwar ſchon ziemlich dunkel war, wenn irgend. etwas dort gewachjen wäre, jo hätten lie es, jo nahe wie fie waren, er- fennen müfjen. Mehr noch, nicht mal Geröll und Stein konnten ihre Späber- blide entdeden, woran felbft die winzigite Inſel reich ift. Elfen und Feen, von denen fie geträumt, fchienen auch nicht da zu jein — das war ficher nur ein Fummel- plag für häßliche Gnomen und Zwerge, hun! In dieſem Augenblit börten fie ein kräftiges Klatſchen und Sifhen — ein hoher, hoher Waflerftrahl fprang von der Infel empor und zerjtäubte wie eine Wolke in der Luft. Die Inſel ſchien fich zu be- wegen, zu fliehen, vor ihnen hinwegzueilen, unterzutauchen. Ja, in der Tat, die Infel, nach der fie fo oft voll Verlangen geäugt . batien, fie war plößli nicht mehr da. Niht mehr dat Das Meer, geheure, hatte jie verfchludt. Dor Schreden gelähmt, ftareten die drei Mädchen auf Denielben Fled, . Aber tein noch fo heftiges Schauen zauberte das Eiland wieder ans Licht. Seufzend ſchau— ten die drei fich an und wandten fich dann, von einem Entſchluß bewegt, um. Heim! Nun aber war ihnen ein neues Entfeßen vorbehalten. In dunkle Naht getaucht lag das feſte Land. Dichter Nebel um- fpann fein Ufer. Nun ja, den Strand ſah man nicht, aber. doch gewiß das Licht im Zum, das gute, freundliche Licht aus der Höhe würde ihnen den Weg weiſen. Furchtbare Enttäuſchung! Auch in der Höhe war alles rabenjchwarze Finfternis, „Alla!“ jtöhnte Sulla, und von Tulla drang ein tiefer Seufzer ans Ohr der Schweitern. „Bir haben heut’ vergefjen . . .“ vaunte fie verzweifelt. „Vergeſſen!“ die andern dumpf. Gleihe Schuld traf alle drei. Und nun waren fie weit draußen, in der E£alten, falten Flut, ohne Hilfe, bejitaft von Der eigenen Unterlaſſung. Wie wird der König ſchelten! — Ach, wenn er fchelte! Wenn wir doch den Weg zurüd- fünden, wie gern wollten wir uns fchelten lafjen und beittafen! — „DO, wie bin ich müde", wijperte die eine, „O, wie joll ich das un- wiederholten mid auf dem Waſſer halten bis morgen früh“, rief voll Schmerz die andere. Die Dritte weinte ftill vor ſich hin, und ihre Tränen waren ſalziger vor Herzeleid als das Waſſer des Meeres. Siht Gſch! Ich will euch helfen !“ Hatten fie geträumt? Hatte wirklich jemand Hilfe verfprohen? Und wer? Gab’s in der Waſſeröde eine gute Fee, die armen, verirıten Kindern beiltand, auch wenn fie — — — auch wenn fie un- folgfam gewefen waren? — „Ta, bitte, hilft!“ wimmerten fie. Etwas jehr Kaltes, fo ungefähr wie eine Hundefchnauge, aber noch viel kälter, ftreifte an ihre zum Schwimmen ausgeredten Sehen. Schauernd zogen fie fich zu- jammen. ber jchon breitete ſich das Freinde, Kalte unter ihnen aus, rührte an ihre Körper, machte ihnen die Gänjebaut über den Rüden laufen, bob fie empor, Wer wars? Wer bob? Das waren feine Nirenarme, keine Dogelichwingen waren’s. Diel eher mochte es eine alte Shiffs- plante‘ fein, die durch langes Liegen im Tang feucht und a und glitihig ge- worden wat, „Haltet euch nur feit, fejt an der Stoffe!“ beummte es aus der Tiefe. „Sid, gib, sich,“ das war wieder des Unbekannten Stimme. Und unwilltürlih bafchten fie nah dem rauhen borftigen Ding, das fich aus der Haut des fremden Tieres, wenn es ein Tier war — in die Höhe richtete. Gie griffen danach und bielten ſich feſt. O ſeht, wie folgſam können kleine Mädels ſein, wenn ihre Weisheit ſie verlaſſen hat und ihr Karren aufgefahren iſt! Da hingen ſie nun am Rücken des Weſens, von deſſen Gnade es abhing, ob ſie je wieder in ihr Königreich und an die Bruſt ihrer lieben Eltern zurüdgetragen wurden. Ebenſowohl konnte es fie dort, wo das Meer am tieflten, abwerfen und' verfinten lafjen. Kein Laut wagte fich über ihre blaſſen Lippen, obwohl fie fühlten, daß fie dem. Fremden doch fagen müßten, wohin er fie tragen follte, und daß fie des Königs Töchter waren. Allein fie.gudten blog mit basıgen Augen fi an und horchten auf das feltiame Bruften und
Page 5
Nummer 15 Schrauben. Groß, ungeheuer groß gewiß war das Ping, von dem fie nicht wußten, ob es ein Haus oder ein Schiff oder eine ganze Stadt war; Häufer reden nicht, dachte Ulla. — Schiffe auch nicht, über- legte Sulla. Und Städte? Da ift wohl Lärm, aber feine Stimme, darüber war ih Zulla ar. „Könnte es nicht eine Schnede, eine Riefenfchnede fein?“ meinte Alla. Tulla jeßte den Gedanken fort: „Und Schneden tragen ihr Haus immer mit jih herum!“ — „Ta,“ dachte Sulla, „und deshalb ift’s ein Haus, das reden Fann, weil etwas Lebendiges drinftedt!“ Es war ihnen viel wohler, als fie darüber insreine gefommenmwaren, Sie lächelten fogar ein wenig bei der Bor- ftellung, was der Magiſt r für Au- gen machen würde, wenn jie zu drittaufeiner Schnede ange fahren kamen. Sie ſpitzten fogar — ſpitz 8 — > en Die Lippen, und es hätte nicht viel ge- feblt, jo hätten fie ge- pfiffen. Jedoch der Pfiff erjtarb auf ihrem Mund. Ein klatſchendes, -über- mächtiges Geräufch dicht über ihren Köpfen und eine hohe, hohe MWafjerfäule blies ihnen beinahe das Le- benslicht aus. „Uff!“ fchrien alle drei und fchüttelten fih, über und über naß waren fie ge- worden. — „Ja, uff!“ machte das Un— geheuer, und feine Stimme flo wie Ol aus der Ranne. — „Uff!“ — aber es war bei ihm eitel Moblbehagen. Denen auf feinem Nüden war's nicht fo behaglib zu Mute, troßdem es ihnen dort nicht an Raum gebrach. — Sie ftedten —8 * > 8 — 74 este BRITISCHES Der kleine Coco .. und eine hohe Waſſerſäule blies ihnen beinahe das Lebenslicht aus. 7177717171 ——— — — Nummern „Der & find beinnsgegen@infendung von1o Pf. fin Briefmarfenmzn haben. K Adresse: „Der kleine Coco“, 3 — — Geite 245 die Röpfe zuſammen und wilperten er- regt: „Merkſt da's? Das... Das ift — — unſre Inſel iſt's!“ In dieſem Augenblick ſtieß die Inſel ans Feſtland und ſchnellte ihre Bürde hinüber: „Uff!“ Gerade dem König und der Königin vor die Füße, die mit Opernglas und Fernrohr das weite Waſſer bis ans Ende der Melt abgegudt hatten. Und das Mindliht im Sand, an dem fich der dünne Magijter hielt, damit ihn der Wind nicht fortwehe, beleuchtetz drei vor Näffe und Kälte fait blaugefrorene Körperchen und züngelte voller Mitleid, fie zu erwärmen, . zu ihnen bin. Kinnen Eltern harther— siger als die törichte Flamme fein? Zwar zudte dem König- vater die Hand, die Gelegenheit zur Abftrafung zu benützen; allein die Königin bielt fie mütterlich be- forgt feſt. „Sie find hart genug ge- züchtigt! Was müf- jen fie für Angſt aus- geftanden haben !“ fagte fie und nahm die Süngite auf den Arm. — „Es ift die | Schuld der Infel, daß fie feine Inſel, fondern ein Pottwal it“, meinte der Magifter und widelte Die weite in feinen Mantel. Da blieben, Seiner Majeftät nichts übrig, als mit feiner Alteſten Huckepack zu machen, zudem er eben folche Angft um fie ausgeftanden. „Wißt ihe nun,“ fragte er, als fie in ihren Betten lagen und eine Taffe Flieder- fee getrunfen hatten, „wißt ihr nun, warum ihr jeden Abend die Lampe im. Turm anzünden fplltet?“ da, nun wußten fie’s. — kleine Coco" * F Soc Ahtd) EORRERKRIEKICKEEHCHBRHNCKEREERHEN
Page 6
Selte 248 — Ser Hleine Even Hummer 15 Der Binterfälaf. Bon 9. Frenzy N,» \ di —“ — ln AN ne ML [ R Y BT ge — AAN“ Io —— RD RN 3 ER | Da RER N mi $ Nu Isern, TTS IS * u Quali ſprach auf grüner Wieje: „Höre zu, mein Weibchen Liefe, Langſam wird es doch nun Beil, Halt zum Umzug dich bereit! © berbftelt, abends wird es fühl, Sehne mich nab warmen Pfühl, Minterwobnung mollig fein Soll jetzt die Parole fein, Hei, rief Dips, ſchau' dieſe Zimmer So was findet mar nicht Immer ; Romm nur ſchnell einmal herein, Wirſt gewiß zufrieden fein, Schau' nur, Mutter! — fieh’s dir an, Ras man daraus machen kann! Eine MWinterburg! Hurra! Steht für uns geſchaffen da! Einbanddeden: Und Frau Liefe ſtimmt ibm bei Nichts iſt's mit der Fröftelei, Aufgepadt wird ganz und gar Gad und Bad und Mobiliar! Quali raucht fein Vfeifchen, und Sieht des Wagens Runterbunt, Bis man fam an einen Daum, Der erfüllte Qualis Traum, uno 0 —8B — * AOL N 5 Emfig führt er mit den Wagen Steine, die man nicht kann tragen, Baut die Tür zu, daß ohn’ Sorgen Sicher man it dein geborgen, Durch das Aſtloch läßt ich ziehn Leicht des Ofens Zugkamin! Alle Fenjter find geſchloſſen, Und man mauert unverdroſſen! 99020926000990000009009000090009600909996560090006900909090999099090 Diefe werden wir gegen den Schluß des Jahr: i ganges (25 Nummern) anfertigen laffen und zu einem bifligen Preife liefern. Näheres wird noch bekanntgegeben. 659329009 06009090090099990990009099009096909990%0
Page 7
Nummer 18 Bor Fleine -Ince es en Vor dem lekten Löchlein dann > And in enger Rlaufe liegen Bringt man ein Plakat noch art! Zeils in Betten, teils in Wiegen „Bleib' im Winter bier verſteckt, - Sippe Grünrock — Frau und Marn Bis die Frühlingsfonn’ mich weckt!“ Und was noch an Anhang dran! — Kommt des Wegs Herr Igel und Vater Tieft beim Lampenſchein Seine Frau — die Runigund — ; Gern fein Leibblati, während fein Ruft er: ſchau' doch, ſchau' mal bier Liebes Weibchen hört in Rub, Srünrods ſchon im Froſchquartier. Wie es in der Welt geht zu. Dann ſchläft ein man, weil fehr gut Schnellins Waſſer gebt’s mit Schwung, So ein Winterſchläſchen tut, And mit Hochbegeijterung . Bis der erſte Sonnenſtrahl Bader man im Strahl der Gone, Wärme ſchickt in Berg und Tal, Ach, ift Das wohl eine Monne | Schnell die Fenſter aufgemacht, Quali Grunrock quakt und qualt Hei, wie da die Sonne lacht! Su dem Ropfiprung feinen Tat, Alles jauchzt und tanzt und fchreit, Wieder it der Sommer da! Die Natur ift num fo weit, Fröſche, freut euch! Hipp-hitera! . Siebe Kinder! Mit Wunderbingen vielerlei Nun fragt nicht lang wieſo? warum? Kommt jetzt vom Fips die Nummro Drei, ReuftihlemisftRahme, feid nicht dumm, Die, da wir fie fchen kennen, Ahr Mädchen und ihr Raben. Die „Mundernummer“ nennen ° Fips 3, den mühtibr haben!
Page 8
Seite 248 Der kleine-Eoe». ‚ Nummer 15 Der erjte Bericht. Neine lieben kleinen Freundinnen und Freunde in Deutjchland! Durch meinen Briefwechjel mit meinen Freunden in Goch habt ihr erfahren, daß ich im Jahre 1909 die Seitfchrift, die num nach) einer Unterbrechung von vollen 8 Jahren wieder erfcheint, gegründet hatte, und dei ich im Jahre 1916 mein Amt als Leiter Diefer Zeitſchrift niederlegte, Spzufagen bei Naht ımd Nebel bin ih aus Goc verſchwunden. Aber wenn ich euch ſage, daß es mich mit un- wideritehlicher - weite Meer binausfuhr, wir wußten nicht, wohin. Nach monatelanger Seefahrt ge- tiefen wir in einen furchtbaren Sturm, und der Dampfer erlitt Schiffbrud. Ob - irgend jemand außer mir gerettet ift, weiß ich nit; ich habe von meinen Mitfahrern niemand wiedergefehen. Einen vollen Tag und eine Nat trieb ich auf einer Planke bis ich dann am nächſten Mor- gen am Hori- sont Land ge- wahrte. Ob- Gewalt zurüd- zog in meine Heimat Deutſch -Ditaftita, Die der Krieg ſchwer bedrohte, fo werdet ihr mei-, ne Handlungs- weile verftehen und mich darob nicht ſchelten. Wußte ich doch, daß meine Brüder dort drüben für ihr Vaterland und für die deutfche Sache kämpften! Wie hätte ich R da. ruhig in Deutichland bleiben können, um in gejicherter (Ferne die Nachrichten von ihren Heldentaten zu lefen? Es ijt mir nicht vergönnt gewefen, Das Biel meiner Sehnfucht zu erreichen, Das Schiff wurde von den Engländern auf- gegriffen. Mit allen anderen, Bafjagieren bin ih Dann auf ‚ein englifches Handels- ichiff gebracht worden, das mit uns ins Einen vollen Tag und eine Nacht trieb ich auf emer Planke in den Fluten cs... gleich nöllig er- ſchöpft, glüdte es mit, den Strand zu gc- winnen. Es war eine Inſel, an wel- be das Schid- ſal mich ver- Ichlagen batte, Wie fie beißt, habe ich nie erfahren. Die Eingeborenen hannten fie Mog-mog. Sicher ift nur, daß fie in der unermeßlichen Meite des Stillen Ozeans liegt, abfeits von allen befannten Gruppen und Grüppchen von Infeln, die dieſe endlofe Waſſerwüſte in fich birgt. Ich fand dort Aufnahme bei den Einwohnern, i : NT FR N einem harmlofen, friedlichen Bölkchen, das noch nichts von Kultur weiß und an— ſcheinend noc) nie etwas von weißen Men- en erfahren hat, Sch habe denn auch bier gar nichts erlebt, was des Erzählens wert in den Fluten,
Page 9
Nummer So Der Heine Evco Seite 249 Ein Tag. glich dem anderen, rubig, wäre. gleichförmig, ungeftört. Mit den. Ein- geborenen bebaute ich mein Stüdcden .Land und gewann jo meinen Lebens- unterhalt. Ein wenig Fifchfang, bin und wieder eine Heine Jagd mit Pfeil und Bogen gab der täglichen Nahrung etwas Abwechfelung. Daß es mir bier ganz un- möglich war, meinen alten Bekannten in Deutfchland ein Lebenszeichen zukommen zu laffen, werdet ihr begreifen. Aber ihr werdet es mir auch nachfühlen fünnen, wie ſehr ich mich in dem furditbaren Einer- lei diefes armfeligen änfellebens danach jebnte, in die große Welt, an die ich num einmal gewöhnt war, zurüdzufehren. Täg- lich ging ich an den Strand und fpäbte auf das Meer hinaus in der Hoffnung, einmal einen vorüberfabrenden Dampfer zu er- bliden und ibm Seichen-zu geben. Pie Infel war Hein, und ich fuchte mir zu dieſen Beobachtungen einen abjeits gelegenen Punkt aus, wo die Eingeborenen mid nicht jeben fonnten. Denn ich wollte fie nicht wiſſen laffen, daß es mich verlangte, lie insgebeim zu verlaſſen. , Ein Tag folgte dem anderen, ein Monat dem anderen; die Monate wurden zu Iahren. Ich verlor den Begriff der Zeit, denn das kleine Inſelvölkchen war es nicht gewohnt, das Jahr nach Tagen und Monden zu zählen. Und immer wieder zeigte ſich ir das Meer in der gleichen furchtbaren Deere und Öde. Rein Segel, fein Schorn— ftein tauchte in der unendlichen Ferne auf. Mein einfames Eiland lag offenbar weit ab von jegliben Verkehrsſtraßen des Ozeans. Mie foll ich die Verzweiflung befchreibenv die fich meiner bemächtigte,- als ich Die Hoffnung auf Erlöfung von Tag zu Tag getäuſcht ſah. Ich fürchtete, wahnfinnig zu werden. Um meinem Geijt ein.wenig Be— fchäftigung zu geben, fing ich an, den Ein- geborenen von den weisen Menfchen und ihren Ländern zu erzählen, und verfuchte, ihnen einen Begriff vom Lefen, Schreiben und Nechnen zu geben. Aber fie ſahen mich mit verfländnisipfen Augen an, und fchließ- lich war es gar, als ob fie Argwohn oder gar Furcht vor mir hegten. Meine Morte ftörten fie in. der Trägheit ihres balb- tierifchen Dafeins; fie meinten am Ende, ih fei ein Weſen, das der Gott, den jie anbeteten, zur Strafe für irgendwelde Mifjetat mit Blödfinn gefchlagen babe. Sch gab daher diefe Verfuche auf und war nun wieder in das tödliche Einerlei des jtumpffinnigften Hinlebens zurüd- geworfen. Der Heine Bezirk, auf den. ich befchräntt war, bot mir nicht Die geringite Abwechielung mehr, Es war nur ein wenige Rilpmeter in der Breite mejjender Zandgürtel, der, mit Pflanzen bewachſen, fih rings um die Inſel ausdehnte, Die Mitte beftand aus bochragenden, ftarren Felſen, auf deren Spiten kein Weg bin- aufführte. Die Eingeborenen hatten fie nie beftiegen; nach ihrem Glauben war dort oben in der fehwindelnden Höhe der Sitz der Gottheit und der Tummelplas böfer Dämonen, Allmäblich verlor ich Die Suft au aller : Arbeit, der Trübfinn nahm mich völlig ge-- fangen, ich verfiel in Fieber und lag krank und apatbifch da, zu matt zum Leben und doch noch zu kräftig zum Sterben, Pie Eingeborenen pflegten mid, jo gut fie es veritanden, aber ich merkte mehr und mehr, daß fie eine gemwilfe Scheu vor mir emp- fanden und das (Fremde an mir fie immer mebr von mir zurüdfchredte. Ich hatte mir mit der Seit natürlich ihre unbebolfene Sprache ganz zu eigen gemacht; aber in meinen Fieberphantaſien mag ich ja wohl bald Beutich, bald enalitß, gefprochen haben, und diefe unbetannten Laute flößten den armen Wilden vollends die Überzeugung ein, daß ich irrfinnig fein müſſe. - Als ich nach langer Seit wiederhergeftellt war, taffte ich mich auf und ging abermals täglich zu meinem Ausguck am Strande. Von einigen zugängliden Vorſprüngen der Berge hätte ich freilich das Meer viel weiter und beſſer überſehen können, aber die Entfernung bis zum Strande war doch zu groß, und ich fürchtete, das Ufer, wenn ein. Schiff nahe berangelommen wäre, nicht rechtzeitig erreichen zu können. (Fortfegung folgt.)
Page 10
Seite 250 Der tleine Coco Rummer. 18 ETET TE BEER BEER RER BEERERBSBRTBRLERTER ER BEIDES ERST ERERIBETEETRSCBEGERN ET ETBEETERTERIBE BR ERTESISBETRTDREFEERTERDEU ER ER ERSTER RER FEBRERBE EHRE BT KERIKER TERN RN absterabestsehssbsehsntsshagsteeensheehalsti —— es gäbe ein Verschen, das hieße: Wenn du meinſt, du haft en, Hippt er aus dem Raften! aber ich wäre extra aus dem meinen berausgebippt, um ihr durch dich eine höchſt wichtige Mitteilung machen zu laſſen, nämlih die, dab fowohl die Harfamften Hausfrauen als die herrihaftlichiten Köchinnen fi darin einig feien, daf nur die Margarine „Rahma buttergleich“ alle Vorzüge einer Molterei- butter in ficb vereinigt und nur halb fo teuer.ift, Aber aufpaſſen foll dein Mütterlein beim Eintauf der. „Rahma“, deren Padung auf Blauen Schleifen zweimal ihren Namen trägt. Und dir möge fie die herrliche Rinderzeitung, den „Kleinen: Coco“ den man ganz und gar ohne Geld mit betommt, wo man bie, „Rahma buttergleich“ kauft, mitbringen, So, nun. erheb dich, und lauf fo raſch wie das Karnidel neben dir, das zugehört hat und num feiner Mutter ebenfalls meine wichtige Mitteilung zuträgt. BERN EIER ERBETEN BRNTETTERTEELDETEE BE 5 — — BRRRAN N * N Er: KRRERRBBRERRERREEREEERKNRERRIN ————— ff
Page 11
* er Unterhaltung und Beichrung Die Flüfterbrüde. Von P. G, Münd. J — J Serte251 — In Plauen im Vogtland iſt eine Stein- Der Brückenbogen bildet nahezu eine halbe prüde, die in einem einzigen Bogen das Spratal überjpannt, Ihre Spannweite ift 90 m, umd fie foll | zu den weiteitgeipann- ten Bogenbrüden der Melt gehören. Pas it immerhin icon et- was, aber doc nichts jo Beſonderes. Sie bat aber noch eine Eigentümlichteit.Ibenn | fih nämlich zwei Werſonen unter ber Prüde an den Enden des Bogens, das Ge— fiht der Wölbung zur gekehrt, aufitellen, dann können fie jih im ge- wöhnlichen Geſprächs- ton über die Int» fernung von 90 m weg bequem unterhalten, ohne daß die Daymwifchenitehenden etwas dapon verftehen, Wie ift das möglich? Die geheimnisvolle Brüde über das Syra⸗Kal in Dlauen & B. Ellipfe, Wernun von euch ſchon Geometrie gehabt bat, wird, wijfen, dab die Ellipfe zwei Brennpunkte hat. Und jeder Schall 7 \ftrabl, der von dem einen Brennpunlfte ausgebt, wird zum anderen zurückgewor— ‚fen, wie das Bil — zeigt. Das ganze Ge— beimnis beitebi alſo nur darin, dab ſich jeder der beiden - Freunde in der Nähe eines Brennpunktes aufftelli. Solche merk⸗ würbige Flüfterge- wölbe gibt es noch An den Brennpunkten (B) ſtehende Berfonen mehrere. Das älteſte verftändigen ſich flüfternd über SO m hinweg. patte wohl der Tyrann Dionyſius, der auf dieſe Weiſe Ge— präche verdächtigerHöflinge belauſcht haben ſoll. Man nannte es das Ohr des Dionyſius. gg NUR = = MU Ein neues Preisausfhreiben gelangt in der Nummer 16 zur Deröffentlihung. Rinder, fordert diefe Nummiet, die auch fonft reichhaltig ausgeftattet iſt, beim Einkauf von „Rabtna buttergleich", _ Nas Ergebnig des PDalwettftreitg '„Hänfels und Gretels Weihnachtstraum“ werden wir in ber Nummer %7 betanntgeben können, LUD
Page 12
Seive 252 DIS EN Sic Nummer 15 Fü v die Mädchen arme geflrictte Morgenſchuhe. — euch dieſe Beſchreibung recht ordent- immer rechts hin und her, ſo daß ihr alſo lich durch; denn dann könnt ihr etwas ſehr 20 mal die Nadeln wechſelt. (Figur 1.) Schönes lernen, was ihr eurem kleinen Nun verteilt ihr die 48 Mafchen auf Schwefterchen ar- x 3 Nadeln, alfo auf jede Nadel 16 Na- beiten fönnt. Ich a,'den. Die lebte Nadel will euch 7 beſchreiben, wie. ihr ihön: warme #9 Marfgeu . ſtrickt ihe wieder zurüd und Morgenfchube ganz leicht ſelbſt an- den auf der mittelften Na- fertigen könnt. del 26 mal immer rechts hin und ber, jo Ihr gebraucht zu diefer Arbeit ein Paar daß ihr alio 52 mal die Nadel wechtelt. recht dide Filz- (Figur 2.) ſohlen, Die ihr Die 16 Mafchen der Mel —, N uf legten Sour ver- f teilt ihr auf 2 Na- ‚ bein fo, daß 8 auf jeder Nadel find, und ftridt dann in der gleichen Rich- tung .auf einer Seite die 25 Rand- maſchen der vorher geftridten Zunge = ——— n jedem Po— —— ſamentierladen kaufen könnt. Meßt alſo zunächſt die Länge des Fu— ßes eurer Schweſter und fauft dann eine Sohle, die um 3 Sentimeter länger it. Außerdem ———— 46 Tauern gebraucht ihr etwa EURE 506ramm —2 — farbige Strickwolle für den Schuh = X und einen Reft andersfarbige Molle 2 für Rändchen und Puſchel. Am hübſcheſten fieht es aus, wenn ihr einen hellen Schuh mit einem duntleren Rändchen arbeitet. Ihr legt 48 Mafchen auf eine Nadel und iteidt dann mit einer zweiten Nadel 10 mal
Page 13
Rummer 15 Der Eleine Evc» Seite 255 dazu, Das Aufnehmen der Randmajchen macht ihr ſo, wie ihr es beim Hadenftriden gelernt habt. Hu beiden Seiten der Zunge hängen nun noch 2 Nadeln mit je 16 Maſchen. ; Auf genommen, nur die 4 in der Mitte. der Schuhzunge liegenden bleiben ſtehen. Pie ‚aufgenommenen Mafchen verteilt man. am beiten auf 5 Nadeln. und ftridt dann mit der andern Farbe 11 mal immer rechts bin und her und majcht dann ab. Damit der Geite, auf der ihr die Nandmafchen aufgenommen babt, nehmt ihr nun Die 16 Mafchen der hängengebliebenen Machen dazu, wendet um und fteidt diefelbe Nadel wieder zurück. Dann ftridt ihr die 8 Mafchen der zweiten Nadel ab, nehmt die 25 Randmafchen der andern Seite und die 16 Machen der andern bängen- gebliebenen Nadel binzu, wendet um, fteidt über beide Nadeln 5 mal immer rechts hin und her und mafcht das Ganze ab. Seite » und b werden von links über- wendlich zujammengenäht. Dann werden die oberen Randmaſchen rundherum auf- it der gejtridte Zeil des Schuhes fertig. An die Außenfeite des Rändchens werden Heine Öfen genäht, duch die man eine Schnur in der Farbe des Schuhs zieht. Zur Verzierung jebt ihr vorne auf den Schuh eine Puſchel aus MWollfäden oder bringt einige Bierftihe auf dem Nand der Schuhzunge an. “ Zum Schluß wird der geftridte Schuh auf der Filzſohle feſtgenäht — und fertig ist das ſchönſte Geſchenk, und Schweſterchen braucht keine kalten Füße mehr zu haben! 2 —VEEE Has „Coco“⸗Märchen. Dem Heinen Michelchen, der Daus, Schlüpft's Hemdchen aus dem Höschen raus Dor Neugier, voller Freuden, Das Elefäntchen fteht dabei Und denkt verwundert fehr: ei, ei, Das foll das wohl bedeuten? Der Waldinann, dem die Rute fteigt, Der Waldmann weiß Darum, und ſchweigt, Um’s Gretel nicht zu flören; ‚Man kann Schon feit ner Diertelftund’ Aus feinem Kleinen Rirfchenmund Das ſchönſte Märchen hören, „Der Heine Coco“ ift getauft Das Blatt, wo’s drin ſteht; nicht gekauft, Geſchenkt ift’s Gretel worden, Nun geht und holt's euch auch gefhwind, - Ihr kriegt’s, wo man die „Nahma“ find’t, Und Die gibt's allerorten! — οO*αο*αανO F ANA
Page 14
Seite 259 Der Kleine &oves Rummer 19 Prabtiche Winle. Zitronenſaft aufzubewahren. Ganze Zitronen ko nſerviert man am beiten und einfachſten, indem man fie in rohem Reis verfentt. Alngefehnittene Sittonen legt man mit der Echnittflähe in eine kleine Schale voll Eſſig, in welchem fie fih mebrere Tage unverändert erhalten, — Bitronenfaft muß ' man luftdicht verfchliegen, um ihn vor dem Ver— derben zu ſchützen. Ser ausgeprekte Saft wird in Eleine Glasflafchen gefüllt, die gut verkorkt und verjiegelt und im Mafferbade ger tocht werden, Es it vorteilhaft, recht Eleine Flar fchen auszuwäh— len, da die einmal geöffneten ſich nicht lange halten, Seide weaffer- Dicht zu machen (imprügnieren). Bu dieſem Zweck legt man die Sei— de in eſſigfaure Tonerde, in Der fie gut durchzie⸗ ben muß. Dann hängt man fie, ob» ne fie auszudrüf- fen, zum: Trod- nen auf und wiederholt das: Verfahren mehrere Male, Zum Schluß muß Die Seide, noch nicht ganz troden, gerolit u. nachher weiter getrocknet werden, ns Bei Brand wunden beftreiche man die verleiten Stellen mit einer Miſchung von Leinöl und Kalf- waffer. In feiner Saushaltung follte diefes Mittel fehlen, Für 20 Bfg. befemmt man es in jeder Drogerie, \ Bei Atemnot tauche man Hände und Unter- arme in heißes Waffer, enges die Mutter Koch: und Bad-Rezehte, Sonntagskuchen. Sutaten: 1 Dfund Mehl, 1 €, 4 Pfund „Nabma buttergleich“, 1 Bad- pulver, 4 Pfund Buder, Schale einer Sitrone, 113 Taſſen Milh. gubereitungs Die „Nab- ma buttergleich“ rührt man ſämig, gibt das Gi und den Buder und abwechjelnd Mil und Mehl binzu, bis ein Teig entſteht, der did vom Löffel fließt, fügt Sitronenfchale u. Badpulver hinzu u. badt in gefetteter Form 114 Stunde bei Mittelhige, Griesklöße. Bu- taten:% Dfund Sries, % Liter Milch, Lit. Waf- ter, 1 gefchlagenes Ei, % Teelöffel Sal, 2 Eplöffel „Rahma butter- gleih“, 1 Brife Musfatnuß. 3 u- bereitung: Milch, Waſſer, Salz und „Rah— ma“ auffochen, : den Gries hinein- . freuten und auf dem Feuer ab- baden, dann das Ei unterrühren u. mit angefeuch- tetem Löffel Klöße abjtechen, die man in Galzwal- : fer im offenen Topf kocht bis fie oben ſchwimmen. Rarioffelgullefh, Zutaten: 50 Gramm „Rahma buttergleich“, % Ehlöffel Salz, eine fein- ‚gehadte ABmwiebel, % ZXorbeerblatt, 3 Bfeffer- körner, 5 Pimentkörner, 1 Mefferfpise geit. weißen Pfeffer, 5 Pfund Beine Rartoffel-in der Schale gekocht und gepelk. Subereitungs Zwiebel in „Rahme buttergleich“ hellbraun ſchwitzen, % Liter Waffer hinzugeben fowie alle Gewürze auftochen lafjen, die Kartoffeln hinein- tun und 10 Ninuten darin ziehen laffen, Pa a Ya 5 Dad und A zepte für die Oft Te b ack⸗ un och⸗Rezepte Für die Dfterfeitzeit & * * ge a 5 werden in der Nummer 16 veröffentlicht, 2 ; — N N NZZ — —— — SLASLAN BIATSLARLENSEIANDLZN * 8 Sl
Page 15
Mummer 13 Der tiefine Coco Fi Herbert Bornad, Dresden, Wir freuen uns, daß „Der Keine Coco“ Dir bereits mit fportlichen Anregungen diente. Das wird er gewiß oft tun. ‚Nun möchteft du die Bedeutung des Hakenkreuzes kennen lernen. Es ftammt aus dem zweiten vor- chriftlichen Sahrhundert, und wurde zur Abwen⸗ dung von böfen Geiftern und allerlei Ungemach angewendet. Bei den Germanen war es das Beichen des Auferftehens, das Symbol der Quelle allen Lichtes und der Wärme, der Sonne, Wir freuen uns, Die Auskunft geben zu können, und grüßen dich! Lina Kißzner, Wernigerobe, Nein, lebes Mä- delchen, du bijt nicht unbeicheiden, wenn bu. einige Fragen tuſt. Das haben wir fehr gerne, Es iſt auch ganz felbfiverftändfich, wenn du Dir wünfcheit, für deine Auflöfung etwas zu gewin- nen. Hoffentlich ift es gefhehen! Na, und wenn es wirklich diesmal nichts damit geworden fein follte, fo kommen ja noch viele ſchöne Breisauf- gaben. Nur den Kopf nicht hängen laffen, denn dem Nutigen winkt das Glüd, . Sonne Eſch aus Efien-Rellingbaufen. Du glaubt gar nicht, liebes Rind, wie fehr reich wir uns für unfere Mühe um ben „Kleinen Coco“ durch die unendlich vielen Dantesbriefchen belohnt fühlen, Auch deine Anerkennung bat uns wohl getan, Sammle nur fleißig weiter, dann be- fommft du ein wunderjchönes Buch vom „Epco“ zufammen, zu dem wir eine ſchöne Einbanddede liefern, Lies nur das Nähere darüber in deiner geliebten Kinderzeitſchrift. Sei gegrüßt! Leni Krauſe. Mo? Das ift ſchön, daß bie unſere feine Rahma genau fo gut wie Molterei- butter.fchmedt. Das kann auch gar nicht anders fein. Alſo zwiihen einem Fahrrad und einem Klavier ſchwanken deine ne Weißt du, bei deiner Jugend können alle beide noch in Erfüllung geben. Und: noc viele andere ſchöne Wunſche dazu so alfo die Hoffnung nie finten, Heine Leni! Und laß did grüßen! ” alya DAN Briefkasten | A. 3, Rhld. Liebe, Heine Freundin, Du feheinft ein ſehr liebes, tapferes Mädelchen zu fein, deſſen Wunſch wir der Glüdsgöttin ganz befonders ans Herz gelegt haben, Aber fei nicht traurig, wenn fle es vergäße, dann geſchieht es ein anderes Mal gewiß. Und laſſe auch den Mut nicht finfen, wenn dir die Sonne der Jugend nicht immer ſo hell. fcheint, wie du, und wir mit Dir, es gerne hätten. Auch das wird einmal anders, denn alles iſt dem Wechfel unterworfen, @ei uns vielmal herzlichft gegrüßt! Marie Elm, Niederrad. Inzwiſchen Haft du . wohl bemerit, dab dein Wunſch, in recht vielen Geſchäften unfere köſtliche Rahma und ben wunderihönen „Rleinen Com“ erhalten zu tönnen, längſt in Erfüllung gegangen iſt. Du brauchft alfo nicht mebr fo weit zu laufen, um in beider Beſitz zu gelangen. Darüber freuen mir uns mit Dir. Elfe RIü Le berg, Elifabeth Marmel, Wenden. ber hört mal, ihr beiden kleinen Mädels, vor euch könnte es einem ja beinahe angit und bange werden. Wir haben aber feine Furcht, wenn ihr uns auch noch fo fehr droht. Das Glüt, liebe Rinder, läßt ſich nicht erzwingen, nicht durch Gewalt herbeiführen. Das werdet ihr noch oft im Seben erfahren müffen. Und damit Got befohlen für heute. An Das Inftige ‚Viermädelkränzchen“, Frie- denau. Da fühlt jih aber „Der kleine Cocn“ fehr gefehmeichelt, wenn ihm gleich auf einmal vier fo luftige Mädels die Freundfchaft anbieten, Zopp, es gilt! Auf Handfchlag, und wenn’s fein muß: auf. Rampf mit Zeberwürften, aber nur nicht mit „geträntten“, denn davon find mir keine Freunde. Dielleiht Haft du Diesmal „Schwein“ warum fagft du nicht Glüd) bei der Preisvertei- ng gehabt? Und wenn nicht, es kommen ja noch fo viele Gelegenheiten, etwas Schönes durch den „Kleinen Coco“ gewinnen zu können. Alſo Slüd auf zu neuem Wagen dir. sind deinen Freun⸗ dinnen, dem ganzen, lieben „Biermädeltreiänzchen“, NRRRRRRRRFERZAREITEIRURERNEÜRBRNNENET Der Runftdrud „Märchenwald“ it vergriffen! en Darauf IF Ba X AAN fönnen wir nicht mehr ausführen. ETKETETSET ET ESTRSTIET ET —XXXV
Page 16
Seite 256 Das Taſt- oder Grabbelfpiel. In ein Sädchen von unduchfichtigem Der kleine Coco Allerlei zur Unterhalt. b. Kindergefellichaften. Rumer 15 —* Yant für eingeſandte Anſichts und Käünſtlerkarten. Albert Beiske, Angelmadde; Loni Huth- Stoff werden verſchiedene Bohnen geſtekt mann, Hannover; Heinz Frank, Dort— und zwar von den®verjchiedenen Sorten, mund; Gertrud Riemer, Stolp; Anny ſchwarze, weißc, gel- r Förster, Eſſen; Hans be, braune vder ge- Suchbild Scharfſcheer, Nort ſprenkelte je 6—12, Jeder der Mit- ipielee wählt ſich eine beftimmte Sorte. Nun wird das Säckchen unter dem Tiſch der Reihen— folge weitergereicht. Deder ſucht, ohne hineinzuſchauen, die für ihn beſtimmte Sorte aus. Nicht paf- jende werden zurüd- gelegt und das Gäd- beim; Wilh. Stihun- ke, Pößneck; Käthe. Thomſon, Hanetau; Martin Solfe Berlin OÖ; Hilde Röllmann, Halle; Wilhelm Schasger, Detmold; Elfriede Brakmann, Hannover; Willn Mees, Winneken— dont; Erna Tick, Cronenberg; Lilly Rlatten, Bremen; Adolf Hardika, Bay— reuth; Irma Haald, chen weitergereicht. Derjenige, der zuerſt ſeine Bohnen alle gefunden hat, iſt Sieger und holt ſich den für das Spiel ausgeſetzten Preis. Berühmte Leute von einft und jet. Eine beliebige Anzahl Mitipieler nebmen im Rreife Bla Einer wirft feinem Gegen- über ein Taſchentuch zu mit der Frage: „Ver war Kolumbus?“ Die Antwort wäre: „Der Entdeder Amerikas.“ Oder: „Was ift von Hindenburg?“ ls Antwort füme: „Oenetalfeldmarfchall im großen Weltkriege.“ Für jede nicht beantwortete Frage ijt ein Pfand zu geben. 9m, Da kommt mein Mädel angejprungen. — Wo denn nur? > Heide; Maria Rem- linger, Lobberich; Herbert Köneke, Nordhauſen; Kurt Rokal, Dortmund; Otto Rokal, Dortmund; Karl Göke, Pader born; Maria Krie, Braunſchweig; Martha Bertram, Düſſeldorf; Gerhard Hermann, Kötzſchenbroda; Herm. Lange, Hanerau; Erna Henn, Oſterfeld; Luiſe von Regen— mortel, Holshauſen; Kurt Büttner, Böhned; - Charl. Seuthe, Hohenlimburg; Wilhelmine Groll, Barop. Auflöfung des Bilderrätfeld ang Nummer14. : Edel fein ift gar viel mehr, als adligwon den Eltern ber. Wer etwas milzutellen bat, ſchreibe an die Abreffe: „Der tleine E0cH”, God (Abld.r