# Pixelkino #21: Robocop

An episode of [Stay Forever - Retrogames & Technik](https://invisiblenetwork.ai/podcast/461077931), 7 Oct 2024, 1 h 18 min.

Audio: https://audio.podigee-cdn.net/1621718-m-e999e3e8ce13d0326b6b9df2503379c3.mp3?source=feed

Mit H. Lenhardt und C. Genzel Pixelkino ist ein seit 2023 laufender Podcast von und mit Heinrich Lenhardt und Christian Genzel. Das Thema einer jeden Folge ist immer ein bekannter Film und die dazugehörige Spielumsetzung oder andersherum – bekanntes Spiel und dazugehörige Filmumsetzung. Der Reiz liegt im Vergleich der beiden Medien; wie wurde das Quellmaterial jeweils umgesetzt, wie gut gelang der Transfer? Dazu gibt es von den beiden Experten ausführliche, kenntnisreiche Herleitungen der Entstehungsgeschichten und Einordnungen der Bedeutung fürs jeweilige Medium. Zwei Staffeln sind bisher erschienen, mit Staffel 3 wechselt das **Pixelkino **für mindestens eine Staffel ins Stay-Forever-Portfolio und wird exklusiv zweimonatlich für unsere Unterstützer und Unterstützerinnen auf Patreon/Steady ausgestrahlt. Das ist immer neues Material, keine Wiederveröffentlichung bisheriger Folgen. Diese Folge hier, zu Robocop, ist ausnahmsweise im offenen Feed für alle. Viel Spaß damit! Podcast-Credits: Sprecher: Heinrich Lenhardt, Christian Genzel Audiobearbeitung: Heinrich Lenhardt, Christian Schmidt Podcast-Cover: Johannes DuBois

## Transcript

[0:00] Gunnar: Hallo, liebe Hörerinnen und Hörer, hier ist Gunnar, aber ihr werdet nicht mich
[0:05] Gunnar: in dieser Folge hören und auch nicht den Christian oder den Fabian.
[0:09] Gunnar: Ihr werdet Christian Genzel hören und Heinrich Lennart.
[0:14] Gunnar: Das sind nämlich die Experten für Film und Spiel, die diesen Pixel-Kino-Podcast bestreiten werden.
[0:21] Chris: Hallo und hier ist auch noch Christian und ich sage bei der Gelegenheit noch,
[0:25] Chris: der Pixelkino Podcast ist ein neues Format, das ihr in Zukunft bei Stay Forever
[0:29] Chris: hören werdet, sofern ihr denn Unterstützende seid.
[0:32] Chris: Den Pixelkino Podcast von Heinrich und Christian gibt es schon eine ganze Weile,
[0:36] Chris: aber die neuen Folgen der dritten Staffel, die werden exklusiv bei uns im Programm erscheinen.
[0:42] Chris: Diese erste Folge stellen wir hier in den offenen Feed, damit alle von euch
[0:45] Chris: hören können, was das Pixelkino ist. Alle weiteren Folgen erscheinen dann auf
[0:50] Chris: Patreon und Steady für die Unterstützenden im Zwei-Monats-Rhythmus.
[0:54] Chris: Wir finden das großartig, freuen uns riesig über diese Kooperation und wünschen
[0:59] Chris: euch jetzt viel Spaß mit der Pixel-Kinofolge zu Robocop.
[1:03] Gunnar: Viel Spaß!
[1:19] Heinrich: Hallo Christian.
[1:20] Christian: Hallo Heinrich.
[1:22] Heinrich: Willkommen zu Pixelkino Episode 21.
[1:26] Christian: Wir reden heute über einen Film, in dem Pathos und Prothese zusammentreffen.
[1:31] Heinrich: Und über ein Spiel, um dessen C64-Bugs sich Verschwörungstheorien ranken.
[1:38] Christian: Ganz genau, wir reden von Robocop, dem Actionreißer von Paul Verhoeven.
[1:43] Heinrich: Und dem dazugehörigen Blechschadenspiel von Ocean Software.
[1:49] Christian: Ja, das wird ein Fest, das hyperbrutale Actionspektakel der 80er und das etwas handzamere Game.
[1:58] Heinrich: Na, hyperbrutal ist das Spiel auch, aber eher wegen dem Schwierigkeitsgrad, würde ich mal sagen.
[2:03] Christian: Ja, wenn ich den Tester von der Powerplay von damals frage, dann vielleicht
[2:07] Christian: nicht so, aber heben wir uns das für später auf.
[2:10] Christian: Ja, herzlichen Dank an Gunnar und Christian für die nette Einleitung.
[2:14] Christian: Wir sind jetzt Teil des großen, tollen Stay Forever Pakets und freuen uns hier
[2:20] Christian: mit Stay Forever die dritte Staffel unseres Pixelkinos präsentieren zu können.
[2:24] Christian: Heinrich, was machen wir denn hier im Pixelkino?
[2:27] Heinrich: Im Pixelkino diskutieren wir über Filmumsetzungen, denn es gab ja im Laufe der
[2:34] Heinrich: Computerspielgeschichte gar nicht wenige mehr oder weniger gelungene Adaptionen
[2:38] Heinrich: von Leinwandvorlagen und wir diskutieren über beide Medien in einem Podcast.
[2:45] Heinrich: Die Casts beschreiben die nicht nur diskutieren deren Qualitäten,
[2:50] Heinrich: sondern gucken auch ein bisschen drauf, wie denn nun die Umsetzung,
[2:55] Heinrich: die Stimmung, den Spirit der Vorlage eingefangen hat.
[2:59] Christian: Ja, es ist vielleicht kein Spoiler, dass das bei sehr vielen Spielen ein bisschen
[3:04] Christian: lose der Fall ist, aber das funktioniert in die andere Richtung ja ähnlich.
[3:07] Christian: Aber es gibt doch immer wieder sehr schöne Funde und sehr interessante Umsetzungen,
[3:11] Christian: wie dann die Leute herangehen, diese Bilder, die wir aus dem Kino kennen,
[3:15] Christian: in Heimcomputer- oder Konsolenvarianten umzusetzen.
[3:20] Heinrich: Und wir haben dabei einen überaus strukturierten Ablauf.
[3:24] Heinrich: Zunächst stellen wir den Film vor, dann das Spiel und dann kommt die liebhafte
[3:29] Heinrich: Diskussion, wo Meinungen ausgetauscht
[3:32] Heinrich: werden und das Ganze mündet dann in eine überaus detailreiche,
[3:36] Heinrich: komplexe, wahnsinnig schwerwiegende Bewertung am Ende der Episode.
[3:42] Christian: Ja, und wir haben es bislang immer geschafft, zwei Staffeln lang,
[3:45] Christian: dass wir trotz aller Diskussionen dann immer noch Lust haben,
[3:49] Christian: eine weitere Folge miteinander zu machen und uns auf das nächste Spiel und den
[3:52] Christian: nächsten Film zu stürzen.
[3:54] Christian: Und wir haben auch für diese Staffel ganz viele tolle Vorlagen und Umsetzungen
[3:58] Christian: auf dem Programm und die werden dann hier natürlich für die Unterstützer von
[4:02] Christian: Stay Forever erscheinen.
[4:04] Heinrich: Und wir folgen jetzt unserer Direktive und betrachten zunächst den Film.
[4:26] Christian: Ja, Robocop, der Film, der war für 1987 schon auch sehr over the top,
[4:31] Christian: was die Gewalt angeht und hat ja durchaus auch für gewisse Diskussionen gesorgt
[4:36] Christian: und für gewisses Entsetzen auch, glaube ich, in der Chefetage und bei der MPAA,
[4:40] Christian: die für die Ratings zuständig sind.
[4:43] Christian: Und es ist nicht nur ein sehr brutaler
[4:45] Christian: Actionfilm, dessen Konzept sich ja eigentlich im Titel schon erklärt.
[4:49] Christian: Es ist auch eine bitterböse Satire auf den American Way of Life und es ist auch
[4:54] Christian: eine dunkle Cyberpunk-Dystopie.
[4:57] Christian: Und irgendwie ist es auch eine Geschichte, wo, glaube ich, 13-jährige Kids sagen
[5:01] Christian: vor allen Dingen Burschen, yeah, genau, das will ich sehen.
[5:04] Christian: Und alle diese Elemente, die sind dann in den Fortsetzungen so mal mehr,
[5:08] Christian: mal weniger stark gewichtet, nicht wahr?
[5:11] Christian: Aber ja, wir bleiben mal beim 87er.
[5:13] Heinrich: Oh, die Fortsetzung. Also den zweiten kann man sich angucken.
[5:17] Heinrich: Der dritte ist so bizarr daneben, dass er schon wieder interessant ist.
[5:24] Heinrich: Das ist Robocop als Kinderfilm. Also vor dem warne ich.
[5:27] Heinrich: Aber an den ersten kommt wirklich keiner ran. Und das 2014-Remake ist jetzt
[5:31] Heinrich: übrigens auch nicht direkt schrecklich.
[5:33] Heinrich: Aber also auch im Vergleich zum Original doch um einiges entschärft und glatter
[5:40] Heinrich: und weniger zynisch, weniger brutal.
[5:43] Christian: Ja, es fehlt natürlich dann überall dieses Subversive, was von Paul Verhoeven
[5:48] Christian: reinkommt, der nur den ersten gemacht hat.
[5:50] Christian: Und es ist sein erster richtiger, vollwertiger US-Film. Er hat davor einen Film
[5:56] Christian: gemacht, der war eine US-Produktion.
[5:58] Christian: Aber er ist ja eigentlich niederländischer Regisseur, hatte dort schon einige
[6:01] Christian: Filme gemacht, ist dann nach Amerika gegangen.
[6:03] Christian: Er galt schon als au fond terrible, als er gekommen ist und er hat in Amerika
[6:07] Christian: dann auch Filme gemacht.
[6:09] Christian: Das Hyperbrutale setzt sich fort in Total Recall, das Satirische setzt sich
[6:13] Christian: fort in Starship Troopers, Basic Instinct ist von ihm und natürlich der berüchtigte Showgirls.
[6:19] Christian: Showgirls ist ja der Film, für den er dann eine goldene Himbeere gekriegt hat,
[6:23] Christian: als schlechtester Regisseur.
[6:25] Christian: Und Paul Verhoeven ist jemand, der ist hingegangen, um sich diese goldene Himbeere abzuholen.
[6:30] Christian: Das macht niemand, sich diesen Antipreis tatsächlich abzuholen.
[6:34] Christian: Die werden natürlich immer alle eingeladen, aber keiner nimmt den an.
[6:37] Christian: Nein, er ist hingegangen und hat eine Rede gehalten. Und diese Rede ist so schön.
[6:41] Christian: Er hat erzählt, als ich noch in den Niederlanden meine Filme drehte,
[6:45] Christian: verurteilten die Kritiker sie als dekadent, pervers und ordinär.
[6:49] Christian: Also zog ich in die Vereinigten Staaten.
[6:51] Christian: Das war vor zehn Jahren und jetzt werden meine Filme in diesem Land verurteilt
[6:55] Christian: als dekadent, pervers und ordinär.
[6:57] Christian: Ich bin sehr froh über all diese Auszeichnungen, weil sie sicherlich bedeuten,
[7:01] Christian: dass ich hier akzeptiert werde
[7:02] Christian: und dass ich Teil dieser großartigen amerikanischen Gesellschaft bin.
[7:08] Heinrich: Ich mag seinen Sinn für Humor, sehr gute Einstellung.
[7:12] Christian: Ja, das ist jemand, der durchaus kampflustig, glaube ich, auftritt und mit schön
[7:17] Christian: bissigem, ja auch zynischem Humor oft daherkommt.
[7:21] Christian: Und das merkt man auch in all seinen Filmen.
[7:23] Christian: Wenn man sich durch die Hologen durchschaut, das sind andere Filme als die,
[7:26] Christian: die er in Amerika gemacht hat.
[7:28] Christian: Aber du merkst die Handschrift und diesen Provokationswillen unglaublich.
[7:32] Christian: Sein zweiter Film war sein Durchbruch.
[7:34] Christian: Das ist der Film Türkische Früchte aus dem Jahr 1973 mit einem ganz jungen Rüdger
[7:38] Christian: Hauer noch und Monique van de Ven.
[7:40] Christian: Der hatte schon eine Oscar-Nominierung für den besten ausländischen Film gekriegt.
[7:44] Christian: Der ist dann zum Jahrtausendwechsel als bester niederländischer Film des kompletten
[7:48] Christian: Jahrhunderts ausgezeichnet worden. Und der war der erfolgreichste Film in der
[7:52] Christian: Geschichte der Niederlande mit über drei Millionen Zusehern.
[7:55] Christian: Er war aber auch ein absoluter Schocker oder provokanter Film,
[8:00] Christian: gegen den es Proteste gab und wo Menschen wirklich auch Protestbewegungen gestartet
[8:04] Christian: haben, wo vor dem Kino Menschentrauben standen, die andere davon abhalten wollten,
[8:09] Christian: dass da Leute ins Kino gehen zu diesem schockierenden Film.
[8:13] Christian: Ich will ihn gar nicht wahnsinnig im Detail ausbreiten, aber er fängt schon
[8:16] Christian: an mit Rutger Hauer, der halbnackt auf dem Bett liegt.
[8:19] Christian: Man sieht ihn auch nackt von vorne unten rum. Und er tagträumt darüber,
[8:24] Christian: wie er seine Ex-Freundin mit der Garotte erwürgt.
[8:27] Christian: Und dann zieht er los und reißt halt der Reihe nach diverse Frauen auf,
[8:31] Christian: um den Schmerz zu betäuben.
[8:33] Christian: Und einer davon erklärt er dann ganz inbrüstig, ich ficke besser als Gott.
[8:37] Christian: Das ist schon nicht von ungefähr, dass da die Proteste kamen oder die Aufregung,
[8:42] Christian: aber es war eben auch sehr erfolgreich,
[8:44] Christian: deswegen hat er dann gleich danach den teuersten niederländischen Film aller
[8:47] Christian: Zeiten gemacht, das Mädchenketje Tippel, eine Geschichte über eine Prostituierte,
[8:52] Christian: die es auch tatsächlich gab.
[8:53] Christian: Er hat dann einen Historienfilm gemacht, der Soldat von Oranien.
[8:56] Christian: Sein Film Spatters war auch ein Riesenspektakel im Sinne der Aufregung.
[9:02] Christian: Also das ist ein Film, wo dann auch schon mal eine Vergewaltigung durch eine
[9:06] Christian: Gruppe von Homosexuellen dazu führen kann, dass die Hauptfigur sich ihrer eigenen
[9:11] Christian: Homosexualität bewusst wird.
[9:14] Christian: Die Filmförderung in den Niederlanden hatte diesen Film abgelehnt aufgrund des Drehbuchs.
[9:18] Christian: Verhoeven hat dann das Drehbuch entschärft, ihn nochmal eingereicht,
[9:21] Christian: Geld gekriegt und dann hat er sein ursprüngliches Drehbuch verfilmt.
[9:26] Christian: Es lief also zwangsläufig irgendwann auf den Punkt hinaus, dass er auch gewisse
[9:29] Christian: Probleme in den Niederlanden hatte, um Geld aufzustellen. Er war zwar erfolgreich,
[9:33] Christian: er hatte da noch der vierte Mann einen Thriller gemacht, aber es wurde halt
[9:37] Christian: problematisch für ihn, dass er Finanzierung kriegt.
[9:40] Christian: Also ist er dann nach Amerika ausgewandert und das mit dem Film Robocop.
[9:43] Christian: Es gibt eine Fernsehdokumentation, wo er gerade auf dem Weg nach Amerika ist
[9:47] Christian: und da gibt er zu Protokoll,
[9:49] Christian: einer der Gründe, warum ich das Land verließ, war, dass mir die staatliche Filmförderung
[9:53] Christian: keine Gelder mehr zur Verfügung stellen wollte, weil man dort der Meinung war,
[9:56] Christian: ich sei ein unanständiger, perverser, dekadenter Mensch.
[9:59] Christian: Damit haben sie wahrscheinlich recht, aber sie hätten das respektieren sollen.
[10:03] Heinrich: Aber warum wollte denn Hollywood ihn überhaupt?
[10:07] Heinrich: Weil also die Amerikaner sind ja eher noch ein bisschen Brüder.
[10:09] Heinrich: Das war ja das Vorurteil oder ist es immer noch. Was hat man da in ihm gesehen?
[10:14] Heinrich: Warum das Interesse an ihm?
[10:17] Christian: Man hat in Amerika natürlich sehr gerne immer wieder europäische Filmemacher ja geholt.
[10:22] Christian: Und ja, dann, ich sag mal, Böse so ein bisschen versucht, ihnen die Zähne zu
[10:27] Christian: ziehen. Also nicht jeder Regisseur, der rübergekommen ist, konnte dann in Amerika
[10:31] Christian: auch so die Filme machen, wie er so wollte.
[10:33] Christian: Wie gesagt, er hatte halt nun mal auch einen irrsinnigen Erfolg.
[10:37] Christian: Also Türkische Früchte ist heute noch der erfolgreichste niederländische Film aller Zeiten.
[10:42] Christian: Auch Spatter, das war ein Riesenerfolg trotz der ganzen Proteste.
[10:46] Christian: Und das ist natürlich was, wo in Hollywood, wo das Geld, das Einspielergebnis,
[10:50] Christian: das große ausschlaggebende Argument ist, ist natürlich was, wo man aufmerksam wird.
[10:55] Christian: Er hat tatsächlich als erstes in Amerika eine Episode für eine Fernsehreihe gemacht.
[10:59] Christian: Da gibt es diese Serie The Hitchhiker und da hat er dann mal eine Folge gemacht.
[11:03] Christian: Ich glaube, das ist so, um sich zu beweisen, dass er das machen kann.
[11:05] Christian: Er hatte eben auch diese Koproduktion Flash and Blood.
[11:09] Christian: Und eigentlich ist das, was man ihm da anbietet, RoboCop, ja etwas,
[11:12] Christian: was so gar nicht zu ihm passt mit diesen ganzen provokanten Themen.
[11:16] Christian: Es ist ja eigentlich ein Actionfilm im Stile dieser fantastischen Blockbuster,
[11:21] Christian: wie man es halt sonst kennt.
[11:23] Christian: RoboCop, der Polizist, der dann zu einer Maschine umgebaut wird, der stirbt im Einsatz.
[11:28] Christian: Und es gibt aber so ein Programm, wo er zu einer Art Cyborg umgebaut wird,
[11:34] Christian: um dann das Verbrechen effektiver bekämpfen zu können. Und Verhoeven hat ja
[11:38] Christian: dann zunächst einmal dieses Ding abgelehnt, weil ihm das zu albern erschien.
[11:43] Christian: Und er hat es auch ein zweites Mal abgelehnt, weil ihm das zu albern erschien.
[11:46] Heinrich: Ja, die Geschichte mit dem Drehbuch, das ja natürlich nicht von Verhoeven ist.
[11:51] Heinrich: Neumeier und Meiner hatten das geschrieben. Da war Verhoeven nicht der Einzige,
[11:56] Heinrich: der wohl schon beim Namen mit der Nase gerümpft hat.
[11:59] Heinrich: Und er hat ja dann später auch erzählt, also seine Gattin hat ihn dazu gebracht.
[12:05] Heinrich: Ach, die hat das wohl aus dem Papierkorb gefischt, da waren sie gerade irgendwo auf dem Urlaub.
[12:09] Heinrich: Und meinte dann, du Schatz, also hier guck mal und die Stelle und die Stelle,
[12:13] Heinrich: lies dir das doch mal ordentlich durch, das wäre doch eigentlich was für dich.
[12:17] Heinrich: Und so hat er dann, glaube ich, im dritten Anlauf sich dann doch damit angefreundet.
[12:22] Christian: Ja, sie hat ihn dann auch überzeugt davon, dass es da so eine satirische Ebene
[12:26] Christian: geben kann, mit der man eben auch das Amerika der 80er kommentieren kann.
[12:30] Christian: Und das ist das, worauf er dann angesprungen ist.
[12:32] Christian: Und diese emotionale Ebene von diesem Mensch, der quasi alles verliert,
[12:37] Christian: also so Körper und Seele und sich dann so ein bisschen wiederfindet.
[12:41] Christian: Also er hat ja keine Erinnerungen mehr eigentlich als Robocop,
[12:44] Christian: nur sind die Erinnerungen etwas, was dann wieder hochkommen und wieder ausgelöst werden.
[12:48] Christian: Und deswegen hast du ja dann diese tolle Schlussszene eben, wo er gefragt wird,
[12:53] Christian: wer er ist und er sagt einfach Murphy, weil das halt sein früherer Name ist.
[12:56] Christian: Also er gewinnt seine Identität wieder.
[12:58] Christian: Das hat Verhoeven dabei angesprochen.
[13:01] Christian: Und er hat dann diese Action-Geschichte ja auch vollgespickt mit allen möglichen Seitenhieben.
[13:08] Christian: Also es ist so ein herrlich verzerrtes Amerika-Bild. Es ist in Detroit,
[13:12] Christian: die Stadt, die einst in den 60ern ja die große Industriestadt Amerikas war.
[13:17] Christian: Also nicht nur die Autoindustrie, Motown Records war da, also Detroit war ja
[13:21] Christian: eine große Nummer und ist dann irgendwann in finanzielle Bedrängnis gekommen
[13:25] Christian: und Detroit ging ja wirklich den Bach runter.
[13:27] Christian: Also das war 1987, macht sich noch nicht so schlimm, wie es heute der Fall ist,
[13:31] Christian: aber trotzdem ist das schon eine Stadt, die quasi mehr und mehr verkommt.
[13:35] Christian: Und in diese Stadt dann diesen Cop zu setzen, der da als Maschine gegen das
[13:41] Christian: Verbrechen kämpfen soll, für eine privatisierte Polizei.
[13:44] Christian: Die Stadt wurde ja von so einem gigantischen Konzern, der einfach für alles da ist.
[13:49] Christian: Das ist so die Acme Company des Robocop-Universums, die heißt Omni Consumer
[13:53] Christian: Products. Also die stellen alles her, inklusive eben einem Kopf,
[13:58] Christian: dem gehört auch die Polizei.
[14:00] Christian: Da halt reinzusetzen in so eine Konzernwelt, in so eine Jappi-Welt,
[14:04] Christian: dieses amerikanische Prinzip vom Aufsteigen und Geld machen und egal was es
[14:08] Christian: ist, wir produzieren Waffen und Polizeiroboter und was weiß ich,
[14:13] Christian: um damit Gewinne zu schäfeln, egal ob das jetzt funktioniert oder nicht.
[14:17] Christian: Da ist sehr, sehr viel Biss drin in dem, was er macht und halt auch sehr,
[14:20] Christian: sehr viel Subversives. Und das ist halt wieder eigentlich ganz das,
[14:23] Christian: was Paul Verhoeven immer sehr, sehr gerne gemacht hat.
[14:25] Christian: Auch Ed Neumeyer mag diese Ebene gern. Ed Neumeyer hat gesagt,
[14:29] Christian: das ist so ein bisschen diese amerikanische Haltung zu Vietnam,
[14:32] Christian: die halt jetzt in so ein städtisches Setting gesetzt wurde.
[14:35] Christian: Das sind quasi diese Bots, die da eingesetzt werden. Es gibt ja...
[14:38] Christian: Den Vorläufer von Robocop, den
[14:40] Christian: Ad 209, der noch so wirklich als Maschine auftritt und etwas ungelenk ist.
[14:45] Christian: Man sieht ihn ja dann am Anfang bei so einer Testdemonstration,
[14:48] Christian: wie er dann leider einen vom Vorstand von Omni Consumer Products umnietet.
[14:52] Heinrich: So ein kleiner Glitch, so ein, naja, wir reden später noch über Bugs,
[14:57] Heinrich: so ein kleiner Softwarefehler führt halt dazu, dass er nicht erkennt,
[15:01] Heinrich: dass da die Waffe schon abgelegt worden ist.
[15:03] Heinrich: Genau diese ganze Anfangsszene mit diesen Akteuren,
[15:07] Heinrich: da ist schon so ein bisschen die Konzern-Kapitalismus-Kritik vielleicht sogar
[15:12] Heinrich: schon ein bisschen spürbar und auch die erste sehr detaillierte Gewaltszene,
[15:16] Heinrich: das ist schon mal ein ganz guter, interessanter Auftakt.
[15:20] Heinrich: Und genau dieses Modell, dieser ID.209 und dessen technischen Probleme führen
[15:26] Heinrich: ja eben dann überhaupt dazu,
[15:28] Heinrich: dass man sagt, okay, damit wir hier die Schuße noch retten können und damit
[15:32] Heinrich: wir hier keine Verluste erleiden,
[15:33] Heinrich: nutzen wir halt die Gelegenheit, dass da ein Polizist im Einsatz eigentlich
[15:40] Heinrich: tödlich verletzt worden ist und Pflanzen sein Gehirn mehr oder weniger und noch
[15:46] Heinrich: so ein paar andere Teile,
[15:47] Heinrich: was noch vom Gesicht erhalten ist, eben in diesen Cyber-Modellen.
[15:50] Heinrich: Und Robocop ward geboren.
[15:54] Christian: Ja, der endlich mit dem Verbrechen aufräumt und wir bejubeln ihn dafür.
[15:58] Christian: Der Produzent John Davison hat das so ein bisschen als Fascism for Liberals genannt.
[16:04] Christian: Es ist so ein Film, wo man dann wirklich halt voll mitgeht, wie dieser Blechbott
[16:09] Christian: dann da rumläuft und halt wirklich die Bösen aus dem Fenster wirft und fertig macht.
[16:14] Christian: Und es gibt diese Szene, wo er dann einem von seinen großen Kontrahenten,
[16:19] Christian: so einem Drogendealer namens...
[16:20] Christian: Namens Clarence Boddicker, den er dann permanent durch das nächste Fenster wirft
[16:24] Christian: und ihn an der Gurgel packt und dann wiederum herlüftet, das ist schon ganz
[16:27] Christian: blutig. Und dazwischen liest er eben seine Rechte vor.
[16:36] Christian: Also da steckt schon sehr viel böser Kommentar drin, den Verhoeven da reinbringt.
[16:41] Christian: Und Verhoeven geht dann auch noch einen Schritt weiter, wenn man ihn über den
[16:44] Christian: Film reden hört. Er bezeichnet Robocop als American Jesus.
[16:48] Christian: Das ist die Christusfigur, die gekreuzigt wird.
[16:51] Christian: Das ist diese Szene, wo Murphy, der Cop, erschossen wird. Und das ist eine wahnsinnig
[16:55] Christian: brutale Szene, die auch extrem detailliert ist und sehr lange ist,
[16:59] Christian: wie ihm dann die Hand weggeschossen wird und alles.
[17:01] Christian: Und noch und noch kommen da Kugeln in diesen Körper und er stirbt quasi und
[17:06] Christian: dann steht er als Robocop wieder auf.
[17:07] Christian: Und dann hast du hinten im Film so eine Sequenz, wo er wie übers Wasser läuft.
[17:12] Christian: Er läuft halt durch so einen Tümpel, aber es sieht aus, als würde er übers Wasser
[17:15] Christian: laufen. Und Paul Verhoeven erklärt dann, das ist eben der amerikanische Jesus
[17:19] Christian: und anstatt, dass der Friedfertigkeit predigt, kommt er halt mit der Waffe und
[17:23] Christian: erledigt diesen Drogendealer.
[17:25] Christian: Das ist die amerikanische Version, die es davon gibt.
[17:28] Christian: Also der Mann hat es irgendwie geschafft, dass er diese Knöpfe,
[17:31] Christian: die er wahnsinnig gerne drückt, auch in Amerika weiter drücken kann.
[17:35] Christian: Und das hat er natürlich in den anderen Filmen ja dann auch allzu gern weitergemacht.
[17:39] Christian: Und es passt auch insofern sehr schön dazu, weil sein Werk immer von seiner
[17:43] Christian: ganz großen Körperlichkeit gezeichnet ist. Also Körper faszinieren den unglaublich
[17:47] Christian: und es wird immer sehr, sehr genau geschaut, was machen diese Körper und wie
[17:51] Christian: reagieren diese Körper.
[17:52] Christian: Also eben dieser junge Manager bei der Vorstandssitzung, der da von zig Kugeln
[17:56] Christian: durchsiebt wird und man sieht dann in liebevollen Nahaufnahmen,
[17:59] Christian: wie diese Kugeln einschlagen und noch mehr einschlagen und die Körper zerstört werden und so.
[18:04] Christian: Und das ist eigentlich der gleiche Geist, wie du, wenn du türkische Früchte
[18:07] Christian: siehst, wie dann halt die Leute voll auf nackt gezeigt werden und du halt wirklich
[18:12] Christian: mehr siehst, als du glauben könntest in so einem regulären Kinofilm letzten Endes.
[18:16] Christian: Also Verhoeven macht das dann in den folgenden Filmen auch immer weiter,
[18:20] Christian: dass das Körperliche und dass wie unser Körper mit der Umwelt agiert irgendwie
[18:24] Christian: ein sehr, sehr starkes Thema ist.
[18:27] Heinrich: Die Frage ist ja bei RoboCop auch, welche Version hat man gesehen?
[18:31] Heinrich: Denn auch das, was ursprünglich in die US-Kinos kam, das war ja wohl beschnitten,
[18:36] Heinrich: damit sie halt nicht die allerstrengste Altersfreigabe, die X-Rating, kriegen.
[18:41] Heinrich: Und also was ich jetzt auf meiner Blu-ray habe, war wirklich der Directors Cut.
[18:45] Heinrich: Und ja, so genau habe ich es nicht mehr in Erinnerung von damals.
[18:49] Heinrich: Aber das war schon jetzt teilweise sehr detailliert. Der Hofen meinte ja auch,
[18:54] Heinrich: die Schnitte waren insofern ärgerlich, weil dadurch das Überzeichnete ein bisschen verloren ging.
[19:00] Heinrich: Also die Gewalt wirkt realistischer, weil es geschnitten war,
[19:04] Heinrich: glaube ich, hat er sich mal geäußert.
[19:06] Heinrich: Und diese exzessiven Kugelorgien des Directors Cuts, das sei dann doch wohl
[19:13] Heinrich: nicht wirklich ernst zu nehmen, sinngemäß.
[19:15] Christian: Ja, also man merkt es zum Beispiel in eben dieser Szene mit dem Jungmanager
[19:19] Christian: bei der Vorstandssitzung, der da erschossen wird.
[19:21] Christian: In der gekürzten Fassung wird er halt von einigen Kugeln getroffen und es herrscht
[19:25] Christian: große Aufregung natürlich in diesem Boardroom und irgendjemand ruft einen Krankenwagen.
[19:30] Christian: Es ist natürlich sehr brutal.
[19:32] Christian: In der Director's Cut-Version wird der so lange durchsiebt.
[19:36] Christian: Also du hast das Gefühl, eine Minute lang siehst du zu, wie der Mann von Kugeln durchsiebt wird.
[19:41] Christian: Dann ist es kurz still und dann ruft jemand, ruft einen Krankenwagen.
[19:45] Christian: Und das ist natürlich irrsinnig schwarzer Humor, weil dem hilft wirklich kein
[19:50] Christian: Krankenwagen mehr. Ja, da ist dieses Over-the-Top, dass damit eigentlich der
[19:54] Christian: schwarze Humor wirklich erst rauskommt, das ist damit, glaube ich auch,
[19:58] Christian: das zieht sich dann auch durch den Film natürlich.
[20:00] Heinrich: War der Film nicht sogar indiziert in Deutschland? Das Spiel witzigerweise ja nicht.
[20:04] Christian: Ja, also das ist natürlich nicht nur in Amerika auf Missverständnisse gestoßen
[20:09] Christian: oder auf Missbilligung.
[20:11] Christian: Dieses Exzessive, das ist ja auch bei späteren Werhofen-Filmen.
[20:13] Christian: Also Total Recall, der ja auch hyperbrutal ausfällt und das auch teilweise sehr, sehr komikhaft.
[20:19] Christian: Der ist ja dann genauso immer sehr stark auf Zensur getroffen.
[20:22] Christian: Und natürlich in anderen Filmen hat er das dann auch. Starship Troopers zum
[20:25] Christian: Beispiel, der eben auch von Ed Neumeier geschrieben wurde, mit dem er Robocop gemacht hat.
[20:30] Christian: Ja, kümmern wir uns mal ums Spiel. Bevor wir dazu kommen, habe ich noch ein
[20:33] Christian: schönes Zitat von Paul Verhoeven zu Robocop, wie er sagt. sagt,
[20:36] Christian: selbstverständlich möchte ich wie Robocop unsichtbar und unsterblich sein.
[20:41] Christian: Aber die Wirklichkeit lehrt das Gegenteil. Aus dieser Dialektik heraus drehe ich meine Filme.
[20:46] Christian: Sie mögen wie reine Provokation wirken, sie sind aber tatsächlich Ausdruck der
[20:50] Christian: Wut über die Nichtigkeit unserer Lebenspläne.
[20:53] Heinrich: So, und wir kriegen jetzt elegant die Kurve vom niederländischen Regisseur in
[20:59] Heinrich: Hollywood zum englischen Spieleproduzenten und dessen Japan-Connection,
[21:06] Heinrich: die uns das erste Robocop-Spiel bescherte.
[21:25] Heinrich: Ja, im Sommer 1987 kam Robocop in die US-Kinos, wurde ein unerwartet großer kommerzieller Erfolg.
[21:33] Heinrich: In Europa war man wie so oft ein paar Monate später dran.
[21:37] Heinrich: Und es dauerte auch bis Ende 1988, bis das erste Robocop-Computerspiel erschien,
[21:44] Heinrich: war aber insofern noch ein ganz gutes Timing, als dass die Heimvideo-Versionen
[21:49] Heinrich: gerade veröffentlicht wurden.
[21:50] Heinrich: Und da gab es auch eine Kooperation zwischen dem Videoanbieter Virgin in England.
[21:56] Heinrich: Die hatten einen Hinweis auf das Spiel. Und wenn man das C64-Spiel lädt,
[22:02] Heinrich: da wird man begrüßt von einem Titelscreen, der darauf hinweist,
[22:05] Heinrich: dass man Robocop jetzt auf VHS-Kassette sich holen kann.
[22:09] Christian: Ich habe das probiert und finde gerade keine VHS-Kassette. Ich habe aber immerhin die Laserdisc, ja.
[22:16] Heinrich: Modernes Teufelszeug. Produziert wurde dieses Spiel von Ocean Software,
[22:22] Heinrich: ein klangvoller Name der Heimcomputer-Ära, die ein bisschen berühmt und berüchtigt
[22:28] Heinrich: sind für ihre zahlreichen Film- und sonstigen Lizenztitel.
[22:33] Heinrich: Umso erstaunlicher ist es, dass wir heute zum ersten Mal, glaube ich,
[22:36] Heinrich: im Pixel-Kino ein Ocean-Spiel besprechen.
[22:39] Heinrich: Da darf ich doch vielleicht ganz kurz ein bisschen ausholen.
[22:42] Heinrich: Die Firma wurde 1983 in Manchester gegründet, David Ward und John Woods,
[22:49] Heinrich: auch die langjährigen Manager,
[22:50] Heinrich: und die waren sehr kreativ, vielleicht nicht immer bei den eigentlichen Spielen,
[22:56] Heinrich: aber was eben ihre Lizenzpolitik angeht.
[22:59] Heinrich: Die haben einen Sportstar wie Daily Thompson unter Vertrag genommen.
[23:03] Heinrich: Die haben ein Spiel zur 85 sehr angesagten Popband Frankie Goes to Hollywood gemacht.
[23:10] Heinrich: Aber man kennt sie natürlich vor
[23:12] Heinrich: allen Dingen für ihre Adaption von Spielautomaten und Film und Fernsehen.
[23:18] Heinrich: Und Ocean hat so einen eher schlechten Ruf bei vielen Spielern,
[23:23] Heinrich: der aber so primär von Fernsehserien-Umsetzungen herrührt.
[23:28] Heinrich: Ich erinnere mich noch, damals, das Entsetzen wurde doch stark ausgelöst von Knight Rider.
[23:37] Heinrich: Nicht ganz so gut wie die Hasselhoff-Serie und es gab auch ein sehr krudes Spiel
[23:43] Heinrich: zu Miami Vice, also sehr angesagte Serien der 80er Jahre.
[23:48] Heinrich: Aber Filme, ja, Filme hat Ocean Software eben natürlich auch nicht verschmäht.
[23:54] Heinrich: Und sie sind mit ein bisschen Glück wohl günstig an Robocop gekommen.
[24:00] Heinrich: Einige Zeit vorher hatten sie einen ganz ordentlichen Achtungserfolg mit dem
[24:05] Heinrich: Spiel zu Platoon erzielt.
[24:09] Heinrich: Und es wurde so zu der Zeit den Agenten, die so die Lizenzrechte verschacherten,
[24:15] Heinrich: durchaus bewusst, dass es da sowas wie Computerspiele gibt.
[24:19] Heinrich: Und da wurden auch mal den Firmen Drehbücher von Produktion geschickt,
[24:23] Heinrich: die noch gar nicht fertig waren.
[24:25] Heinrich: Und so bekam eines Tages Ocean auch das Robocop-Skript auf den Schreibtisch.
[24:30] Heinrich: Das hat ganz gut erklärt der damalige Software-Development-Manager Gary Bracey.
[24:36] Heinrich: Den habe ich auch ein, zweimal getroffen. Ganz netter Typ.
[24:38] Heinrich: Langjähriger Ocean-Mitarbeiter. Der wird ausführlich zitiert in einem Buch,
[24:44] Heinrich: auf das ich mich heute öfters berufe, Ocean the History von Chris Wilkins und Roger Keen.
[24:50] Heinrich: Und da sagt Bracey sinngemäß, gut, wir haben das Drehbuch bekommen,
[24:55] Heinrich: ich habe es gelesen, ich fand es toll. Keiner hat von dem Film wahnsinnig viel erwartet.
[25:01] Heinrich: Das war ja so ein Low-Budget-Movie.
[25:04] Heinrich: Ich glaube, bei der Produktion hat man doch immer sehr ums Geld gekämpft.
[25:09] Heinrich: Er sagt, sie haben das für einen kleinen fünfstelligen Betrag bekommen und zwar
[25:14] Heinrich: alle Rechte, sowohl für Heimcomputerspiele als auch zum Beispiel für Spielautomaten.
[25:20] Heinrich: Und das führte wieder dazu, dass es einen RoboCop-Automaten gab und den hat
[25:26] Heinrich: Data East gemacht, eine japanische Firma, so nicht die allererste Riege,
[25:31] Heinrich: aber durchaus auch erfahren und bekannt mit Arcade-Action.
[25:35] Heinrich: Die hatten auch 1988 einen Automaten namens Bad Dudes vs.
[25:41] Heinrich: Dragon Ninja, eine ähnliche Hardware hat auch der RoboCop-Automat genommen und
[25:45] Heinrich: auch das Spielprinzip war ein bisschen ähnlich.
[25:48] Heinrich: Data East hatte wohl auch die Möglichkeit, dem Set einen Besuch abzustatten,
[25:54] Heinrich: weil die hatten eine US-Vertretung, während Ocean zunächst so vor sich hin entwickelte,
[25:59] Heinrich: basierend auf dem Skript und dann basierend auf dem,
[26:02] Heinrich: was Data East sich für den Automaten hat einfallen lassen.
[26:06] Heinrich: Was ist da nun für ein Spielprinzip rausgekommen? Christian,
[26:10] Heinrich: ist es ein Text-Adventure?
[26:12] Heinrich: Ist es ein Rundenstrategiespiel? Nein.
[26:15] Christian: Nein, das würde ich alles wahnsinnig gerne sehen. Diese Varianten würde ich echt gerne sehen.
[26:21] Christian: Nein, wie bei ganz vielen von diesen Umsetzungen ist natürlich auch das ein
[26:25] Christian: Action-Schrägstrich-Geschicklichkeits-Game.
[26:28] Christian: Es ist ein Sidescroller, man geht von links nach rechts durch verschiedene Szenarien.
[26:32] Christian: Es kommen sehr viele böse Buben.
[26:35] Christian: Die lehnen sich dann mal beim Fenster raus und kommen auf der Straße.
[26:38] Christian: Manchmal kommen die auch mit dem Motorrad und so. Man rennt also erst einmal
[26:41] Christian: durch die Stadt und dann rennt man auch durch eine Fabrik.
[26:44] Christian: Und dann rennt man irgendwann durch das Hauptquartier von OCP und so weiter und so fort.
[26:49] Christian: Man schießt eben auf diese bösen Buben geradeaus, nach oben,
[26:52] Christian: nach hinten und so weiter.
[26:55] Christian: Manchmal hinterlassen die dann irgendwelche Boni, dass man dann zum Beispiel
[26:58] Christian: eine neue Waffe kriegt oder einen besseren Schuss.
[27:01] Christian: Manchmal hinterlassen sie so eine Portion Babynahrung. Im Film ernährt sich
[27:06] Christian: Robocop von Babynahrung.
[27:08] Christian: Er hat so ein Fach, wo man dann die Babynahrung reingibt.
[27:10] Christian: Und das ist das, was er braucht, um die biologischen Teile von ihm am Leben zu erhalten.
[27:17] Christian: Und da man hier so einen Energiebalken hat, kann man den dann mit der Babynahrung wieder auffrischen.
[27:21] Christian: Ja, und so marschiert man dann immer weiter nach rechts, um zu hoffen,
[27:24] Christian: dass man dann irgendwann rechts auch ankommt am Ende des Levels.
[27:26] Christian: Dann gibt es so ein paar Zwischensequenzen, so ein paar Geschicklichkeitsgames,
[27:30] Christian: die gelten als eigene Levels laut Anleitung, sind aber eigentlich immer nur
[27:33] Christian: so ganz kurze Zwischendurchgames.
[27:36] Heinrich: Minigames, ja.
[27:37] Christian: Genau, also zum Beispiel so eine POV-Perspektive mal, wo man auf einen Mann
[27:41] Christian: schießen muss, der gerade eine Geisel hält.
[27:43] Christian: Auch das ist eine Szene, die im Film drin ist. oder man muss so ein Phantombild
[27:47] Christian: vervollständigen, um einen der Verbrecher zu erkennen beispielsweise.
[27:51] Heinrich: Ja, und dieser Spielablauf, den kann man in die Run-and-Gun-Schublade stecken.
[27:56] Heinrich: Das wurde so ab Mitte der 80er Jahre recht beliebt und populär.
[28:00] Heinrich: Das bedeutet, man kann eben nach links und rechts gehen,
[28:04] Heinrich: man bestimmt das Scrolling, ducken, schießen und so ganz leichte Plattform-Elemente
[28:11] Heinrich: auch, je nach Titel, wo man auch mal die Ebene wechselt und da ein bisschen drauf achten muss.
[28:17] Heinrich: Aber der Fokus ist auf dem Geballer. Da gibt es alle möglichen klassischen Namen.
[28:21] Heinrich: Green Beret von Konami war ein früher Automat. Es gab von Namco Rolling Thunder.
[28:27] Heinrich: 86 von Konami, dann wieder gab es ein Jahr später Contra.
[28:31] Heinrich: Und das inspirierte sich auch alles gegenseitig. Also Rolling Thunder,
[28:36] Heinrich: das wurde so ein bisschen von Segas Shinobi vielleicht auch aufgegriffen.
[28:40] Heinrich: Also auf jeden Fall gab es eine Menge Spiele, wo man horizontal durch die Level
[28:44] Heinrich: sich bewegt, bei Seitenansicht und eben so ein bisschen hopste oder auch nicht,
[28:48] Heinrich: aber vor allen Dingen eben Munition aufsammelte, Extrawaffen und sehr,
[28:53] Heinrich: sehr, sehr vielen gegnerischen Schüssen aus dem Weg gehen musste.
[28:56] Heinrich: Und am Ende des Levels lauerte dann gerne auch ein Obergegner raus.
[29:01] Heinrich: Diesem Genre ist Robocop zuzuordnen.
[29:05] Heinrich: Der Automat ist ja noch relativ flott, aber ich glaube bei den Heimversionen
[29:09] Heinrich: kann man für einen eher gemächlichen Run und Gun sprechen, was es aber jetzt
[29:14] Heinrich: nicht unbedingt leichter macht.
[29:16] Christian: Es ist eher ein Walk and Gun, so ein Herumstapfen and Gun.
[29:22] Heinrich: Schlender and Gun. Ja, und wir haben so ein bisschen die Krux,
[29:27] Heinrich: dass es eben sehr viele sehr unterschiedliche Versionen dieses einen Spiels gibt.
[29:32] Heinrich: So haben wir jetzt gesagt, wir konzentrieren uns vor allen Dingen auf die C64-Version,
[29:37] Heinrich: denn die 8-Bit-Adaptionen, die erschienen auch zuerst.
[29:42] Heinrich: Erst 1989 gab es dann Amiga ST und auch neue PC-Versionen, die dann noch ein
[29:49] Heinrich: bisschen mehr dem Arcade-Original sich annähern.
[29:54] Heinrich: Ich habe auch die Amiga-Version gespielt, Christian, Jan, aber für dich war
[29:57] Heinrich: die C64-Version die ausschlaggebende.
[30:01] Heinrich: Hast du die nicht sogar damals schon als viel zu junger Mensch gespielt?
[30:05] Christian: Also ich habe sie nicht direkt damals gespielt, obwohl ich das Game natürlich
[30:09] Christian: mitgekriegt hatte, das mich auch interessiert hat, aber ich habe es mir dann später noch besorgt.
[30:13] Christian: Also ich habe das Original hier, hatte mir das dann mal in den ganz frühen Tagen
[30:18] Christian: von Ebay besorgt und habe das dann eine Zeit lang gespielt und dafür jetzt wieder
[30:22] Christian: hier hervorgekramt und ja, war überrascht, aber dazu kommen wir vielleicht später.
[30:28] Heinrich: Ja, und gerade die C64-Version, die so auf den ersten Blick übrigens auch ganz
[30:32] Heinrich: schick aussieht und so, aber die hat gewisse Bug-Probleme, die wenn wir eine
[30:37] Heinrich: Diskussion vielleicht noch ein bisschen ausführlicher darstellen,
[30:40] Heinrich: Robocop war auf jeden Fall ein großer Hit für Ocean Software.
[30:45] Heinrich: Bracey betont das in dem Buch. Er sagt, das war unser erster Millionenseller.
[30:50] Heinrich: Vor allen Dingen in der englischen Heimat, die Spektrum-Version,
[30:54] Heinrich: verkaufte sich wohl wie geschnitten Brot.
[30:56] Heinrich: Und lukrativ war das eben auch, weil man die Rechte für den Spielautomaten und
[31:01] Heinrich: dann auch für einen Robocop-Flipper an Data East weiterlizenziert hat.
[31:06] Heinrich: Er meinte auch, ja, wir wurden dann auch in den USA auf einmal wahrgenommen
[31:11] Heinrich: als Ocean Software, weil Robocop so eine große Nummer war.
[31:17] Heinrich: Robocop-Spiele gab es seitdem viele. Ich kriege die nicht mal alle aufgezählt.
[31:21] Heinrich: Erst 2023 erschien wieder eins, Rogue City.
[31:25] Heinrich: Aber das ist immer ähnlich streng wie bei den Filmen, sonst ufert das doch sehr aus.
[31:29] Heinrich: Der erste Film, das erste Spiel, das ist es, was uns heute interessiert.
[31:34] Christian: Ja, tiefer in das finstere Detroit und die fiese Welt des Gaming-Robocops steigen
[31:41] Christian: wir gleich in unserer Diskussion ein.
[32:02] Heinrich: Christian, ich muss mich schon fragen, ist das im Spiel derselbe RoboCop wie
[32:07] Heinrich: im Film? Denn in der Vorlage steckt der Kugeln weg, als wäre es gar nichts.
[32:13] Heinrich: Da prallen normale Geschosse einfach nur ab.
[32:16] Heinrich: Aber im Spiel ist also jeder zweitklassige Kleinganobe in der Lage,
[32:21] Heinrich: mit seinen Pistölchen meinen Lebensenergiebalken empfindlich zu reduzieren.
[32:26] Heinrich: Vielleicht hat er ja die Titan-Rüstung in die Reinigung gegeben oder sie wurde zu heiß gewaschen.
[32:31] Heinrich: Das kombiniert mit den sportlichen Zeitlimits, das waren die ersten Sachen,
[32:36] Heinrich: die mir jetzt beim Wiederspielen aufgefallen sind.
[32:39] Christian: Ich habe mich auch gefragt, ob es sich vielleicht um einen Prototypen von Robocop
[32:43] Christian: handelt und auch nicht um den echten, weil der ist schon wirklich sehr wehleidig.
[32:47] Christian: Also da guckt dann halt mal wirklich irgend so ein böser Bube zum Fenster raus
[32:51] Christian: und schon ist die Spielrunde vorbei, wenn du nicht aufpasst.
[32:55] Christian: Das geht schon sehr, sehr schnell runter und vor allen Dingen dann später,
[32:58] Christian: wenn zum Beispiel irgendwelche Motorradfahrer kommen.
[33:00] Christian: Also wenn du nicht die volle Energie hast, dann kannst du einmal den Zusammenstoß
[33:05] Christian: mit denen überleben, aber auch gerade nur so.
[33:07] Christian: Aber selbst beim Drüberspringen kollidierst du mit denen und bist hinüber und
[33:12] Christian: dann geht Robocop auf die Knie und ist weg.
[33:14] Christian: Am C64 hat man ja dann auch nur ein Leben und muss dann wieder von vorn anfangen.
[33:18] Christian: Also ich würde behaupten, da gibt es effektivere Methoden der Verbrechensbekämpfung.
[33:24] Heinrich: Ansonsten, sie haben sich ja bemüht bei ihren neuen Levels auf dem C64,
[33:29] Heinrich: also inklusive der kleinen Bonusrunden Man braucht aber schon ein bisschen Fantasie,
[33:34] Heinrich: um die Showplätze wiederzuerkennen Aber es soll sich wohl um Downtown Detroit
[33:39] Heinrich: handeln, dann der Schrottplatz,
[33:41] Heinrich: am Ende geht es ins OCP-Hauptquartier Ein bisschen deutlicher ist das beim Automaten
[33:47] Heinrich: und dann auch der Amiga-Umsetzung wo dann auch am ersten Level schon der ED-209
[33:54] Heinrich: als Obergegner kommt oder wo sie auch mal zumindest ein Standbild haben,
[34:00] Heinrich: das an die Nachrichtensendungen im Film erinnern soll. Aber das war es dann auch schon.
[34:04] Heinrich: Und ja, generell tut sich das Spiel sehr schwer, diesen satirischen Charakter
[34:09] Heinrich: der Vorlage einzufangen.
[34:11] Christian: Ja, absolut. Also durch den Film ziehen sich ja dann dauernd auch irgendwelche
[34:14] Christian: bizarren Werbespots aus dieser Welt, wo dann Spiele beworben werden zum Beispiel,
[34:19] Christian: was halt, keine Ahnung, wie Schiffe versenken oder so aussieht,
[34:21] Christian: aber du spielst eigentlich...
[34:22] Heinrich: Nukem!
[34:23] Christian: Nukem, genau. Den Nuklearkrieg, ja, wo in der Werbung dann auch so eine richtig
[34:27] Christian: schöne Explosion am Küchentisch die ganze Familie entzückt.
[34:41] Christian: Das ist schon extrem heiter, also da merkt man natürlich auch diese satirischen
[34:44] Christian: Elemente und davon ist rein gar nichts,
[34:46] Christian: sieht man vielleicht mal von der Highscore-Liste der C64-Version ab,
[34:50] Christian: wo vorige Spieler Namen haben wie Alienation und Frustration und Despair und Pain.
[34:58] Christian: Vielleicht ging es dem Programmierer aber auch einfach nur nicht so gut in den
[35:01] Christian: letzten Phasen, wer weiß.
[35:02] Christian: Also ich hatte schon so das Gefühl beim Spielen, dass man in dieser RoboCop-Welt ist.
[35:07] Christian: Also das ist mit diesen Straßenschluchten und mit diesen Warenlager und sowas
[35:11] Christian: dann schon nah genug dran.
[35:13] Christian: Und die Tatsache, dass du Babynahrung aufsammelst oder so, oder dass du halt
[35:17] Christian: zum Beispiel in diesem Minigame den Vergewaltiger dann umnieten sollst,
[35:21] Christian: auch wenn du es nicht ganz so effektiv machen kannst wie im Film.
[35:24] Christian: Das, finde ich, ist schon alles ganz okay eingefangen. Also da hatte ich schon
[35:27] Christian: das Gefühl, ich spiele Robocop.
[35:29] Christian: Aber ja, natürlich so ein bisschen was von diesem sehr kantigen Humor wäre schön gewesen.
[35:34] Christian: Es ist zwar, glaube ich, schwer, das spielerisch umzusetzen.
[35:37] Christian: Aber natürlich, gerade wenn man so einen Werbespot wie Newcomb hat.
[35:40] Christian: Es gab ja damals auch dieses schöne Spiel Nuclear War, wo man mit ähnlichem
[35:43] Christian: schwarzem Humor solche tatsächlichen politischen Ereignisse aufgegriffen hat.
[35:47] Christian: Also ich glaube, sie hätten es, selbst wenn es im Spielerischen nicht drin ist,
[35:51] Christian: das dann immer noch irgendwo im Grafikdesign oder in so kurzen Zwischenmeldungen
[35:55] Christian: oder in irgendwelchen Elementen vom Spiel dann doch nochmal widerspiegeln können,
[36:00] Christian: dass das halt eigentlich auch so was Bissiges sein kann.
[36:03] Christian: Hier ist es halt dieser so ein bisschen lahmarschige Kopf, der da halt rumstapft
[36:08] Christian: und irgendwie so ein bisschen hilflos wirkt gegenüber diesen ganzen Verbrechern.
[36:13] Heinrich: Ja, sie haben sich halt beim Spieldesign auf diese, sag ich mal,
[36:16] Heinrich: Dirty-Hairy-Komponente konzentriert, konzentriert, denn das ist ja eine der
[36:19] Heinrich: Ebenen des Films, der funktioniert ja da schon sehr gut,
[36:23] Heinrich: wenn also dann in einer Montage zu sehen ist, wie eben Robocop im Dienst so
[36:27] Heinrich: verschiedene, also wirklich ganz niedere, widerwärtige Verbrecher dabei erwischt,
[36:32] Heinrich: wie sie Missetaten begehen wollen und da mit seiner stoischen Art sie darauf hinweist,
[36:37] Heinrich: dass das keine gute Idee ist und dann auch schnell Taten folgen lässt.
[36:41] Heinrich: Also ich glaube, deswegen war wohl auch der Film so ein Mainstream-Erfolg,
[36:45] Heinrich: also man muss nicht unbedingt die satirischen zwischen Spitzen gutieren.
[36:49] Heinrich: Man kann da auch sehr gut drüber johlen, wenn da eben der Robocop nicht ganz
[36:53] Heinrich: vielleicht regelkonform, aber den Schuft mal zeigt, was hier Sache ist.
[36:58] Christian: Ja, also der Film ist natürlich auch so konstruiert und das gehört auch dann
[37:01] Christian: zum Teil letzten Endes der Satire, dass man da ja auch so richtig mitgeht.
[37:04] Christian: Das ist das, was der Produzent meinte mit Fascism for Liberals,
[37:07] Christian: dass man eigentlich das richtig begrüßt, wie die bösen Buben dann da fertig
[37:12] Christian: gemacht werden, auch wenn man
[37:13] Christian: es im wirklichen Leben vielleicht doch etwas anders anpacken wollen würde.
[37:17] Christian: Aber ja, also da ist Robocop als Held, finde ich, auch einfach in einem Actionfilm
[37:21] Christian: eine sehr effektive Figur.
[37:24] Christian: Und das ist eine Welt, in die man dann auch damit richtig gut einsteigt.
[37:28] Christian: Also auch einfach in dieser Idee eben, dass da so ein Maschinenkopp jetzt mal für Ordnung sorgt.
[37:32] Christian: Ich glaube, da geht man schon mit. Und wir haben den Namen des Hauptdarstellers
[37:36] Christian: bislang noch gar nicht erwähnt, Peter Weller, der ihn spielt und von dem man
[37:39] Christian: dann ja nicht wahnsinnig viel sieht eigentlich im Film, weil er die meiste Zeit
[37:43] Christian: diesen Helm auch auf hat.
[37:45] Christian: Und der das aber trotzdem ganz fantastisch spielt, finde ich,
[37:47] Christian: auch so ein gewisses Pathos mitbringt. Peter Weller hat sich ja erst mal gesträubt,
[37:52] Christian: wie so ziemlich jeder sich gegen Robocop erst mal gesträubt hat,
[37:54] Christian: weil dieser Anzug ja auch so unglaublich schwer war.
[37:57] Christian: Und eben, man sieht ihn nicht. Und was willst du da machen als Schauspieler?
[38:00] Christian: Er hat sich dann von Boris Karloff in Frankenstein inspirieren lassen und hat
[38:04] Christian: diesen Bewegungen was Schwerfälliges gegeben, um dieser Figur auch so ein bisschen Pathos zu geben.
[38:10] Christian: Und zum Beispiel, wenn du diese Sequenz dir anschaust, wo er dann diesen Vergewaltiger
[38:14] Christian: wegnietet, und dann fällt ihm die Frau ja um den Hals in voller Dankbarkeit.
[38:18] Christian: Und er steht so ein bisschen hilflos da. Die Arme sind dann immer noch so halb angehoben.
[38:23] Christian: Und dann sagt er ja so halt in seiner Programmierung, sie haben einen Schock
[38:27] Christian: erlitten, begeben sie sich ins Krankenhaus, wo man sich um sie kümmert oder so.
[38:31] Christian: Dann hat das ja auch wieder so ein bisschen was Lustiges, aber auch was irgendwie
[38:34] Christian: fast Anrührendes an sich.
[38:37] Christian: Dafür ist er nicht programmiert, um da irgendwie jetzt Trost zu spenden.
[38:40] Christian: Also die Figur selber, finde ich, die trägt wahnsinnig viel und man könnte natürlich
[38:45] Christian: argumentieren, dass dieses etwas schwerfällige Herumstapfen dann in der Heimcomputer-Version
[38:49] Christian: adäquat umgesetzt wurde, aber ich hätte mich doch gefreut, wenn man ihn da ein
[38:52] Christian: bisschen schneller steuern könnte.
[38:53] Heinrich: Die Steuerung hat natürlich ein generelles Problem, wie so viele Automaten-Umsetzungen dieser Zeit.
[39:01] Heinrich: C64 und Amiga nutzten immer noch den alten Atari-Joystick-Standards.
[39:08] Heinrich: Das heißt, da wurde nur ein Feuerknopf abgefragt. Und bei Run- und Gun-Spielen
[39:14] Heinrich: ist es üblich, dass man auch mal einen Sprung macht und natürlich viel schießt.
[39:18] Heinrich: Und das mit dem Sprüngemachen ist dann jetzt ein bisschen umständlich.
[39:23] Heinrich: Es ist auch je nach Version ein bisschen anders gelöst.
[39:26] Heinrich: Ich glaube beim C64, wenn du nach oben guckst und schießt, dann springt er mehr
[39:31] Heinrich: oder weniger automatisch und auf dem Amiga relativ kunstvoll,
[39:35] Heinrich: joystick schnell runter und wieder rauf, Was gar nicht mal so doof ist,
[39:40] Heinrich: wenn man sich ein bisschen dran gewöhnt hat oder halt auf die Space-Taste hämmern alternativ.
[39:46] Heinrich: Also allein deswegen natürlich haben die Heim-Versionen ein Handicap im Vergleich
[39:50] Heinrich: zum Automaten, der da eben den Knopf mehr hat.
[39:53] Christian: Ja, du musst den Feuerknopf im Zivilen Set sich wirklich festhalten und dann
[39:57] Christian: so nach oben zu springen.
[39:58] Christian: Das heißt, du ballerst auch immer beim Hüpfen, was also den Robocop auch jetzt
[40:02] Christian: nicht eleganter aussehen lässt, sondern dann wieder so ein bisschen hilfloser,
[40:05] Christian: dass er dann halt immer so unkontrolliert einfach rumballert,
[40:08] Christian: während du dann irgendwie diese Spielfigur so hüpfen lässt.
[40:11] Christian: Das ist schon ein bisschen hakelig mit dieser Steuerung, auch eben wie man da
[40:14] Christian: schräg hoch und alles schießt.
[40:17] Christian: Aber es ist alles nicht das größte Problem, was dieses Spiel hat, nicht wahr?
[40:23] Heinrich: So, was ist deine Ausrede? Warum hast du es nicht durchgespielt auf C64?
[40:28] Christian: Ja, also, das ist die Überraschung, die ich vorhin angekündigt habe,
[40:31] Christian: nicht wahr? Ich dachte ja immer, ich bin zu schlecht.
[40:34] Christian: Und die Wahrheit ist, ich kann gar nicht gut genug sein.
[40:38] Christian: Außer ich nutze einen Bug aus, den das Spiel hat.
[40:42] Christian: Diese C64-Version von Robocop hat nicht etwa einen Game-Breaking-Bug,
[40:49] Christian: wegen dem man das Ding nicht durchspielen kann.
[40:51] Christian: Sie hat zwei Game-Breaking-Bugs, wegen denen du das Spiel eigentlich nicht durchspielen
[40:56] Christian: kannst, außer du weißt eben schon auswendig, was du machst, und nutzt noch einen dritten Bug aus.
[41:01] Heinrich: Der dann dafür sorgt.
[41:03] Christian: Dass du den ersten Bug umgehen kannst.
[41:05] Heinrich: Das ist nicht alles Absicht.
[41:08] Christian: Also, das ist schon ... Man kommt sich ein bisschen verladen vor, wenn man davon erfährt.
[41:13] Christian: Ich dachte immer, ich müsste halt eigentlich einfach mehr trainieren.
[41:16] Christian: Und die Tatsache, dass man nur ein einziges Leben hat, Also sobald man stirbt,
[41:21] Christian: und das tut man sehr häufig, wird man sofort an den Anfang des Spiels wieder zurückgeworfen.
[41:25] Christian: Das war ja damals üblich, aber in den meisten Games hattest du halt zumindest drei Leben.
[41:30] Christian: Hier hast du wirklich nur das eine, kein Continuo, kein gar nichts.
[41:33] Christian: Und deswegen habe ich schon auch immer wieder brav gespielt und mich drangesetzt
[41:37] Christian: und bin bis in den fünften Level gekommen, das Warenhaus.
[41:40] Heinrich: Der blaue ist das mit den Treppen, da wird es auch sehr hakelig.
[41:43] Christian: Genau, also du musst dann wirklich so irgendwo hochmarschieren in diesem Warenhaus
[41:48] Christian: und dann auf der anderen Seite wieder runtermarschieren.
[41:50] Christian: Und gerade beim Runtermarschieren ist das oft sehr übel.
[41:52] Christian: Da kommen dann irgendwelche Gegner plötzlich aus der Tür und du kannst,
[41:56] Christian: während du auf der Treppe stehst, halt auch leider nicht springen oder dich
[41:58] Christian: ducken oder so, sondern du musst halt fertig bis nach unten oder nach oben gehen.
[42:02] Christian: Auch da wirkt der gute Robo nicht wahnsinnig elegant.
[42:06] Christian: Aber das bedeutet natürlich auch, du wirst immer weggeballert.
[42:08] Christian: Aber also selbst wenn du das irgendwie raus hast, das Zeitlimit im Warenlager-Level
[42:13] Christian: ist zu gering gesetzt, als dass du das erreichen könntest.
[42:16] Christian: Es gibt in jedem Level ein Zeitlimit.
[42:19] Christian: Das hat man ja damals auch sehr gerne gemacht, damit ja nicht irgendjemand zu
[42:23] Christian: schnell das Ende des Spiels erreicht.
[42:25] Christian: Und beim Warenhauslager haben sie es etwas übertrieben.
[42:28] Heinrich: Das hat mal zugemacht damals, das gehörte dazu.
[42:31] Christian: Du hast drei Minuten, glaube ich, und du kannst es nicht schaffen.
[42:34] Christian: Du musst zweimal bis ganz nach oben und zweimal wieder ganz runter.
[42:38] Christian: Das geht in diesen drei Minuten nicht, da du ja auch immer mal abwarten musst, wann Gegner kommen.
[42:42] Christian: Aber ich glaube, selbst wenn du wirklich stur durchrennen würdest,
[42:44] Christian: würden die drei Minuten nicht reichen.
[42:46] Christian: Das kann man nur schaffen, wenn man einen Bark ausnutzt, mit dem man durch eine Wand laufen kann.
[42:52] Christian: Es gibt so bestimmte Bewegungen, wo das Spiel dann plötzlich glaubt,
[42:55] Christian: wahrscheinlich dein Sprite sitzt ein bisschen woanders, es, als es tatsächlich tut.
[42:59] Christian: Und dann kannst du durch die Wand laufen, die dich eigentlich davon abhält,
[43:01] Christian: geradeaus zu gehen, weswegen du sonst nach oben gehen musst.
[43:04] Christian: Das habe ich natürlich nie rausgekriegt und deswegen bin ich nicht über den
[43:07] Christian: Warenhaus-Level rausgekommen.
[43:08] Christian: Ich wäre sonst sehr überrascht gewesen über den zweiten Game-Breaking-Bug,
[43:12] Christian: der dann auf einen wartet.
[43:14] Heinrich: Ja, weil danach kommt nämlich der Grafik-Fehler-Level. Also inzwischen kann
[43:20] Heinrich: man ja von der Mod-Szene,
[43:22] Heinrich: von der Cracker-Szene reparierte Versionen in den Emulator laden,
[43:27] Heinrich: wo man den Level in der ursprünglich beabsichtigten Grafik bestaunen und auch durchspielen kann.
[43:33] Heinrich: Aber ursprünglich auf dem C64 gab es da einen üblen Grafikfehler.
[43:38] Heinrich: Das heißt, du hast die Hintergrunddetails nicht wirklich erkennen können,
[43:43] Heinrich: was das ohnehin nicht ganz leichtes Spiel minimal erschwert hat.
[43:48] Heinrich: Und manche Leute zählen dann 2 in 2 zusammen und denken sich,
[43:52] Heinrich: vielleicht ist ja im vorherigen Level das Zeitlimit mit Absicht so unmöglich
[43:58] Heinrich: gemacht worden, damit man da erst gar nicht hinkommt.
[44:02] Christian: Der Verdacht drängt sich natürlich auf, weil da halt wirklich nur noch Grafikmüll zu sehen ist.
[44:08] Christian: Und also spätestens dann wirft man ja den Joystick entnervt in die Ecke,
[44:11] Christian: wenn man bis dahin kommt.
[44:13] Christian: Oder man versucht es noch ein paar Mal, um festzustellen, dass es immer wieder auftaucht.
[44:16] Christian: Sollte man tatsächlich das schaffen in irgendeiner Form? Aber ja,
[44:20] Christian: offensichtlich ist es ja ein Problem, was zu beheben ist, wenn man in den Source-Code
[44:24] Christian: reingeht, wie es dann die Cracker gemacht haben, was jetzt also nicht so ist,
[44:27] Christian: dass du es umprogrammieren müsstest,
[44:29] Christian: sondern dass da wahrscheinlich nur irgendeine Routine falsch läuft.
[44:31] Christian: Das hätte man natürlich dann auch machen können, anstatt das Zeitlimit niedrig zu machen.
[44:36] Heinrich: Genau und deswegen glaube ich auch nicht an diese Verschwörungstheorie,
[44:40] Heinrich: weil wenn man Kompetenz und Zeit genug gehabt hätte, um dann noch schnell das
[44:45] Heinrich: Zeitlimit zu verschärfen, also hättest du auch noch genauso gut diesen Grafikbug fixen können.
[44:52] Heinrich: Also viel wahrscheinlicher ist es, dass das Zeitlimit von vornherein bescheuert
[44:55] Heinrich: war, weil es kein ordentliches Playtesting gab.
[44:58] Heinrich: Und dass dann beim Mastering, wie auch immer, beim Komprimieren,
[45:02] Heinrich: dass da irgendein Byte falsch gesetzt worden ist und es eben diesen Grafikmüll gab.
[45:07] Heinrich: Hätte die Qualitätssicherung vielleicht feststellen können.
[45:10] Heinrich: Bei Ocean gab es natürlich immer viel Termindruck.
[45:14] Heinrich: Also generell bei solchen Lizenzsachen möchte man relativ schnell kommen.
[45:19] Heinrich: Der Film war zwar aus den Kinos draußen, aber es gab den Heimvideo-Release.
[45:23] Heinrich: Eine Erklärung auch für manche andere Katastrophe, die veröffentlicht worden
[45:28] Heinrich: ist, das war das Kataloggeschäft.
[45:30] Heinrich: Also damals waren ja auch in Deutschland so Quelle oder Otto,
[45:34] Heinrich: das waren ja ganz wichtige Abnehmer von diesen Spielen.
[45:37] Heinrich: In England gab es da auch entsprechende Konzerne und das wurde auch mal erklärt
[45:41] Heinrich: von ehemaligen Mitarbeitern.
[45:43] Heinrich: Ocean musste da sehr frühzeitig Packungsentwürfe und Artworks einreichen,
[45:49] Heinrich: damit die Titel im Katalog aufgenommen werden.
[45:53] Heinrich: Wenn man aber dann das Produkt nicht rechtzeitig liefert, damit es auch verkauft
[45:58] Heinrich: werden kann, wenn besagter Katalog erschienen ist, dann drohen empfindliche Konventionalstrafen.
[46:03] Heinrich: Also das hat dazu mancher Schludrigkeit natürlich geführt.
[46:08] Christian: Also vielleicht erklärt das dann die Highscore-Liste mit Despair und Misery und Frustration darin.
[46:15] Christian: Es gibt ja tatsächlich zwischen diesem unschaffbaren Zeitlimit-Level und dem
[46:19] Christian: verbuggten Grafik-Level gibt es ja noch ein Mini-Level, das ist der,
[46:22] Christian: wo du gegen den Ad 209 kämpfst.
[46:25] Christian: Und auch das ist natürlich ein Hinweis darauf, dass es einfach nur zwei separate
[46:28] Christian: Bugs sind, weil ansonsten hätte man ja den Ad 209 einfach unbesiegbar machen
[46:33] Christian: können, dass du sozusagen so weit spielen kannst wie möglich,
[46:36] Christian: bevor der Grafik-Bug kommt.
[46:38] Christian: Aber ja, es ist schon wirklich eigentlich eine große Frechheit, wenn man das erfährt.
[46:42] Christian: Ich wäre ja natürlich gar nicht drauf gekommen, jetzt ohne Recherche zu diesem
[46:45] Christian: Game, sondern man hat halt einfach angenommen, dass man nicht gut genug ist.
[46:49] Christian: Das Spiel ist halt sauschwer und eigentlich müsste man halt sich wirklich dahinter klemmen.
[46:53] Christian: Und wenn man das auch nur brav lang genug spielt, dann weiß man vielleicht auch,
[46:57] Christian: wie der Warehouse-Level geht und irgendwann gibt man halt auf,
[47:00] Christian: so wie man es halt bei sehr vielen Games ja letzten Endes getan hat.
[47:03] Christian: Und ich weiß nicht, wo kann ich jetzt hinschreiben, um diese Zeit wiederzuholen,
[47:08] Christian: die ich da jetzt vergeblich in das Training dieses Spiels gesteckt habe,
[47:11] Christian: in der Hoffnung oder in dem Glauben, dass ich da das Ende sehen werde.
[47:16] Heinrich: Ja, in jeder Packung von Ocean Spielen war ja die Adresse, da kannst du noch
[47:20] Heinrich: mal eine Postkarte hinschreiben, mal gucken, was zurückkommt.
[47:23] Heinrich: Das Bedauerliche ist ja, dass das eigentlich ein ordentliches Spiel wäre.
[47:29] Heinrich: Also grafisch ist das Offensiv 64 für die Zeit ganz hübsch mit diesen Hi-Res-Sprites,
[47:35] Heinrich: der Robocop kann sich sehen lassen, der Einsatz von Farben, alles ganz manierlich.
[47:41] Heinrich: Die Sache mit dem Schwierigkeitsgrad, da muss ich auch noch dazu gestehen,
[47:46] Heinrich: dass ich mir nicht erklären kann, was ich damals geschrieben habe,
[47:50] Heinrich: als ich das in Powerplay testete.
[47:52] Heinrich: Also da habe ich so sinngemäß gemeint, ja, es fängt ja ein bisschen läppisch an und ja,
[47:59] Heinrich: ab dem Ab dem fünften Level wird es mal ein bisschen anspruchsvoller,
[48:01] Heinrich: also sprich, mehr habe ich auch davon nicht gesehen offensichtlich und mein Fazit damals,
[48:07] Heinrich: nicht gerade übertrieben friedfertig, aber sehr handfeste und unterhaltsame Action,
[48:14] Heinrich: 77% in Powerplay, ich war nicht der einzige,
[48:18] Heinrich: ASM Manfred Kleimann gab 8 von 12,
[48:22] Heinrich: die Grafiken sind recht gut, die Steuerung.
[48:25] Heinrich: Ich kann mir das nicht genau erklären.
[48:29] Heinrich: Also sicher haben meine Fähigkeiten als Spieler nachgelassen,
[48:34] Heinrich: aber ich war auch damals nicht der Übergamer.
[48:37] Heinrich: Ich habe sehr vieles gespielt, so mittelmäßig kompetent, aber ich war eigentlich
[48:41] Heinrich: jetzt nie der eine, der so Lichtjahre voraus war mit seinem Können und seinem Geschick.
[48:47] Heinrich: Ich habe jetzt nur die Theorie, aber ich kann mich nicht konkret daran erinnern,
[48:51] Heinrich: dass wir vielleicht vorab Versionen von Ocean hatten. Das war damals durchaus üblich.
[48:57] Heinrich: Und ich weiß nicht, ob sie da noch was dran gedreht haben.
[49:00] Heinrich: Also vielleicht kam ja auch Feedback von der englischen Presse,
[49:04] Heinrich: so leicht, gleich durchgespielt und dass sie dann noch was verschärft haben.
[49:08] Heinrich: Aber das ist jetzt gemutmaßt.
[49:11] Heinrich: Aber ich war jetzt auch ganz verblüfft nach der Lektüre meiner alten Tests,
[49:16] Heinrich: wie unmöglich es für mich war, nur den ersten Level auf C64 abzuschließen.
[49:21] Heinrich: Also da fand ich die Amiga-Version eigentlich noch erträglicher, aber auch nicht viel.
[49:25] Christian: Die haben das gelesen und haben gesagt, der Lena kommt bis in den fünften Level,
[49:29] Christian: da müssen wir was machen.
[49:30] Heinrich: Das kann ja nicht sein. Also ein weiteres Mysterium.
[49:35] Heinrich: Ja, auf Amiga spiele ich es jetzt auch gar nicht so ungern, Auch wenn es da
[49:39] Heinrich: natürlich nach meinen Maßstäben heute viel zu fies ist.
[49:44] Heinrich: Aber angefangen von der Musik und auch so von 1, 2 dieser Minigames.
[49:49] Heinrich: Du hast zum Beispiel den Polizeischießstand.
[49:52] Heinrich: Das hat noch ein bisschen mehr Filmfeeling, finde ich.
[49:56] Heinrich: Sie verwenden zum Beispiel ja auch wirklich das Hauptthema aus dem Film.
[50:00] Heinrich: Was ein furchtbarer Ohrwurm ist, kombiniert damit, dass immer wenn du auf dem
[50:05] Heinrich: Amiga ein Extra aufsammelst, was hier öfters vorkommt, Munition, einen kleinen Snack.
[50:12] Heinrich: Dann hört man noch digitalisierte Sprache.
[50:18] Heinrich: Auf dem C64 hat sich ein Musiker viel Mühe gegeben. Es klingt ganz gut,
[50:23] Heinrich: aber es ist halt nicht die Filmmusik.
[50:25] Heinrich: Ich schalte immer dann auf Soundeffekte pur um im Spiel, sonst wäre ich ja wahnsinnig.
[50:31] Christian: Ja, es hilft schon, wenn du eigentlich Soundeffekte hast, weil dann kannst du
[50:34] Christian: dich ein bisschen besser aufs Spielgeschehen konzentrieren. obwohl die Musik
[50:36] Christian: sehr cool ist, aber sie dudelt dann natürlich einfach immer die ganze Zeit durch.
[50:40] Christian: Also das ist so für den Titelscreen cool oder wenn sie es zwischendurch gemacht
[50:43] Christian: hätten, wäre das lässig. Ich finde auch das C64-Thema ist schon sehr, sehr gut gemacht.
[50:48] Christian: Das hat man dann auch schon sehr im Ohr. Und es gibt sogar auch da kurze Sprachausgaben,
[50:52] Christian: nämlich wenn du das Spiel startest, dann hörst du Robocop.
[50:58] Christian: Aber nur eben an dieser einen Stelle.
[51:00] Heinrich: Ja, aber wenn man sich anguckt, wie viel Speicher der arme C64 hatte,
[51:04] Heinrich: war das schon ganz beachtlich.
[51:06] Christian: Also ich finde, sowas sollte man in den Alltag irgendwie übernehmen.
[51:09] Christian: Dass immer, wenn man irgendwas Cooles macht oder was aufsammelt oder so,
[51:12] Christian: dass man seinen eigenen Namen sagt.
[51:14] Christian: Also ich heiße nicht Robocop, sondern ich würde dann halt einfach immer Gänsel sagen.
[51:19] Heinrich: Das klingt vielleicht nicht ganz so rund und heldenhaft. Ich weiß nicht.
[51:24] Heinrich: Also das flutscht nicht so gut.
[51:26] Christian: Nicht? Meinst du nicht? Also ich gehe jetzt so in den nächsten Shop irgendwo,
[51:30] Christian: wo ich mir irgendein Extra kaufe, also eine neue Blu-Ray oder so.
[51:34] Christian: Und dann sage ich Gänsel, wenn ich das aufnehme. Und an der Kasse muss ich vielleicht
[51:38] Christian: nochmal Gänsel sagen oder so. Ich glaube, das kommt total super.
[51:42] Heinrich: Du versuch das mal, lass dich dabei filmen und wir haben was für Social Media, Christian. Gute Idee.
[51:47] Heinrich: Mal gucken, wie die Reaktion der unbeteiligten Passanten ist.
[51:52] Christian: Also ich stimme dir zu, es ist eigentlich ein gar nicht unsympathisches Game.
[51:56] Christian: Also wenn es natürlich fair wäre am C64.
[51:59] Heinrich: Dann wäre das jetzt auch kein... Diese Ansprüche, dieses Anspruchsdenken, ihr jungen Leute.
[52:04] Heinrich: Ich wollte nämlich auch gerade sagen, also für eine Ocean-Film-Umsetzung ist
[52:07] Heinrich: es ja eigentlich gar nicht so schlecht.
[52:10] Christian: Jaja, eher. Also wenn du jetzt dir mal die Bugs wegdenkst und...
[52:13] Christian: Also es könnte so ein Tick leichter sein.
[52:16] Christian: Sagen wir mal, du hast drei Leben, das wäre schon mal eine Riesenhilfe.
[52:19] Heinrich: Ja, oder die Schussfrequenz der Gegner und die Respawn auch ständig.
[52:23] Heinrich: Und übrigens, diese Spektrum-Version, die musste ich mir auch jetzt mal kurz
[52:26] Heinrich: angucken, die spielt sich relativ erträglich, die ist ein bisschen gemütlicher.
[52:31] Heinrich: Und klar, Spektrum-Grafik nicht so toll, aber da ist alles ein bisschen langsamer,
[52:36] Heinrich: also auch die Gegner und dann wird eher mal deine Munition knapp.
[52:40] Heinrich: Also wenn es mehr in die Richtung gegangen wäre auf C64, das wäre begrüßenswert gewesen.
[52:45] Christian: Das klingt schon so wie das Point-and-Click-Adventure zu RoboCop irgendwie.
[52:51] Christian: Also ich habe es gar nicht ungern gespielt. Ich bin damals auch tatsächlich
[52:55] Christian: eine ganze Zeit lang drangesessen, weil ich schon wissen wollte,
[52:58] Christian: wie es weitergeht und weil das eigentlich ganz ansprechend designt war.
[53:02] Christian: Eben wie du sagst, Grafik und Sound und so weiter. Und klar ist es ein bisschen
[53:05] Christian: hakelig. Du merkst schon, es ist jetzt nicht das tollste Game aller Zeiten.
[53:08] Christian: Aber es passt schon irgendwie auch ein bisschen zum Film. Ich habe so das Gefühl,
[53:12] Christian: da kommt ein bisschen RoboCop-Flair auf.
[53:14] Christian: Und hätte ich damals ein anderes System gehabt, habt, dann hätte ich vielleicht
[53:17] Christian: auch irgendwann mal das Ende gesehen.
[53:19] Christian: Es gibt tatsächlich ein YouTube-Video, wo jemand diese verpackte Version bis
[53:23] Christian: zum Ende durchspielt, weil der kennt den Trick, wie man dann durch die Wand
[53:27] Christian: laufen kann im Warehouse und der weiß genau, wo er in diesem grafikverpackten Level hingehen muss.
[53:33] Christian: Das heißt, er läuft halt quasi im Blindflug durch irgendwelche ASCII-Zeichen
[53:36] Christian: durch und schafft das in diesem Zeitlimit dann halt auch, diesen Level durchzuspielen,
[53:41] Christian: um bis zum Ende zu kommen.
[53:42] Christian: Es braucht dann unter 10 Minuten, wenn du alles zügig durchspielst und weißt, wo du hingehst.
[53:47] Christian: Tja, ich möchte aber nicht wissen, wie lange er gebraucht hat,
[53:49] Christian: um so weit zu kommen, dass er das in diesen zehn Minuten tatsächlich auch bis
[53:53] Christian: zum Ende durchspielt. Aber ich ziehe den Hut.
[53:56] Heinrich: Ich glaube, weniger Bugs hatte der Film, auch wenn, ja genau,
[54:01] Heinrich: da war immer die Sache mit dem 9,9 Millionen Budget und wie da nicht rumgetrickst wurde.
[54:06] Heinrich: Also das ist auch ein Film, ähnlich wie vielleicht The Terminator,
[54:09] Heinrich: den man nicht wirklich ansieht, dass er doch unter großen finanziellen Entbehrungen gedreht worden ist.
[54:15] Heinrich: Denn für so ein Action-Spektakel und alleine die Effekte und Stop-Motion und
[54:19] Heinrich: das Robocop-Kostüm, also 10 Millionen war ja auch jetzt damals nicht so viel, oder?
[54:23] Christian: Nee, also da gab es natürlich wesentlich teurere Filme und Orion ist ja dieselbe
[54:28] Christian: Produktionsfirma wie beim Terminator,
[54:30] Christian: hatte ja immer diese Geschichten auch so ein bisschen, ich sag mal stiefmütterlich
[54:35] Christian: fast behandelt, weil das sind eigentlich die Leute aus dem alten United Artists Regime,
[54:40] Christian: die halt die Woody Allen Filme und so weiter und Michael Cimino und so was produziert haben.
[54:44] Christian: Die haben halt dann diese Action-Kracher so ein bisschen mit aufgenommen,
[54:47] Christian: um halt Geld zu machen, aber wollten da jetzt nicht unbedingt wahnsinnig viel
[54:52] Christian: auch rein investieren, auch jetzt gar nicht so sehr im Sinne des Aufwands, glaube ich.
[54:56] Christian: Ich glaube, was der Film sehr geschickt macht oder was Verhoeven ja dann auch
[54:59] Christian: sehr geschickt macht und die Drehbuchautoren, es ist ja eine Science-Fiction-Dystopie.
[55:04] Christian: Ich habe vorhin gesagt, es hat ja auch so Cyberpunk-Elemente von dieser völlig
[55:08] Christian: kaputten, zerstörten Stadt und halt dieser übertriebenen Medienpräsenz,
[55:13] Christian: die es da gibt und diesen verzerrten Spots und alles.
[55:16] Christian: Und dann gibt es Cyborgs und eine gekaufte Polizei und so weiter.
[55:19] Christian: Es ist aber eine Science-Fiction-Geschichte, die eigentlich in unserer Gegenwart spielt.
[55:23] Christian: Das heißt, du hast ja vom Design her fast nichts, was du groß auf Science-Fiction
[55:28] Christian: trimmen musst, sondern die kaputte Stadt ist halt einfach die kaputte Stadt.
[55:32] Christian: Die Autos, die die fahren, sind halt ganz normale Autos. Du hast eigentlich
[55:36] Christian: nur die Roboter als Science-Fiction-Element, also den Cyborg und diesen Ad 209.
[55:41] Christian: Und dann hast du halt so eine gewisse Medienpräsenz. Du hast ja sogar,
[55:44] Christian: wenn die auf die Toilette gehen in diesem großen Omni-Consumer-Products-Konzern.
[55:49] Christian: Über den Pissoirs laufen dann die Aktienkurse trotzdem durch auf so einem eigenen Screen.
[55:54] Christian: Jedes Pissoir hat einen eigenen Screen, damit du ja nicht deine Zeit vergeudest
[55:58] Christian: und irgendwelche Entwicklungen auf dem Aktienmarkt irgendwie verpassen würdest.
[56:01] Christian: Aber das sind sehr, sehr kleine Science-Fiction-Elemente. Und das schlägt sich
[56:05] Christian: natürlich im Budget auch nieder, dass du ja das Gefühl hast,
[56:08] Christian: dass dir da eine sehr eigene, spezifische Welt erzählt wird,
[56:11] Christian: die ja aber ganz groß in unserer gedreht werden kann.
[56:14] Christian: Und wo sich die Effekte dann auf eigentlich Kleinigkeiten in Anführungszeichen beschränken.
[56:19] Christian: Ich finde, das ist sehr, sehr geschickt gemacht, weil man denkt beim Anschauen
[56:22] Christian: gar nicht groß drüber nach.
[56:23] Heinrich: Was für mich jetzt auf jeden Fall eine interessante Erfahrung war,
[56:28] Heinrich: erst dieses Remake von 2014 anzugucken, das also echt okay ist,
[56:34] Heinrich: aber dann danach erst wieder das Original von 87 Und das ist schon nicht nur
[56:40] Heinrich: brutaler, sondern auch kälter, zynischer.
[56:43] Heinrich: Im Remake zum Beispiel hast du Szenen, wie Murphy nach der Verwandlung in Robocop
[56:49] Heinrich: ihr dann Frau und Kind auch trifft und die Emotionen und traurige Blicke.
[56:55] Heinrich: Also im Originalfilm betritt er mal das ehemalige Haus, aber die Familie ist
[57:01] Heinrich: weggezogen und es gibt keinen Kontakt mehr.
[57:03] Heinrich: Also da sind so einige Glättungen im Remake. Und gut, natürlich mit Computergrafik
[57:09] Heinrich: sehen einige Sachen noch ein bisschen schnieker aus.
[57:11] Heinrich: Aber ich weiß nicht, also der
[57:13] Heinrich: Originalfilm hat mir jetzt wieder ganz hervorragend eigentlich gefallen.
[57:18] Heinrich: Weil also diese Mischung, diese Balance eben aus diesen verschiedenen Elementen,
[57:24] Heinrich: Und was dabei rauskommt, ich glaube, das haben auch dann spätere Filme von Verhoeven,
[57:30] Heinrich: also selbst Starship Troopers, was ich mir nochmal angeguckt habe, den ich ja auch mag,
[57:34] Heinrich: so toll wie bei Robocop, glaube ich, ist diese Mischung nicht mehr gelungen.
[57:40] Christian: Ja, also ich bin auch ein großer Verfechter von Starship Troopers.
[57:44] Christian: Auch der, finde ich, ist auf seiner satirischen Ebene ganz großartig gemacht.
[57:48] Christian: Natürlich funktioniert er auf einer erzählischen, emotionalen Ebene anders als RoboCop.
[57:52] Christian: RoboCop hat so ein Pathos und Starship Troopers will ja auf was anderes hinauslaufen.
[57:57] Christian: Also schwer zu vergleichen.
[57:58] Heinrich: Spätere Folge, okay.
[58:00] Christian: Aber ja, also ich finde gerade dieses sehr heruntergefahrene von Robocop,
[58:05] Christian: dass da, wenn was Emotionales da ist, dass das eigentlich alles sehr klein gehalten
[58:09] Christian: wird. Eben die Szene, wo er nach Hause kommt.
[58:11] Christian: Die trifft einen schon, die ist sehr traurig. Er ist eigentlich eine sehr tragische Figur.
[58:15] Christian: Aber das ist jetzt nicht, dass das den kompletten Film über dir die ganze Zeit erzählt wird.
[58:19] Christian: Das erzählt dir Peter Weller so ein bisschen mit den Bewegungen.
[58:22] Christian: Da gibt es mal diese Szene, wo er sich den Helm abschraubt und du siehst dann
[58:25] Christian: sein halbes Gesicht Und das ist so eine Szene, die geht unter die Haut.
[58:31] Christian: Auch da, finde ich, kommt diese Idee von Körperlichkeit von Paul Verhoeven wieder sehr stark rein.
[58:36] Christian: Aber die machen ja nicht wahnsinnig viel in dieser Szene. Also da gibt es ja
[58:39] Christian: dann nicht lange Debatten darüber, was jetzt aus ihm geworden ist oder sonst
[58:43] Christian: irgendwas, sondern er lässt einfach das Bild für sich sprechen von diesem kaputten Helden sozusagen.
[58:49] Christian: Also das finde ich alles sehr geschickt.
[58:51] Christian: Man merkt dann dran, dass Verhoeven ein sehr, sehr geschickter Erzähler ist
[58:55] Christian: und auch ein kluger Mensch, denn natürlich subtil ist Verhoeven nie.
[59:00] Christian: Das ist immer alles sehr over the top und grell und Extremgewalt und Sex und
[59:05] Christian: Provokationen und so weiter.
[59:07] Christian: Aber dass er in diesen kleinen Elementen, in diesen Bildern,
[59:11] Christian: die da drunter liegen, in diesen Stimmungen, die da drunter liegen,
[59:14] Christian: dass er einen dann auch so erreicht und auch diese Ideen dann auf kleiner Ebene
[59:18] Christian: weiter transportiert, das finde ich immer sehr faszinierend.
[59:21] Christian: Und wenn man dann tiefer einsteigt, merkt man doch immer, dass er sich das alles
[59:24] Christian: wirklich durchdacht hat.
[59:25] Christian: Auf dem Audiokommentar redet er dann drüber in dieser Szene,
[59:28] Christian: wo Robocop sein Zielsystem wieder herrichten muss.
[59:32] Christian: Es gibt ja eine Polizistin, die ihm hilft, seine frühere Partnerin,
[59:35] Christian: gespielt von Nancy Allen, die hilft ihm dann, dass er das wieder ausrichten
[59:39] Christian: kann. Und sie schießen auf Babynahrung, auf diese kleinen Gläschen mit Babynahrung,
[59:44] Christian: die er eigentlich als Nahrung braucht.
[59:46] Christian: Und Verhoeven sagt dann auf dem Audiokommentar, naja, das ist ja quasi das,
[59:50] Christian: was über ist, er und diese Frau, zwischen denen ja nichts passieren kann.
[59:53] Christian: Und sie schießen auf Babynahrung, weil es gibt auch keine Familie mehr.
[59:56] Christian: Das Bild dieser explodierenden Babynahrungsgläser steht halt auch gleichzeitig
[1:00:01] Christian: dafür, dass da keine reguläre Zukunft mehr wie bei normalen Menschen möglich wäre.
[1:00:08] Christian: Ich denke mir dann, ja, ich wäre jetzt gar nicht auf Anhieb drauf gekommen,
[1:00:11] Christian: aber es macht natürlich Sinn, dass er überall durch diesen ganzen Film über
[1:00:15] Christian: auch mit solchen leisen Symbolen arbeitet.
[1:00:18] Christian: Das ist halt wie sein American Jesus letzten Endes. Das geht schon auf,
[1:00:22] Christian: wenn er dir davon erzählt und ist dann schon auch drin in diesem Film. Das finde ich spannend.
[1:00:27] Heinrich: Wo wir gerade bei Audiospuren sind. Was ich mir ja wirklich reingezogen habe,
[1:00:32] Heinrich: keine Ahnung, wo das in Deutschland gerade streamt. Sucht mal danach.
[1:00:36] Heinrich: Es gibt eine vierteilige Miniserie, eine reine Robocop-Dokumentation.
[1:00:43] Heinrich: Und die heißt natürlich Robodoc.
[1:00:46] Heinrich: Stammt aus dem Jahr 2023, wo man erst denkt, meine Güte, also ist doch jede
[1:00:51] Heinrich: Folge so gut eine Stunde lang.
[1:00:53] Heinrich: Ist das nicht ein bisschen viel? Ich fand das super kurzweilig,
[1:00:57] Heinrich: auch weil sie es geschafft haben,
[1:00:59] Heinrich: so eigentlich alle wichtigen Beteiligten vor die Kamera zu kriegen,
[1:01:03] Heinrich: Interviewstatements, die Hauptdarsteller, der Regisseur, die Drehbuchautoren,
[1:01:06] Heinrich: auch die Leute von der Crew und wo sie teilweise Szenen auch nochmal kurz zeigen
[1:01:11] Heinrich: und dann analysieren und wie haben wir das gemacht und überhaupt und auch vom
[1:01:15] Heinrich: Schnitt und vom Tempo hier,
[1:01:16] Heinrich: das fand ich jetzt wirklich sehr unterhaltsam und man kriegt doch so einige
[1:01:19] Heinrich: Einblicke verhufen, du meintest ja schon, auch nicht immer ganz leicht,
[1:01:23] Heinrich: hat sich Wulan mit Leuten von der
[1:01:25] Heinrich: Crew angelegt und sonst wurden so einige Feindschaften am Set gepflegt.
[1:01:30] Heinrich: Also dass da letztendlich ein fertiger und auch ein sehr guter und erfolgreicher
[1:01:34] Heinrich: Film rausgekommen ist, war ja auch so ein kleines Wunder.
[1:01:37] Christian: Ein Wunder ist auch, dass die vier Stunden füllen, ohne dann noch RoboCop 2
[1:01:41] Christian: und 3 und das Remake durchzugehen, sondern sie konzentrieren sich dabei wirklich
[1:01:46] Christian: auf den ersten Film und nicht auf das, was danach kam. haben.
[1:01:50] Heinrich: Ja, ja, sie haben am Ende der letzten Episode, so mal 10, 15 Minuten,
[1:01:54] Heinrich: einfach so, was kam noch danach, wo das ultra kurz zusammengefasst wird.
[1:01:59] Heinrich: Da sieht man auch mal den Spielautomaten, nicht die C64 Version.
[1:02:04] Heinrich: Da muss ich aber auch noch das eine Detail aus Robocop 2 erwähnen,
[1:02:08] Heinrich: das ich ganz putzig fand.
[1:02:10] Heinrich: Da gibt es nämlich eine Action-Szene, die in einer Arcade stattfindet und da
[1:02:14] Heinrich: stehen auch ganz viele Data East Spielautomaten rum. Warum?
[1:02:18] Heinrich: Der Robocop-Automat selbst ist nicht zu sehen, das war vielleicht ein bisschen
[1:02:22] Heinrich: viel Metaebenen, aber das vorhin erwähnte Bad Dudes vs.
[1:02:27] Heinrich: Dragon Ninja, das ist unübersehbar, weil Robocop den Kopf eines Bösewichts in
[1:02:33] Heinrich: den Bildschirm dieses Automaten rammt, Game Over und so.
[1:02:38] Christian: Ja, Robocop 2, wir hatten es vorher kurz anklingen lassen, der ist dann nochmal
[1:02:42] Christian: die Over-the-Top-Version vom ersten, ohne diese Doppelbödigkeit letzten Endes.
[1:02:47] Christian: Aber du merkst halt, dass da jemand dann alles, was quasi im Einser irgendwie
[1:02:51] Christian: für Aufsehen gesorgt hat, dann nochmal so ein bisschen höher dreht.
[1:02:55] Christian: Also sowohl was die Gewalt angeht, als auch was diese Mediensatire zum Beispiel
[1:02:59] Christian: angeht und diese dunkle Welt.
[1:03:01] Christian: Also das ist ja schon auch eine sehr, sehr comic-hafte, düstere Welt,
[1:03:05] Christian: wie kaputt dann Detroit dort ist.
[1:03:06] Christian: Der ist schon sehr unterhaltsam, hat ja dann auch einen sehr unterhaltsamen
[1:03:09] Christian: Endgegner eben, der dann tatsächlich auch einfach Robocop 2 heißt.
[1:03:13] Christian: Und was sehr unterhaltsam ist im zweiten Teil, Robocop hat ja Direktiven.
[1:03:18] Christian: Es gibt drei Direktiven, nach denen er agieren muss.
[1:03:21] Christian: Es gibt noch eine geheime vierte auch im Film. Im ersten wird ja das so erklärt
[1:03:25] Christian: eben, dass er das Gesetz aufrechterhalten muss, dass er die Unschuldigen schützen
[1:03:28] Christian: muss und dass er fürs Gemeinwohl verantwortlich ist.
[1:03:31] Christian: Und das ist natürlich dieses Spiel mit den Isaac Asimov Ideen von den Robotergesetzen letzten Endes.
[1:03:38] Christian: Im zweiten Teil gibt es ja dann eine Sequenz, wo er mit zig weiteren Direktiven
[1:03:42] Christian: mehr oder weniger außer Gefecht gesetzt wird.
[1:03:44] Christian: Da wird er ja dann mit hunderten von weiteren Handlungsanweisungen gefüttert,
[1:03:48] Christian: dass er keine Schimpfwörter verwenden soll und möglichst nicht gewalttätig agieren
[1:03:53] Christian: soll und lächeln soll beim Einsatz und ich weiß nicht was alles und kann dann
[1:03:58] Christian: ja gar nicht mehr sinnvoll agieren.
[1:03:59] Christian: Und wenn du dir diese Direktiven anschaust, die da über den Bildschirm scrollen,
[1:04:03] Christian: dann ist eine Direktive auch Avoid Orion Meetings.
[1:04:07] Christian: Also man soll nicht zu Meetings von Orion hingehen.
[1:04:11] Heinrich: Kleine Insider-Gags.
[1:04:14] Christian: Ja, also in dem Sinne macht Robocop 2 schon auch noch Spaß.
[1:04:16] Heinrich: Ja und Robocop 3 ein gewisses Entsetzen, aber kurios allein wegen diesem Kind,
[1:04:23] Heinrich: das jede bedrohliche Situation damit löst,
[1:04:27] Heinrich: dass es seinen portablen Computer aus dem Köfferchen holt,
[1:04:30] Heinrich: so eine Mischung aus SX-64 und My First Sony und tippt dann so mal eine Zeile
[1:04:36] Heinrich: ein und dann sind alle Gefahren beseitigt,
[1:04:38] Heinrich: alle feindlichen Roboter werden abgeschaltet oder man klemmt mal schnell ein
[1:04:43] Heinrich: Kabel wo an und alle Videostreams, Alle Überwachungskameras werden angezapft.
[1:04:49] Heinrich: Also wirklich bemerkenswert.
[1:04:51] Christian: Jaja, und Robocop hat ja auch ein Jetpack im dritten. Also man merkt,
[1:04:56] Christian: dass in der Begutachtung der Marke Robocop jemand drauf gekommen ist,
[1:05:00] Christian: dass junge Teenager das ganz stark finden, obwohl der Film eigentlich nicht
[1:05:04] Christian: die richtige Altersfreigabe für sie hat.
[1:05:06] Christian: Ich glaube, ich bin auch mit zwölf auf Robocop gekommen und man findet das natürlich
[1:05:10] Christian: als Teenager auch total toll, diesen Maschinenkopf in einem Actionfilm.
[1:05:14] Christian: Und Robocop 3 ist dann dafür designt, dass diese Zielgruppe angesprochen wird,
[1:05:18] Christian: was aus irgendeinem Grund nicht aufgegangen ist.
[1:05:20] Christian: Aber ich glaube, da können wir mal eine eigene Folge dazu machen.
[1:05:24] Heinrich: Du, pass auf, zu Robocop 2 und 3 gab es ja auch Spiele. Also mal gucken in späteren Staffeln.
[1:05:32] Heinrich: Aber wie gut war denn nun Robocop? Der erste Film, das erste Spiel.
[1:05:37] Heinrich: Wir legen das jetzt fest in unserer amtlichen Bewertung.
[1:05:56] Christian: Ja, die wichtigste Direktive des Pixelkinos besagt,
[1:06:00] Christian: wir ordnen ein Film und Spiel in ein unbestechliches Wertungsschema,
[1:06:06] Christian: was wir uns in mühevoller Kleinstarbeit ausgeknobelt haben und auf die jeweilige Materie anpassen.
[1:06:12] Christian: Wir bewerten Film und Spiel nach dem Motto The Good, The Bad and The Ugly. Was ist richtig gut?
[1:06:19] Christian: Was ist richtig schlecht? Und was ist ugly?
[1:06:22] Christian: Irgendwas, was so ein bisschen dazwischen liegen könnte. Etwas,
[1:06:24] Christian: was auf den ersten Blick nicht so schön ist, aber dann doch verborgene Qualitäten hat.
[1:06:29] Christian: Etwas, was doch durchaus seine Freuden anzubieten hat, auch wenn es nicht perfekt ist.
[1:06:33] Christian: Das ist das, wonach wir gehen.
[1:06:36] Christian: Und dafür finden wir jedes Mal verschiedene Bilder. Ja, und Robocop steckt ja
[1:06:41] Christian: voller Bilder. Also was haben wir? Wer vergibt den Babybrei?
[1:06:43] Heinrich: Der Repräsentant für gut ist Robocop selbst.
[1:06:49] Heinrich: Wir haben ja schon die netten Direktiven erwähnt. Diese eine Sache mit der vierten
[1:06:54] Heinrich: Direktive, das wurde ja zum Glück am Ende des ersten Films noch mit einem cleveren Trick umgangen.
[1:07:00] Heinrich: Auf jeden Fall dem Gemeinwohl dienen, Unschuldige schützen und das Gesetz aufrechthalten.
[1:07:07] Heinrich: Gut kommt immer auf das Gesetz an, aber das ist ja meistens auch eine relativ gute Sache.
[1:07:12] Heinrich: Deswegen Robocop ist gut.
[1:07:15] Christian: Ja, da treffen Stahl und Sentimentalität aufeinander. Das kann nichts anderes als gut sein.
[1:07:22] Christian: Schlecht, da gibt es natürlich auch so ein paar Beispiele in der Welt von Robocop,
[1:07:27] Christian: aber ich finde wirklich schlecht ist dieser Roboter, der so schlecht ist,
[1:07:31] Christian: dass er im Originalfilm überhaupt nicht auftaucht. Es ist RoboCop 2.
[1:07:36] Christian: RoboCop 2 heißt der Bösewicht von RoboCop 2, was vielleicht die Überlegung anregen
[1:07:42] Christian: könnte, ob er der Held ist von RoboCop 2, aber vertiefen wir das mal nicht.
[1:07:46] Christian: Der finstere Drogendealer Kane wird irgendwann in einen ähnlichen Bot verwandelt
[1:07:51] Christian: und der schaut so aus, als hätten die Faschisten sich einen Roboter ausgedacht,
[1:07:54] Christian: so in schwarz und mit einem ganz eckigen Helm.
[1:07:57] Christian: Und der wird dann liebevoll Robo-Cane genannt, ein ganz garstiger Geselle,
[1:08:02] Christian: garstiger als alles, was RoboCop im ersten Film begegnet.
[1:08:06] Christian: Und er steht natürlich für all das, wofür RoboCop nicht steht.
[1:08:09] Christian: Er ist auf der Seite der Fiesen, er ist ein faschistisches Instrument,
[1:08:12] Christian: das wirklich ohne Gnade alles niedermäht. Also das kann nur bad sein.
[1:08:17] Christian: RoboCop muss ihn dann natürlich auch besiegen und auseinandernehmen.
[1:08:21] Christian: Unser Bad ist der RoboCane.
[1:08:23] Heinrich: Und als Ugly könnte man doch eine Technologie bezeichnen, die eigentlich sehr
[1:08:28] Heinrich: segensreich und nützlich ist, wenn es da nicht den ein oder anderen kleinen
[1:08:34] Heinrich: Produktionsfehler noch gäbe.
[1:08:37] Heinrich: Wir haben viel heute über Bugs geredet.
[1:08:39] Heinrich: Die verhindern, dass dieser Kandidat vielleicht mit Robocop um die Gutposition konkurriert.
[1:08:48] Heinrich: Aber ich glaube, prädestiniert für die Ugly-Rolle ist E.D. 209.
[1:08:55] Christian: Liebevoll Ed 209 genannt, nach dem Drehbuchautoren.
[1:08:58] Christian: Der Prototyp von Robocop, der so ein bisschen ausschaut noch wie so ein Chopper
[1:09:02] Christian: und einfach so ein bisschen hilflos durch die Gegend stapft mit zwei überdimensionalen
[1:09:07] Christian: Wummen und sich dann als sehr ungeschickt erweist, vor allem wenn er eine Treppe heruntergehen soll.
[1:09:12] Christian: Da stolpert er dann wie so ein Tier, liegt er dann am Boden und schreit und
[1:09:17] Christian: windet sich und kommt nicht mehr auf die Beine.
[1:09:19] Christian: Da tut er einem dann schon so ein bisschen leid. Er soll das Instrument zur
[1:09:23] Christian: Verbrechensbekämpfung sein und leider funktioniert er nicht und er kann nichts
[1:09:26] Christian: dafür und dann ist er halt auch noch so hilflos. Also man hat den Ad 209 schon
[1:09:30] Christian: auch so ein bisschen ins Herz geschlossen, finde ich.
[1:09:33] Christian: Und wie gesagt, die richtig finsteren Robo-Gegner kommen ja dann erst im zweiten Teil.
[1:09:37] Christian: Also der Ad 209, ein wahres Ugly-Gerät, bei dem man doch versteckte Schönheiten entdecken könnte.
[1:09:44] Christian: Ja, ich glaube, beim Film ist jetzt die Überraschung nicht so wahnsinnig groß,
[1:09:47] Christian: welchen Bot wir zücken. Aber vielleicht, Heinrich, hast du ja jetzt die ganze
[1:09:51] Christian: Zeit schon was in petto und hast jetzt immer nur so getan, als würde dir das so gefallen.
[1:09:55] Christian: Und in Wahrheit magst du ja eigentlich RoboCop 3 und sagst also,
[1:10:00] Christian: der erste RoboCop war ja ganz nett, aber solange der Mann keinen Jetpack hat,
[1:10:03] Christian: dann will ich auch mit ihm nicht auf Abenteuer gehen.
[1:10:07] Christian: Aber ich presche jetzt mal vor, ich gebe RoboCop den RoboCop.
[1:10:11] Christian: RoboCop ist ein wahrer RoboCop.
[1:10:14] Christian: Der Film ist gut, der Film ist sogar sehr gut. Es sind eigentlich mehrere RoboCops.
[1:10:18] Christian: Wir haben vorgeschwärmt einfach davon, auf welchen Ebenen er funktioniert,
[1:10:22] Christian: als Actionfilm, als Satire, auch als schwarzhumorige Geschichte, als Dystopie.
[1:10:28] Christian: Da steckt so viel drin, was auch das Wiederansehen immer wieder unterhaltsam
[1:10:33] Christian: und anregend macht, wo man auch immer wieder so ein paar Details entdeckt und
[1:10:37] Christian: auch wirklich in dieser Geschichte mitgeht. Das kann nichts anderes sein als ein Robocop.
[1:10:41] Christian: Wie sieht es bei dir mit dem Jetpack aus?
[1:10:43] Heinrich: Jetzt schon mal mit dem Jetpack auf, der ist wirklich furchtbar.
[1:10:46] Heinrich: Ich spreche jetzt mit der Autorität eines Robocop-Filmexperten,
[1:10:50] Heinrich: denn ich habe da ja wirklich ein Remake und dann eins und zwei und drei.
[1:10:55] Heinrich: Ich glaube, was ich nicht gesehen habe, war die Robocop-Zeichentrickserie,
[1:10:59] Heinrich: die es auch mal irgendwann gab. Wir wollen es nicht übertreiben.
[1:11:02] Heinrich: Aber nee, also das hat jetzt so meine Erinnerung bestätigt.
[1:11:07] Heinrich: Robocop ist wirklich ein Robocop.
[1:11:09] Heinrich: Ein toller Actionfilm eben mit diesen interessanten Noten und Facetten.
[1:11:15] Heinrich: Und gerade das teilweise doch etwas Aufgedrehte im Directors Cut.
[1:11:20] Heinrich: Das finde ich schon alles sehr gut und passend. Ein echter Actionklassiker.
[1:11:25] Heinrich: Erstaunlich wenig gealtert. Ich meine,
[1:11:27] Heinrich: am ehesten sieht man es bei den Stop-Motion-Animationen vom guten Ad 209.
[1:11:33] Heinrich: Aber, na ja, das passt ja irgendwie auch wieder zum Roboterhaften.
[1:11:37] Heinrich: Das ist mir also fast lieber als all das geschniegelte Computer-Grafik-Zeug vom Remake.
[1:11:42] Heinrich: Also Robocop ist ein Robocop, da lasse ich nichts drauf kommen.
[1:11:46] Heinrich: Und ja, beim Spiel sind wir doch sicher ähnlich euphorisch, oder?
[1:11:52] Christian: Ich bin da natürlich etwas zwiegespalten, gespalten, weil meine Version von
[1:11:56] Christian: Robocop ist ja natürlich die C64-Version und, nun ja, die ist nicht durchspielbar,
[1:12:02] Christian: also zumindest nicht auf vernünftige Art und Weise.
[1:12:05] Christian: Da kann ich nicht umhin, das ist Robocop 2, das ist bad, bis ums geht nicht
[1:12:10] Christian: mehr, weil ich kaufe mir ein Game, was mich dann absichtlich wegsterben lässt,
[1:12:15] Christian: damit ich nicht weiterkomme.
[1:12:16] Heinrich: Ja, absichtlich, ja! Jetzt wollen wir...
[1:12:19] Christian: So fühlt sich's an.
[1:12:21] Heinrich: Spiele durchspielen ist sie überbewertet. Das hättest du auch ohne Grafik-Bug
[1:12:25] Heinrich: oder Zeitlimit wahrscheinlich eh nicht geschafft.
[1:12:27] Heinrich: Komm, alles faul ausliegen. Ja doch, da hätte ich den, da hätte ich mich schon dahinter geklemmt.
[1:12:32] Christian: Inspiriert vom Powerplay-Test, der mir sagt, das ist ja alles gar nicht so schwer, bis auf hinten.
[1:12:39] Christian: Also, das ist eigentlich ein Robocop 2. Wenn ich mir jetzt die Bugs wegdenke
[1:12:42] Christian: und es einfach als Spiel sehe, was theoretisch also ja diese gecrackte Version dann wäre,
[1:12:48] Christian: dann kann ich großzügig sein Und dann kommt doch der Ad 209,
[1:12:53] Christian: der in diesem schönen Stop-Motion ja auch wirklich, finde ich,
[1:12:55] Christian: sehr herzig aussieht und irgendwie eine persönliche Note damit kriegt.
[1:12:59] Christian: Es ist der Ad 209, weil es ja dann doch eigentlich ganz schick aussieht und
[1:13:03] Christian: man mag es dann doch spielen.
[1:13:04] Christian: Man hat jetzt nicht das Gefühl, nach dem ersten Anspielen, um Gottes Willen,
[1:13:07] Christian: das will ich nie wieder spielen.
[1:13:09] Christian: Man will ja schon sehen, was weiter passiert. Und auch wenn es nicht das eleganteste
[1:13:12] Christian: Game aller Zeiten ist, wie ich schon gesagt habe, ein bisschen Robocop-Flair
[1:13:15] Christian: kommt ja dann tatsächlich auf. Also, irgendwie ist es dann ein Double-Feature wahrscheinlich, ne?
[1:13:20] Christian: Das ist der Ad 209 und danach ist es dann der Robocop 2 oder so.
[1:13:25] Heinrich: Ja, ich habe mir so viele Versionen von dem Spiel angeguckt,
[1:13:28] Heinrich: dass mir der Kopf etwas schwirrt. Aber wir haben ja gesagt, wir wollen uns fokussieren.
[1:13:32] Heinrich: Bei mir war es eher die Amiga-Version.
[1:13:34] Heinrich: Die finde ich weniger schrecklich. Also auch wenn sie natürlich nicht an den
[1:13:39] Heinrich: Automaten rankommt und auch wenn sie zu schwer ist und was nicht alles.
[1:13:44] Heinrich: Aber gerade auch durch die Musik, das Robocop-Feeling kommt ja noch ein bisschen besser rüber.
[1:13:50] Heinrich: Da sind auch jetzt keine Bugs bekannt, die das Durchspielen völlig unmöglich machen.
[1:13:56] Heinrich: Aber ja, die Spielbarkeit wird durch die Steuerung und vor allen Dingen durch
[1:14:02] Heinrich: den überzogenen Schwierigkeitsgrad beeinträchtigt. Wie gesagt,
[1:14:05] Heinrich: glaubt nicht, was damals die Powerplay geschrieben hat.
[1:14:07] Heinrich: Für mich ist es ein Ad 209.
[1:14:12] Heinrich: Also es ist ein ugly, kein wirklich gutes Spiel, aber man kann sich damit schon
[1:14:16] Heinrich: kurzzeitig amüsieren. Man kann sich ein bisschen ärgern über die Schwierigkeit.
[1:14:20] Heinrich: Aber ja, es hat schon so diesen, ach, jetzt ein Versuch wage ich noch mal.
[1:14:25] Heinrich: Scham, wenn man denn ein dickes Fell hat und sich nicht so leicht entmutigen lässt.
[1:14:31] Christian: Ja, da haben wir den ganzen Roboter-Fuhrpark jetzt zusammen.
[1:14:34] Christian: Jetzt müssen wir den irgendwie wieder loswerden bis zum nächsten Mal.
[1:14:38] Christian: Das nächste Mal findet dann übrigens noch mal als Erinnerung hier bei Stay Forever
[1:14:43] Christian: statt. Und zwar in der Unterstützer-Schiene.
[1:14:46] Christian: Und wir hoffen natürlich, dass ihr, wenn ihr uns vom Pixelkino als eigenständigen
[1:14:51] Christian: Podcast kennt, dass ihr dann rübergeht zu stayforever.de, dort Unterstützer
[1:14:55] Christian: werdet und mit dazukommt.
[1:14:58] Christian: Und ihr kriegt ja da auch ein ganz großes Paket an weiteren tollen Podcasts.
[1:15:02] Heinrich: Und wenn ihr bereits Day Forever Unterstützer seid und das Pixelkino jetzt zum ersten Mal gehört habt,
[1:15:08] Heinrich: dann hoffen wir, dass ihr jetzt wegen uns nicht eure Unterstützung aufkündigt,
[1:15:12] Heinrich: sondern dass es euch gefallen hat und ihr auch bei der nächsten Sendung den
[1:15:17] Heinrich: Weg ins Pixelkino findet. Genau.
[1:15:20] Christian: Ich darf noch mit einer netten Trivia-Notiz beenden. Die drei Direktiven,
[1:15:24] Christian: von denen ja eine eben Serve the Public Trust ist, diene dem Gemeinwohl,
[1:15:29] Christian: die haben die Autoren aus einem Glückskeks.
[1:15:32] Heinrich: Alle drei? Jetzt bin ich wirklich verblüfft.
[1:15:35] Christian: Nur die erste, nur Serve the Public Trust.
[1:15:37] Heinrich: Moment mal, zu welchem Chinesen sind die gegangen? Ich dachte,
[1:15:40] Heinrich: der Gag bei dem Glückskeks ist,
[1:15:42] Heinrich: dass man so was vorhergesagt kriegt, also was einem als Schicksal droht oder
[1:15:49] Heinrich: was einen erwartet oder du wirst eine große Reise machen, oder?
[1:15:53] Christian: Ja, ich hatte auch schon manchmal welche, die mir so eine gewisse Direktive
[1:15:56] Christian: gegeben haben, auf was ich mich einlassen soll oder weiß nicht.
[1:16:02] Christian: Also ich hatte noch keine, die mir sagen, ruf öfter bei deiner Mutter an.
[1:16:05] Christian: Aber ich glaube, es würde zu einem chinesischen Glückskeks schon passen,
[1:16:09] Christian: dass da drauf steht Serve the Public Trust.
[1:16:12] Heinrich: Wenn ihr das nächste Mal einen Glückskeks aufmacht, steht da vielleicht hört
[1:16:16] Heinrich: mehr Pixelkino-Episoden drauf.
[1:16:19] Heinrich: Wir verabschieden uns bis zum nächsten Mal, bedanken uns für eure Aufmerksamkeit.
[1:16:23] Heinrich: Und ja, Christian, es war wieder großer Spaß. Bis dann.
[1:16:26] Christian: Mach's gut, Heinrich. Tschüss, danke fürs Zuhören.
[1:16:37] Heinrich: Das war Pixelkino Episode 21 zu Robocop. I'd buy that for a dollar.
[1:16:53] Heinrich: Das Team von Pixelkino wünscht euch viele Dollars und eine gute Zeit bis zu
[1:16:58] Heinrich: unserer nächsten Folge, in der wir wieder einen klassischen Film und das Computerspiel
[1:17:03] Heinrich: vorstellen, das auf ihm basiert.
[1:17:06] Heinrich: Und nicht vergessen, die zukünftigen Pixelkino-Episoden erscheinen exklusiv
[1:17:11] Heinrich: für Stay-Forever-Unterstützer.
[1:17:14] Heinrich: Wer sind wir eigentlich und was gab's in der Vergangenheit für Folgen?
[1:17:18] Heinrich: Schaut doch mal nach auf pixelkino-podcast.com.
[1:17:30] Heinrich: Der Pixelkino-Podcast ist eine Co-Produktion von Christian Gänzel und Heinrich
[1:17:35] Heinrich: Lenhardt. Die Musik stammt von Chris Hülsbeck.
[1:17:39] Heinrich: Wir hören uns bald wieder bei unserer Begegnungsstätte für Film und Spiel.

Shows are listed from Apple Podcasts' charts and directory, and Podcast Index where it is used. Every show and episode belongs to its publisher and plays from the publisher's own feed; this site hosts none of them.
