# Die Welt von Tomb Raider

An episode of [Stay Forever - Retrogames & Technik](https://invisiblenetwork.ai/podcast/461077931), 16 Aug 2026, 2 h 30 min.

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Auf den Spuren von Lara Croft Was ist „Die Welt von …?“ Wenn wir über Video- und Computerspiele sprechen, die entweder elaborat ausgestaltete eigene Welten mit Hintergrundgeschichten haben oder über solche, die ihre Welt aus Literatur, Rollenspiel oder Film borgen, nehmen wir uns zuweilen die Zeit und sprechen ausführlicher über Lore jener Welten als das in den regulären Folgen möglich wäre. Im Format Die Welt von… erkunden Rahel Schmitz und Mháire Stritter die Legenden, die Geografie, die Geschichte, die Politik von diesen fiktiven Welten und holen sich dabei von Fall zu Fall ergänzende Expertise von ausgewiesenen Kennern und Kennerinnen der jeweiligen Welt. * Worum geht's:* Die Welt von Tomb Raider ist in erster Linie die Welt von Lara Croft, doch deren Geschichte wird immer wieder neu erzählt. Statt eines festen Kanons gibt es drei große Timelines, die sich widersprechen und doch jeweils funktionieren: die überzeichnete Classic-Lara, die nach Mama suchende Legend-Version und die traumatisierte Survivor des Reboots. Was bleibt, ist der Kern: eine britische Aristokratin, die Ruinen erklimmt, Rätsel löst und dabei Dinosaurier, atlantische Magie oder eigene Dämonen trifft. In dieser Folge sortieren Rahel und Mháire Timelines und Artefakte, sprechen über Camp, Kolonialismuskritik und das ewige Croft Manor – und mit der Expertin Linda über Lara als feministische Ikone, Sexsymbol und drei Jahrzehnte Beständigkeit. Warum funktioniert eine Figur, die ständig neu erfunden wird? Und warum rennen wir da immer noch mit ihr durch Höhlen? Gast: Diesmal kommt im Podcast neben den Sprecherinnen Linda Dambacher zu Wort, Philosophin mit einem Schwerpunkt auf moderne Medien und Ästhetik, und Autorin des Beitrags zu Tomb Raider im Game-Studies-Band "50 Zentrale Titel".

## Transcript

[0:00] Mháire: Hallo Rahel.
[0:01] Rahel: Hallo Mayri.
[0:03] Mháire: Ich freue mich sehr über ein weiteres Die Welt von und heute ist es eine reine Frauenbesetzung.
[0:09] Mháire: Wir zwei, die Expertin, die im Gespräch mit dabei ist und auch die Person, um die es geht.
[0:14] Rahel: Ja, denn wir reden heute über Tomb Raider, sprich wir reden über Lara Croft,
[0:19] Rahel: denn Die Welt von Tomb Raider ist in erster Linie Die Welt von Lara Croft.
[0:23] Mháire: Wir sollten sie einfach pro forma vorstellen. Ich glaube nicht,
[0:25] Mháire: dass es irgendjemanden gibt, der diesen Podcast hört oder bei Stay Forever irgendwo
[0:29] Mháire: aktiv ist, der nicht weiß, wer Lara Croft ist.
[0:33] Mháire: Aber wir machen das hier ja richtig.
[0:36] Mháire: Wer ist Lara Croft und warum ist sie interessant?
[0:40] Rahel: Ja, Lara Croft ist eine reiche britische Aristokratin, die ganz zufrieden durch
[0:46] Rahel: Ruinen und Höhlen auf der ganzen Welt abenteurert, wo sie dann eben Schätze
[0:49] Rahel: findet, meistens irgendwelche übernatürlichen Artefakte.
[0:53] Rahel: Und ganz nebenbei bekämpft sie auch noch Bösewichte, Tiger, Dinosaurier.
[0:59] Rahel: Also das ist über sehr, sehr viele Spiele hinweg eigentlich immer dieselbe Grundprämisse geblieben.
[1:04] Rahel: Nur eben kleinere Details verändern sich von Spiel zu Spiel.
[1:07] Mháire: Das mit den Dinosauriern ist etwas, auf das wir noch zu sprechen kommen werden,
[1:10] Mháire: wenn wir darüber reden, wie eklektisch diese Welt besiedelt ist mit Gefahren,
[1:15] Mháire: Kreaturen und Schätzen.
[1:16] Mháire: Aber ganz kurz noch zu den Fakten. 1996 kam das erste Spiel raus und darauf
[1:23] Mháire: ist dann eine ganze Medienwelt aufgebaut worden.
[1:28] Mháire: Es gibt Filme, es gibt Serien, es gibt Comics.
[1:33] Mháire: Und sehr denkwürdig für alle aus unserer Generation ein Auftritt in einem Video
[1:39] Mháire: von den Ärzten. Männer sind Schweine, läuft Lara Croft durch die Gegend und erschießt Leute.
[1:45] Rahel: Ja, vorrangig die Ärzte.
[1:47] Mháire: Ja, ich habe das sehr gefeiert damals und ich glaube nicht nur ich.
[1:51] Rahel: Ich auch, das war eine schöne Zeit damals mit MTV und Co.
[1:55] Mháire: Aber ist diese Welt denn so in sich geschlossen, Rahel? Ist das hier ein kurzer,
[2:00] Mháire: halbstündiger Podcast, in dem wir alles aufzählen und dann sagen können,
[2:03] Mháire: dass es sehr in sich schlüssig.
[2:06] Rahel: Nein, überhaupt nicht. Und ich muss auch sagen, das wird heute für die Welt
[2:10] Rahel: von eine etwas ungewöhnliche Folge.
[2:14] Rahel: Denn es ist nicht so, dass die Welt von Lara Croft oder die Welt von Tomb Raider
[2:18] Rahel: so sonderlich detailliert ausgearbeitet wäre, wo man viel Kosmologie hat und
[2:24] Rahel: die Historie der Welt und so weiter und so fort.
[2:26] Rahel: Das haben wir nicht, sondern stattdessen haben wir mehrere Spielzyklen,
[2:30] Rahel: die alle eine eigene Timeline aufbauen.
[2:32] Rahel: Das heißt, wir haben drei Timelines, die alle ein bisschen unterschiedlich sind,
[2:37] Rahel: die widersprechen sich.
[2:39] Rahel: Das heißt, wir werden heute in erster Linie versuchen, überhaupt erst mal darzulegen,
[2:43] Rahel: was gibt es denn für Tomb Raider Timelines? Wie passen die zusammen oder eben auch nicht?
[2:49] Rahel: Das heißt, unser Fokus liegt damit auf den Charakteren der Welt,
[2:52] Rahel: eben vorrangig Narrow Croft und zwar im gewissen Teil auch noch den Settings.
[2:56] Rahel: Wir werden aber im Vergleich zu anderen Folgen eben wenig auf Dinge wie die
[3:00] Rahel: Entstehung der Welt eingehen, da Tomb Raider eben hauptsächlich in der augenzwinkernd
[3:05] Rahel: realistischen Welt spielt, in unserer Welt.
[3:07] Rahel: Und wir werden auch wenig über so Dinge wie die Historie gehen,
[3:09] Rahel: weil das ist eben in erster Linie Lara Crofts Biografie.
[3:13] Mháire: Ja, es ist unsere Welt im Sinne von New World Plus, unsere Welt mit Addendum,
[3:19] Mháire: mit interessanteren Dingen als die Realität hat.
[3:23] Mháire: Was macht Lara Croft und was macht Tomb Raider so reizvoll?
[3:28] Mháire: Da werden wir unter anderem auch mit unserer Expertin drüber reden,
[3:32] Mháire: wie die Rezeption dieses Charakters ist und wie sich der gewandelt hat.
[3:36] Mháire: Aber im Kern muss Lara Croft ja
[3:39] Mháire: Schulter an Schulter mit anderen Gaming-Kollegen in erster Linie stehen,
[3:43] Mháire: die einen ähnlichen Job machen, Abenteuer an exotischen Orten erleben,
[3:47] Mháire: Schätze sammeln und sich mit bizarren Dingen aus unterschiedlichen Epochen unserer
[3:51] Mháire: Geschichte herumplagen.
[3:53] Mháire: Und da hebt sie sich unter anderem dadurch hervor, finde ich,
[3:58] Mháire: dass sie, beziehungsweise der gesamte Entwurf um sie herum, sich wenig um Realismus schert.
[4:04] Mháire: Es ist campy und ich meine das im positiven Sinne. Ich finde camp auf keinen Fall etwas Negatives.
[4:10] Mháire: Campy, also der Spaß am Überzogenen, am Zu-viel-Sein, am Abgefahren-Sein,
[4:16] Mháire: der ist Spaß und kann und soll gefeiert werden. Und ich finde,
[4:21] Mháire: der lässt sich hier doch sehr stark drin wiederfinden.
[4:25] Rahel: Ja, es ist auch nochmal deutlich überzogener als beispielsweise Indiana Jones.
[4:29] Rahel: Ich möchte an der Stelle nochmal das Stichwort Dinosaurier hier in die Runde geben.
[4:34] Mháire: Dinosaurier, da kommt auf einmal ein T-Rex. Ja, aber weiter.
[4:37] Rahel: Was noch ein Alleinstellungsmerkmal ist, ist, dass wir eben im Jahre 1996 in
[4:41] Rahel: dieser Art von Spiel eine weibliche Spielfigur haben.
[4:45] Rahel: Und Lara Croft ist eine alternativlose Figur. Also wir können nicht,
[4:48] Rahel: wie beispielsweise Resident Evil, zwischen zwei Charakteren auswählen,
[4:52] Rahel: ein männlicher, ein weiblicher, sondern wir müssen in diesem Spiel eine Frau spielen.
[4:57] Rahel: Und das ist eine ganz schön patente Frau in einer ansonsten ziemlich männlichen Welt.
[5:00] Mháire: Ja, wir werden noch darüber reden, aber die ist unglaublich fit in sehr vielen Feldern.
[5:05] Mháire: Und dann kommt eben noch dazu, wie diese Welt vermittelt wird,
[5:09] Mháire: in der wir uns da bewegen.
[5:10] Mháire: Das sind auch gerade für die Zeit doch ziemlich beeindruckende und große Kulissen. Es ist 3D.
[5:18] Mháire: Und man hat zwischendurch auch einfach Zeit, diese Kulissen zu genießen und
[5:21] Mháire: zu erkunden. Es ist nicht jede Sekunde Action, sondern es ist viel auch rausfinden,
[5:25] Mháire: wie komme ich da hin und wie öffne ich hier eine Tür und dass man sich wirklich
[5:30] Mháire: auch damit beschäftigt, wo man da ist.
[5:32] Rahel: Ja, insbesondere die frühen Spieler haben ein erstaunlich ruhiges Spielgefühl.
[5:36] Rahel: Auch schon angefangen dabei, dass man beispielsweise nicht permanent von Soundtrack
[5:39] Rahel: zugedröhnt wird. Fand ich überraschend.
[5:43] Mháire: Da kann man auch teilweise die neueren Versionen und ältere Versionen vergleichen,
[5:46] Mháire: wo in neueren, teilweise in Remakes irgendwelche Effekte angekündigt werden
[5:50] Mháire: mit Music Stings, der berühmte T-Rex.
[5:54] Mháire: Und in der Originalversion kommt ja quasi aus dem Nichts ohne Vorwarnung.
[5:58] Mháire: Das ist die Frage, was ist wirkungsvoller?
[6:01] Rahel: Ja, wo wir schon beim Thema wirkungsvoll sind, lass uns dahin gehen,
[6:04] Rahel: dass wir vergleichen, was es denn eben für verschiedene Tomb Raider-Iterationen gegeben hat.
[6:10] Rahel: Das heißt, lass uns mal gucken, was es denn für unterschiedliche Timelines gibt
[6:12] Rahel: und was die eben charakterlich ausmacht.
[6:15] Rahel: Dafür würde ich aber gerne erstmal darüber sprechen, was denn die Gemeinsamkeiten
[6:18] Rahel: von den verschiedenen Timelines sind, also was es immer und jedes Mal gibt in den Spielen.
[6:24] Mháire: Ja, also offensichtlich Lara, wenig überraschend.
[6:29] Mháire: Aber es gibt ein paar Ereignisse in ihrem Leben und es gibt ein paar sozusagen
[6:34] Mháire: Grundannahmen zu den Artefakten, die man in allen Timelines wiederfindet.
[6:39] Mháire: Und eine Sache, die in Laras Leben zwar auf unterschiedliche Art und Weise,
[6:43] Mháire: je nachdem in welcher Timeline wir uns bewegen, immer wieder auftaucht,
[6:47] Mháire: ist ein Flugzeugabsturz im Himalaya.
[6:50] Mháire: Also ganz allein irgendwo in kalter, abgelegener, lebensfeindlicher Wildnis.
[6:55] Rahel: Ja, das ist so ein Schlüsselmoment für Lara, aber eben, wie du schon sagst,
[6:59] Rahel: auf sehr unterschiedliche Art und Weise.
[7:01] Rahel: Aber man kann sagen, in allen Timelines macht ein Flugzeugabsturz etwas mit dem Charakter.
[7:06] Rahel: Eine andere Kleinigkeit, die immer gleich bleibt, ist, dass Lara Croft immer
[7:09] Rahel: am Valentinstag Geburtstag hat, aber nicht in den selben Jahren,
[7:13] Rahel: weil sie wird quasi von Timeline zu Timeline jünger, damit sie in den Spielen
[7:16] Rahel: immer ungefähr ein ähnliches Alter hat.
[7:18] Rahel: Und ansonsten eben geht es immer in den Spielen um die Jagd auf irgendwelche
[7:23] Rahel: übernatürlichen Artefakte, die dann meistens auch noch mit teils berühmten mythischen
[7:27] Rahel: Gestalten oder eben Sagen verbunden sind.
[7:31] Rahel: Ich erinnere mich beispielsweise daran, dass in den ganz neuen Spielen irgendwann
[7:33] Rahel: auch mal eine kurze Begegnung mit Baba Yigar stattfindet oder dass wir Gestalten wie die Nephilim haben.
[7:40] Rahel: Das heißt, das sind Dinge, die können wir auch durchaus aus unseren realen Mythologien
[7:44] Rahel: oder auch Verkhloren kennen.
[7:46] Rahel: Teilweise sind es aber auch völlig frei erfundene Wesen und Artefakte.
[7:50] Mháire: Ein bisschen, ich wollte dich nur fragen, ob du dem ja dazustimmst,
[7:53] Mháire: habe ich auch beobachtet, dass am Anfang, wenn es bekannte Mythen sind, sind es die ganz Großen.
[7:58] Mháire: Das sind dann Dinge wie Atlantis oder die Arthussage. Und das mit neueren Spielen
[8:02] Mháire: ist teilweise spezifischer geworden ist, wie eben eine Baba Yaga oder wie die
[8:09] Mháire: Göttergeschichten des japanischen Pantheons.
[8:12] Mháire: Also wo man nicht das nimmt, was ein amerikanisch-europäisches Publikum auf
[8:17] Mháire: jeden Fall schon mal gehört hat, sondern ein bisschen exotischer wird,
[8:21] Mháire: in Anführungsstrichen.
[8:23] Rahel: Da würde ich dir auf jeden Fall zustimmen. Mein Eindruck ist da,
[8:26] Rahel: dass es zum einen dran hängt, dass sie viele der großen westlich-europäischen
[8:29] Rahel: Mythen schon abgegrast haben.
[8:31] Mháire: Ja, stimmt.
[8:32] Rahel: Zu Atlantis, da kommen sie ja einfach immer und immer und immer und immer wieder zurück.
[8:36] Rahel: Das ist so ein Thema, von dem können sie nicht lösen, einfach weil der erste
[8:38] Rahel: Spielteil, da werden wir auch später noch drüber reden, immer wieder neu aufgelegt wird.
[8:42] Rahel: Aber ansonsten sind eben viele von diesen Dingen abgegrast. Das heißt,
[8:45] Rahel: zum einen geht der Blick auch da an der Stelle viel über den Tellerrand hinaus.
[8:50] Rahel: Aber man muss auch sagen, dass die Reihe sich generell neu erfinden muss,
[8:54] Rahel: um zeitgemäß zu bleiben, was eben diesen starken europäischen oder eurozentrischen Blick angeht.
[9:01] Rahel: Hängt auch ein bisschen mit kolonialistischen Sichtweisen zusammen.
[9:04] Mháire: Ja, dazu werden wir noch kommen, wenn es generell um das Genre des klassischen
[9:09] Mháire: Adventurers geht, der loszieht und Artefakte an abgelegenen Orten findet.
[9:14] Mháire: Ich glaube, damit sind die wichtigsten Sachen gesetzt. Eine Sache ist noch relativ
[9:17] Mháire: wichtig, Lara ist immer aus gutem Hause.
[9:19] Rahel: Ja.
[9:20] Mháire: Sie ist vielleicht nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren,
[9:22] Mháire: aber er war in Reichweite.
[9:23] Rahel: Er war in Reichweite, das ist aber auch schon alles, weil wie sie damit umgeht,
[9:27] Rahel: das unterscheidet sich wieder stark.
[9:28] Mháire: Mhm.
[9:29] Rahel: Aber dann kommen wir doch mal direkt zur ersten Timeline. Wird auch gerne als
[9:33] Rahel: Classic-Timeline oder als Original-Timeline bezeichnet.
[9:37] Rahel: Die umfasst die Spiele Tomb Raider von 96 bis Angel of Darkness von 2003.
[9:44] Rahel: Also es ist ein relativ enger Zeitrahmen, wo aber jährlich Spiele rausgekommen sind.
[9:49] Rahel: Dazu gibt es dann noch ein paar Romane und sogar einen Kurzfilm von 2022.
[9:54] Rahel: Also sie sind relativ spät nochmal zu dieser Classics-Timeline zurückgekehrt.
[9:58] Rahel: Aber das sind alles so Dinge, da werden wir gleich drüber sprechen,
[10:01] Rahel: wo es passt. Was man wohl wissen muss, ist, die Adventures dieser Timeline sind
[10:05] Rahel: nicht wirklich miteinander verknüpft, sondern das sind alles Standalone-Adventures
[10:10] Rahel: mit eben Lara Croft in der Hauptrolle.
[10:12] Mháire: Ja, es fühlt sich ein bisschen an wie so Pulp Serials, wo es wichtig ist,
[10:17] Mháire: dass man die Prämisse der Hauptfigur kennt. Und dann gibt es jeden Monat,
[10:20] Mháire: hier in diesem Fall jedes Jahr teilweise, eine Story, für die man die anderen
[10:24] Mháire: aber nicht gelesen gespielt haben muss.
[10:26] Mháire: Also, die Lara Croft in dieser Klassik-Version harnt am Valentinstag Geburtstag.
[10:31] Mháire: Suche ist richtig und in diesem Fall am Valentinstag 1968.
[10:36] Mháire: Man versteht, dass das für heute upgedatet wurde, sonst hätte Lara jetzt wirklich,
[10:39] Mháire: glaube ich, langsam Probleme mit den Gelenken bei all der Akrobatik, die sie macht.
[10:43] Rahel: Das ist immer die Frage, ob sie brav vorher aufgewärmt hat, aber gut.
[10:46] Mháire: Ja, Stretching, Stretching ist so wichtig.
[10:49] Rahel: Sie hatte eine privilegierte und auch elitäre Kindheit.
[10:52] Rahel: Das heißt, sie hatte zunächst Privatunterricht und dann ist sie noch an allerhand
[10:54] Rahel: Privatschulen und Internaten unterrichtet worden in England,
[10:58] Rahel: Schottland und in der Schweiz. Also die hat wirklich den guten aristokratischen
[11:03] Rahel: Bildungsweg hingelegt.
[11:04] Mháire: Dann ihr erstes Abenteuer in dieser Timeline erlebt sie mit 14 Jahren, also 1982.
[11:10] Mháire: Das ist aus Chronicles. Lustigerweise Chronicles ist eins, das nicht in der
[11:14] Mháire: chronologischen Reihenfolge, wie die Spiele erschienen ist, richtig drin liegt,
[11:18] Mháire: sondern das ist ein Prequel zu den anderen Spielen, wo eben gezeigt wird,
[11:22] Mháire: was mit einer jungen Lara auch passiert ist.
[11:24] Mháire: Und da schleicht sie sich auf ein Schiff, um nach Irland zu reisen.
[11:28] Mháire: Das ist so das erste Mal, wo wir gezeigt bekommen, Lara büxt aus und macht auf eigene Faust etwas.
[11:33] Rahel: Schon zwei Jahre später, da ist sie also immer noch Teenagerin,
[11:36] Rahel: reist sie mit ihrem Mentor, Professor Werner von Croy, auf den kommen wir später
[11:40] Rahel: noch zu sprechen, auf eine Expedition nach Kambodscha und sie kehrt von dieser
[11:45] Rahel: Expedition alleine zurück.
[11:48] Mháire: Was ist da passiert? Kommen wir noch zu. Dann kommt der einschneidende Flugzeugabsturz.
[11:53] Mháire: Canon Event, möchte ich es nennen.
[11:55] Mháire: 1989. Sie stürzte ab und schlägt sich dann über ein paar Wochen zum nächsten bewohnten Ort durch.
[12:04] Mháire: Und lernt da eben eigenständig in der Wildnis auf sich aufzupassen,
[12:09] Mháire: mit wilden Tieren klarkommen. Und einfach zäh zu sein wie sonst was.
[12:13] Rahel: Sie findet das auch ganz toll. Laura hat jede Menge Spaß dabei bei diesem Überlebenskampf,
[12:18] Rahel: wo sie auch merkt, ja, dieses aristokratische Leben, das ist mir ehrlich gesagt zu langweilig.
[12:23] Rahel: Eigentlich möchte ich lieber Abenteurerin werden. Und so verbringt sie dann
[12:26] Rahel: auch die nächsten sieben Jahre.
[12:28] Rahel: Da findet sie Artefakte wie den Stein der Weisen, die Bundeslade, die heilige Lanze.
[12:34] Rahel: Auch da wieder eben viele von diesen mythischen Gegenständen,
[12:37] Rahel: die wir eben in unserem europäischen Sagenraum sehr gut kennen.
[12:41] Rahel: Sie findet aber auch scheinbar und fängt Bigfoot.
[12:44] Mháire: Lara, was tust du? Das ist kein Artefakt, das ist ein lebendes Wesen.
[12:47] Mháire: Aber exotische Kreaturen sind auch ihr Ding.
[12:50] Mháire: Dann, 1996 bekommen wir die erste Begegnung mit einer wichtigen Person, Jacqueline Nattler.
[12:58] Mháire: Die heuert Lara, die zu dem Zeitpunkt schon als Archäologin bekannt ist.
[13:02] Mháire: Ich habe hoffentlich die Anführungsstriche deutlich gesprochen.
[13:06] Mháire: Und möchte, dass Lara für sie ein Artefakt findet.
[13:10] Mháire: Das Sion von Atlantis. Das ist ein Begriff, der nicht eingedeutscht wurde.
[13:16] Mháire: Wahrscheinlich, ich weiß nicht, ob du dann den Hintergrund kennst,
[13:18] Mháire: weil man sich nicht sicher war, welche Bedeutung davon am sinnigsten ist.
[13:22] Mháire: Sion ist im Grunde ein Erbe, aber eigentlich nicht ein Gegenstand,
[13:26] Mháire: sondern eine Person. Ein Sion
[13:27] Mháire: ist der Erbe einer großen Familie oder eines Herrscherhauses zum Beispiel.
[13:31] Rahel: Ich vermute auch, dass sie das bewusst wahrgehalten wollten und deswegen das
[13:35] Rahel: gezielt nicht übersetzt haben.
[13:37] Rahel: Das ist die Handlung vom ersten Tomb Raider Spiel. Und danach folgen eben jährlich
[13:41] Rahel: Abenteuer, die immer mit dem Spiel korrespondieren.
[13:44] Rahel: Also jedes Jahr kommt ein neues Spiel und das spielt auch immer im entsprechenden Jahr.
[13:49] Rahel: Das heißt, 1997 hat Laura das nächste Abenteuer, 1998 und so weiter und so fort.
[13:53] Rahel: Was da für unsere Zwecke hier relevant ist, ist, dass sie 1999 erneut auf ihren
[14:00] Rahel: Mentor, diesen Werner von Croy, trifft, der nun aber ihr Widersacher ist.
[14:04] Rahel: Und in diesem Spiel, das ist The Last Revelation, der vierte Tomb Raider Teil,
[14:08] Rahel: muss Lara die Reinkarnation des ägyptischen Gottes Seed aufhalten.
[14:13] Rahel: Und sie stirbt scheinbar bei diesem Versuch in Ägypten. Wir wissen aber natürlich,
[14:17] Rahel: dass es nicht passiert, denn es kommen ja danach weitere Spieler zurück.
[14:21] Rahel: Um zu erfahren, wie Lara diesen scheinbaren Tod überlebt hat,
[14:25] Rahel: müssen wir tatsächlich entweder zum Roman The Amulet of Power gehen.
[14:30] Rahel: Da erfahren wir, dass Lara von einem anderen Schatzjäger befreit wurde.
[14:34] Rahel: Oder wir gehen zu diesem Kurzfilm, den ich eben erwähnt hatte,
[14:37] Rahel: Myth of El Hawa. Da erfahren wir, dass Lara stattdessen von Beduinen gerettet
[14:41] Rahel: wurde und auch einige Jahre bei ihnen gelebt hat.
[14:43] Rahel: So oder so, nach den Ereignissen in Ägypten, zieht sich Lara erstmal für einige
[14:48] Rahel: Zeit aus dem Schatzjägerleben zurück. Entschuldigung, Archäologinnen leben zurück.
[14:53] Mháire: Schatziergeist, glaube ich, schon richtig. Ich weiß auch nicht,
[14:55] Mháire: ob sie da groß gegen argumentieren würde. Und dann wird 2003 nochmal nachgelegt.
[15:01] Mháire: Da ist Werner von Croy wieder dabei. Wir hatten ihn ja gerade als Widersacher,
[15:06] Mháire: nachdem er ursprünglich Mentor war. Und dann hat eben das Ereignis in Ägypten
[15:10] Mháire: dazu geführt, dass er jetzt nicht mehr der Bösewicht ist.
[15:14] Mháire: Und der bittet sie, nach Paris zu reisen, auf einen Auftrag von ihm.
[15:18] Mháire: Und wird dann aber in ihrem Anwesen ermordet.
[15:22] Mháire: Und jetzt steht sie unter dem Verdacht, eben ihren alten Mentor ermordet zu haben.
[15:26] Mháire: Und das klingt jetzt vielleicht schon etwas wirr.
[15:30] Mháire: Und möglicherweise ist das auch mit ein Grund dafür gewesen,
[15:33] Mháire: dass das das letzte Spiel in dieser Timeline war.
[15:35] Rahel: Genau, das sind die Ereignisse von Angel of Darkness. Das ist von dieser Timeline
[15:40] Rahel: mit Abstand das düsterste Spiel der Reihe.
[15:42] Rahel: Auch da wieder einen entscheidenden Handlungspunkt erfahren wir im Spiel nicht.
[15:46] Rahel: Nämlich wie Lara eigentlich ihren Namen wieder reinwischt.
[15:50] Rahel: Weil zum Ende des Spiels steht sie streng genommen immer noch unter Mordverdacht.
[15:54] Rahel: Um das zu erfahren, müssten wir jetzt noch die zwei anderen Romane aus der Timeline
[15:57] Rahel: lesen, nämlich The Lost Cult und The Man of Bronze.
[16:02] Rahel: Aber aus Spielersicht endet damit die Geschichte erst einmal.
[16:06] Rahel: Ich stelle mir das sehr unzufriedenstellend vor, ja.
[16:08] Mháire: Ja, hat sich sicher komisch angefühlt damals. Gut, was können wir auf jeden
[16:12] Mháire: Fall über die Lara in dieser Version sagen, was nicht eine von den allgemeinen
[16:16] Mháire: Dingen ist, die wir schon über sie gesetzt haben.
[16:18] Mháire: Sie ist hier Archäologin, aber nicht nur das.
[16:23] Mháire: Sie hat aber auf jeden Fall sehr viel Spaß an dem Job. Du hast ja auch schon
[16:26] Mháire: gesagt, sie hat allein schon Spaß in der Wildnis zu überleben.
[16:29] Mháire: Also das ist eine Lara, die Abenteuer sieht und sagt, ja, exakt meins.
[16:33] Rahel: Sie ist einfach viel zu wild für diese britische Upperclass,
[16:35] Rahel: in der sie aufgewachsen ist.
[16:37] Rahel: Was ich ganz lustig fand, was ich vorher nicht wusste, aber wenn man im Handbuch
[16:41] Rahel: nachliest vom ersten Tomb Raider Spiel, dann erfahren wir, dass sie nicht nur,
[16:45] Rahel: Archäologin ist oder Abenteurerin, wie auch immer man es nennen möchte,
[16:49] Rahel: sondern sie verdient sich ihren
[16:50] Rahel: Unterhalt unter anderem als Autorin von Abenteuer und Reiseliteratur.
[16:55] Rahel: Sie ist nämlich von den Eltern enterbt worden und all die Abenteuer,
[16:58] Rahel: die sie jetzt erlebt, da schreibt sie drüber.
[17:01] Mháire: Ich meine, das ist super. Ich mag die Vorstellung wirklich, denn wir haben noch
[17:05] Mháire: nicht so viel drüber geredet.
[17:06] Mháire: Lara ist ja sowohl körperlich, athletisch, Fitness, Kämpfen,
[17:11] Mháire: extrem fit, aber sie ist auch sehr gebildet und offensichtlich auch eine gute
[17:17] Mháire: Autorin, wenn sie davon leben kann.
[17:19] Mháire: Also die Frau kann wirklich alles.
[17:21] Rahel: Was sie auch kann, man kann ja in den Spielen immer in Croft Manor rumlaufen,
[17:26] Rahel: aber sie kann auch all die tollen, gefundenen, besonderen Schätze in dieser
[17:30] Rahel: Privatvilla aufbewahren.
[17:32] Rahel: Also nichts wandert ins Museum.
[17:34] Mháire: Ja, und das mit der Villa, ich meine, ihre Eltern haben sie in dieser Timeline
[17:38] Mháire: enterbt, aber die Villa hat sie trotzdem, also immerhin etwas.
[17:42] Rahel: Generell würde ich aber sagen, der Charakter bleibt in dieser Classics-Timeline,
[17:46] Rahel: eher undurchsichtig, weil sie weitestgehend stumm ist.
[17:50] Rahel: In den späteren Spielen, da kommentiert Lara auch schon mal die Dinge, die sie erlebt.
[17:54] Rahel: Das heißt, wir kriegen so ein bisschen Charaktereinblicke, das ist aber in der
[17:57] Rahel: Classics-Timeline nicht so.
[17:59] Rahel: Deswegen, wir wissen nicht so ganz, was in ihrem Kopf vor sich geht.
[18:03] Mháire: Wir haben schon gesagt, ihre Eltern haben sie enterbt. Über die Eltern wissen
[18:06] Mháire: wir sonst gar nicht so viel.
[18:09] Mháire: Ihre Mutter hat nicht mal einen Vornamen. Die Crofts.
[18:12] Rahel: Zumindest nicht in den Spielen.
[18:13] Mháire: Ja, nicht in den Spielen. Die Crofts müssen sich dementsprechend einen Nachnamen
[18:17] Mháire: hochhalten und teilen. Und der Vater heißt Henschingley Croft.
[18:23] Mháire: Irgendjemand hat gesagt, wir brauchen den am britischsten klingenden Namen,
[18:26] Mháire: aber er muss nicht zwingend echt sein. Aber...
[18:29] Mháire: No-Notes, zehn von zehn. Wenn das das Ziel war, wurde es erreicht.
[18:33] Rahel: Wir kriegen ja eigentlich von den beiden nichts mit, außer dass sie eben Partylöwen
[18:37] Rahel: sind, die am liebsten ihre Social Events abhalten wollen.
[18:40] Rahel: Das heißt, die fühlen sich eigentlich von Lara und ihrem Abenteuerleben auch
[18:43] Rahel: wirklich ein bisschen gestört.
[18:45] Rahel: Und als dann Lara irgendwann auch noch sich weigert, den von den Eltern eben
[18:49] Rahel: angedachten Earl von Farringdon zu heiraten, ist das fast dann voll und die
[18:54] Rahel: beiden enterben eben Lara.
[18:56] Rahel: Das heißt aber, wichtiger Hinweis, in der Classics-Timeline leben Laras Eltern die ganze Zeit.
[19:03] Rahel: Und es gibt sogar auch ein Bild, wo sie das Grab von Lara Croft,
[19:06] Rahel: nachdem sie ja scheinbar in Ägypten verstorben ist, besuchen.
[19:09] Mháire: Das ist noch das untragische Hintergrundleben der Lara Croft.
[19:13] Mháire: Das wird sich mit den anderen Timelines ändern. Sie hatte Verbündete,
[19:18] Mháire: Lara ist auf ihren Abenteuern allein unterwegs.
[19:20] Mháire: Das ist ihr Ding, in Shorts und T-Shirt und mit zwei Pistolen durch die Gegend
[19:25] Mháire: zu ziehen. Aber sie hat Leute, die sie unterstützen, die sind aber in dieser
[19:28] Mháire: Timeline noch relativ grundlegend.
[19:31] Mháire: Also schwer als Charaktere zu fassen. Da haben wir den Butler Winston.
[19:37] Mháire: Butler ist eine Figur generell, die immer wieder auftaucht. Und es gibt auch
[19:41] Mháire: in anderen Timelines, selbst wenn er nicht da ist, zumindest Easter Eggs oder
[19:44] Mháire: Hinweise auf Winston. Natürlich braucht man, wenn man eine Wille hat, einen Butler.
[19:49] Mháire: Aber Winston ist auf jeden Fall die Person, die Lara am ehesten erzogen hat,
[19:54] Mháire: weil ihre Eltern ja die ganze Zeit damit beschäftigt waren, Socialites zu sein,
[19:59] Mháire: unterwegs zu sein und auf Partys abzuhängen.
[20:02] Mháire: Das heißt, der ist so die erziehungsberechtigte Figur eher, so ein bisschen
[20:06] Mháire: Alfred Batman in der Hinsicht.
[20:09] Rahel: Ich würde mal behaupten, richtig berühmt geworden ist Winston eigentlich erst
[20:13] Rahel: ab dem zweiten Tomb Raider-Spiel, weil da verfolgt er uns die ganze Zeit durch
[20:18] Rahel: Croft Manor mit so einem klappernden, scheppernden Tablett,
[20:23] Rahel: der murmelt, der stöhnt, der grummelt und gelegentlich furzt er sogar vor sich hin.
[20:27] Rahel: Also das ist wirklich eine wandelnde Geräuschkulisse und es gibt in Croft Banner
[20:32] Rahel: unter anderem so Zeiträtsel,
[20:34] Rahel: wo man also möglichst schnell von einem Heckenlabyrinth in die Villa reinhuschen
[20:39] Rahel: möchte und da kann er auch dann wirklich stören, weil er einfach im Weg steht.
[20:42] Rahel: Deswegen hat sich in Toonbrader 2 dieser ikonische Standard ergeben,
[20:46] Rahel: dass man Winston im Kühlraum einsperrt.
[20:49] Rahel: Es gibt nämlich so in der Küche einen Kühlraum und da er uns ja überall hinterherläuft,
[20:53] Rahel: läuft man mit Lara einfach in den Kühlraum rein.
[20:56] Rahel: Irgendwann kommt Winston dann
[20:57] Rahel: auch rein, dann läuft man wieder raus und macht ganz schnell die Tür zu.
[21:00] Mháire: Wahrscheinlich könnte man eine Umfrage machen, damals gab es da ja noch nicht,
[21:03] Mháire: dass das getrackt wurde, wie viel Prozent aller Leute, die es gespielt haben,
[21:06] Mháire: das gemacht haben. Ich glaube, sie wäre wahrscheinlich hoch.
[21:08] Rahel: Ja, das glaube ich auch.
[21:09] Mháire: Aber Winston gehört dazu, wie gesagt, er taucht in allen Timelines zumindest
[21:13] Mháire: in irgendeiner Form wieder auf.
[21:15] Mháire: Und ist zugegeben aber vielleicht weniger ein Charakter als einfach ein Teil dieser Villa.
[21:23] Mháire: Der gehört da in dem Sinne dazu. Ich weiß das gerade gar nicht auswendig.
[21:27] Mháire: Der Butler in den Filmen ist auch Winston, zumindest vom Namen her.
[21:32] Rahel: Das ist ein guter Punkt, das kann ich dir gerade nicht mit Sicherheit sagen.
[21:35] Rahel: Der ist auf jeden Fall deutlich wehrfähiger.
[21:38] Mháire: Genau, der macht mehr. Aber klar, Leute haben gesagt, wenn wir Lara Croft verfilmen,
[21:43] Mháire: muss auf jeden Fall ihre Wille rein in irgendeiner Form.
[21:46] Mháire: Wir werden auch noch darüber reden, wie diese Darstellung dann wiederum spätere
[21:50] Mháire: Spiele geprägt hat. Und dann muss hier auch ein Butler sein.
[21:54] Mháire: Eine weitere Figur, die Lara unterstützt, remote arbeitend, ist Zip.
[21:59] Mháire: Das ist nicht der Name in seinem Pass, glaube ich.
[22:02] Rahel: Wahrscheinlich nicht. Der hat auch, muss man ehrlich sagen, in der Classics-Timeline
[22:06] Rahel: einen ganz kleinen Auftritt nur.
[22:08] Rahel: Oder eine kleine Rolle. Aber er ist nun mal einer der wenigen Charaktere,
[22:12] Rahel: die in mehreren Timelines vorkommen, wenn auch eben stark verändert.
[22:16] Rahel: Also in der Classics-Timeline treffen wir Sip in Chronicles.
[22:20] Rahel: Da ist er eben ein Computerspezialist, der ursprünglich mal bei Von Croy Industries
[22:25] Rahel: angestellt war, bis er aber wegen eines Hacking-Angriffs aufs FBI gefeuert wurde.
[22:29] Rahel: Und der hat daraufhin einfach sein eigenes Sicherheitsunternehmen gegründet.
[22:33] Rahel: Und genau das ist so der Kernaspekt vom Charakter, der dann auch später übernommen
[22:37] Rahel: wird. SIP ist Computerspezialist.
[22:40] Mháire: Und kann dementsprechend Dinge von Ferne machen, die Lara vor Ort nicht machen kann.
[22:46] Mháire: Dann haben wir noch Curtis Trent. Das ist ein sehr cooler Name für jemanden
[22:51] Mháire: mit einem bewusst sehr coolen Hintergrund.
[22:54] Mháire: Er ist ein ehemaliger Söldner, er ist auch Abenteurer und Schatzjäger.
[22:58] Mháire: Er ist ausgebildet worden in einem geheimen Orden von Kampfmönchen und sein
[23:03] Mháire: Vater stirbt und das wiederum schickt ihn dann auf eine Reise und eine Suche nach Rache.
[23:10] Mháire: Und dann stößt er dabei auf Lara Croft und erst sind sie Gegenspieler,
[23:14] Mháire: vielleicht nicht, aber Rivalen auf jeden Fall, aber raufen sich dann zusammen und kooperieren.
[23:19] Mháire: Das ist so, als hätte jemand gesagt, bitte schreib mir den offensichtlichsten
[23:25] Mháire: coolen Videospiel-Hauptfigur-Helden.
[23:28] Rahel: Hat einen Grund, warum der Charakter genauso funktioniert und das ist auch der
[23:32] Rahel: Grund, warum er hier überhaupt erwähnenswert ist.
[23:34] Rahel: Curtis Trent ist ein spielbarer Charakter. Weil Angel of Darkness berichtet
[23:38] Rahel: als einziges Spiel mit dieser Regel, dass Lara Croft ein alternativloser Charakter
[23:43] Rahel: oder eine alternativlose Spielfigur ist.
[23:45] Rahel: Da können wir nämlich für einige Passagen eben diesen Curtis Trent spielen.
[23:49] Rahel: Und das liegt daran, dass er nach Angel
[23:52] Rahel: of Darkness eigentlich eine eigene Spin-Off-Reihe hätte erhalten sollen.
[23:55] Rahel: Weil dann aber Angel of Darkness eher ein Misserfolg war, um es mal nett auszudrücken,
[24:00] Rahel: ist auch eben diese Spin-Off-Idee wieder eingestellt worden.
[24:02] Mháire: Das tut mir einerseits leid, aber andererseits fühle ich irgendwie so einen
[24:06] Mháire: Hauch von Gerechtigkeit in meiner Seele aufkommen, denn dieses Schicksal ist andersrum
[24:11] Mháire: sehr häufig weiblichen Nebenfiguren in den Storys von männlichen Helden zugestoßen,
[24:16] Mháire: die aufgebaut wurden als Spin-Off-Figur, die dann das Spin-Off nie bekommen
[24:19] Mháire: hat oder das kurz danach abgebrochen wurde.
[24:22] Mháire: Dass das mal Gender-Band ist, schade für Curtis und Leute, die an seinem Spiel
[24:26] Mháire: gearbeitet hätten, aber ausgleichende Gerechtigkeit, Rahel.
[24:32] Rahel: Ja, mich hat es jetzt auch nicht
[24:33] Rahel: wirklich gestört, weil für mich ist Tomb Raider halt schon Lara Croft.
[24:38] Mháire: Ja.
[24:39] Rahel: Wenn ich das nicht spielen wollen würde, dann würde ich halt Indiana Jones oder Uncharted spielen.
[24:44] Rahel: Wir haben auch Widersacher im Tomb Raider-Universum und die meisten davon tauchen
[24:49] Rahel: immer nur in jeweils einem Spiel auf. Es gibt zwei, über die wir trotzdem sprechen
[24:53] Rahel: sollten, weil sie eben eine wichtigere Rolle haben.
[24:57] Rahel: Generell ist es aber so, dass viele von diesen Widersachern am Anfang entweder
[25:02] Rahel: Auftraggebende oder eben Mentoren sind, die sich dann als eigentliche Bösewichte
[25:08] Rahel: oder Strippenzieher vom jeweiligen Spiel enttarnen.
[25:11] Mháire: Jacqueline ist eine erfolgreiche Businessfrau, die ihr, wie gesagt,
[25:16] Mháire: haben wir schon erwähnt, Lara anheuert, um nach dem Sion von Atlantis zu suchen.
[25:21] Mháire: Aber Jacqueline ist kein Mensch oder zumindest nicht normal.
[25:26] Mháire: Jacqueline ist eine Überlebende von Atlantis und nicht einfach nur eine Überlebende,
[25:29] Mháire: sie ist eine ehemalige Herrscherin von Atlantis und war Teil einer Dreierspitze dort.
[25:34] Mháire: Und die haben gemeinsam dieses Artefakt erschaffen, das dann dreigeteilt wurde.
[25:39] Mháire: Und sie hat ihren Teil davon dann für fiese Genexperimente missbraucht,
[25:45] Mháire: um da auch ein Herrenvolk, eine besondere Spezies zu erschaffen.
[25:51] Mháire: Wenn man von einer Motivation reden will, dann ist es dieses Atlantis heruntergekommen.
[25:56] Mháire: Ich bin die Einzige, die weiß, wie man das richtig macht.
[25:59] Mháire: Und wir müssen jetzt das wieder auf einen härteren Kurs bringen.
[26:03] Mháire: Zu Recht wurde sie dafür dann ausgestoßen und in Kryostase geschickt und lag
[26:08] Mháire: dann sehr lange in einer Wüste, trocken im Herzen der USA, bis jetzt unbedingt
[26:15] Mháire: Leute in New Mexico Atombombentests machen mussten.
[26:17] Mháire: Und das hat sie dann wieder aufgeweckt. Damit ist sie zurück in der modernen Realität.
[26:22] Mháire: Wir sehen auch, wie sie befreit wird durch diesen Nukleartest in einer Cutscene.
[26:28] Rahel: Das ist die allererste Szene im Tomb Raider-Spiel.
[26:30] Mháire: Ja.
[26:30] Rahel: Dass wir erstmal diese Szene kriegen von der Atombombe und dass irgendwas freigelegt wird.
[26:35] Mháire: Ja genau. Und ich wollte gerade sagen, hast du beim Schauen dieser Cutscene
[26:38] Mháire: ohne zusätzliche Informationen verstanden, was da passiert ist?
[26:42] Mháire: Ich gebe nämlich zu, ich nicht wirklich.
[26:44] Rahel: Ich auch nicht, aber den Atompilz habe ich erkannt.
[26:46] Mháire: Ja genau, so weit war ich. Atombombe und irgendwas ist passiert.
[26:49] Rahel: Da konnte ich mir schon denken, dass es bestimmt wieder so eine böse Grenzüberschreitung
[26:53] Rahel: von den Menschen hätte. Das mal lieber nicht gemacht.
[26:55] Mháire: Gut, Nadler ist jetzt hier unterwegs. Sie hat aber ihren Teil des Zion nicht.
[26:59] Mháire: Aber sie hat noch ihr ganzes Wissen über fortschrittliche, nichtmenschliche
[27:04] Mháire: Technologie aus Atlantis. Baut damit einen Technologiekonzern auf und heuert
[27:08] Mháire: dann Lara an, weil die guterin ist, Artefakte zu finden.
[27:11] Mháire: Das Zion für sie zu besorgen, damit sie mit ihren fiesen Dingen weitermachen kann.
[27:16] Mháire: Und ansonsten ist Jacqueline erstmal so die klassische, kühle,
[27:21] Mháire: überlegene Blondine vom Look her.
[27:24] Mháire: Aber eigentlich ist sie, wie gesagt, gar nicht menschlich. Und man kann dann
[27:27] Mháire: auch ihre wahre Form sehen, die eher so geflügelt ist. Auf jeden Fall ein Monster.
[27:33] Rahel: Ich habe es in meinem Kopf als Fledermaus abgespeichert.
[27:35] Mháire: Ja, vielleicht am ehesten Fledermaus. Sie ist natürlich aber jemand,
[27:39] Mháire: die sich, wenn es möglich ist, die Hände nicht direkt schmutzig macht.
[27:43] Mháire: Deswegen hat sie Leute, die ihr helfen. oder weil sie wirklich schon eine klassische
[27:47] Mháire: Bösewichtin ist, Schergen, vielleicht das richtige Wort, Minions.
[27:52] Mháire: Und sie hat dafür einen Larson Conway und einen Pierre Dupont,
[27:56] Mháire: also so ein klassisches Duo von Männern fürs Grube.
[28:00] Mháire: Und die stoßen 1989 das erste Mal auf Lara, weil sie auf der Suche nach dem Stein der Weisen ist.
[28:09] Mháire: Kleine ist es ja ohnehin nicht für sie zu haben. Und da gibt es auch schon Hinweise,
[28:12] Mháire: dass sie mit Nettler Industries zusammenhängen. Aber das sind die Leute,
[28:16] Mháire: die sie ausschickt, wenn es darum geht, wirklich im Dreck zu wühlen.
[28:19] Rahel: Neben Jacqueline Nettler würde ich jetzt mal behaupten, ist noch Werner von Croy wichtig,
[28:25] Rahel: eben weil er eine sehr persönliche Verbindung zu Lara hat und deswegen auch
[28:29] Rahel: in der Classics-Timeline als einer von wenigen Charakteren eben mehrfach erwähnt
[28:33] Rahel: oder sogar gezeigt wird.
[28:35] Rahel: Von Croy war ursprünglich Laras Lehrer an einer Privatschule und der hat sich
[28:40] Rahel: so als Schlüsselfigur in Laras Leben entpuppt, weil er eben sie auf diese Expedition
[28:46] Rahel: nach Kambodscha mitnimmt.
[28:47] Rahel: Aber schauen wir erstmal auf ein paar Jahre davor.
[28:50] Rahel: Werner von Croy ist 1940 geboren und der hat schon ein frühes Interesse für
[28:55] Rahel: antike Artefakte aufgrund seines Vaters von Croy Senior, der auch ein Bekannter von den Crofts ist.
[29:01] Rahel: Also die von Croys und die Crofts sind seit langer Zeit schon befreundet oder zumindest bekannt.
[29:06] Rahel: Und Vater und Sohn von Croy führen zusammen ein Unternehmen von Croy Industries.
[29:11] Rahel: Das ist also eine ähnliche Unternehmensstruktur, sage ich jetzt mal vorsichtig,
[29:16] Rahel: wie wir die auch bei Nuttler Technologies haben.
[29:18] Rahel: Dass wir eben einen Bösewicht oder einen späteren Bösewicht haben,
[29:21] Rahel: der auch noch einen ganzen Konzern mit viel Geld im Rücken hat.
[29:24] Mháire: Das ist so ein Trope auch einfach der Zeit. Wenn irgendwelche Leute Macht haben,
[29:29] Mháire: haben sie auch einen Konzern, idealerweise einer, der nach ihnen benannt ist.
[29:35] Mháire: Nutler Technologies oder eben von Croys Firma, von Croy Industries,
[29:40] Mháire: ist es auch nicht viel anders als ein Batman-Schurke oder Superman-Gegenspieler.
[29:45] Rahel: Genau. Und damit kann man ja auch immer schön erklären, warum die Leute eigentlich
[29:48] Rahel: alle Privatarmeen haben.
[29:49] Mháire: Und so viel Kohle.
[29:50] Rahel: Ja.
[29:52] Rahel: Genau. Werner nimmt eben die 16-jährige Lara auf eine Exkursion nach Angkor
[29:57] Rahel: Wat mit, um dort nach dem Iris-Artefakt zu suchen.
[30:01] Rahel: Und genau diese Expedition ist dann aber auch das Ende von deren beiden Freundschaft,
[30:04] Rahel: beziehungsweise der Beginn einer Rivalität, weil Werner geht nicht sonderlich
[30:09] Rahel: respektvoll mit dieser historischen Städte um und nimmt auch entgegen Laras
[30:13] Rahel: Bitten dieses Artefakt an sich.
[30:15] Rahel: Das ist also einmal, finde ich, ein bisschen erstaunlich, weil Lara ja später
[30:18] Rahel: selbst Schatzjägerin ist, die aus allen möglichen Ruinen irgendwelche Artefakte mitnimmt. Aber gut.
[30:24] Mháire: Ja, ich habe so ein bisschen das Gefühl, sie hat vielleicht die falsche Lehre
[30:27] Mháire: daraus gezogen. Nicht, du nimmst das Artefakt und dann passiert was Schlimmes,
[30:29] Mháire: sondern du nimmst das Artefakt und dann passiert was Spannendes.
[30:32] Rahel: Das kann natürlich sein. In dem Fall ist es, dass sie bei dem Iris-Artefakt beinahe sterben.
[30:39] Rahel: Und das ist auch der Grund, warum Lara eben auf eigene Faust nach England zurückkommt,
[30:43] Rahel: weil sie sich mit Werner zerstreitet, aber eben auch erstmal gar nicht sicher
[30:47] Rahel: ist, ob der das überlebt hat.
[30:48] Rahel: Sie stiehlt übrigens genau das gleiche Artefakt, das Iris-Artefakt,
[30:51] Rahel: Jahre später aus von Croy Industries.
[30:54] Rahel: Die Rivalität zwischen Lara und Werner, die endet 1999 im Tempel von Horus,
[30:59] Rahel: nachdem Lara eben den bösen Gott Seed besiegt hat.
[31:03] Rahel: Der Tempel stürzt daraufhin nämlich um Lara herum ein und Werner versucht noch, sie zu retten.
[31:08] Rahel: Lara traut ihm aber immer noch nicht und stirbt deswegen scheinbar bei diesem
[31:12] Rahel: Einsturz und Werner flieht, um sein eigenes Leben zu retten.
[31:16] Rahel: Das ist ein kleines bisschen eine Spiegelung und Umkehr von dem,
[31:18] Rahel: was vorher in Kambodscha passiert war.
[31:20] Rahel: Was wir wohl noch erfahren, ist, dass nach Laras Tod Werner von Croy eine Grabung
[31:26] Rahel: finanziert hat an diesem ägyptischen Tempel, um nach Überresten von Lara zu
[31:29] Rahel: suchen. Um eben herauszufinden, ist sie wirklich gestorben.
[31:33] Rahel: Er findet auf jeden Fall ihren Rucksack, ob er da jetzt irgendwelche Schlüsse
[31:36] Rahel: draus zieht, das wissen wir nicht so genau oder wie er das zieht.
[31:40] Rahel: Wir wissen nur, dass er 2003 eben nach Paris reist, weil er dort einen neuen
[31:44] Rahel: Auftrag erhält von einem Peter van Eckhart, nämlich soll er da wertvolle Gemälde
[31:48] Rahel: suchen. Und er findet dabei dann heraus, dass diese Gemälde ganz schön mächtig und gefährlich sind.
[31:53] Rahel: Und er bittet da Lara trotz ihrer Differenzen um Hilfe.
[31:56] Rahel: Und das ist dann das, was du eben erzählt hast.
[31:59] Rahel: Lara reist nach Paris, reist zu Werner von Croy und dann wird er aber in ihrer Anwesenheit ermordet.
[32:05] Rahel: Und so endet dieser Charakter.
[32:06] Mháire: Ah ja. Oh, ich habe vorhin Anwesen statt Anwesenheit gesagt. My bad.
[32:12] Mháire: Nicht in ihrem Anwesen, es ist in Paris. Ich glaube, sie hat nicht noch eine
[32:15] Mháire: Villa in Paris. Aber man kann nie ganz sicher sein.
[32:17] Rahel: Man weiß es nie.
[32:19] Mháire: Aber damit sind wir eben auch wieder angekommen beim Angel of Darkness und bei
[32:23] Mháire: dem Ende dieser Timeline.
[32:25] Rahel: Kommen wir also zur zweiten Timeline. Das ist ein Reboot, das erste von zwei
[32:30] Rahel: Reboots. Und das wird allgemein hin als die Legend-Timeline bezeichnet.
[32:34] Rahel: Und das umfasst jetzt bei den Spielen einmal die Spiele Legend,
[32:38] Rahel: Anniversary in Underworld. Also Legend kam 2006 raus.
[32:42] Rahel: Und dann haben wir auch wieder in aufeinanderfolgenden Jahren eben Anniversary in Underworld.
[32:46] Rahel: Die bilden zusammen eine Trilogie. Die erzählen eine zusammenhängende Geschichte,
[32:50] Rahel: wo der Fokus auf der Suche nach Laras verschwundener Mutter liegt.
[32:53] Rahel: Zu dieser Timeline werden allerdings noch zwei isometrische Spin-offs gezählt.
[32:58] Rahel: Also einmal Guardian of Light und dann Temple of Cyrus. und dann gibt es auch
[33:03] Rahel: noch so ein Mobile-Game, über das wir aber nicht sprechen müssen.
[33:08] Mháire: Ja, Game ist schon vielleicht ein bisschen weit gefasst dafür.
[33:11] Mháire: Aber der Grund dafür, dass die dazu gezählt werden, ist der besonders stark,
[33:16] Mháire: Rahe? Haben die eine Continuity?
[33:18] Rahel: Nee, es ist eher so, dass diese Spin-offs nur und wo sonst hin passen.
[33:21] Mháire: Und man möchte keine weitere Timeline aufmachen, nur für sie. Deswegen sind sie hier.
[33:25] Rahel: Genau.
[33:27] Mháire: Also, wir haben eine Sache schon gehört, die auf jeden Fall anders ist zu der
[33:30] Mháire: Lara aus der ursprünglichen Timeline.
[33:33] Mháire: Die Suche nach ihrer verschwundenen Mutter impliziert, dass ihre Mutter verschwunden
[33:36] Mháire: ist, die sich ja in der ursprünglichen Version bester Gesundheit erfreut hat
[33:40] Mháire: und einfach nur nicht sehr zufrieden mit ihrem Spross war.
[33:43] Mháire: Aber gehen wir erstmal kurz ran. Lara Croft hat immer noch am 14.
[33:47] Mháire: Februar Geburtstag, aber jetzt 1977. Man hat sie also neun Jahre jünger gemacht,
[33:54] Mháire: damit sie halt immer noch fit sein kann. Und sexy machen wir uns nichts vor.
[33:59] Mháire: Und sie ist jetzt auch adelig. Vorher, die Crofts waren reich,
[34:02] Mháire: ja, aber jetzt ist sie eine Gräfin von Ebington.
[34:07] Mháire: Was, glaube ich, kein echter Titel ist.
[34:08] Rahel: Ich glaube nicht, nein. Aber direkt das erste Event aus Lauras Biografie in
[34:13] Rahel: dieser zweiten Timeline ist der Flugzeugabsturz.
[34:17] Rahel: Nämlich 1986, als Laura neun Jahre alt ist, fliegt sie gemeinsam mit ihrer Mutter
[34:22] Rahel: in einem Privatjet durch den Himalaya. Und dabei stürzt das Flugzeug ab.
[34:27] Rahel: Die beiden Crofts sind die einzigen Überlebenden und sie können sich so gerade
[34:29] Rahel: noch in einen nahegelegenen Tempel
[34:31] Rahel: flüchten, wo Lara so ein altaussehendes Schwert in einem Stein berührt.
[34:38] Rahel: Man kann sich jetzt schon denken, was für ein Schwert das sein könnte.
[34:41] Rahel: Sie aktiviert damit auf jeden Fall ein Portal und dann herrscht erstmal sehr
[34:45] Rahel: viel Chaos, aus dem Portal kommen Stimmen und das Ganze endet damit,
[34:49] Rahel: dass Ladycroft samt Schwert in diesem Portal verschwindet.
[34:53] Rahel: Die kleine Lara bleibt schwer traumatisiert zurück, sie läuft zu Fuß nach Kathmandu
[34:58] Rahel: und lässt sich da von ihrem Vater abholen. Das ist also alles sehr mysteriös,
[35:02] Rahel: sehr unerklärlich und vor allen Dingen sehr tragisch.
[35:04] Rahel: Und das ist ein Schlüsselmoment, zu dem diese Timeline immer wieder zurückkehrt,
[35:08] Rahel: weil es eben in erster Linie darum geht, herauszufinden, was ist da eigentlich genau passiert.
[35:13] Mháire: Ja, man merkt hier auch ein bisschen die Entwicklung generell von Figuren in
[35:17] Mháire: Videospielen, dass es nicht einfach reicht, da zu sein und das zu tun,
[35:20] Mháire: was man tut. Man muss einen Grund haben.
[35:23] Mháire: Man muss irgendein Initialereignis haben, damit die Figur sich daran aufhängen
[35:29] Mháire: kann und das, was sie tut.
[35:31] Mháire: Und das ist in dem Fall eben dieses mysteriöse, mit einem Artefakt zusammenhängende
[35:35] Mháire: Verschwinden der Mutter irgendwo in der Einsamkeit im Himalaya. Danach wächst Lara auf.
[35:41] Mháire: Durchaus reich und privilegiert auf. Sie hat auch in dieser Version Privatunterricht,
[35:45] Mháire: aber durchaus auch von ihrem Vater, von Lord Croft.
[35:48] Mháire: Und der wiederum fährt selber auf Expedition, ist also hier kein Partylöwe,
[35:53] Mháire: sondern eben auch davon gezeichnet, dass seine Frau verschwunden ist.
[35:56] Mháire: Und er macht verschiedene Anstrengungen, sie wiederzufinden und nimmt Lara dabei
[36:01] Mháire: dann auch mit auf diese Expedition.
[36:04] Rahel: Ganz glücklich läuft das für ihn nicht, denn 1995 verschwindet auch Lord Croft in Kambodscha.
[36:10] Rahel: Also Lara ist zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt. Das Problem ist,
[36:14] Rahel: er kann erst mal noch nicht für tot erklärt werden, weil er eben nur verschwunden ist.
[36:18] Rahel: Und daraufhin entbrennt eine Familienfehle um den Croft-Nachlass.
[36:22] Rahel: Lara gewinnt den Streit um das Erbe und auch eben diesen Gräfinentitel schließlich.
[36:26] Rahel: Das ist aber der Grund, warum sie isoliert und abgeschottet von ihren Verwandten lebt.
[36:31] Rahel: Also die Lara Croft in dieser Legend-Timeline ist eine reiche Aristokratin, der geht's gut.
[36:37] Rahel: Aber sie hat zu ihrer Familie keinen Kontakt mehr.
[36:39] Mháire: Ja, naheliegenderweise. Geht gar nicht. Und dann 1996 taucht wieder Jacqueline
[36:44] Mháire: Adler auf und gibt Lyra ihren ersten Auftrag, die damit aber jünger,
[36:50] Mháire: als in der Originalversion in dieses professionelle Schatzjägerleben startet.
[36:56] Rahel: Genau, das ist das 2007 erschienene Spiel Anniversary. Das ist,
[37:00] Rahel: wie der Name Anniversary schon vermuten lässt, letztlich ein Remake vom ersten Tomb Raider Spiel.
[37:06] Rahel: Das heißt, die Handlung orientiert sich sehr eng am ursprünglichen Tomb Raider Titel.
[37:11] Rahel: Hier und da wird es eben modernisiert und angepasst. passt, aber deswegen spielt
[37:16] Rahel: dieses Spiel 1996, es ist also erzählchronologisch betrachtet das erste Spiel
[37:20] Rahel: aus dieser Trilogie, obwohl es von der Veröffentlichung her das zweite ist.
[37:25] Rahel: Das ist aber dadurch, dass es das erste Spiel ist, auch das einzige von den
[37:29] Rahel: drei Spielen, wo Lara noch alleine unterwegs ist.
[37:31] Rahel: Denn irgendwann in den nächsten zehn Jahren wird sie sich mit Sip und Alistar
[37:35] Rahel: anfreunden, auf die kommen wir später noch zu sprechen.
[37:38] Rahel: Und deswegen ist sie auch beispielsweise in Legend und Underworld immer mit
[37:42] Rahel: so einem Knopf im Ohr unterwegs, wo sie sich dann auch mit den beiden unterhalten kann.
[37:46] Rahel: Das heißt, da ist sie dann kein einsamer Charakter mehr, sondern sie ist zwar
[37:50] Rahel: immer vor Ort in irgendwelchen Ruinen und Naturschauspielen,
[37:54] Rahel: aber sie wird eben von England aus von diesen beiden Männern begleitet.
[38:00] Mháire: Genau. Remote Working. Das ist für die beiden sehr praktisch.
[38:03] Rahel: Home Office.
[38:04] Mháire: Ja, Home Office. Schon früh eingeführt. Lara ist eine gute Arbeitgeberin, würde ich sagen.
[38:08] Mháire: Und das bedeutet natürlich, dass wir sehr viel mehr Kommentare generell haben zu dem, was geschieht.
[38:13] Mháire: Sie hat einen Knopf im Ohr mit Leuten, die mit ihr reden, aber Lara selber redet
[38:17] Mháire: hier auch öfter und kommentiert die Sachen. Also wir haben eine Lara,
[38:21] Mháire: die als Charakter Clara zu fassen ist.
[38:24] Mháire: Im Grunde einfach dadurch, dass wir sehr viel mehr Input von ihr bekommen zu dem, was geschieht.
[38:29] Mháire: Und sie ist nicht gänzlich allein unterwegs. Sie hat diesen Kontakt.
[38:33] Mháire: Und sie ist nicht einfach nur Schatzjägerin, weil sie drauf steht.
[38:38] Mháire: Und ich glaube auch einfach den Adrenalinkick braucht, sondern sie hat diesen
[38:42] Mháire: tragischen Hintergrund, der sie dabei durchaus auch antreibt.
[38:46] Rahel: Ja, das ist eigentlich ein sehr tragischer Kontext, den Lara in der Timeline
[38:50] Rahel: hat. Das war mir auch ursprünglich gar nicht so bewusst. Das ist mir jetzt erst
[38:53] Rahel: mal bei der Recherche wieder so richtig vor Augen geführt worden,
[38:55] Rahel: wie düster die Legend-Timeline streng genommen ist.
[38:59] Rahel: Denn das wird ganz geschickt dadurch entschärft, dass Lara eben auch immer wieder
[39:03] Rahel: lustige oder zumindest zynische Kommentare zum Geschehen macht,
[39:06] Rahel: eben in diesen kurzen Monologen, wie du es erwähnt hast oder dann auch in Dialogen
[39:10] Rahel: mit anderen Charakteren.
[39:12] Rahel: Das Ganze erhält irgendwo eine gewisse Leichtigkeit, dadurch,
[39:15] Rahel: dass sie keine Einzelkämpferin ist und dadurch, dass sie eben auch eine witzige
[39:19] Rahel: Person ist, obwohl das, worum es inhaltlich geht, teilweise sehr grausam ist.
[39:26] Rahel: Lauras Eltern sind in dieser Timeline auch wieder der Schlüssel,
[39:29] Rahel: um eben den Charakter besser verstehen zu können. Und sie sind sehr anders aufgesetzt
[39:33] Rahel: als noch in der Classics-Timeline.
[39:35] Rahel: Zum einen wurde der Vorname von Lauras Vater geändert. Er heißt nämlich jetzt Lord Richard Croft.
[39:41] Rahel: Das haben sie angepasst wegen der Filme mit Angelina Jolie.
[39:44] Mháire: Ja, und ich glaube, die Filme haben das angepasst, weil sie sich den Namen angeschaut
[39:49] Mháire: haben und gesagt haben, Hensheng Li nimmt uns niemand ab. Wir nennen den jetzt Richard.
[39:53] Rahel: Niemand ab, niemand ernst. Geht beides.
[39:57] Mháire: Niemand nimmt es.
[39:58] Rahel: Genau. Richard Croft ist Anthropologe und Archäologe.
[40:02] Rahel: Das ist auch das, was er studiert hat. Und er ist vor allem Anhänger der sogenannten
[40:06] Rahel: Lost Civilization These. Also er ist der Überzeugung, dass es schon vor Urzeiten
[40:10] Rahel: eine inzwischen vergessene Hochkultur gegeben hat, hochtechnologisierte Hochkultur gegeben hat.
[40:16] Rahel: Und das verbindet sich immer wieder, nachdem dann seine Frau eben verschwindet,
[40:22] Rahel: mit der Suche nach Lady Amelia Croft.
[40:25] Rahel: Also Richard Croft, nachdem seine Frau verschwindet, sucht obsessiv nach ihr.
[40:30] Rahel: Er wird dabei zunehmend depressiv.
[40:32] Rahel: Wenn er nicht gerade nach Lady Croft sucht, dann sucht er nach Artefakten,
[40:35] Rahel: die ihm bei der Suche helfen könnten. Also wirklich sein ganzer Lebensinhalt
[40:38] Rahel: wird immer stärker auf die Suche nach seiner Frau fokussiert.
[40:43] Rahel: Und in dieser Suche kommt es dann auch, dass er von Jacqueline Nettler angesprochen
[40:48] Rahel: wird, mit ihr auch kooperiert. Das heißt, eigentlich die Suche nach dem Sign
[40:52] Rahel: von Atlantis, die lag zuerst bei Richard Croft, bevor sie dann später an Lara Croft ging.
[40:57] Rahel: Denn Richard hatte Blau für diese Kooperation dann Adlas wahre Absichten erkannt
[41:01] Rahel: und er wurde von ihr dafür 1995 in Kambodscha ermordet.
[41:05] Rahel: Er ist also nicht einfach nur verschwunden durch einen archäologischen Unfall,
[41:10] Rahel: sondern er ist getötet worden.
[41:11] Mháire: Ja, aber wieder in Kambodscha. Da sterben schon mal väterliche Freunde oder Väter.
[41:17] Rahel: Wieder in Kambodscha.
[41:18] Mháire: Und dann haben wir die Mutter Lady Amelia Croft. Die hat jetzt einen Vornamen,
[41:23] Mháire: beziehungsweise wenn man nur auf die Spiele schaut, hat sie überhaupt einen
[41:25] Mháire: Vornamen. Wenn man auf andere Medien schaut, hat sie jetzt einen anderen Vornamen.
[41:29] Mháire: Und wir wissen ansonsten aber nicht viel über sie, außer dass sie eine liebevolle
[41:33] Mháire: Mutter war. Denn ihr Verschwinden ist ja der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Sache.
[41:40] Mháire: Und damit ist sie früh auch schon aus Laras Leben raus. Sie ist eine positive Figur.
[41:46] Rahel: Was wir im Laufe der Spiele erfahren, also Spoiler für Leute,
[41:50] Rahel: die das Gefühl haben, dass 20 Jahre alte Spiele noch spoilerwürdig sind.
[41:53] Rahel: Das Portal, durch das sie in Legend gezogen wird, ist ein Portal nach Avalon
[41:57] Rahel: bzw. Helheim. Das sind unterschiedliche Namen für denselben Ort.
[42:02] Rahel: Und wir erfahren nicht so genau, was mit ihr da passiert in dieser anderen Welt.
[42:07] Rahel: Aber Lara findet ihre Mutter tatsächlich Jahre später wieder in Tibet.
[42:12] Rahel: Allerdings ist sie in der Zwischenzeit von Nadler in eine Art Zombie verwandelt worden.
[42:16] Rahel: Er lebt also ein sehr, sehr tragisches und grausames Schicksal.
[42:19] Mháire: Gemein. Als hätte die Frau nicht schon genügend Tragik in ihrem Leben.
[42:22] Mháire: Also Lara. Die Mutter ist ein Mittel zum Zweck.
[42:25] Mháire: Dann haben wir Verbündete. Da ist Sip weiterhin dabei, haben wir ja schon erwähnt.
[42:29] Mháire: Der ist auch weiterhin der Technikexperte. Und der hat jetzt so ein kleines
[42:34] Mháire: Cubicle, hat sein Glaskästchen in Croft Manor, von dem aus er,
[42:39] Mháire: alle möglichen Informationen zusammensuchen kann und mit Lara über ihr Headset,
[42:43] Mháire: über den Knopf im Ohr reden, um ihr Infos zu geben und zu helfen. Und...
[42:48] Mháire: Er hat einen weiteren Job in diesem Fall. Er ist auch ein Koch.
[42:51] Mháire: Ich finde das schön. Leute sollten Hobbys haben. Beziehungsweise es war sogar mal ein Job.
[42:54] Mháire: Er hat also auch wirklich als Koch gearbeitet.
[42:57] Rahel: Und was wir so nebenher in dem Nebensatz erfahren, ist, dass er gelegentlich
[43:00] Rahel: seine Ex-Freundin entstalkt.
[43:02] Mháire: Ich will ja nichts sagen, aber vielleicht waren da Leute sehr hellsichtig,
[43:04] Mháire: was manche Personen mit viel Ahnung vom Internet mit diesem Internet dann machen würden.
[43:09] Rahel: Das ist die eine Sache, aber ich habe das Gefühl, in den 2000er Jahren war das
[43:12] Rahel: noch lustiger, als es heute ist.
[43:14] Mháire: Ja, auch das.
[43:16] Rahel: Sips Pendant ist Alistair Fletcher. Also Sip, muss man übrigens dazu sagen, ist Amerikaner.
[43:21] Rahel: Und Alistair ist Brite und Forschungsexperte. Er ist quasi Laras Research Assistant.
[43:27] Rahel: Und während Lara also neue Artefakte sucht, erforscht Alistair das,
[43:30] Rahel: was sie schon gefunden hat. Und deswegen ist er ewiger Doktorand.
[43:35] Rahel: Er kann seine Dissertation nie beenden, weil er immer noch weitere spannende
[43:38] Rahel: Dinge herausfindet. Das heißt, seit 15 Jahren promoviert der Mensch.
[43:43] Rahel: Und ich muss auch aus persönlicher Erfahrung sagen, Alistair,
[43:46] Rahel: irgendwann muss das Ding fertig werden. Kill your darlings.
[43:49] Mháire: Genau, du musst deinen Fokus verengen. Du kannst dein Thema nicht so breit aufstellen.
[43:55] Mháire: Schreib zur Not hin Befunde zu bla bla bla in den Jahren bis 2005. Mach einen Cut-Off.
[44:03] Mháire: Warum machen wir hier Lebenslaufberatung für eine fiktive Figur?
[44:06] Mháire: Weil wir es sehr fühlen, glaube ich, dass sie nicht fertig werden mit dem Studium.
[44:09] Rahel: Ich habe auch einfach zu viele Leute gekannt, die auf einem ähnlichen Weg waren
[44:13] Rahel: wie Alistair. Und es ist nicht gut.
[44:15] Mháire: Ja, insofern ist es gar nicht schlecht beobachtet, der Archetyp.
[44:19] Rahel: Auf jeden Fall, Alistair und Sip, die beiden streiten sich häufig.
[44:22] Rahel: Das ist natürlich auch eine Sache, womit ganz geschickt der Knopf im Ohr bei
[44:25] Rahel: Lara ein bisschen belebt wird, dass man die beiden dann eben nicht nur hört,
[44:28] Rahel: wie sie mit Lara sprechen, sondern wie sie sich zwischenzeitlich dann auch schon mal kämmeln.
[44:31] Rahel: Allerdings erleidet auch Alistair ein tragisches Schicksal, denn er wird in
[44:35] Rahel: Croft Manor von einem Doppelgänger Laras erschossen.
[44:39] Mháire: Wir haben natürlich auch wieder Sache. Irgendjemand muss ja auf der Gegenseite
[44:42] Mháire: sein und da taucht Jacqueline Nadler wieder auf.
[44:46] Mháire: Die ist hier jetzt auch weiter ausgearbeitet. In zwei von den Spielen ist sie
[44:50] Mháire: die Hauptantagonistin.
[44:52] Mháire: Sie ist weiterhin eine kühle Blondine, eine große Blondine, aber auf eine überzeichnete
[44:57] Mháire: Art und Weise extrem bleiche Haut, sehr spitzen Gesicht und,
[45:02] Mháire: überzogen langen Gliedmaßen, dass schon in ihrem menschlichen Design ganz klar
[45:07] Mháire: wird, dass sie nicht normal ist.
[45:11] Mháire: Die kommt von irgendwo anders her oder die hat etwas an sich geändert.
[45:14] Mháire: Und diesmal ist sie aber nicht mit Genexperimenten im Start,
[45:19] Mháire: sondern stattdessen will sie gleich einfach die gesamte Welt verändern,
[45:22] Mháire: indem sie ein neues Zeitalter herbeiführt.
[45:26] Mháire: Es ist so eine Zeitalterzählung wie der Maya-Kalender mit den verschiedenen
[45:31] Mháire: Welten. Und sie will jetzt ein allgemeines Weltuntergangsszenario herbeibringen.
[45:36] Mháire: Wir werden gleich noch darüber reden, dass ja ohnehin mehrere Mythologien dann
[45:40] Mháire: alle auf gleich gebastelt werden. Das ist der gleiche Ort, das ist die gleiche
[45:44] Mháire: Prophezeiung, aber jede Kultur hat einen anderen Namen dafür.
[45:47] Mháire: Und sie will jetzt Ragnarök oder wie auch immer man es nennen will,
[45:51] Mháire: die Endzeit herbeiführen. Und sie hat auch wieder ihre Schergen.
[45:54] Mháire: Das ist Standardausrüstung. Ich finde, man kann nicht eine große,
[45:58] Mháire: coole Bösewichtin sein, ohne Schergen zu haben.
[46:01] Rahel: Ja, wobei da ganz lustig ist, in der Classic-Timeline, da hatte sie vorwiegend
[46:06] Rahel: Larsen und Pierre Dupont, aber dann gab es auch noch unwichtigere Schergen,
[46:11] Rahel: unter anderem einen Skateboard-Fahrer, weil das waren ja die 90er,
[46:14] Rahel: den haben sie komischerweise in der Legend-Timeline nicht übernommen.
[46:18] Mháire: Das war nicht mehr cool genug.
[46:21] Rahel: Ja, aber auch diese Schergen sind minimal nochmal angefasst worden,
[46:25] Rahel: dass sie eben ein kleines bisschen zweidimensionaler sind. Dreidimensional würde
[46:29] Rahel: ich jetzt noch nicht sagen, aber immerhin auch nicht mehr ganz so eindimensional.
[46:32] Rahel: Was da vielleicht noch interessant ist, Larsen Conway ist tatsächlich laut dieser
[46:38] Rahel: Timeline Laras erstes menschliches Opfer. Und man sieht sie auch kurz damit
[46:42] Rahel: hadern, dass sie jetzt eben einen Menschen umgebracht hat.
[46:44] Rahel: Sie fängt sich allerdings auch
[46:45] Rahel: schnell wieder. Also das ist ein schnellverdauter Moment in ihrem Leben.
[46:49] Mháire: Und es ist ja nicht nur ein erstes menschliches Offer, es ist ja auch jemand,
[46:52] Mháire: den sie in dieser Timeline kennt. Also es wird gesetzt, dass die vorher sich
[46:56] Mháire: schon kannten und dass Larsen selber auch zögert, Lara zu töten.
[47:02] Mháire: Allerdings zögert sie nicht, ihn zu töten.
[47:05] Mháire: Es ist so ein bisschen Harnshot first, nur eben mit Lara.
[47:08] Rahel: Dumm gelaufen. Eine andere Antagonistin, also auch wieder eine Frau, ist Amanda Evert.
[47:14] Rahel: Das ist ursprünglich eine Kommilitonin von Lara, auch eine enge Freundin von
[47:18] Rahel: ihr, die sich dann aber eben zur Antagonistin mausert, bis sie später auch wieder,
[47:23] Rahel: naja, sagen wir mal, eine Art Verbündete, aber nicht wieder Freundin wird.
[47:27] Rahel: Also nehmen wir das mal langsam auseinander.
[47:30] Rahel: Amanda ist Anthropologin mit Interesse für Mystizismus und sie stirbt scheinbar
[47:36] Rahel: noch als während einer Peru-Expedition, bei der Lara auch dabei ist.
[47:41] Rahel: Und es kommt also zu so einem Höhleneinsturz, bei dem Lara ihre Freundin zurücklassen
[47:46] Rahel: muss und auch glaubt, Amanda sei eben bei dem Einsturz gestorben.
[47:49] Rahel: In Wahrheit hat sie das aber überlebt und wurde von einem übernatürlichen Schattenwesen besessen.
[47:55] Rahel: Sie hat daraufhin aber einen sehr tiefen Hass gegen insbesondere Lara entwickelt,
[48:00] Rahel: aber auch generell gegen ihre ehemaligen Freunde, weil sie sich von allen im Stich gelassen fühlt.
[48:04] Rahel: Und Amandas Ziel ist es jetzt eben, immer noch besessen von diesem Schattenwesen
[48:09] Rahel: Excalibur zu finden, beziehungsweise das Schwert muss dafür erstmal aus Einzelteilen
[48:13] Rahel: zusammengebaut werden, um damit ins paradiesische Avalon zu reisen.
[48:17] Rahel: Und so entsteht eben ein Wettrennen mit Lara Croft, wobei im Showdown,
[48:23] Rahel: also im finalen Kampf vom Spiel, das ist jetzt Legend, aktiviert Lara dann mit
[48:27] Rahel: dem Schwert ein Steinportal.
[48:29] Rahel: Genauso ein Steinportal, wie wir das schon eben gesehen haben,
[48:31] Rahel: als ihre Mutter verschwunden ist. Und es öffnet sich eben auch da wieder dieses
[48:35] Rahel: Dimensionsportal und sie erblickt durch das Portal Amelia Croft, ihre Mutter.
[48:41] Rahel: Und das ist der Moment, wo wir endlich verstehen, was ist denn damals passiert.
[48:45] Rahel: Nämlich diese Portale sind auch eine Verbindung durch die Zeit.
[48:50] Rahel: Das heißt, im Jahre 2006, wo Let's spielt, aktiviert Lara zusammen mit Amanda,
[48:55] Rahel: weil die sich eben prügeln, dieses Portal.
[48:58] Rahel: Und sie erblicken dadurch Lady Amelia Croft in der Vergangenheit,
[49:01] Rahel: im Jahre 1989 war es, glaube ich.
[49:05] Rahel: Und Amelia Croft hört, was Lara und Amelia in ihrer Zukunft sagen,
[49:09] Rahel: fühlt sich dadurch bedroht.
[49:11] Rahel: Und zieht das Schwert aus dem Stein. Weil sie glaubt, das Portal würde sonst
[49:15] Rahel: explodieren. Und das ist aber genau das, wodurch dann Emilia Croft verschwindet.
[49:19] Rahel: Das heißt, unfreiwillig hat Amanda Schuld am Verschwinden von Laras Mutter und
[49:24] Rahel: damit auch an Laras tragischer Vergangenheit.
[49:26] Mháire: Ja, und es war 86.
[49:28] Rahel: 86, okay.
[49:29] Mháire: Also 20 Jahre später. Ich mag diesen Kreisschluss, muss ich ganz ehrlich sagen.
[49:34] Rahel: Ja.
[49:34] Mháire: Das ist eine coole Idee, die eine Sache die andere wiederum beeinflusst und
[49:38] Mháire: dann am Ende wieder die Situation herbeiführt. So eine deterministische Zeitreisensache.
[49:44] Rahel: Das führt aber natürlich dazu, dass sich das Verhältnis zwischen Lara und Amanda
[49:48] Rahel: noch weiter verschlechtert, um es mal nett auszudrücken. Und Amanda sucht aber
[49:51] Rahel: auch immer noch weiterhin den Weg nach Avalon. Sie kann nun eben nur nicht mehr
[49:55] Rahel: Excalibur und diese Steinportale nutzen.
[49:58] Rahel: Das heißt, sie wird jetzt von Naddler unterstützt. Das heißt,
[50:01] Rahel: Naddler und Amanda tun sich zusammen und sie kommen dann auf eben die nordische
[50:06] Rahel: Legende um Helheim, Wo sie dann auch verstehen, dass Helheim und Avalon derselbe Ort sind.
[50:11] Mháire: Kurios.
[50:12] Rahel: Sehr kurios. Zusammen erschaffen die beiden dann eben einen Doppelgänger von Lara.
[50:16] Rahel: Sie setzen Croft Manor in Brand, sie ermorden Alistair. Also die zwei sind wirklich
[50:20] Rahel: ein ganz schlimmes Duo. Aber Amanda wird von Naddler hintergangen.
[50:23] Rahel: Und daraufhin verbündet sie sich eben doch wieder mit Lara, um zu verhindern,
[50:26] Rahel: dass die Welt zerstört wird von Naddler.
[50:29] Rahel: Und am Ende von Underworld gehen Lara und Amanda dann einfach und stillschweigend getrennte Wege.
[50:35] Mháire: Ja, das erinnert von diesem Seitenwechsel an die Story mit Werner von Croy aus
[50:41] Mháire: der Classic-Timeline, nur
[50:44] Mháire: eben mit ein bisschen anderer Motivation und dergleichen und dass es eben eine
[50:48] Mháire: Jugendfreundin ist und nicht ein Mentor. Tor.
[50:51] Mháire: Aber dieses für wen und mit wem arbeitet sie gerade zusammen und dass man dann
[50:55] Mháire: doch wieder gemeinsam arbeitet, ist es nur so ein bisschen gegenläufig so.
[50:59] Mháire: Feindin, Verbündete, doch vielleicht wieder Feindin, man weiß es nicht,
[51:03] Mháire: versus Verbündeter und guter Freund zu Feind und wieder zurück.
[51:07] Mháire: Aber man sieht die Parallele da, dass man schon geschaut hat,
[51:10] Mháire: dass man eine ähnliche Storyline aufbauen kann mit einem anderen Charakter.
[51:13] Rahel: Generell ist zur Timeline, das ist das, was ich vorhin auch kurz erwähnt hatte,
[51:17] Rahel: die ist erstaunlich düster und wird eben nur durch witzige Kommentare eigentlich
[51:22] Rahel: wieder aufgehellt oder entschärft.
[51:24] Rahel: Aber wenn man mal drüber nachdenkt, Alistair beispielsweise stirbt nicht einfach,
[51:28] Rahel: sondern er wird scheinbar durch seine engste Freundin ermordet,
[51:31] Rahel: eben in Form eines Doppelgängers.
[51:33] Rahel: Und genauso verschwindet auch Amelia nicht einfach, sondern wir sehen wirklich,
[51:37] Rahel: wie sie zu einem bemitleidenswerten Zombie wird.
[51:40] Rahel: Jahre später. Also es gibt so viele Dinge, wo ich behaupten würde,
[51:44] Rahel: wäre das Spiel zu einem anderen Zeitpunkt entstanden oder wären die Spiele zu
[51:47] Rahel: einem anderen Zeitpunkt entstanden, dann hätten sie diese Dinge angedeutet,
[51:51] Rahel: aber nicht so explizit gezeigt.
[51:53] Mháire: Ja. Und damit schließen wir diese düstere Reboot Timeline ab und,
[52:00] Mháire: Und gehen zur Survivor-Timeline, der zweite Reboot, der jetzt aber vor allen
[52:07] Mháire: Dingen erzählen möchte, wie wird Lara Croft zu der ikonischen Figur, die wir schon kennen.
[52:12] Mháire: Also wir werden hier in frühe Abenteuer von Lara reingeworfen.
[52:16] Mháire: Das ist Tomb Raider von 2013, Rise of the Tomb Raider und Shadow of the Tomb Raider.
[52:22] Rahel: Und ein Haufen Comics, die alle kanonisch sind zum ersten Mal.
[52:26] Mháire: Das ist richtig. Vielleicht kann man mir später noch ein paar Worte zu den Comics
[52:29] Mháire: sagen. Die aus den 90ern waren was anderes.
[52:34] Rahel: Lara Croft, auch in der Survivor-Timeline, sprich der Prequel-Timeline,
[52:38] Rahel: ist natürlich geboren am 14. Februar, diesmal aber 1992 und sie ist halbweise.
[52:45] Rahel: In dieser Timeline spielt Laras Mutter quasi gar keine Rolle.
[52:49] Rahel: Schon als kleines Kind interessiert die kleine Lara sich für Rätsel und Mysterien.
[52:54] Rahel: Sie hängt auch lieber mit Erwachsenen rum als mit anderen Kindern.
[52:57] Rahel: Sie liest viel, vornehmlich Abenteuerliteratur.
[53:00] Rahel: Und sie ist eigentlich ein eher einsames und ja sogar introvertiertes Kind.
[53:05] Rahel: Also sehr anders als in den beiden anderen Timelines. 2003 stirbt Richard Croft.
[53:11] Rahel: Das heißt, damit ist Lara dann vollweise. Und sie wächst fortan beim Familienfreund
[53:16] Rahel: und natürlich Schatzjäger Conrad Roth auf.
[53:19] Mháire: Der nächste Familienfreund, der auch Schatzjäger ist.
[53:21] Rahel: Und auch wieder eine Vaterfigur. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wird der Ruf
[53:25] Rahel: der Croft-Familie von den Medien zunehmend zerrissen.
[53:28] Rahel: Unter anderem, weil Richard Croft eben immer wieder sehr unglaubwürdige Behauptungen
[53:33] Rahel: rund um irgendwelche magische Artefakte gemacht hat.
[53:35] Rahel: Das heißt, auch hier hat Richard Croft sich immer mit irgendwelchen Mythen und
[53:39] Rahel: Sagen auseinandergesetzt und eben auch dann bei vielen Gegenständen behauptet,
[53:43] Rahel: es wären reale Artefakte, was ihm aber niemand geglaubt hat.
[53:46] Rahel: 2009 schreibt Lara sich dann an das University College London ein und da Lara
[53:51] Rahel: ohnehin schon vor seinem Tod von ihrem Vater distanziert war,
[53:54] Rahel: entscheidet sie sich dann auch dafür, dass sie den Lebensunterhalt für dieses
[53:58] Rahel: Studium, also auch die Studiengebühren, ohne ihr Erbe bestreitet.
[54:02] Rahel: Das heißt, sie nimmt mehrere Jobs an, sie ist eigentlich noch die bodenständigste
[54:06] Rahel: Lara, weil sie verdient ihr eigenes Geld und sie will auch mit ihrer Croft-Manna,
[54:10] Rahel: mit ihrer Villa nichts zu tun haben.
[54:12] Rahel: Das läuft soweit auch für sie ganz gut, sie schließt dann 2013,
[54:15] Rahel: als sie 21 Jahre alt ist, das Studium ab.
[54:18] Rahel: Weiß, sie möchte gerne Archäologin werden und reist dann mit einer kleinen Gruppe
[54:22] Rahel: von Freunden und Bekannten auf eine Expedition auf die Insel Yamatai.
[54:27] Rahel: Und das sind die Events von Tomb Raider, also vom Spiel von 2013.
[54:32] Mháire: Ja, es läuft für sie ziemlich gut in ihrem Leben zu dem Zeitpunkt,
[54:36] Mháire: bis sie auf Yamatai ankommen.
[54:37] Mháire: Und dann läuft es alles erstmal sehr schlecht. Manche werden sich daran erinnern,
[54:40] Mháire: wie das Spiel auch rezipiert wurde, dass sehr viel daraus gemacht wurde,
[54:45] Mháire: wie arg Lara leitet in diesem Spiel.
[54:48] Mháire: Ich erinnere mich dann auch an Comics und Kommentare und alles Mögliche.
[54:52] Rahel: Nichtsdestotrotz bestärken diese Erlebnisse sie in ihrem Wunsch,
[54:55] Rahel: eben mehr über die Geheimnisse der Welt zu erfahren, weiter diesen Weg der Archäologin
[55:00] Rahel: zu gehen. Sie realisiert da aber auch, dass ihr Vater möglicherweise doch recht
[55:04] Rahel: hatte mit seiner Suche nach magischen Artefakten.
[55:07] Rahel: Das heißt, sie wandelt ab sofort eigentlich in seinen Fußspuren.
[55:11] Rahel: Das heißt, es dauert dann auch nur zwei Jahre, bis auch Lara Croft als another
[55:16] Rahel: crazy Croft in den Medien verrissen wird. Dann folgen eben auch die restlichen
[55:20] Rahel: Abenteuer dieser Timeline.
[55:22] Rahel: Ich denke mal, dass wir da jetzt nicht allzu tief drauf eingehen müssen.
[55:25] Rahel: Bloß da würde ich dann sagen, wird es mit Spoilern doch langsam relevant.
[55:28] Rahel: Aber wir können ja ein paar generelle Dinge zum Charakter in dieser Timeline sagen.
[55:31] Mháire: Ja, das ist eine gritty Croft. Also wir haben schon gesagt, dass sie ohnehin
[55:36] Mháire: anders anfängt als die Lara, die wir zum Beispiel aus Klassik kennen.
[55:38] Mháire: Es ist ein Gegenentwurf, es ist ein stilles, zurückgezogenes Kind, introvertiert.
[55:43] Mháire: Liest sehr gerne im Gegensatz zu der fitten, auf Abenteuer bedachten,
[55:49] Mháire: selbstbewussten jungen Frau.
[55:51] Mháire: Und Dillara Croft hier muss auch erstmal sich das erarbeiten,
[55:54] Mháire: die Überlebenskunst und das Selbstbewusstsein. Und sie hat da keinen Spaß dran.
[55:58] Mháire: Also wir sehen, wie sie verletzt wird, wie sie gefangen genommen wird,
[56:03] Mháire: wie sie vollkommen verdreckt und kaputt,
[56:06] Mháire: dann durch Höhlen kriecht, wenn der erklettert, einen Bogen bastelt und sich
[56:11] Mháire: da Rambo-mäßig durchschlagen muss mit ein bisschen Dschungelkampf.
[56:17] Mháire: Und dabei auch kontinuierlich, sie kommentiert halt sehr viel mehr und es ist
[56:23] Mháire: generell natürlich in dem Sinne ein moderner Spiel, als dass wir sehr viele
[56:26] Mháire: Szenen haben, sehr viel Dialog haben,
[56:29] Mháire: und dass nicht einfach man bewegt sich mit einer stummen Figur und durch große Level ist.
[56:34] Mháire: Und die ist sehr viel zerbrochener und unsicherer und hadert damit,
[56:39] Mháire: was sie hier tun muss und hat das Gefühl, dass alles viel zu groß ist und sie
[56:44] Mháire: damit nicht klarkommen kann und hat Angst, eine Freundin zu verlieren.
[56:48] Mháire: Man muss dazu sagen, dieses Spiel ist geschrieben von der Tochter von Terry Pratchett,
[56:53] Mháire: von Rihanna Pratchett, die generell als Autorin im Gaming arbeitet und wo Leute
[56:59] Mháire: auch bewusst gesagt haben, wir wollen, dass diese ikonische weibliche Figur
[57:03] Mháire: in dieser Neuauflage von einer Frau geschrieben wird.
[57:06] Mháire: Und das hat die Lage noch mal komplizierter gemacht, weil die Leute,
[57:08] Mháire: die sich dann darüber aufregen wollten, dass die Lara hier so schwächlich ist,
[57:12] Mháire: dann auf den Fakt gestoßen sind, dass das Absicht war und dass es nicht irgendwie
[57:16] Mháire: eine Männerfantasie ist, die hier umgesetzt wurde, sondern von einer Frau geschrieben wurde.
[57:19] Mháire: Ich finde das durchaus einen spannenden Punkt.
[57:22] Rahel: Es ist ein sehr spannender Punkt. Und ich mag die Settings von diesen Spielen.
[57:28] Rahel: Ich finde es schade, dass sie aber die Ruhe verloren haben, die die beiden anderen Timelines haben.
[57:33] Rahel: Es sind nun mal einfach actionlastigere Spiele, was sich unter anderem auch
[57:36] Rahel: im Kill Count von der angeblich so schwachen Lara Croft bemerkbar macht.
[57:41] Rahel: Also im ersten Spiel, wo sie ja wirklich noch gar nichts kann,
[57:44] Rahel: da tötet sie 300 bis 600 Menschen, je nachdem wie man es spielt.
[57:47] Rahel: Im ursprünglichen Tomb Raider waren es glaube ich fünf oder sechs,
[57:50] Rahel: je nachdem ob man Nadler jetzt mitzählt.
[57:52] Mháire: Es hat sich da durchaus aber auch gewandelt, was als Gegner annehmbar ist in
[57:57] Mháire: Videospielen. Die alte Lara hat viele Tiere getötet.
[58:01] Mháire: Und in den modernen Spielen ist es fast verträglicher sozusagen für die Außenwirkung
[58:07] Mháire: des Spiels, Menschen zu töten, als einen vom Aussterben bedrohten sibirischen Tiger.
[58:11] Rahel: Guter Punkt.
[58:14] Rahel: Kleines Funfact am Rande, dadurch, dass es ja eine Prequel-Trilogie ist,
[58:18] Rahel: besitzt Lara auch noch nicht ihre ikonischen Doppelpistolen,
[58:21] Rahel: sondern sie kämpft mit einer Kletteraxt und einem Recurve-Bogen.
[58:25] Mháire: Die Kletteraxt ist so mit das ikonische Symbol für diese Version des Charakters
[58:28] Mháire: geworden, so eine Eisaxt, mit der sie sich an einem Abhang festhalten kann und hochziehen kann.
[58:35] Mháire: Kommen wir zu den Eltern. Da sind nämlich auch Unstimmigkeiten allein in dieser
[58:39] Mháire: einzelnen Timeline. Wir haben wieder Amelia und Richard Croft.
[58:43] Mháire: Also die Namen sind gleich geblieben vom ersten Reboot, von der zweiten Timeline.
[58:49] Mháire: Und ein paar andere Dinge werden einem auch bekannt vorkommen.
[58:52] Mháire: So wissen wir über Amelia Croft, dass die ursprünglich den Earl von Farrington
[58:55] Mháire: hätte heiraten sollen in einer arrangierten Ehe. Also das, was Lara eigentlich
[59:00] Mháire: ursprünglich hätte machen sollen in der Classic Timeline.
[59:02] Rahel: Ja, und genau wie Lara findet Emilia das doof. Sie studierte in Oxford Kunstgeschichte
[59:07] Rahel: und hat da eben Richard Croft kennengelernt und den fand sie viel besser.
[59:10] Rahel: Dann hat sie die Verlohnung von Farrington aufgelöst, ist seitdem von ihrer
[59:16] Rahel: eigenen Familie distanziert. Das hat einfach zu einem Bruch in der Familie geführt.
[59:21] Rahel: Und die Beziehung zu Richard war schwierig.
[59:27] Rahel: Also auch diese Beziehung zwischen Emilia und Richard war schwierig eben wegen
[59:30] Rahel: seiner unkonventionellen und auch obsessiven Forschung. Aber sie haben doch
[59:34] Rahel: ziemlich spontan in Ägypten geheiratet.
[59:36] Rahel: Und jetzt kommt eben der Widerspruch innerhalb der Timeline.
[59:41] Rahel: Wir wissen, dass Emilia Croft irgendwann stirbt bei einem Flugzeugabsturz.
[59:45] Rahel: Wie soll es auch anders sein? Also wieder ein formativer Moment.
[59:48] Rahel: Es ist aber unklar, ob das jetzt war, als Laura noch ein Baby war oder als sie ein Kleinkind war.
[59:52] Rahel: Also da gibt es so ein Zeitfenster von vier, fünf Jahren, wann sie gestorben sein könnte.
[59:56] Rahel: Ihr Leichnam ist später auch von Richard Croft und Conrad Roth gefunden worden,
[1:00:00] Rahel: das wird aber erstmal geheim gehalten.
[1:00:03] Mháire: Damit kommen wir zu Richard Croft, mit dem die Ehe so kompliziert war.
[1:00:07] Mháire: Da haben wir ein Geburtsjahr, 1953 ist gesetzt und der ist ja in dieser Familie
[1:00:12] Mháire: jetzt der Originalschatzjäger, beziehungsweise Archäologe,
[1:00:16] Mháire: und generell Forscher, der aber immer schon eine Faszination für magische Artefakte
[1:00:22] Mháire: hat und die Legenden dazu.
[1:00:24] Mháire: Und dazu auch Bücher veröffentlicht hat, die sich gut verkauft haben,
[1:00:27] Mháire: aber ihn durchaus zum Gespött gemacht haben von KollegInnen.
[1:00:32] Mháire: Was ich naheliegend finde.
[1:00:35] Rahel: Ja, schon.
[1:00:36] Mháire: Also das ist ja nicht unrealistisch. Wenn man sich umschaut,
[1:00:39] Mháire: es gibt eine Menge Bücher und ich will gar nicht so tief reingehen und sogar
[1:00:42] Mháire: zunehmende Mengen zu Büchern, zu solchen.
[1:00:45] Mháire: Es gab mal früher eine große Zivilisation, die Pyramiden sind mit Alien-Technologie
[1:00:49] Mháire: gebaut worden und so weiter und so fort. Aber zu Recht werden die von tatsächlichen
[1:00:52] Mháire: ArchäologInnen und HistorikerInnen belächelt.
[1:00:55] Mháire: Nur, dass in dieser Version Richard Croft nur halt Recht hatte.
[1:01:00] Mháire: Aber während der ganzen Forschungen und Abenteuer lernt er Conrad Roth kennen,
[1:01:04] Mháire: der dann später die eigentliche Vaterfigur wird, wenn wir im Spiel sind.
[1:01:10] Mháire: Und was er auch macht und was natürlich immer fragwürdig ist,
[1:01:15] Mháire: dadurch, dass er selber den Tod von Emilia nicht verwinden kann und auch nach
[1:01:19] Mháire: ihrer Leiche sucht, sucht er auch nach Möglichkeiten der Wiederbelebung.
[1:01:23] Mháire: Das ist immer der Punkt, wo man sagen muss, Viktor legt den Frankenstein weg.
[1:01:27] Mháire: Und in dieser Obsession macht er auch immer weniger mit Lara,
[1:01:31] Mháire: vernachlässigt sie, also ist einfach kein Teil von ihrem Leben.
[1:01:34] Mháire: Es ist nicht so, dass sie jetzt Hunger darben musste und sich niemand um sie
[1:01:36] Mháire: gekümmert hat, aber ihr Fahrrader ist abwesend in ihrem Leben und lernt dann
[1:01:40] Mháire: auch eine Organisation kennen, Trinity, die nach den gleichen Dingen sucht wie
[1:01:45] Mháire: er, nämlich nach Möglichkeiten, die Unsterblichkeit zu erreichen.
[1:01:48] Mháire: Aber wenig überraschend, bei so einer Organisation sind es nicht die Guten.
[1:01:53] Mháire: Und sie ermorden ihn 2003, vertuschen das aber als einen Selbstmord.
[1:01:57] Mháire: Und damit sind beide Eltern wirklich endgültig aus Laras Leben verschwunden.
[1:02:01] Mháire: Und Conrad Roth übernimmt dann diese Rolle. Der ist ein taffer Typ,
[1:02:06] Mháire: Ex-Militär, ist auch raubeinig. Und Gesetze sind dann wichtig,
[1:02:12] Mháire: wenn man rausfinden muss, wie man ein Artefakt an ihnen vorbeischmuggelt.
[1:02:16] Mháire: Aber zwischenmenschlich ist der ein grundsolider Typ.
[1:02:19] Mháire: Der kümmert sich gut um die Leute, mit denen er zusammenarbeitet.
[1:02:22] Mháire: Und er sieht sich selber, glaube ich, auch so als Papa von den Expeditionstruppen,
[1:02:25] Mháire: die er mitnimmt. Also auf jeden Fall von den jungen Leuten, die er auf die Reise
[1:02:30] Mháire: nach Yamatai mitnimmt. Was er dann auch nicht überlebt.
[1:02:33] Rahel: Nein, er stirbt auf Yammer-Teil 2013. Und auch das ist dann eben ein sehr tragischer Moment für Lara.
[1:02:41] Mháire: Ja, also das Spiel soll ja uns zeigen, wie wird Lara zu der Person,
[1:02:45] Mháire: die sie dann in unserer ikonischen allgemeinen popkulturellen Vorstellung ist.
[1:02:49] Mháire: Und dazu gehört eben auch der Moment, wo sie aus dem Schatten einer Elternfigur
[1:02:54] Mháire: heraustritt, zwangsmäßig, also eine Übergabe des Staffelstabes sozusagen.
[1:02:59] Rahel: Kommen wir mal zu Laras Verbündeten in dieser Timeline und da muss man sagen,
[1:03:03] Rahel: das sind alles neue Gesichter.
[1:03:05] Rahel: Hier wird also kein einziger Charakter übernommen oder man könnte auch sagen,
[1:03:09] Rahel: andersherum, Lara kennt ihre späteren Verbündete alle noch nicht.
[1:03:13] Rahel: Und besonders wichtig ist hier einmal Jonah Majava.
[1:03:18] Rahel: Das ist ein neuseeländischer Koch, der auf Hawaii aufwuchs und inzwischen aber in Amerika lebt.
[1:03:24] Rahel: Der diente eine Zeit lang für die neuseeländische Armee, arbeitete anschließend
[1:03:28] Rahel: als Koch und so hat er dann Conrad Roth kennengelernt.
[1:03:31] Rahel: Und Roth ist es, der ihn als Koch für sein Expeditionsschiff anheuert.
[1:03:36] Rahel: Das heißt, Jonah und Lara lernen sich erst auf der Reise nach Yamatai kennen,
[1:03:40] Rahel: wo die beiden dann aber sehr schnell enge Freunde werden.
[1:03:43] Rahel: Und ab sofort begleitet Jonah Lara zumindest teilweise auf ihren Abenteuern.
[1:03:48] Rahel: Aber der kommt beispielsweise auch in allen von diesen Spielen der Survivor-Trilogie vor.
[1:03:52] Mháire: Ich gebe zu, dass ich die nicht nochmal gespielt habe, weil ich dachte,
[1:03:56] Mháire: ich habe die vielleicht nur gut genug in Erinnerung.
[1:03:58] Mháire: Aber ich erinnere mich an Jonah
[1:03:59] Mháire: als einen netten Typen, der auch der freundliche, joviale Kumpel ist.
[1:04:03] Mháire: Aber er hilft Lara, aber er braucht auch ihre Hilfe. Also es ist nicht wirklich
[1:04:07] Mháire: jemand, der nur im Hintergrund ist, wie es in einem Sip vielleicht ist,
[1:04:10] Mháire: aber auch keine Figur, die in irgendeiner Form Lara überschatten kann.
[1:04:13] Rahel: Eine andere Verbündete, die relativ wichtig in dieser Timeline ist,
[1:04:18] Rahel: ist Samantha oder Sam Nishimura, Die kommt streng genommen nur in einem der
[1:04:23] Rahel: Spiele wirklich vor, nämlich im ersten Teil, in Tomb Raider.
[1:04:27] Rahel: Aber sie wird danach in den Comics, die ja wie gesagt kanonisch sind,
[1:04:31] Rahel: eigentlich zu einem zentralen Charakter.
[1:04:33] Rahel: Sam ist eine Amerikanerin mit portugiesischen und japanischen Wurzeln und sie
[1:04:37] Rahel: lernt Lara an der Uni kennen.
[1:04:39] Rahel: Die beiden freuen sich an, sind aber eigentlich ziemlich gegensätzliche Persönlichkeiten.
[1:04:43] Rahel: Das heißt, wo Lara eben diese introvertierte, stille Frau ist,
[1:04:46] Rahel: ist Sam sehr extrovertiert. Sie überredet Lara zu Partys, sie nimmt sie auf Camping-Trips mit.
[1:04:52] Rahel: Also Lara wird eigentlich so ein bisschen in die Welt rausgezerrt von Sam.
[1:04:56] Mháire: Alle introvertierten Leute brauchen eine extrovertierte Person,
[1:04:58] Mháire: die für sie Freunde findet.
[1:05:01] Rahel: Die sie adoptieren.
[1:05:03] Rahel: Sam ist Filmemacherin und sie arbeitet als Regisseurin und Übersetzerin an einer
[1:05:08] Rahel: Dokumentation über Yamatai.
[1:05:11] Rahel: Man sieht einfach, wie so das komplette Cast von Tomb Raider irgendwie zusammenfindet,
[1:05:15] Rahel: weil sie alle an dieser Yamatai-Expedition beteiligt sind, obwohl sie eben teilweise
[1:05:20] Rahel: schon vorher befreundet sind.
[1:05:22] Rahel: Um jetzt hier noch so ganz kurz und möglichst spoilerfrei darauf einzugehen,
[1:05:25] Rahel: warum Sam eben später so wichtig wird.
[1:05:28] Rahel: Sie ist im Tomb Raider-Spiel schon ein wichtiger Charakter für die Handlung,
[1:05:32] Rahel: Aber nach den Erlebnissen auf Yamatai wird diese Geschichte noch weitererzählt in den Comics.
[1:05:36] Rahel: Das heißt, was dort auf dieser Insel passiert, hat ein richtiges Nachspiel für
[1:05:40] Rahel: Sam, aber auch ihre Freunde.
[1:05:43] Rahel: Und das führt letztlich dazu, dass Sam sich immer weiter aus dem Freundeskreis
[1:05:47] Rahel: zurückzieht, dass sie sogar irgendwann verhaftet wird, dass sie in eine psychiatrische
[1:05:51] Rahel: Anstalt eingewiesen werden muss.
[1:05:53] Rahel: Der Charakter wird aber auch stückweise wieder rehabilitiert.
[1:05:57] Mháire: Ich gönne ihr das.
[1:05:58] Rahel: Ja.
[1:05:59] Mháire: Kein Spoiler, aber Yamatai war hart. Und dann haben wir noch zwei weitere Charaktere,
[1:06:04] Mháire: die nicht so zentral sind, aber die man erwähnen kann.
[1:06:07] Mháire: Das ist einmal Jocelyn Reyes, die ist eine Mechanikerin, ehemalige Polizistin
[1:06:12] Mháire: und die hatte länger was mit Conrad Roth.
[1:06:15] Mháire: Und hat von ihm eine Tochter. Das klassische, er ist tot, aber ein bisschen
[1:06:20] Mháire: von ihm ist in der Welt noch zurückgeblieben.
[1:06:22] Mháire: Auch wenn er selber nicht wusste, dass er dieses Kind hat. Aber das ist die Rolle von dieser Figur.
[1:06:26] Rahel: Und dann haben wir den Butler Winston.
[1:06:28] Mháire: Ja, ich freue mich sehr, dich wiederzusehen, Winston.
[1:06:32] Rahel: Der ist in der Timeline eigentlich absolut zu vernachlässigen,
[1:06:35] Rahel: aber sie haben ein kleines Easter Egg eingebaut.
[1:06:37] Rahel: Denn man kann einen Brief finden, wo Winston sich darüber beschwert,
[1:06:42] Rahel: dass er von der kleinen Lara aus Frust über die fehlende Aufmerksamkeit ihres
[1:06:45] Rahel: Vaters in den Kühlraum von Croftmaner eingesperrt wurde.
[1:06:49] Mháire: Natürlich schreibt er in dem Brief nicht, dass er sie die ganze Zeit genervt
[1:06:52] Mháire: hat mit klappendem Geschirr und Furzen.
[1:06:55] Mháire: Ich würde das auch auf das Traum eines Kindes schieben und nicht darauf,
[1:06:57] Mháire: dass ich nervig bin. Aber das ist schön. Damit ist Winston auch in dieser Timeline verewigt.
[1:07:02] Mháire: Wir haben die Gegenspieler zumindest schon erwähnt.
[1:07:06] Mháire: Und hier haben wir auch einen Wechsel, finde ich, im Zeitgeist, ganz klar.
[1:07:11] Mháire: Wir hatten vorher ja so fast Bond-Bösewicht-Archetypen oder Comic-Bösewichter,
[1:07:17] Mháire: die dann eine Firma im Hintergrund hatten.
[1:07:20] Mháire: Und jetzt ist es nicht die Einzelperson
[1:07:22] Mháire: sozusagen, sondern es ist die Organisation, die da im Zentrum steht.
[1:07:27] Mháire: Und wir hatten sie ja schon erwähnt, Trinity, die Truppe, die nach Unsterblichkeit
[1:07:31] Mháire: sucht und Laras Vater getötet hat.
[1:07:33] Rahel: Es gibt in der Survivor-Tileline mehrere von solchen Gruppen,
[1:07:36] Rahel: aber wenn man ehrlich ist, ist Trinity die einzig Relevante.
[1:07:40] Rahel: Es ist eben ein militanter religiöser Orden. Das Credo von diesem Orden ist,
[1:07:44] Rahel: dass die Welt das letzte Mal rein war, als Gott sie per Sintflut gesäubert hat.
[1:07:48] Rahel: Und deswegen wäre es doch super, wenn es sowas nochmal gäbe.
[1:07:52] Rahel: Weil dann könnte man ja das Paradies auf Erden herbeibringen.
[1:07:54] Rahel: Also es ist damit streng genommen ein Endzeitkult.
[1:07:57] Rahel: Und Trinity existierte schon lange vor Jesus, ist aber spätestens seit dem 10.
[1:08:02] Rahel: Jahrhundert mit der römisch-katholischen Kirche verbandelt.
[1:08:05] Rahel: Das ist ein Orden mit sehr umfangreichen finanziellen und militärischen Ressourcen.
[1:08:10] Rahel: Also auch da haben wir eben eine sehr üppige Privatarmee letztlich rumlaufen
[1:08:15] Rahel: und Trinity war eben, wie wir das eben erwähnt hatten, an Richard Croft interessiert
[1:08:20] Rahel: wegen seiner Forschung.
[1:08:21] Rahel: Da Richard aber nicht gefügig war, sich nicht in diesen Trinity-Orden einfügen
[1:08:26] Rahel: wollte, haben sie zunächst gezielt seinen Ruf zerstört.
[1:08:30] Rahel: Das heißt, auch die Medienkampagne ging damals schon von Trinity aus und haben
[1:08:34] Rahel: ihn dann anschließend ermorden lassen.
[1:08:37] Mháire: Damit sind sie böse genug. Ich meine, es ist auch dieses, man kann jetzt dann
[1:08:40] Mháire: einfach Leute mit denselben Uniformen, denselben Abzeichen und dergleichen ausstatten
[1:08:44] Mháire: und damit markieren, die darf man umbringen.
[1:08:47] Rahel: Genau, ja.
[1:08:48] Mháire: Gut.
[1:08:49] Rahel: Das sind unsere drei Haupt-Timelines.
[1:08:51] Mháire: Ja, das sind die, die man kennen kann und vielleicht auch kennen sollte,
[1:08:55] Mháire: wenn man sich mit dem Charakter beschäftigen will.
[1:08:57] Mháire: Aber es ist nicht alles. Es ist ein verzweigtes Ding, diese Lara Croft-Existenz
[1:09:04] Mháire: über unterschiedliche Ebenen und Multiversen gefühlt.
[1:09:06] Mháire: Es gibt noch Mini-Timelines, beziehungsweise gleich werden wir sehen,
[1:09:10] Mháire: ist auch die Frage, ob man eine wirklich als eine bezeichnen kann.
[1:09:13] Mháire: Das eine ist die Reloaded-Timeline, die ist nicht wirklich relevant,
[1:09:16] Mháire: das ist nur mobile und ist ein Reimagination, aber eben als Mobile-Game des
[1:09:25] Mháire: ersten Teils mit Änderungen.
[1:09:27] Mháire: Muss man, glaube ich, jetzt nicht groß beachten in diesem Gesamtwerk.
[1:09:31] Rahel: Nee, aber obwohl alle Leute sagen, dass es völlig irrelevant ist,
[1:09:35] Rahel: wird es immer wieder auf den Tisch gebracht, um der Vollständigkeit halber.
[1:09:40] Rahel: Was daran liegt, dass inzwischen eben immer mehr das Bestreben hingeht,
[1:09:44] Rahel: eine Unified Timeline, also eine gemeinsame, vereinte Timeline sich zu erdenken.
[1:09:50] Rahel: Und das ist ein schwieriges Thema, wie ich finde.
[1:09:55] Mháire: Auch eine Zeitgeistsache mit der Zeit ist Lore und die Stimmigkeit von Lore
[1:10:00] Mháire: in Fandoms einfach immer wichtiger geworden.
[1:10:03] Mháire: Ich beschwere mich darüber nicht, sonst würden wir diesen Podcast vermutlich nicht machen.
[1:10:08] Mháire: Aber es ist ein Phänomen, das ich beobachte, dass das einen immer höheren Stellenwert
[1:10:11] Mháire: bekommt und auch immer wichtiger wird herauszufinden, was ist jetzt wahr in
[1:10:18] Mháire: rein imaginären Universen.
[1:10:19] Mháire: Ich finde das ein interessantes Phänomen, aber das stellt Fans bei Lara Croft
[1:10:24] Mháire: tatsächlich auch vor eine Herausforderung, weil es sehr viele Unterschiede gibt
[1:10:28] Mháire: zwischen den unterschiedlichen Inkarnationen und Timelines und nicht nur was
[1:10:31] Mháire: ihr Geburtsjahr angeht.
[1:10:32] Rahel: Nein, das haben wir ja ganz gut herausgearbeitet. Der Charakter widerspricht
[1:10:36] Rahel: sich, die Biografie widerspricht sich.
[1:10:39] Rahel: Es gibt sehr, sehr viele Bausteine, die wollen einfach nicht zusammenpassen.
[1:10:43] Rahel: Trotzdem versuchen Fans das schon seit langem, eben so eine gemeinsame Timeline
[1:10:47] Rahel: zu erstellen. Das heißt, da findet man dann auch online richtig detaillierte Dokumente.
[1:10:52] Rahel: Das hier zähle ich, das zähle ich nicht, das retconne ich, wo dann ein neuer Zeitstrahl entsteht.
[1:10:59] Rahel: Das Spannende daran ist, seit 2021 steht auch von offizieller Seite fest,
[1:11:04] Rahel: dass genau diese Unified-Timeline kommen soll.
[1:11:07] Rahel: Das heißt, da ist jetzt noch nicht viel drüber bekannt, wie genau das passieren
[1:11:11] Rahel: soll, aber allgemein hin wird die Animationsserie The Legend of Lara Croft,
[1:11:16] Rahel: das sind zwei Staffeln auf Netflix, die wird tatsächlich schon zu dieser Unified-Timeline gezählt.
[1:11:21] Rahel: Definitiv sollen die angekündigten Spiele Catalyst und Legacy of Atlantis den
[1:11:26] Rahel: Schritt zu dieser gemeinsamen Timeline gehen.
[1:11:28] Rahel: Also irgendwie soll das alles zu einem großen Ganzen wachsen.
[1:11:33] Rahel: Ob es das jetzt wirklich braucht, sei mal dahingestellt.
[1:11:35] Mháire: Irgendjemand scheint auf jeden Fall der Meinung zu sein, dass es vielleicht
[1:11:38] Mháire: sinnig sein könnte für die IP.
[1:11:40] Rahel: Ja, wenn wir jetzt schon bei der IP sind, es gibt natürlich auch einige andere
[1:11:43] Rahel: Auftritte von Lara Croft. Da müssen wir aber an der Stelle hier gar nicht so
[1:11:46] Rahel: viel drüber reden. Es gibt die Angelina Jolie Filme von 2001 und 2003.
[1:11:51] Rahel: Die werden üblicherweise in keiner der Timelines berücksichtigt,
[1:11:54] Rahel: weil sie adaptieren auch eher das Feeling von den Spielen als die Story.
[1:11:59] Rahel: Sie hatten allerdings, muss man sagen, einen nachhaltigen Effekt darauf,
[1:12:02] Rahel: wie generell das Tomb Raider Franchise wahrgenommen wurde.
[1:12:05] Rahel: Und auch insbesondere, wie wir später sehen, wie Croft Manor dargestellt wird.
[1:12:10] Rahel: Und ich muss sagen, ich gucke diese Filme viel zu häufig, weil sie machen mir
[1:12:15] Rahel: sehr viel Spaß. Und Leute haben coole Mäntel.
[1:12:17] Mháire: Ja, sie sind campy, sie sind over the top, sie wollen überhaupt gar nicht erst
[1:12:22] Mháire: irgendwie realistisch sein und alle Leute sind sehr hot.
[1:12:25] Rahel: Das fasst es sehr gut zusammen und möglicherweise war irgendwo auch der Grund
[1:12:27] Rahel: dabei, warum ich diese Filme viel zu häufig gucke.
[1:12:29] Mháire: Möglicherweise. Wir können es, glaube ich, offen sagen, Angelina Jolie ist der
[1:12:33] Mháire: Hauptgrund, diese Filme zu gucken.
[1:12:36] Rahel: Und coole Mäntel.
[1:12:37] Mháire: Und coole Mäntel, ja. Also gewisse James-Bond-Darsteller in vollkommen überkandideten,
[1:12:42] Mháire: coolen Mänteln zu sehen, ist immer noch ein Highlight. Das ist ein Modemoment,
[1:12:46] Mháire: der sich in mein Hirn eingebrannt hat.
[1:12:48] Rahel: Und man muss sagen, es ist auch sehr lustig, Angelina Jolie dabei zuzuhören,
[1:12:51] Rahel: wie sie versucht, einen britischen Akzent zu faken und Daniel Craig,
[1:12:54] Rahel: wie er versucht, einen amerikanischen Akzent zu faken. Und sie sind beide schrecklich.
[1:13:01] Mháire: Ich glaube, ich habe den noch nie im Original gesehen. Verdammt,
[1:13:04] Mháire: das muss ich mal machen. Gut, das kann ich mir jetzt als nächstes auf die Liste setzen.
[1:13:07] Rahel: Wunderbar, schon eine gute Tat am Tag.
[1:13:11] Mháire: Ich würde gerade sagen, schon eine Sache bewegt heute. Es gibt dann noch einen
[1:13:15] Mháire: neuen Film, der ähnlich wie das Spielereboot von 2013 eben versucht,
[1:13:20] Mháire: eine realistischere, grittier Lara darzustellen und sich auch,
[1:13:24] Mháire: Charaktere, Settings und ein paar Plotpoints von dem Tomb Raider-Spiel 2013
[1:13:30] Mháire: auf Yamatai Light mit Alicia Vikander in der Hauptrolle, die ja auch ein anderer Typ ist.
[1:13:35] Mháire: Mit Angelina Jolie haben wir schon eine Darstellerin, die eher so eine klassische,
[1:13:40] Mháire: Bombshell-Darstellerin ist, die generell einfach auch als sexy gehandelt wird.
[1:13:45] Mháire: Und das gehört zu dem Image dazu. Und Alicia Vikander ist eher etwas zierlicher,
[1:13:50] Mháire: tougher und kühler von der Ausstrahlung.
[1:13:53] Mháire: Und da, finde ich, haben sie auch mit dem Casting eine ganz klare Entscheidung
[1:13:56] Mháire: für einen anderen Tonfall getroffen. Der Film war aber jetzt nicht so erfolgreich,
[1:14:00] Mháire: dass das noch irgendwie weiter Kreise gezogen hätte.
[1:14:02] Rahel: Ich würde sagen, damit können wir einen Haken hinter machen an all die verschiedenen
[1:14:06] Rahel: Inkarnationen von Lara Croft und ihren Timelines.
[1:14:09] Mháire: Nur ganz kurz, die 90er-Jahre-Comics sind ein absolutes Phänomen.
[1:14:14] Mháire: Ich habe in meiner Sammlung gesucht und ich habe zumindest noch ein paar Comics
[1:14:17] Mháire: gefunden, nennen das Crossovern, denn die Lara Croft-Comics sind damals von Top Cow gemacht worden.
[1:14:22] Mháire: Das ist ein Imprint von Image Comics. Das waren die jungen, wilden der Comicszene,
[1:14:28] Mháire: die sich von den großen Verlagen freigemacht haben in den 90ern.
[1:14:31] Mháire: Mit Max Silvestri und mit Rob Liefeld auch, aber eben auch mit Michael Turner.
[1:14:36] Mháire: Der war das große junge Genie der Zeit.
[1:14:39] Mháire: Der hat Witchblade gemacht, der hat Fathom gemacht und er hat auch die ersten
[1:14:43] Mháire: Tomb Raider Comics gemacht. Und dementsprechend gibt es auch Crossovers.
[1:14:47] Mháire: Die als Thema haben, krasse, starke Frauen, die wenig anhaben und unglaublich hot sind.
[1:14:54] Mháire: Das ist das, was Michael Turner hervorragend konnte. Und wenn man sich das anschaut,
[1:14:57] Mháire: sieht man auch, das ist das, was man damit machen wollte.
[1:15:00] Mháire: Es ist unglaublich 90s, es ist cheesy, aber ich stehe dazu, es hat mir Spaß
[1:15:05] Mháire: gemacht. Und ich freue mich, dass ich sie auch immer noch in meiner Sammlung habe.
[1:15:08] Mháire: Könnt ihr vielleicht mal euch ein bisschen zumindest die Cover anschauen,
[1:15:11] Mháire: die sind großartig. Wenn ihr euch wieder wie eine 90er fühlen wollt,
[1:15:15] Mháire: ist das ein direktes Portal in die Zeit. und ihr müsst nicht mal ein Schwert
[1:15:18] Mháire: dafür aus dem Stein ziehen.
[1:15:19] Rahel: Die Cover sind wirklich der Kracher. Also ich muss auch sagen,
[1:15:21] Rahel: ich beneide dich an der Stelle um deine Sammlung.
[1:15:23] Mháire: Ich kann sie dir gerne mal ausleihen, Rahel. Ich habe ganz viel Witchblade und
[1:15:27] Mháire: Fathom und andere Sachen aus der Zeit und der Darkness.
[1:15:30] Mháire: Und die sind nicht kanonisch. Beziehungsweise das ist halt dann in das Universum
[1:15:34] Mháire: von Image von Top Cow eingebettet und Lara Croft erlebt da random Abenteuer
[1:15:39] Mháire: mit anderen übernatürlichen Figuren aus diesem Setting.
[1:15:42] Rahel: Kommen wir mal zu relevanten Orten. Weil ich finde, das ist jetzt so das andere
[1:15:47] Rahel: Kernelement von diesen Spielen neben Lara Croft, die Orte, die sie besucht.
[1:15:52] Mháire: Das ist der große Reiz, weswegen man mit Lara unterwegs sein will.
[1:15:56] Mháire: Sie geht an erstaunliche Orte, die man wahrscheinlich selber nie sehen wird
[1:16:00] Mháire: und erlebt dort abgefahrene Abenteuer.
[1:16:03] Mháire: Und dazu gehört eben auch dieser Reiz von, das ist ganz weit weg von meinem
[1:16:06] Mháire: Zuhause, wenn wir eben von einer europäisch-amerikanisch-lastigen Spielerschaft
[1:16:10] Mháire: ausgehen, was glaube ich sehr realistisch ist.
[1:16:13] Mháire: Und dann reist sie nach Südostasien und nach Südamerika, überall dorthin,
[1:16:19] Mháire: wo es nicht so viele Straßen gibt in der Regel.
[1:16:22] Mháire: Und du hast rausgefunden, wo sie am häufigsten war.
[1:16:25] Rahel: Ich habe generell mal versucht nachzuvollziehen, wie viele Länder hat Lara denn
[1:16:30] Rahel: eigentlich besucht und wenn ich
[1:16:31] Rahel: mich nicht verzählt habe, dann sind es 30 Länder auf allen Kontinenten.
[1:16:35] Rahel: Oder Regionen teilweise auch nur. Und insgesamt war sie am häufigsten in Peru.
[1:16:41] Rahel: Das liegt aber daran, dass Peru eben auch schon in diesem Atlantis-Spiel vorkommt,
[1:16:45] Rahel: was eben immer wieder ein Remake oder Reboot erhält.
[1:16:48] Rahel: Wir haben zwar Kambodscha sehr hervorgehoben, aber am häufigsten war Lara in Peru.
[1:16:52] Mháire: Finde ich schön.
[1:16:53] Rahel: Generell, wenn man sich jetzt anguckt, was für Arten von Orten besucht Lara
[1:16:57] Rahel: denn oder welche Arten von Orten erkunden wir in den Spielen,
[1:17:00] Rahel: dann sind das eigentlich drei Hauptorte oder Typen von Orten.
[1:17:05] Rahel: Da wäre als erstes, ich nenne es jetzt mal Naturspektakel und Antikel, Lost Cities.
[1:17:11] Rahel: Also es sind wirklich sagenumwobene Orte mit viel Grün drin.
[1:17:15] Rahel: Das heißt, da haben wir dann verborgene und überwucherte Wege,
[1:17:18] Rahel: Ruinen mit komplexen Rätselmechanismen und Kunst von vergessenen Zivilisationen.
[1:17:23] Rahel: Da treffen wir dann eben auch eher ungewöhnliche Fauna wie Dinosaurier,
[1:17:28] Rahel: Löwen, Gorillas, solche Tiere.
[1:17:30] Rahel: Um da mal konkrete Beispiele zu nennen, haben wir eben in Peru das Lost Valley
[1:17:34] Rahel: aus Tomb Raider, wo der T-Rex auftaucht.
[1:17:39] Rahel: Oder wir haben eine alte Mühle in Irland.
[1:17:42] Rahel: Das sind alles so Orte, die sehr viel Exotik ausstrahlen und die uns beim Erkunden
[1:17:47] Rahel: das Gefühl geben, alte Städte als erstes wieder zu entdecken.
[1:17:51] Mháire: Und da muss ich sagen, das hat der erste Film mit Ellen Jelena Jolie,
[1:17:55] Mháire: finde ich, gut umgesetzt, indem sie tatsächlich in Angkor Wat gedreht haben.
[1:17:58] Rahel: Ja.
[1:17:59] Mháire: Was dadurch internationaler Glaublich noch viel bekannter geworden ist.
[1:18:02] Mháire: Eine gigantische, aber verlassene Tempelstadt in Kambodscha.
[1:18:07] Mháire: Und danach gab es mehrere Filme, die das dann auch für sich als Kulisse entdeckt
[1:18:10] Mháire: haben. Und das fasst all dieses zusammen.
[1:18:12] Mháire: Verlorene Zivilisationen, vom Dschungel überwuchert in abgelegener Gegend und
[1:18:17] Mháire: das sieht auch noch einfach toll aus. Das ist für mich die Quintessenz davon.
[1:18:21] Mháire: Dann muss sich Lara natürlich auch mit ihren GegenspielerInnen auseinandersetzen
[1:18:25] Mháire: und die wohnen nicht in einem einsamen Tempel irgendwo um nichts in der Regel.
[1:18:29] Mháire: Zumindest vor allen Dingen in den ersten Inkarnationen sind das ja alles Leute,
[1:18:33] Mháire: die ihren eigenen Konzern haben.
[1:18:34] Rahel: Genau, deswegen der zweithäufigste Ort sind so, ich nenne es jetzt mal militärische Einrichtungen.
[1:18:41] Mháire: Ja, hier sind Zäune, Stacheldraht, Wachen, Leute mit Waffen.
[1:18:45] Mháire: Da geht es eben darum, in so eine Basis reinzukommen, meistens unter Zeitdruck
[1:18:50] Mháire: und dafür zu sorgen, dass etwas nicht passieren kann, was die bösen Leute dort machen wollen.
[1:18:56] Mháire: Aber die sind häufig auch mit so einem Mystik-Anteil versehen.
[1:19:01] Mháire: Das sind also keine Random Bases, die einfach irgendwo, keine Ahnung,
[1:19:05] Mháire: an der Westchester Lane stehen, sondern die sind an coolen Orten zumindest,
[1:19:10] Mháire: wie in einem russischen Gulag in der legendären Area 51,
[1:19:15] Mháire: wo Aliens abgestürzt sein sollen. Oder sind sie es vielleicht wirklich...
[1:19:19] Mháire: Und den letzten würde ich dir überlassen, weil ich weiß nicht,
[1:19:21] Mháire: ob ich den ernsthaft aussprechen kann.
[1:19:23] Rahel: Doch, doch. Aber in Tomb Raider Legend besuchen wir unter anderem eine verlassene
[1:19:28] Rahel: Militärbasis in Kasachstan, wo Lara dann auch mit einer Tesla-Kanone hantieren kann.
[1:19:34] Rahel: Also eigentlich ein super spannender Gedanke. Tesla-Kanone ist,
[1:19:37] Rahel: ich nenne es jetzt mal eine Sackgasse der Wissenschaft.
[1:19:40] Rahel: Tesla hatte einige Ideen, die waren ganz toll und ganz futuristisch und die
[1:19:43] Rahel: haben sich aber einfach nicht realisieren lassen.
[1:19:46] Rahel: Das meine ich mit Sackgasse der Wissenschaft, da konnte einfach nie was draus gemacht werden.
[1:19:50] Rahel: In Tomb Raider ist das anders. In Tomb Raider können wir eine Testerkanone bedienen.
[1:19:54] Rahel: Also auch das ist wieder so ein Mystifizieren.
[1:19:56] Mháire: Ich muss an dieser Stelle sagen, ich freue mich, dass Kasachstan ein bisschen
[1:19:59] Mháire: Liebe bekommt als Setting.
[1:20:01] Mháire: Kasachstan ist ein extrem cooles Land und da sind auch eine Menge seltsame Experimente
[1:20:05] Mháire: noch zur UDSSR-Zeit durchgeführt worden.
[1:20:09] Mháire: Da gibt es, ich glaube es ist noch auf der kasachischen Zeit,
[1:20:11] Mháire: aber ich bin mir ganz sicher, In Seen, Inseln mit genetisch veränderten Affen,
[1:20:16] Mháire: und natürlich Baikonur.
[1:20:18] Mháire: Und deswegen schön, dass das dafür entdeckt wurde. Kannst du dich ganz ernst
[1:20:22] Mháire: nehmen. Jetzt kommt nämlich die Überschneidung.
[1:20:24] Mháire: Wenn man tatsächlich an den Orten war, an denen Lara dann ist,
[1:20:27] Mháire: hat man so eine bizarre Schere im Kopf. Mit Moment, ich war da,
[1:20:30] Mháire: warum hat mich kein Tiger in der Höhle angegriffen an der großen Mauer?
[1:20:33] Mháire: Oder ich bin durch Kasachstan gefahren und ich habe keine Tesla-Kanone bekommen.
[1:20:37] Mháire: Aber ja, kommt gut rum, die Frau.
[1:20:40] Rahel: Ein dritter Typort, den wir besuchen, und ich würde sagen, das ist aber auch
[1:20:44] Rahel: so der, den wir am seltensten sehen, das sind moderne Großstädte.
[1:20:48] Rahel: Das haben wir mal so als Stadtlandschaften, wo wir uns durchbewegen,
[1:20:51] Rahel: beispielsweise, dass wir in Legend an Hochhäusern von Tokio entlangklettern
[1:20:55] Rahel: oder dass wir in Angel of Darkness uns durch die Hintergassen von Paris bewegen,
[1:21:00] Rahel: Mal sind es aber auch so, ich nenne es jetzt mal abgekapselte Orte innerhalb
[1:21:04] Rahel: einer Stadt, bei denen man schon mal kurz mitbekommt, dass wir jetzt gerade
[1:21:09] Rahel: in einer Großstadt sind, aber eigentlich geht es um was ganz anderes.
[1:21:12] Rahel: Also wir besuchen beispielsweise in Legend das Grab von König Arthus,
[1:21:17] Rahel: das eben in der britischen Großstadt ist, aber das versteckt sich in so einem,
[1:21:21] Rahel: heruntergekommenen Mini-Disneyland.
[1:21:24] Rahel: Und sobald man da eben reingeht, da hat die Großstadt natürlich keine Bedeutung mehr.
[1:21:29] Rahel: Also das ist dann eben so ein Setting, was das Spiel einerseits in der Jetzt-Zeit verankert.
[1:21:34] Rahel: Naja, es gibt all diese Großstädte, es gibt nicht nur die alten antiken Ruinen.
[1:21:38] Rahel: Das verdeutlicht aber zugleich auch, dass diese Städte alle eben auch auf alten
[1:21:42] Rahel: Geheimnissen erbaut wurden. Also das ist so das eine Thema, wo Tomb Raider wirklich
[1:21:46] Rahel: immer wieder zurückkommt.
[1:21:48] Rahel: Egal, wo du anfängst zu graben, du wirst überall ein altes Geheimnis finden.
[1:21:51] Mháire: Ja, und ich finde es eigentlich schön,
[1:21:53] Mháire: dass diese drei Ebenen auch die Erreichbarkeit des Ortes darstellen.
[1:21:58] Mháire: Niemand wird das Lost Valley irgendwo in Peru finden, weil es nicht existiert.
[1:22:02] Mháire: Man kann aber die Area 51 sehen, zumindest von außen. Man kann durch Kasachstan
[1:22:08] Mháire: fahren und dort abgelegene Orte finden.
[1:22:12] Mháire: Und da ist dann teilweise die Schere im Kopf. Die sind erreichbar,
[1:22:15] Mháire: aber eben dann ganz anders dargestellt.
[1:22:18] Mháire: Und jetzt sind wir an Orten, die kann man absolut erreichen.
[1:22:20] Mháire: Also man kann in Paris sein, Tokio, je nachdem wo man wohnt,
[1:22:24] Mháire: ist der Flug teurer, aber auch überhaupt kein Problem rein theoretisch.
[1:22:27] Mháire: Aber das liefert uns zumindest immer noch dieses, hier, das ist der Ort,
[1:22:31] Mháire: den du kennst, aber vielleicht ist da noch mehr. Der Reiz der Urban Fantasy möchte ich es nennen.
[1:22:36] Mháire: Das ist eigentlich, finde ich, sogar recht smart aufgebaut, dass sozusagen die
[1:22:40] Mháire: Menge an Vertrautheit und Mystizismus da so gegenläufig ist und damit irgendwie
[1:22:45] Mháire: die Sachen miteinander verbindet.
[1:22:47] Mháire: Aber ich würde sagen, an der Stelle können wir jetzt zum nicht lebenden Hauptdarsteller
[1:22:51] Mháire: kommen. Es gibt einen Ort, der mindestens so wichtig ist wie die meisten Personen in den Spielen.
[1:22:57] Mháire: Und das ist das Zuhause von Lara.
[1:22:59] Rahel: Croft Manor, muss ich ganz ehrlich sagen, war für mich immer ein Highlight der Spiele.
[1:23:03] Rahel: Das ist für mich mein heimliches Alleinstellungsmerkmal der Spiele,
[1:23:07] Rahel: warum ich die viel lieber mag als die Indiana Jones-Spiele.
[1:23:10] Rahel: Croft Manor. Denn wir können diese Villa in den meisten Tomb Raider-Spielen
[1:23:14] Rahel: erkunden, auch wenn es manchmal eben nur im kleinen Tutorial oder in einem DLC ist.
[1:23:20] Rahel: Aber da, wo wir dann eben etwas mehr Zeit für die Erkundung haben,
[1:23:23] Rahel: da ist Croft Manor zum einen erstens immer ein visueller Augenschmaus,
[1:23:27] Rahel: Aber es ist auch ein Ort, der sehr viel wieder die Atmosphäre von Geheimnissen
[1:23:32] Rahel: und da gibt es was zu entdecken, verströmt.
[1:23:34] Rahel: Und du hast ja eben so schön gesagt, dass Croft Manor im Grunde genommen ein
[1:23:37] Rahel: nicht lebender Charakter ist.
[1:23:39] Rahel: Und das liegt daran, dass die Villa eine sehr wichtige Funktion erfüllt.
[1:23:42] Rahel: Denn dadurch, dass ja insbesondere in der Classic-Timeline Lara nie spricht
[1:23:47] Rahel: oder kaum spricht, wird ihr Charakter eigentlich in erster Linie über ihr Zuhause dargestellt.
[1:23:54] Rahel: Also Croft Manor kann man sagen, ist so eine architektonische Charakterisierung
[1:23:58] Rahel: davon, wer Lara überhaupt ist.
[1:24:01] Rahel: Über das opulente Interieur erfahren wir dann, mit wem haben wir es hier zu tun.
[1:24:05] Rahel: Also da sehen wir dann auch, dass sie beispielsweise den Ballsaal stattdessen
[1:24:08] Rahel: in einen Trainingsraum umfunktioniert hat. Und das Musikzimmer,
[1:24:11] Rahel: naja, da liegt halt auch eine große Trainingsmatte. Das sind alles so Dinge,
[1:24:14] Rahel: die uns sehr viel darüber sagen, wie tickt diese Frau.
[1:24:17] Mháire: Ja, und wie viele Artefakte hortet sie da?
[1:24:21] Rahel: Das auch.
[1:24:21] Mháire: Und welche Kunstwerke hängen an der Wand? Das rückt ein bisschen in den Hintergrund
[1:24:25] Mháire: dann in den späteren Spielen, weil Lara auch einfach über andere Mittel charakterisiert
[1:24:31] Mháire: werden kann und Croft-Männer nicht mehr so viel Arbeit leisten muss in der Hinsicht.
[1:24:35] Mháire: Aber es ist ein Abenteuerspielplatz, wo man einfach ein bisschen rumtoben kann,
[1:24:42] Mháire: die Steuerung üben kann.
[1:24:45] Mháire: Und auch einfach erkunden kann, so ein bisschen kleine Rätsel lösen und sich
[1:24:49] Mháire: vorbereiten, finde ich, auch geistig auf das Spiel. So dieses Wie-Finde-Ich-Wege,
[1:24:54] Mháire: wie können Rätsel funktionieren.
[1:24:56] Mháire: Und es ist eben der sichere Ort, der dann aber eben durch Angriffe kaputt gemacht
[1:25:03] Mháire: werden kann. Wie eben die Gegenspielerinnen schicken einen Doppelgänger von
[1:25:07] Mháire: Lara dorthin, um ihren Freund zu ermorden und die Bude abzufackeln.
[1:25:11] Rahel: Ja, es ist schon auch ein Ort, wo sich eben so eine emotionale Dramatik gut
[1:25:16] Rahel: dran herbeiführen lässt. Eben weil es nochmal viel ruhiger ist als die Tomb
[1:25:20] Rahel: Raider-Spiele ohnehin schon.
[1:25:22] Mháire: Ja, das sind die Gemeinsamkeiten. Und jetzt, ähnlich wie mit Lara selber,
[1:25:25] Mháire: reden wir einmal darüber, wie sich das Manner jetzt unterscheidet in den einzelnen Timelines.
[1:25:31] Mháire: In der Original Timeline hat Lara diese Villa von ihrer Tante geerbt.
[1:25:36] Rahel: Und man muss sagen, die Manner verändert sich von Spiel zu Spiel.
[1:25:39] Rahel: Und insbesondere zwischen Tomb Raider 1 und 2 wächst sie vor allem beachtlich.
[1:25:44] Rahel: Das liegt daran, dass Croft Manor in Tomb Raider 1 nur in Anführungszeichen
[1:25:48] Rahel: das Tutorial ist, wo wir auch nur durch im Grunde genommen drei,
[1:25:51] Rahel: vier Räume laufen und da eben ein bisschen die Steuerung kennenlernen dürfen.
[1:25:55] Rahel: Ab Tomb Raider 2 geht es dann wirklich in die ganz freie Erkundung,
[1:25:59] Rahel: wo wir auch einen deutlich umfangreicheren Parcours draußen haben,
[1:26:02] Rahel: wo es aber eben auch dann Rätsel und eine freiere Bewegung gibt.
[1:26:06] Rahel: Das heißt, eigentlich so wirklich sehen tut man die Männer erst ab dem zweiten Teil.
[1:26:10] Mháire: Und was man dort sieht, ist geschickt ausgewählt, um für die Technik der Zeit zu funktionieren.
[1:26:17] Mháire: Es ist ein Gebäude im Tudor-Stil, 15. und 16. Jahrhundert. Warum benennen wir
[1:26:22] Mháire: alles immer nach, wer gerade auf dem Thron in England saß?
[1:26:25] Mháire: Aber so ist es nun mal. Es ist ja auch eine Britin.
[1:26:28] Mháire: Und Tudor ist...
[1:26:31] Mháire: Es ist nüchterner als andere Stile, die man hätte wählen können und hat vor
[1:26:34] Mháire: allen Dingen gerade Linien und keine Spitzbögen oder so etwas.
[1:26:38] Mháire: Und dementsprechend kann man das leichter darstellen, ohne dass man ganz viele
[1:26:41] Mháire: Treppchen und Kanten hat.
[1:26:42] Rahel: Genau, dieses rote, eher rechteckige Gebäude sitzt eben in einer großen Parkanlage,
[1:26:48] Rahel: inklusive Heckenlabyrinth, hohe Mauern drumherum. Also es ist wirklich so eine kleine Welt für sich.
[1:26:53] Rahel: Schaut man sich dann Craft Manor von innen an, da wird der Tudor-Stil fortgeführt.
[1:26:58] Rahel: Da haben wir viel Fachwerk, also viel Holz, viel Fachwerk, insbesondere in der Eingangshalle.
[1:27:04] Rahel: Und wir haben sehr viele Räume, wobei wir die meisten davon erst mal nur erahnen
[1:27:09] Rahel: können. Das sind Türen, die sich nicht öffnen lassen.
[1:27:12] Rahel: Aber wir sehen definitiv, es gibt ein Musikzimmer, es gibt ein Ballsaal,
[1:27:15] Rahel: es gibt ein Indoor-Pool.
[1:27:19] Mháire: In einem Tudor-Haus. Das ist sicher
[1:27:21] Mháire: nicht gut für das Baumaterial und die Statik, aber wer kann, der kann.
[1:27:26] Rahel: Bibliothek. Lara hat natürlich auch ein Schlafzimmer. Also alles so Räume,
[1:27:30] Rahel: die man auch erwarten möchte. Und eben durch die verschlossenen Türen wissen
[1:27:33] Rahel: wir, ah, da gibt es noch viel, viel mehr.
[1:27:35] Rahel: Und man muss sagen, insbesondere die Eingangshalle, die wird eigentlich in allen
[1:27:39] Rahel: Inkarnationen vom Design her sehr ähnlich bleiben.
[1:27:42] Rahel: Dass wir eben einen großen Treppenaufgang haben, der zu einer beidseitigen Galerie
[1:27:47] Rahel: über der Eingangshalle führt, von wo aus dann Räume abgehen.
[1:27:51] Rahel: Das sieht sehr toll aus. Und das wird visuell aber...
[1:27:55] Rahel: Ein bisschen skurril, wenn man mal anfängt, auf die Proportionen zu achten,
[1:27:58] Rahel: denn die stimmen einfach überhaupt nicht.
[1:28:01] Rahel: Also diese Türen, die sich nicht öffnen lassen, die haben ja alle auch so Türgriffe,
[1:28:05] Rahel: die sind bei Lara auf Kopfhöhe oder das Spülbecken in der Küche.
[1:28:10] Rahel: Ich glaube, da könnte Lara drin baden.
[1:28:12] Mháire: Ja, interessante Assets, aber ich finde es insofern charmant,
[1:28:16] Mháire: als dass Lara auch unrealistisch hoch und weit springen kann.
[1:28:20] Mháire: Und vielleicht hat sie das klärt,
[1:28:21] Mháire: weil sie in einem Haus für Riesen aufgewachsen ist. Ich weiß es nicht.
[1:28:25] Mháire: Aber dass Sachen teilweise von den Größenverhältnissen nicht zusammenpassen,
[1:28:29] Mháire: macht ihr nichts aus, sie kommt da trotzdem dran. Das ist alles gut.
[1:28:32] Mháire: Ich weiß nicht, ich finde das durchaus charmant. Am Ende werden wir noch kurz
[1:28:35] Mháire: erwähnen, in welchen Versionen es die Spiele gibt. Und es gibt auch eine,
[1:28:37] Mháire: wo man hin und her schalten kann, zwischen alter und neuer Grafik.
[1:28:40] Mháire: Und ich habe da sehr viel Spaß gehabt, in der alten Grafik mich umzuschauen,
[1:28:43] Mháire: wie die Sachen dargestellt sind dann im Vergleich.
[1:28:46] Mháire: Das Haus ist, wir haben es ja auch schon erwähnt, in dieser Inkarnation auch
[1:28:49] Mháire: sehr stark Teil der Charakterisierung.
[1:28:51] Mháire: Und das ist auch schon erwähnt, Lara hat eben Dinge wie einen Ballsaal oder ein Musikzimmer.
[1:28:55] Mháire: Umgebaut in etwas, mit dem sie was anfangen kann. Sie will da nicht am Piano
[1:28:58] Mháire: sitzen und sie will keine Leute zu einer großen Soiree einladen.
[1:29:02] Mháire: Sie hat da einen Parcours aufgebaut aus Kisten und Rampen oder eine Trainingsmatte
[1:29:07] Mháire: hingelegt, damit sie tumblen und ausweichen und dergleichen üben kann.
[1:29:13] Mháire: Aber das ist kein Ding im Sinne von, ich habe verkauft, was drin ist und habe
[1:29:17] Mháire: dann umgebaut, sondern fast ein bisschen improvisiert. Und dann sind die Sachen,
[1:29:21] Mháire: die eigentlich reingehören, so an den Rand geschoben, die Musikinstrumente zum Beispiel.
[1:29:24] Mháire: Also sie muss sich überhaupt keine Sorgen darum machen und hat vielleicht auch
[1:29:27] Mháire: einfach keinen Kopf dafür, Dinge loszuwerden.
[1:29:30] Mháire: Lara Croft benutzt kein eBay-Kleinanzeigen. Die behält die Sachen auch,
[1:29:33] Mháire: wenn sie sie nicht mehr braucht.
[1:29:35] Rahel: Platz hat sie.
[1:29:36] Rahel: In der Legend-Timeline ist Croft Manor lediglich eine von drei Villen,
[1:29:42] Rahel: die Lara Croft besitzt. Aber es ist die, die sie am liebsten mag.
[1:29:45] Rahel: Eben diese Croft Manor, wie wir sie da sehen, die gehörte ursprünglich ihrem Vater.
[1:29:49] Rahel: Äußerlich haben wir hier schon einen großen Unterschied zur Classic-Timeline.
[1:29:53] Rahel: Das liegt daran, dass diese Villa auf den Jolie-Filmen basiert.
[1:29:57] Rahel: Die Jolie-Filme wurden wiederum in Hatfield House gedreht, zumindest von den Außenkulissen her.
[1:30:02] Rahel: Das heißt, hier sehen wir jetzt ein
[1:30:04] Rahel: großes Landhaus, also ein sogenanntes Prodigy-Haus, das 1611 erbaut wurde.
[1:30:10] Rahel: Das wissen wir jetzt diesmal sehr genau. Vom Stil her ist es jakobinische Architektur.
[1:30:14] Rahel: Das ist also Renaissance-Architektur mit vielen Bogengängen.
[1:30:19] Rahel: Wir sehen viele Säulen. Es gibt generell einfach mehr Details und Ornamente,
[1:30:23] Rahel: was daran liegt, dass die Spiele das jetzt eben darstellen können.
[1:30:27] Rahel: Und genau dieses Design wird auch für die nachfolgenden Spieler zumindest grob
[1:30:32] Rahel: das Außendesign bleiben.
[1:30:34] Rahel: Und natürlich haben wir auch hier wieder eine große Parkanlage mit Heckenlabyrinth.
[1:30:37] Mháire: Genau. Und wir haben Sips Raum. Hier haben wir ja Sip als den Tech-Wizard,
[1:30:43] Mháire: der unsere Lehrer aus der Ferne betreut. Und der hat hier seine eigene kleine
[1:30:47] Mháire: Tech-Cave sozusagen, beziehungsweise seinen Glaskasten, in dem er sitzt.
[1:30:50] Rahel: Und Croft Manor hat viele, viele Geheimgänge auf einmal zwischen Räumen.
[1:30:54] Rahel: Also da kann man von einem Pool dann direkt in einen Fitnessraum tauchen,
[1:30:58] Rahel: wenn man denn nur weiß, wie man den Geheimgang öffnet und, und,
[1:31:02] Rahel: und. Also insbesondere in der Legend-Timeline ist das wirklich,
[1:31:05] Rahel: Croft-Manner, ein Rätselort.
[1:31:07] Mháire: Einen Erwachsenenspielplatz.
[1:31:09] Rahel: Würde es feiern, wenn ich sowas auch hätte, aber gleichzeitig würde ich mir dann, also.
[1:31:14] Mháire: Ich möchte Heizkosten nicht haben.
[1:31:16] Rahel: Ja, und stell dir mal vor, du musst da putzen.
[1:31:20] Mháire: Ja, das ist richtig. Aber manchmal ist es cool an so Orten zu sein.
[1:31:23] Mháire: Leute, wenn ihr solches Fehligen haben wollt, schaut, ob ihr auf eine Lab oder
[1:31:26] Mháire: eine andere Veranstaltung auf Burg Czocha in Polen gehen kann.
[1:31:31] Mháire: Das ist eine Burg, die mit genau so einem Gedanken erbaut worden ist,
[1:31:34] Mháire: relativ modern. Die hat sieben Geheimgänge. Als ich da war, habe ich nur vier gefunden.
[1:31:38] Mháire: Also ihr findet dann noch mehr. Ich kann es aber super verstehen, wollte ich damit sagen.
[1:31:42] Mháire: Ich liebe so etwas. Wer möchte nicht einen Geheimgang haben in seinem Haus?
[1:31:45] Mháire: Ich bin ganz auf Seite von Lara.
[1:31:46] Rahel: Irgendwann, wenn ich mal groß und reich bin.
[1:31:48] Mháire: Ja, genau, wenn wir mal groß und reich sind. Leute, unterstützt Stay Forever,
[1:31:52] Mháire: damit Rahel ihren Geheimgang haben kann.
[1:31:55] Rahel: Dann haben wir noch die Survivor-Timeline. Und Croft Manor wird hier kaum gezeigt.
[1:32:01] Rahel: Weil Lara hat sich ja von ihrer Familie distanziert. Sie will also auch mit
[1:32:04] Rahel: der Villa nichts zu tun haben.
[1:32:07] Rahel: Und deswegen taucht Croft Manor, wenn man ganz ehrlich ist, nur im DLC Blood Ties auf.
[1:32:13] Rahel: Da hat die Villa dann aber auf einmal einen sehr zentralen Zweck.
[1:32:16] Rahel: Denn auf einmal erfahren wir noch mehr über die Hintergrundgeschichte von Laras Familie.
[1:32:20] Rahel: Was wir da lernen, ist, Croft Manor wurde schon mal in den 90er Jahren von Lord Croft renoviert.
[1:32:26] Rahel: Als er dann aber gestorben ist, wollte Lara Croft hier vom Erbe nichts wissen,
[1:32:29] Rahel: hat die Villa also verfallen lassen. Das heißt, wir haben Wasser im Keller,
[1:32:33] Rahel: es ist ein Baum durchs Dach gestürzt.
[1:32:36] Rahel: Und das ist erst viele Jahre später, als Lara ihr Erbe angenommen hat,
[1:32:40] Rahel: also auch emotional angenommen hat, dass Croft Manor eben wieder zu dieser opulenten,
[1:32:45] Rahel: ansehnlichen Villa instand gesetzt wird. Es hat ein sehr starkes Symbol.
[1:32:50] Mháire: Ja, starkes Symbol. Hier, ich akzeptiere meine Familie. Was sie nicht mehr hat, ist ein Pool.
[1:32:56] Rahel: Das finde ich sehr enttäuschend.
[1:32:57] Mháire: Ja.
[1:32:58] Mháire: Das ist kein Schwimmen mehr zu geheimen Gängen, zumindest sobald die tieferen
[1:33:02] Mháire: Pfützen im Keller weg sind.
[1:33:04] Mháire: Dafür gibt es ein Geheimlabor und eine Krypta der Familie. Also man muss sich
[1:33:08] Mháire: halt entscheiden, was man einbauen will. Geheimlabore sind auch cool.
[1:33:12] Rahel: Ansonsten bleiben die Räumlichkeiten im Grunde genommen das,
[1:33:14] Rahel: was wir schon vorher kennen. Relevant ist aber die Erbregelung.
[1:33:18] Rahel: Denn wir erfahren, dass Croft Manor erst dann an Lara übergehen soll,
[1:33:23] Rahel: wenn beide Eltern für tot erklärt werden.
[1:33:25] Rahel: Das ist aber nicht der Fall, weil Lady Crofts Leiche nach dem Flugzeugabsturz
[1:33:29] Rahel: nie offiziell gefunden wurde.
[1:33:31] Rahel: Das heißt, Croft Manor geht erstmal in die Verwaltung von Atlas de Monet.
[1:33:36] Rahel: Das ist Lady Crofts Bruder.
[1:33:39] Rahel: Und wir erinnern uns daran, durch die Hochzeit mit Richard Croft hat Emilia
[1:33:43] Rahel: Croft sich mit ihrer eigenen Familie zerstritten.
[1:33:46] Rahel: Das heißt, dadurch, dass jetzt die Villa in den Besitz von Lady Crofts Familie
[1:33:51] Rahel: erstmal geht oder zumindest von ihr verwaltet wird, sieht es kurz danach aus,
[1:33:56] Rahel: dass Lara einfach vor die Tür gesetzt werden soll.
[1:33:58] Rahel: Das heißt, unsere Aufgabe ist dann eben die LC, dass wir jetzt möglichst schnell
[1:34:01] Rahel: einen Beweis dafür finden müssen, dass Lara eben doch Anspruch auf das Haus
[1:34:05] Rahel: hat. Sprich, wir müssen einen Beweis für den Tod ihrer Mutter finden.
[1:34:09] Rahel: Und so erfahren wir überhaupt erstmal, dass Richard Croft die Leiche schon Jahre
[1:34:13] Rahel: zuvor gefunden hatte, das nur eben geheim gehalten hat.
[1:34:16] Mháire: Alle Familien haben ihre Leichen im Keller, manche literally.
[1:34:19] Mháire: Worüber wir gesprochen haben, was andere Inkarnationen angeht,
[1:34:22] Mháire: ist ja, wie die Jolie-Filme mit Hatfield House den Look von Croft Manor geprägt haben.
[1:34:29] Mháire: Und der 2018er Film nutzt eine andere ikonische Location dann zum Drehen.
[1:34:36] Mháire: Das ist das Wilton House-Film.
[1:34:39] Mháire: Das ist klassizistisch, wenn man jetzt da genauer auf die Kunsthistorie schauen
[1:34:43] Mháire: will, aber hat eine ausreichend ähnliche Struktur, dass man es trotzdem klar identifizieren kann.
[1:34:49] Mháire: Ich finde es eben bemerkenswert, dass im Grunde alle Versionen von Croft Manor
[1:34:53] Mháire: halt einen sehr ähnlichen Eingangsbereich haben. Aber das ist vielleicht auch
[1:34:56] Mháire: einfach dem geschuldet, wie reiche Briten gerne gelebt haben.
[1:34:59] Rahel: Was vielleicht an der Stelle noch interessant ist, ist wie Croft Manor in dieser
[1:35:03] Rahel: Animationsserie dargestellt wird, The Legend of Lara Croft. Denn ich hatte ja
[1:35:08] Rahel: eben schon erwähnt, dass die
[1:35:09] Rahel: Serie gerne als erster Versuch von dieser Unified-Timeline gezählt wird.
[1:35:14] Rahel: Und das wird unter anderem an Croft Manor festgemacht. Die ist hier jetzt von
[1:35:18] Rahel: allen Inkarnationen bis dahin inspiriert.
[1:35:21] Rahel: Und sie enthält eben zahlreiche Easter Eggs. Wie, dass wir ein Familienporträt
[1:35:26] Rahel: sehen, was wir schon aus der Legend-Timeline kennen.
[1:35:28] Rahel: Dass wir ein verstecktes Illuminati-Symbol entdecken können,
[1:35:32] Rahel: was einen Bezug zu den Jolie-Filmen herstellt.
[1:35:34] Rahel: Die Artefakte, die wir da drin finden, die kommen alle so aus den unterschiedlichen Timelines.
[1:35:39] Rahel: Ja, und da kann man jetzt überlegen, ist das reiner Fanservice oder ist es eben
[1:35:43] Rahel: dieser Versuch, die Timelines zu integrieren?
[1:35:45] Mháire: Ich würde mal behaupten, das wird sich in Zukunft entscheiden,
[1:35:48] Mháire: je nachdem, wie es weitergeht mit der Unified Timeline.
[1:35:51] Mháire: Ob es ein Easter Egg war oder ein Versuch, das zusammenzulegen.
[1:35:55] Mháire: Damit können wir, denke ich, auch Croft-Männer vorsichtig in den Stoff einpacken
[1:36:02] Mháire: und erstmal kurz ein bisschen wieder in die Staubkiste setzen.
[1:36:06] Mháire: Und stattdessen holen wir die Artefakte raus, die nun mal Kern eines guten Schatzjäger-Tropes sind.
[1:36:12] Mháire: Was sind Schatzjäger, wenn sie keinen Schatz haben zum Jagen?
[1:36:15] Mháire: Und das sind hier nicht einfach nur Gegenstände, die müssen natürlich auch eine
[1:36:18] Mháire: übernatürliche Fähigkeit haben.
[1:36:20] Mháire: Nicht anders als bei Indiana Jones.
[1:36:23] Mháire: Sie sind legendär und dann stimmt tatsächlich was von der Legende.
[1:36:27] Mháire: Da haben wir drei Beispiele, die eben sehr prägend sind für unterschiedliche
[1:36:32] Mháire: Phasen von Tomb Raider und über das oder dem Sein von Atlantis haben wir ja schon gesprochen.
[1:36:38] Mháire: Auch wenn ich finde, es etwas unklar ist, was es überhaupt ist.
[1:36:43] Rahel: Ich habe wirklich lange über die Frage nachgedacht, Marie, und ich kann es dir
[1:36:46] Rahel: nicht sagen. Es bleibt total unklar, was dieses Artefalt kann.
[1:36:51] Rahel: Das scheint irgendwie eine Energie- und Informationsquelle gleichzeitig zu sein.
[1:36:56] Rahel: In der Classics-Timeline kann Lara damit aber ja auch irgendwelche Mutanten erschaffen.
[1:37:02] Rahel: Sie kann aber in der Legend-Timeline auch die Apokalypse damit einläuten.
[1:37:05] Mháire: Jacqueline, nicht Lara.
[1:37:06] Rahel: Ja, meine ich doch. Danke.
[1:37:09] Mháire: Also Lara könnte das sicher auch, aber sie tut es nicht.
[1:37:12] Rahel: Also das ist so ein bisschen die Lösung für alles, was ich persönlich erstmal nicht so sehr mag.
[1:37:17] Rahel: Allerdings muss man sagen, dass von der Symbolik, die diese Sion hat,
[1:37:21] Rahel: Und also erzählerisch ist es doch wieder ganz spannend, weil es ist so eine
[1:37:25] Rahel: Versinnbildlichung einer Hochkultur und ihres Untergangs.
[1:37:29] Rahel: Also in einem Artefakt hat man quasi die ganze Geschichte von Atlantis,
[1:37:35] Rahel: wie Atlantis eben in der Lage war, als diese Hochkultur,
[1:37:39] Rahel: diesen besonderen Gegenstand herzustellen und damit auch gottgleiche Fähigkeiten
[1:37:43] Rahel: einfach herzustellen und in einem Artefakt zu bündeln.
[1:37:47] Rahel: Und gleichzeitig ist dieses Artefakt aber auch das Symbol für den Untergang
[1:37:52] Rahel: von Atlantis, weil es eben die Herrscherin Naddler gab, die so machtgierig war,
[1:37:56] Rahel: dass sie die Fähigkeiten missbrauchte.
[1:37:58] Rahel: Also es ist eine Art, wie Tomb Raider die Artefakte immer wieder benutzt,
[1:38:02] Rahel: dass wir so einen Gegenstand haben, der ein Symbol für eine ganze Geschichte ist.
[1:38:08] Mháire: Dementsprechend finde ich auch sehr gut aufgenommen damit, dass die Story darum
[1:38:12] Mháire: mit einer atomaren Explosion eingeleitet wird.
[1:38:16] Mháire: Denn es ist auch dieses Symbol für eine Technologie, die gleichzeitig extrem
[1:38:21] Mháire: nützlich, aber auch extrem gefährlich sein kann.
[1:38:25] Mháire: Und es ist ein bisschen dieses Arthur C. Clarke-Gesetz, jede hinreichend fortschrittliche
[1:38:29] Mháire: Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden, weil es dargestellt wird,
[1:38:33] Mháire: als die Atlanta waren einfach so fortschrittlich, dass sie das bauen konnten,
[1:38:36] Mháire: aber wir können dazu nur sagen, das ist im Grunde Magie.
[1:38:39] Mháire: Es ist schon relativ viel reingepackt dafür, dass es so vage ist.
[1:38:42] Rahel: Da fallen mir zwei Punkte zu ein. Das eine ist, man könnte jetzt natürlich überlegen,
[1:38:47] Rahel: ob das Spiel uns hier eine Parallele aufzeichnen will, von welcher technologischen
[1:38:52] Rahel: Errungenschaft denn die Menschheit schon erreicht hat.
[1:38:54] Rahel: Mit Atomkraft, aber damit auch der Atombombe.
[1:38:57] Rahel: Ob sich also hier auch wieder der Aufstieg und Fall einer Zivilisation ankündigt,
[1:39:03] Rahel: weiß ich jetzt nicht, ob Tomb Raider damals schon so tiefgründig war.
[1:39:07] Rahel: Aber was im Vergleich ist, ist, dass Atlantis in der Classics-Timeline sehr
[1:39:11] Rahel: anders dargestellt wird als in der Legend-Timeline.
[1:39:14] Rahel: Denn in der Classics-Timeline ist das Volk Atlantis ein hochtechnologisiertes Volk.
[1:39:19] Rahel: Also das Cyan ist Technologie, Nadlas' Fledermausflüge sind Prothesen,
[1:39:24] Rahel: sie hat auch so einen Arm, der Feuer schießen kann.
[1:39:26] Rahel: Das sind alles Prothesen, genau wie sie ja auch streng genommen eben versucht,
[1:39:31] Rahel: Frankenstein-eske Wissenschaft zu betreiben mit ihren Genexperimenten.
[1:39:36] Rahel: In der Legend-Timeline ist Atlantis das viel klassischere Fantasy-Volk,
[1:39:40] Rahel: wie wir es eben meistens uns vorstellen.
[1:39:43] Rahel: Also da haben sie auch sich noch ein bisschen einen Gedankenwandel überlegt.
[1:39:48] Mháire: Dann haben wir als zweites starkes symbolisches Artefakt einen Meteor.
[1:39:53] Mháire: Tomb Raider 3 stürzte schon vor Jahrmillionen in der Antarktis ab,
[1:39:58] Mháire: wurde von Menschen gefunden und dann wurde aus dem Material etwas hergestellt.
[1:40:02] Mháire: Da wurden fünf Artefakte draus gefertigt. Das heißt, wir haben hiermit eine
[1:40:06] Mháire: Erklärung in diesem Fall, die andersartig ist. Nicht Technologie von einer überlegenen
[1:40:11] Mháire: Zivilisation, sondern ein Material, das nicht von der Erde ist,
[1:40:14] Mháire: das von irgendwo da draußen kommt.
[1:40:16] Mháire: Das freut uns Freundinnen des kosmischen Horrors ja schon.
[1:40:21] Rahel: Ja, und ich hatte vorher auch nie darüber nachgedacht, warum diese Artefakte
[1:40:25] Rahel: eigentlich alle können, was sie können.
[1:40:27] Rahel: Hier haben wir eben erstmals den Versuch, zumindest eine Grundlage dafür zu
[1:40:31] Rahel: bieten. Das kann, was es kann, weil es außerirdisch ist.
[1:40:34] Mháire: Es kommt von außerhalb, von jenseits der Erde, also auch aus der vergangenen
[1:40:39] Mháire: Vergangenheit, aber eben auch aus der immensen räumlichen Distanz.
[1:40:43] Mháire: Und damit in Verbindung, da draußen ist noch mehr. Ja, die Erde ist ein kleiner
[1:40:47] Mháire: Fleck und jenseits davon sind Materialien, die wir hier gar nicht kennen,
[1:40:52] Mháire: aber auch Leute, die wir gar nicht kennen, denn Aliens sind echt rahl.
[1:40:56] Rahel: Ja, wir finden in Tomb Raider 3 ein Grey in Area 51.
[1:41:00] Mháire: Ja, also ein klassisches, kleines, großäugiges, tropfenköpfiges Alien.
[1:41:08] Rahel: Ein drittes Beispiel dafür, wie Tomb Raider eben mit diesen besonderen Artefakten
[1:41:12] Rahel: umgeht, wäre jetzt das legendäre Schwert Excalibur.
[1:41:17] Rahel: Und es ist genau das. Es ist Excalibur, wie wir das wahrscheinlich alle kennen,
[1:41:22] Rahel: nur dass es eben nochmal besondere Fähigkeiten hat in den Spielen.
[1:41:27] Rahel: Das ist ein Schwert und das kann auch als Schwertwaffe genutzt werden.
[1:41:30] Rahel: Das kann aber auch Energieimpulse schießen, ist also auch eine Fernkampfwaffe.
[1:41:35] Rahel: Und man kann eben damit auch Dimensionsportale öffnen. Und Excalibur besteht
[1:41:39] Rahel: aus mehreren Fragmenten, die auf der gesamten Welt verteilt sind.
[1:41:42] Rahel: Das heißt, wir müssen auch mit Lara eben diesen einzelnen Fragmenten hinterherreisen
[1:41:48] Rahel: und dabei betreten wir streng genommen jedes Mal einen anderen regionalen Mythos.
[1:41:53] Mháire: Ja, in dieser Legend-Timeline, wir hatten ja schon darüber gesprochen,
[1:41:57] Mháire: gibt es eben auch diese Idee, dass alle Mythen weltweit im Grunde die gleiche
[1:42:02] Mháire: Wahrheit beschreiben, nur dann unterschiedliche Worte für dieselben Phänomene haben.
[1:42:07] Mháire: Das Avalon, das gesegnete Apfelreich jenseits des Nebels, zu dem man mit einem
[1:42:13] Mháire: Boot hinüberfahren kann, das gleiche ist wie Helheim.
[1:42:15] Mháire: Das Reich der unehrenhaften Toten, von dem aus Hel in einem Schiff aus den ungeschnittenen
[1:42:21] Mháire: Nägeln nicht trauernder Wikingerverwandter ausfährt, um die Welt zu plagen.
[1:42:27] Mháire: Sie haben gemeinsam, dass es im Grunde ein Jenseits ist. Das gebe ich Ihnen.
[1:42:30] Mháire: Aber damit sind wir eben bei rein mythologischen Dingen, wo einfach nur gesagt
[1:42:36] Mháire: wird, irgendwo ist da eine Wahrheit, die Menschen haben die nur immer anders interpretiert.
[1:42:40] Mháire: Und da finde ich, haben wir hier auch eine sehr schöne Dreifaltigkeit,
[1:42:43] Mháire: Trinity, aber von der Art und Weise, wie diese Fakte erklärt werden,
[1:42:48] Mháire: das eine ist vergessene Technologie, dann das andere ist Aliens und Dinge von
[1:42:55] Mháire: außerhalb der Erde. Und das dritte ist,
[1:42:58] Mháire: Ja, Magie und Mythen sind eben wahr auf ihre eigene Art und Weise.
[1:43:01] Mháire: Wir müssen das nur richtig interpretieren. Ich sage mal, das ist sehr eklektisch.
[1:43:05] Mháire: Und andere ikonische Schatzsucher sind durchaus ganz schön abgestraft worden
[1:43:10] Mháire: dafür, dass sie zu Mythen sind, irgendwie schon wahr zu Aliens weitergegangen
[1:43:16] Mháire: sind. Aber Lara kann das einfach tun.
[1:43:18] Rahel: Wobei bei diesen anderen Schatzjägern durchaus schon Kühlschränke zumindest
[1:43:22] Rahel: eine relevante Rolle gespielt haben.
[1:43:25] Mháire: Und Atomexplosionen, aber das war ja auch der gleiche Film.
[1:43:28] Rahel: Und Atomexplosionen.
[1:43:29] Mháire: Ja, Professor Dr. Henry Jones hat auch eklektische Abenteuer erlebt,
[1:43:34] Mháire: aber da konnte man beobachten, deswegen finde ich das durchaus interessant ist
[1:43:38] Mháire: zu vergleichen, dass ursprünglich mal Regeln aufgestellt wurden,
[1:43:42] Mháire: dass es hieß, das müssen alles mythologische Artefakte sein und keine Zeitreisen.
[1:43:46] Mháire: Und dann haben wir einen Film mit Aliens und einen mit Zeitreisen bekommen.
[1:43:50] Mháire: Also irgendwie scheint bei Schatzsuche es dann relativ schnell doch auf andere
[1:43:54] Mháire: Gebiete ausgeweitet zu werden. Wir sind jetzt schon bei Themen.
[1:43:58] Rahel: Genau, du hast jetzt da schon so schön das Stichwort gegeben,
[1:44:01] Rahel: dass wir mal gucken können, was sind denn überhaupt so die zentralen Themen
[1:44:04] Rahel: oder auch Metaphern von Tomb Raider.
[1:44:07] Mháire: Ja.
[1:44:08] Rahel: Und ich würde sagen, der wichtigste Punkt ist eben dieses Gefühl von Entdeckertum und Neujede.
[1:44:14] Mháire: Ja, also auch mit am stärksten bei der klassischen Lara.
[1:44:18] Mháire: Dieses geh raus an fremde Orte, finde raus, was los ist, erlebe Abenteuer.
[1:44:25] Mháire: Und einfach die Faszination, die Abenteuerliteratur, seitdem es sie gibt,
[1:44:30] Mháire: getragen hat, davon indirekt einen Ort erleben zu können, den man wahrscheinlich selber nie sehen wird,
[1:44:37] Mháire: und erzählt zu bekommen, dass da eine größere Wahrheit hinter Sachen steht.
[1:44:41] Mháire: Dieses überbordende Fantastische.
[1:44:44] Rahel: Das ist, wenn du mich fragst, noch ein Grund, warum diese Artefakte so wichtig
[1:44:48] Rahel: sind in den Spielen, warum das eben nicht nur MacGuffins sind,
[1:44:52] Rahel: Sondern die Artefakte machen diese Legenden und dieses Gefühl von Entdecken
[1:44:57] Rahel: wirklich buchstäblich greifbar und symbolisieren natürlich so auch diesen Kampf für das Gute.
[1:45:03] Rahel: Es ist ja nicht nur, dass Lara irgendwie einen Schatz suchen will,
[1:45:06] Rahel: weil sie jetzt unbedingt das Sein von Atlantis spannend findet,
[1:45:09] Rahel: sondern nein, sie muss auch den bösen Plan von Naddler eben durchkreuzen.
[1:45:13] Rahel: Und das heißt, da wird dieses Entdeckertum und die Neugierde auch immer mit
[1:45:18] Rahel: einem Gefühl von Gefahr und Mut und eben diesem Kampf fürs Gute verbunden.
[1:45:23] Mháire: Genau. Ja, Lara ist jetzt vielleicht keine Person, die diese Artefakte mit der
[1:45:28] Mháire: Absicht sucht, sie ins richtige Museum zu bringen, aber sie hat auch keine bösen
[1:45:32] Mháire: Absichten, sondern sie will verhindern, dass damit was Schlimmes passiert und,
[1:45:37] Mháire: die Sache zum Guten wenden. Insofern Heldl.
[1:45:39] Rahel: Ja, aber.
[1:45:40] Mháire: Ja, aber.
[1:45:42] Rahel: Genau.
[1:45:43] Mháire: In welches Museum?
[1:45:44] Rahel: Also insbesondere in der Classics-Timeline, aber auch noch in der Legend-Timeline,
[1:45:49] Rahel: da hat das alles schon stark kolonialistische Implikationen.
[1:45:54] Rahel: Denn was wir da sehen, ist eigentlich der unhinterfragte Besitzanspruch über
[1:45:57] Rahel: genau diese Artefakte und auch die Orte.
[1:46:00] Rahel: Also es ist nicht nur, dass Lara jetzt irgendeinen Schatz finden will,
[1:46:03] Rahel: um ihn dann im Museum zu stiften, sondern das Artefakt taucht dann anschließend
[1:46:08] Rahel: in Croft Manor auf. Das gehört dann einfach ihr.
[1:46:11] Rahel: Und die Orte, die sie besucht, um diesen Schatz zu finden, die zerstört sie teilweise auch.
[1:46:16] Rahel: Weil dann auf einmal irgendwelche Wände einbrechen. Oder auch,
[1:46:20] Rahel: denken wir schon mal darüber nach, dass sie irgendwelche Kisten und Steinkuben
[1:46:24] Rahel: verschiebt, die man vielleicht in einer historischen Stätte nicht unbedingt verschieben sollte.
[1:46:28] Rahel: Also es ist alles unbedarf mit diesen kulturellen Städten.
[1:46:31] Rahel: Und dazu passt natürlich auch, dass Lara Croft die weiße, reiche und aristokratische
[1:46:37] Rahel: Britin ist, die buchstäblich die ganze Welt für sich beansprucht.
[1:46:41] Rahel: Also da muss man sagen, das hat mit Archäologie wirklich nichts zu tun,
[1:46:45] Rahel: sondern das ist reine Inbesitznahme.
[1:46:47] Rahel: Und offensichtlich fanden das spätere Tomb Raider Beiträge auch sehr unangenehm,
[1:46:51] Rahel: weil sie versuchen so nach und nach das Problem zu thematisieren,
[1:46:55] Rahel: indem eben nicht mehr alles nach Croft Manor wandert oder indem Lara auch selber
[1:46:59] Rahel: anspricht, dass sie ja das, was sie gerade tut, nur tut, damit kein Bösewicht es stattdessen kriegt.
[1:47:04] Rahel: Aber ich würde sagen, man kann schon gut sagen, dass genau dieses kolonialistische
[1:47:09] Rahel: Erbe, an dem ja das ganze Schatzjäger-Genre krankt, auch einer der Gründe ist,
[1:47:14] Rahel: warum das Genre aus der Mode gekommen ist.
[1:47:16] Mháire: Ja, ich glaube, das hat sehr viel auch einfach damit zu tun,
[1:47:19] Mháire: dass ursprünglich Literatur und Entertainment eben für Leute in Europa und in
[1:47:23] Mháire: den USA schwerpunktmäßig war.
[1:47:25] Mháire: Und je weiter aber die Welt vernetzt worden ist und je weiter sowas verbreitet
[1:47:29] Mháire: worden ist, dann liest eben jemand in Kambodscha oder Vietnam so etwas oder
[1:47:34] Mháire: sieht das Spiel und sagt sich...
[1:47:36] Mháire: Du, das ist bei mir nebenan. Und eben dieses, oh Moment, ja,
[1:47:39] Mháire: das sind echte Orte, über die wir hier häufig reden und das sind echte Menschen
[1:47:43] Mháire: und sie schauen das auch und die lachen über uns.
[1:47:45] Mháire: Ich glaube, das ist durchaus ein wichtiger Punkt, dass dann jemand kommt und
[1:47:48] Mháire: sagt, das ist ganz schöner Bullshit, ich wohne zwei Straßen weiter oder ich habe das schon besucht.
[1:47:53] Mháire: So ähnlich wie selbst bei mir die Schere im Kopf aufgeht, wenn ich den Ort schon
[1:47:56] Mháire: selber gesehen habe, wenn ich schon selber da war, muss es eben noch so viel
[1:47:59] Mháire: krasser sein, wenn das dein Zuhause ist.
[1:48:02] Mháire: Und dementsprechend einfach dadurch, dass mehr Leute darüber reden,
[1:48:05] Mháire: hat sich der Horizont immens erweitert. Das sieht man ja unter anderem auch
[1:48:08] Mháire: daran, dass die Mythen sehr viel spezieller und auch weiter gefasst sind.
[1:48:13] Mháire: Und Yamatai ist schon relativ special. Das ist etwas, das aus alten chinesischen
[1:48:19] Mháire: Zhang Gua-Zeiten und aus frühen japanischen Schriften benannt ist,
[1:48:23] Mháire: wo man nur einfach nicht genau weiß, wo und was genau es war.
[1:48:26] Mháire: Aber dass man einfach einen größeren Horizont hat, in dem man sich da bewegt,
[1:48:31] Mháire: aber dementsprechend dann auch dieselben Storys auf einmal einen ganz anderen Geschmack bekommen.
[1:48:36] Mháire: Beziehungsweise man sie mit anderen Augen sieht. Es ist ja auch hilfreich,
[1:48:39] Mháire: mit anderen Leuten Augen das anzuschauen, Und was man macht,
[1:48:41] Mháire: das verbessert Produkte in der Regel.
[1:48:43] Mháire: Aber ja, das macht Schatzsucherei in der klassischen Variante ein bisschen schwieriger.
[1:48:49] Mháire: Ich habe Archäologie studiert, bin auch nicht zum Abschluss gebracht.
[1:48:52] Mháire: Und es ist sowieso natürlich ein krasser Kontrast zu so etwas hier,
[1:48:55] Mháire: wenn auf der einen Grabung, ich habe zumindest eine Grabung tatsächlich gemacht,
[1:48:59] Mháire: das Aufregendste, was eine ganze Woche passiert ist, war, dass wir eine Perle
[1:49:02] Mháire: gefunden haben, die sich gut datieren ließ.
[1:49:04] Mháire: Und dann wird gefeiert, wir haben eine Glasperle, wir haben eine Glasperle.
[1:49:08] Mháire: Oder ein gutes Stück Keramik, wo wir den Rand eines Topfes haben und sagen können,
[1:49:12] Mháire: aus welcher Hälfte welchen Jahrhunderts das ist. Yay, wir haben gute Keramik.
[1:49:16] Mháire: Niemand findet den Kral. Und dass aber viele Leute, die in die Archäologie gehen,
[1:49:22] Mháire: inspiriert sind von Indiana Jones, aber die allerwenigsten von Lara Croft.
[1:49:26] Mháire: Und ich glaube, der macht zumindest die eine Sache, dass Indiana Jones zumindest
[1:49:30] Mháire: sagt, das gehört in ein Museum.
[1:49:32] Mháire: Also auch wenn man immer noch sagen muss, Professor Jones, in welches Museum
[1:49:35] Mháire: gehört es denn? In ihres oder vielleicht eins hier vor Ort?
[1:49:40] Mháire: Aber zumindest hat er das Zeug nicht privat eingesteckt und bei sich zu Hause
[1:49:43] Mháire: in der Kiste in seine Villa gepackt.
[1:49:46] Mháire: Und trotzdem, ich finde, man sieht das halt eben.
[1:49:49] Mháire: Ja, es ist gut, dass man das anders anschaut, aber dass die meisten Leute auch
[1:49:52] Mháire: bei einem Indiana Jones und auch bei solchen Abenteuersachen trotzdem den Unterschied
[1:49:56] Mháire: zwischen der Realität und dem Spiel erkennen können und sich das nicht als Vorbild nehmen.
[1:50:00] Mháire: Ich glaube nämlich auch die Raubgräber, mit denen wir tatsächlich auch in der
[1:50:03] Mháire: Realität wirklich ein Problem haben, auch in Deutschland, die schlicht und einfach
[1:50:06] Mháire: Wissen an archäologischen Grabungen zerstören, indem sie die Befunde entnehmen
[1:50:11] Mháire: ohne Aufzeichnungen dergleichen,
[1:50:12] Mháire: beziehungsweise die Funde aus dem Befund entnehmen, dass die nicht Lara Croft
[1:50:15] Mháire: als Vorbild haben, sondern einfach die Tatsache, dass sie viel Geld dafür bekommen.
[1:50:19] Mháire: So, um zu sagen, ja, es ist ein Thema, das man durchaus anders anschauen kann,
[1:50:22] Mháire: aber ich glaube nicht, dass die Beschäftigung damit in Lara Croft für irgendjemand
[1:50:25] Mháire: einen Schaden angerichtet hat.
[1:50:27] Rahel: Nee, da würde ich dir schon zustimmen. Was im Gegenteil, glaube ich,
[1:50:30] Rahel: sogar eher einen positiven Effekt
[1:50:33] Rahel: gehabt haben kann, zumindest teilweise, ist, dass wir mit Lara ja,
[1:50:37] Rahel: wie gesagt, eine weibliche Protagonistin haben, was 1996 noch gar nicht mal so üblich war.
[1:50:43] Rahel: Wir haben eine sehr widerstandsfähige und sehr durchsetzungsstarke Person und da...
[1:50:49] Rahel: Stellt sich für mich dann so ein bisschen die Frage, ja, was macht denn eine
[1:50:52] Rahel: Frau 1996, aber auch heute noch, eigentlich zu einem interessanten Charakter?
[1:50:56] Rahel: Ich finde, die Spiele gehen der Frage schon auf unterschiedliche Art und Weise nach.
[1:51:00] Rahel: Dass wir eben bei der Classic-Timeline diesen Eindruck bekommen,
[1:51:03] Rahel: Lara Croft ist interessant, weil sie eben vieles kann und dabei auch sehr selbstbewusst
[1:51:07] Rahel: auftritt und mit einer coolen kleinen Sonnenbrille.
[1:51:10] Rahel: Also, dass sie eben eindeutig ein Badass ist.
[1:51:12] Mháire: Und dass sie sich ganz bewusst gegen das Party und reiche Leben ihrer Eltern
[1:51:17] Mháire: entschieden hat und Abenteurerin werden wollte.
[1:51:20] Mháire: Das ist ihr Weg, den sie auch gegen den Widerstand ihrer Familie gegangen ist. Badass.
[1:51:25] Rahel: In den anderen beiden Timelines hat das den Spielerstudios nicht mehr gereicht.
[1:51:32] Rahel: Das heißt, da geht es dann immer stärker um die Familienbande und auch die damit verbundene Tragik.
[1:51:37] Rahel: Und ich muss jetzt sagen, das ist ein Punkt, der hat dann für mich wieder eher
[1:51:40] Rahel: einen sauren Beigeschmack,
[1:51:42] Rahel: weil insbesondere die Legend-Timeline, die folgt diesem Trend,
[1:51:47] Rahel: der auch eben in den 2000er Jahren und auch noch bis in die 2010er Jahre sehr
[1:51:51] Rahel: beliebt war, dass Frauen eine unproportional tragische Backstory brauchen.
[1:51:55] Rahel: Brauchen, um dreidimensional und glaubwürdig zu sein.
[1:51:58] Rahel: Also dass Lara Croft quasi nur ein spannender Charakter sein kann,
[1:52:03] Rahel: mit dem wir uns auch auseinandersetzen wollen, wenn sie eben diese tragische Familienhistorie hat.
[1:52:09] Rahel: Und da muss man jetzt mal sagen, wenn man ganz ehrlich ist, Emilia Croft,
[1:52:12] Rahel: die wird buchstäblich gefritscht.
[1:52:16] Rahel: Das ist eine Trope, dass Frauen gerne existieren, um die Geschichte eines männlichen
[1:52:23] Rahel: Protagonisten voranzubringen. Das geht auf einen Superhelden-Comic zurück,
[1:52:26] Rahel: wo eben ein besagter Superheld nach Hause kommt und er findet seine Freundin
[1:52:29] Rahel: ermordet im Kühlschrank.
[1:52:32] Rahel: Und das ist dann sein Schlüsselmoment. Und deswegen werde ich jetzt ein wichtiger
[1:52:36] Rahel: Superheld oder werde noch viel superheldiger als vorher schon.
[1:52:40] Rahel: Das passiert vielen Frauen, dass sie eben zum Beiwerk einer Geschichte eines
[1:52:43] Rahel: anderen und meist männlichen Charakters werden. Bei Emilia Croft ist es ungewöhnlich,
[1:52:48] Rahel: dass ihr das passiert, damit sie die Geschichte von Lara Croft,
[1:52:51] Rahel: also von einer weiblichen Protagonistin, vorantreiben kann. Aber trotzdem...
[1:52:56] Rahel: Wir haben schon wieder eine Frau, die in den Kühlschrank, in dem Fall den Himalaya, gesteckt wird.
[1:53:01] Mháire: Ist kalt genug. Und halt auch wirklich einen schlimmen Tod, beziehungsweise
[1:53:06] Mháire: einen schlimmen nach dem Tod hat, in dem sie wiederbelebt wird als Untote.
[1:53:11] Mháire: Ich sehe in den Aufzeichnungen hier, dass du einen Punkt reingeschrieben hast,
[1:53:14] Mháire: immerhin keine sexualisierte Gewalt, was leider häufig der Bestandteil der Story
[1:53:20] Mháire: von einer Protagonistin ist.
[1:53:23] Mháire: Es gab durchaus so Phasen, wo mehr oder weniger das dazugehört,
[1:53:27] Mháire: ein weiblicher Charakter kann keine große Entwicklung durchmachen,
[1:53:30] Mháire: es sei denn, sie wurde mit sexueller Gewalt,
[1:53:34] Mháire: zwischendurch einmal gebrochen und bricht dann zur Rache auf.
[1:53:37] Mháire: Es ist ein Trope, es ist sehr stark vertreten.
[1:53:39] Mháire: Wir haben es oft genug gesehen. Ich weiß nicht, ob es jemals jemand wieder nochmal machen muss.
[1:53:43] Mháire: Und hier ist es nicht. Wobei ich sagen muss, dass in dem Spiel von 2013,
[1:53:49] Mháire: glaube ich, nicht nur ich, sondern viele andere Leute, die es gesehen haben,
[1:53:52] Mháire: teilweise Anklänge davon sahen.
[1:53:54] Mháire: Gerade zu Beginn, wenn Lara gefangen genommen worden ist von Gegenspielern und
[1:53:58] Mháire: in der Höhle hängt und man hört, dass die sich nähern und man hat da diese einzelne
[1:54:01] Mháire: verletzte Frau, die da gefangen ist und festgehalten wird und das sehr bedrückend ist.
[1:54:06] Mháire: Das wird nicht klar als sexualisierte Gewalt geframed, aber der Gedankensprung
[1:54:10] Mháire: war, glaube ich, für viele da.
[1:54:12] Rahel: Und ich glaube, dass das auch absichtlich so inszeniert wurde,
[1:54:15] Rahel: dass genau dieser Gedankensprung kommt.
[1:54:18] Mháire: Deswegen ist es kurios, der Charakter wird komplexer, aber andererseits dadurch
[1:54:22] Mháire: auch weniger stark als Frauenfigur, kurioserweise.
[1:54:29] Mháire: Aber generell müssen wir über Lara Croft und Sexiness reden.
[1:54:33] Mháire: Denn ich glaube, wir haben noch nicht drüber geredet, aber ich glaube,
[1:54:37] Mháire: alle Leute kennen die Diskussion über die Form ihrer Brüste.
[1:54:41] Mháire: Wir haben uns dazu passenderweise eine Fachperson, eine Fachfrau geholt,
[1:54:45] Mháire: nicht für Brüste. Entschuldigung, ich wollte das jetzt nicht sagen.
[1:54:48] Mháire: Sondern eine Philosophin mit einem Schwerpunkt auf moderne Medien und Ästhetik,
[1:54:54] Mháire: die sich mit Games und Filmen intensiv beschäftigt und beschäftigt hat.
[1:54:58] Mháire: Und mit whom Raider auch schon aus dem Blickwinkel der Game Studies befasst hat.
[1:55:04] Mháire: Und obendrein hört sie diesen Podcast.
[1:55:07] Rahel: Genau, wir haben uns Linda Danbacher herangeholt. Hi, Linda!
[1:55:12] Linda: Hi, Rahel!
[1:55:14] Rahel: Ja, schön, dass du hier bist und mit mir ein bisschen über Tomb Raider sprichst.
[1:55:19] Rahel: Ich habe aber vorher erstmal die Frage, was ist denn überhaupt dein eigener
[1:55:23] Rahel: Bezug zu diesen Spielen?
[1:55:25] Linda: Mein Bezug zu Tomb Raider ist wahrscheinlich für Retro-Gamer etwas ungewöhnlich, aber,
[1:55:30] Linda: Ich habe das Spiel tatsächlich zum ersten Mal gespielt im Rahmen dessen,
[1:55:34] Linda: dass ich einen Beitrag darüber für ein Spieleband geschrieben habe.
[1:55:39] Linda: Also ich kenne die Figur von Lara Croft natürlich so wie eigentlich alle,
[1:55:42] Linda: da werden wir wahrscheinlich nachher darauf zurückkommen, aus den 90ern,
[1:55:46] Linda: als sie berühmt geworden ist.
[1:55:47] Linda: Aber das Spiel selber habe ich erst vor zwei Jahren gespielt und dann alles
[1:55:51] Linda: nachgeholt und mich eingearbeitet, weil vor allem die Spiele natürlich sehr
[1:55:56] Linda: interessant sind, aber auch die Figur von Lara Croft besonders interessant ist meiner Ansicht nach.
[1:56:02] Rahel: Du würdest aber schon sagen, dass dir die Spiele unterm Strich Spaß machen, oder?
[1:56:05] Linda: Ja, definitiv. Ich habe natürlich unterschiedliche Meinungen zu den verschiedenen
[1:56:09] Linda: Teilen und vielleicht auch eine bisschen ambivalente Meinung zu den Reboots
[1:56:13] Linda: von 2013, aber sie machen Spaß.
[1:56:17] Linda: Sie sind toll und eine super Reihe, finde ich.
[1:56:20] Rahel: Du hast ja schon gesagt, dass du dich eben auch wissenschaftlich mit,
[1:56:25] Rahel: insbesondere eben der Figur von Lara Croft befasst hast.
[1:56:28] Rahel: Welchen Impact hatten denn die Spiele und eben insbesondere die Figur,
[1:56:32] Rahel: als die Spiele erstmals in den 90ern auf den Markt kamen?
[1:56:35] Linda: Also da müssen wir, glaube ich, ein paar ganz klare Unterscheidungen treffen,
[1:56:39] Linda: weil es irgendwie, wenn man sich so damit beschäftigt, ein bisschen intensiver
[1:56:43] Linda: total unterschiedliche,
[1:56:45] Linda: Wahrnehmungsräume und vielleicht auch Bereiche gibt, in denen Lara aufgetreten ist.
[1:56:51] Linda: Also heißt, wir haben halt einmal die Spiele und die Gamer und Gamerinnen,
[1:56:55] Linda: die damit verbunden sind und da kam das Spiel natürlich total super an.
[1:56:59] Linda: Zum einen, weil halt diese 3D-Erkundung und Plattform-Passagen-Spiel mit vielen
[1:57:06] Linda: Rätseln und halt so eine andere Take-off im Action-Adventure gegeben waren,
[1:57:10] Linda: das total innovativ war.
[1:57:12] Linda: Und Lara Croft selber kam da natürlich als Figur auch super an,
[1:57:15] Linda: die einfach mal tatsächlich so eine Spieleheldin war, die wir irgendwie bis
[1:57:20] Linda: dahin noch nicht so wirklich gesehen hatten in der Form.
[1:57:24] Linda: Dann kam danach natürlich diese ganze Vermarktung in den 90ern,
[1:57:29] Linda: die unmittelbar daraufhin folgte, die sie eigentlich zu so einer Art,
[1:57:34] Linda: Sexikone irgendwie stilisiert hat, die dann für ganz, ganz viele Dinge Werbung
[1:57:39] Linda: gemacht hat, aber dann auch als Figur selber total vermarktet wurde.
[1:57:43] Linda: Und dann haben wir natürlich als drittes noch die ganzen wissenschaftlichen bzw.
[1:57:47] Linda: Feministischen, soziologischen Diskussionen, die dann auch am Rande noch stattgefunden haben,
[1:57:54] Linda: natürlich in Bezug auf Lara Croft und natürlich in Bezug auf ihr Aussehen,
[1:57:59] Linda: auf das, wie sie jetzt vermarktet wurde und wie man das Ganze so betrachten muss.
[1:58:04] Rahel: Du hattest eben schon so schön gesagt, dass Lara relativ bald durch ihren Sexappeal
[1:58:11] Rahel: gelesen wurde, dass sie eben so eine Sexikone geworden ist.
[1:58:14] Rahel: Zusammen eben damit, dass sie aber gleichzeitig auch in der Classic-Timeline
[1:58:18] Rahel: ein sehr selbstbestimmter Charakter ist.
[1:58:20] Rahel: Wie ist das denn damals aufgenommen worden?
[1:58:23] Linda: Ich finde halt tatsächlich sehr merkwürdig, vor allem in der Retrospektive,
[1:58:27] Linda: wie stark wir sehen, wie unterschiedlich Lara.
[1:58:30] Linda: Und da muss man halt dann doch vielleicht sich immer wieder darauf zurückbesinnen,
[1:58:34] Linda: dass es sich am Ende nicht um eine reale Person handelt, sondern um ein Produkt
[1:58:38] Linda: und um eine Marke, wie sie für die unterschiedlichen Märkte sozusagen angepasst wurde.
[1:58:45] Linda: Also die Lara, die als Werbeikone vermarktet wurde und die dann auch genutzt wurde, um
[1:58:52] Linda: die Magazine, die Kalender und die ganzen Merchandise-Artikel und so,
[1:58:57] Linda: die es für sie gab, zu vermarkten, die war anders als die Lara,
[1:59:02] Linda: die wir im ersten Spiel sehen.
[1:59:03] Linda: Also die Lara im ersten Spiel ist vor allem so eine, die macht keine große Entwicklung
[1:59:07] Linda: durch. Von der wissen wir das, was ich jetzt gerade beschrieben habe.
[1:59:10] Linda: Die Werbe-Lara hingegen hat dann auch noch plötzlich sowas bekommen wie Körpermaße,
[1:59:15] Linda: Die erste Lara, das ist auch ein sehr interessanter Fakt, finde ich tatsächlich, ist 1,80 Meter groß.
[1:59:20] Linda: Die zwei anderen Laras, die von den Reboots, die sind kleiner.
[1:59:24] Linda: Und die werden sogar mit den Jahren immer kleiner, was ein bisschen dafür zu
[1:59:27] Linda: sprechen scheint, dass sich da auch Schönheitsansprüche oder ästhetische Ansprüche verändert haben.
[1:59:32] Linda: Und die Lara aus dem Spiel wäre, glaube ich, auch nicht gedacht gewesen, um sie zu vermarkten.
[1:59:37] Linda: Im Tomb Raider 2 am Schluss macht sie tatsächlich so einen explizit sexuell
[1:59:42] Linda: anspielenden Kommentar, würde ich fast sagen. Das Spiel endet damit,
[1:59:45] Linda: dass sie endlich die wohlverdiente Dusche nach diesem ganzen Abenteuer nehmen möchte.
[1:59:51] Linda: Und da ist der Spieler immer noch nicht weg und dann durchbricht Lara quasi
[1:59:54] Linda: die vierte Wand und wendet sich an die Spieler und Spielerinnen und sagt dann
[1:59:59] Linda: eben so, hast du nicht schon genug gesehen? Also ich kann es jetzt nicht genau rezitieren.
[2:00:03] Linda: Und er schießt dann quasi mit ihrer Waffe den Spieler und so endet das Spiel.
[2:00:08] Rahel: Ja, ich muss gerade auch sehr stark, wo du das so beschrieben hast,
[2:00:11] Rahel: visuell nochmal an das Ärzte-Video denken, zu Männer sind Schweine.
[2:00:14] Linda: Auch da wird sie natürlich vermarktet. Sie hat ja auch mit U2 eine Tour gemacht.
[2:00:18] Linda: Sie hat für Seat Werbung gemacht.
[2:00:20] Linda: Und das waren ja alles tatsächlich so, wir vermarkten ihren Körperstrategien.
[2:00:23] Linda: Also es ging ja auch los, weil sich zum Beispiel erst ein Lara Croft Magazin,
[2:00:27] Linda: glaube ich, was hier in Deutschland erschienen ist. Das war 1999.
[2:00:30] Linda: Wurde sie dann auch abgebildet in einem Bikini, den Gucci extra für sie designt
[2:00:34] Linda: hat und so. Und Lara in den Spielen haben wir ja in solchen Klamotten nicht
[2:00:37] Linda: gesehen. Und ich glaube, das war auch für die Spiele gar nicht in dem Sinne interessant.
[2:00:41] Linda: Was natürlich man sagen muss, ist, die Lara in den Spielen früher,
[2:00:45] Linda: also die erste Lara und ich würde auch sagen die zweite, waren,
[2:00:49] Linda: Frauen, die zum einen natürlich irgendwie diese Diana-Jones-Figur verkörpert
[2:00:53] Linda: haben, wenn man jetzt unbedingt das alles männlich lesen möchte,
[2:00:56] Linda: aber mit einer Art Eleganz von dem James Bond. Falls du verstehst, was ich meine.
[2:01:01] Linda: Also die ganze Akrobatik, dieses sich elegant worauf schwingen und so,
[2:01:05] Linda: das hat natürlich schon auch Schauwerte und ich finde, das ist auch bis heute
[2:01:09] Linda: was, was diese Spiele natürlich ausmacht und ganz toll ist.
[2:01:12] Linda: Wo ich mich auch darauf freue, ja jetzt bei den neuesten Versionen,
[2:01:15] Linda: die dann rauskommen werden.
[2:01:16] Linda: Also wenn wir Legacy of a Dentist, den Trailer schauen, das Spiel soll ja 2027
[2:01:20] Linda: kommen, dann scheinen sie da ja auch sich ein bisschen zurückbesinnt zu haben
[2:01:24] Linda: auf eben die Lara von damals, die das alles immer mit so einer gewissen Eleganz macht.
[2:01:29] Rahel: Ja, doch, da muss ich dir zustimmen. Es geht auch immer, finde ich,
[2:01:33] Rahel: Darum herauszufinden, wie sie sich noch bewegen kann. Würdest du denn sagen,
[2:01:37] Rahel: dass sich mit den fortschreitenden Spielen jetzt auch mal über die Timelines
[2:01:40] Rahel: hinweg dieser Fokus auf den Sexappeal irgendwann verschoben hat?
[2:01:44] Linda: Also ich glaube von Entwicklerseite definitiv. Da gibt es ja tausend Gerüchte.
[2:01:48] Linda: Also es gibt ja wirklich lauter Urban-Möves, wie jetzt ursprünglich die Brustgröße
[2:01:52] Linda: von Lara zustande kam und sowas. Und letztlich muss man einfach sagen,
[2:01:55] Linda: es war damals so, die hätte ursprünglich ein Mann sein sollen.
[2:01:59] Linda: Dann sollte aus ihr so eine Art Amazone werden, die brutal gut kämpfen kann.
[2:02:03] Linda: Und dann hat man sich darauf besonnen, dass man doch eine Engländerin draus
[2:02:07] Linda: macht und hat einen Namen aus dem Telefonbuch genommen.
[2:02:10] Linda: Und auch was ihre Optik angeht, gibt es diese ganzen Mythen.
[2:02:15] Linda: Tobi Gart hätte sich damals aus Versehen verklickt und die Brustgröße anstatt
[2:02:19] Linda: um 50 Prozent um 150 Prozent gesteigert und als gäbe es keine Zurückknöpfe.
[2:02:24] Linda: Er hat es auch später selber gesagt, er hätte damals aufpassen sollen,
[2:02:27] Linda: wenn er Sarkasmus in Interviews verwendet, dass dann die abgedruckte Version,
[2:02:31] Linda: diesen Sarkasmus vielleicht nicht mehr ganz widerspiegeln kann.
[2:02:34] Linda: Also das war schon eine bewusste Entscheidung, eine Frau zu nehmen und auch
[2:02:37] Linda: die Optik ist offensichtlich dann eine bewusste Entscheidung.
[2:02:41] Linda: Sie ist dann eben so gewesen, wie sie ist Und ich glaube dann halt mit der Zeit,
[2:02:45] Linda: in der sich unsere Gesellschaft natürlich verändert hat,
[2:02:48] Linda: haben sich die Erwartungen verändert und vielleicht hat sich auch die Sicht
[2:02:51] Linda: auf Frauen insofern verändert, dass man zumindest diese zotigen 90er Jahre,
[2:02:58] Linda: Werbungsstrategien, Frauensachen und so weiter, natürlich sind die Nullerjahre
[2:03:02] Linda: rein, einfach irgendwann gesagt hat, okay, diese Zeit davon ist vorbei.
[2:03:05] Linda: Zumindest auf Entwicklerseite.
[2:03:07] Linda: Auf der anderen Seite haben wir natürlich wieder ganz, ganz viele Menschen, die dann aber trotzdem.
[2:03:14] Linda: Sobald irgendwo ein neues Tomb Raider um die Ecke guckt, die Diskussion auf
[2:03:21] Linda: die Körperlichkeit und auf das Aussehen der Spielfigur schieben.
[2:03:27] Linda: Also da ist es ja auch so, man kann es eigentlich nie jedem recht machen.
[2:03:31] Linda: Wir haben da eine Diskussion, die sich wirklich nicht geändert hat.
[2:03:34] Linda: Von 1996 bis heute. Also genauso zu den jetzt neu angekündigten Teilen werden
[2:03:39] Linda: direkt wieder optische Diskussionen geführt wie damals. Leider.
[2:03:43] Linda: Auch wenn man jetzt vielleicht sagt, charakterlich oder so, hat sie sich weiterentwickelt.
[2:03:47] Linda: Aber die Diskussion ist gleich geblieben.
[2:03:49] Rahel: Wie hat sich denn in deinen Augen jetzt mal die allgemeine Rezeption der Spiele,
[2:03:54] Rahel: also auch über Lara hinweg, über die Jahre verändert und auch insbesondere eben von Reboot zu Reboot?
[2:04:01] Linda: Also ich glaube, die Rezeption am Anfang war tatsächlich so,
[2:04:03] Linda: dass wir natürlich zum einen halt so eine Art Meilensteinspiel haben, was eine
[2:04:08] Linda: der bekanntesten Videospielheldinnen, würde ich jetzt mal sagen,
[2:04:11] Linda: definiert hat und natürlich auch einen Standard gesetzt hat für so Action-Adventures aus der Art.
[2:04:16] Linda: Also ich würde jetzt sagen, moderne Dinge wie Assassin's Creed,
[2:04:20] Linda: das sind natürlich jetzt alles Open-World-Beispiele, aber Assassin's Creed Uncharted-Reihe,
[2:04:24] Linda: auch die Horizon-Spiele zum Beispiel, wären vermutlich nicht möglich gewesen,
[2:04:28] Linda: wenn nicht da so ein Standard gesetzt wurde.
[2:04:31] Linda: Und auch Lara ist natürlich durch das, dass sie so schnell und so stark zu einer
[2:04:36] Linda: Ikone wurde, so eine Art fast definierende Figur damals geworden,
[2:04:40] Linda: auch für die Videospielbranche.
[2:04:42] Linda: Wenn du jetzt Leute hast, die nichts mit Gaming zu tun haben,
[2:04:47] Linda: eigentlich alle, selbst meine Oma weiß, wer Lara Croft ist und das ist schon ziemlich einmalig.
[2:04:54] Linda: Und die Rezeption war dann tatsächlich am Anfang sehr, sehr gut und natürlich
[2:04:58] Linda: auch diese kontroversen Diskussionen und so weiter.
[2:05:00] Linda: Es hat dann, glaube ich, so von Spiel zu Spiel einfach abgenommen,
[2:05:04] Linda: weil diese Welle abgeritten war und natürlich auch da jedes Spiel so der ersten
[2:05:10] Linda: Reihe immer mehr zu so einem...
[2:05:13] Linda: Es wurde halt viel schlechter beziehungsweise einfach wiederholt und irgendwann
[2:05:17] Linda: war dieses More of the Same auch einfach erschöpft.
[2:05:20] Linda: Also man hat dann auch gemerkt, dass die Leute halt viel Kritik an der Technik
[2:05:23] Linda: und der Steuerung und so weiter geäußert haben und dann mit Tomb Raider Legend,
[2:05:29] Linda: glaube ich, ging es tatsächlich wieder einfach bergauf, weil man gesagt hat,
[2:05:32] Linda: okay, jetzt ist es modernisiert.
[2:05:34] Linda: Jetzt haben wir zwar immer noch dieselbe Lara, aber sie ist trotzdem irgendwie
[2:05:38] Linda: so ein bisschen anders, weil sie ein bisschen humorvoller ist und auch mal ein
[2:05:41] Linda: bisschen angreifbar und sowas, weil sie ja dann zum ersten Mal auch so ein Background
[2:05:44] Linda: bekommen hat mit einer Familie, die
[2:05:47] Linda: tragisch ums Leben gekommen ist, jeder Elternteil auf seine Weise und so weiter.
[2:05:51] Linda: Und dann ihre Geschichte, die sie erlebt, immer auch noch verwoben ist mit ihrer
[2:05:55] Linda: eigenen Vergangenheit.
[2:05:57] Linda: Und dann eben beim Reboot selber hat man quasi gemerkt, dass es wieder positiv aufgenommen wurde.
[2:06:03] Linda: Also man hat da ja sich angepasst einfach an das, was modernes Spiel oder Action-Adventure
[2:06:09] Linda: dieser Art damals gebraucht hat. Also es wird gut inszeniert.
[2:06:12] Linda: Wir haben einen Charakter, der sich entwickelt und so weiter. Wir haben Gameplay.
[2:06:16] Linda: Da hat sich dann aber tatsächlich auch irgendwie die Kritik verschoben an,
[2:06:19] Linda: wir haben nicht mehr diese klassische Tomb Raider-Formel, wo sich Leute eben
[2:06:23] Linda: gewünscht haben, ich möchte gerne Gräber erkunden und weniger mit...
[2:06:27] Linda: Leute erschießen zu tun haben und wir hatten auch Kritik an Lara selber in der
[2:06:33] Linda: Form, dass man sagt, okay, die Lara ursprünglich war irgendwie so eine
[2:06:37] Linda: Heldin, der konnte niemand was anhaben, die war so ein bisschen wunderbar,
[2:06:41] Linda: die ist aus allen Situationen rausgekommen und die Lara jetzt war eine,
[2:06:45] Linda: also in manchen Diskussionen liest man tatsächlich so den Begriff Torture-Porn,
[2:06:48] Linda: also die wurde ja ständig durch irgendwas gequält, sei es jetzt wirklich,
[2:06:51] Linda: wir müssen irgendwie wieder mit angucken, wie sie tragisch jemanden verliert,
[2:06:55] Linda: wie sie selber wirklich gequält wird teilweise.
[2:06:57] Linda: Da hat sich die Diskussion so ein bisschen verschoben. Aber insgesamt kamen die neuen Spiele gut an.
[2:07:03] Linda: Und jetzt haben wir bei den angekündigten Teilen, würde ich sagen,
[2:07:06] Linda: zumindest bei allem, was ich wahrgenommen habe, viel Vorfreude,
[2:07:09] Linda: weil zumindest angeteasert wir wieder so eine Art Lara von früher wahrnehmen.
[2:07:15] Linda: Auch wenn sie jetzt nicht ganz die Oberweite hat, die Lara 1996 hatte.
[2:07:22] Rahel: Ja, aber auf jeden Fall weniger, ich nenne es jetzt mal Shooter-Feeling,
[2:07:27] Rahel: weil die Survivor-Spiele sind teilweise schon stark in Shooter-Richtung gegangen.
[2:07:30] Linda: Ja, und das war auch ein großer Teil der Kritik. Also die Leute wollen ja gerne,
[2:07:34] Linda: ich möchte Gräber erkunden, ich möchte wirklich ein Tomb Raider sein,
[2:07:38] Linda: Spiele haben und eben nicht dieses, ich möchte ständig Menschen erschießen.
[2:07:43] Linda: Ich weiß auch nicht, wie es dir da ging. Es wird ja als ein sehr tragischer
[2:07:46] Linda: Moment inszeniert, dass Lara, ein Tomb Raider von 2013, ihren ersten Menschen erschießen muss.
[2:07:52] Linda: Sie kommt relativ schnell irgendwie drüber weg.
[2:07:55] Linda: Natürlich für das Gameplay, aber ich fand...
[2:07:58] Linda: Ist dann auch nicht zu 100 Prozent glaubwürdig und dann wird halt wirklich viel
[2:08:02] Linda: geschossen und so. Und das scheint mir nicht ursprünglich der Geist der Spiele zu sein.
[2:08:06] Rahel: Das hat ja in den Game Studies einen ganz eigenen Begriff hervorgebracht,
[2:08:10] Rahel: dieses Phänomen, nämlich die Ludo-Narrative Dissonanz.
[2:08:14] Rahel: Was mir das Spiel erzählt, passt an der Stelle nicht, was das Spiel spielmechanisch
[2:08:18] Rahel: von mir fordert. Das fand ich auch sehr schwierig.
[2:08:21] Rahel: Du hast jetzt ganz gut dargelegt, wie die Spiele sich von Reboot zu Reboot immer
[2:08:25] Rahel: wieder neu erfunden haben, auch weil sie es eben mussten.
[2:08:29] Rahel: Und dabei ist ja eben jedes Mal auch Lara irgendwo wieder ein Stück weit neu erfunden worden.
[2:08:33] Rahel: Warum würdest du denn sagen, braucht diese Figur auch dieses permanente Makeover?
[2:08:39] Linda: Also ich würde so leicht negativ natürlich erstmal sagen, so wie ich schon vorhin
[2:08:44] Linda: mal angedeutet habe, Lara ist eine Marke.
[2:08:46] Linda: Und eine Marke möchte ich weiter vermarkten.
[2:08:49] Linda: Und dadurch, dass sich vielleicht gesellschaftliche Vorstellungen ändern oder
[2:08:52] Linda: auch gewisse Ansprüche, auch Ansprüche an Optiken und jetzt nicht nur ihr Aussehen,
[2:08:57] Linda: sondern natürlich auch an Spielwelten und Spiele allgemein ändern,
[2:09:01] Linda: hat diese Marke immer wieder was Neues gebraucht.
[2:09:04] Linda: Wenn man es positiv lesen möchte, kann man natürlich auch sagen,
[2:09:07] Linda: diese Frau ist unfassbar langlebig und eben auch fähig, durch diese ganzen Phasen,
[2:09:14] Linda: der gesellschaftlichen Änderungen zu leben.
[2:09:17] Linda: Also man kann jetzt eben sagen, was auf jeden Fall ist, sie braucht immer wieder
[2:09:20] Linda: ein Makeover, weil sie ja immer wieder ein Produkt sozusagen ihrer Zeit ist.
[2:09:25] Linda: Die erste Dera war unfassbar innovativ. Wenn man sich das Spiel jetzt heute
[2:09:29] Linda: anguckt, denkt man so, okay, ich muss ehrlich sagen, ich war tatsächlich fasziniert,
[2:09:33] Linda: wie gut das Spiel aussieht.
[2:09:35] Linda: Aber es muss damals eine absolute Innovation gewesen sein. Und da sind wir uns
[2:09:38] Linda: ja, glaube ich, einig. Genauso eben wie die ganze Animation und so weiter,
[2:09:42] Linda: die sie gemacht hat. Also es war technisch einfach einwandfrei,
[2:09:46] Linda: wenn man jetzt mal von der Tanksteuerung absieht.
[2:09:50] Linda: Und haben dann natürlich auch den Punkt, dass wir halt in den 90ern einfach
[2:09:54] Linda: eine Spielebranche hatten, die halt gesagt hat, komm, Gameplay ist wichtig, Technik ist wichtig,
[2:09:59] Linda: Wie komplex meine Figur ist, wurscht. Jetzt heutzutage und wahrscheinlich auch schon
[2:10:05] Linda: im Nullerjahren eben zu diesem ersten Reboot, erwartet man halt eigentlich auch
[2:10:08] Linda: trotzdem, dass es nicht nur Action geboten ist an so einem kleinen Auffänger,
[2:10:13] Linda: sondern wir wollen ja irgendwie Charaktere, die glaubwürdig sind, die,
[2:10:17] Linda: nachvollziehbar handeln, die uns ihr Innerstes darlegen, wo wir dann feststellen,
[2:10:22] Linda: okay, diese Geschichte, das nimmt mich mit und so weiter.
[2:10:25] Linda: Und da ist ja auch der Fokus von Erzählungen wesentlich wichtiger geworden.
[2:10:30] Linda: Also heißt, da brauchen wir halt dann Spiele und eine Lara, die sich daran auch anpasst.
[2:10:35] Linda: Und dann würde ich sagen, mit dem 2013er-Reboot waren wir auch unmittelbar da
[2:10:40] Linda: angekommen, dass wir halt sagen müssen, okay,
[2:10:43] Linda: die Gesellschaft hat sich da zumindest insofern verändert, dass die Darstellung
[2:10:47] Linda: von Frauen in Spielen auf jeden Fall schon kritischer betrachtet wurde,
[2:10:51] Linda: das auch jetzt ja angefangen hat.
[2:10:52] Linda: Also zu der Zeit begann ja jetzt auch gerade Gamergate und so weiter,
[2:10:56] Linda: dass man ja sagen muss, da war ja gerade irgendwas im Umbruch.
[2:10:59] Linda: Insofern, dass man halt festgestellt hat, oh, Frauen spielen auch Computerspiele
[2:11:02] Linda: und Frauen möchten vielleicht auch irgendwie sich identifizieren und
[2:11:06] Linda: vielleicht sollte ich meine Charaktere nicht ausschließlich so bauen,
[2:11:09] Linda: dass sie dem Male Gaze entsprechen, was natürlich wieder eine andere Diskussion aufmacht.
[2:11:14] Linda: Entschuldigung, wenn ich da nochmal auf so eine kleine Tangente abbiege.
[2:11:18] Rahel: Macht das gerne.
[2:11:19] Linda: Dass man natürlich auch sagen kann, muss es ausgeschlossen sein,
[2:11:22] Linda: dass eine Frau übermäßig attraktiv sein kann und nicht trotzdem auch total kompetent
[2:11:26] Linda: in dem, was sie macht. Also auch das sind natürlich Fragen, die wir uns dann heute stellen.
[2:11:30] Linda: Aber ich würde zusammenfassend sagen, sie ist eine Figur, die ja offensichtlich
[2:11:35] Linda: seit 30 Jahren die Spielebranche in irgendeiner Form immer wieder prägt.
[2:11:41] Linda: Und natürlich dadurch, dass sie damals so starke Berühmtheit erlangt hat,
[2:11:47] Linda: Einfach eine Figur, die da ja nicht wegzudenken ist und die sich dann einfach
[2:11:51] Linda: auch immer wieder neu erfinden muss als Produkt seiner Zeit.
[2:11:55] Rahel: Und das eben auch jedes Mal bisher erfolgreich tut. Linda, vielen Dank für diese
[2:12:00] Rahel: Einblicke und danke, dass du unsere Folge damit bereichert hast.
[2:12:04] Linda: Danke dir.
[2:12:06] Mháire: Jetzt, nachdem wir das Pferd von hinten grüttlich aufgezäumt haben,
[2:12:09] Mháire: können wir am Anfang ankommen und einmal abschließend beschauen,
[2:12:15] Mháire: wie ist es überhaupt zu dieser Figur gekommen?
[2:12:17] Mháire: Wie passiert das, dass da auf einmal 96 eine eigenständige, starke Schatzsucherin
[2:12:25] Mháire: in die Welt tritt und eine Menge Türen ein?
[2:12:28] Mháire: Da haben Gunnar und Christian schon reichlich drüber geredet,
[2:12:31] Mháire: deswegen müssen wir das nicht alles wieder aufarbeiten, denke ich.
[2:12:34] Rahel: Ja, aber vielleicht so ein paar Eckpunkte an der Stelle, die...
[2:12:38] Rahel: Ersten Tomb Raider-Spiele wurden entwickelt von Core Design,
[2:12:41] Rahel: sind gepublished worden von Eidos Interactive.
[2:12:44] Rahel: Ab Legend wurde dann Crystal Dynamics der neue Entwickler und mit der Prequel-Trilogie
[2:12:49] Rahel: gibt es dann auch sogar einen neuen Publisher, weil Eidos in der Zwischenzeit
[2:12:53] Rahel: von Square Enix übernommen hatte.
[2:12:54] Rahel: Das heißt, es hat sich von Timeline zu Timeline auch immer wieder gewandelt,
[2:12:58] Rahel: wer jetzt konkret hinter den Spielen steckt.
[2:13:00] Rahel: Ist ja erstmal nichts Ungewöhnliches. Die Idee zum ersten Two-Brader-Spiel,
[2:13:04] Rahel: die entstand schon 1994 bei eben dem britischen Entwicklerstudio Core Design,
[2:13:11] Rahel: und spezifisch für die Figur der Lara Croft zeichnete Toby Gard verantwortlich.
[2:13:16] Rahel: Die ursprüngliche Idee sah nämlich vor, dass die Hauptfigur männlich sein sollte
[2:13:20] Rahel: und dann hatte man bei Core Design aber Sorge, das Spiel könnte eben als Indiana
[2:13:24] Rahel: Jones Abklatsch gelesen werden und deswegen haben sie dann,
[2:13:28] Rahel: die Hauptfigur in eine Frau umgeschrieben oder hat eben spezifisch Tobi Gart
[2:13:32] Rahel: die Hauptfigur in eine Frau umgeschrieben.
[2:13:34] Rahel: Und dann erschien das Spiel 1996 und es wurde ein unerwarteter Erfolg und der
[2:13:39] Rahel: hat dem strauchelnden Publisher Eidos Interactive den Hintern gerettet.
[2:13:42] Rahel: Der Publisher wäre fast insolvent gegangen, dank Tomb Raider musste er es nicht,
[2:13:46] Rahel: sondern es wurde natürlich dann stattdessen sofort ein Sequel in Auftrag gegeben.
[2:13:49] Rahel: Und damit beginnt dann die auch nicht ganz unkritische Tradition,
[2:13:55] Rahel: dass eben jedes Jahr ein Tomb Raider Spiel erscheint.
[2:13:59] Rahel: Das passiert zunehmend auf einer alternden Engine und mit einem zunehmend ausgebrannten
[2:14:04] Rahel: Studio. Also wir reden hier von einem extremen Crunch.
[2:14:07] Mháire: Ja, ein Spiel im Jahr kann man sich vorstellen. Die Leute haben keinen Urlaub,
[2:14:11] Mháire: haben ihre Familien nicht mehr gesehen, wenn sie welche hatten.
[2:14:15] Mháire: Und sind in den Burnout gereist, sehenden Auges.
[2:14:18] Mháire: Und Toby Gard, der eben Lara Croft sowohl als Game-Konzept als auch als Figur
[2:14:24] Mháire: entwickelt hat, ist ab dem zweiten Spiel aber nicht mehr dafür verantwortlich.
[2:14:30] Mháire: Was vielleicht auch erklärt, dass die Figur dann anfängt, sich zu wandeln,
[2:14:33] Mháire: nämlich auch in dem Sinne, was Sex-Appeal angeht.
[2:14:35] Mháire: Das war nicht seine Absicht mit der Figur, aber wir haben in Tomb Raider 2 schon
[2:14:40] Mháire: die legendäre Duschszene, die man so als Easter Egg finden kann,
[2:14:44] Mháire: dass man auf einmal Lara unter der Dusche sieht.
[2:14:46] Mháire: Die es zwar noch so mit dem Augen zwingen kann, dass sie einen dann dabei ertappt,
[2:14:49] Mháire: wenn ich mich richtig erinnere.
[2:14:51] Mháire: Aber da wird dann auf einmal mit, guck mal, hier ist eine Frau,
[2:14:56] Mháire: aber ist sie nicht auch heiß, gearbeitet.
[2:14:58] Rahel: Ja, eben weil Laras Sexappeal immer weiter in den Vordergrund gerückt wurde,
[2:15:03] Rahel: hat Tobi Gart schließlich auch dann das Unternehmen verlassen.
[2:15:06] Rahel: Also das ließ sich für ihn gar nicht mehr mit seiner ursprünglichen Figur vereinen.
[2:15:10] Rahel: Weil es ja eben diesen extremen Crunch gab, hatte das Team von Core Design versucht,
[2:15:14] Rahel: mit Tomb Raider 4 den Abschluss zu finden. Das ist der Grund,
[2:15:18] Rahel: warum Lara Croft stirbt.
[2:15:19] Rahel: Aber Eidos bestand weiterhin darauf, dass immer noch jedes Jahr ein Spiel erscheinen soll.
[2:15:25] Rahel: Und das passierte dann eben auch noch zwei weitere Male.
[2:15:28] Rahel: Einmal mit Chronicles, was im Grunde genommen ein Rückblicksspiel ist.
[2:15:32] Rahel: Wir spielen mehrere kleine Abenteuer aus der Vergangenheit von Lara Croft,
[2:15:36] Rahel: weil sich ihre Freunde an ihrem Grab treffen und Anekdoten erzählen.
[2:15:40] Rahel: Und dann eben Angel of Darkness. Und weil Angel of Darkness so ein Misserfolg
[2:15:43] Rahel: war, erst dann hat Eidos gesagt, okay ...
[2:15:46] Rahel: Wir tun Deckel drauf, wenn überhaupt muss, ein Neustart her.
[2:15:50] Rahel: Was dann ja auch drei Jahre später mit Legend passiert ist.
[2:15:53] Mháire: Aber Lara war in der Popkultur angekommen.
[2:15:56] Mháire: Ikonische Figur, Aufsteller, Starschnitte in Videogames, Zeitschriften und dergleichen.
[2:16:03] Mháire: Und dementsprechend ist sie dann nicht nur in Spielen geblieben.
[2:16:07] Mháire: Wir haben die schon erwähnten Comics, die wie gesagt ein echt heißes Ding waren
[2:16:11] Mháire: und von einem großen, beliebten Studio mit dem größten Talent der Zeit gemacht wurden.
[2:16:16] Mháire: Es gibt Romane, wir haben mehrere davon schon erwähnt, die ja unter anderem
[2:16:19] Mháire: Lücken füllen und Dinge weitererzählen, Brettspiele und du hast notiert Freizeitparkattraktionen
[2:16:26] Mháire: und ich muss zugeben, mit denen bin ich nicht vertraut, ich bin gespannt.
[2:16:29] Rahel: Ach, das ist gar nicht so wild und die meisten davon, oder wenn mich nicht alles
[2:16:32] Rahel: täuscht, alle davon sind inzwischen auch wieder abgebaut oder eben rebrandet
[2:16:35] Rahel: worden, aber es gab dann schon 2003 eine Toonblader Achterbahn beispielsweise.
[2:16:41] Mháire: Ah, okay. Die Indiana Jones Achterbahn gibt es noch und Lara nicht mehr.
[2:16:45] Rahel: Ja, hast du recht.
[2:16:47] Mháire: Genau.
[2:16:47] Rahel: Das war meine erste Achterbahn.
[2:16:49] Mháire: Indiana Jones?
[2:16:50] Rahel: Ja.
[2:16:50] Mháire: Aber auch meine erste richtige, muss ich zugeben. Die ist genauso gut für Einsteiger, möchte ich sagen.
[2:16:56] Mháire: Aber darum soll es ja gar nicht gehen. Lara hatte zumindest eine gewisse Zeit auch in Freizeitparks.
[2:17:01] Mháire: Und sie hatte vor allen Dingen eben den von dir heiß geliebten Campy-Film von
[2:17:05] Mháire: 2001 und noch eine Fortsetzung 2003. Der erste Film war auf jeden Fall finanziell
[2:17:10] Mháire: ein großer Erfolg. Auch wenn die Kritik natürlich sich überschlagen hat,
[2:17:13] Mháire: was das für ein Unsinn ist.
[2:17:15] Mháire: Eine Gaming-Verfilmung kann ja ohnehin nichts Gutes sein. Ich möchte mal unterstellen,
[2:17:18] Mháire: dass da vielleicht Leute schon mit einem Bias reingegangen sind. 2003 ist,
[2:17:22] Mháire: Ist aber nicht mehr so erfolgreich gewesen, auch wenn es kein Flop war,
[2:17:26] Mháire: aber damit war es dann auch erstmal zu Ende.
[2:17:29] Mháire: Und vielleicht lag es auch einfach daran, dass die Marke Tomb Raider zu dem
[2:17:32] Mháire: Zeitpunkt nach Angel of Darkness ohnehin nicht mehr so stark war.
[2:17:35] Rahel: Das ist der eine Grund. Man muss aber auch sagen, dass 2003 ohnehin so langsam
[2:17:40] Rahel: sich eben bemerkbar macht, dass das Schatzjäger-Genre neue Wege finden muss.
[2:17:45] Rahel: Also der Film ist zu dem Zeitpunkt nicht mehr ganz zeitgemäß, würde ich behaupten.
[2:17:49] Rahel: Wir haben jetzt mal, abgesehen dann eben noch von dem 2018-Film mit Alicia Vikander,
[2:17:54] Rahel: Lara Croft auch schon gesehen in Dead by Daylight, in Fortnite,
[2:17:58] Rahel: in The Walking Dead Survivors.
[2:18:00] Rahel: Also die Figur ist wirklich rumgereist in verschiedensten popkulturellen Ecken.
[2:18:05] Rahel: Um das mal einfach knackig zusammenzufassen, Tomb Raider ist einfach schon sehr
[2:18:09] Rahel: früh ein multimediales Franchise geworden, wo eben zwischen den Spiel-Releases
[2:18:13] Rahel: und die Spiele sind immer das Hauptding geblieben.
[2:18:16] Rahel: Aber dazwischen sind eben dann auch Filme und Serien entstanden,
[2:18:19] Rahel: die das Interesse an der Reihe immer aufrecht enthalten konnten.
[2:18:23] Rahel: Und deswegen würde ich auch sagen, wirklich ins Straucheln gekommen ist diese Marke nie.
[2:18:28] Rahel: Aber wir haben erst ab der Survivor-Timeline eigentlich wirklich den koordinierten
[2:18:33] Rahel: Versuch, dann diese verschiedenen popkulturellen Einträge auch mal alle zu einer
[2:18:37] Rahel: Story zusammenzufügen.
[2:18:38] Rahel: Und deswegen ergibt es auch irgendwie organisch Sinn, dass dann der nächste
[2:18:42] Rahel: Schritt ist, ja, jetzt wollen sie von offizieller Seite eine Unified-Timeline draus bauen.
[2:18:46] Rahel: Das passt einfach ins Bild, wie man immer mehr versucht hat,
[2:18:49] Rahel: dieses Franchise kontrolliert zu erzählen.
[2:18:53] Mháire: Ja. Und muss man sagen, das ist ein bisschen vor seiner Zeit schon,
[2:18:58] Mháire: dieses multimediale Erzählen. Das muss man denen auf jeden Fall gut erhalten,
[2:19:01] Mháire: auch wenn es nicht immer perfekt funktioniert hat.
[2:19:04] Mháire: Und dementsprechend ich auch mit schätzen, wie 90er Jahre Tomb Raider Comics
[2:19:09] Mháire: ausgestattet sein kann.
[2:19:12] Mháire: Zuletzt wollen wir noch einen kurzen Blick auf das Schatzjäger-Genre generell
[2:19:16] Mháire: werfen, aus dem Tomb Raider entstanden ist,
[2:19:20] Mháire: das von Tomb Raider geprägt wurde und das dann durch seinen eigenen starken
[2:19:25] Mháire: Wandel eben auch neue Inkarnationen davon wiederum verändert hat.
[2:19:29] Mháire: Und das ist ein Genre, das im 19. Jahrhundert aufgekommen ist,
[2:19:33] Mháire: was, glaube ich, viel damit zu tun hat, dass zu der Zeit generell Reisen technisch möglicher wurde,
[2:19:40] Mháire: dass man eben in absehbarer Zeit die Welt durchqueren konnte,
[2:19:44] Mháire: um an für die Lesenden unbekannte Orte zu kommen,
[2:19:47] Mháire: und dann auch Leute darüber geschrieben haben, also dass auch einfach Reise-
[2:19:50] Mháire: und Abenteuerliteratur ist etwas, das aufkommt, etwas, mit dem die ursprüngliche
[2:19:53] Mháire: Lara Croft ja auch ihr Geld verdient.
[2:19:56] Mháire: Dann haben wir zum Beispiel als einen Start dieser Literatur König Salomos Schatzkammer von Haggard.
[2:20:04] Mháire: Da taucht Alan Quartermain auf, der so ein bisschen der Stammvater dieses ganzen Archetypen ist.
[2:20:10] Mháire: Ein tougher, gebildeter, aber auch körperlich fitter, sportlicher,
[2:20:17] Mháire: Weißer, der aber in Regionen unterwegs ist, die fern einer europäischen Heimat
[2:20:24] Mháire: oder amerikanischen Heimat sind.
[2:20:26] Mháire: Und Quartermain vor allen Dingen ist viel in Afrika unterwegs und ist dort dann
[2:20:30] Mháire: eben auch vertraut mit den lokalen Zivilisationen und Nationen,
[2:20:35] Mháire: mit den Gebräuchen und ihren mythischen Überlieferungen und magischen Dingen.
[2:20:39] Mháire: Also da ist eigentlich im Grunde schon alles angelegt, was wir später lernen über dieses Genre.
[2:20:44] Rahel: Schaut man dann in die Welt des Films, da gibt es das Genre spätestens seit
[2:20:49] Rahel: den 1940er Jahren als wiedererkennbares Genre.
[2:20:52] Rahel: Das ist also ab den 40ern ein beliebtes Thema, Schatzsuche, um da mal ein Beispiel
[2:20:57] Rahel: zu nennen, den Film Der Schatz der Sierra Madre von 1948 und ab da,
[2:21:03] Rahel: sieht man dann regelmäßig eben ähnliche Filme, aber wirklich der große Wurf
[2:21:09] Rahel: ist natürlich in den 80er Jahren dann die Indiana Jones Reihe.
[2:21:12] Rahel: Da wird dann das Schatzjäger Genre wirklich zum lustigen Action Spektakel mit
[2:21:18] Rahel: Abenteurern quer über die gesamte Welt.
[2:21:21] Mháire: Und auch einfach mit tollen Schauwerten und tollem Hauptdarsteller.
[2:21:24] Mháire: Und lustigerweise ist es auch ein Amalgam von den anderen beiden Beispielen.
[2:21:27] Mháire: Indiana Jones ist angelegt an Alan Quartermain als Charakter.
[2:21:32] Mháire: Und er trägt das gleiche Outfit wie der Humphrey Bogart-Charakter aus dem Schatz
[2:21:36] Mháire: der Sierra Madre, Fred C. Dobbs.
[2:21:39] Mháire: Also wenn ihr euch das mal anschaut, Hut, Jacke und dergleichen,
[2:21:42] Mháire: kommt einem vertraut vor. Es gibt ja dieses Buy-his-Look und das hat,
[2:21:46] Mháire: glaube ich, Dr. Henry Jones auch gemacht in dem Fall.
[2:21:49] Mháire: Dann haben wir, oh, natürlich ganz wichtig und prägend für unsere Generation, die Mumie von 1999.
[2:21:55] Rahel: Ja, das schlägt in eine ähnliche Kerbe wie Indiana Jones. Ich war damals zu
[2:21:59] Rahel: klein, um den Film zu gucken, als er rauskam, weil da war ich in der Grundschule.
[2:22:02] Rahel: Und ich war mir sicher, dass das ein ganz schlimmer Horrorfilm sein müsste,
[2:22:05] Rahel: weil ich das Poster so gruselig fand.
[2:22:09] Rahel: Was ich heute rückblickend sehr erheiternd finde.
[2:22:12] Mháire: Ich glaube, im Kino habe ich den ersten nicht gesehen, aber ziemlich zeitnah habe ich ihn gesehen.
[2:22:19] Mháire: Und es ist ein Witz, der umgeht, aber an dem viel Wahres dran ist.
[2:22:22] Mháire: Der Film hat so viele auf unterschiedliche Art und Weise höchst attraktive HauptdarstellerInnen,
[2:22:28] Mháire: dass er als das Erwecken der Bisexuellen unserer Generation gilt.
[2:22:32] Rahel: Ja, auch das ist ein Film, den ich sehr häufig gucke.
[2:22:34] Mháire: Kann man schon mal festhalten. Ja, Rachel Weisz. Brendan Fraser. Alle anderen.
[2:22:40] Mháire: In den 90er Jahren kommt dann Lara Croft und sie hat einen Riesen-Impact und
[2:22:45] Mháire: sie ist auf einmal größer als all die Männer, die vor ihr kamen.
[2:22:48] Rahel: Ja, sie läuft Indiana Jones den Rang ab. Und das liegt unter anderem daran,
[2:22:52] Rahel: dass eben Tomb Raider 1 ein 3D-Spiel ist.
[2:22:55] Rahel: Und das hatte die Indiana Jones-Reihe bis dahin noch nicht hervorgebracht.
[2:22:59] Rahel: Als dann also 1999 Indiana Jones in The Infernal Machine herauskommt,
[2:23:04] Rahel: das erste 3D-Adventure von dieser Franchise, dann wird das sogar gelegentlich
[2:23:09] Rahel: als Tomb Raider-Klon bezeichnet.
[2:23:11] Mháire: Sie haben alle beieinander abgeschrieben. Insofern kann man es schon verdient haben.
[2:23:14] Mháire: Aber das bleibt nicht immer so. Ab den 2000ern haben wir dann nochmal ein paar
[2:23:20] Mháire: neue Ansätze, neue Franchises, die in die Richtung gehen wollen,
[2:23:22] Mháire: wie das Vermächtnis der Tempelritter.
[2:23:25] Mháire: Ein auf seine eigene Art und Weise schon sehr unterhaltsamer, cheesy Film.
[2:23:30] Mháire: Das ist dann eher so ein bisschen Verschwörung und Heist-Movie.
[2:23:33] Mháire: Also da geht es nicht unbedingt darum, Schätze irgendwo in einer fremden Kultur
[2:23:37] Mháire: zu finden, sondern die Geheimnisse und die Schätze bei sich zu Hause aufzudecken.
[2:23:41] Rahel: Da merkt man dann aber eben auch, das ist das, was ich eben beim 2003er Tomb
[2:23:46] Rahel: Raider Film meinte, das Genre fängt an sich zu verändern, das muss sich auch
[2:23:50] Rahel: verändern. Das heißt, Genres werden miteinander vermischt, die es vor eben nur getrennt gab.
[2:23:55] Rahel: Im Spiel ist das nicht so, weil 2007 erscheint dann Uncharted,
[2:23:59] Rahel: was eigentlich die perfekte Mischung zwischen Indiana Jones und Tomb Raider
[2:24:03] Rahel: ist, nur eben mit deutlich mehr Action.
[2:24:05] Rahel: Also das greift, wenn man ganz ehrlich ist, der Survivor-Timeline von Tomb Raider
[2:24:09] Rahel: ein bisschen vor in dem Level an Action, was wir da erleben.
[2:24:12] Mháire: Und auch an toten Gegnern.
[2:24:15] Rahel: Ja, genau. Und ich würde sagen, bis dahin ist es alles noch ein recht unkritischer
[2:24:21] Rahel: Umgang eben mit diesem Schatzjäger-Thema, denn das wandelt sich so erst gegen Ende der 2000er Jahre.
[2:24:27] Rahel: Und ich würde sagen, ab den 2010er Jahren ist das Schatzjäger-Genre im Film
[2:24:31] Rahel: dann auch erstmal tot, bis es dann erst ab den 2020er Jahren wieder neue Filme
[2:24:35] Rahel: gibt, wie eben den Uncharted-Film.
[2:24:37] Mháire: Ja, wobei das in erster Linie eben auch einfach dann eine Videospielverfilmung
[2:24:42] Mháire: ist und glaube ich auch nicht so einen großen Impact hinterlassen hat aus verschiedenen Gründen.
[2:24:46] Mháire: Was auch zumindest ich erwähnen möchte an dieser Stelle ist,
[2:24:50] Mháire: dass mit Indiana Jones und The Great Circle wieder ein Spiel mit diesem Thema aufgekommen ist.
[2:24:54] Mháire: Aber auch da sieht man, dass an exotische Orte Reisen hier jetzt ganz anders
[2:24:59] Mháire: aussieht und dass es erstmal in einem amerikanisch-europäischen Kulturkreis bleibt,
[2:25:04] Mháire: Und dass ein Thema, das sehr groß ist darin, Widerstand gegen den Faschismus
[2:25:08] Mháire: ist, weil wir eben in den 1930ern unterwegs sind und Nazis und Schwarzhemden unterwegs sind.
[2:25:16] Mháire: Man ist im Vatikan und überall sind halt wirklich Faschisti-Faschisten.
[2:25:21] Mháire: Und dass, wenn es nach Südostasien geht, es dort auch um lokale Rebellenbewegungen
[2:25:26] Mháire: und Aufstand gegen den Kolonialismus bzw. diktatorische Herrschaft geht.
[2:25:31] Mháire: Also da hat man einen Weg gefunden, das gleiche Thema wieder zu haben und gleiche
[2:25:35] Mháire: Abenteuer zu erleben, aber das Framing zu ändern. Und ich finde das sehr geschickt
[2:25:38] Mháire: gemacht und vielleicht wäre das auch ein Weg für unsere Lara.
[2:25:42] Rahel: Wir werden es in den nächsten Monaten herausfinden.
[2:25:45] Mháire: Und jetzt abschließend wollen wir den Leuten ja immer liefern,
[2:25:50] Mháire: was wären gute Punkte und Medien, um in diese Welt und in dieses Thema einzusteigen.
[2:25:55] Mháire: Und ich glaube, mit einem der Hauptwege haben wir beide uns geübt und haben,
[2:26:02] Mháire: je nachdem wie verbissen wir waren, die moderne Steuerung eingeschaltet.
[2:26:06] Rahel: Ja, die Classic-Spiele gibt es inzwischen als Remaster.
[2:26:11] Rahel: Die sind in zwei Paketen erschienen, also einmal Tomb Raider 1 bis 3 und 4 bis 6.
[2:26:15] Rahel: Das ist total toll, weil man kann zwischen der Grafik hin- und herschalten,
[2:26:18] Rahel: zwischen der Originalgrafik und einer überarbeiteten Grafik.
[2:26:22] Rahel: Und man kann auch zwischen Tank-Controls und einer modernen Steuerung hin- und herschalten.
[2:26:27] Rahel: Und ich bin ganz ehrlich, Mairi, ich bin für die Lore hier.
[2:26:31] Rahel: Ich habe sofort auf die moderne Steuerung umgeschaltet. Ich brauche nicht das
[2:26:34] Rahel: Tank-Control-Feeling von damals.
[2:26:37] Mháire: Mir war es wichtig, das zumindest für eine Weile so zu spielen,
[2:26:40] Mháire: um eben auch herauszufinden, wie fühlt es sich an, die Welten so zu erkunden.
[2:26:45] Mháire: Man muss dazu sagen, als Tomb Raider ursprünglich rausgekommen ist,
[2:26:50] Mháire: habe ich es nicht selber gespielt, sondern ich war das klassische jüngere Kind,
[2:26:53] Mháire: das bei dem älteren Geschwister zugeschaut hat, wie gespielt wurde.
[2:26:56] Mháire: Das heißt, ich habe die Steuerung selber nie erlebt, selbst wenn ich die Spiele
[2:26:58] Mháire: gesehen habe zu der Zeit in den 90ern.
[2:27:01] Mháire: Und deswegen war mir das schon durchaus wichtig, weil es ja auch irgendwie dazugehört,
[2:27:07] Mháire: zu diesen ruhigeren Spielmomenten, wo du die Orte erkundest und da unterwegs
[2:27:10] Mháire: bist, dass da quasi eine Meisterschaft sich entwickelt, die dann auch zu erobern im Sinne von,
[2:27:17] Mháire: dass man das raus hat, die richtigen Kombinationen von springen,
[2:27:19] Mháire: interagieren, laufen, gehen, drehen und dergleichen zu machen.
[2:27:24] Mháire: Aber ich gebe zu, so ewig lang habe ich es nicht durchgehalten.
[2:27:27] Mháire: Aber das ist eine gute Art und Weise, es sich anzuschauen und eben Entweder
[2:27:31] Mháire: je nach Wunsch mit Komfort und in Höhe auflösend und in Schicker zu spielen
[2:27:36] Mháire: oder eben exakt das Oldschool-Feeling nochmal zu haben.
[2:27:39] Mháire: Gibt es auch auf mehreren Plattformen. Ich zum Beispiel habe es auf der Switch 2 gespielt.
[2:27:44] Rahel: Wer jetzt aber sagt, nee, die alten Spiele, die sind es für mich nicht so.
[2:27:48] Rahel: Ich möchte lieber mit den Survivor-Spielen anfangen.
[2:27:51] Rahel: Das ist eine super Idee, aber da würde ich dann empfehlen, eben auch die Comics
[2:27:55] Rahel: dazu zu lesen, eben weil es ein integriertes Storytelling ist.
[2:27:59] Rahel: Und wer jetzt sich auf die Dinge freut, die da noch kommen, es sollen eben zwei
[2:28:04] Rahel: Spiele jetzt in den nächsten Monaten erscheinen, einmal Catalyst und Legacy of Atlantis.
[2:28:09] Rahel: Aber es ist auch eine Serie geplant, eine Realserie. Da ist der Start noch unbekannt.
[2:28:16] Rahel: Das ist aber wohl scheinbar ein Projekt, was im Nachgedanken an den 2018er-Filmen entstanden ist.
[2:28:23] Rahel: Und wir wissen schon, dass unter anderem Sophie Turner, Sigourney Weaver und
[2:28:26] Rahel: Jason Isaacs dabei sein werden.
[2:28:27] Mháire: Ja, ist meines Wissens nach aber schon länger angekündigt. Deswegen ist es ein
[2:28:31] Mháire: bisschen so, wie geht es da voran?
[2:28:34] Mháire: Aber allein bei der Besetzung sage ich schon, das schaue ich mir an,
[2:28:37] Mháire: Das sind einfach Leute, denen ich gerne zusehe bei dem, was sie da tun.
[2:28:42] Rahel: Meiri.
[2:28:43] Mháire: Rahel.
[2:28:44] Rahel: Ich glaube, ich gehe jetzt in irgendeine alte Ruine. Ich gehe jetzt mal gucken,
[2:28:47] Rahel: ob ich irgendwo einen Schatz finde und damit irgendwas Besonderes machen kann.
[2:28:50] Mháire: Das ist eine hervorragende Idee. Ich meine, das Gute ist, die nächste Ruine
[2:28:55] Mháire: ist meistens gar nicht so weit.
[2:28:56] Mháire: Ich weiß nur nicht, ob die nicht schon leergeräumt ist.
[2:28:59] Mháire: Ich muss zugeben, dass die Beschäftigung damit bei mir wirklich wieder so ein
[2:29:02] Mháire: bisschen auch die Reiselust angefacht hat.
[2:29:04] Rahel: Total. Bei mir auch.
[2:29:05] Mháire: Eben so Sachen zu sehen. Moment, ich war schon an der großen Mauer.
[2:29:08] Mháire: Ich war an mehreren Stellen und mehrfach an der großen Mauer,
[2:29:10] Mháire: weil ich Synologie studiert habe unter anderem.
[2:29:13] Mháire: Und die coolen Orte, die man ansonsten häufig nur in Dokus sieht oder als Bildschirnhintergrund hat.
[2:29:21] Mháire: Wobei an dieser Stelle ich allen lieben Leuten da draußen ans Herz legen will,
[2:29:25] Mháire: Reisen ist was Wunderbares.
[2:29:27] Mháire: Andere Orte zu sehen ist großartig. Wenn man das finanziell und von der körperlichen
[2:29:32] Mháire: Fitness und allem anderen, was das beeinflusst machen kann, finde ich,
[2:29:35] Mháire: ist das eine der wertvollsten Sachen, die man mit seinem Geld und seiner Lebenszeit anstellen kann.
[2:29:40] Mháire: Aber macht euch schlau, macht einen Deep Dive, so wie Rahel in die Lore gesprungen
[2:29:45] Mháire: ist und fahrt nicht dorthin, wo die meisten Leute ein Instagram-Bild gemacht haben.
[2:29:50] Mháire: Dort werdet ihr garantiert keine Artefakte finden. Seid neugierig und findet
[2:29:54] Mháire: die spannenden Orte und die vielleicht übersehenden Orte.
[2:29:58] Mháire: Und tut was Gutes. Auch das haben wir von Lara gelernt.
[2:30:01] Rahel: Ich glaube, das ist so ziemlich das schönste und beste Schlusswort,
[2:30:03] Rahel: was ich mir hätte denken können für diese Folge.
[2:30:06] Mháire: Sehr gerne es hat mich sehr gefreut mit dir über
[2:30:11] Mháire: durchaus auch nicht umstrittenes feministisches Icon zu reden und ich hoffe,
[2:30:15] Mháire: dass Lara uns noch lange erhalten bleibt und in neuen Iterationen und Inkarnationen
[2:30:19] Mháire: uns den Rest unseres Lebens begleiten kann vielen Dank Rahel für die Einladung.
[2:30:23] Rahel: Vielen Dank dir und bis zum nächsten Mal.
[2:30:26] Mháire: Bis dann, tschüss.

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