# FIFA 98 (SSF 75)

An episode of [Stay Forever - Retrogames & Technik](https://invisiblenetwork.ai/podcast/461077931), 21 Jul 2024, 2 h 00 min.

Audio: https://audio.podigee-cdn.net/1539709-m-f93dc2d7ff14890d6f88bbbe5585dcc7.mp3?source=feed

Die WM-Qualifikation In einer Abstimmung unter den Unterstützern hatten wir gefragt, welches Fußballspiel wir besprechen sollten, Fifa 98 hat gewonnen. Der 98er Titel, im Juni 1997 erschienen, war das erste rundum gelungene 3D-FIFA, für lange Zeit nach Meinung vieler der beste Teil der Serie. Fabian und Gunnar knöpfen sich den Titel vor und untersuchen, welchen Einfluss er auf die Serie gehabt hat, wie gut die Mechaniken funktionieren und leiten seine Entstehungsgeschichte her. Infos zum Spiel: Thema: FIFA 98: Die WM-Qualifikation, 1997 Plattform: Sony Playstation, Sega Saturn, Nintendo 64, Windows-PC, dazu Versionen für SNES und Game Boy Entwickler: EA Canada Publisher: Electronic Arts Genre: Action-Adventure Designer: Bruce E. McMillan, Marc Aubanel, David Adams, Desmond Fernando u.a. Musik: Jonnie Forster Podcast-Credits: Sprecher: Fabian Käufer, Gunnar Lott Audioproduktion: Fabian Langer, Christian Schmidt Titelgrafik: Paul Schmidt Intro, Outro: Nino Kerl (Ansage); Chris Hülsbeck (Musik) Unterstützen: Die Entstehung dieser Folge wurde finanziert durch die Unterstützung unser Hörer auf den Plattformen Steady oder Patreon. Wer uns ebenfalls unterstützen möchte, kann das am Besten durch ein Abo auf einer der Plattformen tun – da gibt es auch massig sensationellen Extra-Content. Mehr von uns: Diese Podcast-Folge gibt es auch auf Youtube, Spotify, als Audio-Datei im Feed und natürlich auf iTunes. Wir freuen uns über Reaktionen und Empfehlungen auf Twitfacegramcord oder wie das heißt. Wir haben auch einen schönen Merch-Shop namens Retro Shirty. Charity: SF ist Fördermitglied im Retrogames e.V. und bei der Hamburger Tafel e.V.

## Transcript

[0:27] Gunnar: Hallo Fabian!
[0:28] Fabian: Hallo Gunnar!
[0:30] Gunnar: Ich habe vor einigen Folgen in der Stay Forever Folge 138, wo wir über sensible
[0:36] Gunnar: Soccer gesprochen haben, also nicht wir, sondern Christian und ich,
[0:39] Gunnar: habe ich gesagt, ach, man müsste auch mal das Duell FIFA gegen Pro Evolution Soccer thematisieren.
[0:45] Gunnar: Und Fabian, das haben wir gemacht.
[0:47] Fabian: Ja, und eure Wahl da draußen ist relativ eindeutig ausgefallen.
[0:51] Fabian: Gewonnen hat FIFA und wir hatten euch FIFA 98, die WM-Qualifikation,
[0:56] Fabian: konkret zur Wahl gestellt gegen ein etwas späteres Pro Evolution Soccer und
[1:01] Fabian: es scheint ein sehr, sehr beliebter Klassiker zu sein, dieses FIFA,
[1:04] Fabian: weil das hat sich hier wirklich deutlich durchgesetzt gegen den Kontrahenten
[1:07] Fabian: und ich habe mich gefreut, da mal wieder einzusteigen, weil ich weiß,
[1:10] Fabian: dass ich das damals auch gerne gespielt habe.
[1:12] Fabian: Das fällt sicherlich so in meine persönliche FIFA-Hochzeit.
[1:15] Fabian: Ich bin dann so in den Nullerjahren auch eher zu Pro Evolution Soccer abgewandert,
[1:19] Fabian: aber in der zweiten Hälfte der 90er, da war FIFA echt eine tolle Fußballserie für mich.
[1:24] Gunnar: Das war bei mir ganz genauso. Ich habe den 98er, der 1997 rauskam,
[1:30] Gunnar: viel gespielt und die Versionen von International Superstar Soccer,
[1:34] Gunnar: also der Vorläufer zu Pro Evolution Soccer, zu der Zeit fast gar nicht.
[1:38] Gunnar: Und erst als ich dann 1998 Spieleredakteur wurde und insbesondere ab 2002,
[1:43] Gunnar: als ich dann auf die Kollegen der GamePro traf, die alle PES-Fans waren und
[1:49] Gunnar: mich ausgelacht haben, weil ich von FIFA kam,
[1:51] Gunnar: dann bin ich unter dem Gruppendruck, bin ich dann zu Pro Evolution Soccer gewechselt
[1:56] Gunnar: und habe das ja auch hardcore so drei, vier, fünf Jahre lang gespielt mit online und allem.
[2:01] Gunnar: Aber die Zeit davor, also jetzt hier 1998, war ich auch noch voll auf FIFA.
[2:05] Gunnar: Und wir kommen ja da gerade überhaupt aus einer Phase, wo sich die Fußballspiele erst finden.
[2:10] Gunnar: Das haben wir ja schon ein bisschen thematisiert, auch in der Sensible Soccer Folge.
[2:14] Gunnar: Da gibt es noch nicht so eine feste Formel, wie man sich das heute vorstellt.
[2:17] Gunnar: Da ist Realismus noch ein, wie soll ich sagen, ein nicht ganz definierter Begriff.
[2:23] Gunnar: Aber dazu kommen wir noch im Gespräch heute.
[2:26] Gunnar: Erstmal kurz die Range abstecken hier. Was ist denn das für ein Spiel?
[2:30] Gunnar: Fabian, ich glaube, es ist ein Fußballspiel.
[2:32] Fabian: Ja, das ist das Schöne bei Sportspielen, da fällt uns diese Definitionsfrage immer leicht.
[2:36] Fabian: Es ist ein Fußballspiel, es wird Fußball gespielt und das quasi auf allen damals
[2:41] Fabian: relevanten Plattformen, ist ein typisches Multiplattformspiel.
[2:45] Fabian: Und ist auch auf dem PC damals ein großes Thema gewesen, habe ich auch gespielt.
[2:48] Fabian: Wir konzentrieren uns natürlich aber auf die Konsolenversionen und hier würde
[2:53] Fabian: ich sagen am meisten auf die Playstation-Versionen
[2:55] Fabian: und dann auch noch ein bisschen Nintendo 64 und Saturn.
[2:58] Fabian: Das, was es sonst noch gibt, sind so typische, machen wir mal noch mit,
[3:03] Fabian: können wir noch ein paar Euro mit verdienen, aber ansonsten keine bemerkenswerten
[3:07] Fabian: Versionen, nämlich für Super Nintendo Mega Drive und für den Game Boy gibt es das Spiel auch,
[3:11] Fabian: ist aber tatsächlich was ganz anderes, ist eine marginal veränderte Vorgängerversion.
[3:15] Fabian: Das heißt, bei uns der Fokus auf den aktuellen 3D-Konsolen Playstation Saturn N64.
[3:21] Gunnar: Genau, die Playstation-Version ist sicherlich die bedeutendste und bekannteste.
[3:26] Gunnar: Ich habe in der Vorbereitung mehr N64 und Saturn gespielt, aus Gründen,
[3:30] Gunnar: die ich gar nicht mehr genau weiß.
[3:31] Gunnar: Die sind erstaunlich unterschiedlich, diese Versionen. Wenn man sich heute Multi-Plattform-Versionen
[3:35] Gunnar: zwischen Xbox und Playstation anguckt, sind die ja oft identisch.
[3:39] Gunnar: Damals war das nicht so, da sind sogar die Menüs verändert. Aber trotzdem sind
[3:43] Gunnar: das auch grundsätzlich spielbare Versionen. Nur halt die Playstation-Version
[3:47] Gunnar: ist wohl mit der PC-Version, nehme ich an, die beste.
[3:50] Fabian: Ja, ist auch sicherlich die, die damals am meisten verbreitet ist.
[3:52] Fabian: Also gerade der Saturn hat ja eher so eine untergeordnete Rolle gespielt und
[3:57] Fabian: viel, viel mehr Leute waren auf der Playstation unterwegs.
[3:59] Fabian: Und du hast es eben schon mal gesagt, das Spiel ist 1997 erschienen.
[4:03] Fabian: Das ist lange vor der Weltmeisterschaft 98 in Frankreich, für die man sich hier
[4:07] Fabian: im Spiel quasi qualifizieren soll.
[4:10] Fabian: Und im Grunde ist das Spiel so ein bisschen ein Etikettenschwindel auf eine
[4:14] Fabian: positive Art für mich als Spieler, Weil du kannst auch in diesem WM-Qualifikationsspiel
[4:19] Fabian: schon die Endrunde spielen und kannst auch Weltmeister werden.
[4:23] Fabian: Nichtsdestotrotz macht EA Mitte 98 auch nochmal ein eigenes WM-Spiel,
[4:27] Fabian: da kommen wir später noch dazu.
[4:28] Fabian: Und da das Spiel 1997 erscheint, ersetzt es das FIFA 98, was normalerweise erscheinen würde.
[4:34] Fabian: Und vielleicht auch deswegen packen sie nicht nur Nationalmannschaften rein,
[4:38] Fabian: sondern es gibt auch die Nationalen Ligen, für die FIFA damals schon steht und
[4:42] Fabian: darunter natürlich auch die Bundesliga mit dem Stand, der damals eben aktuell war.
[4:47] Gunnar: Bei den FIFA-Spielen ist es ja immer so, dass die Daten mit der Realität abgeglichen
[4:50] Gunnar: werden am Anfang der Saison, wenn das Spiel erscheint und dann im Lauf des nächsten
[4:54] Gunnar: Jahres sozusagen veralten, je nachdem, was da passiert in so einer Saison.
[4:58] Gunnar: Und so ist es hier auch ein bisschen. Als das Spiel erschienen,
[5:00] Gunnar: war die WM-Qualifikation, die ja Thema ist, noch nicht abgeschlossen.
[5:05] Gunnar: Die endete erst Ende 97 und das Spiel erschien im Herbst.
[5:09] Gunnar: Deswegen kannst du die WM-Qualifikation ja selber auch noch verändern.
[5:12] Gunnar: Und dann kommt bei der WM ein leicht anderes Setup an Teams zustande.
[5:16] Gunnar: Und auch die Spieler in diesen einzelnen Teams haben sich von dem Stand des
[5:21] Gunnar: Spiels zur WM nochmal verändert.
[5:24] Gunnar: Darauf gehen wir später ein bisschen ein, wenn wir das bei der deutschen Nationalmannschaft machen.
[5:28] Gunnar: Und der größte Nachteil des Spiels insgesamt, also der große Schwachpunkt dieses
[5:33] Gunnar: Spiels, ist ja, dass sie die Bundesliga auch abbilden und dann den Stand von
[5:36] Gunnar: 1997 nehmen. Aber 1997 war Hannover 96 nicht in der Bundesliga.
[5:41] Gunnar: Das heißt, ich kann nicht Hannover 96 spielen. Fabian, was soll das alles? Was soll das?
[5:45] Fabian: Ja, was soll ich da sagen, Gunnar? Ich bin ja gerade zu meiner Jugendzeit auch
[5:48] Fabian: großer Fan von Eintracht Frankfurt gewesen.
[5:51] Fabian: Und für die war das leider genauso zutreffend in dem Fall. Die sind nämlich
[5:54] Fabian: in der Saison 95, 96 nur 17.
[5:57] Fabian: Geworden und sind dann schön in die zweite Bundesliga abgestiegen.
[6:01] Fabian: Für zwei Saisons haben sie zweite Bundesliga gespielt. Das betrifft leider auch
[6:06] Fabian: den Entwicklungszeitraum dieses Spiels. Das heißt, auch Eintracht Frankfurt
[6:09] Fabian: finden wir nicht, weil eine zweite Bundesliga, die gibt es noch nicht.
[6:12] Gunnar: Ah, okay, ja. Das ist natürlich noch viel bitterer, dass es bei dir so die zwei
[6:15] Gunnar: Saisons getroffen hat, in denen Frankfurt mal kurz nicht da war.
[6:18] Gunnar: Hannover hat ja noch ein bisschen länger gebraucht, bis sie dann wieder aufgestiegen
[6:21] Gunnar: sind. Die waren ja dann überhaupt erst nach der Jahrtausendwende wieder ein Bundesliga-Verein.
[6:26] Fabian: Ja, genau.
[6:27] Fabian: Und erwähnen wir an der Stelle einmal nochmal kurz, falls ihr euch noch fragt,
[6:30] Fabian: ja wieso seid ihr genau bei diesem FIFA denn jetzt gelandet zur Besprechung?
[6:34] Fabian: Es gibt doch unzählige FIFA-Spiele.
[6:36] Fabian: Können wir gerne nochmal ein bisschen drauf eingehen? Du hast es eben schon
[6:38] Fabian: mal gesagt, Gunnar, Fußballspiele unterliegen in den 90ern einer großen Veränderung.
[6:43] Fabian: Die entwickeln sich super schnell weiter, also auch in der Zeit zwischen Sensible
[6:46] Fabian: Soccer und dem FIFA, was wir heute besprechen. Da vergehen nur ein paar Jahre
[6:50] Fabian: und trotzdem macht das einfach einen Riesensprung, gerade was das Audiovisuelle angeht.
[6:54] Fabian: Und wenn wir noch weiter zurückgehen, gerade was die FIFA-Spiele angeht,
[6:57] Fabian: da sind die auch noch sehr anders, weil auch innerhalb der FIFA-Reihe,
[7:00] Fabian: heutzutage ist das ja so, dass man da immer guckt so mit der Lupe,
[7:04] Fabian: ah, was hat sich denn verändert von 2022 auf 2023 und 2024.
[7:09] Fabian: Damals ist das alles noch sehr, sehr ausgeprägt. Also wir erleben da ja auch
[7:12] Fabian: mit, dass es dann von den 2D-Spielen in dreidimensionale Stadien geht.
[7:16] Fabian: Und da hat FIFA am Anfang auch noch leichte Probleme.
[7:18] Fabian: Und mit diesem Spiel erreicht die Serie zum ersten Mal wirklich so einen Peak.
[7:22] Fabian: Also das ist dann schon relativ ausgereift. Das funktioniert gut in diesem 3D-Stadion.
[7:26] Fabian: Du hast ein wirklich großes Paket, was du hier bekommst.
[7:29] Fabian: Also insgesamt sind da über 350 Teams drin, zusammengesetzt ungefähr zu gleichen
[7:34] Fabian: Teilen aus Nationalmannschaften und nationalen Teams.
[7:38] Fabian: Und ja, es verbessert eben auch noch mal das, was man vorher eingeführt hat
[7:41] Fabian: in Form des Virtual Stadiums, dann die Adas, also so ein 3D-Stadion, in dem gespielt wird.
[7:46] Fabian: Es rückt so ein bisschen näher noch an das, was wir uns damals gewünscht haben,
[7:50] Fabian: nämlich dass es wirkt wie im Fernsehen.
[7:52] Fabian: Das dachten wir damals wirklich, wenn man so oberflächlich auf dieses Spiel schaut.
[7:55] Fabian: Es gibt bekannte Kommentatoren, sie fangen an hier auch mit lizenzierter Musik
[7:59] Fabian: zu arbeiten, was wirklich in dem Spiel auch eine große Rolle spielen würde.
[8:02] Fabian: Da gehen wir noch drauf ein.
[8:03] Fabian: Und overall erzeugt es einfach so ein Gesamtpaket, was ein sehr,
[8:07] Fabian: sehr rundes Fußballspiel für 1997 ist.
[8:09] Fabian: Was übrigens auch heute noch teilweise von Leuten gespielt wird.
[8:12] Fabian: Ich sehe das manchmal bei YouTube oder bei Twitch-Streamern,
[8:15] Fabian: dass die sagen, ach, heute mal eine Runde FIFA 98.
[8:18] Fabian: Das ist nach wie vor ein sehr, sehr beliebter Klassiker.
[8:21] Gunnar: Ja, in der Tat. Es ist schon ein besonderes von diesen Spielen und wie du sagst,
[8:25] Gunnar: ein vorläufiger Höhepunkt.
[8:26] Gunnar: Es ist nicht das erste 3D-FIFA, aber das erste vollständige 3D-FIFA,
[8:32] Gunnar: in dem die 3DE-Engine komplett und durchgängig zum Einsatz kommt und auch gut zum Einsatz kommt.
[8:37] Gunnar: Es ist das erste Spiel von der FIFA-Serie, das man online spielen konnte, auch per Modem am PC.
[8:43] Gunnar: Auch das noch eine große Neuerung. Und es ist das letzte Spiel der FIFA-Serie,
[8:47] Gunnar: in dem es Hallenfußball gab.
[8:48] Gunnar: Aber das ist bloß ein Nebenaspekt. Und du hast schon eben gesagt,
[8:52] Gunnar: dass es da Kommentatoren gibt.
[8:54] Gunnar: Das wurde auch in allen Reviews positiv vermerkt und in allen Reviews wurde
[8:58] Gunnar: auch geschrieben, das ist sehr gut, schalten sie es aus.
[9:01] Gunnar: Das fand ich sehr nett und nur um die Namen nochmal zu nennen,
[9:03] Gunnar: das sind Wolf-Dieter Poschmann und Werner Hansch, die da sprechen,
[9:06] Gunnar: wobei der Poschmann wie üblich eher so den realistischen Teil macht und der
[9:10] Gunnar: Hansch das narrativ erzählende Fußballerische, möchte ich sagen.
[9:13] Fabian: Ja, du hast ja Werner Hansch bestimmt zu seiner aktiven Zeit ein bisschen anders
[9:17] Fabian: wahrgenommen als ich. Ich mochte den immer gerne.
[9:19] Gunnar: Ja, ich auch.
[9:20] Fabian: Weil der so nahbar war und so authentisch und natürlich hat der manchmal auch
[9:23] Fabian: ein bisschen Quatsch erzählt.
[9:25] Fabian: Also der war halt immer so einer für so saloppe Sprüche, aber ich fand den sehr,
[9:28] Fabian: sehr unterhaltsam. Ich habe dem immer gerne zugehört.
[9:31] Gunnar: Der ganze Fußballkommentar könnte man einen ganzen Podcast drüber machen,
[9:35] Gunnar: wenn das unser Thema wäre.
[9:37] Gunnar: Der ganze Fußballkommentar hat sich so krass verändert in den 20,
[9:41] Gunnar: 30 Jahren, in den letzten Jahren.
[9:42] Gunnar: Werner Hansch hatte halt dieses klassische Blumige, das diese Radiosprecher
[9:46] Gunnar: oft hatten. Die haben nach lustigen Formulierungen gesucht, nach besonderen Wendungen.
[9:50] Gunnar: Die haben das versucht, ein bisschen besonders darzustellen.
[9:54] Gunnar: Die hatten ehrlich nicht viel Ahnung von Fußball. Und das hat man heute noch,
[9:58] Gunnar: insbesondere bei Kommentatoren im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es das auch noch manchmal,
[10:03] Gunnar: da gibt es noch so Relikte davon, aber grundsätzlich hat die Fähigkeit ein Fußballspiel
[10:08] Gunnar: zu analysieren, die bei Fußballkommentatoren immer noch Mittel ist,
[10:11] Gunnar: deutlich zugenommen und es wird auch nicht mehr so viel gequatscht einfach nur so.
[10:15] Gunnar: Wir nehmen das auf während der realen EM, also während der EM,
[10:19] Gunnar: nicht davor und nicht danach.
[10:21] Gunnar: Und ich gucke jeden Tag Fußball momentan und bin deswegen auch voll drin.
[10:24] Gunnar: Und die öffentlich-rechtlichen Sender haben irgendein Spiel nicht übertragen, das ich sehen wollte.
[10:27] Gunnar: Und bei RTL mache ich keinen Account, Entschuldigung.
[10:29] Gunnar: Und dann habe ich mir illegal einen Stream angeguckt vom österreichischen Fernsehen,
[10:33] Gunnar: die so ein Spiel kommentiert haben. Und das ist ja krass.
[10:36] Gunnar: Das ist ja wie die deutschen Kommentatoren in den 80ern. Die sind ja nur gelaber.
[10:41] Gunnar: So leichte nationalistische Sachen auch immer so. Immer alles in Bezug gesetzt.
[10:45] Gunnar: Die haben ein Spiel der Schweiz kommentiert und nur darüber geredet,
[10:48] Gunnar: dass das ja der Nachbar ist.
[10:51] Gunnar: Ich kann das gar nicht nachmachen. Das war jetzt schweizerisch nachgemacht. Das war ja ganz schlimm.
[10:54] Gunnar: Und die haben überhaupt gar nicht über Fußball gesprochen da drin,
[10:57] Gunnar: sondern nur über so Quatsch drumherum. Und dafür steht für mich sinnbildlich
[11:01] Gunnar: Werner Hansch mit seiner blumigen Sprache und seiner warmen Stimme.
[11:04] Gunnar: Ich habe den schon gerne wieder gehört.
[11:06] Fabian: Ja, ich auch auf jeden Fall. Ich würde gerne nochmal diesen Gedanken mit Leben
[11:10] Fabian: füllen, Gunnar, den wir eben schon mal hatten, von der Weiterentwicklung der
[11:14] Fabian: Fußballspiele in den 90ern bis hin zu dem FIFA, was wir heute besprechen.
[11:18] Fabian: Ich bin ganz froh darüber, dass so diese Fußball-Frühgeschichte,
[11:22] Fabian: also von den ersten Videospielen durch die 80er hindurch, dass Chris und du
[11:25] Fabian: das schon abgedeckt haben, weil das ja wirklich...
[11:27] Fabian: Noch eine dunkle Zeit ist und Spiele ja bestenfalls entfernt daran erinnern,
[11:32] Fabian: wie Fußballspiele aussehen und sich oft auch noch gar nicht so spielen und diesen
[11:36] Fabian: schweren Weg, den haben wir ja schon hinter uns und dann landen wir eben 92
[11:40] Fabian: bei Sensible Soccer und dann habe ich nochmal überlegt, was gab es denn,
[11:44] Fabian: gerade natürlich auch mit Fokus auf Konsolenspielen, noch zwischen Sensible
[11:48] Fabian: Soccer und dem FIFA 98 WM Qualifikation und das sind echt eine Menge Spiele gewesen,
[11:53] Fabian: die ich teilweise damals auch sehr begeistert gespielt habe.
[11:56] Fabian: Das erste, was ich hier aufgeschrieben habe, leider nicht, das habe ich erst
[11:59] Fabian: später nachgeholt, das waren nämlich Super Sidekicks für das Neo Geo,
[12:03] Fabian: also für diese japanische Luxuskonsole, die quasi eine Art Arcade-Hardware für zu Hause war.
[12:08] Fabian: Ein tolles horizontales Fußballspiel, sehr starke Grafik mit großen Figuren.
[12:14] Gunnar: Sensationell sah das aus damals, sensationell.
[12:16] Fabian: Ja.
[12:17] Gunnar: Die Arcade zu Hause.
[12:18] Fabian: Und ich habe das ein paar Jahre später gespielt, das ist natürlich auch bewusst
[12:21] Fabian: kein ernstzunehmendes Fußballspiel, das ist eben für ein bisschen Spaß in der
[12:25] Fabian: Arcade zwischendurch gedacht,
[12:27] Fabian: aber sehr schönes Spiel, entsteht auch eine Serie draus, gibt es mehrere Teile
[12:31] Fabian: für und heute, wie die meisten Neo-Geo-Spiele, kann man die natürlich auch günstig
[12:35] Fabian: irgendwo bekommen und nachholen.
[12:36] Fabian: Damals hätte man da ja halbe Monatsgehälter für ausgeben müssen,
[12:40] Fabian: wenn man denn schon gearbeitet hätte, was ich gar nicht gemacht habe.
[12:42] Fabian: Was ich sehr wohl aber gespielt habe und was auch gar nicht so unähnlich ist
[12:46] Fabian: rein visuell zu dem Super Sidekicks, ein bisschen schlechter natürlich,
[12:49] Fabian: war International Superstar Soccer von Konami auf dem Super Nintendo.
[12:52] Fabian: Ist 1994 erschienen, auch horizontales Spiel. Wir spielen von links nach rechts,
[12:57] Fabian: sieht sehr, sehr schön aus.
[12:58] Fabian: Heutzutage wirkt es nicht mehr super realistisch, ist tendenziell auch ein bisschen
[13:02] Fabian: zu nah am Spielgeschehen dran. Aber natürlich auch historisch interessant,
[13:05] Fabian: du hast es eben schon mal gesagt, aus dieser International Superstar Soccer
[13:09] Fabian: Reihe, da spaltet sich später quasi nochmal eine zweite Reihe ab.
[13:13] Fabian: Die wird dann in Tokio entwickelt bei Konami, nicht in Osaka wie das International Superstar Soccer.
[13:18] Fabian: Das heißt erst International Superstar Soccer Pro und später dann eben Winning
[13:22] Fabian: Eleven beziehungsweise Pro Evolution Soccer.
[13:25] Fabian: Deswegen auch historisch gar nicht zu unterschätzen.
[13:27] Fabian: Und das beginnt eben 1994 auf dem Super Nintendo.
[13:30] Gunnar: Also ich sage mal, wir müssen zu der ganzen International Superstar Soccer Pro
[13:34] Gunnar: Evolution Soccer Geschichte schon auch noch eine Folge machen.
[13:37] Gunnar: Das ist nur aufgeschoben und nicht aufgehoben, aber jetzt nicht heute.
[13:41] Gunnar: Heute war das die wahrscheinlich letzte Erwähnung davon, außer in kleinen Rückgriffen.
[14:11] Fabian: Kommt gut an und wird für Sega tatsächlich auch einigermaßen erfolgreich.
[14:13] Fabian: Die machen mehrere Spiele aus dieser Reihe. Das Problem ist,
[14:16] Fabian: sie haben keine richtig erfolgreichen Konsolen dann mehr.
[14:19] Fabian: Das hält sich zwar noch bis in die Dreamcast- Ära, da gibt es auch noch Teile
[14:22] Fabian: dieser World Wide Soccer-Reihe.
[14:24] Fabian: Und dann im Jahr 2000, also konkret zur Europameisterschaft 2000,
[14:28] Fabian: erscheint auch noch ein Spiel. Da wird das Ganze dann zu Grabe getragen.
[14:32] Fabian: Abseits dieses Saturn-Exclusives gab es aber auch noch viele,
[14:35] Fabian: viele Spiele, die ich selber auch auf der Playstation gespielt habe.
[14:38] Fabian: Und da bin ich über einen Titel wieder gestolpert, den habe ich gerne damals Das war Actual Soccer.
[14:43] Gunnar: Actual Soccer kam aus England, war ein Spiel von Gremlin England,
[14:47] Gunnar: ja, berühmtermaßen das Mutterland des Fußballs.
[14:50] Gunnar: Es kam eine ganze Reihe heute vergessener Fußballspiele aus England,
[14:55] Gunnar: Sensible Soccer ja auch.
[14:56] Gunnar: Also die Engländer haben da eine ganze Zeit lang, bevor die große Hegemonie
[15:00] Gunnar: der Japaner und der Amerikaner einsetzte, haben die Engländer da lange mitgespielt.
[15:04] Gunnar: Das Actual Soccer war ein ganz gutes Spiel, es blieb in Deutschland als Run
[15:08] Gunnar: Soccer nach der Fußball-Sendung. Ich bin nicht sicher, ob ihm das gut getan hat.
[15:12] Gunnar: Ich glaube, es hat sich ganz gut verkauft, aber ich habe es immer gleich so
[15:15] Gunnar: ein bisschen als etwas Leichtgewichtiges wahrgenommen, weil RAN ja so eine komische Sendung war.
[15:20] Gunnar: Ich will ja gar nicht lange über RAN reden, aber RAN war eine Sendung,
[15:23] Gunnar: die hat den Fußball als Nebenaspekt verkauft und das Drumherum,
[15:27] Gunnar: das Drama, die Menschen, die Spieler, die Stars als den Hauptaspekt.
[15:31] Gunnar: Das war damals eine große Sache, aber das hat mich als Fußballfan jetzt nicht
[15:36] Gunnar: so gerockt, jetzt auch noch ein Fußballspiel zu kaufen, Weil ich dem dann natürlich unterstellt habe,
[15:40] Gunnar: dass es so im Run-Stil ist, den ich eigentlich nicht mochte,
[15:43] Gunnar: obwohl Run natürlich eine Sendung war, die den deutschen Fußball auch durchaus vorangebracht hat.
[15:47] Fabian: Das Problem war vielleicht ein bisschen in Deutschland, dass du dir unter Actuar
[15:50] Fabian: halt nichts vorstellen kannst. Was soll denn Actuar Soccer sein?
[15:53] Fabian: Das hat ja weder FIFA im Namen und das ist einfach so ein random englisches
[15:56] Fabian: Wort, mit dem man nichts anfangen kann.
[15:58] Fabian: Dann haben die gedacht, ach hier ist doch gerade dieses Run so beliebt,
[16:01] Fabian: empappen wir doch einfach das an den Namen Run.
[16:03] Gunnar: Das ist ja generell ein Ding, dass wir hier bei diesem Spiel dann auch kurz haben,
[16:07] Gunnar: dass Spiele an die Märkte angepasst werden, weil Fußball ist halt so ein großer
[16:11] Gunnar: Markt in jedem Land und in jedem Land so ein bisschen spezifisch,
[16:15] Gunnar: weil man da ja andere Spieler mag und eine andere Liga mag logischerweise und
[16:19] Gunnar: Fan von anderen Vereinen ist, dass die immer ein bisschen angepasst werden.
[16:22] Gunnar: Auch dieses hier haben wir dann mindestens mal ein anderes Cover,
[16:25] Gunnar: mit einem anderen Coverhelden kommen wir später noch zu, aber hier wurde auch
[16:28] Gunnar: der ganze Name geändert und das haben wir oft gesehen, Lothar Matthäus,
[16:32] Gunnar: Sokka und sowas haben wir alles gehabt.
[16:34] Gunnar: Ist insgesamt ein kompetentes Spiel und auch eine kleine Reihe,
[16:37] Gunnar: aber im Großen und Ganzen ganz schön untergegangen.
[16:40] Fabian: Ja, aber es hat ein wichtiges Merkmal, das wir noch nennen möchten und zwar
[16:44] Fabian: hatte das auch 3D-Stadien und hier gab es auch schon 3D-Figuren im Jahr 1995
[16:49] Fabian: und das gleiche macht auch ein anderes englisches Studio nochmal ein Jahr später, nämlich Psygnosis,
[16:55] Fabian: die machen Adidas Power Soccer, also die waren ein bisschen schlauer in der
[16:58] Fabian: Namensgebung, weil Adidas hatte vielleicht schon mal jemand gehört vorher,
[17:02] Fabian: auch das ein komplettes 3D-Spiel, ich weiß, dass ich einigermaßen gehypt im
[17:06] Fabian: Vorfeld damals war auf dieses Spiel.
[17:08] Fabian: Das hat mich in der Praxis dann nicht ganz so abgeholt, weil das so ein bisschen
[17:11] Fabian: so sehr in die Fun-Richtung gestrickt war.
[17:14] Fabian: Es gab solche Spezialschüsse, also zum Beispiel so ein Predator-Shot nach dem
[17:18] Fabian: gleichnamigen Adidas-Ball.
[17:19] Fabian: Und du konntest absichtliche Handspiele machen, um den Ball mit der Hand ins
[17:24] Fabian: Tor zu befördern und solche Sachen.
[17:25] Fabian: Da war ich nie so ein Fan von, weil ich finde, dass sich solche Gimmicks schnell abnutzen.
[17:29] Fabian: Aber das wichtige Learning ein bisschen aus diesen Spielen auf dem Weg zu unserem
[17:33] Fabian: eigentlichen heutigen Thema ist, Es gibt dann eben schon Spiele,
[17:37] Fabian: die machen komplette 3D-Stadien mit 3D-Spielern und das setzt so ein bisschen auch den Benchmark,
[17:42] Fabian: den EA auch erreichen muss mit den Spielen, ausgehend von den klassischen 2D-Spielen,
[17:48] Fabian: die sie zuerst haben, müssen sie auch diesen Schritt gehen und das kompetent
[17:52] Fabian: umsetzen, damit sie eben so weit nicht zurückfallen.
[17:54] Fabian: Und würde sagen, davon ausgehend können wir uns jetzt mal angucken,
[17:58] Fabian: wo kommt denn die FIFA-Reihe eigentlich her und wie entwickelt die sich über die Jahre?
[18:03] Fabian: Und da würde ich sagen, in dem Zuge springen wir nochmal ein bisschen zurück
[18:05] Fabian: und gucken auch mal, woher kommt eigentlich das ganze Label EA Sports,
[18:09] Fabian: das quasi diese FIFA-Reihe später auf die Straße bringt.
[18:12] Gunnar: Ja, jetzt kann man natürlich noch eine ganze Folge machen zur Herkunft von EA.
[18:17] Gunnar: Aber wir gehen jetzt mal im Schweinsgalopp durch die Geschichte von EA mit einem
[18:22] Gunnar: starken Fokus auf Sport.
[18:24] Gunnar: Wir haben ja in der Folge zu NHL damals auch schon ein bisschen darüber gesprochen.
[18:28] Gunnar: Wir erinnern uns noch kurz, EA wird im Jahr 1982 gegründet als Electronic Arts
[18:35] Gunnar: und der Gründer ist der Investor und Geschäftsmann Chip Hawkins,
[18:40] Gunnar: der einen Publisher gründen will.
[18:43] Gunnar: Electronic Arts meint seinen Namen ganz ernst. Sie verstehen sich als eine Art
[18:47] Gunnar: Gemeinschaft elektronischer Künstler, haben einen starken künstlerischen Anspruch in ihren Spielen.
[18:52] Gunnar: Wir wissen ja, dass sich das minimal geändert hat über die Jahre und die ersten
[18:56] Gunnar: Spiele spiegeln das noch stark wieder. Die sind allesamt extern entwickelt.
[19:00] Gunnar: EA hat zu der Zeit noch keine eigenen Entwicklungskapazitäten,
[19:03] Gunnar: strebt das auch gar nicht an. Sie sind so wie so ein,
[19:07] Gunnar: Art-House-Film-Studio, das halt coole Filme einkauft, die sie selber gut finden.
[19:13] Gunnar: So machen sie es hier auch, nur halt mit Spielen.
[19:15] Gunnar: Sie veröffentlichen im ersten Jahr Spiele wie Arken von Freefall Associates,
[19:20] Gunnar: haben wir eine Folge zugemacht.
[19:21] Gunnar: Mule 1983 von Ozark Software, haben wir schon eine Folge zugemacht.
[19:26] Gunnar: Oder das wunderschöne Murder on the Zinderneth, dazu haben wir noch keine Folge
[19:30] Gunnar: gemacht, machen aber noch mal eine irgendwann.
[19:33] Fabian: Ja, und es passiert dann auch schon früh in der Geschichte von EA,
[19:37] Fabian: dass sie auf den Sportspieltrichter kommen.
[19:39] Fabian: 1983 gibt es ein Spiel, das heißt One on One, Dr. J versus Larry Bird.
[19:45] Fabian: Larry Bird ist Larry Bird, der bekannte Basketballspieler und Dr.
[19:49] Fabian: J ist Julius Irving, auch ein damals sehr bekannter und beliebter Basketballspieler.
[19:53] Fabian: Und Chip Hawkins hat später mal erzählt, dass hier quasi schon der Grundstein
[19:58] Fabian: gelegt wird für ein eigenes Sportspiel-Label, was sie ins Leben rufen wollen.
[20:02] Fabian: Dann kommt EA so ein bisschen natürlich auch der ganze Markt-Crash dazwischen,
[20:06] Fabian: auf den müssen wir jetzt hier nicht eingehen, das würde tatsächlich auch den Rahmen sprengen.
[20:10] Gunnar: Darf ich mal kurz zwischendurch erwähnen, was das One-on-One für ein fantastisches Spiel war?
[20:14] Fabian: Achso, ich dachte, du willst das Cover loben.
[20:16] Gunnar: Nein, das ist so ein tolles Spiel. Das habe ich eine ganze Zeit lang jeden Tag gespielt.
[20:20] Gunnar: Das ist wirklich One-on-One. Also du spielst mit einem Spieler gegen einen Spieler
[20:23] Gunnar: in so einem ganz rudimentären Stadion.
[20:25] Gunnar: Und das hat diesen super Gag für die damalige Zeit, dass wenn du halt in einer
[20:29] Gunnar: besonderen Situation ganz alleine zum Abschluss kommst und einen Dank machst,
[20:33] Gunnar: also den Ball so reinpfefferst in den Korb, dann zerbricht die Platte hinter dem Korb.
[20:38] Gunnar: Ich glaube, es war Zufall. Es war einfach eine random Aktion,
[20:42] Gunnar: die hin und wieder mal passiert ist. Aber dann jubelte das Publikum,
[20:44] Gunnar: dass es nicht da war. Nur so ein Rauschen halt im Hintergrund.
[20:46] Gunnar: Und ich war so begeistert von meinem Skill, dass ich hier den Korb kaputt machen
[20:51] Gunnar: konnte. Es war so toll. Entschuldige, das muss ich kurz erwähnen.
[20:53] Gunnar: Was für ein tolles Spiel.
[20:54] Fabian: Kein Problem, du warst nicht der Einzige, der begeistert war von diesem Spiel, das kommt gut an.
[20:58] Fabian: Dann muss sich EA aber eine Weile erstmal wieder berappeln, da sie auch unter
[21:02] Fabian: dem großen Crash des Videospielmarktes leiden.
[21:05] Fabian: Und dann zu den ausgehenden 80ern, da kommen sie wieder zurück,
[21:08] Fabian: verstärkt auch mit Sportspielen.
[21:10] Fabian: Es gibt dann ein Baseballspiel namens Earl Weaver Baseball, das übrigens unter
[21:14] Fabian: anderem entwickelt von Don Daglow.
[21:16] Fabian: Den habt ihr hier schon mal gehört zu seinem alten Strategiespielklassiker Utopia,
[21:20] Fabian: den wir besprochen haben. Es gibt eine Fortsetzung von One on One, dann um Jordan vs.
[21:25] Fabian: Bird, gestrickt auch 1988 und ein Ferrari Formula One Spiel und wir sehen das
[21:31] Fabian: hier schon so ein bisschen,
[21:32] Fabian: EA setzt eben auf große Namen oder im Fall von Ferrari auf große Marken,
[21:37] Fabian: um diese Spiele gut vermarkten zu können und im gleichen Zeitfenster erscheint
[21:42] Fabian: dann auch ein Spiel, das heißt John Madden Football.
[21:45] Fabian: Ich habe das immer ein bisschen verknüpft mit, ah, das ist auf dem Megadrive
[21:48] Fabian: losgegangen, das stimmt tatsächlich gar nicht, das ist ein Apple-2-Spiel und
[21:51] Fabian: später bringen sie das auch noch für DOS und auf den C64.
[21:55] Fabian: Ist auch nicht mal das erste Football-Spiel übrigens, das EA macht,
[21:58] Fabian: sie haben 1986 schon Touchdown-Football,
[22:01] Fabian: extern entwickelt noch von iMagic, aber Chip Hawkins war mit dem Spiel nicht
[22:05] Fabian: so richtig zufrieden und er möchte eine richtige Football-Simulation im Line-Up haben.
[22:10] Fabian: Und das John Madden Football hat natürlich dann dieses bekannte Testimonial
[22:15] Fabian: in Form des Coaches John Madden, der damals quasi schon in Rente ist.
[22:19] Fabian: Der ist so etwa 50 zu der Zeit und hat schon 1979 seine Coachkarriere beendet.
[22:24] Fabian: Der hat dann später so ein bisschen mit Burnout-Symptomen zu kämpfen und auch
[22:28] Fabian: sonst ist er gesundheitlich nicht mehr so fit.
[22:30] Fabian: Und dann sagt er, ach komm, ich lasse das jetzt mal.
[22:32] Fabian: Und er ist aber bei dem John-Madden-Football dann nicht nur als Gesicht auf
[22:36] Fabian: der Packung, sondern auch ein wichtiger Ratgeber, was das Spieldesign angeht.
[22:41] Fabian: Also das Entwicklungsteam trifft sich mit ihm und er gibt da wirklich wichtigen
[22:44] Fabian: Input, um dieses Spiel gut zu machen.
[22:46] Fabian: Und das Spiel wird tatsächlich auch zu einem sehr großen Erfolg.
[22:50] Fabian: Und dann machen sie damit eben auch den Schritt auf den Konsolenmarkt.
[22:54] Fabian: Da ist EA lange nicht so richtig investiert, was das angeht.
[22:58] Fabian: Also die machen die Spiele eben für PC und für Heimcomputer.
[23:01] Fabian: Trip Hawkins mag zum Beispiel dieses Lizenzmodell von Nintendo nicht.
[23:05] Fabian: Das zieht er nicht so richtig ein, da diese Gebühren zu bezahlen.
[23:07] Fabian: Dann kommt 89, das Megadrive von Sega und da ist er dann schon interessiert,
[23:13] Fabian: weil er auch sieht, okay, das ist eine ganze Ecke weiter technisch als das NES,
[23:17] Fabian: da können wir bessere, schönere Spiele drauf machen.
[23:20] Fabian: Nichtsdestotrotz steigt er auch hier nicht sofort ein, sondern es gibt dann
[23:23] Fabian: so ein bisschen Zoff mit Sega und Hawkins sagt dann irgendwann,
[23:26] Fabian: ja gut, wir veröffentlichen die Spiele dann halt ohne Lizenz für eure Konsole.
[23:30] Fabian: So ein ähnliches Thema haben wir auch mal im Rahmen von Micro Machines besprochen
[23:33] Fabian: und am Ende gibt es eine Einigung mit Sega und EA, handelt für sich dann bessere Konditionen raus.
[23:39] Fabian: Dann erscheint 1990 das John-Madden-Football auch auf dem Mega Drive und wird
[23:44] Fabian: hier ein Mega-Erfolg und dann auch zu einer jährlichen Serie und ein Jahr später, 1991,
[23:50] Fabian: ist man dann auch auf dem Super Nintendo damit vertreten, weil EA kann das auch
[23:54] Fabian: nicht so richtig ignorieren, dass hier Nintendo dann mit einem super erfolgreichen
[23:58] Fabian: neuen Gerät an den Start geht und ja,
[24:00] Fabian: das ist so ein bisschen der Grundstein, wo es wirklich losgeht mit der großen
[24:05] Fabian: Erfolgsgeschichte der Sportspiele für EA.
[24:08] Gunnar: Man kann das nicht genug konstatieren. Ohne John Madden gäbe es diese ganze
[24:13] Gunnar: Firma EA als Sportspielfirma nicht.
[24:17] Gunnar: John Madden macht die Blaupause, es zementiert gewisse Ansprüche an spätere Sportspiele,
[24:23] Gunnar: es zeigt die Macht einer Person oder einer Lizenz nochmal überdeutlich mit John
[24:27] Gunnar: Madden und es zeigt EA diesen Konsolenmarkt auf und NHL und später FIFA werden davon erst ermöglicht.
[24:36] Gunnar: EA versucht dann logischerweise in der Folge, weitere Sportspiele zu machen
[24:39] Gunnar: und damit die alle gleich als Franchise zu denken.
[24:43] Gunnar: Also nicht nur als Einzelspiel, das man halt mal so macht, sondern als Serie.
[24:47] Gunnar: Die sind alle zunächst auf den US-Markt ausgerichtet und dafür gründen sie auch
[24:51] Gunnar: 1991 schon das Label EA Sports als Dachmarke, um zu zeigen, wie wichtig ihnen das ist.
[24:56] Gunnar: 1991 kommt ein NBA-Spiel, das heißt Bulls vs.
[24:59] Gunnar: Lakers and the NBA Playoffs. Dann kommt NHL-Hockey, dem haben wir eine Folge
[25:03] Gunnar: gewidmet. NHL-Hockey heißt ja übrigens außerhalb der USA EA-Hockeys,
[25:08] Gunnar: weil sie sich gedacht haben, naja, NHL kennt ja niemand außerhalb der USA.
[25:13] Gunnar: Und in anderen Ländern hat man halt Nationalmannschaften hauptsächlich mit fiktiven
[25:17] Gunnar: Spielernamen anstatt dieser NHL-Teams, was auch gar keine schlechte Kalkulation ist.
[25:22] Gunnar: Weil tatsächlich ist die Nationalmannschaft im Eishockey in Deutschland und
[25:26] Gunnar: in den vielen europäischen Ländern viel bekannter als die Ligen,
[25:28] Gunnar: die alle nicht so eine Bedeutung haben, zumindest in den starken Fußballländern wie Deutschland.
[25:33] Gunnar: Aber die NHL hat natürlich dann
[25:35] Gunnar: überregionale Strahlkraft und später wird dann halt NHL der feste Name.
[25:39] Gunnar: Sie probieren es auch mit Golf, dann auch mit einem ganz ähnlichen Konzept,
[25:42] Gunnar: mit einer Lizenz der PGA, dieser Golfvereinigung.
[25:44] Gunnar: Da kommt 1990 PGA Tourgolf auf die Konsolen und dann kommt aber mal langsam Fußball.
[25:52] Fabian: Ich habe versucht mal so ein bisschen diese Entscheidung nachzuempfinden,
[25:56] Fabian: das ist ja nicht so super naheliegend in den USA, dass man dann sagt,
[25:58] Fabian: ja wir gehen auf Fußball.
[26:00] Fabian: Tatsächlich, wenn wir das aus heutiger Perspektive betrachten,
[26:02] Fabian: habe ich das mal nachgelesen, ist Fußball ja relativ beliebt in den USA.
[26:06] Fabian: Also klar, das ist schon noch hinter American Football, Baseball und Basketball,
[26:10] Fabian: aber dann kommt Fußball.
[26:11] Fabian: Und damals so vor knapp 35 Jahren, da kommt gerade so ein bisschen so ein Hype auf in den USA.
[26:17] Fabian: Also es steht ja damals schon fest, tatsächlich schon 1988,
[26:21] Fabian: dass die Fußball-WM 94 in den USA stattfinden wird und auch die FIFA hat übrigens
[26:27] Fabian: den Plan so im Hinterkopf von wegen, ah, da bauen wir einen richtig großen Hype
[26:31] Fabian: auf und dann haben wir hier nochmal einen super guten Markt,
[26:33] Fabian: wo Fußball dann auch eine richtig große Nummer sein wird.
[26:35] Fabian: Das Problem an der Stelle ist noch, dass die FIFA eine Bedingung setzt,
[26:39] Fabian: damit die WM in den USA stattfinden kann.
[26:42] Fabian: Es muss da eine Profi-Fußball-Liga geben und die gibt es zu der Zeit gar nicht.
[26:45] Fabian: Es gab mal bis 1984 die North American Soccer League, die hat dann den Spielbetrieb
[26:51] Fabian: eingestellt, weil sich einfach niemand so richtig dafür interessiert hat.
[26:54] Fabian: Dann geht man her, gründet 93 Major League Soccer, also eine neue nationale Fußball-Liga.
[27:01] Fabian: Spielt tatsächlich dann erst Jahre später, das dauert dann noch ein bisschen,
[27:04] Fabian: aber diese Liga ist gegründet und existiert prinzipiell und dieser ganze Wunsch
[27:10] Fabian: Fußball in die USA zu bringen, das betreibt die FIFA wirklich sehr extrem.
[27:14] Fabian: Also da werden auch noch Gedankenspiele im Vorfeld angestellt.
[27:17] Fabian: Ich habe da so ein paar alte Artikel nochmal nachgelesen. Also die FIFA denkt
[27:21] Fabian: zum Beispiel darüber nach, dass man ja mit 10 statt 11 Spielern spielen könnte,
[27:25] Fabian: dass man die Tore größer machen könnte und dass man auch das Spiel nicht in
[27:29] Fabian: zwei Hälften teilt, a 45 Minuten,
[27:31] Fabian: sondern dass das in Vierteln stattfindet, weil das kommt ja den Gewohnheiten
[27:36] Fabian: aus anderen Sportarten mehr entgegen und man hat natürlich auch mehr Möglichkeiten
[27:40] Fabian: Werbeinseln zu vermarkten.
[27:43] Fabian: Und die Alternative, über die man nachdenkt, ist, wir machen zwei Hälften,
[27:46] Fabian: aber die nicht mehr so lang. Wir machen die nur 35 Minuten.
[27:50] Fabian: Und all das wird zum Glück aber abgebügelt.
[27:53] Gunnar: Die Amerikaner haben völlig korrekt konstatiert, dass Fußball langweilig ist.
[27:58] Gunnar: Zumindest mal als Fernsehsportart. Und das ist ja auch so. Wenn du halt irgendein
[28:01] Gunnar: mittelmäßiges Spiel siehst, das 0-0 ausgeht, dann passiert halt gar nichts.
[28:05] Gunnar: Und dann musst du schon entweder ein starkes Investment haben als Fan,
[28:11] Gunnar: um das dann noch wirklich zu gucken.
[28:13] Gunnar: Oder ein hohes taktisches, spielerisches Interesse am Sport.
[28:17] Gunnar: Und das kann man bei Fernsehzuschauern nicht voraussetzen. Ich wundere mich
[28:20] Gunnar: heute noch, warum so viele Leute Fußball im Fernsehen gucken,
[28:22] Gunnar: wo sie doch das Spiel gar nicht verstehen.
[28:25] Gunnar: Während der EM hat meine 16-jährige Tochter jedes Spiel mitgeguckt,
[28:29] Gunnar: insbesondere die Deutschlandspiele, aber das war ihr zu aufregend.
[28:32] Gunnar: Das konnte sie nicht, das hat sie dann fast nicht ausgehalten,
[28:34] Gunnar: wenn wir nicht sofort 2-0 führen nach fünf Minuten.
[28:37] Gunnar: Aber sie hat sich das ganze Spiel angeguckt und es war mir unerklärlich,
[28:40] Gunnar: was sie darin gesehen hat, weil das ist halt auch nicht so spannend.
[28:43] Gunnar: Naja, die Amerikaner hatten da einiges vor, aber aus unserer europäischen konservativen
[28:49] Gunnar: Fußball-Sicht ist das vielleicht ganz gut, dass sich das nicht durchgesetzt hat.
[28:51] Gunnar: Größere Tore, damit mehr Treffer fallen und so, ist ja klar.
[28:55] Gunnar: Aber egal, es bewegt sich was in dieser Zeit und EA will dann ab 93 auch im
[29:01] Gunnar: Fußballgeschäft mitmischen.
[29:03] Gunnar: Und dann stellen sie ein Team auf bei EA Kanada, das aber schon in Zusammenarbeit
[29:07] Gunnar: mit einer europäischen Dependance, nämlich der englischen Dependance EA UK,
[29:11] Gunnar: ein Fußballspiel machen soll.
[29:13] Gunnar: Den gleichen Ansatz verfolgen wie bei John Madden Football und den Versuch zu
[29:17] Gunnar: machen, die Sportart authentisch abzubilden.
[29:19] Gunnar: Und authentisch heißt, so wie im Fernsehen.
[29:22] Gunnar: Das klingt jetzt ein bisschen kritisch, aber es ist gar nicht böse gemeint.
[29:25] Gunnar: Das haben wir ja schon deutlich herausgearbeitet bei der NHL-Folge,
[29:28] Gunnar: dass das ihr Ding ist und dass es auch eine der Stärken ihrer Franchises ist.
[29:32] Gunnar: Und das Spiel heißt zunächst EA Soccer als Arbeitstitel. Die FIFA-Lizenz kommt
[29:35] Gunnar: im Verlauf der Entwicklung erst dazu. Das haben sie nicht vorher gemacht,
[29:39] Gunnar: sondern kommt erst danach.
[29:40] Gunnar: Und überhaupt sind die Engländer da federführend, weil die für ihren Markt und
[29:45] Gunnar: den ihnen naheliegenden europäischen Markt einen Fußballspieler haben wollen
[29:50] Gunnar: und nicht immer nur die amerikanischen Sportarten verkaufen wollen.
[29:54] Fabian: Es gibt vor allem eine Person, die hier in der Verantwortung mitsteht,
[29:58] Fabian: das ist der Producer des ersten Spiels, das ist Bruce McMillan und der ist ein
[30:02] Fabian: großer Fußballfan und es gibt intern durchaus auch Widerstände bei EA,
[30:06] Fabian: also dass Leute das Potenzial darin nicht sehen, ein Fußballspiel zu machen,
[30:09] Fabian: das doch nur sehr lokal dann relevant sein würde.
[30:12] Fabian: Er setzt das aber durch, er ist schon seit Anfang der 90er bei EA angestellt,
[30:17] Fabian: ist auch jemand, der später da groß Karriere machen wird.
[30:20] Fabian: Er wird später EVP in der Firma, bleibt da auch etwa 15 Jahre,
[30:24] Fabian: also so bis Mitte der Nullerjahre ist er da aktiv und er möchte eben Fußballspiele haben.
[30:29] Fabian: Er ist später auch noch der Producer des von uns heute eigentlich besprochenen FIFA-Spiels,
[30:33] Fabian: also er ist da wirklich eine wichtige Figur, die diese Reihe initial gegen Widerstände
[30:39] Fabian: durchdrückt und so erscheint dann
[30:40] Fabian: 1993 für das Mega Drive das erste FIFA International Soccer und das heißt,
[30:45] Fabian: wir hören auch zum ersten Mal in einem Fußballspiel Folgendes.
[30:52] Fabian: Das Spiel wird 1994 auf eine Menge andere Plattformen portiert,
[30:56] Fabian: interessanterweise auch noch auf den Amiga und ich weiß, dass ich das damals
[31:00] Fabian: auch darauf gespielt habe und das einigermaßen eine seltsame Erfahrung war,
[31:04] Fabian: da der Amiga ja einen Joystick hatte mit nur einer Taste.
[31:06] Fabian: Ich weiß gar nicht mehr, wie das richtig funktioniert hat.
[31:08] Fabian: Ich weiß auch nicht mehr richtig, warum ich das 94 noch gespielt habe,
[31:11] Fabian: weil ich natürlich längst auf dem Super Nintendo unterwegs war.
[31:14] Fabian: Aber ich glaube, wir haben den Amiga einfach sehr lange begleitet zu Hause und
[31:18] Fabian: ich sage mal, die Anschaffungskosten für die Amiga-Spiele waren vielleicht auch nicht so hoch.
[31:22] Fabian: Vielleicht habe ich damals gedacht, ach, guckst du mal auf dem Amiga rein und
[31:25] Fabian: wenn es gut ist, dann kaufst du es dir für das Super Nintendo.
[31:28] Gunnar: Vielleicht hast du es auch nur raubkopiert auf dem Amiga, um es dir dann für
[31:32] Gunnar: das Super Nintendo zu kaufen, Fabian. Wer weiß.
[31:35] Fabian: Ich habe quasi die Demo gespielt auf dem Amiga.
[31:38] Gunnar: So wird es gewesen sein. Das Spiel kommt mit einer isometrischen Perspektive.
[31:43] Gunnar: Wir haben sowohl bei NHL als auch bei Sensible Soccer viel darüber gesprochen,
[31:48] Gunnar: dass die Wahl der Perspektive zu der Zeit eine große Entscheidung ist und die
[31:54] Gunnar: bei vielen Spielen auch wirklich was ausmacht.
[31:56] Gunnar: Zu der Zeit steht es noch nicht fest.
[31:58] Gunnar: Spielt man in einer isometrischen Perspektive, also quasi schräg in den Bildschirmen,
[32:02] Gunnar: spielt man wie bei Sensible Soccer oder NHL von unten nach oben und von oben
[32:08] Gunnar: nach unten oder wie bei International Superstar Soccer von links nach rechts und rechts nach links.
[32:12] Gunnar: Es ist halt sehr wichtig für das Verständnis dieser Zeit und der Fußballspiele
[32:16] Gunnar: dieser Zeit, dass halt da viele Sachen noch nicht feststehen.
[32:20] Gunnar: Die Spiele sozusagen sich immer wieder neu erfinden oder einen neuen Take auf die Sportart erfinden.
[32:24] Gunnar: Und das erst mit dem Erfolg von FIFA später, mit den späteren FIFA-Titeln 97,
[32:30] Gunnar: 98, dass sich dann sozusagen die Formel so stark etabliert, dass andere Spiele
[32:36] Gunnar: auch davon nicht mehr abweichen.
[32:37] Gunnar: Aber zu der Zeit hier, als FIFA rauskommt, ist das alles noch nicht gegessen.
[32:41] Gunnar: Da weiß man das noch nicht, wie sich das durchsetzen wird und wie so eine Sportart
[32:46] Gunnar: perfekt simuliert werden kann, dass sie allen gefällt und trotzdem zugänglich ist.
[32:51] Gunnar: Und das ist halt das große Verdienst, insbesondere von dem 98er-Teil,
[32:55] Gunnar: über den wir heute maßgeblich sprechen, dass da halt jetzt die Formel sich wirklich
[33:00] Gunnar: langsam verhärtet und da nicht mehr von abgewichen wird.
[33:03] Fabian: Ja, vorerst wird noch sehr stark davon abgewichen. Also das Spiel erscheint,
[33:08] Fabian: es wird ein großer Erfolg übrigens.
[33:10] Fabian: Also EA hat sowas gerechnet wie ein paar hunderttausend Stück,
[33:13] Fabian: können sie vielleicht verkaufen.
[33:13] Fabian: Tatsächlich wird das ein Millionenzeller auf der ganzen Welt.
[33:17] Fabian: Und dann kommt 1994 schon ein FIFA 95, das interessanterweise,
[33:21] Fabian: das ist auch relativ special,
[33:23] Fabian: erscheint nur für das Mega Drive, weil ich habe es eben gesagt,
[33:26] Fabian: 1994 wurde auf den anderen Plattformen ja erst das alte FIFA Soccer quasi umgesetzt
[33:31] Fabian: und das gibt es dann da, also teilweise auch ein bisschen überarbeitet,
[33:34] Fabian: weil es findet ja 1994 dann die WM statt.
[33:37] Fabian: Und am Super Nintendo zum Beispiel gibt es dann Mannschaften,
[33:40] Fabian: die bei der WM dabei waren, aber in der Mega Drive Version noch nicht drin waren,
[33:44] Fabian: sowas wie Bolivien oder Südkorea, das fügt man dann dazu und tatsächlich das
[33:49] Fabian: Mega Drive bekommt halt so ein marginal aktualisiertes Spiel und die anderen
[33:53] Fabian: Konsolen bekommen 94 eben erstmal das Urspiel portiert und dann im Jahr 95 mit FIFA 96,
[34:00] Fabian: da gibt es dann schon die ersten wirklich großen Veränderungen.
[34:04] Gunnar: Jetzt sind ja die 3D-Plattformen Playstation und Saturn am Start.
[34:08] Gunnar: Auf dem PC ist jetzt Doom mittlerweile zwei Jahre alt und der PC hat auch deutlich
[34:13] Gunnar: gezeigt, dass er 3D kann.
[34:15] Gunnar: Und jetzt geht diese Serie auch in die dritte Dimension.
[34:20] Gunnar: EA hat immer einen lustigen Namen für alles. EA nennt das jetzt Virtual Stadium.
[34:23] Gunnar: Und die Spieler sind aber in diesen 3D-Stadien noch Sprites.
[34:29] Gunnar: Also es ist noch eine Mischengine sozusagen.
[34:31] Gunnar: Sie können schon diese Weite des Raumes darstellen, dieses beeindruckende Gefühl
[34:36] Gunnar: eines Stadions, das ja in den anderen Spielen bis jetzt immer nur eher krude Abbildung war.
[34:42] Gunnar: Jetzt ist es halt richtig ein bisschen fühlbar mit dem 96er,
[34:45] Gunnar: aber es laufen halt noch kleine Sprites drin rum.
[34:47] Fabian: Ich möchte da nochmal kurz betonen, was für ein wichtiger Moment das damals
[34:51] Fabian: ist für Fans von Fußballspielen und ich würde mich durchaus auch als solchen bezeichnen.
[34:56] Fabian: Dieser Zeitpunkt, wo die Stadien dreidimensional werden,
[34:59] Fabian: diese Weite dann einfach da abzubilden, das ist schon wirklich toll,
[35:03] Fabian: weil so ein Stadion ist ja groß und du kannst da eben auch weit schauen und
[35:07] Fabian: du siehst dann auch die Zuschauerränge in diesen 3D-Perspektiven,
[35:10] Fabian: das verändert das Spielgefühl wirklich sehr, sehr stark.
[35:14] Fabian: Spielerisch ist das unter Umständen noch nicht die beste Entscheidung damals,
[35:16] Fabian: aber man merkt, okay, hier hat gerade die Zukunft begonnen der Fußballspiele.
[35:21] Gunnar: Genau, wir können natürlich noch mal festhalten, damit wir hier jetzt niemandem
[35:24] Gunnar: Unrecht tun, Actual Soccer kommt
[35:27] Gunnar: zur gleichen Zeit mit einer richtigen 3D-Engine, also auch ohne Sprites.
[35:30] Gunnar: Aber wie das halt immer so ist in dieser frühen 3D-Zeit, da werden viele kleine
[35:35] Gunnar: Fehlentscheidungen getroffen.
[35:36] Gunnar: Und ich finde, EA geht hier nicht den ganzen Weg zu einer 3D-Engine.
[35:41] Gunnar: Es sieht aber trotzdem auch mit den Sprites, Besser aus als das Actra Soccer,
[35:45] Gunnar: fand ich damals zumindest.
[35:46] Gunnar: Ich habe das jetzt nicht nochmal im Detail, Screenshot für Screenshot daneben gehalten.
[35:50] Gunnar: Aber das Actra Soccer sah schon mit seiner frühen 3D-Engine sehr krude aus.
[35:54] Fabian: Ja, und EA buttert halt auch an anderen Stellen jetzt rein. Also sie haben bei
[35:57] Fabian: FIFA 96 dann eine FIFPro-Lizenz. Das heißt, sie haben echte Spielernamen.
[36:02] Gunnar: Das muss man vielleicht kurz noch mit einem Satz würdigen. Du hast gesagt,
[36:05] Gunnar: sie haben die FIFA-Lizenz vorher. Das ist richtig. Damit hat man die Nationalmannschaften.
[36:09] Gunnar: Und die FIFPro-Lizenz braucht man, weil es ist die Spielervereinigung.
[36:12] Gunnar: Die vergibt eigene Lizenzen für die Spielannahmen.
[36:15] Gunnar: Und das ist das, was den großen Unterschied macht, finde ich.
[36:18] Gunnar: Die realistischen Spieler zuzuordnen, auch Nationalmannschaften,
[36:22] Gunnar: das ist so ein Riesensprung.
[36:24] Gunnar: Die FIFA-Lizenz ist ganz nett oder die UEFA-Lizenz. Aber die Spielannahmen und
[36:29] Gunnar: damit natürlich nicht nur die Spielannahmen, sondern auch die Spielerfähigkeiten,
[36:32] Gunnar: das Aussehen der Spieler.
[36:34] Gunnar: Das sind ja alles persönliche Rechte, die diese Spieler alle an die FIFA Pro
[36:37] Gunnar: abtreten, damit die die universal vermarktet. Und das bringt uns hier in eine
[36:42] Gunnar: neue Dimension. Nicht die dritte, aber eine neue Dimension der Realitätsnähe.
[36:47] Fabian: Genau und jetzt kommt noch ein Spiel vor unserem eigentlichen Spiel,
[36:51] Fabian: nämlich FIFA 97, das erscheint dann 1996 und hier gibt es dann auch eben 3D-Spiele,
[36:58] Fabian: also die sind aus Polygonen gebaut und Motion Capturing wird eingesetzt für deren Bewegung.
[37:02] Fabian: Das heißt, hier hat FIFA dann auch aufgeschlossen zu den technischen Vorteilen,
[37:06] Fabian: die andere Fußballspiele damals schon haben und ansonsten ist eben einfach mehr
[37:10] Fabian: Content nochmal das Thema,
[37:11] Fabian: also es kommen nochmal mehr Ligen hinzu und sie führen hier bei FIFA 97 auch
[37:16] Fabian: den Hallenfußball ein, den sie dann auch übernehmen für das FIFA 98 WM-Qualifikation
[37:20] Fabian: und ja, jetzt kann man sagen,
[37:23] Fabian: sie sind im 3D-Zeitalter angekommen und wir steigen ein in die Entstehung von
[37:29] Fabian: FIFA 98, die WM-Qualifikation.
[37:31] Gunnar: Oder wie es im englischsprachigen Raum heißt, The Road to the World Cup.
[37:35] Gunnar: Als dieses Spiel jetzt kommt, ist die FIFA-Serie bereits stark und etabliert.
[37:41] Gunnar: Das Debüt-Spiel Anfang der 90er
[37:43] Gunnar: wurde ja noch von einem Dutzend Personen entwickelt, ein kleines Team.
[37:46] Gunnar: Mittlerweile haben sie eine richtig große Mannschaft da drauf.
[37:48] Gunnar: Auf die Konstante bleibt der Producer und treibende Kraft Bruce McMillan, der das vorantreibt.
[37:55] Gunnar: Und man ist intern nicht so zufrieden mit dem 97er-Teil.
[37:59] Gunnar: Sie haben jetzt 3D-Spieler, ganz richtig, aber das Spiel wirkt noch ein bisschen
[38:03] Gunnar: wackelig, ein bisschen langsam, ein bisschen zäh. Und es passiert ihnen ein Desaster.
[38:07] Gunnar: Sie treten nämlich auf dem N64 direkt gegen die große Konkurrenz International Superstar Soccer an.
[38:15] Gunnar: Da kommt nämlich erst ihr FIFA 64 raus,
[38:19] Gunnar: also die Portierung von FIFA 97 und dann kurz danach das ISS 64 und im direkten
[38:25] Gunnar: Vergleich wischt das japanische Spiel mit den Amerikanern den Boden auf und
[38:30] Gunnar: das steht auch in jedem Review dieser Zeit. Das ist jedem aufgefallen.
[38:34] Gunnar: Das Spiel ist viel kruder, es läuft viel schlechter.
[38:37] Gunnar: Es ist immer noch ein gutes Spiel mit vielen Optionen. Das ist ja EAs Stärke
[38:40] Gunnar: und diesem ganzen Drumherum.
[38:42] Gunnar: Aber das eigentliche Spielen und vor allen Dingen die grafische Darstellung
[38:47] Gunnar: mit der Steuerung, das ist deutlich schlechter.
[38:50] Fabian: Da habe ich auch nochmal kurz reingespielt, also das misslingt Ihnen total,
[38:53] Fabian: diese FIFA 97 Version fürs N64 und Sie wissen, okay, wir möchten alle Versionen
[38:58] Fabian: einfach nochmal besser machen,
[39:00] Fabian: wir möchten mehr Qualität in diese Spielerei bringen und damit einhergehend
[39:04] Fabian: würdest du ja eigentlich denken, okay,
[39:06] Fabian: dann brauchen wir vielleicht ein bisschen mehr Zeit für die Entwicklung dieser
[39:10] Fabian: einzelnen Spiele und müssen da ein bisschen mehr ins Detail gehen und überall nachbessern.
[39:14] Fabian: Sondern tatsächlich fasst aber das Team rund um Bruce McMillan einen anderen Plan.
[39:19] Fabian: Sie wollen nämlich nach FIFA 97 dann mit drei Spielen innerhalb eines Jahres rauskommen.
[39:25] Fabian: Das Ganze hat damit zu tun, dass EA eben die Rechte hat für die Fußball-WM 98
[39:29] Fabian: in Frankreich und normalerweise müsste dann so Ende 97 das FIFA 98 kommen.
[39:35] Fabian: Ihr neuer Plan ist aber jetzt, wir machen kein FIFA 98, sondern wir bringen
[39:39] Fabian: ein WM-Qualifikationsspiel. Das ersetzt dann FIFA 98 zur WM selbst.
[39:45] Fabian: Also Mitte 98 bringen wir dann nochmal ein eigenes Spiel raus.
[39:48] Fabian: Und dann machen wir Ende 98 FIFA 99.
[39:52] Fabian: Und ja, das Ganze ist dann wirklich so etwas mehr als ein Jahr.
[39:56] Fabian: Man kann es nicht genau benennen, weil unser Hauptthema, die WM-Qualifikation,
[40:00] Fabian: das Spiel erscheint ein bisschen verteilt. Das erscheint erst auf dem PC und
[40:03] Fabian: dann mit leichtem Abstand auf den Konsolen.
[40:05] Fabian: Tatsächlich legen sie sich hier aber ein extremes Pensum einfach auf.
[40:10] Fabian: Und das dann zusammenzubringen mit dem Vorsatz, das soll alles viel besser werden,
[40:13] Fabian: das klingt sehr, sehr schwierig, denn natürlich können sie auch nicht bei Null anfangen,
[40:18] Fabian: sondern sie müssen als Startpunkt, also als Basis für das Qualifikationsspiel
[40:23] Fabian: schon FIFA 97 verwenden und können das nicht komplett wegwerfen,
[40:26] Fabian: was sie bis dahin gearbeitet haben.
[40:29] Fabian: Und tatsächlich sind sie auch gut darin, die Probleme mit dem Vorgängerspiel zu erkennen.
[40:34] Gunnar: Und eins ihrer Hauptprobleme ist, dass das Spiel nicht gut reagiert auf Spielereingaben.
[40:40] Gunnar: Und das ist natürlich in einem Sportspiel einigermaßen wichtig.
[40:43] Gunnar: Und durch das Motion Capturing, also das realistische Abnehmen von Bewegungsabläufen
[40:48] Gunnar: von echten Menschen und die dann ins Spiel zu tun als vorgefertigte Animationen,
[40:52] Gunnar: das bringt ihnen ein Problem ein.
[40:54] Gunnar: Denn diese Motion Capture Animationen müssen komplett ablaufen im Spiel.
[40:58] Gunnar: Das heißt, wenn man einen Schuss startet oder einen Sprung ansetzt oder so,
[41:03] Gunnar: dann muss erst die ganze Animation durchlaufen, ehe man das wieder ändern kann oder abbrechen kann.
[41:07] Gunnar: Das kennt man ja auch aus anderen Spielen, dass manchmal Animationsphasen zu lang sind.
[41:11] Gunnar: Und wenn man dann getroffen wird vom Gegner, dass die Animationsphase erst durchlaufen
[41:14] Gunnar: muss und nicht unterbrochen wird oder sowas.
[41:16] Gunnar: Und so ist es hier halt auch. Das müssen sie ändern, dass sie die Sequenzen
[41:20] Gunnar: anpassen, dass die nicht mehr durchlaufen müssen, sondern dass es ein logischeres,
[41:24] Gunnar: früheres Ende gibt, wo man aus der Animation wieder rauskommt und eine andere
[41:27] Gunnar: Aktion anschließen kann.
[41:28] Gunnar: Das Spiel soll damit halt responsiver werden. Der Spieler soll bessere Kontrolle
[41:32] Gunnar: haben und direkter auf das Spiel einwirken können.
[41:35] Gunnar: Und wenn sie gerade dabei sind, dann wollen sie noch die Grafik-Engine verbessern,
[41:38] Gunnar: die beim 97er-Teil schon gut war, aber noch nicht perfekt.
[41:42] Gunnar: Und sie haben noch eine Reihe von Detail-Verbesserungen geplant.
[41:46] Gunnar: Einen Editor wollen sie machen. In der 97er-Version wurde sehr über das Abseits gelacht.
[41:52] Gunnar: Die Abseitsregel, die hatten die nämlich drin, das ist ja schon mal ganz gut,
[41:55] Gunnar: aber die war einfach nur von der Spielerposition abhängig. Das heißt,
[42:01] Gunnar: du konntest auch einen Rückpass machen zu einem Spieler und dann stand der im Abseits.
[42:05] Gunnar: Und das geht natürlich nicht, im richtigen Fußball muss der Pass ja nach vorne
[42:09] Gunnar: kommen, sonst hebt der der Spieler das Abseits auf, der den Pass gibt.
[42:13] Gunnar: Das ist ja totaler Irrsinn. Und das ändern sie jetzt auch zum Beispiel,
[42:16] Gunnar: ich sag mal Spoiler für später, gelingt ihnen nicht perfekt,
[42:19] Gunnar: aber halt wie gesagt ein Editor und generell besseres Spielerverständnis und
[42:24] Gunnar: so, sie arbeiten da an allen Fronten mit ihrem 97er Spiel, um daraus ein deutlich
[42:29] Gunnar: besseres 98er Spiel zu machen.
[42:31] Fabian: Ja, die Abseitsregel mag ihnen nicht perfekt gelingen.
[42:34] Fabian: Was sie aber nahezu perfekt ins Spiel einbauen, ist ein hervorragendes Intro,
[42:40] Fabian: mit dem wir jetzt einmal wirklich aufs Feld uns begeben, weil es ist eine Sache
[42:44] Fabian: zu sagen, okay, die haben erkannt, was die Schwachpunkte sind,
[42:46] Fabian: aber wie gut gelingt ihnen denn wirklich die Verbesserung des Ganzen?
[42:50] Fabian: Und ich muss sagen, der Ersteindruck zum Spiel, der ist heute für mich noch
[42:54] Fabian: genauso toll gewesen wie damals.
[42:55] Fabian: Wir hören uns einmal an, wie der Spielauftakt auf der Playstation klingt.
[43:46] Gunnar: Ist das sensationell gebaut.
[43:48] Fabian: Ja, es ist fantastisch. Die Komposition, wie man das hier zusammengebaut hat.
[43:52] Fabian: Also erst das markige Jingle It's in the Game, was sich mittlerweile auch schon
[43:55] Fabian: natürlich weiterentwickelt hat im Vergleich zum Ur-Megadrive-Spiel.
[43:59] Fabian: Dann die Zuschauer, die man hier im Stadion jubeln hört. Und dann die Gitarren von Song 2.
[44:04] Fabian: Das ist einfach ein solcher Klassiker. Und dann läuft dieses Stück nicht so
[44:08] Fabian: freistehend für sich, sondern du hörst dahinter so Kommentatoren in verschiedenen
[44:13] Fabian: Sprachen begeistert Spielszenen kommentieren.
[44:15] Fabian: Man hört da auch was auf Deutsch, der Gesang kommt dazu und wir fließen dann
[44:20] Fabian: rein in den Refrain dieses Stückes und die Zuschauer flippen komplett aus im
[44:24] Fabian: Stadion und es bauen sich dann auch so Fangesänge auf und es wirkt so richtig rauschhaft,
[44:29] Fabian: was hier in diesen anderthalb Minuten passiert.
[44:31] Fabian: Und ich hatte da echt gleich wieder eine Gänsehaut genommen und habe mich eins
[44:34] Fabian: zu eins daran erinnern können, wie ich das vor über 25 Jahren empfunden habe.
[44:38] Gunnar: Ja, ich kann heute das Lied noch nicht hören, ohne an FIFA zu denken.
[44:41] Fabian: Das stimmt.
[44:43] Gunnar: Das wird uns allen so gehen. Wie perfekt der Song auch ausgewählt ist.
[44:47] Gunnar: Sie spielen ja auch nicht den ganzen Song, sondern sie spielen halt die entscheidenden
[44:50] Gunnar: Momente aus dem Song und so.
[44:51] Gunnar: Und das passt alles so gut aufeinander und man hat wirklich das Gefühl,
[44:55] Gunnar: hier weiß jemand, was sie tun, um Fußballfans und generell Spielefans hier gut zu bedienen.
[45:00] Gunnar: Naja, damit sind wir ja schon mal drin. Dann gibt es noch eine kleine Ladegrafik
[45:04] Gunnar: und dann sind wir schon im Hauptmenü.
[45:05] Gunnar: Und das ist einigermaßen übersichtlich.
[45:08] Gunnar: Wir zählen mal ganz kurz hier auf, was man hier machen kann,
[45:10] Gunnar: weil das für das Verständnis des Spiels wichtig ist.
[45:13] Gunnar: Also man kann jetzt natürlich die WM-Qualifikation spielen, die auch im deutschen
[45:17] Gunnar: Spiel hier als Road to the World Cup im Menü bezeichnet wird.
[45:21] Gunnar: Man kann natürlich ein Freundschaftsspiel spielen mit frei wählbaren Mannschaften,
[45:24] Gunnar: wie man das aus allen diesen Fußballspielen kennt.
[45:26] Gunnar: Man kann eine Liga machen. Das ist dieser Teil mit den Vereinsmodi,
[45:30] Gunnar: wo Hannover 96 nicht drin vorkommt.
[45:32] Gunnar: Da kann man fiktive Ligen bauen.
[45:35] Gunnar: Das ist keine realistische Bundesliga, die man da nachspielen kann.
[45:38] Gunnar: Das sind so Achterligen und da kann man dann sich die acht Mannschaften aus
[45:42] Gunnar: dem Set, zum Beispiel in Deutschland, der verfügbaren Vereine,
[45:45] Gunnar: also der Bundesliga-Vereine, dann rausnehmen und mit denen eine Liga spielen.
[45:49] Gunnar: Das ist ein ganz komischer Mix von richtigen Namen und nicht ganz richtigen Namen.
[45:55] Gunnar: Der 1. FC Köln zum Beispiel heißt in der Liste FC Köln ohne das 1.
[45:59] Gunnar: Und wenn das Spiel startet, dann sagt Werner Hansch, wir kommen hier beim 1.
[46:04] Gunnar: FC Köln, was ich überhaupt nicht verstehe und der Karlsruher SC heißt nur Karlsruhe.
[46:09] Gunnar: Das reicht ja auch. SC ist egal. Jedenfalls kann man da so kleine Ligen draus
[46:14] Gunnar: bauen, auch mit echten Spielern, die dann den Vereinen korrekt zugeordnet sind.
[46:18] Gunnar: Das ist alles ganz nett. Mich hat das gestresst, dass das keine 18er-Ligen sind
[46:21] Gunnar: und dass da Hannover fehlt.
[46:23] Gunnar: Ich habe den Modus nicht viel gespielt, weder damals noch jetzt heute in der
[46:27] Gunnar: Recherche für diesen Teil. ist aber natürlich der Teil, der dieses FIFA zu einem
[46:32] Gunnar: vollständigen FIFA macht.
[46:33] Gunnar: Weil es will ja nicht nur ein Weltmeisterschaftsqualifikationsspiel sein,
[46:37] Gunnar: sondern es will ja auch ein vollwertiges FIFA sein mit dem normalen Liga-Betrieb.
[46:42] Gunnar: Dann gibt es einen Trainingsmodus, der ist relativ rudimentär im Vergleich zu
[46:47] Gunnar: späteren Pro Evolution Soccers und späteren FIFAs. Da kann man so ein bisschen ins Spiel gucken.
[46:52] Gunnar: Elfmeterschießen kann man hier als Disziplin machen.
[46:55] Gunnar: Also das Elfmeterschießen ist hier kein Trainingsaspekt. Das Elfmeterschießen
[46:58] Gunnar: trainiert man im Trainingsmenü, sondern man kann es hier als Minispiel sozusagen
[47:02] Gunnar: machen und dann gibt es noch die Credits und den Editor.
[47:05] Gunnar: Und der Editor ist schon für ein Konsolenspiel echt ganz überraschend.
[47:09] Gunnar: Hast du mal was editiert, Fabian?
[47:11] Fabian: Ja, ich habe das ein bisschen ausprobiert. Wir kommen nachher mal dazu,
[47:14] Fabian: warum das vielleicht notwendig ist, auch im Hinblick auf die Kader,
[47:17] Fabian: die hier auflaufen werden.
[47:19] Fabian: Aber es ist schön, dass das drin ist und ich weiß, dass sie einfach dem Vorwurf
[47:23] Fabian: entgegenarbeiten wollten von wegen, das ist ja alles super alt und veraltet.
[47:26] Fabian: Das stimmt ja gar nicht so, haben die bei der WM gar nicht gespielt.
[47:29] Fabian: Aber spätestens, wenn du anfängst, die Spielernamen zu editieren,
[47:32] Fabian: weil du denkst, ach so, der hat ja seine Karriere eigentlich beendet,
[47:35] Fabian: dann sitzt du da halt wirklich und musst jedes Zeichen mit Steuerkreuz hoch, runter anpassen.
[47:40] Fabian: Das ist, glaube ich, dann gut, wenn man Freunde hat, die eine Memorycard haben,
[47:43] Fabian: wo schon so ein Spielstand drauf ist.
[47:45] Fabian: Ich alleine, gerade an einem System, wo du nur mit einem Controller arbeitest,
[47:48] Fabian: würde mich tendenziell eher nicht hinsetzen und diese 350 Teams aktualisieren.
[47:53] Fabian: Aber es ist schön, dass es das gibt.
[47:55] Gunnar: Ja, am PC ist natürlich eine andere Nummer, logischerweise, weil es da viel einfacher geht.
[47:58] Gunnar: Aber hier auf der Konsole kann ich mir nicht vorstellen, dass das besonders
[48:02] Gunnar: viele Leute für ihr Spiel gemacht haben.
[48:04] Gunnar: Es gibt ein paar kleine Fehler im Spiel, ein paar kleine falsche Werte und so.
[48:08] Gunnar: Vielleicht hat man die dann korrigiert.
[48:09] Gunnar: Aber das ist eher ein Add-on, würde ich sagen. So, das Herzstück dieses Spiels
[48:14] Gunnar: ist nun aber die WM-Qualifikation.
[48:16] Gunnar: Und wie du ja vorhin schon gesagt hast, nicht nur die Qualifikation,
[48:19] Gunnar: sondern auch das Turnier. Das heißt, man wählt hier eine Nation aus und spielt
[48:23] Gunnar: dann mit der die ganze Qualifikation durch.
[48:26] Gunnar: Das ist ein ganz schönes Zeitinvestment, ehrlich gesagt. Das sind zehn Spiele.
[48:29] Gunnar: Das sind Sechsergruppen mit jeweils fünf Spielen, Hinspiel und Rückspiel.
[48:33] Gunnar: Und dann ist man qualifiziert oder nicht. Und wenn man dann halt qualifiziert
[48:36] Gunnar: ist, dann tritt man auch in der Gruppenphase der WM 98 in Frankreich an.
[48:41] Gunnar: Und wenn man das dann halt durch hat, dann kommt man noch in die K.O.-Runde.
[48:45] Gunnar: Ich habe das Spiel einfach genommen in der N64-Version am Start dieser Recherche
[48:52] Gunnar: und habe das gar nicht geübt, habe mir das Training nicht angeguckt und habe
[48:57] Gunnar: mir die Controller-Belegung nicht angeguckt.
[48:59] Gunnar: Habe einfach Deutschland genommen und habe es gespielt.
[49:03] Gunnar: Bin direkt Weltmeister geworden. Womit ich sagen will, es ist nicht so schwer.
[49:07] Fabian: Ja, entweder bist du wahnsinnig gut, Gunnar, oder die KI hat vielleicht noch
[49:10] Fabian: hier und da leichte Schwächen oder generell die Art und Weise,
[49:14] Fabian: wie die Spieler sich auf dem Platz verhalten.
[49:15] Fabian: Dazu kommen wir natürlich noch in der Detailanalyse. Ich habe auch relativ erfolgreich
[49:19] Fabian: gespielt und ich habe lange nicht mehr wirklich vertieft Fußballspiele gespielt.
[49:23] Fabian: Ich wollte natürlich mit Deutschland Weltmeister werden, so gerade euphorisiert
[49:27] Fabian: durch die real stattfindende EM, habe ich mich für die deutsche Nationalmannschaft
[49:31] Fabian: entschieden und hier Hier merkt man natürlich schon, dass diese Kader 1997 gebaut wurden.
[49:37] Fabian: Es ist gar nicht so viel falsch bei Deutschland. Das liegt auch daran,
[49:40] Fabian: dass wir bei der WM mit einer sehr alten Mannschaft gespielt haben.
[49:44] Fabian: Also Berti Vogts hat an vielen Veteranen festgehalten. Die Mannschaft ist im
[49:46] Fabian: Schnitt auch etwas über 30 Jahre alt.
[49:48] Fabian: Aber es gibt dennoch Leute im Spiel, die in der Realität da gar nicht mehr gespielt haben.
[49:53] Fabian: Also Matthias Sammer zum Beispiel, der hat 1997 sein letztes Länderspiel gemacht.
[49:57] Fabian: Der hat dann eine Knie-OP und gesundheitliche Schwierigkeiten infolgedessen.
[50:01] Fabian: Und auch Dieter Eilts zum Beispiel, wo ich in Erinnerung gesagt hatte,
[50:03] Fabian: hä, der ist doch da längst Geschichte gewesen.
[50:06] Fabian: Der spielt noch 1997 in der WM-Qualifikation mit, aber bei der WM ist der nicht mehr vertreten.
[50:12] Fabian: Und ansonsten ist zumindest bei Deutschland relativ viel noch richtig rein zufällig.
[50:18] Gunnar: Ja, das sagst du so, aber ich habe ja auch Deutschland gespielt und ich fand
[50:22] Gunnar: den Kader sehr irritierend.
[50:24] Gunnar: Ich habe jetzt keine Fehleranalyse gemacht, wo das jetzt herkommt,
[50:26] Gunnar: aber Vogt spielt bei der realen 98er WM mit einer Dreierabwehr die ganze Zeit.
[50:32] Gunnar: Ohne Libero, eine reine Dreierkette, wie man das damals oft noch gemacht hat.
[50:36] Gunnar: Und die Standardformation für das WM-Spiel ist eine Dreierkette mit Libero,
[50:41] Gunnar: mit zusätzlichem Libero.
[50:42] Gunnar: Und den Libero spielt immer Sammer, weil der ist ja noch dabei in dem Spiel
[50:45] Gunnar: und der ist ja in der realen WM nicht mehr dabei. Aber in der realen WM spielt
[50:48] Gunnar: er mit Wörns, Thon und Kohler. Einmal kommt noch Hamann zum Einsatz.
[50:52] Gunnar: Dann setzt er noch Babbel und Matthäus ein. Matthäus ist ja eigentlich ein Mittelfeldspieler.
[50:56] Gunnar: Und im Kader stehen noch als Verteidiger die Spieler Helmer und Reuter.
[51:00] Gunnar: Aber die kommen nur im Mittelfeld zum Einsatz.
[51:02] Gunnar: In dem Spiel fehlen Wörns, Thon, Hamann, Matthäus
[51:07] Gunnar: Und Reuter ist kein Verteidiger, sondern ein Mittelfeldspieler.
[51:10] Gunnar: Damit gibt es in dem Setup, mit dem man als Deutschland spielt,
[51:13] Gunnar: halt die drei Verteidiger, Kohler, Babbel und Helmer, die bilden die Dreierkette
[51:17] Gunnar: und Sammer steht als die Büro dahinter.
[51:18] Gunnar: So, und wenn sich jetzt ein Spieler von denen verletzt, dann gibt es im ganzen
[51:22] Gunnar: Kader keinen Ersatzmann.
[51:24] Gunnar: Woher weiß ich das? Naja, ich habe mit dem Kohler gespielt und der hat sich verletzt.
[51:28] Gunnar: Und dann musste der vom Platz. Und dann hatte ich im Kader keinen,
[51:32] Gunnar: der der Position korrekt zugeordnet ist.
[51:34] Gunnar: Man kann den Stefan Reuter nehmen, der hat im echten Leben auch Rechtsverteidiger
[51:37] Gunnar: gespielt, das ist schon okay.
[51:38] Gunnar: Aber man weiß ja bei so Spielen nie, ob das nicht einen Skillabzug gibt oder
[51:43] Gunnar: sowas, wenn die Spieler auf der falschen Position spielen, weil das Spiel das denkt.
[51:46] Gunnar: Dass der Reuter in der realen Welt ein kompetenter Rechtsverteidiger ist,
[51:49] Gunnar: kann ja sein, dass das Spiel das nicht weiß.
[51:51] Gunnar: Das hat mich total irritiert, das ist nämlich ein quasi verteidigerloser Kader
[51:56] Gunnar: und mir ist nicht ganz klar, warum der für dieses Spiel so zusammengestellt worden ist.
[52:01] Gunnar: Also ich weiß das nicht. Mich hat das schon wieder total aufgeregt,
[52:03] Gunnar: Aber ich möchte vielleicht mal ganz kurz
[52:04] Gunnar: was zum generellen Fußball- und Sportspiel-Ding sagen, wie ich das habe.
[52:09] Gunnar: Ich habe immer zu meiner ganzen Spielerkarriere immer die aktuellen Fußballspiele gespielt.
[52:13] Gunnar: Also nicht alle super intensiv, aber die allermeisten super intensiv.
[52:16] Gunnar: Große Phasen gehabt mit International Soccer auf dem C64, mit den Sensible Soccer
[52:22] Gunnar: und so weiter und so fort. Und halt dann zuletzt noch mit Pro Evolution Soccer.
[52:26] Gunnar: Und ich habe die immer zu jeder Sekunde total geliebt und total gehasst.
[52:30] Gunnar: Die frühen Spiele zu Fußball waren ja noch Games und keine Simulationen.
[52:36] Gunnar: Du hast halt versucht zu eruieren, was das Game will.
[52:39] Gunnar: Und das Game bei International Soccer auf dem C64, das wollte halt nicht,
[52:45] Gunnar: dass du ein Kombinationsspiel machst, sondern da konntest du halt dem Spieler
[52:48] Gunnar: den Ball auf den Kopf lupfen.
[52:50] Gunnar: Und dann ist er in einer Kopfballkette, immer auf dem Kopf balancierend wie
[52:54] Gunnar: so ein Trickster, bis zum Strafraum durchgelaufen und hat eingeköpft.
[52:57] Gunnar: Und das ist halt ein Spielskill. Ja, das ist halt eine Sache,
[53:00] Gunnar: die man in diesem Spiel macht, wie man halt bei Mario springt oder einen Double-Jump
[53:03] Gunnar: macht oder so. Und das hat aber natürlich nichts mit Fußball zu tun.
[53:06] Gunnar: Und über die Zeit werden die Spiele halt dem Fußball deutlich ähnlicher in ganz
[53:11] Gunnar: vielen Aspekten, aber sie haben noch ganz starke Game-Aspekte.
[53:14] Gunnar: Auch das FIFA 98 hat noch ganz starke Game-Aspekte.
[53:18] Gunnar: Ja, du kannst halt hier zum Beispiel Methoden beobachten und entwickeln, wie du Tore schießt.
[53:25] Gunnar: Das ist im richtigen Spiel natürlich auch ein bisschen so. Natürlich schießt
[53:28] Gunnar: du auch Tore mit Pässen und Flanken und dann den Spieler freizuspielen.
[53:32] Gunnar: Aber hier gibt es einfach Methoden, die im echten Spiel nicht möglich sind,
[53:35] Gunnar: wie zum Beispiel das Solo über den ganzen Platz.
[53:37] Gunnar: Und dann hinterher in den 2000ern verschwindet dieser Game-Aspekt hin zu einer stärkeren Simulation.
[53:42] Gunnar: Auch die Torerzielung und das ganze Spiel wird viel fußballerischer.
[53:46] Gunnar: Und dann fange ich an, meinen Frieden zu machen mit diesen Spielen und ärgere
[53:50] Gunnar: mich nicht mehr jede Sekunde.
[53:52] Gunnar: Aber hier bei diesem Spiel gibt es noch ganz schön viele Sachen,
[53:54] Gunnar: die zwar toll sind, aber halt nicht wie Fußball.
[53:58] Gunnar: Und weil das Spiel aber schon so nah dran ist am Fußball, vor allen Dingen auch
[54:01] Gunnar: optisch, fallen die halt besonders auf.
[54:03] Fabian: Ja, vor allem heute, wo wir natürlich sehen, wie haben Fußballspiele sich später weiterentwickelt.
[54:08] Fabian: Ich weiß, dass ich damals durchaus dachte und das war auch eine gängige Meinung,
[54:10] Fabian: wenn man jetzt heute den Test schaut, dass das, was da passiert auf dem Bildschirm, das ist Fußball.
[54:15] Gunnar: Ja, aber dass die Abseitsregelung nicht funktioniert, war mir damals schon klar. Entschuldigung.
[54:19] Fabian: Das fällt ja natürlich nur Detailkennern wie dir wirklich auf.
[54:22] Fabian: Ich glaube, vielleicht hat man damals auch den Spielspaß noch ein bisschen höher
[54:25] Fabian: bewertet als die ganz akkurate Absicht.
[54:28] Fabian: Abbildung, aber so oder so dachte man, das sei realer Fußball und ich will noch
[54:32] Fabian: mal kurz daran anknüpfen, was ich vorhin sagte zum Kader und dass der an sich ja schon passt.
[54:36] Fabian: Ich habe mich jetzt darauf bezogen, auf die Leute, die halt in der Standard 11 stehen.
[54:40] Fabian: Wenn ich Deutschland spiele und gar nichts auswechsel, dann stimmen da schon
[54:43] Fabian: etwa 80 Prozent, aber klar, was dann die Spieler auf der Bank angeht,
[54:47] Fabian: da sind wir dann weiter davon weg und das kann dann eben zu solchen Situationen führen,
[54:51] Fabian: wie du sie eben beschrieben hast, dass da gar kein richtiger Verteidiger mehr auf der Bank
[54:55] Fabian: Ich würde sagen, Gunnar, wir springen mal ins Stadion rein und spielen jetzt
[54:59] Fabian: auch mal mit dieser deutschen Mannschaft, auch wenn sie nicht ganz der Realität
[55:02] Fabian: entsprechen mag, wenn man sie nicht editiert hat.
[55:05] Fabian: Und wir sehen ein Spiel, was aus der Seitenansicht funktioniert.
[55:08] Fabian: Das heißt, diese isometrische Perspektive, die ursprünglich mein Alleinstellungsmerkmal
[55:13] Fabian: von FIFA war, die ist hier schon länger aufgegeben.
[55:16] Fabian: Wir sehen so eine Seitenansicht im TV-Stil, von der ich sagen würde,
[55:20] Fabian: dass sie, wenn man es ernsthaft spielen möchte, etwas zu nah am Geschehen ist.
[55:24] Fabian: Das ist was, was viele frühe 3D-Spiele noch machen, dass sie denken,
[55:27] Fabian: ah, wir haben ja so tolle 3D-Grafik und detaillierte Figuren,
[55:30] Fabian: wir müssen da auch nah ran, damit man auch was erkennen kann.
[55:33] Fabian: Tatsächlich würde ich sagen, es gibt acht Kameraoptionen. Ich würde eher auf
[55:37] Fabian: die klassische Kamera gehen. Das ist so eine Seitenansicht, die ein bisschen weiter weg ist.
[55:40] Fabian: Und es gibt auch noch, wenn man die dann gerne möchte, auch diese alte isometrische
[55:44] Fabian: Perspektive, die nennt sich ja Stadionkamera.
[55:46] Fabian: Und den Rest dieser Perspektiven, das habe ich also Just for Fun mal ausprobiert,
[55:51] Fabian: die sind aber in der Regel viel zu nah am Spielgeschehen dran,
[55:54] Fabian: also die benutzt man nicht so wirklich, also ich zumindest habe da keinen Favoriten gefunden,
[55:58] Fabian: sondern habe dann in dieser etwas weiter entfernten Seitenansicht gespielt,
[56:01] Fabian: die ja auch bis heute bei Fußballspielen noch die vorherrschende Kamera ist.
[56:05] Fabian: Da kommt natürlich später noch der Umstand hinzu, dass wir von 4 zu 3 auf 16
[56:09] Fabian: zu 9 wechseln, dass du einfach mehr sehen kannst,
[56:12] Fabian: wenn du von links nach rechts spielst und hier ist eben das schon etabliert
[56:16] Fabian: als die Standardansicht für Spiele und wenn man sagt, ah, ist mir immer noch
[56:20] Fabian: zu wenig Übersicht, du kannst auch ein Radar.
[56:23] Fabian: Der ist standardmäßig deaktiviert, warum auch immer, kann man einschalten,
[56:27] Fabian: dann sieht man rechts oben in der Ecke eine Übersicht, wo sich gerade alle Spieler
[56:30] Fabian: befinden, was auch ganz interessant ist, wenn wir später mal darauf schauen,
[56:33] Fabian: wie verhalten sich die Spieler auf dem Feld eigentlich.
[56:36] Gunnar: Ja, das ist ein total guter Punkt, finde ich. Die Default-Ansicht,
[56:40] Gunnar: wenn du nichts änderst, ist echt meines Erachtens nicht gut brauchbar.
[56:43] Gunnar: Die ist zu nah dran, man sieht nichts und du hast das Radar,
[56:46] Gunnar: was dir die Fähigkeit gibt, das Spielfeld trotzdem zu überblicken,
[56:50] Gunnar: weil du ja jetzt weißt, wo die Spieler stehen, auch noch ausgeblendet.
[56:53] Gunnar: Das heißt, dadurch sieht es natürlich fernsehhafter aus, weil im Fernsehen gibt
[56:57] Gunnar: es ja auch kein Radar, aber es ist viel schlechter kontrollierbar.
[57:00] Gunnar: Das, was sie machen, um das dann doch wieder spielbarer zu machen,
[57:03] Gunnar: ist, dass sie dir logische Passwege aufzeigen, wenn du in die richtige Richtung
[57:08] Gunnar: guckst, mit so einem Pfeil, der einfach so auf dem Bildschirm erscheint.
[57:11] Gunnar: Und wenn du in diese Richtung dann passt, dann kommt der Pass auch oft an bei
[57:16] Gunnar: einem Spieler. Das hängt sehr von dem Skill der Spieler ab.
[57:18] Gunnar: Also mit schwachen Teams klappen diese Pässe oft nicht und mit starken Teams
[57:22] Gunnar: klappen die halt fast immer.
[57:23] Gunnar: Das macht einen ganz schönen Unterschied im Spiel. Aber die Tatsache,
[57:27] Gunnar: dass das Radar standardmäßig fehlt, kam mir vor wie ein krasser Rückschritt.
[57:30] Gunnar: Nach einer Weile habe ich herausgefunden, dass man es dazuschalten kann.
[57:34] Gunnar: Aber ich habe echt so etwas gedacht, leicht verschwörungstheoretisch.
[57:38] Gunnar: Die wollten verbergen, wie schlecht ihre Mannschaften die Formationen halten
[57:41] Gunnar: und wollten das deswegen nicht einblenden.
[57:44] Gunnar: Aber das ist ja ein wesentlicher Aspekt, um so ein Spiel zu steuern,
[57:47] Gunnar: weil du eben nicht das ganze Spielfeld überblicken kannst und du wissen musst,
[57:51] Gunnar: wo sich Spieler freigelaufen haben und wo Passwege sind.
[57:54] Fabian: Genau, du hast es gerade angesprochen. Es ist ein wichtiger Faktor,
[57:57] Fabian: um das Spiel zu steuern. Und da können wir auch eben mal darüber sprechen,
[58:00] Fabian: wie klappt das eigentlich?
[58:01] Fabian: Und auch hier haben wir eine große Differenzierung zu dem, was ihr bei Sensible
[58:05] Fabian: Soccer besprochen habt.
[58:06] Fabian: Also das Spiel sieht nicht nur komplett anders aus, hört sich komplett anders an.
[58:10] Fabian: Fußballspiele steuern sich mittlerweile einfach auch ganz anders.
[58:13] Fabian: Also wir haben nicht mehr einen Button, mit dem man alles macht,
[58:16] Fabian: sondern dieser Controller der PlayStation, der damals ja durchaus nicht so unkomplex
[58:20] Fabian: ist, Also der hat so acht Hauptbuttons, die sind auch alle belegt.
[58:23] Fabian: Also du kannst natürlich passen, du kannst schießen, du kannst über das Feld
[58:27] Fabian: rennen, du kannst Flanken schlagen.
[58:29] Fabian: Das sind die vier Hauptaktionstasten, die wir haben und du kannst über die Schultertasten
[58:34] Fabian: noch sehr viel mehr machen. Also zum Beispiel Doppelpässe in die Wege leiten
[58:38] Fabian: und die dann flach oder hoch wieder zurückspielen lassen.
[58:40] Fabian: Du kannst Sprünge machen, übergrätschen und du kannst auch über die hinteren
[58:44] Fabian: Schultertasten, wenn du die gedrückt hältst, dann verändert sich wiederum die
[58:47] Fabian: Funktion der Haupttasten.
[58:49] Fabian: Dann kannst du so Sachen machen wie so seitliche Ausfallschritte oder du kannst
[58:52] Fabian: dich so mit dem Ball einmal um die eigene Achse drehen oder,
[58:55] Fabian: wenn der Spieler das gut kann, dir selber so den Ball mit der Hacke quasi über
[59:00] Fabian: dich nach vorne spielen.
[59:01] Fabian: Also was natürlich ein völlig abenteuerlicher Trick ist, den man im echten Profifußball
[59:05] Fabian: einigermaßen selten sieht, aber all das ist hier möglich.
[59:09] Fabian: Also da imitiert es schon richtigen Fußball gut. Also im Grunde kannst du fast
[59:13] Fabian: alles in diesem Spiel machen, was du eben auch aus dem Fernsehen kennst.
[59:17] Fabian: Du musst dich da ein bisschen...
[59:18] Fabian: Reinfuchsen, aber das funktioniert dann relativ schnell ganz gut,
[59:21] Fabian: weil die Sachen natürlich auch nicht alle die gleiche Relevanz haben und ansonsten
[59:26] Fabian: assistiert dir das Spiel auch ganz gut in Situationen, die zum Beispiel Standard sind.
[59:31] Fabian: Also da benutzt du so ein Pfeilsystem, du siehst dann sehr klar von wegen A
[59:35] Fabian: in die Richtung wird der Ball fliegen,
[59:36] Fabian: kannst dann über die Schulter tasten, diesen Pfeil, der dir angezeigt wird,
[59:40] Fabian: auch krümmen, dass du siehst, okay, so wäre der Ball jetzt angeschnitten,
[59:43] Fabian: so könnte ich vielleicht über die Mauer schießen und das funktioniert mit guten
[59:46] Fabian: Mannschaften erstaunlich gut.
[59:48] Fabian: Also du kannst sehr, sehr genau bestimmen, wo du den Ball hinschießen willst.
[59:51] Fabian: Und der Fehler, den du dann noch machen kannst, ist eher, dass du dann falsch
[59:55] Fabian: den Schuss auflädst und er entweder zu hart oder zu sanft geschossen wird.
[59:59] Fabian: Aber sonst ist das Spiel schon sehr unterstützend. Und das Gleiche gilt auch
[1:00:01] Fabian: zum Beispiel bei Ecken und ähnlichen Situationen. Also da werden visuelle Hilfen
[1:00:06] Fabian: eingesetzt, um dir das zu erleichtern.
[1:00:08] Gunnar: Das ist ganz fantastisch. Man muss es ehrlich sagen, es ist wirklich,
[1:00:12] Gunnar: wirklich fantastisch, wie viele Funktionen sie abbilden, auch nutzlose Funktionen.
[1:00:16] Gunnar: Wie gut dieses Standardsystem ist, das du angesprochen hast.
[1:00:19] Gunnar: Es passiert mir echt nicht so selten, wenn ich alte Fußballspiele spiele,
[1:00:22] Gunnar: dass ich halt nicht checke, wie die Ecke zu schießen ist.
[1:00:24] Gunnar: Ja, und das dann viermal probiere und dann geht's nicht. Und hier guckst du
[1:00:28] Gunnar: es dir einmal an und verstehst es sofort.
[1:00:30] Gunnar: Was aber erstaunlich ist, an dieser ganzen super komplexen Steuerung mit den
[1:00:35] Gunnar: doppelt belegten Tasten und so, du brauchst das gar nicht.
[1:00:38] Gunnar: Und das meine ich im positiven Sinne. Du kannst das einfach ignorieren und kannst
[1:00:42] Gunnar: das später deinem Skillset hinzufügen.
[1:00:45] Gunnar: Aber am Anfang musst du halt wissen, wo Pass und Schießen und Flanke ist.
[1:00:48] Gunnar: Und die Besteuerungstaste und so. Und ansonsten kommst du mit einem adäquaten
[1:00:53] Gunnar: Blick für das Spiel, mit einem Stellungsspiel, mit einem guten Gefühl dafür,
[1:00:57] Gunnar: wohin der Pass gehen kann und von wo aus man schießen muss, kommst du echt total gut durch.
[1:01:02] Gunnar: Und bei meinem ersten Durchgang mit Deutschland bin ich ja instant Weltmeister
[1:01:06] Gunnar: geworden und hatte ja nicht mal ins Handbuch geguckt.
[1:01:08] Gunnar: Diese ganzen Funktionen habe ich alle gar nicht rausgefunden.
[1:01:11] Gunnar: Versehentlich habe ich ein paar Fouls gemacht, weil man die im Spiel ja mit
[1:01:13] Gunnar: eigenen Tasten auslösen kann.
[1:01:15] Gunnar: Es hat einen erstaunlichen Reichtum an Fouls. Ich habe in einem Spiel gar nicht
[1:01:19] Gunnar: das vorgehabt und habe dann jemanden mit einem Faustschlag niedergestreckt. Das war geil.
[1:01:24] Gunnar: Und das wurde nicht mal gepfiffen, weil der Schiedsrichter alles durchgehen
[1:01:26] Gunnar: lässt. Aber das erwähnen wir später noch kurz.
[1:01:29] Gunnar: Jedenfalls, diese ganze Steuerung ist ein bisschen optional und du brauchst
[1:01:33] Gunnar: sie auch, weil das Spiel nicht so schwer ist, auch nicht so richtig in den schwierigeren
[1:01:37] Gunnar: Spielen gegen starke Mannschaften oder höheren Schwierigkeitsgraden.
[1:01:39] Gunnar: Du kommst schon einfach ganz gut so durch und dann hab ich bei meiner zweiten großen Session,
[1:01:44] Gunnar: hab ich halt ins Handbuch geguckt und hab dann die Qualifikation mit Österreich
[1:01:48] Gunnar: gespielt und dann klappte viel von dem, was mit Deutschland so gut gegangen
[1:01:51] Gunnar: ist halt nicht mehr und dann wurde der Anspruch an mich ein bisschen größer
[1:01:55] Gunnar: und dann hab ich mir ein paar mehr Sachen beigebracht über das Spiel.
[1:02:00] Gunnar: Und das finde ich eine optimale Art, so ein Spiel zu erleben.
[1:02:03] Fabian: Ja, es arbeitet dir sehr entgegen als Spieler. Also es sind ja bestimmte andere
[1:02:07] Fabian: Ansprüche komplett runtergeschraubt, die frühere Fußballspiele noch gesetzt haben.
[1:02:11] Fabian: Zum Beispiel die Ballführung ist ein ganz wichtiger Punkt bei FIFA.
[1:02:14] Fabian: Also in dem Spiel hier klebt dir der Ball ja relativ stark am Fuß.
[1:02:18] Fabian: Es gibt fast gar keine Anforderungen daran zu sagen, du musst gucken,
[1:02:22] Fabian: dass du dich nicht zu schnell drehst oder da irgendwie Sachen versuchst im Zweikampf,
[1:02:26] Fabian: dann springt dir der Ball weg. Du hast diesen Ball am Fuß und dann geht es darum,
[1:02:30] Fabian: wo passt oder wo schießt oder wo flankst du hin.
[1:02:33] Fabian: Aber es wird einfach davon ausgegangen, dass so Fußballprofis schon in der Lage
[1:02:37] Fabian: sind, beim Laufen nicht den Ball zu verlieren, auch wenn sie die Richtung verändern.
[1:02:40] Fabian: Und das klingt jetzt ein bisschen unter Umständen lustig, wenn ich das sage,
[1:02:43] Fabian: aber das ist ja was, was ältere Spiele durchaus noch als Anforderungen an dich definiert haben.
[1:02:48] Fabian: Also Sensible Soccer schon ein bisschen weniger, da verliert man den Ball auch
[1:02:52] Fabian: nicht sofort, aber zum Beispiel Sachen wie Kickoff, was ich auch sehr,
[1:02:55] Fabian: sehr viel gespielt habe und Kickoff 2,
[1:02:56] Fabian: die Hälfte des Erfolgs ist ja hier einfach auf dem geraden Weg zum Tor,
[1:03:00] Fabian: bei der ersten Abbiegung, die du um den Spieler machen musst,
[1:03:02] Fabian: den Ball nicht zu verlieren und das gibt es ja alles nicht mehr.
[1:03:05] Fabian: Also der Ball ist wirklich dein Werkzeug, den hast du einfach und dann kannst
[1:03:09] Fabian: du mit den vielen Möglichkeiten arbeiten und du ergänzt das dann eben nach und
[1:03:13] Fabian: nach um Sachen, die ein bisschen komplizierter und anspruchsvoller sind,
[1:03:16] Fabian: um eben zu sagen, okay, du kannst auch höhere Schwierigkeitsgrade meistern oder
[1:03:20] Fabian: du kannst auch selber mit schwächeren Mannschaften spielen.
[1:03:23] Fabian: Aber erstmal ist es ein sehr, sehr einsteigerfreundliches Spiel,
[1:03:26] Fabian: wo ich sagen würde, jeder, dem du Controller in die Hand gibst und der weiß,
[1:03:30] Fabian: wie Fußball grundsätzlich von den Regeln her funktioniert,
[1:03:32] Fabian: der kann da über den Platz laufen und ein bisschen passen und schießen und das
[1:03:36] Fabian: funktioniert sofort und das ist ein Großteil des Appeals dieses Spiels.
[1:03:40] Gunnar: Ja, ich finde das auch grundsätzlich nur fair von dem Spiel.
[1:03:43] Gunnar: Und es ist ja auch realistisch. Es will ja ein Fernsehfußball sein.
[1:03:46] Gunnar: Und was gucken wir denn im Fernsehen auf dem Sofa, wenn wir Fußball gucken?
[1:03:50] Gunnar: Wir gucken ja nicht die Kreisliga Wanne-Eickel-Süd, wo die Spieler beim Drehen
[1:03:55] Gunnar: mit dem Ball noch manchmal den Ball verlieren und hinfallen.
[1:03:57] Gunnar: Vielleicht, ich will nicht sagen, die Kreisliga in Wanne-Eickel gesagt haben,
[1:04:00] Gunnar: keine Ahnung, wie das Niveau da ist.
[1:04:02] Gunnar: Aber im Fernsehen sieht man das ja auch nie, dass Spieler wie bei Kick auf den
[1:04:06] Gunnar: Ball verlieren bei einer Drehung. Und das ist ja durchaus auch ein realistischer
[1:04:09] Gunnar: Aspekt, dass die Bälle an den Füßen der Spieler einigermaßen zu kleben scheinen.
[1:04:14] Gunnar: Was das Spiel hier macht, um dir Drehungen trotzdem schwer zu machen,
[1:04:18] Gunnar: ist halt, dass das ein Jigger-Moment ist für Abwehrspieler.
[1:04:22] Gunnar: Also wenn du gegen eine starke Mannschaft spielst und du versuchst,
[1:04:24] Gunnar: im Strafraum die Richtung zu wechseln, dann ist das immer der Moment,
[1:04:27] Gunnar: wo du attackiert wirst, weil du dafür ein paar Sekundenbruchteile brauchst.
[1:04:30] Gunnar: Und das nimmt dir dann diesen Vorteil des ganz freien Laufens wieder ein bisschen weg.
[1:04:36] Gunnar: Wobei aber das freie Laufen mit dem Ball auch einen Nachteil hat,
[1:04:39] Gunnar: zumindest mal einen Realismusnachteil, weil du mit dem Ball relativ schnell läufst.
[1:04:44] Gunnar: Was man ja deutlich sieht und was man auch aus dem Fernsehen immer fühlen kann
[1:04:47] Gunnar: oder vielleicht aus dem eigenen Fußballspielen kennt, ist ja,
[1:04:50] Gunnar: dass der Spieler mit dem Ball langsamer ist.
[1:04:53] Gunnar: Weil er braucht ja trotzdem ein bisschen für die Ballkontrolle und so.
[1:04:56] Gunnar: Es hat den, der legt sich den halt weit vor und rennt dann nur.
[1:04:59] Gunnar: Und das heißt in der Regel, wenn der Stürmer durchbricht mit dem Ball am Fuß
[1:05:02] Gunnar: und der Verteidiger startet ein bisschen spät, da gibt es oft eine gute Chance, dass er ihn einholt.
[1:05:07] Gunnar: Und das ist hier nicht so. Wenn du einen schnellen Stürmer hast,
[1:05:11] Gunnar: dann läuft der mit dem Ball dem Verteidiger weg.
[1:05:13] Gunnar: Oder zumindest die laufen dann das ganze Feld entlang, nebeneinander her und
[1:05:18] Gunnar: der Verteidiger kommt nicht so weit den Schritt voraus, dass er eine Attacke
[1:05:22] Gunnar: machen kann oder dass er versuchen kann, den Ball abzunehmen.
[1:05:25] Gunnar: Und das führt dazu, dass hier...
[1:05:28] Gunnar: Lange Dribblings aus der eigenen Abwehr in den Strafraum begünstigt werden und
[1:05:33] Gunnar: das ist ja eine Krankheit, die viele Fußballspieler haben.
[1:05:36] Gunnar: Auch spätere fünf, sechs, sieben Jahre bei Pro Evolution Teilen,
[1:05:41] Gunnar: die schon total ausgefeilt waren, habe ich noch Tore mit dem eigenen Torwart
[1:05:44] Gunnar: geschossen, weil ich um das ganze Spiel durchs Feld gelaufen bin.
[1:05:46] Gunnar: Also insofern ist das jetzt nicht so ein Riesenproblem, aber es ist halt natürlich ein Problem.
[1:05:51] Fabian: Ja, das stimmt. Also man kann, glaube ich, grundsätzlich sagen,
[1:05:54] Fabian: dass die Offensive hier irgendwie stark im Vorteil ist.
[1:05:57] Fabian: Also sehr viel stärker, als es im echten Fußball der Fall wäre.
[1:06:00] Fabian: Der Spieler, der den Ball hat, hat relativ viel Macht und kann eben auch weite
[1:06:03] Fabian: Strecken zurücklegen mit dem Ball.
[1:06:05] Fabian: Und man kann generell auch das Feld sehr schnell überbrücken mit ein paar Pässen.
[1:06:09] Gunnar: Gegen die KI stimmt das. Gegen andere Spieler. Es gibt ja einen overpowerten Move.
[1:06:14] Gunnar: Und das ist so eine Art Grätsche, wo der Spieler richtig so zwei Schritte nach
[1:06:18] Gunnar: vorne springt und so in den Ball rutscht.
[1:06:21] Gunnar: Und wenn du das zum richtigen Zeitpunkt machst und wenn du es von hinten machst
[1:06:24] Gunnar: auf den Spieler, der den Ball führt, dann wird es immer als faul gefiffen.
[1:06:27] Gunnar: Wenn du es von vorne oder der Seite machst, kommst du immer damit durch.
[1:06:30] Gunnar: Und damit kriegst du den Ball eigentlich immer als Verteidiger.
[1:06:34] Gunnar: Aber der Computer macht das selten. Also macht das mal, aber halt selten,
[1:06:38] Gunnar: wie er überhaupt die ganzen Special Moves alles nur selten einsetzt.
[1:06:40] Gunnar: Die sind fast alle dem Spieler die meiste Zeit überlassen.
[1:06:43] Gunnar: Aber mit dieser Rutschattacke kriegst du eigentlich als Verteidiger auch immer ganz gut den Ball.
[1:06:50] Gunnar: Das habe ich in meinem Spiel mit Deutschland gar nicht gewusst.
[1:06:52] Gunnar: Und dann in den späteren Spielen mit Österreich oder in meiner legendären dritten
[1:06:56] Gunnar: Saison mit Estland, da habe ich das die ganze Zeit gemacht.
[1:06:59] Gunnar: Und dann wurde ich da auch ungebührlich stark in manchen Spielen durch diesen Move.
[1:07:03] Fabian: Du kannst generell übrigens auch, wenn du das Spiel besser kannst,
[1:07:06] Fabian: nicht damit dir jetzt hier der Eindruck entsteht, unsere Meinung ist,
[1:07:08] Fabian: das Spiel ist an sich zu einfach und macht dir das auch zu leicht.
[1:07:11] Fabian: Du hast natürlich auch schon Möglichkeiten, dein Spiel selber nochmal zu verbessern,
[1:07:15] Fabian: weil wir haben schon gesagt, dass es solche Zielhilfen gibt bei Standardsituationen.
[1:07:19] Fabian: Du hast aber auch noch verschiedene Assistenzsysteme, die aktiv sind,
[1:07:23] Fabian: zum Beispiel, dass Flanken von den Flügeln irgendwo zentral so landen,
[1:07:26] Fabian: dass die auch jemand köpfen kann.
[1:07:28] Fabian: Und diese Kopfbälle sind auch nochmal unterstützt durch die KI,
[1:07:32] Fabian: damit die nicht einfach zur Eckfahne fliegen, sondern auch mal Richtung Tor.
[1:07:34] Fabian: Diese Sachen kannst du später natürlich auch abschalten und dann hast du auch mehr Möglichkeiten,
[1:07:39] Fabian: freier darauf einzuwirken, wo rollt oder fliegt der Ball denn eigentlich hin,
[1:07:42] Fabian: weil das Spiel das natürlich relativ stark lenkt und das ist gut,
[1:07:46] Fabian: wenn man neu in diesem Spiel ist und dann schaffst du damit Erfolge,
[1:07:49] Fabian: aber wenn du wirklich ein Profi bist,
[1:07:51] Fabian: dann kannst du sagen, ich brauche diese Sachen nicht und ich möchte vielleicht
[1:07:53] Fabian: auch mal einen Ball eher unerwartet irgendwo hinspielen, weil auf den Standard-Settings da ist für jeden klar,
[1:07:58] Fabian: also für dich und auch für den Gegner, wenn du unten auf dem Flügel läufst,
[1:08:01] Fabian: wo deine Flanke hinfliegen wird, Die wird nämlich zentral im Strafraum irgendwo
[1:08:04] Fabian: landen und das relativ unabhängig davon, von wo und in welcher Situation du
[1:08:08] Fabian: diese Flanke schlägst, weil da einfach so sehr eingegriffen wird,
[1:08:12] Fabian: aber du kannst schon das anspruchsvoller gestalten und du hast es eben gesagt,
[1:08:16] Fabian: gegen den menschlichen Spieler ist es eh nochmal ein anderes Spiel und dann
[1:08:19] Fabian: kommen auch individuellere und wahrscheinlich auch auf höherem Niveau ausgetragene Spiele zustande.
[1:08:24] Gunnar: Ja, wie gesagt, ich wollte das ja nicht kritisieren. Ich finde,
[1:08:27] Gunnar: das Spiel macht das ja perfekt, dass es dir den Einstieg so ebnet und du dann
[1:08:30] Gunnar: Möglichkeiten hast, das Spiel für dich selber noch leichter oder noch schwerer zu machen.
[1:08:35] Gunnar: Das Skillset der Mannschaften ist auch deutlich unterschiedlich und man merkt
[1:08:38] Gunnar: auch sofort, mit wem man spielt.
[1:08:40] Gunnar: Also ob du mit einem schwachen Team spielst oder einem starken Team spielst.
[1:08:44] Gunnar: Aber insgesamt ist das schon optimal gemacht für so ein Fußballspiel aus diesem Jahr.
[1:08:50] Gunnar: Und ich habe ja schon angedeutet, dass es hinterher bei Pro Evolution Soccer
[1:08:53] Gunnar: spielen oder bei späteren FIFA-Teilen auch nicht perfekt. Das muss man doch erst mal schaffen.
[1:08:58] Fabian: Persönlich finde ich, dass die FIFA-Reihe, aber vielleicht auch Fußballspiele
[1:09:01] Fabian: an sich damals so ein bisschen so ein Sweetspot treffen,
[1:09:04] Fabian: weil du hast diese Steuerung, die erstmal relativ komplex anmutet,
[1:09:07] Fabian: aber dennoch kannst du das Spiel mit wenigen Mitteln auch gut beherrschen,
[1:09:10] Fabian: kannst dich auch in Zweikämpfen durchsetzen und kannst schöne Tore schießen.
[1:09:13] Fabian: Später werden Fußballspiele im Zuge dessen, dass sie realistischer werden,
[1:09:17] Fabian: auch viel anspruchsvoller.
[1:09:18] Fabian: Also du musst dir Torchancen viel mehr erarbeiten, du bleibst viel häufiger
[1:09:21] Fabian: in der Defensive dann irgendwie stecken gegen starke Gegner und kommst nicht zum Abschluss.
[1:09:26] Fabian: Und hier ist es so, dass du noch viel Erfolge erzielen kannst und ich finde
[1:09:30] Fabian: tatsächlich auch, auch wenn das ein bisschen widersinnig klingt,
[1:09:32] Fabian: das Spiel, was wir hier vor uns haben, ist trotz seiner Acht-Tasten-Steuerung
[1:09:36] Fabian: einfacher und macht dir auch Erfolge leichter, als die Spiele,
[1:09:40] Fabian: die mit einer Taste Jahre vorher funktioniert haben, weil du halt viel,
[1:09:43] Fabian: viel mehr mit dieser einen Taste machen musst.
[1:09:45] Fabian: Klar, du weißt sofort, okay, ich habe einen Button, der ist für alles da.
[1:09:48] Fabian: Du musst dir nicht merken, auf Dreieck ist jetzt schnell laufen und auf Kreis
[1:09:52] Fabian: ist Flanken, weil es eben nur eine Taste gibt.
[1:09:54] Fabian: Aber dennoch, dass das hier so verteilt ist und so nach und nach für dich die
[1:09:58] Fabian: Sachen überhaupt erst relevant werden und du die in dein Spiel einbaust,
[1:10:01] Fabian: haben wir hier einen sehr, sehr guten Grad an Zugänglichkeit und an schnellem
[1:10:06] Fabian: Spaß, den man eben aus diesem Fußballspiel rausziehen kann.
[1:10:09] Gunnar: Ja, ich widerspreche dir nicht. Das ist richtig.
[1:10:11] Fabian: Ich habe auch nicht erwartet, dass du da jetzt widersprichst.
[1:10:15] Fabian: Das, was wir mit dem Ball machen und was wir auf dem Platz anstellen können,
[1:10:19] Fabian: das ist ein Teil dieses Spiels.
[1:10:21] Fabian: Aber wir sind ja nur einer von elf beziehungsweise von 22 Spielern und für den
[1:10:25] Fabian: Gesamteindruck von so einem Fußballspiel ist natürlich auch wichtig,
[1:10:28] Fabian: was machen die anderen eigentlich so auf dem Feld.
[1:10:31] Fabian: Und ich würde hier mal so ein bisschen mit meinen oberflächlichen Beobachtungen
[1:10:34] Fabian: rein starten, weil man natürlich auch ein bisschen anders da drauf guckt,
[1:10:38] Fabian: wenn man das für einen Podcast spielt und besprechen möchte.
[1:10:41] Fabian: Ich hatte schon so den Eindruck ursprünglich, ja, wenn ich nach vorne gehe und
[1:10:44] Fabian: mein Spiel aufbaue, dann laufen die auch alle mit.
[1:10:47] Fabian: Die bieten sich auch mal an, um angespielt zu werden. Und natürlich ist es umgekehrt
[1:10:51] Fabian: auch so, wenn der Gegner mir den Ball abnimmt, dann bleiben nicht alle wie angewurzelt stehen,
[1:10:55] Fabian: sondern die laufen schon wieder Richtung zurück meinem Tor und versuchen da
[1:10:58] Fabian: ihre Positionen wieder einzunehmen und dieser Eindruck hält so ein.
[1:11:03] Fabian: Zwei, drei Spiele auch an.
[1:11:05] Fabian: Und dann habe ich teilweise das Gefühl gehabt, dass wenn ich mit dem Ball Richtung
[1:11:09] Fabian: Tor gelaufen bin, dass die gegnerische Mannschaft sich nicht unbedingt daran hält,
[1:11:14] Fabian: ihre individuellen Positionen einzuhalten, sondern dass teilweise vier Leute
[1:11:19] Fabian: auf mich als ballführenden Spieler gehen und ich sehr viele Freiräume dann auch habe.
[1:11:23] Fabian: Und ich habe das ganz konkret mal an einem Spiel mir angeschaut,
[1:11:27] Fabian: in dem ich ein bisschen die EM nachstellen wollte.
[1:11:29] Fabian: Ich habe das Eröffnungsspiel gespielt, Deutschland gegen Schottland und ich
[1:11:33] Fabian: habe das mal mitgebracht, Gunnar, weil ich weiß,
[1:11:35] Fabian: du hast noch größere Expertise, was realen Fußball angeht und wir können uns
[1:11:39] Fabian: mal ein paar Szenen aus diesem Spiel anschauen und ich möchte gerne deine Einschätzungen dazu hören.
[1:12:30] Fabian: Wir sind bei einem Angriff, der über Dieter Eils läuft, der,
[1:12:33] Fabian: wir haben es schon gehört, der Real gar nicht mehr gespielt hat,
[1:12:35] Fabian: aber hier ist er noch stark mit dabei, eine wichtige Säule der deutschen Mannschaft.
[1:12:39] Fabian: Er läuft am rechten Flügel Richtung schottischem Tor, flankt dann am Strafraum auf Klinsmann.
[1:12:44] Fabian: Die Flanke kommt natürlich super, weil ich noch diese Assistenzsysteme eingeschaltet habe.
[1:12:49] Fabian: Klinsmann kommt zum Kopfball und der Ball fliegt leider knapp am Tor vorbei.
[1:12:57] Fabian: Und hier ist mir das aufgefallen, was ich eben schon mal gesagt habe,
[1:13:00] Fabian: dass die Schotten alle wie so aufgescheuchte Hühner Richtung Dieter Eils laufen
[1:13:05] Fabian: und Klinsmann einigermaßen frei da im Strafraum zum Kopfball kommt.
[1:13:09] Fabian: Und da habe ich zum ersten Mal gedacht, das würde doch im echten Fußball nicht so passieren, oder?
[1:13:13] Gunnar: Ja, das ist ganz interessant zu sehen. Was man hier sieht, ist,
[1:13:17] Gunnar: dass das, was aussieht wie eine Viererkette, der Schotten, also vier Mann,
[1:13:22] Gunnar: laufen raus auf den linken Flügel, auf ihren linken Flügel und entblößen die komplette Mitte.
[1:13:26] Gunnar: In der Mitte stehen vier Deutsche, die chillen da einfach und werden von niemandem
[1:13:32] Gunnar: richtig beachtet. Der Einzige, der den Strafraum in sich verteidigt,
[1:13:37] Gunnar: ist ein Mittelfeldspieler, der im Vollsprint zurückgeeilt sein muss,
[1:13:39] Gunnar: der doch versucht einzugreifen.
[1:13:41] Gunnar: Und dann fängt er halt auf einen dieser vier Spieler, es ist halt zufällig Klinsmann,
[1:13:45] Gunnar: und dann kommt dieser Abschluss, von dem du gesprochen hast.
[1:13:47] Gunnar: Im richtigen Fußball würde, wenn ein rechter Mittelfeldspieler wie Eils sich
[1:13:51] Gunnar: dem Strafraum nähert, würde der Außenverteidiger rausrücken.
[1:13:54] Gunnar: Je nachdem, wie gut dieser Mittelfeldspieler ist, würde vielleicht noch der
[1:13:58] Gunnar: nähere Innenverteidiger rausrücken von den beiden Innenverteidigern,
[1:14:02] Gunnar: die so eine Mannschaft hat.
[1:14:03] Gunnar: Der andere Innenverteidiger würde schön da stehen bleiben und den Stürmer decken.
[1:14:06] Gunnar: Und der ballferne Außenverteidiger vom anderen Flügel, der käme auch in den
[1:14:10] Gunnar: Strafraum bei einer Viererkette.
[1:14:12] Gunnar: Und dann würden sich mindestens noch ein bis zwei Mittelfeldspieler in diesen
[1:14:16] Gunnar: Strafraum orientieren, damit du als verteidigende Mannschaft im Strafraum eine
[1:14:19] Gunnar: Überzahl hast. Und hier ist es so.
[1:14:23] Gunnar: Dass halt die den kompletten Strafraum räumen, bis auf den einen Mittelfeldspieler
[1:14:27] Gunnar: und die gesamte Abwehr rausgeht.
[1:14:29] Gunnar: Und das hat gar keinen Sinn. Wir hatten ja in der Sensible Soccer-Folge mal
[1:14:33] Gunnar: kurz erwähnt, wie stark das ist, dass bei Sensible Soccer alle ihre Position
[1:14:36] Gunnar: so halten und nur immer ein oder zwei Spieler aus der Formation brechen,
[1:14:40] Gunnar: um da Spieler zu attackieren oder Spielsituationen einzuleiten.
[1:14:43] Gunnar: Und hier brechen halt alle aus der Formation und gehen auf den Spieler.
[1:14:47] Gunnar: Und das ist nicht ein konsistentes Mittel. Es ist nicht so wie beim Kinderfußball,
[1:14:51] Gunnar: wo es ein großes Gewusel gibt, weil alle zum Ball wollen.
[1:14:54] Gunnar: Es ist hier, in manchen Situationen brechen alle die Formation und machen alles kaputt.
[1:14:58] Gunnar: Und in anderen Situationen bricht niemand die Formation und du läufst so durch.
[1:15:02] Gunnar: Das ist ein bisschen irritierend. Hier, das hat nichts mit realem Fußball zu tun.
[1:15:06] Gunnar: Aber ich habe gedacht, es gibt ja in diesem Spiel oder in allen Fußballspielen
[1:15:10] Gunnar: bis in die Mitte der 2000er oder so narrensichere Methoden, um Tore zu schießen.
[1:15:15] Gunnar: Es gibt immer Positionen, die man irgendwann findet, von denen der Schuss immer
[1:15:18] Gunnar: reingeht oder bestimmte Kombinationen, die immer gehen.
[1:15:22] Gunnar: Und ich glaube, das ist halt einfach als narrensichere Methode gemeint,
[1:15:24] Gunnar: weil es halt geil ist, reinzuflanken und diesen Kopfball zu haben,
[1:15:28] Gunnar: der ja auch begünstigt ist von der KI sozusagen.
[1:15:30] Gunnar: Und ich glaube, vielleicht wollen sie das einfach damit unterstützen und das
[1:15:33] Gunnar: sieht trotzdem ja cool aus, dass
[1:15:34] Gunnar: alle auf dich zukommen und du dann da reinflankst und dieses Tor schießt.
[1:15:38] Fabian: Ja, cool sieht auch die nächste Spielsituation aus. Sie geht wieder von Dieter
[1:15:42] Fabian: Eils aus. Der passt in der schottischen Hälfte zu Oliver Bierhoff.
[1:15:49] Fabian: Bierhoff läuft zentral Richtung schottischem Tor und zieht dann ab so aus vielleicht 18, 19 Metern.
[1:15:54] Fabian: Der Ball knallt spektakulär an die Latte und fliegt dann zurück,
[1:15:58] Fabian: so mehr oder weniger zu seiner Ausgangsposition an der Strafraumgrenze und Klinsmann kommt an den Ball.
[1:16:07] Fabian: Und jetzt passiert was seltsames, was man im eigentlichen Spiel gar nicht unbedingt
[1:16:11] Fabian: bemerkt, weil du bist auf den Ball und auf deinen Spieler fixiert,
[1:16:14] Fabian: aber in der Aufnahme habe ich dann gesehen,
[1:16:16] Fabian: dass diese Viererkette der Schotten, die verarbeitet es gar nicht so richtig,
[1:16:20] Fabian: was da gerade passiert und dass dieser Ball dann bei Klinsmann ist und die bleiben
[1:16:23] Fabian: dann so ein bisschen starr,
[1:16:24] Fabian: einfach im Strafraum stehen und ich kann mit Klinsmann frei schießen und hier
[1:16:29] Fabian: fällt auch das 1 zu 0 dann für Deutschland Ich habe gedacht,
[1:16:32] Fabian: wieder komisches Abwehrverhalten an der Stelle.
[1:16:59] Gunnar: Oh, da habe ich jetzt eine längere Sache zu, weil in der Szene,
[1:17:02] Gunnar: die du mir hier gezeigt hast, stehen vier Verteidiger sauber wie an einer Perlenschnur
[1:17:07] Gunnar: aufgereiht im Strafraum.
[1:17:09] Gunnar: Das sah hübsch aus, da habe ich mich direkt gefreut, mal diszipliniert die Formation
[1:17:12] Gunnar: der Viererkette eingehalten, aber das ist gar keine Viererkette,
[1:17:15] Gunnar: das ist eine Dreierkette. In den 90ern hat man noch die Dreierkette oft gespielt
[1:17:19] Gunnar: mit einem Libero und zwei Manndeckern.
[1:17:21] Gunnar: Das gab es dann in den 2000er Jahren nur noch im Amateurfußball und kam jetzt
[1:17:25] Gunnar: in den letzten Jahren als moderne Form wieder zurück, aber ohne Libero.
[1:17:29] Gunnar: Die Schweiz hat bei der EM beim Sieg gegen Italien etwa eine Dreierkette gespielt.
[1:17:33] Gunnar: Und das sah nur aus wie eine Viererkette.
[1:17:36] Gunnar: Da hat sich einfach ein Mittelfeldspieler als Manndecker für Bierhoff,
[1:17:40] Gunnar: der in den Strafraum gegangen ist, in den Strafraum ziehen lassen und sich dann
[1:17:43] Gunnar: in die Kette einsortiert.
[1:17:44] Gunnar: Das ist total crazy. Das macht man so im modernen Fußball nicht.
[1:17:48] Gunnar: Wenn da halt Verteidiger stehen und der Stürmer dazukommt, dann übernimmt einer
[1:17:52] Gunnar: der Verteidiger diesen Stürmer als Manndecker oder als jemand, der auf ihn aufpasst.
[1:17:56] Gunnar: Und der andere Spieler bleibt schön da stehen, wo er hingehört.
[1:17:59] Gunnar: Das war nämlich ein Mittelfeldspieler, der dann vielleicht im Mittelfeld fehlt.
[1:18:01] Gunnar: Aber wie du richtig beobachtet hast, die Verteidiger reagieren gar nicht auf den Klinsmann.
[1:18:06] Gunnar: Die versuchen ihn auch nicht zu blocken oder sowas, wie man das sonst halt in
[1:18:09] Gunnar: realistischen Spielen sieht. Das macht das Spiel gar nicht.
[1:18:12] Gunnar: Es gibt das Konzept des Blockens eines Schusses nicht.
[1:18:16] Gunnar: Überhaupt gibt es das Prinzip der Physik fast nicht. Das, was du beschrieben
[1:18:20] Gunnar: hast, dieser Lattenknaller, dass der Ball zurückkommt, ist fast schon das Einzige.
[1:18:24] Gunnar: Normalerweise ist das so, dass
[1:18:26] Gunnar: die Torhüter alle Schüsse fangen oder sie lassen sie halt einfach durch.
[1:18:29] Gunnar: Dann ist er halt drin. Aber diese typische Wegfausten zur Seite,
[1:18:33] Gunnar: wegklatschen, den Ball aus dem Winkel angeln, das gibt es zu dieser Zeit hier
[1:18:37] Gunnar: in diesem FIFA noch nicht.
[1:18:38] Fabian: Ey, das stimmt. Das ist eine sehr gute Beobachtung. Jetzt weiß ich auch,
[1:18:41] Fabian: warum mir diese Szene so aufgefallen ist, weil das sehr selten passiert,
[1:18:44] Fabian: dass der Ball vom Torwart- oder vom Torwart-Bereich aus zurück ins Spiel kommt.
[1:18:48] Gunnar: Genau, das gibt es nicht. Du musst die Latte treffen. Ich weiß gar nicht,
[1:18:52] Gunnar: ob Pfostentreffer überhaupt möglich sind. Hatte ich in ganzen Spielen nicht,
[1:18:54] Gunnar: aber ich hatte öfter Lattentreffer.
[1:18:56] Gunnar: Und die Dreierkette reagiert deswegen nicht,
[1:18:59] Gunnar: weil der Klinsmann einen Gegenspieler aus dem Mittelfeld mitgebracht hat,
[1:19:03] Gunnar: der mit ihm mitgelaufen ist.
[1:19:04] Gunnar: Und der Mittelfeldspieler ist sozusagen zuständig für die Deckung.
[1:19:07] Gunnar: Und deswegen steht die Dreierkette da einfach so rum.
[1:19:10] Gunnar: Weil sie hier nämlich, aus Gründen, die mir nicht ganz klar sind,
[1:19:13] Gunnar: ganz anders reagiert. Hier gehen nicht alle Abwehrspieler zum Ball.
[1:19:16] Gunnar: Ich nehme an, weil du nicht flanken willst, sondern weil du schießen willst.
[1:19:20] Gunnar: Das heißt, sie stehen halt so locker im Weg rum und überlassen die gesamte Abwehrarbeit
[1:19:23] Gunnar: in dieser Szene dem einen Mittelfeldspieler, der den Klinsmann verfolgt hat.
[1:19:28] Gunnar: Total komisch. Also wirklich eine komische Szene, aber ist dir ganz richtig
[1:19:31] Gunnar: aufgefallen, ist wirklich merkwürdig.
[1:19:33] Fabian: Ja und ich habe noch eine andere Szene, die ist ein bisschen symptomatisch für
[1:19:37] Fabian: mich für etwas, was mir dann sehr häufig aufgefallen ist und hier kommen wir
[1:19:40] Fabian: aus einem Angriff der Schotten.
[1:19:42] Fabian: Die versuchen dann doch mal hier den Ausgleich zu schießen und dann kommt Thomas
[1:19:45] Fabian: Hessler an den Ball in der deutschen
[1:19:47] Fabian: Hälfte und der spielt dann zu Oliver Bierhoff an der Mittellinie.
[1:19:56] Fabian: Und jetzt laufe ich mit Bierhoff im Wesentlichen frei zum Tor durch und hier
[1:20:01] Fabian: wundere ich mich noch so ein bisschen später, denke ich so, ja das ist halt
[1:20:04] Fabian: so wie das Spiel funktioniert,
[1:20:05] Fabian: weil alle Schotten sind so weit aufgerückt, dass da nur noch ein einziger Verteidiger
[1:20:09] Fabian: in dieser Hälfte rumirrt und den kann ich relativ leicht umgehen und Oliver
[1:20:14] Fabian: Bierhoff schießt dann auch das 2-0 und ich habe das Gefühl,
[1:20:18] Fabian: korrigiere das gerne Gunnar, meine Ableitung daraus war, weil ich das auch in
[1:20:21] Fabian: vielen anderen Spielen erlebt habe,
[1:20:22] Fabian: wenn ein Angriff ist, dann gehen die Mannschaften sehr geschlossen als Team
[1:20:27] Fabian: nach vorne und versuchen da auch ein Tor zu machen und es kommt sehr,
[1:20:30] Fabian: sehr häufig zu solchen extremen Freiräumen bei Kontern, die auch sehr häufig
[1:20:35] Fabian: entstehen, weil man eben so schnell das Spielfeld überbrücken kann und der Ball
[1:20:38] Fabian: wieder in der gegnerischen Hälfte ist,
[1:20:39] Fabian: dann hast du ganz viele Situationen, wo eigentlich keine Verteidigung mehr auf
[1:20:43] Fabian: dem Weg zum Tor zu finden ist.
[1:21:06] Gunnar: Ja, das ist komplett richtig. Die meisten Mannschaften spielen halt nominell
[1:21:10] Gunnar: diese Formationen dieser Zeit.
[1:21:12] Gunnar: 3-4-3, 4-3-3, 4-4-2.
[1:21:15] Gunnar: Praktisch spielt keine dieser Mannschaften wirklich diese Formationen.
[1:21:20] Gunnar: Wenn ihr Fußball im Fernsehen guckt, dann seht ihr oft, wenn ihr darauf achtet,
[1:21:23] Gunnar: dass die modernen Mannschaften, insbesondere in der Verteidigung,
[1:21:26] Gunnar: diese Formationen sklavisch einhalten.
[1:21:28] Gunnar: Also bei einem 4-4-2 siehst du auch wirklich vier aufgereihte Innenverteidiger,
[1:21:32] Gunnar: davor eine Mittelfeldkette mit auch vier Spielern aufgereiht und davor zwei Stürmern.
[1:21:37] Gunnar: Und diese Ketten bewegen sich eng aneinander, damit da niemand dazwischen laufen
[1:21:41] Gunnar: kann und dann von da aus irgendwie die Kette durchbrechen kann.
[1:21:45] Gunnar: Hier die Schotten, was die in dieser Situation tun, ist, die spielen meines
[1:21:49] Gunnar: Erachtens nach ein 1-4-5.
[1:21:52] Gunnar: Das gibt es so als reale Formation natürlich nicht, weil einfach super viele
[1:21:56] Gunnar: Spieler sinnlos an den Strafraum gelaufen sind.
[1:21:59] Gunnar: Und das ist ein bisschen komisch, weil das hat wirklich in dieser ganzen Spielsituation keinen Sinn.
[1:22:04] Gunnar: Weil was hier passiert ist, ist ja ein Schuss der Schotten aus dem Mittelfeld,
[1:22:08] Gunnar: der halt dann nicht weit genug geflogen ist und im Strafraum so ausgetrudelt ist.
[1:22:12] Gunnar: Und dann hat Helmer ihn genommen, dein Spieler, Und hat den quasi aus dem Strafraum rausgeschlagen.
[1:22:17] Gunnar: Das ist eigentlich eher ein Befreiungsschlag als ein gezielter Pass.
[1:22:19] Gunnar: Und mit diesem Befreiungsschlag hat er sieben Schotten überspielt.
[1:22:24] Gunnar: Die vorderen sieben Schotten, also von der Mannschaft von elf,
[1:22:27] Gunnar: sieben Leute waren da zack aus dem Spiel genommen.
[1:22:30] Gunnar: Weil die zu dem Zeitpunkt, obwohl es ja gar keinen Grund gibt,
[1:22:33] Gunnar: nach vorne zu laufen, weil der Ball ist ja schon weg für sie.
[1:22:35] Gunnar: Sie haben ja keinen Spieler mehr am Ball.
[1:22:37] Gunnar: Laufen sie noch nach vorne und lassen dabei die komplette rechte Seite frei.
[1:22:40] Gunnar: Das heißt, du spielst einmal in deiner eigenen Hälfte rum. Dann ist da ein gegnerischer
[1:22:44] Gunnar: Spieler, dem weichst du aus, spielst einen Pass an die Mittellinie.
[1:22:48] Gunnar: An der Mittellinie steht der zweite Schotte, dem du überhaupt begegnest auf diesem Weg.
[1:22:52] Gunnar: Und dann läufst du die 40 Meter von da aus in den Strafraum,
[1:22:57] Gunnar: wo noch ein weiterer Spieler steht.
[1:22:59] Gunnar: Was der da hinten macht, ja keine Ahnung. Der steht da einfach rum, da hinten.
[1:23:03] Gunnar: Die Formation der Schotten, wenn man da von oben drauf guckt,
[1:23:05] Gunnar: und ihr seht hier, ich habe das visualisiert hier für die Kapitelmarken.
[1:23:08] Gunnar: Die Formation sieht aus, als hätten sie gerade im linken Halbraum einen Pressing vorgehabt.
[1:23:14] Gunnar: Aber da gibt es ja nichts zu pressen. Das Geschehen findet ja im rechten Raum statt.
[1:23:19] Gunnar: Total sinnlos. Sie laufen alle nach vorne und dann alle wieder nach hinten auf
[1:23:23] Gunnar: einer geraden Linie, als gäbe es den Ball nicht.
[1:23:25] Gunnar: Und das ist wieder ein großer Gegensatz zu einer ersten Szene,
[1:23:28] Gunnar: wo ja eine komplette Abwehrreihe auf den Ball läuft.
[1:23:31] Gunnar: Hier spielen die so, als wäre der Ball überhaupt nicht im Spiel.
[1:23:33] Gunnar: Als gäbe es da immer nur so einen, der für den Ball zuständig ist.
[1:23:36] Gunnar: Und die anderen laufen bloß hoch und runter, damit es schön aussieht.
[1:23:39] Gunnar: Die bewegen sich hier gar nicht als Gruppe zum Ball, sondern irgendwie nach
[1:23:42] Gunnar: so gefühlt so groben Regeln.
[1:23:45] Gunnar: Und das Lustige ist daran, dass deine Mannschaft genauso scheiße ist.
[1:23:48] Gunnar: Wenn du das Tor schießt und es kommt die Wiederholung des Tores,
[1:23:51] Gunnar: dann sieht man das sozusagen aus der Torkamera.
[1:23:53] Gunnar: Und wenn man die Torkamera hat, dann kann man ja das ganze Spielfeld sehen.
[1:23:57] Gunnar: Und das ist ja eine Katastrophe, wie deine Spieler aufgestellt sind.
[1:24:00] Gunnar: Die deutschen Spieler stehen in Zweierreihen in der Mitte des Spielfelds verteilt.
[1:24:04] Gunnar: Erst zwei im Strafraum, zwei im Mittelkreis, drei im Mittelkreis sogar und dann
[1:24:10] Gunnar: nochmal zwei weiter vorne.
[1:24:11] Gunnar: Und die bewegen sich auch wirklich in zweier Gruppen parallel.
[1:24:14] Gunnar: Also auch mit der gleichen Animation, weil wir halt noch im Jahr 1998 sind.
[1:24:18] Gunnar: Und ich weiß überhaupt nicht, was das für einen Sinn hat. Also A,
[1:24:20] Gunnar: in dem Spielverlauf und B, im Vergleich zum realen Fußball. Weil die Flanke,
[1:24:26] Gunnar: über die du gekommen bist, die die Schotten nicht besetzt haben,
[1:24:28] Gunnar: die ist auch von deinen Leuten nicht besetzt.
[1:24:31] Gunnar: Das heißt, wenn die Schotten dir jetzt den Ball abnehmen, könnten sie das genauso
[1:24:33] Gunnar: zurückspielen, weil die von ihnen aus gesehen rechte Hälfte und von dir aus
[1:24:37] Gunnar: gesehen linke Hälfte des Spielfelds einfach leer ist. Es ist alles so crazy.
[1:24:41] Gunnar: Aber dazu möchte ich kurz anschließen, dass das was mit den Spielstärken zu tun hat.
[1:24:46] Gunnar: Die stärkeren Mannschaften attackieren aggressiver, schicken öfter Spieler auf
[1:24:51] Gunnar: dich raus, wenn du versuchst durchzubrechen oder versuchst einen Pass zu machen
[1:24:55] Gunnar: und sie halten die Formation besser.
[1:24:57] Gunnar: Und bei schlechten Mannschaften wie Schottland, da muss man gar nicht Fußball spielen.
[1:25:01] Gunnar: Also du hast dir jetzt echt in diesem Spiel viel Mühe gegeben,
[1:25:03] Gunnar: noch Tore zu schießen, aber du kannst doch einfach durchdribbeln.
[1:25:06] Gunnar: Du kannst immer am Strafraum dem Spieler den Ball geben und einfach bis zum
[1:25:09] Gunnar: Anfang durchdribbeln oder noch einen Pass unterwegs machen.
[1:25:12] Gunnar: Ich habe in meiner dritten Session Estland gespielt, hatte ich schon erzählt kurz.
[1:25:16] Gunnar: Estland ist halt richtig schlecht und ich wollte eine Herausforderung haben,
[1:25:19] Gunnar: aber die Mannschaft funktioniert als Mannschaft so schlecht bei den Laufwegen,
[1:25:23] Gunnar: dass die nie freilaufen und dass ich immer bei Pässen die Bälle verloren habe.
[1:25:26] Gunnar: Und der Torwart war auch so schlecht, dass er fast nichts gehalten hat von so
[1:25:29] Gunnar: Fernschüssen und so. Das heißt, ich habe immer gedribbelt.
[1:25:32] Gunnar: Und ich habe dann die ganze Qualifikation durchgedribbelt. Und am Ende der Qualifikation
[1:25:35] Gunnar: hatte mein einer Stürmer 26 Tore geschossen.
[1:25:39] Gunnar: Und keiner der anderen Spieler hat ein Tor geschossen.
[1:25:42] Gunnar: Also ich habe dann nur mit diesem einen Stürmer die ganzen Tore erzielt.
[1:25:46] Gunnar: Das war übrigens Andres Opa.
[1:25:47] Gunnar: Der ist in der realen Welt im Jahr 1999 Estlischer Fußballer des Jahres geworden.
[1:25:51] Gunnar: Zu Recht, möchte ich sagen. In meinem Abzweig der Realität wäre das schon ein Jahr früher geworden.
[1:25:56] Fabian: Ach, sehr schön. Ich will der Vollständigkeit halber noch kurz das Spiel zu
[1:26:00] Fabian: Ende erzählen. Es gibt da noch mehr Situationen, die ähnlich ablaufen mit sehr
[1:26:03] Fabian: offenen Verteidigungsreihen.
[1:26:05] Fabian: Tatsächlich fällt dann auch noch ein 3-0 und das müssen wir,
[1:26:08] Fabian: glaube ich, nicht mehr im Detail analysieren, aber auch hier erkennt man,
[1:26:10] Fabian: die Verteidigung ist zu offen und die Verteidiger verhalten sich auch zu passiv an der Stelle.
[1:26:35] Fabian: Ich würde nochmal darauf eingehen, dass du gesagt hast, dass es gegen gute Mannschaften
[1:26:39] Fabian: schwerer ist, weil die aggressiver verteidigen und die Positionen besser halten.
[1:26:43] Fabian: Ich finde, das stimmt so halb, weil ich habe mir das natürlich auch angeschaut,
[1:26:47] Fabian: denn es ist jetzt ein valides Argument zu sagen, ja okay, du hast gegen Schottland
[1:26:50] Fabian: gespielt, die sind halt auch nicht so gut.
[1:26:52] Fabian: Das stimmt auch, die haben auch nicht die besten Werte im Spiel,
[1:26:56] Fabian: denn wie jedes EA-Sportspiel haben sie auch hier viele Spielerdaten einfließen lassen.
[1:27:01] Fabian: Also es gibt da etwas mehr als ein Dutzend Werte, die die einzelnen Spieler
[1:27:04] Fabian: kennzeichnen. Das sind so total naheliegende Sachen wie Schusskraft und Tempo.
[1:27:09] Fabian: Es gibt aber auch Sachen wie Konzentration oder was ich ganz schön fand,
[1:27:12] Fabian: Kreativität. Ich habe vorhin schon mal überlegt, ob das wohl bedeutet,
[1:27:16] Fabian: ah, okay, wir haben gar keinen Verteidiger mehr auf der Bank.
[1:27:19] Fabian: Ich bin ja eigentlich Stürmer. Bin ich kreativ genug, um mich in diese Rolle
[1:27:23] Fabian: als Verteidiger reinzudenken?
[1:27:25] Fabian: Vielleicht bestimmt das dieser Kreativitätswert, weil ich könnte es dir ansonsten nicht sagen.
[1:27:29] Gunnar: Ich glaube, das ist das Passverhalten, dass sie interessante Pässe machen.
[1:27:33] Gunnar: Oder ich glaube, es gibt halt wenige Spieler, die diese Tricks machen,
[1:27:37] Gunnar: also von den besonderen Fähigkeiten, welche einsetzen.
[1:27:39] Gunnar: Und ich hatte auch den Eindruck, dass das die sein könnten, die einen höheren
[1:27:42] Gunnar: Kreativitätswert haben.
[1:27:43] Fabian: Ja, stimmt. Das ist eine bessere Begründung wahrscheinlich als meine.
[1:27:47] Fabian: Worauf ich aber hinaus wollte, du hast auch Gesamtwerte für die Mannschaften,
[1:27:51] Fabian: die du in der Teamauswahl sehen kannst.
[1:27:53] Fabian: Die beiden Top-Teams im Spiel sind Frankreich und Italien. Die haben in allen
[1:27:57] Fabian: Kriterien, die da gelistet werden, nämlich Schießentempo, Passenabwehr und Gesamt
[1:28:01] Fabian: quasi die Höchstwertung.
[1:28:03] Fabian: Und dahinter kommen dann so Mannschaften, die man jetzt auch erwarten würde,
[1:28:06] Fabian: also Brasilien, Argentinien, Spanien und eben auch Deutschland.
[1:28:10] Fabian: Und ich habe aber auch mal gegen Frank rechnen gespielt auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad,
[1:28:16] Fabian: der nennt sich Weltklasse und du siehst auch hier teilweise ein bisschen erratisches
[1:28:20] Fabian: Verhalten der Verteidigung.
[1:28:22] Fabian: Es ist nicht so, dass du durch die Wahl des Gegners und den Schwierigkeitsgrad
[1:28:26] Fabian: diese Schwächen beheben kannst, die das Spiel in der Art und Weise hat,
[1:28:30] Fabian: wie es deiner Offensive begegnet.
[1:28:32] Fabian: Das bleibt immer ein bisschen anfällig und eben auch nicht wahnsinnig realistisch.
[1:28:37] Gunnar: Generell sind diese frühen Fußballspiele, und das gilt mit Abschwächungen auch
[1:28:40] Gunnar: noch für die späteren Fußballspiele, es sind halt quasi unterschiedliche Skills,
[1:28:44] Gunnar: Tore schießen und Tore verhindern.
[1:28:46] Gunnar: Und für beide Sachen musst du dir eine Methodik überlegen, die du auch immer wieder gleich machst.
[1:28:51] Gunnar: Bei manchen Sachen gehen ja Sachen automatisch. Beim Verteidigen geht ja immer
[1:28:55] Gunnar: tendenziell bei allen Fußballspielen mehr automatisch, weil Spieler auch mal den Ball so nehmen.
[1:29:00] Gunnar: Aber fürs Schießen musst du dir halt Sachen überlegen. Und wenn du gegen eine
[1:29:03] Gunnar: Mannschaft wie Estland spielst oder Schottland oder so, dann reicht es,
[1:29:07] Gunnar: dass du einen Trick hast und das ist durchlaufen und den Winkel verändern.
[1:29:11] Gunnar: Ich fand, bei deinem 3-0 hast du total arrogant geschossen.
[1:29:14] Gunnar: Das geht auch normalerweise gar nicht rein, so was. Weil du hast von außerhalb
[1:29:18] Gunnar: des Strafraums geschossen, aus einer zentralen Position, das hält der Torwart immer.
[1:29:21] Gunnar: Das ist ja auch ein bisschen unrealistisch, weil zentrale Schüsse führen häufiger
[1:29:25] Gunnar: zu Toren. Ist ja klar, kannst du dir die rechte oder linke Seite aussuchen.
[1:29:28] Gunnar: Aber hier im Spiel fängt der Torwart diese ganzen Schüsse immer und du musst
[1:29:32] Gunnar: eigentlich entweder noch einen Schlenker machen kurz vorher oder leicht von
[1:29:37] Gunnar: der Seite anlaufen, da ist es ein bisschen besser.
[1:29:39] Gunnar: Aber wie gesagt, diese Methode reicht eigentlich gegen schwache Teams.
[1:29:42] Gunnar: Und ich finde, wenn du gegen Spanien spielst oder gegen Frankreich oder auch
[1:29:45] Gunnar: gegen Deutschland, dann brauchst du ein größeres Repertoire an Fähigkeiten mit dem Spiel.
[1:29:49] Gunnar: Und das ist auch das, woran sich so eine Art Schwierigkeitsgrad dann realistischer
[1:29:53] Gunnar: bemisst als mit den vorgefertigten Schwierigkeitsgraden.
[1:29:56] Gunnar: Ich habe das Finale gegen Spanien gespielt mit Deutschland, glaube ich,
[1:29:58] Gunnar: 2-1 gewonnen oder so und da musste ich richtig arbeiten und die haben auch echt
[1:30:03] Gunnar: mal ein ungewöhnliches Tor geschossen und das sind dann halt logischerweise
[1:30:06] Gunnar: die spannenderen Spiele, aber es ist ja völlig okay, dass es da Unterschiede gibt.
[1:30:09] Fabian: Also ich wollte die Schotten natürlich nicht so demütigen, deswegen habe ich
[1:30:12] Fabian: nicht so stark gespielt in der Offensive und habe gedacht, 3-0 ist schon okay,
[1:30:15] Fabian: aber um die Wahrheit zu sagen, ich habe dieses Spiel einfach sehr früh aufgenommen
[1:30:18] Fabian: in meiner Beschäftigung mit dem Spiel.
[1:30:20] Fabian: Ich wollte so ein bisschen die Erfahrung haben, so auch wie das eine echte Mannschaft
[1:30:23] Fabian: hat, in so ein Turnier reinzuwachsen und als Spieler auch besser zu werden, nach hinten raus.
[1:30:27] Fabian: Und das war natürlich mein persönliches Eröffnungsspiel. Deswegen hier dieses
[1:30:31] Fabian: 3-0 und einige nicht so gute Torschüsse.
[1:30:33] Fabian: Ich hätte aber noch mal eine Frage an dich jetzt konkret, als jemand,
[1:30:36] Fabian: der sich mit echtem Fußball auch gut auskennt.
[1:30:39] Fabian: Ich habe versucht, dann ein bisschen gegen die Schwächen, die ich wahrgenommen
[1:30:41] Fabian: habe, gegenzuarbeiten, mit den Optionen, die das Teammanagement bietet.
[1:30:45] Fabian: Das ist ja auch was, was in dem Spiel schon drin ist, Von dem ich aber das Gefühl
[1:30:49] Fabian: habe, es ist noch sehr undefiniert.
[1:30:51] Fabian: Also es gibt da Slider, die du verschieben kannst.
[1:30:54] Fabian: Also zum einen, der nennt sich Strategie. Da kannst du so von defensiv bis im
[1:30:58] Fabian: Angriff, nennt sich das, diesen Slider verschieben.
[1:31:01] Fabian: Du kannst die Aggressivität der Spieler einstellen von ruhig,
[1:31:04] Fabian: was ich ganz schön finde, bis aggressiv.
[1:31:06] Fabian: Und du könntest auch eine Manndeckung definieren, also du kannst sagen,
[1:31:10] Fabian: Thomas Helmer soll jetzt den brasilianischen Verteidiger manndecken,
[1:31:13] Fabian: fand es aber schwierig daraus wirklich konkrete Auswirkungen abzulesen,
[1:31:17] Fabian: hab dann auch gedacht, na okay,
[1:31:19] Fabian: jetzt bei jedem Spiel dann wieder hinzugehen und dann mit dem Controller durchzuklicken
[1:31:22] Fabian: und dreimal Manndeckung festzulegen, das wäre schon schöner,
[1:31:26] Fabian: wenn das Spiel auch ohne diese Eingriffe, die ich mache, das etwas besser handhaben
[1:31:30] Fabian: würde und die Verteidigung etwas stärker funktionieren würde.
[1:31:33] Fabian: Ich weiß nicht, hattest du den Eindruck, falls du dich damit beschäftigt hast,
[1:31:35] Fabian: dass dieses Teammanagement schon sehr ausgereift ist?
[1:31:39] Gunnar: Nein, aber du kannst das Spielmanagement gamen, um deine Mannschaft besser zu machen. Das geht schon.
[1:31:45] Gunnar: Also ich würde immer die Aggression hochsetzen. Dadurch wird deine Verteidigung
[1:31:49] Gunnar: besser, weil sie aktiver angreifen und öfter die Pässe abfangen.
[1:31:53] Gunnar: Also es ist wichtig, die ganze Mannschaft nach vorne zu schieben.
[1:31:56] Gunnar: Das ist der größte Nachteil von schwächeren Teams. Wenn du halt mit Schottland
[1:31:59] Gunnar: spielst und du bist halt durchgebrochen, dann läuft niemand mit,
[1:32:02] Gunnar: der sich für einen Pass anbietet.
[1:32:04] Gunnar: Also wenn du der Spieler bist, der den Ball führt, dann möchtest du noch jemanden
[1:32:08] Gunnar: haben, der näher zum Tor ist als du, damit du dem den Ball zuspielen kannst,
[1:32:12] Gunnar: während ein Verteidiger auf dich zukommt, damit das ja trotzdem nach vorne geht, logischerweise.
[1:32:15] Gunnar: Und was hier passiert ist, wenn du mit einer schwachen Mannschaft durchbrichst,
[1:32:19] Gunnar: dann kommt kein anderer Spieler mit und wenn sie mitkommen, sind sie hinter dir.
[1:32:22] Gunnar: Das heißt, du müsstest dann zurückpassen wieder und das hält ja das Spiel auf.
[1:32:26] Gunnar: Und deswegen lohnt es sich hier, den Stil auf Attacken zu stellen,
[1:32:29] Gunnar: dann schieben die Mannschaften weiter nach vorne.
[1:32:31] Gunnar: Und mit der Aggressivität kommst du halt besser in die Zweikämpfe.
[1:32:35] Gunnar: Du kannst es wirklich ausprobieren.
[1:32:36] Gunnar: Wenn du halt voll auf Defense gehst, ist es fast nicht mehr möglich,
[1:32:39] Gunnar: Tore zu schießen, außer mit Durchlaufen, weil du gar keine Anspielstationen
[1:32:43] Gunnar: mehr hast vorne. und der Angriff ist halt wichtiger.
[1:32:45] Gunnar: Die Verteidigung kriegst du schon noch hin mit diesen Grätschen und so.
[1:32:48] Gunnar: Die gegnerischen Mannschaften greifen dir auch nicht so gut an in der Regel,
[1:32:52] Gunnar: aber das Toreschießen ist halt das Wichtigste und du musst alles darauf ausrichten,
[1:32:54] Gunnar: also alles nach vorne zu tun.
[1:32:56] Gunnar: Und das ist schon eine sichtbare Wirkung, die das Teammanagement im Spiel hat.
[1:33:01] Fabian: Okay, dann hätte ich mich noch ein bisschen mehr damit beschäftigen sollen.
[1:33:03] Fabian: Ich hatte aber so auch immer das Gefühl, dass die Offensive bei mir ja relativ gut funktioniert.
[1:33:07] Fabian: Also ich will jetzt wirklich nicht sagen, dass ich besonders gut gespielt habe,
[1:33:11] Fabian: aber ich konnte auch das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad bewältigen,
[1:33:14] Fabian: auch gegen starke Mannschaften. Von daher bin ich da gar nicht so tief dann
[1:33:18] Fabian: eingestiegen, weil ich gedacht habe, ja, funktioniert ja so.
[1:33:21] Gunnar: Ja, reicht ja auch vollkommen.
[1:33:22] Fabian: Finde ich auch.
[1:33:23] Gunnar: Auch dieses ganze Fußballspiel ist halt natürlich in Wirklichkeit dann kein
[1:33:27] Gunnar: richtiger realistischer Fußball.
[1:33:29] Gunnar: Und wir haben ja auch schon gesagt, dass es nicht so schlimm ist,
[1:33:31] Gunnar: weil es fühlt sich halt an wie Fußball, sieht auf den ersten Blick aus wie Fußball.
[1:33:35] Gunnar: Und es macht ja auch einfach Spaß, wenn es schnell hoch und runter geht,
[1:33:39] Gunnar: schnell Torraumszenen entstehen, anstatt dass es so ein elendes Mittelfeldgeplänkel
[1:33:43] Gunnar: ist, wie zwischen zwei gleich starken Teams in der Bundesliga,
[1:33:45] Gunnar: die sich gegenseitig erdrücken und so.
[1:33:47] Gunnar: Es fühlt sich fast ein bisschen mehr an wie Hallenfußball, wo es halt wirklich
[1:33:50] Gunnar: um Torchancen geht, die Wege kurz sind und es halt links und rechts immer knallt.
[1:33:56] Gunnar: War das nicht eine Hammer-Überleitung zum Thema Hallenfußball, Fabian?
[1:34:00] Fabian: Ja, ist auch ein beliebtes Spielelement. Diese Titel, ich habe gelesen,
[1:34:03] Fabian: ganz viele Leute haben diesen Modus damals richtig gefeiert.
[1:34:06] Fabian: Ich habe den nicht so viel gespielt.
[1:34:07] Fabian: Damals habe ich das jetzt mal ein bisschen nachgeholt. Der ist auch gar nicht
[1:34:10] Fabian: so prominent im Spiel drin.
[1:34:12] Fabian: Es gibt da keinen eigenen Punkt im Hauptmenü, der heißt Hallenfußball,
[1:34:15] Fabian: sondern wenn du ein Spiel machst, zum Beispiel ein Freundschaftsspiel,
[1:34:18] Fabian: dann kommst du zu einer Stadionauswahl und dann gibt es da so eine bunte Mischung
[1:34:22] Fabian: aus verschiedenen großen Stadionen in verschiedenen Ländern und du kannst eben
[1:34:25] Fabian: auch in eine Halle gehen.
[1:34:26] Fabian: Und da wird dann 5 gegen 5 gespielt, da ist es dann wirklich einfach ein Actionfußball.
[1:34:32] Fabian: Also da geht es glitzschnell von einem Tor zum anderen, es fallen auch viele Tore,
[1:34:35] Fabian: es gibt keine Ausbälle logischerweise, es wird die ganze Zeit so munter vor
[1:34:39] Fabian: sich hingekickt und es verdichtet nochmal sehr diesen auf Unterhaltung und Erfolg
[1:34:43] Fabian: getrimmten Ansatz des Spiels auf turbulente Hallenfußballmomente.
[1:34:48] Gunnar: Ja, das ist ein cooler Modus, finde ich. Der gefällt mir gut.
[1:34:51] Gunnar: Was ich noch kurz erwähnen wollte, was mir dabei aufgefallen ist,
[1:34:54] Gunnar: wie gesagt, in der Auswahl des Stadions kommt das ja vor.
[1:34:57] Gunnar: Also man muss sich das nicht vorstellen wie heute, dass die Stadionnamen alle authentisch wären.
[1:35:01] Gunnar: Es gibt ein paar authentische Stadien, aber wenn du Bundesliga spielst,
[1:35:05] Gunnar: dann heißen die Stadien Stadion 1, Stadion 2, Stadion 3.
[1:35:09] Gunnar: Oder wenn du die Qualifikation spielst und du spielst halt mit Estland zu Hause,
[1:35:14] Gunnar: selbstverständlich gibt es das Stadion aus Tallinn in dem Spiel nicht.
[1:35:16] Gunnar: Ja, dann spielst du schön in Schweden oder in Deutschland oder so,
[1:35:20] Gunnar: kannst du dir halt aussuchen.
[1:35:21] Gunnar: Und das Rückspiel dann halt auch. Und es wird auch noch schön erwähnt,
[1:35:24] Gunnar: dass du in Deutschland bist. Das Spiel schämt dich dann nicht mal,
[1:35:27] Gunnar: dass es dir kein Stadion anbieten kann.
[1:35:29] Gunnar: Ja, das ist ein bisschen komisch, so realismusmäßig. Und es gibt auch,
[1:35:32] Gunnar: wie gesagt, ja noch eine Reihe von kleinen Fehlern bei diesen ganzen Realismus-Sachen,
[1:35:36] Gunnar: die nicht ganz fertig sind. Aber mei.
[1:35:38] Fabian: Da habe ich eine Zwischenfrage an dich. Es ist dir bei der Stadionauswahl aufgefallen,
[1:35:41] Fabian: dass da ganz oft eine Diskrepanz ist zwischen Kapazität und Zuschauerrekord,
[1:35:46] Fabian: aber in so eine Richtung, in die du es nicht vermuten würdest.
[1:35:48] Fabian: Da steht dann Kapazität 100.000, Zuschauerrekord 122.000.
[1:35:53] Fabian: Ich mir denke, okay, wie kommt das?
[1:35:55] Gunnar: Ja, ich glaube, das ist ein historischer Aspekt, weil viele Stadien waren größer
[1:35:59] Gunnar: früher und wurden dann umgebaut für mehr Sitzplätze.
[1:36:03] Gunnar: Früher gab es ja reine Stehplatzstadien.
[1:36:05] Gunnar: Und gerade auch aus Sicherheitsaspekten, die ganzen realen alten Stadien,
[1:36:10] Gunnar: die es auch wirklich schon viele, viele Jahre gibt, in Spanien vor allen Dingen
[1:36:13] Gunnar: oder in England, die hatten alle mal Zuschauerrekorde, glaube ich,
[1:36:18] Gunnar: die heute nicht mehr gelten.
[1:36:20] Gunnar: Ich sage das jetzt nur so aus meinem Wissen. Ich habe das nicht recherchiert,
[1:36:22] Gunnar: aber ich glaube, das ist der Grund hier. das könnte schon gut sein oder es ist
[1:36:25] Gunnar: halt ein Fehler, was weiß ich, aber ich glaube nicht.
[1:36:28] Fabian: Das glaube ich nicht, weil da hätten sie den Fehler echt mehrfach drin.
[1:36:31] Fabian: Das wird schon genauso sein, wie du das beschrieben hast.
[1:36:33] Fabian: Anyway, finde ich aber, um da jetzt mal eine kleine Überleitung zu machen,
[1:36:36] Fabian: dass diese Stadien schon schön aussehen.
[1:36:39] Fabian: Also egal, wo du jetzt spielst, ob das eine Riesen-Arena ist oder ein kleineres
[1:36:43] Fabian: Stadion, die 3D-Engine, die sie hier verwenden, das kann man sich auch heute noch angucken.
[1:36:48] Fabian: Also das Spiel bügelt nicht alle Macken aus, die FIFA 97 hatte,
[1:36:52] Fabian: also es läuft okay, aber es ist
[1:36:54] Fabian: auch nicht super flüssig, aber es sieht zumindest ganz ansprechend aus.
[1:36:58] Fabian: Man darf nicht zu genau auf die Spieler gucken, also wir haben hier natürlich
[1:37:02] Fabian: noch keine echten Gesichter.
[1:37:03] Fabian: Ich hatte sogar den Eindruck, es gibt sehr wenige Spielergesichter.
[1:37:07] Fabian: Die unterscheiden sich dann eben in Hautfarbe und Haarfarbe und Haarschnitt.
[1:37:11] Fabian: Und das ist ja auch schon mal okay, wenn da ein Cleansmann anders aussieht als ein Bierhoff.
[1:37:15] Fabian: Aber wir gucken hier natürlich noch nicht in richtige Spielervisagen.
[1:37:18] Fabian: Das dauert noch ein bisschen. Aber grundsätzlich der grafische Eindruck sieht
[1:37:22] Fabian: da schön aus, kann man auch heute noch ganz gut angucken.
[1:37:25] Gunnar: Das Spiel arbeitet da in sehr unterschiedlicher Art mit seiner Stadion-Grafik.
[1:37:30] Gunnar: Die 3D-Engine kann das Stadion natürlich in Gänze darstellen.
[1:37:34] Gunnar: Und du siehst es auch, wenn du zum Beispiel einen Torabschlag machst,
[1:37:37] Gunnar: dann guckst du die Tiefe des Stadions.
[1:37:39] Gunnar: Aber das Stadion verschwindet je nach Version fast vollkommen aus dem Spiel
[1:37:43] Gunnar: und ist dann nur noch eine Bande am oberen Rand in der Playstation-Version etwa.
[1:37:47] Gunnar: Und in der Saturn-Version gibt es gar keine Bande mehr, zumindest in der Version,
[1:37:51] Gunnar: die ich gespielt habe. Und das faded in grün aus, nach oben hin.
[1:37:55] Gunnar: Also vielleicht kann man da ein bisschen weiter rauszoomen und eine andere Perspektive
[1:37:59] Gunnar: nehmen. Das habe ich nicht probiert, aber das sieht sehr danach aus,
[1:38:02] Gunnar: als hätten sie da Rechenleistung sparen müssen.
[1:38:04] Gunnar: Also das Stadionflair ist schon da. In jedem Spiel wird es mehrmals gezeigt,
[1:38:08] Gunnar: in Wiederholungen und so.
[1:38:10] Gunnar: Aber es hat das Spiel schon an die Grenzen geführt, technisch nehme ich an.
[1:38:14] Fabian: Ja, das stimmt. Und zum Stadionflair tragen natürlich auch die Kommentatoren bei.
[1:38:18] Fabian: Und hier große Überraschung auf dem N64. Wir machen jetzt mal so kurz diese
[1:38:22] Fabian: kleinen Seitenarme in Form der anderen Versionen, abseits der Playstation-Version auch mit.
[1:38:26] Fabian: Es gibt auf dem N64 deutsche Sprachausgabe. Also auf dem Modul mit drauf nicht
[1:38:31] Fabian: sehr umfangreich. Also zum Beispiel fehlen hier die Spielernamen.
[1:38:34] Fabian: Aber es werden schon Sachen gesagt wie er spielt einen schönen Pass und solche
[1:38:37] Fabian: Sachen. Und ich glaube, es gibt wahnsinnig wenige N64-Spiele,
[1:38:41] Fabian: die deutsche Sprachausgabe haben zu der Zeit.
[1:38:43] Fabian: Und überhaupt, hier sieht man die größten Fortschritte gegenüber dem FIFA 64.
[1:38:47] Fabian: Das sieht okay aus, das läuft auch okay, man kann das gut spielen.
[1:38:50] Fabian: Das ist definitiv in etwa on par mit der Playstation-Version am Saturn.
[1:38:54] Fabian: Du hast es eben schon gesagt, ich finde, es fällt deutlich ab,
[1:38:58] Fabian: es wirkt irgendwie gröber und pixeliger, so als ob sie den Saturn in seinen
[1:39:01] Fabian: 3D-Fähigkeiten noch nicht so richtig erschlossen haben zu der Zeit.
[1:39:05] Fabian: Und die Figuren wirken auch sehr kompakt, knuffig, also so ein bisschen muss
[1:39:09] Fabian: man hier auch beim Realismus Abstriche machen.
[1:39:12] Fabian: Der Vorteil bei den CD-Plattformen, also auch bei der Playstation natürlich,
[1:39:16] Fabian: ist, dass du hier deutlich mehr Sprachausgabe auf der Disc hast.
[1:39:19] Fabian: Also EA hat einen großen Aufwand betrieben, hier viel einsprechen zu lassen
[1:39:23] Fabian: und ja, Wolf-Dieter Poschmann und Werner Hansch, das trägt einfach dazu bei, zu denken, ja okay,
[1:39:28] Fabian: ich spiele hier richtigen Fußball und heute ist das für uns super selbstverständlich,
[1:39:31] Fabian: aber damals ist das einfach schon toll, wenn sich ein Spielauftakt so anhört.
[1:40:18] Gunnar: Ja, das ist ganz toll für den Auftakt. Und dann, ehrlich, habe ich es auch immer
[1:40:22] Gunnar: ausgestellt, weil es auch stressig ist.
[1:40:24] Gunnar: Also A ist natürlich einfach Unsinn und passt oft nicht zu den Situationen.
[1:40:28] Gunnar: Das ist ja auch Jahre später noch so.
[1:40:30] Gunnar: Aber was hier ist, er ist oft krass verzögert.
[1:40:33] Gunnar: Und das hat mich maßlos irritiert. Das heißt, dann kommt der Schuss,
[1:40:38] Gunnar: mein Torwart hält den, ist der abstark.
[1:40:40] Gunnar: Wir sind schon am anderen Strafraum und dann, das war ein super Schuss.
[1:40:44] Gunnar: Ja, ist schon gut. Wir sind schon weiter hier.
[1:40:47] Fabian: Ja, das muss ja erst auf der CD mal gesucht werden, Gunnar. Das dauert halt ein bisschen.
[1:40:51] Gunnar: Ist wirklich so. Man merkt, dass das von CD gespielt wird und keine ideale Situation
[1:40:54] Gunnar: ist, dass das auch wirklich sekundengenau auf die Spieleanimation passt.
[1:40:59] Gunnar: Das ist die größte Schwierigkeit. Ansonsten finde ich, dass da Unsinn geredet
[1:41:03] Gunnar: wird. Das finde ich nicht so schlimm. Das ist ja im Fußball oft so.
[1:41:05] Gunnar: Und was echt super ist, sind die Spielannahmen. Wenn die nichts weitermachen
[1:41:09] Gunnar: würden, als nur immer kurz die Spielannahmen sagen, das würde mir total helfen.
[1:41:13] Gunnar: Ja, das gibt mir ein ganz angenehmes Gefühl von Realismus und ich kriege auch
[1:41:16] Gunnar: immer ein besseres Gefühl vom Spielverständnis, wenn ich die Spielereinnahmen
[1:41:20] Gunnar: gut höre und mir nicht irgendwie ausmachen muss, ah, okay, das wird jetzt der
[1:41:23] Gunnar: Helmer sein, weil der steht ja auf der Helmer-Position.
[1:41:26] Fabian: Wo es mir nicht so sehr aufgefallen ist, dass es verzögert ist,
[1:41:28] Fabian: ist einfach der Zuschauer-Sound.
[1:41:30] Fabian: Also weil das ja auch eher so ein bisschen Entwicklung abbildet.
[1:41:33] Fabian: Also wenn jetzt was Spektakuläres passiert, dann werden die Zuschauer natürlich
[1:41:36] Fabian: auch mehr emotional involviert und es wird auch dynamisch reagiert auf den Spielverlauf.
[1:41:42] Fabian: Und es gibt auch Fangesänge. Wenn man gut spielt, dann fangen die an im Hintergrund zu singen.
[1:41:46] Fabian: Das ist noch nicht sehr ausdefiniert. Du kannst es auch nicht genau verstehen,
[1:41:49] Fabian: meiner Meinung nach, was die da singen sollen.
[1:41:51] Fabian: Aber du merkst einfach, okay, da ist eine gute Stimmung im Stadion.
[1:41:55] Fabian: Und das ist ein ganz einfacher Mechanismus auch für mich als Spieler zu denken, hey,
[1:41:58] Fabian: die supporten mich da auch gerade und ich werde jetzt noch mehr Energie da reinstecken,
[1:42:01] Fabian: dieses Spiel noch höher zu gewinnen oder den Rückstand zu drehen und das auch
[1:42:05] Fabian: eine große Weiterentwicklung, die Fußballspiele zu der Zeit einfach machen,
[1:42:09] Fabian: dass die sich einfach besser anhören und authentischer anhören.
[1:42:28] Gunnar: Außerdem Realismus. Ich finde, das ist halt, wie sich Fußballstadien insgesamt anhören.
[1:42:33] Gunnar: Wir hatten ja diesen gleichen Aspekt auch bei NHL mit diesen Orgelmelodien,
[1:42:40] Gunnar: die halt in NHL-Stadien immer gespielt werden.
[1:42:42] Gunnar: Und in deutschen Stadien ist es halt sehr stark dieser Fangesang,
[1:42:46] Gunnar: der die ganze Kulisse dominiert.
[1:42:48] Fabian: Ja, und abgerundet dann alles noch von der Lizenzmusik, die Sie haben.
[1:42:51] Fabian: Wir haben das hervorragende Intro mit Song 2 schon gehört. Es gibt noch mehr
[1:42:55] Fabian: Lizenzmusik im Spiel, also in den Menüs.
[1:42:57] Fabian: Da laufen Tracks von The Crystal Method.
[1:43:00] Fabian: Das ist so ein Elektroakt aus den USA.
[1:43:02] Fabian: Und auch hier gab es ein, zwei Stücke, die ich ganz gut wiedererkannt habe.
[1:43:05] Fabian: Zum Beispiel das Get Busy, wenn das läuft. Das war für mich immer Direkterinnerung an FIFA 98.
[1:43:40] Gunnar: In der Tat, ey. Cannot be unheard hier. Ist für immer ein FIFA-Stück.
[1:43:44] Fabian: Glück übrigens, dass diese Stücke überhaupt im Spiel gelandet sind.
[1:43:47] Fabian: Ich habe gelesen in der Recherche, dass der CEO von EA, Larry Probst,
[1:43:51] Fabian: damals eigentlich gar keine Lizenzmusik mehr im Spiel haben möchte.
[1:43:55] Fabian: Also nicht konkret in FIFA, sondern überhaupt hat man damit schlechte Erfahrungen gemacht.
[1:43:59] Fabian: Die haben nämlich ein Spiel namens Road Rash gemacht für das 3DO,
[1:44:02] Fabian: eine relativ glücklose Konsole und das war finanziell für sie ein Flop,
[1:44:06] Fabian: einfach weil sie auch fortlaufende Zahlungen machen müssen an diese Künstler
[1:44:09] Fabian: und um diese Einbindung konkret von Blur und Song 2 in FIFA,
[1:44:14] Fabian: da ranken sich Legenden und der Tenor daraus ist,
[1:44:18] Fabian: dass diese Verhandlungen wohl sehr unkompliziert waren für EA und sie da nicht
[1:44:23] Fabian: groß in den Invest gehen mussten und angeblich haben sie sich in eine gute Position
[1:44:26] Fabian: gebracht, weil sie dem Management von Blur Tickets für WM-Spiele besorgen konnten,
[1:44:31] Fabian: weil die haben mal gesagt, ja, wir sind schon reich, wir sind eine erfolgreiche Band und so,
[1:44:35] Fabian: aber was wir nicht einfach für Geld kaufen können, sind gute WM-Tickets,
[1:44:40] Fabian: weil die einfach rar sind und EA hat ihnen wohl ein paar zugeschoben und so
[1:44:43] Fabian: haben sie eine ganz gütliche und für alle Seiten positive Einigung gefunden
[1:44:47] Fabian: und ich bin froh, dass dieser Song im Spiel drin ist.
[1:44:50] Fabian: Also es hat mit dem Spiel selber nichts zu tun, mit der spielerischen Qualität,
[1:44:54] Fabian: aber es ist für mich so ein Eckpfeiler meiner persönlichen Erinnerung an die
[1:44:57] Fabian: Erfahrung mit dem Spiel damals.
[1:44:59] Fabian: Und wo wir es schon von Erinnerungen haben, Gunnar, hättest du noch ohne Nachschauen
[1:45:03] Fabian: gewusst, bevor wir mit der Vorbereitung der Folge angefangen haben,
[1:45:06] Fabian: wer auf dem Cover war bei uns?
[1:45:08] Gunnar: Ja, selbstverständlich. Das war Andi Möller. Ich wüsste keinen anderen in den anderen Ländern.
[1:45:13] Gunnar: Aber Andreas Möller. Ich finde diese ganzen FIFAs mit ihren ikonischen Figuren vorn drauf.
[1:45:19] Gunnar: Ich verknüpfe immer diesen Spieler mit dem Spiel und versuche da so eine Identität
[1:45:23] Gunnar: herzustellen. Das ist das Aggressive.
[1:45:25] Gunnar: Das hier ist offensichtlich das Weinerliche wegen Andi Möller.
[1:45:28] Gunnar: Also hier ist Andi Möller auf dem Cover. Der war 1990 Weltmeister, legendäre Figur.
[1:45:33] Gunnar: Logischerweise 1996 noch Europameister. Er spielt damals bei Dortmund,
[1:45:37] Gunnar: war 1995, 1996 Meister geworden mit Dortmund und 1997 auch noch die Champions League gewonnen.
[1:45:43] Gunnar: Also hier auf dem Höhepunkt seiner Karriere und seines Bekanntheitsgrades.
[1:45:47] Gunnar: Deswegen hier auch eine ganz gute Wahl für das Cover.
[1:45:50] Gunnar: Ist natürlich so, wenn wir ganz ehrlich sind, so richtig zur Geltung kam der
[1:45:54] Gunnar: bei der 98er WM dann nicht mehr.
[1:45:56] Gunnar: Der wurde oft ausgewechselt, hat in manchen Spielen gar nicht gespielt.
[1:46:00] Gunnar: Das letzte Spiel dieser WM ist ja das Viertelfinalspiel gegen Kroatien,
[1:46:03] Gunnar: was dann 0-3 gegen die deutsche Mannschaft ausging.
[1:46:06] Gunnar: Da kam Möller gar nicht mehr zum Einsatz zum Beispiel.
[1:46:09] Gunnar: Und im Spiel davor war er gegen Mexiko der letzte Sieg, da war er auch nur ein
[1:46:14] Gunnar: Einwechselspieler und hat dann den Heinrich ersetzt in der zweiten Hälfte.
[1:46:17] Fabian: Ja, ich glaube, dass das für EA immer ein bisschen ein Gamble ist, auf junge,
[1:46:22] Fabian: aufstrebende Spieler zu gehen, weil du willst natürlich auch immer Leute abholen,
[1:46:26] Fabian: die sich nicht so sehr mit Fußball beschäftigen, die vielleicht auch mal ein,
[1:46:29] Fabian: zwei Jahre lang kein Fußballspiel gekauft haben und für die Fußball vielleicht
[1:46:32] Fabian: nicht ihr einziger Lebensinhalt ist.
[1:46:33] Fabian: Aber die kennen dann vielleicht eher so einen Andreas Möller,
[1:46:36] Fabian: weil die denken, ach so, ja, den habe ich ja vor zwei Jahren mal gesehen,
[1:46:38] Fabian: da war der doch Europameister.
[1:46:40] Fabian: Das zieht dann vielleicht noch ein bisschen besser. Und er ist natürlich auch
[1:46:44] Fabian: wirklich nur in Deutschland auf dem Cover.
[1:46:46] Fabian: EA baut das hier sehr aus, diesen ganzen Zuschnitt auf verschiedene Märkte.
[1:46:50] Fabian: Das heißt, wenn wir in andere Länder schauen, dann hat das Road to World Cup auch andere Cover.
[1:46:55] Fabian: Es gibt in den USA ein eigenes Cover mit einem Spieler namens Roy Leicester,
[1:46:58] Fabian: der mir jetzt offengesagt nicht so ein Begriff ist, dir vielleicht schon?
[1:47:02] Gunnar: Also kenne ich schon, aber nicht, dass ich dazu was im Kopf hätte.
[1:47:05] Fabian: Wir haben in UK natürlich David Beckham damals auf dem Cover.
[1:47:09] Fabian: Wir haben Paolo Maldini in Italien und in Spanien ist es Raúl,
[1:47:13] Fabian: der uns auf dem Cover begrüßt.
[1:47:15] Fabian: Und das ist natürlich schlau und das zeigt aber auch, welche wichtige Rolle
[1:47:18] Fabian: diese Spiele einfach schon gespielt haben.
[1:47:20] Fabian: Also dass du deutsche Kommentare hast, dass du eben ein angepasstes Cover hast
[1:47:24] Fabian: und das machst du nicht, wenn du weißt, okay, das Spiel wird am Ende vielleicht 8000 Stück verkaufen.
[1:47:28] Fabian: Nein, das ist ein riesengroßes Ding und ein großes Geschäft,
[1:47:32] Fabian: was wir mit diesem Spiel machen können und deswegen diese ganzen Anpassungen
[1:47:35] Fabian: für verschiedene Territorien.
[1:47:37] Gunnar: Ich glaube, du hast das ganz gut getroffen. Das sind alles ältere Spieler.
[1:47:40] Gunnar: Das sind alles Spieler, die schon im Zenit ihrer Karriere stehen oder knapp darüber hinaus.
[1:47:46] Gunnar: Der Maldini hat ja auch nur noch vier Jahre gespielt nach der WM und so und
[1:47:49] Gunnar: der Lasseter war auch in dem gleichen Alter. Das sind alles Spieler,
[1:47:53] Gunnar: die schon 30 sind oder so zu dem Zeitpunkt.
[1:47:55] Gunnar: Und das ist sicherlich ein Versuch der Risikovermeidung, dass sie da einen Spieler
[1:48:00] Gunnar: genommen haben, den man in jedem Fall kennt. Ganz korrekt, glaube ich.
[1:48:03] Fabian: Ja und Gunnar, wie immer habe ich aus Pflichtbewusstsein mir alle Versionen
[1:48:08] Fabian: des von uns besprochenen Spiels angeschaut und das war bei FIFA 98 jetzt wirklich eine Menge,
[1:48:12] Fabian: weil natürlich ist das so, EA haut die Spiele ja lange auch dann noch für Plattformen
[1:48:17] Fabian: raus, die eigentlich so ihren Zenit schon überschritten haben,
[1:48:19] Fabian: so wie die Spieler, die sie auf den Covern haben.
[1:48:21] Fabian: Und das FIFA 98, die WM-Qualifikation, ist das letzte Spiel,
[1:48:25] Fabian: was auch noch für die 16-Bit-Konsolen erscheint, also SNES Mega Drive.
[1:48:29] Fabian: Ich habe da reingeschaut, das haben sie auch bei einer anderen internen Division
[1:48:32] Fabian: namens Extended Play Productions entwickeln lassen. Die sind okay.
[1:48:36] Fabian: Das ist halt immer noch das gleiche alte ISO-Fußballspiel mit aktualisierten Kadern.
[1:48:41] Fabian: Das ist ja eine Praxis, die EA später dann auch fährt auf schwächeren Plattformen,
[1:48:45] Fabian: die nur noch so mit unterstützt werden.
[1:48:46] Fabian: Ich habe mir auch als kleinen Funfact die Gameboy-Version angeschaut und daran
[1:48:51] Fabian: siehst du exemplarisch mal, was von so einem Spiel übrig bleibt,
[1:48:54] Fabian: wenn du ganz elementare Bestandteile beschneidest, also die Präsentation,
[1:48:59] Fabian: du kannst keinen guten Sound mehr haben, du kannst keine tolle 3D-Grafik haben
[1:49:02] Fabian: und du musst natürlich auch die Steuerung limitieren, weil du auf dem Gameboy nur zwei Tasten hast.
[1:49:06] Fabian: Das macht ein Studio aus England namens Tiertext Design, das ist so ein typisches
[1:49:11] Fabian: Portierungsstudio und wir spielen hier mal kurz ein, damit ihr einen kleinen
[1:49:14] Fabian: praktischen Eindruck davon bekommt, was von so einem Song-To-Intro auf dem Gameboy übrig bleibt.
[1:49:36] Gunnar: Das war's für heute. Das ist ja krass.
[1:49:37] Fabian: Dann denkst du noch so, okay, natürlich gibt es da keinen richtigen Song mit Gesang und so.
[1:49:42] Fabian: Und dann denkst du so, ja, das Spiel kann ja trotzdem vielleicht ganz nett sein
[1:49:45] Fabian: und auf Standbildern sieht das auch zumindest so halbwegs aus wie diese 16-Bit-Konsolen.
[1:49:49] Fabian: Ist aber wirklich wahnsinnig tröge.
[1:49:52] Fabian: Und wir können hier eben auch mal reinhören, wie das Spiel dann so klingt.
[1:49:55] Fabian: Und erschreckt euch nicht, es gibt am Ende so einen ganz furchtbaren Lärm.
[1:49:58] Fabian: Da ist dann ein Tor gefallen.
[1:50:17] Fabian: Ja, also diese Version kann man sich klemmen. Die sind einfach nicht gut.
[1:50:21] Fabian: Die sind da, weil da noch ein Markt für existiert. Aber das hat nichts zu tun
[1:50:24] Fabian: mit dem Spiel, was wir eigentlich heute hier besprochen haben.
[1:50:27] Fabian: Ich weiß nicht, ob du nicht noch eine Lanze brechen willst für deine Saturn-Version.
[1:50:30] Fabian: Ich habe da kurz reingespielt und dachte so, ja, ist halt das Playstation-Spiel
[1:50:34] Fabian: ein signifikant schlechter.
[1:50:35] Fabian: Aber vielleicht hat dir die trotzdem Spaß gemacht.
[1:50:39] Gunnar: Mir hat die genauso viel Spaß gemacht wie die N64-Version und die Playstation-Version.
[1:50:44] Gunnar: Ich fand die sichtbar schlechter bei der Grafik, also auch irritierend schlecht
[1:50:48] Gunnar: bei der Grafik. Aber ich mochte diesen Look.
[1:50:50] Gunnar: Das hat dadurch einen anderen Look gekriegt.
[1:50:53] Gunnar: Also jetzt ganz krude und unwissenschaftlich beschrieben, sah die PlayStation-
[1:50:57] Gunnar: und die N64-Version polygoniger aus.
[1:51:01] Gunnar: Die Arme deutlicher definiert vom Körper, die Animationen ausgefeilter.
[1:51:05] Gunnar: Und die Version sah eher aus wie so eine Pixel-Version.
[1:51:09] Gunnar: Also die Figuren kleiner, die Spieler kompakter. Also ich habe zuerst vermutet,
[1:51:14] Gunnar: das seien Sprites und gar keine 3D-Modelle.
[1:51:17] Gunnar: Ich finde, das sieht eher aus als wären das Sprites. Das sieht eher aus wie
[1:51:21] Gunnar: ein FIFA 96 als wie ein aktuelles 3D-Spiel.
[1:51:25] Gunnar: Und das hat mich aber irgendwie angesprochen. Ich fand das einen angenehmen
[1:51:28] Gunnar: Look und nach fünf Minuten hatte ich mich daran gewöhnt und fand die vom grundlegenden
[1:51:32] Gunnar: Spielablauf her ganz genauso gut spielbar wie die anderen Versionen.
[1:51:36] Fabian: Ja, müsste ich vielleicht meinen Spieleindruck nochmal vertiefen.
[1:51:38] Fabian: Ich habe mich so ein bisschen davon abschrecken lassen, dass ich dachte,
[1:51:40] Fabian: na okay, das gleiche Spiel in Hübscher kann ich auch auf der Playstation dann weiterspielen.
[1:51:45] Fabian: Aber es gilt auch tendenziell nicht als eine schlechte Version.
[1:51:48] Fabian: Es war auch okay bewertet. Was uns übrigens nochmal zu einem anderen Punkt bringt,
[1:51:51] Fabian: ich möchte nochmal darauf zurückkommen, auf den Gedanken,
[1:51:54] Fabian: den wir zu Beginn hatten, dass beim Einstieg von EA in den Fußballspielmarkt
[1:51:58] Fabian: Fußball ja noch nicht so eine große Rolle gerade in den USA spielt und in der
[1:52:03] Fabian: Bewertung von FIFA, nicht nur initial,
[1:52:05] Fabian: sondern auch über die Jahre, spiegelt sich das auch in den Wertungen wieder.
[1:52:09] Fabian: Weil wenn wir uns das WM-Qualifikationsspiel jetzt mal anschauen bei den großen
[1:52:13] Fabian: amerikanischen Medien wie Gamesport oder EGM oder IGN, dann wird das positiv aufgenommen,
[1:52:20] Fabian: das bekommt ganz gute Wertungen und wenn wir uns jetzt hier auf diese Hauptversionen
[1:52:24] Fabian: beschränken, also Playstation,
[1:52:25] Fabian: Nintendo 64, dann landen wir irgendwo so zwischen 70 und 85,
[1:52:30] Fabian: wo du nicht sagen würdest, das ist ein absoluter Top-Titel.
[1:52:33] Fabian: Und es ist so, wie man es denkt, in Europa wird das Spiel sehr viel positiver aufgenommen.
[1:52:39] Fabian: Also ich habe eine Wertung der British Play gefunden, die haben 88 Prozent gegeben
[1:52:42] Fabian: für die Playstation-Fassung.
[1:52:44] Fabian: Ich habe den Test der Videogames gelesen von Ende 1997, da hat es auch 88 Prozent
[1:52:50] Fabian: bekommen und der Wolfgang Schädle, das war damals der Redakteur,
[1:52:53] Fabian: der das getestet hat, für ihn war es ein kleines fußballerisches Meisterwerk
[1:52:56] Fabian: mit professioneller 3D-Präsentation,
[1:53:00] Fabian: grafischen Novitäten und unermesslichen Einstellungsmöglichkeiten.
[1:53:04] Gunnar: Unermessliche Einstellungsmöglichkeiten, das ist wahr, oder?
[1:53:06] Fabian: Ja, das ist ja immer bei EA so. Das hat aber leider per se noch nichts mit der Spielqualität zu tun.
[1:53:10] Fabian: Also das ist für mich selten ein Kriterium, wenn es um Spiele geht,
[1:53:13] Fabian: zu sagen, ah, das Spiel muss aber okay sein. Das hat ja 12.000 Optionen,
[1:53:17] Fabian: die man einstellen kann.
[1:53:18] Fabian: Aber klar, ich weiß schon, wie es gemeint ist und es wird auf jeden Fall gut
[1:53:21] Fabian: aufgenommen. Gunnar, erinnerst du dich denn noch dran, wie das damals bei der
[1:53:25] Fabian: GameStar aufgenommen wurde, das Spiel?
[1:53:27] Gunnar: Ich erinnere mich nur aus Leserperspektive, weil die GameStar hat das getestet
[1:53:31] Gunnar: in der Ausgabe 1.98, die dann wahrscheinlich Ende November 97 erschienen ist.
[1:53:37] Gunnar: Wir wissen ja, wie diese Sachen so waren bei diesen Heften damals.
[1:53:40] Gunnar: Das heißt, das war vor meiner aktiven Zeit. Ich kann das also nicht aus eigener Ansicht sagen.
[1:53:45] Gunnar: Ich habe das damals nur als Leser mitgekriegt und habe den Test von Mikkel Galuschka
[1:53:49] Gunnar: gelesen, der das ganz schön super fand.
[1:53:51] Gunnar: Im Test steht, es sei Rasenschach der Extraklasse. Sehr schön.
[1:53:55] Fabian: Ich habe sogar sein passendes Testvideo dazu noch ausgraben können.
[1:53:59] Fabian: Wir können da mal reinhören, was Mikkel damals über FIFA 98 gesagt hat.
[1:54:42] Gunnar: Das fand er alles super.
[1:54:44] Fabian: Eindeutig bestes Fußballspiel für den PC. Und wer möchte ihm da widersprechen?
[1:54:47] Fabian: Ja. Stimmt wahrscheinlich.
[1:54:49] Fabian: Trotz seiner Eigenheiten, die es hat. Also es ist vielleicht gerade aus heutiger
[1:54:52] Fabian: Perspektive keine super reale Abbildung und vielleicht keine super akkurate Fußballsimulation.
[1:54:57] Fabian: Aber es ist definitiv damals so ziemlich das Beste, was man an Fußballspiel bekommen kann.
[1:55:02] Fabian: Und es hat seine Qualitäten, die in Teilen auch bis heute überdauert haben.
[1:55:06] Gunnar: Ja, es ist auf jeden Fall das beste PC-Fußballspiel. Ich möchte auch sagen,
[1:55:10] Gunnar: es ist das beste PlayStation-Fußballspiel zu dem Zeitpunkt.
[1:55:12] Gunnar: Beim Saturn waren die Meinungen geteilt. Da gab es noch World Wide Soccer-Fans,
[1:55:17] Gunnar: die sagten, das sei besser als das FIFA.
[1:55:20] Gunnar: Und beim Nintendo 64 gab es immer noch Fans vom ISS 64.
[1:55:24] Gunnar: Aber EA hat da schon richtig die Hegemonie über den Markt übernommen, muss man schon sagen.
[1:55:29] Fabian: Ja, und das weitet sich natürlich später noch aus. Also wir könnten jetzt noch
[1:55:33] Fabian: lang und breit über die weitere Geschichte der FIFA-Reihe sprechen.
[1:55:36] Fabian: Es wäre aber quasi endlos. Da müssten wir noch diverse Verlängerungen und Elfmeterschießen
[1:55:40] Fabian: anschließen an diese Aufzeichnung.
[1:55:42] Fabian: Es kommen alleine nach dem Spiel noch 30 weitere FIFA-Spiele und da inkludiere
[1:55:48] Fabian: ich jetzt nicht mal Sachen wie ein zeitweise verfügbares FIFA-Mobile-Game oder
[1:55:51] Fabian: auch diese Fun-Sport-Reihe FIFA Street,
[1:55:54] Fabian: die es mal gab, die gar nicht so schlecht war, aber auch mittlerweile halt lange vergessen.
[1:55:58] Fabian: EA macht eine Zeit lang auch noch weiter übrigens eigene WM-Titel,
[1:56:02] Fabian: also zumindest bis zur WM 2014 in Brasilien.
[1:56:05] Fabian: Danach gehen sie dazu über, dass sie WM-Erweiterungen als DLC veröffentlichen
[1:56:10] Fabian: für das FIFA, das dann eben jeweils gerade aktuell ist.
[1:56:13] Fabian: Und das Ganze geht bis 2023, da erscheint EA FC und die FIFA-Reihe ist begraben,
[1:56:22] Fabian: weil die Zusammenarbeit zwischen FIFA und Electronic Arts beendet wird.
[1:56:26] Fabian: Ich habe gelesen, dass die FIFA fortan das Doppelte an Geld gerne bekommen hätte,
[1:56:30] Fabian: es waren wohl 150 Millionen Dollar, die da in der Regel gezahlt wurden und da
[1:56:34] Fabian: hätten sie gerne mehr gehabt.
[1:56:35] Fabian: Und EA hat dann aber gesehen, naja, wir können auch ohne die FIFA-Lizenz weiter
[1:56:41] Fabian: die echten Mannschafts- und Spielernamen haben. Das machen wir mal nicht.
[1:56:44] Fabian: Und dann hat man sich getrennt. Die FIFA hat hier und da auch so ein bisschen
[1:56:47] Fabian: patzige Statements veröffentlicht von wegen, wir werden auch künftig das beste
[1:56:51] Fabian: und echteste Fußballspiel haben. Haben sie jetzt noch nicht.
[1:56:54] Fabian: Und die FIFA-Reihe existiert quasi weiter als EA FC.
[1:56:58] Gunnar: Ich nehme an, die Kollegen von der FIFA haben sich gedacht, sie könnten jetzt
[1:57:02] Gunnar: einfach die Lizenz wem anders geben.
[1:57:04] Gunnar: Aber es gibt ja niemanden mehr. EA hat ja alle Konkurrenz ruiniert und es gibt
[1:57:09] Gunnar: auch, glaube ich, gar kein Team mehr mit der Ausnahme der Leute,
[1:57:12] Gunnar: die die unglücklichen Ausläufer von Pro Evolution Soccer gemacht haben,
[1:57:16] Gunnar: die ja jetzt E-Football heißen und ein Thema für einen anderen Podcast.
[1:57:19] Gunnar: Aber es gibt, glaube ich, gar kein internationales Team mehr,
[1:57:22] Gunnar: das auf dem Niveau von EA Fußballspiele machen kann und sich diese Lizenz dann auch noch leisten kann.
[1:57:27] Fabian: Ja, selbst wenn es das gäbe, wer möchte das Geld investieren,
[1:57:31] Fabian: um dann in den Zweikampf zu gehen gegen EAFC,
[1:57:34] Fabian: weil auch wenn das jetzt nicht mehr so heißt, da sind ja Millionen Spieler auf
[1:57:37] Fabian: der ganzen Welt drauf abonniert, die wissen, okay, jedes Jahr,
[1:57:40] Fabian: also im Spätsommer kommt da ein neuer Teil, den werde ich kaufen.
[1:57:43] Fabian: Ein neues Spiel müsste direkt zum Start super stark sein, müsste wissen,
[1:57:48] Fabian: okay, daraus wird ein Franchise entstehen.
[1:57:50] Fabian: Und ich glaube, dieses Risiko möchte sich gerade niemand so richtig geben,
[1:57:54] Fabian: gerade in einer Zeit, wo eher auch ein bisschen gespart wird oder Studios auch
[1:57:58] Fabian: mal geschlossen werden. Also warten wir es mal ab.
[1:58:01] Fabian: Also vielleicht belehrt uns da die Realität auch eines Besseren.
[1:58:03] Fabian: Aber ich würde sagen, EAFC wird wahrscheinlich lange jetzt auf dem Thron sitzen
[1:58:08] Fabian: bleiben als das Spiel, was man spielt, wenn man eben den echten Fußball zu Hause erleben möchte.
[1:58:13] Fabian: Und wenn ihr da draußen jetzt übrigens sagt, ah jetzt würde ich schon gerne
[1:58:16] Fabian: dieses WM-Qualifikationsspiel von 98 mal nachholen, ihr könnt es nicht zum Download irgendwo kaufen,
[1:58:22] Fabian: also EA hat Download-Spiele erst sehr viel später angeboten und dann auch immer
[1:58:27] Fabian: den Fokus auf die aktuellen Teile gelegt und mittlerweile ist es sogar so,
[1:58:31] Fabian: durch diese Trennung zwischen FIFA und EA,
[1:58:33] Fabian: die Spiele gibt es alle gar nicht mehr, also auch die letzten FIFA-Spiele,
[1:58:36] Fabian: die wurden aus allen digitalen Stores entfernt.
[1:58:38] Fabian: Ihr könnt aber, da das so ein erfolgreiches und bekanntes Spiel war,
[1:58:42] Fabian: euch das Spiel für PC, Playstation, Nintendo 64 oder auch, wenn ihr möchtet,
[1:58:47] Fabian: für den Saturn sehr billig kaufen.
[1:58:49] Fabian: Das kostet ein paar Euro und dann kann man da nochmal einsteigen und den Weg
[1:58:53] Fabian: zu der WM in Frankreich 98 nachspielen.
[1:58:56] Gunnar: So, Fabian, sehr schönes Schlusswort.
[1:58:58] Fabian: Ja, ich bin ein bisschen traurig. Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen,
[1:59:01] Fabian: Gunnar, dass wir diese Folge in exakt 90 Minuten abschließen.
[1:59:04] Fabian: Ich glaube, das ist uns nicht ganz gelungen.
[1:59:06] Fabian: Leicht Nachspielzeit noch hinzugefügt für diverse Fouls. Aber ich fand es sehr
[1:59:10] Fabian: schön, mit dir so erschöpfend über dieses Spiel heute zu sprechen.
[1:59:13] Fabian: Und ich hoffe, auch euch da draußen konnten wir ein bisschen vermitteln,
[1:59:15] Fabian: warum das damals so ein tolles und wichtiges Fußballspiel war.
[1:59:19] Gunnar: Vielen Dank, Fabian, für das Gespräch. Und vielen Dank euch fürs Zuhören.
[1:59:22] Gunnar: Und bis zum nächsten Mal.
[1:59:24] Fabian: Tschüss.

Shows are listed from Apple Podcasts' charts and directory, and Podcast Index where it is used. Every show and episode belongs to its publisher and plays from the publisher's own feed; this site hosts none of them.
