# Ein Spiel und seine Geschichte: Datestones of Ryn

An episode of [Stay Forever - Retrogames & Technik](https://invisiblenetwork.ai/podcast/461077931), 22 Jun 2025, 50 min.

Audio: https://audio.podigee-cdn.net/1983608-m-811a4750e952bb2ef00b91fac66a746e.mp3?source=feed

Liveaufnahme von der SF Con Süd 2025 Das Format „Die zweite Reihe“, in dem wir uns in Essay-Format etwas obskureren Spielen gewidmet haben, wurde vor einiger Zeit offiziell eingestellt. Wir können aber nicht von den obskuren Spielen lassen: Eine Zufallsrecherche, ausgelöst durch einen Zufallskauf, führte Gunnar tief in einen Recherche-Kaninchenbau. Die Ergebnisse dieser Recherche hat er niemandem gezeigt und sie live auf der SF Con Süd in Karlsruhe erstmals Christian und einem Publikum vorgetragen. Diese Folge ist der Mitschnitt des Gesprächs. Hinweis: Auf der Bühne gab eine Projektion dazu, die Bilder davon sind per Kapitelmarken in den Podcast integriert, werden im Dialog aber auch immer beschrieben. Viel Spaß beim Hören! Produktions-Credits: Sprecher, Redaktion: Gunnar Lott. Christian Schmidt Audioproduktion: Fabian Langer, Christian Schmidt Live-Recording: Daniel Sturm Titelgrafik: Johannes DuBois Intro & Outro: Nino Kerl (Ansage); Chris Hülsbeck (Musik) Unterstützung & Interaktion: Unterstützt Stay Forever: Ohne die Unterstützung von rund 7.500 Hörenden via Abo wäre dieser Podcast nicht möglich. Abos starten bei rund fünf Euro monatlich, jede/r Abonnent/in hat Zugang zum kompletten Archiv mit hunderten Extra-Folgen, zu denen jeden Monat 6-8 weitere dazukommen: Steady Patreon Wo wir sind: Unsere kostenlosen Folgen gibt es auf stayforever.de sowie in jeder Podcast-App, auf Spotify, RTL+, Amazon Music, Deezer und Youtube. Im Zweifel einfach “Stay Forever Podcast” suchen, damit findet man uns überall. Wer direkt den Feed braucht, hier: Stay-Forever-Podcast-Feed (RSS) Community: Teilt eure Gedanken, Erfahrungen, Lob und Kritik direkt im Folgen-Thread auf community.stayforever.de oder im Stay Forever Discord. Wir sind auch auf Facebook, BlueSky, Instagram und Mastodon. Support und Hilfe: Fragen gern per Mail an info@stayforever.de, wir haben aber auch strukturierte Infos zum Nachlesen, etwa ein generelles FAQ und ein spezielles FAQ für Unterstützer. Oder eine Liste aller Podcasts, ebenfalls unterteilt in öffentliche Folgen und Folgen für Unterstützer. Eine Vorschau auf das kommende Programm gibt es an jedem 1. eines Monats im Insider, unserem E-Mail-Magazin. SF-Mechandise: Wir haben einen eigenen Shop namens Retroshirty, wo es allerlei schöne Sachen für Retronauten gibt, neben Shirts, Caps und Postern auch Retrogames-Bücher und Geschenkgutscheine. Spenden: Stay Forever unterstützt aktiv den Retrogames e.V., die Hamburger Tafel e.V., das Internet Archive und Wikipedia.

## Transcript

[0:24] Gunnar: So.
[0:24] Chris: Was passiert denn hier, Gunnar? Was mache ich hier?
[0:27] Gunnar: Du sitzt da, das ist der einfache Teil, und ich will mit dir über ein Spiel reden.
[0:31] Gunnar: Ich habe ein Spiel für dich mitgebracht, von dem ich glaube,
[0:34] Gunnar: dass du es noch nicht kennst.
[0:35] Chris: Hm, okay. Ja, versuch's.
[0:39] Gunnar: Das ist ja immer so eine Suche beim Christian, ob er das Spiel noch nicht kennt,
[0:42] Gunnar: weil er kennt ja relativ viele Spiele.
[0:44] Gunnar: Und oft ist die Antwort, ja, das habe ich. Ich weiß nicht wo, aber ich habe es.
[0:49] Chris: Stimmt.
[0:49] Gunnar: Aber Christian hat ja starke Lücken in seinem Spielewissen.
[0:53] Chris: Ist das so?
[0:53] Gunnar: Ja, man kann sehr einfach weit genug zurückgehen und dann hört das schon langsam
[0:57] Gunnar: auf in die Jahre, wo er noch nicht geboren war.
[0:59] Gunnar: Dieses Spiel ist aus der Zeit von bevor du geboren warst.
[1:02] Chris: Das kann ja kaum sein.
[1:03] Gunnar: Gab es da schon Spiele?
[1:05] Chris: Ja, das ist ja kaum vorstellbar. Wow, okay.
[1:08] Gunnar: Und Christian hat natürlich starke Lücken auf anderen Systemen und muss immer
[1:12] Gunnar: in seiner Spielebildung darauf vertrauen, dass es irgendwann noch eine schlechte
[1:15] Gunnar: EGA-Version von dem Spiel gab, das in anderen Plattformen reüssiert hat,
[1:19] Gunnar: damit er dann sagen kann, das kenne ich auch.
[1:21] Chris: Sag nicht, du hast ein Konsolenspiel dabei.
[1:23] Gunnar: Sieben Jahre später kam das dann auch auf den PC.
[1:27] Gunnar: Ich tease das Spiel schon mal an. Ich zeige es erst mal ganz kurz und ich gebe
[1:31] Gunnar: es dir schon mal. Und du kannst ja schon mal sagen, was du da siehst.
[1:34] Chris: Also zunächst mal ist festzuhalten, ich kenne das Spiel nicht.
[1:38] Chris: Und es steht drauf, es ist für den TRS-80 oder den Atari 400-800.
[1:44] Chris: Also da sind zwei Versionen drin, verstehe ich das richtig?
[1:47] Gunnar: Ja, das ist eine der Spezialitäten, eine der speziellen Sachen an diesem Spiel,
[1:50] Gunnar: über die wir noch ausführlich eine halbe Stunde sprechen werden,
[1:53] Gunnar: warum da zwei Versionen drin sind und wie sich das äußert.
[1:55] Chris: Aber ich sehe, es ist von einer bekannten Firma, nämlich von Epix,
[1:59] Chris: die Leute, die Summer Games, Winter Games gemacht haben.
[2:02] Chris: Das Spiel heißt Date Stones of Rin, wo sich gleich die Frage aufträngt,
[2:07] Chris: was ein Date Stone eigentlich ist.
[2:09] Gunnar: Das ist ein Diamant, den du beim ersten Date mitbringst.
[2:11] Chris: Völlig logisch, warum bin ich da nicht selber drauf gekommen?
[2:13] Gunnar: Aber man muss natürlich mit Rin nicht treffen.
[2:16] Chris: Das ist schon ihr Date Stone dann? Okay, also Rin ist etwas Weibliches.
[2:20] Chris: wir halten das kurz fest, da ist eine Schwarz-Weiß-Zeichnung drauf zu sehen von einer Kampfszene.
[2:26] Chris: Ich sehe einen Uga-artigen, menschenähnliches Wesen auf einer Treppe kämpfen
[2:32] Chris: gegen einen Krieger, der sich mit einem Schild verteidigt und einen Speer hoch
[2:36] Chris: erhoben in der Hand hält.
[2:36] Chris: Das ist eine hochdramatische Szene, der Kämpfer ist dabei zuzustechen und der Uga freut sich darüber.
[2:43] Chris: Abgesehen davon sind hier Tentakel drauf. Ist das ein japanisches Spiel?
[2:47] Gunnar: Hier willst du nicht die Tentakel unterschlagen. Ich glaube,
[2:51] Gunnar: ich bin auch nicht sicher, was da genauso passiert, aber ich glaube,
[2:53] Gunnar: das Tentakelmonster wohnt da und die anderen Leute sind da eingedrungen unberechtigt
[2:57] Gunnar: und das Tentakelmonster wehrt sich nur.
[2:59] Gunnar: Ich finde übrigens, erstaunlicherweise, das ist ja offenkundig eine Situation,
[3:02] Gunnar: wo ein Monster und ein Held ist.
[3:03] Gunnar: Und ich finde, der Held sieht aus wie ein Aggressor und das Monster sieht aus,
[3:06] Gunnar: als würde es nur sein eigenes Business meinten.
[3:08] Chris: Wo kommen denn die Tentakel her eigentlich?
[3:09] Gunnar: Aus dem Boden.
[3:10] Chris: Aus dem Boden, nach da, wo diese Ziegel rausgebrochen sind. In der Sekunde des
[3:13] Chris: Kampfes kommt auch noch ein Tentakelmonster aus dem Boden.
[3:16] Gunnar: Zufällig.
[3:16] Chris: Unglücklich.
[3:17] Gunnar: Zufällig, genau.
[3:18] Chris: Was ist das für eine Art von Spiel, fragt man sich dann, wenn man das sieht.
[3:21] Chris: Also es ist eine Kampfszene. Ich würde sagen, auch wenn du sagst,
[3:24] Chris: das ist uralt, das Ding, dann müsste das ja entweder ein Actionspiel sein oder
[3:29] Chris: möglicherweise eine Art Rollenspiel.
[3:31] Chris: Es ist kein Sportspiel, nehme ich an, oder? Sag mir, dass es kein Sportspiel ist.
[3:34] Gunnar: Der Tentakel ist der Torwart.
[3:35] Chris: Genau.
[3:38] Chris: Mist.
[3:38] Gunnar: Es könnte eine Art Rollenspiel sein, aber dazu kommen wir noch später.
[3:41] Gunnar: und bevor du das umdrehen darfst, erzähl dich noch ein bisschen was,
[3:44] Gunnar: warum ich dieses Spiel besitze.
[3:45] Gunnar: Ich kannte das auch nicht. Und ich bin dazu gekommen, wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde.
[3:50] Gunnar: Es hat nämlich einer unserer Tontechniker, der Matthäus Irke aus Berlin,
[3:55] Gunnar: hat nämlich dich angeschrieben, um dir zu sagen, dass es da so ein altes Spiel
[3:59] Gunnar: gibt auf Ebay-Kleinanzeigen.
[4:01] Chris: Ich erinnere mich, das ist aber schon eine ganze Weile.
[4:03] Gunnar: Das ist ewig her. Er hat gesagt, ob du das nicht haben wolltest oder so.
[4:07] Gunnar: Und dann hast du irgendwie das
[4:08] Gunnar: komplett ignoriert oder hast vielleicht geguckt, was es für ein Spiel ist.
[4:11] Gunnar: Und das dann sofort wieder vergessen, weil das ist ja nicht dein Sammelgebiet.
[4:14] Gunnar: Und dann kam das zu mir in Default. Das geht dann die Treppe runter.
[4:18] Gunnar: Wenn ich das dann auch nicht will, dann geht es zu Fabian und dann zu Henner.
[4:20] Gunnar: Und dann habe ich gesagt, ach, das ist ja interessant.
[4:22] Gunnar: Warum denn nicht? Meinetwegen kaufe ich das mal. Ich fand nämlich das Cover eklatant schön.
[4:26] Gunnar: Sieht super aus, total gut designt. Also es spricht mich total an und bin ein
[4:30] Gunnar: Fan von den Epix-Spielen.
[4:31] Gunnar: Und dachte, ich kenne mich auch gut aus mit der Firma Epix. Da kommen gleich
[4:34] Gunnar: noch dazu, wie schlecht ich mich auskannte damit.
[4:36] Gunnar: Und dachte, ein Epix-Spiel im Frühjahr ist also vor Arkham und Summer Games
[4:40] Gunnar: und so interessant, was sie da gemacht haben.
[4:42] Chris: Harken ist von EA.
[4:43] Gunnar: Ach, Harken nicht.
[4:45] Chris: So schlecht kennst du dich mit der Firma Apex aus. Das war der Beweis.
[4:48] Gunnar: Ich komme gleich noch dazu, warum wir das verwechselt haben,
[4:50] Gunnar: weil es gibt noch einen EA-Bezug hier später.
[4:53] Gunnar: Genau, und das sieht halt so toll aus. Und ich dachte, prototypisches altes
[4:55] Gunnar: Spiel, das kaufe ich mir mal und es ist ja auch nicht so teuer.
[4:58] Gunnar: Dann habe ich das bestellt und das sollte auf Ebay, Kleinanzeigen, 40 Euro kosten.
[5:04] Gunnar: Und ich dachte, 40 Euro? Das Spiel ist von Anfang 80.
[5:08] Gunnar: Und ein unbekanntes Spiel. Das kann doch never ever jemals 40 Euro kosten.
[5:12] Gunnar: Das kostet doch 80. Habe ich auf Ebay geguckt, im großen Ebay.
[5:15] Gunnar: 70, 80, 90, 100. Ich so, hm, das ist ein Fake.
[5:18] Gunnar: Aber jetzt habe ich schon bestellt. Ach, scheiß drauf. Wird schon irgendwie
[5:21] Gunnar: kommen. Kam erst mal nicht. Naja, klar, hast du wieder Lehrgeld gezahlt. Wie dumm von dir.
[5:26] Gunnar: Wer bestellt denn auf Ebay Kleinanzeigen? Und natürlich hat der Verkäufer gesagt,
[5:30] Gunnar: ja, dieses automatische Zahlen über Ebay Kleinanzeigen, diese gesicherte Dings,
[5:33] Gunnar: das macht er nicht. Das ist ihm zu nervig.
[5:35] Gunnar: Aber das machen ja viele nicht, dachte ich. Naja, mein, kein Problem.
[5:38] Gunnar: Und dann kam es nicht und da habe ich nochmal nachgefragt, hatte mich gemeldet,
[5:41] Gunnar: dachte, ja, ja, fuck, das ist halt verlorenes Geld.
[5:43] Gunnar: Da hast du 40 Euro angezündet. Und dann kommt es.
[5:46] Gunnar: Einfach so, ein paar Wochen später. Und dann mache ich das Paket auf,
[5:49] Gunnar: da liegt das Ding drin und 5 Euro, ein 5-Euro-Schein.
[5:52] Gunnar: Und da stand da so ein Zettel bei, ich hatte den Preis nochmal gesenkt,
[5:55] Gunnar: das habe ich nicht rechtzeitig bei eBay-Kleinanzeigen reingeschrieben.
[5:58] Chris: Wow,
[6:00] Chris: tolle Geste.
[6:01] Gunnar: Die Welt ist gar nicht schlecht. Ja, die Menschen sind gar nicht schlecht.
[6:06] Gunnar: Und dann hatte ich plötzlich dieses Spiel und dann habe ich das so gedreht und
[6:09] Gunnar: gewendet und fand sehr viele interessante Aspekte alleine schon,
[6:13] Gunnar: bevor man das Spiel spielt, also an der Packung und drumherum.
[6:16] Gunnar: Und darüber reden wir jetzt erstmal. Und ganz am Ende, in den letzten fünf Minuten,
[6:19] Gunnar: kommen wir noch kurz darauf, was das für ein Spiel ist.
[6:22] Chris: Einverstanden.
[6:23] Gunnar: Genau, und jetzt darfst du es erstmals umdrehen.
[6:25] Chris: Okay. Oh, du hast es aber abgeklebt teilweise. Das ist sicher Absicht, ne?
[6:29] Gunnar: Das ist Absicht, genau. Und das, was du nicht sehen kannst, ist ein Screenshot,
[6:31] Gunnar: damit du nicht gleich siehst, was das für ein Spiel ist.
[6:34] Gunnar: Aber es ist jetzt nichts, was du hier so besonders sehen müsstest.
[6:36] Gunnar: Ich würde deinen Blick auf einen Aspekt lenken wollen, den ich jetzt auch für
[6:40] Gunnar: euch groß zeige, nämlich da, wo Game-Content steht, unten rechts.
[6:43] Gunnar: Sag doch mal, was in dieser Packung liegt.
[6:46] Chris: In dieser Packung soll liegen ein farbiges 16-seitiges Book of Lore.
[6:51] Chris: Ich nehme an, eine Erzählung der Hintergrundgeschichte oder sowas.
[6:53] Chris: Dann das Programm und Datenpfeil für deinen Computer.
[6:57] Chris: Programm und Datenpfeil ist hier separat aufgelistet.
[7:00] Gunnar: Was wollen die damit sagen?
[7:01] Chris: Dass es ein Hauptprogramm gibt und ein Datenmodul oder sowas. Zwei Datenmodule.
[7:07] Chris: Also es ist ja für zwei Systeme. Ist das eine Kassette oder?
[7:10] Chris: Eine Kassette? Da ist eine Kassette drin.
[7:12] Gunnar: Sehr gut. Warum schreibt das niemand drauf?
[7:14] Chris: Steht doch vorne drauf.
[7:15] Gunnar: Also wäre es nicht schön, das hier drauf zu schreiben. Das Irritierende,
[7:18] Gunnar: was da steht, dieses mit dem Programm und Datenpfeil, das ist die Art,
[7:21] Gunnar: wie diese Firma ihre Spiele macht.
[7:23] Gunnar: Also das Programm ist separat vom Datenpfeil, wie bei Infocom dieser Interpreter
[7:28] Gunnar: unterschiedlich ist als das Storyfile oder wie in einem Rollenspiel das Regelwerk
[7:33] Gunnar: unterschiedlich ist vom Abenteuermodul.
[7:34] Gunnar: Und das führen sie aber da auf, weil dann ist es geiler, dann kann man zwei
[7:37] Gunnar: Sachen aufhören, obwohl das natürlich nur ein Programm ist für den Spiele.
[7:41] Chris: Also da liegt nur eine Kassette drin.
[7:43] Gunnar: Da liegt eine Kassette drin, genau. Finde hätte man schon nochmal dazuschreiben
[7:46] Gunnar: können, aber ist ja wurscht, so kann man es ja auch sagen. Das Interessante
[7:49] Gunnar: ist, jetzt kannst du es aufmachen.
[7:51] Gunnar: Warte mal ganz kurz, ob das Richtige oben liegt, nicht, dass du jetzt mit dem
[7:54] Gunnar: falschen Ding anfängst. Ah, da kann man ja so leicht einen Fehler machen,
[7:57] Gunnar: wenn man das Christian gibt.
[7:58] Gunnar: Ich glaube, ich gebe dir das einfach rüber.
[8:00] Chris: Ja, mach das besser so.
[8:02] Gunnar: Dann nimm dir mal das Handbuch. Was fällt dir auf an dem Handbuch?
[8:06] Chris: Das ist nochmal das gleiche Bild drauf, nur spiegelverkehrt.
[8:09] Chris: Ansonsten ist nochmal das Apex-Logo und der Name.
[8:11] Gunnar: Darf ich nochmal vorlesen, was da drin ist? Colorful 16-Page-Book of Law.
[8:17] Chris: Ist das das? Das ist doch schwarz-weiß.
[8:18] Gunnar: Nee, das ist Betrug.
[8:20] Chris: Weil ein Handbuch war ja auch nicht erwähnt. Das ist dann das?
[8:22] Gunnar: Das ist das Book of Law, genau.
[8:23] Chris: Warte mal, lass mich kurz den Farbcheck machen. Nein.
[8:26] Gunnar: Nein. Also das ist ein sehr schönes Buch, voller lebendiger und auch farbiger Sprache.
[8:33] Chris: Ah, clever.
[8:34] Gunnar: Das Irritierende ist, es ist halt wirklich einfach nachweisbar schwarz-weiß.
[8:38] Gunnar: Und ich habe gedacht, das meinen die übertragen.
[8:40] Gunnar: Colorful und so. Das kann ja nicht sein, dass die farbig draufschreiben und
[8:44] Gunnar: uns einfach anlügen. Und das ist halt Betrug, oder?
[8:47] Gunnar: Aber dann habe ich ein bisschen recherchiert. Und guck, so sieht das Handbuch der Apple-Version aus.
[8:52] Chris: Eindeutig Farbe.
[8:53] Gunnar: Und jetzt verstehe ich auch, wie das alles zustande kommt hier.
[8:57] Gunnar: Das ist nämlich eine Packung für alle Systeme. Deswegen steht hier auch immer
[9:01] Gunnar: nicht genau drauf, was drin ist. Die stickern halt vorne bloß das System und
[9:04] Gunnar: ansonsten ist die Packung immer gleich.
[9:06] Gunnar: Und deswegen schreiben sie halt farbiges Handbuch drauf, weil es gibt ja auch
[9:09] Gunnar: Versionen, da ist ein farbiges Handbuch drin.
[9:11] Gunnar: Nicht alle gut, aber hättest du ja auch kein TRS-80 kaufen müssen,
[9:14] Gunnar: sondern wenn du Apple gehabt hättest, wäre das ja kein Problem gewesen.
[9:17] Chris: Die Apple-Version war bestimmt die erste und da dachten sie sich ja farbiges
[9:20] Chris: Handbuch rein, weil wer sich ein Apple kauft, hat Geld.
[9:22] Chris: Wer ein TRS-80 zu Hause hat, braucht kein farbiges Handbuch.
[9:26] Gunnar: Das ist ein Vorurteil aus dem Jahr 2025 und das war natürlich genau umgekehrt.
[9:30] Gunnar: Die TAS-80-Version ist die erste und die Apple-Version ist die fortgeschrittene Version damals.
[9:34] Chris: Aber dann muss es ja auch eine TAS-80-Version mit farbigem Handbuch gegeben haben, oder nicht?
[9:39] Gunnar: Nein.
[9:40] Chris: Nein?
[9:40] Gunnar: Ich nehme an, das haben die gleich im Voraus gemacht. Die lügen noch an mehr
[9:43] Gunnar: Stellen. Wir kommen auch noch an die Stelle, wo sie schreiben Superb Graphics.
[9:48] Gunnar: Aber es ist halt eine universelle Packung und beim Screenshot schreiben sie
[9:51] Gunnar: dann natürlich dazu, dass es sich auf ein bestimmtes System bezieht.
[9:54] Gunnar: Das immerhin. Ja, da lügen sie nicht so sehr.
[9:55] Chris: Das haben wir bei den Popelik-DOS-Spielen nämlich immer die Amiga-Screenshots
[9:58] Chris: hinten auf der Packung bekommen. Genau.
[10:00] Gunnar: So, was liegt noch in der Packung? Dann ist eine Registrierungskarte drin und
[10:03] Gunnar: dann liegt da drin, wie du schon gesagt hast, eine Kassette.
[10:06] Gunnar: Die gebe ich dir auch mal physisch in die Hand, weil es so schön ist.
[10:09] Chris: Ui, das ist ja ungewöhnlich. Ich weiß nicht, ich kenne mich damit nicht aus,
[10:12] Chris: aber diese Kassette kommt ja in einer Kassettenverpackung.
[10:14] Gunnar: Toll, ne?
[10:15] Chris: Das hat man doch damals nicht so gemacht, oder? Das war doch bestimmt der Vorbesitzer.
[10:18] Gunnar: Da bin ich nicht sicher, ob das hinterher dazu kam, genau.
[10:21] Chris: Aber guck, ein farbiges Label.
[10:22] Gunnar: Ja, und die andere Seite?
[10:23] Chris: Da ist das Geld reingeflossen. Die andere Seite ist leer.
[10:26] Gunnar: Ja.
[10:27] Chris: Also braucht man nur eine Seite. Ist doch klar. Genau.
[10:30] Gunnar: Das habe ich gelernt bei der Recherche, das wusste ich nicht.
[10:32] Gunnar: Auf dieser Kassette sind auf den unterschiedlichen Seiten die jeweiligen Versionen drauf.
[10:36] Gunnar: Also das ist eine Seite eine TRS-80-Version und eine Seite ist eine Atari 400-800-Version.
[10:40] Gunnar: Auf einer selben Kassette.
[10:42] Chris: Aber woher weiß man denn welche? Das steht hier nämlich nicht drauf.
[10:45] Gunnar: Das steht extra auf dem beiliegenden Zettel, weil das ist nämlich so kompliziert,
[10:49] Gunnar: dass man das auf dem beiliegenden Zettel nachlesen muss.
[10:53] Gunnar: Hier gibt es jeweils eine ausführliche Anleitung für den TRS-80,
[10:56] Gunnar: wenn man das lädt, und eine Anleitung für den Atari.
[10:58] Gunnar: Und da stehen auch so geile Sachen drauf, weil das ist so anders.
[11:01] Gunnar: Diese Kassettenzeit, logischerweise, ja.
[11:03] Gunnar: Da steht dann sowas drin wie, wenn Sie eine Fehlermeldung bekommen,
[11:06] Gunnar: ändern Sie die Lautstärke. Und fangen Sie nochmal an.
[11:09] Gunnar: Wenn es einen Fehler gibt, dann ist es halt ein schlechter Ladevorgang.
[11:13] Chris: Es passiert einfach.
[11:14] Gunnar: Error Messages are due to bad loads. Und tatsächlich ist also auf der Seite
[11:18] Gunnar: die TRS-80-Version, auf der anderen Seite ist die Atari-Version.
[11:21] Chris: Steht dann da drauf, Label-Site, Unlabel-Site oder sowas? Okay.
[11:26] Chris: Hey, wie geizig ich dann nicht auch noch auf die andere Seite einen Aufkleber drauf zu machen?
[11:29] Gunnar: Aber warum denn? Man sieht doch nur eine Seite gleichzeitig.
[11:31] Chris: Ja, ja, aber man müsste ja trotzdem mal wissen, welche Seite man abspielen muss.
[11:35] Gunnar: Sie hätten doch wenigstens hier ein A oder irgendwas drauf machen können.
[11:38] Chris: Stell dir vor, ich habe einen TRS-80 und lege auszusehen die falsche Seite an,
[11:41] Chris: dann explodiert mein Geset.
[11:42] Gunnar: Ja, genau, das ist ja oft passiert.
[11:43] Chris: Ja, das ist eine reelle Gefahr.
[11:45] Gunnar: Also ich verstehe auch nicht, wie das ganz genau funktioniert mit den doppelten
[11:48] Gunnar: Seiten, aber das ist bestimmt cool. Scheint ja zu funktionieren.
[11:51] Gunnar: Diese ganze Kassetten-Geschichte, das hatte ich alles schon wieder vergessen.
[11:54] Gunnar: Ich hatte ja C64 mit einer Kassette, mit einer Datasette damals und habe von der Kassette geladen.
[11:59] Gunnar: Aber da kriegt man auch ganz komische Botschaften. Zum Beispiel,
[12:02] Gunnar: hast du auch mal drüber nachgedacht, Christian, ob alles mit deinem Kopf okay ist?
[12:06] Chris: Have you serviced your heads lately?
[12:08] Chris: Im Plural. Hast du deine Köpfe mal überprüfen lassen in letzter Zeit?
[12:12] Gunnar: Ich dachte, das wäre eine Beleidigung, aber es ist ja Hats in der Mehrzahl, also schon okay.
[12:17] Gunnar: Da sind die Leseköpfe des Kassettenrekorders gemeint. Hier ist übrigens mal
[12:20] Gunnar: das Kassettenlaufwerk in voller Schönheit, das TRS 80.
[12:23] Gunnar: Man sieht hinten, das hat einen Lautsprecher, kann man auch eine Musikkassette
[12:26] Gunnar: reinlegen, dann kann man halt Musik hören damit.
[12:28] Gunnar: Und die beschweren sich da in leicht passiv-aggressiver Sprache darüber,
[12:31] Gunnar: dass wenn das Spiel nicht funktioniert, dass es daran liegt,
[12:33] Gunnar: dass die Leute ihre Köpfe nicht geservicet haben.
[12:35] Chris: Man weiß doch genau, wie so ein Zettel zustande kam. Da hat halt die Service-Hotline
[12:39] Chris: 100 Anrufe am Tag bekommen von Leuten, bei denen das Spiel nicht geht.
[12:42] Chris: Und die sagen immer, haben Sie Ihre Köpfe geputzt? Haben Sie Ihre Köpfe geputzt?
[12:45] Chris: Und dann hat irgendjemand mal gesagt, lass uns bitte einen Zettel reinlegen
[12:49] Chris: in die Packung, damit die Leute nicht mehr anrufen.
[12:51] Gunnar: Ja, genau so war das. Und dieses ganze Reinigen von den Kassettenköpfen,
[12:55] Gunnar: das ist auch was, das haben wir früher ständig gemacht.
[12:57] Gunnar: Alle zehn Stunden der Benutzung machst du das. Ich weiß gar nicht mehr,
[12:59] Gunnar: wie wir das genau gemacht haben.
[13:00] Gunnar: Ich glaube, wir haben so ein Q-Tip. Das war bestimmt falsch.
[13:02] Gunnar: Und deswegen mussten wir immer beim Service anrufen. Ich habe keine Ahnung.
[13:05] Gunnar: Aber da gab es auch eine spezielle Reinigungsflüssigkeit. Und es gab so Reinigungskassetten,
[13:08] Gunnar: die man da reinlegen konnte.
[13:10] Gunnar: Erinnert sich da eigentlich irgendjemand dran oder bin ich der Älteste?
[13:13] Chris: Wow, viele Arme gehen hoch im Publikum.
[13:15] Gunnar: Wenn ich da totalen Unsinn erzähle über die Reinigung von Kassettenköpfen,
[13:18] Gunnar: dann sag gerne Bescheid. Was ich selten sage, aber ey, wir hatten ja nichts, ne?
[13:22] Gunnar: Also nicht nur, dass unsere Tools scheiße waren damals, wir mussten die auch
[13:26] Gunnar: noch pflegen wie die Hölle.
[13:27] Chris: Ihr hattet Wattestäbchen im Endeffekt.
[13:29] Gunnar: Wattestäbchen, genau. Naja, gut. Und das sind lauter schöne Sachen,
[13:33] Gunnar: die hier in dieser Packung liegen, aber das ist nicht das Tollste.
[13:35] Gunnar: Das Tollste, was in dieser Packung liegt, ist gar nicht das Spielen,
[13:39] Gunnar: sondern es ist eine Werbung.
[13:41] Gunnar: Ich gebe dir das mal.
[13:42] Chris: Selbstverständlich in Farbe und sogar richtig schön.
[13:45] Gunnar: Und das ist natürlich in Farbe. Also das muss man kurz wirken lassen.
[13:48] Gunnar: Ich zeige auch mal die Rückseite.
[13:50] Gunnar: Das ist spektakulär. Christian, beschreib du das mal, was man da sieht.
[13:54] Chris: Man sieht mehrere Cartoon-Zeichnungen auf der vorderen Rückseite dieses Katalogs,
[13:59] Chris: des Epix-Katalogs, wie auch draufsteht.
[14:01] Chris: Und da wird die Frage gestellt, was ist die schwierigste Sache in der Welt?
[14:04] Chris: Und die Antwort ist, sich von einem Epix-Spiel loszureißen. zu reißen.
[14:08] Chris: Und dann siehst du da ein Bild, wo ein Mann in einem Schlauchboot auf dem Meer
[14:12] Chris: gerade dabei ist, von einem Hai gefressen zu werden.
[14:15] Chris: Aber er kann nichts machen, weil er klebt an seinem Computer.
[14:18] Chris: Er muss gerade Epix spielen.
[14:19] Chris: Der Bildschirm ist ausgeschaltet, wie man sieht. Aber trotzdem kann er sich
[14:23] Chris: nicht losreißen. Es wirkt noch nach, das Spiel.
[14:25] Chris: Ein anderer hat seinen Computer beim Bergsteigen dabei und stürzt gerade ab.
[14:28] Chris: Jemandem wird das Haus abgerissen.
[14:30] Chris: Er sitzt aber noch sehr fröhlich am Computer. Es sieht aber eher aus wie ein
[14:33] Chris: Mensch, der gerade eine Tabellenkalkulation bedient.
[14:36] Chris: und so weiter.
[14:38] Gunnar: Also am besten ist der Bergsteiger, der gerade abstürzt, weil der ist nämlich
[14:41] Gunnar: der Einzige, der Strom hat an seinem Rechner.
[14:44] Gunnar: Die anderen alle bedienen den so, deswegen sind die Monitorer auch aus.
[14:47] Gunnar: Das ist sehr bunt, ganz im Gegensatz zur Anleitung.
[14:50] Gunnar: Das sind alles so Zeichnungen, ich würde sagen, so auf dem Niveau 10.
[14:53] Gunnar: Klasse. Also Grundkurs Kunst.
[14:54] Gunnar: Aber das ist der Softwarekatalog von Epix im Jahr 1982.
[14:59] Gunnar: Blätter mal da so durch, ob du spontan Spiele erkennst. Ich zeige auch mal die
[15:03] Gunnar: Innenseite für euch hier. Und wenn man sich so eine handelsübliche Spielefirma
[15:06] Gunnar: anschaut, dann hat die ja so einen Katalog von aktiven Spielen,
[15:09] Gunnar: die sie gerade verkauft.
[15:10] Gunnar: Und das ist ein Katalog von 1981 oder ich glaube 1982 von der Firma Epix.
[15:16] Gunnar: Da sind 30 Spiele drin. Die haben ein Portfolio in dieser frühen Zeit,
[15:20] Gunnar: bevor es überhaupt richtig losgegangen ist mit dem Computergaming,
[15:23] Gunnar: bevor überhaupt der PC eingeführt wurde so richtig, haben die einen Katalog
[15:27] Gunnar: von 30 Spielen. Ich finde das so beeindruckend.
[15:30] Gunnar: Das ist eine der marktbeherrschenden Firmen zu dieser Zeit. Und diese erste
[15:33] Gunnar: Phase von denen ist ja relativ vergessen heutzutage. Und die Firma ist auch nicht mehr so bekannt.
[15:37] Gunnar: Das Spiel, über das wir heute sprechen, das States of Thrones of Rhin,
[15:40] Gunnar: ist da auch drin. Das ist von 1979 in der ersten Version.
[15:43] Gunnar: Und diese Spiele sind immer wohlweislich ohne Screenshot abgebildet,
[15:47] Gunnar: aber immer mit einem Cover und einem fluffigen Text.
[15:50] Gunnar: Ich zeige mal hier so ein Cover. Das links ist eins der Spiele,
[15:53] Gunnar: Crypt of the Undead, das in dem Handbuch ist. Das rechts ist ein moderneres Spiel von 86.
[15:58] Gunnar: Daran hat sich das Cover-Design deutlich geändert, aus einer anderen Phase der
[16:01] Gunnar: Firma Epyx. Ich möchte mal ganz kurz hier aus dem Handbuch vorlesen,
[16:05] Gunnar: das Spiel Crypt of the Undead, aus dem Beschreibungstext, weil die Beschreibungstexte
[16:08] Gunnar: sind alle sensationell. Tensationell?
[16:10] Gunnar: The night air is cold and damp, and the sun has just gone down.
[16:16] Gunnar: You have 12 hours until sunrise in which to set yourself free and return to the land of the living.
[16:21] Gunnar: Should you fail, at dawn you will fall back asleep into your grave.
[16:26] Gunnar: Du-du-du-du-du. Ich zeige euch gleich noch ein Bild von dem Spiel,
[16:29] Gunnar: aber ihr macht schon mal ein Bild im Kopf, wie das so aussehen wird.
[16:31] Gunnar: Der Text mischt so ein bisschen diese Stimmung und die Funktion.
[16:35] Gunnar: Weil der nächste Satz ist, As you move your joystick, the eerie contents of
[16:39] Gunnar: the graveyard unfold before your eyes in color graphics.
[16:44] Chris: Okay.
[16:48] Gunnar: Die haben so ein Ding mit der Farbe. Das ist nicht so ihrs. Farbe ist halt streng optional.
[16:54] Gunnar: Es ist halt mehr so übertragen gemeint mit der Farbe. Das ist auch schon ein farbiges Szenario.
[17:00] Chris: Soll ich kurz beschreiben, was man hier sieht?
[17:01] Gunnar: Allerdings beschreibst du, was man auf diesem Bildschirm sieht.
[17:03] Chris: Also ich nehme an, es ist der Graveyard, also der Friedhof, aber der besteht
[17:06] Chris: aus einem riesigen Gebäude, auf dem in großen Lettern Mausoleum steht.
[17:12] Chris: Und davor steht, ich nehme mal an, das wollen Bäume sein?
[17:15] Gunnar: Ja, das sind Bäume. Und Kreuze.
[17:17] Chris: Also das ist ja ein stadiongroßes Mausoleum. Für wen ist das denn gebaut worden?
[17:21] Chris: Und sowohl Bäume als auch Mausoleum, als auch der Schriftzug,
[17:24] Chris: der drunter steht, sind nur in weiß auf schwarzem Hintergrund.
[17:27] Chris: Und da steht, Werewolf is coming.
[17:30] Chris: Also der Werwolf kommt. Ist das da vor dem Eingang des Mausoleums die Spielerfigur?
[17:35] Gunnar: Ich glaube, das ist die Spielerfigur. Und dass der Werwolf kommt,
[17:37] Gunnar: ist nur eine Ankündigung, so eine Art Zeitlimit, dass du dann was machen musst bis dahin.
[17:41] Chris: Kommt der aus dem Mausoleum oder ins Mausoleum? Das ist die entscheidende Frage.
[17:44] Gunnar: Da geht es ins Mausoleum rein, weil er so mutig ist. Und dann geht es weiter so.
[17:47] Gunnar: Also der große Teil davon sind Spiele wie dieses hier, so einfache Actionspiele,
[17:51] Gunnar: wie das in der Zeit üblich war.
[17:52] Gunnar: Du hast ja auch richtig gewöhnt, dass es Actionspiele sein müssen oder Rollenspiele.
[17:56] Gunnar: Rollenspiele gibt es zu der Zeit noch gar nicht viele.
[17:58] Gunnar: Aber das war schon richtig vermutet, weil Epix hat sich spezialisiert auf Rollenspiele.
[18:01] Gunnar: Dazu kommen wir gleich noch. Ich bin hier mal ganz kurz über eine Sache weggegangen,
[18:05] Gunnar: weil ich es ganz interessant finde.
[18:06] Gunnar: Da kommen wir nachher noch ganz kurz zu zwischen der alten Epix und der neuen
[18:09] Gunnar: Epix. Die alte Epix, der Slogan ist links.
[18:12] Gunnar: Computer Games, Thinker's Play, also das ist ein Spiel für Leute wie mich.
[18:15] Gunnar: Und auf dem nächsten Bild ist Strategy Games for the Action Player,
[18:18] Gunnar: also mehr sowas für dich.
[18:20] Gunnar: Mir kommt das so vor, als hätte die Firma ein ganz bisschen ihren Schwerpunkt
[18:23] Gunnar: geändert. Ist ganz interessant, weil ich dachte halt, ich kenne Epics total
[18:27] Gunnar: gut, also außer mit Arkham und so, aber sonst die Summer Games Spiele und was
[18:30] Gunnar: sie alles so gemacht haben, Jumpman.
[18:32] Gunnar: Und ich kannte aber nur die 85er Epics, also diese Spiele, die sie zu der Zeit gemacht haben.
[18:37] Gunnar: Und ich kannte tatsächlich die frühe Epics von vor 82, die schon total viele
[18:41] Gunnar: Spiele hatten, Und davon kannte ich fast gar keins, bis auf eins,
[18:44] Gunnar: das ich exzellent gut kannte, dachte ich.
[18:46] Chris: Beim Durchblättern des Katalogs, du hast ja auch gefragt, kennst du da Spiele?
[18:49] Chris: Und da muss man über weite Teile des Katalogs blättern, bevor mir der erste Name bekannt vorkommt.
[18:54] Gunnar: Was kam dir denn bekannt vor?
[18:56] Chris: Das Temple of Upshye.
[18:58] Gunnar: Genau, das kam mir auch bekannt vor. Da dachte ich, wach, das Temple of Upshye,
[19:01] Gunnar: das hast du ja auch gespielt. Total viel hast du das gespielt,
[19:03] Gunnar: dachte ich. Komm mal noch zu.
[19:06] Gunnar: Jetzt haben wir ein bisschen viel über Epics geredet und ich habe das schon
[19:08] Gunnar: ein bisschen angedeutet. Jetzt gehen wir mal schnell so durch die Geschichte
[19:11] Gunnar: der Firma Apex durch, beziehungsweise durch die Geschichte der Firma Automated Simulations.
[19:17] Gunnar: So heißt sie nämlich damals noch. Das ist ein bisschen lustig,
[19:19] Gunnar: weil die Firma heißt Automated Simulations. Und Apex ist nur ihre Gaming-Brand.
[19:25] Chris: Die haben noch was anderes.
[19:26] Gunnar: Genau, die Tatsache, dass es eine Gaming-Brand gibt, impliziert ja,
[19:29] Gunnar: dass wir noch eine andere Brand haben. Aber sie haben nichts anderes.
[19:31] Gunnar: Sie haben nur Spiele unter dem Namen Apex und heißen halt anders.
[19:34] Chris: Vorsorglich, na, falls wir noch in die Anwendungssoftware einsteigen wollen oder so.
[19:37] Gunnar: Die heißen halt so, weil natürlich wir sind halt Anfang der 80er oder Ende der
[19:40] Gunnar: 70er, als die Firma gegründet wird. Das sind halt totale Nerds.
[19:43] Gunnar: Und die fanden halt Automated Simulations und geilen Namen.
[19:46] Gunnar: Aber ihnen war schon klar, dass es ein bisschen sperrig ist.
[19:49] Gunnar: Ja, und dann haben sie halt noch einen schönen Namen genommen.
[19:50] Gunnar: Aber schon 82 ändern sie den Namen der Firma auf Epix. Und dann ist das auch
[19:54] Gunnar: vergessen, das mit dem Automated Simulations.
[19:56] Chris: Aber wir sind hier noch in der Zeit von Automated Simulations.
[19:58] Gunnar: Genau, hier steht noch auf der Packung Copyright 1981, Automated Simulations Incorporated.
[20:04] Gunnar: So, was sind das nun für Leute, die das gemacht haben? Da haben wir hier dieses
[20:08] Gunnar: sehr schöne Foto von 1984 aus der Microtimes.
[20:11] Gunnar: Das da ist John Freeman und ein Profi wie du weiß, wie die Frau heißen muss.
[20:16] Chris: Das ist Anne Westfall.
[20:18] Gunnar: Genau, und woher kennst du die?
[20:20] Chris: Von den Freefall Associates, die haben das Spiel gemacht, das wir da auf dem
[20:24] Chris: Monitor sehen, nämlich Arkham.
[20:25] Gunnar: Jetzt erkennst du, warum ich vorhin verwirrt war.
[20:27] Chris: Ja, genau.
[20:28] Gunnar: Weil die haben nämlich später Arken für EA gemacht. Aber das ist der John Freeman.
[20:33] Gunnar: Wie alt ist denn der da auf dem Bild, würdest du sagen?
[20:35] Chris: Oh, also nach dem Brusthaar zu urteilen, steht er auch gut im Saft. 30, ganz genau 30.
[20:42] Gunnar: Er ist fast 40. Das Bild ist von 84 oder vielleicht 83 und der ist 1945 geboren.
[20:48] Gunnar: Der ist relativ alt für jemanden, der in der Spielebranche arbeitet zu dieser
[20:53] Gunnar: Zeit, weil wir haben ja ganz viele Geschichten erzählt von so Firmengründungen.
[20:56] Gunnar: Und da sind ganz viele Wunderkinder-Geschichten bei.
[20:58] Gunnar: Leute, die in der Schule schon programmiert haben mit 16 und so war der nicht.
[21:02] Gunnar: Das ist ein gestandener Mann, als er in die Branche kommt. Das sieht man ja am Brusthaar.
[21:06] Gunnar: Was mich besonders irritiert an diesem sehr schönen Bild eigentlich,
[21:09] Gunnar: was ich ums cool finde, ist, dass die Frau ja hier die Profirolle einnimmt,
[21:12] Gunnar: indem sie das Spiel spielt und er bloß so ein bisschen zuguckt.
[21:15] Gunnar: Aber was mich besonders irritiert ist, was hat denn der da an?
[21:17] Gunnar: Was ist denn das? Strafanzug?
[21:18] Chris: Ein Trainingsanzug?
[21:19] Gunnar: Aber ein Trainingsanzug. Sind die Leute damals zu Fotosessions mit einem Trainingsanzug
[21:23] Gunnar: gegangen? Das macht man doch nur heute.
[21:25] Chris: Wenn die Microtimes vorbeikamen, dann schon.
[21:27] Gunnar: Vielleicht.
[21:28] Chris: Ich finde, das Bemerkenswerteste hier ist ja auch der Vorhang.
[21:31] Chris: Das ist ja nur das dominante Element auf diesem Bild. Ein richtiges Zeitzeugnis.
[21:35] Gunnar: Ja, der verdeckt den Rest der Villa. Der ist gerade die Treppe runtergegangen
[21:38] Gunnar: in seinem Hausanzug, diese breite Treppe.
[21:41] Gunnar: Kronleuchte rechts und links und dann hat er einen Vorhang zugezogen, weil es peinlich war.
[21:44] Gunnar: Diesen Menschen, diesen John Freeman und auch die Anwestfork kennen wir von diesem berühmten Bild.
[21:48] Gunnar: Das ist die berühmte EA-Anzeige mit der Frage, kann dich ein Computer zum Weinen
[21:52] Gunnar: bringen von dem Original-EA-Line-Up?
[21:55] Gunnar: Als EA noch gedacht hat, sie machen künstlerische Spiele.
[21:58] Gunnar: Electronic Artists wollten sie ja sein. Hast du ihn schon gefunden auf dem Bild?
[22:02] Chris: Also hätte ich ihn suchen sollen?
[22:03] Gunnar: Boah, ist ja relativ klar, ne?
[22:05] Chris: Ich gehe immer nach dem, wer hat am meisten Haar im Gesicht,
[22:07] Chris: also muss es der da in der Mitte sein, ne?
[22:09] Gunnar: Genau, das ist halt dann aus der Free-for-All-Zeit. Und da wird er dann natürlich
[22:13] Gunnar: berühmter als zu dieser ersten Epics-Zeit, obwohl er da schon relativ viele Spiele gemacht hat.
[22:17] Gunnar: Wir hören mal ganz kurz seine Stimme an, keine längere Passage,
[22:21] Gunnar: nur mal, dass man die Stimme gehört hat. Ihr müsst euch nicht so wahnsinnig
[22:23] Gunnar: drauf konzentrieren, was er da sagt.
[22:25] Einspieler: Wie mit vielen anderen Dingen, die in einem etwas zurückgekehrten,
[22:30] Einspieler: weil er die Taxe gehört hat.
[22:34] Gunnar: Was er da sagen will, was man jetzt hier schwer versteht, aber ich fasse das
[22:37] Gunnar: mal zusammen, ist, dass er die Firma gegründet hat wegen Steuern.
[22:40] Gunnar: Das ist ein guter Grund, ist mir auch schon passiert.
[22:43] Gunnar: Alle guten Firmen werden aus solchen Gründen gegründet.
[22:46] Gunnar: Und zwar war das so, der Jim Connelly, der andere Gründer von Epix,
[22:49] Gunnar: der hatte sich ein Commodore PET gekauft.
[22:52] Gunnar: Also kein Haustier und kein iPad, sondern den Commodore PET,
[22:55] Gunnar: diesen Proto-PC, bevor der IBM-PC da war.
[22:58] Gunnar: Und das hat er gemacht, wie wir coolen Leute das halt damals gemacht haben,
[23:01] Gunnar: um seine Rollenspielrunden zu verwalten.
[23:04] Gunnar: Ist ja klar, da braucht man ein Gerät für mehrere tausend Euro.
[23:07] Gunnar: Wenn man ein engagierter Game Master ist, dann muss man das machen.
[23:10] Gunnar: Und Rollenspielen damals, das hieß, welches Rollenspiel muss das gewesen sein?
[23:14] Chris: Das muss Dungeons & Dragons gewesen sein.
[23:15] Gunnar: Genau, andere Rollenspiele gab es ja da fast noch nicht. Und es ging um diesen
[23:18] Gunnar: ganzen buchhalterischen Kram, die Werte nachschauen.
[23:22] Gunnar: All diese Sachen wollte er machen, seine Abenteuer verwalten.
[23:24] Gunnar: Und der Commodore Pad war schon ein günstiger Computer, aber nach heutigem Geld
[23:28] Gunnar: schon so 2.000, 3.000 Euro.
[23:30] Gunnar: Mei, wenn man den von der Steuer absetzen könnte, das wäre schon besser.
[23:33] Gunnar: Und dann haben sie sich gesagt, wenn man jetzt ein Game machen würde,
[23:36] Gunnar: dann wäre doch der Pat ein Arbeitsgerät.
[23:38] Gunnar: Wenn man so ein Rollenspiel damit verwaltet, das kommt bei der Steuer nicht durch.
[23:41] Gunnar: Aber wenn man jetzt wirklich was programmieren würde da drauf,
[23:44] Gunnar: dann wäre das schon okay.
[23:45] Gunnar: Und dann hat er gedacht, dann programmiere ich mal was, der kann erleben.
[23:47] Gunnar: Und weil er Programmierer ist, kann er das auch einfach mal machen und hat angefangen,
[23:51] Gunnar: ein Weltraumspiel zu programmieren.
[23:53] Gunnar: Und dann hat er den John Freeman, der Mitte Bart, den wir jetzt schon kennen,
[23:57] Gunnar: den kennt er aus seiner D&D-Runde.
[23:59] Gunnar: Und dann hat er ihm gebeten, ihm dabei zu helfen. Und der Freeman macht dann halt mit.
[24:03] Gunnar: Der Freeman kann gar nichts. Der ist kein Programmierer, kann nicht helfen.
[24:06] Gunnar: Der ist auch kein Grafiker, aber Grafik ist zu der Zeit ja eh noch wurscht.
[24:10] Gunnar: Der ist freier Journalist und Buchautor. Der hat schon ein gutes Gespür dafür,
[24:13] Gunnar: wie Text funktioniert. Und er ist wirklich ein begeisterter Spieler.
[24:16] Gunnar: Und jetzt machen sie ein Spiel zusammen. Das heißt Starfleet Orion.
[24:20] Gunnar: Klassischer Name, gefällt mir gut.
[24:22] Gunnar: Und dann nach ein paar Monaten sind sie damit fertig. Und dann sind sie beide
[24:24] Gunnar: so ein bisschen überrascht. Die
[24:25] Gunnar: haben das so ein bisschen halbherzig angefangen, wegen der Steuerehalt.
[24:28] Gunnar: Und dann so, hoch, fertig geworden, guck an. Wir können das ja,
[24:31] Gunnar: haben wir gar nicht gedacht.
[24:32] Gunnar: Das müssen wir wohl eine Firma gründen, oder? Das müssen wir doch jetzt irgendwie
[24:35] Gunnar: vermarkten. Das müssen wir damit irgendwas machen.
[24:37] Gunnar: Und dann haben sie halt dieses Spiel kopiert, händisch, Diskette für Diskette
[24:41] Gunnar: für Diskette und in so Tütchen getan, in so Klarsichthüllen und mit einer Anleitung
[24:45] Gunnar: rein und dann haben sie die in einzelnen Läden verkauft.
[24:48] Gunnar: Das wurde ja damals so gemacht zu der Zeit. Wir sind ja hier noch 1978.
[24:53] Gunnar: Das ist ja noch vor dem berühmten Richard Garriott, dem ersten Ultima,
[24:57] Gunnar: das ja auch in solchen Tütchen kam.
[24:59] Gunnar: Das war damals der einzige Vertriebsweg. Die sind dann halt rumgefahren und rumgegangen.
[25:03] Gunnar: Es gab dann keinen Nationalvertrieb für sowas und sind so mit fünf oder zehn
[25:07] Gunnar: von diesen Dingern in so einen Computerladen gegangen und haben gesagt,
[25:09] Gunnar: na, wollen sie die kaufen?
[25:11] Gunnar: Und dann haben die das gemacht oder nicht. Und das hat erstaunlich gut funktioniert
[25:14] Gunnar: und da haben sie eine Nachfolge gemacht.
[25:16] Gunnar: Invasion Orion. Und das hatte eine Innovation, das hatte Gegner-KI.
[25:20] Gunnar: Völlig überraschend zu dieser Zeit, ja, Gegner-KI.
[25:23] Gunnar: Das Starfleet Orion nämlich war im Wesentlichen so eine Art virtuelles Brettspiel,
[25:27] Gunnar: wo zwei Spieler nacheinander gezogen haben.
[25:30] Gunnar: Da gab es keine Computer-KI oder irgendwas, das war eine Brettspiel-Idee umgesetzt auf dem Computer.
[25:35] Gunnar: Und dann Invasion Orion, ein Computergegner. Fantastisch. Die Firma geht durch
[25:39] Gunnar: die Decke mit diesen Innovationen. Keiner kann mithalten auf dem Markt.
[25:43] Chris: Also es läuft.
[25:44] Gunnar: Es läuft. Was ist der nächste logische Schritt für diese spezifische Firma in dem Setup?
[25:48] Chris: Dritter Teil.
[25:50] Gunnar: Rollenspiele, richtig. Aber ein dritter Teil ist richtig, machen sie auch.
[25:52] Gunnar: Aber den lassen wir an dieser Stelle aus. Aber die beiden haben sich ja über
[25:56] Gunnar: die und die kennengelernt.
[25:57] Chris: Ja, du hast recht. Okay, das liegt nahe.
[25:59] Gunnar: Die müssen was mit Rollenspielen machen. Rollenspiele sind auch zu der Zeit
[26:02] Gunnar: einigermaßen hip. Also wir sind im Jahr 1978, 1979.
[26:05] Gunnar: Die und die ist zu dem Zeitpunkt fünf Jahre alt.
[26:07] Chris: Also du meinst, Rollenspiele sind hip in der Gesellschaft, nicht unbedingt auf dem Computer?
[26:11] Gunnar: Unter Nerds sind die hip. Also kann man ja heutzutage noch sehen,
[26:15] Gunnar: wie sehr sich Computerrollenspiele von Pen & Paper Rollenspielen ableiten.
[26:17] Gunnar: Man sieht, die Zahlen durchlaufen beim Schadenstreffer und sowas.
[26:20] Gunnar: Aber damals war das ja noch eins zu eins.
[26:22] Gunnar: Wenn man damals ein Rollenspiel gemacht hat, dann hat man gesagt,
[26:25] Gunnar: so, das ist so wie in der Runde, nur dass sie nicht mit Menschen reden müssen.
[26:29] Gunnar: Das war einfach genau dasselbe. Es war wie so eine Art Verwaltung einer Rollenspiel-Session
[26:33] Gunnar: mit dem Computer. Und dann machen die das.
[26:36] Gunnar: Und zwar schreibt dann dieser Corneli die nächste Engine. Weil die Multiplayer-Engine
[26:40] Gunnar: von den Orion-Spielen, die geht dafür nicht.
[26:43] Gunnar: Das heißt, er macht was. Und dann machen die das aber auch gleich mit einem
[26:46] Gunnar: ziemlichen Aufschlag. Die bringen nämlich gleich, ein Jahr später,
[26:49] Gunnar: drei Rollenspiele in einem Jahr raus. Das ist ganz schön crazy.
[26:52] Gunnar: Und was ein bisschen komisch ist, ist, wir haben ja schon viel über Rollenspiele
[26:55] Gunnar: gehört in der Zeit und auch schon oft darüber gesprochen.
[26:58] Gunnar: Die Rollenspiele zu der Zeit fanden in den Unis statt, auf den Mainframes.
[27:02] Gunnar: Die ganzen Vorgänger von Rogue und diese ganzen Sachen, das war ja alles auf
[27:06] Gunnar: den Platos, diesen Systemen.
[27:07] Gunnar: Du erinnerst dich noch an unseren guten Freund Don Deklow, der uns sehr oft davon erzählt hat.
[27:12] Chris: Der die alle geschrieben hat?
[27:13] Gunnar: Alle geschrieben hat, genau. Insbesondere die mit Star Trek,
[27:15] Gunnar: genau. Ja. Und das Interessante ist an dieser Konstellation hier mit dem Freeman
[27:20] Gunnar: und dem Corneli, die haben nichts damit zu tun.
[27:22] Gunnar: Die sind nicht an der Uni. Der Corneli hat in den 60er Jahren studiert.
[27:26] Gunnar: Das ist schon lange vorbei. Da gab es noch gar keine Computer richtig an der Uni.
[27:29] Gunnar: Und da hat er auch nur einen Bachelor gemacht und der Freeman hat gar nicht
[27:32] Gunnar: studiert. Der arbeitet zu der Zeit halt als Journalist.
[27:35] Gunnar: Die kommen halt einfach von außen aus dem Rollenspiel, weil das halt richtige
[27:39] Gunnar: Rollenspieler waren und super interessierte D&D-Fans.
[27:42] Gunnar: Und die haben sich dann dem über ihre eigene Schiene genähert.
[27:45] Gunnar: 1979 bringen sie dann als erstes Spiel Temple of Upshai raus.
[27:49] Gunnar: Und im gleichen Jahr nochmal zwei Spiele, nämlich Morlocks Tower und State Stones of Rin.
[27:54] Chris: Ach, das ist eines von diesen ursprünglichen drei?
[27:56] Gunnar: Eins von den ersten drei Spielen, genau. Und es ist nicht ganz klar,
[28:00] Gunnar: die Quellen widersprechen sich, man wird irre bei der Recherche,
[28:02] Gunnar: welches Spiel das zweite war. Also Morlocks Tower oder Date Stones of Rin.
[28:07] Gunnar: Ich glaube, Morlocks Tower war das zweite und Date Stones of Rin das dritte,
[28:10] Gunnar: weil es auch sehr anders ist als die beiden anderen Spiele.
[28:12] Gunnar: Aber dazu kommen wir noch. Und das Temple of Abschai ist ein Hit.
[28:14] Gunnar: 20.000 verkaufte Stück damals zu der Zeit.
[28:16] Chris: Ordentlich.
[28:17] Gunnar: Mit diesen schlechten Vertriebsstrukturen damals. Ist schon echt ganz schön was wert.
[28:21] Gunnar: Und man sieht auch, wie schön diese Packung ist. Und dann haben sie hier ihr
[28:24] Gunnar: großes Firmenlogo, haben ein eigenes Subbrand.
[28:27] Gunnar: Und die entwickeln für ihre Spiele eine eigene Untermarke für die Rollenspiele,
[28:32] Gunnar: nämlich Dungeon Quest. Das heißt, die haben vorher andere Spiele gemacht und
[28:35] Gunnar: die Rollenspiele nennen sie jetzt Dungeon Quest.
[28:38] Gunnar: Und sie schreiben das Dungeon Quest, vielleicht kann man es auf dem Screenshot
[28:41] Gunnar: ein ganz bisschen sehen, D-U-N-J-O-N, so ein bisschen Pseudo-Mittelalterlich.
[28:46] Gunnar: Ich nehme an, das haben sie deswegen gemacht, weil es die berühmte Firma TSR
[28:50] Gunnar: gibt, die D&D verwaltet hat und die jeden verklagt hat, der irgendwas mit D gemacht hat.
[28:55] Gunnar: D war einfach ein gefährlicher Buchstabe. Und die TSR-Leute hatten auch ein
[28:59] Gunnar: Spiel namens Dungeon und die hatten noch eine Zeitschrift namens Dungeon.
[29:03] Gunnar: Und dann, glaube ich, waren Connelly und Freeman da ein bisschen vorsichtiger.
[29:07] Gunnar: Aber es ist klar erkennbar, dass hier ein Spiel Dungeon Quest heißt.
[29:10] Gunnar: Auch 1979 hat man, glaube ich, schon gewusst, dass es wahrscheinlich um ein Rollenspiel geht.
[29:14] Gunnar: Naja, das sind aber nur zwei Typen und die bringen dann in einer Tour Spiele raus.
[29:19] Gunnar: in einem Tempo. Und vor allen Dingen, was sie machen, sie portieren wie die Hölle.
[29:24] Gunnar: Und auch das ist was, was zu der Zeit noch total unüblich ist,
[29:26] Gunnar: weil der Corneli hat diese Engine so gebaut, ich hab's vorhin schon kurz erzählt,
[29:30] Gunnar: dass es eine Game Engine gibt, die die Spiellogik enthält und ein Adventure-Modul,
[29:34] Gunnar: das dann das Spiel enthält, also die Inhalte des Spiels enthält.
[29:37] Gunnar: Und das heißt, damit können sie natürlich viel einfacher portieren,
[29:39] Gunnar: weil das Adventure-Modul müssen sie für den nächsten Computer nicht mehr anfassen,
[29:42] Gunnar: also wenn sie vom Atari auf das TSR wollen oder umgekehrt, müssen sie nur noch
[29:45] Gunnar: die Game Engine anpassen und dann können sie das Adventure-Modul begleicht lassen,
[29:48] Gunnar: genau wie bei Infocom das damals war.
[29:50] Chris: Wollte gerade sagen, das ist doch das, was wir von Infocom kennen,
[29:52] Chris: aber Infocom ist später dran.
[29:53] Gunnar: Die haben das schon früher gemacht, in einem anderen Genre. Also ist alles für
[29:57] Gunnar: die schnellere Portierung und dann portieren die einfach wie wild.
[30:00] Gunnar: Ab 1979 kommt eine Apple II-Version von Temple of Abschei, es kommt eine Commodore
[30:04] Gunnar: PET-Version, es kommt eine T-R-S-80-Version, im Folgejahr kommen T-R-S-80-Versionen
[30:08] Gunnar: von Moloch's Tower und Late Zones of Rhin,
[30:10] Gunnar: Atari 8-Bit-Versionen, um 82 rum kommen dann schon die Versionen für die Commodore-Rechner
[30:15] Gunnar: und später kommt sogar noch eine DOS-Version, das ist das wahrscheinlich,
[30:17] Gunnar: wo du es her vielleicht kennst.
[30:18] Chris: Aber nur von Temple of Abscheid.
[30:20] Gunnar: Nur von Temple of Abscheid, genau, von den anderen nicht.
[30:22] Chris: Das wäre mir neu, dass es das für ein PC gäbe.
[30:24] Gunnar: Und diese Spiele haben jetzt alle die gleiche Engine und dann geht das damit jetzt ratzfatz durch.
[30:29] Gunnar: Und was die aber machen ist, wir haben es schon ein bisschen gemerkt bei diesem
[30:32] Gunnar: Handbuch, der Freeman, der kann ganz gut schreiben.
[30:36] Gunnar: Der hat all diese Texte geschrieben. Der hat so einen farbigen Stil, muss er ja auch.
[30:40] Chris: Colorful.
[30:41] Gunnar: Einer muss ja die Farbe machen, wenn die Farbe nicht gedruckt werden kann und so.
[30:45] Gunnar: Und das kommt schon gut an. In den Besprechungen, in Zeitschriften,
[30:48] Gunnar: da wird auch, wenn sie die Spiele manchmal nicht so gut finden,
[30:50] Gunnar: wird schon gesagt, dass man hier das Spiel ernst genommen wird,
[30:52] Gunnar: dass die Handbücher schön geschrieben sind und so.
[30:54] Gunnar: Sehr lustiger Test, müsst ihr jetzt nicht lesen, aber es ist halt ein bisschen
[30:57] Gunnar: lustig, dass das Handbuch genauso viel Spaß macht zu lesen, wie es ist,
[31:00] Gunnar: das Spiel zu spielen und dass das Spiel halt hauptsächlich ein Problem hat,
[31:03] Gunnar: dass es den Charakter nicht merken kann, weil man nicht speichern kann.
[31:05] Gunnar: Das ist ein kleiner Nachteil bei diesem ersten Spiel, aber dazu kommen wir gleich noch.
[31:08] Gunnar: Ich habe kurz über diese Texte gesprochen von ihm und das leben sie auch aus.
[31:12] Gunnar: Wenn man in dieses Handbuch guckt, also das ist auch in diesem Handbuch hier
[31:15] Gunnar: drin, ich habe das mal auf Deutsch übersetzt hier.
[31:17] Gunnar: Dieses Handbuch fängt so an. Hast du deine Kindheit in Gesellschaft der Brüdergrimm verbracht?
[31:22] Gunnar: Von Schneewittchen, dem Roten Feenbuch, den Abenteuern von Flash Gordon,
[31:25] Gunnar: den drei Musketieren, den Rittern
[31:27] Gunnar: der Tafelrunde oder einer der drei Verfilmungen von Der Dieb von Bagdad?
[31:30] Gunnar: Hast du der Herr der Ringe gelesen, den Wurm Uroboros, den unvollendeten Zauberer
[31:34] Gunnar: oder Conan, der Eroberer?
[31:36] Gunnar: Hast du dir je gewünscht, den Degen zu kreuzen, nur zum Spaß mit Cyrano oder D'Artagnan?
[31:40] Gunnar: Oder an ihrer Seite im kühlen Morgengrauen auf das Eintreffen der Garde des
[31:44] Gunnar: Kardinals zu warten, was der voraussetzt, was man für Bücher kennt?
[31:48] Chris: Hammer!
[31:48] Gunnar: Hast du je überlegt, was du wohl gegen die Gorgone, die Hydra,
[31:52] Gunnar: das Ungeheuer, der Halle Heroroth oder den Stier, der wie ein Mensch geht, bestehen würdest?
[31:56] Gunnar: Würdest du mit Zinbad oder Captain ein Blatt segeln.
[31:59] Gunnar: Und ich meine, da will man sofort losspielen. Das ist ja wohl wahnsinnig toll.
[32:02] Gunnar: Und jetzt versteht man auch, warum in der Beschreibung davor von diesen Testen
[32:06] Gunnar: der Computerzeitschrift, die sagen, dass man als Spieler ernst genommen wird.
[32:08] Gunnar: Man wird richtig angesprochen, man wird richtig reingezogen.
[32:11] Gunnar: Und das muss man auch, weil das Spiel sieht so aus.
[32:18] Chris: Sieht ein bisschen aus wie Breakout.
[32:20] Gunnar: Und das ist ein bisschen irritierend, weil ich habe gedacht,
[32:23] Gunnar: ich kenne doch das Tempel of Abscheid, das habe ich doch in meiner Jugend ständig
[32:25] Gunnar: gespielt. Das ist es aber nicht.
[32:27] Gunnar: Ich kenne irgendein anderes Abschei, ein späteres Abschei, ein Commodore 64 Abschei.
[32:31] Chris: Ein Reboot möglicherweise.
[32:33] Gunnar: Ein Reboot, ja. Die wurden dann auch immer schöner. Es gibt auch heute noch
[32:36] Gunnar: Temple of Abschei auf Steam.
[32:37] Gunnar: Das sieht ganz anders aus, komischerweise. Ja, aber so sah das damals aus.
[32:41] Gunnar: Und das ist nicht das Spiel, was ich gespielt habe, ich bin ganz sicher.
[32:46] Gunnar: Aber, total cool, in dem Handbuch zu Temple of Abschei, jetzt nicht bei Deadstones,
[32:52] Gunnar: dazu kommen wir später noch, ist für jeden Raum eine Beschreibung.
[32:56] Gunnar: Raum 24 ist ein Tunnel durch den Fels.
[32:59] Gunnar: Und man sieht am südlichen Ende, dass da gegraben wurde. Am nördlichen Ende
[33:02] Gunnar: auch. Ist auch ein Ausgang.
[33:03] Gunnar: Die Luft ist erfüllt mit einem Hauch von Vanille. Ich sage nochmal, das ist der Raum.
[33:08] Chris: Das ist der Raum, den wir sehen. Raum 24.
[33:10] Gunnar: Ja, das ist Raum 24, genau.
[33:12] Chris: Gut, den Vanilleduft können wir nicht riechen. Aber wo genau ist der Tunnel?
[33:16] Gunnar: Oben und unten. Aber der Duft von Vanille kommt immer dann, das habe ich rausgekriegt,
[33:21] Gunnar: wenn Ameisenmenschen vorkommen. Das ist ein Indikator für Ameisenmenschen,
[33:25] Gunnar: die es in diesem Spiel gibt.
[33:26] Gunnar: Und du weißt ja, wie man sich in so einem Spiel bewegt, oder?
[33:28] Gunnar: Jetzt nehmen wir mal an, du wärst eine von diesen Figuren.
[33:30] Chris: Bin ich eine von diesen Figuren?
[33:32] Gunnar: Ja, was ist denn der Spieler hiervon?
[33:33] Chris: Ja, das ist schon mal eine gute Frage. Ich nehme an, dieses Hütchen unten.
[33:38] Gunnar: Ja, das Hütchen unten, genau.
[33:40] Chris: Ist das dein Spieler?
[33:41] Gunnar: Ja. Wie würdest du denken, wie bewegt man sich in dem Spiel?
[33:43] Chris: Mit dem Joystick in die Himmelsrichtungen.
[33:45] Gunnar: Es hat keine Joystick-Unterstützung. Wie dann?
[33:48] Chris: Mit Tasten. Pfeiltasten gibt es, glaube ich, zu dem Zeitpunkt noch nicht.
[33:51] Chris: Also halt mit irgendwelchen Buchstaben.
[33:52] Gunnar: Es ist unfassbar, dass die Computerspielebranche überhaupt groß geworden ist.
[33:56] Gunnar: Du musst mit zwei Tasten die Richtung des Charakters auswählen und dann eingeben,
[34:00] Gunnar: wie viele Felder du gehen möchtest. Mit einer Zahl.
[34:02] Chris: Ah.
[34:03] Gunnar: Rechts fünf.
[34:05] Gunnar: Oh, da ist die Wand. Rechts vier.
[34:07] Chris: Also das ist eine Art Parser-System.
[34:09] Gunnar: Ist das nicht total crazy? Aber ich meine einen Hauch von Vanille.
[34:15] Gunnar: Also es ist nicht spielbar. Ich habe wirklich viel Zuneigung für alte Spiele
[34:19] Gunnar: und ich gebe echt nichts auf Grafik. Es ist nicht spielbar. Man wird irre, wenn man das macht.
[34:23] Gunnar: Also diese Art von Fortbewegung ist nicht machbar.
[34:25] Gunnar: Und selbstverständlich die Art Scheiß, die ich gespielt habe und an die ich
[34:28] Gunnar: gedacht habe und an die du vielleicht auch gedacht hast, wenn du es kennst,
[34:30] Gunnar: sind welche, die man mit Pfeiltasten bedienen kann.
[34:32] Chris: Ja, weil ich überlege gerade, weil du sagtest, Die kannten jetzt nicht die anderen
[34:35] Chris: Rollenspiele, die da draußen sind, aber die können ja überhaupt keine Spiele gekannt haben.
[34:39] Chris: Die können ja zum Beispiel nie ein Atari 2600 gesehen haben.
[34:41] Chris: Das gab es ja zu dem Zeitpunkt schon.
[34:43] Chris: Und da hat man doch alle Spiele nach dieser Bedienkonvention gesteuert.
[34:47] Gunnar: Ich glaube, dass das damals so gedacht war. Und man sieht es ja auch an dieser
[34:50] Gunnar: komischen Art, dass sie diese Beschreibungstexte dann halt da im Handbuch haben,
[34:54] Gunnar: dass das sehr stark von der Metapher des Pen-and-Paper-Rollenspiels herkommt.
[34:58] Gunnar: Und dass es eine Art ist, das Pen-and-Paper-Rollenspiel zu simulieren.
[35:02] Chris: Im Sinne von Anweisungen an den Spielmaß.
[35:05] Gunnar: Ja, genau. Ich gehe jetzt von da nach da. Und der Computer ist so ein bisschen
[35:08] Gunnar: der Spielleiter und da kannst du dann halt so gehen und kannst auch einfache Kämpfe machen.
[35:11] Gunnar: Aber das hat noch gar keine Computerspielhaftigkeit in dieser Art,
[35:15] Gunnar: wie man es steuert oder wie es bedient wird. Es ist echt so crazy.
[35:18] Gunnar: Also es hat mich wirklich überrascht. Es war wirklich eine Überraschung in der
[35:20] Gunnar: Recherche, dass es so was gegeben hat. Das wusste ich halt einfach nicht mehr.
[35:24] Gunnar: Die machen halt diese Sachen aber super erfolgreich. Diese Dungeon-Quest-Reihe
[35:27] Gunnar: rockt alles weg die nächsten Jahre. Und sie portieren immer und machen auch
[35:31] Gunnar: Reboots davon, aber bei den Portierungen werden die Spiele dann modernisiert und angepasst.
[35:36] Gunnar: Und wenn man heutzutage irgendeine von den 82er, 83er, 84er Versionen von Temple
[35:41] Gunnar: of Abschei spielt, dann ist man schon in der Joystick- und Tastatursteuerung
[35:44] Gunnar: und dann fühlt sich das schon echt ganz anders an.
[35:47] Gunnar: So beginnt ihr Erfolg am Anfang. Die machen dann acht oder neun Dungeon-Quest-Spiele,
[35:51] Gunnar: machen auch noch Unterreihen, die Half-Fire-Serie, dann noch weitere Spiele
[35:55] Gunnar: im Weltraum, alles Mögliche. Die haben auch noch einen Programmierer angestellt,
[35:58] Gunnar: den Jeff Johansson, mit dem geht es dann nochmal deutlich schneller.
[36:01] Gunnar: Und dann aber schon 1981 streiten sich Connelly und Freeman über den Kurs der
[36:06] Gunnar: Firma und der Freeman geht und der gründet dann Freefall Associates mit seiner
[36:10] Gunnar: Freundin damals, mit der Anne Westfall. Und dann ändert sich da die Richtung.
[36:15] Gunnar: Und was sich da ändert, ist nämlich das, was wir vorhin angedeutet haben,
[36:18] Gunnar: nämlich diese nerdigen Spiele für den Denker werden dann zu Strategiespielen für den Actionspieler.
[36:24] Gunnar: Und das ist der Kurs, den der Corneli will und nicht der Freeman.
[36:28] Gunnar: Der Freeman geht da raus.
[36:29] Gunnar: Obwohl er dann aber auch in eine Actionrichtung geht, logischerweise. Er ist ja nicht doof.
[36:32] Gunnar: Und das Dead Stones of Rin ist aus der Phase von dem Abgang von Freeman,
[36:37] Gunnar: also ungefähr diese Zeit.
[36:39] Chris: Hat er da noch mitgearbeitet?
[36:40] Gunnar: Da hat er noch mitgearbeitet, genau. Das muss noch eins seiner letzten Spiele gewesen sein.
[36:44] Gunnar: Und dann gucken wir uns nochmal an, was auf der Packung steht.
[36:47] Gunnar: Oben rechts, was erwartet uns denn hier?
[36:49] Chris: Also da steht erstmal, du hattest ja schon vorhin angekündigt, Superb Graphics.
[36:54] Chris: Also herausragende Grafiken, eine Computer Generated Map.
[36:58] Gunnar: Musst du nicht selber zeichnen.
[36:59] Chris: Okay, der Computer macht die Karte. Echtzeit. Das ist ja spannend.
[37:03] Chris: Ein Spiel in der Zeit, dass in Echtzeit stattfindet. Ein Rennen gegen die Uhr.
[37:07] Chris: Ein Competitive Scoring System, was auch immer das heißen soll.
[37:10] Chris: Hier wird eine Wertung mitgeführt, eine Score mitgeführt. Aber was ist Competitive?
[37:14] Chris: Spielt man es gegeneinander?
[37:15] Chris: Es ist fürs Alter 10 bis Erwachsen. Okay. Komplexität für Einsteiger.
[37:21] Chris: und jetzt kommt das irritierende Playing Time, 10 bis 20 Minuten für einen Spieler.
[37:26] Chris: Okay, also Competitive ist schon mal nicht gegeneinander, aber 10 bis 20 Minuten?
[37:30] Gunnar: Man kann es mehrmals spielen.
[37:31] Chris: Ach so, okay.
[37:32] Gunnar: Es ist ja Competitive, ist ja klar.
[37:34] Chris: Ja.
[37:34] Gunnar: Machst ja auch den 100 Meter Lauf nicht einmal. Also du hast jetzt gehört,
[37:39] Gunnar: Dungeon Quest, ja, das ist ja eine Rollenspielreihe, du kennst vielleicht sogar
[37:42] Gunnar: das Temple of Apshay mit seiner interessanten Bewegungsmechanik und den Ameisenmenschen,
[37:47] Gunnar: die nach Vanille duften.
[37:48] Gunnar: Und jetzt kommt hier der dritte Teil in dieser Serie und du kaufst das einfach
[37:52] Gunnar: blind, weil du großer Fan von Epix bist und jetzt liest du hinten,
[37:54] Gunnar: was du da eigentlich gekauft hast. Und dann denkst du, was ist das für ein Spiel?
[37:58] Chris: Ja, das ist genau die Frage, die ich mir gerade stelle, weil du sparst ja von
[38:00] Chris: Temple of Abschei und den Dungeon-Quest als eine Rollenspiel-Reihe.
[38:04] Chris: Und unter dem Rollenspiel denke ich mir, vermutlich auch in dieser Zeit von
[38:08] Chris: D&D kommend, ja irgendein episches Abenteuer, eine Kampagne.
[38:11] Chris: Also eine Gruppe von Helden, die auf irgendeine lange Abenteuerreise oder halt
[38:15] Chris: in ein Dungeon gehen, das steht ja schon im Namen Dungeon-Quest.
[38:19] Chris: Aber normalerweise dauert das ja keine zehn Minuten, bis ich aus dem Dungeon
[38:23] Chris: wieder raus bin. Es sei denn, es ist ein sehr, sehr kleines Dungeon.
[38:28] Chris: Also ist das überhaupt ein Rollenspiel?
[38:30] Gunnar: Ich zeig erst mal das Spiel, damit man sich das vorstellen kann. Das sieht so aus.
[38:34] Chris: Oh, das ist ja ein Fortschritt.
[38:35] Gunnar: Ja, guck mal, jetzt nämlich Farbe. Endlich haben sie das Versprechen eingelöst.
[38:38] Chris: Also ich weiß zwar nicht, was für ein Spielcharakter ist, aber man kann es deutlich
[38:41] Chris: als einen Spielcharakter und einen Ameisenmenschen erkennen.
[38:43] Gunnar: Nein, das ist ein Räuber.
[38:44] Chris: Ein Räuber, steht ja sogar da.
[38:46] Gunnar: Das ist ein Kampf gegen den Räuber, den ich geführt habe. Ich zeige jetzt hier
[38:49] Gunnar: kein Video, so aufregend ist es nicht.
[38:51] Gunnar: Aber ich kann dir mal zeigen, wie sich das angehört hat, bis der Räuber besiegt war.
[39:03] Gunnar: Er ist tot.
[39:04] Chris: Also es begann mit einem Rülpser, dann wurden zwei Pfeile geschossen und dann
[39:07] Chris: ist jemand in eine Grube gefallen.
[39:09] Gunnar: So ungefähr. Ich habe den Räuber besiegt, das war sein Todesgeräuf.
[39:13] Chris: Okay.
[39:13] Gunnar: Sein Todesgurgel. So machen Räuber, wenn sie sterben müssen.
[39:18] Gunnar: Genau. Und das sieht jetzt nicht so viel anders aus als das Temple of Apshay.
[39:22] Gunnar: Aber wir müssen noch mal ein bisschen über Temple of Apshay kurz reden für die
[39:26] Gunnar: Einordnung, was das hier ist und was es von Temple of Upshay unterscheidet.
[39:31] Gunnar: Also es ist erstmal die gleiche Engine, habe ich ja schon gesagt,
[39:33] Gunnar: und es gehört zur gleichen Reihe.
[39:35] Gunnar: In Temple of Upshay machst du das, was du dir vorstellst. Du stellst einen eigenen
[39:39] Gunnar: Charakter, kannst vier Charakterklassen wählen, Kämpfer, Kleriker, Magier und Dieb.
[39:42] Gunnar: Die Charaktere haben unterschiedliche Fähigkeiten, Stärken und Schwächen.
[39:45] Gunnar: In Dead Stones of Rin kriegst du einen vorgegebenen Charakter. Brian...
[39:50] Gunnar: Hammerhand. Das ist ein junger Soldat mit festgelegten Attributen und Ausrüstungswerten.
[39:54] Gunnar: Nix da mit eigener Charakter.
[39:56] Gunnar: Du kriegst Brian Hammerhand, der übrigens schon in der Vorgeschichte von dem
[39:59] Gunnar: Abschei-Spiel vorkommt.
[40:01] Gunnar: Das Abschei-Spiel ist ein Spiel, das hat ein offenes Ende. Du gehst mit deinem
[40:04] Gunnar: Charakter da durch, gehst in die Tiefen des Dungeons.
[40:07] Gunnar: Es gibt kein Spielziel und man kann das Spiel einfach beenden.
[40:09] Gunnar: Und das speichert nicht. Ist halt vorbei. Dann gehst du halt nochmal in den
[40:12] Gunnar: Dungeon mit dem Computer wieder anmachst. Ist völlig okay.
[40:14] Chris: Ist es ein Scrollspiel, nehme ich an?
[40:16] Gunnar: Nee, das war das Abschei. Das ist das epische Rollenspiel. Das ist dein Ziel. Find deinen Weg, ja.
[40:21] Chris: Das Rollenspiel. Ja, schön.
[40:22] Gunnar: Und das ist ja auch das, was diese Zeitschriftenkritik so kritisiert hat.
[40:25] Gunnar: Das Spiel merkt sich den Charakter nicht, du musst halt nochmal anfangen.
[40:27] Gunnar: Egal, dieses Spiel macht das ganz anders. Hier gibt es ein klares Ziel.
[40:31] Gunnar: Du musst so viele Date-Stones wie möglich finden und aus dem Dungeon entkommen,
[40:35] Gunnar: bevor das 20-Minuten-Zeitlimit abläuft.
[40:38] Chris: Aber was sind denn jetzt Date-Stones?
[40:39] Gunnar: Ah, das wollte ich mir bis zuletzt aufheben, aber wir können es auch jetzt diskutieren.
[40:42] Gunnar: Date heißt ja Dattel, das weiß jeder. Also Dattelsteine.
[40:45] Chris: Dattelkerne. Ich finde so viele Dattelkerne wie möglich, die von gefährlichen
[40:49] Chris: Räubern bewacht werden.
[40:50] Gunnar: Das Spiel nennt die hier auf der Packung Kronjuwelen, was eine sehr lockere
[40:54] Gunnar: Übersetzung zu sein scheint.
[40:56] Gunnar: In der Anleitung steht, das seien die Datumssteine des Königreiches für den königlichen Kalender.
[41:02] Gunnar: Ich begreife nicht, warum das das Ziel ist. Warum hat man sich Crown Jewels
[41:07] Gunnar: of Rin genannt? Nein, Dattelsteine.
[41:09] Chris: Vermutlich ist der König sehr dankbar, wenn er seine Datumssteine zurückbekommt.
[41:13] Chris: Ja, jetzt weiß er halt nicht.
[41:13] Gunnar: Wann Montag ist.
[41:14] Chris: Richtig.
[41:14] Gunnar: Ist nicht zur Arbeit erschienen, weil die Dattelsteine waren geklaut.
[41:18] Gunnar: Naja, also der Titel hat mich ja so angesprochen an dem Spiel,
[41:20] Gunnar: weil ich das so faszinierend fand und ich wusste, was Datensteine sind.
[41:23] Chris: Und Rhin ist das Königreich?
[41:24] Gunnar: Rhin ist einfach das Königreich, genau. Und in dem Spiel muss der Spieler so
[41:27] Gunnar: viele Datensteine wie möglich finden und aus dem Dungeon entkommen,
[41:30] Gunnar: bis das Zeitlimit abläuft.
[41:32] Chris: Das ist die Echtzeitkomponente?
[41:33] Gunnar: Ja.
[41:34] Chris: Du trittst gegen ein Zeitlimit an?
[41:36] Gunnar: Genau.
[41:36] Chris: Und das Zeitlimit ist wie lang?
[41:38] Gunnar: 20 Minuten.
[41:38] Chris: 20 Minuten. Warum steht dann 10 bis 20 Minuten nach?
[41:41] Gunnar: Du kannst ja auch früher sterben.
[41:43] Chris: Aber erst nach 10 Minuten?
[41:45] Gunnar: Nein, du kannst es auch verkürzen. 20 Minuten ist das normale Zeitlimit.
[41:48] Chris: Okay. Es geht nicht mehr, aber es geht immer weniger.
[41:50] Gunnar: Genau. Genau, und dann haben sie sich gedacht, naja, dauert ja nur 20 Minuten.
[41:54] Gunnar: Brauchen wir nicht so einen tiefen Dungeon.
[41:56] Gunnar: Das Gateway to Apshay besteht aus mehreren Dungeon-Levels, die man erkunden
[42:00] Gunnar: kann. Und das Deadstones of Rind aus einem. Kommst du eh nicht so weit.
[42:03] Chris: Eine sehr, sehr große.
[42:04] Gunnar: Nee, ist auch nicht so richtig riesig, aber du hast ja nur die Aufgabe,
[42:07] Gunnar: die Datensteine zu finden, die jedes Mal woanders sind.
[42:09] Gunnar: Also du kannst da auch in 10 Minuten einfach durchlaufen. Du kannst auch in
[42:11] Gunnar: 5 Minuten von oben, von Norden nach Süden laufen und bist dann einmal durch.
[42:14] Gunnar: Musst halt diese Steine finden und die Monster besiegen.
[42:16] Chris: Du musst sie aber sehr, sehr schnell finden. Der König hat es eilig.
[42:19] Chris: 20 Minuten ist Montag und der muss es wissen.
[42:22] Gunnar: Ja, genau. Aber wie bizarr. Was denken die denn, was das ist?
[42:26] Gunnar: Da muss man vielleicht noch ganz kurz erwähnen bei dem Upside.
[42:28] Gunnar: Ihr stellt euch das natürlich so vor. Man geht vielleicht wie bei Wizardry oben in den Dungeon...
[42:32] Gunnar: geht dann Ebene für Ebene oder so runter. Und dann unten ist irgendein Monster
[42:35] Gunnar: und dann geht man wieder hoch oder so.
[42:36] Gunnar: Oder man findet so Türen wie in den Ultima-Spielen und geht dann auf den nächsten
[42:40] Gunnar: Level. Nee, nee, nee, nee.
[42:41] Gunnar: Man wählt bei den Apshei-Spielen die Dungeon-Ebene aus. Und dann geht man halt in Level 4.
[42:45] Gunnar: Heute war ich noch nicht in Level 4. Und dann spiele ich da zwei Stunden und
[42:48] Gunnar: dann mache ich den Computer aus. Dann ist das Spiel wieder zurückgesetzt.
[42:51] Gunnar: Es gibt da keinen Speicherzustand.
[42:52] Gunnar: Und dann gehe ich morgen mal in Level 5. Mal gucken, was da ist.
[42:55] Gunnar: Aber gut, das war ja noch Apshei. Das ist ja das rationale Spiel.
[42:58] Gunnar: Wir sind hier bei Dead, Son of Rhin. Das ist einfach eine irrsinnige Variante davon.
[43:02] Gunnar: Und das Abschei hat ja noch diese Raumbeschreibung, von denen ich eine gezeigt
[43:05] Gunnar: habe, in dem separaten Handbuch.
[43:06] Gunnar: Damit kann man sich in der Spielwelt zurechtfinden und hat so ein Rollenspiel-Vibe wenigstens.
[43:10] Gunnar: Das hier hat das nicht. Weil warum auch? Du musst ja nur die Datensteine finden.
[43:13] Gunnar: Du musst ja nur rein und raus.
[43:14] Gunnar: Das ist ein Actionspiel auf eine Art. Aber mit so einer Pseudo-Rollenspiel-Mechanie.
[43:19] Chris: Aber es hat diese Steuerung, dass ich R5 eintippen muss.
[43:22] Gunnar: In der ersten Version, ja.
[43:23] Chris: Und das aber unter Zeitdruck. Es ist ein Tippe so schnell wie möglich Richtungsangaben
[43:27] Chris: ein. Wie kämpft man denn eigentlich? Tippt man da dann?
[43:29] Gunnar: Es gibt eine Schlagtaste, genau.
[43:31] Chris: Es gibt eine Schlagtaste.
[43:33] Gunnar: Also das klingt ja alles bizarr. Und wie so viele bizarre Entscheidungen,
[43:37] Gunnar: wenn man so sieht, dass eine Spielserie in irgendeine komische Richtung driftet,
[43:41] Gunnar: dann ist es oft das Marketing.
[43:43] Gunnar: Deadstones of Rin war der Versuch, eine andere Art von einfachem Rollenspiel zu finden für Anfänger.
[43:51] Chris: Ja, für Einsteiger. Steht ja auch auf der Packung.
[43:53] Gunnar: Genau. Das ist nämlich das Microquest-System. Das Microquest.
[43:57] Gunnar: Sie haben eine kleine Rollenspielvariante davon gemacht.
[43:59] Gunnar: Und die Abscheidspiele richten sich an die Leute, in ein tieferes Rollenspiel
[44:03] Gunnar: wollen, wo man mehrere Dungeon-Level auswählen kann, ja, da kann man sich ja entscheiden und so.
[44:08] Gunnar: Und hier ist es nur so schnell rein und raus. So ein Raid, möchte ich fast sagen, nach heutiger.
[44:12] Chris: Also an der Packung ist nicht zu erkennen, dass sich das von den vorherigen
[44:16] Chris: Spielen abhebt inhaltlich, oder?
[44:18] Gunnar: Das mit den zehn Minuten kann dir so ein Hint sein.
[44:20] Chris: Naja gut, wenn du die Rückseite liest, aber das sieht doch aus wie die anderen
[44:23] Chris: Spiele auch, wie ein ganz normales Dungeon-Quest-Spiel.
[44:25] Gunnar: Ja, genau.
[44:25] Chris: Oder auch, dass es für Einsteiger geeignet ist, sagt ja auch nichts hier drauf.
[44:28] Chris: Die Infocomps hatten das ja noch auf der Packung vorhin.
[44:30] Gunnar: Viel schwerer als die Abscheidspiele. Ja, weil das ist fast nicht zu schaffen.
[44:34] Gunnar: Also zwei Datenscheine findest du vielleicht, aber so vier oder fünf oder so,
[44:37] Gunnar: und es sind neun, glaube ich.
[44:38] Gunnar: Also es ist super schwierig, weil die die Zeit so einteilen muss,
[44:41] Gunnar: du weißt ja nicht, wo die sind. Und das macht einen irrsinnig.
[44:43] Gunnar: Und dann haben die sich halt gedacht, ja, damit sprechen wir aber die Kids an.
[44:46] Gunnar: Der Nachwuchs, das machen wir super.
[44:48] Chris: Also alle, die jünger sind als John Freeman.
[44:50] Gunnar: Ja, vielleicht. Also ich begreife nicht, wie dieses Spiel in die Welt kommen
[44:54] Gunnar: konnte. Und das hat auch nicht lange durchgehalten, diese MicroQuest-Serie.
[44:57] Gunnar: Aber das war halt mal ein Versuch. Ein Rollenspiel, quasi ein Diablo für den
[45:01] Gunnar: schnellen Spieler, das Action-Rollenspiel-Variante.
[45:03] Chris: So eine Art Proto-Speedrunning-Spiel dann.
[45:06] Gunnar: Ja, sowas genau. Für 20 Minuten. Nur, dass du es halt auch wirklich in 20 Minuten machen musst.
[45:11] Chris: Also man macht mal einen Run in dieses Dungeon und schaut, wie viele Steine
[45:13] Chris: man findet. Ist das randomisiert oder ist es immer das Gleiche?
[45:17] Gunnar: Das ist randomisiert.
[45:17] Chris: Ah, Mist. Also du kannst auch nicht durch Erfahrung lernen. Boah, das ist ja echt gemein.
[45:21] Gunnar: Die liegen schon in ähnlichen Bereichen wie Deadstones, glaube ich.
[45:24] Gunnar: Und das ist halt kompetitiv Scoring. Das sind halt vier Steine oder drei Steine.
[45:28] Chris: Achso, das ist die Score. Okay, geht von null bis neun. Sehr schön.
[45:33] Gunnar: Also das hat auch eine ausführliche Hintergrundgeschichte im Handbuch und so.
[45:36] Gunnar: Diese fluffigen Texte haben sie immer geschrieben. Aber das Spiel ist ja so
[45:39] Gunnar: ein kontextloses Action-Ding eigentlich. In diesem Rollenspielgewand.
[45:42] Chris: Ja.
[45:43] Gunnar: Das ist echt eine crazy Entwicklung. Ich habe ein bisschen das Gefühl,
[45:46] Gunnar: das ist wie so Rogue vorwegnehmen.
[45:48] Gunnar: So ein ganz bisschen mit dieser anderen Art an so Rollenspiele ranzugehen.
[45:52] Gunnar: Und es ist ja vor Rogue. Also 79.
[45:54] Chris: Ich habe noch eine Frage. Das, was da hinten draufsteht, dass das ein Echtzeitspiel ist.
[45:58] Chris: Das bedeutet aber nur, dass die Uhr in Echtzeit runtertickt,
[46:02] Chris: oder? Es bewegen sich nicht die Gegner oder sowas.
[46:04] Gunnar: Nein, nein, nein. Das ist ja voll modern. Nein, nein, nein. Das ist ja die Dungeon-Quest-Engine,
[46:07] Gunnar: mit der sie die anderen Spiele auch gemacht haben. Die kann ja keine Echtzeit von Haus aus.
[46:10] Gunnar: Ja, aber die Uhr läuft halt richtig ab.
[46:12] Chris: In Echtzeit tickt die runter, ja, sehr gut.
[46:13] Gunnar: Die ist ja sogar im Spiel.
[46:14] Chris: Naja, das wäre ja auch noch schöner. Du musst ja wissen, wann es vorbei ist.
[46:17] Gunnar: Genau, die zählt dann halt hoch und irgendwann ist es vorbei.
[46:19] Gunnar: Ja, in Sekunden. So, ist das nicht crazy?
[46:22] Chris: Damit hätte ich nicht gerechnet bei dem Titel.
[46:24] Gunnar: Damit bin ich auch schon durch mit der Erzählung über dieses Date of Thrones of Rhin.
[46:28] Gunnar: Man muss auch echt mit dem Spiel sich nicht weiter beschäftigen.
[46:30] Gunnar: Ja, es gibt noch ein paar Gegnertypen und so, aber ernsthaft,
[46:34] Gunnar: das ist alles so ein Irrweg der Spielegeschichte.
[46:38] Gunnar: Aber in dieser altehrwürdigen Dungeon-Quest-Reihe und die Abschei-Spiele haben
[46:43] Gunnar: ja schon noch einen Namen, auch heutzutage noch ein bisschen.
[46:45] Gunnar: Man findet da noch moderne Versionen auf Steam und man kann das an verschiedenen
[46:48] Gunnar: Stellen immer mal wieder sehen und dass die erwähnt werden.
[46:51] Gunnar: Aber dieses Date Stones of Rin ist wie so eine sämtliche Endline,
[46:54] Gunnar: also dass da irgendwie da drin mitgeboren ist und irgendwie so einen Irrweg
[46:58] Gunnar: darstellt, wo auch nie wieder jemand drüber geredet hat.
[47:00] Chris: Also man könnte vielleicht wohlwollender sagen, das ist ein Experiment.
[47:04] Chris: Das ist der Versuch, Rollenspiel zugänglicher zu machen. Und das ist ja erst
[47:07] Chris: mal ehrenhaft, auch aus dieser Perspektive heraus, dass in dieser Zeit Rollenspiele
[47:11] Chris: halt noch ganz schön komplex waren.
[47:13] Chris: Und auch die Einstiegshürde relativ hoch, um da reinzukommen und zu überlegen,
[47:17] Chris: okay, was könnten wir denn tun, damit die Menschen da besser reinkommen und
[47:20] Chris: vielleicht auch nicht so viel Zeit reinstecken müssen, ist ja erst mal die richtige
[47:23] Chris: Überlegung. Sie sind halt nur falsch abgebogen scheinbar.
[47:25] Gunnar: Ja, es nimmt ja vom Rollenspiel alles weg, was das Rollenspiel ausmacht.
[47:28] Chris: Die Kämpfe sind doch noch da. Und was willst du denn noch?
[47:30] Gunnar: Das ist so ein grundsätzliches Ding, dass Entwickler von Rollenspielen denken,
[47:33] Gunnar: die Kämpfe würden Spaß machen und dann machen sie da ganz viele von.
[47:35] Gunnar: Aber gut, es steht nicht in einer Linie mit den Rogue-Sachen,
[47:39] Gunnar: das ist da deutlich außerhalb.
[47:40] Gunnar: Aber ich finde, es nimmt so ein Vibe von diesen Sachen mit auf,
[47:43] Gunnar: mit diesem kontextlosen Run einfach da durch, auch wenn du da nichts weiter
[47:47] Gunnar: lernst, und schnell und kurz und vorbei.
[47:50] Gunnar: Und du musst ja auch noch wieder raus. Es hat auch ein Ende.
[47:52] Gunnar: Wenn du halt dann wieder raus bist in der richtigen Zeit, ist es halt vorbei.
[47:55] Gunnar: Also ein richtiges Ende. Und die App-Shade-Spiele enden ja nicht.
[47:57] Chris: Also Ende im Sinne von ...
[47:59] Gunnar: Ja, sie sind fertig und das ist ihre Auswertung.
[48:01] Chris: Du hast so und so viele Date-Zones.
[48:02] Gunnar: Ja, genau.
[48:03] Chris: Herzlichen Glückwunsch.
[48:04] Chris: Genau.
[48:05] Gunnar: Sie haben so zu viel Zeit gebraucht, genau.
[48:07] Chris: Schön. Ja, sehr gut. Ihr habt ein wirkliches Kuriosum.
[48:10] Gunnar: Genau. Ich habe noch einen kleinen Rausschmeißer und damit zeige ich mal ein modernes Logo.
[48:14] Chris: Ah, auch in Farbe.
[48:15] Gunnar: Ja, guck mal, das Spiel wird ja abgekürzt mit Wow. Das ist ja heutzutage sehr
[48:19] Gunnar: üblich oder war eine Zeit lang sehr üblich.
[48:21] Chris: Wir reden von World of Warcraft, das ist das, was du gerade zeigst.
[48:24] Gunnar: Und ich habe mich irgendwie bei der Recherche gefragt, was war eigentlich das
[48:27] Gunnar: erste Spiel, wo man so ein Anagramm daraus gebildet hat aus den Wörtern des
[48:30] Gunnar: Namens. Und bei WoW kam das ja sehr prominent.
[48:33] Gunnar: Ich erinnere mich an Warhammer Age of Reckoning, dass er dann War heißen wollte,
[48:37] Gunnar: total lustig. Und es gibt ja viele Spiele, die jetzt heutzutage immer so abgekürzt werden.
[48:41] Gunnar: Und aufgefallen in der Recherche ist mir sehr früh in einem Text einer Zeitschrift,
[48:45] Gunnar: in der Besprechung von einem Spiel von Electronic Arts und das von John Freeman
[48:48] Gunnar: war, dass Murder of the Cindernerv genannt wurde und dass es mit MOTZ abgekürzt wurde, M-O-T-Z.
[48:54] Chris: Das ist ja schön.
[48:55] Gunnar: Und das ist ja wohl total niedlich, insbesondere für Deutsche.
[48:58] Chris: Ja.
[48:59] Gunnar: Das war's, jetzt wisst ihr viel mehr über Date Stones of Rhin,
[49:03] Gunnar: als ihr je wissen wolltet, das tut mir auch leid, dass ihr jetzt hier mit Christian
[49:07] Gunnar: da durchmustet und diese ganzen sinnlosen Sachen erfahren musstet. Vielen Dank.
[49:12] Chris: Es war mir eine Freude, Dankeschön, genau.

Shows are listed from Apple Podcasts' charts and directory, and Podcast Index where it is used. Every show and episode belongs to its publisher and plays from the publisher's own feed; this site hosts none of them.
