# Folge 4: Ja, es gibt Hoffnung

An episode of ["Wenn Eltern Feinde werden" – Ein Podcast über Eltern- Kind- Entfremdung](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1836892223), 29 Sep 2025, 43 min.

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Timm Korth hat Eltern-Kind-Entfremdung in zweifacher Hinsicht erfahren. Einmal in seiner Jugend als seine Eltern sich trennten mit viel Härte. Und dann Jahrzehnte später als er und seine Frau getrennte Wege gingen und ihre Kinder sehr darunter litten. Seine Konsequenz: er arbeitet heute als Patchwork Coach im deutschsprachigen Raum und kann seine spezifischen persönlichen Erfahrungen in die Mediationen einbringen. Und er glaubt fest daran. wenn sich beide Elternteile nach der Trennung wirklich einig sind, dass ihr Kind oder ihre Kinder auf keinen Fall die Opfer der Trennung von Vater und Mutter werden dürfen, dann lassen sich gemeinsam Pfade entwickeln für eine glückliche Zukunft von Patchwork-Familien. Timm Korth gibt nie die Hoffnung auf – „es gibt immer Licht am Ende des Tunnels“. #ElternKindEntfremdung #Trennung #PatchworkFamilie #TimmKorth #Mediation #Familienkonflikt #Kindeswohl #PatchworkCoach #WennElternFeindeWerden Das Buch finden sie unter: https://finebooks.myshopify.com/products/briefefuermeinekinder –Weitere Podcast unter: www.abendblatt.de/podcast -YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=vTrf2-BpqdQ&list=PL2Ly-MZR_tF54XFVzvSeWatYs5Y-A2okG&index=11 - Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes - Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos - Feedback: moinhamburg@abendblatt.de

## Transcript

[0:01] Wenn Eltern Feinde werden. Ein Podcast über Eltern-Kind-Entfremdung. Ja, hallo Tom.
[0:09] Hallo Andreas. Hier sind wir wieder beim Hamburger Abendblatt Podcast,
[0:12] wenn Eltern zu feinen werden.
[0:13] Wir haben einen Gast aus Zürich, Tim Kort, der heute, nein gestern schon gekommen
[0:17] ist, netterweise, vielen Dank, dass du da bist.
[0:19] Und Tim hat mich deswegen eingeladen, weil, das könnte aber auch Tom auch nochmal
[0:24] ein bisschen vertiefen gleich, weil die beiden sich nämlich kennengelernt haben
[0:27] über eine Selbsthilfegruppe, die toll ist.
[0:30] Tom seinerzeit, nachdem wir das Buch Briefe für meine Kinder herausgebracht
[0:33] haben, die sich herausgebildet hat.
[0:35] Vielleicht kannst du ganz kurz was dazu sagen, Tom, wie ihr euch kennengelernt habt.
[0:38] Ja, wir hatten ja damals, wie gesagt, als das Buch Briefe für meine Kinder herausgekommen
[0:43] ist, hatte mich eine betroffene Mutter kontaktiert.
[0:48] Das war dann auch ein begleitender Artikel am Hamburger Abendblatt.
[0:51] So hat sie an die Redaktion geschrieben und darum gebeten, meine E-Mail-Adresse zu bekommen.
[0:57] Dann hatte ich mich getroffen mit dieser betroffenen Mutter.
[1:00] Und dann kamen wir eigentlich relativ schnell oder sie hatte dann gesagt,
[1:03] Mensch Tom, wollen wir nicht mal, weil ich kenne auch noch den einen oder anderen,
[1:07] dem das widerfahren ist, wollen wir nicht mal so ein Treffen organisieren in Hamburg.
[1:13] Das haben wir dann nach Überlegung gemacht und durch unsere verschiedenen Kanäle,
[1:19] es haben sich dann auch noch mehr gemeldet und wir haben das dann über Instagram etc.
[1:24] Gepostet und ja, dann haben wir das erste Treffen initiiert und da war auch
[1:28] unter anderem Tim dabei und ich glaube wir waren, du warst ja auch dabei,
[1:32] wir waren ich glaube 30, 40 Personen. Ja, 40 würde ich sagen. Ja, genau.
[1:37] Und das war das erste Treffen und so habe ich dann auch Tim kennengelernt, ja.
[1:40] Sag nochmal ganz kurz zu dir was Tim, was machst du beruflich?
[1:43] Ich begleite heute seit gut anderthalb Jahren mit meiner jetzigen Frau zusammen
[1:47] Patchwork-Familien nach den Trennungserlebnissen und natürlich auch gibt es
[1:54] da Fälle von genau dem und das ist so das,
[1:57] was daraus geboren ist, nicht nur aus der Idee, sondern aus dem Wunsch,
[2:01] dass Kinder, wenn es denn schon eine Trennung gegeben hat,
[2:04] es in der Zukunft leichter haben,
[2:06] in diesem Familiensystem zu leben. Ich bin Vater von drei Kindern.
[2:11] Wie alt sind die Kinder? Die sind mittlerweile 21, 19 und 14.
[2:16] Okay, okay. Du hast im Vorgespräch eben schon erwähnt, das finde ich sehr spannend,
[2:19] dass du, als du auf dem Treffen gewesen bist damals, wie lange ist das jetzt
[2:22] schon hier, vier Jahre, drei, vier Jahre, keine Ahnung. Ungefähr, ja.
[2:25] Wenn nicht sogar länger. Dass du da...
[2:28] Zum ersten Mal so richtig gemerkt hast, oh, das betrifft mich jetzt aber Entfremdung,
[2:32] betrifft mich jetzt ganz direkt. Kannst du das kurz erklären?
[2:37] Ja, also es ist so, dass wir in meiner Trennungssituation ja nicht so schöne
[2:42] Erlebnisse hatten und ich immer schon das Gefühl hatte, dass da irgendwas nicht stimmt.
[2:48] Ich war erst der Wochenendpapa und habe sehr früh dann auch schon festgestellt.
[2:58] An den Wochenenden unter Themen aufkommen, bei denen ich gar nicht weiß,
[3:01] wie ich damit umgehen soll.
[3:02] Dadurch, dass ich aber selber auch ein Trennungskind bin, habe ich Berührungspunkte damit gehabt.
[3:08] Und dann bin ich zu diesem Treffen gegangen, eigentlich aus der Thematik heraus,
[3:12] dass ich für mich als Vater mit meinen Kindern Hilfestellung haben wollte.
[3:16] Und als ich diese ganzen Leidensgeschichten gehört habe von den Eltern,
[3:19] habe ich irgendwann gemerkt, dass ich als Kind, weil das ja ähnliche Geschichten
[3:24] waren, diese Sachen auch erfahren habe.
[3:27] Ich habe die dann später aufgearbeitet mit meinen Eltern. Meine Mutter,
[3:31] die auch stark damit einbezogen war, die lebt schon nicht mehr.
[3:37] Und das ist mir dann wie Schuppen von Augen gefallen, sagt man ja so schön.
[3:43] Aufgrund der ganzen Leidensgeschichten, die da erzählt wurden.
[3:45] Und das hat mich dann sehr betroffen gemacht, aber gleichzeitig hat es mich
[3:49] auch in die Situation versetzt, zu sagen, ja gut, ich habe halt von mir aus
[3:53] viele Dinge aufgearbeitet,
[3:56] Und weil der Streit, den wir zwischen uns hatten, der hätte halt dazu geführt,
[3:59] dass wir sonst auch nie Kontakt weiter gehabt haben und wir hatten auch lange
[4:02] keinen Kontakt in unterschiedlichster Konstellation.
[4:05] Wie war das denn damals bei dir, als du Kind warst sozusagen und deine Eltern sich getrennt haben?
[4:12] Das ist ja dann leider oft so oder meistens so, dass die Kinder selber sich
[4:16] die Schuld dafür geben, weil die Eltern sich bisweilen eben auch sehr erratisch
[4:20] verhalten und sich nicht fair verhalten und eben nicht zuerst an die Kinder
[4:23] denken, sondern eigentlich zuerst mal an sich. Wie war das bei dir damals?
[4:27] Also als meine Eltern sich offiziell getrennt haben, räumlich war ich ungefähr 15.
[4:33] Ich war der Älteste in dieser Konstellation. Also du hast noch Geschwister?
[4:36] Ja, ich habe zwei leibliche Geschwister und dann später aufgrund der Patchwork-Familien-Situation
[4:39] noch zwei Stiefgeschwister.
[4:42] Und meine Mutter, muss man dazu sagen, die war Alkoholikerin.
[4:46] Und das war eben eine Mischung, die... Noch mal ein Thema oben drauf.
[4:50] Das war eine Mischung, die nicht so einfach war. Und meine Eltern haben dann
[4:54] relativ schnell sich angefangen eben auch über Anwälte zu streiten.
[4:59] Und ich habe zu Hause relativ schnell gemerkt, dass mein Vater nicht besonders
[5:05] toll über meine Mutter gesprochen hat.
[5:07] Und sie hieß bei uns dann zu Hause auch die Else, weil es halt immer dann,
[5:12] wenn irgendwie Anwaltspost reinflatterte, gab es dann halt, konnte man schon
[5:15] ablesen, dass die Stimmung scheiße war.
[5:17] Und ich mochte dann auch in dieser Mischung von Alkoholismus und dem anderen
[5:21] ungern zu meiner Mutter gehen.
[5:23] Und das führte dann auch wirklich dazu, dass ich mit 18 irgendein Schreiben unterzeichnet habe,
[5:29] wo mein Vater für mehr Unterhalt eintreten wollte und weil ich einfach keinen
[5:35] Bock hatte auf diesen ganzen Kram, den meine Eltern miteinander fabriziert haben.
[5:39] Habe ich dann halt unterschrieben.
[5:41] Und als ich dann später irgendwann meine Mutter mal wieder traf,
[5:44] fragte sie mich halt, wieso hast du nicht mit mir einfach darüber geredet?
[5:48] Eigentlich eine ganz gute Frage. Du hättest ja sagen können,
[5:51] ich hatte Poli mit dem Alkohol, aber eigentlich wäre es ja eben das alte Thema,
[5:54] Tom, Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation. Das Zauberwort. Richtig.
[5:59] Ja, und es gab für mich so eine Schlüsselsituation, die ich auch,
[6:02] als ich mal gefragt wurde, ob ich meine Geschichte mal in so einem Blog schreiben kann.
[6:06] Es gab so eine Schlüsselsituation, die ich dann auch in diesem Treffen erinnerte,
[6:11] bei der ich wirklich so innerlich so zerrissen war zwischen dem,
[6:16] was zwischen meinen Eltern und mir stattgefunden hat.
[6:19] Und als Jugendlicher war es meine Aufgabe, den Rasen zu mir noch so einen Rasenmähertrecker.
[6:24] So kann man sich ja vorstellen irgendwie, war natürlich ganz cool.
[6:27] Und wie man das sich so vorstellt, auf dem Land hast du halt eine große Hecke dann am Rand.
[6:32] Und auf dieser Hecke stand dann, während ich mähte, meine Mutter.
[6:36] Und meine Mutter war Persona non grata zu Hause, weil die eben aus der Sicht
[6:41] meines Vaters anwaltlich so viel Stress gemacht haben.
[6:43] Die haben sich halt viel übers Geld gestritten dann irgendwie so. Wie es leider oft ist.
[6:46] Leider, ja, genau. Und ich sah sie halt, wie sie da stand und sie durfte irgendwie
[6:54] nicht näher ans Haus ran oder so, so erinnere ich mich grob noch.
[6:58] Und ein Teil in mir hat gesagt, ich würde sie gerne in den Arm nehmen.
[7:03] Und der andere Teil hat gesagt, ich finde sie so scheiße, ich will sie nicht
[7:07] sehen und bin dann halt einfach weitergefahren.
[7:09] Aber das hat mir so sehr das Herz zerrissen damals innerlich.
[7:13] Und das war halt auch so ein bisschen das Thema. Wenn wir zu Hause über meine
[7:16] Mutter geredet haben, hat ein Teil in mir immer gesagt, das ist doch nicht richtig.
[7:21] Auf der anderen Seite hat ein Teil gesagt, ja, das fällt sich auch scheiße bei
[7:25] dem, was ich so gehört habe.
[7:27] Wie sind denn deine Geschwister damit umgegangen? Oder deine Bruder,
[7:30] Bruderschwester, die auch immer?
[7:31] Ja, also bei meinen Geschwistern war das so, mein Bruder irgendwann entschieden
[7:35] hat, weil er sich, der war der Jüngste in der Konstellation,
[7:38] als mein Vater eine neue Partnerin kennengelernt hat.
[7:41] Und wir uns dann entschieden haben, zusammenzuziehen, hat mein Bruder sich da
[7:46] nicht mehr so wohl gefühlt.
[7:48] Und der hat sich dann irgendwann entschieden, zu meiner Mutter zu gehen.
[7:51] Aber auch dann war das so, dass wir mit ihm nichts mehr zu tun hatten.
[7:55] Er war der, der sich auf die falsche Seite geschlagen hat. Er ist abtrünnig geworden.
[8:00] Genau, und so war auch das Verhältnis. Wir haben lange nicht miteinander geredet.
[8:04] Hart, hart, hart. Das ist echt hart. Und es fand erst statt,
[8:08] als... Wie lange hat das gedauert? Ja, das hätte ich jetzt nochmal gefragt.
[8:10] Ja, also ich erinnere mich, dass wir... Natürlich, wir haben ja am gleichen Ort gelebt.
[8:16] Und ich erinnere mich daran, dass als ich dann ausgezogen bin und wir sind witzigerweise
[8:21] dann fast nebeneinander gezogen.
[8:23] Da haben wir dann die ersten Kontaktversuche gemacht. Ich glaube,
[8:27] er war da genauso wie ich schon volljährig.
[8:29] Und da haben wir dann das erste Mal wieder miteinander geredet und uns irgendwie angebahnt.
[8:35] Und da meine Mutter sehr früh gestorben ist, hatten wir dann ja auch früh Erbauseinandersetzungen
[8:40] mit meiner Schwester, die auch sehr früh dann im Verhältnis ausgezogen ist.
[8:44] Die hat ihr Abitur woanders gemacht und da war sie, glaube ich,
[8:48] auch noch nicht ganz volljährig. Das weiß ich jetzt gar nicht mehr so genau.
[8:51] Aber sie ist auch recht früh dann bei meinem Vater ausgezogen.
[8:54] Ja, und das hat echt viele Jahre gedauert, dass wir uns wieder ausgetauscht haben.
[9:01] Seid ihr jetzt im regelmäßigen Austausch? Wir haben ein sehr gutes Verhältnis
[9:04] miteinander. Alle drei jetzt? Ja.
[9:07] Beide Brüder und die Schwester? Nein, ich habe einen leiblichen Bruder und eine
[9:11] Schwester. Und wir haben mittlerweile ein gutes Verhältnis und ich habe mich
[9:16] dann auch oft in der Rolle wieder gefunden, zwischen allen vermitteln zu wollen.
[9:23] War das so ein bisschen naturell ist oder war du dich verpflichtet dazu fühlst?
[9:27] Ich empfand das oft als ungerecht, was da passiert ist. Und habe mich oft zwischen den Stühlen gefühlt.
[9:33] Und fand das halt nicht richtig. Und habe mich aber nicht getraut,
[9:36] meine Stimme zu erheben. Das war oft so.
[9:40] Und dadurch, dass ich sehr früh eben als Ältester auch die Verantwortung an
[9:44] vielen Stellen eben übertragen bekommen habe, unbewussterweise,
[9:48] weil meine Eltern ja mit der Situation also am Ende im Endeffekt total überfordert
[9:52] waren, was sie da sich so angetan haben.
[9:55] Habe ich halt dann auch früh vielleicht für mich entschieden,
[9:57] für die anderen einzutreten und habe dann eben versucht zu vermitteln.
[10:01] Und das habe ich dann eben auch bei meinen Geschwistern gemacht.
[10:03] Die waren auch zeitweilig natürlich nicht so nett miteinander,
[10:06] weil es waren halt viele Sachen noch darunter, die sich dann irgendwie gezeigt haben.
[10:12] Und ja, heute haben wir ein gutes Verhältnis miteinander.
[10:15] Hast du zwischendurch versucht, irgendwie psychologische oder psychotherapeutische
[10:19] Hilfe in den Anruf zu nehmen? oder war das damals überhaupt kein Thema für dich?
[10:23] Hast du mit Freunden über diese Thematik, Freundinnen gesprochen oder hast du
[10:27] versucht, das meistens mit dir selber auszumachen?
[10:29] Also mein Vater hat eines gemacht, dadurch, dass meine Mutter ja Alkoholikerin war.
[10:34] Er hat sehr früh uns Menschen an die Seite gestellt und hat auch versucht,
[10:39] mit uns Familientherapie zu machen.
[10:41] Wir haben sehr jung eine Jugendtherapeutin an die Seite gestellt bekommen,
[10:45] bei der ich dann auch später, weil es gab dann in Folge all dieser Belastungen,
[10:50] die mich doch betroffen haben, Dinge.
[10:53] Ich bin dann in eine posttraumatische Belastungsstörung gekommen.
[10:56] Wie hat die sich geäußert? Und ich habe plötzlich Panikattacken gekriegt mit,
[11:01] ich glaube, da war ich 21 oder so.
[11:03] War es plötzlich so, dass ich Schweißausbrüche kriegte.
[11:08] Nach einem Geburtstagsfeiern waren wir auf dem Weg zu meiner Schwester damals,
[11:12] meine damalige Frau und ich, also wir waren noch nicht verheiratet.
[11:19] Und ich wusste nicht damit umzugehen. Und die hielten halt an.
[11:23] Und die waren plötzlich da. Ich konnte in engen Räumen nicht mehr sein.
[11:27] Es war ganz schrecklich und ich wusste mir auch nicht zu helfen und bin dann
[11:30] halt damals auch wieder zu der Jugendtherapeutin gegangen, die mir das so erklärt
[11:33] hat, vergleichbar mit jemandem, der halt im KZ war,
[11:37] der dann, wo das Gehirn diese Dinge dann eben an einem anderen Ort,
[11:41] die Sachinformationen abspeichert, aber die Emotionen halt woanders lagert,
[11:44] weil es nicht aushaltbar ist für das menschliche System.
[11:47] Und die können dann ja auch über diese Dinge völlig neutral sprechen,
[11:52] ohne Emotionen, als das wieder hochploppt, aber die gehen dann über eine rote
[11:55] Ampel oder gelbe Ampel und dann ist irgendein Signal, was unterbewusst was trägert
[11:58] und dann ploppt halt die Emotion hoch und du weißt halt gar nicht, wie damit umgehen.
[12:04] Und ja, musst du mir dann halt Hilfe holen und dadurch hat sich das dann extrem
[12:10] gezeigt und später auch noch eine Depression.
[12:14] Ja, so ist das. Depressionen hattest du nicht, Tom, oder? Ich möchte das so
[12:18] gar nicht verneinen wollen. Also ich glaube.
[12:23] Wie gesagt, ich war auch bei einer Psychologin, also ja,
[12:29] Ich denke schon, dass ich nach
[12:31] oder rückblickend schon auch eine Form der Depression hatte, ja, doch.
[12:37] Wie bist du denn dann mit der Situation umgegangen? Also du warst auf dem Treffen,
[12:42] Tim, du hast gemerkt, boah, da passiert ja was auch mit mir,
[12:48] nicht nur mit den Kindern und so.
[12:49] Wie bist du dann damit umgegangen? Also bist du jetzt plötzlich ganz wütend
[12:53] geworden oder war das für dich eine Erkenntnis? Oder wie bist du damit umgegangen?
[12:57] Das darf mir jetzt nicht passieren. Das darf den Kindern nicht passieren.
[13:01] Also wie bist du damit konkret umgegangen?
[13:02] Also zu der Zeit habe ich ja schon bemerkt, dass meinen Kindern Ähnliches widerfährt
[13:06] und dass ich irgendwas gemacht habe, was vielleicht dazu geführt hat,
[13:11] dass sie sich nicht komplett von mir abgewendet haben.
[13:14] Ich kann dir nicht genau sagen, was es ist, aber das Einzige,
[13:17] was ich gespürt habe, ist, es ist nicht richtig, zu versuchen,
[13:20] dagegen anzugehen, wenn Eltern das tun.
[13:25] Sondern die Kinder darin zu bestärken, also dies zu hinterfragen.
[13:30] Und das habe ich halt versucht, oft zu machen, weil es ist ja ein ganz natürliches
[13:35] Verhalten als Vater, wenn du dann in so einer Situation bist,
[13:39] zu sagen, das stimmt nicht, das ist nicht richtig, oder ich gehe dagegen an, oder was auch immer.
[13:44] Das ist ja logisch. Du empfindest das anders und dann wirst du plötzlich mit
[13:49] so einer Sache konfrontiert, wo ja auch teilweise völlige Lügen erzählt werden und so.
[13:54] Und da habe ich halt nicht drauf reagiert. Ich habe mir das angehört.
[13:58] Ich hatte Angst davor, dass jetzt irgendwas passiert.
[14:01] Und ich habe dann angefangen, mich zu belesen. Ich habe zum einen für mich festgestellt,
[14:06] dass das, was wir ja gemacht haben in unserer Familie, mir war ja nicht bewusst,
[14:09] dass das das ist. Ich weiß aber, dass wir uns sehr gestritten haben.
[14:13] Ich hatte auch zeitweilig fast fünf Jahre keinen Kontakt mehr zu meinem Vater
[14:17] infolge dieser Situation, weil irgendwann haben wir uns dann auf die Seite meiner
[14:21] Mutter gestellt und dass wir diese Themen dann irgendwann ja miteinander aufgearbeitet haben.
[14:27] Und da habe ich gemerkt, viele haben Angst, dass sie ihre Kinder nie wiedersehen.
[14:32] Und das war dann auch... Die Angst hast du auch. Ja, natürlich.
[14:35] Und ich habe halt eins gemerkt, ich kann vielleicht für andere Hoffnung schenken,
[14:40] dass es sich lohnt, die Tür immer offen zu halten, auch wenn man so verletzt ist innen drin.
[14:47] So weil meine Kinder haben mir ja auch durchaus das Gefühl gegeben dass ich
[14:52] irgendwas gemacht hätte weswegen Mami sauer ist oder keine Ahnung was wie und
[14:57] ich wusste nie was es ist das ist ja das
[15:00] ist ja das was einen dann so beschäftigt du stehst da das macht dich enorm ohnmächtig und hilflos.
[15:06] Du suchst die Schuld auch bei dir selbst. Permanent, permanent.
[15:10] Das ist echt ein Kreislauf. Genau.
[15:12] Und eben zu sagen, ja, aber wenn ich in der Liebe bleibe, für auch den anderen,
[15:17] der das ja nicht anders kann, wie auch für meine Kinder,
[15:21] und die Tür immer aufzumachen und immer irgendwie eine Chance zu bieten,
[15:26] dann kann das sich ändern. Und wir haben es ja irgendwie auch hingekriegt.
[15:29] Habt ihr dann, also du mit der Mutter deiner Kinder sozusagen,
[15:34] habt ihr viel gesprochen miteinander? Achso, nein, die Mutter meiner Kinder
[15:38] und ich haben leider kein Verhältnis miteinander. Das hat nicht funktioniert.
[15:42] Wir mussten uns ja auch über die verschiedenen Gerichtswege miteinander verständigen.
[15:47] Was ich meinte ist, ich habe mich ja mit meinem Vater ausgeschlossen.
[15:51] Wir konnten diese Themen durchaus ansprechen und wir haben darüber geredet. Was schon toll ist.
[16:00] Und das möchte ich eben auch meinem Vater hoch anrechnen, dass der sich auch
[16:05] wirklich viel Hilfe geholt.
[16:09] Und sagt auch eben, dass er einige Dinge von denen, die da stattgefunden haben, halt nicht gut waren.
[16:17] Und mit meiner Mutter habe ich vor ihrem Tod halt einige Dinge klären können,
[16:23] aber eben nicht vollständig, weil sie war eben krank.
[16:26] Aber für mich habe ich sie klären können.
[16:30] Und wie bist du jetzt mit der Situation sozusagen in deiner Lebenssituation,
[16:33] also dass du von der Mutter deiner Kinder geschieden seid, getrennt habt,
[16:38] wie ist das so verlaufen?
[16:39] Du hast es vorhin erzählt, dass du dir auch noch eine Wohnung in Hamburg hast,
[16:42] dass die Kinder lange bei dir gewesen sind hauptsächlich.
[16:45] Ja, also nach unserer Trennung sind die Kinder erstmal mit ihr ausgezogen damals
[16:51] und ich war der Wochenendpapa.
[16:53] Ich war damals auch der vollständige Versorger. Ich hatte einen Job in Süddeutschland.
[16:58] Wir waren ja alle hier in Hamburg zu dem Zeitpunkt und bis 2018 bis 2021 ungefähr
[17:05] war dieses Modell auch so, dass ich sie klassisch Residenzmodell am Wochenende
[17:10] gesehen habe und dann in den Ferien.
[17:12] Aber in dieser Zeit hat sich halt eine Distanz aufgebaut zwischen denen und
[17:17] mir und da gab es dann eben auch Streitereien,
[17:21] bis denn die Mama meiner Kinder damals entschieden hat, Ende 2020 wegzuziehen.
[17:28] Und das war der Moment, an dem ich halt aus Hamburg wegzuziehen zu ihrem damaligen Lebenspartner.
[17:33] Und da habe ich dann halt entschieden, weil meine Kinder nicht mitwollten,
[17:38] das erste Mal ein Gerichtsverfahren zu starten.
[17:42] Und das war auch der Moment, wo es sich verändert hat, weil die Kinder dann
[17:45] zu mir gezogen sind, beziehungsweise ich zu den Kindern in die Wohnung von ihnen.
[17:50] Also das heißt, ich bin zu ihnen gezogen mit meiner jetzigen Frau.
[17:55] Aber auch während dieser Zeit, obwohl wir unter einem Dach gelebt haben,
[18:00] war es unfassbar schwierig, weil dieser Einfluss immer noch da war.
[18:04] Und das hat man halt ständig gemerkt. Es war wirklich kein offenes Verhältnis.
[18:09] Und ich merke bei meinen großen erwachsenen Kindern, dass ich heute mit ihnen
[18:15] auch über die Problematiken sprechen kann, mal mehr, mal weniger.
[18:19] Und vieles hat sich die ganze Zeit trotzdem währenddessen durchgezogen.
[18:24] Also dieses Gefühl von irgendwas ist nicht richtig, da stimmt was nicht,
[18:29] das ist nie so ganz natürlich nah. das hat sich nie ganz verändert, mein Eindruck.
[18:35] Und erst in den letzten Jahren, wo sie ausgezogen sind und eben auch sich selbst
[18:40] davon entwickeln konnten, sozusagen. Ein bisschen wegentwickeln konnten.
[18:45] Sie wollten auf jeden Fall aus diesem Zustand weg, obwohl ich ja der Meinung
[18:50] war als Vater, ich habe das überhaupt nicht unterstützt, weil meine Empfindung
[18:54] war, ich habe eher versucht, alles von ihnen fernzuhalten.
[18:57] Wenn sie aber drüber sprechen, sagen sie eher, die haben sich beinahe nichts getan.
[19:01] Das ist echt ganz spannend, die Wahrnehmung dazu festzustellen.
[19:05] Und heute haben wir ein gutes Verhältnis, würde ich sagen.
[19:11] Und dein jüngster Sohn lebt noch bei dir? Genau. Der hat das auch durchschaut,
[19:16] das System. Tatsächlich? Ja.
[19:19] Bei unserem letzten Verfahren hat er,
[19:21] Also muss ich wirklich sagen, da ging es auch um Sorgerechtsthemen und sowas,
[19:26] hat er etwas gesagt zu der Richterin.
[19:31] Er hat gesagt, richten Sie meinen Eltern bitte aus, ich bin euer gemeinsames
[19:35] Kind und kriegt das irgendwie hin.
[19:39] Und das ist für ein Kind in dem Alter wirklich toll.
[19:43] Respekt. Der hat das echt kapiert und hat halt einfach adressiert, es ist euer Thema.
[19:50] Vielleicht hat er eben auch so ein bisschen, oder sehr reflektiert,
[19:53] die Erfahrungen, die er eben mit dir gemacht hat, mit der Mutter,
[19:55] mit den Geschwistern, die werden ja auch mal drüber gesprochen haben,
[19:58] mal nicht drüber gesprochen haben.
[19:59] Das ist natürlich, ich meine, was wir Menschen uns manchmal so antun,
[20:02] ist schon völlig verrückt, nicht? Das ist grau. Das ist schon crazy shit.
[20:04] Und dann gerade den Kindern, wie bist du denn dazu gekommen?
[20:09] Aus der Not eine Tugend zu machen, zu sagen, okay, ich bin eigentlich jetzt
[20:12] so weit, dass ich anderen Leuten helfen kann.
[20:14] Denn das ist ja, das frage ich mich auch ganz oft bei anderen Berufen sozusagen,
[20:20] wie hält man das denn aus? Du musst ja eine Distanz haben.
[20:23] Also du hast jetzt selber dein Leben eigentlich ganz gut hingekriegt.
[20:27] Vielleicht jetzt mit der Ex-Frau nicht, aber mit den Kindern jedenfalls, das ist schon mal gut.
[20:31] Du hast eine neue Frau, bist glücklich, ziehst vielleicht jetzt ganz nachtsführig
[20:35] irgendwann, wenn dann so ein großes...
[20:36] Also alles, hört sich alles gut an. Aber du beschäftigst dich beruflicher mit
[20:40] einem Thema, das, wir wiederholen uns manchmal, aber das ist ja immer noch ein
[20:45] Tabuthema in unserer Gesellschaft.
[20:47] Obwohl es ein ganz offensichtliches Problem ist, ein großes Thema ist,
[20:51] nicht ein kleines Miniminis, sondern ein großes Thema ist.
[20:54] Hier sind ja Hunderttausende von Menschen im Umkreis betroffen von diesen Entfremdungsgeschichten.
[21:00] Wie kamst du dazu zu sagen, das mache ich jetzt mal, ich kann Leuten helfen?
[21:04] Das fing damit an, dass ich lange in der Persönlichkeitsentwicklungsszene gearbeitet
[21:11] habe für einen sehr bekannten,
[21:13] großen Persönlichkeitsentwicklungstrainer und damals habe ich eine Geschichte
[21:19] gehört von dem siebten Sohn, der die Ketten durchbricht.
[21:24] Und das hat mich damals sehr inspiriert und ich kann dir gar nicht genau sagen,
[21:28] ob es das ist oder nicht, aber ich habe irgendwann für mich festgestellt, dass ich,
[21:35] in der Lage bin, zwischen Menschen wieder Verbindungen herzustellen.
[21:38] Brücken zu bauen. Genau, das habe ich ja schon gesagt, dass ich oftmals vermittelt
[21:42] habe, weil ich mich in die Situation und die Empfindung von den anderen einfühlen kann.
[21:47] Und für mich war es so, dass ich gesagt habe, ich weiß nicht,
[21:51] ob das vielleicht mein Ruf ist, auf dieser Welt zu sagen.
[21:55] Ja, es ist viel Scheiße passiert, aber das heißt ja nicht, dass man daran nicht,
[22:01] mitwirken kann, das in dieser Welt zu verändern, indem man den Blick dafür schenkt
[22:06] und sagt, guck mal Leute, das tut weh, das ist nicht richtig und vielleicht
[22:10] könnt ihr es ja anders machen.
[22:12] Ich glaube, dass dahinter ja einfach die Angst steht und bei vielen einfach
[22:17] eine Unfähigkeit, das miteinander anders zu lösen, weil da noch alte Traumata
[22:22] sind oder was auch immer.
[22:23] Und weil wir es auch, ehrlich gesagt, nie gelernt haben.
[22:26] Und meine Eltern haben es auch nicht gelernt. Nein, natürlich nicht.
[22:29] Die konnten es auch nicht besser, als sie es konnten. und für mich war es innerlich
[22:34] so, dass ich wirklich Rotz und Wasser gerollt habe bei dem Gedanken,
[22:39] ja, wenn es denn schon eine Trennung gibt, da kann ja keiner was für,
[22:42] natürlich kann ja schon was für, aber wenn denn eben die Situation so ist
[22:46] und die Kinder sind die Leidtragenden, möchte ich irgendwie was daran ändern,
[22:50] dass wenn sie denn schon in eine Patchwork-Familien-Situation kommen.
[22:54] Dass es so sein soll doch bestmöglich, das ist so mein Bild,
[22:57] als wäre es wie so eine große italienische Familie, alle dürfen dabei sein Und
[23:02] es ist so, als hätte es die Trennung nicht gegeben.
[23:04] Und wenn ich dann einen kleinen Beitrag so leisten kann mit dem,
[23:07] was ich an Erfahrung, an Wissen, auch ich habe eine Coaching-Ausbildung gemacht,
[23:11] mitbringe, dann tue ich das einfach.
[23:14] Und das hat mich einfach dazu beflügelt, das zu tun für meine Kinder.
[23:18] Zumal ja inzwischen, muss man ja wahrscheinlich sagen, ist es ja so,
[23:21] dass die Patchwork-Familie eher der Normalfall ist und die kleinen oder mittleren
[23:26] Familien eher die Ausnahme ist.
[23:28] Ja, und nicht nur das, wenn wir uns mal vorstellen, unsere Eltern, stirbt einer...
[23:35] Werden immer älter und finden dann noch wieder einen neuen Partner.
[23:38] Bei meiner jetzigen Frau ist das so.
[23:40] Mama ist schon länger gestorben, hat mit 80 ungefähr noch eine neue Partnerin.
[23:44] Plötzlich bist du auch mit 80, kommst du in genau die gleichen Themen rein.
[23:48] Nicht mehr, dass in Erziehungsthemen sind ja nicht mehr da.
[23:50] Aber trotzdem geht es darum, die neue akzeptieren. Was ist mit der Mama?
[23:56] Also es ist ein Thema, was nicht nur uns irgendwie in Bezug auf die jüngeren
[24:00] Kinder betrifft, sondern auch zunehmend im Alter. Ja.
[24:04] Und würdest du sagen, dass du schon einigen Menschen geholfen hast, ganz konkret? Ja.
[24:11] Das ist ein schönes Gefühl, oder? Ja, ist es. Also wenn du es schaffst bei jemandem,
[24:16] ich habe einen Klienten, mit dem arbeite ich, einen Mann, finde ich super toll,
[24:21] mit dem arbeite ich jetzt seit einem Jahr zusammen.
[24:23] Und zu sehen, was er als Vater für Entwicklungsschritte macht, das berührt mich total.
[24:30] Und ich glaube, es ist so wichtig, dass Väter immer mehr in diese Situation
[24:36] kommen, auch von ihren Empfindungen zu sprechen,
[24:38] dass sie darüber reden, dass sie sich trauen, auch die Dinge anzusprechen,
[24:43] auch über die Ängste zu reden, wie es ist, ihre Kinder zu verlieren, wenn man sich trennt.
[24:47] Da machen sich ja viele gar keinen Kopf drum, wie es einem geht, wenn jemand auszieht.
[24:53] Ich kann mich noch gut erinnern, wie das war, als das Haus leer war und das
[24:56] Kindergetrappel aufgehört hat. Das tut einfach weh.
[24:59] Und es gestehen sich viele nicht ein, darüber zu sprechen und sich darum zu
[25:04] kümmern, dass das wichtig ist, dass die Väter in der Beziehung zu ihren Kindern
[25:08] genauso eine Rolle spielen wie die Mütter, weil fürs Bindungsverhalten braucht es halt beide.
[25:13] Das siehst du ähnlich, Tom, oder? Ja, absolut.
[25:17] Ich freue mich, dass deine Kinder oder ihr wieder den Weg zueinander gefunden
[25:22] habt. Das wünscht sich, glaube ich, jeder, der in unserer Situation ist.
[25:25] Das wünsche ich mir auch noch. Bei mir ist es noch nicht so weit.
[25:28] Aber wie gesagt, wir hoffen alle.
[25:31] Wir leisten ja auch, hoffe ich, durch unsere Arbeit, dass wir darüber reden,
[25:35] eben auch, und das war ja auch unser Ziel mit dem Buch,
[25:37] dass wir, wenn wir nur einen Elternteil erreichen, was dann vielleicht doch
[25:42] einen anderen Weg einschlägt und sagt, Mensch, ich mache das lieber nicht,
[25:45] ich weiß, was daraus für Folgen entstehen, dann haben wir schon gewonnen.
[25:49] Und ja, es ist wichtig, darüber zu reden.
[25:52] Nur so können wir die Menschen dafür sensibilisieren.
[25:55] Aber du hast wahrscheinlich ja sicherlich auch schon einen oder anderen Fall
[25:57] mal gehabt, oder hast ihn aktuell vielleicht, wo nichts mehr zu machen ist.
[26:02] Wie geht man damit um? Nimmst du das mit nach Hause sozusagen?
[26:05] Das stelle ich mir echt schwer vor. Weil du eben genau weißt, wie es sich anfühlt.
[26:11] Ich meine, das fühlt sich bei jedem immer ein bisschen anders an,
[26:12] aber du weißt ja im Großen und Ganzen schon genau, wie es jetzt gerade in der
[26:17] Sekunde in dem Menschen aussieht.
[26:19] Und du siehst, verdammt, ich kann dem nicht helfen, weil er ist eben nicht der
[26:24] siebte Bruder, Wie gehst du damit um?
[26:27] Also ich habe ja bei mir selber festgestellt, als ich Kinder gekriegt habe und
[26:31] ich hatte zu der Zeit kein Verhältnis zu meinem Vater.
[26:34] Da habe ich mich gefragt, möchte ich, dass meine Kinder ohne einen Großvater groß werden?
[26:39] Und ich glaube, dass auch die Kinder, die in solche Situationen kommen,
[26:46] irgendwann innerlich dieses Empfinden haben, was ist da eigentlich passiert?
[26:52] Und je nachdem, wie groß die Angst davor ist, sich dem zu stellen oder auch
[26:55] nicht, werden sie sich dem stellen.
[26:58] Das ist meine feste Überzeugung, dass die Menschen das tun und dafür trete ich
[27:02] auch ein, diese Brücke immer wieder zu bauen.
[27:04] Weil es ist dann ja auch so gekommen, mein Vater hat damals dann den Kontakt
[27:07] gesucht, weil als ich geheiratet habe, hat er halt gemerkt, oh,
[27:10] da spiele ich keine Rolle da, das ist ja doof.
[27:13] Und dann hat es lange, lange, lange, lange gebraucht, viele Gespräche auf neutralem
[27:16] Boden, bis wir uns dann wieder eben angenähert haben. und diesen Mut möchte
[27:20] ich allen dann zusprechen, zu sagen, ja, das kann sein, dass es aktuell wirklich...
[27:26] Jetzt gerade keine Hoffnung gibt, aber vielleicht in der Zukunft,
[27:31] wenn die Kinder älter werden, sich gelöst haben aus diesen Situationen,
[27:36] den Fängen, weil die begreifen das ja schon, die verstehen schon,
[27:39] dass da was ist und es wird ja auch oft beschrieben, dass die Kinder sich bewusst
[27:43] auf eine Seite schlagen, weil sie wissen, bei dem anderen sind sie sicher.
[27:47] Kann man total verstehen. Und sie können das nicht anders und umso mehr möchte
[27:52] ich dann eben genau da diesen Mut zu sprechen, zu sagen, ja,
[27:55] das tut weh und lass uns jetzt um deinen,
[27:58] Schmerz kümmern und gucken, was du brauchst, als für den Teil,
[28:03] der da verloren geht und alles Beste wünschen, dass es den Kindern gut geht
[28:07] und die Hoffnung nie aufgeben, dass es sich vielleicht ändert.
[28:10] Man kann ja eigentlich nur wünschen, Tom, dass es viele Tims gibt in Zukunft,
[28:13] denn das, was wir als gesellschaftliches Phänomen vielleicht bezeichnen oder
[28:17] völlig schnurz, betrifft ja eben nicht nur diesen vergleichsweise kleinen Kreis
[28:22] der Familie, es betrifft eine ganze Gesellschaft,
[28:24] denn in bestimmten Situationen können dann Männer oder Frauen vielleicht ein
[28:28] Jahr lang gar nicht mehr arbeiten.
[28:29] Vielleicht können sie zwei Jahre lang nicht arbeiten. Vielleicht haben sie drei
[28:33] Jahre dann eine Depression.
[28:34] Das heißt, ich finde die Diskussion ganz oft so verkürzend, dass man so, also abgesehen von,
[28:41] diesen Vertreterinnen oder Vertretern, die sagen, es gibt keine Entfremdung.
[28:44] Wenn das jemand hört, der die Auffassung vertritt, kann er sich gerne bei uns melden.
[28:48] Wir nehmen ihn doch gar mit in dieser Nürnke. Er hat sich eingeladen.
[28:51] Aber das Problem ist ja ein viel tieferes, ein viel größeres.
[28:54] Wir haben ja ausgerechnet, bei dir sind es ja mindestens 40,
[28:59] 50 Leute im Familienumkreis, inklusive der Bekanntenkreis der Mutter,
[29:03] die von diesem Thema betroffen sind.
[29:05] Mehr oder weniger betroffen sind. Und wenn man direkt betroffen ist,
[29:09] kann es natürlich sein, Das war damals nach meiner Trennung auch so.
[29:13] Also meine Frau hat sich damals von mir getrennt.
[29:15] Da war ich ein halbes Jahr lang eigentlich nicht richtig in der Lage zu arbeiten.
[29:19] Und Gott sei Dank habe ich einen guten Therapeuten entdeckt.
[29:24] Und der hat mir auch ein paar Tabletten verschrieben, die ich eine Weile lang
[29:27] genommen habe. Dann nicht mehr.
[29:29] Aber das ging auch noch, weil ich vielleicht damit noch einigermaßen bewusst umgegangen bin.
[29:33] Und die Mutter auch. Und dann ging das. Wir haben uns zusammengerauft.
[29:36] Das haben wir ja die ganzen Jahre hingekriegt, Gott sei Dank.
[29:39] Auch wenn ich da manchmal Fehler gemacht habe in anderen Beziehungen und so.
[29:42] Da habe ich Gott sei Dank die Kurve gekriegt.
[29:45] Ich liebe meine Kinder sehr, sehe sie auch ganz oft. Aber dieses gesellschaftliche
[29:48] Phänomen, dass dann eben Leute, das habe ich schon oft gehört,
[29:50] eben gar nicht mehr arbeiten können.
[29:52] Das heißt, das betrifft ja eben, die Kreise sind ja viel größer, als wir oft denken.
[29:56] Warum reden wir darüber nicht mehr, Tim? Ist das Thema einfach so.
[30:01] Das ist so schlimm, ich will mich damit gar nicht beschäftigen,
[30:04] mir ist doch alles in Ordnung, verdrängen wir das, was machen wir da falsch?
[30:07] Ich kann dir das nicht für alle anderen Fälle sagen, aber ich kann dir von mir
[30:13] aus sagen, dass ich hier auch sitze und natürlich Angst,
[30:16] davor habe, was passiert, wenn das jetzt meine Kinder hören und es vielleicht
[30:21] sich da vor die Kamera gezogen fühlen.
[30:24] Und das ist die Angst, glaube ich, die am meisten davon abhält,
[30:30] dass wir darüber sprechen.
[30:32] Weil wir glauben, wenn wir darüber reden in der Öffentlichkeit.
[30:36] Dass dann vielleicht was kaputt geht. Dass dann noch mehr entsteht, was nicht gut ist.
[30:41] Und dann eben nur uns im Blick haben. Ich glaube, das ganze Ding ist eben viel größer, wie du sagst.
[30:46] Es betrifft die Gesellschaft. Denn ich kann ja von mir nur sprechen und sagen,
[30:50] aufgrund dessen, was meine Eltern gemacht haben, bin ich in meinem Bindungsverhalten nicht normal.
[30:57] Ich habe Schwierigkeiten, ich habe kein Urvertrauen, ich habe in der Bindungsthematik
[31:04] zu Menschen, falle ich schnell in, wenn es nicht gleich funktioniert.
[31:09] Trenne ich mich innerlich und damit musste ich ja erstmal lernen zurecht zu kommen.
[31:13] Allerdings, ja. Und wie du ja sagst, auch ich bin ausgefallen als,
[31:19] wenn man jetzt mal nur auf das Aberrachtthema, ich bin nicht so resilient wie
[31:23] andere, dafür habe ich natürlich auch ganz viele Schätze bekommen,
[31:26] wie eine gewisse Feinfühligkeit, wie eine gewisse Empathie,
[31:29] davon auch nicht unterschätzen, nur du musst ja selber in der Lage sein,
[31:34] deinen Selbstwert zu finden und zurückzukommen auf den Anfang der Frage,
[31:37] warum reden wir nicht öfter?
[31:38] Ja, weil da viel Angst ist und weil sich Menschen schnell angegriffen fühlen
[31:43] in unserer Gesellschaft vielleicht auch, weil sie sich angeschuldigt fühlen
[31:47] oder was auch immer und weil wir gar nicht gelernt haben, eben über unsere Gefühle
[31:51] zu reden und zu sagen, ich habe Angst,
[31:53] ich habe Angst, dass du mir das Kind wegnimmst.
[31:56] Und weil wir natürlich auch leider durch die unzählige, schlimme Seite von Social
[32:01] Media eben auch gebrannt sind, weil jeder meint, er kann es auch zu allem was
[32:06] sagen und zwar auch qualifiziert sagen, das stimmt natürlich nicht.
[32:10] Aber dann ganz oft eben das umgedreht wird und da wird eben Hass draus und Hass
[32:15] ist für jede Gesellschaft, ob er von links, von rechts, von oben,
[32:17] von unten kommt, ist einfach egal, ist immer schlecht.
[32:19] Das ist das Schlechteste, was passieren kann in der Auseinandersetzung.
[32:23] Ja, aber lass mich nochmal sagen, diese Angst, dass man durch,
[32:26] wenn man das publik macht, dann nicht mehr seine Kinder sehen kann,
[32:30] weil sie das vielleicht, das ist mir ja nun passiert.
[32:34] Auch darüber habe ich mir im Vorfeld Gedanken gemacht, wenn denn das passiert,
[32:37] die Möglichkeit besteht ja und nun ist es halt so passiert, aber dennoch...
[32:41] Würde ich es heute genau wieder so machen, weil es zeigt auch,
[32:44] dass du dich für was einsetzt und das ist schon mal grundsätzlich was Positives
[32:51] und dass das dann in der Hoffnung eben auch später mal den Kindern zeigt,
[32:55] dass du dich eingesetzt hast, dass du es halt eben nicht hingenommen hast,
[32:59] sondern eben auch für ein Stück mehr Wahrheit oder Transparenz gekämpft hast.
[33:03] Aber ist das nicht dann auch...
[33:05] Jetzt müssen wir das nicht zu reservativen, aber sind da nicht auch Richterinnen
[33:10] und Richter, die normal ausgebildet sind, total überfordert mit solchen Situationen,
[33:14] weil die ja immer nur gegensehen und immer für oder gegen jemanden entscheiden, statt zu sagen.
[33:20] Bei solchen Fällen muss eigentlich ein Psychologe oder ein Psychiater neben
[33:26] mir sitzen und muss sich auch mal Notizen machen, mit dem muss ich mich austauschen.
[33:29] Und ich kann auch nicht sofort in Urteil fällen, dass der jetzt kein Sorge mehr
[33:32] recht hat, der Herr Brandner, sondern ich muss mal nochmal einfach nachdenken,
[33:36] gibt es trotzdem noch eine Brücke, die man irgendwie bauen kann?
[33:39] Und ich habe das Gefühl, dass unser Justizsystem mit Brückenbauen nicht viel zu tun hat.
[33:43] Oder sehe ich das jetzt zu negativ? Oder sind da eben auch einfach viele Richter
[33:47] und Richterinnen überfordert, schlichtweg überfordert und sagen,
[33:49] ja gut, jetzt müssen wir eine Entscheidung treffen, ja dann ist das Sorgerecht
[33:52] eben für die Mutter oder für den Vater eben weg.
[33:54] Das ist immer klare Verhältnisse für die Kinder, das ist doch auch ganz gut.
[33:56] Also ich glaube, dass denen, ohne das zu wissen jetzt.
[34:00] Ich weiß es auch nicht, aber es ist ein Vermutung nicht. Ich glaube auch,
[34:03] dass die Gerichte überlastet sind. Das ist das zumindest, was ich höre und mitbekomme.
[34:08] Ich glaube auch, dass unser System in der Tiefe nicht dafür gemacht ist,
[34:15] die persönliche Situation so einzuschätzen,
[34:19] dass sie wirklich kindgerecht behandelt wird. Das ist es, was ich glaube.
[34:24] Ich selbst kann für mich sagen, dass ich in meinen ganzen Situationen eher positive
[34:30] Erfahrungen gemacht habe.
[34:32] Auch in der Arbeit mit öffentlichen Stellen.
[34:35] Und vielleicht hat das auch was damit zu tun, weil ich mich eben bewusst gezeigt
[34:40] habe, alle Seiten immer zu verstehen, auch die Mutter zu verstehen.
[34:44] Und es mir ja nie darum ging, irgendwie irgendeine Position zu bekommen,
[34:49] sondern ich wollte halt eine Lösung für unser Problem.
[34:52] Wenn du diese Auffassung hast, dann geht es eben auch nicht um Macht,
[34:56] dann geht es eben um Lösungen finden, dann geht es eben auch um miteinander reden.
[34:59] Wenn man über Dritte redet, egal, aber man bleibt in Kommunikation.
[35:02] Ja, auch wenn einer vielleicht keine Kommunikation will.
[35:06] Und es geht auch nicht darum zu sagen, das ist irgendwie zu bewerten,
[35:10] der will nicht, sondern zu sagen, okay, wir haben diese Situation,
[35:14] damit müssen wir umgehen und wir müssen da eine Lösung für finden.
[35:18] Und ja, ich glaube, dass sich in unserer Gesellschaft da was ändern darf.
[35:23] Und da bereiten wir ja vielleicht hier, indem wir darüber reden und den Mut
[35:28] haben, darüber zu reden und der einen oder anderen Seele vielleicht mal einen
[35:33] kleinen Denkanstoß zu geben, den Weg hiermit.
[35:36] Vielleicht so ein bisschen, aber ich finde ganz gut den Hinweis,
[35:38] den du gegeben hast, dass man eben auch...
[35:42] Und das ist ja durchaus nicht selbstverständlich. Das war bei mir damals auch
[35:45] nicht so, bei Tom war es auch nicht so.
[35:46] Es war niemandem so zu sagen, okay, wenn Sie oder er nicht kommunizieren wollen,
[35:50] muss ich trotzdem versuchen, damit umzugehen. Das ist natürlich ein großer Satz.
[35:56] Dann muss ich jetzt mal dreimal durchatmen. Das habe ich damals nicht gekonnt, bin ich ganz ehrlich.
[36:02] Ja, ist ja okay. Das würde ich auch niemandem vorwerfen.
[36:05] Aber das ist eben so ein zentraler Satz, den du gesagt hast, Tim.
[36:08] Und den sollten wir vielleicht zum Schluss der Sendung sozusagen mitnehmen und
[36:11] unseren Zuhörerinnen und Zuhörern mitgeben, dass man eben nicht aufgeben darf
[36:15] mit dem zweiten wichtigen Satz von dir. Es geht ja um die Kinder.
[36:18] Es geht erstmal nicht um Mama, es geht nicht um Papa. Natürlich auch, ist ja klar.
[36:22] Aber es geht vorrangig immer um die Kinder und nicht um diesen beknackten Begriff
[36:28] Kindeswohl. Es geht um die Kinder.
[36:30] Es geht um das Glück, nicht das Wohl. Es geht um das Glück der Kinder,
[36:34] und zwar das Lebensglück. Die sollen ja in Zukunft noch was haben.
[36:36] Wir wollen ja ihre Zukunft nicht kaputt machen, dass sie eben nicht zum Beispiel,
[36:39] inzwischen bist du wieder bindungsfähig, aber eben vielleicht zehn Jahre lang
[36:41] einfach nicht bildungswidrig gewesen ist, weil jetzt ist ja alles zu viel hier
[36:45] und ich vertraue denen nicht und wie auch immer.
[36:48] Dann kennen wir ja alles, kennen wir ja alles. Das sind, glaube ich,
[36:50] zwei wichtige Punkte, die wir heute hoffentlich mitgeben können,
[36:55] die ich ganz, ganz wichtig finde, die natürlich viel Vertrauen in Menschen voraussetzen,
[37:00] aber auch viel Selbstdisziplin,
[37:01] zu sagen, okay, sie will nicht oder er will nicht kommunizieren mit mir,
[37:04] ich bleibe trotzdem dran.
[37:06] Das ist ja schon ein richtig dickes Brett. Ja, ja.
[37:12] Heute würdest du ja sagen, du bleibst ja dran.
[37:16] Du machst jetzt eben einen Podcast, also auf deine Art bleibst du ja dran.
[37:19] Du hättest ja auch sagen können, ja, jetzt ist es eben leider vorbei,
[37:21] meine Kinder, das Sorgerecht ist weg, ich mache jetzt eben auch nichts mehr,
[37:24] jetzt muss ich mich auch um mich selber kümmern. Tust du ja nicht.
[37:26] Nee, dafür hat mich das Thema auch zu lange beschäftigt und ich war da involviert
[37:30] und irgendwie war es möglich,
[37:33] Im Positiven wollte ich es einfach führen. Und wenn es dann so ist,
[37:37] wie auch Tim gesagt hat, vielleicht anderen Menschen zu helfen,
[37:40] durch seine Offenheit oder das Thema noch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich
[37:45] zu machen, dann ist damit echt schon viel gewonnen.
[37:47] Jetzt wollte ich Tim nochmal fragen, weil du hast ja dankenswerterweise diese
[37:51] Gruppe, ich will es jetzt nicht Selbsthilfegruppe nennen, aber vielleicht ist
[37:55] es dann doch eine, die ja in Hamburg entstanden ist, worüber wir eingangs schon
[37:58] gesprochen haben, da hast du dich ja mal bereit erklärt, die weiterzuleiten.
[38:01] Ich habe mich da ja so ein bisschen aus persönlichen Gründen noch zurückgezogen,
[38:04] weil ich ja momentan mehr im Ausland lebe als hier in Hamburg.
[38:08] Und du sagtest, Mensch, Tom, lass uns das nicht einschlafen,
[38:11] weil es gibt so viele, die freuen sich, das weiterhin zu machen.
[38:16] Läuft das noch? Und wenn ja, wie kann man sich darüber informieren über dein
[38:21] Instagram-Account oder über deine Website oder für betroffene Mütter, Väter, Großeltern?
[38:28] Wir sind da wirklich offen für alle Betroffenen.
[38:31] Also es ist so, dass in diesem Jahr das Bedürfnis nach Live-Treffen,
[38:38] wir haben das ja vorher immer live gemacht,
[38:40] zurückgegangen ist und es immer noch eine WhatsApp-Gruppe gibt,
[38:45] in der sich die Menschen, die da das Bedürfnis haben, austauschen.
[38:49] Ich glaube mittlerweile auch, dass einige sich lokal eher vernetzen,
[38:54] weil es doch Themen sind, bei denen man vor Ort auch Unterstützung darf.
[38:58] In der WhatsApp-Gruppe gibt es einige Menschen, die sehr intensiv Kontakt pflegen,
[39:04] sich sehr stark austauschen und einige lesen nur mit.
[39:10] Und wir haben jetzt Ende Oktober in Hamburg noch einmal ein Treffen.
[39:15] Ich muss ehrlich sagen, dass ich gar nicht mehr weiß, über welche Stelle.
[39:18] Wir sind ja auch eine offizielle Selbsthilfegruppe, die von KESS,
[39:24] weiß ich jetzt gerade nicht genau, zu finden ist. Da kann man dann Kontakt suchen.
[39:29] Aber wir können da zum Beispiel, das werde ich auch, über meinen Instagram-Account,
[39:33] Briefe-Findbooks darüber informieren.
[39:35] Und du wahrscheinlich dann auch über deinen Insta-Account. Genau.
[39:40] Also das, was wir hier tun, ist Patch Love Family. Das ist auch der Insta-Account?
[39:45] Genau. Patch Love Family. Richtig. In einem Wort?
[39:48] Ja, ein Wort. Schön, ja. Patch Love Family kann man sich gut merken.
[39:50] Genau, und passt für viele manchmal nicht zusammen, aber auch da findet das
[39:55] ja statt. Doch, passt eigentlich gut zusammen.
[39:57] Genau, und darüber, wenn wir den Treffen haben, informieren wir auch. So wie eben über dich.
[40:02] Und in den Bereichen, in denen das ohnehin irgendwie so kommuniziert wird,
[40:06] weil es ist ja etwas, wo es Vereine gibt, wo es einzelne Gruppen auch in Lüneburg
[40:11] gibt und was auch immer, da unterstützen wir uns gegenseitig,
[40:13] dass wir die Treffen dann noch ankündigen.
[40:14] Also Ende Oktober ist ein nächstes Treffen und wir überlegen halt,
[40:18] ob wir in irgendeiner Form das in einer Kombi-Funktionalität weiterführen,
[40:23] weil bei den Treffen kamen die Menschen wirklich eben aus Berlin,
[40:26] aus sonst woher. Zum Teil sogar aus Basel.
[40:31] Ja, genau so. Ja, wie ist es richtig? Der Leidensdruck ist eben einfach groß.
[40:35] Dein Leidensdruck ist groß und nach wie vor hast du eben auch im privaten Umwelt
[40:38] wahrscheinlich nicht so viele Ansprechpartner, denen du auch vertraust und dann
[40:43] fühlst du dich natürlich bei Betroffenen erstmal wohl, das ist ja logisch.
[40:45] Ja und die das Thema auch verstehen.
[40:47] Also oftmals ist es so, dass die Menschen im normalen Dunstkreis erstmal denken,
[40:55] ja du hast ja was falsch gemacht.
[40:57] Und verstehen, können gar nicht verstehen, dass das eine Systematik hat.
[41:04] Und da braucht es eben auch wirklich dieses Wissen, dass da halt genau solche
[41:09] Dinge passieren und wie sich das anfühlt und was dann mit dem Kind passiert
[41:13] und wie denn eben leider auch bestimmte Formen von Gerichtsbarkeit funktionieren.
[41:19] Das ist halt einfach so. Du lernst halt einige Wege kennen, die für dieses Thema
[41:24] nicht die schönsten sind und auch da dann Wege, wie du dir denn eben auch helfen
[41:28] kannst. Ja, das war ein schönes Schlusswort. Mr.
[41:33] Patchworklafamily. Entschuldigung. Der Instagram von dem ist Patchlafamily.
[41:37] Weniger Arbeit, mehr Liebe. Finde ich sehr gut.
[41:40] Ganz toll, auch dir vielen Dank für deine Offenheit. Ja, vielen Dank.
[41:44] Deine Seele ins Mikrofon zu packen sozusagen. Dankeschön.
[41:49] Und Tom, das war wieder eine richtig gute Sendung. Ich muss es mal ausnahmsweise selber loben.
[41:53] Richtig schön, weil man doch merkt, dass es eben immer wieder Facetten gibt
[41:56] bei diesem Thema, dass man, wo wir ja vorher immer intensiv diskutieren,
[41:59] was besprechen wir mit dem Gast und so oder mit uns, immer wieder eine neue
[42:03] Facette dazukommt und dann zum Schluss auch, was ich auch schön finde,
[42:06] immer noch ein neuer Hoffnungsschimmer.
[42:07] Richtig, das ist das Wichtige. Das ist das Beste.
[42:10] Vielen Dank euch beiden. Dankeschön. Tschüss. Tschüss, vielen Dank fürs Zuhören.
[42:16] Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie
[42:21] in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.

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