# Folge 56: „Ich möchte meine Kinder sehen, möchte sie erziehen und ihnen meine Werte mitgeben“

An episode of ["Wenn Eltern Feinde werden" – Ein Podcast über Eltern- Kind- Entfremdung](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1836892223), 28 Sep 2026, 51 min.

Audio: https://cdn.audiorella.com/podcasts/1579-wenn-eltern-zu-feinden-werden/250258-folge-56-ich-moechte-meine-kinder-sehen-moechte-sie-erziehen-und-ihnen-meine-werte-mitgeben.mp3?v=2

Fast zwei Jahrzehnte verbrachte Daniela mit ihrem Partner in Hamburg, aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Doch als die Beziehung scheiterte, blieb der erhoffte friedliche Dialog aus: Danielas Ex-Mann blockt bis heute jegliches Gespräch ab. Die Folgen sind fatal – ihr älterer Sohn hat den Kontakt vor zwei Jahren komplett abgebrochen, den jüngeren durfte sie seit Monaten weder sehen noch sprechen. In dieser Folge erzählt Daniela offen von ihrem kräftezehrenden Kampf vor Gericht, den Erfahrungen mit Umgangspflegern und wie ihr soziales Umfeld ihr hilft, in dieser emotionalen Ausnahmesituation nicht den Halt zu verlieren. #WennElternFeindeWerden #HamburgerAbendblatt #Elternentfremdung #TrennungMitKinder #Umgangsrecht #Familienrecht #Kontaktabbruch #PodcastTipp Weitere Podcasts unter: www.abendblatt.de/podcast - Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes - Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos - Feedback: moinhamburg@abendblatt.de

## Transcript

[0:06] Entfremdung. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer des Podcasts vom Hamburger Abendblatt,
[0:11] wenn Eltern Feinde werden. Heute haben wir Daniela zu Gast.
[0:15] Daniela hat aber einen anderen Vornamen eigentlich, den wir aber aus Zugangsschutz eben geändert haben.
[0:22] Daniela ist 47, lebt in Hamburg und erzählt uns jetzt, was sie so beruflich macht.
[0:30] Ja, ich bin als Unternehmensberaterin tätig, Ich habe also Kontakt auch zu Menschen
[0:36] und viel mit Austausch zu tun und denke, dass dadurch auch ich auch ein gute
[0:43] Menschenkenntnis habe.
[0:46] Das macht ja auch schon, wie lange machst du das schon so? Ja,
[0:50] fast 20 Jahre. Oh, das ist lange, ja.
[0:52] Und es macht immer noch Spaß? Das macht immer Spaß, weil es immer abwechselnd
[0:55] ist und von daher nie das Gleiche ist. Von daher ist es sehr spannend.
[0:59] Das ist natürlich großartig.
[1:03] Daniela, wie bist du eigentlich auf unseren Podcast gestoßen?
[1:06] Also wir haben ja Kontakt aufgenommen sozusagen über Instagram,
[1:11] die verschiedensten Kanäle und wie bist du auf unseren Podcast gestoßen?
[1:14] Also man fängt ja an, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
[1:20] Und irgendwie, wenn man auch auf Instagram ist oder so, werden ja so die Einspieler,
[1:28] häufiger, ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber dann habe ich angefangen,
[1:31] aber ich war eher so im Januar diesen Jahres, dass ich angefangen reinzuhören.
[1:35] Da musste ich auch erst mal alle Folgen noch mal nachhören, weil das doch sehr interessant war.
[1:38] Aber wie nett hast du das gemacht? Das hast du, Dankeschön. Ja,
[1:40] doch, das war sehr spannend, weil man sicher in das Thema so ein bisschen immer
[1:45] tiefer rein arbeitet, um mehr zu erfahren.
[1:47] Ich bin auch Mitglied im Mucki-Verein geworden, um einfach diesen Austausch
[1:52] zu finden. Das ist wichtig, weil ich habe ein gutes Umfeld, ich kann mich da
[1:57] gut auch mit austauschen, aber Betroffene ist nochmal was anderes. Selbstverständlich.
[2:03] Wie lange musst du dich jetzt mit dem Thema in Tremlück schon auseinandersetzen?
[2:07] Erzähl uns noch mal so ein bisschen oder etwas intensiver deine Situation.
[2:13] Wann fing das so alles an? Vor drei Jahren habe ich mich von meinem Partner
[2:18] damals getrennt und wir sind auch damals zur Erziehungsberatung gegangen.
[2:24] Er tat sich aber schwer, irgendwie was zu klären, aber da haben wir es geschafft,
[2:28] ein Wechselmodell hinzubekommen. Immerhin.
[2:31] So, meines Erachtens lief das ganz gut. Aber dann kam es dazu,
[2:36] dass ich gesagt habe, ich habe einen neuen Partner. Ja.
[2:40] Und das ist aus meiner Sicht. Und dann hat mein größerer Sohn,
[2:45] ich habe zwei Söhne. Zwei Söhne, okay.
[2:50] Also der kam da ein bisschen schwieriger mit, klar. Der hatte auch irgendwie
[2:53] ein engeres Verhältnis mit dem Vater. Ja.
[2:57] Und das kam dann zum ersten Umgangsverfahren durch ihn, weil er dazu Sorge tragen
[3:02] wollte, dass ich dann halt weniger Umgang habe. Und das fing dann vor zwei Jahren an. Genau.
[3:10] Und du glaubst schon, dass da der auslösende Faktor war, dass du eben einen anderen Partner hast?
[3:19] Das denke ich schon, weil auch immer wieder... Das haben wir auch öfter gehört,
[3:22] also entweder Partner oder Partnerin, das ist eigentlich relativ schnurz,
[3:25] ehrlich gesagt, aber wenn es da jemand Neues gibt, ist das für den Gegenüber
[3:29] offensichtlich ein großes Problem.
[3:31] Also es ist elternunabhängig für mich.
[3:36] Ja, ich denke das, weil auch immer wieder hört man das, wenn ich mich mit Psychologinnen
[3:43] oder so ausgetauscht habe, sie haben ihre Paarebene nicht geklärt.
[3:48] In der Erzählungsberatung, sie haben die Elternebene, aber ihre Paarebene ist
[3:52] nicht geklärt. Das ist für mich eigentlich ein Indiz dafür.
[3:56] Aber es kam nie dazu, dass wir das mal besprechen konnten. Ja.
[4:03] Was war denn so dein erstes Gefühl, der erste Gedanke, als du gemerkt hast,
[4:06] oh, jetzt wird es schwierig,
[4:10] mit meinem Ex-Partner, Umgang, Sorgerecht etc.
[4:14] Wie hast du dich dazu erstmal allein gefühlt, überfordert gefühlt?
[4:19] Hast du Hilfe gesucht oder hast du erstmal so ein bisschen wie das Kaninchen
[4:22] vor der Stange und denkst, mal gucken, vielleicht wird es jetzt auch noch was?
[4:25] Also es fing ja an, dass man bei der Trennung ja eh schon mal eine Anwältin
[4:29] hatte, weil ich wusste, es wird auf Scheidung hinauslaufen.
[4:33] Die hat mich ja dann im Umgangsverfahren vertreten und dann kommt man ja in
[4:37] das System, in das man nie reinkommen sollte.
[4:40] Da lernt man Sachen, die man ja noch nicht kannte und lernt erstmal,
[4:45] was ist das Jugendamt oder ein Verfahrensbeistand.
[4:49] Alle diese Dinge muss man ja erstmal lernen und wissen, wie geht man damit um.
[4:53] Ja man lernt ja man erzählt das ja alles offen bei denen aber letztendlich vor
[4:58] gericht geht es ja eigentlich darum schnell beim ersten verfahren oder beim umgangsverfahren,
[5:04] die akte muss zu klären sie das gehen sie zur beratung und klären das wanders
[5:08] jedenfalls haben das gefühl das ist ebenso erst mal her genau also von daher im.
[5:14] Denkt man so, ja, das ist ja jetzt geklärt. Nein, wir hatten einen Vergleich beim ersten Mal.
[5:21] Und der wurde aber nie angewandt. Wie sah der Vergleich aus?
[5:25] Also, dass geklärt war, wann die Kinder wann wo sind, wann dieser Urlaub stattfindet.
[5:31] Und dass es auch eine Umgangserweiterung geben sollte. Und weiteres sollten
[5:37] wir halt in der Erziehungsberatung klären.
[5:40] Und da sind wir halt auch an einen Erziehungsberater gestoßen,
[5:43] der letztendlich beim Erstgespräch fing das schon an, dass wir den Vergleich neu verhandelt haben.
[5:48] Okay, das ist schon mal nicht gut. Das schon anders drin stand als dann im Vergleich.
[5:54] Weil letztendlich hatte ich mich dann auch bei der Leiterin der Erziehungsberatung
[5:58] beschwert. Da habe ich gesagt, das kann ja nicht sein.
[6:01] Und die hat es dann ja selber zugegeben, dass er dürfte nicht an dem Vergleich rumarbeiten. Nee.
[6:06] Aber da war das Vertrauensverhältnis dahin, die Erziehungsberatung dahin.
[6:11] Das würde ich denken, ja. Darf ich ganz kurz noch mal, nur zur Information unserer
[6:14] Zuhörer und Zuhörerin, sitzt die Erziehungsberater beim Jugendamt oder sitzt sie beim Sozialamt?
[6:21] Die ist ja unabhängig, also nicht unabhängig, die gehört zur Stadt,
[6:25] aber die sitzt nicht beim Jugendamt,
[6:28] die ist eine eigenständige Abteilung oder so würde ich das sagen.
[6:32] Okay, alles klar. Okay, dann habt ihr also, dass ich beim ersten Mal mit dem
[6:36] ersten Erziehungsberater richtig Pech gehabt, wie ging es dann weiter?
[6:40] Also ich muss noch davor sagen, ich hatte ja eben schon gesagt,
[6:43] wir waren ja schon beim Trennungsprozess bei der Erziehungsberatung.
[6:49] Das ist, finde ich, mein Fehler gewesen, wo ich nachher sage,
[6:52] wir hätten da ein bisschen länger bleiben sollen.
[6:54] Wir hatten was geklärt, wir hatten so ein bisschen das Wechselmodell mit der
[6:57] Dame damals hinbekommen, aber ...
[7:01] Dann hat er Sachen gehört, die er nicht hören wollte und es war etwas schwierig
[7:05] und dann wollte er da auch nicht mehr hin.
[7:07] Aber ich hatte gedacht, wir haben ja schon was geklärt, es läuft ja, beenden wir das.
[7:12] Und im Nachblick hätte, hätte Fahrradkette. Aber manchmal ist es natürlich auch
[7:16] so, dass wenn ihr schon mal das, also sozusagen bei dem Treffen rausgekommen
[7:22] ist, es gibt ein Wechselmodell, wir kriegen das irgendwie hin.
[7:24] Das ist ja schon mal ein großer Schritt. Also von daher kann ich das verstehen,
[7:27] dass du im Nachhinein dir einen Vorwurf machst, okay, das ist jetzt, ehrlich gesagt, müßig.
[7:32] Weil damals hätten wahrscheinlich viele gedacht oder können nachempfinden,
[7:38] dass du froh warst, dass es das Wechselmodell ist, weil das wäre ja ziemlich
[7:41] optimal gewesen erstmal.
[7:42] Also das ist schon ein großer Schritt in diesem Podcast sozusagen,
[7:46] wenn man sich darauf einlässt.
[7:48] So kann ich das ganz gut verstehen. Warum ist es denn dann eigentlich nicht dazu gekommen?
[7:52] Also es ist dazu gekommen, es war aber so eine unglückliche Variante,
[7:55] weil er sich auch schwer tat, mein Ex.
[7:58] Es war erst diese drei Tage, drei Tage, vier Tage, vier Tage.
[8:02] Dann hatten wir es auch fünf Tage und dann wollte ich sehr gerne,
[8:06] dass das wochenweise ist, weil eigentlich muss ein Kind intuitiv auch wissen, wo es ist.
[8:10] Also eine Woche bei dir, eine Woche beim Vater. Ja, aber das wollte er nicht
[8:13] und da fing das ja auch schon an, dass ich dann auch, also das war der einzige
[8:18] Knackpunkt, der nicht so gut mit uns lief und deswegen da ist es dann auch gar
[8:23] nicht mehr richtig zugekommen.
[8:24] Okay, und dann hat er schon geblockt. Und wann hast du den neuen Partner kennengelernt?
[8:30] Den habe ich also nach der Trennung erst kennengelernt, von daher war das gar
[8:32] nicht der Auslöser der Trennung, das hat da nichts mehr zu tun, also von daher.
[8:36] Wie bist du denn damit umgegangen, als du gemerkt hast, jetzt wird es schwierig
[8:39] hier mit dem Wechselmodell? Das kriegen wir nicht hin.
[8:44] Ist man dann erstmal verzweifelt? Ist man wütend? Bist du auch am Anfang ein
[8:49] bisschen nachsichtig? Okay, das muss ich erst einspielen.
[8:55] Wie ging das in dir aus? Also als das Verfahren ja losging, dieses Umgangsverfahren,
[9:00] fing es da ja schon an, dass es immer mehr Probleme gab. Und auch hieß,
[9:05] die Kinder wollen nicht zu dir kommen oder eher der größere Sohn.
[9:09] Und da wurde immer geblockt, da sind Sachen passiert.
[9:14] Als Beispiel, hier sind die zwei Koffer, die Kinder sollen jetzt entscheiden, ob sie mitgehen.
[9:20] Also es wurde nicht unterstützt und es wurde wirklich dagegen gearbeitet,
[9:24] aber es war echt schwierig.
[9:27] Jetzt habe ich den Fall verloren, worauf ich hinaus wollte. Nein,
[9:31] ich wollte noch mal, wie es so in dir aussah, als du merktest,
[9:34] es wird jetzt immer schwieriger alles.
[9:37] Wie fühlt man sich denn? Also das ist ja eine pure Verzweiflung, weil A,
[9:41] ständig, man kann ja nicht, man möchte ja einerseits, dass das Kind ja bei,
[9:45] oder die Kinder bei einem sind,
[9:48] aber man hat diesen Partner, der dagegen arbeitet, diesen, und das ist so schwierig,
[9:53] weil, wenn die Kinder bei einem sind, sind sie normal,
[9:57] bloß sie davon wegzukriegen.
[9:59] Das war so, man hat so eine Ohnmacht, man kann ja gar nicht handeln,
[10:02] ich kann ja nicht die Polizei anrufen und sagen, hallo bitte holen Sie jetzt
[10:05] mal meine Kinder aus dieser Wohnung, ich möchte einfach los.
[10:08] Ja, richtig. Und da war auch ja keine Einsicht auf der anderen Seite,
[10:10] dass das vielleicht hilfreich wäre, dass man den Umgang mit der Mutter hat.
[10:15] Und das fand ich ein bisschen...
[10:17] Hast du denn gemerkt, wie sich die Kinder dabei gefühlt haben?
[10:20] Also wenn der Vater die beiden Koffer hinstellt und dann sagt,
[10:25] ja oder nein, ist natürlich für die Kinder auch eine ganz schlimme Situation. Vielen Dank.
[10:30] Der kleine Sohn hat immer gesagt, komm doch zu dem großen Sohn,
[10:34] wir wollen doch jetzt zur Mama, der konnte das gar nicht nachvollziehen.
[10:38] Der große hat dann eher so geblockt.
[10:41] Von daher war, der kleine war dann noch nicht so im Loyalitätskonflikt.
[10:48] Das war so ganz am Anfang.
[10:51] Und wir hatten dann, als wir dann das auch geklärt haben, immer was unterschiedliches,
[10:54] also vor Gericht geklärt hatten, immer was unterschiedliches für den Großen und für den Kleinen.
[10:58] Das hat jetzt letztendlich auch dazu geführt, dass.
[11:04] Der Kleine dann quasi auch den Kontakt, also gesagt hat, er möchte jetzt auch
[11:07] nicht mehr zu mir kommen. Wie lange ist das her?
[11:09] Das ist jetzt erst im Januar passiert. Genau.
[11:15] Ich nehme an, das war ziemlich schlimm für dich. Das war richtig schlimm,
[11:17] das ist sehr schlimm, das ist sehr schlimm, das ist sehr schlimm,
[11:18] das ist sehr schlimm gewesen, ja.
[11:20] Kam das überraschend oder hast du das schon so ein bisschen kommen sehen,
[11:23] dachtest du, ja ich meine klar, der Kleine lebt auch mit dem Bruder zusammen,
[11:27] beim Vater und so, ist natürlich dann immer so eine Gratwanderung, nicht? Also.
[11:32] In meiner Geschichte war ich ja gerade, wir hatten ein Umgangsverfahren.
[11:36] Das hat ja dann die Sachen, die da zu einem Vergleich geführt haben,
[11:39] haben ja nicht funktioniert.
[11:40] Und dann habe ich mithilfe einer Freundin noch mal Festlegung einer Ordnungswidrigkeit
[11:45] angestrebt, um zu sagen, hier, das läuft nicht.
[11:48] Da wurde aber vor Gericht dann rausgemacht, dass wir gleich einen Umgangskläger bekommen haben.
[11:55] Und da ist man dann wieder so voller Hoffnung, jetzt wird endlich mal was geklärt.
[11:59] Aber wenn man diesen Umgangskläger nur zweimal persönlich trifft und danach
[12:02] nie wieder und quasi immer hinterher telefoniert oder und so weiter,
[12:09] hat das nichts gebracht.
[12:10] Und dann kam wieder ein Verfahren, weil das ja immer noch nicht funktionierte.
[12:16] Und da bahnte sich das schon an, dass es mit dem kleinen Sohn,
[12:20] dass es jetzt schwieriger wird, weil man auch da mal hörte, dass der Verfahrensbeischung
[12:23] vom großen Sohn hört, er möchte nicht, dass der kleine Bruder zur Mama geht.
[12:29] Also das war mir schon ein bisschen klar.
[12:32] Von daher kam es nicht überraschend.
[12:36] Ist trotzdem... Ja, es haut einem jetzt mal um, ist auch klar.
[12:40] Was hätte denn so ein guter Umgangspfleger, dann würde gute Umgangspflegerin
[12:43] machen sollen, aus deiner Sicht?
[12:45] Einfach mal Kontakt. Also, dass man wenigstens mal so, man kann ja ein Treffen
[12:48] an einem unverbindlichen Ort machen. Ja.
[12:52] Aber wenn jemand dann signalisiert, auch er hat ja keinen Kontakt mit der Mutter,
[12:58] was ist das dann für ein Bild?
[12:59] Ich kann es nicht nachvollziehen. Ich auch nicht. Ich habe in meinem Freundeskreis
[13:03] Leute, die aus Pädagogen sind, die recht juristischen Hintergrund haben,
[13:07] die sind alle entsetzt, wenn ich das erzähle.
[13:09] Deswegen bin ich auch in diesem Podcast und einfach zu sagen,
[13:12] man hat nichts Gravierendes gemacht und kommt dann in eine Situation,
[13:18] die man auch gar nicht mehr handeln kann.
[13:21] Die kannst du auch nicht mehr, kannst du selber kaum noch kontrollieren.
[13:23] Weil auch Fachexperten dann sagen, komm niemals ins System. Ja.
[13:27] Das sind die Ratschläge, das war dann leider zu spät. Ja.
[13:32] Hattest du damals schon Kontakt zu der Mutter-Kind-Initiative oder hast du dann,
[13:38] wo hast du dir Hilfe gesucht?
[13:40] Zum einen vermute ich mal im persönlichen Freundes- und Bekanntenkreis,
[13:44] also Menschen, mit denen man darüber spricht, aber die sind ja vielleicht auch
[13:48] nur, die haben vielleicht auch von der Entfremdung auch noch nie was gehört,
[13:51] also wie konntest du dir helfen?
[13:54] Also erstmal habe ich echt einen guten Freundeskreis, eine gute Familie,
[13:58] gute Arbeitskollegen, ein wirklich großes Umfeld, dass man das echt oft irgendwo
[14:02] mit jemandem mal besprechen kann. Da hast du jetzt großes Glück,
[14:05] da gratuliere ich dir mal.
[14:06] Deswegen, und da bin ich sehr dankbar für. Das ist nämlich leider nicht immer so. Genau.
[14:10] Und ich auch für mich selber so ein bisschen festgestellt habe,
[14:13] man kann nicht immer darüber reden, man muss auch mal andere Geschichten zulassen,
[14:17] weil sonst kriegst du auch mal selber eine Meise. Ja, ist einfach so.
[14:23] Und die guten Kontakte, also meine Freunde haben dann gesagt,
[14:28] hier, ich habe eine Familienpsychologin kennengelernt, geh da mal hin.
[14:31] Da kam das eine so zustande. Und die andere Kollegin sagt dann,
[14:34] hier, ich habe den hier im Instagram, den Mucki-Verein gesehen.
[14:38] Traust dich doch da mal mit aus. Also das kam dann auch zu mir zum Teil,
[14:42] weil die wussten, ich bin davon betroffen. Super.
[14:46] Und klar kennen die Eltern Kindentfremdung nicht und sind wirklich alle entsetzt.
[14:51] Und was ich als letzter Zeit öfter höre, ist immer, mir fehlen die Worte.
[14:56] Das kann wir gar nicht nachvollziehen, dass dir sowas passiert.
[15:00] Das ist so das, was man immer jetzt letzter Zeit hört.
[15:04] Schon traurig. Aber ich merke auch, dass dann auch Trennungen in den Umfelden
[15:09] jetzt so stattfinden und auch da, die gucken das jetzt so ein bisschen mit anderen Augen an.
[15:14] Natürlich, vielleicht sind sie auch ein bisschen vorsichtiger,
[15:16] vielleicht haben sie auch, lernen sie zumindest was aus deinem Schicksal sozusagen
[15:21] und sagen, vielleicht gehen wir doch mal, bevor wir zu Gericht gehen,
[15:23] zu einem Mediator oder zu einer Beratung.
[15:26] Und nicht gleich eben, wie du richtig sagst, ins System fallen.
[15:29] Wenn man da erstmal drin ist, kommt man eben nicht mehr raus.
[15:31] Das ist das Problem. Oder jedenfalls nur noch sehr schwer.
[15:34] Genau, oder man muss loslassen und sagen, was ich jetzt auch schon wieder im
[15:38] letzten Podcast gehört habe. Irgendwann entscheidet man dann, man kämpft nicht mehr.
[15:42] Aber kannst du dir das vorstellen? Also wie ist denn die aktuelle Situation jetzt?
[15:47] Bei mir ist es so, dass ich versuche, den Umgangspfieger abzusetzen.
[15:49] Und das zieht sich leider sehr, weil das Gericht überlastet ist. Somit ist Stillstand.
[15:55] Ich weiß aktuell nicht, was meine Kinder in den Ferien machen.
[15:59] Mein Ex-Partner hat sich dazu entschieden zu sagen, er müsste nur halbjährlich
[16:04] einen Kontakt, also nur einmal halbjährlich eine E-Mail schreiben und mir zu
[16:09] schreiben, was die Hobbys sind, Copy, Paste. Da denke ich so, danke.
[16:14] Schade. Also ich habe es dann versucht, dass ich dann doch nochmal bei den Schulen
[16:19] einfach nochmal vor Ort bin und einfach Hallo sage, habe ich gemacht.
[16:24] Geben die die Auskunft? Das ist ja auch nicht immer so.
[16:28] Ja. Okay, das ist ja gut. Das hatten wir eben auch schon öfter,
[16:30] dass dann tatsächlich eben dann.
[16:34] Sich Schulangestellte geweigert haben, da Auskunft zu geben. Also...
[16:39] Nein, also manchmal, also sie versuchen immer die Neutralität zu halten. Das ist ja okay.
[16:46] Du willst ja erstmal nur Informationen haben. Also ich betreibe jetzt ein bisschen,
[16:49] ist er versetzt worden oder ist er nicht versetzt worden? Also dass du einfach Basics weißt.
[16:53] Genau, deswegen da antworten sie schon.
[16:57] Aber ich habe auch direkt versucht, in der Schule mein Kind zu sehen.
[17:02] Das habe ich schon gemacht. Bei dem Größeren ist das ein bisschen schwieriger.
[17:06] Der ist wirklich, habe ich gemerkt, weil ich es letztens einmal versucht habe, weiter entfremdet.
[17:12] Also wirklich voller Ablehnung.
[17:17] Und bei meinem kleinen Sohn merke ich schon noch, da ist was.
[17:20] Und wenn jetzt jemand handeln würde, was ja jetzt schon überfällig ist eigentlich,
[17:25] würde das Verbindungsband auch wieder besser da sein.
[17:29] Also die vom Jugendamt hat mich gesehen mit meinem Sohn und sagt,
[17:32] das ist eine ganz normale Mutter-Kind-Beziehung.
[17:35] Aber die haben halt keine Handhabe. Weil ich denen letztens noch gesagt habe,
[17:38] hier, vor Gericht tut sich nichts. Was können Sie denn noch tun?
[17:42] Dann haben sie mir geschrieben, schreiben Sie doch den Kindern Briefe,
[17:46] damit Sie die Mutterrolle aufrechterhalten.
[17:49] Ja, das hilft ja natürlich konkret jetzt auch nicht so richtig weiter.
[17:51] Nee. Und das ist so frustrierend. Ja.
[17:55] Sodass man einfach auch mal schon ein bisschen so Selbstcare vorgurten muss.
[18:00] Ja, natürlich, du musst dich selbst schützen. Ich muss mich ablenken.
[18:03] Also nicht ablenken, aber jemand hat mal zu mir gesagt, du hast auch nur das eine Leben.
[18:09] Ich habe schon so, dass ich das versuche, immer noch im Positiv zu denken.
[18:15] Wenn ich hier und da was mitnehme und auch sagen wir mal Ratgeber lese,
[18:21] hilft Positivdenken einfach.
[18:24] Und ich fand auch den Satz gut, den ich mal irgendwo mitgekriegt habe,
[18:28] ein Kind möchte nicht zurück zu einem instabilen Elternteil. Was,
[18:35] Bestimmt richtig ist, natürlich. Also das könnte zumindest ja ein Ansporn sein,
[18:38] dass man eben tatsächlich, wie du sagst, Selfcare betreibt, eben auch auf sich
[18:43] achtet, dass man gesund bleibt, dass man im Kopf eben klar ist.
[18:47] Aber es ist natürlich leichter gesagt als getan. Also wie geht denn der Partner
[18:50] damit um mit der Situation?
[18:52] Da er ja selber das so ein bisschen mal erlebt hat, kann er da mit umgehen.
[18:56] Okay. Aber wir versuchen das auch nicht so als Hauptthema zu haben.
[19:00] Das gibt, wir versuchen da mal andere Sachen auszuprobieren oder so,
[19:04] dass wir, ne, jetzt habe ich am Wochenende Stand-Up-Hardling gemacht oder so,
[19:09] dass man sich auch mal ablenkt. Einfach schöne Sachen machen, ja.
[19:13] Es ist schon so, dass man, wenn man einmal im Urlaub war, dass man manchmal
[19:16] denkt, eigentlich höre ich ja jetzt hier mit Kindern.
[19:18] Diese Momente kann ich nicht abstellen. Ich kann auch diese Traurigkeit manchmal nicht abstellen.
[19:23] Aber generell bin ich schon stark genug, um jetzt nicht als instabil zu gelten.
[19:29] Das hört man ja bei vielen, dass dann auch die Gegenseite versucht,
[19:32] du bist instabil. Ja, hysterisch oder weiß auch was. Irgendwas nicht. Gibt es nicht.
[19:40] Wie hat dir die Mutter-Kind-Initiative geholfen? Bist du da regelmäßig dabei?
[19:44] Habt ihr da Treffen vor Ort? Habt ihr Zoom-Treffen? Wie organisiert ihr euch?
[19:49] Genau, da das ja deutschlandweit ist, ist es über Online- und WhatsApp-Gruppen und,
[19:59] ich habe dadurch auch Leute kennengelernt, die ja auch hier mal vor Ort sind
[20:03] und habe mich mal mit einer Mutter ausgetauscht oder mit einer anderen mal telefoniert,
[20:08] um mal direkt einen Austausch zu haben.
[20:11] Wie sieht denn dann so ein Austausch aus?
[20:14] Aus? Hast du dann schon das Gefühl, dass du danach auch ein bisschen noch klarer
[20:18] siehst in die Situation? Oder ist das ganz oft erstmal, dass man sich gegenseitig
[20:22] natürlich, klar, Trauer kann man vermutlich nicht, irgendwie sollte man ja auch
[20:27] nicht kaschieren oder so, aber wie,
[20:31] könnt ihr euch tatsächlich dann auch gegenseitig ein bisschen helfen?
[20:34] Also man findet schon raus, wie sind so Richter hier?
[20:38] Wie ticken solche Jugendämter in deinem Stadtteil? Ja, natürlich,
[20:42] ganz wichtig. Wie gehen die da um, was passiert da?
[20:45] Das finde ich schon mal interessant. Da hatte ich mich auch schon mal mit so
[20:49] einem Vater ausgetauscht.
[20:52] Also von daher ...
[20:55] Hilft das mir so ein bisschen? Letztendlich sind die Geschichten auch manchmal
[20:59] noch schlimmer auf der anderen Seite. Das muss man auch mittragen.
[21:02] Es gibt leider immer noch in Tüdelchen schlimmere Fälle.
[21:05] Man wundert sich, was der Mensch den Menschen antut. Und den Kindern.
[21:08] Das ist schon absurd. Was einige Gewalt oder die Täter-Opfer-Umkehr.
[21:11] Das ist wirklich schrecklich.
[21:14] Hatten wir kürzlich auch Täter-Opfer-Umkehr. Alles Mögliche.
[21:18] Also die Geschichten sind ja vielfältig. Leider sind sie vielfältig.
[21:23] Du hast es am Anfang schon angedeutet. ist ja auch ein Dauerthema hier,
[21:27] aber trotzdem immer wieder interessant, dass du ja diejenigen,
[21:32] die hier zuhören und vielleicht noch nicht getrennt sind, aber sich überlegen
[21:34] und so, kommt nicht ins System.
[21:36] Also du bist ja eigentlich, wie lange wart ihr zusammen, wenn ich fragen darf?
[21:41] Wart ihr verheiratet? Fast.
[21:42] Ne, ich verheirate nicht, aber fast 20 Jahre zusammen. Also ihr wart 20 Jahre
[21:45] zusammen, wir haben immer 20 Jahre, das ist eine lange Zeit. Zwei Kinder.
[21:50] Könnte man ja vielleicht denken, okay, das sind bei aller Verletzungen,
[21:55] Rationale Erwachsene, eine gute Mutter, ein guter Vater, jetzt sehen die mal
[21:58] zu gut, dass sie eine Lösung finden.
[22:00] Das ist jetzt leider nicht so, aber plötzlich stehst du eben vor diesem System.
[22:04] Was ist das für ein, wie ging es dir dabei? Wie geht es dir dabei?
[22:08] Oder wie geht, ich meine, wahrscheinlich bist du ja wütend, du willst diesen
[22:10] Jugendpfleger, Umgangspfleger, Entschuldigung, diesen Umgangspfleger.
[22:16] Eigentlich hättest du gern jemand anders und das dauert einfach Ewigkeiten.
[22:20] Also am Anfang dachte ich, juhu, man geht vor Gericht, man klärt das,
[22:25] man hat einen Vergleich, dann hält man sich daran.
[22:27] Also am Anfang denkt man ja, das funktioniert ja auch. Und auch,
[22:32] wenn andere Freunde sagen, wieso du musst das vor Gericht, das und das sagen
[22:35] und so. Nein, so funktioniert ein Gericht nicht.
[22:38] Da sprechen eher die Verfahrensbeistände, es wird das Jugendamt angehört und so weiter.
[22:45] Man ist ja gar nicht so die Person, die vor Gericht spricht.
[22:48] Das sind ja die anderen. Bei uns gab es noch kein Gutachten,
[22:51] darüber kann ich nicht sprechen.
[22:54] Und letztendlich jetzt ist es einfach Frust, weil es nichts tut.
[22:59] Das Gericht ist überlastet.
[23:02] Eine Mini-Hoffnung, dass jetzt mal eine vernünftige Entscheidung ist, bleibt immer noch da.
[23:06] Natürlich. Weil es kann ja jetzt nicht sein, dass das das Endresultat ist.
[23:12] Warum kann denn das Jugendamt nichts tun?
[23:15] Weil die keine Handhaber haben. Die können ja nichts umsetzen im juristischen
[23:20] Sinne zu sagen, Kind kommt von A nach B oder so.
[23:24] Oder auch wenn Gespräche sind, das ist alles freiwillig.
[23:28] Sie hatten mal angeregt bestimmte Sachen wie einen Erziehungsbeistand.
[23:34] Mein großer Sohn hat Nein gesagt. Mein kleiner Sohn hat Ja gesagt.
[23:37] Der hat jetzt einen Erziehungsbeistand. Die sollten zu einer Kur.
[23:42] Zu einer Kur? Ja, mit so Therapieansatz. Ja.
[23:48] Ich wusste nicht, dass Kinder das entscheiden dann. Also die wollten nicht, hatte sich erledigt.
[23:54] Kann man aus Kindesicht erst mal auch verstehen, weil sie ja gar nicht genau
[23:56] wissen, worum es da geht. Aber das finde ich jetzt auch verrückt,
[23:58] dass man die Kinder fragt, oder?
[24:00] Ja, weil ich frage mich immer, warum müsst ihr zur Schule? Ja.
[24:04] Verstehe ich nicht. Warum die solche weitgreifenden Entscheidungen treffen dürfen.
[24:10] Wir hatten das auch schon öfters gehört jetzt hier im Podcast.
[24:12] Immer dieser Wille des Kindes.
[24:14] Was ist Kindeswille, was ist Kindesdeutung? Ein großer Unterschied.
[24:18] Aber bei so wichtigen Entscheidungen war ich selber immer geschockt,
[24:23] als ich im Nachhinein, wie die Kinder haben das abgelehnt.
[24:26] Und man hat ja selber gar nicht die Möglichkeit gehabt, denen das zu erklären, was das bedeutet.
[24:33] Der Vater dann sagt, wieso, das ist doch freiwillig vor einer Grundschullehrerin.
[24:39] Dann wusste ich, oh, das wird wohl nichts mit dieser Kur.
[24:43] Also das hört man dann ja schon raus. Und deswegen, das Jugendamt hat mir selber
[24:49] gesagt, sie haben keine Handhabe, wenden sie sich ans Gericht.
[24:53] Also sie sagen es ja selber.
[24:55] Die sind nicht da, um Sachen umzusetzen. Die dürfen nur, glaube ich,
[24:59] dann, das ist jetzt Glaube, Aber wenn wirklich Kindswohlgefährdung im Raum ist,
[25:04] dass sie in Nordpuppen haben. Aber da sind wir ja nicht.
[25:10] Daniela, was müsste sich aus deiner Sicht, jetzt mit deiner Erfahrung,
[25:14] die du schon leider sammeln musstest, was müsste sich ändern im System?
[25:20] Oder was würdest du dir wünschen, zumindest, wenn man sich fragen würde.
[25:25] Wie kann man die Situation, in der ihr jetzt drin seid, die ja doch einigermaßen
[25:29] verfahren ist, irgendwie so, das ist immer verschiedene graduelle Unterschiede,
[25:35] aber es ist ein Verfahren, was,
[25:38] wenn du jetzt die Uhr nochmal zurückdrehen könntest und wir hätten ein ideales
[25:41] System, was hättest du dir gewünscht?
[25:43] Also, dass man vorher, also wir waren ja bei Erziehungsberatung und da waren
[25:46] wir ja noch gut miteinander und dass man dann miteinander besser Sachen vorher klärt.
[25:54] Also, dass da die Möglichkeit besteht, dass sich besonders das Familienrecht
[25:59] vielleicht auch mal ändert, weil man muss ja nicht, Thema Unterhalt,
[26:05] hat mich jetzt natürlich auch getroffen, weil ich nur noch umgangsberechtigt bin.
[26:10] Also für mich ist es nicht nachvollziehbar, wenn man 49 Prozent die Kinder hat,
[26:14] dass man dann vollen Unterhalt zahlen muss. Nee, das versteht keiner. Oder kein Nee.
[26:18] Genau, diese Dorfer Tabelle verstehe ich auch nicht. Warum muss der Selbstbehalt so niedrig?
[26:24] In Hamburg fände ich da gar keine Wohnung mit, wenn es heißt,
[26:27] 500 Euro ist beim Selbstbehalt Wohnung.
[26:30] Also solche Sachen können sich ja schon mal alle ändern. Und ich weiß auch nicht,
[26:34] ob immer im Familiengericht.
[26:38] Oder auch bei dem Umgangspfleger das Thema Eltern-Kind-Entfremdung wirklich präsent ist.
[26:45] Ist denn bei deinen Verhandlungen einmal der Begriff Entfremdung überhaupt gefallen? Nee, da noch nicht.
[26:52] Hat man dir vorher, das haben wir auch schon öfter gehört, hat man dir vorher
[26:54] geraten, um Gottes Willen, sag das nicht vor Gericht, weil da regieren manche
[26:59] Richterinnen und Richter allergisch drauf? Diesen Fall hatten wir nicht.
[27:04] Weil das ist ja das Erschreckende bei mir, finde ich. Es ist ja nichts Besonderes vorgefallen. Ja.
[27:11] Ich war die Mama, die Grenzen gesetzt hat.
[27:15] Auf der anderen Seite ist es jetzt ein bisschen schöner.
[27:20] Also es ist nichts Dramatisches, wenn Freundinnen zu mir sagen,
[27:24] ich müsste dann ja schon längst mein Kind weggenommen haben,
[27:27] wegbekommen haben, weil das mache ich ja genauso.
[27:31] Das ist jetzt nichts Besonderes. Und das ist ja das Erschreckende.
[27:34] Und es ist ja auch nie gesagt worden, wir haben nur einen Vergleich,
[27:38] dann hat das nicht geklappt.
[27:40] Es ist ja irgendwie nie was Besonderes passiert. Und wir haben bislang einen
[27:46] Umgangsklicker, der nur nichts geschafft hat, in meinen Augen.
[27:50] Ja, der hat offensichtlich seinen Beruf verfehlt, würde ich mal sagen.
[27:52] Also der war immer auf der Suche, da muss ja was sein, da muss ja was sein.
[27:57] Und als erschreckendes Beispiel, mein kleiner Sohn hat jetzt den Kontakt abgebrochen,
[28:05] und er telefoniert mit mir und fragt dann, ob ich mal die Wohnung des Kindsvaters
[28:10] betreten hätte. Ich so, ja.
[28:11] Und dann ging es um einen Vorfall, der zwei Jahre weg war. Und das soll jetzt
[28:15] der Auslöser gewesen sein, warum mein jüngerer Sohn plötzlich den Kontakt zu mir abbricht.
[28:21] Also es wird irgendein Grund gesucht, aber das Wort Loyalitätskonflikt oder
[28:25] so, dass das das sein könnte, will er da nicht hören.
[28:31] Ich habe das schon dann ihm gesagt. Sehr merkwürdig.
[28:36] Es hat nichts genutzt. Und die Auffassung ist ja, wenn das Kind nicht will,
[28:40] dann kann er ja nichts machen.
[28:42] Ja, ich denke, das sagen andere Experten, ich habe andere Erziehungsberater,
[28:47] kennengelernt oder so, die sagen schon, mindestens mal treffen. Ich verstehe es nicht.
[28:52] Das ist wirklich das mindeste Treffen. Das ist völlig überhaupt nicht zu verstehen.
[28:57] Und deswegen. Finde ich auch.
[29:01] Ich hatte aber auch, dass zum Beispiel so Umgangslehrer, die auch sehr schlecht
[29:05] bezahlt sind und dass das dann jetzt nicht die Top-Kräfte sind,
[29:08] wenn ich das mal so sagen darf.
[29:11] Weiß ich jetzt nicht. Müssen wir recherchieren, was man dafür bekommt.
[29:15] Auf der anderen Seite, wenn man das macht, würde ich mir ja schon wünschen,
[29:19] dass dann, auch wenn es nicht so gut bezahlt ist, man trotzdem,
[29:24] auf die Ideen der Mutter zum Beispiel, die wir mal treffen, schon mal eingehen könnte.
[29:28] Ja. Nicht? Also das ist, wirkt sich das jetzt irgendwie, also es ist ja jetzt,
[29:35] also noch sind es jetzt nicht Jahre, aber ich meine, irgendwann sind es vielleicht Jahre.
[29:39] Also bei meinem Sohn wären es ja zwei Jahre, bei dem größeren.
[29:42] Ja, immerhin, das sind schon mal zwei Jahre, die da fehlen sozusagen.
[29:47] Und gerade wenn die Kinder so jung sind, ist das ja eine umso längere Zeit sozusagen.
[29:57] Hast du jetzt schon so das Gefühl, dass du da was verpasst bei der Entwicklung deiner Kinder?
[30:03] Man möchte sie auch erziehen. Das ist nicht so schade. Ich hätte denen so gerne
[30:07] andere Werte vermittelt oder bestimmte Sachen, wo man sagt, das ist halt anders auf der Welt.
[30:13] Zum Beispiel, an was denkst du da? Aber zum Beispiel Spielezeit auf einem digitalen
[30:19] Gerät. Ja, auf einer Konsole. An der Konsole, auch in Smartphone sein, daddeln, daddeln.
[30:25] Hätte ich anders vermittelt.
[30:28] Bei meinem kleinen Sohn steht die S-Communion an und das sind so Werte, die ich vertreten habe.
[30:37] Ich bin nur katholisch und wird nicht auf der anderen Seite so bestimmt gelebt werden.
[30:42] Von daher sind schon immer hier und da und auch in der Schule weiß ich,
[30:47] hätte ich anders geübt, weil bestimmte Sachen brauchen sie auch manchmal Förderung.
[30:51] Und wenn ich dann aus dem Zeugnis rauslese, man solle doch zu Hause ein bisschen
[30:56] besser die Lernstruktur haben, hätte ich die Werte anders vermittelt.
[30:59] Okay, ja, das kann ich, ja gut. Hier und da, das sind mehrere Sachen, ja. Ja, absolut,
[31:07] kann ich gut nachvollziehen.
[31:11] Und der Kontakt zum jüngeren Sohn ist jetzt ganz, ganz abgebrochen oder gibt
[31:15] es noch so ab und zu mal ein Telefonat oder I don't know?
[31:20] Das wird alles blockiert. Es wurde die Festnetznummer,
[31:26] gelöscht. Ist nicht mehr möglich. Mein großer Sohn hat mich,
[31:31] der hatte schon ein Smartphone, mich blockiert.
[31:35] Und beim jüngeren Sohn, der hat mal so eine Smartwatch gekriegt,
[31:39] wo man hätte anrufen können.
[31:42] Da war er auch so am Anfang, wo er sagt, ja, dann kann ich ja deine Nummer da
[31:45] drauf haben. Und irgendwann bei einem Gespräch wurde er ganz ruhig,
[31:48] weil er wusste, Mamas Nummer kommt nicht auf diese Smartwatch.
[31:52] Das ist nicht möglich. Also du hast schon das Gefühl, dass der Vater da sehr
[31:56] aktiv blockiert und nach Möglichkeit auf allen Kanälen sozusagen.
[32:03] Also man weiß nicht, ob Briefe ankommen. Man kriegt ja keine Rückmeldung.
[32:09] Ich frage nochmal nach. Ihr wart ja 20 Jahre zusammen. Du meinst ihn ja schon
[32:13] einigermaßen gekannt zu haben, deinen Ex-Mann.
[32:17] Oder seid ihr schon geschieden oder noch nicht? Ja, genau. In der Scheidung.
[32:19] Oder je was, egal. Ja, in der Scheidung auch. Auch in der Scheidung wurde vor
[32:23] Gericht nochmal was für den Umgang getan. Also wenig unterhalten,
[32:26] männlich nochmal geklärt.
[32:29] Scheidung ist auch durch. Das wollte das Gericht auch, auch weil damit dann
[32:32] Ruhe anscheinend hängt. Hat ja aber auch nicht funktioniert. Mir hat nicht geholfen.
[32:38] Abgesehen von einer bestimmten Traurigkeit und einer bestimmten Wut,
[32:41] kann ich alles verstehen.
[32:42] Wunderst du dich aber manchmal auch über deinen Ex-Partner, weil du denkst,
[32:45] wir waren 20 Jahre zusammen, wir hatten auch sehr schöne Zeiten.
[32:49] Warum verhält dieser Mann sich jetzt so? Was treibt ihn?
[32:54] Hat das was mit Macht zu tun? Hat das was mit verletzter Eitel?
[32:58] I don't know. Warum macht jemand sowas?
[33:04] Natürlich möchte er dich ganz offensichtlich verletzen. Ja. Aber ich glaube,
[33:09] das macht er manchmal gar nicht bewusst. Okay.
[33:13] Manchmal sind die Kinder, er hat einen kleinen Freundeskreis.
[33:17] Ich finde, die sind manchmal so ein Ersatz ehrlich geworden, also das.
[33:21] Und deswegen meinte er, er handelt zum Wohle der Kinder.
[33:25] Ich glaube, das würde von außen auch wenig Rückspiegelung.
[33:32] Meines Erachtens so er spricht immer davon ich sei schuld das war schon am Tag
[33:37] wo ich sagte jetzt trennen wir uns du bist ja schuld das alles ist ich bin immer schuld,
[33:42] er ist das Opfer ja er ist das Opfer wenn ich also wenn das Kind nicht kommen
[33:47] wollte du bist ja schuld dass sie nicht kommen wollen,
[33:51] also für mich ist das eine nicht geklärte Paarebene also weil es von anderen,
[33:57] auch immer mir signalisiert wird ja,
[34:01] Von daher, also ich würde ihm ja verzeihen. Also ich war so an dem Punkt,
[34:04] also ich habe diesen Kurs, haben wir auch machen müssen.
[34:08] Kinder im Blick. Was ist das für ein Kurs? Das ist so für Trennungseltern,
[34:13] den gibt es auch in Hamburg.
[34:16] Wo wird der angeboten? Über so einen Träger. Okay.
[34:21] Wüsste ich jetzt den Namen gerade nicht. Okay, Kinder im Blick,
[34:24] schöner Titel eigentlich. Kinder im Blick. Kinder im Blick, mhm.
[34:27] Den mussten wir beide verpflichtend machen.
[34:31] Und das hat mich so ein bisschen dazu gebracht, ein Kind besteht ja aus 50 Prozent
[34:38] Mutter und Vater. So ist es.
[34:39] Also wenn ich ihn verletze, verletze ich ja auch das Kind mit.
[34:42] Das hat mich so ein bisschen neutraler gemacht, sag ich mal.
[34:46] Und ich habe letztens mit einem Vater gesprochen, der den Kurs auch gemacht
[34:50] hat und ich habe ihn vor einem Jahr gesprochen, da war er noch sehr grantig
[34:55] auf die Ex und jetzt sagt er neutral.
[34:59] Es ist so neutral. Es bringt schon was, dieser Kurs. Wie lange dauert der Kurs?
[35:03] Sieben Termine war das. Okay, immerhin. So eine Stunde jeweils oder anderthalb?
[35:06] Es waren, glaube ich, schon drei.
[35:09] Das waren so arm. Okay. Also das ist auch vom Gericht angeordnet gewesen damals im Vergleich.
[35:17] Also von daher bringt das schon was. Und da frage ich bloß manchmal,
[35:20] warum hat die andere Seite da nichts mitgenommen?
[35:23] Das ist so ein bisschen traurig. Allerdings, wenn du bereit wirst zu verzeihen,
[35:26] ist ja schon ziemlich...
[35:28] Ja, ich war auch bei der letzten Erziehungsberatung, da wollte ich gerne mal,
[35:30] wir waren das letzte Mal nochmal das dritte Mal zur Erziehungsberatung geschickt worden.
[35:37] Da wurden uns nur Einzelgespräche angeboten und da habe ich gesagt,
[35:40] ich würde so gerne einmal mit ihm sprechen zu sagen, ne? Geht nicht.
[35:44] Er hat diese Gespräche mit mir abgelehnt und der Erziehungsberater hat dann die,
[35:51] Beratung abgebrochen und gesagt, sie sind hochstrittig, man kriegt den Stempel
[35:54] Bums und sie sind nicht beratbar.
[35:56] Wo man gesagt hat, hallo, ich möchte so gerne einmal an den Tisch.
[36:00] Genau, das hätte eigentlich der Erziehungsberater ja zumindest mal versuchen
[36:03] müssen, das hinzukriegen. Ja, das habe ich mir auch gewünscht.
[36:06] Ja, das war sehr schade.
[36:10] Was würdest du dir noch wünschen, wenn du dir was wünschen könntest?
[36:12] Dass es zum Beispiel sowas wie eine Mediation vor dem großen Gerichtstermin
[36:16] gibt oder mehrere Mediationen oder keine Ahnung, zehn Mediationen.
[36:21] Deine Erfahrungen? Genau, weil ich ja eingangs schon gesagt habe,
[36:24] wir waren bei der Erziehungsberatung, da waren wir schon so ein bisschen aufeinander,
[36:28] konnten uns noch ein bisschen abstimmen.
[36:29] Zumindest habt ihr auch noch gesprochen miteinander. Da war es gut, genau. Da ging das.
[36:35] Deswegen Mediation denke ich schon, dass das helfen würde.
[36:39] Also 10 Termine, keine Ahnung. Ich weiß auch nicht, aber es war jetzt in die
[36:42] Lament gesprochen, aber jedenfalls mehrere Termine, wo man eben versuchen kann.
[36:48] Wenn es ein guter Mediator ist oder eine gute Mediatorin, kann ich mir schon
[36:51] gut vorstellen, dass man da zumindest, wenn man was Neutrales hinkriegt,
[36:56] wäre die ja schon sehr lieb.
[36:57] Genau, das wäre besser, damit man dann Sachen klärt und bestimmte Sachen,
[37:04] wenn es dann bei Scheidungen um Vermögen geht. Zum Beispiel.
[37:09] Das vielleicht voneinander trennen kann. Ganz genau, ja.
[37:11] Du hast vorhin gesagt, dass die Erstkommission deines Jüngsten dir wichtig ist,
[37:15] also gehst du auch regelmäßig in
[37:16] die Kirche oder ist der Glaube zumindest wichtig für dich? Hilft dir das?
[37:22] Der Glaube ist schon wichtig, ich gehe jetzt nicht regelmäßig.
[37:24] Im Sinne auch von selbst, diesem berühmten Selfcare und so, das ist der Glaube
[37:28] kann ja schon, das hören wir ab und zu bei Mitteln oder Vätern schon eine große Rolle spielen.
[37:33] Ja, aber das ist jetzt nicht das Ausschlaggebende bei mir, schon wichtig,
[37:36] aber nicht das, was mir ein Selfcare mir hilft quasi.
[37:41] Das sind eigentlich diese Freunde, mein Freundeskreis, meine Familie.
[37:47] Das ist schon das, was mir am meisten hilft. Machst du auch irgendwie so einen
[37:50] Sport mal für dich oder meditierst du oder gibt es da irgendwas,
[37:54] was dir auch da weiterhilft?
[37:57] Fährst Fahrrad, fährst du mal um die Alze oder wie auch immer.
[38:00] Fahrradfahren ist wirklich das, was ich sehr gerne mache.
[38:05] Aber so einen Sport habe ich noch nicht gefunden.
[38:09] Jetzt bin ich natürlich wieder mal sehr intim, aber mal fragen.
[38:15] Du denkst ja vermutlich oft an deine beiden Söhne. Jeden Tag,
[38:18] mehrmals. So, ganz genau, mehrmals.
[38:24] Bist du dann immer, immer traurig im Sinne von, ich vermisse sie so und scheiße,
[38:30] ich möchte es gerne erinnern und so? Oder denkst du sehr liebevoll an sie?
[38:35] Oder ist es eigentlich 50-50? Man ist ja auch mal gut gelaunt, mal schlecht gelaunt.
[38:40] Mal denkt man, ach, es wird sich schon wieder regeln. Mal denkt man,
[38:43] ach, es wird sich eben nicht regeln. Das ist ja menschlich.
[38:47] Also man hat ja manchmal durch das Handy diese Vorschläge, ein schönes Bild
[38:51] wird empfohlen. Und dann sind das so Momente, die dann so aufplappen,
[38:55] wo man dann nochmal drüber nachdenkt, ach, das war ja schön.
[38:57] Zum Beispiel. Klar, wäre schön, wenn das wieder passiert. Ja.
[39:00] Aber ich mache mir da nicht so einen Druck mit, so und so wird das sein.
[39:04] Also da habe ich jetzt keine Vorstellung.
[39:07] Mein Minimum ist einfach, ich möchte sie einfach mal wieder persönlich sehen. Ja.
[39:11] Also das ist ja schon das Minimum, wo ich runter bin gerade.
[39:13] Das ist schon das Mini-Minimimum, ja, ganz genau.
[39:15] Genau, aber dass das jetzt, also wenn wir keine professionelle Hilfe kriegen,
[39:20] wird das sowieso nichts.
[39:22] Also da müsste schon Psychologe oder so bei Aufeinandertreffen oder weiter Begleitung
[39:26] sein, weil das so, wie es verkorkst ist, kann es gar nicht alleine funktionieren.
[39:32] Nee, das hört sich so an, da muss ein dritter oder ein dritter Muster irgendwie
[39:35] irgendwas vermittelnd oder beratend sozusagen eingreifen.
[39:43] Als sie das jetzt so alles zugespitzt hat, hat sich das auch ein bisschen auf
[39:46] deine Arbeit ausgewirkt,
[39:48] oder kannst du das ganz gut trennen und sagen, okay, das ist jetzt hier acht
[39:52] oder zehn Stunden, wie auch immer, Unternehmensberatung, da muss ich jetzt fit
[39:55] sein, da muss ich gut sein, das habe ich in den letzten 20 Jahren gut gemacht,
[39:58] das möchte ich auch gerne weiterhin gut machen,
[40:00] oder gab es da auch mal so Tiefpunkte zwischendurch, wo du dachtest, pff.
[40:04] Ich kann meine Arbeit gut abschalten. Okay, das ist schon viel wert.
[40:08] Da bin ich so in so einem Tunnel, man ist im Gespräch, das ist sehr gut.
[40:12] Das hilft eigentlich abzuschalten für mich. Und manchmal trifft man auch so
[40:17] Leute, wo man denkt, ach, so kann man es auch regeln.
[40:20] Weil ich immer so etwas zu zahlen, zu Persönlichkeiten, zu seinem eigenen Leben.
[40:25] Und dann müssen sie auch Unterhaltszahlung leisten, was muss man alles so erwirtschaften.
[40:31] Und da habe ich schon so letztens ein Geschiedenes Pärchen gehabt,
[40:36] die zusammen was machen wollten, wo ich dachte, wow, das geht,
[40:40] das geht, man erlebt ja noch gute Sachen.
[40:43] Bei der Arbeit kann ich gut abschalten, das ist eigentlich hilfreich.
[40:46] Und ist es jetzt so, seitdem du selber betroffen bist, sozusagen,
[40:49] dass du eben auch merkst, dass eigentlich viel mehr Menschen davon betroffen
[40:55] sind, als du vielleicht früher gedacht hättest, wenn man dich jetzt,
[40:58] also wenn man dich wahrscheinlich vor 15 Jahren gefragt hätte,
[41:00] was ist Entfremdung? Hättest du gar nicht gewusst, was es ist? Ich auch nicht.
[41:03] Ich bin ja nicht betroffen, aber ich habe mich ja sehr damit beschäftigt.
[41:06] Aber wenn man erstmal damit sich auseinandersetzt, geht man natürlich auch mit
[41:10] offeneren Augen und offenerem Herzen durch die Welt und.
[41:15] Denkt manchmal, ich glaube, bei der Kollegin oder bei dem Kollegen, da ist irgendwas.
[41:22] Ja, das habe ich schon das Gefühl. Man wird ja sensibler dafür.
[41:25] Man wird ja sensibler dafür. Oder auch bei Trennung.
[41:29] Da hatte ich letztens so eine Situation, dass jemand gesagt hat,
[41:33] das wird alles gut. Und eine Woche später hörte ich, nee, nee.
[41:38] Ich hatte es schon vorher rausgehört. Ich glaube das nicht.
[41:42] Das hört man ganz anders hin. Also ich gebe auch manchmal den Tipp,
[41:48] wenn man gerade sich frisch getrennt hat, es ist ein Unterschied zwischen Paar- und Elternebene.
[41:53] Bitte versuch das zu trennen. Das klingt ja so logisch, ehrlich gesagt,
[41:57] wenn man es erstmal weiß, aber wenn man eben drinsteckt in so einer Situation,
[42:02] der Trennungssituation, wo man eben traurig ist oder verletzt oder wütend oder
[42:05] wie auch immer, ist das echt ein wichtiger Hinweis.
[42:08] Also ich glaube, dass viele Leute denken, wie jetzt, nee, hat sie eigentlich recht.
[42:15] Ganz wichtiges Ding, also ein grundsätzliches Ding, wenn man das hinkriegt,
[42:19] ist das ja eigentlich schon eine gute Basis, um vielleicht wirklich zu einer,
[42:22] Lösung für die Kinder und für einen selbst auch hinzukommen.
[42:28] Also das Problem ist ja, wenn dann aber auch zum Beispiel Scheidungen anstehen
[42:31] und man muss Sachen klären.
[42:34] Ich glaube, das ist manchmal auch schwer auseinanderzuhalten,
[42:36] weil es dann um Sachen geht und auch verletzt. Ja, genau wie du sagtest, verletzt.
[42:43] Manchmal muss man natürlich auch ein bisschen Glück haben, dass man zum Beispiel.
[42:47] Hätte ja auch sein können, dass dein Mann, dein Ex-Mann damals auch eine andere
[42:51] Partnerin kennengelernt hätte,
[42:54] die aber zum Beispiel sagt, weißt du was ich sage jetzt einfach mal Karl-Heinz Karl-Heinz.
[43:00] Mit den Kindern das müssen wir irgendwie hinkriegen ja, wäre schön gewesen also
[43:03] das kann ja auch dann helfen und dass man dann zumindest auf einer rationalen
[43:08] Ebene damit umgeht und die Kinder eben natürlich merken, dass es eine Trennung gibt etc.
[43:12] Aber das ist eben trotzdem immer noch du zum Beispiel als Mutter nach wie vor
[43:15] sie in einem bestimmten Maße eben noch erziehen kannst oder eben bestimmte Werte
[43:20] mitgeben kannst bestimmte Freuden mitgeben kannst, die sie jetzt ja alle entbehren, leider.
[43:28] Ohne dass sie es wissen, dass sie es entbehren, vermutlich. Vielleicht wissen
[43:30] sie es erst, wenn sie erwachsen sind.
[43:32] Aber im Moment wissen sie es ja natürlich nicht zu schätzen,
[43:36] was sie in so einem, in dem Vater in so einem Tunnel gehalten werden und bloß
[43:40] nicht links und nicht rechts gucken sollen, weil der Vater natürlich Angst hat,
[43:43] dass er dann auch über die Kinder die Kontrolle verliert.
[43:45] Das ist natürlich ganz schlimm für ihn, wahrscheinlich. Das glaube ich auch,
[43:49] dass das so ein bisschen auch Kontrolle ist.
[43:50] Das haben wir ganz oft gehört, also auch geschlechtsunabhängig sozusagen,
[43:55] Mutter oder Vater, wie auch immer, dass eben die Kinder, dass der Versuch wird,
[43:59] die Kinder eben dann extrem zu kontrollieren.
[44:03] Und sie dann damit natürlich auch in ihrer Entwicklung extrem einzuschränken.
[44:07] Also ist einfach so. Ja, das ist ja schade. Das macht mich schon traurig. Ja.
[44:11] Dass man selber weiß, man kann nichts mehr tun, weil man keine Hilfe im System hat und so.
[44:20] Selbst die vom Jugendamt hat ja zu mir gesagt, sie sieht eine Entfremdung.
[44:24] Wie gesagt, nützt die mir aber auch nichts, weil es keine Hilfe gibt.
[44:27] Es gucken ja alle irgendwie mit offenen Augen zu.
[44:32] Wenn du dich jetzt mit dem Thema so beschäftigst, machst du das auch so ein
[44:35] bisschen theoretisch, liest du da manchmal was drüber?
[44:38] Früher gab es ja nicht so viele Untersuchungen, inzwischen gibt es ja mehr Untersuchungen.
[44:42] Inzwischen wird das Thema manchmal auch in der Öffentlichkeit etwas mehr behandelt.
[44:46] Nicht so, wie wir uns das alle wünschen würden, die hier diesen Podcast machen oder hören.
[44:50] Aber so ein bisschen tut sich ja vielleicht hier und da.
[44:55] Wie verfolgst du da bestimmte Entwicklungen?
[44:59] Wie ist das bei dir? Oder sagst du manchmal auch...
[45:03] Okay, ich habe mich jetzt sehr mit dem Thema beschäftigt, ich bin da schon ganz
[45:06] gut drin und jetzt möchte ich erst mal auch in Ruhe gelassen werden,
[45:09] was ich verstehen könnte.
[45:11] Also zum einen ist der Vorteil der Social Medias, dass man dann ja da auch so,
[45:17] Leuten folgen kann, die da Anwälte, Psychologen sind, die dann auch mal was
[45:22] sagen, wo ich was mitnehme.
[45:24] Wir hatten in unserem Mucki-Verein schon Referenten, die da was zu gesagt haben.
[45:28] Die waren ja auch schon im Podcast, Frau Achterberg zum Beispiel.
[45:31] Dass man da was mitkriegt. Es kommt Frau Pelz demnächst und so weiter.
[45:35] Dass man selber dann auch immer da was zu hat. Und es gibt auch Tage,
[45:38] wo ich sage, ich muss mich jetzt auch mal... Lass mal gut sein, ja. Lass mal gut sein.
[45:43] Kann ich verstehen. Ich brauche dann auch nicht 25 Mal darüber reden.
[45:48] Das ist dann auch irgendwann mal gut. Da muss ich auch mal was anderes machen.
[45:51] Wir hatten ja vorher, bevor du jetzt zu uns gekommen bist, dankenswerterweise,
[45:57] haben wir ja öfter Kontakt gehabt.
[45:59] Und du hast dir ja sehr gut überlegt, soll ich jetzt in diesen Podcast gehen
[46:03] oder soll ich jetzt nicht in diesen Podcast gehen? Was ist da so in dir vorgegangen?
[46:07] Und was hat dich letztendlich bewegt dazu?
[46:10] Abgesehen davon, dass du natürlich ein toller Podcast bist. Nein,
[46:14] du weißt, wie ich es meine. Also was hat dich bewegt dazu?
[46:16] Es ist ja im Laufe der Monate so ein bisschen wahrscheinlich,
[46:21] hast du dich mal beschäftigt und nicht beschäftigt und mal wieder reingehört und nicht reingehört.
[46:25] Also bist du jetzt froh, dass du jetzt hier sitzt?
[46:27] Ich bin froh, dass ich hier sitze, weil ich möchte einfach auch mal sagen,
[46:30] es gibt einfach normal, man kann da so reinrutschen in diese Eltern-Kind-Entfremdung.
[46:35] Es gibt auch die schrecklichen Sachen, was wir eben schon gesagt haben,
[46:38] mit gewalttätigen Partnern, Narzissten, alles Mögliche.
[46:44] Das finde ich schrecklich, gibt es.
[46:47] Und deswegen möchte ich einfach das kundtun, und hab mit mir so gehadert,
[46:51] das muss auch mal erzählt werden, dass es normal ist, weil, wie gesagt,
[46:54] das Umfeld ist es unbegreiflich, dass ich keine Kontakt zu Kindern habe.
[46:58] Du bist doch eine normale Mama.
[47:01] Ich kann es auch immer nicht erklären, wie man das so ist. Und ich hätte auch
[47:05] gerne, zum Beispiel meine Freundin hat gesagt, die würde mitkommen in den Podcast,
[47:08] um zu sagen, sieht man das denn von außen?
[47:11] Weil, wie gesagt, die denken, das klärt man doch vor Gericht,
[47:15] sagt doch dies und jenes.
[47:17] Und dann wollte ich sagen, nee, man muss das vielleicht auch mal,
[47:19] auch in einem Podcast erzählen und das Eltern-Kind-Entfremdungsthema muss auch
[47:22] mal einfach weitererzählt werden. Das ist nicht zu Ende.
[47:26] Leider ist es überhaupt nicht zu Ende. Ja, wir hatten kürzlich auch einen Podcast,
[47:29] den Sie, liebe Zuhörer, auch mal hören werden von einem Vater,
[47:35] der leider auch sehr unter Entfremdung leidet und der länger eine Partnerin
[47:38] hat. Und die sind beide im Podcast.
[47:40] Und das ist eigentlich auch, das ist wirklich auch schön zu hören,
[47:43] wie sie beide sich gegenseitig eben auch stützen sozusagen. sagen.
[47:49] Ist es wichtig für dich gewesen, auch wenn du damals noch gar nicht wusstest,
[47:54] dass sie so entwickelt, dass du jetzt auch einen Partner hast,
[47:57] von dem du weißt, wir müssen jetzt nicht 24-7 darüber über das Thema sprechen,
[48:01] aber ich könnte mit ihm theoretisch, Entschuldigung, könnte ich mit ihm jemand
[48:04] drüber sprechen, dass du jemanden hast,
[48:07] in deinem direkten, direkten Umfeld, der wirklich Verständnis dafür hat.
[48:11] Ja, klar ist das wichtig.
[48:15] Aber manchmal ist es Manchmal ist es ja auch so, dass manche Menschen das,
[48:20] schlecht damit umgehen können. Ja, aber er hat so einen Hintergrund, dass er selber.
[48:28] Entfremdet worden ist. Hast du erwähnt, ja. Und deswegen kann er es nachvollziehen.
[48:34] Aber ich verteile das ja, wie gesagt, auf mehrere Menschen. Meine Geschichte,
[48:38] muss man so sagen, dass ich das Glück habe. Es ist wirklich ein gutes Bekannten,
[48:43] Freundeskreis, Familie. Und dann ist es mal wie die Arbeitskollegen. Und das ist so toll.
[48:49] Dosiere ich es überall hin. Das ist wirklich, da habe ich echt Glück und ich
[48:54] bin auch dankbar dafür, dass ich so stark geblieben bin.
[48:57] Weil letzte Woche war ich auch in so einem Austausch mit Väter und Mütter und
[49:03] viele sind ja krankgeschrieben und so weiter. Verzweifeln, können nicht arbeiten.
[49:07] Und das ist ja wirklich enorm.
[49:10] Da bin ich wirklich froh, dass ich das bislang gut überstanden habe.
[49:14] Toll, toll, toll. Ich wünsche mir, dass es auch so bleibt. Aber das haben wir
[49:16] leider ja ganz oft und das wird ja auch, glaube ich,
[49:19] in der Gesellschaft unterschätzt, dass so ein Problem nicht nur Geld kostet
[49:23] und Arbeitskraft kostet, aber es ist die Menschen eben in ihrer Existenz wirklich bedroht.
[49:30] Und zwar, ja, ja, also und dann ist es immer, und dann, das ist.
[49:38] Aber insofern. Also da habe ich zum Beispiel bei diesem von,
[49:42] die war glaube ich auch schon hier, von Mutter Schatten Licht,
[49:44] die das Buch geschrieben hat, die Tina. Ja.
[49:47] Die hatte dann mal irgendwann geschrieben, dann esse ich halt nur Reis,
[49:49] aber da kann ich die Reise mir leisten. Da dachte ich, ach ja,
[49:52] das ist doch einfach, ja, so nehme ich das mal mit.
[49:55] Da kann ich dann auch mal speichern an einer anderen Stelle und gönn mir was
[49:59] anderes. So handele ich dann auch manchmal.
[50:03] Ja, das ist schön, dass du dich daran erinnerst, weil das ist ja eigentlich.
[50:09] Der Hauptgrund, warum es diesen Podcast gibt, dass wir eben Müttern und Vätern,
[50:13] also Betroffenen einfach eine Stimme geben, die eben sich ja austauschen können
[50:17] und vielleicht das ein oder andere sogar mitnehmen können an kleinen oder auch
[50:20] an großen Tipps sozusagen. Das finde ich ganz großartig.
[50:24] Daniela, vielen Dank, dass du heute da warst. Wir haben lange gerungen,
[50:28] sehr positiv miteinander und dann bist du auch gekommen. Ganz toll,
[50:30] dass du gerade noch Glück gehabt, weil du ein bisschen warten musstest. Vielen Dank.
[50:34] Und ich wünsche dir natürlich weiterhin nicht nur ein so tolles Umfeld,
[50:38] persönlich und beruflich, sondern eben auch viel Kraft und dass du deine Söhne
[50:44] einfach bald mal wieder siehst. Vielen Dank.
[50:47] Dann sage ich mal Tschüss zu unseren Zuhörern. Bis zum nächsten Mal.
[50:51] Tschüss Daniela. Tschüss.
[50:55] Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie
[50:59] in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de.

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