# Folge 1: "Sieben Jahre nicht gesehen"

An episode of ["Wenn Eltern Feinde werden" – Ein Podcast über Eltern- Kind- Entfremdung](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1836892223), 8 Sep 2025, 36 min.

Audio: https://cdn.audiorella.com/podcasts/1579-wenn-eltern-zu-feinden-werden/211335-folge1-sieben-jahre-nicht-gesehen.mp3?v=1

Der Begriff Eltern-Kind-Entfremdung ist spätestens seit dem spektakulären Prozess um die Block-Kinder in einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Immer mehr Kinder leiden nach Trennungen ihrer Eltern darunter, dass Mutter oder Vater versuchen, dem anderen Elternteil Kinder systematisch zu entfremden. Thomas Prantner und Andreas Wrede haben zu diesem komplexen Thema ein Buch geschrieben, „Briefe für meine Kinder“. Thomas Prantner hat nun im siebten Jahr seine Kinder nicht mehr sehen können, er kann auch keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen. In der ersten Folge vom Podcast „Wenn Eltern Feinde werden“ spricht der Vater über seine Gefühle, seine Hoffnungen, seine dunklen Momente. Beide Hosts sind sich einig: Permanente Kommunikation ist ein Schlüssel, dass nicht noch mehr Kinder Opfer von Entfremdung werden. #ElternKindEntfremdung #Kindesentzug #ParentalAlienation #BriefeFürMeineKinder #Podcast #Scheidung #Trennung #Sorgerecht #Umgangsrecht #Familienkonflikt #WennElternFeindeWerden #ThomasPrantner #AndreasWrede #Kindeswohl Das Buch finden sie unter: https://finebooks.myshopify.com/products/briefefuermeinekinder –Weitere Podcast unter: www.abendblatt.de/podcast -YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=vTrf2-BpqdQ&list=PL2Ly-MZR_tF54XFVzvSeWatYs5Y-A2okG&index=11 - Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes - Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos - Feedback: moinhamburg@abendblatt.de

## Transcript

[0:01] Wenn Eltern Feinde werden. Ein Podcast über Eltern-Kind-Entfremdung.
[0:07] Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, willkommen bei dem neuen Podcast des Hamburger
[0:11] Abendplatzes, wenn Eltern zu Feinden werden.
[0:14] In unserem Podcast geht es um das Thema Eltern-Kind-Entfremdung,
[0:18] ein ziemliches Wort Monstrum.
[0:20] Es beschreibt aber das Phänomen, über das wir sprechen wollen,
[0:22] heute und in den nächsten Folgen auch mit Fachfrauen und Fachmännern sprechen
[0:26] wollen. Ein Phänomen, das in Deutschland sehr weit verbreitet ist.
[0:30] Man vermutet, dass zwischen 60.000 und 80.000 Kindern im Jahr von Eltern-Kind-Entfremdungen
[0:34] in Deutschland betroffen sind und eins ihrer Elternteile eben nicht mehr sehen
[0:38] können, teilweise jahrelang, teilweise jahrzäglicher Jahren haben.
[0:41] Auf der anderen Seite durch den Prozess der in Deutschland prominenten Familie
[0:45] Block das Thema eben auch eine größere Öffentlichkeit im Moment erreicht.
[0:50] Das war einer der Gründe, warum wir uns auch erschlossen haben zu sagen,
[0:52] okay, wir machen jetzt diesen Podcast, Weil wir, glaube ich,
[0:54] zu dem Thema einiges beitragen können. Vor allen Dingen eben Thomas Brandner.
[0:58] Tom, wenn du dich kurz mal bitte vorstellen möchtest. Ja, hallo Andreas.
[1:02] Also ja, in erster Linie immer, wenn mich jemand fragt, wer ich bin,
[1:07] dann sage ich immer, ich bin Vater von zwei wunderbaren Kindern.
[1:10] Im Berufsleben bin ich Unternehmer, wohne in Hamburg.
[1:14] Bin überwiegend im Groben in der Hotellerie tätig und habe jetzt leider bereits
[1:22] im siebten Jahr meine beiden Kinder nicht mehr gesehen.
[1:26] Mein Name ist Andreas Rede, ich bin unter anderem Journalist,
[1:29] arbeite auch als Dozent an der Hamburg Media School und Tom und ich kennen uns
[1:33] schon persönlich viele, viele Jahre.
[1:35] Allerdings haben wir uns intensiver kennengelernt.
[1:39] 2020, dazu kommen wir gleich, weil wir da die Idee hatten, ein Buch zu machen,
[1:44] was dann auch später erschienen ist, ein Jahr später.
[1:47] Das heißt Briefe für meine Kinder, weil da schon sich abzuzeichnen drohte,
[1:53] dass Tom seine Kinder besitzt.
[1:55] Erst mal nicht mehr sehen würde können, dass daraus dann fast sieben Jahre werden,
[2:00] haben wir damals beide nicht gedacht, Tom, oder?
[2:02] Nein, das hätte ich mir meinen schlimmsten Träumen nicht ausmalen können, nein.
[2:07] Wie kam es zu der Idee dieses Buches, Briefe für meine Kinder?
[2:10] Die Idee war, dass wenn Tom seine Kinder eine Weile eben nicht sieht,
[2:15] vielleicht, wenn sie erwachsen sind,
[2:18] sich das Buch kaufen oder ihnen das Buch geschenkt wird und sie sehen,
[2:22] dass ihr Vater sie die ganzen Jahre nicht vergessen hat, jeden Tag an sie gedacht
[2:26] hat, in den Bibeln auch immer geschrieben hat, dazu kommen wir noch später,
[2:30] und ihm in diesen Briefen eben seine Gefühle, seine Gedanken mitteilt.
[2:34] In dem Buch werden nicht nur Briefe an meine Kinder geschrieben oder auch an
[2:39] die Mutter geschrieben, sondern eben auch an Anwälte, an Richter, an Jugendämter.
[2:44] Die Großeltern haben oft was geschrieben, weil das Thema eben sehr umfassend
[2:48] ist und weil wir glauben,
[2:49] dass das Thema Eltern-Kind-Entfremdung oft reduziert wird, dass die Kinder automatisch
[2:55] den Müttern vom Gericht sozusagen zugeschlagen werden und wir glauben,
[2:59] das ist falsch. Die gesellschaftliche Fidelität sieht da ganz anders aus.
[3:03] Aber jetzt mal ganz konkret, Tom, wann fing das an bei dir, dass du das Gefühl
[3:10] hattest, im Verhältnis zu meinen Kindern oder im Verhältnis zur Mutter der Kinder ändert sich etwas?
[3:16] Du hast mir erzählt, im Sommer 19 hast du noch einen sehr schönen U-Lock gemacht
[3:20] mit deinem Sohn auf Mallorca. Ja.
[3:22] Silvester 2019 hast du noch mit deinen Kindern und deinen Großeltern verbracht. Genau.
[3:28] Und dann nahm das Unheil seinen Lauf. Ja, es begann eigentlich schon,
[3:31] muss man sagen, weil das war ein stetiges Auf und Ab.
[3:34] Und wenn man ehrlich ist, fing es schon mit der Geburt unserer Tochter an,
[3:40] die 2010 geboren wurde. Die ist jünger als deine Sohn.
[3:45] Genau, ja. Ja, und damals, wir lebten dort schon getrennt in dieser Zeit.
[3:51] Es war auch immer ein ewiges Hin und Her, mal zusammen, dann wieder nicht zusammen.
[3:56] Aber es fing eigentlich schon an bei der Geburt oder nach der Geburt unserer Tochter,
[4:02] wo meistens fing das immer so an, dass dann die Umgangs, also wir hatten uns
[4:08] schon geeinigt, dass sich die Kinder, wie es dann halt in Deutschland eigentlich
[4:12] immer so die Regel ist, Alle 14 Tage kann man die Kinder sehen.
[4:16] Die Ferien werden geteilt. So war es eigentlich auch besprochen.
[4:21] Damals waren noch keine Rechtsanwälte involviert, noch kein Gericht,
[4:24] noch keine anderen Behörden, die sich dann mit solchen Fällen beschäftigen.
[4:28] Ich habe das sozusagen damals noch friedlich unter vier Augen besprochen.
[4:32] Mehr oder minder kann man das so sagen.
[4:34] Gut, und dann fing es mal irgendwann an, dass...
[4:37] Ich da meine Kinder am Wochenende abholen wollte, mit denen gemeinsam da meistens
[4:44] immer zu den Großeltern gefahren bin, damit sie auch die Kinder sehen, ihre Enkel.
[4:49] Ja, und dann fängt es so an, ach du, heute unsere Tochter, der geht es nicht
[4:53] so gut, die hat Bauchschmerzen, die hat was Falsches gegessen, bitte lass ihn mal hier.
[4:59] Und das hat sich dann leider gehäuft und endete dann daran, dass ich gesagt
[5:06] habe, Moment, also irgendwie was stimmt hier nicht.
[5:10] Auch wenn sich ein Kind mal nicht wohl fühlt, spricht nichts dagegen,
[5:14] dass sich der Vater auch um das Kind dann kümmern kann.
[5:17] Also und dann bin ich zum ersten Mal in der Tat, ich habe dann den Rat eines
[5:22] Rechtsanwaltes gesucht und bin dann relativ schnell zu Gericht gekommen,
[5:29] habe einen Beschluss vom Amtsgericht angestrebt,
[5:32] eben dass diese Umgangswochenenden bitte auch eingehalten werden.
[5:36] Und das wurde dann auch so zugesprochen und dann hat es mal wieder eine Zeit lang geklappt.
[5:41] Und dann, also es war ein stetiges Auf und Ab. Mal hat es geklappt, mal nicht.
[5:46] Letzten Endes war ich dann zufrieden, dass ich zumindest meine Kinder gesehen
[5:50] habe, auch wenn es nur alle 14 Tage ist.
[5:54] Später sogar wurde das Besuchswochenende sogar auf Anraten des Gerichtes ausgeweitet,
[5:59] dass ich dann quasi meine Kinder noch am Montag noch zur Schule gebracht habe.
[6:03] Also das lief auch eine Zeit lang sehr, sehr gut.
[6:08] Aber dann, es ist ein schleichender Prozess bei uns gewesen und das ist,
[6:13] glaube ich, auch bei ganz vielen so.
[6:14] Und dass es mal gut läuft, dann wieder schlecht. Auf jeden Fall war es ein Zustand,
[6:19] der immer nicht befriedigend war für mich.
[6:22] Und ich wollte da einfach auch eine Beständigkeit reinbringen,
[6:27] gerade natürlich auch für die Kinder, dass sie eine Beständigkeit haben.
[6:30] Und das war einmal sehr, sehr schwer machbar mit der Mutter der Kinder.
[6:33] Vielleicht nur eine kurze Anmerkung am Rande.
[6:36] Es geht mir hier in dem Podcast Eltern-Kind-Entfremdung natürlich auch um die
[6:40] persönlichen Eindrücke, Gefühle, Gedanken von Thomas Brandner.
[6:45] Aber natürlich gibt es auch Väter, die ihre Kinder von Müttern entfremden.
[6:50] Das wollen wir nur ferienishalber, die es natürlich unbedingt gegeben sein muss,
[6:54] erwähnen. und wir werden es auch im Laufe der Zeit mit den Fachfrauen und Fachleuten,
[6:58] Fachmännern, die wir hier zu Gast haben, auch erörtern, nur dass da kein falscher
[7:02] Eindruck bitte entsteht. Genau, ja.
[7:05] Okay, dann habt ihr das letzte Mal gesehen, sozusagen im größeren Kreise,
[7:11] komplett Silvester 2019, was dann passiert oder eben nicht passiert.
[7:16] Ja, genau, da hatten wir noch ein wunderschönes Silvester gefeiert mit meinen
[7:22] Eltern, mit meiner Schwester, mit Freunden in Südtirol.
[7:27] Ich bin mit den Kindern Ski gefahren und es war wirklich sehr,
[7:30] sehr harmonisch. Die Kinder waren glücklich, happy.
[7:35] Und ja, dann fing es eigentlich bei meiner Tochter an, dass sie so anfing,
[7:40] ja, nein, sie wolle nicht mehr zu mir am Wochenende und sie würde lieber bei der Mama bleiben.
[7:45] Die wäre ja sonst alleine. und mein Sohn, der wie gesagt knapp zwei Jahre älter
[7:52] ist, der wollte immer zu mir.
[7:54] Und der ist dann auch zu mir gekommen am Wochenende, ist dann auch mit mir nochmal,
[7:59] wie du schon gesagt hast, 2019 noch mit mir alleine in die Sommerferien nochmal gefahren.
[8:05] Und danach begann sozusagen das Drama. Dann wurde der Kontakt eingestellt.
[8:13] Es ist vielleicht ein bisschen schwer zu verstehen,
[8:17] aber ich hatte damals nach den Ferien,
[8:21] hatte ich noch WhatsApp-Kontakt mit meinem Sohn und der mir dann damals geschrieben hat,
[8:28] er möchte gerne wieder zu mir und das ist jetzt nur eine reine Vermutung um Gottes Willen.
[8:36] Das wurde dann wahrscheinlich von der Mutter gelesen und dann war plötzlich
[8:41] ab dem nächsten Tag mein Sohn über diese Mobilfunknummer für mich nicht mehr erreichbar.
[8:46] Okay, aber nur zum Verständnis, also im Sommer 2019, schöner Udo mit dem Sohn. Richtig.
[8:55] Silvester 2019 nochmal letztes gemeinsames Familienzusammensein.
[8:59] Genau, bei beiden Kindern. Beiden Kindern.
[9:01] Und ab 2020 dann die ständige Zuspitzung in der Auseinandersetzung.
[9:08] Wir wollen jetzt aber gar nicht auf die juristische Ebene, das wollen wir in
[9:10] der nächsten Folge machen, sondern auch die emotionale Zuspitzung,
[9:14] wo du langsam aber sicher begreifst, ich kann meine Kinder einfach nicht mehr sehen.
[9:20] Korrekt, so war es. Wie fühlt man sich da als Vater?
[9:25] Ja, schlimm. Also man denkt zuerst, dass das da eigentlich gar nicht gehen kann.
[9:30] Also man muss aber dazu noch sagen, ich war nicht verheiratet mit der Mutter meiner Kinder.
[9:38] Sie hatte dann, als wir schon bereits viele, viele Jahre getrennt waren,
[9:42] geheiratet und noch ein Kind bekommen.
[9:44] Und ich habe mich sehr gut mit ihr, mit ihrem Ehemann verstanden.
[9:48] Und eine Zeit lang, das ging auch über Monate, war sogar eine sehr,
[9:53] sehr gute Brücke. Er hat vermittelt.
[9:56] Ich konnte meine Kinder jeden Morgen sprechen. Er hat sie immer zur Schule gefahren.
[10:01] Ich rief dann immer an in dieser Zeit und das war wunderbar.
[10:05] Das hat sehr, sehr gut geklappt.
[10:07] Und ja, dann war bloß mal wieder der Punkt, da ging es dann nicht.
[10:13] Also das war, aber wie gesagt, es ist ja so, ich habe ja wundervolle Jahre mit meinen Kindern erlebt.
[10:19] Es gibt ja nun auch Väter und auch Mütter, die haben von Beginn an nicht Kontakt
[10:25] zu ihren Kindern. Also ich kann tausende von Bildern zeigen,
[10:30] wo wir tolle, viele schöne Jahre gemeinsam hatten.
[10:34] Und dass es dann so abrupt abbricht, ja, das war ein Schock.
[10:39] Also eine Ruhmacht. Man weiß überhaupt nicht, wie man damit umgeht.
[10:43] Ich kann das natürlich nur annähernd nachempfinden, richtig natürlich nicht.
[10:47] Ich hatte auch mal Beziehungen mit Menschen, wo es sehr schwierig war.
[10:53] Ich habe auch selber zwei Kinder, verstehe mich mit der Mutter der Kinder auch
[10:57] nach langer Trennung immer noch sehr gut, glücklicherweise.
[11:01] Wir würden uns immer noch aus einer gewisser Weise auch als Familie begreifen.
[11:04] Aber da gab es eben mal Partnerinnen, die mit den Kindern große Schwierigkeiten hatten.
[11:09] Thema Eifersucht etc. Insofern kann ich das ein bisschen nachvollziehen,
[11:12] natürlich nicht ganz so sehr, weil ich habe ja meine Kinder trotzdem immer noch
[11:16] gesehen, wobei ich jetzt nach einer letzten Trennung sagen muss,
[11:19] sehe ich sie noch öfter als vorher.
[11:22] Wie geht man damit um? Das ist so, isst man jetzt auf jeden Fall,
[11:28] isst man jetzt auf einmal weniger,
[11:30] macht man weniger Sport, hat das Auswirkungen auf die Arbeitskraft?
[11:35] Wie kannst du das ein bisschen genauer beschreiben?
[11:37] Ja, also das kann ich schon sagen. Also das hat sich bei mir auf ganz viele
[11:40] Lebensbereiche ausgewirkt.
[11:42] Natürlich kreisen da im Minutentakt, Sekundentakt nur die Gedanken um dieses Thema.
[11:47] Man ist eigentlich schwerlich in der Lage, noch überhaupt was anderes zu machen.
[11:51] Man ist nicht konzentriert. Man denkt natürlich immer an die schöne Zeit.
[11:55] Man denkt, mein Gott, was kann ich machen?
[11:58] Dann bin ich der Einzige, dem das
[11:59] so ergeht oder was ich dann später festgestellt habe, nein, eben nicht.
[12:04] Es gibt nämlich ganz, ganz viele, die von diesem Thema betroffen sind.
[12:08] Aber das hat auch erst mal lange bei mir gedauert, damit erst mal klar zu kommen.
[12:12] Und da reden wir ja dann vielleicht auch noch mal in den nächsten Folgen drüber.
[12:16] Also ich rede hier von zwölf Gerichtsverfahren, die ich durchlebt habe,
[12:20] mit diversen allen Stellen, die es für diese Thematik gibt. Das ist dann ja
[12:25] so eine Art Maschinerie, die sich dann in Gang setzt. Welche Stellen sind das?
[12:30] Ja, zum einen wird natürlich immer versucht, dass die Eltern nochmal an einen Tisch kommen und reden.
[12:37] Also Mediation? Mediation, Vermittlung durch die Jugendämter.
[12:41] Dann gibt es natürlich auch noch andere Stellen, Familientherapeuten etc.
[12:47] Aber da müssen natürlich auch beide an einem Strang ziehen und das auch wollen.
[12:51] Und da gibt es ja immer diesen Spruch, zum Streiten gehören immer zwei,
[12:55] das sehe ich mittlerweile anders.
[12:58] Zum Streiten gehört nur einer, zum Vertragen gehören zwei.
[13:02] Bloß wenn sich ein Elternteil, ob nun Mutter oder der Vater,
[13:06] sich Mediation oder offenen Aussprachen gegenüber verweigern,
[13:12] dann hat man leider Gottes keine Chance.
[13:14] Und dass man die Sache unter sich regelt.
[13:19] Weil letzten Endes sind es ja Probleme, wenn Eltern zu Feinden werden,
[13:23] wie ja auch der Podcast heißt.
[13:24] Das sind Elternprobleme. Das ist eine Streitigkeiten, warum auch immer,
[13:30] die auf der Elternebene stattfinden.
[13:32] Bloß, leider Gottes, werden dann bei Eltern-Kind-Entfremdung,
[13:35] kurz gesagt, ist es dann nichts anderes als Manipulation,
[13:40] werden die Kinder sozusagen mit in die Schlacht geführt und werden benutzt und
[13:44] als Schutzschild benutzt und missbraucht.
[13:47] Also ich sage ja auch immer ganz gerne, hierbei handelt es sich um seelischen
[13:51] Kindesmissbrauch und Ansatz wäre das dann auch mal so zu ahnden gerichtlich.
[13:58] Aber davon sind wir leider noch sehr, sehr weit entfernt. Und vielleicht,
[14:02] nicht nur vielleicht, sondern ganz bestimmt, sollten wir vielleicht den Begriff
[14:05] Eltern-Kindentfremdung kurz erklären.
[14:09] Das ist ja auch ein Begriff, den es noch gar nicht so lange gibt.
[14:11] Ich glaube, der ist dann seit Mitte der 80er Jahre in den USA entstanden,
[14:15] ist teilweise auch in Deutschland immer noch im Stritten, wird langsam,
[14:19] aber sicher auch wissenschaftlich aufgearbeitet.
[14:21] Vielleicht kannst du nochmal kurz erklären aus deiner Sicht.
[14:24] Was dieses Wort Mannstrum Eltern-Kindentfremdung eigentlich bedeutet.
[14:29] Ja, also letzten Endes ist das, wie du schon gesagt hast, ziemlich umstritten. Es gibt auch.
[14:35] Einige Menschen, die das leugnen, dass es das überhaupt nicht gibt.
[14:39] Aber wie gesagt, es ist eigentlich nichts anderes als Manipulation.
[14:43] Manipulation gibt es seitdem die Menschheit existiert.
[14:47] Also Politik manipuliert, Medien können manipulieren, Ehepaare.
[14:54] Also das ist nichts Neues in dem Sinn.
[14:58] Und dass natürlich Kinder in einem gewissen Alter dafür empfänglich sind,
[15:03] weil sie natürlich auch, ich sag jetzt mal, wenn nichts Schlimmes vorgefallen
[15:08] ist, wie es jetzt bei uns war. Also dass die Kinder nicht geschlagen sind.
[15:12] Nein, genau. Wenn das natürlich ist, auch da kenne ich andere Fälle,
[15:18] da müssen wir dann natürlich ganz anders rangehen.
[15:20] Aber natürlich die Kinder und meistens ist es so, das habe ich dann auch im
[15:23] Laufe der Monate und Jahre dann erlebt durch andere Fälle, die mir dann zugespielt
[15:28] wurden, passiert sowas aus Macht, Interessen, Egoismus, Rache.
[15:33] Und da werden dann halt die Kinder missnutzt. Das kann bewusst gemacht werden
[15:37] oder auch unbewusst gemacht werden. Und ich möchte jetzt ja auch gar nicht der
[15:42] Mutter meiner Kinder irgendwie jetzt hier den Vorwurf machen,
[15:44] dass es sogar bewusst war.
[15:45] Es mag vielleicht auch unbewusst passiert sein.
[15:47] Und letzten Endes ist es ja auch so, dass ich dann letzten Endes in meinem Buchbrief
[15:52] für meine Kinder sogar noch im letzten Satz im Prinzip der Mutter meiner Kinder
[15:57] danke, dass wir so zwei wunderbare Kinder haben.
[16:01] Und du ihr die Halt reichst sozusagen. Das habe ich immer getan,
[16:05] aber es wurde halt nie angenommen.
[16:07] Und das Schlimme ist dann eben, dass ab einem gewissen Punkt,
[16:11] meistens ist es dann dort, wo die Kinder den Lebensmittelpunkt haben,
[16:15] den sogenannten Lebensmittelpunkt, dass sich dann die Kinder dort auch auf die
[16:20] Seite dieses Elternteils schlagen und dass sie da bleiben. Das ist auch eine Art Selbstschutz.
[16:26] Kann man aus Sicht der Kinder völlig verstehen. Kann man total verstehen.
[16:29] Und wenn dann natürlich noch der Punkt kommt, wie es auch in meinem Fall war
[16:33] oder wie es auch in ganz vielen anderen Fällen ist,
[16:35] dass dann die Kinder so weit manipuliert wurden, dass sie sich dann selber verweigern
[16:41] und selber sagen, sie möchten den anderen Elternteil nicht sehen,
[16:46] dann wird es natürlich ganz, ganz schwierig.
[16:48] Und das Schlimme ist, dass Kinder zum Teil mit vier, fünf Jahren schon von Gerichten angehört werden.
[16:53] In meinen Augen ein völliges Unding.
[16:56] Und ja, weil nicht immer entspricht der Kindeswille auch dem Kindeswohl.
[17:03] Ja, aber ja, das ist so in groben Zügen, also Eltern-Kind-Entfremdung,
[17:09] wenn Kinder halt eben missnutzt werden für eigene egoistische Interessen,
[17:13] um eben einen Elternteil, Vater oder Mutter aus dem Leben auszuschließen.
[17:19] Wann war für dich der Punkt erreicht, jetzt wieder im Jahr 2020 oder 2021,
[17:25] wo du das Gefühl hattest, oh oh, das wird jetzt aber ein Marathon,
[17:28] das ich meine Kinder nicht mehr sehen kann.
[17:31] Ich hatte ja die Hoffnung, wir reden über ein paar Wochen, vielleicht ein paar
[17:33] Monate, aber jetzt ist es eben fast sieben Jahre geworden.
[17:36] Ja, ja, das ist, alleine schon, wenn du weißt, wie lange es dauert,
[17:42] wenn du Gerichtsverfahren anstrebst, bis du mein Gerichtstermin bekommst,
[17:46] da vergehen ja schon mal sechs, acht, zehn Wochen.
[17:51] Mindestens. Mindestens. Und wenn ich jetzt von zwölf Verfahren rede,
[17:55] dann kannst du dir ja rechnen, wie viel Zeit alleine schon aufgrund dessen in
[17:58] meinen Augen verschenkt worden ist, dagegen etwas zu unternehmen.
[18:02] Und bei mir war es ja sogar schon, es gibt zwei unabhängige gerichtspsychologische
[18:08] Gutachten, wo das zumindest schon mal angedeutet worden ist von den Fachleuten,
[18:14] dass das bei mir der Fall sein könnte, beziehungsweise bei der Mutter der Fall
[18:19] ist, dass hier die Kinder eventuell unter Druck gesetzt werden, manipuliert werden.
[18:25] Doch letzten Endes hat es in meinem Fall zumindest nicht geholfen,
[18:28] dort irgendwie eine Beschleunigung des Verfahrens hineinzubekommen. Ja.
[18:32] Ist man dann, wenn man erstmal in so einer Spirale drin ist und jeder Tag,
[18:38] der dazukommt, ist ja ein Tag, wo du die Kinder nicht mehr siehst,
[18:40] ist man da zwischendurch auch mal richtig aggressiv, ist man wütend oder manchmal
[18:46] auch ein Gefühl vielleicht, ich kann gar nichts mehr machen.
[18:51] Wie sah es da bei dir innen drin aus?
[18:54] Ja, natürlich hoch emotional. Also das ist klar, dass man sich dann in so einer
[18:59] Zeit, in so einer Verfassung auch nicht immer in Anführungszeichen korrekt verhält
[19:04] und sich nicht immer im Griff hat.
[19:07] Ich glaube, das kann jeder nachvollziehen. Was heißt das in dem Fall?
[19:10] Also jetzt nicht, also ich habe... Du steigst ja nicht vor der Tür und hast die Tür eingetreten.
[19:14] Nein, um Gottes Willen. Ich bin auch nie nach Hause gefahren,
[19:16] habe nie meine Kinder versucht, vor der Schule abzufangen.
[19:20] Das habe ich alles nicht getan, weil letzten Endes habe ich mir gesagt,
[19:24] wenn nur einer da eine Art von Ruhe reinbringen kann, dann bin ich es,
[19:29] indem ich mich vielleicht auch ein Stück weit zurücknehme, was sehr schwer fällt.
[19:34] Und aber das nicht weiter an meinen Kindern gezerrt wird, weil die haben das ja alles mitbekommen.
[19:41] Da muss man sich ja auch nichts vorhautnah machen. Natürlich hautnah.
[19:45] Letzten Endes weißt du ja auch nie, was der eine Elternteil zu Hause über dich erzählt.
[19:51] Also du wirst ja, also es gibt sogar in dem Einfall, in dem Gutachten,
[19:57] dass ich als Vater dämonisiert worden bin und das ist in ganz vielen Fällen,
[20:02] Also da wurde vielleicht erzählt, ich weiß nicht, ja Papi hat mich immer geschlagen,
[20:06] der war immer böse, da müsste ich vorsichtig sein. Ich weiß es letzten Endes nicht.
[20:12] Natürlich fragt man sich, wenn sich die Kinder dann nach so vielen Jahren so
[20:16] vehement verweigern, muss da sowas in der Art ja gewesen sein.
[20:19] Ansonsten wüsste ich jetzt nicht warum. Ja, wie hat das denn dieser Konflikt,
[20:27] dieser Dauerkonflikt, auch dein privates Leben möglicherweise eine Weile lang beeinflusst?
[20:34] Also ist man dann überhaupt noch in der Lage, eine Beziehung einzugehen?
[20:37] Will man das erstmal gar nicht mehr?
[20:39] Was ist da passiert in dir und mit dir? Ja, also mir ging es viele,
[20:43] viele Jahre sehr, sehr schlecht.
[20:44] Also heute kann ich sagen, dass ich zumindest mit der Situation leben kann,
[20:50] weil ich eben auch viel darüber spreche, viel andere Fälle kenne,
[20:54] aber in dieser Zeit, wo es wirklich vehement mit Gerichtsverhandlungen,
[20:59] Streitigkeiten hin und her ging,
[21:01] ich habe natürlich immer versucht, durch Briefe, die ich meinen Kindern geschickt
[21:06] habe, in der Hoffnung, sie lesen sie, immer noch Kontakt zu halten.
[21:10] Du hast ja auch immer den Kindern zu Geburtstagen oder anderen Anlässen auch
[21:13] Geschenke geschickt. Ja.
[21:16] Und Glückwunschkarten, natürlich auch ihre Großeltern, ob sie jemals angekommen
[21:21] sind oder gelesen wurden, weiß ich nicht.
[21:24] Aber ich habe es halt immer gemacht. Und das war halt mein einziger Weg,
[21:27] die Nähe noch so zu halten, weil ich wollte, wie gesagt, nicht meine Kinder
[21:32] da persönlich konfrontieren.
[21:35] Zur Schule fahren, nach Hause fahren, da habe ich mir gesagt,
[21:38] nein, das ist nicht der richtige Weg.
[21:39] Habe immer dann auch der Mutter meiner Kinder E-Mails geschrieben,
[21:43] wie geht es den Kindern, kannst du mir vielleicht mal die Zeugnis schicken in
[21:46] Kopie, dass ich weiß, wie es in der Schule geht. Wurde dann auch mal eine Zeit lang gemacht.
[21:50] Mittlerweile ist es völlig eingestellt. Also ich habe wirklich 0,0 Kontakt zu
[21:56] meinen Kindern, weiß, dass sie noch in Hamburg leben.
[21:59] Wir leben auch nicht weit voneinander entfernt. Also auch das ist eigentlich eine große Belastung.
[22:05] Ja klar, das ist nicht schön. Das ist wirklich nicht schön.
[22:10] Und natürlich fällt es dann auch schwer, eine neue Beziehung auch einzugehen.
[22:14] Das gebe ich auch ganz offen zu.
[22:16] Das fällt nicht leicht. Und gerade auch, ich meine, ich bin jetzt 56,
[22:22] normalerweise lernst du dann ja Frauen kennen, die vielleicht auch schon mal
[22:27] verheiratet waren, die Kinder haben.
[22:29] Auch das ist dann schwer, ja. Ja, ich meine, ich liebe Kinder.
[22:33] Ich komme sehr, sehr gut mit Kindern klar. Ich war damals stellvertretender Elternsprecher.
[22:38] Also wenn ich meine Kinder auf dem Schulhof abgeholt habe, dann sind die anderen
[22:42] Kinder, Tom, du bist so cool und was macht ihr jetzt am Wochenende und so.
[22:47] Also ich habe auch kein Problem mit anderen Kindern.
[22:50] Aber natürlich ist es dann für einen selber schwer, weil du vergleichst immer
[22:54] und sagst natürlich auch, Mensch, ich hätte eigentlich meine Kinder jetzt auch gerne um mich.
[22:59] Also kurzum, es fällt nicht einfach oder nicht leicht, sich auf eine neue Beziehung
[23:04] einzulassen, weil du natürlich auch ein Stück weit, ja, so ein bisschen so gebrannt,
[23:11] also du wirst vorsichtig,
[23:13] weil wenn dir mal sowas widerfahren ist von einem Menschen,
[23:18] den du mal wirklich innig geliebt hast und dich mal entschlossen hast,
[23:21] mit ihm Kinder zu bekommen.
[23:21] Dann wirst du richtig misstrauisch. Dann wird man sehr, sehr misstrauisch, ja.
[23:25] Vorhin hast du auch gesagt, das ist eine ganze Weile lang, ich weiß jetzt nicht
[23:29] wie viele Jahre lang, dass du mit diesem Thema Problem alleine bist, alleine dastehst.
[23:36] Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, ups, das ist ein Thema,
[23:41] was es unterhalb unserer gesellschaftlichen Oberfläche ganz,
[23:44] ganz oft gibt, aber über das gar nicht gesprochen wird. Ich bin auch gar nicht
[23:47] allein. Ich bin nicht der Einzige, der das trifft.
[23:49] Da war natürlich sicherlich der Auslöser die Veröffentlichung des Buches,
[23:53] Briefe für meine Kinder und im Zuge dessen haben wir dann natürlich auch einen
[23:58] Instagram Account erstellt,
[23:59] Briefe unterstrich finebooks, so heißt der Instagram Account und da habe ich gemerkt, da kam,
[24:07] also dann gab es natürlich auch noch begleitende Presseartikel damals im Hamburger Abendblatt.
[24:14] Ich war im Fernsehen zweimal und bei Sat.1 habe über dieses Thema,
[24:18] über meine Geschichte auch gesprochen.
[24:20] Und da habe ich plötzlich gemerkt, da haben sich ganz, ganz viele bei mir gemeldet.
[24:24] Und da habe ich so zum ersten Mal gemerkt, Mensch, ich bin, weiß Gott, nicht alleine.
[24:29] Da gibt es tausende von Vätern, Müttern da draußen, denen es das Gleiche widerfahren.
[24:35] Zum Teil sogar noch Schlimmeres.
[24:39] Und ist daraus irgendwas erwachsen sozusagen aus diesen Menschen,
[24:43] die sich auch an dich teilweise Ratsuchen gewendet haben, wenn ich es richtig sehe?
[24:47] Ja, daraus ist als allererste Aktion entstanden, dass ich gefragt wurde,
[24:51] wenn wir uns nicht mal irgendwie treffen.
[24:54] Und das habe ich dann über den Instagram-Kanal mal vorgeschlagen,
[24:59] dass man sich mal trifft.
[25:00] Damals in Hamburg fand das statt.
[25:04] Und ich glaube, beim ersten Treffen waren 40 Personen dort.
[25:09] Mütter, Väter, alle mit ihrer verschiedenen Geschichte.
[25:12] Und da habe ich gemerkt, dass es den Leuten hilft, darüber zu sprechen.
[25:15] Und das war alles sehr emotional.
[25:19] Also das war für mich auch nicht so einfach zu sehen, was es da noch für Geschichten gibt.
[25:23] Aber daraus ist entwachsen, dass man sich bis heute noch, ich habe mich da jetzt
[25:28] ein bisschen zurückgezogen, muss ich ganz ehrlich sagen, so aktiv in diesen
[25:32] Gruppen, ich will es jetzt nicht Selbsthilfegruppen nennen, aber letzten Endes.
[25:36] Das sind schon sehr zippel Gruppen. Ist es so, ne? Genau.
[25:40] Da kümmert sich jetzt im Prinzip ein anderer sehr, sehr toller Mensch drum,
[25:46] der hier auch bei uns noch in der Podcast-Reihe auch nochmal zu Gast sein wird.
[25:50] Warum hast du dich zurückgezogen? Ehrlicherweise, ich.
[25:55] Konnte da auch nicht mehr so viel sagen. Also ich habe meine Geschichte so oft
[26:00] erzählt und bin dann letzten Endes für mich zu dem Schluss gekommen.
[26:05] Also es hat mir sehr, sehr geholfen, das zu machen. Aber ich war dann an dem
[26:08] Punkt, wo ich mir gesagt habe, ich muss jetzt für mich loslassen.
[26:12] Was um Gottes Willen nicht heißt. Dann lässt ja die Kinder nicht los. Nein, also keineswegs.
[26:19] Also meine Tür wird immer offen bleiben, das ganze Leben lang.
[26:22] Und für die beiden. Aber für mich war es einfach wichtig, weil du musst dir
[26:28] vorstellen, das ging mir zehn Jahre lang so.
[26:31] Und irgendwann bist du auch ausgelaugt und machst dir ab einem gewissen Alter
[26:34] auch mal Gedanken, Mensch, ich habe auch nur ein Leben und möchte ja auch mal
[26:38] wieder irgendwann glücklich werden.
[26:41] Vielleicht nochmal die Liebe meines Lebens finden wie auch immer,
[26:45] mich beruflich nochmal wieder ein bisschen,
[26:48] expandieren, wie auch immer und dafür musst du einfach auch mal so ein bisschen
[26:52] Abstand haben und das habe ich dann gesucht und auch gefunden,
[26:57] und habe mich jetzt erstmal für mich entschlossen ich lebe jetzt mein Leben,
[27:01] möchte ja auch stark sein ich habe ja immer die Hoffnung das hat ja jeder,
[27:05] dass er seine Kinder eines Tages
[27:06] wieder sieht, du weißt nie wann Ob es passiert, das weiß man auch nicht.
[27:11] Aber natürlich habe ich die Hoffnung. Wenn, dann willst du ihm was bereit sein, sozusagen.
[27:14] Dann willst du ja dann nicht so ein fertiger Trauerkloß sein,
[27:18] sondern du willst auch deinen Kindern gegenüber treten und sagen,
[27:22] so, hier ist euer Papa, dem geht es gut.
[27:27] Und der ist für euch da und der ist stark und ihr könnt euch anlehnen.
[27:30] Genau, genau, ja. Das heißt also, wenn wir jetzt mal.
[27:36] Auf unseren Podcast selbst nochmal zu sprechen kommen, also du hättest wahrscheinlich
[27:39] vor drei, vier Jahren den Podcast so in der Form gar nicht machen können,
[27:42] weil du eben noch nicht den Abstand so gehabt hast.
[27:44] Absolut, viel zu emotional alles und das wäre nicht gegangen.
[27:49] Also das muss man auch ganz offen sagen.
[27:53] Ich habe dann sogar zum Teil, war das sogar so, wenn ich der Mutter meiner Kinder
[27:59] eine E-Mail geschrieben habe.
[28:02] Was du oft gemacht hast. Ich habe das ja jahrelang miterlebt.
[28:06] Und letzten Endes meine ich, glaube ich, hast du das auch mal für mich gemacht,
[28:09] dass ich dir gesagt habe, du schickst sie dir erst mal lieber. Genau.
[28:13] Und ich habe das gemacht übrigens. Ja, öfter, stimmt.
[28:16] Und nimm dann mal bitte die ganzen Emotionen raus. und wenn ich dann vielleicht
[28:20] 20 Zeilen geschrieben habe, waren nachher die E-Mail halt auch noch drei Zeilen lang so.
[28:24] Aber das war es eben auch, weil es geht um die Sache und sachlich sein,
[28:31] nicht noch weiter Öl ins Feuer gießen, sondern halt einfach versuchen,
[28:37] was sehr schwer fällt, die eigenen persönlichen Emotionen daraus zu nehmen.
[28:40] Ein Thema ist natürlich noch, das wir ansprechen müssen, das kennen wir natürlich
[28:44] alle aus anderen Lebenssituationen, auch ich auch damals, Trennung von den Kindern.
[28:51] Dass man natürlich am Anfang sehr leicht dazu neigt, in so ein Loch des Selbstmitleides zu fallen.
[28:58] Und die Fehler, die man eventuell hier und da gemacht hat, auch gar nicht bei
[29:03] sich sucht, sondern eben bei den anderen sucht oder bei den Umständen oder bei
[29:07] der Weltlage oder wie auch immer.
[29:09] Wie bist du damit umgegangen? Ja, ich habe immer gesagt, keiner wird als Vater
[29:13] oder als Mutter geboren. Und ich spreche mich auch nicht frei von Fehlern.
[29:19] Völlig klar. Also ich habe das schon reflektiert über die ganze Zeit.
[29:22] Natürlich machst du dir Gedanken, was habe ich denn bitte schön falsch gemacht. Genau.
[29:26] Und sicherlich gibt es in der Beziehung immer mal Probleme, ja,
[29:31] das ist ja völlig normal, aber
[29:33] letzten Endes kann ich wirklich mit reinem Gewissen sagen, es gab nichts,
[29:39] was, sage ich mal, das hätte rechtfertigen können, wie es jetzt eben ist.
[29:44] Aber natürlich zweifelst du dann halt auch an dir selbst und gerade auch,
[29:49] wenn du so viele, wenn man weiß, wie es oftmals auch so vor Gericht läuft.
[29:55] Also du gehst da im Prinzip als Opfer rein,
[30:01] so habe ich mich gefühlt und kommst dann raus und denkst so,
[30:06] jetzt bin ich der Täter hier. Also was ist denn jetzt passiert?
[30:12] Und das muss ich sagen, das ist dann auch noch zusätzlich nicht einfach.
[30:18] Also wenn du da mit gutem Gewissen reingehst und du willst eigentlich nur,
[30:22] Deine Kinder sehen und Vater sein dürfen. Und dann kommst du raus und sagst,
[30:27] oh Gott, ich bin ja der Bösewicht.
[30:33] Und das war bei mir leider sehr, sehr oft.
[30:39] Wir können jetzt so langsam zum Ende kommen bei unserer ersten Folge.
[30:42] Vielleicht noch einen kleinen Ausblick auf die nächsten Folgen.
[30:47] Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, vielen Dank, dass Sie dabei geblieben sind bei
[30:50] diesem Thema. was ja wirklich ein schweres Thema ist.
[30:53] In der nächsten Folge von unserem Podcast des Hamburger Abendblattes Wenn Eltern
[30:58] zu feiern werden, kommt ein echter Fachmann zu uns, Dr.
[31:02] González, der unter anderem an der Leifana in Lüneburg lehrt,
[31:06] ein Experte für Konfliktlösungen,
[31:09] bei hochstrittigen Familien, so heißt das, klingt ein bisschen bürokratisch,
[31:12] aber es ist das, was es ist,
[31:14] der auch seit Jahren schon als Mediator arbeitet in solchen schwierigen Filmen
[31:18] und der uns aus seiner Erfahrung berichten wird, warum er das Thema Eltern-Kind-Entfremdung
[31:24] für ein wichtiges Thema hält, der im Übrigen auch darüber forscht,
[31:27] was ja auch ganz wichtig ist.
[31:29] Ja Tom, das Thema Eltern-Kind-Entfremdung gewinnt ja auch gerade an Diskussionsfahrt,
[31:34] sag ich mal, in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland durch den sogenannten
[31:39] Blockprozess in Hamburg.
[31:40] Wie siehst du das denn? Ist das so eine Art Ironie der Geschichte,
[31:44] dass durch so einen dramatischen Fall, Stichwort Kindesentführung,
[31:48] auf einmal das Thema Eltern-Kind-Entfremdung einer breiteren Öffentlichkeit
[31:51] überhaupt erstmal bekannt wird.
[31:53] Ja, also wirklich, wie du schon gesagt hast, ironisch, ja.
[31:57] Weil es ist natürlich ganz, ganz schlimm. Und man darf sich gar nicht ausmalen,
[32:01] was bei den Kindern im Kopf passiert ist und bleiben wird.
[32:07] Also Entführung geht natürlich gar nicht. Schlimme Geschichte.
[32:10] Aber wie gesagt, dadurch gewinnt diese Thematik natürlich in Deutschland,
[32:16] nimmt Fahrt auf und was positiv ist für die gesamte Thematik.
[32:24] Das muss man einfach mal so sagen.
[32:26] Wie du vielleicht noch einen kleinen Schlusswort hast, eben für unsere erste
[32:28] Episode des Podcastes noch eine Anmerkung, das habe ich ganz vergessen zu sagen
[32:33] vorhin, dass da eigentlich ein falscher Eindruck entsteht.
[32:35] Alle Erlöse des Buches, das wir gemacht haben, Briefe für meine Kinder,
[32:41] geht an die Arche in Hamburg.
[32:44] Eine Organisation, die sich um benachteiligte Kinder in sehr dankenswerter Weise,
[32:50] kümmert. Das war uns noch wichtig zu sagen.
[32:52] Hast du noch zwei, drei Schlusssätze, Tom, für die erste Episode?
[32:54] Oder die zweite übrigens wird dann in 14 Tagen ausgestrahlt.
[32:58] Ja, vielleicht nochmal so, dass hier nicht wirklich der falsche Eindruck entsteht.
[33:04] Ich würde meine Kinder nicht mehr lieben und ich hätte sie jetzt abgehakt aus meinem Leben.
[33:08] Ich habe mich einfach nur damit zurechtgefunden.
[33:10] Und ich glaube, das ist der richtige Weg. Ich habe mich mittlerweile,
[33:14] auch wenn es schwerfällt, daran gewöhnt, dass ich keine Geburtstage,
[33:17] keine Weihnachten mit ihm mehr feiern kann.
[33:22] Vielleicht auch wenn sie Abitur machen, gar nicht bei der Abschlussfeier dabei
[33:27] sein werde oder vielleicht wenn sie ihre erste Beziehung haben.
[33:31] Freundschaft haben, wie das halt in diesem jugendlichen Alter so ist.
[33:35] Aber eines habe ich mir immer behalten, nämlich die Fähigkeit,
[33:40] mein Kind halt eines Tages in die Augen schauen zu können und ihnen ehrlicherweise
[33:45] mit ehrlichem und offenem Herzen sagen zu können, dass ich immer für sie da
[33:49] war und ich habe immer daran geglaubt, an sie geglaubt und ich habe niemals
[33:53] etwas Absichtliches getan,
[33:55] um ihnen wehzutun.
[33:57] Und deswegen möchte ich eben auch diese Geschichte erzählen,
[33:59] weil eben Kindesentfremdung kein seltenes Schicksal ist, weil es so viele Väter und Mütter gibt,
[34:06] die das Gleiche erleben und eben auch oft und ohne zu wissen,
[34:11] wie schnell sowas passieren kann.
[34:13] Weil es beginnt oft harmlos, mit klaren Ausreden, wie ich ja schon gesagt habe,
[34:16] mit verschobenen Terminen.
[34:18] Und ehemann es merkt, ist der Kontakt abgebrochen. Und der Weg zurück ist mit
[34:22] Sicherheit nicht einfach. Das ist ein sehr steiniger.
[34:25] Und du kannst glauben, dass ich mir jeden Tag darüber Gedanken mache,
[34:29] wenn ich vielleicht meinen Kindern mal morgen früh oder mittagsabends mal auf
[34:33] der Straße begegne. Was sage ich?
[34:37] Darüber zerbreche ich mir jetzt gerade meinen Kopf. weil ich die Hoffnung habe
[34:40] und mir ganz, ganz sicher bin, dass das auch eines Tages mal so passieren wird.
[34:45] Tom, vielen Dank für deine Offenheit. Das ist nicht so einfach dahergesagt,
[34:50] weil ich weiß ja, da wir uns ja gegenseitig begleitet haben in den letzten Jahren,
[34:54] wie schwer es hier teilweise früher gefallen ist, darüber zu sprechen.
[34:56] Ich hoffe, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, dass Sie die erste Folge von dem
[35:01] Podcast in Eltern zu finden werden, Sie dazu anregt, mindestens bei der zweiten
[35:06] Folge einzusteigen und vielleicht bis zum Schluss dabei zu bleiben.
[35:09] Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen für die nächsten
[35:14] 14 Tage viel Glück und Kraft und überhaupt.
[35:17] Genau. Vielen Dank fürs Zuhören.
[35:19] Music.

Shows are listed from Apple Podcasts' charts and directory, and Podcast Index where it is used. Every show and episode belongs to its publisher and plays from the publisher's own feed; this site hosts none of them.
