# Folge 3: Eine jahrelange Odysee

An episode of ["Wenn Eltern Feinde werden" – Ein Podcast über Eltern- Kind- Entfremdung](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1836892223), 22 Sep 2025, 32 min.

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Sieben lange Jahre seine Kinder nicht gesehen, bedeutet für Thomas Prantner auch kaum enden wollende Termine in Gerichten, mit Anwälten, auf dem Jugendamt, mit diversen Gutachtern. Neben viel Zeit nehmen Umgangs- und Sorgerechtsverfahren auch viel Geld in Anspruch, oft zehntausende an Euros. Allein die finanzielle Schallmauer, die „Normalverdiener“ durchbrechen müssten, es aber oft nicht können, macht Verfahren zur Eltern-Kind-Entfremdung zu einer persönlichen Hölle auf Erden. Jahr um Jahr vergeht und eines der Elternteile wird immer verzweifelter oder agiert immer verzweifelter. Wie kann man da bei Sinnen bleiben, ohne selber kaputt zu gehen? Thomas Prantner stand kurz davor, kaputt zu gehen. Ein Weg zu inneren Heilung war für ihn das Buch „Briefe für meine Kinder“. Und die damit verbundene Hoffnung, dass seine Kinder es eines Tages lesen und die Seite des Vaters erst einmal sehen und verstehen. #ElternKindEntfremdung #Kindesentzug #Sorgerecht #Umgangsrecht #Gerichtsverfahren #FinanzielleLast #ThomasPrantner #BriefeFürMeineKinder #WennElternFeindeWerden #PsychischeGesundheit #Heilung #Familienrecht Das Buch finden sie unter: https://finebooks.myshopify.com/products/briefefuermeinekinder –Weitere Podcast unter: www.abendblatt.de/podcast -YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=vTrf2-BpqdQ&list=PL2Ly-MZR_tF54XFVzvSeWatYs5Y-A2okG&index=11 - Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes - Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos - Feedback: moinhamburg@abendblatt.de

## Transcript

[0:01] Wenn Eltern Feinde werden. Ein Podcast über Eltern-Kind-Entfremdung.
[0:07] Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, Thomas Brander und ich sagen guten Tag zur dritten
[0:11] Folge von Hamburger Abendblatt Podcast, wenn Eltern zu Feinden werden.
[0:16] In der zweiten Folge vor 14 Tagen hatten wir Dr. González zu Gast,
[0:20] der, glaube ich, sehr anschaulich klargemacht hat, was mit dem Phänomen,
[0:24] mit dem wissenschaftlichen Phänomen Älter-Kind-Entfalle zu tun hat,
[0:27] der da jahrelang auch Untersuchungen zu angestellt hat.
[0:30] Gestellt hat und dazu beiträgt, dass eben dieses gesellschaftliche Phänomen
[0:35] auch wissenschaftlich intensiver untersucht wird, als es in den letzten Jahrzehnten
[0:38] passiert ist. Ganz wichtig.
[0:40] In dieser Folge, Tom, wollen wir uns etwas der Odyssee zuwenden,
[0:46] die du in den letzten, weiß ich nicht, acht, neun Jahren, kann man fast sagen, ne? Ja, ja.
[0:51] Deswegen, ihr erzählt, ich habe sogar Gerichte antreten musstest,
[0:56] da hast du ja in der einer oder anderen Gerichtssache ein bisschen intensiver
[0:58] kennengelernt. Wie fing das denn an?
[1:00] Du hast es in der ersten Sendung schon so ein bisschen angedeutet,
[1:03] als du dich entschlossen hast, mal bei Gericht Hilfe zu suchen.
[1:06] Richtig, da fing eigentlich diese Odyssee an, die sich dann wirklich über 19 Jahre hingezogen hat.
[1:15] Und ja, es ist im Prinzip, wenn man sich einmal entscheidet,
[1:20] dagegen anzugehen, sich einen Rechtsanwalt zu nehmen, Rechtsbeistand zu nehmen
[1:24] und dann löst das halt automatisch gewisse Dinge aus.
[1:28] Und man fängt natürlich, in meinem Fall, also es gibt ja das Umgangsrecht und das Sorgerecht.
[1:34] Wir hatten immer das geteilte Sorgerecht.
[1:37] Das war uns beiden auch vor der Geburt der Kinder schon sehr,
[1:41] sehr wichtig, dass wir das beide haben.
[1:45] Schreibt man das fest, wenn man nicht verheiratet ist, oder wie muss man sich das vorstellen?
[1:49] Ja genau, das vereinbart man als Eltern und dass man die gemeinsame Sorge tragen
[1:55] will und das ist dann vereinbart, ja.
[1:57] Das ist erstmal so die Basis. Und dann gibt es dann natürlich im Trennungsfall
[2:00] das Umgangsrecht, was eben regelt, wie oft der eine Elternteil,
[2:06] Vater oder Mutter seine Kinder sehen soll, sehen darf. so.
[2:10] Und natürlich wäre es wünschenswert, wenn man sich, naja, das sagt man immer
[2:17] so schön, im Guten trennt.
[2:18] Also letzten Endes kenne ich nicht viele Paare, die sich im Guten trennen.
[2:22] Und natürlich sagt man immer, naja, also wir werden das schon irgendwie im Sinne
[2:26] für die Kinder machen, weil um die geht's ja. Das sind ja die wichtigsten.
[2:30] Aber letztens... Ich muss in der heutigen Zeit das Glück, dass das bei uns,
[2:33] also bei der Mutter meiner Kinder und mir Gott sei Dank so gewesen ist.
[2:37] Wir sind da sehr, sehr stolz drauf, ehrlich gesagt, dass wir das hinbekommen
[2:40] haben, auch mit anderen Partnern dann bis heute, Gott sei Dank.
[2:43] Aber das ist leider eher die Ausnahme, das muss man sagen. Das ist leider eher
[2:46] die Ausnahme, das sehe ich genauso, ja.
[2:49] Ja, und dann geht man zum Amtsgericht und strebt dann halt,
[2:56] wenn man merkt, dass der Umgang, wie in meinem Fall oder bei den meisten Fällen,
[3:00] wo es dann so anfängt, blockiert wird, trotz Vereinbarung, die man getroffen
[3:04] hat, da muss man zum Gericht.
[3:06] Und das dauert dann erstmal, bis man einen Gerichtstermin bekommt und dann sitzt
[3:12] man da oder geht hier, wie es hier in Hamburg der Fall ist, wir haben hier ein
[3:15] sehr beeindruckendes Gerichtsgebäude.
[3:18] Ich war vorher noch nie im Gerichtssaal, also doch einmal als Zeuge in einem
[3:24] komplett anderen Fall, aber das ist schon ziemlich, ja also da fühlt man sich
[3:30] schon so ein bisschen klein, also da schläft man auch die Nacht davor nicht.
[3:32] Beim ersten Mal war ich so ein bisschen eingeschüchtert. Absolut, absolut, ja.
[3:37] Also das hat schon eine gewisse Autorität, die man nicht jeden Tag so erlebt und sieht.
[3:43] Aber ich habe dann in dem Fall im ersten Step gepocht auf das Umgangsrecht,
[3:48] dass das eingehalten wird und das wurde dann auch so zugesprochen.
[3:52] Das heißt, du siehst die Kinder am Wochenende alle 14 Tage? Genau,
[3:55] so war es vereinbart, quasi Freitag von der Schule abzuholen und dann am Sonntag
[4:00] wieder zum Abendessen, bevor die Kinder dann am Montag wieder in die Schule müssen.
[4:06] Zur Mutter zurückbringen. Um da jetzt vielleicht nicht auf jeden Prozess eingehen
[4:10] zu wollen, aber es wurde dann sogar mal beschlossen,
[4:13] das haben dann involvierte Psychologen, dann sind ja auch automatisch Verfahrensbeistände,
[4:18] die sogenannten Anwälte der Kinder involviert, wenn man dann einmal so einen
[4:22] Gerichtsprozess mal angestrebt hat, die dann alle der Meinung waren,
[4:27] nee komm, es macht doch mehr Sinn, wenn der Vater, wenn Herr Brandner die Kinder
[4:32] auch am Montag in die Schule bringt, dann ist das nicht so abgehackt.
[4:36] Und das war auch für die Kinder toll und für mich natürlich auch,
[4:41] weil ich hatte sie dann noch eine Nacht länger, konnte ihnen dann am nächsten
[4:44] Morgen die Brote machen für die Schule,
[4:48] habe mir dann immer angewöhnt, so kleine Zettelchen zu schreiben,
[4:52] wo ich so das Wochenende von uns dreien nochmal so Revue passieren habe lassen,
[4:56] was wir gemacht haben. Wir haben immer sehr, sehr viel gemacht.
[5:01] Und das habe ich dann nochmal auf diesen kleinen Zettelchen festgehalten,
[5:04] ihn dann mit in die Brotbox gelegt, sodass sie das auch nochmal so reflektiert haben.
[5:07] Ah Mensch, toll, ja, das Wochenende war ja schön.
[5:12] Aber nochmal, wie gesagt, so ein bisschen mehr auf diese Gerichtsprozesse einzugehen.
[5:17] Ich sah mich dann halt leider immer wieder gezwungen, immer wieder erneut vor
[5:20] Gericht zu gehen, weil immer diese Umgangsregelungen nicht kontinuierlich eingehalten wurden.
[5:27] Und dann irgendwann kommt natürlich dann auch der Punkt, dann werden die Kinder befragt.
[5:31] Das hatte ich ja in unserer ersten Folge auch schon mal erwähnt.
[5:34] In meinen Augen ein völliges Unding, dass hier Kinder mit vier oder mit fünf
[5:37] Jahren ja zum Teil schon angehört werden.
[5:41] Und dann gibt es Gutachten, da müssen sie mit Psychologen sprechen und zum Teil
[5:47] auch die Fragen, die den Kindern da gestellt werden, dann kann man echt zum
[5:50] Teil nur den Kopf schütteln.
[5:52] Was für Fragen waren das zum Beispiel? Ist ja dann was im Kopf?
[5:55] Ja, also es wird den Kindern im Prinzip suggeriert, wo möchtest du denn eigentlich lieber sein?
[6:02] Also es ist jetzt nicht so in der direkten Fragestellung,
[6:07] aber es ist natürlich schwierig, wenn du dann als betroffener Elternteil schon
[6:13] wochenlang dann die Kinder gar nicht gesehen hast,
[6:15] die Kinder dann von dem Entfremder, so will ich es mal sagen,
[6:19] dann sogar noch zu diesem psychologischen Anhörungstermin noch mit dem Auto hingefahren werden.
[6:24] Wer weiß, was da noch gesagt und gesprochen wird, was die Kinder jetzt erzählen
[6:28] sollen. Also das weiß man ja auch nicht.
[6:32] Und dann bekommst du dann irgendwann nach ein paar Wochen mal so das Ergebnis
[6:36] dieser Kindesbefragung und musst dir nur sagen, sag mal, das sind nicht meine Kinder.
[6:40] Das sind keine Sätze, keine Wörter, die Kinder in dem Alter benutzen.
[6:46] Und da wundert man sich dann zum Teil schon, dass das keinem aufgefallen ist.
[6:52] Also zum Teil war das schon so ersichtlich, dass die Kinder sozusagen vorher
[6:58] gebrieft worden sind von dem Partner.
[7:00] Ja, also das da, wie gesagt, auch so von der Wortwahl, also das war zum Teil
[7:05] so gesagt, so formuliert kein Kind mit sieben oder mit acht Jahren. Ja.
[7:14] Und dann fällst du halt wieder in diese Ohnmacht, du kannst aber nichts machen. Und dann,
[7:20] geht man zum Jugendamt, geht Die dann versuchen zu betreuen,
[7:25] was natürlich nur Sinn macht, wenn das die beiden betroffenen Elternteile machen.
[7:29] Aber in meinem Fall war es halt so, jedes Angebot der Mediation,
[7:33] jedes Gespräch am roten Tisch wurde quasi abgelehnt.
[7:37] Und im Nachhinein muss ich wirklich sagen, und das bestätigen mir leider Gottes
[7:43] auch viele andere Väter und Mütter, steckt da in meinen Augen eine Methodik
[7:47] dahinter. Man darf ja auch nicht vergessen, das kostet ja auch alles Geld.
[7:52] Rechtsanwälte verdienen damit richtig viel Geld.
[7:55] Dann gibt es vielleicht nachher noch Strafen, die vom Gericht auferlegt werden.
[7:59] Also das ist ja alles schon nicht so ohne. Und wenn ich dann auch andere Fälle
[8:04] betrachtet habe, die mir vorgetragen wurden, komme ich sehr,
[8:08] sehr oft immer zu diesem Punkt.
[8:09] Und deswegen spreche ich ja auch von einer gewissen Methodik,
[8:13] dass gewisse Rechtsanwälte,
[8:15] Rechtsanwältskanzleien einfach dazu raten, wenn das ein Elternteil denn vorhat,
[8:20] die Kinder zu entfremden, einfach den Kontakt abzubrechen und auf E-Mails nicht
[8:25] mehr zu antworten, sich einfach, sag ich mal, totstellen.
[8:29] Dann heißt es nämlich irgendwann mal vor Gericht, die Eltern sind ja so zerstritten,
[8:34] die können ja noch nicht mal zusammen reden.
[8:36] Was natürlich völlig falsch ist, weil das habe ich ja auch schon gesagt,
[8:39] zum Streiten gehören nicht immer zwei. Es reicht in dem Fall wirklich nur einer.
[8:43] Zum Versögen gehören zwei. Aber wenn das alles nicht gewünscht ist und da eine
[8:48] Methodik dahinter steckt, dass man das Ziel hat,
[8:52] eben den einen Elternteil, den Vater, die Mutter aus dem Leben der Kinder zu
[8:56] eliminieren, dann ist das der beste Weg, das so zu machen.
[9:00] Einfach nicht mehr, also die Kommunikation einfach einzustellen.
[9:03] Und ab diesem Punkt kannst du quasi nichts mehr tun.
[9:07] Weder gerichtlich noch, du kannst ja keinen zu einer Mediation zwingen.
[9:11] Dann wird einem ja wahrscheinlich so ein schreckliches Gefühl der Hilflosigkeit überfallen, oder?
[9:18] Total, weil es gibt keine Mittel, zumindest in diesem Land nicht.
[9:22] Wo du dann was dagegen machen kannst.
[9:25] Also natürlich hätte ich, also ich kenne auch Fälle, wo das so war,
[9:29] das hätte ich um Gottes Willen, da habe ich mit keinem Gedanken mal daran geglaubt, das mal so zu machen.
[9:36] Aber als ich das Umgangsrecht noch hatte und es wurde nicht eingehalten,
[9:40] hätte ich auch rein theoretisch mit der Polizei gemeinsam meine Kinder zu mir holen können.
[9:45] Aber das war für mich immer, da habe ich immer gesagt, nein,
[9:48] also das werde ich mit Sicherheit nicht tun.
[9:52] Und so gibst du dann halt im Prinzip nach, gibst dich halt der Sache hin,
[9:56] okay, so ist es halt, was kann ich tun, ohne den Kindern weiter zu schaden.
[10:01] Aber da gibt es nichts. Das heißt, du bist dann eines anderen Mal im Laufe der
[10:05] letzten sieben Jahre in ein tiefes, schwarzes Loch gefeiert. Absolut, ja.
[10:10] Und wie bist du da jeweils wieder rausgekommen? Tja, man redet natürlich viel
[10:16] darüber, was sehr geholfen hat.
[10:17] Man redet mit Menschen darüber, denen das auch widerfahren ist.
[10:20] Das hat mit Sicherheit auch geholfen.
[10:22] Und letzten Endes, ähm.
[10:25] Kommst du dann nach den ganzen Jahren, zumindest ich, zu dem Punkt,
[10:28] wo ich mir sage, ich kann immer noch morgens in den Spiegel gucken.
[10:31] Ich habe nichts gemacht, was das alles irgendwie auch nur im Ansatz gerechtfertigt hat.
[10:38] Ich habe sozusagen ein reines Gewissen, versuche in diesem Spiel,
[10:43] in diesem Machtspiel vielleicht in Anführungszeichen der Klügere zu sein,
[10:49] indem ich eben loslasse.
[10:54] Aber wie gesagt nur bildlich. Also natürlich hat mein Herz nie gegenüber meinen Kindern losgelassen.
[11:00] Aber du versuchst da halt mit weniger Emotionen daran zu gehen.
[11:05] Und weil das ist ja auch alles, du bereitest dich ja auch Verfahren vor,
[11:11] dann hast du diverse Gespräche mit, wie ich schon sagte, mit Verfahrensbeiständern,
[11:16] werden die Kinder, was noch ganz zu Anfang war, als sie dann noch bei mir am
[11:20] Wochenende waren, begutachtet, wie man zusammenspielt, was ich ihnen koche,
[11:27] wie ich mit ihnen umgehe.
[11:29] Wenn man jemand bei dir zu Hause hat, hat das überprüft, müssen wir das vorstellen. Offenmals, ja ja.
[11:32] Dann kommt dann quasi ein gerichtsbestellter Verfahrensbeistand,
[11:38] der Anwält der Kinder, so wird er dann auch genannt, und guckt sich halt,
[11:42] sind die Kinder glücklich, sind
[11:45] sie versorgt, machen sie einen glücklichen Eindruck und sind sie gerne da.
[11:51] Das muss ja ein schlimmes Gefühl sein, oder? Ja.
[11:55] Also was kochen sie denn so für die Kinder, Herr Partner?
[11:58] Ja, vor allem, ich meine den Kindern sozusagen. Also wir hatten echt das Glück,
[12:02] also wir hatten mehrere Verfahrensbeistände.
[12:04] Da kannst du dir vorstellen, bei zwölf Prozessen hast du nicht immer denselben.
[12:08] Der erste war, also leider ist dieser Mann gestorben.
[12:12] Ich halte ihn immer noch in Hamburg und das wurde mir dann auch mal mehrfach
[12:16] von gewissen Behörden auch mal bestätigt, für den wirklich einfühlsamsten und
[12:20] besten Verfahrensbeistand, den diese Stadt mal hatte.
[12:24] Er ist leider gestorben. Also das war wirklich ein richtig guter Verfahrensbeistand.
[12:29] Der war wirklich sehr toll. Der hatte sowas Großväterliches und du musst ja
[12:33] auch den Kindern sagen, so pass auf, jetzt kommt ein Herr sowieso. Ja, warum?
[12:39] Was will denn der? Ja, du, der möchte einfach nur mal gucken hier,
[12:43] der möchte euch mal kennenlernen.
[12:46] Ich kann ja jetzt nicht im sechs- oder siebenjährigen Kind sein.
[12:49] Das ist jetzt ein Verfahrensbeistand. Der kommt vom Gericht,
[12:53] weil sich Mami und Peppli ganz doll streiten und sich nicht einig sind.
[12:56] Das muss zu denen ja irgendwie so ein bisschen spielerisch sein.
[12:59] Ja, der kommt halt vorbei, das ist ein alter Bekannter von mir.
[13:03] Und er will halt einfach nur mal euch auch mal kennenlernen.
[13:06] Und der war wirklich toll. Der hat sich sehr zurückgenommen.
[13:10] War wie gesagt so ein großväterlicher Mensch. Und der gab mir schon damals,
[13:14] weiß ich noch, noch sehr genau den Rat und sagte mir, Herr Prantner,
[13:20] ich habe so das Gefühl, das ist hiermit nicht erledigt. Das wird sich noch bei
[13:23] Ihnen ein bisschen länger ziehen.
[13:26] Ich würde Ihnen fast den Rat geben, dass Sie vielleicht neben diesem Umgangsmodell,
[13:30] was momentan der Fall ist, alle 14 Tage, die Ferien hälftig getrennt oder aufgeteilt,
[13:37] streben Sie lieber ein Wechselmodell an, also 50-50.
[13:41] Also 14 Tage die Kinder bei dir, 14 Tage die Kinder bei der Mutter.
[13:44] Oder im Rhythmus eine Woche, eine Woche.
[13:47] Ich habe mir nur geraten, das Gutachten, was ich schon bereits fertig geschrieben
[13:52] habe, würde das sogar noch unterstreichen.
[13:56] Ich habe es damals aber nicht getan. Warum nicht?
[14:00] Im Nachhinein ärgere ich mich, ja, gebe ich ganz offen zu.
[14:05] Ich wollte einfach nicht wieder, weil das wäre wieder ein neues Verfahren gewesen.
[14:10] Dann wären die Kinder nochmals befragt gewesen. Also ich wollte da halt einfach Ruhe reinbringen.
[14:16] Wie gesagt, im Nachhinein, wenn ich mir da so oft rückwirkend Gedanken mache,
[14:22] war das vielleicht ein juristischer Fehler von mir, das nicht zu tun.
[14:28] Weil, das muss man auch sagen, dieses Wechselmodell, was mit Sicherheit nicht
[14:34] von jedem Elternpaar zu leisten ist. Man hat ja auch einen Beruf.
[14:40] Aber ich sage mal, und das habe ich auch oft immer gesagt, in den Fernsehinterviews
[14:46] oder in Zeitungsartikeln.
[14:49] Das wäre so für mich mal ein Schritt in Deutschland, da mal im Familienrecht
[14:53] was zu ändern, wenn das nämlich, dieses Wechselmodell, zumindest mal die Basis
[14:57] ist, wenn sich Eltern trennen.
[14:58] Und da muss geschaut werden, kann das der Vater leisten? Kann das die Mutter
[15:02] leisten? Wo leben wir überhaupt?
[15:04] Die ist natürlich klar, wenn der Vater in München lebt und die Mutter vielleicht
[15:07] irgendwo hier im Norden, sind das wahrscheinlich andere Voraussetzungen als
[15:14] in unserem Fall. wo wir beide in Hamburg leben.
[15:16] Oder in einem Stadtteil mehr. 15 Minuten voneinander entfernt.
[15:20] Aber es darf in dieser Betreuungsanteil vom Vater oder der Mutter nicht unter 30 Prozent rutschen.
[15:26] Weil da besteht dann die Gefahr, dass sich die Kinder dann entfremden.
[15:30] Eltern-Kind-Entfremdung. Genau, ja.
[15:34] Also das wäre immer für mich ein wirklicher juristischer Schritt,
[15:36] wenn sich hier mal was im Familienrecht tut.
[15:39] Wechselmodell als Grundbasis bei Trennung von Scheidungen, Trennung von Paaren,
[15:45] wie auch immer, das mal so zu machen.
[15:48] Da hat man ja immer noch das Gefühl, dass im Zweifelsfalle immer den Müttern
[15:52] oder den Frauen sozusagen ein gewisses Vorrecht eingeräumt wird vor Gericht.
[15:57] Dass sie auch immer darauf ausgegangen wird, Kinder wollen bei der Mutter leben
[16:01] oder müssen bei der Mutter leben.
[16:02] Aber ist das nicht, hat dann diese Vorstellung nicht, die falsche Vorstellung
[16:09] zugrunde liegen, dass eben Väter immer noch diejenigen sind,
[16:14] die im Wesentlichen nicht zu Hause sind,
[16:16] die für den Unterhalt sorgen, die nicht die Kinder erziehen,
[16:20] wie es vielleicht mal mit unseren Vätern, die älter sind,
[16:23] mal gewesen ist vor 40, 50 Jahren.
[16:25] Aber inzwischen sehe ich viele junge Väter, die ihre Kinder vor dem Bauch tragen,
[16:30] die sich klar absprechen mit ihren Müttern, wann sie einspringen,
[16:35] die Homeoffice machen, um bei den Kindern sein zu können.
[16:37] Also wir haben eine ganz neue gesellschaftliche Realität, aber die wird ja im
[16:41] Recht nicht abgebildet, oder sehe ich das falsch?
[16:44] Nee, die wird im Recht nicht abgebildet. Also das Familienbild hat sich ja nun,
[16:47] wie du schon redig gesagt hast,
[16:49] vielleicht auch gerade durch Corona auch beruflich sehr, sehr verändert.
[16:53] Es gibt viele, viele Väter, die in Elternzeit gehen, wo dann die Frau arbeitet
[17:01] und der Mann ist zu Hause.
[17:03] Und dieses Bild, dass es den Kindern im Prinzip nur bei der Mutter gut gehen
[17:08] kann und da, wo dann halt im Trennungsfall in der Regel der Lebensmittelpunkt liegt,
[17:16] das ist in meinen Augen völlig überholt.
[17:19] Warum soll es den Kindern beim Vater über eine längere Zeitraum schlechter gehen als bei der Mutter?
[17:25] Bloß, weil man das immer noch hat, ja, da ist ja der Lebensmittelpunkt.
[17:30] Das ist ja eine Aussage, die wenig über die Qualität des Mittelpunktes aussagt.
[17:35] Das kann ja auch ein nicht so toller Lebensmittelpunkt sein.
[17:39] Aber darauf wird halt in meinen Augen viel zu wenig geschaut,
[17:42] weil das geht ja einmal um die Qualität der Zeit, die man mit seinen Kindern
[17:45] verbringt versus der Quantität.
[17:49] Also es kann ja durchaus sein, dass die Kinder alle 14 Tage,
[17:52] wenn sie beim Vater sind, eine wesentlich intensivere und qualitativer bessere
[17:59] Zeit verbringen, als wenn sie eine Woche bei der Mutter sind.
[18:02] Oder eben umgekehrt auch.
[18:05] Du warst vor einer Weile mal auf so einer Konferenz, als Dr.
[18:08] Buschmann noch Justizminister war, bei der Ampelkoalition.
[18:13] Was war das für eine Konferenz? Da ging es auch ein bisschen schon um Reformen dieses Gesetzes, oder?
[18:18] Ja, genau. Das war damals auf Initiative der FDP die erste, so nannte sie das,
[18:22] die erste Familienrechtskonferenz.
[18:25] Und die fand in Berlin statt, im Bundestag.
[18:27] Da waren diverse Verbände, Mütter-, Väterverbände eingeladen.
[18:32] Und ich quasi als einzige Privatperson durfte da auch mal dabei sein und ein bisschen zuhören.
[18:38] Ja, da wurde quasi, leider gibt es das nicht mehr.
[18:42] Das war die erste und die einzige Konferenz. Ist dann eingestellt worden,
[18:46] weil es dann eben auch politische Veränderungen gab, aber da sollte sowas besprochen
[18:51] werden, viele diverse Aspekte,
[18:53] war sehr, sehr, sehr interessant, aber ja.
[18:58] Leider Gottes hat sich da bis heute in meinen Augen und in vielen anderen Augen
[19:03] noch nicht so viel getan.
[19:05] Was muss denn passieren, dass ich endlich was tut? Das ist eine große Frage
[19:09] jetzt, aber vielleicht hast du ja trotzdem eine andere Idee.
[19:12] Also man kann fast, und ich muss das fast so hart sagen, weil ich kenne hunderte von Fällen.
[19:20] Und wie gesagt, ich kann da so eine gewisse Methodik raushören, rauslesen.
[19:26] Man muss es fast sagen, man hat fast den Eindruck, es wird gar nicht von Seiten
[19:32] der Politik gewünscht, dass dieses klassische Familienleben funktioniert.
[19:39] Sondern diese Trennungsmaschinerie.
[19:45] Gerichte, Rechtsanwälte, Judenämter, Berater, Mediatoren etc.
[19:49] Richtig, also es wird da mehr der Fokus drauf gelegt, dass sich fast die Eltern
[19:54] trennen, anstatt sie zusammenzuhalten.
[19:58] Und den Eindruck habe ich zumindest.
[20:03] Und da muss ich ganz, ganz viel tun. Also wie gesagt, in meinen Augen wäre das
[20:07] Beste schon mal ein Wechselmodell als Basisgrundlage bei Trennungsfällen zu vereinbaren.
[20:14] Und natürlich wäre es auch wünschenswert, weil das muss man einfach auch mal
[20:18] sagen, auch nicht jeder Familienrichter oder Richterin hat vielleicht auch eine
[20:23] entsprechende Ausbildung im Familienrecht zu urteilen.
[20:28] Weil es ist ja schon ein Unterschied, wenn ich irgendwie einen Autofahrer verdonnere,
[20:33] der bei Rot über die Ampel gefahren ist.
[20:35] Da gibt es einen Bußgeldkatalog. Wenn hier entschieden wird,
[20:38] das sind ja Entscheidungen, die betreffen ja komplette Leben.
[20:44] Schicksale. Schicksale. Und wir reden immer von dem Schicksal.
[20:48] Natürlich in erster Linie sind die Kinder betroffen, die Eltern betroffen.
[20:53] Aber das zieht dann auch viel, viel weitere Kreise, wie man ja auch...
[20:58] In dem Fall Block gesehen hat, wo dann der Großvater auch veröffentlicht hat,
[21:04] wie es ihm in dieser Zeit ging und geht.
[21:07] Und so ist es ja bei meinen Eltern auch zum Beispiel.
[21:11] Ja, wie dein Vater oder deine Mutter auch sehr gelitten hat,
[21:14] dass er die Kinder jahrelang nicht gesehen hat.
[21:15] Richtig und ich weiß auch gar nicht, ob sie sie wiedersehen werden.
[21:20] Meine Eltern sind nun auch in einem Alter mit Mitte 80, wo ich das gar nicht
[21:25] weiß, ob sie ihre Enkel nochmal wiedersehen. Ja, und darunter leiden sie ziemlich,
[21:30] glaube ich. Sehr, sehr, ja.
[21:33] Jetzt haben wir davon gesprochen, dass du ja auch angestoßen hast,
[21:36] dass es dann eben neue Arbeitskreise gibt.
[21:39] Erhoffst du dir denn vielleicht für unseren kleinen Podcast auch so einen kleinen
[21:43] Anstoß jedenfalls an den einen oder anderen Politiker oder an die einen oder
[21:47] anderen Politikerin, sich über dieses Thema Eltern, Kind, Entfremdung mal ein
[21:50] bisschen mehr Gedanken zu machen?
[21:52] Das hoffe ich sehr und natürlich, wie gesagt, ist das Thema ja nun durch die
[21:59] Familie Block nun sehr medial,
[22:01] in den Medien, im Fernsehen, überall und viele lesen das wahrscheinlich zum ersten Mal,
[22:08] dass es sowas überhaupt gibt, ohne da jetzt irgendwie Werten fast reinzubringen.
[22:13] Aber das hilft natürlich alles und natürlich auch in unserem Podcast, so hoffe ich mir,
[22:19] dass das viele, viele Leute sich anhören, vielleicht auch viele Mütter oder Väter,
[22:25] die in ähnlichen hochstrittigen Situationen sich gerade auch befinden,
[22:29] die vielleicht noch jetzt nochmal so die Kurve kriegen und mal hören,
[22:33] was im Prinzip sie damit anrichten soll.
[22:36] Wenn die Gäste so gegen einen Elternteil instrumentalisiert werden.
[22:40] Genau, also Kinder haben beide Eltern verdient, mögen sie noch so unterschiedlich sein,
[22:47] das ist eher positiv, sie brauchen beide Eltern und auch wenn das vielleicht
[22:54] dem einen Elternteil nicht gefällt,
[22:57] wie er dann in der Zeit mit den Kindern umgeht, was er mit dem macht,
[23:00] das ist völlig egal, das gehört dazu, das gehört zum Leben.
[23:04] Das sind dann die Facetten im Leben, die verschiedenen Bilder im Leben,
[23:07] die die Kinder auch erleben müssen.
[23:10] Und wenn einem das natürlich genommen wird, dann ist das sehr,
[23:15] ja, das ist nicht förderlich für die Kinder.
[23:17] Und irgendwann, das hinterlässt natürlich alle Spuren.
[23:20] Man weiß nicht, wie sich das dann später mal äußern wird.
[23:25] Aber ich kenne auch einige Fälle, wo dann eben Kinder, denen das widerfahren ist,
[23:33] das in ihrem Leben auch erfahren, dass sie auch schwierige Beziehungen haben,
[23:37] dass sie vielleicht auf Menschen treffen, die auch entfremdet wurden.
[23:42] Das zieht schon Kreise, auf jeden Fall.
[23:46] Wollen wir unseren Zuhörerinnen und Zuhörern nicht vorenthalten oder uns nicht
[23:50] den Vorwurf einhandeln, wir würden das vorenthalten.
[23:53] Du hast im Moment kein Sorgerecht für deine Kinder.
[23:57] Wie ist es denn dazu gekommen, bitteschön? Ja, auch in meinen Augen eine sehr
[24:02] schräge Geschichte, auch juristisch für mich nicht mehr nachzuvollziehen.
[24:04] Also das Umgangsrecht wurde im Prinzip ausgesetzt, nachdem sich meine Kinder
[24:10] quasi bei dem Psychologen verweigert haben, zu mir zu kommen.
[24:15] Aber ich rede jetzt seit jahrelang unter Drucksetzen, Ansätzen von Manipulation.
[24:23] Ich sage das auch ein bisschen vorsichtig, aber so steht es zum Teil in den Gutachten drin.
[24:29] Deswegen darf ich das auch so sagen. Also der Verdacht lag bei mir schon sehr
[24:33] nahe, dass die Mutter eben die Kinder unter Druck gesetzt hat.
[24:37] Auf welche Weise, kann ich nicht sagen, ich war nicht dabei.
[24:41] Und natürlich, wenn man dann seine Kinder schon über Monate oder über ein Jahr
[24:47] nicht mehr gesehen hat, wird dann einfach gesagt, du hast ja eigentlich gar
[24:50] keinen Kontakt mehr zu deinen Kindern. Du kennst sie ja gar nicht mehr.
[24:54] Also da macht es ja gar keinen Sinn, wenn du sie jetzt wieder siehst.
[24:58] Zumal die Kinder in so jungen Jahren ja, wie wir alle wissen,
[25:00] wenn wir Kinder haben oder erwachsene Kinder schon haben, große Entwicklungssprünge machen.
[25:05] Ja, sicher. Das sind ja zentrale Jahre ihres Lebens, ihres jungen Lebens.
[25:11] Also für mich völlig unlogisch, kontraproduktiv, dass wenn schon einer sagt,
[25:16] jetzt hast du ja deine Kinder schon so lange nicht mehr gesehen,
[25:18] dann wird es nochmal Zeit, um Gottes Willen, das ganz schleunigst mal wieder
[25:24] einzusetzen und nachzuholen.
[25:25] Eigentlich ja. Aber eben dem war nicht so.
[25:29] Und dann ging es quasi los, dass das Umgangsrecht ausgesetzt wurde.
[25:34] Also ich hatte dann nicht mehr das Recht, meine Kinder alle 14 Tage lang zu sehen.
[25:39] Und dann wurde noch ein weiteres Verfahren dann seitens der Kindesmutter angestrebt,
[25:45] als unser Buch erschienen ist.
[25:46] Und als natürlich es schon sehr medial war, dass ich mit dem Thema in die Öffentlichkeit
[25:51] gegangen bin, wurde dann behauptet quasi, ich hätte ja meine Kinder,
[25:55] den Kindern wäre das unangenehm, sie werden angesprochen in der Schule.
[25:59] Aber wir haben doch ganz bewusst weder den Namen der Mutter noch der Kinder
[26:02] in dem Buch erwähnt. Richtig und es ist ja auch kein Hass.
[26:07] Du bist ja nicht Tom Cruise, dass man nur wüsste, wie die Kinder sind und Tom
[26:11] Cruise hat auch nicht eine berühmte Frau, von der man weiß, wie Angelina Jolie
[26:14] und Brad Pitt das die Mutter ist, sondern ihr seid eine ganz normale Hamburger Familie gewesen.
[26:19] Absolut und wie gesagt, das Buch ist ja auch keine Abrechnung mit der Mutter,
[26:24] das ist liebevoll, ohne Hass geschrieben.
[26:29] Und einfach nur mal, um meinen Kindern auch oder auch anderen Menschen zu zeigen,
[26:34] dass es immer noch eine zweite Seite der Medaille gibt.
[26:37] Aber es wurde mir dann quasi zur Last gelegt.
[26:41] Ich hätte meine Kinder in die
[26:42] Öffentlichkeit gezerrt und würde öffentlich über dieses Thema sprechen.
[26:47] Und dann wurde mir quasi das Sorgerecht auch noch entzogen. Hast du das Gefühl
[26:50] gehabt, dass denn die Richterin überhaupt das Buch gelesen hat?
[26:53] Oder weißt du das einfach nicht? Also ich glaube, hätte sie es gelesen,
[26:56] hätte sie es so nicht entschieden.
[26:58] Aber da habe ich dann schon den Glauben verloren und sagte, gut, was soll es?
[27:02] Natürlich ist das immer so für einen so der letzte Anker, dass man das Sorgerecht noch hat.
[27:08] Es klingt jedenfalls so, ja. Es klingt so, muss man letzten Endes auch ein bisschen relativieren.
[27:13] Natürlich umfasst das auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht.
[27:18] Das heißt jetzt rein theoretisch, wenn die Mutter mit den Kindern entscheidet,
[27:23] nach Australien zu ziehen, dann kann sie es machen.
[27:26] Und das wäre natürlich nicht so schön. Das ist dir aber auch schon mal passiert.
[27:29] Ich kann mich erinnern, vor ein paar Jahren ist deine Mutter mit den Kindern.
[27:35] Ziemlich weiter aus Land geflogen. Ja. Und du wusstest das nicht und hast das
[27:39] nur durch Zufall mitbekommen.
[27:42] Ja, also ich verrate sie auch das Sorgerecht. Hätten sie sich eigentlich informieren
[27:45] müssen, dass sie jetzt da und da ist. Richtig. In vier Wochen.
[27:49] Korrekt, ja. Ja, aber ich wurde dann mit einer knappen E-Mail quasi in der Nacht
[27:54] davor informiert und hatte dann auch keine Handhabung mehr.
[27:59] Also ich hätte es da wahrscheinlich auch nicht gemacht. Ich will dann meinen
[28:02] Kindern auch Ferien gönnen und Zeit mit ihrer Mutter.
[28:06] Aber natürlich, weil das eben auch ein ziemliches Konfliktland war,
[28:11] hätte ich mir da zumindest schon mal ganz gerne mal ein Gespräch gewünscht.
[28:14] Warum denn jetzt gerade in dieser Zeit?
[28:17] Aber einfach wissen, wo seine Kinder sind. Absolut, ich wusste es nicht, unabhängig davon.
[28:21] Also egal, ob Hamburg oder der Rest der Welt. Du müsstest wissen,
[28:24] wo deine Kinder sind. Richtig, ja.
[28:27] Also das möchte ich vielleicht auch nochmal erwähnen. Das habe ich immer getan.
[28:30] Immer wenn ich mit meinen Kindern verreist bin, habe ich immer den Kindern zuerst
[28:33] gesagt, wenn wir angekommen sind, jetzt ruft ihr bitte die Mami an und sagt,
[28:37] dass wir gut angekommen sind.
[28:39] Genau, so gehört sie zu. Das hat was mit Respekt zu tun.
[28:41] Und das habe ich immer so gehandhabt. Ja, genau.
[28:46] Also eine Frage, die natürlich leider naheliegend ist, Tom, und möglicherweise
[28:50] auch in gewisser Weise verletzend, willst du jetzt noch mal vor Gericht gehen, also zum 13.
[28:56] Mal, da habe ich es richtig mitgezählt, um noch mal ums Sorgegericht zu streiten,
[29:01] oder lässt du jetzt im Moment dem lieben Gott einen guten Mann sein?
[29:04] Ja, das Letztere. Um ehrlich zu sein.
[29:09] Mein Sohn ist jetzt 16, meine Tochter 14, wird dieses Jahr 15.
[29:14] Nein, das ist, unsere letzte Verhandlung war schon vor dem Oberlandgericht in
[29:19] Hamburg und höher geht es dann auch in dem Fall nicht mehr.
[29:23] Ich müsste dann glaube ich, ich weiß gar nicht, schon vor das Bundesverfassungsgericht
[29:27] oder, nein, das ist auch so im Urteil, muss man einfach auch sagen,
[29:33] festgeschrieben, dass hier gegen kein Widerspruch mehr juristisch eingelegt werden kann.
[29:37] Das ist jetzt in Stein gemeißelt, da muss ich jetzt mit leben, werde damit auch leben.
[29:42] Wie gesagt, die Kinder nähern sich ihrem 18. Lebensjahr. Natürlich ist die Vorstellung
[29:46] schrecklich, wenn man sich denkt, mein Gott, ich weiß ja auch nicht,
[29:50] was ab dann passiert, aber zumindest sind sie dann volljährig und wer weiß, was dann passiert.
[29:56] Ich mache mir da keine falschen Hoffnungen, solange meine Kinder in dem Haushalt
[30:03] der Mutter leben, wird sich da nichts verändern.
[30:06] Ich weiß ja nicht, was sie denken, wie sie fühlen, aber nein,
[30:09] ich werde jetzt nicht mehr wieder vor Gericht gehen, weil es wie gesagt touristisch auch nicht geht.
[30:12] Und ich warte jetzt ab und versuche eben auch jetzt mit dir gemeinsam über diese
[30:20] Thematik zu sprechen, Eltern zu erreichen, die sich streiten.
[30:24] Kinder zu erreichen, die davon betroffen waren. Die davon betroffen waren, genau.
[30:28] Und das ist jetzt meine Aufgabe, sich dafür einzusetzen.
[30:32] Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, kommen wir zum Schluss unserer dritten Episode,
[30:37] wenn Eltern zu Feinden werden, dem Podcast des Hamburger Abendplatz,
[30:41] In der nächsten Sendung bekommen wir Besuch aus Zürich, Tom.
[30:45] Ja. Und zwar von Tim Kort. Ist ein Betroffener, der auch entfremdet worden ist
[30:50] in seiner Jugendzeit von Eltern und der inzwischen als Patchwork-Coach arbeitet.
[30:56] Nicht nicht nur richtig, sondern auch im deutschsprachigen Raum.
[30:58] Bundesweit, ja. Ich bin sehr gespannt, was er uns zu sagen hat zu dem Thema,
[31:01] weil er eben selbst betroffen ist. Nochmal eine andere Brille auf hat sozusagen.
[31:05] Und wir hoffen sehr, dass sie diesmal wieder konzentriert zugehört haben und
[31:10] vielleicht die eine oder andere Idee auch mitgenommen haben für sich,
[31:13] falls sie in einer solchen konkreten Situation sind,
[31:15] vielleicht nochmal zurückzulehnen, sich mit ihrem Partner nicht zu streiten
[31:18] und nachzudenken, ob das, was sie tun, auch ihren Kindern gut tut.
[31:22] Richtig. Ich würde damit sagen, wir wollen heute wieder Tschüss, Tom, oder?
[31:25] Tschüss und vielen Dank fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal in 14 Tagen.
[31:30] Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie
[31:34] in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.

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