# Folge 8: In der Entfremdungs-Falle

An episode of ["Wenn Eltern Feinde werden" – Ein Podcast über Eltern- Kind- Entfremdung](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1836892223), 27 Oct 2025, 36 min.

Audio: https://cdn.audiorella.com/podcasts/1579-wenn-eltern-zu-feinden-werden/214001-folge-8-in-der-entfremdungs-falle.mp3?v=1

In dieser besonders persönlichen Folge der beiden Hosts schildern sie wie man in die Entfremdungsfalle stolpern kann, ohne dass sofort die Alarmsignale funktionieren. Bei Thomas Prantner war es eine Entscheidung, die er heute noch bereut. Einer der Gutachter hatte vorgeschlagen, das Wechsel-Modell zu praktizieren (14 Tage beim Vater, 14 Tage bei der Mutter). „Aber ich dachte, wir brauchen das Modell nicht, weil es zwischen der Mutter und mir zum damaligen Zeitpunkt ganz gut lief. Tja, das war ein großer Fehler, die Hoffnung zu hegen, wir würden uns schon friedlich einigen. Das war in Wahrheit nie der Fall.“ Andreas Wrede wollte es in einer Beziehung nicht wahrhaben, dass die Partnerin sowohl auf die Kinder wie deren Mutter eifersüchtig war. Und langsam, gleichwohl systematisch ihn von seinen beiden Kindern zu entfremden begann. „Ich gehe Konflikten gern mal aus dem Weg, dachte, man könne diese Lage irgendwie geräuschlos auflösen. Großer Irrtum! Schließlich musste ich mich von dieser Frau trennen und mich aus der Entfremdungs-Falle befreien.“ #Entfremdungsfalle #Elternentfremdung #ParentalAlienation #PAS #Kinderentfremdung #Wechselmodell #Scheidungskinder #Trennungseltern #Beziehungsprobleme #Konfliktlösung #PodcastLeben #PersönlicheGeschichte #FehlerBereuen #Eifersucht Das Buch finden sie unter: https://finebooks.myshopify.com/products/briefefuermeinekinder –Weitere Podcast unter: www.abendblatt.de/podcast -YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=vTrf2-BpqdQ&list=PL2Ly-MZR_tF54XFVzvSeWatYs5Y-A2okG&index=11 - Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes - Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos - Feedback: moinhamburg@abendblatt.de

## Transcript

[0:01] Wenn Eltern Feinde werden. Ein Podcast über Eltern-Kind-Entfremdung. Ja, guten Tag Tom.
[0:08] Guten Tag liebe Zuhörerinnen und Zuhörer vom Podcast das Hamburger Abendblatt.
[0:12] Wenn Eltern Feinde werden.
[0:14] Jetzt auch mal wieder live im Studio, Tom. Du warst ja bei deinem Profi unterwegs.
[0:18] Ja. Jetzt wieder in Hamburg.
[0:20] Heute sprechen wir mal wieder zu zweit und wollten etwas persönlicher werden
[0:24] und vielleicht mal etwas mehr ausloten, wie man so in bestimmte Situationen reingerutscht ist.
[0:33] Wir hatten in einer Folge das Thema bei dir, das ist eine Richterin,
[0:39] hast du damals gesagt, oder ein Richter hatte vorgeschlagen,
[0:41] oder ein Gutachter hatte vorgeschlagen,
[0:43] bei deinen Kindern, dass ihr diese 14-Tage-Regelung habt, 14 Tage Kinder bei
[0:49] dir, 14 Tage bei der Mutter und du damals aus bestimmten Gründen diese Regelung
[0:53] abgelehnt hast. Warum hast du damals abgelehnt und warum bereust du es heute?
[0:57] Ja, auch erst noch einmal herzlich willkommen von meiner Seite aus.
[1:02] Ja, das war in der Tat der erste Gutachter, der das erste psychologische Gutachten erstellt hat.
[1:08] Also sprich ein, zweimal fanden dort Besucher statt, wo er dann quasi sehr zurückhaltend
[1:14] beobachtet hat, wie die Kinder mit mir umgehen, wie ich mit den Kindern umgehe.
[1:17] Das geschah dann in meinen vier Wänden und natürlich auch in dem Haus der Mutter.
[1:24] Wie lange war der gute Arter da?
[1:26] Der war eigentlich, ja, der war gar nicht so lange da, weil er hatte eigentlich
[1:30] relativ schnell, ich glaube in einer halben Stunde gesehen, Mensch,
[1:33] es läuft alles sehr, sehr, sehr harmonisch.
[1:36] Die Kinder sind gerne hier, man kümmert sich vernünftig um die Kinder und insofern
[1:43] war das relativ schnell wieder beendet.
[1:46] Also ich glaube, ich glaube insgesamt waren das zwei Besuche oder drei.
[1:51] Okay, dann kam der Vorschlag, wie nennt man das, 14 Tage, gibt es da noch einen
[1:56] bestimmten Begriff? Oder nicht 14-täglich?
[1:58] Wechselmodell. Wechselmodell, genau. Wechselmodell. Ja, das hatte er mir damals,
[2:02] also zumindest hat das Gutachten oder hätte das Gutachten die Grundlage für
[2:07] eine Beantragung des Wechselmodells, hätte es hergegeben.
[2:11] Ich ging aber davon aus, damals zumindest noch, dass wir das schon hinbekommen
[2:15] unter Erwachsenen, unter Eltern.
[2:19] Dass das jetzt quasi nur mal so ein Streit war, wo man jetzt sieht,
[2:25] Mensch komm, jetzt läuft es doch und Kinder sind froh bei der Mutter zu sein
[2:30] und auch froh bei mir zu sein. Jetzt ist doch mal Schluss.
[2:34] Deswegen habe ich es im Prinzip nicht gemacht, weil das hätte dann auch wieder
[2:38] diverse Gerichtsverfahren nach sich gezogen. Und ich hatte auch so ein Gefühl,
[2:44] dass das die Mutter auch nicht einfach so hinnehmen würde.
[2:48] Und das hätte dann wiederum, wie ich gerade schon gesagt habe,
[2:53] das hätte wieder weitere Komplikationen mit Sicherheit gegeben und diverse Verfahren.
[2:57] Und da habe ich gesagt, nee komm, es läuft doch gerade gut und jetzt habe ich
[3:03] einfach mal die Hoffnung, dass es jetzt auch so weitergehen wird. Wie lange ist es hier?
[3:07] Oh Gott, das ist zehn Jahre. Sie waren daum, ne? Ja, sie waren daum, zehn.
[3:16] Aber bei mir war es ja nicht annähernd so dramatisch wie bei dir,
[3:22] aber ich hatte ja vor einer Weile eine...
[3:28] Etwas längere Beziehungen und da hat sich im Laufe der Zeit eben auch herausgestellt,
[3:32] dass da versucht worden ist, mich von den Kindern zu entfremden sozusagen.
[3:38] Das habe ich am Anfang gar nicht gemerkt.
[3:40] Und ich habe nur gemerkt, dass ich die Kinder manchmal weniger sehe als früher.
[3:44] Aber deine Kinder, in welchem Alter war das? Wie alt waren deine Kinder?
[3:48] Puh, das ist jetzt so drei, vier Jahre her oder so.
[3:59] Und da war eben, das habe ich wie gesagt am Anfang nicht gemerkt,
[4:04] aber ich muss auch selbstkritisch sagen, ich habe es vielleicht nicht merken
[4:06] wollen, weil ich auch jemand bin, der gerne Konflikten aus dem Weg geht,
[4:09] der also eher eigentlich Harmonie vorzieht und habe mich da auch vor Gesprächen gedrückt und so.
[4:17] Und habe dann gemerkt in Gesprächen mit der Mutter der Kinder,
[4:22] mit der ich ja nach wie vor sehr auskomme und umgekehrt, dass da was ist und
[4:26] habe das nicht ernst genug genommen.
[4:28] Und manchmal kommt man ja dann in so einen Strudel rein oder in so einen Tunnel
[4:31] rein und kann gar nicht mehr links und rechts blicken.
[4:36] Und das hat eine ganze Weile lang, es hat eine ganze Weile lang,
[4:39] ist das so gelaufen, bis ich gemerkt habe, ich muss jetzt hier auf die Bremse treten,
[4:43] und mich auch trennen, weil meine Kinder eben in dieser Beziehung nicht die
[4:48] Rolle spielen sollten, von der ich denke, dass sie spielen, nämlich immer die erste Rolle.
[4:52] Kind ist ja immer Kids First, wie wir sagen. Absolut.
[4:55] Tom, aber ich frage mich heute immer noch, wie kann das sein,
[4:59] dass ich als Erwachsener, halbwegs erwachsener Mensch in so eine Situation reinrutsche.
[5:04] Hast du da noch eine andere Idee? Ja, bei mir war es ja ähnlich.
[5:07] Also ich glaube schon, man muss da ein bisschen unterscheiden,
[5:10] dass es mit Sicherheit Väter und
[5:12] Mütter gibt, die so eine Entfremdung vorantreiben, bewusst und unbewusst.
[5:19] Ich bin fast der Meinung, da steckt immer schon irgendwie ein Plan dahinter.
[5:23] Das entsteht nicht mal so, ich wache mal morgens auf und fange jetzt an,
[5:27] die Kinder zu entfremden.
[5:29] Ich glaube, zumindest vermute ich es in meinem Fall, dass das nicht so spontan
[5:35] gekommen ist, diese Idee, warum auch immer.
[5:38] Also ich habe ja auch schon gesagt, die Mutter meiner Kinder hat sich damals
[5:42] von mir getrennt. Wir haben keine Probleme gehabt, dass man jetzt sagt,
[5:47] wir haben uns gegenseitig betrogen mit anderen Menschen.
[5:51] Das war alles nicht da. Es herrschte in die Gewalt.
[5:55] Es funktionierte halt irgendwann nicht mehr ab einem gewissen Punkt.
[5:58] Und dann schraubt sich das irgendwie bei einigen Menschen, die sowas machen,
[6:03] dann irgendwie in Sphären hoch.
[6:05] Da denkst du überhaupt nicht dran.
[6:07] Also dann kommt eins zum anderen und du denkst, ja gut, das war es jetzt.
[6:10] Einmal ein bisschen gestritten, dann wurde das und das gemacht und dann ist
[6:14] es jetzt auch mal vorbei.
[6:14] Aber irgendwie geht es immer, immer weiter.
[6:17] Und das war es zumindest bei mir so.
[6:20] Und ich glaube schon rückblickend, dass das, ohne jetzt der Mutter da zu nahe treten zu wollen,
[6:27] ich sage ja auch immer, ich oder wir machen ja auch diesen Podcast nicht oder
[6:33] haben auch das Buch Briefe für meine Kinder nicht geschrieben aus Hass oder
[6:36] Gräul. Auf keinen Fall, nein.
[6:38] Für mich war es in dem Fall wichtig, auch einen Weg,
[6:43] so ein Mosaiksteinchen, diese gesamte Thematik auch für mich einfach mal zu
[6:47] verarbeiten und natürlich auch in die Öffentlichkeit zu bringen,
[6:50] sodass mehr darüber gesprochen wird. Und das ist der Ansatz gewesen.
[6:54] Und dann natürlich noch, ganz klar, dass irgendwann meine Kinder,
[6:57] zu denen ich ja mittlerweile null Kontakt habe, das mal alles lesen werden.
[7:03] Und dann vielleicht doch mal die zweite Seite der Medaille an sich heranlassen
[7:07] und es mal wirken lassen. Was ist wirklich passiert und wie ging es mir in der
[7:13] Zeit, wie ging es meiner gesamten Familie in dieser Zeit auch.
[7:17] Dass kein Tag, keine Minute irgendwie verging, wo ich nicht an sie gedacht habe.
[7:23] Und ja, also ich glaube, in meinem Fall war das schon alles so ein bisschen
[7:29] durchgetaktet und geplant.
[7:31] Ich weiß auch nicht, warum ich es nicht erkannt habe. Ich wurde auch noch nie
[7:34] mit so einem Thema konfrontiert.
[7:36] Also muss man da einfach auch mal sagen, für mich war das ja auch alles neu.
[7:40] Ich meine, das Verrückte bei mir ist ja ehrlich gesagt, wir haben ja zusammen
[7:42] das Buch gemacht und ich war sozusagen mit der Thematik, die mir natürlich vorher auch fremd war,
[7:48] weil sie eben nicht so in der Öffentlichkeit behandelt wurde und erst durch
[7:55] deinen Fall in Tüdelchen ich ja auf diese Eltern-Kind-Entfremdungsthematik aufwärts
[8:00] angeworen bin, wir haben ja das Buch zusammen gemacht,
[8:02] dann hätte man ja denken können, dass ich da sensibilisierter bin,
[8:05] ehrlich gesagt, für diese Thematik.
[8:07] Und trotzdem bin ich eben in eine Beziehung gegangen, die sich eben als nicht
[8:11] gut herausgestellt hat.
[8:13] Und als ich mir dann eben wirklich mal sehr bewusst klargemacht habe,
[8:20] wie würde es eigentlich mir gehen, wenn ich jetzt meine Kinder einige Jahre
[8:22] lang nicht sehen würde, war mir klar, das geht nicht.
[8:25] Da geht dann eben nur eine Trennung und sonst droht man die Kinder zu verlieren.
[8:35] Das wäre ja völlig irre gewesen. Also ich bin sehr froh, dass ich da noch die
[8:38] Notbremse gezogen habe und ich bin auch sehr froh, dass ich Freunde und Freundinnen
[8:41] hatte, die mich darauf ausgesagt haben und die mich auch unterstützt haben in dieser Sache.
[8:47] Aber ich will sagen, man ist davor eben auch nicht gefeit und ich glaube,
[8:51] man ist davor deswegen auch nicht gefeit, Tom, weil man sich mit dem Thema natürlich
[8:56] erst dann auseinandersetzt, wenn man eben tatsächlich selbst betroffen ist.
[8:59] Und jemandem zuzutrauen, ich will jetzt gar nicht so unterstellen.
[9:04] Zuzutrauen, dass er systematisch versucht, dich von deinen Kindern zu entfremden,
[9:09] das ist ja auch schon, ich sage mal vorsichtig, ein ziemliches Ding.
[9:14] Also da bringt man jemandem ja doch ganz schön das Misstrauen entgegen und vielleicht
[9:18] will man sich das auch nicht eingestehen, dass man sich da eben im Partner oder
[9:23] auch in der Partnerin vertan hat, oder?
[9:25] Wie siehst du das? oder? Ja, also.
[9:30] Das hätte ich mir nie erträumen lassen, dass es mal so weit kommt.
[9:35] Aber vielleicht war das bei mir auch noch, ich hatte es glaube ich auch schon
[9:38] mal in einer Folge erwähnt, die Mutter meiner Kinder hat dann ja nochmal geheiratet.
[9:42] Ich war ja nicht mit ihr verheiratet.
[9:44] Sie war für viereinhalb Jahre dann nochmal verheiratet. Sie hat noch ein Kind
[9:48] bekommen und natürlich bist du da auch so ein bisschen dann als Freizeitpapi,
[9:53] der seine Kinder alle 14 Tage sieht, die Kinder aber im Prinzip mit dem neuen
[9:57] Ehemann im Haus leben. Aufwachsen nicht?
[10:00] Quasi auch aufwachsen, dann bist du halt irgendwie so das fünfte Rad am Wagen.
[10:05] Und dann will dann wahrscheinlich, oder wollte in meinem Fall die Mutter sagen,
[10:10] Moment, hier ist ja jetzt eine neue Familie, was will denn der noch so?
[10:13] Und obwohl ich, hatte ich auch schon mal erwähnt, eigentlich einen ganz guten
[10:16] Draht zu dem Ex-Mann hatte, da war schon eine gewisse Zeit eine Brücke zu meinen Kindern.
[10:25] Ja, aber im Grunde rückblickend ist das natürlich irgendwie dann ja auch nicht
[10:31] vielleicht so gut gewesen.
[10:33] Ja, ich meine, ich gönne jedem das neue Glück. Ja, also um Gottes Willen.
[10:37] Aber ich glaube, dass dann dieser Gedanke so jetzt habe ich hier was Neues und
[10:40] jetzt kommt der biologische Papi hier noch alle 14 Tage und wir wollen doch
[10:47] auch mit unseren Kindern dann in Urlaub fahren.
[10:49] Aber jetzt hat er die Hälfte der Ferien auch noch, dann ist das bei uns wieder so hin und her gerissen.
[10:55] Ich glaube, das war auch bei mir so ein Punkt, der dann letzten Endes dahin
[10:58] geführt hat, dass ich einfach ausradiert werden sollte, weil ich war ein störenfriediger.
[11:05] Ja, das war bei mir, glaube ich, insofern etwas anders, als ich das Gefühl hatte,
[11:12] dass es da eben sehr, was meine Person noch anbelangt, eben auch sehr um Vereinnahmung ging sozusagen.
[11:19] Und dass da meine Kinder eigentlich eher gestört haben und jeder hat ja auch
[11:24] ein anderes Persönlichkeitsbild und so.
[11:26] Nur ich, wie gesagt, nach wie vor bin ich eigentlich fassungslos,
[11:29] stehe sozusagen vor mir selber fassungslos da und denke, warum habe ich das
[11:33] eigentlich so lange mitgemacht?
[11:34] Und ich konnte mich dann hinterher nur bei meinen Kindern entschuldigen,
[11:39] dass ich so in diesem, wie hast du das finde, in so einer Spirale war und ich
[11:45] hatte das Gefühl, da komme ich irgendwie nicht mehr alleine raus.
[11:49] Ja, also es war schon so bei mir, dass es einige Menschen in meinem privaten
[11:53] Umfeld gab, die mal gesagt haben, Mensch Tom, also irgendwie habe ich da ein
[11:57] komisches Gefühl, irgendwas läuft da nicht rund bei euch und so.
[12:01] Aber heißt ja auch nicht umsonst, Liebe macht blind, ja.
[12:04] Und ich habe die Mutter meiner Kinder geliebt, also nochmal,
[12:09] auch wenn das meine Kinder mal eines Tages geliebt.
[12:12] Hoffentlich hören, was wir hier alles so besprechen, das sind keine Zufallskinder.
[12:18] Also das ist alles aus Liebe geboren.
[12:21] Und insofern habe ich das vielleicht auch nicht sehen wollen oder nicht erkennen wollen.
[12:25] Ich weiß es letzten Endes auch nicht. Aber ich glaube, das hat mich auch ein
[12:28] bisschen alles blind und so ein bisschen vernebelt gemacht.
[12:33] Wir kriegen ja doch relativ viel Feedback auf unserem Podcast,
[12:38] wenn Eltern Feinde werden.
[12:39] Und die große Überschrift ist ja eigentlich bei fast allen Müttern oder Vätern,
[12:44] die sich melden bei uns, dass sie froh sind, dass das Thema überhaupt mal in
[12:49] die Öffentlichkeit kommt.
[12:50] Also uns beiden war glaube ich klar, dass das Thema mehr so unter dem Radar läuft.
[12:54] Und dann eben, gut, jetzt haben wir eben diesen doch relativ spektakulären Prozess
[12:59] um die Familie Block und Christina Block in Hamburg.
[13:02] Und da geht es natürlich auch um das Thema Entfremdung. Gerade im letzten Prozess
[13:06] war das wohl, weil sie ja ihrem Ex-Mann vorwirft, der habe systematisch dich entfremdet.
[13:12] Aber ohne diesen Prozess würden
[13:14] wir wahrscheinlich noch mehr allein auf weiter Flur stehen sozusagen.
[13:18] Und ich muss ja auch sagen, bevor ich dich kennengelernt habe,
[13:20] war das für mich eben auch, wir kennen es ja schon lange, aber bevor ich deine
[13:23] Thematik, persönliche Thematik noch genauer verstanden habe,
[13:26] in Sachen Buch, war das mir auch völlig fremd.
[13:30] Und man merkt ja auch immer wieder in seinem Umfeld, ich weiß nicht,
[13:32] wie es dir geht, Auch jetzt im Moment, wenn ich angesprochen werde,
[13:34] dann werde ich ganz oft erstaunt angesprochen im Sinne von, ja,
[13:38] habt ihr eigentlich recht?
[13:40] Ist ja ein wichtiges Thema, aber habe ich ja noch nie was darüber gehört.
[13:44] Also ganz oft habe ich noch nie was darüber gehört. Ich meine,
[13:46] wir reden davon, haben wir auch schon öfter gesagt, dass man schätzt,
[13:49] jedes Jahr sind 60.000 Kinder davon betroffen.
[13:52] Plus Freunde, Freundinnen, Verwandtschaft, also einige hunderttausend Menschen
[13:55] sind jedes Jahr von Eltern und Kindern erfrieren worden.
[13:57] Und dann hört man den Satz, habe ich ja noch nie was davon gehört.
[14:01] Woran liegt das von? Ja, ich meine, wir machen das ja wirklich schon ein bisschen länger.
[14:05] Und ich war ja nur noch öfter mal bei Sat.1 im Futschwecksfernsehen,
[14:09] viele Zeitungsberichte über diese schlimme Thematik gehabt und so.
[14:14] Und dann kam im Prinzip dann der Fall Block, was dem Ganzen dann natürlich nochmal
[14:19] in Anführungszeichen einen Push gegeben hat, medial gesehen.
[14:23] Wenn auch mir ehrlich gesagt teilweise viel zu...
[14:27] Sensationell oder sensationslüstern und sowas. Was da an Spekulationen auch
[14:31] teilweise befördert wird, finde ich total übertrieben und ist wohl so bei so
[14:35] einem Prozess, wenn es um eine prominente Familie geht.
[14:37] Leider. Ja, genau. Entschuldigung, wollte ich nicht unterbrechen.
[14:42] Ja, aber was soll man sagen?
[14:45] Es ist halt immer noch, obwohl das so viele, wie du schon richtig gesagt hast,
[14:49] Hunderttausende im Endeffekt dann ja betrifft, wird immer noch,
[14:52] ist das anscheinend immer noch nicht in der Politik angekommen.
[14:55] Du hast mir vorhin nochmal zu Recht erzählt, wir haben ja mehrere Politiker angesprochen.
[14:59] Und ein ehemaliger Minister hat abgesagt, weil er so einen anstrengenden Job
[15:03] hatte in Berlin, der Arme, dass er gerade sowas nicht machen kann.
[15:07] Dann haben wir beide fast schon geweint. Aber wir haben auch noch andere angeschrieben,
[15:10] übrigens aus anderen Parteien auch.
[15:13] Und da kam nie eine Antwort. Das ist natürlich total frustrierend,
[15:16] muss ich ja sagen. Also zumal es teilweise Leute sind, die in der Öffentlichkeit
[15:21] gerne mal so tun, als würde das Thema sie interessieren.
[15:24] Jetzt hätten sie die Chance, in einem Podcast aufzutreten und antworten uns nicht mal. Was sind das?
[15:28] Ich gebe die Hoffnung nicht auf und ich werde nicht lockerlassen und werde diesen
[15:33] Politiker noch mehrmals anschreiben.
[15:38] Wie du schon gesagt hast, zum Glück. Und es ist ja wunderschön,
[15:42] dass unser Podcast wirklich sehr, sehr viele Menschen erreicht,
[15:45] viele Zuhörer. Wir haben immer einmal in der Woche am Montag im Hamburger Abendleiter
[15:49] einen begleitenden Artikel zu den neuen Folgen.
[15:52] Nun können wir vielleicht auch was vorweisen, was dann vielleicht doch mal dem
[15:56] einen oder anderen Politiker dazu bewegt, zu sagen, ach Mensch,
[15:59] ja, oh ja, das ist ja doch eine Sache, da müsste ich mich jetzt vielleicht mal zu äußern.
[16:04] Wenn ich denn schon so tue auf Instagram und dass mir diese Thematik so wichtig
[16:09] ist, sind wir jetzt, glaube ich, in der Position zu sagen mit unserem Podcast,
[16:13] wenn Eltern Feinde werden, ja, hier bist du richtig.
[16:16] Aber ist es vielleicht auch so, dass dann manche Politiker oder auch Politikerinnen
[16:20] so ein bisschen kalte Füße kriegen, weil sie das Gefühl haben,
[16:24] jetzt muss ich vielleicht zwischen Müttern und Vätern unterscheiden und ich will ja sagen,
[16:29] Ich will aber beide als Wählerinnen und Wähler ja auch erreichen oder so.
[16:32] Also ich meine, das ist ja gar nicht, eigentlich ist es ja nicht,
[16:35] ich meine, wir werden ja nicht die einzigen sein, die sich an bestimmte Politiker
[16:39] in ihren jeweiligen Politikerinnen in den Wahlkreisen wenden mit so einer Thematik.
[16:43] Also da muss man ja ganz oft leider das Gefühl haben, dass dann entweder nicht
[16:48] geantwortet wird oder gesagt wird, ja, das Thema ist ja eigentlich eher marginal,
[16:51] aber es ist ja nicht marginal.
[16:53] Ja gut, aber man kann damit anscheinend ja nicht viel Wählerstimmen gewinnen,
[16:56] das ist ja wohl der Punkt. Und
[16:57] dann sagen sich wahrscheinlich viele Politiker, ja, dann lassen wir es.
[17:01] Ja, ich glaube, du machst ja damit auch keine Freunde innerhalb der Politik,
[17:08] weil es ist ja nun mal leider Gottes und völlig unverständlich so,
[17:15] dass das Bundesverfassungsgericht ja dieses Thema,
[17:19] ja, es gibt keine Eltern-Kind-Entfremdung.
[17:22] Ja, also das heißt, ist gleich, es gibt keine Manipulation, also sowas zu behaupten ist ja total irre.
[17:30] Ja, vielleicht irre auch, aber vor allen Dingen scheint es mir realitätsfremd zu sein.
[17:35] Total, total. Aber das zeigt ja, in was für Kreise man sich dort in der Politik bewegt.
[17:41] Und wenn man da natürlich sagt, ne Moment mal, also das ist ja ganz anders.
[17:46] Dann macht man sich mit Sicherheit keine Freunde. Ich glaube,
[17:48] da gehört schon eine Menge Courage und Rückfahrt dazu, würde ich mir wünschen,
[17:52] dann in dem Fall, wenn man das denn schon so aufs Tableau bringt.
[17:57] Habe ich dann bitte auch noch das Restrückgrat sozusagen da und ziehe es dann
[18:03] auch durch. Egal, was da mit mir passiert.
[18:05] Wenn mir ein Thema wichtig ist, dann setze ich mich dafür ein.
[18:09] Und mache mal ein Worst und Best Case. Was könnte passieren,
[18:12] wenn ich das jetzt, habe ich ja im Prinzip auch.
[18:16] Ich habe mir auch immer gedacht, Mensch, was könnte im schlimmsten Fall passieren,
[18:20] wenn ich jetzt mit dieser Thematik, mit meiner persönlichen Geschichte in die Öffentlichkeit gehe.
[18:24] Das weiß ich noch am Anfang, dass du da große Skepsis hattest.
[18:30] Kann ich auch verstehen.
[18:33] Wie werden mich da auch Freunde, Freundinnen, Bekannte, Geschäftspartner,
[18:37] Geschäftspartnerinnen eigentlich behandeln?
[18:41] Denken die jetzt, ich bin der Ober-Egoist? Das war für dich ein großes Problem.
[18:45] Absolut, ja. Aber das habe ich noch von meinem Vater gelernt.
[18:49] Bei jeder Entscheidung, mach dir immer in deinem Kopf den Worst und den Best
[18:52] Case. Dann wirst du nicht überrascht.
[18:55] Und es war gut in dem Fall bei der letzten Verhandlung, dass ich mir den Worst
[18:59] Case ausgemalt habe, denn der ist dann letztendlich eingetreten.
[19:02] Ich habe aufgrund dessen dann noch das Sorgerecht verloren.
[19:05] Aufgrund des Buches. Aufgrund des Buches, aufgrund, dass ich darüber in der
[19:09] Öffentlichkeit berichte. und das hat mich dann schon ziemlich irritiert, um es mal so zu sagen.
[19:16] Das kann ich. Aber so ist es, wenn man sich für Dinge einsetzt.
[19:19] Kann sowas halt passieren. Aber das muss man sich bewusst sein.
[19:23] Und wenn man dann wirklich ehrlich kämpft, so wie wir das ja auch tun, es geht um die Thematik.
[19:30] Es geht ja nicht um irgendwelche kleinlichen... Es geht um keine persönliche
[19:34] Erwendung oder sowas. Null. Absolut null.
[19:39] Und wir hätten ja jetzt auch sagen können, ach Gott, jetzt habe ich das Sorgerecht auch noch verloren.
[19:43] Jetzt höre ich auf damit. Weil was soll ich noch? Aber nein,
[19:47] es geht ums Thema. Und darum ging es mir immer.
[19:51] Ich frage mich manchmal, wenn wir uns so sehen, deine beiden Kinder leben ja
[19:59] gar nicht so weit weg von dir entfernt.
[20:01] Das heißt, es gibt ja sicherlich mal die Chance, dass man sich dann vielleicht
[20:03] doch mal über den Weg läuft. Es ist ja ganz merkwürdig, man wohnt in einer Straße
[20:07] ein Jahrzehnt lang und plötzlich lernt man einen Nachbarn kennen,
[20:10] der wohnt drei Häuser weiter und da erfährt man, der wohnt drei Häuser weiter. Ja, ja.
[20:15] Also ich meine, irgendwo ist auch nur 400 Meter von mir entfernt,
[20:17] wir sehen uns auch nie. Genau.
[20:19] Aber wie wäre das denn für dich, wenn du jetzt plötzlich eines deiner Kinder sehen würdest?
[20:26] Wüsstest du, wie du dich verhalten würdest? Ich habe wirklich keine Ahnung.
[20:29] Das kommt mit Sicherheit darauf an. Sehe ich sie alleine? Ist die Mutter irgendwo in der Nähe?
[20:33] Allein. Alleine. An der Ampel. Ja. Ich stehe zufälligerweise neben,
[20:38] an der Ampel, habe es vielleicht gar nicht mehr gemerkt und plötzlich wird grün
[20:41] und ihr seht, oh, ist ja mein Sohn, oh, ist ja mein Papi.
[20:46] Hm, ich würde anhalten, klar.
[20:48] Also ich würde jetzt nicht irgendwie gucken, sondern ich würde anhalten und, und...
[20:55] Ja, ihm Hallo sagen und versuchen, Mensch.
[21:00] Ja, was sagst du so, seit nach sechs, knapp sieben Jahren, ja,
[21:05] vielleicht mal, Mensch, hast du kurz Zeit, wollen wir vielleicht irgendwo uns
[21:08] in einen Kaffee setzen, eine Cola zusammen trinken oder entspannt,
[21:12] easy, ohne, ja, ohne jetzt da irgendwie Druck aufbauen zu wollen.
[21:15] Ach, wir müssen jetzt mal dringend reden, was ist passiert, wo warst du?
[21:19] Nee, einfach versuchen, ja, eigentlich mehr so auf der freundschaftlichen Ebene,
[21:23] sich wieder versuchen anzunähern.
[21:27] Und ich meine, letzten Endes ist es ja so, die Kinder tragen auch 50 Prozent von mir in sich.
[21:33] Und ich würde einfach versuchen, emotional diese 50 Prozent versuchen anzusprechen.
[21:40] So, wie würde ich denn reagieren?
[21:43] Aber auf jeden Fall selbstverständlich würde ich die Gelegenheit nutzen und
[21:46] würde anhalten und versuchen mit ihm zu sprechen,
[21:50] auch wenn es so ein nettes Hallo ist, wie geht es dir bist du gesund, alles in Ordnung,
[21:54] und wenn er oder sie dann meint so dann jetzt tschüss oder so aber zumindest
[22:00] man hat mal wieder gesprochen und man ist nicht du machst dir auch ständig Gedanken
[22:05] so, denken überhaupt die Kinder noch an dich?
[22:08] Oder haben sie dich schon völlig aus dem Gedächtnis gelöscht Was ich nicht glaube.
[22:13] Also ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass sowas nach all den Jahren,
[22:17] die man ja auch zusammen erlebt hat, dass das so ist. Also ich glaube es nicht.
[22:22] Ja, in dem Blog-Prozess haben wir ja gehört, dass Frau Block ja dem...
[22:27] Vater der Kinder ja vorwirft, dass er eben versucht sozusagen,
[22:31] die Erinnerung an sie auszuradieren.
[22:35] Das ist natürlich total radikal. Ich weiß nur, als wir eben angefangen haben,
[22:39] das Buch zu schreiben, da warst du natürlich auch emotional noch viel,
[22:44] du bist jetzt auch emotional involviert, aber du warst natürlich sozusagen noch
[22:47] mittendrin, weil die ganzen Prozesse liefen.
[22:50] Und da weiß ich auch noch, dass es dir schwer gefallen ist, jeden Tag,
[22:56] wie man das so macht als freier Unternehmer, auch hart zu arbeiten.
[22:59] Da gab es dann manche Tage, wo du auch richtig durchgehangen hast und wo eben,
[23:04] Büro ausgefallen ist. Absolut, absolut, ja. Wie ging es dir dabei?
[23:09] Ja, nicht gut, weil du sitzt da alleine im Staßens Lehre.
[23:14] Ich habe in der Zeit auch nicht mit vielen Menschen darüber gesprochen,
[23:16] also sicherlich zu Anfang mit meinen Eltern, aber irgendwann habe ich mir dann
[23:19] für mich gesagt, ich will da jetzt auch keinen mehr belasten mit.
[23:22] Und dann sitzt du rum und bist nicht fähig, irgendwas zu machen, bist wie gelähmt.
[23:29] War das falsch, zu sagen, ich will da niemanden mit belasten?
[23:33] Tja, also ich hatte ja auch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen können.
[23:41] Habe ich auch gemacht, ja.
[23:43] Für anderthalb Jahre habe ich das auch gemacht. Das kann ich auch nur jedem
[23:47] empfehlen, sowas zu machen. Ja, das ist nicht schlimm.
[23:50] Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern auch eher von Stärke sich zu stellen
[23:53] und auch bei sich mal zu gucken.
[23:55] Weil natürlich machst du dir
[23:56] auch gedankst, aber das habe ich ja nicht gemacht, dass es so weit kommt.
[23:59] Also ich habe mir jetzt fast ein Jahrzehnt darüber den Kopf zerbrochen und bin
[24:05] sicherlich mal wie jeder Vater, wie jede Mutter, wie auch mal meine Eltern oder
[24:11] deine mal zum Punkt gekommen. Natürlich liegt nicht immer alles glatt, ja.
[24:15] Und man wird auch zwischendurch mal laut, ja, kann passieren.
[24:17] Ja, das auch vielleicht, aber es war weder irgendwie Gewalt oder noch irgendwas
[24:22] im Spiel, sondern ganz normale Eltern-Kind-Dinge, die in jeder Familie vorkommen.
[24:30] Aber mehr ist mir dazu auch nicht eingefallen. Also ich weiß es nicht,
[24:33] wie man so etwas tun kann, außer eben man hat selber psychische Probleme.
[24:38] Wir haben es ja auch gehört, bei Tim Kort, der bei uns zu Gast ist,
[24:44] aber auch bei einem anderen Gast.
[24:45] Dass man das ja unter Umständen sogar in sein weiteres Erwachsenenleben mit
[24:49] hineinträgt sozusagen,
[24:51] dass man die Erfahrung gemacht hat der Entfremdung als Kind bei den eigenen
[24:55] Eltern und dass man das aber dann aus welchen Gründen auch immer tatsächlich
[24:59] mit in sein Erwachsenenleben nimmt und auch teilweise Schwierigkeiten hat,
[25:03] entweder in Beziehung mit dem jeweiligen anderen Geschlecht oder wie auch immer.
[25:07] Oder eben auch, wenn man verheiratet ist und Kinder hat, dass man tatsächlich
[25:11] eigentlich die Fehler macht, die die Eltern gemacht haben. Wie kann das denn sein?
[25:17] Ja, also ich hoffe es nicht, meine Kinder da mal irgendwann...
[25:23] Darunter leiden oder, aber man kann es natürlich nicht ausschließen.
[25:26] Also irgendwie, natürlich haben sie was mitgenommen aus dieser Zeit.
[25:30] Und irgendwie wurde ihnen ja sozusagen vorgelebt, jetzt in meinem Fall,
[25:37] pass auf, man kann auch so hervorragend leben, es braucht eigentlich gar keinen Vater.
[25:43] Und was natürlich eigentlich völlig falsch ist für Kinder.
[25:48] Ich weiß auch noch, mein Vater, beruflich sehr erfolgreich, saß zu Spitzenzeiten
[25:54] irgendwie 300 Tage pro Jahr im Flieger und war geschäftlich unterwegs.
[25:59] Das hast du ihn praktisch nicht gesehen. Den habe ich auch nicht so oft gesehen,
[26:02] aber trotzdem habe ich ihn ja noch nicht weniger geliebt und habe mich immer
[26:06] gefreut, wenn er gekommen ist.
[26:07] Und hatte dann natürlich auch das Glück, dass meine Mutter nicht berufstätig
[26:12] sein musste und für uns Kinder, für meine Schwester und für mich halt immer da war.
[26:16] Wir kamen aus der Schule, dann wurde Mittagessen gekocht und also insofern,
[26:22] obwohl ich jetzt nie meinen Vater so oft gesehen habe, war es ja wichtig, dass er da war.
[26:28] Und auch was ich jetzt so sehe zu meiner Nichte und meinem Neffen,
[26:33] also den Kindern von meiner Schwester, was er mit seinen 85 Jahren und auch
[26:38] davor die Jahre immer noch für die beiden macht und tut und ist natürlich sehr,
[26:43] sehr, sehr schön zu sehen.
[26:44] Ich finde das sehr, sehr toll für die beiden, dass sie so einen aktiven Großvater
[26:48] haben, der ihnen die Welt zeigt und immer ein offenes Ohr hat mit Rat und Tat
[26:52] zur Seite steht, mit seiner Weisheit.
[26:55] Hätte ich mir auch gewünscht, dass meine Kinder das auch haben können und das
[26:59] ist ihnen halt verwehrt.
[27:04] Sind denn deine Eltern noch optimistisch, dass sie zu Lebzeiten nochmal ihre Enkelkinder sehen?
[27:12] Belastet sie ja auch sehr, denke ich mir. Belastet sie auch sehr,
[27:15] ja. Belastet sie auch sehr.
[27:18] Ich glaube ja immer, es kommt alles so, wie es kommen soll und irgendwas hat
[27:21] immer einen tieferen Sinn, wie die Dinge passieren.
[27:25] Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass, wo du vorhin gesagt hast,
[27:29] wenn ich vielleicht mal meinen Sohn oder meine Tochter an der Ampel sehe,
[27:32] ich könnte mir fast vorstellen, dass mein Vater oder meine Mutter das vielleicht
[27:38] sogar mal eher passiert.
[27:40] Weil es ist ja eigentlich auch völlig unverständlich, dass die beiden keinen Kontakt zu denen haben.
[27:46] Weil bei mir im Verhältnis ist ja auch nichts passiert, aber bei den beiden
[27:51] ist ja schon mal nichts passiert. Ja.
[27:55] Und, aber klar, für die beiden, um Gottes Willen, ich mache meinen Kindern ja
[27:59] nie einen Vorwurf, die sind jetzt 16 und 14, ja, die können ja nun überhaupt nichts dafür,
[28:05] dass sie da jetzt nicht mal einen Schritt machen oder so, das werde ich ihnen
[28:09] auch nie zum Vorwurf machen, ja, weil ich weiß ja letzten Endes nicht,
[28:14] unter welchem Druck sie zu Hause auch stehen mögen, ne?
[28:17] Ja, das ist natürlich, man ist dann natürlich sozusagen sehr vorsichtig.
[28:26] Aber ich meine gerade, wenn du sagst 12 und 16, wenn ich mir vorstelle,
[28:28] dass du dann... 14 und 16. 14 und 16, Entschuldigung.
[28:31] Dass du dann so lange deine Kinder nicht gesehen hast in so ganz entscheidenden
[28:35] Entwicklungsphasen des Lebens, das ist mir Gott sei Dank ja in der Form nicht
[28:38] passiert, glücklicherweise.
[28:41] Ich habe da schon noch, glaube ich, viel mitbekommen und konnte hoffentlich
[28:44] auch an der einen oder anderen Stelle Abitur oder Studium oder so auch helfen
[28:49] und habe das ja auch mal sehr, sehr gerne gemacht, muss ich sagen.
[28:54] Dein Sohn ist jetzt 16, das heißt, der macht wahrscheinlich in zwei Jahren Abitur.
[28:59] Gehe ich stark von aus. Gehen wir mal von aus. Das heißt, du kannst ihm im Abitur
[29:03] jetzt auch nicht helfen.
[29:04] Nein, also ich glaube jetzt auch mal nicht, dass ich da irgendwie bei der Abschlussfeier
[29:09] dabei sein werde. Zu schweigen davon, ja.
[29:12] Da gehe ich jetzt mal zu 100 Prozent nicht davon aus, dass das so sein wird.
[29:16] Also ich glaube, wenn sich da was ergibt, eine Annäherung ergibt,
[29:20] dann wird das, glaube ich, erst in dem Moment sein, wo, ja, also mein Sohn natürlich
[29:26] jetzt ein bisschen früher, weil er ein bisschen älter ist als meine Tochter,
[29:29] wenn er vielleicht ein bisschen flügge wird und vielleicht mal ein Praktikum
[29:33] macht in einer anderen Stadt oder ich glaube, ja, wenn vielleicht dieser Druck
[29:38] auch nicht mehr, der ja vorgeherrscht hat, Elternhaus dort,
[29:44] das weiß ich ja nun aus den Gutachten, da stand es ja auch drin,
[29:48] wenn dieser Druck dann vielleicht von ihm genommen ist oder dann habe ich da
[29:52] eher die Hoffnung, dass da mal was passiert.
[29:56] Aber davor nicht, also da mache ich mir auch nichts vor.
[30:02] Ja, manchmal steht man auch ein bisschen ratlos davor, muss man natürlich auch sagen.
[30:05] Also wir reden drüber und versuchen uns dadurch auch natürlich ein bisschen,
[30:10] dadurch selber weiterzukommen sozusagen mit anderen Menschen.
[30:12] Aber manchmal ist man eben auch ein bisschen ratlos und steht dann so vor so
[30:15] einer persönlichen Wand und weiß gar nicht, wie man dadurch jetzt den Zugang wiederfinden soll.
[30:24] Ich kann nur sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich meine Kinder auf ihrem
[30:27] Wege, soweit sie das denn wollen, tatsächlich begleiten kann.
[30:31] Ich bin ja ein bisschen älter als deine Kinder.
[30:34] 19 und 23 jetzt.
[30:37] Aber ich bin mir sicher, dass ich den Fehler, den ich vorher gemacht habe,
[30:42] diesen Konflikten aus dem Weg zu gehen, nicht mehr machen werde.
[30:44] Nee, das sollte man nicht. Aber das wird mir jetzt nicht mehr passieren.
[30:48] Zumal in meinem Alltag jetzt auch nicht mehr. Aber trotzdem habe ich immer schon
[30:51] noch ganz schön ein schlechtes Gewissen, muss ich sagen, zwischendurch.
[30:53] Und denke, Mensch, wie konnte das passieren?
[30:56] Wie konnte das passieren? Aber es hat eben auch was damit zu tun und deswegen
[30:59] hoffe ich, dass wir das hier und da ein bisschen was mit unserem kleinen Podcast bewegen können,
[31:04] dass man sich eben mit dem Thema tatsächlich nur beschäftigt,
[31:06] wenn man eben jemanden wie dich zum Beispiel kennengelernt hat,
[31:08] der eben davon direkt betroffen ist oder wenn man selber eben eine Erfahrung,
[31:12] die in die Richtung geht, gemacht hat.
[31:14] Aber ansonsten ist das eben ja doch einfach auch ein Thema, mit dem man sich
[31:19] eben nicht so gern beschäftigen möchte.
[31:21] Welches Elternteil möchte sich schon vorstellen, sechs, sieben,
[31:26] acht Jahre seine Kinder nicht zu sehen?
[31:29] Bei der Vorstellung wird mir ganz schwummrig, ehrlich gesagt,
[31:31] das kann ich mir nicht vorstellen.
[31:33] Und du konntest es wahrscheinlich, bevor du jetzt in diese Situation gekommen
[31:37] bist, konntest du es dir auch nie vorstellen, oder? Nein, nein, null, null, null.
[31:41] Aber egal, auch wen wir hier mal als Gast hatten oder was wir schon hier alles
[31:44] besprochen haben in unserem Podcast, es kommt halt immer wieder zu dem Punkt,
[31:48] damit sowas nicht passieren kann, muss einfach viel früher eingegriffen werden.
[31:54] Die Jugendämter, die Richter, alle, die beteiligt sind, Verfahrensbeistände
[31:59] etc., müssen einfach besser ausgebildet werden.
[32:02] Und wenn man sowas bemerkt, ich meine mittlerweile dürfte es auch beim letzten
[32:05] angekommen sein, dass es so etwas gibt.
[32:10] Und wenn sowas festgestellt wird, müssen hier einfach die Mühlen schneller mahlen
[32:15] und nicht Monate Zeit geben, alleine schon durch die Vergabe von entsprechenden
[32:22] Gerichtsterminen, dass es überhaupt so weit kommt.
[32:25] Und das ist halt der Punkt. Es muss einfach viel schneller werden.
[32:28] Oder warten auf Gutachten. Warten auf Gutachten.
[32:31] Oder auch, wie gesagt, wenn...
[32:35] Das Umgangsrecht nicht eingehalten wird, damit fängt es ja immer an.
[32:39] Vielleicht nochmal ein kurzer Schwenk. Ohne da jetzt, um Gottes Willen,
[32:42] ich will mich da jetzt nicht auf eine Seite schlagen, bin noch kein Jurist.
[32:47] Aber wenn man das in dem Fall Block sieht, wie das eigentlich mal begonnen hat,
[32:50] war es so, dass er die Kinder nicht nach dem Umgang zurückgebracht hat.
[32:55] Und so fängt es immer an, mit Umgang blockieren.
[33:00] Und wenn man sowas schon macht, dann muss da sofort gehandelt werden.
[33:04] Also, weil dann sind ja die Kinder noch nicht in dem Maße vermutlich so manipuliert
[33:11] und eingenordet, dass sie sich da mal irgendwann verweigern.
[33:14] Also, das dauert ja schon auch ein bisschen Zeit. Also, das war ja auch bei mir so.
[33:18] Also, das geht nicht so von heute auf morgen.
[33:22] Ich habe mal auch irgendwo gelesen…,
[33:24] Dass jedes Kind, also selbst wenn es Gewalt im Elternhaus gibt oder Alkoholismus,
[33:32] wie auch immer, ist das für ein Kind psychologisch nicht zwingend jetzt zu sagen, ich will da weg.
[33:38] Sondern wenn ein Kind sagt, es will nicht mehr zu der Mutter oder zum Vater,
[33:45] kannst du davon ausgehen, da ist Manipulation im Spiel.
[33:50] Wir sind dem Hamburger Abendblatt sehr dankbar, dass wir den Podcast hier unter
[33:54] sehr professionellen und freundlichsten Bedingungen produzieren können.
[33:59] Das möchte ich einfach nochmal an dieser Stelle aus sagen, weil das auch nicht
[34:04] selbstverständlich ist. Weil das eben ein Thema ist, wie gesagt,
[34:07] das eben immer noch mit hier und da als heißes Eisen angesehen wird.
[34:13] Und gut, wir hoffen, dass wir das ein oder andere Vorurteil mit unserem kleinen
[34:18] Podcast ein bisschen ausräumen können. Oder wie siehst du das, Tom?
[34:21] Ja, also wie gesagt, diese Möglichkeit ist wirklich sehr grandios.
[34:25] Auch dass wir da, also wir hatten ja mal auch geplant, das nur alle zwei Wochen
[34:32] zu machen. Und auch da hat er dann das Samuhrer Abend gesagt,
[34:35] Mensch komm, mach das mal wöchentlich.
[34:38] Gute Entscheidung, also muss ich sagen, toller Tipp gewesen.
[34:43] Und dass wir dann immer noch diese ja doch recht präsenten Artikel immer noch
[34:48] begleitend zu den Folgen bekommen,
[34:50] ist wirklich toll. Also auch von mir nochmal ganz, ganz lieben Dank.
[34:54] Tolle Redaktion hier, was wir hier erleben, ein wunderschönes Studio,
[34:59] was es auch ein bisschen leichter macht, über dieses Thema noch zu reden.
[35:04] Ja, dann bedanke ich mich für eure Zeit, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.
[35:10] Den ihr unserem Podcast geschenkt habt. Ja, vielen Dank fürs Zuhören,
[35:14] würde ich sagen. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss.

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