# "Ungeklärter Tod – Eine Familie sucht Antworten"

An episode of [Dieser eine Moment – Der Podcast mit Philipp Fleiter](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1754096105), 27 Jul 2025, 1 h 20 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1806-dieser-eine-moment-der-podcast-mit-philipp-fleiter/237094-ungeklaerter-tod-eine-familie-sucht-antworten.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69aaf1da6ba1a&awEpisodeId=237094

Unser Werbepartner für diese Folge ist die DEVK Altersvorsorge. Du willst noch mehr fürs Alter tun? Dann lass dich jetzt persönlich zur Altersvorsorge bei der DEVK beraten! https://www.devk.de/altersvorsorge Tamara Brünker lebt mit ihrer Familie in Villingen, ganz in der Nähe ihrer Eltern. Ihr Vater Dirk ist ein fester Teil ihres Alltags: 61 Jahre alt, liebevoller Großvater, hilfsbereit, ausgeglichen. Bis zum Abend des 24. Dezember 2022. An Heiligabend kehrt Dirk nicht von einer Verabredung in der Stadt zurück. Noch am selben Tag meldet ihn die Familie als vermisst. Die Polizei beginnt zunächst zügig mit der Suche, doch schon bald geraten die Ermittlungen ins Stocken – und Zweifel am Vorgehen der Behörden wachsen. Drei Monate später wird Dirk Brünkers Leiche am Ufer eines Flusses entdeckt. Die Polizei stuft den Fall als tragischen Ertrinkungsunfall ein und schließt die Akte. Doch für Tamara und ihre Familie bleiben viele Fragen unbeantwortet: Der Obduktionsbericht liefert kaum verwertbare Informationen, wichtige Fotos und Protokolle fehlen, und die örtlichen Gegebenheiten sprechen gegen die offizielle Version. Laut Handydaten müsste Dirk sich sogar gegen die Strömung des Flusses bewegt haben. Gemeinsam mit dem Recherchezentrum e.V. kämpft die Familie Brünker heute für die Herausgabe der vollständigen Ermittlungsakten und für eine unabhängige Neubewertung des Falls. Denn sie sind überzeugt: Es war kein Unfall. Den Recherchezentrum e.V. findet ihr unter www.recherche-zentrum.org und auf Instagram @recherche_zentrum Die Petition findet ihr direkt unter diesem Link: https://www.openpetition.de/petition/online/akteneinsicht-fuer-die-familie-und-wiederaufnahme-der-ermittlungen-im-fall-dirk-bruenker Dirks Kinder, Tamara und Kai findet ihr auf Instagram @tamara.bruenker und @kai.bruenker Bleib auf dem Laufenden über Philipp und seine Projekte auf Instagram: @philippfleiter Dieser Podcast ist eine Produktion von Philipp Fleiter und WeMynd im Auftrag von Podimo. Neue Folgen alle 14 Tage montags – überall wo es Podcasts gibt und 14 Tage früher bei Podimo, kostenlos und ohne Anmeldung. Redaktion: Philipp Fleiter und Laila Keuthage | Produktion: WeMynd Abonniert den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Teilt die Folgen mit euren Liebsten und lasst uns eine Bewertung da!

## Transcript

[0:01] Nach 77 Tagen war es ja dann, da denkt man nicht mehr, dass jemand noch lebt.
[0:06] Also es hat eigentlich schon nach einer Woche bis zehn Tagen war der Gedanke weg.
[0:11] Also an Silvester hatten wir schon eigentlich die Hoffnung aufgegeben.
[0:15] Man wusste, dass sein Körper noch irgendwo ist und das ist einfach,
[0:18] also da ist kein Ort der richtige außer der Friedhof.
[0:26] Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können.
[0:32] Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders.
[0:40] Ich bin Philipp Fleiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen,
[0:44] um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat.
[0:51] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge dieser einen Moment.
[0:54] Und bevor wir die Folge starten, muss ich erstmal ein richtig fettes Danke dalassen und zwar Danke an euch.
[1:01] Dieser eine Moment ist ein Jahr alt geworden gerade.
[1:05] Hätte ich nie gedacht, wie schnell die Zeit vergeht.
[1:08] Ich habe auch auf meiner Instagram-Seite einen kleinen Post dazu gemacht, so eine Art Rückblick.
[1:13] Und es ist so wahnsinnig toll, was hier entstanden ist aus diesem kleinen zweiten
[1:18] Podcast, Baby. Ich habe es ja auch bei Instagram geschrieben.
[1:21] Ganz am Anfang war ich mir gar nicht so sicher, ob es überhaupt Leute gibt,
[1:24] die mich auch hören wollen, wenn ich nicht über True Crime spreche.
[1:27] Und mittlerweile sind es ziemlich viele Leute, die das machen.
[1:30] Also ihr seid das. Und das ist ganz, ganz toll.
[1:33] Deswegen danke erstmal an euch. Denn ohne euch wird es diesen Podcast natürlich nicht geben.
[1:39] Und natürlich auch ein großes Dankeschön an meine ganzen tollen Gäste,
[1:43] die hier schon waren. Also angefangen bei Toni Bauer in Folge 1.
[1:47] Und seitdem sind so viele tolle Gespräche dazu gekommen, die manchmal sehr bewegend waren,
[1:53] schockierend, manchmal aber auch lustig oder einfach nur herzerwärmt und ich
[1:56] bin ganz, ganz dankbar dafür, weil ich einfach jedes Mal in diesen Gesprächen
[2:00] selbst was Neues lerne und was daraus mitnehmen kann und natürlich auch danke
[2:04] an mein Team im Hintergrund, denn ohne die.
[2:09] Jetzt aber zur heutigen Folge. Ich spreche heute mit Tamara Brünker.
[2:13] Tamara ist Mitte 30, Mama von zwei kleinen Kindern und hat bis Weihnachten 2022
[2:18] ein ganz normales und ziemlich glückliches Leben geführt, umgeben von ihrer
[2:23] Familie im Schwarzwald. Wie schlimm es sei.
[2:27] Liebten Menschen einfach nicht zu finden und nicht zu wissen,
[2:30] was mit ihnen passiert ist, das kann ich mir glücklicherweise kaum ausmalen.
[2:36] Tamara wird versuchen, uns in ihre Gefühlswelt mitzunehmen und sie wird uns
[2:40] erzählen, was sie heute über das Verschwinden ihres Vaters denkt.
[2:46] Hallo Tamara. Hallo Philipp. Der Moment, über den ich heute mit dir spreche, ist der Morgen des 24.
[2:54] Dezember 2022, also Heiligabend. Eigentlich ein schöner Tag.
[2:58] Du wachst so um 9.30 Uhr auf, bist noch ein bisschen müde, du warst den Abend
[3:03] vorher unterwegs und willst eigentlich noch so schnell die letzten Weihnachtsgeschenke besorgen.
[3:07] Dann schaust du auf dein Handy und
[3:09] siehst, dass deine Mutter schon zweimal versucht hat, dich zu erreichen.
[3:13] Was passiert dann? Ja, also es war schon recht ungewöhnlich,
[3:18] dass ich zwei Anrufe in Abwesenheit von meiner Mutter hatte.
[3:21] Ich habe dann auf jeden Fall gleich bei ihr zurückgerufen und sie hat mir dann
[3:25] gesagt, dass wir ein Problem haben.
[3:27] Der Papa sei nicht nach Hause gekommen am Abend zuvor und für mich war das dann
[3:32] schon eigentlich ein ganz, ganz schlimmer Moment.
[3:34] Ich wusste gar nicht, dass er überhaupt weg war und weil es halt total untypisch
[3:38] war, dass er nicht heimkommt.
[3:40] Was ist dir in dem Moment durch den Kopf gegangen, als du das gehört hast?
[3:43] Also ich war in Alarmbereitschaft.
[3:46] Ich bin da gerade eben aus dem Bett aufgestanden, bin dann ins Wohnzimmer rübergelaufen
[3:53] und hatte da, glaube ich, schon mit der Mama aufgelegt, hatte schon gesagt,
[3:56] dass ich komme und habe meinem Freund gesagt,
[4:00] dass was Schlimmes passiert ist und dass er nach den Kindern gucken muss.
[4:04] Und bin, wie ich war, ohne Zähneputzen, ohne alles, bin ich mit dem Handy ins
[4:10] Auto und los in Richtung meiner Mutter,
[4:13] weil für mich gleich feststand, dass irgendwas passiert ist,
[4:17] weil das sein Handy aus war und er nicht heimkam.
[4:21] Das hat in mir ganz große Alarmbereitschaft schon ausgelöst.
[4:24] Okay, das heißt, du hattest direkt eigentlich so ein schlechtes Gefühl,
[4:27] weil es hätte ja auch sein können, dass er irgendwie bei einem Kumpel gepennt
[4:30] hat und Akku vom Handy war leer, wie auch immer.
[4:33] Aber du hast direkt gedacht, okay, da ist was Schlimmes passiert. Ja, genau.
[4:37] Ich habe dann auf dem Weg zu meiner Mama, habe ich im Krankenhaus angerufen,
[4:40] in der Notaufnahme und bei der Polizei, aber eventuell hat er in der Ausnichterungszelle ist.
[4:48] Ja, es hat sich halt leider nicht bestätigt, dass er im Krankenhaus oder bei
[4:51] der Polizei war und das hat dann meine Vermutung halt dann, ja,
[4:56] bestätigt oder, also ich kann nicht sagen, woher das kam, diese große Alarmbereitschaft,
[5:01] ob das jetzt einfach nur daher kam, dass es total ungewöhnlich war,
[5:04] weil er halt einfach immer erreichbar war, also er war einer von denen, wenn sein,
[5:09] Handyakku Richtung 50% ging, dann hat das auch den Kindern nicht mehr gegeben,
[5:14] das waren so seine Eigenheiten einfach und Er ist auch nicht aus dem Haus ohne
[5:18] Akku. Also das war schon immer bei ihm ganz...
[5:21] Wichtig, dass das dann auch reicht, bis er wieder daheim ist.
[5:23] Wir sprechen gleich noch mal ein bisschen mehr über diese wirklich sehr schlimme
[5:27] Zeit, die jetzt da für dich und deine Familie folgt.
[5:30] Aber vielleicht wollen wir ein bisschen erstmal was über dich erzählen.
[5:32] Also zu dem Zeitpunkt lebst du mit deinem Freund und deinen beiden Töchtern
[5:37] in Villingen, also im selben Ort wie deine Eltern.
[5:40] Wie eng ist dein Verhältnis zu deinen Eltern und den Großeltern deiner beiden Töchter?
[5:45] Schon sehr eng. Wir haben uns eigentlich fast täglich gesehen,
[5:50] würde ich sagen. Allein schon auch wegen der Kinderbetreuung,
[5:52] weil ich studiere und meine Eltern mir da halt sehr helfen, geholfen haben.
[5:57] Eben die Kleine war zu der Zeit noch gar nicht im Kindergarten,
[6:00] sodass ich bei ihr komplett auf meine Eltern angewiesen war mit der Betreuung.
[6:04] Und die Große, die war im Kindergarten, aber ist dann halt auch oft noch nach
[6:07] dem Kindergarten zu meinen Eltern gekommen.
[6:10] Mein Papa war krankgeschrieben zuletzt, hat auch Rente beantragt und wäre tatsächlich
[6:14] am 01.01.2023 in Rente gekommen.
[6:18] Und war halt eben aber im letzten halben Jahr zu Hause.
[6:21] Und auch so hatten wir einen engen Kontakt. Also wir haben samstags zusammen
[6:25] Fußball geschaut, das war ganz normal.
[6:27] Früher sind wir zusammen ins Stadion gefahren, wo mein Bruder der Kai noch in
[6:31] der Umgebung gespielt hat.
[6:32] Und jetzt zuletzt war es halt immer im Fernsehen, dann meistens bei meinen Eltern,
[6:37] an Nikolaus, waren wir noch alle bei uns daheim.
[6:39] Also es war schon ein sehr enges Verhältnis.
[6:42] Und wenn wir dann uns mal ein, zwei, drei Tage nicht blicken lassen haben,
[6:45] dann hat mein Vater auch gleich meine Mutter gefragt, was mit denen los ist,
[6:49] warum kommen die nicht mehr und hat dann auch schon die Enkele vermisst und
[6:53] ja, also war schon ein sehr enges Verhältnis.
[6:58] Dein Papa war ja selber früher erfolgreicher Fußballer und dein Bruder Kai,
[7:02] du hast es gerade erwähnt, spielt heute beim 1. FC Saarbrücken in der 3. Bundesliga.
[7:07] Fußball, großes Thema, ich glaube, da war dein Papa ganz schön stolz drauf, oder? Oh ja, sehr.
[7:14] Vor allem als dann der Ausstieg in die zweite Liga gelungen ist,
[7:17] da hatten meine Eltern ja wahnsinniges Glück, da sind die gerade in Magdeburg
[7:20] gewesen und da hatten die schon ein paar Spiele vorgegangen.
[7:26] Runden Ende entschieden, dass sie den Aufstieg haben. Und da gab es dann auch
[7:30] den Platzsturm und so. Und das war, glaube ich, so das Größte für meinen Vater.
[7:34] Klar, leider hat er letztes Jahr nicht mehr mitbekommen, als der Kai dann im
[7:37] DFB-Pokal so erfolgreich war.
[7:39] Aber da war schon ein ganz, ganz großer Stolz da. Und Fußball war immer ein
[7:44] Thema bei uns von klein auf.
[7:46] Wie würdest du denn deinen Vater Dirk beschreiben für jemanden,
[7:49] der ihn jetzt so gar nicht kennt?
[7:51] Vielleicht kannst du ihn kurz so ein bisschen umreißen. Was war er für ein Typ?
[7:55] Für jemanden, der ihn gar nicht kennt, war es vielleicht nicht ganz so einfach am Anfang.
[7:59] Also auch wenn ich Freundinnen oder Freunde mit heimgebracht habe,
[8:03] die mussten sich immer erst mal ein wenig an ihn gewöhnen, sage ich mal.
[8:06] Also er hat eine ganz direkte Art an sich gehabt, sehr direkt.
[8:10] Er kommt ja ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen und ich finde,
[8:14] das ist eine positive Eigenschaft eigentlich von den Menschen aus Nordrhein-Westfalen,
[8:19] dass sie so offen sind und auch direkt.
[8:21] Ja, er hat immer einen dummen Spruch auf Lager gehabt und ja,
[8:25] war sehr familienbezogen, hat gerne seine Kumpels getroffen.
[8:28] Also er war schon sehr gesellig, viel geselliger als meine Mutter.
[8:32] Meine Mutter ist gerne auch daheim geblieben, also sehr häuslich.
[8:35] Aber mein Vater war immer gerne draußen unter Leuten im Kärnten, super lieber Mensch.
[8:41] Wir schauen jetzt mal auf den Abend des Verschwindens deines Vaters. 23.
[8:46] Dezember ist er unterwegs gewesen. Wo war er denn überhaupt an diesem Abend?
[8:51] Also was weißt du, was sozusagen der ursprüngliche Plan war von ihm?
[8:55] Wir haben in Villingen knapp 50.000 Einwohner.
[8:58] Papa und Kai sind sehr bekannt hier, allein schon durchs Fußball und Fußball.
[9:04] So konnte ich halt echt schnell rausfinden, wo der Papa war am 23.12.
[9:10] Also ich bin noch nicht mal bei meiner Mutter vom Haus weg gewesen,
[9:13] habe ich schon den ersten Kumpel vom Papa beim Getränkemarkt gegenüber gesehen.
[9:18] Und konnte ihm das dann schon mal kurz schildern.
[9:21] Und er hat dann schon in diesem Freundeskreis so sich ein bisschen umgehört.
[9:25] Ich bin dann in die Stadt und meine Mutter wusste, dass er zum Rebstock wollte.
[9:31] Und ich bin dann klar dorthin, habe gefragt, ob mein Papa da war und dann hieß
[9:36] es auch, ja, hat ein Bier getrunken und ist dann aber halt auch weitergegangen.
[9:42] Und ich habe dann so die üblichen Kneipen, Bars, habe ich abgeklappert,
[9:47] beziehungsweise habe ich Leute gefragt, die ich getroffen habe und konnte so
[9:51] recht schnell dann rekonstruieren, dass er nach dem Rebstock ins Ort gegangen ist, ins Gasthaus Ott.
[9:56] Da war auch schon geöffnet am 24.12. morgens. Und da wurde mir dann eben auch
[10:00] gesagt, dass er so circa um 8.00 Uhr die Gaststätte verlassen hat.
[10:05] Also es war so, deine Mama hat ihn in die Stadt gefahren, glaube ich,
[10:09] gegen 19 Uhr, weil er wollte irgendwie ein bisschen in der Kneipe zwei, drei Bier trinken.
[10:14] Und er hatte aber keinen Hausschlüssel dabei.
[10:18] Das heißt, ich glaube, die Verabredung war, dass er deine Mutter oder eure Mutter
[10:22] anruft, sobald sie ihn wieder abholen.
[10:25] Soll, aber ich glaube, deine Mutter ist irgendwie dann eingeschlafen oder ist
[10:30] irgendwann ins Bett gegangen, hat sich aber keine so großen Sorgen gemacht zu dem Zeitpunkt.
[10:34] Habe ich das richtig zusammengefasst? Genau, also der Papa war sehr lauffaul, sagen wir so.
[10:41] Das kenne ich. Laufen war nicht so seins.
[10:45] Im Sommer nicht, wenn es zu heiß war und im Winter nicht, weil er halt echt immer verfroren war.
[10:49] Und meine Mutter ist einfach ganz fest davon ausgegangen, dass er sie anrufen
[10:52] wird, wenn er rein möchte.
[10:54] Und hatte ihn auf 19 Uhr in die Stadt gefahren. Dann ist sie nach Hause und ja,
[11:00] also sie ist glaube ich zwischen 10 und 11 ist sie dann mal wach geworden,
[11:04] weil sie irgendwann vorher mal eingeschlafen ist, aber es ist auch gar kein
[11:07] Thema, weil wenn es bei uns an der Haustür klingelt oder wenn das Handy klingelt, also sie ist Bruder,
[11:13] sie wird da wach und wir haben auch einen kleinen Hund, der hätte gebellt wie
[11:17] verrückt, als wäre es nicht so gewesen, dass sie das überhören hätte können, ganz und gar nicht.
[11:21] Und da hat sie noch gedacht, jetzt ist er aber doch länger weg und naja,
[11:25] dann hat er halt seine Kumpels getroffen und hat dann noch so gedacht,
[11:29] morgen Heiligabend muss das jetzt sein, aber ist dann halt ins Bett rüber,
[11:33] Aber auch mit dem Gedanken, sie hört es auf jeden Fall, wenn er klingelt.
[11:37] Also da hätte ich jetzt auch sogar keine Zweifel dran gehabt.
[11:40] Und ich hatte eigentlich auch keinen Zweifel dran, dass er anruft,
[11:43] dass sie ihn abholt. Weil es war kalt, es war richtig übles Wetter an dem Abend.
[11:49] Jedenfalls ist bei der Mama kein Anruf angekommen. Er muss sich dann halt zu
[11:53] Fuß in Bewegung gesetzt haben.
[11:55] Und meine Mutter hat es dann letztendlich gemerkt am Morgen.
[11:59] Also sie ist dann am Morgen um, ich glaube halb sechs, ist sie wach geworden
[12:02] und hat gemerkt, dass er nicht da ist.
[12:04] Und dann hat sie ihm...
[12:07] Auch direkt Nachrichten geschrieben, die nicht durchgegangen sind, hat ihn angerufen.
[12:11] Ja, und dann ist sie noch zum Einkaufen gefahren, weil wie sie es schildert
[12:15] ist, so dass sie, also oder geschildert hat, auch in dem Moment war,
[12:19] dass sie noch dachte, sie geht jetzt einkaufen und wenn er jetzt vor der Tür
[12:23] steht, ist er gerade selber schuld. Soll er warten.
[12:25] Ja, okay. Das war so ihr erster Gedanke, weil man muss dazu sagen,
[12:30] bis 2020, also bis so drei Jahre bevor es passiert ist, war der Papa schon auch
[12:35] noch ein bisschen besser unterwegs, sag ich mal.
[12:38] Er war ein wenig länger weg und als er jünger war, so meine Mutter und er,
[12:42] die über 40 Jahre zusammen gewesen, da war er halt ganz gut dabei.
[12:47] Da ist er dann halt auch mal morgens heimgekommen, wenn er mit seinen Kollegen unterwegs war.
[12:51] Wie gesagt, er war ein sehr geselliger Mensch und es hätte schon passieren können,
[12:55] wenn er in einer super Runde ist, dass er dann auch wirklich spät heimkommt.
[12:59] Üblich war es nicht mehr zuletzt. Üblich war schon, dass er für zwei,
[13:02] drei Bier gegangen ist und dann aber auch zeitlich wieder heimkam.
[13:07] Aber an diesem Morgen am 24. war meine Mutter noch einigermaßen entspannt, würde ich sagen.
[13:13] Vielleicht war da schon ein Funken Beunruhigung. Also sie hat ihm auch geschrieben,
[13:17] als die Nachricht nicht durchging, beziehungsweise als sie nicht erreicht hat,
[13:21] dass es nicht witzig ist. Also man hat schon vielleicht...
[13:25] Ein bisschen Beunruhigung gespürt. Sie war aber nicht so beunruhigt wie ich.
[13:30] Also sie hat dann ja auch noch bis, ja, ich weiß nicht, wann sie mich angerufen
[13:34] hat, das erste Mal um die neun ungefähr.
[13:37] Bis dahin hat sie sich ja auch noch zusammengerissen, als bis sie mich dann kontaktiert hat.
[13:42] Also ich glaube, da ging es dann schon langsam los, dass sie sich Gedanken gemacht hat.
[13:47] Und du warst ja direkt irgendwie, hattest ja direkt so ein schlechtes Gefühl,
[13:50] hast auch schon relativ schnell die Polizei kontaktiert, um diese vermissten Anzeige aufzugeben.
[13:57] Wie hat denn die Polizei reagiert auf dich?
[14:00] Also die Polizei, die war ja
[14:01] dann mein zweiter Anruf auf dem Weg zur Mama zwischen halb zehn und zehn.
[14:06] Und die hatten dann auch direkt eigentlich entschieden, zu meiner Mutter auch
[14:12] dazuzukommen, weil da wurden diverse Fragen gestellt, unter anderem halt auch Medikamente und so.
[14:20] Und er war halt auf Medikamente angewiesen, Also morgens und abends hat er jeweils
[14:26] eine Tablette genommen und wir waren uns nicht mehr sicher, ob er die am 23.12.
[14:31] Genommen hat, bevor er losgegangen ist.
[14:34] Und das war dann, glaube ich, auch so der ausschlaggebende Punkt,
[14:37] weshalb die dann auch recht schnell tätig geworden sind, weil normalerweise
[14:41] bei erwachsenen, abgängigen, volljährigen Personen passiert ja so schnell eigentlich nichts.
[14:47] Dadurch ist dann aber halt von einer hilflosen Lage ausgegangen worden.
[14:51] Und so waren die dann auch schon vor zehn, glaube ich, waren wir alle bei meiner
[14:56] Mutter und haben das dann durchgesprochen.
[14:59] Und da sind dann erste Maßnahmen auch schon getroffen worden.
[15:02] Die sind den Heimweg abgegangen, haben, glaube ich, auch schon erste Befragungen durchgeführt.
[15:07] Ja, und ab da war man dann halt in engem Kontakt.
[15:11] Tamara vermutet hier eigentlich ganz richtig. Die Polizei wird nicht immer sofort
[15:15] aktiv, wenn jemand vermisst wird. Dafür müssen ein paar Kriterien zutreffen,
[15:20] nämlich zunächst, die Person hat ihren gewohnten Lebenskreis verlassen.
[15:25] Zweitens, ihr Aufenthaltsort ist unbekannt und das ist ausschlaggebend.
[15:30] Drittens, es wird eine Gefahr für Leib und Leben der vermissten Person angenommen.
[15:35] Dass jemand einfach weg ist und sich nicht mehr meldet, reicht also nicht aus,
[15:40] damit die Polizei direkt tätig wird.
[15:41] Das ist ja irgendwie auch nachholziehbar. Erwachsene dürfen grundsätzlich sich
[15:45] da aufhalten, wo sie möchten und sie müssen auch niemandem Bescheid sagen.
[15:50] Da Tamaras Papa aber unter Epilepsie litt und auf Medikamente angewiesen ist,
[15:55] muss die Polizei hier von einer Gefahrenlage ausgehen und wird dementsprechend
[15:59] sofort aktiv und startet die Ermittlungsfamilie.
[16:02] Wie belastend dieses Vermissen eines geliebten Menschen ist,
[16:06] wenn man so gar nicht weiß, was mit ihm oder ihr passiert ist,
[16:09] kann ich zum Glück nur erahnen, aber Statistiken des Bundeskriminalamts zeigen,
[16:14] dass das gar nicht so selten passiert. Am 1.
[16:18] Januar 2025 galten in Deutschland rund 9.400 Menschen offiziell als vermisst
[16:24] und täglich kommen 200 bis 300 Vermisstenmeldungen dazu.
[16:29] Das klingt jetzt erstmal nach wahnsinnig viel, aber ich kann euch beruhigen,
[16:32] sehr viele Fälle werden täglich auch wieder gelöscht.
[16:35] Also meistens klärt sich das Verschwinden von Menschen innerhalb von 24 Stunden.
[16:39] Rund die Hälfte der Fälle sind innerhalb der ersten Woche geklärt.
[16:43] Nach einem Monat liegt die Quote sogar schon bei über 80 Prozent und nur drei
[16:49] Prozent aller Fälle bleiben länger als ein Jahr ungeklärt.
[16:53] Tamara kann damals an besagtem Heiligabend noch gar nicht abschätzen,
[16:57] wie lange die Suche nach ihrem Vater dauern wird.
[16:59] Aber sie ist erst mal froh, dass die Polizei so schnell reagiert.
[17:05] Und am 24.12. um 21 Uhr hatte sich dann der Kriminaldauerdienst aus Singen angekündigt,
[17:12] wo wir uns dann auch bei meiner Mutter getroffen haben.
[17:14] Ab nachmittags, glaube ich, bin ich dann daheim gewesen bei den Kindern auch
[17:18] und haben dann halt versucht, ein bisschen den Heiligen zu retten,
[17:21] weil man wollte, dass die Kinder auch nicht so sehr spüren lassen.
[17:24] Wir waren dann beim Schwiegervater, aber um 21 Uhr waren wir dann alle wieder
[17:28] bei meiner Mutter mit dem Kriminaldauerdienst.
[17:31] Und ebenso mit dem Abend war dann halt auch bei meiner Mutter und meinem Bruder
[17:37] wirklich Alarmstimmung.
[17:39] Also ich würde sagen, schon nachmittags ist bei denen dann auch angekommen.
[17:43] Jetzt die Frage, wie feiert man denn Weihnachten, wenn der Papa weg ist?
[17:47] Also klar, ich verstehe das komplett, dass du den Kindern irgendwie das Fest
[17:50] nicht nehmen wolltest, aber das muss ja für dich ganz schlimm gewesen sein.
[17:54] Ja, das war ein Albtraum, ja.
[17:56] Also ich bin dann eigentlich den ganzen Mittag bei meiner Mutter in der Wohnung
[18:00] gestanden und habe von einem Fenster zum anderen rausgeguckt.
[18:04] War wie in so einer Schockstarre, würde ich fast schon sagen.
[18:08] Und habe gehofft, dass er ums Eck kommt und irgendeine Erklärung für das hat.
[18:13] Eine Blöde, mit der ich absolut nicht rechne.
[18:15] Und dann sind wir halt zum Schwiegervater zum Abendessen, so wie es verabredet war.
[18:20] Wir wären bei meinen Eltern zum Kaffee und Kuchen gewesen, beim Schwiegervater zum Abendessen.
[18:24] Und da bin ich dann halt auch mitgegangen. Meine Mutter hat auch gesagt,
[18:27] du gehst da jetzt mit und guckst, dass die Kinder wenigen Weihnachten haben.
[18:33] Und ich habe da sogar tatsächlich zu Abend gegessen.
[18:36] Ich habe dann echt Hunger bekommen, aber von Feiern kann man halt echt nicht die Rede.
[18:41] Also man hat das irgendwie durchgebracht. Ich war auch die ganze Zeit,
[18:45] glaube ich, am Handy und in Gedanken.
[18:48] Aber ich war da und habe halt versucht mir so wenig wie möglich anmerken zu lassen.
[18:54] Aber ja, von Feiern kann man da nicht sprechen in dem Moment.
[18:59] Was ist für dich das Schlimmste in diesen ersten Tagen?
[19:04] Also ich war, wie gesagt, am 24.12. wie in so einer Schockstarre. Und ab dem 25.12.
[19:11] Bin ich dann in so ein Machen verfallen. Also da konnte ich dann eher so wie
[19:16] mein Bruder reagieren. Er war am 24.
[19:19] Schon mit Kameras ausfindig machen, beschäftigt und sich umhören.
[19:23] Und auch suchen aktiv, das kam bei mir dann erst so am 25.
[19:28] Ich war viel am Nachdenken, überlegen, was man machen könnte oder was passiert
[19:34] sein könnte. Ich war mehr so gedanklich dabei.
[19:38] Und für mich war am 24.12. mittags schon kam mir der Gedanke,
[19:44] dass ich ihn nicht mehr sehen werde.
[19:45] Wirklich? Und ja, und da kam dann auch der Gedanke, wie soll ich heute Abend schlafen?
[19:52] Wie soll ich heute Abend ins Bett gehen, wenn er nicht da ist oder wenn wir nicht wissen, wo er ist?
[19:58] Und das war so ein Gedanke, der mich die erste Woche bis zehn Tage,
[20:04] so würde ich sagen, schon arg beschäftigt hat.
[20:06] Aber selbst das war dann nachher, das hat sich erübrigt, weil man ist abends
[20:11] emotional so erschöpft gewesen, dass einem einfach die Augen zugefallen sind.
[20:14] Es war schon der letzte Gedanke, bevor man eingeschlafen ist.
[20:16] Was ist, wenn er jetzt irgendwo ist und Hilfe braucht und man nicht mehr viel Zeit hat?
[20:22] Und ja, man schläft jetzt und steht erst in sieben, acht Stunden wieder auf
[20:26] und dann ist es vielleicht zu spät.
[20:29] Wie schrecklich. Morgens der erste Gedanke nach dem Wachwerden,
[20:32] es war halt einfach gerade das komplette Gegenteil von einem Albtraum.
[20:36] Also bei einem Albtraum, da ist man ja dann froh, wenn man wach ist.
[20:40] Und das war gerade so das komplett umgekehrte Gefühl.
[20:43] Da ist man wach geworden und war in diesem Albtraum drin.
[20:46] Und irgendwann im Laufe der Zeit kamen dann die Gedanken, was ist,
[20:50] wenn man ihn nie findet? oder wenn man ihn erst in Jahren oder Monaten findet.
[20:55] Das waren dann die Gedanken, die später dann,
[20:57] kamen, aber in der ersten Zeit ging es dann eigentlich nur noch darum,
[21:02] was kann man noch machen, um mehr Erkenntnisse zu gewinnen oder was sind Infos,
[21:08] die man auch noch an die Polizei weitergeben kann,
[21:11] um da möglicherweise nochmal irgendwelche Handlungsstränge zu ermöglichen.
[21:15] Also man hat über die banalsten Sachen nachgedacht.
[21:20] Situationen, wo die Kinder ihn das letzte Mal hätten sehen können.
[21:23] Wer hat er sich da auffällig verhalten?
[21:25] Weil die Polizei zu Beginn ja auch stark von Suizid oder Unfall ausgegangen ist.
[21:30] Also man hat sich Gedanken gemacht, was man noch sagen könnte,
[21:33] müsste, sollte, was interessant relevant sein könnte. Ja, das ist,
[21:38] man will natürlich auch helfen und irgendwie alles mögliche tun,
[21:41] wie du es gerade schon gesagt hast, das bestimmt ja dann auch komplett die Gedanken.
[21:44] Die Polizei versucht ja dann mit Hilfe eurer Familie den Arm zu rekonstruieren
[21:49] und kommt dann zu dem Schluss, dass dein Papa zuletzt in der Gaststätte gesehen
[21:54] wurde, in der er ein Bier trinken wollte. Aber dann passiert was ganz Interessantes.
[21:59] 48 Stunden später meldet sich nämlich ein Praktikant der Polizei. Was erzählt der?
[22:07] Genau, da habe ich dann am 25.12. gegen 21 Uhr einen Anruf bekommen vom Kriminaldauerdienst Sing.
[22:15] Die hatten ja die Ermittlungen bis zum, ich glaube bis einschließlich zweiten
[22:19] Weihnachtsfeiertag hatten, die die Ermittlungen geleitet.
[22:21] Und der hatte mir dann gesagt, dass sich ein Polizist aus Villingen gemeldet
[22:27] hat, der den Papa noch gesehen hat am 23.12.
[22:32] Gegen 20.50 Uhr, 20.55 Uhr, das ist eine Festnahme gewesen. und der Papa sei
[22:39] da drangelaufen halt, wahrscheinlich auf dem Heimweg.
[22:43] Diese Festnahme war an der JVA in Villingen.
[22:45] Die liegt am Ende unserer Kneipenmeile, sage ich jetzt mal und lag auch auf dem Heimweg von Papa.
[22:52] Und da hätte mein Vater dann noch gesagt, dass sie nicht so grob sein sollen, weil er ja nichts macht.
[22:59] In dieser Situation soll es heiß hergegangen sein.
[23:02] Und das war dann der nächste Hinweis, der reinkam. Am 25.12.
[23:07] Abends die Sichtung der Polizei von meinem Vater an der JVA.
[23:12] Das heißt, die Schilderung war so ein bisschen so, dass er im Vorbeigehen sich
[23:15] so ein bisschen eingemischt hat, als die Polizisten da wen festnehmen wollten
[23:18] und gesagt hat, hier, mach mal ein bisschen ruhiger.
[23:20] Das war so die Zeugenaussage. Genau, also er sei da dran gelaufen halt,
[23:25] hätte gesagt, sei nicht so grob, der macht doch gar nichts und sei aber halt auch weitergelaufen.
[23:30] Anfang Januar haben wir dann über eine Zeugin, also eine Arbeitskollegin von
[23:35] meinem Freund, erfahren, dass diese Situation, an die der Papa hingelaufen ist,
[23:42] wohl schon um 20.20 Uhr gewesen sein soll.
[23:45] Und sie wusste das ganz genau, weil sie da ihren Mann von der Arbeit geholt
[23:49] hatte und keinen Zwischenstopp mehr hatte. Sie ist dann direkt mit ihrem Mann
[23:52] nach Hause gefahren und da ist diese Situation wohl gerade losgegangen.
[23:56] Und sie hatte dann dafür gesorgt, dass man von einer ganz neuen Uhrzeit ausgehen
[24:02] musste und wir hatten sie dann auch,
[24:04] also ihre Daten an die Polizei weitergegeben, dass sie das aufnehmen könnten
[24:08] eben und das war aber dann ein Einsatz, von dem die Polizei selber so erstmal nichts wusste,
[24:14] dass er so stattgefunden hat oder es war eine neue Info.
[24:18] Jedenfalls kam dann, also das Fazit der Vernehmung dann auch von dieser Arbeitskollegin war.
[24:24] Dass es zwei Einsätze gegeben haben soll am Gefängnis an der JVA an diesem Abend.
[24:29] Einen um 20.20 Uhr, den die Arbeitskollegin beobachtet hat, und einen um 20.55 Uhr.
[24:35] Das sind so Infos, die kamen mit der Zeit nach und nach, haben die einen erreicht.
[24:40] Man wusste zu der Zeit, ja, aber dann auch nicht wirklich, war es dann halt
[24:44] wirklich 2020, wo der Papa da vorbeilief, oder war es 20.55 Uhr.
[24:49] Also man hatte in der Zeit dann schon mit einer großen Ungewissheit zu tun.
[24:53] Es wird ja ganz viel gemacht.
[24:56] Direkt am 25. gibt es ja die Durchsuchung des Flusses.
[25:01] Die Brigach heißt da, glaube ich. Das ist der Fluss, der direkt am Haus auch
[25:04] deiner Eltern herfließt.
[25:05] Auch da wird gesucht. Und das ist ja so eine der Ideen, dass dein Vater vielleicht
[25:10] ertrunken sein könnte zu dem Zeitpunkt.
[25:12] Wie war das für dich, dieser Gedanke? Der ist ja schon sehr gruselig.
[25:16] Ja, schon sehr. Also die Polizei hat ja dann am 24.12.
[25:24] Eben die ersten Maßnahmen unternommen, hat ihn nach einem Weg abgesucht und
[25:27] unter anderem aufs Prigach-Ufer.
[25:29] Die Prigach hatte zu der Zeit ein bisschen mehr Wasser als üblich vielleicht.
[25:34] Den Gedanken hatte man natürlich, klar.
[25:37] Es war dann auch von der Polizei so die These, wenn es ein Unfall war,
[25:42] dass die Brigadier dann damit zu tun haben könnte.
[25:45] Deswegen wurde die auch ganz oft und ganz umfangreich abgesucht.
[25:51] Sowohl vom THW als auch vom DLRG als auch von der Polizei selber zu Booten, zu Fuß mit Stöcken.
[25:59] Der Hubschrauber war auch mehrfach in der Luft und die haben auch mit Experten gesprochen.
[26:06] Die Polizei, also die Kriminalpolizei hatte gesagt, dass sie sich davon Experten
[26:09] auch beraten lassen haben ein bisschen, die dann auch gesagt haben,
[26:13] also zu 99 Prozent ist er nicht drin, nicht in der Brigade, weil man ihn hätte
[26:16] finden müssen mit seiner Körpergröße und dem Pegel und,
[26:21] Den Maßnahmen, den Getroffenen, genau. Sodass die Brigach eigentlich dann immer
[26:26] mehr aus dem Fokus gerückt ist.
[26:30] Es gibt ja dann eine große Suchaktion am zweiten Weihnachtstag,
[26:33] glaube ich, wo fast 400 Menschen mit dabei sind aus eurem Heimatort.
[26:39] Was macht das mit allem, wenn man sieht, wie viele Leute da auf den Beinen sind?
[26:44] Das war sehr, sehr emotional. Also wir hatten das recht spät erst auch initiiert,
[26:50] weil man wollte der Polizei da auch nicht dazwischen funken, sage ich mal.
[26:55] Die haben ja ihre Ermittlungsarbeit getan zu dem Zeitpunkt schon, sodass dann am 25.12.
[27:01] Der erste Schritt privat von uns die privaten Man-Trailer waren,
[27:05] die dann angereist sind.
[27:06] Wo man ja auch vorsichtig sein muss, dass sie keine Spuren verwischen,
[27:10] sage ich mal, oder falsch arbeiten und Geruchsträger zerstören,
[27:14] weil das war ja dann ganz wichtig, Geruchsträger zu haben zum Beispiel.
[27:17] Die den Papa dann auch identifizieren konnten für die Hunde.
[27:21] Und dann kam dann aber halt auch mit der Aussage vom Kriminaldauerdienst,
[27:24] dass sie mit ihren Maßnahmen zu Ende seien.
[27:27] Am 25.12. abends kamen wir dann zu dem Entschluss, dass wir eine private Suchaktion
[27:34] organisieren möchten und haben das dann auch echt spätabends am 25.12. veröffentlicht.
[27:40] Da hat dann auch mein Bruder sich dann entschlossen, über Social Media ein bisschen mitzuwirken.
[27:46] Und dann hat sich das echt so organisieren lassen, dass man da am 26.12.
[27:51] Mit so vielen Leuten losziehen konnte.
[27:54] Das hat uns total überwältigt, weil an Weihnachten schlechtes Wetter,
[28:00] da hat wahrscheinlich jeder was Besseres zu tun.
[28:02] Und man hat eigentlich auch Angst gehabt, dass es total floppt,
[28:07] weil man halt echt, man hätte ja auch vollstes Verständnis dafür gehabt,
[28:10] die Leute sind verabredet bei der Familie, haben die Tage geplant,
[28:14] haben eingekauft, gekocht.
[28:16] Und stattdessen waren halt echt so viele da und haben da einen unterstützt. Also Wahnsinn.
[28:22] Und überhaupt die ganze Zeit über kamen auch immer tolle Gedanken von den Leuten.
[28:27] Ja, es hat uns sehr gerührt, ja. Am 30.
[28:31] Dezember, so ein paar Tage später, erfahrt ihr dann, dass die Polizei es geschafft
[28:35] hat, rauszufinden, wo sich das Handy eures Vaters und damit vermutlich auch
[28:40] dein Vater in den ersten Stunden seines Verschwindens aufgehalten hat.
[28:44] Was sind denn, kurz zusammengefasst, diese ersten Erkenntnisse, die die Polizei da hat?
[28:49] Also am 30.12. haben wir nur von einem Funkmast in Villingen erfahren,
[28:57] in den er sich nochmal eingewählt hat.
[29:00] Aber damit konnten wir eigentlich nicht viel anfangen zu der Zeit,
[29:03] weil man diese ganzen Hintergründe nicht wusste.
[29:05] Es hieß dann noch, dass da vermessen wird, jetzt von Technikern.
[29:10] Kann mich noch erinnern, dass wir am 31.12.
[29:14] Es war dann Samstag eigentlich schwer mal mit einem Anruf gerechnet haben von
[29:19] einem Ergebnis und ja zu diesen Funkmasten und dieser Anruf kam nicht und dann
[29:24] hatten wir es über, also wir haben
[29:26] bei der Kriminalpolizei auch niemanden erreicht gehabt, haben es dann,
[29:30] über die normale Reviersnummer versucht und der wollte uns dann auch an Kollegen
[29:33] durchstellen, aber da war niemand da also da ist uns dann auch erstmal bewusst
[29:37] geworden, dass die am Wochenende halt Wochenende haben, weil die keine.
[29:42] Sonderkommission gegründet hatten zu der Zeit. Das war für uns dann schon,
[29:47] Sehr hart in dem Moment. Ja, verstehe ich, weil euer Vater ist weg und die machen
[29:51] Wochenende, das fühlt sich natürlich nicht so schön an.
[29:53] Das heißt also, eine Funkzellenauswertung hat ergeben, dass euer Vater sich
[29:59] an einem Punkt aufgehalten hat oder in einer Region, wo er eigentlich gar keine
[30:02] Connections zu hatte, so großartig.
[30:05] Und das finde ich das Allerinteressanteste, da liegt ja auch eine größere Strecke
[30:10] zwischen. Also wir sprechen hier von zehn Kilometern, glaube ich,
[30:14] die sich euer Vater bewegt haben soll und zwar innerhalb von 24 Minuten.
[30:19] Wie erklären sich das die Ermittler?
[30:22] Diese Erkenntnis mit dieser weiten Wegstrecke und mit diesen zwei Punkten,
[30:29] die hatte die Polizei wohl schon laut Akten tatsächlich am 30.12.
[30:33] Bei uns ist diese Info so in dieser Art, dass man sowohl 21.19 Uhr,
[30:40] der Funkmast in Villingen, diese Ortung,
[30:43] als auch 21.43 Uhr in Grüningen, dass das beides Punkte sind,
[30:49] die man als Ortung benutzen kann. Diese Info lag uns damals nicht vor.
[30:57] Wir hatten schon von dieser Bewegung nach Grüningen, aber uns wurde auch immer
[31:02] gesagt, wie ungenau diese Funkmasten sind und dass es da verschiedene Datenverbindungen gibt.
[31:09] Und teilweise kann man die zum Orten heranziehen, teilweise aber auch nicht.
[31:13] Aber dieses Zusammenbringen dieser zweier Punkte innerhalb von 24 Minuten als
[31:18] sein Aufenthaltsort, das kam bei uns erst viel später an.
[31:22] Eigentlich auch erst, würde ich sagen, mit den Akten dann.
[31:26] Und da ließ sich dann auch rauslesen, dass die Polizei Ende Dezember das schon
[31:31] wusste, dass er da in dieser kurzen Zeit diesen großen Weg zurückgelegt haben muss.
[31:37] Und es wurde auch notiert, dass die räumliche Veränderung nur mit einer zwangsweisen
[31:44] Verbringung in einem Pkw erklärbar sei.
[31:47] Und wir hatten zu der Zeit halt immer, also natürlich wir hatten täglich Kontakt
[31:52] mit der Kriminalpolizei und uns wurde immer ganz arg über Suizid und Unfall.
[31:59] Also das war immer so das, was mit uns besprochen wurde, auch wenn es immer
[32:03] unwahrscheinlicher wurde. Aber das ist ja interessant.
[32:06] Also zum einen ist völlig klar, du kannst nicht 10 Kilometer in 24 Minuten zu Fuß loslegen.
[32:13] Vor allen Dingen wurde ja gesagt, dass dein Vater jetzt nicht unbedingt der
[32:15] größte Zu-Fuß-Geher war.
[32:17] Er muss also mit dem Auto oder mit dem Zug irgendwie sich bewegt haben und die
[32:22] Polizei geht zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass er gegen seinen Willen,
[32:27] so lässt er die Formulierung erahnen,
[32:30] in ein Auto gebracht wurde.
[32:33] Erzählt euch aber gleichzeitig, dass sie von einem Suizid oder von einem Unfall ausgehen.
[32:39] Es passt ja auch nicht so richtig zusammen, oder?
[32:41] Nee, nicht wirklich. Also vor allem die Erkenntnis, dass sowohl 21.19 Uhr als
[32:49] auch 21.43 Uhr als Fixpunkte zu verstehen sind, was seinen Aufenthaltsort angeht.
[32:55] Also das ist nicht bis zu uns durchgedrungen.
[32:58] Diese Erkenntnis, die kam bei uns ganz spät. Also erst eigentlich,
[33:02] als wir einen Teil der Akte bekommen haben.
[33:04] Ihr habt ja währenddessen selber weitergesucht, habt wortwörtlich jeden Stein
[33:08] in der Umgebung umgedreht.
[33:10] Und du hast im Vorgespräch erzählt, dass du sogar Mülltonnen durchwühlt hast
[33:15] und irgendwelche blauen Säcke, die du im Wald gefunden hast.
[33:19] Das muss ja ganz schrecklich gewesen sein.
[33:21] Also Mülltonnen tatsächlich nicht. Aber da hatte ich mir irgendwann dann im
[33:25] Laufe der Zeit Vorwürfe gemacht, dass ich es nicht gemacht habe.
[33:27] Ah, okay. Was ich gemacht habe, wenn wir durch Wälder gelaufen sind.
[33:32] Und da, also man hat halt auch tote Katzen in blauen Säcken gefunden, ja.
[33:36] Also da sieht man dann halt erst mal was.
[33:39] Was die Leute so wegwerfen. Mein Bruder hat eine Karte angelegt gehabt,
[33:43] schon auch am 24.12. oder 25.12.
[33:47] Und hat die markiert dann. Also die Leute haben uns Rückmeldungen gegeben,
[33:50] wo sie geschaut haben und dann hatte man so eigentlich bis am Abend des 26.12.
[33:57] Hatte man also komplett Villingen und Umgebung so markiert.
[34:02] Also wurde alles in irgendeiner Form mal begangen von den Leuten.
[34:08] Also eigentlich wurde überall in der Umgebung gesucht. Es wurde überall mal geschaut, genau.
[34:13] Erst wenn man dann mal sowas macht, wird einem bewusst, wie groß die kleinsten Wälder sein können.
[34:19] Also vor allem, wenn dann noch Schnee liegt. Wann ist denn so das erste Mal,
[34:23] wo du das Gefühl bekommst, die Polizei macht vielleicht doch nicht so einen guten Job?
[34:28] Weil am Anfang arbeitet ihr ja eng zusammen, die fangen sofort an zu suchen,
[34:32] aber irgendwann gibt es ja so den Punkt, wo du denkst, na, irgendwas passt da nicht.
[34:36] Ja, also wir haben über ganz viele Punkte, da haben wir regelmäßig nachgefragt
[34:41] und wollten die Ergebnisse, die Ermittlungsergebnisse haben.
[34:45] Und dann ist einem halt aufgefallen, da hat ein Fitnessstudio bei uns in Wohnortnähe,
[34:50] hat der Kameraaufnahmen gesichert, weil wir hatten das große Pech durch die Feiertage.
[34:56] Nach 72 Stunden wird das meiste Bildmaterial überschrieben.
[35:01] Und durch das, dass ja eigentlich erst am 24.12. mittags diese Vermisstenmeldung
[35:05] draußen war, da waren die meisten Geschäfte schon zu und waren in Weihnachtsurlaub.
[35:10] Das heißt, da sind ganz viele Sachen verschwunden im Nachhinein.
[35:14] Also für uns war es unmöglich, an diese Daten ranzukommen, weil als Privatperson
[35:18] darf man sowieso nicht diese Videoaufnahmen sichten.
[35:21] Und zum anderen ist man aber gar nicht an die zuständigen Leute gekommen,
[35:24] weil die halt zu Hause waren.
[35:26] Und man hat schon echt viel bewegen können über bekannte Freunde,
[35:31] dass man wirklich, also recht viel, sag ich mal, sichern konnte oder zumindest
[35:36] dafür sorgen konnte, dass es nicht überschrieben wird, wo dann wirklich gespeichert
[35:40] wurden auf USB-Sticks, abholbereit da lagen.
[35:43] Aber zu einer Aufnahme haben wir dann halt beiläufig erfahren,
[35:48] da hatte unser Ermittlungs-, nee, der Betreuer,
[35:50] Hatte dann gemeint, dass sie halt gerade nicht mehr wüssten,
[35:53] was sie tun sollten, also dass sie keine Ermittlungsansätze haben.
[35:56] Dann habe ich ihnen gebeten, mal die Videoaufnahmen von diesem Fitnessstudio
[36:00] abzuholen, die seit fünf Tagen abholbereit da liegen.
[36:04] Das war dann schon ein Moment, wo ich ein bisschen ins Zweifeln geraten bin.
[36:07] Vor allem, weil einem so die Hände gebunden sind, weil man selber ja diese Daten
[36:10] nicht bekommen, sehen, sichten darf. Also da war man ja auf die Polizei angewiesen.
[36:16] Und da ist man schon ein bisschen ins Grübeln gekommen, wie es denn wohl mit
[36:19] den anderen ganzen Aufnahmen lief.
[36:20] Am 9. März 2023, also ungefähr ein Vierteljahr nach dem Verschwinden eures Papas,
[36:26] an einem Donnerstag klingelt gegen 12 Uhr dein Telefon und es ist wieder ein
[36:30] Anruf, der dein Leben verändern wird.
[36:32] Was wird dir da am Telefon gesagt? Genau, da war eine Beamtin der Kriminalpolizei
[36:37] am Telefon und sie meinte, wir hätten jemanden gefunden und ich habe das erst
[36:42] gar nicht verstanden, wen sie gefunden hat.
[36:45] Ich dachte erst ein Verdächtigen, weil zu der Zeit ja dann schon der Kapitaldelikt
[36:50] im Fokus stand und erst nach ein, zwei Denksekunden habe ich dann an Papa gedacht.
[36:56] Und also sie hatten dann Papa gefunden, sie hat sich dann entschuldigt,
[37:00] dass sie es über Telefon übermittelt, aber sie meinte, dass die Presse schon
[37:04] vor Ort sei und dass sie nicht möchte, dass wir es aus der Presse erfahren.
[37:09] Die Beamten seien vor Ort und sie würden sich später dann wieder bei uns melden.
[37:12] Wie fühlt sich das an oder was fühlst du in dem Moment mal so gefragt?
[37:17] Ja, also es war dann, ich habe dann meinen Freund geweckt, weil der in der Nachtschicht
[37:21] war. Also er hat noch geschlafen um zwölf.
[37:23] Habe ihm wieder mal gesagt, er muss nach den Kindern gucken,
[37:26] dass sie den Papa gefunden haben und,
[37:29] Dann haben meine Kinder mir das Denken erstmal kurz wieder abgenommen oder das
[37:33] Fühlen, weil die haben sich dann gefreut, dass er gefunden wurde.
[37:36] Die haben natürlich nicht daran gedacht, dass er tot ist.
[37:39] Die Große hat es der Kleinen dann gleich erzählt. Sie haben Opa gefunden und
[37:43] da war erstmal kurz Freude bei den Kleinen.
[37:45] Bei mir war es Erleichterung. Ich bin dann im Auto gesessen,
[37:47] bin zu meiner Mutter gefahren. Ich wollte es dir nicht am Telefon sagen.
[37:50] Das war die pure Erleichterung. Also es ist ein Riesenstein von meinem Herzen gefallen.
[37:57] Ich habe geschrien im Auto, aber vor Erleichterung. Und ja, also man hat gemerkt,
[38:01] da ist schon eine große Last von einem weggefallen, weil man zu der Zeit schon
[38:04] arg Angst hatte, dass man ihn nicht mehr findet.
[38:06] Das wollte ich gerade sagen. Ich glaube, für Leute, die noch nie in der Situation
[38:09] waren, die denken jetzt, was erzählt die Tamara da?
[38:11] Der ist tot und sie ist erleichtert. Aber es geht, glaube ich,
[38:14] wirklich um diesen Gedanken, dass man nie erfährt, was mit der Person passiert wäre.
[38:18] Und du warst ja, glaube ich, eh schon davon ausgegangen, dass es so ist, oder?
[38:21] Ja, also nach 77 Tagen waren es ja dann, da denkt man nicht mehr, dass jemand noch lebt.
[38:27] Also es hat eigentlich schon nach einer Woche bis zehn Tagen war der Gedanke weg.
[38:31] Also an Silvester hatten wir schon eigentlich die Hoffnung aufgegeben.
[38:35] Und so, es war dann jeder Tag eigentlich nur noch,
[38:39] Man hat da aber auch gar nicht mehr groß nach. Es gab Phasen,
[38:41] da hat man schon gedacht, so irgendwie er lebt noch. Man dachte,
[38:43] man spürt irgendwie was.
[38:45] Aber wenn man da so ganz sachlich drangegangen ist, war es unmöglich.
[38:50] Es war ganz wichtig für uns, dass wir einen Ort haben, dass er beerdigt wird,
[38:53] weil man wusste, dass er sich nicht in Luft aufgelöst hat.
[38:56] Man wusste, dass sein Körper noch irgendwo ist.
[38:59] Und das ist einfach, also da ist kein Ort der richtige, außer der Friedhof halt.
[39:06] Also es war ganz schlimm, der Gedanke, Also wenn man sich bewusst gemacht hat,
[39:10] so er, sein Gelbbeutel, seine Kleider, irgendwo ist er. Und wir finden ihn einfach nicht.
[39:17] Es gibt Verluste, die man nicht fassen kann, weil sie so unklar bleiben.
[39:23] Die US-amerikanische Wissenschaftlerin Pauline Boss nennt das einen uneindeutigen Verlust.
[39:28] Eine Form davon betrifft Menschen, die spurlos verschwinden,
[39:31] so wie Tamaras Papa Dirk.
[39:33] Monatelang wusste niemand, was mit ihm passiert ist. Tamara hat in dieser Zeit
[39:38] nach jedem Strohhalm gegriffen, in der Hoffnung, irgendeinen Hinweis zu finden
[39:41] oder aber auch den entscheidenden Hinweis nicht zu übersehen.
[39:45] Und auch wenn sie rational vom Gegenteil ausgegangen ist, berichtet sie ja von
[39:49] Phasen, in denen sie dachte, wer weiß, vielleicht lebt er ja noch.
[39:53] Als Dirk dann nach 77 Tagen tot aufgefunden wird, ist das für Tamara verständlicherweise
[39:59] ein Moment der Erleichterung.
[40:02] Ihr wird die Angst genommen, dass man ihn gar nicht mehr findet.
[40:05] Jetzt kann sie Abschied nehmen, offiziell und an einem Ort, der sich richtig anfühlt, dem Friedhof.
[40:12] Solche Rituale sind für den Trauerprozess sehr wichtig, denn so sehr sie innerlich
[40:17] schon davon ausgegangen ist, dass ihr Vater tot ist, solange der Körper fehlt,
[40:21] fehlt auch der letzte Schritt.
[40:23] Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass ein Vermisstenfall generell schwerer
[40:26] zu verarbeiten ist als ein Todesfall. Es geht nicht um mehr oder weniger Leid,
[40:31] sondern um eine ganz andere psychische Dynamik.
[40:34] Uneindeutiger Verlust bedeutet nämlich genau das, man steckt zwischen Hoffnung
[40:38] und Gewissheit, zwischen Trauer und der ständigen Frage, was ist passiert.
[40:43] Viele Angehörige berichten von einem Ohnmachtsgefühl, als würden sie innerlich feststecken.
[40:49] Unfähig zu trauern, aber auch unfähig den Alltag wieder zu bewerkstelligen.
[40:54] Weil man in diesen Gedankenschleifen gefangen ist.
[40:57] Manche Betroffene ziehen sich zurück, andere durchsuchen immer wieder Orte,
[41:01] Nachrichten und soziale Medien, ständig auf der Suche nach dem einen entscheidenden Hinweis.
[41:06] Als Tamaras Vater gefunden wird, bringt das zwar erste Erleichterung,
[41:11] aber trotzdem bleibt es komplex.
[41:13] Denn obwohl sein Körper jetzt gefunden ist, bleiben viele Fragen offen.
[41:19] Wo ist dein Vater denn gefunden worden? Also eigentlich im Innenstadtbereich
[41:25] von Donaueschingen in der Brigach.
[41:28] Das hatte man uns am Telefon dann oder mir auch noch nicht gesagt gehabt,
[41:31] dass er tatsächlich aus der Brigach geholt wird oder dass er in der Brigach gefunden wurde.
[41:36] Die Info kam dann tatsächlich über die Presse, weil die Polizei noch nicht da war.
[41:40] Aber er war tatsächlich in der Brigach, was bei uns für, also in dem Moment
[41:44] dann ganz, ganz große, 15 Uhr oder so aus der Presse erfahren.
[41:49] Und ganz, ganz große Verwirrungen und Verwunderungen ausgelöst hat.
[41:54] Also damit hat wirklich keiner gerechnet.
[41:56] Ja, weil es ist ja der Fluss, der so ganz intensiv abgesucht wurde und wo euch
[42:01] im Prinzip gesagt wird, zu 99 Prozent können wir das ausschließen,
[42:04] dass er da irgendwie reingefallen und da ertrunken ist.
[42:06] Und ausgerechnet in dem Fluss findet man ihn dann fast drei Monate später.
[42:12] Die Ermittlungen sind trotzdem, wenn ich das richtig gelesen habe,
[42:15] sehr schnell eingestellt worden nach dem Leichenfund.
[42:20] Ich glaube, vier Tage später kann das sein?
[42:22] Ja, also er wurde dann am Donnerstag gefunden.
[42:24] Und dann war am Freitag die Obduktion, die rechtsmedizinische Untersuchung.
[42:30] Zu uns hieß es schon gleich am Donnerstag, dass halt keine Spuren von Fremdeinwirkungen
[42:33] da seien, dass man aber halt noch die Obduktion abwarte.
[42:37] Und nach der Obduktion hatten wir einen Dreizeiler bekommen.
[42:40] Ja, am Montag auf jeden Fall nach der Obduktion wurden die Ermittlungen eingestellt.
[42:44] Und was ist die Version der Ermittler, wie euer Vater zu Tode gekommen ist?
[42:50] Also zum Zeitpunkt, wo sie die Ermittlung eingestellt haben,
[42:53] war ja noch gar nicht das vollständige Abduktionsergebnis da.
[42:56] Das hat ja ein paar Wochen gedauert. Es gab nur diesen Dreizeiler,
[42:59] wo dann die Rede davon war, dass keine grobe mechanische Gewalteinwirkung stattgefunden
[43:07] haben soll, die zum Tode geführt haben könnte.
[43:10] Aber unter Berücksichtigung...
[43:13] Der Veränderung, die stattgefunden hat und der Auffindesituation.
[43:18] Sei ein Ertrinkungstod vereinbar.
[43:20] Also er sei ertrunken. Also die Polizei denkt, dass er reingestolpert ist vor
[43:24] dem Haus und ertrunken ist.
[43:27] Das heißt also, er ist von der Kneipe nach Hause gegangen, hat dann aber irgendwie
[43:31] umgedreht aus irgendwelchen Gründen und ist dann vor dem Haus deiner Eltern
[43:36] in den Fluss gestürzt. Genau, ja.
[43:40] Also die Karte, die von Forensic Architecture und vom Recherchezentrum veröffentlicht wurde,
[43:46] zeigt die Handydaten von meinem Vater und laut denen war er schon an der Haustüre,
[43:51] hat umgedreht und aus unerklärlichen Gründen und sei dann in den Warenbach gefallen,
[43:58] der unmittelbar auch am Haus meiner Eltern in die Brigach mündet.
[44:02] Aber das passt doch jetzt mit der Bewegung nicht so ganz zu den Ermittlungsergebnissen,
[44:07] wenn er zu Fuß gegangen ist, weil da ist doch das mit diesen 10 Kilometern in 24 Minuten.
[44:11] Wie erklären sich die Ermittler das denn, wenn er in den Fluss gefallen sein soll?
[44:16] Wo soll diese Bewegung herkommen, die man da gesehen hat? Das waren so Fragen,
[44:20] die eigentlich immer unbeantwortet blieben.
[44:22] Auch es waren Erkenntnisse, die bei uns erst recht spät kamen.
[44:26] Eigentlich erst Wochen, nachdem er gefunden wurde, als die Handyauswertung von ihm dann kam.
[44:31] Wir wussten von der Fließgeschwindigkeit von der Brigade, das haben uns die
[44:35] Ermittler gesagt. Das waren 33 Kubikmeter pro Sekunde.
[44:40] Da hat man halt versucht, mit mathematischen Rechnungen und so weiter Formeln
[44:45] da ein bisschen an die Geschwindigkeit ranzukommen. Aber ich glaube,
[44:48] da braucht man nicht viel zu sagen.
[44:49] Also er hätte ja mit 20 kmh unterwegs sein müssen, ungeschützt in diesem Fluss.
[44:55] Also da wären dann bestimmt irgendwelche Spuren von Gewalteinwirkungen gewesen.
[45:01] Also dass er so schnell da unbeschadet durchkommt, ohne Knochenbrüche und so weiter.
[45:06] Unmöglich. Und das ist ja kein reißender Fluss, der mit so einer hohen Geschwindigkeit...
[45:11] Das kann ja eigentlich auch nicht sein. Die Stelle,
[45:14] wo dein Vater reingestürzt sein soll, laut der Polizei, das ist ja auch etwas,
[45:19] was euch so ein bisschen misstrauisch macht, weil von den Gegebenheiten an sich
[45:23] das eigentlich relativ unwahrscheinlich ist, dass er da an der Stelle reingefallen
[45:26] ist, oder? Ja, auf jeden Fall.
[45:28] Also allein schon, wenn er da um die Ecke biegt, sag ich mal,
[45:30] in die Einfahrt rein zum Haus.
[45:32] Er ist gar nicht in Richtung Fluss gerichtet, also seine Bewegung geht weg vom Fluss.
[45:37] Außerdem ist der Uferbereich so breit, dass selbst wenn er stolpert oder umknickt,
[45:44] dann ist er immer noch am Ufer.
[45:45] Also es ist vielleicht ein bisschen steiler. Also ich würde jetzt meine Kinder
[45:48] da vielleicht auch, wenn die Wiese nass ist oder so, nicht gerade einen Ball
[45:52] holen lassen, wenn da einer liegen würde.
[45:54] Da würde wahrscheinlich auch kein Ball liegen bleiben. Der würde schon in den
[45:56] Bach reinfallen. Aber wenn da ein erwachsener Mensch, ich bin da ja auch runter
[46:00] an diese Stelle und da kann man ohne Probleme auch bis ans Ufer runtergehen.
[46:06] Aber da muss man schon mit Wucht fliegen, stolpern, umknicken,
[46:10] sage ich mal, dass man dann auch wirklich im Wasser landet.
[46:13] Und sonst befindet man sich einfach im Uferbereich. Es sind auch nur fünf Meter
[46:17] oder so, an denen es möglich ist, da überhaupt runterzufallen,
[46:21] weil der Rest ist total zugewuchert mit Gestrüpp.
[46:25] Da wäre gar keine Möglichkeit gewesen, überhaupt ins Wasser runterzukommen.
[46:29] Das ist eine sehr eingeschränkte Stelle, an der man da...
[46:33] Ich hätte schauen müssen, sage ich jetzt mal, vielleicht auch mit kriminaltechnischen
[46:37] Sachen oder Möglichkeiten, aber mit bloßem Auge am 24.12.
[46:43] Hatte ich mir die Stelle auch angeschaut schon, habe die auch fotografiert.
[46:47] Da war nichts umgeknicktes Gras oder Gestrüpp, dass man jetzt erkennen hätte
[46:54] können, dass ein 100 Kilo schwerer Mann da reingekommen sei ins Wasser.
[46:57] Ja klar, dann wären Äste abgeknickt, dann wäre irgendwie das Gras platt gewesen,
[47:02] eigentlich hätte man was sehen müssen.
[47:04] Ein paar Wochen nach dem Fund eures Vaters bekommt ihr dann den Obduktionsbericht
[47:08] und wenn ich das richtig verstanden habe, ist das so der Moment,
[47:11] wo ihr irgendwie gar nichts mehr glauben könnt, als ihr den seht.
[47:15] Also was stört euch so an diesem Bericht, den ihr da bekommt?
[47:18] Also man kennt es ja bis dahin eigentlich nur aus dem Fernsehen oder aus Büchern,
[47:22] liest dann diesen Obduktionsbericht und es wurde auch von unserer Strafrechtsanwältin
[47:26] gesagt, dass da auf alles punktuell eingegangen wird, also wenn da halt Verletzungen
[47:32] sind oder so, dass dann auch erklärt wird, woher die kommen können.
[47:36] Ja, auf jeden Fall haben wir den Bericht dann gelesen und da ist halt von verschiedenen
[47:42] Verletzungsmustern die Rede, die dann aber nicht weiter aufgeführt werden.
[47:46] Also linke Oberarm-Innenseite soll ein 7x2 cm messendes Hämatom gehabt haben,
[47:54] wo nicht näher drauf eingegangen wird.
[47:55] Normal wird sowas ja präpariert und dann sagt man ob es vor dem Tod oder nach
[47:59] dem Tod entstanden ist, ob es frisch ist oder älter 7 mal 2 cm habe ich an den
[48:04] Daumen gedacht dann gab es eine Schwellung am linken Hinterkopf,
[48:08] auf die nicht näher eingegangen wurde und eine gebrochene Nase.
[48:13] Es wurde an keiner Stelle da eine Erklärung oder eine Vermutung geäußert seitens
[48:20] der Rechtsmedizin, wie diese Verletzung zustande gekommen sein könnte.
[48:23] Ich habe eher sogar, wenn er in diesem Fluss ungeschützt unterwegs gewesen sein
[48:29] soll, mit mehr Knochenbrüchen auch gerechnet oder so, weil das sind ja riesige
[48:34] Steine und Fischaufstiege.
[48:36] Und man wusste zu dem Zeitpunkt vielleicht noch nicht, aber man konnte sich
[48:41] ja schon denken, dass er eine große Strecke da drin zurückgelegt haben muss,
[48:45] weil er in Villingen reingestürzt und er erschien gefunden,
[48:48] dass er da deutlich mehr Verletzungen von getragen hat.
[48:51] Auch offene Wunden vielleicht, wenn man da mal an einem Stein hing über längere
[48:55] Zeit und Druck auf einen gewirkt hat.
[48:59] Schleifverletzungen auch, die ganz normal sind bei Wasserleichen.
[49:03] Also ich habe damit viel mehr gerechnet.
[49:06] Aber wir haben ihn halt auch nicht angeschaut oder haben auch die Bilder bis
[49:09] heute nicht angeschaut. Also wir Angehörigen, da wird uns halt von allen Seiten
[49:13] dringend davon abgeraten, man ist angewiesen auf das, was die Leute,
[49:17] die ihn gesehen haben oder die die Bildersichten einem sagen.
[49:21] Da sind aber halt auch Widersprüche zustande gekommen, die sich nicht erklären lassen.
[49:26] Das ist bei den, genau, Bilder ist ein gutes Stichwort, es gibt sehr wenig Bilder
[49:29] und das ist wohl ungewöhnlich.
[49:31] Ja, also wie ich gehört habe, gibt es eigentlich von der Rechtsmedizin oder
[49:36] bei der Rechtsmedizin eine Bildmappe, die sehr, sehr umfangreich ist, was Bilder angeht.
[49:43] Also man stellt sich es ja auch so vor, es ist ja jetzt keine Autopsie,
[49:46] wo eine Krebsart untersucht wird, sage ich jetzt mal, um wissenschaftlich neue
[49:51] Erkenntnisse zu bekommen, sondern wir reden ja von der Rechtsmedizin und da
[49:55] geht es ja um Straftaten.
[49:57] Unter Umständen und also es gibt insgesamt wohl von Papa acht Bilder,
[50:02] aber ich glaube, da ist die Auffindesituation auch schon mit inbegriffen,
[50:05] wobei es eigentlich von dieser Auffindesituation von ihm gar kein Bild gibt.
[50:10] Also weder wo er noch im Wasser ist, noch wo er auf der Trage nach oben geholt
[50:14] wird, noch wo er am Ufer liegt. Also es gibt wohl gar keine Bilder.
[50:19] Erst dann aus der Halle, einer Halle im Friedhof in Donaueschingen,
[50:25] wo die Polizei die kriminaltechnische Untersuchung gemacht hat.
[50:29] Da habe ich mir ein Bild teilweise angeschaut, um seine Hose zu sehen und da
[50:34] konnte ich dann so ein bisschen einen Eindruck von der Qualität der Bilder bekommen.
[50:38] Qualität war unterirdisch.
[50:40] Ich konnte auch nicht sagen, ob das seine Hose war, die er anhatte.
[50:44] Also auf diesem einen Foto. Es gibt von ihm wohl kein Foto von hinten.
[50:49] Und es gibt auch keine Komplettaufnahme von vorne. Also die Bilder sind wohl am Haaransatz.
[50:56] Also es gibt wohl eine Nahaufnahme vom Gesicht, die am Haaransatz abschneidet.
[51:01] Und eine von vorne mit dem ganzen Körper, wo aber auch am Haaransatz abschneidet.
[51:06] Also man hat kein Foto mit seiner kompletten Vorder- oder Rückseite.
[51:09] Auch sehr ungewöhnlich.
[51:12] Ihr entscheidet euch ja dann dazu, die Bilder einem der wohl bekanntesten Rechtsmediziner
[51:17] Deutschlands zu zeigen, nämlich Dr. Michael Zockers.
[51:19] Was sagt der denn zu dem Material, was sie ihm zur Verfügung stellt?
[51:23] Ja, also das Fazit unserer, oder ich sag mal das Ende unserer Zusammenarbeit mit Dr.
[51:29] Zockers war dann, also er kann halt mit dem Material nichts anfangen.
[51:33] Er braucht mehr, um da aktiv zu werden.
[51:36] Er hätte gerne mehr Material oder mehr Infos gehabt, um sich da ein Urteil bilden zu können.
[51:43] Weil das, was wir ihm geben konnten, war halt einfach nicht genug.
[51:46] Aber mehr habt ihr auch nicht bekommen?
[51:48] Nee, bis heute nicht, nee. Ich stelle mir das so zermürbend vor,
[51:52] weil ihr habt ja so mehrere emotionale Baustellen.
[51:55] Ihr habt einen geliebten Menschen verloren, du hast deinen Vater verloren,
[51:58] deine Kinder haben ihren Opa verloren.
[52:00] Aber so richtig Ruhe finden geht ja auch nicht, weil du gleichzeitig noch irgendwie
[52:04] das Gefühl hast, du musst da kämpfen mit Behörden.
[52:07] Wie erlebst du das, diese Zerrissenheit?
[52:10] Also im ersten Jahr war es eigentlich nur, da bin ich in diesen Tun gefangen
[52:15] gewesen oder verblieben. Also ich hatte einen Tag Schockstarre und dann habe
[52:20] ich einfach getan, ein Jahr lang ungefähr.
[52:22] Und da war das, glaube ich, eine Therapie. Also es hat mir gut getan,
[52:27] aber auch einfach meine innere Überzeugung, man muss da halt machen,
[52:32] was man kann. Also es ist ja unwiederbringbar alles.
[52:35] Das hat man ja jetzt schon oft genug gemerkt, dass Dinge, die einmal weg sind, die sind weg.
[52:38] Und jeder Tag, jede Woche, Monat, Jahr, geht irgendwas verloren.
[52:42] Und wenn ich das in zehn Jahren oder was bereue, dann kann ich das halt nicht
[52:47] nachholen. Und für mich ist ganz wichtig persönlich, dass wir einfach so viel tun, wie wir können.
[52:53] Also wir gehen so weit, wie wir kommen. Und wenn dann irgendwann Schluss ist,
[52:57] dann ist halt Schluss. Aber bis dahin machen wir weiter.
[53:00] Aber also diese Trauer, die ist noch nicht, ich glaube, die hat noch gar nicht
[53:05] stattgefunden, die Trauerarbeit. Also hier und da merke ich mittlerweile schon,
[53:09] spürt man das ganz arg, was man jetzt die ganze Zeit über an Infos bekommen
[53:13] hat und so, das sieht man, aber man fühlt es nicht.
[53:16] Und hier und da kommen jetzt diese Momente, in denen man das fühlt,
[53:19] was man sieht, ganz stark und stark.
[53:23] Ja, also die lassen was erahnen, was da noch auf mich zukommen wird in Zukunft,
[53:28] aber noch weiß man ja gar nicht, was man verarbeiten soll.
[53:32] Genauso in der Zeit, wo er nicht gefunden wurde. Man hat gedacht,
[53:34] er lebt nicht mehr, also man ist davon ausgegangen, aber man konnte das nicht
[53:38] verarbeiten, weil da hat man sich ja noch zu jedem Tag etwas anderes ausgemalt.
[53:43] Wie ich vorhin gesagt habe, man hat an irgendeinem Tag dann mal an die Mülltonnen gedacht.
[53:47] An die hat man am 26.12. noch nicht gedacht.
[53:50] Die kamen erst später in den Kopf. Aber man hat sich halt irgendwann jeden erdenklichen
[53:56] Hergang, Tod, wie auch immer, ausgemalt.
[54:00] Ihr habt dann letztes Jahr Zugriff auf die Ermittlungsakte bekommen, 400 Seiten.
[54:05] Aber das ist, wie du weißt, nicht die komplette Akte, oder?
[54:09] Genau, das ist auch so eine Sache, dass man als normaler Person,
[54:14] sage ich jetzt mal, gar nicht weiß, was für Akten es gibt.
[54:16] Uns wurde immer zugesagt, solange die Ermittlungen noch nicht eingestellt sind,
[54:20] können wir nicht einsehen.
[54:21] Das ist eine Vermisstensuche, ermittlungstaktische Gründe und so weiter.
[54:25] Hat uns irgendwo auch eingeleuchtet. Uns wurde aber immer gesagt,
[54:29] wenn eingestellt, bekommt ihr es.
[54:31] Und uns wurde auch ein Termin angeboten, wo wir nochmal Fragen stellen können,
[54:36] auch zu dieser kompletten Ermittlungsakte.
[54:38] Und den hatten wir auch wahrgenommen, aber leider ist man auf unsere Fragen
[54:41] auch hier nicht eingegangen, aber wir versuchen eigentlich seit Anfang Januar
[54:45] 23 Akteneinsicht zu bekommen und dann war das ja bis März die Situation,
[54:49] dass er nicht gefunden war, dass das dann ausgeschlossen war und dann haben wir April,
[54:54] Mai haben wir dann die Staatsanwaltsakte bekommen,
[54:57] und die bestand nur aus 120 Seiten,
[55:00] und da war halt auch echt nicht viel Neues für uns drin und dann haben wir mit
[55:04] vier verschiedenen Anwälten, meine ich, versucht, die komplette Akteneinsicht teilzubekommen.
[55:09] Die Anwälte haben uns halt auch alle gesagt, dass es nicht alles ist,
[55:12] dass es da schon mehr gibt und dass wir auch ein Anrecht darauf haben, als nahe Angehörige.
[55:18] Und haben sich dann zunächst auch alle für uns eingesetzt, aber haben dann nach
[55:22] kurzer Zeit, der eine nach kürzerer, der andere nach ein bisschen längerer Zeit.
[55:26] Ich sage jetzt mal klein beigegeben. Ihr habt bis heute nicht die komplette
[55:30] Akte bekommen, aber wie begründet das denn das Polizeipräsidium?
[55:33] Was sagen die euch denn, warum sie euch die Akte nicht einfach geben können?
[55:36] Weil die Ermittlungen sind ja abgeschlossen aus deren Sicht.
[55:38] Die haben ja gesagt, war ein Unfall.
[55:41] Könnten sie euch doch jetzt eigentlich geben? Ja, schon diese Ablehnungen.
[55:45] Also wir haben dann im Mai 2024, glaube ich, haben wir nochmal so 400 Seiten
[55:51] Ermittlungsakte bekommen.
[55:52] Das ist eine selektierte Akte, würde ich das jetzt mal nennen.
[55:55] Da wurde aus der Ermittlungsakte, die aus fünf Leitsordnern besteht,
[55:59] also die haben wir gesehen, haben wir dann 400 Seiten bekommen.
[56:03] Und die haben natürlich noch viel mehr Fragen geliefert.
[56:06] Also leider weniger Antworten als noch mehr offene Fragen.
[56:10] Und wir versuchen stetig weiter, die Akten, die vollständigen zu bekommen.
[56:14] Weil was will man denn mit teilweise Akten? Das ist ja total Blödsinn.
[56:18] Da sind keine kompletten Handlungsstränge drin.
[56:20] Selbst wenn man jetzt hier eine Frage hat, das kann ja sein,
[56:24] Dass da die Antworten halt schon vorliegen, aber in einem anderen Teil der Akte,
[56:27] den wir nicht bekommen haben.
[56:28] Und die Begründung ist, dass sich Rückschlüsse auf polizeiliche Taktiken oder
[56:35] Vorgehensweisen erhalten lassen würden, die vor der Öffentlichkeit geheim zu halten sind.
[56:41] Und ja, also es würde für mich jetzt halt Sinn ergeben, wenn der Papa von einem
[56:46] Menschenhändlering, von einer organisierten Kriminalität irgendwie betroffen
[56:51] gewesen wäre, dann würde das Sinn ergeben.
[56:53] Was man weiß, was an Maßnahmen durchgeführt wurde, man muss uns auch keine technischen
[56:58] Hintergründe bieten oder so, aber die Ergebnisse.
[57:01] Und letzten Endes soll ja ein 61-Jähriger durch einen Unfall in den Fluss gefallen sein.
[57:09] Und da wüsste ich nicht, was es da an Ermittlungsergebnissen,
[57:12] mich interessieren ja nur die Ergebnisse, die Resultate, gar nicht die technischen
[57:17] Hintergründe oder wie man da vorgegangen ist, was es da zu verheimlichen gibt.
[57:22] Aber das sind so die Begründungen. Das ist die Frage, ob es da was zu verheimlichen
[57:26] gibt und warum, wenn es denn so ist.
[57:28] Und da kommt das Recherchezentrum ins Spiel, die euch ja unterstützen.
[57:32] Und da ist es ja so, ich glaube Ende März 2024 hast du die gefunden,
[57:37] bist mit denen in Kontakt getreten und die haben dann relativ schnell gedacht,
[57:40] das passt nicht zusammen.
[57:42] Also erst wird gesagt, Dirk Brünker ist zwangsweise in einem Pkw gebracht worden,
[57:49] wegen der Handydaten und kurze Zeit später heißt es dann, er ist ertrunken.
[57:54] Also das passt ja nicht zusammen und das sehen die auch und fahren dann,
[57:57] glaube ich, nach Villingen und wollen euch kennenlernen.
[58:00] Was bedeutet dir das damals, nachdem ihr den Kampf auch so lange alleine geführt
[58:04] habt, dass da jemand kommt und sagt, wir glauben euch, wir helfen euch?
[58:08] Große Erleichterung, weil das war, glaube ich, so auch ein Punkt,
[58:10] wo wir alle, also mein Bruder, meine Mutter und ich, schon innerlich ein bisschen...
[58:16] Aufgegeben haben, würde ich sagen, weil das ging da gerade dann mit dem vierten Anwalt zu Ende so,
[58:22] dass man da nicht mehr so viel Kontakt hatte und der hatte eben noch diese 400
[58:27] Seiten besorgt, Akte, hat uns dann aber auch suggeriert, dass ja jetzt viel
[58:32] mehr halt auch nicht drin wäre.
[58:34] Also es war dann so ein Punkt, wo man ein bisschen das Vertrauen in das System verloren hat einfach.
[58:39] Weil man wusste ja schon von den Anwälten, dass man das Recht darauf hat,
[58:42] aber keiner setzt das Recht mit dir durch.
[58:45] Und man hat bis dahin auch schon echt viel Geld verbrannt, sag ich mal.
[58:49] Also es war ja alles nicht umsonst und es war auch nicht günstig.
[58:52] Man wusste auch nicht, was für einen Anwalt man sich jetzt als nächstes nehmen solle.
[58:56] Und dann habe ich gesehen, dass sie den Verein gegründet haben,
[58:59] das Recherchezentrum. Ich hatte im Jahr 2023 schon von anderen Fällen über True
[59:03] Crime ein bisschen gehört, von anderen Fällen, die das Recherchezentrum bearbeitet.
[59:08] Aber zu der Zeit haben sie noch keine neuen Fälle aufgenommen.
[59:11] Und Anfang 2024 bin ich dann über einen Artikel darauf gestoßen,
[59:17] dass sie den Verein gegründet haben und sich jetzt auch anderen Fällen widmen.
[59:20] Und dann habe ich natürlich direkt eine Mail geschickt und dann waren die,
[59:24] Wahnsinn, die waren ruckzuck hier in Villingen.
[59:28] Also es ging ganz schnell. Sie wollten sich ein Hotel buchen oder einen Zug
[59:31] und dann haben sie, glaube ich, ein paar Stunden später geschrieben,
[59:34] dass sie schon unterwegs sind.
[59:36] Wow. Was genau, vielleicht mal für jemanden, der nicht weiß,
[59:39] was dieser Verein macht, wie helfen die euch ganz konkret?
[59:43] Also auf allen Linien, also um die banalsten Sachen geht es da eben schon mal
[59:48] überhaupt zu verstehen, was für Akten es gibt und wie Akten auszusehen haben.
[59:52] Das weiß ich jetzt zwar ein bisschen von meiner Ausbildung, aber ja,
[59:55] die sollten nummeriert sein und es gibt eine Ermittlungsakte,
[59:58] eine Spurenakte, es gibt die Staatsanwaltsakte.
[1:00:02] Also da geht es schon mal los, dass man das überhaupt mal unterscheiden kann.
[1:00:05] Und dann ist es ja jetzt das erste Mal, dass man solche Akten sichtet,
[1:00:09] sage ich mal, oder beantragt.
[1:00:11] Und dann auch, ich hätte gar nicht gewusst, wie wir an die Öffentlichkeit gehen sollen.
[1:00:15] Also wir hatten zwar zu der Zeit, glaube ich, ganz vorsichtig einen Artikel
[1:00:18] mal veröffentlicht, dass wir halt noch viele offene Fragen haben.
[1:00:21] Aber man muss ja auch ganz aufpassen, wie man in die Öffentlichkeit tritt,
[1:00:26] um halt auch ein bisschen die Bevölkerung zu informieren. Oder es haben sich
[1:00:31] ja auch viele Leute erkundigt.
[1:00:33] Papa war recht bekannt, wollten natürlich auch alle wissen. Es kam ja auch vielen
[1:00:36] ein bisschen komisch vor, diese ganze Vorgehensweise.
[1:00:39] Und da helfen die uns mit Anwälten, mit denen sie zusammenarbeiten,
[1:00:43] die halt auch in diesen Fällen wirklich bis zum Schluss dranbleiben und nicht
[1:00:47] dann irgendwann klein beigeben.
[1:00:51] An dieser Stelle möchte ich noch mal darauf eingehen, was das Recherchezentrum
[1:00:54] eigentlich ist. Tamara hat ja schon erzählt, dass sie im Internet darauf gestoßen ist.
[1:00:58] Das Recherchezentrum ist ein unabhängiger Verein und hat es sich zur Aufgabe
[1:01:02] gemacht, Betroffene in Fällen von mutmaßlicher Polizeigewalt,
[1:01:07] Vertuschung und staatlichem Fehlverhalten zu unterstützen.
[1:01:10] Das Recherchezentrum versteht sich nicht als Ersatz für die Polizei oder die
[1:01:15] Justiz, sondern als unabhängige Kraft, die dort ansetzt, wo offizielle Stellen
[1:01:20] an Grenzen stoßen oder sich weigern, genauer hinzusehen.
[1:01:23] Und ich hatte mit dem Recherchezentrum über Ecken auch schon mal zu tun,
[1:01:27] weil die auch im Fall Sammy Baker, den ihr auch aus diesem Podcast und aus Verbrechen
[1:01:31] von Leben ankennt, aktiv waren.
[1:01:33] Das Recherchezentrum ist ein Team aus Investigativjournalistinnen und Journalisten,
[1:01:38] Filmschaffenden und Aktivistinnen und Aktivisten.
[1:01:41] Dieser Mix ist für Betroffene sehr wertvoll, weil das Recherchezentrum so zum
[1:01:46] einen Fachwissen im Umgang mit Ermittlungsakten und Zugang zu Sachverständigen
[1:01:50] mitbringt, aber eben auch Kontakte in den Medien hat, wenn die Öffentlichkeit notwendig ist.
[1:01:56] Der Verein läuft spendenbasiert und kann beispielsweise Kosten für eine anwaltliche
[1:02:00] Prüfung und neue forensische Einschätzungen übernehmen.
[1:02:03] Sie leisten in vielen Fällen notwendige Ergänzungen zu den bisherigen Ermittlungen,
[1:02:08] indem sie Lücken offenlegen, Aussagen überprüfen und die Öffentlichkeit informieren.
[1:02:13] Vielleicht sagt euch der Fall Ugi Giallo etwas. Auch über den habe ich ja eine
[1:02:16] Folge meines Podcast Verbrechen von nebenan gemacht.
[1:02:18] Auch da hat das Recherchezentrum viel bewegt.
[1:02:21] Für Familie Brünker bedeutet die Unterstützung, sie stehen nicht alleine da
[1:02:26] und sie haben eine Chance, das Fragen nicht unbeantwortlich.
[1:02:31] Wir haben vorab, also vor der Produktion dieser Folge mit dem Recherchezentrum
[1:02:34] gesprochen und sie haben uns erzählt, dass ihnen sehr schnell nach Tamaras Anfrage
[1:02:38] klar war, dass der Fall Dirk Brönker voller Lücken und offener Widersprüche ist.
[1:02:43] Zum Beispiel das mutmaßliche Bewegungsprofil und das man Dirk so lange nicht gefunden hat.
[1:02:50] Die Brigach ist nie breiter als 11 Meter und an vielen Stellen nur Knöchel bis
[1:02:55] Oberschenkel tief, hat zahlreiche Kurven und ist eigentlich total gut zugänglich.
[1:02:59] Dass ein zwei Meter großer Mann hier monatelang drin verschwindet und das trotz
[1:03:04] mehrfacher Sucheaktionen von Polizei und Feuerwehr, das erscheint ihnen schlichtweg unplausibel.
[1:03:09] Vor kurzem veröffentlichte das Recherchezentrum erste Ergebnisse ihrer Recherchen.
[1:03:14] Unter anderem präsentieren sie eine Karte, die das Bewegungsprofil Dirk Brünkers
[1:03:18] in der Nacht seines Verschwindens visualisiert.
[1:03:20] Diese Karte basiert auf polizeilich gesicherten Handydaten.
[1:03:24] Auffällig dabei, die Software, die solche Daten für die Polizei analysiert,
[1:03:28] erstellt eigentlich eine unveränderbare Exportliste, genau aus Gründen der Nachholziehbarkeit
[1:03:33] und der Beweissicherheit.
[1:03:35] Niemand kann diese Liste manipulieren. Das Recherchezentrum weiß,
[1:03:39] wie eine solche Liste aussieht, aber in der Ermittlungsakte findet sich stattdessen
[1:03:43] lediglich eine händisch erstellte Tabelle, inklusive Rechtschreibfehlern und Unklarheiten.
[1:03:49] Es wurde also nicht die Originalliste, die unveränderbar ist,
[1:03:52] abgeheftet, sondern extra eine neue erstellt.
[1:03:56] Bei dieser Karte, die jetzt veröffentlicht wurde, steigen wir jetzt wieder ein.
[1:04:02] Da gibt es halt eben ganz viele Unregelmäßigkeiten und diese Karte zeigt jetzt
[1:04:06] auch nochmal, wie wenig das mit der Version zusammenpasst, dass dein Vater angeblich
[1:04:11] ja per Unfall in den Fluss gefallen sein soll.
[1:04:16] Vielleicht für alle, die zuhören, wir werden die Karte natürlich auch bei Instagram
[1:04:20] veröffentlichen, dann könnt ihr euch ein eigenes Bild machen und wir verlinken
[1:04:23] euch logischerweise auch das Recherchezentrum und deren Website in den Shownotes.
[1:04:28] Also ich picke mir jetzt mal ein paar von diesen Auffälligkeiten raus,
[1:04:32] um das vielleicht mal deutlich zu machen.
[1:04:33] Also dein Vater soll von der Kneipe bis zu seinem Wohnhaus 21 Minuten gebraucht
[1:04:40] haben. Das sind so 800 Meter.
[1:04:42] Da braucht man eigentlich, würde ich sagen, 10 bis 11 Minuten.
[1:04:46] Also er hat sehr lange gebraucht. Dann dreht er plötzlich um und geht in die
[1:04:51] gegensätzliche Richtung,
[1:04:53] bleibt zwischendurch minutenlang stehen und ganz kurz später ist er dann sieben
[1:04:59] Kilometer weiter entfernt oder taucht da sozusagen in der Funkzelle wieder auf.
[1:05:04] Das passt ja alles nicht mit diesem Ertrinken zusammen, überhaupt nicht.
[1:05:08] Genau, also er ist schon an der Haustüre, braucht bis zur Haustüre schon auffällig
[1:05:14] lange, bleibt auf dem Weg bis nach Hause, wie du sagtest, schon auffällig lang
[1:05:20] stehen an diversen Orten,
[1:05:22] unter anderem auch an der Gaststätte Harlekin.
[1:05:25] Und es gibt aber keine Hinweise zu Gesprächen, die da stattgefunden haben.
[1:05:30] Es haben sich ja keine Zeugen gemeldet, die jetzt diese Aufenthalte irgendwie
[1:05:34] erklären könnten. Denn es blieb immer bei der letzten Sichtung am Gefängnis.
[1:05:38] Und von da an sind es ja dann gar keine 800 Meter mehr, meine ich, bis nach Hause.
[1:05:44] Jedenfalls kommt es zu diversen Male zum Stehenbleiben und an der Haustür dann
[1:05:50] auch nochmal zum Umdrehen.
[1:05:52] Und dann ist ja auch erstmal Schluss mit den Handysignalen.
[1:05:56] Das soll dann auch der Punkt gewesen sein, an dem er ins Wasser gestürzt sein
[1:06:00] soll. Es geht dann weiter weiter.
[1:06:02] 10, 15 Minuten später flussaufwärts mit einem Punkt, mit einer Ortung.
[1:06:07] Das ist ganz wichtig. Vielleicht müssen wir an der Stelle nochmal einhaken.
[1:06:11] Wenn wir jetzt davon ausgehen würden, dass dein Vater an eurem Haus in den Fluss
[1:06:16] gefallen ist, dann müsste er laut der Daten ja gegen die Strömung getrieben
[1:06:22] worden sein. Also es ist ja eigentlich gar nicht möglich.
[1:06:25] Genau. Und da ist es halt ganz schwer. Es waren auch Fragen,
[1:06:29] die wir auch der Polizei nochmal gestellt hatten abschließend.
[1:06:32] Und auch zu diesen Punkten, an denen er stehen geblieben ist, wie sie das bewerten.
[1:06:37] Also mir kam es so vor, als wäre es denen gar nicht aufgefallen unbedingt.
[1:06:41] Aber sie wollten halt auf jeden Fall da nichts weiter zu sagen.
[1:06:44] Also, aber ich hatte mir halt in der ersten Zeit, also es war so sechs Wochen,
[1:06:48] nachdem er gefunden wurde, als diese Handy-Auswertung kam, die diese Punkte eben,
[1:06:51] also auf deren Basis die Karte jetzt erstellt wurde und mir ist dann nach weiteren
[1:07:00] vielen Wochen erstmal aufgefallen,
[1:07:02] die Punkte, die sich dann später außerhalb von Villingen ergeben.
[1:07:05] Also da ist ja schon alles komisch, aber er bewegt sich ja dann noch ein zweites
[1:07:10] Mal flussaufwärts, als er dann schon von Villingen ganz weit weg ist.
[1:07:13] Also er geht ja über diesen Funkmast dann in Richtung Grüningen,
[1:07:16] wo er ja utopisch schnell ankommt und kurz drauf bewegt er sich wieder flussaufwärts,
[1:07:23] ein großes, ordentliches Stück.
[1:07:25] Also wir haben zweimal eine starke Flussaufwärtsbewegung, die halt nicht erklärbar ist.
[1:07:32] Was ist denn...
[1:07:34] Euer Ziel als Familie, gemeinsam mit dem Recherchezentrum, was ihr verfolgt
[1:07:39] eben auch mit dieser Veröffentlichung und auch damit, dass du jetzt bei mir
[1:07:42] im Podcast sitzt, also was wollt ihr erreichen?
[1:07:46] Wir wollen die Akteneinsicht, die vollständige. Also wir erwarten zunächst jetzt
[1:07:50] mal, also schon eigentlich ganz lange nicht mehr, dass da jetzt unbedingt direkt
[1:07:55] wieder Ermittlungen aufgenommen werden oder so.
[1:07:57] Aber also mittlerweile, muss ich sagen, haben wir schon so viele Missverständnisse,
[1:08:00] dass die Ermittlungen eigentlich wieder aufgenommen werden müssten.
[1:08:03] Außer die Akte liefert wirklich Antworten auf alles.
[1:08:07] Auf jeden Fall gibt es verdammt viele Antworten auf verdammt viele Fragen von
[1:08:11] uns, da bin ich mir sicher, die uns aber einfach verwehrt werden.
[1:08:14] Also man könnte, glaube ich, ganz viel Ruhe in uns schon schaffen,
[1:08:19] wenn man uns einfach mal die komplette Akte geben würde.
[1:08:22] Das primäre Ziel ist jetzt auf jeden Fall mal die Aktenhinsicht.
[1:08:25] Dafür haben wir jetzt ja auch beim Verwaltungsgericht Klage erhoben.
[1:08:29] Genau, und das Ziel jetzt auch mit dem Podcast und mit der Veröffentlichung der Karte,
[1:08:35] einfach den Leuten zeigen, mit was für offenen Fragen wir es hier zu tun haben,
[1:08:40] dass es halt schon wesentliche Themen sind oder Punkte,
[1:08:44] die einfach geklärt sein sollen, müssen,
[1:08:47] um da vielleicht ein bisschen, ich verwende das Wort jetzt ungern,
[1:08:50] aber Druck zu erzeugen, dass wir vielleicht jetzt nicht dieses komplette Verwaltungsgerichtsverfahren
[1:08:56] durchgehen müssen, weil es wären ungefähr weitere zwei Jahre,
[1:09:01] bis wir da dann mal zu einem Urteil kämen.
[1:09:04] Und wir sind ja schon seit zweieinhalb Jahren dran.
[1:09:07] Und die 77 Tage waren auch bei Weitem keine schöne Zeit, sodass man auch gerne
[1:09:14] selber einfach da mal weiterkommen möchte oder auch womöglich irgendwann mal abschließen.
[1:09:19] Es wird uns aber unnötig erschwert. Schwer gemacht, ja.
[1:09:24] Also ich finde, das Interessante ist ja, dass da viele offene Fragen sind.
[1:09:29] Das passt alles nicht so zusammen.
[1:09:31] Also es gibt so die Frage zum Beispiel direkt am Anfang, warum wurde in der
[1:09:34] Öffentlichkeit gesagt, dein Vater wurde zuletzt in der Gaststätte gesehen,
[1:09:38] obwohl die Polizei da eigentlich schon wusste, dass er in einem Gefängnis gesehen
[1:09:41] wurde, sogar von einem Polizisten.
[1:09:43] Warum hält man eben diese Teile der Akte zurück?
[1:09:47] Warum haben die Ermittler extra eine händische Liste mit Standortdaten erstellt,
[1:09:53] wo es doch eigentlich eine Software gibt, die so eine fertige Liste ausspuckt?
[1:09:56] Das sind ja alles Dinge, die die Frage aufwerfen, welche Rolle die Polizei macht.
[1:10:02] In diesem ganzen Fall spielt. Genau, also der Öffentlichkeit eben wurde das
[1:10:08] eigentlich nie gesagt, dass er am Gefängnis nochmal gesehen wurde.
[1:10:13] Es wurde immer bei dieser Gaststätte belassen.
[1:10:16] Aber das waren auch Dinge, die einem selbst in diesem ganzen Wahnsinn gar nicht
[1:10:19] aufgefallen sind unbedingt.
[1:10:21] Man hatte die Info und man hat es auch dann, klar, wenn man mit jemandem darüber
[1:10:24] gesprochen hat, das dann auch erwähnt.
[1:10:26] Aber es ist einem nie so bewusst geworden, dass die Info halt jetzt nicht der
[1:10:29] breiten Bevölkerung zugänglich gemacht wurde.
[1:10:32] Und es sind halt auch da Möglichkeiten unter Umständen genommen worden,
[1:10:36] weil Leute, die eventuell was beobachtet haben,
[1:10:39] zu anderen Zeiten an anderen Orten als öffentlich bekannt gemacht,
[1:10:43] die haben vielleicht Infos gar nicht durchgegeben, weil sie dachten,
[1:10:46] es hat nichts mit dem Fall zu tun.
[1:10:49] Wie kann man euch denn unterstützen? Weil ich bin mir sicher,
[1:10:51] es hören gerade viele Leute, die denken, diesen Kampf, den müssen die doch nicht
[1:10:54] alleine führen. Kann man irgendwas machen?
[1:10:57] Ja, also finanziell sind wir, wie gesagt, dann schon so ungefähr nach einem
[1:11:00] Jahr an unsere Grenzen gestoßen.
[1:11:03] Und das Recherchezentrum hilft da jetzt enorm.
[1:11:06] Es stehen halt wirklich wichtige Gutachten an, die man jetzt machen sollte.
[1:11:11] Die kosten alle nicht wenig Geld.
[1:11:13] Und das Recherchezentrum hatte ja eine Petition und auch schon vor einigen Wochen
[1:11:17] einen Spendenaufruf haben wir da geteilt.
[1:11:19] Und es wäre ganz wichtig, dass wir da noch ein bisschen mehr Spenden sammeln
[1:11:23] können, um die Gutachten zu bezahlen, aber auch die Anwaltskosten,
[1:11:27] die schon entstanden sind und noch entstehen werden.
[1:11:30] Und halt auch die Arbeit der Leute vom Recherchezentrum selbst.
[1:11:33] Also die investieren da auch nicht wenig Zeit in die ganzen Fälle.
[1:11:37] Und ein Fall finanziert auch den anderen ein bisschen mit.
[1:11:41] Also wir konnten jetzt auch ein bisschen von den anderen Fällen profitieren, sage ich mal.
[1:11:45] Aber es wäre wichtig, dass da einfach jetzt ein bisschen was zusammenkommt,
[1:11:49] um in unserem Fall Gutachten zu erstellen, Anwälte zu bezahlen,
[1:11:53] die Arbeit zu bezahlen und aber auch, dass die anderen Fälle da wieder,
[1:11:57] dass da wieder ein bisschen was zurückfließt, in denen sie da tätig sind, ja.
[1:12:00] Also das Recherchezentrum unterstützen, Petitionen unterschreiben,
[1:12:04] das wären schon mal gute Möglichkeiten.
[1:12:07] Dein Vater ist jetzt schon mehr als zweieinhalb Jahre her, dass er verschwunden ist.
[1:12:12] Wie geht es dir, Tamara, heute mit dem ganzen Thema?
[1:12:18] Ja, also man ist nach wie vor in der Findungsphase oder im Herausfinden oder
[1:12:26] im Erkenntnisgewinn, klar deutlich weniger als zu Beginn,
[1:12:32] aber ja,
[1:12:35] also ich habe einen langen Atem, sagen wir so und wir machen da,
[1:12:39] wir werden da noch ganz, also so lange wie es halt nötig ist und möglich werden wir weitermachen.
[1:12:43] Es ist jetzt auch nicht mehr so, dass es einen den Alltag erschwert oder so.
[1:12:48] Man ist ja inzwischen schon wieder komplett im Alltag angekommen.
[1:12:51] Da musste man ja eigentlich am ersten Tag auch wieder in den Alltag,
[1:12:54] auch wenn es aussichtslos war. Aber,
[1:12:57] Bei uns allen ist es weitergegangen seither und wenn es erforderlich ist für
[1:13:03] die Zusammenarbeit mit dem Recherchezentrum oder wenn man dann solche Türen
[1:13:07] geöffnet bekommt, wie hier bei dir heute sprechen zu dürfen,
[1:13:10] dann nimmt man die dankend an und macht es und hofft einfach auf irgendeinem
[1:13:15] Weg nachher dann mal die Akte zu erhalten.
[1:13:19] Also uns geht es gut, sage ich jetzt mal, aber was Trauerarbeit angeht und so,
[1:13:25] das ist alles, glaube ich, noch, also bei mir persönlich auf jeden Fall offen.
[1:13:30] Also ich bin da noch nicht angekommen. Ja, das wäre meine Frage gewesen,
[1:13:34] weil so, wenn du erzählst, du bist sehr aufgeräumt, du bist sehr im Machen,
[1:13:38] du sprichst aber auch viel von Mann, wenn du eigentlich ich meinst,
[1:13:41] also du distanzierst dich da so ein bisschen von, was ja auch so ein Schutzmechanismus
[1:13:45] ist, also hast du das Gefühl, dass du schon wirklich um den Verlust deines Vaters
[1:13:49] trauern konntest bisher? Nein, ganz und gar nicht.
[1:13:53] Also wenn man darüber spricht bis heute,
[1:13:57] dann ist das alles eine sachliche Betrachtung und wenn ich das alles,
[1:14:06] was ich erzähle und worüber ich rede,
[1:14:09] fühlen würde, dann könnte ich jetzt hier ja nicht so reden.
[1:14:12] Ich habe ganz, ganz wenige Momente, wo ich auch glaube, dass das ein Schutzmechanismus ist,
[1:14:18] ganz, ganz wenige Momente, in denen ich das wirklich fühle, was ich da gesehen
[1:14:23] habe oder vermute oder befürchte,
[1:14:28] die Momente, wo ich das dann wirklich fühle, also wo das in mir dann ankommt,
[1:14:34] was ich wirklich denke inzwischen.
[1:14:36] Ich bin ganz froh, dass die ganz schnell wieder weg sind, diese Momente,
[1:14:39] weil da wäre ich noch nicht, also es würde meinen Alltag ganz schön aus den
[1:14:43] Fugen bringen, wenn ich das alles so fühlen müsste.
[1:14:47] Ganz bewusst mal über mehrere Stunden oder so, also ich bin da noch weit weg
[1:14:52] von, ich möchte eigentlich, ist meine Traumvorstellung, ja, dass man halt,
[1:14:57] alle offenen Fragen beantwortet hat und dann da reingeht in dieses Verarbeiten,
[1:15:03] weil im Moment noch zu viele Eventualitäten sind.
[1:15:07] Also es kann ja sein, dass er wirklich in den Fluss gefallen ist und ertrunken
[1:15:12] ist und das Ganze mit ganz wenig Leiden oder mit keinem Leiden unter Umständen sogar zu Ende ging.
[1:15:19] Oder dass er wirklich zwangsweise in einem Auto verbracht wurde und noch gelitten hat.
[1:15:25] Oder dass er auch einen Moment hatte, in dem ihm bewusst wurde,
[1:15:30] dass er uns nicht mehr sehen wird und dass er nicht mehr mit uns Weihnachten
[1:15:34] feiern wird, morgen. Also es war am nächsten Tag Weihnachten gewesen.
[1:15:38] Und wenn man sich dann solche Gedanken, ja, wenn man sich denen dann stellt,
[1:15:43] dann wird es einem schon anders.
[1:15:45] Also da ist ein himmelweiter Unterschied zwischen den Sachverhalten,
[1:15:49] wie man die auch verarbeiten muss.
[1:15:51] Zu dem, also natürlich wäre es ganz schlimm für mich zu erfahren,
[1:15:55] wenn er noch gelitten hat, lange oder wenn er womöglich noch Tage gelebt hat, also.
[1:16:01] Das ist eine ganz unterschiedliche Verarbeitung, glaube ich,
[1:16:04] die man da auch dann braucht oder auch Therapie, bin ich mir ganz sicher,
[1:16:07] dass man da auch dann unter Umständen eine Therapie braucht,
[1:16:11] wenn das alles dann mal an die Oberfläche kommt, aber noch ist es zu ungewiss.
[1:16:16] Und es ist ja auch so, was für Folgen und für Schlussfolgerungen das hat.
[1:16:23] Wenn es so gewesen ist, wir wissen es beide nicht, dass dein Vater irgendwie
[1:16:27] in ein Auto gezwungen wurde und ihm irgendwas angetan wurde,
[1:16:30] dann ist ja noch ein Mensch oder mehrere Menschen unterwegs,
[1:16:33] die das waren, die deinen Vater auf dem Gewissen haben. Genau,
[1:16:36] ja. Die ihn vielleicht ermordet haben.
[1:16:38] Auch zwischenmenschlich. Also man war ganz lange auch ganz misstrauisch allen Menschen gegenüber.
[1:16:43] Also so auf der einen Seite war man gerührt von der Unterstützung aus der Bevölkerung.
[1:16:49] Auf der anderen Seite hat man ein unglaubliches Misstrauen entwickelt.
[1:16:53] Auch das Sicherheitsgefühl ist arg gestört, muss ich sagen.
[1:16:57] Auch gar nicht nur ich. Meine Tochter hat auch kürzlich gefragt,
[1:17:00] Mama, was ist dem Opa eigentlich passiert?
[1:17:03] Also sie ist jetzt sechs und da kriegt man schon auch mit, dass es halt Krankheiten gibt oder so.
[1:17:09] Aber das sind auch Themen, mit denen man sich beschäftigt. Man möchte es richtig machen.
[1:17:15] Aber man möchte nicht lügen, aber man möchte es auch nicht runterspielen.
[1:17:19] Also es sind ganz viele Themen, die einen da umtreiben.
[1:17:24] Jetzt sind wir schon am Ende des Podcasts. Das weißt du wahrscheinlich,
[1:17:26] am Ende stelle ich ja immer zwei Fragen meinen Gästen.
[1:17:29] Die erste ist, wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst,
[1:17:33] nämlich als deine Mama dich angerufen hat und gesagt hat, der Papa ist weg.
[1:17:37] Welches Gefühl löst das heute in dir aus?
[1:17:39] Ganz große Traurigkeit, weil man zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste,
[1:17:44] was einem bevorsteht in den kommenden Wochentagen.
[1:17:49] Auf der anderen Seite dann halt klar die Erlösung, aber schon,
[1:17:52] es hat das ganze Leben halt einmal auf den Kopf gestellt. Man sieht alles mit anderen Augen.
[1:17:58] Und die zweite Frage, wie war
[1:18:00] das für dich heute mit mir über diesen einen Moment zu sprechen? Sehr gut.
[1:18:05] Also es tut immer gut, wenn man was bewegen kann in irgendeiner Form.
[1:18:11] Bei uns ist es bewegen im Moment noch, die Leute zu informieren und die Akte
[1:18:16] zu bekommen. Da hoffe ich, dass deine Reichweite uns halt auch zu nutzen zugutekommt
[1:18:24] und so ein sehr angenehmes Gespräch.
[1:18:26] Dankeschön. Ich hoffe, dass die Hörer da auch einen guten Eindruck sich verschaffen
[1:18:30] können jetzt von der ganzen Zeit.
[1:18:32] Ich kann nur sagen, dass ich dir und euch als Familie wünsche,
[1:18:37] dass ihr die Antworten bekommt, nach denen ihr euch so sehr sehnt.
[1:18:41] Und ich will nicht sagen, ich hoffe, wir hören uns in meinem anderen Podcast
[1:18:45] wieder, weil das wünsche ich niemanden, aber es könnte durchaus sein,
[1:18:50] dass da noch mehr Informationen kommen und dann werden wir diese Geschichte
[1:18:53] natürlich weiterverfolgen und dann vielleicht auch nochmal wieder miteinander
[1:18:58] sprechen, Tamara. Ja, sehr gerne.
[1:18:59] Danke für deine Zeit. Ich danke.
[1:19:04] Ich weiß, dass es Tamara nicht leicht fällt, öffentlich über das zu sprechen,
[1:19:07] was ihr und ihrer Familie passiert ist, umso stärker, dass sie es trotzdem tut.
[1:19:12] Wenn ihr Tamara und das Recherchezentrum unterstützen möchtet,
[1:19:15] findet ihr alle Links auch zur Petition und zum Spendenaufruf natürlich hier
[1:19:19] in der Folgenbeschreibung und ich werde das bei Instagram auch nochmal posten.
[1:19:24] In der nächsten Folge geht's weiter mit Marie.
[1:19:28] Marie wird mir davon erzählen, wie sie mit 13 Jahren plötzlich erblindet ist.
[1:19:33] Wie das ihr Leben verändert hat, besprechen wir in zwei Wochen bei dieser einen Moment.
[1:19:37] Und ich kann euch jetzt schon mal sagen, das wird sehr, sehr emotional.
[1:19:40] Ihr wisst es wahrscheinlich schon, ihr könnt diesen Podcast immer zuerst in
[1:19:43] der Podimo App hören, komplett kostenlos und ohne Anmeldung.
[1:19:47] Zwei Wochen später gibt's die neue Folge, dann wie gewohnt überall da,
[1:19:50] wo es Podcasts gibt. Wir hören uns in zwei Wochen wieder. Tschüss.

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