# "Sex und Nähe als Dienstleistung" mit Ben

An episode of [Dieser eine Moment – Der Podcast mit Philipp Fleiter](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1754096105), 6 Sep 2026, 1 h 18 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1806-dieser-eine-moment-der-podcast-mit-philipp-fleiter/253072-new-episode.mp3?v=4&awCollectionId=julephosting_69aaf1da6ba1a&awEpisodeId=253072

Unser Werbepartner für diese Folge ist die DEVK Altersvorsorge. Du willst noch mehr fürs Alter tun? Dann lass dich jetzt persönlich zur Altersvorsorge bei der DEVK beraten! https://www.devk.de/altersvorsorge Im November 2022 wartet Ben in seinem Atelier auf eine Frau, die er noch nie persönlich getroffen hat - sie haben sich zum bezahlten Sex verabredet. Für Ben ist es das erste bezahlte Date mit einer fremden Frau. Und der Beginn seines heutigen Berufs als supportive Sexarbeiter. Ben Nordmann arbeitet nicht als "klassischer Escort". Viele der Frauen, die ihn buchen, bringen Unsicherheiten, Scham oder negative sexuelle Erfahrungen mit. Manche haben sexualisierte Gewalt erlebt, andere hatten noch nie Sex oder wurden jahrelang für ihren Körper abgewertet. Ben möchte ihnen einen möglichst sicheren Rahmen geben, in dem sie Nähe, Lust und ihre eigenen Grenzen selbstbestimmt erleben können. In dieser Folge erzählt Ben, warum er schon früh mit klassischen Vorstellungen von Beziehungen und Sexualität gehadert hat und wie aus einer spontanen Idee schließlich sein Beruf wurde. Er erzählt uns, was bei seinen Treffen tatsächlich passiert, wie er mit Lust, Grenzen und Gefühlen umgeht und wo die Grenzen eines solchen Angebots liegen. Ihr findet Ben auf Instagram @ben_nordmann @justnotbed und weiteren Socials oder seiner Website www.ben-nordmann.com bzw. www.justnotbed.com Leseempfehlungen von Ben: • Über Konsensualität: Joris Kern - Sex aber richtig? • Warum Nähe gesundheitsförderlich ist: Rebecca Böhme - Human Touch Kollektive, die Ben in der Folge erwähnt: https://supportive-sexwork.com/, https://www.seggsarbeittutgut.net/ Bündnis und Berufsverband: https://www.bufas.net/; https://berufsverband-sexarbeit.de/ Bleib auf dem Laufenden über Philipp und "Dieser eine Moment" auf Instagram: @philippfleiter und @gutegefuehle_wemynd Du möchtest mehr über unsere Werbepartner*innen erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: https://linktr.ee/DEM.diesereinemoment Dieser Podcast ist eine Produktion von Philipp Fleiter und WeMynd. Neue Folgen alle 14 Tage montags – überall, wo es Podcasts gibt. Redaktion: Philipp Fleiter und Laila Keuthage | Produktion: WeMynd

## Transcript

[0:01] Dann kennenlernen und sprechen, dann näher rücken und vielleicht sich mit den
[0:07] Fingern an einem Oberarm oder an der Schulter berühren.
[0:12] Und da habe ich auch eine Entwicklung durchlaufen und hatte zu Beginn schon
[0:16] mehr Performance-Druck wie jetzt. Also jetzt stehe ich irgendwie von der Haltung
[0:20] her an einem anderen Punkt, wo Sexualität auch mehr ist, wie nur ein steife Penis.
[0:28] Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können.
[0:34] Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders.
[0:42] Ich bin Philipp Fleiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen,
[0:46] um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat.
[0:52] Hallo und herzlich willkommen zu dieser eine Moment und willkommen zurück aus der Sommerpause.
[0:58] Ich hoffe, ihr hattet einen entspannten Sommer und ich freue mich,
[1:01] dass ihr wieder dabei seid.
[1:03] Hier gibt es eine neue Folge, einen neuen Gast und ein Thema,
[1:07] das wir bisher wirklich noch nicht hatten.
[1:09] Ich habe Ben Nordmann zu Besuch. Ben ist 37 und hat sich vor einigen Jahren
[1:15] dazu entschlossen, als Escort zu arbeiten.
[1:17] Frauen können ihn buchen, um mit ihm schöne Stunden zu zweit zu verbringen.
[1:22] Aber Ben ist nicht der klassische Escort, den man jetzt vielleicht vor Augen
[1:27] hat oder den man irgendwie aus Filmen kennt.
[1:29] Er hat unter anderem mit diesem Job angefangen, um Frauen zu helfen,
[1:32] die Probleme mit ihrer Sexualität haben.
[1:35] Wie das alles losgegangen ist, was eine Nacht mit Ben kostet und was seine Eltern
[1:40] dazu sagen, das erzählt er euch jetzt selbst.
[1:44] Hi Ben, schön, dass du Zeit gefunden hast. Hallo, freut mich sehr, hier zu sein.
[1:49] Ja, der Moment, über den wir heute sprechen möchten, der ist bei dir am 6.
[1:52] November 2022 passiert.
[1:55] Du bist damals Anfang 30, wohnst in Eindhoven und es ist 18 Uhr und du erwartest
[2:01] jemanden in deinem Atelier.
[2:03] Wen erwartest du? Wer kommt da?
[2:05] Es war eine meiner ersten Gastgeberinnen, die für ein Treffen mit mir bezahlt haben.
[2:10] Und mit dem Grund, dass sie sich einen sicheren Rahmen gewünscht hat,
[2:16] wo Fehler gemacht werden dürfen.
[2:18] Und sie wollte mich nicht privat treffen, sondern explizit als Buchung,
[2:22] wenn ich ihr davon berichtet habe, dass es möglich wäre.
[2:26] Und da haben wir uns dann getroffen. Und entstanden ist es aus einer Dating-App.
[2:31] Da kommen wir gleich nochmal zu. Über die Entstehungsgeschichte reden wir gleich
[2:35] noch. Aber ich würde gerne erstmal wissen, da kommt jetzt eine Frau,
[2:38] die für Sex mit dir bezahlt, zum mehr oder weniger ersten Mal,
[2:42] dass du das so in der Art machst.
[2:44] Was geht denn in deinem Kopf in dem Moment vor? Ich kann mir vorstellen, dass da einiges los ist.
[2:49] Ja, durch das, dass es nicht blanker Sex ist, sondern auch ein Kennenlernen
[2:52] und sich nähern und einen komfortablen Rahmen aufbauen, war das nicht viel anders
[2:59] wie ein reguläres Date, wo man auch im Privaten macht.
[3:02] Nur, dass man dafür bezahlt wird. Und von dem her war das, ging mir im Kopf
[3:08] rum, dass man zum einen auf der einen Seite Respekt hat vor der Situation,
[3:12] vor der Person und auch die Achtung hat.
[3:14] Auf der anderen Seite auch der Versuch oder der Wunsch, die Leichtigkeit mit reinzubringen.
[3:21] Was ja fast das Schwierigste ist eigentlich dabei, oder? Könnte ich mir zumindest
[3:24] vorstellen. Weil, wie du gerade gesagt hast, es geht ja um mehr als Sex.
[3:27] Du willst ja der anderen Person auch irgendwie einen schönen Arm bereiten,
[3:30] Grenzen respektieren und...
[3:33] Das ist ja schon auch eine große Verantwortung, die man da trägt, oder?
[3:36] Deswegen ist es auf jeden Fall eine Balance aus dem Respekt und der Achtung
[3:39] vor dem Moment, aber auf der anderen Seite auch die Leichtigkeit.
[3:43] Lass uns vielleicht mal ein bisschen zurückgehen, wie das alles so entstanden
[3:46] ist. Und wir starten in deiner Kindheit, du wächst auf dem Land auf.
[3:49] Ich würde sagen, so eher konservativ von dem, was ich gelesen habe.
[3:53] Wie wurde bei euch zu Hause über das Thema Sex gesprochen?
[3:57] Gar nicht wirklich so proaktiv. Also das war eigentlich nicht wirklich Thema.
[4:02] Das war in der Schule Thema, im Aufklärungsunterricht, aber auch nur sehr dürftig.
[4:06] Von dem her war das Thema Sexualität gar nicht so Thema.
[4:11] Man hat es nur am Rande mitbekommen, aber jetzt nicht so, dass man explizit darüber geredet hat.
[4:18] Aber du würdest schon sagen, so auf eine Art, wie das vorgelebt wird,
[4:23] sehr konservativ, einfach heterosexuell, monogam, all diese Dinge, oder?
[4:30] Ja, auf jeden Fall. Also allein schon die Tatsache, dass es auf dem Land war,
[4:34] hat jetzt nicht mehr gelehrt, dass es verschiedene Beziehungsmodelle gibt und
[4:38] moderne Lebens- und Lebensstile.
[4:41] Von dem her war das schon sehr traditionell geprägt. Hast du dich mit dieser
[4:45] traditionellen Art, die dir vorgelebt wurde, wohlgefühlt oder hast du früh gemerkt,
[4:51] ich bin vielleicht ein bisschen anders als die meisten Leute hier?
[4:54] Es war zu Beginn schon so, dass man halt nichts anderes kannte und deswegen
[4:58] sich damit arrangiert hat und dachte, das wäre der Standard.
[5:01] Aber nach zwei Beziehungen, wo es jeweils schwierig wurde und wo auch fremdgehend
[5:06] ein Thema war, habe ich gemerkt, irgendwie irgendwas stimmt da nicht und ich
[5:10] muss mich nur hinterfragen, ob ich mich in ein System reinbegebe und.
[5:14] Mich dem füge auf Kosten von einem Wohlbefinden oder auf Kosten von dem Wohlbefinden
[5:20] der Beteiligten und habe dann durch das, dass ich dann weggezogen bin zum Studieren,
[5:24] gemerkt, da gibt es ja noch viel mehr.
[5:26] Man kann sich aus dem Kasten, aus dem Rahmen auch rausbewegen und es ist trotzdem noch okay.
[5:31] Das heißt, Fremdgehen war ein Thema, du hast es jetzt ein bisschen verklausuliert,
[5:33] formuliert, du bist fremdgegangen.
[5:34] Genau, 100 Prozent und dazu stehe ich auch, weil ich daraus gelernt habe und,
[5:40] ja, ich sehe das als einen Fehler, den man nicht machen will,
[5:44] soll, dass viel Leid passiert beim Gegenüber und deswegen auch bei mir und deswegen.
[5:49] Fand ich das ein sehr wichtiges Learning auch.
[5:51] Weil in deinem Kopf noch so war, eine Beziehung hat so zu sein,
[5:55] man ist mit einem Partner zusammen und das hat nicht so mit deinen Bedürfnissen
[6:00] zusammengepasst oder wie kann man das formulieren?
[6:02] Ja, es hat nicht mit meiner Faszination, mit meinem Interesse zusammengepasst,
[6:07] wechselnde Sexualpartner zu haben,
[6:09] Menschen verschiedener Art zu treffen, also verschiedene Menschen,
[6:14] verschiedene Frauen zu treffen und da war einfach eine große Faszination oder
[6:18] ist eine große Faszination und ein Interesse da und da habe ich mich,
[6:22] irgendwie ein bisschen eingesperrter gefühlt, beziehungsweise als man dann gemerkt
[6:26] hat, hey, es gibt Menschen, die das anders lebende Freiheit und ein Gefühl nach Freiheit entstanden.
[6:31] Da kommen wir jetzt nämlich zu, du ziehst dann von zu Hause aus,
[6:33] machst eine Schreinerlehre und studierst danach noch Produktdesign und irgendwann
[6:39] begegnet dir zum ersten Mal das Thema Nicht-Monogamie.
[6:42] Kannst du dich noch erinnern, wie das war? Ja, das war in Eindhoven beim Masterstudium schon, wo man.
[6:50] Auch über Dating-Apps Menschen kennengelernt hat, die auch schon ein bisschen
[6:53] älter sind, Berufserfahrung, aber Lebenserfahrung haben. Und,
[6:58] Da habe ich gemerkt, hey, so Menschen, die im Alter vorangeschritten sind,
[7:02] leben das ganz alltäglich und ganz komfortabel, wie es ihnen gut geht damit.
[7:08] Und da habe ich gemerkt, hey, das ist was, das gibt es und da lohnt es sich,
[7:12] daran weiter zu forschen und sich zu informieren und mit verschiedenen Menschen darüber zu reden.
[7:17] War das so, dass du dich da dann so wiedergefunden hast und gedacht hast,
[7:20] das ist eigentlich das, was ich die ganze Zeit gesucht habe? Ja, auf jeden Fall.
[7:24] Und dann natürlich im Fortlauf der Zeit gemerkt, dass es da dann auch wieder
[7:28] verschiedene Verzweigungen und Lebensarten gibt. Ganz zu Beginn war Polyamorie.
[7:34] Ist mir begegnet, wo ich mich auch nicht wirklich drin gefunden habe.
[7:38] Und jetzt im späteren Verlauf dann der Überbegriff konsensuelle Nichtmonogamie,
[7:43] wo einige andere Lebensformen drunter fallen.
[7:47] Vielleicht nimmst du mich mal gerade mit, also Polyamorie kenne ich,
[7:50] das ist, wenn man eine Beziehung mit mehreren Personen führt.
[7:53] Und was ist jetzt der Unterschied zu dem, was du gerade gesagt hast?
[7:56] Nicht-Monogam und konsensuell nicht-Monogam ist ein Unterschied.
[7:59] Das ist konsensuell nicht-Monogam, da sind alle Beteiligten informiert.
[8:03] Und nicht-Monogam könnte man auch fremdgehen mit reinziehen,
[8:07] also einseitige Nicht-Monogamie.
[8:09] Deswegen der Begriff konsensuelle Nicht-Monogamie als Überbegriff.
[8:14] Polyamorie heißt jetzt nicht unbedingt, dass alle mit allen dürfen.
[8:18] Das ist der Unterschied dazu?
[8:20] Dass nicht konsensuelle, nicht monogamie, sondern mehrere Formen beinhaltet.
[8:25] Das ist im Grunde ein Dachbegriff.
[8:26] Und Polyamorie oder Polygamleben ist ein Unterbegriff.
[8:31] Ah, okay. Und das ist so bei dir, wenn ich das jetzt mal sexuelle Erweckung
[8:35] nennen könnte, so Mitte 20, Ende 20, wo das bei dir so stattfindet?
[8:40] Ja, so rum. Okay, du machst ja dann Erfahrungen mit ganz verschiedenen Frauen
[8:45] in dieser Zeit, aber eines ist eben oft gleich, nämlich, dass du ein bestimmtes
[8:49] Feedback von den Frauen bekommst. Magst du mal erzählen, was die dir so zurückmelden sozusagen?
[8:55] Ja, da muss man echt immer aufpassen, wie man das auch kommuniziert,
[9:00] weil ich will ja auch nicht überheblich oder reißerisch wirken,
[9:03] aber mir ist einfach aufgefallen, dass öfters die Rückmeldung kam,
[9:07] dass man sich sehr komfortabel und wohl gefühlt hat.
[9:10] Und dann dachte ich, eigentlich ist es schön, dass man sich schnell wohl fühlt
[9:15] und auch schnell zu einem Punkt kommt, wo man vielleicht auch gern genießt,
[9:20] also schnell Sexualität genießt.
[9:22] Weil oft ist mir im Dating auch begegnet, dass Menschen sehr lange sich Zeit
[9:27] nehmen wollen oder erst mal vornehmen, ach, wir kennen uns noch gar nicht,
[9:30] also müssen wir uns erst ein paar Mal treffen, bevor wir intim werden.
[9:34] Obwohl aber der Wunsch da war, schon früher intim zu werden.
[9:37] Also gab es da gewisse Barrieren, die den Menschen nicht erlaubt haben,
[9:43] sich frei zu fühlen, die Sexualität zu leben.
[9:45] Also sei es Stigma oder Tabus oder soziale Konventionen, die sagen,
[9:50] erstmal müssen wir uns kennenlernen.
[9:53] Oder auch schlechte Erfahrungen, wo einem einen gewissen Schutzschirm bereitet haben.
[9:58] Ich glaube, also das wiederum kann ich eben als Schuler-Mann nicht so beurteilen,
[10:02] ich glaube in Mann-Frau-Beziehungen hat das auch viel mit Konventionen zu tun.
[10:06] Dass den Frauen gesagt wird, du darfst diese Art von schneller Sexualität,
[10:11] nenne ich es jetzt mal, nicht erleben. Das gehört sich nicht,
[10:13] weil es ist ja schon was anderes, wenn eine Frau erzählt, ich hatte direkt beim
[10:17] ersten Date Sex, dann sagen vielleicht die Freundinnen, huuuh.
[10:20] Und wenn ein Mann das erzählt, sagen alle, boah, was bist du für ein Hengst? Ja, genau.
[10:23] Und das ist gut auf den Punkt gebracht. Und deswegen habe ich da auch so,
[10:27] Hemmnisse, das so zu beschreiben, weil ich mich nicht irgendwie profilieren
[10:31] will und als Hengst rüberkommen will, sondern ich will einfach dazu beitragen
[10:34] oder inspirieren, dass es sich lohnt zu reflektieren, was macht ein komfortabler
[10:38] Moment aus, wo es sehr einvernehmlich und konsensuell passiert.
[10:42] Und danach forschen, wie schaffen wir es, eine Interaktion, ob das sexuell ist
[10:46] oder vielleicht auch nicht sexuell, zu verbessern und aus Erfahrungen zu lernen
[10:50] und die zu teilen. Das heißt aber, du hast so diese...
[10:53] Du hast Empathie schon irgendwie mitgebracht und dass Frauen dir vertrauen können.
[10:59] War das auch der Grund, wo dann irgendwann für dich die Idee kam,
[11:01] da könnte ich jetzt mehr draus machen?
[11:03] Genau, so ist es entstanden. Also da war die Grundfaszination für solche Momente
[11:08] und die Beobachtung, dass sich Menschen komfortabel fühlen.
[11:12] Und dann auch zum einen eben die Beobachtung von mir selber.
[11:17] Ich mag solche Momente und ich habe eine Faszination für Sexualität.
[11:21] Und auf der anderen Seite auch die Beobachtung, dass sich Menschen danach sehnen oder noch.
[11:27] Schlimmer, dass Menschen es sich wünschen, aber Variieren haben aus vorhergehenden
[11:32] Erlebnissen oder aus anderen Gründen,
[11:34] die sie hindert, ihre Sexualität selbstbestimmt und befreit zu leben.
[11:38] Zu dem Zeitpunkt, als du dann so das erste Mal darüber nachgedacht hast,
[11:41] ich könnte mir vorstellen, ich weiß gar nicht, wie ich das anstellen würde,
[11:43] vielleicht würde ich erst mal googeln oder so. Also wie läuft das überhaupt ab?
[11:46] Was waren denn zu dem Zeitpunkt so deine Eindrücke von bezahlter Sexarbeit?
[11:51] Weil da kriegt man ja auch viele Klischees mit.
[11:53] Ich kenne zum Beispiel relativ wenige männliche Escorts. Ich glaube,
[11:56] das sind sowieso weniger, als es bei Frauen der Fall ist. Also wie waren so
[12:00] deine Eindrücke von dieser Szene, bevor du selbst da reingegangen bist?
[12:04] Ich habe mich ziemlich bewusst entschieden, nicht zu recherchieren.
[12:07] Ah, echt? Okay. Ja, also ich habe genau die Bilder, die du ansprichst,
[12:10] auch im Kopf gehabt und habe mich der Szene gar nicht so zugewandt gefühlt oder eher sogar abgestoßen.
[12:16] Und wollte mich da nicht einordnen und habe deswegen von Beginn an im Grunde
[12:21] meine eigenen Texte, meine eigenen Formulierungen und Bilder gemacht und ganz
[12:25] viel mit Dates oder Date-Kontaktmenschen geredet oder Freunden geredet.
[12:30] Wie findet ihr das? Braucht ihr das überhaupt? Findet ihr meine Texte gut?
[12:36] Da war zum Beispiel auch mal eine Date-Freundin, die hat gesagt,
[12:39] du kannst auch gerne meine Nummer weitergeben, wenn jemand reden will mit mir über dich.
[12:44] Also so ein anderes Vertrauenslevel aufbauen und da hat im Grunde die Forschung
[12:48] und die Recherche und die Suche nach Lösungen, die mehr Vertrauen generieren
[12:54] und eine größere Nahbarkeit generieren, hat begonnen.
[12:57] Da hast du dann auch schon mit Freunden darüber geredet, ich denke darüber nach,
[13:01] was würdet ihr mir raten, so in die Richtung, das finde ich mutig.
[13:04] Ja, wobei in Eindhoven während dem Master war es natürlich eine Bubble,
[13:08] wo es weit weg war von den Freunden, die zu Hause waren. Das kam erst ein bisschen später.
[13:13] Wie bezeichnest du dich denn selber, wenn du sagst, du willst deinen eigenen
[13:16] Weg gehen? Was ist der für dich richtige Begriff?
[13:19] Ich bin immer noch im Prozess. Ich habe kürzlich erst festgestellt,
[13:23] dass ich im Grunde Ben Hortmann bin, der,
[13:26] eine Faszination hat für Sexualität und für Begegnungen und wo dafür sorgen
[13:30] will, dass Begegnungen achtsamer und positiver werden mit den Werkzeugen an
[13:36] unterstützende sexuelle Dienstleistungen.
[13:39] Filmemacher, weil ich auch durch Film und Fotografie versuche,
[13:43] die Sexualität nahbarer zu machen und,
[13:46] dass Menschen sich identifizieren können mit verschiedenen Körpern,
[13:49] mit verschiedenen Praktiken und wäre vielleicht sogar auch so ein bisschen Educator,
[13:54] weil ich öfters auch schon bei Unis war und über meine Erfahrungen berichtet
[13:58] habe über ein positives Bild von Sexualität.
[14:01] Und von dem her als Mensch mit einer Haltung, wo verschiedene Möglichkeiten
[14:06] nutzt, um das in die Welt zu tragen.
[14:08] Aber wenn wir jetzt über Sexarbeit zum Beispiel reden, ich will es nur wissen,
[14:11] damit ich weiß, wie ich dich... Also ist Escort der richtige Begriff oder wie
[14:15] würdest du dich selber nennen?
[14:16] Ja, Escort passt. Escort, okay. Also da schwören so Worte rum,
[14:19] die Menschen dann auch googeln sowas wie Callboy, Escort, sexueller Dienstleister.
[14:24] Zum Teil auch Sexualassistenz, weil ich auch Menschen mit Behinderung treffe.
[14:29] Und den Begriff supportive Sexwerke oder unterstützende Sexarbeit habe ich im
[14:33] Grunde ins Leben gerufen, weil ich so eine Lücke entdeckt habe.
[14:40] Wenn wir an Sexarbeit denken, denken viele von euch wahrscheinlich zuerst an
[14:45] eine ziemlich einfache Dienstleistung, jemand bezahlt für Sex.
[14:49] Aber Sexarbeit kann ganz unterschiedliche Formen haben und manchmal geht es
[14:53] dabei gar nicht so sehr um spektakulären Sex und Orgasmen, sondern
[14:58] vielmehr um Nähe, Berührung oder darum, Sexualität überhaupt erstmal in einem
[15:03] sicheren Rahmen zu erleben, in dem nichts funktionieren muss.
[15:08] Ben bezeichnet seine Arbeit deshalb als Supportive Sex Work,
[15:12] also unterstützende Sexarbeit.
[15:14] Der Begriff ist jetzt kein medizinisch oder wissenschaftlich definierter Fachbegriff,
[15:18] aber die Idee finde ich spannend.
[15:21] Im Mittelpunkt stehen Kommunikation, Zustimmung und die Frage,
[15:25] was eine Person eigentlich braucht oder kennenlernen möchte.
[15:28] Und das kann für ganz verschiedene Zielgruppen interessant sein,
[15:32] wie Ben ja auch schon angedeutet hat.
[15:34] Personen, die sich für ihren Körper schämen, die noch wenig sexuelle Erfahrung
[15:38] haben, die mit Leistungsdruck kämpfen oder die aufgrund einer Behinderung Schwierigkeiten
[15:44] haben, Sexualität und Intimität zu erleben.
[15:47] Aber zum Beispiel auch Menschen, die sexualisierte Gewalt oder andere negative
[15:52] sexuelle Erfahrungen gemacht haben, suchen teilweise nach einem geschützten
[15:55] Rahmen, in dem sie Nähe wieder zulassen können.
[15:59] Der entscheidende Unterschied zur klassischen Vorstellung von Escort ist dabei die Zielsetzung.
[16:04] Es soll nicht unbedingt darum gehen, möglichst spektakulären Sex zu haben oder
[16:08] Kundinnen dauerhaft an sich zu binden. Die Erfahrung soll eher etwas sein,
[16:12] das Sie mitnehmen und auf Ihre eigene Sexualität übertragen können.
[16:17] Und trotzdem finde ich hier eine Abgrenzung wichtig. Supportive Sexwork ist keine Psychotherapie.
[16:24] Auch wenn eine positive und selbstbestimmte sexuelle Erfahrung für einzelne
[16:28] Menschen stärkend sein kann, lässt sich daraus nicht ableiten dass sexarbeit
[16:32] traumata behandeln oder heilen kann,
[16:35] gerade nach gewalterfahrungen können professionelle therapeutische angebote
[16:39] deshalb etwas völlig anderes leisten.
[16:43] Wir kommen jetzt langsam zu diesem Moment im November 2022, wo du dann das erste
[16:47] Mal eine Frau gegen Bezahlung triffst, eine fremde Frau.
[16:50] Aber es gibt noch eine frühere Begegnung, die so ein bisschen den Weg dafür
[16:53] bereitet hat und zwar mit einer Person, die du vorher schon kanntest.
[16:57] Erzähl mal davon. Ja, das war eine Frau aus dem Dating-Kontext und da war es
[17:04] so, dass unser Kontakt ein bisschen abgebrochen ist, weil das Match nicht so
[17:09] groß war, wie es manch anderes Mal ist.
[17:13] Aber sie wollte mich trotzdem treffen und hat öfters gefragt und da habe ich
[17:17] gesagt, das ist ein recht weiter Weg und ich nehme mir gern Zeit und treffe
[17:21] dich gern und kann mich auch dir öffnen und mag dich auch noch,
[17:24] aber ich bräuchte da eine Entlohnung dafür.
[17:27] Und da hatte ich schon mit dem Gedanken gespielt, das professionell zu machen.
[17:31] Und das war im Grunde die erste Begegnung, die bezahlt war.
[17:36] Das war dann während Corona. Und sie hat dann gesagt, sie hat jetzt wirklich
[17:39] die Sehnsucht nach Nähe und nach Berührung und Sexualität. Und das war dann die erste Begegnung.
[17:45] Das heißt, da hast du das erste Mal gesagt, ja, gerne Sexualität,
[17:49] aber dann möchte ich Geld dafür haben.
[17:52] Hat sich das angefühlt, diesen Schritt zu gehen? Auch ähnlich wie vorhin beschrieben.
[17:56] Als ich im Aufzug stande, dachte ich, das ist jetzt ein bisschen ein anderer
[18:00] Modus und man hat einen ein bisschen höheren Anspruch, dass der Moment positiv ist.
[18:07] Man stellt seine eigenen Ansprüche ein bisschen weiter zurück.
[18:10] Die sind immer noch da, aber man stellt sie ein bisschen zurück.
[18:14] Auf der einen Seite und auf der anderen Seite stand ich aber da und habe gedacht,
[18:17] ich habe die Person schon getroffen und ich weiß, dass ich mich öffnen kann,
[18:20] ihr, und dass wir schon eine gute Zeit hatten und alles ist so wie immer.
[18:24] War es denn dann auch wie immer? Ja.
[18:26] Ach, schön. Weil ich glaube schon, dass man im Kopf ja dann auch hat so,
[18:29] jetzt muss ich auch liefern, oder? Wenn ich jetzt Geld dafür nehme.
[18:32] Genau, es ist so ein Thema, wo sich durch meine ganze Entwicklung gezogen hat
[18:35] auch. Ja. Aber mit außenliegenden Geschlechtsteilen ist es natürlich als Mann
[18:38] dann auch immer so die Frage, weil die Performance natürlich dann ein Thema wird schnell.
[18:43] Und da habe ich auch eine Entwicklung durchlaufen und hatte zu Beginn schon
[18:47] mehr Performance-Druck wie jetzt. Also jetzt stehe ich irgendwie von der Haltung
[18:51] her an einem anderen Punkt, wo Sexualität auch mehr ist wie nur ein steife Penis.
[18:55] Das ist eine spannende Frage, die hatte ich mir eigentlich für später aufgeschrieben.
[18:59] Aber jetzt, wo wir gerade mal dabei sind, wie ist das denn? Weil wenn ich jetzt
[19:03] Kunde wäre, dann erwarte ich ja schon, dass du dann auch irrigiert bist,
[19:07] weil ich bezahle ja dafür und das ist ja für dich dann schon ein Druck.
[19:10] Also jeder Mann kann das, glaube ich, nachvollziehen, Wenn man auf Kommando
[19:12] muss, kann man nicht immer.
[19:14] Ja, das ist wie vorhin schon gesagt, dass Sexualität etwas mehr ist als Sex.
[19:19] Aber da gibt es verschiedene Meinungen und Haltungen und das ist auch total
[19:23] fein. Und ich habe das vorhin auch so gesagt, dass ich mich mit der Branche
[19:26] nicht identifizieren konnte, mit den bestehenden Callboys nicht identifizieren konnte.
[19:30] Soll nicht heißen, dass ich die nicht alle schätze und genial finde als Mensch
[19:34] und mit deren Angebote und wie vielfältig die Angebote sind.
[19:38] Aber ich glaube, jeder Dienstleister oder Dienstleisterin hat ein gewisses Angebot,
[19:44] eine gewisse Haltung, die sie mitbringen.
[19:46] Und meine Haltung hat sich dahingehend entwickelt, dass Sexualität weitaus mehr
[19:51] ist, wie eben das penetrative Genitale, was man im Mainstream-Porno sieht,
[19:55] und auch nur die normschönen Körper, sondern dass eher die Verbindung und die
[20:01] Gespräche und das sich Sehen und Gesehenwerden.
[20:05] Und einen komfortablen Raum schaffen, viel eine höhere Wichtigkeit hat wie der
[20:09] penetrative genitale in Anführungszeichen Höhepunkt. Und deswegen,
[20:15] Es gibt da kein Vorspiel und kein Afterglow und kein Höhepunkt,
[20:17] sondern weil alles im Grunde eine Wichtigkeit hat.
[20:20] Und die Grundentspannung führt schon dazu, dass man viel eher in einen Moment
[20:25] reinflowt, der dann sehr innig und sexuell wird und der steife Penis dann viel
[20:30] eher begünstigt ist, wie wenn man sich da dem Druck hingibt.
[20:34] Aber ist es am Anfang schon mal vorgekommen, dass du keinen hochbekommen hast,
[20:37] dass du dann Schwierigkeiten hattest oder hast du es irgendwie immer geschafft?
[20:40] Ja, ich habe mir das so ein bisschen notiert, so negative Erlebnisse,
[20:43] was man daraus lernen kann. und da war es schon einmal so, dass die Personen,
[20:47] dass wir auch keine Geduld hatten einfach und dann nach einer Stunde die Person,
[20:51] nach einer halben Stunde die Person dann gegangen ist.
[20:54] Das gibt es und sowas tut weh, aber von dem kann man lernen und auch schon das
[20:59] thematisieren, dass man keine Maschine ist, dass man so ist, wie man ist.
[21:03] Und dass es mal schneller geht, mal langsamer geht, mal gar nicht geht,
[21:06] ist da im Vorfeld eigentlich schon besprochen durch das, dass ich meine Haltung
[21:10] öffentlich auch teile und Menschen sich informieren.
[21:12] Aber das heißt jetzt nicht so, dass ich also es sind wirklich Ausnahmefälle,
[21:15] das heißt nicht, dass ich keine Begeisterungsfähigkeit habe,
[21:20] was die Grundlage ist eigentlich auch dafür.
[21:22] Das wäre nämlich auch noch eine Frage gewesen, aber ich weiß,
[21:24] dass es eben auch Sexarbeiter, also männliche Sexarbeiter gibt,
[21:27] die dann mit Mittelchen arbeiten, damit es funktioniert. Das würdest du aber nicht machen?
[21:32] Nö, Stand jetzt habe ich das noch nicht in Erwägung gezogen,
[21:34] will es eigentlich auch nicht, weil das ja dann auch im Grunde meiner Haltung widersprechen würde.
[21:40] Ja, du hast es gerade Begeisterungsfähigkeit genannt, das finde ich ganz spannend,
[21:44] weil mir hat mal eine Sexarbeiterin erzählt, weil ich sie nämlich auch gefragt habe, wie machst du das?
[21:49] Weil da kommen doch vielleicht auch Männer, die vollkommen außerhalb deines
[21:53] eigenen Attraktivitätsempfindens sind, weil die keine Ahnung,
[21:56] zu alt sind oder nicht so aussehen, wie man sich das vorstellt.
[21:59] Wie schafft man das dann? Und die hat mir gesagt, sie findet bei jedem Mann,
[22:03] etwas, was sie attraktiv findet und worauf sie sich dann konzentriert und dann
[22:07] keine Ahnung, die Sachen, die sie nicht attraktiv findet, ausblenden kann.
[22:10] Wie machst du das mit der Begeisterungsfähigkeit? Ja, ist so ähnlich.
[22:13] Also man entwickelt ein Interesse für einen Mensch.
[22:17] Ob das charakterlich ist oder körperlich, das ist beidermaßen der Fall.
[22:23] Und dadurch entsteht auf jeden Fall eine Anziehung, ein Interesse,
[22:28] eine Begeisterung für den Mensch und eine Neugierde.
[22:31] Und auch vielleicht die Fantasien oder Ideen, die ein Mensch mitbringt oder
[22:35] auch die Ideenlosigkeit, wo man dann gemeinsam sich nähert und ich im Grunde
[22:40] meine Ideen dann in den Ring werfe, ob das durchs Tun ist oder durchs Sprechen.
[22:44] Es ist auch immer ein Thema, dass man darüber redet, was sind so Ideen und Wünsche,
[22:48] was sind No-Go ist, dass man zu den konsensuellen Rahmen schon vorher oder beim
[22:53] Kennenlernen schon mit einfließt, ganz natürlich.
[22:55] Gibt es auch so Kundinnen, die sagen, ich habe gar keine Ahnung,
[22:58] mach mal, wie du meinst so?
[22:59] Die meisten. Echt? Okay. Also die meisten sind wirklich sehr verunsichert und
[23:05] haben lange überlegt, ob sie mich anschreiben, wussten auch gar nicht,
[23:08] dass es so ein Angebot gibt und sind sehr am Beginn,
[23:13] von der Erkundung oder waren lange Zeit nicht in einer Beziehung oder hatten
[23:15] keine Sexualität erlebt oder negative Erlebnisse, dass man da.
[23:21] Ja, schon inspiriert durch mich als aktiven Part.
[23:24] Spannend. Gehen wir nochmal zurück zu diesem ersten Treffen,
[23:27] was du da praktisch ja gegen Geld machst, was ja aus einer Date-Situation entstanden
[23:30] ist. Hat sich das damals für dich schon nach Sexarbeit angefühlt oder war das
[23:33] eine bewusste Entscheidung, in diese Richtung zu gehen oder war das eher Zufall,
[23:36] dass du gesagt hast, dann möchte ich aber Geld dafür haben?
[23:39] Nö, das war schon eine bewusste Entscheidung und da habe ich mich auch schon
[23:42] auf den Weg gemacht mit dem Versuch, dass mich Menschen finden,
[23:46] aber das war sehr schwierig zu Beginn.
[23:49] Weil es da keine Plattformen gibt? Oder wo bietest du deine Dienste an?
[23:53] Gibt es wahrscheinlich so Internetplattformen, wo man drauf geht? Oder wie läuft das?
[23:57] Genau, das war dann im Grunde auch mein Schlüssel, wie ich rausgekommen bin,
[24:00] dass ich mich in die vorherrschenden Callboy-Plattformen mit eingeklinkt habe.
[24:06] Und das ist mit ein Problem, dass Menschen das nicht suchen.
[24:09] Und ich wissen, dass es verschiedene Arten von männlicher Sexarbeit gibt,
[24:12] wo außerhalb von dem vorherrschenden Image auch passiert.
[24:15] Also ich höre oft und ich bin da auch froh, dass man so eine Nische bedienen
[24:20] kann, beziehungsweise auch die Menschen abholen, die sich nicht abgeholt fühlen
[24:23] vom jetzigen oder von dem klassischen Call-by-Image,
[24:27] wo es nicht um Stärke und um Schönheit und um das perfekte Äußere geht,
[24:31] sondern eher um die Nahbarkeit.
[24:33] Von dem her fällt es da im Grunde an Plattformen. Deswegen bin ich selber auch
[24:37] bemüht, eine Collection aus Kollegen und Kolleginnen aufzubauen,
[24:42] wo ähnlich denkende Menschen versammelt sind.
[24:46] Sprechen wir jetzt mal über die Begegnung, wo wir schon ganz am Anfang einmal
[24:49] kurz waren. Deine erste Kundin, die du eben nicht kennst, weil das ist ja schon noch mal was anderes.
[24:54] Ihr lernt euch damals über eine Dating-App kennen, also eigentlich auch mit
[24:58] etwas anderen Absichten.
[25:00] Wie kommt es denn dann dazu, dass daraus ein bezahltes Date wird?
[25:03] Durch die Anbahnung im Gespräch. Also man hat sich kennengelernt im Gespräch.
[25:08] Ich frage das auch im Dating meistens ab. Was sind so, weil ich privat date,
[25:12] natürlich privat auch noch.
[25:14] Das ist nicht nur, dass ich in der Arbeit Sexualität erlebe,
[25:17] sondern auch im Privaten.
[25:19] Und da hat man auch gesprochen, was sind so die Gründe, warum man auf einer
[25:22] Dating-App ist und was erhofft man sich von einem Date und wo kommt man her, was sind so die Ideen.
[25:27] Weil es ja da auch schon wichtig ist, dass nicht die eine Person eine klare
[25:30] Vision hat und die andere Person sich dann gar nicht irgendwie drin wiederfindet
[25:34] und es dann glasht. Deswegen finde ich das wichtig, das am Anfang schon zu besprechen
[25:38] irgendwie auch und sich da anzunähern.
[25:40] Und da war es so, dass sie sich da sehr wohl gefühlt hat und mir berichtet hat,
[25:46] dass sie sexualisierte Gewalt erlebt hat, damals vor drei Jahren und sich seither
[25:50] nicht mehr Männern öffnen konnte und wollte.
[25:53] Und sie dann im Grunde über die Dating-App auf dem Weg war, neue Erfahrungen zu sammeln.
[25:59] Was natürlich auch Gefahren mit sich
[26:01] bringt. Ja, ist ja auch eine Riesenverantwortung, ehrlich gesagt, oder?
[26:05] Du, wenn du dann der erste Mann bist nach dieser sexualisierten Gewalt, das ist ja schon krass.
[26:11] Ja, auf jeden Fall. Das meinte ich vorhin mit Ehrfurcht vor der Situation,
[26:14] dass da höchste Achtsamkeit geboten ist.
[26:19] Und daraus ist dann diese Situation entstanden, dass sie gesagt hat,
[26:23] ich habe so schlechte Erfahrungen gemacht, jetzt möchte ich lieber einen Mann
[26:26] als Dienstleister treffen auf eine Art. Ist das so? Kann ich mir das so vorstellen?
[26:30] Ja, genau. Wir haben einen Tag danach dann auch gesprochen im Auto.
[26:35] Sie hat mich noch mit wo hingenommen.
[26:37] Und da habe ich sie auch nochmal gefragt, was war es jetzt genau,
[26:39] was dir geholfen hat? Und warum hast du mich nicht privat treffen wollen, sondern als bezahlt?
[26:46] Also im bezahlten Rahmen. Und da meinte sie auch nochmal, dass es ihr einen
[26:49] Raum gegeben hat, wo sie Fehler machen darf.
[26:53] Wo sie auch nochmal eine extra Sicherheit hatte, dass Achtsamkeit gelebt wird.
[26:58] Und eine gute Kommunikation und Konsensualität gelebt wird.
[27:03] Das heißt also, der Wunsch, dich bezahlt zu treffen, kam von ihr? Ja.
[27:07] Und wie hast du dich dann auf diesen Abend vorbereitet mit einer fremden Person?
[27:11] Wie ist dann so ein Ablauf, nehme ich mal mit?
[27:15] Eigentlich gar nicht groß anders als in einem regulären State.
[27:19] Also es ist auch so klar, dass man duscht, dass man frisch sein will. Ja, klar.
[27:23] Dass man nochmal sich sammelt und nochmal für sich darauf achtet oder sich ins
[27:30] Bewusstsein ruft, was Körpersprache ist, was Kommunikation und Einchecken ist,
[27:35] wie geht es jemand und auf die Körpersprache achten.
[27:39] Auf der einen Seite aber auch die Lockerheit, dann sich wieder in eine lockere
[27:43] Situation bringen und sagen, hey, die Entspannung ist auch wichtig.
[27:46] Weil wenn sie schon eine Entspannung mitbringt, ist es meine Rolle,
[27:50] im Grunde das zu korregulieren und zu sagen, hey, alles ist entspannt, alles ist easy.
[27:54] Wir müssen hier nichts machen, was wir nicht wollen. Wir beginnen einfach mal
[27:58] und schauen, wie es uns geht und schauen von da, von Schritt zu Schritt.
[28:03] Habt ihr euch bei dir getroffen oder wo habt ihr euch getroffen? Oder bei ihr? Bei mir.
[28:08] Damals habe ich das noch gemacht. Ist ja auch aufregend, dann klingelt es da
[28:11] und du weißt, jetzt kommt deine erste Kundin.
[28:14] Auf jeden Fall, ja. Und dann redet man erstmal oder wie war der Ablauf an diesem ersten Abend?
[28:19] Genau, man lernt sich kennen und man setzt sich hin, man trinkt was.
[28:22] Es ist ja oft manchmal gut, wenn man was in der Hand halten kann, ein Glas oder so.
[28:25] Und dann kennenlernen und sprechen, dann näher rücken und vielleicht sich mit
[28:33] den Fingern an dem Oberarm oder an der Schulter berühren.
[28:38] Oder fragen, wie fühlt es sich
[28:40] für dich an, wenn ich dich drücke oder wenn ich dich in den Arm nehme.
[28:44] Und ja, eine lange Umarmung zu Beginn war auch noch Teil davon.
[28:49] Und so Schritt für Schritt schauen, wie fühlt sich was an und dann hauptsächlich
[28:53] die Verantwortung oder auch die Stimme und die Geschwindigkeit bestimmt das
[28:58] Gegenüber. Ich inspiriere dazu, aber ich höre einmal ganz deutlich auf das Gegenüber.
[29:03] Das finde ich nämlich den spannenden Punkt auch ein bisschen dabei,
[29:06] weil das hört sich jetzt so an, als ob das so eine natürliche Entwicklung ist,
[29:11] dass es dann halt irgendwann im Bett endet und jetzt nicht so ein,
[29:14] so wir trinken jetzt jeder ein Glas Sekt und dann geht es aber los.
[29:16] Weißt du, was ich meine? Das stelle ich mir auch manchmal ungelenk vor,
[29:19] wenn man die Person nicht kennt. Weißt du, was ich meine? Oder ist es bei dir
[29:22] immer so, dass es so ineinander übergeht aus der Situation heraus?
[29:26] Ja, also es kann mal ganz schnell gehen. Es war mal der Wunsch.
[29:30] Sollen wir uns nicht direkt an der Türschwelle übereinander herfallen?
[29:33] Und dann habe ich gesagt, ja, können wir gerne machen. Wir können ja dann in
[29:36] dem genauen Moment nochmal schauen, ob das cool ist und so.
[29:39] Trotzdem eine wachsame Art mit sich bringen, bis hin zu, dass man erst essen
[29:45] geht und spazieren geht und recht lang sich kennenlernt, bevor man die erste Ernährung macht.
[29:51] Also wirklich jeder so, wie er das gerne oder sie das in dem Fall gerne mag?
[29:55] Ja, also so wie ich es im Gefühl habe, inspiriere ich dann dazu und ja.
[30:00] Jetzt hast du nach diesem ersten Treffen so ein sehr positives Feedback bekommen,
[30:03] hast du ja gerade schon gesagt, du hast ihr Sicherheit gegeben,
[30:06] das was sie sich gewünscht hat. Was macht das denn mit dir?
[30:08] Also wie bist du da rausgegangen aus diesem ersten Treffen, nachdem du dann
[30:11] auch dieses Feedback bekommen hast?
[30:13] Auf jeden Fall sehr bestärkt, dass ich sie bestärken konnte und bestärkt darin,
[30:19] den Berufszweig weiterzuentwickeln und mehr dafür zu tun, dass die Art,
[30:26] der Dienstleistung bekannter wird und auch so ein Ärgernis, dass solche Situationen,
[30:32] wie sie erlebt hat, überhaupt bestehen.
[30:34] Das kam auch hoch, Ärger und Wut auch, dass sowas überhaupt vorkommt,
[30:38] dass Übergriffigkeiten passieren, dass sexualisierte Gewalt passiert,
[30:41] dass das Patriarchat besteht und dass wir da auch eine Verantwortung haben.
[30:48] Ja, da Überlegungen anzustrengen und in Aktion zu treten, dass Menschen sowas nicht erleben müssen.
[30:55] Das ist dann im November 2022 und du fängst dann sozusagen an,
[30:59] dein Angebot auszubauen. Du bietest deine Arbeit an auf einschlägigen Seiten.
[31:04] Wie lange hat das denn gedauert, bis du dann die erste Buchung über eine von
[31:08] diesen Escort- oder Callboy-Seiten bekommen hast?
[31:10] Also als ich da angemeldet war, ging das recht schnell innerhalb von zwei Wochen. Ah krass.
[31:15] Magst du uns von deiner ersten Kundin, die online zu dir kamen,
[31:18] erzählen? Ja, das war auch eine sehr besondere Buchung. Das zeigt auch,
[31:24] dass ich grundsätzlich sehr interessiert bin, auch an Begegnungen,
[31:27] die ich noch nie erlebt habe.
[31:29] Und das war eine Transfrau, die 20 Jahre nach der Transition war.
[31:35] Transition spreche ich das so richtig aus? Ja, Transition. Ich versuche es immer auf Englisch.
[31:39] Transition, weil ich finde, auf Deutsch klingt es so komisch.
[31:41] Ja, mir lag auch der englische Begriff Post-Operation, ein 20-Jahre-Post-Operation,
[31:48] in dem Stadion war und das war meine
[31:51] erste bezahlte Gastgeberin über ein Online-Portal, wo ich da gebucht habe.
[31:58] Es war positiv, also es war sehr angenehm. Das heißt, wenn ich das richtig verstanden
[32:03] habe, die hat jetzt die Transition schon 20 Jahre hinter sich und hat ihre erste
[32:07] sexuelle Erfahrung mit dir gemacht, in dem neuen Körper oder habe ich das falsch verstanden?
[32:11] Nee, nee, nee, sie war in einer Beziehung mit einem Mann.
[32:14] Ah, okay, und das war dann praktisch jetzt das erste dann nach dieser Beziehung dann mit dir?
[32:18] Sie war weiterhin in der Beziehung, hatte aber eine unerfüllte Sexualität während der Beziehung.
[32:23] Ah, stimmt, das spielt natürlich auch eine Rolle. Zu dir kommen ja auch Frauen,
[32:26] die vergeben sind, wo der Partner es dann nicht unbedingt weiß.
[32:30] Hast du dann manchmal ein schlechtes Gewissen? Das war auch ein Prozess.
[32:33] Im privaten Dating würde ich es nicht machen.
[32:35] Im beruflichen mache ich es, weil
[32:37] da die sexuelle Selbstbestimmung des Individuums für mich wichtiger ist.
[32:40] Und ich mische mich da nicht ein. Ich sensibilisiere und spreche darüber,
[32:44] wie vielleicht das auch begünstigt werden kann, dass man ein besseres Gefühl hat mit dem Partner und,
[32:49] teile auch Erfahrungen, die ich gemacht habe mit anderen Menschen,
[32:53] die in ähnlichen Situationen waren, um da zu zeigen, es gibt auch Wege darüber
[32:57] zu sprechen und dass es vielleicht für beide besser ist. Aber nicht immer,
[32:59] also da gibt es kein Schema F.
[33:01] Du hast gerade selber gesagt Gastgeberin und nicht Kundin. Warum sagst du Gastgeberin?
[33:07] Weil ich finde, dass es sich nahbar anhört und nicht so distanziert.
[33:14] Aber hauptsächlich kam der Begriff aus einer kleinen Recherche,
[33:17] die ich immer mache mit Gastgeberinnen und frage, speziell auch als ich begonnen
[33:21] habe, wie würdet ihr gerne genannt werden? Und das habe ich mit einigen gemacht.
[33:25] Und da ist der Begriff Gastgeberin entstanden daraus.
[33:30] Gastgeberin heißt ja so ein bisschen, man ist in charge, man ist der Bestimmer.
[33:34] Genau, ja. Gleichzeitig aber eben auch natürlich was warmherziges irgendwie Gastgeberin.
[33:39] Und wahrscheinlich könnte ich mir vorstellen, ist es für die Frauen auch schöner,
[33:44] als Kunden, weil bei Kunden natürlich immer der Geldfaktor eine Rolle spielt,
[33:49] oder? Glaubst du, dass das auch eine Rolle spielt?
[33:51] Vielleicht, wobei im Hotel ist man ja auch Gast und bezahlt. Stimmt.
[33:55] Also es ist halt immer so eine Gratwanderung aus dem Bewusstsein,
[34:00] dass es eine Dienstleistung ist und dass man sich.
[34:03] In so einem Rahmen bewegt. Und auf der anderen Seite will man aber auch nicht
[34:06] das überall aufgedrückt bekommen.
[34:09] Also auf der einen Seite ein Bewusstsein, hey, wir sind in der Dienstleistung,
[34:13] aber auf der anderen Seite auch einen Rahmen und einen Umgang, der warm ist.
[34:20] Du machst das natürlich nicht nur für Luft und Liebe. Du lässt dich dafür bezahlen.
[34:25] Das ist vielleicht eine ganz spannende Frage.
[34:27] Was kostet es denn jetzt, die Gastgeberin, wenn sie dich bucht?
[34:30] Ja, die Preise ändern sich natürlich immer. ich weiß nicht, wann es genau ausgestrahlt
[34:34] wird, aber Stand jetzt. Auch Sexarbeit wird teurer.
[34:37] Alles wird teurer, auch Sexarbeit wird teurer, oder was?
[34:41] Ja, meine Kosten, meine Überratzkosten, Zugtickets werden teurer und alles.
[34:46] Und Mehrwertsteuer musste ich beginnen zu erheben. Das hat auch zu einem Anstieg geführt vom Preis.
[34:52] Und Erfahrungen wachsen. Das wird auch zu einem Anstieg von einem Preis.
[34:56] Aber jetzt will ich nicht drum rumreden. Eine Nacht kostet 1100.
[35:01] Und jede weitere stunde 110.
[35:06] Beziehungsweise jede weitere Stunde kann man eher so rum erklären,
[35:08] wenn man kürzere Treffen hat, zwei Stunden, sind es 450 und dann kann man sich
[35:14] noch Stunden dazu puzzeln.
[35:16] Ah, okay. Das heißt aber 450 ist sozusagen die Mindestbuchung.
[35:19] Genau. Ich kann jetzt nicht sagen, Ben, komm mal für 20 Minuten und da kriegst
[35:22] du aber dann nur so und so viel für.
[35:24] Nee. Okay. Wurde tatsächlich auch ganz selten angefragt, würde ich aber auch
[35:29] nicht machen. Ich spiele sogar mit dem Gedanken, ob ich hochgehe auf drei Stunden.
[35:33] Ja, aber so wie du das schilderst, brauchst du die Zeit ja auch.
[35:35] Wenn du vorher viele Gespräche führst, wenn danach noch viel gesprochen wird,
[35:39] dann wird es ja sonst auch ein bisschen knapp mit der Zeit.
[35:42] Ich finde es so spannend, mir vorzustellen, was für Gastgeberinnen so alle zu
[35:48] dir kommen. Also hast du da eine Altersspanne, wo du sagst, keine Ahnung,
[35:53] die Frauen zwischen 25 und 40, die können sich melden, aber nicht jünger oder nicht älter?
[35:58] Ich hatte zu Beginn von meiner, von der Entwicklung von dem Angebot mal so ein
[36:02] Claim, der hieß, dass ich mich freue über alle Formen und Vorgeschichten.
[36:07] Also es sind im Grunde alle Frauen willkommen mit jeder Form und Vorgeschichte.
[36:12] Solange sie eine Vulva haben.
[36:14] Und von bis kann ich nur die Spanne aufmachen von denen, die ich getroffen habe.
[36:19] Also die jüngste Frau war 24 und die älteste 86.
[36:26] Das ist so die Altersrange und sonstige Hintergründe,
[36:31] Menschen mit Behinderung, Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben,
[36:35] viele Menschen, die mit ihrem Körper nicht zufrieden sind, die aber vielleicht
[36:40] sogar einen enorm schönen Körper haben,
[36:43] aber Kommentare oder Körper in den Medien lassen sie eben glauben,
[36:49] dass sie keinen schönen Körper haben.
[36:53] Und sie sich dadurch eben sehr verunsichert fühlen oder schlechte Kommentare erfahren haben.
[36:59] Oder auch von Kind auf schon Sexualität tabuisiert wurde und dann Menschen nur
[37:04] noch jungfrau sind, obwohl sie schon über 50 sind.
[37:08] Und also so Menschen gibt es da draußen, die man gar nicht so wahrnimmt.
[37:13] Also gerade auch so die Menschen, die noch nie Sexualität erlebt haben,
[37:16] über 50 oder in höherem Alter.
[37:19] Das ist ein sehr unbesprochenes Thema. Das ist ja Wahnsinn.
[37:24] Also da kommt dann eine Frau, die ist 50, wahrscheinlich mitten im Leben,
[37:28] erfolgreich im Beruf und hatte noch nie Sex.
[37:31] Ja, also meistens auch wirklich verantwortungsvolle Berufe und wo man eine große Verantwortung hat.
[37:38] Und zum Beispiel auch eine Gynäkologin, die war 43.
[37:43] Arbeitet jeden Tag mit Fruchtbarkeit und Fortpflanzung und konnten mir dann,
[37:48] anatomisch alles genau erklären, wie das funktioniert, war aber noch Jungfrau,
[37:52] weil sie christlich erzogen wurde und Sexualität immer tabuisiert wurde.
[37:55] Aber das ist natürlich schon eine Verantwortung, wenn du dann der Erste bist, oder?
[37:59] Oder versuchst du das auszublenden, weil da hätte ich glaube ich richtig Schiss,
[38:02] weil wenn du da jetzt was falsch machst, dann?
[38:04] Ja, nee, also falsch machen kann man immer und nie.
[38:08] Also nie insofern, dass man dann alles auch erklären und argumentieren kann und besprechen kann.
[38:13] Und immer, ob das eine Person ist, die noch nie Sexualität erlebt hat oder sexualisierte
[38:18] Gewalt erlebt hat, das ist im Grunde nicht so viel unterschiedlich.
[38:22] Also bei ihr habe ich mich auch sehr wohl gefühlt, weil es ja anatomisch ist. Die wusste alles genau.
[38:26] In der Theorie zumindest. Aber das ist, ja, ich finde es total spannend.
[38:29] Mir ist das gar nicht bewusst vorher geworden. Aber klar, wenn du darüber nachdenkst,
[38:32] du hast da schon eine große Verantwortung.
[38:34] Würdest du sagen, du hast jetzt die Erfahrung gemacht von Mitte 20 bis,
[38:37] ich glaube, 86 hast du gesagt.
[38:39] Verändert sich Sexualität im Alter? Also ist das anders, mit einer 86-jährigen
[38:42] Frau zu schlafen, als mit einer Mitte 20-Jährigen?
[38:45] Vom Körper her auf jeden Fall, vom Wesen her gar nicht.
[38:49] Ach, okay. Also so die Frische und das Interesse und die Begeisterungsfähigkeit
[38:54] und auch die, was man selber für Fantasien hat oder wie aufgeschlossen man ist
[38:59] für Fantasien, ist ziemlich gleich. tatsächlich, ja, und die.
[39:03] Wir haben jetzt gerade gesprochen von Menschen, die über 50 sind und ihr erstes
[39:06] Mal noch nie erlebt hatten.
[39:07] Gab es auch eine Person, die so alt war wie ich, wo ihr erstes Mal haben wollte
[39:12] in einem sicheren Rahmen, weil sie zu viel True-Crime-Podcasts gemacht hat?
[39:16] Davon würde ich abraten. Wirklich? Das ist ja verrückt.
[39:19] Und sie hatte halt dann Sorge, dass ihr auch sowas passiert.
[39:22] Und dann hat sie gedacht, dann gehe ich zu dir, dann weiß ich wenigstens, woran ich bin. Wow.
[39:28] Du hast jetzt gesagt, sehr unterschiedlich. Also deine Gastgeberin,
[39:33] unterschiedliche Körper, unterschiedliche Erfahrungswerte, unterschiedliche Altersspannen.
[39:36] Gibt es so eine Sache oder bestimmte Lebensumstände, die sich so durchziehen?
[39:41] Also würdest du sagen, es gibt eine bestimmte Sorte Frau, die zu einem Escort geht?
[39:48] Hemmnisse, Hindernisse, Barrieren, die entstanden sind oder die schon immer
[39:52] da sind, auf jeden Fall. Oder auch das Interesse, neue Erfahrungen zu sammeln
[39:57] und den Horizont zu erweitern und hauptsächlich Lust und Freude zu erleben. Das gibt es schon auch.
[40:03] Da muss ich immer aufpassen, dass wenn man zu viel über die Barrieren und Hindernisse
[40:07] spricht, dass man dann auch das vergisst zu sagen, hey, es ist auch total okay,
[40:10] Sexualität rein aus Lust und Freude zu erleben.
[40:13] Das gibt es auch. Aber durch das, dass halt die Geschichten und die vorherrschenden
[40:18] Barrieren noch so wenig besprochen sind, neigt man natürlich dazu,
[40:21] darüber auch zu sprechen, was bei mir tatsächlich auch die meisten Menschen mitbringen.
[40:26] Das heißt, ich höre so ein bisschen raus, mit Menschen, die noch nicht so viel
[40:30] Erfahrung vielleicht haben und auch Frauen, die aus langen Beziehungen kommen,
[40:34] wo sexuelle Wünsche nicht so erfüllt werden, wie sie sich das wünschen würden?
[40:38] Genau, aus langen Beziehungen kommen oder es lang nicht berührt wurden,
[40:42] weil der Partner sich nicht kümmert.
[40:44] Oder ja, auch ein Unwissen, wie man Dating lebt oder ein Unwissen,
[40:49] wie man die Ängste abbaut, die Unsicherheiten abbaut, die Ängste,
[40:53] Zurückweisung zu erleben wegen einem eigenen Körper, auch wegen den Bildern
[40:56] in den Medien, wo enorm schöne Menschen gezeigt werden und.
[41:01] Durch das, dass körperliche Nähe gesundheitsförderlich ist, ist es für mich
[41:04] ein großes Anliegen daran zu arbeiten und solche Zugänge zu schaffen.
[41:08] Da ist auch das Buch von Rebecca Böhme für mich eine Inspiration gewesen,
[41:11] Human Touch, wo es darum geht, warum körperliche Nähe gesundheitsförderlich
[41:15] ist, Erkenntnisse aus der Medizin und Hirnforschung.
[41:19] Und wenn dann dran steht, Erkenntnisse aus der Medizin und Hirnforschung,
[41:22] das ist ja richtig schön, dass auch die Wissenschaft da mitspricht und sagt,
[41:26] hey, das ist ein wichtiges Thema, wir müssen solche Zugänge schaffen.
[41:30] Und das hilft natürlich auch aus dem Stigma ein Stück weit rauszukommen.
[41:35] Wie bereitest du dich auf so eine Buchung vor?
[41:39] Putzt du dich da richtig raus, ziehst deinen Anzug an und hast da noch so eine Hose im Knopfloch?
[41:46] Schön, wie das Bild gezeichnet hat. Ja, so stelle ich mir das vor.
[41:52] Nee, ich komme, wie ich bin. Ich komme immer, fast immer mit dem Zug.
[41:58] Das heißt, je nachdem, wie lange meine Anreise ist, kann es sein,
[42:01] dass ich dort noch dusche, nachdem wir essen waren oder davor noch.
[42:05] Und habe Fischermans dabei, habe Deo dabei. Das ist das, wie ich mich frisch mache, auf jeden Fall.
[42:12] Oder wenn ich schon in der Stadt bin, dann komme ich auch schon frisch geduscht.
[42:15] Es ist nicht so, dass ich immer durchfusse.
[42:18] Aber da bin ich schon anders wie der rausgeputzte Dienstleister,
[42:22] der immer rausgeputzt direkt kommt. Also es kann schon mal sein,
[42:25] dass ich mich nur umziehen muss, meinen Rucksack abstellen muss oder duschen muss.
[42:28] Aber Deo, Fisherman auf jeden Fall. Ich habe dann auch ein kleines portables
[42:32] Licht dabei, dass man eine angenehme Lichtstimmung schaffen kann.
[42:37] Meine Boxen, dass man Musik machen kann. und alles, was den Moment angenehmer macht.
[42:44] Das heißt aber, du bringst dann sozusagen alles mit, also auch Kondome und eventuell,
[42:49] wenn es gewünscht ist, auch Spielzeug und so, hast du so einen kleinen Sexkoffer dabei?
[42:53] Das nicht, nee. Ich habe nur Kondome, Lecktücher, Gleitgel, Massageöl,
[42:58] sowas habe ich dabei. Einen Koffer brauchst du nicht.
[43:00] Okay, das ist auch ein bisschen wild. Ja, Sexspielzeug habe ich auch gar nicht.
[43:05] Aber wenn Menschen das haben, dann wenden wir das an. Ich hatte auch schon den
[43:08] Fall, dass jemand so eine Spreizstange besorgt hat und einen Flocker besorgt hat.
[43:14] Jetzt musst du mir mehr erzählen. Was ist eine Spreizstange und was ist ein
[43:16] Flocker? Das sind aus dem BDSM-Spielzeug. Ah, okay.
[43:21] Jetzt kann ich mir vorstellen, was man damit spreizt.
[43:25] Also die Beine.
[43:28] Also der Ort, darüber haben wir noch gar nicht gesprochen. Du hast gesagt,
[43:31] am Anfang hast du es noch bei dir zu Hause gemacht. Das machst du jetzt aber nicht mehr.
[43:34] Das heißt, ihr trefft euch bei den Frauen zuhause im Hotel oder wie ist das?
[43:39] Genau, also je nachdem wie die Person es wünscht, entweder bei ihr zuhause oder im Hotel.
[43:45] Ich war auch schon mal auf dem Campingplatz, wo jemand im Camper übernachtet hat.
[43:49] Und es ist alles entspannt und willkommen. Es darf ganz verrückt sein,
[43:54] da muss es gar nicht irgendwie, wie man es vielleicht aus dem Klischee kennt,
[43:56] ein Fünf-Sterne-Hotel sein mit Whirlpool oder Aussicht. Das brauchst du gar nicht.
[44:00] Sondern das darf ganz entspannt, wie sich die Person wohlfühlt sein.
[44:05] Und ist das dann von den Gastgeberinnen aus, zum Beispiel wenn es zum Hotel
[44:09] ist, mit so einer gewissen Scham verknüpft und pass auf, dass dich keiner sieht
[44:12] oder so, wenn du da zum Zimmer kommst oder ist das offen und entspannt?
[44:16] Es gibt solche und solche Fälle.
[44:20] Oft ist es administrative auch die Frage, was will das Hotel alles wissen, welchen Namen und so.
[44:26] Aber sonst ist es eigentlich ganz entspannt. Und es ist manchmal auch interessant,
[44:28] wenn dann Menschen zum ersten Mal in der eigenen Stadt im Hotel sind.
[44:32] Ja, das macht man selten.
[44:35] Es ist jetzt also nicht so, dass du dann heimlich die Feuerwehrleiter hochkletterst,
[44:38] um zum Zimmer zu kommen. Ja, es ist interessant.
[44:42] Die eine Seite will sich in einem vertrauten und bekannten Terrain bewegen zu
[44:47] Hause und die andere Seite eher in einem komplett anderen Kontext,
[44:52] sogar in eine andere Stadt, wo man sich auf eine Reise begibt.
[44:55] Ja, auch das kann ja aufregend sein, in einer neuen Umgebung dann.
[44:58] Vom Ablauf her ist es ja, glaube ich, recht unterschiedlich.
[45:01] Das hatten wir ja schon so angeschnitten, dass es manchmal direkt schon in der
[45:03] Tür losgeht und manchmal auch viel länger dauert. Aber wenn ich es richtig verstanden
[45:06] habe, sagst du vorab, es gibt jetzt keine Garantie, dass auch Sex stattfindet, oder?
[45:12] Oder ist Sex garantiert bei dem Sex? Sexualität ist garantiert.
[45:15] Ah, Sexualität ist garantiert. Also kein penetrativer Sex.
[45:18] Genau, so spreche ich gern drüber, dass ich das nicht garantieren will.
[45:22] Okay, weil die, Bedürfnisse unterschiedlich sind und weil du auch selber nicht
[45:28] zu so einer Maschine werden willst, sozusagen.
[45:31] Wenn ich das mache, mache ich das mit vollem Herzen und weil ich es gern mache.
[45:34] Und wenn das in dem Moment nicht passt, dann gibt es andere Wege.
[45:39] Dann gibt es Zunge, Finger, alle möglichen anderen Praktiken.
[45:43] Das passt ganz gut zu einer Frage, die ich auch noch habe. Empfindest du.
[45:47] Echte Lust bei den Treffen jedes Mal? Ja, schon. Also die Lust ist natürlich
[45:52] auch eine Skala. Ja, klar.
[45:54] Ich glaube, das kann jeder nachvollziehen. Wenn ich mit einer Person mit 86
[45:58] ins Bett gehe, ist es anders wie mit einer privaten Date-Freundin.
[46:02] Aber was immer bleibt, ist eine gewisse Begeisterungsfähigkeit,
[46:07] dass man sich aufrichtig einer Person nähert und sich öffnet.
[46:11] Und in dem Maße, wie sie es gut anfühlt und wie sie es für einen selber auch
[46:15] selbstbestimmt anfühlt, dann die Nähe zulässt.
[46:19] Was trotzdem auch viel ist. Also mit der Person mit 86 hatte ich auch penetrativ genitalen Sex.
[46:23] Ich finde das so spannend, aber ich glaube eben, dass diese Aufrichtigkeit,
[46:26] die merkt man ja wahrscheinlich auch. Also rein körperlich merkt man es ja,
[46:30] dass wenn dir dann jetzt ein Mann, also ein Mann kann halt einfach schlechter
[46:34] einen Orgasmus faken als eine Frau. Das ist rein körperlich schon so.
[46:38] Aber auch ich glaube in der zwischenmenschlichen Ebene, dass diese Aufrichtigkeit,
[46:42] dass dein Gegenüber das merkt, oder? Ja, ich glaube schon. Also dass du da nichts vorspielst.
[46:46] Ja, und der Penis ist ja nicht immer der Spiegel von dem Gemütszustand von jemandem.
[46:52] Ich kann ja trotzdem sehr angetan sein von einer Person und sehr begeistert,
[46:56] aber dass es körperlich vielleicht mal nicht funktioniert.
[46:58] Das ist Teil vom Menschsein und wenn es oft sich häufen würde,
[47:04] dass da Unzufriedenheit bestehen würde, würde ich die Arbeit da nicht mehr machen. Klar.
[47:08] Aber das heißt, du hattest noch nie bei einer Person Schwierigkeiten,
[47:11] diese Connection auf eine Art herzustellen, auch wenn sie immer unterschiedlich ist.
[47:14] War jetzt noch nie, dass du so gedacht hast, heute wird es schwierig?
[47:17] Weil es können ja auch äußere Umstände sein. Keine Ahnung, du hast schlecht
[47:19] geschlafen, du hast Kopfschmerzen, wie auch immer.
[47:21] Ja, also deswegen ist es Arbeit. Manchmal bin ich auch lieber gerne im Freibad
[47:25] und manchmal sehe ich dann die Bezahlung dafür, dass ich ein Stück von meiner
[47:28] freien Entscheidung, was ich mache, hergebe.
[47:31] Und dann ist es vielleicht auch so ein bisschen wie bei einer Grillparty.
[47:33] Man will vielleicht nicht unbedingt hin und dann, wenn man dort ist,
[47:36] merkt man, ach, eigentlich ist das ganz cool.
[47:40] Das ist ein schöner Vergleich, aber ich weiß genau, was du meinst.
[47:43] Oft sind es ja sogar die nettesten Abende, wo du dann vorher denkst,
[47:45] boah, gar keinen Bock und dann gehst du hin und das ist irgendwie doch überraschend schön.
[47:48] Was würdest du denn sagen, wann ist denn ein Date oder eine Buchung für dich erfolgreich?
[47:54] Wenn die Person ein positives Erlebnis hatte.
[47:58] Das ist erstmal das, was ich auch kommuniziere und was ich im Gespräch auch immer so sage.
[48:02] Und das I-Tüpfelchen ist dann natürlich, wenn eine Person in dem Supportive-Sexual-Kontext
[48:08] dann selbstbestimmt die Sexualität im Privaten auch lebt.
[48:11] Das heißt, selber ins Dating geht, selber mit dem Partner mehr Sexualität erlebt
[48:15] oder im Grunde mich nicht mehr braucht.
[48:20] In dem Supportive Sex Work Kontext ist ein Date erfolgreich,
[48:24] wenn man mich so wenig wie möglich
[48:25] braucht und jemand sehr schnell in eine selbstbestimmte Sexualität findet.
[48:29] Wobei ich vorhin auch gesagt habe, ich mache auch Angebote, wo es um die Freude
[48:33] und wo es gar nicht immer um so eine tiefe Geschichte geht, wo Menschen einen
[48:38] Prozess machen wollen, sondern im Grunde den Moment genießen wollen.
[48:42] Zum Beispiel die Person mit 86, da will sie Gemeinschaft, Nähe und den Moment genießen.
[48:48] Und so gibt es andere Beispiele auch. Also es ist gar nicht immer so,
[48:51] dass es das eine oder das andere ist. Es kann sich verschwimmen und es kann auch beides vorkommen.
[48:57] Das heißt, du würdest sagen, du bist am erfolgreichsten, wenn die Frau dich
[49:00] nicht nochmal bucht, weil sie selber zurück in ihr Sexleben gefunden hat?
[49:02] Wenn ich als Support des Sexwerkers spreche, auf jeden Fall.
[49:05] Aber ich habe auch schon Stimmen gehört, die haben gesagt, ich kann dich jetzt
[49:08] nicht buchen, weil ich habe eigentlich gar kein so ein großes Thema,
[49:10] gar nicht so ein Problem.
[49:13] Problem ist uns ja alles nicht. Aber deswegen sage ich das immer gerne dazu,
[49:17] dass man auch rein für die Freude und für den Moment mich treffen kann.
[49:21] Und dann kann man auch Erkundungen machen wie mit Film und Fotografie.
[49:25] Das habe ich vorhin vergessen, neben den Lautsprechern und dem Licht habe ich
[49:30] ja immer meine Kamera dabei, weil oft auch gefragt wird, dass man einen Fotografie-Moment zusammen hat.
[49:36] Dass ich die Person fotografiere in einem sinnlichen Moment,
[49:39] dass wir uns zusammen fotografieren oder auch einen Film gemeinsam machen und da auch viel,
[49:44] ein großer Wandel in der Selbstwahrnehmung passieren kann, dass man merkt,
[49:48] ach ich habe vielleicht nicht einen enorm schönen Körper und ich meinte,
[49:51] ich hätte nicht einen enorm schönen Körper, aber wenn ich mich aus einer anderen
[49:53] Perspektive sehe, dann bin ich ja doch schön.
[49:56] Also da habe ich auch schon viele Switches erlebt, dass Menschen merken,
[50:00] ich bin eigentlich schön und ich finde es schön, dass andere mich schön finden.
[50:05] Und deswegen Kamera ist auch immer Teil von meinem Bekommen.
[50:08] Das heißt, die Kundinnen nehmen dann auch teilweise Filme oder Fotos mit nach
[50:11] Hause als Erinnerung sozusagen. Genau, ja, oder kennen schon Filme von mir.
[50:17] Was ist denn, oder wie würdest du sagen, wäre ein Date nicht erfolgreich,
[50:21] wo wir jetzt über erfolgreiche gesprochen haben?
[50:23] Wenn die Erwartungen nicht erfüllt waren oder die Erwartungen andere waren,
[50:28] und dadurch nicht gematcht haben. Gab es das schon? Auf jeden Fall.
[50:32] Das ist einfach Fakt, dass alle Dates positiv sind. Ich habe da auch wieder so meine Notizen.
[50:40] Aber wie auch schon gerade gesagt, wenn das zu viel wäre, dann würde ich es
[50:44] nicht machen. Von dem her, das sind wirklich, das kann man eine Handvoll abzählen,
[50:47] innerhalb von drei Jahren. Und ich habe im Jahr ungefähr 100, 53, 150 Buchungen.
[50:54] Ich mache das seit drei Jahren und es hält sich wirklich in Grenzen,
[50:57] aber ich will das auch ganz offen sagen, dass es das auch gibt,
[51:00] dass Erwartungen anders gesteckt waren.
[51:04] Dass es eine andere Erwartungshaltung war. Gerade auch, wenn ich so eine Haltung
[51:08] habe wie das mit dem Thema Sexualität, dass ein steifer Penis nicht immer,
[51:14] dazu gehören muss und dass es vielleicht auch mal einen Moment dauert,
[51:17] bis man einen Moment reinfindet und dass ich mal mit dem Rucksack komme und
[51:20] die Bahn mal verspätet ist.
[51:22] Es gibt Menschen, die haben das Idealbild, dass man dann auf die Minute pünktlich
[51:27] ist, was ich per se auch anstrebe, aber wenn ich kein Auto besitze,
[51:32] weil ich einen anderen Lebensstil habe und wenn ich im Zug unterwegs bin,
[51:34] dann brauche ich auf der anderen Seite eine gewisse Toleranz.
[51:37] Ja, klar. Und da kann es auch sein, dass dann Menschen sagen,
[51:39] ey, du kommst ja an, ungeduscht, 15 Minuten zu spät, weil dein Bus zu spät war
[51:45] und du musst erst mal duschen, weil du mit dem Zug anreist.
[51:47] Da kannst du natürlich auch vorkommen, dass Menschen es nicht gut finden, was ich aber okay finde.
[51:51] Dass es so andere Erwartungen gibt und dass jeder seine Haltung hat.
[51:57] Aber deswegen will ich auch aus den Federn lernen und dann auch so Dinge mehr,
[52:00] auf meinen Plattformen und auf meiner Website kommunizieren und sagen,
[52:04] ich habe eine gewisse Haltung und ihr bucht mich als Mensch und nicht als Mr.
[52:11] Perfect. Ja, ich glaube, es hat ja viel, wie du schon gesagt hast,
[52:14] mit Erwartungsmanagement zu tun. Wenn ich jetzt zum Beispiel sage,
[52:17] ich möchte einfach nur Spaß haben, dann habe ich ja vielleicht gar keinen Bock,
[52:20] mit dir vorher eine Stunde zu reden.
[52:21] Und wenn man darüber vorher spricht, ist ja alles fein, darauf kann man sich ja dann einstimmen.
[52:26] Ich glaube, in vielen Köpfen gibt es ja so ein bisschen diese Vorstellung,
[52:30] vielleicht auch durch Filme und Bücher, dass doch vielleicht zwangsläufig irgendwann
[52:34] passiert, dass sich jemand verliebt in diesem Business, so Pretty Woman mäßig.
[52:39] Ist das nur eine Fiktion oder ist das bei dir auch schon passiert?
[52:42] Ansatzweise ja. Pretty Woman begegnet mir öfters, weil Menschen mich fragen,
[52:46] ob sie mich küssen dürfen.
[52:48] Also manchmal kommt die Frage auf, ist es wie bei Pretty Woman,
[52:50] darfst du auch geküsst werden? Und dann sage ich immer, ja klar.
[52:53] Darf ich geküsst werden? Einmal zu Beginn meiner Laufbahn.
[52:58] Hatte ich mal den Fehler gemacht, jemandem eine größere Aufmerksamkeit zu geben
[53:02] und habe gesagt, dass es sich in den Treffen schöner und besser angefühlt hat wie andere.
[53:07] Und das war voraussichtlich der Auslöser dafür, dass da Gefühle entstanden sind.
[53:14] Das heißt, ihr habt euch danach noch privat getroffen oder gefühlsmäßig hat sie sich daraus bewegt?
[53:20] Wir haben uns nicht privat getroffen. Wir haben darüber geredet und erst mal
[53:24] den Kontakt eingestellt und keine Buchung mehr gehabt. Aber dann waren gesundheitliche,
[53:28] Umstände, dass sie mich dann doch nochmal gebucht hat.
[53:31] Aber die Umstände sind dann positiv verlaufen. Ja, genau, das ist ein Beispiel
[53:36] dafür. Aber seither ist es wissentlich nicht passiert.
[53:40] Und wie bist du dann rausgekommen aus der Nummer? Du hast gesagt,
[53:42] tut mir leid, beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Die Person war wie viele andere
[53:46] auch in psychologischer Behandlung.
[53:48] Und da hat der Psychologe oder die Psychologin auch empfohlen,
[53:52] den Kontakt zu reduzieren, weil sie ja eben daran gemerkt hat,
[53:55] dass ein Verlieben passiert ist, weil sie im Alltag oft an mich gedacht hat.
[53:59] Und das war ein Indiz dafür. Und deswegen war dann zunächst der Kontakt eingestellt.
[54:03] Oder die Treffen, keine weiteren Treffen.
[54:05] Und andersrum hast du dich mal in jemanden verguckt?
[54:09] Nee, ich bin mir da eigentlich immer recht bewusst, dass es eine Dienstleistung
[54:14] ist und auch bewusst, dass es ganz viele Menschen gibt, die reizvoll sind auf der Welt.
[54:19] Deswegen kann man so Personen dann auch wieder guten Gewissens gehen lassen,
[54:22] ohne dass man dann mit dem Herz das Herz verliert.
[54:25] Bist du sicher, dass dir das nicht passieren könnte? Dass da jetzt nicht die
[54:27] tollste Frau irgendwie, keine Ahnung, die alles hat, was du dir wünschst?
[54:31] Nee, da bin ich mir nicht sicher.
[54:32] Krass. Das kann schon passieren. Da will ich mich gar nicht frei.
[54:36] Aber das ist für mich ein Weg, eine gewisse Distanz zu wahren. Das musst du ja auch.
[54:42] Du lässt ja schon Menschen nah an dich heran und die ja auch dich an sie.
[54:47] Also das ist ja eben nicht nur Körperlichkeit, die du da verkaufst.
[54:52] Eine Sache, die ich ganz, ganz spannend finde, du hast ja ganz am Anfang erzählt,
[54:57] dass du in einem sehr konservativen Umfeld aufgewachsen bist.
[55:01] Wie sagt man seinen Eltern oder seiner Familie...
[55:05] Mama, Papa, ich mache jetzt Sexarbeit. Also es war nicht sehr,
[55:09] sehr konservativ. Es waren verschiedene Lebensstile in meiner Familie.
[55:15] Auch da. Und ich bin in einem getrennten Elternhaus aufgewachsen.
[55:20] Zu meiner Mutter habe ich gesagt, du weißt ja, ich lebe schon länger konsensuell
[55:24] nicht monogam. Und ich treffe mehrere Menschen. Ich date und kann Liebe empfinden
[55:29] von mehreren Menschen. Ich mache das jetzt auch für Geld.
[55:31] Das ist so schön im Nebensatz. Auch übrigens. Ja, dann wurde es ja kurz warm
[55:36] und dann habe ich ja aber dann mit ein paar weiteren Sätzen erklärt,
[55:40] wie das funktioniert und was für Menschen mich buchen und wie das so ist.
[55:44] Und dann fand ich das eigentlich sehr unterstützenswert und toll.
[55:47] Ja, ist unterstützend. Das ist ganz toll. Haben Eltern nicht auch immer Angst
[55:51] um ihre Kinder? Also ich könnte mir vorstellen, dass das bei meinen Eltern,
[55:53] wenn ich denen das sagen würde, wenn es so wäre, dass die erst mal sagen,
[55:56] Kind, pass auf und denk an die Sicherheit und so. Ja, sowas kommt schon auch.
[56:02] Hast du Ablehnung auch erfahren in deinem Umfeld?
[56:06] Nicht, dass ich wüsste. Also in der Familie, in einem engen Freundeskreis nicht wissentlich.
[56:12] Man weiß natürlich nicht, was Menschen reden hinten rum. Klar.
[56:15] Aber nicht so, dass es mir begegnet ist.
[56:19] Das ist ja eigentlich total toll. Man könnte sich ja vorstellen,
[56:21] dass Leute sagen, schmuddelig will ich nichts mit zu tun haben oder so.
[56:25] Ja, das ist natürlich immer eine Frage, die man sich auch stellt.
[56:28] Auch wenn man in die Öffentlichkeit geht, auch mit dem Gesicht in die Öffentlichkeit,
[56:31] auch in eine breitere Öffentlichkeit und ich habe dann immer auch schon.
[56:35] Meine Sätze parat, wenn das mal passieren würde. Also ich bin da gedanklich
[56:38] schon irgendwie drin, was wäre, wenn mich jemand mal komisch von der Seite anspricht.
[56:44] Das heißt, du hast das noch nie erfahren, auch nicht bei Social Media,
[56:47] dass Leute dir irgendwie quergekommen sind?
[56:49] Klar, Social Media schon. Da sind sie ja auch dann außerhalb der Familie und
[56:52] Menschen, die mich nicht kennen.
[56:54] Aber im so näheren Umfeld nicht.
[56:57] Du gehst ja recht offensiv damit um. Du bist jetzt heute auch bei mir.
[57:00] Du gibst Interviews. Das müsstest du ja eigentlich nicht.
[57:03] Also du könntest ja sagen, ich mache hier meinen Job und du scheinst ja ganz gut gebucht zu sein.
[57:07] 150 Termine im Jahr ist doch super. Kannst ja sagen, passt alles, reicht mir.
[57:13] Warum sprichst du über diesen Job? Was möchtest du erreichen?
[57:16] Mir ist es wichtig, dass Menschen davon erfahren, dass es.
[57:21] Verschiedene Angebote der sexuellen Dienstleistung gibt für verschiedene Menschen
[57:25] mit verschiedenen Formen und Vorgeschichten, um das aufzugreifen.
[57:30] Und auch für die gesamte Branche sprechen.
[57:33] Ich habe ja auch Kollegen und Kolleginnen und auch TranskollegInnen,
[57:38] und nichtbinäre KollegInnen und das ist mir wichtig zu zeigen,
[57:42] dass es verschiedene Menschen gibt, verschiedene DienstleisterInnen,
[57:45] die für verschiedene Bedürfnisse auch da sind und dass Sexualität was Positives ist und dass es,
[57:52] gesundheitswörterlich sein kann, die wir vorher gehört haben und ja,
[57:55] lebensbereichernd sein kann, wenn man die Sexualität lebt.
[57:58] Wenn in einem gesunden Rahmen in einem nicht-kriminellen Rahmen.
[58:05] Das heißt, du hast es ja eben schon gesagt, dass du auch mit Menschen arbeitest,
[58:10] die zum Beispiel eine Behinderung haben, älteren Menschen.
[58:13] Würdest du sagen, es gibt ein Recht auf Sexualität?
[58:17] Da kann ich Pro Familia zitieren, das ist ganz geschickt.
[58:20] Weil Pro Familia schreibt, jeder Mensch hat das Recht, seine Sexualität selbstbestimmt zu leben.
[58:27] Also ein Recht auf Sex würde ich nicht sagen, aber ein Recht,
[58:31] die Sexualität selbstbestimmt zu leben schon.
[58:34] Weil es gibt ja Experimente, ich glaube, das sind Niederlanden,
[58:37] dass in Altersheimen dann auch so Sexbegleiterinnen kommen, um eben den älteren
[58:42] Menschen auch noch Sexualität zu ermöglichen. Wie stehst du dazu?
[58:46] Die das dann finanziell auch Ja, ja, natürlich. Die das bezahlt bekommen,
[58:50] weil man eben sagt, oder auch Menschen, die körperlich so eingeschränkt sind
[58:53] durch eine Behinderung, dass die eben auch ein Anrecht haben,
[58:56] wie du gerade gesagt hast, ihre Sexualität zu leben.
[58:58] Ja, würde ich absolut unterstützen. Vor allem müsste man dann besprechen,
[59:00] wann fängt Behinderung an und man hört sie auf.
[59:03] Und da würde ich ganz gerne auch die mentalen, psychischen Behinderungen,
[59:06] Barrieren einbeziehen.
[59:08] Nach sexualisierter Gewalt und so weiter. Und definitiv würde ich das befürworten,
[59:13] dass es da Unterstützung gibt.
[59:15] Es gab ja auch mal den Fonds Missbrauch, Kindesmissbrauch im Grunde,
[59:22] wo Mittel zur Verfügung gestellt wurden, dass Kinder die sexualisierte Gewalt
[59:26] erlebt haben und an den Folgen leiden und das Geld so einsetzen können, wie sie wollen.
[59:30] Und da hatte ich auch schon zwei, drei Gastgeberinnen, die aus dem Topf Mittel
[59:34] für mich verwendet haben. Interessant, okay.
[59:37] Auf der anderen Seite ist es auch schlimm, dass man dann wieder darüber spricht,
[59:42] dass Sexkauf verboten werden soll.
[59:44] Es gibt ja PolitikerInnen, die dafür einstehen, dass Sexkauf kommen soll,
[59:51] was dann per se alle und da überall Kamm schert. Und da werden halt so Menschen, die ...
[59:56] Solche Distanzen haben zur Sexualität dann komplett vergessen.
[1:00:00] Und auch vergessen, dass man seinen Beruf frei wählen darf. Da hast du jetzt
[1:00:03] selber was aufgemacht. Das sogenannte schwedische Modell wird ja immer wieder
[1:00:06] diskutiert. Das nordische Modell. Das nordische Modell, weil es eben nicht nur in Schweden so ist.
[1:00:10] Und da ist es ja nicht so, dass die Sexarbeiter kriminalisiert werden,
[1:00:13] sondern die Kunden. Die Kunden, die müssen dann die Strafe bezahlen,
[1:00:16] wenn sie erwischt werden. Aber das Endergebnis ist ja mehr oder weniger das Gleiche.
[1:00:19] Es geht in die Illegalität. Genau, ja. Also die sexarbeitenden Menschen schützt,
[1:00:25] weil die Freier überwiegend angenommen werden, dass die übergriffig sind.
[1:00:30] Das ist eigentlich die Grundidee.
[1:00:33] Was aber auch die Bufas, also der Bundesverband der Beratungsstellen ablehnt
[1:00:37] und auch der Berufsverband sexuelle Dienstleistungen ablehnt,
[1:00:41] weil die Erfahrungen in Schweden auch zeigen, dass es mehr in die Kriminalität
[1:00:44] wandert, wie du gesagt hast.
[1:00:45] Man kann das nicht auslöschen, sondern das verschiebt sich.
[1:00:49] Und von dem her wäre es unglaublich wichtig, dass man an den Rechten und an
[1:00:52] den Arbeitsbedingungen Arbeitsbedingungen von Sexarbeitenden und an den Sicherheitsvorkehrungen
[1:00:57] und hauptsächlich am Stigma und an der Tabuisierung arbeitet.
[1:01:03] In Deutschland wurde freiwillige Prostitution schon 1927 gesetzlich erlaubt.
[1:01:09] Aber, und das ist ein großes Aber, sie galt lange als sittenwidrig,
[1:01:13] also als nicht der guten Sitte entsprechend.
[1:01:17] Das hieß konkret zum Beispiel, dass Verträge über Sexarbeit nicht rechtlich
[1:01:20] gültig waren und wenn zum Beispiel ein Freier eine Prostituierte nicht bezahlt
[1:01:24] hat, konnte sie dieses Geld nicht vor Gericht einklagen.
[1:01:28] Außerdem gab es keine regulären Arbeitsverträge, weil die Tätigkeit nicht als
[1:01:33] regulärer Beruf anerkannt war.
[1:01:35] Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter hatten so über ihren Beruf keinerlei Zugang
[1:01:39] zu gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- oder Krankenversicherung,
[1:01:43] was dazu geführt hat, dass viele von ihnen gar nicht krankenversichert waren.
[1:01:48] Weil die Tätigkeit sittenwidrig war, hat sich damals fast jeder strafbar gemacht,
[1:01:52] der Prostitution unterstützt oder daran verdient hat. Zum Beispiel auch Vermieter,
[1:01:57] die Zimmer an Sexarbeiterinnen vermietet haben.
[1:02:00] Wie man sich vorstellen kann, hat das die gesamte Branche in die Illegalität gedrängt.
[1:02:06] 2002 gab es dann einen großen Wandel. Da trat ein neues Prostitutionsgesetz
[1:02:11] in Kraft und die Sittenwidrigkeit wurde gezielt abgeschafft.
[1:02:15] Seitdem gilt, wenn die sexuelle Dienstleistung erbracht wurde,
[1:02:19] entsteht daraus eine rechtsgültige Forderung auf den vereinbarten Lohn.
[1:02:23] Außerdem kann Sexarbeit als reguläre Erwerbstätigkeit mit sozialer Absicherung ausgeübt werden.
[1:02:30] Wir haben ja auch eben kurz über das sogenannte nordische Modell gesprochen.
[1:02:33] Das wurde erstmals 1999 in Schweden eingeführt. Und die Grundidee ist,
[1:02:39] nicht die Menschen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, sollen bestraft
[1:02:43] werden, sondern diejenigen, die sie kaufen.
[1:02:45] Sex zu verkaufen ist also grundsätzlich nicht strafbar, Sex zu kaufen aber schon.
[1:02:51] Dahinter steckt vor allem die Idee, die Nachfrage nach bezahltem Sex zu reduzieren
[1:02:55] und dadurch sowohl Sexarbeit als auch Menschenhandel eindämmen zu können.
[1:03:00] Aber genau hier beginnt die Diskussion.
[1:03:03] Denn wenn Freier Angst haben, erwischt zu werden, verlagert sich der Sexkauf
[1:03:07] ins Verborgene, wo es weniger Schutz gibt.
[1:03:10] Amnesty International und auch die Weltgesundheitsorganisation sprechen sich
[1:03:14] deshalb für eine Entkriminalisierung aus.
[1:03:17] Sie sagen, wer Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter besser schützen will,
[1:03:20] der sollte sich um sichere Arbeitsbedingungen und einen niedrigschwelligen Zugang
[1:03:25] zu Gesundheitsversorgung kümmern.
[1:03:27] Die zentrale Frage hinter der Debatte ist also eigentlich, wie schützt man Menschen
[1:03:33] in der Sexarbeit am besten vor Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel?
[1:03:38] Indem man versucht, die Nachfrage nach Sexarbeit grundsätzlich zu reduzieren
[1:03:42] oder indem man Sexarbeit als Realität anerkennt und versucht,
[1:03:45] die Bedingungen möglichst sicher zu gestalten.
[1:03:48] Eine eindeutige wissenschaftliche Antwort gibt es darauf bisher nicht.
[1:03:54] Was ist aus deiner Sicht das größte Vorurteil gegenüber Sexarbeit?
[1:03:58] Ich glaube, dass es versaut ist, dass das Vorurteil gegen das freie Leben von
[1:04:03] Sexualität ist erstmal da.
[1:04:06] Also das ist, wenn man ins Bordell geht, dass es was Schlimmes ist.
[1:04:09] Dabei ist es was, wo man im Grunde seinem Grundrecht oder.
[1:04:15] Seiner sexuellen Selbstbestimmung nachgeht.
[1:04:18] Und klar, das muss frei von Kriminalität sein, das ist die Basis.
[1:04:23] Aber durch das, dass viel über kriminelle Vorgänge berichtet wird,
[1:04:28] hat man sehr schnell das Bild, dass es Kriminalität ist und dass da immer Kriminalität drinsteckt.
[1:04:33] Und gemeinsam daran arbeiten, dass das Bild positiv ist, dass Sexarbeit gut
[1:04:37] tut unter gewissen Umständen.
[1:04:41] Da habe ich also einen Sticker entwickelt, wo drauf steht Sexarbeit tut gut
[1:04:44] und einen Link zu einer Website, wo Menschen draufstehen, die dem zustimmen,
[1:04:48] aber auch fünf Punkte, wann Sexarbeit gut tut.
[1:04:52] Auch drinsteht, um halt ein positives Bild von Sexarbeit zu promoten,
[1:04:57] damit die Geschichten, damit es auch positive Geschichten gibt und gemeinsam
[1:05:02] daran arbeitet, dass die Kriminalität eingedämmt wird, weil die kriminellen
[1:05:06] Handlungen bestehen ja schon und die
[1:05:08] Handhaben, die rechtlichen Handhaben bestehen auch, das heißt,
[1:05:11] man kann eigentlich dagegen vorgehen schon.
[1:05:12] Ja, ich glaube, das ist an der Stelle nochmal ganz wichtig zu sagen,
[1:05:15] also einerseits natürlich sinnvoll und lobenswert, auch mit Vorurteilen aufzuräumen
[1:05:18] und auch ein positives Bild zu zeigen, aber es gibt eben auch die Realität gerade für Frauen,
[1:05:25] wo dann Sexarbeit eben nicht immer toll ist, wo es verbunden ist mit Zwang,
[1:05:29] mit Gewalt, mit krassen Machtgefällen oder auch mit großer Geldnot,
[1:05:32] also gerade Frauen, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen,
[1:05:35] um dann hier zu arbeiten.
[1:05:36] Du bist natürlich da als Mann in der Branche, in der viele Frauen schlecht behandelt werden.
[1:05:41] Wie gehst du damit um? Weil diese Seiten gibt es ja auch. Wir können ja jetzt
[1:05:44] nicht so tun, als würde das nicht existieren.
[1:05:46] Genau, 100 Prozent. Deswegen ist es auch voll wichtig, das anzusprechen.
[1:05:49] Das kann man vielleicht auch noch hinzufügen zu dem Punkt von vorhin,
[1:05:51] dass es mir deswegen auch wichtig ist, aus meiner privilegierten Situation raus
[1:05:55] über die Thematik Sexarbeit zu sprechen.
[1:05:58] Weil viele Kollegen und auch Kolleginnen haben nicht das Privileg,
[1:06:01] sich mit dem Gesicht zu zeigen, weil sie Angst haben müssen vor Ablehnung,
[1:06:04] vor blöden Kommentaren und so.
[1:06:07] Und deswegen, das ist auch ein Grund, warum ich gern für die Branche und für
[1:06:12] die Sexarbeit und für Sexualität im Allgemeinen spreche.
[1:06:16] Weil ich das Privileg habe, dass ich keine Angst haben muss,
[1:06:19] dass mich meine Familie abstößt.
[1:06:22] Und dass ich auch das Privileg habe, Mann zu sein und stärkere Körper zu haben.
[1:06:26] Das ist auch anders bei Frauen. Also es ist schon absolut wichtig,
[1:06:30] dass man darüber spricht und dass man dann eher gemeinsam aus der privilegierten
[1:06:35] Situation rausspricht und die Situation hilft zu verbessern.
[1:06:39] Was könnte man denn tun für diese Frauen? Ich nenne jetzt mal so das typische,
[1:06:43] Klischee, kommt irgendwie aus dem Ausland, Südosteuropa, der Pass wird ja abgenommen,
[1:06:49] muss irgendwo im Bordell schaffen,
[1:06:52] unter Gewalt, unter Drogen, unter Druck.
[1:06:55] Wie könnte man die Situation von solchen Frauen, meistens sind es ja leider
[1:06:59] Frauen, denen das passiert, verbessern?
[1:07:03] Ja, ich bin jetzt zu wenig Berater, also zu wenig Beratungsstellen,
[1:07:09] Erfahrung, aber ich glaube so die Grundsicherung und wie Menschen behandelt
[1:07:13] werden aus so Ländern, die Situation zu verbessern ist viel wichtiger.
[1:07:18] Also dass es am Sozialen, am System sich was ändert.
[1:07:22] Und wenn die Menschen wirklich selbstbestimmt arbeiten wollen,
[1:07:25] an den Arbeitsbedingungen was verbessern, dass Beratungsstellen,
[1:07:28] wie sie auch schon Anlaufstellen bieten für Beratung, für Unterstützung, für Gesundheitstests.
[1:07:34] Du hast auch gerade eben was sehr Wahres dazu gesagt, die gesetzlichen Grundlagen,
[1:07:37] um das zu verhindern, sind ja schon da.
[1:07:39] Also das müsste halt nur kontrolliert und durchgesetzt werden.
[1:07:43] Also den Gedanken fand ich ganz spannend, habe ich vorher nie so drüber nachgedacht.
[1:07:46] Also Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, all das ist ja jetzt schon verboten.
[1:07:50] Es wird wahrscheinlich nur nicht so stark kontrolliert, wie es kontrolliert werden sollte.
[1:07:55] Was würdest du sagen, wir haben jetzt ein bisschen über diesen,
[1:07:57] ich nenne es jetzt mal im großen politischen oder sozialen Aktivismus gesprochen.
[1:08:01] Was möchtest du denn mit deiner Arbeit über die Dates hinaus und über das hinaus noch bewirken?
[1:08:06] Was ist so dein Ziel in dieser Öffentlichkeitsarbeit?
[1:08:10] Ja, da kann man einen Bogen schlagen zu meiner anderen Identität,
[1:08:13] weil Ben Nordmann ist ja ein Künstlername eingetragener,
[1:08:17] und studiert habe ich ja Design und da als Designer ist es mir auch,
[1:08:21] oder ist es mir gleichermaßen wie als Ben auch sehr wichtig,
[1:08:25] dass soziale Interaktion
[1:08:26] verbessert wird, dass Menschen einen anderen Umgang miteinander haben,
[1:08:29] dass man ein anderes Konsumverhalten anstrebt, mehr Achtsamkeit gegenüber Materialien
[1:08:34] und Ressourcen und Menschen hat, mehr zusammenrückt im wahrsten Sinne des Wortes.
[1:08:39] Und es wurde mir auch irgendwie in den letzten Jahren klar, dass so da die zwei
[1:08:43] Identitäten von mir sich treffen irgendwie auch und Leben verbessern,
[1:08:48] Interaktion verbessern, Lebensqualität verbessern mit einem.
[1:08:52] Achtsamen Umgang und einen nachhaltigen Umgang, wo man schaut,
[1:09:00] dass wir die Erde noch so haben, auch in 20, 30, 40 Jahren und den Zusammenhalt appellieren.
[1:09:07] Also da kann man noch den Boden viel weiter aufmachen, dass man bei Katastrophen
[1:09:12] enger zusammenrücken muss und sich helfen muss und die Barrieren zwischen Menschen
[1:09:15] abbauen sollte, aus meiner Sicht.
[1:09:18] Das heißt, Ben ist ja nicht nur Sexarbeiter, hast du ja gerade schon gesagt,
[1:09:22] sondern du machst deinen Job als Designer und ich glaube als Tischler auch noch weiter, oder?
[1:09:25] Als Designer, wo Holz und Möbelinhalte hat noch.
[1:09:29] Ja, auf jeden Fall. Das ist ja wild, das sind ja auch irgendwie zwei so Berufsleben,
[1:09:32] mit denen du da hin und her joggliert.
[1:09:35] Ja, wobei das Designer- und Holz- und Produktdesign schon deutlich weniger ist,
[1:09:40] weil ich als Sexarbeiter und als Filmemacher gerade sehr gern viel zu tun habe
[1:09:47] und da auch eine Erfüllung drin sehe und auch Effekte spüre und deswegen ist
[1:09:51] das schon gerade deutlich stärker gewichtet.
[1:09:53] Kann man denn Sexarbeiter sein bis zur Rente oder musst du dir jetzt noch einen
[1:09:57] Exitplan überlegen für irgendwann?
[1:10:00] Gute Frage. Ist mir gerade so eingefallen, weil du hast ja zum Glück noch eine
[1:10:04] andere Möglichkeit, Geld zu verdienen, aber kann man das wirklich machen bis
[1:10:07] ins hohe Alter? Ich weiß es gar nicht.
[1:10:09] Ich glaube schon. Ja, klar. Also klar, man überlegt sich, was ist,
[1:10:13] wenn man mal, wenn die privaten Umstände, wenn man da mal eine Verschiebung
[1:10:16] haben mag, dass man nicht mal so viel reisen will oder dass man gewisse Dienste
[1:10:20] nicht mehr anbieten mag.
[1:10:21] Und deswegen finde ich es auch entspannend, dass man auch im Filmbereich tätig
[1:10:25] ist und auch in der Bildung tätig ist und.
[1:10:29] Dadurch auch die sexuelle Dienstleistung sich so formen kann,
[1:10:32] dass man auch sich leisten kann, mal nicht mehr alles anzubieten oder das anzupassen
[1:10:36] zu passen oder auch wieder als Designer mehr zu arbeiten und.
[1:10:40] Ja, das ist auch wieder Teil des Privilegs, dass man studieren durfte und auch
[1:10:45] Teil von der Studienstiftung war.
[1:10:47] Und das war es, wo ich mega dankbar bin dafür auch.
[1:10:51] Wir haben jetzt ganz viel über deinen Job gesprochen, über dein Berufsleben,
[1:10:54] aber es gibt ja auch ein Privatleben, was du hast.
[1:10:57] Wie sieht es da aus? Beziehung, Liebe, stelle ich mir in dem Job gar nicht so leicht vor.
[1:11:02] Ja, es kommt dem Lebensstil der konsensuellen Nichtmonogamie sehr nahe.
[1:11:08] Also wenn man einen Partner oder eine Partnerin hat, die mit konsensueller Nichtmonogamie
[1:11:12] umgehen kann und da einen guten Umgang damit findet oder dem Modell zustimmt,
[1:11:19] ist es zur Sexarbeit nicht so weit,
[1:11:21] weil die Grenze zwischen privat und beruflich dann doch da ist.
[1:11:26] Das heißt aber, du hast gerade eine Partnerin oder mehrere Frauen,
[1:11:28] die du datest oder wie ist da die Lage?
[1:11:31] Ja, ich habe eine Partnerin, zu der ich gerade sehr viel Liebe empfinde und
[1:11:36] auch von der Zeit und viel Zeit miteinander verbringen und die Verantwortung
[1:11:40] und das Vertrauen wächst.
[1:11:42] Aber ich habe auch andere Menschen, die ich treffe, die vielleicht von der Zeit
[1:11:46] her weniger ich weniger treffe, aber trotzdem Liebe empfinde.
[1:11:50] Und so entwickelt sich das natürlich auch, wenn man mal mehr Liebe empfindet.
[1:11:54] Es kann sein, dass man mehr Zeit mit der einen Person verbringt.
[1:11:58] Und das ist auch für mich eine Entdeckungsreise. und bin gespannt,
[1:12:01] wo es hinführt. Aber ich bin da sehr guter Dinge, weil es sich gerade sehr gut
[1:12:05] anfühlt. Und deswegen habe ich gerade auch gesagt, dass sich die Prioritäten
[1:12:10] dann irgendwann auch verschieben, dass man als Mensch dann vielleicht im Privaten.
[1:12:14] Anders liebt oder auf eine andere Art und Weise liebt und die Zeiten auch anders priorisiert.
[1:12:19] Und dass es dann schon auch eine dynamische Sache ist.
[1:12:24] Die Frauen wissen aber alle von deinem Job, ne? Auf jeden Fall.
[1:12:26] Ja, und wenn jetzt mal da eine dabei ist, wo sich das ganz toll entwickelt und
[1:12:30] die sagt, Ben, ich will das nicht mehr?
[1:12:33] Gute Frage. Das ist genau das Spagat, je nachdem wie viel Liebe und Connection da passiert.
[1:12:40] Aber gerade ist schon die Liebe zum Beruf und zu der Haltung und zu dem Wunsch,
[1:12:46] das nach außen zu tragen, schon sehr, sehr groß.
[1:12:48] Aber du könntest dir vorstellen, dass es vielleicht irgendwann mal sich ändert
[1:12:52] und du sagst, für eine Person oder eine gewisse Beziehungskonstellation hänge
[1:12:56] ich das irgendwann mal an den Nagel.
[1:13:00] Wenn, dann aus meiner eigenen Entscheidung. Also wenn die Person sagt,
[1:13:04] entweder die Arbeit oder mich, dann wäre das nicht die richtige Person,
[1:13:09] weil sie dann nicht mir den Raum bietet, mich zu entfalten.
[1:13:13] Wenn man das aus der Sachlage heraus entscheiden würde, weil man einfach mehr
[1:13:17] Zeit verbringen mag mit der Person, dann wäre es was anderes. Okay, spannend.
[1:13:22] Was gibt dir diese Arbeit? Also würdest du sagen, Sexarbeit hat dein Leben glücklicher gemacht?
[1:13:27] Ja, da passt auch der Claim, Sexarbeit tut gut. Was mir natürlich auch gut tut,
[1:13:31] wenn ich mit meinem Zutun und mit meinen Faszinationen und Fähigkeiten das Leben
[1:13:38] anderer Menschen verbessern kann,
[1:13:40] auch nachhaltig verbessern kann und es gibt einen unglaublichen Sinn fürs Arbeiten.
[1:13:45] Wenn man auch einen Effekt sieht, wenn man eine Wirkung hautnah spürt.
[1:13:49] Ob das hautnah direkt bei der Gänsehaut ist im very moment oder wenn das eine
[1:13:54] Message ist, die zwei Monate später kommt und eine Person sagt,
[1:13:58] sie hatte ein wunderbares Wochenende mit einem Date.
[1:14:01] Oder sie ist ja noch neu in Beziehung oder es hat sich nachhaltig im Leben was
[1:14:04] verändert. Also da, das gibt unglaublich viel Sinn.
[1:14:07] Ja, oder weil jemand jetzt zum Beispiel diesen Podcast hört und sich inspiriert
[1:14:11] fühlt und über Sachen nochmal anders nachdenkt. Auch das kann ja bewegen auf
[1:14:15] eine Art. Genau, 100 Prozent. Oder über die ethischen Pornfilme.
[1:14:19] Ohne dass man sich direkt sieht, dass man da auch schon zu einem gewissen Umdenken,
[1:14:23] beisteuern kann, wo das Leben ein Stück verbessert.
[1:14:27] Deswegen bin ich auch total gerne hier und spreche. Ja, über den Markt.
[1:14:30] Das finde ich total schön. Also du bewegst Menschen auf die eine oder andere
[1:14:33] Art, könnte man glaube ich sagen.
[1:14:35] Wir sind schon am Schluss des Podcasts angekommen und da stelle ich immer dieselben
[1:14:38] zwei Fragen. Die erste ist, wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst,
[1:14:41] also dein erstes bezahltes Date mit einer fremden Frau, was für ein Gefühl löst das in dir aus?
[1:14:47] Es löst ein Gefühl aus von Zufriedenheit, weil man sich damals vorgenommen hat,
[1:14:53] mehr solche Menschen zu erreichen.
[1:14:55] Und beim Zurückblicken auch, das muss man sich manchmal immer wieder bewusst
[1:15:00] machen, dass man schon echt viele
[1:15:01] Menschen getroffen hat und schon viele positive Momente generiert hat.
[1:15:06] Aber trotzdem noch der unverminderte Ansporn und Anspruch, das noch weiter zu
[1:15:11] entwickeln und weiter darüber zu reden.
[1:15:13] Mehr darüber zu sprechen, dass Bestärkung und Selbstbestimmung wichtig ist und
[1:15:17] dass Kommunikation und Alternative für verschiedene Körper genial sind.
[1:15:22] Man könnte sagen, du hast deinen Traumjob gefunden. Ja, würde ich auch so sagen.
[1:15:27] Und die zweite Frage, wie war das für dich heute mit mir über diese Geschichte
[1:15:31] und über deine Geschichte, über dein Leben, über deinen Job zu sprechen? Sehr angenehm.
[1:15:36] Weil ich deine achtsame und interessierte Art sehr mag und das eine entspannende
[1:15:41] Atmosphäre ist. Und wir hier, wo wir sitzen, eine gute Atmosphäre haben.
[1:15:46] Und ich finde es auch cool, dass wir uns persönlich getroffen haben.
[1:15:50] Das macht es dann auch normal aus.
[1:15:53] Von dem her, wie fühlt es sich an? Fühlt es sich so an, als ob ich glaube,
[1:15:56] dass wir vielleicht ein paar, die ein oder andere Person erreicht haben,
[1:15:59] die wir vielleicht zum Denken angeregt haben.
[1:16:02] Das ist, glaube ich, das Schönste, was man im Podcast erreichen kann.
[1:16:05] Deswegen danke ich dir sehr, Ben, für deine Zeit. Ich habe heute auch wieder
[1:16:07] viel gelernt und das war ganz toll. Dankeschön.
[1:16:10] Vielen Dank für die Einladung und viele Grüße in die Welt.
[1:16:15] Ich sage es immer wieder und ich meine es wirklich so, ich lerne in diesem Podcast
[1:16:18] jedes Mal neue Dinge und auch gerade bei diesem Thema,
[1:16:22] man spricht so häufig über Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter,
[1:16:26] aber ganz selten mit ihnen und mit Ben wäre ich wahrscheinlich ohne diesen Podcast
[1:16:31] nie ins Gespräch gekommen und genau dafür finde ich das so wertvoll.
[1:16:35] Und wahrscheinlich hätte ich, wie ihr auch, wohl nie von Bens Geschichte und
[1:16:39] seinem Modell der Sexarbeit erfahren, wenn ich diese Folge nicht gemacht hätte.
[1:16:43] Falls ihr Lust habt, kommt einfach in zwei Wochen zur nächsten Folge von dieser
[1:16:48] einen Moment wieder zurück. Und da gibt es dann die nächste Gelegenheit,
[1:16:51] in eine Lebensgeschichte einzutauchen, die in Deutschland kaum öffentlich besprochen wird.
[1:16:57] Ich habe Lynn zu Gast und Lynn ist intergeschlechtlich. Sie wurde also als Baby
[1:17:02] sowohl mit männlichen als auch mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren.
[1:17:06] Was das für ein Baby in den 80ern hieß und wie Lins Leben seitdem verlaufen
[1:17:11] ist, das hört ihr in zwei Wochen überall, wo es Podcasts gibt. Tschüss!
[1:17:31] Design und Schnitt Marius Fuchtmann für WeMind.

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