# "Von Kokain und Knast zum Neustart" mit Eduard Hein

An episode of [Dieser eine Moment – Der Podcast mit Philipp Fleiter](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1754096105), 17 May 2026, 1 h 24 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1806-dieser-eine-moment-der-podcast-mit-philipp-fleiter/244633-vom-hochsicherheitstrakt-zur-inneren-freiheit.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69aaf1da6ba1a&awEpisodeId=244633

Unser Werbepartner für diese Folge ist die DEVK Altersvorsorge. Du willst noch mehr fürs Alter tun? Dann lass dich jetzt persönlich zur Altersvorsorge bei der DEVK beraten! https://www.devk.de/altersvorsorge Mit Anfang 20 lebt Eduard „Eddy“ Hein ein exzessives Leben. Aus Zigaretten und Alkohol werden harte Drogen, aus Konsum wird Handel. Eddy rutscht immer tiefer in eine Welt aus Kokain, Schulden und Kriminalität ab. Eddy landet mehrfach im Gefängnis – zuletzt im Hochsicherheitstrakt. Hier besucht ihn seine Mutter. Eddy sieht sie aus der Entfernung im Besuchsraum, die Trauer und den Schmerz in ihren Auge — da begreift er, dass er jetzt endlich die Reißleine ziehen muss. In dieser Folge erzählt Eddy, wie er es geschafft hat, sich von Sucht, Kriminalität und seinem alten Umfeld zu lösen. Wie Bücher, Bildung und radikale Ehrlichkeit ihm einen neuen Weg eröffnet haben. Eine Geschichte über Absturz, Scham, zweite Chancen – und die Frage, was Freiheit wirklich bedeutet. Ihr findet Eddy auf instagram @eduard_hein_ und seiner Website eduardhein.com Dort findet ihr auch ein von ihm entwickletes pdf mit 9 Mechanismen, die dafür sorgen, dass man sich getrieben, leer oder gefangen fühlt: https://tinyurl.com/9-mechanismen Bleib auf dem Laufenden über Philipp und "Dieser eine Moment" auf instagram: @philippfleiter und @gutegefuehle_wemynd Du möchtest mehr über unsere Werbepartner*innen erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: https://linktr.ee/DEM.diesereinemoment Dieser Podcast ist eine Produktion von Philipp Fleiter und WeMynd. Neue Folgen alle 14 Tage montags - überall wo es Podcasts gibt. Redaktion: Philipp Fleiter und Laila Keuthage | Produktion: WeMynd

## Transcript

[0:01] Eddie, sieh zu, dass die Wohnung sauber ist, von meinem Vater, der Auftrag.
[0:06] Und wie, ist mir egal, wenn die Wohnung nicht sauber ist, dann gibt's mit dem Gürtel.
[0:11] Dadurch, dass ich dann sehr viel konsumiert habe, an Alkohol dazu,
[0:15] auch mich ernährt habe, wie so ein Vollpfosten, also 140 Kilo gewogen,
[0:20] vor meiner ersten Festnahme,
[0:22] total verkokst, hab die Ausbildung hingeschmissen, ich war innerlich am Arsch.
[0:30] Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können.
[0:36] Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders.
[0:45] Ich bin Philipp Leiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen,
[0:48] um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat.
[0:56] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von dieser eine Moment mit
[1:00] einem, wie ich finde, sehr, sehr spannenden Gast.
[1:04] Eddie ist heute bei mir und Eddie hat einen ziemlich krassen Start ins Leben gehabt.
[1:10] Er war drogensüchtig, er hat selbst mit Drogen gedealt und er war im Knast.
[1:16] Wie es soweit kommen konnte und wie er es daraus geschafft hat,
[1:19] darüber möchte ich heute mit ihm sprechen. Die Folge, die ihr heute hört,
[1:24] wird von BetterHelp gesponsert, einem Online-Service für psychologische Beratung. Und jetzt geht's los.
[1:32] Hi Eddie. Hi Philipp, ich grüße dich. Der Moment, über den ich heute mit dir
[1:38] sprechen möchte, der passiert im Oktober 2009.
[1:41] Du bist zu dem Zeitpunkt Häftling im Hochsicherheitstrakt der JVA Bielefeld-Bragwede,
[1:46] also bei mir um die Ecke sozusagen.
[1:49] Was passiert an diesem Tag? Meine Mutter kam an diesem Tag das erste Mal zu
[1:55] Besuch während meiner zweiten Haft.
[1:58] Und ich wurde von dem Wärter, wurde ich dort in diesen Besucherraum reingebracht
[2:04] und in der Untersuchungshaft ist es dann tatsächlich so,
[2:07] dass es ein kleiner Raum ist und der Wärter ist mit drin und er hat mich schon
[2:12] reingebracht und danach wurde meine Mutter reingeführt und ich habe ihr in die
[2:17] Augen gesehen und während ich sie da so gesehen habe und ihren Blick gesehen habe, war es bei mir,
[2:23] ist bei mir die Brust zusammengegangen und das Gefühl war wie so ein Schlag in die Maske.
[2:28] Und der Gedanke war da, dieser Junge ist komplett verloren.
[2:33] Was siehst du in den Augen von deiner Mama?
[2:38] Enttäuschung, Schmerz, die Angst, dass ihr Sohn komplett verloren ist, dass das jetzt war.
[2:46] Weil es ist ja jetzt nicht das erste Mal, dass er in Haft war,
[2:49] sondern das zweite Mal, das war die zweite Haft von mir.
[2:52] Was macht das mit dir, deine Mama so zu sehen?
[2:55] Also wenn ich da jetzt gerade so zurückdenke an diesen Moment,
[3:00] merke ich gerade, wie mein Herz am Schlagen ist, am Pochen ist,
[3:03] wie es mir leicht die Kehle zuschnürt.
[3:06] Und dass ich da jetzt gerade, also jetzt in diesem Moment, also wenn ich mich
[3:10] hier auch daran erinnere, kann ich mich auch noch daran erinnern, wie das Gespräch war.
[3:13] Das war so, also total, ich sehe die Enttäuschung.
[3:17] Ich sehe ja auch den Werther hinter uns, der da ist.
[3:20] Und wir können nicht normal reden, nicht klar offen reden, Weil es ist natürlich so,
[3:25] dass sie völlig entsetzt war und ich völlig neben der Spur auch war und gleichzeitig
[3:33] in so einem Moment versucht stark zu bleiben, wegen dem Werte im Hintergrund auch.
[3:38] Ja, das ist wirklich ein krasser Moment. Ich kann das gerade komplett nachfühlen, wie du das so erzählst.
[3:44] Wir wollen natürlich verstehen, wie es dahin gekommen ist.
[3:48] Lass uns vielleicht mal zurückgehen. Du bist 1981 in Kasachstan geboren,
[3:52] als Ältester von fünf Söhnen.
[3:54] Wie alt sind deine Eltern, als du auf die Welt kommst? Als ich auf die Welt
[3:59] gekommen bin, ist meine Mutter gerade 17 geworden und mein Vater war noch 16.
[4:06] Wow, also richtig, richtig jung und dann kommen glaube ich sogar noch mehr Kinder.
[4:10] Genau, dann ging das so in so einem eineinhalb Jahrestakt, könnte man sagen,
[4:15] so ging das dann, dass dann ich der Älteste von fünf Brüdern bin.
[4:20] Also 1988, als wir nach Deutschland dann gekommen sind, im Oktober,
[4:26] ist mein jüngster Bruder hier zur Welt gekommen.
[4:28] Und ich bin im Oktober 1981 geboren, also innerhalb von sieben Jahren.
[4:33] Fünf Kinder, fünf Jungs.
[4:36] Erstmal fünf Jungs, sowieso glaube ich schon viel Arbeit und dann auch noch bei so jungen Eltern.
[4:41] Also wie ist das für deine Eltern? Aus den Gesprächen heraus,
[4:44] so mit meinen Eltern, mit meinem Vater, mit meiner Mutter, weiß ich,
[4:48] dass das immens viel für die war.
[4:49] Das war so fünf Kinder dann nach Deutschland hier überzusiedeln,
[4:54] neue Sprache, neues Umfeld, neues Leben, neuer Job, alles komplett anders,
[5:00] als die halt aufgewachsen sind.
[5:03] Und ja, das war für die eine ziemlich heftige Zeit auch. Du hast es gerade schon
[5:08] gesagt, 1988 zieht ihr als Familie nach Deutschland.
[5:13] Wo zieht ihr hin in Deutschland und warum zieht ihr da hin? Also wir sind hingezogen
[5:18] nach Lagerlippe in der Nähe von Bielefeld, also auch in der Nähe von Gütersloh,
[5:23] da wo, soweit ich weiß, wo du auch herkommst.
[5:26] Lagerlippe ist gerade, das sind gerade mal so 30 Kilometer von Bielefeld entfernt,
[5:31] Gütersloh die Ecke und wir sind
[5:34] dorthin gezogen, weil mein Opa und meine Oma, die sind ein Jahr davor.
[5:41] Haben sie es geschafft, endlich nach Hause, zurück nach Hause,
[5:45] nach Deutschland zu kommen.
[5:46] Das war der größte Traum von meinem Opa seit über, ich glaube,
[5:51] 40 Jahren, den er gehabt hat.
[5:55] Vielleicht nochmal kurz zur Erklärung, ihr seid Deutsch-Russen,
[5:59] ist das die richtige Bezeichnung?
[6:00] Ja. Und für viele, also bei uns in Ostwestfalen leben ganz viele davon.
[6:05] Ich weiß nicht, ob das in allen Teilen von Deutschland so ist,
[6:07] aber ganz viele Deutsch-Russen leben in Ostwestfalen und für die,
[6:10] gerade für die ältere Generation, ist Deutschland immer die Heimat gewesen.
[6:14] Das war immer das gelobte Land, wo dann irgendwie alles gut wird,
[6:17] so in der Vorstellung zumindest. So in die Richtung, ja.
[6:20] Aber ich weiß das, weil ich hier aus der Ecke komme, Lage Lippe ist jetzt auch nicht, sage ich mal...
[6:25] Der Nabel der Welt, das ist schon eher ein Kaff. Also wie hat sich das für dich
[6:29] angefühlt, da hinzukommen?
[6:33] Ich kann es mit sechs Jahren gar nicht einordnen. Also wenn ich da jetzt so
[6:37] zurückdenke, dass wir da jetzt hingekommen sind.
[6:40] Mein Opa war da, der war für mich der Größte, weil mein Vater,
[6:45] meine Mutter, die hatten wenig Zeit für mich.
[6:47] Mein Opa, der hat sich die Zeit für mich genommen und das war für mich ein Riesending.
[6:52] Du hast es gerade schon so ein bisschen angedeutet, deine Eltern hatten wenig
[6:55] Zeit, wahrscheinlich mussten die auch erstmal klarkommen in Deutschland,
[6:58] in einem ja für sie fremden Land, die kamen ja, die haben ja nie in Deutschland
[7:01] gelebt vorher und dann mussten sie auch noch irgendwie für die ganzen Kinder
[7:04] auch das Geld verdienen.
[7:05] Also erzähl uns mal ein bisschen, wie war die Situation bei euch zu Hause?
[7:09] Also wir sind direkt, als wir hier nach Deutschland gekommen sind,
[7:12] mein Vater und meine Mutter, die haben den Sprachkurs angefangen zu machen und
[7:16] mein Vater hat den Sprachkurs vorzeitig abgebrochen, damit er arbeiten gehen konnte.
[7:23] Und meine Mutter, die hat ihn gebeten, Karl, bitte bleib noch hier,
[7:27] mach noch ein bisschen die Sprache, lerne die Sprache, sodass du vielleicht
[7:31] noch was anderes machen kannst.
[7:32] Und er hatte halt aber nur im Kopf, okay, ich habe hier fünf Kinder,
[7:36] das fünfte Kind ist unterwegs, ich muss hier irgendwie die Familie irgendwie
[7:40] über die Runden bringen.
[7:42] Und hat dann aus dem Umfeld von Cousins, wurde er dann in eine Firma reingebracht,
[7:48] Isringhausen ist ein großes Unternehmen dort bei uns, die haben LKW-Sitze produziert,
[7:54] 1500 Mitarbeiter, also ein ziemlich größeres Unternehmen.
[7:57] Und dann ist mein Vater dann dorthin und hat dort gearbeitet.
[8:00] Drei-Schicht-System und meine Mutter hat dann zu Hause auf fünf Kinder aufgepasst am Anfang.
[8:06] Und ich kann mir vorstellen, das Geld war ganz schön knapp. Das war definitiv knapp.
[8:10] Es war so knapp, dass ich nicht zum Fußballspielen gehen konnte.
[8:15] Weil wir hatten kein Geld. Mein Vater meinte zu mir, ich habe kein Geld dafür.
[8:19] Und das waren, ich weiß gar nicht, wie viel Mark das damals noch waren.
[8:23] Also das war wirklich nicht die Welt.
[8:25] Und mit zwölf Jahren hieß es dann auch schon so, okay, du bist alt genug,
[8:30] sieh zu, dass du dein Geld verdienst.
[8:32] Dann bin ich halt zum Bauern gegangen, habe angefangen beim Bauer zu arbeiten,
[8:35] habe dort mein Geld verdient, um mir auch andere Kleidung zu kaufen,
[8:39] die mir meine Eltern gegeben haben, die ich meistens von irgendwelchen Cousins
[8:43] und Cousinen bekommen habe.
[8:44] Ja, ich glaube, das kennen alle, die aus großen Familien kommen,
[8:47] dass man dann irgendwie die Sachen von älteren Cousins oder irgendwie Geschwistern auftragen muss.
[8:50] Und das ist meistens nicht so schön, weil die Sachen findet man ja dann auch
[8:54] irgendwie nicht so richtig cool.
[8:56] Du bist der älteste Sohn von fünf.
[8:58] Was bedeutet das für dich und für deine Rolle in der Familie?
[9:02] Also zu dem damaligen Zeitpunkt hat das bedeutet, dass ich die Verantwortung
[9:06] für die fünf zu Hause dann auch hatte.
[9:10] Ein einfaches Beispiel. Die Wohnung soll sauber sein.
[9:14] Eddie, sieh zu, dass die Wohnung sauber ist, von meinem Vater, der Auftrag.
[9:18] Und wie, ist mir egal, wenn die Wohnung nicht sauber ist, dann gibt es mit dem Gürtel.
[9:23] Das war damals bei uns so, der hat eine ähnliche Erziehung dann mitbekommen
[9:28] und das hat er dann halt an uns dann auch so weitergegeben.
[9:31] Ich als Ältester und da musste ich dann halt zusehen, dass dort zu Hause eine gewisse Ordnung da war.
[9:38] Hatte ich da Lust drauf? Definitiv nicht.
[9:41] Das heißt, dein Papa hat dich auch geschlagen? Ja. Du hast, glaube ich,
[9:45] dann, wenn ich das richtig erinnere, so ein bisschen selbst dir deine Freiheit erkämpft.
[9:49] Du bist dann so mit elf, zwölf ganz viel rausgegangen.
[9:53] Also raus aus der Wohnung, auch raus aus dieser ganzen Verantwortung.
[9:56] Was machst du da so auf der Straße, wenn du draußen bist? Also mit elf,
[10:00] zwölf war es für mich Bolzen.
[10:02] Mit meinen Kumpels irgendwo auf dem Fußballplatz, Fußballspielen.
[10:05] Spielen, nach Hause gekommen, Rucksack in die Ecke geschmissen.
[10:09] Ich habe ungern Hausaufgaben gemacht.
[10:11] Die Schule fand ich im Grunde ultra langweilig. Ich habe es schnell aufgegriffen,
[10:15] aber ich war es ultra langweilig, weil ich da die ganze Zeit still sitzen musste.
[10:19] Ich bin vom Typ jemand, der irgendwie eine Menge Energie hat und dann bin ich
[10:22] dann halt raus, also draußen mit den Kumpels, dann abends, wenn ich dann zu
[10:27] Hause sein musste, war ich dann abends zu Hause und dann habe ich dann abends Fernsehen geguckt.
[10:31] Und das ging dann halt so bis circa 14 und mit 14 kam Das erste Mal,
[10:35] dass ich dann mit meinem Cousin eine Zigarette geraucht habe.
[10:39] Haben wir uns versteckt und dann habe ich das erste Mal eine Zigarette geraucht
[10:43] und bin dann irgendwie so, oh wow, cool, eine Zigarette, oh mein Cousin.
[10:47] Und dann war ich so super stolz, ich habe mich noch daran erinnern,
[10:50] dass ich dann eine Schachtel Zigaretten, irgendwie ein paar Wochen später eine
[10:54] Schachtel Zigaretten gekauft habe und dann zu ihm nach Detmold mit dem Fahrrad
[10:58] gefahren bin, zu seinen Kumpels, ey Leute, ich habe hier eine Schachtel Zigaretten.
[11:02] Und dann war so, ja cool, ich gehöre irgendwie dort zu dieser Gruppe dazu.
[11:06] Das ist so witzig, weil ich kann mich auch noch an solche Momente erinnern mit
[11:09] 14, 15, wo man noch Rauchen geübt hat, weil ja eigentlich Rauchen total eklig
[11:13] ist. Da musste man üben, auf Lunge zu rauchen.
[11:15] Und im Nachhinein denkt man, das ist so bescheuert und so blöd und kostet einen
[11:19] so viele Lebensjahre und so viel Gesundheit.
[11:22] Aber zu dem Zeitpunkt dachte man, wow, das ist ja das Größte irgendwie.
[11:26] Aber es bleibt ja nicht bei Zigaretten, sondern du, glaube ich,
[11:29] trinkst dann auch mit 15 das erste Mal Alkohol.
[11:31] Genau, mit 15 hatte ich dann das erste Mal Alkohol getrunken und generell Alkohol
[11:37] war auch bei uns zu Hause ein Thema, mein Vater hat auch regelmäßig da getrunken
[11:41] und ich habe dann Alkohol dann auch mit meinen Kumpels getrunken.
[11:46] Dann ging das dann halt weiter, da war ich dann schon 16, dann gab es die ersten
[11:50] Leute, wo ich mitbekommen habe, ah okay, hier wird gekifft, habe das erste Mal
[11:54] das Kiffen ausprobiert und so hat sich das dann so durchgezogen.
[11:59] Ich würde fast sagen, bis dahin ist es eigentlich noch eine normale Jugend auf dem Land.
[12:04] Also Rauchen und Trinken haben wir wahrscheinlich alle mit 16 gemacht.
[12:07] Wie erinnerst du dich denn selber an diese Zeit? Ist es eine schöne Zeit für dich in der Erinnerung?
[12:13] Es war irgendwie so eine Zeit mit, wow, ich kann sehr viel mit meinen Freunden abhängen.
[12:19] Wenn ich nicht zu Hause bin, war ich so, wow, cool, ich kann irgendwie was machen.
[12:24] Also es ist im Grunde eine recht gute Erinnerung, die ich daran habe an diese Jugend.
[12:29] Ja, ich glaube, dieses Gefühl können die meisten Leute sich ganz gut vorstellen.
[12:33] Diese Freiheit, dass man so denkt, man kann alles machen, was man will und so.
[12:37] Also ganz interessant finde ich, was passiert, als deine Eltern dich erwischen
[12:42] beim Rauchen das erste Mal.
[12:43] Da bist du 16 und auch das kennen wahrscheinlich viele von euch,
[12:46] die das jetzt gerade hören aus ihrer eigenen Jugend und erinnern sich wahrscheinlich
[12:49] an den Anschiss ihres Lebens, wenn die Eltern rausfinden, dass man heimlich raucht.
[12:53] Bei dir war das ein bisschen anders. Dein Vater reagiert anders.
[12:56] Erzähl mal, wie hat der reagiert?
[12:58] Und zwar, das war dann tatsächlich so, ich bin morgens auf dem Weg zur Schule
[13:01] und vor der Schule in der Nähe gab es eine Sparkasse.
[13:03] Da habe ich mich umhälter versteckt und habe eine Zigarette geraucht.
[13:06] Und auf einmal kommt ein Auto angefahren, ich drehe mich um,
[13:11] stehe mit der Zigarette und mein Vater und meine Mutter sind da.
[13:15] Die gucken mich beide an und dann waren die so, wir sehen uns später,
[13:18] heute nach der Schule. Ich so, oh nein, damn.
[13:21] Ich bin dann zur Schule gegangen und so haben sie mich da weggelassen.
[13:25] Du kannst dir vorstellen, was für Filme in meinem Kopf abliefen,
[13:30] wenn ich da gleich nach Hause komme.
[13:32] Die reißen mir den Kopf ab. Und
[13:34] ich bin dann nach Hause gekommen und mein Vater war dann auch zu Hause.
[13:38] Er hat mich auf den Balkon gerufen, hält mir die Schachtel Zigaretten so hin
[13:43] und sagt, Eddie, du rauchst eh.
[13:45] Wenn du rauchst, rauch mit mir. Du bist jetzt 16 Jahre, du bist erwachsen.
[13:50] Hör auf, dich zu verstecken. Ich stand da so, ich hab ihn angeguckt,
[13:54] ich dachte, ich bin im falschen Film.
[13:56] Und hab dann so, erst dachte ich mir auch so, ey, ist das ein Test?
[14:00] Will er mich gerade testen?
[14:01] Da hab ich dann doch zugegriffen und hab die Zigarette mit ihm geraucht.
[14:04] Und ab dem Zeitpunkt hab ich dann vor meinem Vater, beziehungsweise auch mit meinem Vater geraucht.
[14:09] Wie fühlt sich das an, mit deinem Vater zusammenzurauchen?
[14:12] Damals hat sich das angefühlt wie, wow, ich bin jetzt ein Mann.
[14:16] Mein Vater hat mich gerade eben zu einem Mann gemacht, so nach dem Motto. so gefühlt.
[14:21] Kann ich mir vorstellen. Du hast es schon angedeutet, es bleibt jetzt nicht
[14:24] bei Alkohol und Zigaretten. Irgendwann kommen dann härtere Drogen in dein Leben.
[14:29] Mit 18 probierst du dann das erste Mal Ecstasy. Ende der 90er,
[14:34] die Techno, die Rave-Zeit.
[14:37] Beschreib mal, wie das sich für dich anfühlt, weil das ist ja glaube ich nochmal
[14:40] eine andere Stufe als Kiffen.
[14:41] Also das war für mich nochmal eine ganz andere Nummer und zwar das Thema Ecstasy.
[14:47] Wir wollten eigentlich irgendwo auf eine Party fahren, das erste Mal.
[14:50] Also es war schon die ganze Vorbereitung dorthin, war so alles sehr aufregend
[14:54] und so, wow, das erste Mal.
[14:55] Und ich habe gehört, das soll so toll sein und dann diese ganze Überwindung.
[14:59] Und dann wollten wir auf eine Party fahren. Das mit der Party hat nicht geklappt.
[15:02] Wir sind dann irgendwo auf dem Feld gefahren, haben unsere eigene Musik angemacht
[15:06] und uns dann die Ecstasy eingefahren.
[15:09] Und das war für mich zu dem damaligen Zeitpunkt so, als sie dann angefangen
[15:13] hat zu wirken, wie so eine Hirnexplosion.
[15:16] Ich habe mich auf einmal so geliebt gefühlt, so verbunden gefühlt,
[15:20] dass ich das nicht irgendwie, also so ein intensives Gefühl habe ich im Vorfeld nicht gekannt.
[15:25] Ich kann mir vorstellen, von dem Gefühl will man dann wahrscheinlich auch immer mehr haben, oder?
[15:29] Genauso war das dann auch. Dann war es so, okay, alles klar.
[15:32] Am Wochenende feiern und ich habe dann halt sozusagen von Wochenende zu Wochenende gelebt.
[15:37] Wie sieht denn so ein typisches Wochenende da bei dir aus mit 18, 19?
[15:41] Also wir haben dann Drogen organisiert, sind dann Freitagabend sind wir dann
[15:46] in die Disco gefahren und haben dort in der Disco dann Ecstasy konsumiert und
[15:53] Alkohol dazu getrunken,
[15:55] gefeiert bis zum nächsten Morgen hinein,
[15:57] morgens dann mit den Freunden irgendwie weiter bis Samstag Nachmittag.
[16:03] Und Samstagabend, eventuell teilweise sogar auch den zweiten Tag hinterher.
[16:07] Wir sind in Sonntag rein.
[16:09] Schule kann man sich da wirklich irgendwie schwer vorstellen.
[16:12] Allein schon, weil du hast ja gerade schon gesagt, du hattest ganz andere Sachen im Kopf.
[16:16] Und ich glaube, was ja noch dazu kommt, der Konsum von Drogen kostet ja auch Geld.
[16:20] Also du musst das ja dann irgendwann finanzieren und wahrscheinlich ist das
[16:24] auch einer der Gründe, warum du dann die Schule abbrichst, oder?
[16:26] Genau, das war auch mit einer der Gründe. und während der Zeit,
[16:30] also A, war mein Kopf ganz woanders, so nach so einem Wochenende,
[16:36] zwei Tage wach, so nach dem Motto.
[16:38] Also ich habe echt Zeit gebraucht, um da erstmal auch unter der Woche klar zu kommen, zum einen.
[16:43] Zum anderen brauchte ich dann halt auch Geld, um das auch irgendwo zu finanzieren
[16:47] und habe dann auch irgendwann mal die Entscheidung getroffen, okay, ich gehe da.
[16:51] In die Firma da, wo mein Vater dann auch tatsächlich auch gearbeitet hat als
[16:56] normaler Zeitarbeitnehmer.
[16:58] Und habe dort als Zeitarbeitnehmer angefangen zu arbeiten, unter der Woche gearbeitet
[17:02] und am Wochenende gefeiert.
[17:04] Hat das wie aus deiner Familie mitgekriegt, dass du so in die Drogensucht abgeglitten
[17:07] bist mit Ecstasy und jedes Wochenende feiern? Weil das kann man ja nicht so
[17:10] schlecht verstecken eigentlich, oder?
[17:12] Meine Eltern haben zu dem damaligen Zeitpunkt glaube ich noch nicht,
[17:15] dass sie das so mitbekommen haben.
[17:18] Die haben wahrscheinlich gedacht,
[17:19] ja, okay, er trinkt. Er ist draußen mit seinen Kumpels und er trinkt.
[17:24] Weil die kannten, also Ecstasy und sowas kannten die selber nicht.
[17:27] Ja, klar. Ich hoffe, dass die meisten Eltern Ecstasy jetzt nicht kennen.
[17:32] Aber klar, deswegen ist ja auch Aufklärung über sowas so wichtig.
[17:35] Ja, vor allem auch so aus der Sowjetunion.
[17:37] Also die hatten dort ganz andere Themen. Also das Thema Drogen wurde dort auch
[17:41] nochmal ganz anders behandelt.
[17:42] Jetzt hast du da deinen Job und arbeitest unter der Woche. Am Wochenende feierst
[17:47] du, versuchst irgendwie alles zu vergessen, aber Geld ist natürlich trotzdem
[17:50] knapp, weil irgendwie am Fließband verdient man wahrscheinlich nicht so viel,
[17:54] dass man sich da ganz viele Drogen von leisten kann.
[17:57] Irgendwann kommst du dann in Kontakt mit jemandem, der dir ein verlockendes Angebot macht.
[18:02] Erzähl mal, wer das ist. Das war jemand, zu dem ich aufgeschaut habe. Er hat mich gesehen.
[18:09] Also ich war bei ihm zu Besuch und er meinte so zu mir, dass er mitbekommen
[18:14] hat, dass ich eh in der Szene unterwegs bin.
[18:17] Meinte so zu mir, du bist eh da unterwegs. Wie sieht es aus?
[18:20] Hat er mir was hingehalten? Meinst du, du könntest damit was anfangen?
[18:24] Und er hat sich so angeguckt und sagt mir so, ja, sicherlich.
[18:27] Lass mich mal gucken, was ich damit machen kann. Ich bin dann losgegangen.
[18:31] Und innerhalb von zwei oder drei Tagen war es weg und meine Taschen waren gefüllt.
[18:38] Du hast alles verkauft. Genau, so schnell, so viel, so leicht. Das war das Gefühl.
[18:42] Ich frage mich immer, woher weiß man, wie man dealt?
[18:47] Also woher weißt du, wen du ansprechen kannst? Woher weißt du,
[18:50] wo du die Sachen versteckst, wenn du jetzt in den Club gehst, um das zu verkaufen?
[18:54] Probiert man das einfach aus oder gibt es da so eine Art, weiß ich nicht,
[18:57] Einführungsveranstaltung?
[19:00] Eine Einführungsveranstaltung in dem Sinne nicht. Bei mir der Punkt war auch
[19:05] der, dadurch, dass ich recht viel Energie hatte und recht gern unterwegs war,
[19:10] bin ich vom Typ eher so jemand,
[19:14] der viel Kontakt, Schnellkontakt zu anderen Menschen aufbauen kann.
[19:18] In dieser kleinen Stadt wie Lager, wo nur 40.000 Menschen wohnen,
[19:24] habe ich in diesen paar Jahren, wo ich dort groß geworden bin,
[19:28] so gut dadurch, dass ich eine Schule gewechselt habe, eine andere Schule gewechselt
[19:32] habe, Fußball gespielt habe,
[19:34] hatte ich Kontakt zu unterschiedlichsten Menschen irgendwie.
[19:37] Und ich hatte immer grundsätzlich, war mein Credo, okay, immer gut mit den Leuten zu sein.
[19:43] Das war immer mein Credo, einfach so, dass ich mit denen eine gute Zeit habe.
[19:47] Deswegen kannte ich so viele und ich hatte eine Idee davon,
[19:52] wo ich ja Dinge besorgt habe und dann bin ich dort mal hin und dann habe ich
[19:58] mich dort angeklopft und er meinte so, oh wow, cool, das ist gut.
[20:04] Nehme ich gerne und dann habe ich gefragt, gibt es noch jemanden, den du kennst?
[20:08] Und ist dieser Dominostein los.
[20:13] Also damit man sich das vorstellen kann, das heißt irgendwie war dann deine
[20:16] Handynummer ist dann wahrscheinlich irgendwie kursiert und wenn man was braucht,
[20:19] da hat man dir dann geschrieben oder dich angerufen oder wie hat das funktioniert?
[20:23] Ja, am Anfang lief das dann so in die Richtung.
[20:28] Ich habe das dann in größeren Mengen, war ich dann unterwegs und ich hatte nur
[20:31] mit wenigen Leuten Kontakt. Das heißt also jetzt nicht, du bist jetzt nicht
[20:35] am Ende da in die Clubs gefahren und hast jedem da zwei Pillen einzeln verkauft,
[20:39] sondern schon viel, viel größere Mengen.
[20:41] Ich habe gelesen, dass du so eine Art Tanexistenz in Anführungsstrichen,
[20:46] also du machst eine Ausbildung als Industriemechaniker oder fängst die an,
[20:49] also für das bürgerliche Leben und hast als Dealer den Decknamen Heino.
[20:54] Darüber bin ich gestolpert.
[20:55] Warum Heino? Mein Name ist Hain, Eduard Hain und einer meiner Fußballtrainer
[21:03] hat mich dann irgendwann mal Heino genannt.
[21:06] Das ist natürlich eigentlich gar nicht so schlau, wenn man sich so einen Decknamen
[21:08] nimmt, der vom Nachnamen abgeleitet ist, wenn du zum Nachhinein betrachtet.
[21:13] Was gefällt dir so an dem Leben als Dealer? Also am Anfang war das bei mir tatsächlich
[21:19] das Thema Geld und ich hatte auf einmal einen gewissen Status.
[21:24] Ich habe auf einmal Status bekommen und die Leute wollten dann was von mir.
[21:33] Ich war auf einmal wichtig, ich war auf einmal relevant.
[21:36] Ich konnte mir gewisse Dinge leisten.
[21:40] Ich konnte meine Freunde zu gewissen Dingen, ich sage es mal so, mitnehmen.
[21:44] Das fand ich irgendwie cool. Und damals war es für mich so, ja,
[21:48] ich war dort irgendwie auf einmal jemand.
[21:51] Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist ja, wie es in dir drin aussieht.
[21:56] Also wie geht es dir zum Beispiel körperlich in der Zeit?
[21:59] Alleine schon dieses Unterwegssein, der Stress, das Feiern und auch natürlich
[22:02] das Drogenkonsumieren, weil du hast ja auch konsumiert in der Zeit.
[22:05] Das macht ja was mit dir. Also wie ging es dir da?
[22:08] Also die erste Zeit, angefangen hat das Ganze so 2000 herum und die erste Zeit
[22:15] war das alles eine wilde Gaudi und es war alles okay, ja vorsichtig aufpassen
[22:20] und so weiter und so fort.
[22:21] Ich habe mich in das System reingearbeitet, habe irgendwie Informationen bekommen,
[22:26] wie ich das zu machen habe und natürlich bin vorsichtig durch die Gegend gelaufen,
[22:30] habe konsumiert und so weiter und so fort.
[22:32] Aber irgendwann mal wurde das dann, ich sag mal so, der Konsum immer heftiger.
[22:37] Es war dann auf einmal Kokain und dann war es dann nicht nur am Wochenende,
[22:41] teilweise auch unter der Woche.
[22:43] Kokain macht recht paranoid auch, ich sag mal so, die Folgewirken,
[22:47] die Arroganz, die dann innerlich hochsteigt, die Gier, die in mir drin war,
[22:53] immer mehr haben zu wollen, immer mehr haben zu wollen, durch die Gegend zu
[22:57] fahren, permanent irgendwie auf halb acht und immer so zu gucken,
[23:02] was passiert, welche Autos sind hinter mir,
[23:05] immer aufzupassen, was, wie, wo, wie, ich am Telefon sage, immer dieses Versteckspiel,
[23:11] ja zum einen das bürgerliche Leben, wo ich dann die Ausbildung gemacht habe,
[23:15] was auch sehr bewusst dann auch zu dem damaligen Zeitpunkt auch als Tipp dann
[23:20] auch mitgegeben wurde, sieh zu, dass du nach draußen ein vernünftiges Leben,
[23:24] also nach draußen in ein Leben führst,
[23:27] wo du nicht so auffällst.
[23:29] Klar. Und.
[23:32] Und das war, innerlich war ich total hin und her, also zerrissen auch.
[23:37] Dadurch, dass ich dann sehr viel konsumiert habe an Alkohol dazu,
[23:41] auch mich ernährt habe wie so ein Vollpfosten.
[23:44] Ich habe dann irgendwann mal 140 Kilo gewogen. Total verkoxt.
[23:49] Also vor meiner ersten Festnahme 140 Kilo, total verkokst.
[23:55] Habe die Ausbildung hingeschmissen. Ich war innerlich am Arsch.
[23:59] Ja, das ist, also ich würde sagen, fast die klassische Abwärtsspirale,
[24:04] die es ja in der Sucht leider häufig gibt.
[24:06] So am Anfang ist noch alles toll, aber dann geht es halt immer schneller abwärts.
[24:09] Und 2004 triffst du dann auch die Entscheidung, die Ausbildung abzubrechen,
[24:14] die du ja eigentlich mehr oder weniger sowieso ein bisschen als Scheinexistenz gemacht hast.
[24:20] Verändert das nochmal was, dass du jetzt auch gar keinen regelmäßigen Tagesablauf
[24:23] mehr hast? Mein Konsum wurde noch heftiger. Das war April 2004.
[24:28] Mein Konsum ging wirklich durch die Decke.
[24:32] Ich war zudem, also ab dort war ich da, ich glaube, fünf von sieben Tagen die
[24:36] Woche war ich auf Kokain.
[24:39] Immer Bier, Unmengen Bier dazu pro Tag, wenn ich dann so unterwegs war,
[24:43] zwei Bigboxen geraucht.
[24:45] Ich habe ausgesehen, so möglich.
[24:49] Und kurz bevor man mich das erste Mal festgenommen hat, ich kann mich da wirklich
[24:54] noch dran erinnern, dieser eine Momentenkumpel von mir hat mich angerufen und
[24:59] meint so, hey Heino, wir zwei, wir müssten jetzt reden.
[25:04] Okay, alles klar, da ist irgendwas im Argen.
[25:07] Ich habe meine Sachen eingepackt, bin losgefahren, wir haben uns an einem Ort
[25:11] getroffen, bin dann zu ihm raus, er guckt mich so an und meint so,
[25:16] der und der war gestern bei mir.
[25:19] Dein Kunde XY hat geredet, die suchen dich. Ach du Scheiße.
[25:25] Und ob du es glaubst oder nicht, in dem Moment bei mir war nur eine Sache.
[25:30] Fuck, Gott sei Dank, endlich komme ich hier raus.
[25:33] Ah krass, das heißt, du hast so ein bisschen Hoffnung gehabt,
[25:36] wenn du jetzt gefasst wirst, dass es dann endlich vorbei ist. Genau.
[25:39] Aber hattest du vorher schon das Gefühl, jetzt wird es langsam gefährlich,
[25:44] es wird zu viel? Also hast du vorher schon versucht, vom Koks loszukommen und vom Alkohol?
[25:47] Also vom Koks loszukommen, so richtige Versuche hatte ich da nicht.
[25:51] Ich habe nur gemerkt, ey, das Zeug hat mich.
[25:54] Also ich hatte nichts mehr unter Kontrolle, das Zeug hat mich unter Kontrolle gehabt.
[25:58] Und wenn ich mich richtig erinnere, du hast dann zu dem Zeitpunkt auch schon
[26:02] Schulden, weil Ausbildungsgehalt ist ja nicht mehr und Konsum immer mehr.
[26:06] Das heißt, das wird dann auch langsam gefährlich für dich mit den Schulden,
[26:09] weil du wahrscheinlich Schulden vielleicht bei den falschen Menschen hast.
[26:12] Genau, dadurch, dass ich auch in anderen Kreisen verkehrt habe,
[26:16] also nicht unbedingt hier ein, zwei Pillen so verkauft habe,
[26:20] hatte ich Kontakt zu anderen Menschen und hatte dort Schulden.
[26:24] Und ja, es war nicht ohne. Du weißt, die sind hinter dir her.
[26:28] Du weißt, du wurdest verpfiffen.
[26:32] Was ist dein Gedanke, als du das erfährst? Also als ich das erfahren habe,
[26:36] war so zum Ersten so, damn, Gott sei Dank. Also endlich komme ich hier raus.
[26:41] Das war das allererste. Danach war ich so, okay, shit, was ist hier los?
[26:46] Und dann war ich dann aber auch noch so in der Zwickmühle. Ich musste Dinge
[26:51] dort auch verkaufen, weil ich gerade auch diese Schulden auch zahlen musste.
[26:56] Und habe dann tatsächlich auch weitergemacht. Das war dann so,
[27:01] dass ich dann noch eine Menge hatte, die ich dann fast alles verkaufen konnte.
[27:07] Dann war ich noch auf einem Event, das war das Splash in Chemnitz,
[27:11] das war so ein Hip-Hop-Event.
[27:13] Und von dort bin ich dann wiedergekommen und ich war so fertig von dem Event,
[27:17] dass ich nicht mehr geschafft habe nach dem Event, dass ich dort meine Sachen
[27:21] irgendwo hingebracht habe. Also in mein Lager.
[27:24] Und bin dann nach Hause, wollte eigentlich am nächsten Tag, wollte ich dann
[27:28] los und die Sachen wegbringen und am nächsten Morgen klingelt es bei mir an
[27:32] der Tür, ich bin da völlig verpeilt, gehe hier an die Tür und dann zack, Polizei steht da.
[27:38] Und du hast das ganze Zeug noch zu Hause? Ihr habt das Zeug im Auto.
[27:41] Die Polizei hat die Wohnung durchsucht, haben nichts gefunden und waren so,
[27:44] das kann nicht sein und einer von den beiden hat dann den Schlüssel lang gesehen
[27:48] und gesagt, ey, da ist ein Auto und dann hatten die das Zeug da gefunden.
[27:54] Ich weiß gar nicht mehr, was das war.
[27:56] Das war Marihuana. Genau, das war Marihuana.
[27:59] Das waren drei Kilo, die man gegen mich ausgesagt hat. Drei Kilo Haschisch.
[28:06] Ecstasy. Okay, also nicht ganz wenig, könnte man sagen. Du kommst in Untersuchungshaft.
[28:14] Was ist so dein erster Eindruck der U-Haft? Schock.
[28:17] Mein erster Eindruck, das war August 2004, bin ich dort festgenommen worden
[28:24] und direkt nach Bielefeld in die JVA gebracht und in eine Achtmannzelle.
[28:31] Das war wie ein kleiner Bahnhof.
[28:35] Leute kamen rein, kamen raus. Und das Heftigste war für mich dann halt auch
[28:39] zu sehen, also Heroinabhängige, das war für mich dann, wenn sie dann auf Turkey
[28:43] dann reingekommen sind, das war ziemlich krass, das dort wahrzunehmen.
[28:47] Plus dann aber auch im Gefängnishof, wenn ich dann raus bin,
[28:53] was also grundsätzlich die Leute dann erstmal klarkommen, okay,
[28:57] wer ist denn da alles überhaupt da drin?
[28:59] Dann auch zu sehen, so wow, da sind echt gefährliche, echt gefährliche Menschen
[29:04] teilweise auch mit drin gewesen.
[29:06] Mich erstmal orientieren, dann als Russe in dem Sinne, dann auch dort bei den
[29:12] Russen irgendwie anzukommen, dann irgendwie, okay, abgecheckt zu werden,
[29:16] wer ist das, wo komme ich her,
[29:18] was ist mein Background, bin ich irgendwie ein komischer Vogel,
[29:22] mit dem man machen kann, was man machen will, so nach dem Motto,
[29:26] wird natürlich auch nochmal abgetestet.
[29:28] Es war schon, ja, hat es in sich gehabt.
[29:32] Du hast gerade gesagt, einige haben da Turkey in dieser Zelle.
[29:36] Du musst doch auch Entzugserscheinungen gehabt haben, weil du hast ja regelmäßig
[29:40] Alkohol und Kokain konsumiert, oder? Immens, immens, immens, ja.
[29:45] Bei mir war es so, mein Kopf hat gemacht, was er wollte. Ich wusste nicht,
[29:48] wohin mit mir. Also ich habe keinen Platz in mir gefunden und auch in der Zelle.
[29:53] Ich bin die Zelle auf und ab gelaufen, auf und ab. Und ich wusste nicht,
[29:56] was, naja, Ungewissheit.
[29:58] Wie so ein Tiger im Käfig. Wie so ein Tiger im Käfig, bloß, dass der Tiger auch
[30:02] noch irgendwie irgendein Mittelchen
[30:04] bekommen hat, wo er die Kontrolle über sich selbst nicht mehr hat.
[30:09] Oh, krass, ja. Ich glaube, es gibt da nach drei Monaten in Haft so einen ersten
[30:13] kleinen Wendepunkt, weil du ein Gespräch führst mit einem Mithäftling,
[30:18] was bei dir hängen bleibt.
[30:20] Also worum geht es in diesem Gespräch?
[30:23] Irgendwann mal nach drei Monaten wurde jemand festgenommen, der draußen sehr
[30:29] großen Einfluss zu dem damaligen Zeitpunkt im Bielefelder Raum,
[30:33] im russischsprachigen Raum hatte.
[30:35] Den kannte ich persönlich und bin dann irgendwie, Und dieser Mensch hat schon
[30:41] im Vorfeld gesessen und war einer derjenigen, der auch das Sagen hatte,
[30:47] auch im Bau. Also es war eine große Nummer.
[30:50] Und ich bin dann, einen Tag bin ich dann mit denen, einen Sonntag auf einmal,
[30:55] mit denen, habe dann diese Runden gedreht.
[30:58] Und ja, die haben mir dann so zugehört.
[31:01] Und ich habe die ganze Zeit gejammert, wie schlecht es mir geht,
[31:05] wie beschissen alles ist.
[31:07] Wie ich nicht weiß, was hier gerade, was ich machen soll.
[31:11] Also ich habe wirklich so eine Spirale gefahren, die, ich ging mir ganz schön tierisch auf den Sack.
[31:16] Und der Typ, der hat mich so angeguckt, der immer diese Runden gedreht hat.
[31:22] Eddie, du, weißt du was?
[31:27] Scheiße nimmt man als Dünger, fürfällt, tut man drauf, wartet, wächst Korn.
[31:36] Diese Korn nimmst du, backst du Brot, kannst du dann essen.
[31:44] Ich gucke den Typen an und dachte mir so, was war das bitte?
[31:49] Ich bin dann auch in die Zelle gekommen und dachte mir so, okay,
[31:52] damn, ernsthaft, wenn ich so eine Schote nochmal abziehe, dann bin ich da durch.
[31:58] Zum einen bin ich da durch, zum anderen, was mache ich hier?
[32:02] Will ich jetzt wirklich meine ganze Energie jetzt einfach nur in diesen Schmarrn
[32:05] hier reintun oder was kann ich denn jetzt Vernünftiges irgendwie draus machen?
[32:09] Das heißt, da war das erste Mal, dass du gedacht hast, ich kann das irgendwie
[32:12] schaffen, das ist vielleicht eine Chance und ich kann was aus mir und meinem
[32:16] Leben noch machen. Genau.
[32:18] Und ich glaube, was auch eine Rolle gespielt hat, dass du zu der Zeit Zugang zu Büchern bekommst.
[32:24] Was verändert das?
[32:26] Das war für mich einfach neue Perspektiven, neue Lebensweisen.
[32:30] Okay, Leben kann auch anders sein. Weil das Leben, was ich zuvor kannte,
[32:36] das war, wenn ich jetzt mal so zurückgehe damals, das war so begrenzt.
[32:40] Mein Rahmen war so begrenzt.
[32:42] Also das, was ich vom Leben gewusst habe, ich habe einen Schmarrn gewusst, ich wusste gar nichts.
[32:47] Und ich dachte, ich wäre der Held, so im Grunde. Nur, dass ich da so ein paar
[32:51] Sachen durch die Gegend schiffe und ja, ich bin was. Aber ey,
[32:55] hallo, ich wusste gar nicht, das hat mir Perspektiven eröffnet,
[32:58] dass es andere Lebensweisen gibt.
[33:00] Hast du vorher denn schon gelesen oder hast du erst im Knast angefangen?
[33:03] Ich habe davor drei Bücher gelesen. Eins musste ich in der Schule lesen,
[33:07] der Hauptmann von Köpenick.
[33:08] Und dann habe ich dann irgendwann mal kurz vor meiner Haft, habe ich einmal Dieter Bohlen gelesen.
[33:14] Und das dritte Buch war Pablo Escobar. Okay, man sieht ein gewisses Muster, könnte man sagen.
[33:21] Aber ja, das löst ja dann auf jeden Fall, wahrscheinlich auch,
[33:25] weil du die Zeit hast, darüber nachzudenken, die hast du ja vorher gar nicht
[33:27] gehabt, löst das ja ganz viel in dir aus und du denkst wahrscheinlich auch nach über deine Zukunft.
[33:33] Oder wie stellst du dir deine Zukunft vor oder was erhoffst du dir aus dem Knast
[33:38] heraus, wie es danach weitergeht?
[33:39] Also zu dem damaligen Zeitpunkt war es dann so, ich wusste nicht, was auf mich zukommt.
[33:44] Ich wusste nicht, wie hoch die Strafe sein wird, was dann auch alles dann irgendwie
[33:49] kommen wird und so weiter.
[33:51] Ich habe mir dann angefangen, Optionen zu bauen. Was ist denn gerade im Rahmen des Möglichen?
[33:58] Und der Rahmen des Möglichen war für mich, entweder ich komme irgendwie raus
[34:03] und habe Glück und dann finde ich eine neue Ausbildung.
[34:06] Oder ich gehe in den offenen Vollzug und finde mir irgendwie eine Ausbildung,
[34:12] die mich dann auch tatsächlich auch nehmen als Häftling.
[34:16] Oder dann habe ich das dort erfahren, dass ich im Bau noch eine Ausbildung abschließen kann.
[34:23] Also das waren dann meine Optionen, die ich dann irgendwie so,
[34:25] also die Option, die hatte ich dann klar.
[34:27] Aber das Ziel ist auf jeden Fall Ausbildung und was machen aus dem Leben sozusagen. Genau, genau.
[34:32] Ausbildung und irgendwie rauszukommen. Also damals war es für mich erstmal rauszukommen
[34:39] aus diesem Loch, aus diesem Sumpf.
[34:41] Du bekommst dann nach einem halben Jahr Untersuchungshaft dann dein Urteil,
[34:44] zwei Jahre und zehn Monate und zwar im offenen Vollzug, was du ja schon so ein
[34:49] bisschen gehofft hattest.
[34:51] Das heißt, du darfst rausgehen, du darfst auch arbeiten gehen,
[34:54] aber musst halt jeden Abend zurück in deine Zelle und du schaffst es sogar auch
[34:59] eine Ausbildungsstelle zu finden.
[35:00] Ich habe dann zwei Jahre, zehn Monate offener Vollzug bekommen und musste die
[35:05] erst sechs Monate später antreten.
[35:08] Ich wusste, ich habe ungefähr sechs Monate Zeit.
[35:11] Und da habe ich in der Zeit alles daran gesetzt, dass ich eine Ausbildungsstelle bekomme.
[35:17] Meine ursprüngliche Ausbildung als Industriemechaniker, da habe ich halt nichts
[35:20] irgendwie finden können, habe aber als Koch eine Ausbildungsstelle finden können,
[35:25] bin über ein Praktikum dort in das Restaurant reingekommen,
[35:29] habe mich dort bewiesen und danach habe ich ihr aber auch gesagt,
[35:33] so und so ist die aktuelle Lage, ich würde dann in den offenen Vollzug gehen
[35:36] und die hat mir dann damals eine Chance gegeben.
[35:38] Was ja total toll ist, ehrlicherweise. Ganz viele würden das nicht machen.
[35:43] Vielleicht für die Leute, die sich damit nicht so ausgänzen zum Verständnis.
[35:46] Du hast praktisch jetzt sechs Monate noch in Freiheit gehabt,
[35:49] in dem Wissen, dass du dann in den offenen Vollzug musst und konntest dich dann
[35:52] in der Zeit eben um die Ausbildungsstelle kümmern.
[35:54] Hast also, ja man könnte sagen, so eine kleine Knastpause gehabt,
[35:58] aber diese Pause hat eben nicht nur Vorteile, du kommst dann auch relativ schnell
[36:03] zurück in dein altes Umfeld.
[36:06] Genau, ich bin dann auch zurück wieder ins alte Umfeld und habe dann auch wieder
[36:12] konsumiert und bin dann halt auch die Ausbildung bzw.
[36:17] Habe dann die Ausbildung dann auch angefangen, dann habe ich die Haft angetreten
[36:21] und währenddessen habe ich dann halt auch konsumiert und dann hat das mit dem
[36:25] Job dann nicht ganz so funktioniert und ich hatte dann irgendwann mal,
[36:29] hatte ich dann Geburtstag, auf dem Geburtstag hatte ich Freigang,
[36:33] bin mit ein paar Leuten los und feiern gewesen.
[36:36] Ich habe was getrunken gehabt. Die Polizei hat uns angehalten.
[36:39] Ich hatte nur einen so Freiausgangsschein gehabt und keinen Ausweis.
[36:44] Die wollten die Ausweise.
[36:45] Und dann stehe ich da so, ich habe keinen Ausweis, ich habe nur diesen Ausgangsschein.
[36:48] Ich gebe denen diese, okay, alles klar, du scheinst aber getrunken zu haben,
[36:52] trinken darfst du nicht bei so einem Ausgang. Zack, bin ich an meinem Geburtstag.
[36:57] Also an den Wochenenden vor meinem Geburtstag bin ich dann wach geworden am
[37:00] nächsten Morgen im geschlossenen Vollzug in Detmold.
[37:05] Ja, das heißt offener Vollzug ist für dich vorbei, logischerweise dann gescheitert.
[37:11] Ich würde gerne nochmal zwei Schritte zurück, du hast ja dann wieder angefangen
[37:14] zu konsumieren, schon bevor du in den Knast wieder gegangen bist.
[37:18] Du hattest doch so viele Träume in dieser Untersuchungshaft,
[37:21] du wolltest da raus. Also ist dir klar in dem Moment, wo du wieder anfängst
[37:24] zu konsumieren, dass du damit alles kaputt machst oder hast du so ein bisschen
[37:27] gedacht, ja komm, das bisschen wird schon nicht schaden? Das wird schon nicht
[37:31] schaden, das ist schon in Ordnung.
[37:33] Und die Träume, die ich damals dort hatte, die Intensität der Träume war viel
[37:41] geringer als die Gewohnheit, in der ich drin war.
[37:47] Dieses Muster, in dem ich drin war, das habe ich ja über Jahre eingeschliffen, eingefahren.
[37:54] Und dann diese Gier, dieses Wissen, okay, das tut ja so gut.
[37:59] Und dieses Gefühl, dass das so ein Fluchtmechanismus war, war mir doch zu dem
[38:07] damaligen Zeitpunkt, wie viel bewusst? Zero.
[38:10] Und ja, ich hatte da diese Idee, mein Leben zu verändern.
[38:14] Aber so, dass mich das richtig gezogen hat, ich habe es damals noch nicht gereilt gehabt.
[38:19] Hätte dir jemand von außen helfen
[38:22] können? Also zum Beispiel im offenen Vollzug, dich davon abzuhalten?
[38:26] Oder geht das nur, wenn man wirklich selber den Entschluss gefasst hat, was zu ändern?
[38:30] Fällt mir schwer, da jetzt irgendwie eine Antwort drauf zu finden,
[38:34] weil das ist eine Eventualität. und ich weiß, ich hatte niemanden,
[38:39] der mir dort geholfen hat. Ich weiß nicht, ob ich mir helfen lassen hätte.
[38:43] Das weiß ich nicht, also jetzt zu dem damaligen Zeitpunkt wahrscheinlich weniger.
[38:48] Also auch das Thema Arroganz, also so arrogant, wie ich dann auch teilweise
[38:52] durch die Gegend gelaufen bin, besserwisserisch, ich weiß, war ja auch so ein
[38:59] Charakteristiker, was ich dann entwickelt habe.
[39:02] So oder so, du bist jetzt eben nicht mehr im offenen Vollzug,
[39:06] du bist im geschlossenen Vollzug, aber das ist vielleicht das Gute,
[39:09] du bekommst dann im Knast eine Ausbildungsstelle, kannst dort deine Ausbildung
[39:13] zum Industriemechaniker weitermachen, die du ja schon mal angefangen hattest.
[39:17] Also ja, du bist da glaube ich ganz gut beschäftigt zu dem Zeitpunkt, oder?
[39:21] Und zwar war das bei mir dann tatsächlich so, dass ich dann erstmal Hagen ist
[39:26] dann so eine Stelle, bin ich dorthin, das ist wie so ein Auswahlverfahren und
[39:30] von dort aus schickt man dann die Leute dann irgendwo hin.
[39:33] Und ich habe halt alles dafür getan, dass ich die Ausbildung machen konnte und
[39:38] hatte aber auch dort in Hagen, war für mich ein sehr, sehr wichtiger Moment.
[39:43] Ich hatte ein Gespräch mit einem Psychologen und der Psychologe hat mir ein
[39:48] paar Fragen gestellt und nach diesem Gespräch, ich bin raus und ich hatte nur ein Gefühl und zwar,
[39:54] der Typ kann mir mit ein paar Fragen, kann er mich so verunsichern, das ist nicht normal.
[40:00] Das kann nicht sein, dass ich so fragil bin von ein paar Fragen von einem Menschen.
[40:06] Ich muss Psychologie lernen, um mich zu verteidigen, war mein Motto.
[40:12] Schade, also der Anfang war gut, aber dann bist du doch nochmal falsch abgebogen sozusagen.
[40:18] Aber ja, du hast dann glaube ich ganz, ganz viel gelesen, viel Bücher über Psychologie
[40:23] eigentlich mit der Idee, dich zu verteidigen, was ich irgendwie eine witzige Vorstellung finde.
[40:29] Aber jetzt so von dem, was du erzählst, du hast Ziele, du hast einen geregelten
[40:33] Tagesablauf, du machst da deine Ausbildung, du nimmst keine Drogen mehr,
[40:38] würdest du sagen, dass es dir zu dem Zeitpunkt in Haft besser geht als draußen? Ja.
[40:45] Zu dem damaligen Zeitpunkt ging es mir viel besser als draußen.
[40:50] Ich habe sehr viel an Gewicht verloren.
[40:54] Konsum war beiseite komplett und ich habe sehr viel Sport gemacht.
[41:00] Ich habe zwar Psychologie angefangen, aus einem Verteidigungsmechanismus zu
[41:04] lernen und habe währenddessen aber gemerkt, okay, das ist nicht einfach nur
[41:09] eine Verteidigung, das kann mein Lebensretter werden.
[41:12] Und habe dann intensivst mich mit mir angefangen auseinanderzusetzen und kam
[41:19] in so einem, ich hatte eine Phase, wo ich so klar war in meinem Kopf und so
[41:25] gut mit meinem Körper auch verbunden,
[41:27] dass ich auch angefangen habe, immens zu träumen.
[41:32] Also angefangen zu träumen und diese Träume wurden immer realer.
[41:36] Also die hatten auf einmal einen Sog entwickelt. Was sind deine Träume?
[41:41] Wo willst du hin zu dem Zeitpunkt?
[41:43] Zu dem damaligen Zeitpunkt war es so für mich, ich wollte die Welt sehen,
[41:46] weil ich habe nicht viel gesehen.
[41:50] Persönlich, also das war für mich dort, was ich dort gemerkt habe,
[41:53] ich wollte mich selber entwickeln und ich gemerkt habe, okay,
[41:56] da kann auch ein bisschen mehr aus mir werden.
[41:59] Ich wollte Sprachen lernen. Ich wollte Business studieren und das am liebsten
[42:05] international, damit ich dann die Welt sehen kann, Sprachen lernen kann.
[42:10] Ich habe den Traum dort entwickelt, dass ich sieben Sprachen,
[42:13] wenn ich dann irgendwann mal von diesem Planeten gehe, dass ich dann sieben Sprachen beherrsche.
[42:18] Aktuell sind es vier. Ich bin nur unterwegs unterwegs.
[42:22] Ja, aber das war dann so das, was ich so entdeckt habe.
[42:26] Ich wollte halt auch so irgendwie so mich verstehen, ich wollte die Menschen
[42:29] verstehen, ich wollte das Leben verstehen, Wirtschaft verstehen,
[42:31] ich wollte auf einmal viel entdecken.
[42:34] Ich finde, man hört so raus, dass du so einen Durst oder so einen Hunger auf
[42:37] das Leben hast in dieser Zeit. Immens, ja.
[42:41] Was du ja gar nicht vorher richtig
[42:43] geführt hast, weil du mit ganz anderen Baustellen beschäftigt warst.
[42:46] Du wirst dann im Januar 2007 nach zwei Drittel der Haftzeit wegen guter Führung vorzeitig entlassen.
[42:51] Bist also 25 Jahre alt. Du hast ja gerade schon ein bisschen gesagt,
[42:56] was so deine Träume sind, wo du hin willst.
[42:58] Als erstes möchtest du, glaube ich, dein Abitur machen. Wie stellst du das an?
[43:02] Ich bin dann rausgekommen und dadurch, dass ich die Ausbildung dort abgeschlossen
[43:07] habe, konnte ich auf dem zweiten Bildungsweg im Berufskolleg,
[43:11] Westfalenkolleg in Bielefeld,
[43:13] konnte ich das Abitur dann dort nachholen und bin dann arbeiten gegangen,
[43:19] bis ich dann anfangen konnte, bis ich dann den Platz bekommen habe,
[43:23] habe ich dann gearbeitet und dann 2008 habe ich dann gestartet mit dem Abi.
[43:29] Jetzt könnte da schon der Wendepunkt der Geschichte sein, dass jetzt alles gut wird.
[43:34] Du hast Träume, du bemühst dich, du hast einen guten Lebenswandel,
[43:37] aber ich glaube es sind dann die alten Freunde, die alten Kreise,
[43:40] in die du da wieder reinrutscht.
[43:44] Wie passiert das? Also zum einen, natürlich sind die alten Kreise mitunter. Das ist ein Aspekt.
[43:51] Der zweite Aspekt, ich bin da genauso dran beteiligt gewesen.
[43:56] Und die Lust auf den Kick hatte ich halt immer noch irgendwie.
[44:01] Ich hatte noch keinen Ersatz dafür.
[44:03] Ich hatte zu dem damaligen Zeitpunkt für diese Art von Zustände,
[44:08] wie ich es heute einfach so nenne, kein Ersatz. Ich habe es nicht geschafft.
[44:13] Ja, ich hatte diese Ideen, diese Träume und so weiter und so fort.
[44:15] Aber dann mein Alltag sah irgendwie anders aus.
[44:18] So, okay, irgendwie das hat mir gefehlt. Und meine Energie, okay,
[44:24] bin dann irgendwann mal, ach, mach mal nochmal.
[44:26] Und zack, zack, zack, war ich dann wieder mittendrin.
[44:29] Und mittendrin heißt, du konsumierst nicht nur, sondern du dealst auch wieder.
[44:32] Genau. Jetzt können wir uns wahrscheinlich alle denken, dass es nicht so lange gut geht.
[44:37] 2009, also zwei Jahre nach deiner Freilassung, wirst du wieder festgenommen.
[44:42] Wie fliegst du dieses Mal auf? Dieses Mal war das dann so, das war dann auf frischer Tat erwischt.
[44:48] Ich wollte ein paar Gramm Kokain kaufen und bin raus, habe diesen Menschen da getroffen.
[44:54] Und die Polizei kam, das war ein Zivilfahrzeug.
[45:01] Und hat uns beide dann mitgenommen. Wir wurden beide dann nach Bielefeld-Braquede dann gebracht.
[45:07] Und aufgrund von Tätertrennung, also
[45:10] er ist in einem Untersuchungshaushaft gelandet und ich in dem anderen.
[45:15] Ich bin aber im Haus, also im Hochsicherheitstrakt vom Hochsicherheitstrakt gelandet.
[45:21] Ah krass. Und das sind ja glaube ich nochmal ganz andere Schwergewichte,
[45:24] die da unterwegs sind, oder?
[45:26] Schwergewichte, Menschen, ja das sind ziemlich krasse Gestalten.
[45:31] Ziemlich krasse Menschen teilweise, die da auch mit drin sind.
[45:35] Und das nennt man in Bielefeld das halt. Also zum damaligen Zeitpunkt hat man
[45:39] das Haus für Terroristen auch dazu gesagt.
[45:41] Was erlebst du da? Gibt es da etwas, was dir besonders in Erinnerung bleibt?
[45:46] Also zum einen war das dort der Moment mit meiner Mutter. Das war dort,
[45:50] wo meine Mutter dort kam.
[45:52] Zum anderen musste ich miterleben.
[45:55] Drei Meter von mir entfernt, mithäftling. wie er einen Wärter mit einer selbstgebauten
[46:01] Waffe als Geisel genommen.
[46:03] Ich stand drei Meter davon entfernt und der so, Eddie, Eddie,
[46:06] schnapp dir den Schlüssel, lass uns abhauen.
[46:10] Okay, sorry, nicht mein Film. Ich bin dann so zurückgegangen und da kam ein
[46:15] zweiter Wärter, die haben diesen Typen bewältigen können.
[46:23] Und das Krasseste war für mich auch, ein paar Tage vorher hatte ich ein Gespräch mit ihm gehabt.
[46:28] Und das war ein Mensch, der war zehn Jahre rein, raus, rein, raus.
[46:32] Der hat von diesem Knast erzählt wie von seinem Zuhause. Also es war wirklich heftig.
[46:37] Und dann sehe ich diese Geiselnahme, dann dieser Moment mit meiner Mutter,
[46:43] Dann bin ich dann halt hoch in die Zelle. Ich wurde dann in die Zelle wieder
[46:47] gebracht, nach dem Moment mit meiner Mutter.
[46:50] Und auf dieser Zelle, das war eine Viermannzelle, da war noch ein Rumäne mit drin.
[46:55] Der war ein ganz lieber Typ. Der hat eigentlich, ich glaube gar nicht,
[46:58] dass er was Blödes gemacht hat. Den haben sie einfach dorthin verfrachtet.
[47:01] Und ich saß da drin, ich bin dort rein. Ich habe mich auf die Pritsche gelegt.
[47:05] Und ich war wirklich niedergeschlagen. Ich war Scham, Schuld,
[47:11] Wut, Frust, also ein Cocktail an Gefühlen an diesem Tag, in den Folgetagen,
[47:19] in den folgenden Wochen auch.
[47:22] Das war das Runterkommen, dieses Delirium, also wirklich das mit meiner Mutter,
[47:26] dann das mit diesem Traum.
[47:29] Ich hatte diesen Traum gehabt und jetzt bin ich hier gerade nochmal heftiger.
[47:33] Ich dachte mir, das kann doch nicht wahr sein. und du weißt doch genau,
[47:37] wie das war dort während der ersten Haft, was hast du denn da alles gemacht,
[47:41] okay, du hast Sport gemacht, Sport wieder angefangen zu machen,
[47:44] lesen, wieder, angefangen wieder zu lesen, was habe ich gelesen?
[47:48] Psychologie, wieder mich mit mir angefangen zu beschäftigen und ich habe mich dann.
[47:54] Und mit viel Hin und Her, dann auch aus diesem Haus für Terroristen,
[48:00] habe ich mich nach zwei Monaten verlegen lassen können.
[48:02] Also dass ich dann in die normale U-Haft gegangen bin, von dort aus noch mehr
[48:08] Möglichkeiten hatte, im Sinne von noch mehr Sport machen zu können.
[48:12] Ich würde gerne nochmal zurück auf den Moment mit deiner Mutter kommen.
[48:17] Ist es das erste Mal, dass sie zu Besuch kommt oder hat sie dich schon vorher
[48:21] im Knast besucht? Das war das erste Mal während der zweiten Haft jetzt.
[48:25] Und was würdest du sagen, was dieses Mal anders ist?
[48:29] Weil sie hat dich ja in der ersten Haft schon besucht, weil du ja gesagt hast,
[48:33] das hat so viel in dir ausgelöst.
[48:35] Also warum hat es dieses Mal so viel in dir ausgelöst?
[48:38] Weil ich das zweite Mal jetzt drin war, schon wieder.
[48:40] Das war dann so, damn, schon wieder. Damn, der ist jetzt wirklich verloren.
[48:44] Damn, er schafft es nicht. Hast du dich...
[48:47] Geschämt? Immens. Scham, Schuld, Wut, Selbsthass, eine Menge Hass gegenüber mich selber.
[48:56] Fünf Monate bleibst du dann da, kommst dann raus und um sozusagen zu verhindern,
[49:01] dass du wieder dieselben Fehler machst wie schon die Male vorher,
[49:05] ziehst du glaube ich zu deiner Oma, oder? Warum genau zu Oma?
[49:10] Meine Eltern sind in eine kleinere Wohnung gezogen. Die hatten keinen Platz
[49:13] mehr. Ich bin zu meiner Oma gezogen. Die hat genau nebenan gewohnt.
[49:17] Sie hatte noch ein Zimmer.
[49:18] Und dann war ich fünf Monate bei meiner Oma. Und wie wichtig ist dir diese Unterstützung der Familie?
[49:23] Weil man könnte ja jetzt auch sagen, dass die Familie sagt, weißt du was,
[49:26] du hast jetzt zweimal die Chance gehabt. Du hast es jedes Mal wieder verkackt.
[49:29] Lass uns in Ruhe. Aber so ist es ja nicht. Die lassen dich zurück und die unterstützen dich.
[49:34] Das muss ja schon echt sehr wichtig für dich gewesen sein, oder? Ja, definitiv.
[49:38] Definitiv und auch vor allem auch so dieser Aspekt. Meine Mutter hat mich dann
[49:42] auch während meiner ersten Haft besucht und auch dann auch während der zweiten
[49:45] Haft hat sie mich besucht.
[49:47] Sie hat mir halt auch immer gezeigt, dass sie da ist. Mein Vater,
[49:50] bevor ich das erste Mal festgenommen wurde, hat er schon mitbekommen,
[49:54] dass bei mir irgendwas läuft.
[49:56] Und er meinte zu mir, Eddie, weißt du was, wenn du Scheiße baust,
[50:00] siehst du zu, dass du selber rauskommst. Ich komme dich nicht besuchen.
[50:04] Das hat er fast durchhalten können.
[50:07] Einmal hat er mich dann doch besucht während meiner ersten Haft,
[50:10] aber als ich dann raus war, haben die mir dann trotzdem geholfen und das hat
[50:16] mir echt eine Menge bedeutet. Das kann ich mir vorstellen.
[50:19] Du gehst zurück nach Bielefeld, um dein Abi zu Ende zu machen und du warst ja
[50:24] schon mal in einer ähnlichen Situation, wo du dann rückfällig geworden bist
[50:27] vor dem zweiten Knastaufenthalt.
[50:30] Was machst du denn, damit dir das jetzt nicht nochmal passiert,
[50:33] dass du nicht nochmal stolperst? Also ich habe mich zu Hause weggesperrt, wortwörtlich.
[50:38] Wenn Freunde gekommen sind, sich gemeldet haben, ich habe aufgehört,
[50:42] teilweise auf Nachrichten von denen zu antworten.
[50:46] Wenn die bei mir zu Hause waren, habe ich ihnen gesagt, nein, ich komme nicht mit.
[50:49] Ach, Eddie, du Spielverderber, komm, lass doch feiern gehen.
[50:52] Nein, und da immer mehr,
[50:56] also mich abgegrenzt in diesem Moment,
[51:00] plus neben der Schule, ich habe so viel gelesen und habe mich fast ausschließlich
[51:05] mit positiver Psychologie, mit Persönlichkeitsentwicklung, mit irgendwie Dingen auseinandergesetzt,
[51:11] die für mich irgendwie gut waren.
[51:15] Und ja, ich habe dann dort meine Zuflucht, also in diesen Träumen,
[51:19] in diesen Hoffnungen, meine Zuflucht dort sozusagen aufgebaut.
[51:22] Aber so dieses Abgrenzen von den Freunden oder zu sagen, ich komme nicht mit,
[51:27] jedes Mal wieder zu sagen, jedes Mal wieder der Spielverderber zu sein, wie fühlt sich das an?
[51:32] Das war ätzend. Das war schmerzhaft. Und ich habe mich auch sehr häufig einsam
[51:38] gefühlt. Und der Schmerz der zweiten Haft, also das, was dort so alles ausgelöst
[51:42] worden ist, der war viel größer.
[51:44] Also das war ein Katalysator für mich. Dieser Schmerz war so präsent.
[51:48] Das war so präsent plus irgendwie so diese Hoffnung in mir, plus dieser Wille,
[51:53] mein Leben irgendwie zu verändern.
[51:55] Wenn ich, also dieser eine Typ zehn Jahre, rein, raus, rein,
[51:59] raus, rein, raus und nur so ein Leben, das war so für mich so,
[52:03] fuck, ey, wenn das dein Leben sein soll,
[52:07] Wozu der Schmarrn? Ernsthaft? Wozu? Das hat ja in mir gebrodelt.
[52:11] Und auch jetzt, heute ist es halt so, das ist für mich, ja, damals war es ein echt ätzender Moment.
[52:17] Also das war ein echtes Moment, das war ein Jahrzehnt, Philipp, zehn Jahre.
[52:22] Das hat so lange gedauert, auch mich dann dort rauszuarbeiten.
[52:26] Und gleichzeitig ist es jetzt auch so für mich so, ich kenne die Tiefen von
[52:30] mir. Ich weiß, wie tief ich also fallen kann.
[52:33] Jetzt will ich herausfinden, wie hoch ich steigen kann.
[52:36] Das ist ein schöner Gedanke. Du schaffst es, das Abi zu machen.
[52:41] International Business soll es werden
[52:43] und ich glaube, dafür ziehst du nach Wiesbaden, um das zu studieren.
[52:47] Warum denn ausgerechnet dieser Studiengang? Was spricht dich da so an,
[52:50] dass du das unbedingt machen willst? Bei mir war es international, also international.
[52:54] Ich konnte dort Sprachen lernen plus eventuell Auslandssemester und Business.
[52:59] Das hat alles irgendwie so vereint. So drei von vier Kriterien.
[53:03] Der vierte war mich persönlich entwickeln, konnte das ungefähr das abdecken
[53:07] und deswegen bin ich dann nach Wiesbaden. In Wiesbaden hatte ich eine Onkel
[53:12] und eine Tante, die dort gelebt haben.
[53:15] Und da hatte ich dann sozusagen erstmal irgendwo einen Einstieg sozialen Halt.
[53:20] Bei dem bin ich dann auch erstmal für ein Jahr bin ich dann untergekommen.
[53:25] In der Theorie klingt super, was du dir so vorgenommen hast.
[53:29] Aber macht dir das Studium denn auch so Spaß, wie du es dir vorher vorgestellt hast?
[53:33] Es war sehr theoretisch. Ich habe halt studiert, habe mir auch gute Noten eingeholt.
[53:39] Habe währenddessen auch die NLP-Ausbildung, also sprich diese Persönlichkeitsentwicklungsseminare,
[53:46] habe ich dann weiter Ausbildungen gemacht nebenher.
[53:49] Ich habe als Tutor gearbeitet zu dem damaligen Zeitpunkt für Buchhaltung und
[53:56] in einer studentischen Organisation, dann auch internationale studentischen
[54:00] Organisation, freiwillig tätig gewesen. Also ich war ziemlich gut erledigt.
[54:06] Und gleichzeitig war da irgendwas, ist da passiert, dass ich gemerkt habe,
[54:12] okay, ich bin zwar auf dem richtigen Weg, also scheinbar gehe ich den richtigen
[54:17] Weg, aber irgendwie hat sich das für mich gar nicht so angefühlt.
[54:21] Und es gab dann für mich, nachdem ich von meinem Onkel und von meiner Tante
[54:25] dann ausgezogen bin, bin ich in eine WG gezogen, die genau gegenüber von einem Jugendknast war.
[54:32] Ja, krass. Ich hatte halt einen Abend, da war das dann tatsächlich so,
[54:38] also meine Kommilitonen sind feiern gewesen.
[54:40] Ich bin nicht so häufig mit denen feiern gegangen, ganz einfach aus dem Grund,
[54:45] weil ich weiß, wenn ich dann losgehe, kann ich es wieder übertreiben,
[54:49] deswegen bleibe ich lieber zu Hause.
[54:51] Habe dann gelernt, es war am Freitagabend, ich laufe die Küche auf und ab, Bücher auf den Tischen.
[54:58] Ich mache mir Notizen, versuche dieses ganze Zeug so vor allem so aus dieser
[55:02] Persönlichkeitsentwicklungsgeschichte in mein Leben zu integrieren.
[55:06] Und gehe dann so ans Küchenfenster, mache das Küchenfenster auf,
[55:10] zünde mir die Zigarette an, schaue runter auf den Eingang von diesem Jugendknast.
[55:15] Ich sehe dann so diese Mauern, dann diesen Stacheldraht da drumherum,
[55:19] höre die Leute da drüben und zu dem Moment, wie so ein Vorschlaghammer, bam.
[55:25] Eddie, du bist gerade hier draußen und irgendwie fühlst du dich gerade gefangener als damals da drin.
[55:33] Was Eddie hier sagt, finde ich total spannend, weil es ganz deutlich macht,
[55:38] Freiheit ist kein objektiv erkennbarer Zustand, sondern vielleicht eher ein
[55:42] Gefühl, auf jeden Fall aber etwas, das für jeden anders aussehen kann.
[55:47] Freiheit kennen wir als zentrales Grund- und Menschenrecht in Demokratien,
[55:52] zum Beispiel Gedanken-, Meinungs- oder Handlungsfreiheit.
[55:56] Und es steht sogar in Artikel 1 der Menschenrechtskonvention,
[56:00] alle Menschen sind von Geburt an frei und gleich.
[56:04] Die Freiheit des Einzelnen hört jedoch in einer Demokratie dort auf,
[56:08] wo die Rechte anderer verletzt werden und dann kann die Freiheit auch eingeschränkt
[56:13] werden, zum Beispiel durch eine Gefängnisstrafe.
[56:17] Im Kern meint der Begriff Freiheit die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen verschiedenen
[56:21] Optionen zu wählen und das eigene Leben selbstbestimmt gestalten zu können.
[56:26] In der Philosophie gibt es einige Ansätze, die den Aspekt des Zwangs dabei ganz nach vorne stellen.
[56:33] Demnach kann man nicht frei sein, wenn man von Zwängen bestimmt wird,
[56:37] die man selbst nicht kontrollieren kann.
[56:39] Und solche Zwänge müssen ja nicht unbedingt von außen kommen,
[56:42] sondern können auch im Inneren herrschen.
[56:45] So fühlt ein Eddie sich dann gefangen in seinem Leben als Businessstudent,
[56:50] obwohl er von außen betrachtet frei wird.
[56:53] Ich glaube, ich werde darüber noch ein bisschen länger nachdenken und vielleicht
[56:57] lohnt es sich ja auch für euch, sich mal im Leben zu fragen,
[57:00] wie frei fühle ich mich gerade eigentlich?
[57:04] Für Eddie war die Erkenntnis damals schockiert. Musik.
[57:10] Und das Gefühl und ich war so schockiert und dann war ich so,
[57:14] okay, auf gar keinen Fall, dem gebe ich jetzt keinen Raum. Ich habe das weggedrückt.
[57:18] Ich habe das Gefühl genommen, versucht irgendwo wegzupacken, soweit ich konnte.
[57:25] Aber wegdrücken funktioniert halt nicht. vor allem nicht, also ich habe mich
[57:29] sehr viel mit mir, mit mir selbst auseinandergesetzt.
[57:31] Ich habe mir angefangen, die größeren Fragen des Lebens zu stellen. Wer bin ich?
[57:36] Worum geht es mir wirklich im Leben? Wozu bin ich hier?
[57:40] Mit meiner Vergangenheit auch schon mal angefangen, Dinge aufzuräumen.
[57:43] Mit meinem Vater, mit meiner Mutter und so weiter und so fort.
[57:47] Und ja, da geht das halt nicht, die Gefühle dann irgendwann mal wegzudrängen.
[57:50] Und das hat mich dann eingeholt. Ich habe die erste Depression gefahren.
[57:54] Sechs Wochen im Bett gelegen.
[57:57] Teilweise auch suizidale Gedanken gehabt, mich irgendwie wieder rausgearbeitet
[58:01] das zweite Mal und nach dem dritten Mal habe ich mir gesagt,
[58:04] irgendwas läuft hier grundlegend falsch.
[58:07] Ich finde das total interessant, weil du sagst, du hast dich so viel mit dir
[58:10] selbst auseinander gesetzt und du spürst ja zu dem Zeitpunkt schon längst,
[58:14] dass dieses Studium das nicht ist für dich. Du hast ja diese Erkenntnis schon.
[58:19] Warum schaffst du es nicht zu sagen, okay, war eine Scheißidee,
[58:23] das lassen wir jetzt mal bleiben mit dem Studium?
[58:25] Weil du bist ja total selbstreflektiert. Ich wusste nicht, wohin weiter.
[58:28] Plus, ich habe halt auch Kredite aufgenommen für das Studium.
[58:32] Plus, das war dann so, okay, mir dann auch selbst einzugestehen,
[58:35] shit, das ist der falsche Weg.
[58:37] So, okay, da fängt der wieder schon was an und bricht es wieder ab.
[58:43] Es war dann so, jetzt im Nachgang kann ich darüber so reden,
[58:46] aber währenddessen war es so für mich so, ich habe das weggedrückt.
[58:51] Also meine Wahrheit kam hoch und die Wahrheit konnte ich mir zu dem damaligen
[58:57] Zeitpunkt nicht vernünftig anschauen.
[58:59] Und dann hatte ich dann halt diese Depressionen, diese Krisen damals.
[59:01] Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Botschaft für alle, die das da draußen hören.
[59:06] Jeder von uns hat diese Wahrheiten und die sind eigentlich schon in uns drin
[59:09] und es bringt langfristig nichts, die wegzudrücken, weil du wirst immer,
[59:14] das weiß ich aus eigener Erfahrung, es wird dich immer einholen.
[59:18] Du hast gerade gesagt, du hast Schulden, darf ich fragen, wie hoch die Schulden
[59:22] sind zu dem Zeitpunkt? Zu dem damaligen Zeitpunkt waren das um die 30.000 Euro.
[59:28] KfW-Kredite, BAföG-Kredite und das war dann für das Studium und mein Gedanke
[59:37] war dann so, ja okay, wenn ich jetzt weggehe hier aus diesem Studium,
[59:41] wie spiele ich das wieder ein?
[59:43] Klar, das ist ein ganz logischer Gedanke, aber du hast ja trotzdem es dann irgendwann
[59:47] geschafft, die Reißleine zu ziehen und eine Pause zu machen.
[59:52] Was machst du in dieser Pause? Ich war dann dort das zweite Mal auf dem Jakobsweg unterwegs.
[1:00:00] Da habe ich meinen Bruder Rudi angerufen, der mich zum ersten Mal darauf inspiriert
[1:00:05] hat und habe ihm gesagt, ich muss jetzt raus, das geht wirklich nicht mehr.
[1:00:10] Also psychisch irgendwas passt da ganz und gar nicht und ich kriege das hier gerade nicht gelöst.
[1:00:14] Und ich gehe reisen, ich wollte nach Zentralamerika gehen und irgendwie so im
[1:00:19] Gespräch sag ich ihm so ey,
[1:00:24] aber wenn du auf den Jakobsweg gehen würdest mit mir, dann mein Lieber,
[1:00:30] dann würde ich mit dir zuerst auf den Jakobsweg gehen und danach nach Zentralamerika.
[1:00:37] Ein paar Tage später, ich habe den so entfacht, ein paar Tage später ruft er
[1:00:41] mich an und sagt, Eddie, ich habe meinen Job gekündigt, der ging mir eh tierisch auf die Nerven.
[1:00:46] Wow, dann seid ihr zusammen den Jakobsweg gegangen, was ich eine total schöne Geschichte finde.
[1:00:51] Bist du denn, fällt mir jetzt gerade ein, bist du denn gläubig oder ist es eher
[1:00:55] das Gehen, was da was mit einem macht?
[1:00:59] Also zu dem damaligen Zeitpunkt war ich nicht gläubig, also jetzt nicht so im
[1:01:04] Sinne von ich glaube an Gott und so weiter und so fort.
[1:01:06] Aufgrund von meiner Historie und Herkunft war das für mich eher immer so,
[1:01:10] okay, das hat sehr viel mit Angst und sehr viel mit Angstgeschüre zu tun.
[1:01:16] Für mich war es einfach beim ersten Mal ein Abenteuer und einfach nur mal gucken,
[1:01:20] ich habe da wirklich keine tiefgreifenden Gedanken zu gehabt.
[1:01:24] Beim zweiten Mal war es dann eher schon so, wow, ein bisschen tiefer mehr mit
[1:01:28] mir auseinanderzusetzen aufgrund der Depression und so weiter und so fort im Vorfeld.
[1:01:34] Und ja, seitdem bin ich den ja jetzt mittlerweile schon zehnmal,
[1:01:38] jetzt war ich nur zehnmal unterwegs und ja, jeder Jakobsweg hat für mich eine
[1:01:42] andere, einfach eine neue Geschichte im Hintergrund. Krass.
[1:01:49] Das Tolle ist ja, wenn du ins Ausland gehst oder sowas wie den Jakobweg machst,
[1:01:53] du lernst ja Leute kennen, die dich noch gar nicht kennen, die nichts von dir wissen.
[1:01:57] Du kannst, also theoretisch kannst du ein ganz neuer Eddie sein.
[1:02:00] Erzählst du den Leuten, denen du da begegnest von deiner Geschichte oder machst
[1:02:04] du aus dir einen neuen Eddie, einen besseren Eddie vielleicht?
[1:02:07] Ich habe einen Eddie gespielt, der irgendwie mal eine Maske getragen hat.
[1:02:13] Seit meiner zweiten Haft, seit der zweiten Entlassung und bis vor kurzem,
[1:02:18] bis wirklich vor kurzem, habe ich eine Menge Menschen kennenlernen dürfen aufgrund der Seminare,
[1:02:24] aufgrund der Art und Weise, wie ich generell beschaffen bin,
[1:02:26] Aufgrund der Jobs, die ich auch im Nachgang gemacht habe.
[1:02:30] Durfte ich echt eine Menge Menschen kennenlernen und nur ein ganz,
[1:02:33] ganz geringer Teil der Menschen,
[1:02:36] Habe ich die Geschichte erzählt. Nur sehr, sehr wenigen Leuten.
[1:02:40] Ich hatte Angst vor der Reaktion. Ich hatte Angst vor Ablehnung.
[1:02:44] Ich hatte Angst, die Kontrolle zu verlieren.
[1:02:47] Und habe mehr, ist das mal so, eine Maske, also diesen Teil verdrängt,
[1:02:53] nicht verdrängt, aber versteckt.
[1:02:54] Und dementsprechend habe ich mich in mir auch nie so richtig angekommen gefühlt,
[1:03:00] also richtig wohl gefühlt.
[1:03:01] Ja klar, weil der Teil ist natürlich nicht der schönste Teil deines Lebens.
[1:03:05] Aber er hat dich auch zu dem gemacht, was du jetzt heute bist.
[1:03:07] Also deswegen finde ich das auch so wahnsinnig mutig, dass du mir und uns das heute erzählst.
[1:03:12] Du bist knapp ein Jahr unterwegs, also machst eine Pause vom Studium,
[1:03:16] gehst dann aber doch zurück nach Wiesbaden.
[1:03:19] Hat sich dann in der Zwischenzeit was geändert im Studium für dich?
[1:03:24] Ich dachte, ich komme jetzt zurück und ich mache das jetzt zu Ende.
[1:03:29] Ich bringe das zu Ende. Du hast es angefangen, du musst es zu Ende bringen.
[1:03:33] Da sind die Schulden, da ist, komm, mach das fertig.
[1:03:36] Und ich bin dann wiedergekommen. Ich bin dann erstmal für drei Monate bei meinen Eltern gewesen.
[1:03:43] Dort in der Gegend habe ich dann noch ein bisschen gearbeitet,
[1:03:46] noch ein paar Euro dazu verdient und dann zurück nach Wiesbaden und hatte Gespräche mit Professoren.
[1:03:55] Vorbereitung auf die Klausuren, habe die Gespräche geführt, bin dann in den
[1:04:00] Pausenhof, habe eine alte Kommilitonin getroffen und in dem Pausenhof habe ich
[1:04:04] dann so gestanden, habe mich umgeschaut,
[1:04:07] habe das Gespräch mit ihr wahrgenommen, so hingehört und dann auch so hingehört,
[1:04:12] worüber die anderen dort geredet haben, so die Energie dort wahrgenommen.
[1:04:15] Und in mir war es so, innerlich hat sich mein Bauch einmal so umgedreht,
[1:04:19] so plump und da war so im Kopf, der Drops ist gelutscht, Eddie,
[1:04:23] das Ding hier ist durch, du kannst hier nicht weitermachen, Punkt.
[1:04:27] Ich habe gerade eine Wohnung angemietet, ich habe gerade die Klausuren vorbereitet,
[1:04:31] ich bin von diesem Gespräch da weg, zu Fuß bin ich nach Hause gegangen,
[1:04:36] habe mich ins Studentenwohnheim in mein Zimmer, Jalousie runtergefahren,
[1:04:41] Baby Posture, Also wirklich wie so ein kleines Baby auf mein Bett geschmissen
[1:04:46] und da gelegen und war so, fuck, ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich habe keine Ahnung.
[1:04:51] Ich habe mir fast die, also ich war so, mir war so unwohl, ich habe mir fast
[1:04:55] die Haut vom Rücken gekratzt. Nach langem Hin und Her brichst du dann schließlich dein Studium ab.
[1:05:00] Das ist ja auch krass, zum einen diese Schulden, deine ganze Lebensträume musst
[1:05:04] du jetzt irgendwie beiseite schieben, also alles, was du dir vorgestellt hast,
[1:05:08] wer du sein willst, ist jetzt schon wieder zerbrochen.
[1:05:12] Was machst du jetzt? Du bist Ex-Häftling, du hast ein abgebrochenes Studium,
[1:05:16] also was machst du jetzt aus deinem Leben?
[1:05:19] Ich habe von einem Kumpel mitbekommen, dass die gerade Leute suchten in München.
[1:05:25] Das war ein Subunternehmen von Audi. Die haben so Fahrevents organisiert.
[1:05:31] Da haben sie die Vertriebler von Audi eingeladen, wenn ein neues Fahrzeug gelauncht wurde.
[1:05:37] Dann wurden Vertriebler weltweit darauf geschult. und da haben die halt so Leute,
[1:05:44] immer Leute irgendwie gebraucht.
[1:05:45] Und ich habe da angerufen und meinte so, hey Jigo, habe gehört, ihr sucht dort Leute.
[1:05:49] Und er so, ja, jetzt ab August, das war gerade ein paar Wochen später,
[1:05:54] da fängt ein neues Training an.
[1:05:56] Wenn du Bock hast, kannst du starten, den Job organisiere ich dir.
[1:05:59] Ich habe die Klausuren, auf die ich mich vorbereitet habe, habe ich geschrieben.
[1:06:04] Einfach nur mal, um zu gucken, ob ich da nicht abhaue, habe die Klausuren geschrieben,
[1:06:08] mit einem Zweierschnitt bestanden. Bin dann nach München, habe angefangen Autos zu putzen.
[1:06:13] Vom großen International Business Traum zum Autoputzer.
[1:06:18] Ich glaube, viele würden das als Rückschritt empfinden. So von groß zu in Anführungsstrichen klein.
[1:06:25] Wie hat es sich für dich angefühlt? Für mich war es irgendwie,
[1:06:28] das war eine Befreiung irgendwie.
[1:06:31] Ich hatte dort Raum, um mich neu zu sortieren.
[1:06:36] Und das Coole war, ich habe dort insgesamt knapp über zweieinhalb Jahre war ich dort insgesamt.
[1:06:43] Und dadurch, dass es eventbasiert war, war es für mich so, dass ich vier Monate
[1:06:49] voll gearbeitet habe und dann meistens irgendwie so zwei, vier,
[1:06:53] sechs, acht Wochen teilweise Pause dazwischen hatte.
[1:06:57] Und in der Zeit, wo ich dann dort gearbeitet habe, war das Hotel gestellt,
[1:07:01] war das Fahrzeug gestellt, war das Essen gestellt plus es wurde ganz gut bezahlt.
[1:07:06] Und in der Zeit, wo ich dann nicht gearbeitet habe, habe ich meinen Rucksack
[1:07:09] geschnappt und bin Pilger gewesen.
[1:07:11] Ja, habe dann aber weiter geträumt, was ich mir dann dort, ich sage mal so,
[1:07:16] was ich im Bau gelernt habe, war das Träumen.
[1:07:19] Ich habe dann wieder angefangen, nach vorne zu denken, wieder zu gucken,
[1:07:22] okay, was will ich dann machen?
[1:07:23] Und dann habe ich mir irgendwo mal vorgestellt von dort aus,
[1:07:26] ich werde Unternehmer coachen.
[1:07:28] Du sitzt heute vor mir als Papa von inzwischen, glaube ich, zwei Kinder,
[1:07:33] sind es schon zwei? Nein, das zweite Kind, mein Sohn, der kommt jetzt, also Stichtag ist 7.
[1:07:40] Juni, also jetzt im Pate, also wirklich 20 Tage oder so.
[1:07:44] Ich drücke die Daumen und ich finde, du strahlst so ein Glück aus irgendwie,
[1:07:52] das kommt bei dir aus jeder Pore raus, du lachst viel, du strahlst mit den Augen,
[1:07:57] gleichzeitig habe ich das Gefühl, du bist auch mit dir im Reinen.
[1:08:00] Wie hast du das geschafft? Zum einen, ich habe für mich irgendwann mal begriffen
[1:08:07] und beziehungsweise auch entschieden, dass dieses Leben...
[1:08:13] Das größte Geschenk, was ich bekommen habe, ist dieses Leben und wie ich dieses
[1:08:18] Leben erleben und gestalten darf.
[1:08:21] Das ist für mich eine der größten Erkenntnisse, dass ich das gestalten darf.
[1:08:26] Weil wenn ich mir mal anschaue, wie ich damals unterwegs war,
[1:08:29] da war ich sehr zerstörerisch unterwegs.
[1:08:31] Heute gestalte ich in eine andere Richtung und ich bin der absoluten Überzeugung,
[1:08:36] dass wir Menschen im Grunde, also des Pudelskerns, worum geht es beim Menschsein?
[1:08:42] Jeder will ein bisschen Gesundheit haben. Jeder will glücklich sein.
[1:08:48] Und jeder will eine gewisse Form von Erfüllung in Form von, ich habe alles im
[1:08:53] Außen und mir geht es innerlich, kann ich das auch genießen.
[1:08:58] Und wenn ich da drauf meinen Gestaltungsdrang, da drauf fokussiere,
[1:09:04] auf diese drei Aspekte, dann ist das eine Aufwärtsspirale.
[1:09:07] Wie damals mit den Drogen die Abwärtsspirale, ist das eine Aufwärtsspirale, die ich bauen darf.
[1:09:15] Und was ich für mich auch irgendwann mal begriffen habe, die wichtigste Fähigkeit,
[1:09:21] die wir Menschen haben, aus meiner Perspektive, ist zu lernen,
[1:09:27] mit der eigenen Psyche umzugehen.
[1:09:29] Das ist ein Werkzeug, das ist ein immens wichtiges Werkzeug aus meiner Perspektive.
[1:09:35] Das ist das eine. Und zum anderen auch, ich sage es mal so, sich den wesentlichen
[1:09:40] Fragen des Lebens zu stellen. Und für mich sind es drei Fragen.
[1:09:44] Wer bin ich im Kern, jenseits von all dem, was ich dann nach draußen tue oder
[1:09:49] mache oder wie auch immer? Wer bin ich als Mensch im Kern?
[1:09:53] Worum geht es mir wirklich im Leben?
[1:09:57] Und wozu bin ich hier? Und um diese drei Fragen irgendwie beantworten zu können,
[1:10:03] muss ich meine Vergangenheit aufmachen, um zu gucken, woher komme ich,
[1:10:07] was habe ich dort mitbekommen,
[1:10:09] wo habe ich Lernerfahrung gemacht, wo bin ich voll gegen die Wand gefahren,
[1:10:13] wo bin ich abgefuckt, wo habe ich die falschen Richtungen genommen und so weiter
[1:10:18] und so fort und damit innerlich rein zu werden.
[1:10:23] Ich glaube, da machen wir jetzt ein Riesenthema auf, aber es ist ein wichtiges
[1:10:26] Thema und ich finde das ganz toll, weil ich glaube, dass diese Gedanken,
[1:10:29] die du da bei Leuten anstößt, auch viel bewirken können.
[1:10:32] Also Wahnsinn, wie lieb das jetzt hier gerade an der Stelle ist.
[1:10:37] Ja, aber das ist wichtig und gehört ja auch dazu. Mich würde interessieren,
[1:10:41] wie sieht denn dein Alltag heute aus?
[1:10:43] Also so ein Tag in Addys Leben.
[1:10:46] So ein Tag in meinem Leben, also das Erste, was ich mache, wenn ich aufstehe,
[1:10:52] ist die Zeit mit meiner kleinen Tochter verbringen, dass ich mich morgens immer um sie kümmere.
[1:10:57] Dann sehe ich meine Partnerin auch, also das sind so die ersten beiden Menschen,
[1:11:02] mit denen ich meine Zeit am Anfang verbringe.
[1:11:05] Dann entweder bringe ich unsere Tochter dann in die Kita oder unser Au-pair
[1:11:10] bringt unsere Tochter in die Kita.
[1:11:11] Danach gehe ich als erstes, was ich mache, ist so für mich ist ein elementarer
[1:11:16] Aspekt, dass ich 30 Minuten, 40 Minuten mich dehne, meditiere,
[1:11:22] irgendwas so für mich erstmal mache, dann starte ich in die Arbeit rein,
[1:11:26] mittags gehe ich, mache ich eine Runde, also meinen Hofgang,
[1:11:32] den ich heutzutage jetzt gerade im Altona Volkspark machen darf,
[1:11:36] was sehr geil ist, so in der Nähe der Barclays Arena.
[1:11:40] Danach komme ich wieder, arbeite, coache oder erarbeite halt irgendwie Dinge.
[1:11:45] Am Abend verbringe ich dann gerne Zeit mit meinen beiden Mädels.
[1:11:50] Oder mit Freunden und gehe gerne in die Sauna.
[1:11:54] An Wochenenden sieht man mich meistens irgendwie auf irgendwelchen Seminaren
[1:11:58] unterwegs, weil das irgendwie so mein Leben ist.
[1:12:00] Ich habe da sehr viel Freude dran und so sehe ich halt zu, dass ich aktuell
[1:12:06] meinen Tagesablauf so gestalte, dass ich so viele Dinge wie möglich da rein tue,
[1:12:13] dass es mir bestmöglich geht. Also ich kümmere mich um mich.
[1:12:17] Und ich muss das auch so ganz klar sagen, ich habe das eine sehr lange Zeit
[1:12:23] auch so für mich gehabt, dass ich, der wichtigste Fokus im Tag ist,
[1:12:28] dass ich mindestens eine Stunde Zeit für mich habe.
[1:12:31] Dass ich mich um mich kümmere, dass ich mich auflade, dass ich irgendwie mich
[1:12:37] in einen guten Zustand bringe, damit ich dann für meine Liebsten da sein kann, meine Familie.
[1:12:42] Und damit ich dann mit der bestmöglichen Energie dann auch für die Menschen,
[1:12:46] mit denen ich zusammenarbeiten darf, auch da sein kann.
[1:12:49] Wichtige Frage, ich kann mir die Antwort schon denken, konsumierst du heute
[1:12:53] noch irgendwas? Kaffee.
[1:12:56] Okay, da bin ich bei dir. Gelegentlich trinke ich auch mal ein paar Bier.
[1:13:01] Also keine Drogen, keine Zigaretten? Keine Zigaretten. Krass.
[1:13:06] Gefängnis, haben wir ja schon ganz viel drüber gesprochen, Resozialisierung
[1:13:10] ist immer so ein großes Thema in Deutschland.
[1:13:12] Würdest du sagen, das Gefängnis hat zu deiner Resozialisierung beigetragen,
[1:13:17] weil das wünschen wir uns ja alle, dass die Menschen, die ins Gefängnis kommen,
[1:13:20] dort auf ihr Leben danach vorbereitet werden? Also wir müssen jetzt nicht die
[1:13:24] große gesellschaftliche Frage aufmachen, sondern auf dich bezogen.
[1:13:27] Also hat das bei dir funktioniert? Die zweite Haft hat mir einfach nur gezeigt,
[1:13:32] wie schlimm es sein kann, wie ich mein Leben noch heftiger gegen die Wand fahren kann.
[1:13:36] Der Support, währenddessen, ich würde Dinge anders ein bisschen machen.
[1:13:42] Ich würde andere Dinge, wenn ich meinen Fokus dahin shiften würde, um dort was zu bewegen,
[1:13:51] würde ich eher in Richtung Selbstermächtigung und die Nutzung der Zeit während der Haft in Richtung,
[1:14:00] wie gehe ich mit der Psyche um? Musik.
[1:14:04] Dass es bei uns und in den meisten anderen Ländern Gefängnisse gibt,
[1:14:07] hat im Prinzip drei Gründe.
[1:14:09] Zuerst ist da der Schutz der Allgemeinheit, also da ist jemand,
[1:14:13] der für andere Menschen gefährlich werden könnte, also wird er vorsichtshalber
[1:14:16] eingesperrt, um andere vor ihm zu schützen.
[1:14:19] Als zweites geht es aber natürlich auch um die Vergeltung von begangenem Unrecht
[1:14:24] und das dritte und bei uns in Deutschland zentrale Ziel ist eben die Resozialisierung.
[1:14:30] Resozialisierung bedeutet, straffällig gewordene Menschen wieder in die Gesellschaft
[1:14:34] einzugliedern, ohne dass sie weitere Straftaten begehen.
[1:14:38] Und sie ist auch nicht nur das Ziel einer Haftstrafe, sondern auch ein Grundrecht von Gefangenen.
[1:14:45] Das kann man denen also nicht wegnehmen.
[1:14:47] Deshalb gibt es in deutschen Gefängnissen Bildungsangebote, Therapien,
[1:14:51] Sozialarbeit und Unterstützung bei beruflichen Qualifizierungen.
[1:14:54] Aus psychologischer Sicht spielt dabei vor allem die Frage eine Rolle,
[1:14:59] warum Menschen überhaupt straffällig werden und damit beschäftige ich mich auch
[1:15:03] ganz häufig bei meinem anderen Podcast Verbrechen von nebenan.
[1:15:06] Also häufig hängen Kriminalität, soziale Ausgrenzung, Sucht,
[1:15:11] traumatische Erfahrungen oder fehlende Zukunftsperspektiven eng zusammen.
[1:15:16] Also es geht, ich sage das immer wieder, nicht um Verständnis für Straftäter,
[1:15:21] sondern um das Verstehen, wie solche Straftaten überhaupt entstehen können.
[1:15:25] Resozialisierung soll daher nicht nur das Verhalten bestrafen,
[1:15:29] sondern an den Ursachen ansetzen.
[1:15:32] Gleichzeitig wird aber von vielen Seiten hinterfragt, ob ein Gefängnis überhaupt
[1:15:36] ein Ort sein kann, an dem positive Verhaltensveränderungen entstehen.
[1:15:41] Und auch bei Eddie hat es im ersten Anlauf nicht funktioniert.
[1:15:46] Gefangene leben in einem Umfeld, das fast ausschließlich durch andere Gefangene geprägt ist.
[1:15:50] Nach der Entlassung kommen häufig soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung hinzu.
[1:15:55] Es sei denn, sie kehren in ihr altes, kriminelles Umfeld zurück und das sollte
[1:15:59] man ja eigentlich auch vermeiden. Wie erfolgreich Resozialisierung ist,
[1:16:04] kann man anhand von Rückfallquoten messen.
[1:16:06] In Deutschland wird die Rückfallquote je nach Studie auf 34 bis 50 Prozent geschätzt.
[1:16:13] Also 34 bis 50 Prozent der ehemaligen Häftlinge werden in den ersten drei Jahren
[1:16:18] nach ihrer Entlassung wieder straffällig.
[1:16:21] Im internationalen Vergleich stehen wir damit weder besonders gut noch besonders
[1:16:26] schlecht da, also eher Mittelfeld.
[1:16:28] In den USA zum Beispiel ist die Quote höher, vermutlich weil die Haftstrafen
[1:16:32] dort länger und repressiver sind und weniger Fokus auf Therapie gelegt wird.
[1:16:37] In Skandinavien dagegen sind die Quoten teils viel niedriger.
[1:16:43] Norwegen zum Beispiel gilt als Vorbild, weil die Rückfallquote dort unter 20 Prozent liegt.
[1:16:48] Das Erfolgsrezept von dort könnte das sogenannte Normalitätsprinzip sein.
[1:16:54] In Norwegen versucht man nämlich, das Leben im Gefängnis dem Leben außerhalb
[1:16:58] möglichst nahe kommen zu lassen.
[1:17:00] Ist aber natürlich auch wesentlich teurer für den Staat, so ehrlich muss man
[1:17:04] auch sein. Man merkt also schnell, Resozialisierung ist gar nicht so easy zu
[1:17:09] erreichen und hängt auch viel damit zusammen, wie die Zeit im Gefängnis gestaltet wird.
[1:17:17] Also bei dir hat es ja definitiv geholfen, aber du hast es dir auch mehr oder
[1:17:20] weniger selber beigebracht.
[1:17:22] Wie ist dein Verhältnis heute zu deinen Eltern? Weil du hast es ja,
[1:17:27] also ein paar Sachen haben wir ja schon gesprochen, gerade was deinen Vater angeht.
[1:17:30] Nimmst du denen das noch übel, was da in deiner Kindheit passiert ist?
[1:17:33] Also mit meiner Mutter habe ich ein sehr gutes Verhältnis mit meinem Vater.
[1:17:39] Mein Vater durfte ich letztes Jahr begraben.
[1:17:43] Der ist gestorben letztes Jahr und vor seinem Tod waren wir,
[1:17:49] also 2010 herum konnten wir nicht in einem Raum zusammensitzen,
[1:17:53] ohne dass es explodiert ist.
[1:17:55] Vor seinem Tod haben wir zwei Freunde am Tisch gesessen.
[1:18:01] Nachdem er gestorben ist, bin ich letztes Jahr, das war bis dato noch mein letzter
[1:18:06] Jakobsweg, bin ich für ihn den Jakobsweg gegangen.
[1:18:10] Ich habe mir das immer gewünscht, dass er mal mit mir mitkommt.
[1:18:13] Er hatte Angst, er ist den Weg nicht mitgekommen und ich bin dann diesen Weg gegangen.
[1:18:20] Für mich und für ihn gegangen und ich sage es mal so, habe alles Mögliche,
[1:18:24] was da noch an Schmarrn noch irgendwie in mir war, aus mir geholt und schaue
[1:18:29] einfach auf die Art und Weise zurück, so wie er es verdient.
[1:18:32] Er hat sein Bestes gegeben, mit 16 Vater zu werden, fünf Kinder großzuziehen,
[1:18:38] in ein neues Land zu gehen.
[1:18:40] Das ist so, ich bin ihm überaus dankbar und wie du merkst, er hat sein Bestes
[1:18:47] gegeben auf seine Art und Weise.
[1:18:48] Es war nicht immer die beste Art und Weise, aber ich weiß das jetzt ganz genau
[1:18:54] und denke mir so, wenn es dann so weit ist, dass ich dann von diesem Planeten gehe,
[1:19:02] dann treffe ich ihn in einem anderen State.
[1:19:06] Das ist dann mein Gedanke dazu. Das ist aber wie schön, dass du diesen Frieden
[1:19:11] machen konntest, auch mit ihm.
[1:19:13] Was würdest du sagen, war das Schlimmste, was du in deiner Verbrecherlaufbahn
[1:19:19] gemacht hast, wenn man das so sagen kann?
[1:19:22] Also Philipp, ich war damals, ohne es zu wissen, war ich maßgeblich daran beteiligt,
[1:19:30] dass mehrere tausend Menschen sich vernebelt, zerstört und abhängig gemacht haben.
[1:19:36] Ich war maßgeblich daran beteiligt und das war das Schlimmste für mich daran,
[1:19:40] ein Teil dessen gewesen zu sein, nicht nur, dass ich mich beteilte.
[1:19:45] Kaputt gemacht hatte, sondern auch, dass ich eine maßgebliche Rolle dort gespielt
[1:19:50] habe und das ist halt auch so, ich sag mal so, heute die Arbeit,
[1:19:54] die ich heute mache, was mache ich mit Menschen, ich bringe sie in die Klarheit.
[1:19:59] In die, ich sag mal so, in die eigene Freiheit, in die Selbstbestimmung,
[1:20:03] in ein erfülltes Leben, wo sie gestalterisch sein können und das ist halt echt
[1:20:07] interessant und das ist jetzt so meine Aufgabe.
[1:20:09] Du hast ja so viel erlebt in diesem Leben, so viele Einschränkungen in deiner
[1:20:15] Freiheit, sowohl durch Drogen als auch durch die Haft.
[1:20:20] Was würdest du sagen, also Sicht heute, was ist Freiheit für dich?
[1:20:25] Für mich ist die allergrößte Form der Freiheit, da draußen passiert das Leben.
[1:20:30] Wenn ich mich jetzt draußen bewege, ich kann nie kontrollieren,
[1:20:34] was dort im Außen passiert.
[1:20:35] Ich kann auch nicht kontrollieren, wie mein Gehirn darauf reagiert.
[1:20:41] Wenn da jetzt ein Vogel langfliegt, weiß der Geier, was dort alles an meinen
[1:20:45] Gedanken, an meinem Kopf, da drumspringt.
[1:20:48] Das kann ich nicht kontrollieren. Aber ich kann zu einem großen Maße lernen,
[1:20:53] wie ich darauf reagiere, beziehungsweise wie ich agiere.
[1:20:59] Und das ist für mich die größte Form der Freiheit. Die Freiheit,
[1:21:02] ich selbst sein zu können.
[1:21:04] Wir sind schon am Ende dieses Gesprächs angelangt, was für mich wahnsinnig spannend
[1:21:08] ist. Ich habe so viele Sachen mitgenommen.
[1:21:11] Also in meinem Kopf ist es auch gerade Ping-Pong.
[1:21:13] Ich glaube, ich muss das gleich erstmal alles ein bisschen sacken lassen. Aber das ist was Gutes.
[1:21:16] Zum Schluss des Podcasts stelle ich meinen Gästen ja immer zwei Fragen. Frage Nummer eins.
[1:21:21] Wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst, also diesen einen Moment,
[1:21:24] wo deine Mutter dich in Haft besucht, welches Gefühl löst das in dir aus? Es ist ein Mischgefühl.
[1:21:31] Zum einen merke ich noch, wie es mir so ein bisschen die Kehle so ein bisschen zuschnürt, weil...
[1:21:38] Es war hart emotional, zum anderen bin ich echt dankbar dafür.
[1:21:42] Ja, es war wirklich ein Wendepunkt in deinem Leben. Also danach wurde es irgendwie
[1:21:47] immer besser, auf Umwegen zwar, aber es wurde besser.
[1:21:51] Zweite Frage, wie war das für dich heute mit mir über diesen einen Moment zu sprechen?
[1:21:55] Vor allem, weil du ja gesagt hast, du hast lange Zeit diesen Teil von Eddie
[1:21:58] den Leuten nicht präsentiert. Und heute hast du das ganz ausführlich gemacht.
[1:22:02] Wie war das für dich? Ich war im Vorfeld etwas nervös und gleichzeitig hatte
[1:22:09] ich ja die Entscheidung schon getroffen, dass ich das machen will.
[1:22:12] Ich war voller Vorfreude.
[1:22:15] Ich hatte richtig Bock drauf auch. Und jetzt auch so während dem Gespräch,
[1:22:21] ich mag deine Art und Weise, wie du den Raum, wie du Raum gibst,
[1:22:25] wie du deine Fragen stellst.
[1:22:27] Mega geil. Also ich konnte gerade wirklich gut aufmachen. Vielen, vielen Dank.
[1:22:33] Also ich habe echt viel Freude gehabt. Ich kann das nur zurückgeben.
[1:22:36] Ich habe heute ganz viel gelernt, wie eigentlich bei jeder Folge,
[1:22:39] aber heute irgendwie nochmal besonders.
[1:22:41] Es hat mir Spaß gemacht und ich glaube, wir können alle ganz viel aus deinem
[1:22:45] Erkenntnis und aus deinem Leben mitnehmen. Dankeschön, Eddie.
[1:22:48] Vielen lieben Dank, lieber Philipp. Und auch an die Hörer, die das Allerwichtigste
[1:22:55] jetzt hier mit rein investiert haben, ihre Aufmerksamkeit und ihre Zeit.
[1:22:59] Und ja, falls dort irgendwelche Inspirationen, Ideen, Gedanken gekommen sind,
[1:23:04] freue ich mich sehr, sehr, sehr darüber, dass ich da einen Teil zu beitragen konnte. Musik.
[1:23:12] Also ich muss sagen, dass mich dieses Gespräch mit Eddie total beeindruckt hat,
[1:23:16] weil er wirklich aus jeder Pore diese Positivität ausstrahlt und ich glaube,
[1:23:22] dass er trotz seines Lebenswegs für manche von uns ein echtes Vorbild sein kann.
[1:23:27] Und was ich auch mal wieder gelernt habe, dass es extrem wichtig ist,
[1:23:31] Menschen in seinem Leben zu haben, die einem eine zweite, vielleicht auch eine
[1:23:34] dritte oder vierte Chance geben.
[1:23:37] Die nächste Folge von Dieser eine Moment hört ihr in zwei Wochen.
[1:23:41] Und ihr wisst ja Bescheid, gerne anderen Leuten den Podcast empfehlen,
[1:23:45] abonnieren und gerne auch eine Bewertung da lassen.
[1:23:47] Das hilft uns sehr. Dankeschön und Tschüss.
[1:23:55] Dieser eine Moment, der Podcast mit Philipp Fleiter, ist eine Produktion von
[1:24:00] Philipp Fleiter und WeMind.
[1:24:02] Redaktion Philipp Fleiter-Landes.

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