# "Leben retten mit Stammzellenspende" mit Nele und Lucas

An episode of [Dieser eine Moment – Der Podcast mit Philipp Fleiter](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1754096105), 2 Nov 2025, 1 h 10 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1806-dieser-eine-moment-der-podcast-mit-philipp-fleiter/237087-leben-retten-mit-stammzellenspende-mit-nele-und-lucas.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69aaf1da6ba1a&awEpisodeId=237087

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## Transcript

[0:00] Ich bin dann halt zu meinem Hausarzt gegangen und habe das halt dann abklären
[0:04] lassen und er sagte dann auch sofort, oh ja, sieht nicht gut aus,
[0:10] wir machen mal eine Blutanalyse.
[0:11] Dann gesagt, getan, Blutanalyse gemacht und dann hat mein Hausarzt mich in seiner
[0:17] Mittagspause angerufen und hat gesagt, ja, sie müssen direkt ins Krankenhaus,
[0:22] sie schweben in Lebensgefahr.
[0:23] Ich so im ersten Moment, sie wollen mich jetzt verarschen.
[0:31] Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können.
[0:36] Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders.
[0:45] Ich bin Philipp Leiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen,
[0:48] um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat.
[0:55] Heute haben wir bei dieser einen Moment eine kleine Premiere.
[0:58] Zum ersten Mal habe ich nicht nur ein, sondern gleich zwei Gäste.
[1:02] Die beiden, mit denen ich gleich sprechen werde, teilen nämlich einen Moment,
[1:05] der ihr Leben verändert hat.
[1:07] Nele hat Lukas das Leben gerettet und das, obwohl sie ihn vorher noch nie gesehen
[1:12] hat und ich das Geringste über ihn wusste.
[1:15] Stammzellenspende. Davon habt ihr wahrscheinlich schon mal irgendwann was gehört
[1:18] oder vielleicht auch mal eine Werbung von der DKMS gesehen.
[1:22] Dahinter stecken aber oft Geschichten voller Leid, Krankheit und Verzweiflung.
[1:26] Im Fall von Nele und Lukas gab es das auch, aber so viel kann ich schon mal verraten.
[1:32] Ein Happy End gibt es auch, aber das hört ihr jetzt selbst.
[1:36] Wir gehen heute zurück zum 8. Juni 2024.
[1:42] Lukas, du stehst nervös vor einer dir fremden Haustür im hohen Norden bei St. Peter-Ording.
[1:49] Du kommst eigentlich aus der Nähe von Münster in Nordrhein-Westfalen und bist
[1:52] für ein sehr besonderes Treffen angereist.
[1:56] Wie fühlst du dich in diesem Moment?
[1:59] Unbeschreiblich. Also dass mich da eine Person erwartet, die mir quasi mein
[2:03] Leben gerettet hat, ist halt mit Worten nicht zu beschreiben.
[2:07] Eine Mischung zwischen Freude, was heißt Angst?
[2:11] Also wir hatten uns ja im Vorfeld schon schriftlich Kontakt,
[2:14] deswegen war jetzt die Angst nicht ganz so groß.
[2:17] Aber trotzdem, ja, wie ist die Person? Also man hat sich zu dem Zeitpunkt ja
[2:21] noch nicht gekannt, so richtig.
[2:23] Ja, ist einfach so eine Mischung aus allem quasi. Also alle Gefühlslagen dabei.
[2:30] Also absolutes Gefühlschaos so ein bisschen in dem Moment. Du bist,
[2:33] glaube ich, sehr emotional in dem Moment, hast du im Vorgespräch erzählt.
[2:37] Ja, definitiv. Also wo dann die Haustür aufging und wir uns dann in den Armen gefallen sind,
[2:44] sind da schon die ein oder andere Träne geflossen, definitiv, ja.
[2:49] Ja, du bist kurz davor, zum ersten Mal die Frau zu treffen, die dir dein Leben
[2:53] gerettet hat, das hast du ja gerade schon gesagt. Und damit sind wir auch schon bei dir, Nele.
[2:57] Du stehst auf der anderen Seite der Tür.
[2:59] Was geht dir denn durch den Kopf, bevor du dem Lukas die Tür aufmachst?
[3:04] Oh, ich war voll aufgeregt. Erstmal, wie er aussieht, natürlich auch,
[3:08] weil ich hatte vorhin nur Briefkontakt und man hatte gar kein Bild.
[3:11] Also ich habe mich gefreut und war einfach mega aufgeregt. Okay,
[3:14] stehen also auf der Tür an beiden Seiten Leute, die gerade total aufgeregt und emotional sind.
[3:19] Wir sprechen gleich noch drüber, wie euer erstes Zusammentreffen dann verlaufen ist.
[3:24] Vorher wollen wir aber natürlich verstehen, wie es überhaupt dazu gekommen ist,
[3:28] dass Lukas 2024 von Niles Haustür steht.
[3:31] Dahinter steckt nämlich ein langer Leidensweg. Lukas, du bist ein gesunder,
[3:36] junger, ziemlich lebensfroher Mensch, als du Ende 2021 bemerkst,
[3:41] dass irgendwas nicht stimmt.
[3:43] Vielleicht kannst du mal beschreiben, was du so für Veränderungen bei dir festgestellt hast.
[3:46] Es war halt Dezember 2021, ja es war halt Winter, kurz vor Weihnachten.
[3:53] Insgesamt dunkle Jahreszeit und ich wurde halt zunehmend müderer,
[4:00] also schlapp oder schneller erschöpft und dann habe ich mir aber im ersten Moment
[4:06] auch nichts dabei gedacht und dann kamen halt irgendwann blaue Flecken hinzu,
[4:11] so auch unerklärlich und dann auch richtig große blaue Flecken.
[4:15] Und Einblutungen auf dem Rücken, so ganz kleine, so Pitechium nennt man die.
[4:21] Und da war dann irgendwann, wo das halt zu viel wurde, so ein Maß erreicht,
[4:26] wo ich halt gedacht habe, das kann nicht richtig sein.
[4:30] Und bin dann halt zu meinem Hausarzt gegangen und habe das halt dann abklären lassen.
[4:35] Und er sagte dann auch sofort, oh ja, sieht nicht gut aus, wir machen mal eine Blutanalyse.
[4:41] Dann gesagt, getan, Blutanalyse gemacht und dann hat mein Hausarzt mich in seiner
[4:47] Mittagspause angerufen und hat gesagt, ja, sie müssen direkt ins Krankenhaus,
[4:52] sie schweben in Lebensgefahr.
[4:55] Ich so im ersten Moment, sie wollen mich jetzt verarschen. Nee.
[5:00] Das Labor hat mich gerade angerufen und ihre Thrombozyten, also Thrombozyten
[5:05] ist halt für die Blutgerinnung da, dass man nicht verblutet,
[5:09] wenn man sich schneidet oder auch bei inneren Verletzungen.
[5:12] Und die waren halt quasi gar nicht mehr da. Also die waren quasi null.
[5:16] Und hätte mich beim Kochen oder ähnliches irgendwie ganz leicht verletzt,
[5:21] hätte es nicht aufgehört.
[5:23] Weil halt diese Blutstillung, diese Gerinnung gar nicht mehr da war.
[5:27] Und aber auch die Abwehr, also die Infektsabwehr, das sind die Leukozyten,
[5:32] das gibt da verschiedene Zellreihen im Blut.
[5:35] Die waren halt auch sehr stark vermindert schon zu der Zeit.
[5:39] Und ja, das war dann so der ausschlaggebende Punkt, wo er dann sofort sagte,
[5:45] direkt ins Krankenhaus.
[5:46] Und du konntest, das habe ich gerade so rausgehört, gar nicht so richtig glauben
[5:49] in dem Moment, obwohl du ja schon so ein bisschen diese blauen Flecken gemerkt hast.
[5:52] Aber das ist ja so eine Nachricht, die man wahrscheinlich gar nicht fassen kann,
[5:56] wenn man sie dann bekommt.
[5:57] Nein, überhaupt nicht. Also mir ging es ja so an sich gut.
[6:01] Also klar, ein bisschen mehr müde, aber so an sich hatte ich einen ganz normalen
[6:07] Alltag. Auch wenn ich ein bisschen mehr daran zu kämpfen hatte,
[6:10] diesen Alltag zu bewältigen in Anführungsstrichen, aber ich habe einen ganz
[6:13] normalen Alltag bestritten.
[6:15] Und ja, das kann man dann erstmal so nicht fassen, wenn man ganz normal morgens
[6:20] aufsteht, zur Arbeit geht und Tag später sagt mir der Hausarzt,
[6:23] die schweben in Lebensgefahr. What?
[6:25] Also so von heute auf morgen mal eben so, zack und ja, Schalter umgelegt.
[6:32] Ja, kannst du denn zu dem Zeitpunkt, also Lebensgefahr hat er dir gesagt und
[6:35] dann ist das wahrscheinlich so langsam eingesickert und es hieß,
[6:37] okay, du musst jetzt ins Krankenhaus.
[6:39] Kannst du da schon irgendwie einschätzen, was da auf dich zukommt in der nächsten
[6:43] Zeit oder im Krankenhaus selbst?
[6:45] Nein, überhaupt nicht. Also ich habe eine Tasche gepackt für drei Tage mit den
[6:49] Worten, ja, wir sehen uns dann in ein paar Tagen wieder zu meiner Freundin und
[6:54] die hat mich dann auch ins Krankenhaus gebracht und ich habe dann gesagt,
[6:58] ja, bis morgen übermorgen.
[6:59] Aus diesem Morgenübermorgen sind dann unterm Strich 176 Nächte geworden.
[7:04] Also knapp genau ein halbes Jahr.
[7:07] Und ja, ich bin dann am 6. Januar 2022 ins Krankenhaus gekommen. Das war der Tag.
[7:14] Und bin am 1.7.2022 aus dem Krankenhaus herausgekommen.
[7:19] Boah, ein halbes Jahr. Was ist denn so das, was dir gesagt wird im Krankenhaus?
[7:24] Wird ja dann erstmal aufgenommen und dann untersuchen die einen ein bisschen.
[7:27] Und du wusstest ja nur irgendwas Gefährliches, Lebensgefahr.
[7:30] Also was haben dir die Ärzte da im Krankenhaus gesagt?
[7:32] Am Anfang haben die halt gesagt, ja, wir müssen halt erstmal gucken,
[7:35] was es sein kann oder was es ist. Weil es kann ja grundsätzlich vieles sein.
[7:40] Aber natürlich kam dann auch schnell so ein Verdacht von wegen Leukämie oder
[7:45] andere Bluterkrankungen.
[7:47] Ja, und dann wurden halt verschiedenste Untersuchungen gemacht.
[7:51] Röhrchen über Röhrchen wurde Blut abgenommen, weil verschiedenste Tests gemacht wurden.
[7:58] Und dann natürlich auch eine Knochenmarkspunktion, wo dann halt von dem Knochenmark
[8:02] aus dem Beckenkamm eine Probe entnommen wird.
[8:05] Und das wird dann ins Labor geschickt, um zu gucken, ob halt Krebszellen,
[8:10] also wie halt typisch eine Leukämie ist, ja irgendwie erkennbar ist.
[8:15] Ja, das dauerte aber dann aber gar nicht so lange, da kam die Erkenntnis,
[8:18] Herr Bischof, Sie haben keine Leukämie. Und dann ich sofort so,
[8:22] oh ja, das ist ja schon mal gut.
[8:24] Ja, weil man denkt ja immer so, Krebs ist so das Schlimmste, was einen treffen kann.
[8:29] Aber es gibt natürlich auch viele andere Krankheiten, die nicht unbedingt gut sind und schön sind.
[8:34] Da kommen wir gleich nochmal zu, was es dann am Ende ist.
[8:37] Aber ich will nochmal so ein bisschen auf diesen Leidensweg und dieses Schweben
[8:41] zwischen den Welten eingehen, wo du gar nicht weißt, was du hast.
[8:44] Also wie ist es denn für dich körperlich zu dem Zeitpunkt? Bist du immer noch
[8:48] schwach oder merkst du auch schon, dass es schlimmer wird?
[8:50] Ja, also die ersten zwei, drei Wochen im Krankenhaus war ich eigentlich noch recht stabil.
[8:56] Und habe mich halt gefragt, warum ich da liege, so nach dem Motto.
[9:00] Ich sage mal so, das Hauptsächliche, wo ich es daran gemerkt habe,
[9:03] war halt, dass ich so ein bisschen in Isolation war, dass halt auch alle,
[9:07] der ganze Besuch und auch die Krankenschwestern halt oder Krankenpfleger allgemein
[9:12] mit Vollmontur bei mir im Zimmer gekommen sind,
[9:15] weil das heißt dann Umkehrisolation.
[9:18] Das heißt, die anderen, die in mein Zimmer kommen, wollen sich schützen sozusagen,
[9:24] dass die mich nicht anstecken.
[9:25] Nicht, dass ich ansteckend bin, sondern dass ich nichts habe,
[9:28] weil meine Infektionswerte, also dass ich halt eine gewisse Abwehr vorweisen
[9:33] kann, die war halt nicht vorhanden.
[9:35] Und deswegen wurde ich halt in so einer Umkehrisolation eingestuft und da hat
[9:39] man es halt so richtig dran gemerkt, in dem Moment jedes Mal,
[9:42] wenn jemand reinkam, sah der aus wie so ein Marsmännchen.
[9:46] Und ja, das war dann halt so das, wo man in dem Moment so ein bisschen dran
[9:52] gemerkt hat, man ist krank.
[9:54] Aber ansonsten, ich habe mich nicht krank gefühlt in dem Moment, zumindest noch nicht.
[10:00] Und Alltag für dich im Krankenhaus ist dann, ja viel Besuch kannst du dann ja
[10:03] wahrscheinlich auch nicht bekommen, weil jeder Schnupfen dich theoretisch umbringen
[10:06] kann und liegst da die ganze Zeit rum und dir wird eigentlich am laufenden Band
[10:09] Blut abgenommen, das ist so dein Alltag da. Genau.
[10:11] Also Besuch war halt sehr stark eingeschränkt, weil es war ja auch noch Corona-Zeit.
[10:16] Muss man natürlich auch noch dazu sagen. Das war eh grundsätzlich eingeschränkt,
[10:20] der Besuch zu der Zeit leider.
[10:22] Aber trotzdem war das eigentlich so vor sich hin, vegetieren und die Zeit umkriegen,
[10:26] bis dann mal alle Ergebnisse von den ganzen Laboren wieder da waren und so weiter,
[10:31] bis man dann irgendwann mal eine Diagnose treffen konnte.
[10:34] Dauerte das halt sehr lange. Und so lange hieß es eigentlich nur abwarten und den Tag rumkriegen.
[10:41] Boah, schrecklich, ey. Wenn ich das richtig verstanden habe,
[10:44] mussten so viele Tests gemacht werden, weil die Krankheit, die du ja dann hattest,
[10:47] nur durch eine Ausschlussdiagnose festgestellt werden kann, oder? Richtig, genau.
[10:52] Also zum Beispiel in der Leukämie kann man halt durch einen Test sozusagen mit
[10:57] einer Knochenmarkspunktion quasi diagnostizieren oder feststellen.
[11:02] Aber die Erkrankung, die ich hatte, das ist ja eine sehr schwere aplastische Anämie,
[11:08] die kann man halt nicht so mit einem Testverfahren irgendwie feststellen,
[11:14] sondern man muss halt eigentlich alles durchtesten, was es eventuell noch sein könnte.
[11:20] Und wenn dann alles sozusagen negativ beantwortet wurde, dann heißt es unterm
[11:26] Strich ganz am Ende, ja, dann kann es nur noch eine aplastische Anämie bleiben oder sein.
[11:32] Stellt euch vor, in eurem Körper gibt es so eine Art Fabrik,
[11:37] das ist das Knochenmark und diese Fabrik hat eine ganz zentrale Aufgabe.
[11:41] Sie produziert ständig neue Blutzellen, also rote Blutkörperchen,
[11:45] die Sauerstoff durch den Körper bringen, weiße Blutkörperchen,
[11:48] die dich vor Krankheiten schützen.
[11:50] Blutplättchen, die dafür sorgen, dass du nicht ewig blutest,
[11:53] wenn du dich schneidest.
[11:54] Wenn zu wenig rote Blutkörperchen da sind, fühlt man sich total schlapp,
[11:59] wird blass und ist schnell außer Atem.
[12:02] Wenn die weißen Blutkörperchen fehlen, fängt man sich leichter oder wesentlich
[12:07] leichter sogar Infektionen ein.
[12:09] Und wenn zu wenig Blutplättchen da sind, bekommt man schneller blaue Flecken
[12:13] oder Nasenbluten und Wunden heilen schlechter, also hören schlechter auf zu bluten.
[12:20] Bei einer aplastischen Anämie läuft die ganze Fabrik nicht mehr richtig.
[12:24] Das Knochenmark produziert kaum oder gar keine neue Blutzellen mehr.
[12:28] Das heißt, der Körper hat zu wenig von allem, also zu wenig rote und weiße Blutkörperchen
[12:33] und auch zu wenig Blutplättchen.
[12:35] Warum das passiert, weiß man nicht genau. Manchmal liegt es an bestimmten Medikamenten,
[12:40] an einer Virusinfektion oder daran, dass das eigene Immunsystem das Knochenmark angreift.
[12:45] So war es bei Lukas. Bei aplastischer Anämie gibt es Medikamente,
[12:50] die das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht bringen sollen.
[12:53] Oft bekommen Betroffene auch Bluttransfusionen, um den Mangel an Blutzellen
[12:57] auszugleichen und die Fabrik, so nennen wir es ja hier, wieder ins Laufen zu bringen.
[13:02] In schweren Fällen kann es aber sein, dass nur noch ein Austauschen des Knochenmarks
[13:08] hilft, durch eine Stammzellentransplantation von einem passenden Spender oder
[13:12] einer passenden Spenderin.
[13:16] In dem Schwerdegrad, den ich hatte, ist
[13:17] das nur mit einer Stammzell- oder Knochenmark-Standplantation behandelbar.
[13:22] Wenn man eine ganz leichte Form davon hat, dann ist das durchaus medikamentös,
[13:27] noch eventuell im Griff zu bekommen.
[13:30] In Form irgendeiner Wachstumsfaktoren, die dann das Knochenmark bzw.
[13:34] Die Stammzellen anregen zu
[13:35] wachsen und dann die Aufgabe wieder möglichst 100% übernehmen zu lassen.
[13:41] Aber in dem Schwerdegrad, dann ist es vorbei.
[13:46] Dann sind halt so wenig Stammzellen im Knochenmark nur noch vorhanden,
[13:49] die man halt irgendwie animieren könnte, sich zu vermehren oder die Blutproduktion
[13:55] zu machen, dass es nicht ausreichen wird.
[13:57] Und ja, dann hilft halt nur noch schlussendlich dann eine Stammzelltransplantation.
[14:03] Das heißt, die sagen dir im Prinzip, wenn kein passender Spender oder keine
[14:08] passende Spenderin für dich gefunden wird, dann musst du sterben. Genau.
[14:12] Also die Aussage von der Ärztin war eindeutig so, sie haben noch drei Monate
[14:18] zu leben, wenn wir jetzt nicht transplantieren.
[14:22] Das stelle ich mir so krass vor. Was ist dir da in dem Moment durch den Kopf
[14:27] gegangen, als du das gehört hast?
[14:28] Ich sage mal, ja, ich habe das wahrgenommen, aber ich habe es zu keiner Sekunde angenommen.
[14:34] Also ich habe halt für mich selber beschlossen, in meinem Fall trifft das nicht zu.
[14:39] Also ich habe von Sekunde 1 gesagt, ist ja alles gut und schön, was die Ärztin sagt.
[14:45] Ja, und die wird ja definitiv auch ihre Fachkenntnisse haben und ihre Erfahrungswerte.
[14:50] Aber ich habe halt für mich von Anfang an sofort das Mindset gehabt, nö, bei mir nicht.
[14:57] Und ich gehe da jetzt mit dem Kopf durch die Wand und bei mir klappt das.
[15:02] Du hast dir gesagt, ich will leben und ich werde leben im Prinzip.
[15:05] Wow. Und da gab es halt nichts zwischen. Also da war halt kein Platz zwischen.
[15:09] Also es war halt einfach nur...
[15:12] Da geht es lang und ich bin hier bald aus dem Krankenhaus wieder raus, so nach dem Motto.
[15:16] Krass, also während du im Krankenhaus bist, wird ja dann schon nach einer passenden
[15:20] Spenderin oder nach einem Spender gesucht und was mir jetzt gar nicht so klar war im Vorfeld ist,
[15:25] dass die DKMS nicht nur in Deutschland dann sucht, sondern wirklich weltweit
[15:29] und da denkt man jetzt erstmal gut, weltweit werden die schon irgendwen finden.
[15:34] Also warst du zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich auch noch relativ hoffnungsvoll
[15:37] ganz am Anfang, oder? Ja, definitiv.
[15:39] Also ich habe noch einen älteren Bruder, der wurde halt im Anfang erstmal getestet, kurz.
[15:44] Da kam aber relativ schnell, irgendwie ein, zwei Tage später schon die,
[15:48] ja, leider die Nachricht, dass es nicht passen wird.
[15:51] Und dann gab es halt die Nachricht, ja, wir machen jetzt einen Suchlauf in der weltweiten Datei.
[15:57] Und ja, da war dann halt so, ja, da wird wohl was bei sein. Also war ich halt
[16:03] sehr zuversichtlich am Anfang.
[16:04] Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht gewesen.
[16:07] Leider nicht, nein. Die Ärztin sagte mir dann halt auch, das ging auch recht
[16:12] schnell, auch einen Tag später sofort.
[16:14] Ja, wir haben leider kein hundertprozentiges Match für sie gefunden.
[16:19] Also es gibt keinen passenden Spender für sie in der Datei.
[16:23] Und das ist ja eh schon mal so ein Schlag vor den Bug, dass die Hoffnung wieder
[16:28] so ein bisschen eingedämpft wird.
[16:30] Und gesundheitlich war es wahrscheinlich
[16:32] für dich auch nicht mehr so ganz doll zu dem Zeitpunkt, oder?
[16:35] Wie war das für dich? Ja, so alles drumherum wurde halt zunehmend schlechter, ja, definitiv.
[16:41] Also ob es jetzt das Laufen ist, weil ich hatte sehr starke Probleme mit Wassereinlagerung
[16:47] in den Füßen, die Kraft lässt nach, weil man einfach auch viel liegt,
[16:52] dementsprechend die Muskeln sich abbauen.
[16:54] Und ja, die ersten vier, fünf, sechs Wochen bin ich noch rumgelaufen.
[17:00] Irgendwann ist man halt so angewiesen auf einmal auf einen Rollstuhl oder auf so einen Gehwagen.
[17:07] Und schlussendlich irgendwann zunehmender Zeit konnte ich dann gar nicht mehr
[17:12] laufen. Und man sieht halt so ein bisschen...
[17:16] Dem körperlichen Verfall zu und das ist so das Schlimme, sag ich mal so, da dran.
[17:22] Hat dich das wütend gemacht? Hat dich das traurig gemacht?
[17:26] Nimm uns mal ein bisschen mit, weil das, was du gerade gesagt hast,
[17:28] finde ich ganz interessant, dem eigenen Körper beim Verfall zuzugucken,
[17:32] das muss ja ganz furchtbar sein.
[17:33] Ja, wenn man halt am Anfang, ich sag mal, aufsteht, zur Toilette geht,
[17:37] duschen geht und das so als normal erachtet, ist das dann in der Situation halt
[17:41] alles andere als normal.
[17:43] Und wenn man dann halt auch immer angewiesen ist auf Hilfe von dem Pflegepersonal.
[17:50] Man möchte ja auch dem Pflegepersonal nicht zur Last fallen.
[17:53] Also ich habe das zumindest so.
[17:55] Ich möchte niemand anderem zur Last fallen und ich habe dann halt immer auch
[17:59] gekämpft und habe möglichst viel selber gemacht, auch wenn es dann teilweise schwierig war.
[18:06] Aber es ist schon echt hart zuzusehen, wenn man dann auf einmal nicht mehr laufen kann.
[18:11] Selbst irgendwie eine Flasche Wasser aufdrehen wird dann zu einer Qual,
[18:15] weil einfach auch die Hände voll Wasser waren, die Kraft in den Armen nachgelassen
[18:21] hat und dann flucht man halt schon hin und wieder und sagt, was ist das für eine Scheiße.
[18:29] Aber habe ich mich nie von runterkriegen lassen und habe halt immer gesagt,
[18:34] ja, wird auch wieder besser. Das wäre jetzt meine nächste Frage nicht gewesen,
[18:37] als es dann hieß, wir haben keinen Spender gefunden oder wir finden keinen Spender.
[18:41] Was hast du da gedacht? Warst du immer noch optimistisch und hast gedacht,
[18:44] irgendwie wird das schon klappen oder hat dich das dann runtergezogen?
[18:47] Ja, ich sag mal, natürlich hat es mich so eine Stunde oder irgendwie so eine
[18:50] gewisse Zeit kurz in so ein Loch fallen lassen, in Anführungsstrichen.
[18:56] Ja, da wurde dann mal kurz eine Stunde im Böttgen geheult, aber danach ging es weiter.
[19:00] Und dann die Einstellung, die ich halt von Anfang an hatte, die war weiterhin da,
[19:06] weil die Ärztin sagte ja dann auch, ja, wir haben keinen Spender gefunden,
[19:10] aber wir werden jetzt eine Medikamententherapie starten, um versuchen,
[19:15] dass halt die Stammzellen, die vorhanden sind, anzuregen, um halt das wieder
[19:20] am Laufen zu bekommen, das ganze System.
[19:23] Und dann habe ich halt daraus neue Hoffnung geschöpft, sozusagen.
[19:27] Also ich sage mal, das ist eigentlich die Therapie, die halt bei einer leichten
[19:29] aplastischen Anämie verwendet wird, haben die dann halt bei mir angewendet oder
[19:33] versucht anzuwenden, weil halt in dem Moment kein anderer ja...
[19:38] Keine andere Möglichkeit da war, wenn man so will. Und um die Zeit dann auch
[19:43] so ein bisschen zu überbrücken, um halt zu gucken, ob es eventuell doch anschlägt,
[19:48] haben sie das dann halt, ja, ich sag jetzt einfach mal versucht.
[19:51] Ja, und dann habe ich halt daraus Hoffnung geschöpft. Dass man erst mal versucht
[19:54] hat, den Zustand zumindest so zu halten, wie er jetzt gerade ist,
[19:57] damit es nicht noch schlechter wird.
[19:59] Und da sind wir jetzt eigentlich bei Nele, die ja noch nicht so viel zu Wort
[20:04] gekommen ist bisher bei Lukas Geschichte, aber jetzt kommt ja der Zeitpunkt,
[20:07] wo du in sein Leben trittst, also ohne, dass er davon weiß und ohne,
[20:11] dass du davon weißt zu dem Zeitpunkt.
[20:13] Wann hast du dich als potenzielle Stammzellenspenderin bei der DKMS registriert?
[20:18] Gleich mit 18 Jahren. Ah, krass. Das klingt jetzt sehr entschieden.
[20:24] Also war für dich gar keine Diskussion.
[20:27] Wolltest du sofort machen? Ja, genau. Wie hast du davon erfahren?
[20:30] Gab es irgendwie bei euch im Ort so eine Aktion oder hat dir das irgendwie erzählt,
[20:33] dass du gesagt hast, okay, ich will das auch machen? Weil viele wissen ja vielleicht
[20:37] gar nicht, dass es das überhaupt gibt.
[20:39] Ich glaube, ich habe das tatsächlich im Fernsehen gesehen, in der Werbung oder so.
[20:42] Und war immer Stäbchenreinspender sein, das bleibt die auch immer im Kopf hängen
[20:47] und dann habe ich mich ein bisschen damit befasst und dachte,
[20:50] ja das möchte ich machen Warum war dir direkt klar, dass du das machen willst?
[20:53] Weil ich helfen kann und ich hatte nicht so eine leichte Jugend und habe viel
[20:57] Hilfe erfahren und ich wollte irgendwie der Welt was zurückgeben und ich wusste
[21:02] nicht so richtig wie und dachte, das wäre doch eine gute Möglichkeit vielleicht was Gutes zu tun.
[21:09] In diesem Gespräch ist ja jetzt schon ein paar Mal die Abkürzung DKMS gefallen
[21:12] und die stand mal für deutsche Knochenmarkspender-Datei.
[21:16] Inzwischen ist die DKMS aber nicht nur in Deutschland, sondern international tätig.
[21:21] Daher wird nur noch das Kürzel benutzt. Die DKMS gibt es seit 1991.
[21:26] Damals ist die junge Mutter Mechtild Haaf aus Köln an Leukämie erkrankt.
[21:31] Schnell war klar, dass nur eine Stammzellentherapie sie retten kann.
[21:35] Es gab damals verstreut einige kleine Karteien in Deutschland,
[21:40] in denen insgesamt aber nur etwa 3000 potenzielle Spenderinnen und Spender registriert waren.
[21:46] Peter Haaf, Mechtels Mann, wurde selbst aktiv und hat eine Initiative gegründet,
[21:51] um Menschen zum Spenden zu bewegen.
[21:54] Innerhalb kürzester Zeit hat er es geschafft, dass sich 20.000 Menschen registrieren.
[21:59] Ich finde, da sieht man mal wieder, dass ein einzelner Mensch einen Unterschied
[22:03] machen kann. Und tatsächlich war ein Match dabei.
[22:07] Eine Studentin aus Ulm passte zu Mechthild und war bereit zu spenden.
[22:12] Im April 1991 wurden Mechthild die gesunden Stammzellen übertragen und im Mai
[22:17] gründete ihr Mann Peter zusammen mit Mechthilds behandelndem Arzt die DKMS als gemeinnützige GmbH,
[22:23] damit auch andere Menschen mit Blutkrebs eine Chance bekommen.
[22:27] Für Mechthild, und das ist das Traurige an dieser Geschichte,
[22:31] ist die Spende leider zu spät geworden.
[22:34] Im September 1991 ist sie an Knochenmarkversagen und einer Lungenentzündung gestorben.
[22:39] Aber ihr Wunsch war es, dass Peter weiterhin für die DKMS aktiv ist. Und das hat er gemacht.
[22:45] Peter hat dafür gesorgt, dass die Geschichte seiner Frau und damit das Ziel
[22:49] der DKMS in den Medien bekannt gemacht wurde.
[22:52] Heute ist die DKMS eine internationale Organisation mit Stammzellspenderdateien
[22:57] in Deutschland, den USA, Polen, UK, Chile, Indien und Südafrika.
[23:04] Zusätzlich zu der Datei ist die DKMS auch in der Medizin und der Forschung aktiv.
[23:09] Immer mit dem Ziel, Blutkrebs zu bekämpfen und weltweit Patientinnen und Patienten
[23:13] notwendige Therapien zu ermöglichen.
[23:15] Dabei ist ein ganz wichtiger Leitsatz der DKMS, jeder gesunde Mensch trägt die
[23:21] Medizin gegen Blutkrebs in sich.
[23:23] Und deswegen ist es der einfachste Weg, die DKMS zu unterstützen,
[23:27] sich als Spender oder Spenderin zu registrieren, so wie Nele das gemacht hat.
[23:31] Dazu muss man gesund zwischen 17 und 55 sein und einen Wohnsitz in Deutschland haben.
[23:38] Wenn ihr Interesse daran habt, dann findet ihr alle Infos auf dkms.de.
[23:44] Nimm uns mal mit bei so einer Registrierung für diejenigen, die jetzt keine
[23:48] Ahnung haben, was das ist, wie das funktioniert, wie läuft das ab?
[23:52] Okay, das ist nicht lange her, aber du meldest dich da an und dann kriegst du
[23:57] ein Paket zugesendet, wo ein Stäbchen drin ist.
[23:59] Dann steckst du dir das in den Mund, in den Schleimhäuten, steckst es und bringst
[24:04] das Paket wieder weg und dann wärst du registriert.
[24:06] Das ist relativ easy, würde ich sagen. Total einfach, ja.
[24:10] Hast du denn damals damit gerechnet, dass sich die DKMS wirklich irgendwann
[24:15] mal bei dir melden würde?
[24:17] Am Anfang, wo ich das gemacht habe, war das natürlich schon mehr in meinem Kopf. und dann
[24:22] Ist das nachher immer weiter in den Hintergrund geraten und nee,
[24:25] ich habe nicht mehr damit gerechnet, nein.
[24:27] Das kann ich mir vorstellen. Am Anfang denkt man noch so, die rufen jetzt bestimmt
[24:30] morgen an und dann ist es irgendwie noch länger her und noch länger her.
[24:33] Und bei dir waren es ja dann fast zehn Jahre, wenn ich das richtig ausgerechnet
[24:37] habe, bis dann irgendwie sich jemand gemeldet hat am 10. Februar 2022.
[24:43] Wie sind die dann mit dir in Kontakt getreten? Klingelt dann das Telefon oder
[24:46] kriegt man einen Brief oder klopft es an der Tür oder wie funktioniert das?
[24:50] Die haben mich angerufen. Ich habe das zuerst nicht mitbekommen,
[24:53] weil ich unterwegs war und habe dann zurückgerufen.
[24:56] Und dann meinten die ja, dass da die DKMS ist und dass da vielleicht ein Match wäre.
[25:01] Ah, okay. Das heißt, die haben schon direkt gesagt, du könntest eventuell als
[25:04] Spenderin in Frage kommen. Genau.
[25:07] Was war dann so dein erster Gedanke, als du das gehört hast? Oh Gott.
[25:13] Oh Gott, in welche Richtung? Oh Gott, kann ja viel sein. Ja,
[25:16] oh Gott, passiert es jetzt wirklich so? Ich habe halt überhaupt nicht mehr damit gerechnet.
[25:20] Ich kannte die Nummer ja auch nicht und habe auch nicht vorgeguckt,
[25:22] welche Nummer das ist. Und dann war auf einmal die DKMS halt dran.
[25:26] Und oh Gott, ja, es könnte jetzt passieren. Und ja, ich will.
[25:30] Ah, okay. Das war also immer noch bei dir ganz klar. Hattest du dir jetzt nicht
[25:34] in der Zwischenzeit anders überlegt? Du wolltest das weiter durchziehen? Ja, ja.
[25:38] Und bei so einem Gespräch, wenn die einen dann anrufen, was genau erzählen die
[25:43] einem? Die sagen, da ist ein Spender und dann wollen die wahrscheinlich von
[25:45] dir auch ganz viele Sachen wissen und dich fragen, oder?
[25:49] Erstmal haben sie mir, ja, erstmal haben sie gefragt, ob ich noch dazu bereit wäre.
[25:54] Und dann kriegst du erstmal ein Paket mit ganz vielen Teströhrchen,
[25:59] womit du zum Hausarzt gehen musst.
[26:01] Und da wird erstmal geguckt, ob das Match wirklich noch matcht.
[26:05] Daran scheitert das leider oft, dass es dann nicht mehr passt. Ah, okay.
[26:09] Also wird dann wirklich genau überprüft, inwieweit das sozusagen...
[26:13] Übereinander passt. Genau. Die Person, für die du spenden sollst,
[26:17] die sitzt ja jetzt gerade neben dir, Lukas, auch wenn du damals natürlich noch
[26:21] keine Ahnung hast, wer Lukas ist und dass du ihn irgendwann mal kennenlernen willst, also,
[26:26] dir wird erstmal gesagt, dass keine.
[26:29] Passende Person gefunden worden kann, also Lukas wurde das ja gesagt und deswegen
[26:34] wundere ich mich jetzt gerade, wie haben sie denn jetzt die Nele dann doch gefunden,
[26:38] weil sie war ja schon seit 10 Jahren in der Kartei.
[26:40] Ja, das ist eine gute Frage.
[26:42] Ich schätze mal, dass es damit zusammenhängt, weil Nele und ich ein Match haben
[26:48] von 90 Prozent und nicht von 100 Prozent.
[26:52] Und das wird, glaube ich, der Grund sein, weil die dann sozusagen erstmal nach
[26:59] einem hundertprozentigen Match suchen.
[27:01] Das war halt nicht da und haben dann halt sozusagen die Skala quasi abgestuft.
[27:08] Also dann gehen die halt von den Merkmalen, die übereinstimmen müssen, runter.
[27:14] Das Problem ist natürlich, desto geringer die Übereinstimmung,
[27:17] desto höher ist im Anschluss die Abschlussungsreaktion oder kann die Abschlussungsreaktion sein.
[27:22] Also wiederum dann eine Gefahr oder ein Problem eventuell für mich als Empfänger.
[27:28] Dass ich dann halt, wenn ich transplantiert wurde, dass dann halt Chaos in meinem
[27:33] Körper stattfindet und der Körper sich selber bekämpft und Entzündungsreaktionen auftreten etc.
[27:42] GVHD nennt man das auch, Craft vs. House Devils.
[27:46] Das will man natürlich möglichst vermeiden und deswegen soll halt die Beeinstimmung
[27:49] so hoch wie möglich sein.
[27:50] So kann ich mir das nur erklären, dass sie dann halt das so ausgewählt haben.
[27:55] Ja genau, also ich habe in der Vorrecherche gelesen, dass also ein hundertprozentiges Match ist,
[28:00] dass man überprüft glaube ich so Merkmale und wenn 16 von 16 Merkmalen übereinstimmen,
[28:05] dann ist es hundertprozentig und ich glaube bei Nele waren es 14 von 16 Merkmalen,
[28:11] also schon relativ nah dran,
[28:13] aber eben nicht hundertprozentig und das hast du ja gerade schon gesagt Lukas,
[28:16] da ist eben die Gefahr, dass der Körper die Stammzellenspende abstößt.
[28:21] Und nochmal zu dir, Nele, also sich so ein Stäbchen in den Mund zu schieben,
[28:24] du hast gerade gesagt, Stäbchen rein, Spender sein, das kennt glaube ich wirklich
[28:26] jeder, das ist ja die eine Sache.
[28:28] Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es irgendwie nochmal ein anderes Gefühl
[28:31] ist, wenn es dann wirklich ernst wird.
[28:33] Also hast du irgendwann so einen Moment, wo du irgendwie mal zweifelst und denkst,
[28:37] boah, bin ich da jetzt reingeraten vor zehn Jahren, will ich das wirklich noch?
[28:42] Nee, wirklich nicht, hatte ich nicht.
[28:44] Krass, ich finde das total krass.
[28:47] Mutig, dass du dir so sicher bist. Aber das hat, also im Prinzip hat sich auch,
[28:51] seitdem du dich registrieren lassen hast, auch für dich nichts verändert.
[28:55] Du wolltest was Gutes tun und dabei ist es auch geblieben. Deswegen warst du
[28:58] dir wahrscheinlich so sicher, oder? Ja, genau.
[29:01] Lukas, wie ist das für dich, das zu hören, dass da ein Mensch ist,
[29:04] den du zu dem Zeitpunkt noch gar nicht kennst und der sich vorgenommen hat,
[29:07] ich will der Welt was zurückgeben und du bist derjenige, den es sozusagen betrifft in dem Fall.
[29:13] Ja, das ist genau das, was man sich natürlich gewünscht hat,
[29:17] in Anführungsstrichen, dass da irgendwo draußen eine Person ist, die einem hilft.
[29:20] Also das gibt, was man braucht, in Anführungsstrichen.
[29:24] Und das ist ja im weitesten Sinne dann das Leben, also das Leben zurückgegeben. Ja.
[29:32] Ich war ja dann auf fremde Hilfe angewiesen und auch dann nach der Spende,
[29:40] das war ja dann erst diese zwei Jahre Sperrfrist,
[29:43] wusste ich halt die ganze Zeit, da draußen läuft jemand rum,
[29:47] jemand Wildfremdes in Anführungsstrichen oder zu der Zeit noch Wildfremdes,
[29:52] der einfach so viel auf sich genommen hat, also zumindest für mich und für mein
[29:57] Empfinden so viel auf sich genommen hat, das ist einfach unverstellbar.
[30:01] Ich habe gerade, wenn du das erzählst, so eine ganz krasse Gänsehaut,
[30:04] weil ich denke, man redet ja so oft über so schlimme Sachen,
[30:08] wie schlimm die Welt ist und so und solche Sachen, diese kleinen Gesten sind
[30:12] ja dann für manche eine große Veränderung für dich in dem Fall.
[30:15] Also das, was Nele gemacht hat, wo sie gar nicht gezögert hat,
[30:18] das zu machen, hat einfach dein Leben komplett verändert.
[30:20] Und das ist ja was wahnsinnig Schönes, weil du das ja auch für einen fremden Menschen getan hast.
[30:25] Jetzt nicht, ist ja noch was anderes vielleicht, wenn man sagt,
[30:27] ich spende meiner Schwester ein Organ oder so, aber du hast das für einen fremden Menschen gemacht.
[30:33] Wusstest du, Nele, zu dem Zeitpunkt schon, was da jetzt auf dich zukommt?
[30:36] Also es war ja klar, dass es nicht nur mit einer Blutuntersuchung getan ist,
[30:40] sondern dass da jetzt noch mehr kommt.
[30:43] Ja, also die haben mir beim Telefonat, haben sie mich schon darüber informiert, wie es laufen kann.
[30:48] Ich wusste nur noch nicht, ob das aus dem Beckenkamm rausgenommen wird oder
[30:51] aus dem Arm. Ich wusste halt nicht, welche Klinik ich komme.
[30:55] Und ja, sie haben mir das erklärt, aber so richtig was auf mich zukommt,
[31:00] das weißt du dann erst, wenn es richtig losgeht.
[31:02] Und ich kann mir vorstellen, Lukas geht es ja zu dem Zeitpunkt schon richtig,
[31:05] richtig schlecht, dass es da eigentlich schnell gehen muss.
[31:09] Also ging es dann da auch schnell oder? Erstmal musste eine Klinik gefunden
[31:13] werden, das war ja leider Corona-Zeit und ich sollte eigentlich nach Hamburg,
[31:16] das ging aber nicht, weil die Klinik voll war und musste dann nach Freiburg fahren.
[31:20] Und wie schnell war es dann vom Anruf bis zur...
[31:24] Entnahme? Ich glaube eineinhalb Monate ungefähr. Okay, das ist jetzt ja nicht so schnell.
[31:30] Also wenn ich mir jetzt vorstelle, dass Lukas wirklich da todkrank in der Klinik liegt, jeder Tag zählt.
[31:36] Und im Prinzip, es gibt eine Spenderin und die Krankenhäuser sagen,
[31:40] nö, wir haben keine Zeit.
[31:42] Also das geht gar nicht in meinen Kopf rein. Ja, so war es aber.
[31:47] Weil die wegen Corona Angst hatten, dass die irgendwie die OP-Seele noch brauchen?
[31:52] Also ich verstehe es gerade einfach nicht.
[31:53] Ja, mir wurde nur gesagt, dass Hamburg halt nicht geht, weil es voll und die
[31:57] jetzt eine neue Klinik suchen müssen und das war dann Freiburg, ja.
[32:00] Ich musste dann einmal zur Voruntersuchung, da musst du halt immer Termine erst
[32:03] kriegen und es hat halt alles sehr gedauert, ne.
[32:06] Ja, du hast gerade gesagt, Freiburg hat sich dann ja bereit erklärt und du lässt
[32:10] dich durchchecken, du gehst zu einer Voruntersuchung und dann bist du, glaube ich, am 11.
[32:15] April 2022 bist du dann zur Operation in Freiburg.
[32:20] Genau. Hast du Angst vor dem Eingriff gehabt?
[32:23] Weil das ist ja jetzt nicht nur was ganz Kleines, was da gemacht wird.
[32:27] Also schon eine Operation Eingriff halt.
[32:30] Nee, ich wollte schon mal operiert und wusste, was da so ungefähr auf mich zukommt.
[32:35] Und nee, ich war bereit. Ich war einfach wirklich bereit. Ja.
[32:42] Vielleicht ist an dieser Stelle eine kleine Erklärung ganz hilfreich.
[32:45] Bei einer Stammzellenspende schenkt man einer erkrankten Person quasi ein neues
[32:50] Immunsystem. Das ist jetzt sehr verkürzt ausgedrückt.
[32:53] Stammzellen sind die Mutterzellen aller Blutzellen und für die Blutbildung zuständig.
[32:58] Sie befinden sich im Knochenmark aller Knochen in hoher Konzentration,
[33:02] vor allem im Beckenkamm und in geringerer Konzentration auch in unserem Blut.
[33:07] Daher gibt es zwei unterschiedliche Methoden, wie man Stammzellen spenden kann.
[33:12] Die Entnahme aus dem Knochenmark, wie bei Nele, und die Entnahme aus dem Blut, also peripher.
[33:18] Bei letzterem bekommt man einen Zugang in beide Armweden gelegt,
[33:23] ähnlich wie jetzt zum Beispiel bei einer Blutspende.
[33:25] Vorher nehmen die Spender über fünf Tage hinweg ein Medikament,
[33:29] das dafür sorgt, dass besonders viele Stammzellen produziert werden und in die Blutbahn schwemmen.
[33:34] Wir haben bei der DKMS nachgefragt, aktuell finden ungefähr 90% aller Stammzellenentnahmen
[33:41] so statt, also über eine Blutentnahme, also gar keine OP, sondern einfach nur eine Blutentnahme.
[33:47] Nur in 10% der Fälle wird eine Knochenmarkentnahme gemacht, so wie das bei Nele der Fall war.
[33:53] Dabei wird unter Vollnarkose ein Liter Blut-Knochenmark-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen.
[34:00] Dieser Methode besteht kein größeres Risiko als eben das allgemeine Risiko,
[34:04] das bei jedem chirurgischen Eingriff besteht.
[34:06] Und wer spenden will, wird es im Voraus sehr gründlich medizinisch untersucht.
[34:12] Im Anschluss an die Entnahme kann es sein, dass man für ein paar Tage ein bisschen
[34:17] lokalen Schmerz hat, ähnlich wie bei einer Prellung.
[34:19] Das geht aber schnell vorüber und das Knochenmark regeneriert sich innerhalb weniger Wochen.
[34:26] Das ist also das, was auf Neles Seite passiert. Und du, Lukas,
[34:31] sollst ja die Stammzellen dann empfangen.
[34:33] Das ist aber jetzt nicht so ganz einfach, sondern dein Körper muss erstmal darauf vorbereitet werden.
[34:39] Und das war mir vorher, also vor der Recherche für diese Folge auch nicht ganz
[34:42] klar, du musst dafür eine richtige Chemotherapie über dich ergehen lassen.
[34:47] Warum ist das so? Ja genau, also man muss halt quasi komplett darauf vorbereitet
[34:54] werden, dass man halt die neuen Stammzellen empfangen kann und die Vorbereitung
[34:59] ist halt so, dass man erstmal,
[35:02] also ich stelle mir das immer bildlich oder räumlich vor, also das gesamte Knochenmark,
[35:08] was halt vorhanden ist, oder bei mir war ja nicht mehr viel vorhanden,
[35:11] aber ein bisschen, muss halt erstmal leer geräumt werden, also muss einmal komplett leer gefegt werden.
[35:16] Mittels der Chemotherapie, um halt Platz zu machen für die neuen Zellen.
[35:22] Dass da erstmal auch keine Konflikte zwischen alten und neuen Zellen entsteht.
[35:27] Und damit aber auch die neuen Zellen einen Platz haben, sozusagen, um sich einzunisten.
[35:33] Die brauchen den Raum, so stelle ich mir das bildlich vor, die brauchen den
[35:38] Raum, wo halt das alte Material vorher saß, um sich halt entfalten zu können.
[35:42] Genau, da muss halt dann erstmal eine richtige Prozedur erfolgen.
[35:46] Das dauert sieben Tage, wo man halt dann konditioniert wird, heißt das.
[35:54] Und das ist eine Chemotherapie, Bestrahlung, verschiedene andere Medikamente.
[36:00] Das wird aber dann auch auf jeden Patienten zugeschnitten. Also das ist halt
[36:04] immer individuell, je nach Patient.
[36:07] Also man kann halt jetzt nicht sagen, wenn man Stammzertransportiert wird,
[36:10] das kriegt man auf jeden Fall.
[36:11] Das hat dann auch mit der Erkrankung, mit dem Alter, mit verschiedenen Sachen
[36:15] zu tun. wie man dann konditioniert wird.
[36:18] Das heißt also, die fahren im Prinzip dein komplettes Immunsystem auch runter,
[36:23] damit du die neuen Zellen auch annimmst.
[36:25] Wie geht es dir denn gesundheitlich dann in der Zeit? Ist wahrscheinlich nochmal
[36:29] richtig heftig gewesen, oder? Ja, definitiv.
[36:32] Also erstmal natürlich die Chemo als solches, das ist eine Hochdosis Chemo,
[36:36] die ist halt nicht unbedingt schön.
[36:39] Also da gibt es halt viele Nebenwirkungen von.
[36:42] Aber auch sonst, man ist halt im Einzelzimmer mit Vorschleuse,
[36:47] das ist halt so ein Intensivstationen-Charakter.
[36:50] Auch da ist dann wieder so eine Umkehrisolation Pflicht mit halt verschiedenen Luftdrücken,
[36:57] wo dann halt in dem Zimmer der höchste Luftdruck herrscht, dass halt keine Keime
[37:02] sozusagen von außen in den Zimmer hineindringen können, sondern dass der Luftdruck
[37:09] in dem Zimmer höher ist wie halt auf der restlichen Station.
[37:13] Ja, das ist halt schon ein Riesenaufwand, was da betrieben wird für die Patienten,
[37:18] die dort transportiert werden.
[37:20] Aber ja, mir als solches ging es dann so die ersten sieben, acht Tage noch relativ gut.
[37:28] Also dann wurde, ja, so nach zehn Tagen wurde es schlechter.
[37:34] Okay, wie kommen denn dann die Stammzellen von Nele bei dir in den Körper rein?
[37:41] Ja, also das ist eigentlich relativ unspektakulär, wenn dann die Konditionierung erfolgt ist.
[37:47] Also wenn du bereit bist sozusagen für die Aufnahme. Genau, wenn ich darauf
[37:50] vorbereitet wurde und wenn dann der Tag 0 da ist, es wird halt so gerechnet,
[37:56] dass halt am Anfang der Konditionierung ist Tag minus 7,
[38:00] man arbeitet dann auf Tag 0 hinaus, Tag 0 ist dann der Tag der Transplantation
[38:05] und danach wird in Plustagen gerechnet, plus 1, 2, 3, 4, 5 und so weiter.
[38:09] Und wenn dann der Tag 0 gekommen ist, dann kriegt man die Stammzeittransplantation
[38:13] und das ist halt von der Optik her ähnlich wie ein Beutel Blut.
[38:17] Ja, bei mir waren es 162 Milliliter Volumen.
[38:23] Du hast dir das tätowieren lassen oder warum hast du gerade so auf deinen Arm
[38:26] geguckt? Ja, genau. Da steht es auf deinen Arm.
[38:30] Wow, 162, okay. Genau, 162 Milliliter waren es in meinem Fall.
[38:34] Und die werden dann halt über einen ZVK, also ein zentraler Venenkatheter hier am Hals.
[38:40] Also ein Zugang eigentlich. Zugang, genau, also ein etwas besserer Zugang als
[38:45] den am Arm, werden die angeschlossen und das läuft dann wie eine Infusion in
[38:51] den Körper hinein, in die Blutbahn.
[38:53] Das wird dann natürlich engmaschig kontrolliert von den Ärzten,
[38:56] aber es ist eigentlich sehr unspektakulär.
[38:59] Ich habe dabei Nudeln mit Tomatensauce gegessen.
[39:04] Das ist auch irgendwie krass, sich das vorzustellen, weil du jetzt schon,
[39:07] also bei dir war es ja, es ging ja um Leben und Tod und jetzt kommt dann endlich
[39:10] der Moment, wo die lebensrettenden Stammzellen kommen und du isst Nudeln mit Tomatensauce.
[39:15] Merkt man denn dann da irgendwas, dass das, keine Ahnung, irgendwie im Körper
[39:19] sofort anfängt zu arbeiten ab dem Moment, wo man das über den Zugang bekommt
[39:23] oder? Eigentlich ehrlich gesagt nicht.
[39:26] Also in meinem Fall habe ich da so nichts von gemerkt direkt.
[39:30] Also eigentlich ging es so weiter wie vorher auch. Und die Zellen müssen halt
[39:34] dann erstmal von der Blutbahn sozusagen sich den Weg finden ins Knochenmark rein,
[39:41] damit dann die Stammzellen sich im Knochenmark festnisten können,
[39:45] um sich dann dort zu vermehren und die Blutproduktion nach und nach dann auch zu übernehmen.
[39:51] Und dieser Prozess, dass sie sich halt erstmal das Knochenmark finden,
[39:55] festnisten und so weiter, das dauert halt eine gewisse Zeit.
[39:59] Ich weiß jetzt ehrlich gesagt gar nicht mehr, was so der Richtwert ist.
[40:01] Ich glaube zwischen 10 und 14 Tage, 15 Tage oder so ist so der Richtwert,
[40:06] wo dann halt im Labor die ersten Zellen sichtbar werden können.
[40:14] Wenn es geklappt hat. Wenn es geklappt hat, genau. Das heißt,
[40:17] man muss dann noch warten und gucken, ob es sozusagen funktioniert hat.
[40:21] Und ich habe gelesen, dass zwischen 10 und 14 Tage wäre es normalerweise und
[40:26] bei dir dauert es aber länger.
[40:27] Das heißt, an Tag 15 ist nichts passiert, an Tag 16 ist nichts passiert.
[40:32] Kriegst du das mit, was da los ist und fängst du dann irgendwie an,
[40:36] dir Sorgen zu machen oder wie ist das?
[40:38] Ja, das Problem in Anführungsstrichen war halt einfach, dass mein Allgemeinzustand
[40:43] halt stärker abgebaut hat und ich halt auch starke Schmerzen hatte, ehrlich gesagt.
[40:50] Das Problem war, dass in meinem Fall, also ich kann jetzt nur von mir sprechen,
[40:54] ganz wichtig, ich halt auf die Chemotherapie etwas stärker reagiert habe und
[40:59] dass meine Schleimhäute sehr reagiert haben.
[41:03] Das bedeutet, dass diese Schleimhäute im Mund, Speiseröhre, aber auch Magen sehr blutig waren.
[41:10] Also die waren halt sehr mitgenommen.
[41:13] Und dadurch hatte ich halt auch Schmerzen. Und diese Schmerzen wurden mir genommen
[41:18] durch Schmerzmittel, was halt sehr gut war. Also ich habe nichts gemerkt dadurch.
[41:23] Hatte aber den Nachteil, dass ich halt in so einem Delirium war.
[41:28] Also das heißt, ich war halt nicht ansprechbar und ich war halt so abgeschlossen
[41:33] in Anführungsstrichen.
[41:34] Ich kann für mich so im Nachhinein sagen, es war gut so. Du hast das gar nicht
[41:38] so sehr mitgekriegt dann dadurch, ne? Ich hatte keine Schmerzen.
[41:41] Ich war halt wie so auf so einer Wolke sieben, wo ich dann irgendwann wieder zu mir gekommen bin.
[41:46] Das war dann irgendwann am Tag 24, 25 oder so.
[41:50] Und ja, da wurde es dann mit den Schmerzen irgendwann auch besser und da konnte
[41:56] man das Schmerzmittel dann auch langsam runterfahren und dementsprechend bin
[42:00] ich dann immer klarer wieder geworden und ansprechbar.
[42:03] Und ja, da habe ich dann auch realisiert, dass dann halt meine Zellen erst am
[42:08] Tag 21, 22 sichtbar waren.
[42:12] Ah, die waren spät dran bei dir. Die waren etwas spät dran, ja.
[42:16] So auf dem letzten Knäppchen, so bin ich halt.
[42:22] Das heißt aber auch, dass die Ärzte und dein Umfeld irgendwie bis zu diesem
[42:25] Tag 22 nicht wussten, ob es funktioniert oder nicht.
[42:29] Weil eigentlich hast du ja gerade gesagt, so zwischen 12 und 14 Tagen,
[42:31] da müsste man eigentlich was merken. Aber da ist eben nichts passiert.
[42:34] Das muss ja für die auch ganz schrecklich gewesen sein.
[42:37] Also du hast es nicht mitgekriegt. Du warst ein bisschen auf Schmerzmitteln,
[42:40] aber die um dich rum haben es ja, glaube ich, mitgekriegt, oder? Ja, definitiv.
[42:43] Also mein Umfeld hat schon, glaube ich, sehr darunter gelitten und gerade so
[42:48] an dem Tag, das war glaube ich Tag 21, wo dann die Ärzte halt auch bei meiner
[42:53] Familie angerufen haben und haben gesagt.
[42:56] Sollten doch bitte nochmal alle vorbeikommen, sich zu verabschieden,
[42:59] weil die Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert und es geht halt immer mehr
[43:06] in die Richtung, dass es nicht funktioniert, dass es nicht angenommen wird.
[43:10] Und ja, das war dann natürlich schon sehr bitter zu hören.
[43:15] Und einen Tag später kamen die ersten Zellen. Boah. Aber man muss natürlich
[43:20] auch sagen, ich hatte Besuch von meiner Familie, die auch zu dem Zeitpunkt dann
[43:24] auch ins Zimmer durften.
[43:26] Das heißt, diese Umkehrisolation wurde dann zum Teil aufgehoben.
[43:32] Also mein Zimmer wurde freigegeben.
[43:35] Ich hatte wieder Körperkontakt. Also meine Freundin hat meine Hand gehalten.
[43:38] Mein Bruder hat meine Hand gehalten, so nach dem Motto. Ich habe es zwar nicht
[43:41] mitbekommen, aber jetzt so im Nachhinein gehört.
[43:44] Und einen Tag später waren die ersten Zellen da. Also ist halt die Frage,
[43:49] ob das da doch was mit zu tun hat.
[43:52] Vielleicht sollte es so sein. Ja, krass.
[43:55] Das heißt, du bist zu dem Zeitpunkt, hast du ja nichts mehr mitbekommen,
[43:57] dann wachst du irgendwann auf.
[44:00] Hast du dann schon gemerkt, dass sich da irgendwas tut?
[44:04] Also du hast ja gerade schon gesagt, die Schmerzen sind weniger geworden.
[44:07] Also da hast du schon was von mitbekommen, dass es besser wurde,
[44:10] oder? Genau, also ich habe halt gemerkt, dass mein Körper wieder die Wunden heilt.
[44:16] Also es waren ja quasi Wunden an den Schleimhäuten. Die Wunden sind halt wieder weniger geworden.
[44:23] Und ja, insgesamt kam halt auch wieder ein bisschen Kraft zu mir.
[44:28] Und das dauerte dann gar nicht so lange. Dann lief ich halt mit dem Laufwagen
[44:32] schon wieder über den Flur.
[44:34] Das heißt aber, davor war ja dann irgendwann der Moment, wo du dann realisiert
[44:38] hast, ich glaube, es hat geklappt.
[44:41] Ich kann das hier überleben. Ich überlebe das hier. Oder war das gar nicht so
[44:45] ein Moment, weil du es dir die ganze Zeit klar gemacht hast vorher schon?
[44:50] Ja, also für mich gab es halt nie diesen Moment, dass ich es nicht schaffe.
[44:54] Also der stand außer Frage. Egal was war.
[44:58] Also ich hatte dann auch noch die ein oder andere Nebenwirkungen im Nachhinein,
[45:03] dass ich dann auch noch ein bisschen länger Aufenthalt haben durfte im Krankenhaus.
[45:06] Aber auch da, wo ich dann mitbekommen habe, dass irgendwas war,
[45:11] stand für mich außer Frage, dass das irgendwie ein Problem wird.
[45:16] Ja, du musstest ja auch Essen und Laufen wieder neu lernen, ne, danach. Genau.
[45:21] Richtig. Weißt du denn zu diesem Zeitpunkt irgendwas darüber,
[45:25] wer dir Stammzellen gespendet hat?
[45:28] Jein. Also ich wusste drei Sachen.
[45:32] Also, dass sie weiblich ist, dass sie aus Deutschland kommt und dass sie ungefähr mein Alter hat.
[45:38] Und Nele, was wusstest du? Also wurdest du darüber informiert,
[45:42] dass deine Spende tatsächlich ein Leben gerettet hat?
[45:45] Ich habe zwischendurch mal von der Klinik E-Mails bekommen, wo drin steht,
[45:50] dass es dem Patienten den Umständen entsprechend gut geht.
[45:54] Aber weitere Informationen habe ich nicht bekommen, nein. Das hätte ja auch alles sein können.
[45:58] Also es ist jetzt nicht so, dass man da irgendwie auf dem Laufenden gehalten wird, so richtig. Nein.
[46:05] Lukas, 1. Juli 2022 wirst du aus dem Krankenhaus entlassen. Also nach einem
[46:08] halben Jahr, wo du dachtest, es sind nur drei Tage, aber dann war es ein halbes Jahr.
[46:12] Wie geht es dir da? Also wie ist das dann wieder zu Hause zu sein nach so langer Zeit?
[46:18] Ja, war schon aufregend. Also ich sage mal ein halbes Jahr nicht zu Hause sein.
[46:22] Also ich bin im Winter ins Krankenhaus gefahren und komme sozusagen mitten im
[46:28] Sommer wieder nach Hause.
[46:29] Die ganze Welt sah auf einmal anders aus.
[46:32] Also ja, ist schon...
[46:34] Crazy, also unbeschreiblich. Worauf hast du dich am meisten gefreut?
[46:39] Am meisten gefreut habe ich mich darauf, zu Hause zu schlafen,
[46:44] ohne dass nachts jemand ins Zimmer kommt, tatsächlich.
[46:48] Weil halt die Pflegerinnen und Pfleger, die kommen halt nachts so zwei,
[46:53] dreimal ins Zimmer und machen halt so jeden Rundgang.
[46:56] Und ich bin halt sehr häufig davon wach geworden.
[47:00] Ja, das war halt so mal wieder eine Nacht durchschlafen.
[47:05] Das war so ein großer Wunsch, den ich hatte und das klappte dann auch relativ
[47:12] schnell, Gott sei Dank. Mega gut.
[47:15] Es hat natürlich dann noch ein bisschen gedauert, bis du wieder richtig fit
[47:18] geworden bist, bis du wieder richtig der Alte geworden bist.
[47:20] Das ist ja auch klar nach so einer Geschichte.
[47:24] Es dauert noch, glaube ich, ein paar Monate, bis du dann den Kontakt zu deiner
[47:28] anonymen Spenderin suchst, weil du ja auch selber einiges wahrscheinlich erst mal regeln musstest.
[47:34] Wie ist das bei der DKMS? Kann man da sagen, hallo, ich habe jetzt hier die
[47:38] Spende bekommen, gib mir mal die Telefonnummer von der Spenderin oder von dem
[47:41] Spender oder wie funktioniert das?
[47:43] Nicht ganz, nein. Also man hat eine Sperrfrist von zwei Jahren.
[47:48] Und innerhalb dieser zwei Jahren kann man einen anonymen Briefkontakt halten.
[47:53] Das bedeutet, keine Informationen, die auf mir als Person zurückzuführen sind.
[48:02] Ist halt schon schwierig. Was schreibt man da?
[48:05] Ja klar. Ich habe dann im Dezember 2022, also zu Weihnachten,
[48:11] habe ich dann den ersten Brief geschrieben,
[48:13] um halt erstmal so ein Danke zu sagen, zu Weihnachten, schöne Weihnachten,
[48:20] frohes neues Jahr zu wünschen.
[48:22] Ja, einfach mal so den ersten Kontakt herzustellen. Aber du durftest da nichts
[48:28] reinschreiben, also du durftest jetzt wahrscheinlich kein Foto reinlegen,
[48:32] nicht deinen Namen schreiben, nicht wo du wohnst, also nichts,
[48:34] was irgendwelche Rückschlüsse zulässt.
[48:36] Nein, und der wird halt auch gegengelesen.
[48:39] Und wie ich dann halt auch mitbekommen habe, wo ich dann einen Brief von Nele
[48:44] zurückbekommen habe, werden dann auch für einzelne Sachen geschwärzt.
[48:47] Das heißt, okay, das ist ja logisch, dass ihr nicht die Adresse voneinander
[48:50] kriegt, du schickst deinen Brief an die DKMS und die leitet den dann an Nele
[48:54] weiter, so funktioniert das und deswegen gucken die auch nochmal drüber. Genau.
[48:57] Ich gebe den bei meiner Klinik ab. Die leiten den dann an die entsprechende
[49:02] Organisation weiter. In meinem Fall war es natürlich dann auch die DKMS.
[49:06] Und genau, die schicken das dann weiter an die Spenderin oder Spender.
[49:12] Was durftest du denn schreiben außer frohe Weihnachten? Oder was hast du in
[49:14] den ersten Brief reingeschrieben?
[49:15] Weil viel mehr konntest du ja nicht sagen, ohne irgendwie zu viele Details zu nennen.
[49:19] Ja, also grundsätzlich hatte ich geschrieben, dass ich aus Deutschland kam,
[49:24] wie es halt so grundsätzlich mir gerade aktuell geht, dass ich halt super dankbar bin,
[49:30] dass ich die Spende erhalten habe und ja, ansonsten habe ich geschrieben,
[49:36] dass ich mich freue, wenn ein Kennenlernen möglich wäre, dass wir uns kennenlernen
[49:41] könnten, ja, ansonsten.
[49:45] Boah, weiß ich jetzt gar nicht. Ehrlich gesagt mehr ganz genau,
[49:47] was ich sonst noch reingeschrieben habe.
[49:51] Ganz so lang war er ehrlich gesagt auch nicht. Da waren nur zwei Seiten in Entführungsstrichen.
[49:55] Nur? Also ich habe schon lange keinen Brief von zwei Seiten mehr geschrieben, ehrlich gesagt.
[49:59] Man schreibt ja so selten Briefe in diesen Zeiten.
[50:02] Nele, du hast ja glaube ich mehr als ein halbes Jahr gar nicht gewusst,
[50:05] was aus deiner Spende geworden ist, außer dass es der Person den Umständen entsprechend
[50:09] gut geht, hast du ja gerade gesagt.
[50:11] Jetzt kommt auf einmal dieser Brief bei dir an. Was war das für ein Gefühl?
[50:15] Ich habe geweint. Ich habe geweint vor Freude. Ich habe mich sehr gefreut.
[50:21] Es war auch ein bisschen erleichternd, was von ihm zu hören, persönlich.
[50:27] Und einfach ganz große Freude. Weil du wusstest, deine Spende hat richtig was
[50:31] Tolles bewirkt und da gibt es jetzt einen Menschen, der weiterleben darf. Genau.
[50:37] Du hast ja ganz offensichtlich, Lukas, auch geantwortet, Sonst würden wir hier
[50:40] jetzt nicht zu dritt sitzen.
[50:42] Was hast du ihm geschrieben? Weil auch du durftest ja wahrscheinlich jetzt nicht
[50:46] allzu viele Details nennen. Ich habe geschrieben, dass ich mich freue, was von ihm zu hören.
[50:50] Dass ich mich freue, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht.
[50:55] Ich habe da noch reingeschrieben, was meine Interessen sind.
[50:58] Wie groß ich bin. Aber das wurde natürlich geschwärzt.
[51:01] Das darfst du da nicht reinschreiben. Auch das sogar. Ja.
[51:04] Okay, krass. Dass sie einen Hund hatte, wurde geschwärzt. Dass ich HSV-Fan bin,
[51:09] wurde geschwärzt. Vor allem,
[51:11] Wow, das ist ja wild. Macht so eine Brieffreundschaft nicht unbedingt einfacher,
[51:17] wenn so vieles geschwärzt wird, aber ich könnte mir vorstellen,
[51:20] man ist doch total neugierig auch auf den anderen und macht sich dann ja vielleicht
[51:24] auch so ein bisschen so ein Bild, wie man sich die Person vorstellt oder wie war das bei dir, Nele?
[51:30] Mir ist bei dem ersten Brief klar, also ich wusste, ich hatte ja keine Information,
[51:33] wer das ist oder ob es Mann oder Frau ist, wusste ich ja alles nicht,
[51:36] aber nach dem ersten Brief war mir dann klar, das ist auf jeden Fall ein Mann,
[51:39] weil die Schrift, die war so schlimm.
[51:43] Ja, das muss ich zu meiner Schande gestehen, ja, das stimmt.
[51:49] Ja. Also du wusstest, es war ein Mann, okay. Genau, aber mehr wusste ich ja
[51:54] dann auch nicht. Aber du warst bestimmt neugierig und hättest gerne mehr gewusst,
[51:58] aber er durfte ja auch nicht so viel schreiben, oder?
[52:00] Oder ist das dann, also ich würde glaube ich wahnsinnig werden von Neugier,
[52:03] weil ich eh so neugierig bin. Ja, ich war auch wahnsinnig, ja.
[52:05] Ich wollte es unbedingt wissen, ja.
[52:09] Ihr habt dann so ein paar Mal hin und her geschrieben. Die Möglichkeit ist natürlich
[52:13] relativ begrenzt, wenn man nicht
[52:14] mal schreiben darf, dass man HSV-Fan ist oder dass man einen Hund hat.
[52:17] Also dann ist die Konversation nicht so einfach. Ihr habt das gerade,
[52:21] glaube ich, schon kurz angeschnitten. Nach zwei Jahren ist dann diese Sperrfrist vorbei.
[52:25] Da kann man dann seine Kontaktdaten über die DKMS an die andere Person übermitteln,
[52:30] wenn die das auch möchte.
[52:31] Also damit man direkt miteinander sprechen kann.
[52:34] War euch beiden, ich fange mal bei Nela an, direkt klar, dass ihr das wollt?
[52:38] Ja, war mir klar. Und bei Lukas? Ja, auf jeden Fall. Definitiv stand für mich außer Frage.
[52:43] Also wenn meine Spenderin möchte, dann sehr gerne. Wer hat denn jetzt wem zuerst
[52:50] geschrieben? Lukas Mier.
[52:52] Ah, und da durftest du dann jetzt endlich mehr schreiben. Genau.
[52:56] Also man muss halt erstmal eine Einverständniserklärung abgeben an den DKMS,
[53:02] dass man die Daten weitergeben darf.
[53:04] Das musste Nele dementsprechend auch machen. Und mein Behandelarzt musste auch
[53:08] noch zustimmen, dass wir uns halt sozusagen kennenlernen dürfen,
[53:11] dass die Anonymisierung aufgehoben wird.
[53:14] Genau, und dann habe ich halt per E-Mail Nele geschrieben.
[53:19] Das war schon aufregend. Das war auch bestimmt aufregend, das zu bekommen, die Mail, Nele.
[53:26] Erzähl mal ein bisschen. Gab es Sachen, die dich überrascht haben oder womit
[53:30] du vielleicht auch nicht gerechnet hast? Weil du wusstest ja,
[53:32] glaube ich, wirklich nur, es ist ein Mann aus Deutschland.
[53:34] Ja, mich hat alles überrascht, weil ich ja wirklich gar keine Informationen hatte.
[53:39] Also ich habe mir wirklich überhaupt nichts ausgemalt, weil ich hatte gar keine
[53:43] Informationen, gar nichts.
[53:44] Ja, und dann, was hast du ihm denn zurückgeschrieben? Also hast du auch wahrscheinlich
[53:50] ein bisschen was über dich erzählt und so, was du so machst oder wie waren so
[53:53] die ersten Kontaktversuche sozusagen?
[53:57] Ja, ich glaube, ich habe nochmal so ein bisschen über mich erzählt,
[54:00] wie groß ich halt bin, wie ich ungefähr, wie ich aussehe, was so meine Interessen
[54:04] sind und ja, eigentlich das Gleiche wie vorher nochmal.
[54:07] Alles, was geschwärzt wurde, habe ich nochmal wiederholt.
[54:12] Sehr gut, wobei es auch glaube ich bei den Briefen nicht lange bleibt,
[54:16] ihr wechselt dann relativ schnell zu WhatsApp und da entsteht dann irgendwie
[54:18] so der Wunsch sich auch mal in echt zu begegnen und verabredet euch dann für
[54:24] ein Treffen bei Nele im Norden,
[54:26] das ist ja das sind wir jetzt sozusagen am Anfang wieder von diesem Podcast.
[54:30] Lukas, warum ist es dir so wichtig, deine Stammzellenspenderin kennenzulernen?
[54:34] Du könntest ja auch einfach sagen, hier hast du eine Packung Merci oder was auch immer.
[54:38] Vielen Dank, schönes Leben noch. Nein, also ich wollte sie halt kennenlernen
[54:43] und einmal gucken, wer ist der Mensch, der so selbstlos war und der halt, ja.
[54:51] So viel, also in meinen Augen so viel, also muss man natürlich immer aus meiner
[54:57] Sicht her sehen, gemacht hat für mich.
[55:00] Ja, ich wollte sie halt einmal persönlich kennenlernen, um zu gucken,
[55:04] wer ist sie und vielleicht passt es ja und es entsteht irgendwie eine Freundschaft heraus oder ja,
[55:14] man kann einfach auch einmal persönlich Danke sagen.
[55:17] Einfach mal in die Augen auch gucken, ne? Genau, richtig.
[55:21] Und du hast ja eben am Anfang schon erzählt, dass du da irgendwie stehst vor
[55:26] Nelis Tür mit Tränen in den Augen und dann macht sie die Tür auf.
[55:30] Wie begrüßt man sich denn dann? Weil eigentlich, ihr kennt euch ja nicht,
[55:33] ihr habt euch ja noch nie gesehen, aber gleichzeitig verbindet euch ja so viel.
[55:38] Also ich könnte mir vorstellen, dass das eine sehr seltsame Situation ist.
[55:41] Und ja, also ich habe halt erst mal im ersten Moment gar nicht viel rausgekriegt an Wörter.
[55:48] Ich habe einfach nur high gesagt und dann sind wir uns eigentlich quasi schon
[55:52] fast in den Arm gefallen.
[55:55] Und wir haben erstmal ein paar Minuten uns am Abend und ja.
[56:00] Ein paar Tränchen verdrückt. Da haben wir dann erstmal zusammen ein bisschen geheult. Ja.
[56:06] Und ja, das dauerte dann so ein paar Minuten, wo das dann sich alles ein bisschen
[56:10] gelegt hat, wo man dann auch angekommen ist und wo man dann halt irgendwann
[56:14] auch gemerkt hat, oh ja, das passt wohl.
[56:18] Und wo man dann auch so das erste Mal zusammen gelacht hat. Und wo man dann
[56:23] so miteinander warm geworden ist. Wie war es für dich, Nele?
[56:27] Also ich war viel aufgeregter, ihn zu treffen, als wie Vater Spende, muss ich sagen. Okay.
[56:34] Ja, es war einfach schön. Also man war aufgeregt, aber da hat man sich gesehen,
[56:40] hat sich umarmt und kurz zusammen geweint und war einfach glücklich,
[56:43] dass man sich endlich kennenlernen durfte.
[56:45] Zwei Jahre waren dann doch lange und endlich war es dann soweit.
[56:50] Ich kann mir auch vorstellen, dass man sich wahrscheinlich, gerade weil es ja
[56:52] zwei Jahre so eine lange Zeit ist, dass man sich das dann vielleicht auch ausmalt
[56:55] im Kopf, wie das dann ablaufen könnte, wie das ist, wie der andere vielleicht ist.
[57:00] War denn das Treffen so, wie ihr beiden euch das vorgestellt habt vorher?
[57:05] Also ich fand es viel schöner, als ich mir das hätte vorstellen können tatsächlich,
[57:08] weil es passte einfach gleich zwischen uns.
[57:10] Wir hatten einfach eine Wellenlänge und haben gleich beim ersten Treffen so
[57:15] viel gelacht und tolle Gespräche gehabt und so.
[57:18] Es war einfach wirklich viel, viel schöner, als was ich gedacht hätte.
[57:21] Ja, also wir haben ja dann unterm Strich fast irgendwie acht Stunden gequatscht
[57:26] und haben quasi kein Ende gefunden und ohne Punkt und Komma und hatten irgendwie
[57:31] die ganze Zeit Gesprächsbedarf,
[57:33] also Stoff auch und wir saßen,
[57:37] glaube ich, kein einziges Mal irgendwie ein, zwei Minuten und haben uns angeschweigt,
[57:40] sondern wir haben die ganze Zeit miteinander geredet und,
[57:44] Haben was zusammen gegessen, getrunken und uns ausgetauscht.
[57:51] Krass, so als ob ihr euch schon ein Leben lang kennen würdet eigentlich, ne? Ja, sagt auch jeder.
[57:56] Also jeder sagt, als ob wir uns schon ewig kennen.
[58:00] Witzig und das bei einer Person, die man vorher noch nie gesehen hat.
[58:04] Das ist ja auch Wahnsinn.
[58:05] Ich vermute mal, euch ist direkt klar, dass ihr euch dann auch wiedersehen wollt, oder?
[58:09] Ja, definitiv. Und ich finde, man spürt das jetzt auch so mit euch beiden hier,
[58:16] dass da eine richtige Freundschaft entstanden ist.
[58:18] Wie ihr euch anguckt, wie ihr zusammen lacht an den Stellen,
[58:21] wie ein Miteinander lacht und manchmal auch ein bisschen übereinander lacht.
[58:25] Jetzt habe ich gehört, ihr wart kürzlich zusammen beim Scooter-Konzert. Ja.
[58:31] Wer hat wen damit hingeschneppt oder wolltet ihr da beide unbedingt hin?
[58:35] Lukas hat mir die Karten zu Weihnachten geschenkt, aber wir wollten da beide
[58:38] gerne hin. Er hat sie jetzt nicht mir geschenkt, weil er mit jemandem da hin
[58:41] wollte, sondern wir wollten da beide gerne hin.
[58:43] Und er hattet wahrscheinlich einen wahnsinnig schönen Abend,
[58:46] so wie ich euch einschätze. Oh ja, war sehr schön. Ja, richtig geil. Richtig schön.
[58:52] Und das ist ja auch interessant, dass ihr jetzt dann auch so einen Teil vom
[58:56] Leben des anderen wahrscheinlich kennenlernt. Also auch Umfeld, Partner und so weiter.
[59:01] Da ist jetzt einfach ein neuer Mensch in euer Leben getreten,
[59:04] Was ja irgendwie richtig toll einfach ist, oder? Ja.
[59:07] Ja, also man kann schon sagen, man hat eine Freundin,
[59:13] dazugewonnen. Eine Freundschaft. Du hast vor einigen Wochen geheiratet,
[59:18] Lukas. Herzlichen Glückwunsch an der Stelle.
[59:20] Genau, dankeschön. Und da durfte Nene natürlich nicht fehlen,
[59:23] obwohl ihr euch ja eigentlich erst seit letztem Jahr so richtig kennt.
[59:26] Also, was würdest du sagen, was macht eure Freundschaft so besonders?
[59:32] Ja, dass wir uns einfach quasi blind verstehen, auch wenn wir mal zwei oder
[59:37] drei Wochen nicht schreiben, dass wir einander auch nicht böse sind und Und dass wir, ja.
[59:46] Einfach die gleichen Wellenlänge, würde ich sagen.
[59:49] Also ein doppeltes Match quasi.
[59:52] Stimmt, ein Match und ein Match. Ja, körperlich und irgendwie geistig und vom
[59:56] Charakter auch. Das ist natürlich, ja.
[1:00:00] Das hätte man sich ja nicht schöner ausmalen können irgendwie in so einem Hollywood-Film.
[1:00:05] Wie geht es dir heute, Lukas? Wie ist es mit der Gesundheit?
[1:00:09] Ja, also ich kann nicht klagen, sage ich mal so.
[1:00:13] Ich bin Vollzeit am Arbeiten,
[1:00:15] Und klar, ich muss den nun wieder nochmal zum Check-up, mal eben Blut abgeben
[1:00:20] und Kontrolle machen lassen.
[1:00:24] Aber im Großen und Ganzen bin ich jetzt seit dem 1.7.2023.
[1:00:31] Also genau ein Jahr, nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen bin,
[1:00:34] habe ich die Arbeit wieder angetreten als Vollzeit. und ja, mir geht's gut.
[1:00:40] Ich lebe, der Alltag ist quasi wieder eingekehrt.
[1:00:43] Ja, alles dabei quasi.
[1:00:45] Aber das heißt, du hast keine Beschwerden mehr und du musst auch keine Medikamente mehr nehmen. Genau.
[1:00:51] Du bist also gesund. Was die Transplantation angeht, sind alle abgesetzt.
[1:00:55] Ja, mir geht's bestens. Blühende Leben. Das ist toll.
[1:01:00] Für dich, Lukas, war es ja ein Riesenglück, dass Nele bei der DKMS registriert
[1:01:04] war und dass sie dann auch bereit war zu spenden.
[1:01:07] Nele, was würdest du Leuten mitgeben, die noch zögern, ob sie sich registrieren sollen?
[1:01:13] Weil ehrlich gesagt, bei mir ist es auch so, ich habe das hier liegen und denke
[1:01:16] immer, ich kümmere mich später drum, aber irgendwie schiebe ich es dann immer
[1:01:20] weiter, bin ich ganz ehrlich.
[1:01:21] Also gibt es bei mir gar keinen Grund. Ich glaube, es ist einfach Faulheit.
[1:01:23] Also was würdest du mir sagen und all den anderen, die das vielleicht noch vor
[1:01:27] sich her schieben? Es kann Leben retten, ganz klar.
[1:01:31] Und es ist nicht schlimm, also es ist wirklich nicht schlimm zu spenden.
[1:01:35] Du wärst super betreut von der DKMS.
[1:01:38] Du hast bis zwei Wochen danach höchstens Schmerzen ein bisschen,
[1:01:42] aber auch nicht schlimme Schmerzen. Es tut ein bisschen weh.
[1:01:44] Und dann ist nichts mehr. Dein Leben geht weiter und du hast was super Tolles
[1:01:48] gemacht. Das hast du auf jeden Fall.
[1:01:50] Lukas, was würdest du mir und den anderen Leuten sagen, die vielleicht noch
[1:01:53] nicht registriert sind?
[1:01:54] Ja, registriert euch. Also es ist eine wichtige, sehr, sehr wichtige Sache und
[1:02:01] helft damit euren genetischen Zwilling.
[1:02:05] Und ermöglicht ihnen halt eine zweite Lebenschance, so wie Nele sie mir gegeben hat. Und,
[1:02:14] Ja, für den Patienten ist es halt eine riesengroße Sache. Da habe ich jetzt
[1:02:20] glaube ich eben schon ein paar Mal gesagt.
[1:02:22] Ja, dieses Verhältnis, man gibt eine ganz kleine Sache, aber es ist einfach
[1:02:28] eine riesengroße Sache für jemand anderen.
[1:02:32] Oder man investiert halt eine ganz kleine Zeit, um halt ganz viel Zeit zu schenken.
[1:02:38] Das ist auch so ein schöner Satz, den ich da schon mal gehört habe.
[1:02:42] Man rettet dadurch effektiv Leben oder man kann dadurch Leben retten und das
[1:02:49] ist halt eine schöne Sache, finde ich.
[1:02:52] Absolut. Du hast gerade gesagt, die zweite Chance, das fand ich ganz interessant.
[1:02:55] Also du hast eine zweite Chance bekommen in deinem Leben. Würdest du sagen,
[1:02:59] du blickst heute anders auf dein Leben, weil du eben auch weißt,
[1:03:02] dass es die zweite Chance ist?
[1:03:04] Ja, also ich sage mal, ich glaube, ich weiß meinem Körper jetzt besser zu lesen.
[1:03:10] Also gerade wenn ich irgendwie mal schlapp oder krank bin oder so Warnzeichen.
[1:03:18] Ich hatte jetzt letztes Jahr im Dezember, bis zum Januar hatte ich eine Lungenentzündung
[1:03:22] aufgrund einer Erkältung, bis zum Corona-Infektion vorher.
[1:03:26] Ich habe halt direkt gemerkt, da ist was. Also man hört halt einfach auf diese
[1:03:31] Warnsignale, die der Körper hin und wieder aussendet, da hört man jetzt mehr oder stärker drauf.
[1:03:38] Um einfach den Körper zu schützen und dann auch mal kürzer zu treten.
[1:03:44] Also ich sage mal, früher war ich eher der Mensch, der nicht kürzer getreten
[1:03:47] ist und vielleicht auch mal die eine oder andere Stunde mehr gearbeitet hat,
[1:03:51] auch wenn ich hätte vielleicht schon Feierabend machen sollen.
[1:03:54] Aber jetzt ist man, glaube ich, doch eher ein bisschen vorsichtiger, sage ich mal so.
[1:04:00] Genießt du es auch mehr, weil du auch weißt, wie schnell es vorbeigehen kann? Definitiv.
[1:04:04] Also ich habe mir im Krankenhaus eine To-Do-Liste geschrieben, ganz am Anfang.
[1:04:10] Also es war wirklich in der zweiten oder dritten Woche.
[1:04:13] Habe ich mir eine To-Do-Liste geschrieben, was ich halt so in meinem Leben erleben möchte,
[1:04:17] was ich noch machen möchte und ob es jetzt so Kleinigkeiten sind oder so große
[1:04:23] Sachen sind, wie irgendwie ein Haus bauen oder Familie gründen oder oder oder.
[1:04:29] Und wenn ich halt so auf diese To-Do-Liste blicke, dann fehlen da gar nicht
[1:04:34] mehr ganz so viele Dinge.
[1:04:36] Also viele Dinge sind schon abgehakt worden, wo ich mich halt sehr drüber freue.
[1:04:43] Und ja, mal gucken, was so als nächstes abgehakt werden kann.
[1:04:48] Also ein Thema ist zum Beispiel ein Pilotenschein, den ich gerne machen möchte.
[1:04:53] Ich liebe die Luft und das Fliegen und möchte gerne,
[1:04:59] Ja, ein Pilot werden einer kleinen Maschine und da ist, glaube ich,
[1:05:04] so mein nächster Fokus drauf. Aber mal gucken.
[1:05:06] Dann drücke ich da schon mal die Daumen, dass das klappt.
[1:05:09] Nele, was macht es mit dir zu wissen, dass du mit deiner Spende Lukas das Leben
[1:05:14] gerettet hast? Ich freue mich unwahrscheinlich für Lukas.
[1:05:18] Ich freue mich einfach. Auch wo ich bei der Hochzeit war und ich sehe Lukas
[1:05:22] und seine Frau zusammen.
[1:05:26] Ich freue mich einfach aus tiefstem Herzen. Ich habe so eine Freude für die
[1:05:28] beiden. Ich freue mich einfach.
[1:05:30] Das ist so schön zu hören. Ich habe ja in diesem Podcast immer zwei Abschlussfragen.
[1:05:34] Heute sind es sozusagen vier, weil ich die zwei Fragen zweimal stellen muss.
[1:05:38] Ich fange mit dir an, Nele. Wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst,
[1:05:44] welches Gefühl löst das in dir aus?
[1:05:47] Also dieser Moment, wo ihr da
[1:05:48] beide vor der Tür steht. Also du auf deiner Seite, Lukas auf der anderen.
[1:05:53] Freude. Hm?
[1:05:57] Und bei dir, Lukas? Einfach nur Freude, dass sie es gemacht hat,
[1:06:02] dass es sie gibt, dass es doppelt gematcht hat.
[1:06:06] Sehr schön. Wie war das für euch heute mit mir, über diesen einen Moment zu sprechen?
[1:06:12] Also ich hatte Angst und war aufgeregt, weil ich sowas noch nie gemacht habe.
[1:06:16] Aber es war doch sehr schön. Es war gar nicht so schlimm.
[1:06:20] Es hat gar nicht wehgetan. Nee.
[1:06:25] Wie war es für dich, Lukas? Ich finde es sehr schön, weil ich bin jemand,
[1:06:31] der auch viel über die Zeit spricht.
[1:06:34] Also deswegen bin ich halt auch ehrenamtlich für die DKMS unterwegs,
[1:06:38] um halt auf diesem Thema Aufmerksamkeit zu errichten,
[1:06:43] um halt einfach das Thema so ein bisschen auch mehr in die Mitte der Gesellschaft
[1:06:47] zu kriegen, um das einfach den Leuten zu zeigen, es ist ein wichtiges Thema
[1:06:54] und registriert euch oder setzt euch mit dem Thema auseinander.
[1:06:59] Habt ihr Fragen, schreibt eine E-Mail an die DKMS oder wie auch immer,
[1:07:05] sodass ihr die Fragen beantwortet bekommt.
[1:07:08] Oder habt ihr Angst, ruft bei der DKMS an, es kann euch eventuell die Angst
[1:07:14] genommen werden und dann registriert euch.
[1:07:17] Und somit möchte ich halt einfach Aufmerksamkeit schaffen und das ist halt so
[1:07:22] meine Motivation halt auch für die DKMS mich einzusetzen und dann auch heute für diesen Podcast.
[1:07:28] Wenn eine Person das hört und sich registriert, dann ist das schon ein voller
[1:07:33] Erfolg. Das stimmt, weil die eine Person kann ja genau die Person sein,
[1:07:37] die anderswo irgendwo gebraucht und händeringend gesucht wird.
[1:07:42] Das ist mir heute auch nochmal viel klarer geworden. Also ich werde jetzt definitiv
[1:07:47] die Sachen abschicken, die ich hier liegen habe.
[1:07:49] Deswegen, die eine Person habt ihr schon mal erreicht. Super. Ich bin das in dem Fall.
[1:07:53] Aber nein, ich finde es ganz, ganz toll, weil die Geschichte von euch beiden
[1:07:58] so wahnsinnig inspirierend ist.
[1:07:59] Und ich habe ja oft auch hier mit tragischen Geschichten zu tun.
[1:08:01] Das ist eine Geschichte, finde ich, die ihr mir gerade erzählt habt,
[1:08:05] die auch so ganz viel Mut macht und die auch einen mit so einem schönen Gefühl
[1:08:09] rausgehen lässt, weil ihr habt beide, glaube ich, positiv das Leben des anderen verändert.
[1:08:14] Jeder auf seine Art. Ja, bereichert.
[1:08:17] Bereichert. Ja, voll. Deswegen, Nele, Lukas, Vielen Dank für eure Zeit,
[1:08:22] es war ein ganz tolles Gespräch. Vielen Dank. Vielen Dank.
[1:08:26] Ja, ey, das war echt eine Geschichte, die mir ganz nahe gegangen ist auf eine
[1:08:32] andere Art, irgendwie auf eine ganz positive Art.
[1:08:35] Und es freut mich so sehr, dass aus dieser lebensrettenden Spende am Ende sogar
[1:08:40] eine richtig tiefe Freundschaft geworden ist.
[1:08:41] Also das hätte sich ein Drehbuchautor oder eine Drehbuchautorin nicht besser ausdenken können.
[1:08:46] Aktuell sind bei der DKMS in Deutschland mehr als 8 Millionen Menschen registriert.
[1:08:51] Weltweit sind in der Datei aktuell mehr als 13 Millionen Menschen,
[1:08:55] die sich für eine Stammzellspende zur Verfügung stellen würden.
[1:08:58] Das ist erstmal toll und hört sich viel an, wenn man aber bedenkt,
[1:09:01] dass nur ein Prozent aller Registrierten jemals für eine Spende infrage kommen.
[1:09:07] Weiterhin viel zu tun und alleine dafür war das Gespräch, glaube ich,
[1:09:11] heute schon wertvoll, weil ich habe mir vorgenommen, dass ich jetzt dieses Set,
[1:09:14] was ich hier zu Hause noch liegen habe, ich gebe es ja zu, dass ich das jetzt
[1:09:18] rausschicke und dass ich auch Spender werde.
[1:09:20] Und ihr könnt es natürlich auch machen, würde mich natürlich freuen,
[1:09:24] wenn dieser Podcast dazu beitragen kann, dass wir das Leben von Menschen retten.
[1:09:31] Die nächste Folge von dieser eine Moment hört ihr wie immer zuerst im kostenfreien
[1:09:36] Bereich der Podimo-App.
[1:09:37] Dafür müsst ihr euch nicht mal anmelden. Das kostet nichts. Ihr könnt einfach
[1:09:40] auf Podimo gehen und hören.
[1:09:42] Zwei Wochen später kommen die Folgen dann auch überall sonst raus, wo ihr Podcasts hört.
[1:09:48] Ich freue mich, wenn ihr wieder dabei seid. Und falls ihr Lust habt,
[1:09:51] könnt ihr mir natürlich, falls ihr es noch nicht gemacht habt,
[1:09:53] gerne eine Bewertung da lassen. Wir hören uns in zwei Wochen wieder.
[1:09:57] Oder jetzt schon, wenn ihr zu Podimo wechselt. Bis dahin. Tschüss.
[1:10:05] Dieser eine Moment, der Podcast mit Philipp Fleiter, ist eine Produktion von
[1:10:10] Philipp Fleiter und WeMind im Auftrag von Podimo.
[1:10:13] Redaktion Philipp Fleiter, Laila Keuthage und WeMind. Sounddesign und Schnitt
[1:10:18] Marius Fuchtmann für WeMind.

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