# "Leben mit Panikattacken" mit Psaiko.Dino

An episode of [Dieser eine Moment – Der Podcast mit Philipp Fleiter](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1754096105), 18 Oct 2026, 1 h 07 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1806-dieser-eine-moment-der-podcast-mit-philipp-fleiter/255281-panikattacken-mit-psaikodino.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69aaf1da6ba1a&awEpisodeId=255281

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## Transcript

[0:00] Und das war so ein unfassbarer Hype. Es gab Clubs, da mussten am DJ-Pult von
[0:05] innen zehn Securities dagegen drücken, weil der Ansturm von vorne zu groß war.
[0:10] Du kriegst gesagt, ihr fliegt jetzt heute nach Berlin, ihr sollt da in einem
[0:13] Club auftreten, wir kommen da hin, da ist eine Schlange, weiß ich nicht,
[0:17] bis nach Potsdam. So, und dann bin ich mehrere Nächte um das Krankenhaus gelaufen.
[0:21] Also, es ist wirklich, dein Körper sagt dir jetzt, du stirbst.
[0:28] Manchmal sind es nur ganz kurze Momente, die ein Leben komplett verändern können.
[0:34] Ein Augenblick, eine Entscheidung, ein Ereignis, ein Wimpernschlag und danach ist alles anders.
[0:43] Ich bin Philipp Fleiter und ich treffe in diesem Podcast Menschen,
[0:46] um mit Ihnen genau über diesen einen Moment zu sprechen, der Ihr Leben für immer verändert hat.
[0:53] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge dieser einen Moment.
[0:56] Und bevor wir loslegen, will ich euch ganz kurz Danke sagen.
[1:00] Ich habe so unglaublich viel Feedback bekommen zur letzten Folge mit Anja,
[1:05] vor allem auf meinem Instagram-Profil.
[1:08] Und das bedeutet mir und das bedeutet Anja auch wahnsinnig viel,
[1:11] dass ihr da so mitgelitten habt und einfach ein so tolles Publikum seid.
[1:17] Anders kann ich es gar nicht sagen.
[1:19] Heute machen wir mit einem ganz anderen Thema weiter und mit einem Gast,
[1:24] den ihr vielleicht kennen könntet,
[1:26] wenn ihr in den 2010ern so im Bereich Hip-Hop und Pop unterwegs wart.
[1:31] Wir sprechen mit Psycho Dino, der war damals der DJ von Crow und heißt bürgerlich Markus Brückner.
[1:39] Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern, was das für ein Hype damals
[1:42] war. Crow, der Rapper mit der Panda-Maske und alles, was irgendwie dazugehört.
[1:47] Und mittendrin war immer Markus, der selbst neben ihm auf der Bühne stand,
[1:52] Autogramme geschrieben und Fotos mit Fans gemacht hat.
[1:55] Was damals aber niemand sieht, wie krass Markus eigentlich mental zu kämpfen
[2:01] hat. Wie gerne er einfach von der Bühne rennen und sich verkriechen würde,
[2:05] wie schlecht es ihm im Alltag oft geht.
[2:08] Markus hat mich vor einiger Zeit bei Instagram angeschrieben,
[2:11] weil er Verbrechen von dem angehört hat und irgendwie sind wir dann ins Gespräch gekommen.
[2:16] Jetzt sitzt er hier bei mir im Podcast und erzählt die Geschichte,
[2:20] die er noch nie öffentlich erzählt hat.
[2:24] Markus, schön, dass es geklappt hat. Ja, ich freue mich auch. Mensch.
[2:28] Verrückt. Jetzt sitzen wir beide hier zusammen. Wir sprechen über einen ganz
[2:32] bestimmten Moment in deinem Leben und zwar einen, der am 31.
[2:36] Mai 2012 passiert. Also ist jetzt auch schon fast 15 Jahre her.
[2:40] Damals bist du 26. Es ist später Nachmittag und du stehst mit Crow beim Asta
[2:46] Festival der Uni Paderborn auf der Bühne und baust gerade vor eurem Auftritt die Technik auf.
[2:52] Es ist euer allererstes Festival und ich habe extra nochmal in meinem Handy
[2:56] geguckt, ich war damals nicht dabei, sondern zwei Jahre später war ich das erste
[3:00] Mal auf dem AStA Festival, also da haben wir uns verpasst,
[3:04] aber ja, allererster Festival auftritt, ich kann mir vorstellen,
[3:07] gewisse Aufregung ist da, wie sieht es zu diesem Zeitpunkt vor der Bühne aus,
[3:13] also was ist so deine View als Künstler auf der Bühne?
[3:18] Also man muss sagen, für uns war das ja alles komplett neu, also generell auf
[3:23] so einer großen Bühne zu stehen und,
[3:27] ja, wie es so sein sollte am ersten Festivaltag, es hat geschüttet in Strömen,
[3:35] und es war einfach, es war keiner da.
[3:39] Das ist jetzt nicht der Blick, den man sich jetzt unbedingt wünscht,
[3:41] wenn man das erste Mal auf so einer großen Bühne steht, aber dann siehst du
[3:46] so aus dem Augenwinkel, da ändert sich gerade was, was passiert denn dann?
[3:51] Ja genau, was irgendwie, also und deswegen passt das auch echt perfekt zu diesem
[3:56] Podcast, dieser Moment.
[3:58] Es ist so, die Sonne ist aufgegangen und du hast gemerkt, also es wurde immer
[4:03] voller und voller Richtung.
[4:04] Man muss schon auch sagen, also wenn Umbauarbeiten sind, da löst sich es ja schon mal.
[4:10] Die Menschen, weiß ich, holen sich Getränke genommen aufs Klo und so.
[4:12] Aber es war schon, es hat einfach in Ström geregnet.
[4:15] Also es war wirklich so, es hätten wahrscheinlich dann bei Sonnenschein zu dem
[4:20] Zeitpunkt mehr Menschen schon da gestanden.
[4:23] Und dann hat es aber wieder angefangen zu regnen, aber diesmal sind die Menschen
[4:28] geblieben und es sind tausende Regenschirme nach oben gegangen.
[4:33] Das war ein wirklich sehr schönes Bild, was sich bei mir bis heute eingeprägt
[4:37] hat, weil alle Farben, Formen, wie man sich das vorstellen kann und die waren
[4:42] alle da, aber du hast so den ersten Festivalauftritt und du guckst einfach nur
[4:46] auf ein Meer von Regenschirmen.
[4:48] Das ist echt hängen geblieben so, das ist echt verrückt.
[4:50] Und richtig, richtig voll. Ich meine, erster Auftritt hätte ja auch sein können,
[4:54] dass euch da irgendwie keiner sehen will, weil man kannte euch da noch nicht
[4:56] so sehr, wie man euch jetzt vielleicht heute kennt. Also Riesenmenschenmasse
[5:01] wartet auf euch, nur auf euch, dass ihr rauskommt.
[5:04] Was macht das mit dir? Wir waren damals, also ich will jetzt nicht sagen, uns war alles egal.
[5:10] Aber man ist einerseits sehr befreit daran gegangen, also weil das war,
[5:16] da war nicht dran zu denken, dass das der Job werden wird oder sonst irgendwas.
[5:19] Das war halt, also Carlo Crow hat einen gewissen Hype und wir sollen auf dieser
[5:26] Bühne stehen und ein paar Lieder zum Besten geben.
[5:29] Und das war natürlich, einerseits gab es den Faktor, andererseits willst du
[5:34] es natürlich alles richtig machen, alles ist für dich neu.
[5:37] Du hast diese Technik vor dir stehen, wo du jetzt keinerlei Routine drin hast.
[5:42] Du baust alles auf, alles was man zuvor, wir haben das sogar bei uns in der WG vorher geprobt.
[5:47] Also jetzt nicht irgendwie in einem Proberaum oder so, also irgendwann natürlich
[5:52] ging es dann schon auch Richtung Proberaum, aber die Anfänge,
[5:55] weil unser Drummer, der Flo, der auch so ein bisschen die technische Leitung
[5:58] für alles übernommen hat,
[5:59] mit dem habe ich zusammen gewohnt und dann sind große Teile der Show natürlich da entstanden so.
[6:06] Und ja, also dann gab es den Aspekt, dass man natürlich erstmal die Technik
[6:10] kennenlernen muss, auch in Extremsituationen.
[6:13] Ja und dann gab es natürlich noch diesen anderen Aspekt, über den du heute wahrscheinlich reden willst.
[6:17] Ja genau, also lass uns mal ein bisschen reingehen in deinen Kopf.
[6:20] Also was passiert da mental, wenn du siehst, dass so viele tausend Menschen
[6:25] auf dich und auf euren Auftritt warten?
[6:27] Also ich formuliere es mal so, ich hatte zu dem Zeitpunkt nicht so viel Bock auf Menschen.
[6:32] Ich war gerne für mich. Also ich habe da eine ausgeprägte Panikstörung bzw.
[6:38] Angststörung gehabt und sehr große Probleme gehabt, unter Menschen zu sein.
[6:43] Und es gibt auch diesen anderen Moment, es gibt viele kleine Momente natürlich auch.
[6:49] Ich stand im Rewe, so meine erste WG, ich bin gerade frisch nach Stuttgart gezogen,
[6:54] und du bekommst da eine Panikattacke.
[6:56] Dein natürlicher Instinkt sagt dir, raus aus der Situation, so schnell wie möglich.
[7:02] Das habe ich auch gemacht, weil ich nicht gewusst habe, in dem Moment so,
[7:06] also überhaupt, was ist das?
[7:07] Mir geht es nur unfassbar schlecht, unangenehm. Ich habe das Gefühl,
[7:11] ich sterbe, mein Körper sendet mir ganz komische Signale.
[7:15] Dann gehst du aus der Situation so schnell wie möglich raus.
[7:20] Was aber zur Folge hat, dass ich dann danach diesen Rewe nie wieder betreten
[7:25] habe, weil man sich einredet, oh, wenn ich da hingehe, da passiert das Schlimme
[7:31] wieder, so, da geht es mir doof, so.
[7:33] Und dein Handlungsspielraum engt sich immer mehr ein.
[7:37] Damals war ich auch noch bei einem Praktikum, wo ich teilweise mit dem Zug hinfahren musste.
[7:43] Das habe ich relativ oft abgebrochen, weil ich nicht mehr in dieser Bahn sein
[7:48] wollte und bin dann irgendwo im Nirgendwo ausgestiegen.
[7:53] Und ja, diese ganzen Situationen, wo du mit Menschen konfrontiert bist,
[7:57] sind für mich immer mehr zu einem, ja, wie sagt man, zu einem Ort geworden,
[8:01] wo ich nicht sein wollte.
[8:02] Und das betrifft aber jegliche Räume. Also das Rewe ist jetzt nur so ein Beispiel,
[8:07] was mir halt einfällt, weil du da halt relativ oft hin musst so.
[8:10] Und dann bin ich halt nur noch zum Lidl gegangen, bis das dann halt im Lidl
[8:13] passiert ist und so weiter.
[8:15] Aber man hat diesen Fluchtreflex, hast du ja gerade gesagt, denn du willst raus
[8:20] aus der Situation, aber jetzt stehst du ja auf dieser Bühne oder wirst gleich
[8:24] auf dieser Bühne stehen und die Leute warten auf dich. Das heißt,
[8:26] du kannst ja gar nicht weglaufen.
[8:28] Also was geht dir denn da in diesem Moment durch den Kopf? Ja,
[8:31] das ist halt eine absolute Ausnahmesituation in dir, weil du hast einerseits, hast du dieses ...
[8:40] Gefühl, oh mein Gott, du hast ja auch natürlich irgendwie musikalische Träume
[8:46] in irgendeiner Form gehabt, das wird jetzt hier wahr.
[8:50] Aber andererseits ist das gerade für mich eine sehr, sehr schlimme Situation,
[8:53] weil ich finde es ganz schlimm, dass mich so viele Menschen angucken.
[8:57] Ich will keine Panikattacke kriegen. Ich darf keine Panikattacke kriegen.
[9:01] Und viele deiner Zuhörerinnen und Zuhörer werden das wahrscheinlich kennen. Die Angst vor der Angst.
[9:07] Und dann kriegst du halt erst recht eine Panikattacke. So, wenn du dich schon
[9:10] so quasi drauf vorbereitest. Wir sind jetzt ein bisschen gemein und sprechen
[9:14] erst später darüber, wie dieser Auftritt läuft.
[9:17] Also als kleiner Teaser sozusagen. Lass uns vielleicht erstmal über die Angst
[9:22] sprechen, die in deinem Leben eine so große Rolle spielt. Ich glaube,
[9:25] dafür müssen wir doch ein paar Jahre zurückgehen.
[9:27] Du wirst in Ostdeutschland geboren, also das stimmt nicht, was bei Wikipedia
[9:31] steht, möchte ich an der Stelle kurz mal betonen. Da steht, dass du in Stuttgart
[9:35] geboren bist. Wirklich?
[9:37] Okay, krass. Ja, habe ich gestern nochmal nachgeguckt, weil ich es nicht voneinander bekommen habe.
[9:41] Ihr zieht dann aber pünktlich zur Grundschule nach Aschaffenburg.
[9:45] Wie würdest du sagen, wie war dein Aufwachsen so in Aschaffenburg?
[9:49] Was hast du für eine Kindheit dort? Also man muss schon sagen,
[9:52] es war nicht direkt Aschaffenburg.
[9:53] Aschaffenburg war die nächstgrößere Stadt. Das war so im Kahlgrund,
[9:56] also quasi vor Ort oder wie nennt man das vor Dorf eher sogar.
[10:02] Auch eigentlich ganz normale, idyllische, ich würde jetzt sagen,
[10:08] deutsche Kindheit, wie man sich das halt so vorstellt.
[10:11] Man geht zur Grundschule, dann aufs Gymnasium und man muss ganz lange mit dem Bus fahren.
[10:17] Genau und da, das war wirklich ein ganz normales Aufwachsen.
[10:22] Und irgendwann in diesem Aufwachsen kommt dann die Musik in dein Leben.
[10:27] Wie kommt die Musik in dein Leben? Also ein sehr guter Freund von mir damals,
[10:31] und das weiß ich auch noch, weil das war noch auf Disketten,
[10:34] hat mir ein Producing-Programm gezeigt.
[10:37] Kennst du, du kennst auch noch Disketten, ne?
[10:40] Und das hat mich dann nicht mehr losgelassen. Und zufälligerweise habe ich auch
[10:44] immer im Freundeskreis musikinteressierte Menschen gehabt.
[10:48] Ein paar haben immer irgendwie gerappt, ein paar haben lieber Beats gemacht.
[10:52] Oder ich weiß nicht, wir haben auch Veranstaltungen in Aschaffenburg dann irgendwann gemacht.
[10:57] Also das war immer irgendwie, irgendwie
[10:59] hat sich das immer so ein bisschen durchgezogen mit der Musik bei mir.
[11:03] Du hast glaube ich schon vorher irgendwie mit der Stereoanlage so auch richtig
[11:06] klassisch die Musik aus dem Radio aufgezeichnet. Das kennen auch Kinder der
[11:10] 80er und 90er. Die Jungen wissen überhaupt nicht, wovon wir reden.
[11:13] Aber es ist schon auch Musik gesammelt.
[11:16] Also meine Eltern hatten, wie sie es gehört, eine Stereoanlage mit diesen Boxen
[11:20] links und rechts, wo oben so eine Topfpflanze drauf stand. Und dann aus diesen
[11:23] einzelnen Elementen, Kassette, Radio und dann so ein Fünffach-CD-Wechsler und so.
[11:29] Und da ist man halt noch nicht weggegangen. Und ich saß dann immer da und habe
[11:33] dann immer Radio gehört, habe eine Kassette reingemacht, habe dann so vorgehört.
[11:38] Ein Rekord gedrückt, wenn ein neues Song kam. Ich so, ah, hab ich den schon?
[11:41] Nee, hab ich den nicht. Wieder aufgenommen.
[11:44] Und dann wieder so, so hat man sich halt so von Song zu Song vorgearbeitet und
[11:49] hat dann so die, so quasi erste Mixtapes gemacht. Also eigentlich,
[11:52] das mit dem DJ schon damals so, war schon vorhanden.
[11:56] Und das Wildeste ist, was, also das Schlimmste, was einem da passieren konnte,
[12:00] war ja, dass der Scheiß-Radio-Moderator dann in die Songs reinlabert,
[12:04] die man gerade aufnehmen wollte.
[12:06] Aber Musik kommt dann so in dein Leben gerutscht sozusagen. Du baust auch schon
[12:10] so erste Beats, hast du gerade erzählt.
[12:12] Hast du denn zu dem Zeitpunkt schon darüber nachgedacht, dass das auch eine...
[12:16] Karriere-Option sein könnte, dass Musik mal dein Beruf werden könnte?
[12:20] Also ehrlicherweise eigentlich gar nicht. Ich habe ja vorhin gesagt.
[12:23] Ich bin ganz, ganz normal aufgewachsen und das war eigentlich,
[12:29] also so eigentlich wie es auf dem, ich sag mal, im ländlichen Raum vorgegeben ist.
[12:34] Schule, Ausbildung, Haus, zwei Kinder, einmal im Jahr in Urlaub so und das war
[12:40] eigentlich, also ich habe es gerne gemacht und natürlich gibt es irgendwo diesen
[12:44] Traum, Aber das war jetzt nicht so, dass man das irgendwie aktiv verfolgt hat.
[12:48] Ich meine, es kam dann irgendwann MySpace und da habe ich dann erste Beats über
[12:53] MySpace verkauft tatsächlich. Und da habe ich schon gemerkt, okay, vielleicht so.
[12:57] Also es kommt auch außerhalb von deinen eigenen Freunden kommt man da ganz gut weit.
[13:02] Aber trotzdem, also das war nie ein Thema. Also deine Eltern haben gesagt,
[13:06] mach erstmal was Anständiges, Ausbildung bei der Bank oder irgendwie so und
[13:10] dann Musik kannst du immer noch in deiner Freizeit machen.
[13:13] Genau und nicht tätowieren lassen, sonst wirst du auf der Bank nicht mehr genommen.
[13:18] Ja, wie wir wissen ist es glaube ich zu spät jetzt in deinem Fall. Aber,
[13:22] du hast gesagt, es war eine schöne Kindheit und Jugend, aber auch glaube ich
[13:25] nicht ganz konfliktfrei, weil du bist glaube ich so 16 oder 17,
[13:29] 18, als dein Hausarzt bei dir Bluthochdruck feststellt.
[13:34] Das ist ja auch nicht unbedingt das, was man so als Teenager-Görner hören möchte.
[13:37] Du musst dir vorstellen, es ist auf dem Land, es gibt einen Arzt,
[13:41] der für den ganzen Umkreis zuständig ist. Da wird nichts hin erfragt,
[13:45] da gehen wir seit Jahren hin und so, der hat schon immer recht.
[13:49] Und der hat immer so routinemäßig Blutdruck gemessen, einfach vor jedem,
[13:52] egal, wenn du was wegen Schnupfen da, Blutdruck messen. Und bei mir war der
[13:55] halt immer irgendwie zu hoch. Das kann ja auch andere Gründe haben.
[13:59] Ich weiß, der Kittelsyndrom und sowas gibt es ja auch, dass du generell nervös wirst.
[14:04] Sobald du irgendwie eine Arztpraxis oder so betrittst. Naja,
[14:07] ich habe auch ein 24-Stunden-Gerät mal mitbekommen. Aber ich sage ehrlich,
[14:11] du siehst dieses Gerät, das zieht sich an deinem Arm zusammen so scha.
[14:15] Und dann bist du so, okay, jetzt zusammenreisen. Jetzt zusammenreisen,
[14:18] es darf nicht zu hoch sein.
[14:19] Und dann guckst du drauf, zu hoch. Ist klar, dass bei mir alle Werte zu hoch
[14:22] waren. Nichtsdestotrotz hat er mir dann Pluto-Hochdruck-Tabletten verschrieben,
[14:27] weil seine These war halt, hey, entweder wir machen das jetzt oder ab 30 geht es steil bergab.
[14:33] Ich habe aber gemerkt, dass mir das nicht gut tut.
[14:37] Aber andererseits akzeptierst du halt, was der Dorfdroide, der Einzige im Dorf.
[14:43] Was der halt sagt. so. Ist ja klar. Und dann war halt so, okay,
[14:46] ich muss jetzt halt damit leben.
[14:48] Und ab dann war halt so, ich habe immer so einen Schleier vor den Augen gehabt.
[14:52] Ich habe mich immer wahnsinnig schwach auf den Beinen gefühlt.
[14:55] Ich habe angefangen in der Öffentlichkeit Angst zu haben, dass ich zusammenbreche,
[15:00] weil du halt einfach, ich war so wackelig auf den Beinen und ich gehe jetzt mal,
[15:05] mit meinem Nicht-Arzt-Wissen jetzt, wenn ich zurückblicke, ich gehe jetzt mal
[15:09] stark davon aus, das liegt halt wirklich daran, dass ich es wahrscheinlich zu
[15:12] dem Zeitpunkt noch nicht gebraucht habe, weil das ist ja Dann eher,
[15:15] wenn der Blutdruck so stark absinkt, dann fühlst du dich ja schwach, geh jetzt mal davon aus.
[15:20] Und genau und so, aber ich habe das trotzdem dann nicht hinterfragt,
[15:24] weil wie gesagt, was der Arzt sagt, wird halt gemacht.
[15:27] Dann nimmst du halt deine Tabletten, bist ein braver Markus und machst dann
[15:33] eine Ausbildung zum Grafikdesigner, glaube ich, ziehst nach Stuttgart.
[15:37] Und da machst du dann, glaube ich, deine ersten Erfahrungen mit Panikattacken.
[15:41] Zum Beispiel eine, die haben wir schon kurz gestreift, als du in einem Zug sitzt.
[15:45] Vielleicht kannst du mal erzählen, was das für ein Gefühl war,
[15:48] im Zug auf einmal so eine Panikattacke zu kriegen.
[15:50] Genau, also ich bin nach Stuttgart gezogen, weil das war immer schon auch so
[15:53] ein bisschen der Plan, da hinzugehen zur Ausbildung, weil bei uns gab es ja
[15:56] selbstverständlich so Ausbildungsmöglichkeiten nicht.
[15:59] Ich war dann auf dem Weg zur Ausbildung und es war schon zu dem Zeitpunkt so.
[16:06] Dass ich mich in der Öffentlichkeit nicht wohl gefühlt habe,
[16:09] nicht weil ich nicht in der Öffentlichkeit nicht sein wollte,
[16:13] sondern weil es mir halt einfach nicht gut ging, weil ich permanent das Gefühl
[16:16] gehabt habe, so ich breche zusammen, ich habe einen Schleier vor den Augen.
[16:20] Natürlich fängst du auch irgendwann an zu googeln, steigest dich da rein,
[16:23] oh Gott, Schlaganfall ist, dann kriegst du so Flimmern vor den Augen und lauter so, weißt du,
[16:28] du suchst dir ja auch oder nur die Sachen bleiben dann auch bei dir hängen,
[16:32] die jetzt irgendwie reinpassen, um halt dieses schleckige Gefühl so zu bestätigen.
[16:37] Und ja, und dann hat das halt dann angefangen. Ich war halt im Rahmen meiner
[16:41] Ausbildung, habe ich halt ein Praktikum gemacht und das hat mich ein bisschen
[16:45] nach außerhalb von Stuttgart geführt. Da musste ich immer 40 Minuten mit der U-Bahn fahren.
[16:50] Und das war halt, das ist halt...
[16:52] Du musst dir so vorstellen, du denkst, du stirbst.
[16:56] Also es ist wirklich, dein Körper sagt dir jetzt, du stirbst so.
[17:00] Das klingt immer so komisch, wenn man das noch nicht erlebt hat so,
[17:04] aber du kannst nicht mehr in diesem Raum oder jetzt in dem Fall in der U-Bahn,
[17:09] du musst da raus, du hältst das nicht mehr, es ist unerträglich.
[17:13] Dementsprechend habe ich dann auch, bin ich da des Öfteren ausgestiegen,
[17:17] bin den Rest auch gelaufen, auch wenn ich eine Stunde zu spät gekommen bin,
[17:20] alles war angenehmer, als in der Situation drin zu bleiben.
[17:23] Also du bist ausgestiegen im wahrsten Sinne des Wortes, aber diese Vermeidungsstrategie,
[17:29] bringt einen ja langfristig auch nicht so richtig weiter, oder? Nee.
[17:33] Wie gesagt, wie Rewe, Lidl Beispiel.
[17:38] Die Hürde da einzusteigen, das sagt man ja auch super oft bei Leuten,
[17:41] die Angst vorm Fliegen haben, wenn du jetzt da nicht einsteigst,
[17:45] wird es das nächste Mal nur doppelt so schlimm.
[17:47] Und genau so ist das dann ja halt auch, dass du halt, du fängst halt an,
[17:52] dir Alternativen zu suchen.
[17:54] Keine Ahnung, fährst mal mit dem Taxi, aber das willst du auch nicht auf Dauer
[17:57] machen oder läufst den Weg oder fährst mit dem, egal wie absurd das halt ist,
[18:01] nur halt Hauptsache nicht mehr da rein.
[18:04] Das kann man ja jetzt wahrscheinlich schon erahnen, dass das nicht die klügste
[18:08] Taktik ist. Dein Handlungsspielraum wird halt so klein irgendwann,
[18:12] dass du halt dann gar nicht mehr das Haus verlässt irgendwann. Krass.
[18:17] Angst, das klingt immer bedrohlich, ist aber tatsächlich eine total wichtige
[18:23] Reaktion des Körpers. Sie hilft uns dabei, mögliche Gefahren wahrzunehmen und darauf zu reagieren.
[18:29] Bestimmt habt ihr auch schon mal vom Fight-of-Light-Modus gehört.
[18:33] Dabei spielt die Amygdala, das ist so ein mandelgroßer Bereich im Gehirn, eine zentrale Rolle.
[18:39] Sie bewertet Reize auf mögliche Bedrohungen und kann sehr schnell eine körperliche
[18:44] Alarmreaktion auslösen.
[18:46] Herzschlag und Atmung verändern sich, die Muskeln spannen sich an und der Körper
[18:51] stellt Energie für eine schnelle Reaktion bereit.
[18:54] Soweit, so hilfreich. Es gibt aber auch Situationen, in denen der Körper überreagiert
[18:59] und der Mensch eine Panikattacke bekommt.
[19:02] Bei einer Panikattacke wird dieses Alarmsystem sehr plötzlich und intensiv aktiviert,
[19:07] manchmal auch dann, wenn gar keine unmittelbare äußere Gefahr erkennbar ist.
[19:12] Trotzdem fühlt sich das für Betroffene sehr, sehr bedrohlich an.
[19:16] Eine Panikattacke spielt sich nicht nur in Gedanken ab, sondern ist körperlich spürbar.
[19:22] Herzrasen, Zittern, Atemnot, Taubheitsgefühle, Kontrollverlust.
[19:26] Betroffene berichten oft von Todesängsten. Viele denken zuerst, es sei ein Herzinfarkt.
[19:32] Dabei ist es medizinisch harmlos und findet im Kopf statt.
[19:35] Wenn solche Panikattacken immer wieder kommen und zu einer übermäßigen Angst
[19:40] vor weiteren Attacken führen, dann sprechen wir von einer Panikstörung,
[19:44] eine Unterkategorie der Angststörung.
[19:47] Die schlechte Nachricht, Panikattacken sind nicht nur super unangenehm,
[19:51] sondern schränken das Leben der Betroffenen oft auch total ein.
[19:55] Markus hat das ja eben auch erzählt. Die gute Nachricht, Betroffene sind nicht
[19:59] machtlos. Es gibt vor allem in der Verhaltenstherapie verschiedene Ansätze,
[20:03] eine Panikstörung in den Griff zu bekommen und gut mit ihr leben zu können.
[20:07] Wie so oft gilt auch hier, holt euch professionelle Hilfe, wenn ihr darunter
[20:11] leidet. Niemand muss da allein durch.
[20:14] Markus ist sich damals noch gar nicht bewusst, dass es für das,
[20:18] was er erlebt, einen Namen gibt.
[20:20] Aber er wird sich Hilfe holen. Dazu kommen wir später im Gespräch.
[20:25] Also mir hat mal ein Bekannter gesagt, der auch an Panikattacken leidet,
[20:30] das Schlimmste für ihn ist die Angst vor der Angst.
[20:34] Ist das bei dir auch so? Ja, ja, weil du steigerst dich so rein,
[20:41] dass du halt selber quasi eine Panikattacke auslöst.
[20:45] Du wohnst in deiner WG in Stuttgart damals direkt neben einem Krankenhaus und
[20:50] das ist jetzt auch nicht unbedingt, sag ich mal, die Situation verbessert.
[20:55] Du trägst dich halt rein, dann auch in Kombination mit Internet.
[20:57] Hört man ja immer, man soll nicht googeln. Man macht so eigene Recherchen.
[21:01] Psychologie war zu dem Zeitpunkt noch kein Thema bei mir. Ich habe nicht gewusst,
[21:05] dass ich Panikattacken habe.
[21:07] Mir ging es nur einfach immer scheiße so. Und bei mir war das dann so weit,
[21:11] irgendwann, da fährt ein Krankenwagen zum Beispiel an dir vorbei und du denkst,
[21:15] du hörst sofort in dich rein, hast das Gefühl so, oh Gott.
[21:19] Was ist, wenn ich jetzt hier auch umfalle? Aber eigentlich gut,
[21:21] weil da ist ein Krankenwagen.
[21:23] Also alles dreht sich um dieses Thema.
[21:26] Ja, und dann war es so, ich bin dann nachts um das Krankenhaus gelaufen,
[21:31] als ich nicht schlafen konnte, weil ich mir gedacht habe,
[21:35] auch ist ja praktisch, wenn ich jetzt dann doch mal den Herzinfarkt habe,
[21:39] dann bin ich schon da und dann können die mich retten.
[21:42] So, und dann bin ich mehrere Nächte um das Krankenhaus gelaufen,
[21:46] anstatt halt zu schlafen wie normale Menschen so.
[21:49] Das ist wirklich wild. Also ich meine, wir können jetzt darüber lachen glücklicherweise,
[21:53] aber ich glaube, damit kriegt man einen guten Eindruck davon,
[21:56] wie das auch das Leben von Menschen einfach einschränkt, wie es das Leben bestimmt.
[22:01] Und jetzt bist du da ein paar Nächte ums Krankenhaus rumgelaufen und landest
[22:04] dann aber irgendwann tatsächlich im Krankenhaus.
[22:07] Was ist passiert, was hat dich ins Krankenhaus befördert? Also das klingt jetzt
[22:10] dramatischer, als es tatsächlich ist.
[22:13] Ich habe einen Sommer lang super viel Sport gemacht und ich bin halt irgendwie
[22:17] so ein Typ, wenn ich was mache, dann ziehe ich das gerne zu 180 Prozent durch
[22:22] und dann ist mir irgendwie auch links und rechts egal.
[22:25] Und es war einfach, ich habe super viel Sport gemacht, habe super viel abgenommen,
[22:29] habe aber auch mir gedacht, so hey, ich esse auch einfach nichts.
[22:33] So wenn dann, ich ziehe jetzt richtig durch, das ist mein Sommer.
[22:36] Ja und dann war ich halt irgendwann, dann war ich noch irgendwie bei 30 Grad
[22:39] Fußballspielen und habe ich einfach gemerkt und dann kommen wir jetzt wieder zu diesem Punkt.
[22:44] Ich habe wirklich flimmernd vor den Augen bekommen.
[22:47] Aber nicht, weil ich jetzt irgendwie Herzinfarkt, Schlagern oder sowas,
[22:51] was ich mir die ganze Zeit einrede, sondern weil ich halt einfach Kreislaufprobleme
[22:55] hatte, weil ich nichts gegessen habe. Ich habe Sport zu Hause gemacht,
[22:58] ich habe Sport draußen gemacht.
[22:59] Und dann lag ich so, okay, vor meinen Augen flimmert es, es geht jetzt wirklich
[23:03] los. Jetzt ist es soweit, jetzt ist der Punkt da, auf den ich die ganze Zeit
[23:06] hinfieber, doof gesagt.
[23:08] Und dann bin ich, Gott sei Dank, einfach rüber ins Krankenhaus gelaufen, hab das denen gesagt.
[23:12] Und die haben dann Blutdruck gemessen, haben festgestellt, okay,
[23:16] alles hier völlig außer Kontrolle so.
[23:18] Du bleibst jetzt mal ein paar Nächte da. Und dann war ich wirklich in dem Krankenhaus,
[23:23] wo ich die ganze Zeit drum herumgelaufen bin, lag ich dann wirklich auch drin so. Wild.
[23:28] Aber jetzt wirst du da jetzt das erste Mal so richtig durchgecheckt,
[23:31] von Kopf bis Fuß, irgendwie ein paar Tage lang.
[23:35] Haben die denn irgendwas...
[23:37] Gefunden, außer dass dein Blutdruck irgendwie hoch war? Also körperlich irgendwas
[23:41] gefunden? Gar nichts. Was sich bis heute bei mir durchzieht,
[23:45] du kannst bei mir keinen Blutdruck messen.
[23:47] Also du kannst es schon, aber der wird immer zu hoch sein, weil ich so eine
[23:51] doofe Einstellung dazu habe.
[23:53] Also das ist auch sowas, was mich unterbewusst immer wieder beschäftigt.
[23:56] So, was ist wenn doch? Vielleicht hat er doch damals recht gehabt und so.
[23:59] Aber da war ich an so ein Langzeitgerät angeschlossen. Die Werte haben sich eingepegelt so.
[24:06] Es waren normale Werte, sodass ich sogar die letzten zwei Tage oder so ohne,
[24:13] ans Blutdruckgerät, oder ich weiß nicht, wie das halt heißt,
[24:15] angeschlossen war. Also das heißt, dass das von daher völlig in Ordnung war.
[24:21] Okay, aber das heißt, im Krankenhaus sagen die dir, sie haben nichts.
[24:25] Sie haben einfach mal nichts. Sie sind ein gesunder, junger Mann.
[24:27] Und gab es da dann den ersten Moment, dass jemand gesagt hat,
[24:31] vielleicht ist es nicht der Körper?
[24:33] Genau, das war, also im Endeffekt kriegst du, also hey, du fühlst dich schlecht,
[24:37] du bist aber gesund. Haben sie schon mal über einen Termin beim Psychologen nachgedacht?
[24:43] Das hat noch nie bis zu dem Zeitpunkt eine Rolle in meinem Leben gespielt,
[24:46] weil, wie gesagt, auch auf dem Land und so, da bist du eher so,
[24:49] hey, keine Ahnung, wenn ich Probleme habe, kann ich mit meinen Freunden reden,
[24:52] das muss reichen. Da muss ich nicht jemanden für bezahlen.
[24:56] Das war dann der erste Schritt Richtung, gucken wir doch mal.
[25:02] Woran das vielleicht noch liegen könnte, als jetzt halt nur an Tabletten oder sonst irgendwas.
[25:07] Aber es war erstmal im ersten Moment für dich…,
[25:09] Ziemlich fernliegend. Ich meine, mit dem Wissen von heute, alles was du schilderst,
[25:14] ist so, ja klar, ist Panikattacke. Angststörung ist ja völlig logisch.
[25:17] Für dich ja auch, weil du dich jetzt mit dem Thema, aber das war für dich in
[25:21] dem Moment irgendwie so, oder wie muss ich mir das vorstellen?
[25:25] Nee, ich glaube, das ist halt auch schon wieder echt lange her,
[25:28] ich fand es eher erleichternd tatsächlich, weil du musst dir ja vorstellen,
[25:34] okay, der Arzt sagt dir, du bist gesund, du fühlst dich aber nicht gesund.
[25:37] Und von daher war das irgendwie, okay, cool, hier wird gerade was neu,
[25:42] also eine neue Perspektive eröffnet, die für mich vorher nie eine Rolle gespielt
[25:46] hat, musst du dir auch vorstellen.
[25:47] Klar, man redet jetzt so total einfach drüber so, aber ich habe ja nicht gewusst, was das war.
[25:53] Wenn ich jetzt eine Panikattacke bekomme, dann weiß ich, es ist natürlich weiterhin
[25:57] unangenehm, darum geht es nicht, aber es ist halt, ich weiß,
[25:59] was es ist zu dem Zeitpunkt, für dich gibt es nur, du stirbst jetzt.
[26:05] Und tatsächlich ist der nächste Gedanke, und so will ich eventuell mein Buch
[26:09] nennen, kurzer Spoiler.
[26:11] Voll peinlich hier jetzt zu sterben, weil das ist so, du stehst in der Bahn,
[26:15] musst dir vorstellen, ich stehe hier so, halte mich so an dieser Stange fest,
[26:20] und kriegst eine Peinengedanke und bist halt so, oh mein Gott,
[26:23] wird das jetzt peinlich. so.
[26:25] Und das waren meine ersten Gedanken. Völlig absurd, weil im Zweifel kriege ich
[26:29] es eh nicht mit, wie peinlich es ist.
[26:31] Aber das sind meine Hauptgedanken gewesen, was ja auch ein grober Fehler ist.
[26:37] Du willst nicht, dass Leute um dich herum das mitbekommen.
[26:41] Wenn du Flugangst hast, die meisten verdrängen das ja. Die sitzen halt so da
[26:44] und tun halt so auf Kuhl und so.
[26:47] Oder versuchen es zu verdrängen und dann wird es halt nur umso schlimmer.
[26:50] Spannend, dass du das sagst. Ich hatte jetzt neulich auf dem Flug eine Dame
[26:53] neben mir, die sprach mich dann an. Also ich kannte sie nicht und die saß halt
[26:55] direkt neben mir und sagte, Entschuldigung, ich habe ganz schlimme Flugangst.
[26:58] Kann ich vielleicht während des Starts und der Landung ihren Arm halten?
[27:03] Das hilft gerne.
[27:05] Ich hatte natürlich unterschätzt, wie sehr die sich dann in meinen Arm gekreift
[27:08] hat, das hat dann echt wehgetan, aber es hat dir geholfen und ich glaube,
[27:11] das war so eine Überwindung für sie, das überhaupt auszusprechen,
[27:14] und genau das, was du eben sagst, ich glaube, du machst es ja noch schlimmer,
[27:17] wenn du dann noch, während gerade voll der Struggle in dir ist,
[27:20] noch so eine Maske aufrecht halten musst, das ist ja noch zusätzliche Arbeit. Zeitvoll.
[27:25] Also wir haben ja gerade schon darüber gesprochen, dass da viel los ist bei
[27:29] dir, aber gleichzeitig passieren ja auch ganz viele tolle Dinge in deinem Leben.
[27:34] Also dein Weg in die Musikbranche beginnt und zwar mit einem Praktikum beim
[27:39] Stuttgarter Label Jim Prater. Das kennen vielleicht manche Leute,
[27:43] die sich mit Hip-Hop auskennen.
[27:45] Warum willst du da hin? Also zunächst mal habe ich eine Ausbildung zum Grafikdesigner gemacht.
[27:51] Und deswegen bin ich nach Stuttgart gekommen, weil Das war auch immer so ein
[27:54] bisschen der realistischere Traum, weil das habe ich auch schon immer gemacht
[27:58] am Computer, habe damals schon für Freunde Flyer, Logos, Cover Artworks immer
[28:03] so nebenbei so ein bisschen gemacht.
[28:04] Das ist halt auch was, was für Eltern greifbarer ist und dementsprechend war
[28:08] das eigentlich klar, dass ich das schon immer machen wollte.
[28:10] Ich habe tatsächlich eine lustige Geschichte und zwar, ich hatte in der achten
[28:14] Klasse Berufsberatung und das war damals schon bei mir, war es so ein bisschen
[28:18] so, es hat sich herauskristallisiert an meinen Noten, der kreative Sektor
[28:22] ist eher ein bisschen besser benotet und der andere, naja, geht so.
[28:26] Und die von der Berufsberatung haben mir gesagt, du wirst auf jeden Fall irgendwann
[28:30] etwas Kreatives machen, deine Noten sind egal.
[28:34] Das muss man einem Teenager ja unbedingt sagen.
[28:37] Ich bin direkt sitzen geblieben mit acht Fünfern. Siehst du?
[28:41] Also, so. Aber haben meine Eltern jetzt so nicht akzeptiert,
[28:46] dass sie das gesagt hat. Ich habe nur gemacht, was sie gesagt hat.
[28:49] Ja, das soll ich machen. Und im Rahmen, das hat quasi ein Pflichtpraktikum enthalten.
[28:55] Und das konnte ich halt, weil ich da schon ganz gut in der Musikszene auch dann
[28:59] in Stuttgart schon relativ schnell
[29:00] Anschluss gefunden habe. Konnte ich das dann bei Chimp Rater machen.
[29:04] Und da habe ich dann Flyer für Veranstaltungen gemacht. Also auch so relativ
[29:08] schnell, so Sachen, die man auch so in der Hand hat, jetzt nicht nur so theoretische
[29:12] Sachen, wie du es halt hier oft in der Ausbildung hast.
[29:14] Im Rahmen dieses Praktikums habe ich dann Carlo aka Crow kennengelernt.
[29:20] Ich will eigentlich noch auf was anderes hinaus, also da auch,
[29:24] aber etwas, was ich gelesen habe, nämlich, dass du tatsächlich auf dem Debütalbum
[29:29] von Haftbefehl schon drauf warst. Wie ist das denn passiert?
[29:33] Also ich will mich jetzt nicht zu sehr loben, aber ich war damals der Einzige,
[29:38] der ihn gefeiert hat. Ich war von Anfang an, ich habe diesen Typ gesehen und gedacht so, okay.
[29:44] Der wird ein Star. Der hat einfach irgendeine Aura, der bringt alles mit so.
[29:50] Ja, Jim Brater ist ja auch eine Booking-Agentur und die hatten,
[29:53] da waren halt so, ich habe ja dann so Telefonate mitbekommen,
[29:56] das war ja auch alles damals noch kleiner. Jetzt ist ja Jim Brater riesig,
[30:00] aber wir saßen alle in einem Büro.
[30:02] So drei Abteilungen, war einfach so ein Büro, ich an meinem Praktikumsrechner
[30:06] und ich habe einfach mitbekommen, wie Steffen, liebe Grüße an Steffen,
[30:10] einfach mit dem Management telefoniert hat.
[30:11] Und ich war so, hä, warte mal, warte mal, Affbefehl, bitte, bitte frag,
[30:16] also richtig genervt, so unangenehm von der Seite, bitte frag,
[30:19] ob ich Beats schicken kann.
[30:20] Habe ich dann die Nacht im Büro verbracht, weil ich habe da komischerweise auch
[30:23] mein Studio-Equipment stehen, keine Ahnung warum, habe dann Beats gemacht und,
[30:28] es ist der erste Song geworden, weil das Album eigentlich schon fertig war,
[30:31] aber die haben den noch unbedingt mit drauf nehmen wollen, den Song und das
[30:34] ist schon ziemlich nice.
[30:35] Aber jetzt kommen wir zu dem, von dem du gerade schon dachtest,
[30:38] dass ich darauf hinaus will.
[30:40] Jim Prater hat nämlich auf MySpace, wir sprachen eben schon darüber,
[30:43] einen jungen Rapper namens Crowe entdeckt. Kannst du dich noch daran erinnern,
[30:48] wie ihr beiden euch kennengelernt habt, also Carlo und du?
[30:50] Ja, also das war im Endeffekt, das ist auch öfters, meine ich,
[30:54] vollkommen, es war halt einfach, hey, wir haben hier einen coolen,
[30:58] freshen Typen entdeckt.
[31:01] Hast du Bock, dabei zu sein? Es war alles halt sehr familiär.
[31:04] Das ist jetzt nicht so dieses Klassische, ich bin der Praktikant und das ist der Chef.
[31:07] Sondern es war einfach, hey, komm doch mit, lass alle abhängen.
[31:10] Und wir haben uns sofort angefreundet, haben immer dann Sachen in Stuttgart gemacht.
[31:16] Er war damals ja noch bei der Stuttgarter Zeitung. Und ich habe mittlerweile
[31:20] dann kurz nach der Ausbildung in einem Kameraladen gejobbt, Analogkameras.
[31:26] Und da hat er ja auch ein Faible für.
[31:29] Wir haben uns dann ziemlich schnell sehr, sehr gut befreundet.
[31:32] Natürlich auch wegen der Musik.
[31:34] So haben wir da Sachen zusammen gemacht am Anfang und so ist das halt immer
[31:38] weiter zusammengewachsen und das war cool.
[31:42] Aber wie kommt es denn, dass ihr jetzt nicht nur zusammen rumhängt,
[31:44] sondern dass ihr euch auch irgendwann zusammen auf eine Bühne stellt?
[31:46] Weil das ist ja nochmal ein weiterer Schritt eigentlich.
[31:48] Ja, also es hat sich dann relativ schnell rauskristallisiert,
[31:51] dass Jim Brater da durchaus den richtigen angeschrieben hat und gesigned hat.
[31:57] Also das ging ja damals super, super schnell. Und das war einfach,
[32:00] hey, man musste schnell reagieren.
[32:03] Und das war halt so, ey, ihr zwei, ihr seid doch cool miteinander.
[32:06] Du kannst zwar nicht auf einer Bühne stehen und du kannst zwar nicht auflegen,
[32:09] aber ey, das wird doch bestimmt funktionieren. Was soll schon schief gehen?
[32:12] Ich glaube, euer erster Auftritt war so eine kleine Club-Show.
[32:15] Und da bist du dann das erste Mal so wirklich live als DJ auf einer Bühne gewesen.
[32:20] Welche Rolle hat denn deine Angst dabei gespielt? Weil das ist ja schon sehr
[32:24] weit raus aus der Komfortzone, sich dann auf eine Bühne zu stehen,
[32:26] auch wenn es eine kleine vielleicht nur war am Anfang. Ich muss schon auch sagen,
[32:30] das klingt jetzt so wie, als könnte man gar keinen Fuß mehr vor den anderen setzen.
[32:35] Es gab schon auch Momente, wo man jetzt mal zwei Tage lang keine Probleme damit hatte.
[32:40] Es gab andere Fokusse auf den Abend, weil ich habe da auch mit einer Maus im
[32:45] Club aufgelegt. Also ich habe einfach, weil wir hatten ja auch gar keine Ahnung
[32:49] von der Technik. Es war wirklich so einfach so völlig random,
[32:52] was wir da gemacht haben.
[32:54] Mit so Magic Maus und mit kleinen Klinke in den Laptop rein.
[32:58] Und dann so in iTunes so den nächsten Song angeklickt. Ich will jetzt auch nicht
[33:01] irgendwie alles immer so überdramatisieren. Es war jetzt, ich glaube, da war es okay.
[33:06] Was ich ja total spannend finde, weil wenn man an Crow denkt,
[33:09] denkt man natürlich als erstes an diese Panda-Maske.
[33:12] Und wenn ich das richtig verstanden habe, solltest du eigentlich die Panda-Maske
[33:17] aufhaben. Ja, wir hatten diesen Gig und wir fanden Masken.
[33:23] Fanden wir schon, fanden wir sehr faszinierend, einfach so. Das war auch damals
[33:27] im, also so, das, das, ne, Sido, aber das klingt jetzt so, als wäre es davon
[33:32] inspiriert. Nee, aber es war ja schon auch ein Thema, in Rap-Masken zu tragen, so rum.
[33:38] Und wir haben uns dann von unserer ersten Gage, haben wir uns eine Panda- und
[33:41] eine Eisbärenmaske bestellt.
[33:43] Und ja, also so ein bisschen vorgesehen war erst mal die Eisbärenmaske für Carlo.
[33:48] Das Ding war aber, dass du halt, du hast halt die Schnauze oben auf der Stirn
[33:52] und das war alles, also man konnte die da nicht durchrappen,
[33:55] ohne dass das hier oben so rumgeschlabbert und keine Ahnung.
[33:59] Und dann haben wir halt getauscht und dann also bei den ersten Gigs,
[34:03] wo wir noch, vor allem wo wir zu zweit waren, hatte ich da eine Eisbärenmaske
[34:06] auf und er eine Pandamaske.
[34:09] Ja, genau. Und so hat das dann damals angefangen. Also es war wirklich,
[34:12] das hätte jedes Tier werden können.
[34:15] Wirklich jedes. Oder vielleicht auch, ich weiß nicht, Es gibt ja auch Gegenstände,
[34:20] ein großes Fragezeichen, weiß ich nicht.
[34:23] Das war wirklich so einfach aus, hey, wir finden Masken geil.
[34:26] Wir haben hier irgendwie gerade Geld für irgendwas bekommen.
[34:30] Was wir normalerweise nicht machen. Geil, lass alles für Masken ausgeben.
[34:33] Es ist ja so, dass Crow immer noch mit Maske auftritt. Also es ist jetzt nicht
[34:37] mehr nur die Panda-Maske.
[34:39] Das heißt, sein Gesicht, und das finde ich nach wie vor einen wahnsinnig smarten
[34:43] Schachzug, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Und als DJ warst und bist aber
[34:47] ohne Maske unterwegs. Also auch wenn ihr zu zweit auftretet oder irgendwie zusammen auftretet.
[34:51] Legt das nicht dann nochmal den Fokus mehr auf dich, weil man dich auch sehen kann auf eine Art?
[34:57] Ja, vor allem am Anfang war das halt so, da gab es Situationen.
[35:03] Und ich meine, ich will mir nicht anmaßen, dass die Leute wegen mir alle gekommen
[35:08] sind, sondern das war halt, ich konnte oder ich kann nach wie vor an was,
[35:13] über verrückte Teilhaben, wo ich auch echt super, super dankbar für bin.
[35:17] Aber nichtsdestotrotz war es am Anfang so, es gab Situationen,
[35:20] da haben Leute mit mir Foto gemacht und Carlo hat das Foto geknipst.
[35:25] Und die haben es nicht gecheckt. Ich merke immer, weil das steht so in Wikipedia drin.
[35:29] Ich finde diese Formulierung immer so komisch, auch wenn Leute so ihre Infos
[35:32] logischerweise dann daherziehen mit diesem und dann wurde er das Gesicht zu
[35:36] Crow. Da steht das so drin. Ich bin mir so, ja okay, lassen wir stehen,
[35:40] aber so irgendwie ist es random.
[35:42] Nee, du warst halt das Gesicht, was man sehen konnte, während man Carlos' Gesicht
[35:45] halt nicht sehen konnte.
[35:47] Aber es ist halt, du hast es gerade schon gesagt, es ist ein unglaublicher Hype gewesen.
[35:52] Also ich habe ja ganz klein angefangen, irgendwie in Stuttgarter Clubs und dann
[35:56] sind glaube ich damals die ersten fünf Songs kostenlos im Internet veröffentlicht worden.
[36:00] Und dann kam dieses Musikvideo zu Easy, ist viral gegangen und ich war ja damals
[36:06] auch schon durchaus aus der Welt.
[36:07] Also gefühlt war der auf einmal da, also Crow war da und war direkt ein Megafame.
[36:12] Also das war kein Aufstieg, sondern Bäm, das war wie eine Explosion.
[36:17] Ja, ja, verrückt. Und du ja irgendwie auch, du bist ja auch Teil des Ganzen.
[36:21] Also wie hast du das erlebt, dieses plötzliche, richtig berühmt sein auf einmal?
[36:25] Parallelwelt, also das war, du musst dir vorstellen, also wir sind halt.
[36:30] Also da kommen halt so zwei Dorfdolies.
[36:33] Du kriegst gesagt, ey, keine Ahnung, ihr fliegt jetzt heute nach Berlin,
[36:37] ihr sollt da in einem Club auftreten, wir kommen da hin, da ist eine Schlange,
[36:42] weiß ich nicht, bis nach Potsdam.
[36:43] Wir hatten eine der ersten Touren und das ist, glaube ich, sehr,
[36:47] sehr smart damals gewesen, weil ich war gezwungen, mir wirklich auflegen, auch beizubringen.
[36:52] Ab einem gewissen Punkt hat Magic Maus nicht mehr ausgereicht.
[36:55] Und das war quasi so eine Club-Tour, wo ich aufgelegt habe, erst für,
[36:59] weiß ich nicht, die Songs, die es damals gab.
[37:01] Das waren ja auch noch gar nicht
[37:02] so viele dazugekommen. Und ich habe dann weiter nach hinten aufgelegt.
[37:05] Und das war so ein unfassbarer Hype. Wir hatten, es gab Clubs,
[37:10] da mussten quasi am DJ-Pult von innen zehn Securities dagegen drücken,
[37:15] weil der Ansturm von vorne zu groß war.
[37:18] Ich will jetzt nicht sagen Beatles, aber nein, aber so, ich glaube,
[37:22] also es war halt wirklich verrückt gewesen einfach.
[37:25] Aber was macht das mit dir? Weil, also bei mir ist es so, dass diese Berühmtheit in Anführungsstrichen,
[37:31] langsamer gekommen ist. Das war jetzt nicht von jetzt auf gleich,
[37:34] sondern es ist gewachsen über die Zeit. Ich hatte Zeit, mich darauf vorzubereiten
[37:37] und ich war halt, als es anfing, auch schon so Anfang 30. Und das ist ja was
[37:41] anderes, als wenn du irgendwie Anfang 20 bist.
[37:44] Wenn dir alle Leute auf einmal sagen, du bist der allergeilste.
[37:48] Das ist doch, schon macht das irgendwie was mit deinem Kopf, oder?
[37:51] Ja, total, aber also ich habe mir, ich spreche da jetzt auch mal nur für mich,
[37:57] das heißt jetzt nicht, dass andere das anders machen, aber ich kann halt in
[37:59] mich reingucken, und aus mir rausspringen.
[38:01] Ich habe immer versucht, das als was Besonderes, Nicht-Normales zu betrachten.
[38:07] Ich weiß nicht so, weil das ist halt einfach nicht normal gewesen und mir war
[38:10] das damals schon bewusst, hier und da nimmt man natürlich gewisse Vorzüge und
[38:14] so ist ja völlig klar, dass man da, ne, aber generell einfach hey, wow.
[38:20] Man kann dankbar und stolz sein, dass man Teil von sowas sein kann,
[38:24] aber genauso schnell kann es ja auch wieder vorbei sein.
[38:26] Also ich weiß, vielleicht liegt das auch daran, Ich wurde ja,
[38:29] wie gesagt, auch sehr down to earth erzogen, dass man da eher ein bisschen fünf
[38:34] Mark zur Seite legt, anstatt dass man sie ausgibt so.
[38:38] Und halt so habe ich das auch immer versucht zu handeln.
[38:41] Genauso auch, wenn ich jetzt heutzutage irgendwie irgendwo auflege und ich kriege
[38:48] einen Flug dahin bezahlt.
[38:49] Da bin ich immer noch so, wow, okay, die wollen, dass ich mit dem Flugzeug dahin,
[38:52] so okay, wow, ja, aber ne, dann mach ich aber auch eine Experience draus,
[38:57] dann will ich das auch so, ne, kleine Sektle am Flughafen und Dings und so.
[39:01] Ich will einfach, dass das nach wie vor trotzdem was Besonderes ist und ein
[39:04] einigermaßen besonderes Gefühl bleibt, dass man Teil von sowas war und auch natürlich noch ist so.
[39:12] Also absolut verrückte Zeit, hast du gerade schon gesagt. Das ist irgendwie
[39:14] wie eine Welle, die über euch so zusammenschlägt.
[39:17] Hast du denn in der Zeit überhaupt mal die Möglichkeit, über deine Ängste nachzudenken?
[39:23] Oder funktionierst du einfach nur, weil da gerade so viel am Start ist?
[39:26] Oder kannst du mit irgendwem drüber reden? Ich habe ja den Rat von den Ärzten angenommen.
[39:32] Und bin dann zu einem Psychologen gegangen und der hat mir erstmal überhaupt
[39:37] erklärt, was das ist, dass das sich zwar bedrohlich anfühlt,
[39:42] aber nicht bedrohlich ist.
[39:44] Ich habe im Rahmen meiner Therapie, machst du halt auch so, also hat er zumindest
[39:49] so gemacht, Konfrontationstherapie, heißt das glaube ich, weiß nicht mehr genau.
[39:53] Sich mit den Ängsten sozusagen zu konfrontieren. Genau und auch um zu lernen,
[39:57] wie Angst funktioniert.
[39:59] Es gibt in Stuttgart den Killesberger Höhenturm, ist glaube ich der ganz korrekte
[40:03] Name, weil Höhenangst funktioniert so wie jede Angst eigentlich,
[40:08] aber es ist so ein bisschen greifbarer, so Höhenangst zu haben.
[40:10] Du gehst da hin, wenn es zu hoch ist, gehst du runter.
[40:12] Wir sind da hingegangen, du musst dir so vorstellen, das ist quasi ein Turm,
[40:15] der besteht aus so vier Ebenen, aber das ist immer so aus so Maschen,
[40:20] das heißt, du kannst immer komplett nach unten schauen, egal wo du bist. Ja.
[40:25] Genau. Und wir gehen da so hin und ich gehe mit ihm so zusammen,
[40:29] so Papa und Sohn-mäßig, so ein Vibe.
[40:32] Und wir gehen so auf die erste Etage hoch, fragt mich so, hey,
[40:35] wie geht's, so eins bis zehn?
[40:37] Und ich so, ja, ist okay, fünf von zehn, so ist jetzt, ja, gehen weiter und
[40:43] dann merke ich schon so, er fragt mich wieder, ist so, wie geht's Ihnen jetzt,
[40:46] Herr Brückner? Und ich so,
[40:48] Ja, acht, neun von zehn. Ich sage ehrlich, also ich würde jetzt wahrscheinlich wieder gehen.
[40:53] Also zehn ist das Schlimmste. Zehn ist das Schlimmste, genau,
[40:55] sorry. Ja, okay. Und dann verwickelt er mich in so ein Gespräch.
[41:00] Schauen Sie mal da die Bäume und da der Hund und wie da die Kinder spielen.
[41:04] Und ich merke das aber gar nicht, weil ich ja auch nicht gewusst habe, was er vorhat.
[41:08] Und wir reden, unterhalten uns und zehn Minuten später fragt er mich wieder.
[41:13] Wie geht es Ihnen denn jetzt?
[41:15] Und ich bin so, wow, okay. Also ich sag ehrlich, sechs von zehn.
[41:20] Es findet eine Erleichterung statt. Und ich bin immer noch an derselben Stelle.
[41:24] Ja, ist doch super. Und ja, haben sie da gesehen und bla und so.
[41:27] Man redet und irgendwann ist das komplett weg.
[41:30] Es ist einfach weg und es wandelt sich um in Glücksgefühle. Ich guck nach unten,
[41:36] ich geh in eine Etage hoch, noch eine. Ich leg mich auf die Treppe, guck nach unten.
[41:40] Es war alles kein Problem mehr. Es war eher so das komplette Gegenteil.
[41:44] Für mich hat da diese Wandlung angefangen.
[41:48] A, habe ich verstanden, wie funktioniert Angst? Genauso wie sie wiederkommt,
[41:54] geht sie auch wieder weg?
[41:55] Sogar das komplette Gegenteil wandelt sich um in Glücksgefühl,
[41:58] absoluten Glücksgefühl, Overload.
[42:01] Ich bin da hochgelaufen, ich war ganz oben, er war ganz unten und das war wirklich,
[42:06] das war so ein verrückter Flash dieser Tag.
[42:09] Also eigentlich ist das auch, eigentlich ist das so der kleine,
[42:13] Moment in Klammer, weil du lernst dann halt, wie das funktioniert und so ist
[42:18] auch so dieser eine Satz entstanden, der sich auch für mich so ein bisschen
[42:21] eingeprägt hat, Herr Brückner, Sie sind bisher noch nicht gestorben und es ist
[42:24] immer wieder weggegangen. Na ist ja so.
[42:29] Und das sind halt so Sachen und deswegen ist so dieses Wort zulassen,
[42:33] in der Situation drinbleiben und da können wir jetzt vielleicht so eine kleine
[42:38] Brücke widerschlagen, ich stehe auf der Bühne.
[42:41] Und ich weiß mittlerweile, hey, es ist zwar ultra schlimm gerade,
[42:46] aber ich muss drinbleiben, ich darf jetzt nicht weglaufen, weil dann ist verloren.
[42:50] Und dann irgendwann wandelt sich das dann halt und dann bist du halt irgendwann
[42:54] völlig over the top, overload, geil.
[42:57] Also das Glücksgefühl ist dann so ein Stolz auf dich selbst,
[43:01] dass du das ausgehalten hast? Ja, es ist nicht mal so aktive Gedanken,
[43:04] es wandelt sich, genauso wie es sich halt davor ekelhaft anfühlt,
[43:08] fühlt es sich halt jetzt auf einmal mega gut an.
[43:11] Und da gibt es noch eine lustige Geschichte. Er hat mir nämlich damals gesagt,
[43:15] wenn du diese Situation, wenn du das schaffst, so jetzt zum Beispiel in der
[43:19] Stadt für dich selber umzusetzen, quasi die Situation, das einmal durchzustehen,
[43:24] kauf dir was, was dich für immer an diese Situation erinnert.
[43:27] Und so ist es dann gekommen.
[43:31] Und ich stand neben, also es war in Stuttgart, in der irgendwo,
[43:35] ich weiß gar nicht, Einkaufsstraße irgendwo und ich habe eine Panikattacke gehabt
[43:39] und habe mir gedacht so, nee, und ich bin einfach stehen geblieben.
[43:42] Ich bin wie festgenagelt einfach stehen geblieben, habe mir auch gedacht so,
[43:46] ey, ist auch egal, komm, wenn ich jetzt, dann falle ich halt jetzt, ist egal.
[43:50] Und dann habe ich gemerkt, okay, ich habe das jetzt so entschärft,
[43:53] ich habe dem, weil das ist nämlich auch immer so ein Ansatz,
[43:56] du musst dem quasi die Wucht nehmen, so die Angst davor, du musst das kleinreden,
[44:01] du darfst das gar nicht erst hochkommen lassen.
[44:03] Dann war das irgendwann durchgestanden. Ich merke so, es setzt wieder dieses
[44:06] komplette Gegenteilgefühl an. Und was habe ich mir gekauft?
[44:10] Du wirst es wahrscheinlich schon ahnen. Zwei Wellensittiche.
[44:14] Nee, weil das war irgendwie, war das so neben einem Tiergeschäft und irgendwie,
[44:17] ich weiß ja, da war irgendwie so, hey, ich soll dann und irgendwas,
[44:20] was mich dann damit erinnert und das war super random.
[44:23] Und vor allem, weil ich war dann auch noch so super lange in der Stadt unterwegs,
[44:26] war dann glücklich mit meinem Käfig in der Hand und so, bin dann so in die Stadt gelaufen.
[44:31] Weil es war ja natürlich absoluter Overload für mich, ja, weil ich habe das
[44:33] das erste Mal alleine geschafft.
[44:35] Ja, und das war schon, so da habe ich dann gemerkt, es ist jetzt natürlich nicht
[44:40] weg, aber du kannst lernen, damit umzugehen. Das ist ja auch ein ganz wichtiger
[44:45] Gedanke bei der Sache, das ist nicht wie Schnupfen oder so.
[44:48] Du kannst lernen, damit umzugehen, aber es ist nicht weg.
[44:52] Ja, aber es ist ja bei vielen psychischen Erkrankungen so, es ist ja bei Depressionen
[44:56] auch so. Also ich werde das mein Leben lang haben.
[44:59] Es gibt schlimmere Phasen, bessere Phasen, wie auch immer.
[45:02] Die letzten Jahre waren super gut, aber es kann natürlich jederzeit wiederkommen.
[45:05] Also das muss, hast recht, muss einem einfach bewusst sein.
[45:08] Je nachdem, wie so eine Therapie läuft, aber ich habe zum Beispiel gelernt.
[45:12] Auch über Dinge mehr zu sprechen, die ich vorher mit mir selbst ausgemacht habe.
[45:15] Ist das für dich in dieser Hype-Zeit, weil damit fällt es ja auch so ein bisschen
[45:19] zusammen, ist das so, dass du damals dann darüber sprechen kannst,
[45:22] dass du gerade in Therapie bist und weswegen du in Therapie bist oder ist das
[45:25] was, was du für dich selber behältst?
[45:27] Da habe ich tatsächlich vor diesem Gespräch echt lange drüber nachgedacht, ob ich überhaupt.
[45:33] Mit jemandem damals geredet habe darüber, ehrlicherweise, weil wie gesagt,
[45:38] das war so eine verrückte
[45:40] Zeit und das ist ja auch das, was ich so ein bisschen, also ich wurde indirekt
[45:45] dazu gezwungen, in der Situation drin zu bleiben, deswegen hat mir
[45:50] irgendwie, hat mir die ganze Situation geholfen, während ich aber parallel in
[45:54] Therapie war, das ist schon irgendwie absurd irgendwie.
[45:56] Aber ich glaube, also vielleicht mit da natürlich irgendwie damalige Freundin oder sonst irgendwas.
[46:02] Das Problem ist halt, wenn Leute halt sagen, ja, ich habe ja auch mal neulich
[46:06] eine Panikattacke gehabt.
[46:08] Das ist dann halt meistens so, ja, ich muss nach 22 Uhr noch sieben E-Mails,
[46:11] ohne das jetzt runterzuspielen. Und dann bin ich halt, ja, okay.
[46:14] Ich will jetzt nicht so tun, als wäre ich was krass Besonderes,
[46:17] weil ich hätte es auch gerne nicht.
[46:19] Nee, das stimmt. Das ist ja auch für Leute, die das selber haben,
[46:22] einfach schwer nachzuvollziehen.
[46:23] Das ist ja eben auch so ein Punkt. Und ich finde das halt so wild,
[46:26] du hast das jetzt, AStra-Festival,
[46:28] den Bogen haben wir jetzt geschlagen, das hast du geschafft,
[46:30] du hast dich der Situation gestellt, aber es bleibt ja nicht dabei,
[46:33] es wird ja größer und du spielst, glaube ich, danach irgendwie Rock am Ring
[46:36] und das ist ja wirklich absurd, also jemand, der im Supermarkt Panikattacken
[46:41] bekommt, weil da so viele Menschen sind...
[46:43] Der steht da vor Zehntausenden von Menschen. Aber du musst es halt.
[46:47] Du musst irgendwie funktionieren, weil das ist dein Job in dem Moment.
[46:51] Würdest du sagen, dass es vielleicht auch eine Art Therapie ist,
[46:54] diese Auftritte dann auch durchzustehen und das zu machen und auch genießen zu können?
[46:58] Ja, auf jeden Fall. Du bist natürlich auf irgendeine Art und Weise gezwungen,
[47:03] da drin zu bleiben. Es ist jetzt nicht so schlimm wie im Flugzeug,
[47:06] sage ich jetzt mal, wenn die Tür zu ist und das Ding abhebt,
[47:09] dann gibt es kein Zurück mehr.
[47:11] Es gibt trotzdem irgendwo im Hinterkopf die Möglichkeit, ey,
[47:14] okay, zur Not renne ich jetzt hier weg, so, ja.
[47:16] Aber du hast natürlich 10.000, 15.000 Leute vor dir mit rappen,
[47:21] neue Beats reinmachen, Scratches, was ich halt alles mache.
[47:25] Du hast halt auch viele Ablenkungsmöglichkeiten, die dich halt auch in der Situation
[47:29] halten. Wenn ich allein im Bett liege und eine Panikattacke habe,
[47:32] ist natürlich die Möglichkeit nicht so groß, sich abzulenken.
[47:35] Da steigerst du dich dann halt komplett rein.
[47:37] Auf der Bühne hast du halt irgendwie die Möglichkeit, das drinbleiben,
[47:41] angenehmer zu gestalten. Dann machst du einmal die Erfahrung,
[47:44] dass es gut geht, dann machst du die 5, 6, 7 mal.
[47:47] Beim Psychologe hat man damals auch ein tolles Beispiel gesagt,
[47:49] das ist wie, du hast ja für jede negative Erfahrung tust du in deinem Kopf quasi
[47:54] einen so einen Gedankenstrang spinnen.
[47:58] Und wenn du dann halt natürlich 700 Mal hast, wird der immer dicker.
[48:02] Das ist so wie, wenn du auf einer Autobahn mit in dem Fall 700 Spuren bist.
[48:06] Du bist ganz links und musst aber rechts abbiegen. Und so muss man sich das
[48:10] vorstellen, kann man das alles wieder so ein bisschen aufbrechen und dem Ganzen
[48:14] so die Wucht und die Bedrohlichkeit nehmen, wenn du dich da immer so ein Stück weiter vorarbeitest.
[48:20] Und ich finde das total das schöne Beispiel irgendwie.
[48:22] 2014 ist es, glaube ich, da veröffentlichst du dann dein eigenes Album,
[48:26] dein erstes eigenes Album.
[48:28] Ich glaube, das war das Erste, was wir miteinander ausgetauscht haben,
[48:31] dass ich das damals sehr gefeiert habe. Voll schön. Ja, aber so ist die Welt manchmal.
[48:36] War das auch so ein Traum von dir, das erste eigene Album da mal nur für dich sozusagen zu machen?
[48:41] Ja, total. Vor allem, weil da auch ganz viele Leute drauf waren,
[48:45] von denen ich halt auch noch vor der Musikkarriere halt Fan war.
[48:48] Also ich habe Sido auf meinem Album, natürlich Haftbefehl zu der Zeit,
[48:52] krass, Crow natürlich, aber es ist natürlich ein anderes Verhältnis so,
[48:56] Ecofresh, das war schon verrückt,
[48:58] also man konnte zu der Zeit, also es war so eine verrückte Zeit,
[49:00] man konnte sowas einfach machen und die Leute waren dabei, nicht weil man die
[49:04] gekauft hat, sondern weil die die Idee geil fanden und so, das ist schon wirklich
[49:08] Parallelwelt gewesen so.
[49:09] Ja, auch wie gesagt, auch das will ich mir so in Gedanken und so special halten
[49:15] und dass das nicht normal ist.
[49:16] Und das war wirklich was Tolles. Deswegen, ich habe auch keine Lust,
[49:19] einen Nachfolger zu machen, weil natürlich kam in den Folgejahren,
[49:21] kam dann oft die Frage danach, man wird diesen Vibe nicht nochmal hinkriegen.
[49:26] Es ist vielleicht auch manchmal besser, Sachen so stehen zu lassen,
[49:28] wenn sie so nicht nochmal wiederholt werden können.
[49:31] Das ist ja, also da geht es ja in dieser Zeit richtig ab. Also Crow ist einer
[49:36] der größten Stars in Deutschland zu dem Zeitpunkt. Also absoluter Megastar,
[49:39] du bist auch immer dabei.
[49:42] Habt ihr es geschafft, die verklatschten Kumpel-Dudes zu bleiben,
[49:45] die ihr, also euer Verhältnis, ist das so geblieben, wie es am Anfang war oder
[49:50] hat sich das dann doch irgendwann verändert?
[49:51] Ich meine, wenn halt einer auf Bali wohnt und so, dann ist natürlich so ein bisschen...
[49:57] Kleiner Spoiler, Markus, ist es nicht.
[50:00] Auf Tour ist immer alles nice und so wie immer.
[50:05] Aber natürlich auf privater Ebene ist das halt natürlich weniger geworden.
[50:09] Aber ich habe ja auch Familie, ich habe eine Tochter und so.
[50:13] Man sollte auch dann irgendwann mal Richtung Erwachsen sein gucken.
[50:16] Mittlerweile ist schon eine Routine drin, das ist wirklich erstaunlich.
[50:19] Wir spielen langen Cess Arena in Köln und kommst auf die Bühne und bist halt so, zwei Stunden noch.
[50:27] Ist das nicht auch ein bisschen schade? Ja, total. Ich weiß genau,
[50:29] was du meinst. Das ist halt so tagesformabhängig. Also ich hab das immer noch,
[50:32] dass ich manchmal denke, oh mein Gott, wie krass.
[50:34] Und manchmal denke ich, ich muss noch die Wäsche machen und da muss ich beim
[50:37] Hotel noch nachfragen und so. Richtig komisch irgendwie, was der Kopf da mit einem macht.
[50:42] Aber das ist ja, ich will noch ein bisschen auf diese Zeit. Also du machst ja nicht, du hast,
[50:46] dein Album da rausgebracht, du hast ein Buch über Crow geschrieben,
[50:50] was Bestseller wird, du hast eine eigene Fernsehsendung, Werbeverträge,
[50:54] bla bla bla bla, also bestes Leben eigentlich, was man sich immer gewünscht hat.
[50:59] Ist es in dir drin auch das beste Leben? Naja, wir sind ja jetzt quasi in der
[51:03] fortgeschrittenen Therapie.
[51:05] Man weiß, was man hat. Man kann einigermaßen damit umgehen.
[51:10] Ehrlich gesagt, also es war dann schon, also es war eine tolle Zeit, wenn ich daran denke.
[51:15] Und natürlich beschäftigt einen das innerlich, weil das hier und da in den ungünstigsten
[51:21] Momenten natürlich wieder hochkommt.
[51:23] Was sich auch ein bisschen halt entwickelt hat in der Zeit. Also ich habe wirklich
[51:26] so weißer Kittel-Syndrom.
[51:28] Ich kann nicht zu Ärzten gehen, was natürlich sehr schlecht ist.
[51:31] Wenn ich in die Apotheke gehe, mir da ein Rezept oder irgendwie einen Hustensaft
[51:36] für meine Tochter hole, fällt der erste Blick auf das Blutdruckgerät.
[51:40] Und oh Gott, hoffentlich kriege ich jetzt nicht Blutdruck gemessen.
[51:43] Aber ich kann damit mittlerweile, natürlich ist das bei mir negativ verbunden
[51:48] und vielleicht wird das auch mal irgendwann besser. Aber es bricht dann nicht
[51:51] in sofortige Paaren, weil früher wäre ich dann da nicht reingegangen.
[51:55] Was würdest du sagen, wie ist der Umgang in der Musikbranche,
[52:00] in der Livebranche mit mentalen Problemen?
[52:02] Also hast du dich da verstanden gefühlt oder fühlst du dich da verstanden mit,
[52:06] dem, weil du ja auch dann vielleicht drüber sprichst oder so?
[52:09] Ja, ich würde schon sagen, dass vor allem natürlich so dieses perfekte Bild
[52:14] vom perfekten Menschen auf der Bühne.
[52:18] Es ist ja klar, dass das im Vordergrund steht, es gibt natürlich viele Artists,
[52:21] die das halt auch in ihren Songs verarbeiten, wo ich das auch echt cool finde,
[52:25] also jetzt auch nicht nur Rap, sondern generell.
[52:28] Aber natürlich, ich glaube, und das ist ein Punkt, den habe ich halt bisher noch nicht erwähnt.
[52:34] Es gibt ja auch Möglichkeiten, die Panikattacke abzukürzen.
[52:38] Zwei Gläser Wein können halt auch helfen. Das ist natürlich ein denkbar ungünstiger Weg.
[52:43] Gehört halt, muss ich sagen, hat halt schon auf jeden Fall eine Zeit lang dazugehört,
[52:47] dass wenn du jetzt mal gerade keinen Bock hattest, irgendwie 10,
[52:50] 15, 20 Minuten auszuharren, zuzulassen etc.
[52:54] Aber ich glaube, es ist wichtig, dass man sich halt vor Augen hält,
[52:56] das ist nicht der richtige Weg.
[52:58] Okay, ja gut, aber darauf zielte meine Frage ja ab, weil letzten Endes müssen
[53:03] wir, die auf der Bühne stehen, ja auch funktionieren.
[53:06] Also es ist auch wieder die Leute, die Geld dafür bezahlt haben,
[53:09] dich zu sehen, die interessiert das nicht, ob du gerade irgendwie einen schlechten
[53:12] Tag hast. Die wollen unterhalten werden.
[53:14] Ich finde, das ist auch eine Verpflichtung, die man als Künstler hat.
[53:17] Das bist du ja deinem Publikum auch einfach schuldig, die bestmögliche Show sozusagen zu liefern.
[53:24] Ich glaube, manchmal kommt so der Eindruck auf, dass gerade Menschen,
[53:26] die in der Öffentlichkeit stehen, wie Musikerinnen, Schauspielerinnen oder andere
[53:31] Künstler, wie zum Beispiel auch Podcaster, oft von psychischen Problemen betroffen sind.
[53:36] Dabei ist es aber ganz wichtig zu sagen, psychische Herausforderungen können
[53:40] grundsätzlich erstmal jeden Menschen treffen.
[53:43] Es gibt in der Regel auch nicht den einen Auslöser, sondern meistens ist es
[53:47] ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren.
[53:49] Aber es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass bestimmte Berufsgruppen im öffentlichen
[53:54] und kreativen Bereich eine erhöhte psychische Belastung aufweisen können.
[53:58] In einer Studie hat man zum Beispiel herausgefunden, dass professionelle Musikerinnen
[54:02] und Musiker im Vergleich zu anderen Berufsgruppen häufig Symptome von Angst
[54:06] und Depressionen aufweisen.
[54:08] Was bei der Annahme, berühmte Menschen sind häufiger psychisch krank,
[54:12] aber wahrscheinlich die größere Rolle spielt, ist unsere selektive Wahrnehmung.
[54:16] Menschen in der Öffentlichkeit sind, die Bezeichnung sagt es schon,
[54:20] wesentlich sichtbarer als andere.
[54:22] Wenn eine bekannte Person offen über ihre Panikstörung, über ihre Depression
[54:26] oder ihre Angst spricht oder diese Erfahrung in ihrer Musik,
[54:30] Kunst oder auch in Interviews verarbeitet, dann nehmen wir das wahr.
[54:34] Die sehr viel größere Zahl an Menschen, die ähnliche Probleme haben,
[54:38] spricht aber nicht in den Medien darüber und bleibt dadurch unsichtbar.
[54:42] Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, psychische Probleme seien unter
[54:46] öffentlichen Personen besonders verbreitet.
[54:49] Denn wenn uns mehrere Prominente begegnen, die über psychische Belastungen sprechen,
[54:53] überschätzen wir möglicherweise, wie häufig dieses Phänomen in dieser Gruppe tatsächlich vorkommt.
[54:58] Es lässt sich daraus also nicht ableiten, dass berühmte Menschen insgesamt häufiger
[55:02] an Angst- oder Panikstörungen leiden als die allgemeinbewerb.
[55:06] Es lässt sich daraus also nicht ableiten, dass berühmte Menschen insgesamt häufiger
[55:11] an Angst- oder Panikstörungen leiden als die Allgemeinbevölkerung.
[55:14] Viel eher zeigt es uns, wie viele Menschen grundsätzlich betroffen sind.
[55:19] In Deutschland zum Beispiel erfüllt mehr als jeder vierte Erwachsene innerhalb
[55:23] eines Jahres die Kriterien einer psychischen Erkrankung.
[55:26] Das entspricht knapp 18 Millionen Betroffenen. Wir sind also viele.
[55:32] Dass Personen des öffentlichen Lebens wie Markus darüber sprechen,
[55:35] hilft meines Erachtens nach total dabei, dieses Thema zu enttabuisieren und
[55:40] auch ins Gespräch zu holen.
[55:44] 2018, wir haben es jetzt schon so ein paar Mal angeschnitten,
[55:46] passiert noch so ein ganz anderer Meilenstein in deinem Leben. Du wirst nämlich Papa.
[55:50] Was bedeutet das für dich und auch für deine Angst? Dadurch,
[55:54] dass du Verantwortung hast für ein kleines Lebewesen, natürlich die ersten Jahre
[55:58] auch, kann das nicht alleine stattfinden.
[56:02] Wenn ich halt alleine mit ihr war, auch so den ganzen Tag über hinweg oder so,
[56:06] sind Panikattacken schon durchaus wieder zurückgekommen, weil,
[56:10] ey, das wäre jetzt wirklich peinlich, wenn ich jetzt hier sterbe und das Kind
[56:14] liegt dann da und weiß nicht, ist halt irgendwie, oder Finger in der Steckdose, was weiß ich, ja.
[56:19] Da kam das dann schon wieder in einem anderen Rahmen zurück,
[56:22] den ich natürlich, obviously, noch nicht gekannt hatte zu dem Zeitpunkt.
[56:27] Auch glaube ich, also so kenne ich das, bin halt selber kein Papa, aber.
[56:31] Aus dem Freundeskreis, irgendwie von Verwandtschaft und so, dass sie sagen,
[56:34] das ist nochmal ein ganz neues Level an Ängsten, die da freigeschaltet wird,
[56:38] weil du einen kleinen Menschen hast, den du so unglaublich liebst.
[56:42] Es ist ja eine Art von Liebe, die man vorher gar nicht so kennt,
[56:45] dass das auch ganz neue Ängste freischaltet. War das bei dir auch so?
[56:48] Ja, auf jeden Fall. Man ist mittlerweile auch in einer Phase angekommen, wo man...
[56:52] Auch Erwachsener denkt, selbstständiger DJ, cool, aber,
[56:58] vielleicht so ein bisschen mehr Planungssicherheit wäre auch toll,
[57:01] weil du hast ja generell Anfang des Jahres immer Katastrophe so,
[57:06] bis dann mal das erste Geld reinkommt.
[57:07] Ja klar, also du machst dir dann natürlich andere Gedanken. Aber ich finde das
[57:11] auch, also ich fand das in der Situation auch eigentlich wieder genau richtig,
[57:15] weil wirst halt gezwungen, erwachsen zu werden.
[57:18] Und das ist halt in der Situation auch super. Würdest du sagen,
[57:21] du bist jetzt erwachsen? Nö.
[57:25] Nein, aber... Erwachsenär. Ja, erwachsenär. Es gibt schon diverse erwachsene
[57:30] Gedanken, weil so ein bisschen kann man ja vielleicht noch mal hier und da ein Sektle und...
[57:36] Ich liebe das, wie du Sektle sagst, das gefällt mir so gut.
[57:38] Wie ist es denn jetzt, also Stand heute, wo wir diesen Podcast aufnehmen.
[57:44] Wie groß ist die Rolle von Panikattacken? Also hast du noch regelmäßig welche?
[57:48] Treten die noch auf? Bist du da komplett raus? Oder wie ist es? Also ich hab das noch.
[57:52] Ich hatte das zum Beispiel letzte Woche, da gehört dann so eine gewisse körperliche
[57:58] Verfassung dazu, die das begünstigt, damit meine ich verkatert und zwei Stunden Schlaf.
[58:03] Also du bist so ein bisschen selber deines eigenen Glückes schmied,
[58:08] aber selbst da, ich habe einfach gelernt, damit umzugehen.
[58:12] Ich war in der Situation, die hätte mich früher, ich war am Bahnhof,
[58:16] Bahnhof voll, Deutsche Bahn, ich habe keinen Sitzplatz gehabt,
[58:18] zweieinhalb Stunden Verspätung, also wirklich zwei Stunden geschlafen,
[58:22] so richtig, also körperlich wirklich am Ende, ja, und es war aber so, hey….
[58:27] Wir kennen das, wir hatten das schon öfters, wahrscheinlich wirst du jetzt nicht
[58:32] tot umfallen, peinlich ist es jetzt auch nicht so wirklich und dann geht's irgendwann.
[58:37] Aber vielleicht ist das auch einfach, weil ich halt echt happy darüber bin,
[58:39] dass ich einigermaßen gelernt habe, damit umzugehen, also wenn ich jetzt so
[58:42] ein bisschen zu ironisch darüber rede oder so,
[58:45] das soll es nicht irgendwie komisch rüberkommen, aber es ist halt,
[58:48] wenn du halt weißt, was mit dir passiert, dass du jetzt auch so ein bisschen
[58:52] halt selber dran schuld bist, du lernst einfach, wie du damit umgehen kannst.
[58:56] Und das ist halt wirklich eigentlich die wichtigste Erkenntnis aus diesem ganzen
[59:01] Werdegang, dass du verstehen musst, wie Angst funktioniert.
[59:05] Jetzt kommt so eine richtige Journalistenfrage, aufgepasst, müsst ihr euch jetzt
[59:08] vorstellen, dass ich meine Brille so auf die Nasenspitze ziehe,
[59:10] wie damals Reinhold Beckmann.
[59:12] Du hast, habe ich gestern, glaube ich, bei Instagram gesehen,
[59:15] einen Song veröffentlicht, der heißt Life is Beautiful Again. Ja, genau.
[59:20] Was will uns der Künstler damit sagen? Also zunächst mal will er sagen,
[59:22] gerne reinhören an alle, die zuhören.
[59:25] Sehr gut, du weißt, wie es funktioniert? Ja, also das ist schon auf jeden Fall
[59:29] auch ein bisschen davon beeinflusst.
[59:32] Ich will das in meine Musik mit einfließen lassen, dass egal wie scheiße es
[59:36] ist, es kann auch wieder gut werden. Oder was ist, wenn es wieder gut wird?
[59:40] Voll der gute Gedanke, den man einfach viel zu oft vergisst.
[59:44] Also das merke ich jetzt immer wieder in diesen Gesprächen bei dieser einen
[59:48] Moment, egal fast was den Menschen passiert, in dem Moment denkt man,
[59:52] dass es nie wieder gut wird oder dass es immer so schlimm bleibt,
[59:55] wie es in dem Moment ist, aber so ist es nicht.
[59:57] Es wird vielleicht nicht so, wie es vorher war, aber es bleibt nicht so schlimm.
[1:00:01] Bist du immer noch in psychologischer Behandlung oder bist du gerade an einem
[1:00:06] Punkt, wo du sagst, es passt eigentlich alles ganz gut?
[1:00:08] Ich habe es einmal nochmal probiert hier in Berlin, habe es dann aber abgebrochen,
[1:00:13] weil ich gemerkt habe, die ist jetzt nicht so auf meiner Wellenlänge und seitdem
[1:00:18] eigentlich nicht mehr. Ich glaube, ich würde auch gerne wieder mal.
[1:00:24] Ich will nicht einmal sagen, ich kenne alle Mechanismen, aber am Ende des Tages
[1:00:28] muss ich halt selber damit klarkommen.
[1:00:30] Ich verstehe, dass Reden hilft. Ich habe aber auch verstanden.
[1:00:34] Was mein Körper mir sagen will und wie er halt auf manche Situationen reagiert.
[1:00:38] Und ich kann mir schon vorstellen, also ich glaube, ich würde am ehesten zum
[1:00:42] Psychologen gehen, um wieder einen gesunden Bezug zu Ärzten zu bekommen,
[1:00:46] also generell, als jetzt halt nochmal in das Thema halt reinzugehen.
[1:00:50] Wäre, glaube ich, ganz gut, langfristig gesehen, wenn du nicht wegrennst,
[1:00:54] sobald einer einen weißen Kittel anhast.
[1:00:56] Du hast, bevor wir losgelegt haben, gesagt, boah, ich glaube,
[1:00:58] ich habe noch nie richtig öffentlich über dieses Thema gesprochen.
[1:01:01] Gesprochen oder über manche von den Sachen, über die wir jetzt heute gesprochen
[1:01:04] haben. Warum machst du es heute?
[1:01:06] Also zum einen, ich hätte wahnsinnig Lust auf eine Gruppentherapie.
[1:01:11] Also ich merke halt einfach, wenn ich, ich meine, jetzt gibt es ja sowas wie
[1:01:16] TikTok und manchmal rutsche ich da auch in eine Panikattacken-Bubble rein.
[1:01:22] Auf einmal kannst du ganz viele Leute miterleben und sehen,
[1:01:27] die das gleiche wie du haben oder zumindest wo das in eine ähnliche Richtung
[1:01:32] geht und ich merke jedes Mal, wie mir das halt gut tut und du musst dir ja schon
[1:01:37] auch immer wieder vor Augen halten, du bist jetzt nicht der Einzige auf der Welt, der das hat.
[1:01:42] Und natürlich, ich finde es auch wichtig, auf dieses Thema aufmerksam zu machen,
[1:01:48] gerade in Bezug auf, du stehst auf der Bühne, alles ist so perfekt nach außen
[1:01:52] hin, aber bei den meisten ist es halt nicht so perfekt, wie es halt immer dargestellt wird.
[1:01:57] Und ich sitze da ja auch gerade an einem Buch dran über das Thema, weil ich finde das...
[1:02:01] Auch mit meinen Erfahrungen, die ich halt gemacht habe in Backstages, in Clubs etc.
[1:02:07] Das hat jetzt nicht so eine Wichtigkeit, dieses Thema. Und ich finde das schon
[1:02:11] gut, wenn man das mehr nach außen tragen würde.
[1:02:13] Gibt es was, was du Menschen sagen möchtest, die selbst vielleicht an Panikattacken
[1:02:17] leiden? Also ist natürlich immer nur deine persönliche Erfahrung.
[1:02:20] Ganz klar, es gibt keine Allgemeingültigkeit. Aber wenn ich jetzt sagen würde,
[1:02:23] ey Markus, ich habe das auch. Was würdest du mir raten?
[1:02:26] Naja, es gibt ja eine Standardantwort, die man auf jeden Fall immer sagen kann.
[1:02:31] Ey, hol dir Hilfe, es bringt nichts, dich einzuigeln.
[1:02:35] Es klingt halt immer so übertrieben, aber das hat schon in irgendeiner Form
[1:02:38] mein Leben gerettet, dass ich auf Bühnen stehen musste, weil
[1:02:41] wenn du dann das erste Mal in dem Raum, oder damals war es mein WG-Zimmer,
[1:02:45] eine Panikattacke hast, eigentlich wo du dich am wohlsten, geborgensten fühlen
[1:02:49] solltest, in deinem Bett hast so, wenn du dich nirgendwo mehr gefühlt aufhalten kannst,
[1:02:55] und das dann in eine Richtung abdriftet wie bei mir, dass du ums Krankenhaus
[1:02:58] nachts schleichst, Weil du keinen anderen Ort machst, wo du dich wohlfühlst.
[1:03:03] Dann bist du kurz vor, dass es wirklich zu spät ist. Und das war bei mir,
[1:03:06] Gott sei Dank, irgendwie ist das zeitlich dann so ausgegangen,
[1:03:10] dass man gelernt hat, damit umzugehen und diesen Weg da raus geschafft hat.
[1:03:15] Und ey, ich kenne das Gefühl, es fühlt sich, man fühlt sich machtlos.
[1:03:20] Man denkt so, man hat keine Kontrolle mehr über seinen Körper, hol dir Hilfe.
[1:03:25] Es gibt immer, egal wie absurd es ist oder wie absurd es sich anfühlt,
[1:03:29] keiner wird dich auslachen oder sonst irgendwas. Wie gesagt,
[1:03:32] voll peinlich hier zu sterben.
[1:03:34] Ich habe mich nicht damit auseinandergesetzt oder den Bezug hergestellt,
[1:03:36] dass das ja auch was Psychologisches sein kann, sondern ich habe halt gedacht, yo.
[1:03:41] Ich sterbe hier. Ja, ich glaube, das geht ja ganz vielen so,
[1:03:44] dass die das eben nicht erkennen und das für was Körperliches halten.
[1:03:47] Deswegen ist es ja auch wichtig, darüber zu sprechen. Am Ende dieses Podcasts
[1:03:51] stelle ich meinen Gästen ja immer die zwei selben Fragen. Nämlich Frage Nummer eins.
[1:03:55] Wenn du heute auf diesen einen Moment zurückblickst, also das AStA-Festival
[1:03:58] in Paderborn, welches Gefühl löst das in dir aus?
[1:04:02] Ehrlicherweise ein schönes Gefühl. Das Bild ist halt einfach toll.
[1:04:05] Das hat sich auch eingebrannt so. Es ist trotzdem der Startschuss zu was ganz Großem gewesen.
[1:04:11] Also natürlich generell, aber halt natürlich auch halt für mich so.
[1:04:15] Ich konnte ja dadurch auch meine eigene Solokarriere halt aufbauen und von daher,
[1:04:19] hey, ich weiß, wie es mir damals ging. Wenn man den Prozess erfolgreich eingeleitet
[1:04:25] hat, so kann man ruhig auch mal stolz auf sich sein.
[1:04:29] Finde ich gut. Finde ich richtig gut. Ich habe nämlich immer Schwierigkeiten,
[1:04:32] stolz auf mich zu sein. Deswegen finde ich das gut, wenn Leute das sagen.
[1:04:34] Weil du kannst ja auch wirklich stolz auf dich sein. Also für das,
[1:04:37] dass du da eben dich rausgearbeitet hast. Frage Nummer zwei.
[1:04:42] Ja, ich weiß, aber ich tue mich halt immer schwer. Jetzt sag es einmal.
[1:04:45] Ich bin stolz auf mich. Sehr gut. Dankeschön, Markus.
[1:04:49] Frage Nummer zwei. Wie war das für dich, heute mit mir über all das zu sprechen?
[1:04:55] Ich fand es ganz toll. Es ist ja ein bisschen ein schwieriges Thema,
[1:04:59] aber es hilft auch, jetzt auch an, falls jemand zuhört, der,
[1:05:04] also A, der noch dran geblieben ist und B, der vielleicht in einer ähnlichen
[1:05:07] Situation ist wie ich damals, auch reden hilft schon wahnsinnig viel.
[1:05:13] Das stimmt. Jeder Schritt, wo du quasi diese sich unangenehm anfühlende Situation
[1:05:20] versuchst, ein bisschen kleiner zu machen und das ist halt, wenn du drüber redest
[1:05:24] und es nicht wegschweigst und so dich
[1:05:26] so tust, als würdest du dich gerade nicht so fühlen, alles bringt dich einen
[1:05:30] Schritt weiter und natürlich professionelle Hilfe etc.
[1:05:34] Am allermeisten. Okay, das ist jetzt so ein schöner Schlusssatz,
[1:05:36] dem kann ich nichts hinzufügen.
[1:05:39] Ich kann nur sagen, danke. Also was für ein tolles Gespräch,
[1:05:42] was für ein anderes Gespräch und wie schön, dass sich irgendwie so ein Kreis
[1:05:46] auch geschlossen hat, dafür, dass ich vor, wie lange ist es denn jetzt schon
[1:05:50] wieder her, zwölf Jahren das Album gehört habe. Das ist so verrückt.
[1:05:54] Und jetzt sitzen wir hier zusammen. Also danke dafür, Markus. Danke dir.
[1:06:00] Ich finde, das war jetzt wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man Menschen
[1:06:03] immer nur vor den Kopf gucken kann und oft eben nicht weiß, was dahinter passiert.
[1:06:07] Auch bei Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und die,
[1:06:10] so sieht es auf den ersten Moment aus, ein geiles Leben ohne Sorgen führen.
[1:06:14] Deswegen finde ich es so stark von Markus, dass er seine Panikstörung nicht länger für sich behält.
[1:06:20] In den Shownotes verlinken wir euch außerdem seinen Instagram-Accounts.
[1:06:23] Da könnt ihr immer up to date bleiben und erfahrt als erstes,
[1:06:26] wenn es Neuigkeiten zu seinem geplanten Buch gibt, auf das ich mich jetzt schon sehr, sehr freue.
[1:06:31] Danke Markus an dich für dein Vertrauen und wir hören uns in zwei Wochen wieder mit der nächsten Folge.
[1:06:38] Falls ihr es nicht getan habt, abonniert gerne den Podcast, hinterlasst eine
[1:06:42] Bewertung da und wenn ihr euch über die Folgen austauschen wollt,
[1:06:45] ihr wisst es wahrscheinlich schon, könnt ihr das auf meinem Instagram-Profil
[1:06:48] Philipp Leiter tun. Wir hören uns. Tschüss.
[1:06:56] Dieser eine Moment. Der Podcast mit Philipp Fleiter ist eine Produktion von
[1:07:01] Philipp Fleiter und WeMind.
[1:07:03] Redaktion Philipp Fleiter, Laila Keuthage und WeMind. Sounddesign und Schnitt
[1:07:08] Marius Fuchtmann für WeMind.

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