# Brustkrebs: Die neusten Fakten über das Risiko – Prof. Petra Stute & Nina Ruge

An episode of [staYoung - Der Longevity-Podcast](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1729988637), 12 Dec 2025, 45 min.

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In dieser Folge spreche ich mit Prof. Petra Stute, eine der führenden Expertinnen für gynäkologische Endokrinologie und Präsidentin der Europäischen Menopause- und Andropausegesellschaft. Wir widmen uns der zentralen Frage, wie Hormonersatztherapie und Brustkrebsrisiko zusammenhängen – ein Thema, das viele Frauen zutiefst verunsichert. Prof. Stute erklärt klar und wissenschaftlich fundiert, was aktuelle Studien wirklich zeigen, warum Östrogen und Progesteron nicht Auslöser, aber Wachstumsfaktoren sein können, und welche sicheren Therapieoptionen für betroffene Frauen bestehen. Ein Gespräch voller Orientierung, Fakten und echter Aufklärung. In dieser Folge sprechen wir u.a. über folgende Themen: - Wie entsteht Brustkrebs multifaktoriell und welche Rolle spielen hormonelle Einflüsse? - Warum fördern Östrogen und Progesteron das Wachstum bereits veränderter Zellen? - Wie wirken lokal produzierte Östrogene in Fett- und Brustgewebe auf die Tumorbiologie? - Wie funktionieren antihormonelle Therapien wie Tamoxifen oder Aromatasehemmer? - Warum wird der Progesteronrezeptor therapeutisch nicht gesondert adressiert? - Welche nicht-hormonellen Optionen gibt es für Hitzewallungen bei Frauen mit Brustkrebs? - Welche Bedeutung hat Fesolinetant und welche Sicherheitsaspekte müssen berücksichtigt werden? - Wie lassen sich Schlafstörungen, Brain Fog und Gelenkschmerzen bei antihormoneller Therapie behandeln? - Welche Rolle spielen lokale Östrogene bei vaginaler Atrophie trotz Brustkrebsvorgeschichte? - Wie sind aktuelle Studien zur HET und Brustkrebsrisiko bei jüngeren Frauen zu interpretieren? - Warum ist Progesteron der Faktor, der das Brustkrebsrisiko in kombinierten HET-Regimen erhöht? Weitere Informationen zu Prof. Petra Stute findest du hier: https://www.menoqueens.com/about Du interessierst dich für Gesunde Langlebigkeit (Longevity) und möchtest ein Leben lang gesund und fit bleiben, dann folge mir auch auf den sozialen Kanälen bei Instagram, TikTok, Facebook oder YouTube. https://www.instagram.com/nina.ruge.official https://www.tiktok.com/@nina.ruge.official https://www.facebook.com/NinaRugeOffiziell https://www.youtube.com/channel/UCOe2d1hLARB60z2hg039l9g Disclaimer: Ich bin keine Ärztin und meine Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deinen Arzt/deine Ärztin. STY-248

## Transcript

[0:00] Brustkrebs entsteht nicht durch Östrogen und Progesteron,
[0:03] sondern hat unterschiedliche Ursachen, die zu veränderten
[0:07] Zellen führen können. Was mache ich denn jetzt gegen
[0:10] die Hitzewallung und was mache ich jetzt zum Beispiel gegen
[0:12] genitale Beschwerden wie Scheidentrockenheit und was
[0:15] mache ich jetzt zum Beispiel um den Schlaf zu verändern und zu
[0:18] verbessern? Stellvertretende Chefärztin ist
[0:20] sie der gynäkologischen Endokrinologie und
[0:23] Reproduktionsmedizin am Inselspital in Bern und
[0:27] international renommiert Professor Petra.
[0:30] Therapie der ersten Wahl bei Schlafstörungen ist tatsächlich
[0:33] die kognitive Verhaltenstherapie, und es wird
[0:35] von Psychologen oder von Psychiatern angeboten.
[0:38] Frauen mit Hitzewallungen, die pflanzlich etwas probieren
[0:41] möchten. Dann wäre Traubensilberkerze
[0:44] eine mögliche Option. Wichtiger Hinweis Was ist mit
[0:47] Inkontinenz? Haben sie eben auch noch
[0:49] angedeutet. Als Basismaßnahme gelten da auch
[0:52] Beckenbodengymnastik und vaginale Östrogene.
[0:55] Für mich auch ein aha Effekt, dass eine vaginale östrogencreme
[1:00] blasentechnisch wirken kann. Also insgesamt ist die
[1:04] wichtigste Botschaft eigentlich, dass Übergewicht und Adipositas
[1:07] das Risiko für Brustkrebs erhöhen, eben aufgrund der
[1:11] selbstgemachten Östrogene im Fettgewebe.
[1:17] Willkommen bei Stay Young. In meinem Podcast berichte ich
[1:21] ja immer wieder über die positiven Effekte von
[1:23] Hormonersatztherapie für gesundes, langes Leben bei
[1:26] Frauen in der Menopause und auch danach. 2 Haken hat die Sache,
[1:30] allerdings erstens die vielen Frauen, die keine
[1:33] Hormonersatztherapie machen können.
[1:36] Weil sie Brustkrebs haben oder hatten.
[1:38] In Deutschland betrifft das über 10 Jahre gesehen rund 978000
[1:44] Frauen, habe ich recherchiert, eine Wahnsinnszahl und das
[1:49] zweite neue Studien zeigen, dass Hormonersatztherapie bei
[1:53] gesunden Frauen über längere Zeit eingesetzt, dann doch das
[1:57] Brustkrebsrisiko erhöhen könnte. Da muss ich doch unbedingt ein
[2:01] weiteres Mal mit der Hormonexpertin und Gynäkologin
[2:04] schlechthin diskutieren. Sie ist eine der führenden
[2:08] Forscherinnen zu all diesen Themen, erhielt zahlreiche
[2:10] Forschungspreise und ist unter anderem die Präsidentin der
[2:14] EMAS, der Europäischen Menopause und Andropause Gesellschaft.
[2:18] Hier ist die stellvertretende Chefärztin Gynäkologische
[2:21] Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am
[2:23] Inselspital in Bernd Professor Petra Stute Willkommen bei
[2:27] Steyang danke, dass sie da sind. Ja, und ich danke Ihnen ganz
[2:31] herzlich, dass ich wieder bei Ihnen sein darf.
[2:34] Alle werden jetzt sehr, sehr, sehr aufmerksam lauschen.
[2:38] Erstmal Grund grundsätzlich Brustkrebs bei Frauen, wie
[2:43] entsteht der, der wird ja nicht durch Sexualhormone, also
[2:48] Östrogen oder Progesteron ausgelöst.
[2:50] Dass wir Frauen ja natürlicherweise produzieren,
[2:54] das ist doch richtig, oder? Genau, Brustkrebs entsteht
[2:58] Multifaktoriell. Das bedeutet, es gibt
[3:01] verschiedene Faktoren, die zusammen spielen.
[3:04] Dazu gehören genetische Faktoren, dazu gehören auch
[3:07] Umweltfaktoren, aber eben auch hormonelle Faktoren, wobei
[3:11] Östrogen und Progesteron nicht als Auslöser von Brustkrebs
[3:16] gelten, aber Östrogen und Progesteron haben einen Einfluss
[3:20] auf das Brustepithel, also das Brustdrüsengewebe, und
[3:25] unterstützen die Zellteile, die. Somit besteht quasi eine höhere
[3:29] Chance, dass sich im Rahmen der Zellteilung auch veränderte
[3:33] Zellen entwickeln können. Also wenn ein Krebs entstanden
[3:38] ist, dann können diese beiden Hormone sein Wachstum massiv
[3:42] triggern, was ich nicht so ganz verstanden habe.
[3:45] In dem Zusammenhang ist, dass die Brustkrebsrate bei Frauen
[3:49] ja. Im Alter über 40 und dann ab 60
[3:53] noch mal so richtig hoch geht. Und da geht ja jetzt gerade
[3:57] Östrogen und Progesteron bei den Frauen durch die Perimenopause
[4:02] oder Menopause runter. Wie muss man sich diesen
[4:05] Zusammenhang erklären? Es ist richtig, dass nach der
[4:09] Menopause die Eierstöcke weniger Östrogen produzieren.
[4:13] Das bedeutet aber nicht, dass der weibliche Körper völlig
[4:16] östrogenfrei ist. Weil zum Beispiel im Fettgewebe
[4:20] wird ebenfalls durch Vorläuferhormone Östrogen lokal
[4:24] produziert und zum Beispiel auch im Brustgewebe selbst.
[4:28] Gibt es Katalysatoren, also Enzyme, die in der Lage sind,
[4:32] aus Vorstufen von Östrogen lokal Östrogen zu produzieren, was
[4:37] dann wiederum eben zum Beispiel die Proliferation, also das
[4:40] Wachstum von Brustzellen, anregen kann.
[4:45] Wir müssen aber wahrscheinlich schon davon ausgehen, dass wenn
[4:48] eine Frau in der Perimenopause Menopause ist, insgesamt das
[4:52] Level von Östrogen und Progesteron im Körper, auch wenn
[4:56] Fettgewebe da ist, auch wenn im Brustgewebe noch Östrogen
[4:59] produziert wird, es geht schon runter, ist richtig krebsrate
[5:04] geht rauf, dann müssten das andere Faktoren sein.
[5:07] Genau also wie eingangs schon gesagt, Brustkrebs entsteht
[5:11] nicht durch Östrogen und Progesteron, sondern hat
[5:14] unterschiedliche Ursachen, die eben in der in der Summe dann
[5:19] schlussendlich zu veränderten Zellen führen können und
[5:23] Östrogen und Progesteron haben eben die Eigenschaft, dass sie
[5:26] dann auch eben schon veränderte Zellen dann zum Wachstum anregen
[5:30] können. Also es ist quasi wie ein
[5:32] Katalysator für diese schon veränderten Zellen.
[5:35] In ihrem Wachstum sind und. Ja, und da gibt es ja
[5:39] verschiedene Krebstypen, das wissen wir alle.
[5:41] Und Östrogen und Progression müssen nicht alle Krebstypen
[5:45] Brustkrebstypen zum Wachstum anregen.
[5:48] Es gibt ja welche, die haben Hormonrezeptoren für Östrogen,
[5:52] es gibt Krebsarten, die haben Hormonrezeptoren für Progesteron
[5:56] und dann gibt es Krebsarten, die haben gar keine
[5:59] Hormonrezeptoren, aber wahrscheinlich in etwa 80% der
[6:05] Brustkrebsfälle haben. Rezeptoren wie muss ich mir
[6:09] jetzt vorstellen, was machen die Krebszellen, dass Sie diese
[6:13] Rezeptoren haben, also die, die bilden, die, die richtig
[6:16] proaktiv aus, um sich selbst im Wachstum zu beschleunigen, wie
[6:21] muss man sich das erklären? Genau.
[6:24] Also das bedeutet Brustkrebs. Typen, die eben diese
[6:28] Hormonrezeptoren für Östrogen und oder Progesteron
[6:32] Exprimieren, nutzen quasi das Potenzial der Hormone der
[6:37] Sexualsteroide, um die Proiferation des Wachstums oder
[6:41] die die Wachstumspotenziale dieser Hormone für sich zu
[6:46] nutzen, also sowohl im Wachstum, aber eben auch im Ausbreitung,
[6:50] im Fortschreiten des Tumors. Muss man also wirklich sagen,
[6:54] das ist eine ganz perfide Nummer.
[6:56] Die Krebszellen müssen durch die Evolution kapiert haben, da sind
[7:00] Östrogene, Progesterone im Körper der Frau, und wenn ich da
[7:03] als Brustkrebs auftauchen will, dann mache ich Rezeptoren, dann
[7:07] kann ich besser wachsen, das ist ja gruselig, kann man in etwa
[7:10] abschätzen, wie viele Krebsfälle Brustkrebsfälle in etwa Östrogen
[7:14] positiv sind und wie viele in etwa Progesteron positiv sind
[7:18] und wie viele gar keine Rezeptoren haben.
[7:21] Also man kann schon etwa sagen, dass so um die 80% der
[7:24] Brustkrebse östrogenrezeptoren exprimieren, also dort
[7:29] auffindbar sind und auch etwas um die 75% der
[7:34] Brustkrebserkrankungen Exprimieren.
[7:36] Also zeigen den Progesteronrezeptor und das
[7:40] hängt aber auch noch davon ab, von anderen Faktoren, also ist
[7:44] ein Tumor gut differenziert oder ist er eben nicht so gut
[7:48] differenziert die. Das bedeutet, dass eben gut
[7:51] differenzierte Tumoren haben, mehr Östrogen Rezeptoren als zum
[7:56] Beispiel aggressivere Tumoren, die dann weniger Östrogen
[8:00] Rezeptoren Exprimieren. Und jetzt wissen wir ja auch,
[8:04] ich glaube, alle Frauen, die sich mit dem Thema mal ein
[8:06] bisschen beschäftigt haben, Frauen mit östrogenrezeptor,
[8:09] positiven Krebstyp und ich habe jetzt eben gelernt, viele dieser
[8:13] Krebstypen sind dann auch noch Progesteron Rezeptor positiv,
[8:17] wenn das 75% sind, die müssen sich einer antihormonellen
[8:20] Therapie unterziehen, also um das körpereigene Östrogen auf 0
[8:24] zu bringen, das. Ganz bekannt ist ja tamyxophen
[8:29] muss dann wahrscheinlich auch gegen Progesteron auf 0 gehen,
[8:32] das ist ne ganz klassische Nummer, ne 80% der
[8:35] Brustkrebsfälle. Das heißt Östrogen auf 0
[8:39] Fragezeichen. Wenn ein ein Brustkrebs eben
[8:43] sensibel auf Östrogene reagiert, und das sieht man eben anhand
[8:48] der Östrogene Rezeptor Explosion, dann ist die
[8:51] Strategie dem Brusttumor quasi sein sein Benzin, wenn man so
[8:56] möchte, wegzunehmen. Und die Strategie ist dann eben,
[8:59] den weiblichen Körper möglichst wenig Östrogene nur noch zu
[9:04] lassen und da gibt es natürlich ganz unterschiedliche Strategien
[9:07] das. Kann, wie sie jetzt schon
[9:08] angesprochen haben, mit Tamoxyfen geschehen.
[9:11] Das kann aber auch mit Aromatasehemmern geschehen oder
[9:14] auch noch anderen Medikamenten oder auch schlussendlich mit der
[9:18] Entfernung der Eierstöcke natürlich so, dass eben
[9:21] verschiedene Strategien schlussendlich dazu führen, dass
[9:25] eben die Östrogenmenge, die dann noch im weiblichen Körper
[9:28] vorhanden ist und potenziell den Brustkrebs in seiner Ausbreitung
[9:33] unterstützen könnten, dass quasi das weggenommen wird.
[9:37] Und. Und Progesteron, wenn es so
[9:38] viele Fälle auch gibt, mit Progesteronrezeptor positiven
[9:42] Brustkrebstypen muss man auch genauso runterbringen.
[9:46] Der Progesteronrezeptor die Existenz des
[9:49] Progesteronrezeptors ist im Grunde eigentlich nur ein
[9:53] Nachweis dafür, dass die Östrogen Signalkette eigentlich
[9:56] funktioniert, weil der Progesteronrezeptor taucht auf
[10:00] in Folge von Östrogen Einwirkung.
[10:03] Deswegen wird bisher, wenn es um die hormonelle oder antiösteron.
[10:07] Unzogene Therapie von Brustkrebs geht, wird nicht explizit jetzt
[10:11] noch der Progistoronrezeptor adressiert.
[10:14] Dazu gibt es zwar Studien, die eben diese Strategie mit
[10:18] untersuchen, aber im Moment richtet sich die Therapie, wie
[10:22] das Wort schon sagt, die Anti Östrogene Therapie gegen den
[10:26] Östrogenrezeptor und im Einfluss des Östrogens unter der
[10:29] Vorstellung, dass dann sekundär, weil eben auch weniger
[10:32] Progistoronrezeptoren exprimiert werden, darüber eben auch der
[10:36] günstige Effekt der. Aus der Anti Östrogen Therapie
[10:39] auch noch mit erzielt wird. Und ich habe gelernt, da eben im
[10:43] Fettgewebe der Frau und im Brustdrüsengewebe weiterhin auch
[10:48] nach der Menopause Östrogene produziert werden.
[10:51] Das sind nicht unbedingt ganz identisch die, die wir in den
[10:54] Eierstöcken produzieren, soweit ich es im Hinterkopf habe, aber
[10:58] egal. Wir haben auf jeden Fall
[11:01] weiterhin so ein bisschen Östrogene und deshalb müssen
[11:04] Frauen. In der Menopause nach der
[11:07] Menopause mit Brustkrebs trotzdem, obwohl sie eben kaum
[11:11] noch Östrogen in den Eierstöcken machen müssen.
[11:14] Trotzdem diese Tamoxyfen oder eben diese antihormonelle
[11:18] Therapie machen. Was können Sie denn Frauen, die
[11:24] eben eine solche Therapie machen müssen, die haben ja dann
[11:27] starke. Menopause ähnliche Beschwerden,
[11:30] egal ob sie jung sind oder älter.
[11:32] Was empfehlen Sie Frauen, um diese Beschwerden möglichst
[11:37] eindämmen zu können? Genau im Prinzip ist wir bei
[11:40] Frauen auch ohne Brustkrebs dann immer erstmal die Frage, welche
[11:44] Symptome eigentlich dann im Vordergrund stehen.
[11:47] Und der Unterschied zu brustgesunden Frauen ist, dass
[11:50] man eben dann an Brustkrebs erkrankten Frauen eben nicht
[11:54] eine, zumindest keine Ganzkörperhormonersatztherapie
[11:57] anbieten kann, weil das wäre ja im Prinzip konträr zu der
[12:01] eigentlichen Strategie des Östrogen, möglichst
[12:04] runterzufahren, und das heißt, man schaut, welche Symptome
[12:07] stehen jetzt für die einzelne Frau im Vordergrund.
[12:10] Natürlich denken wir alle sofort an die Hitzewallungen und an die
[12:13] Schweißausbrüche, aber es könnten theoretisch oder auch
[12:16] häufig natürlich. Ich auch.
[12:17] Gelenkschmerzen, auftreten, Schlafstörungen, depressive
[12:20] Verstimmung und dann ist es eben ein bisschen komplizierter, wenn
[12:24] man so möchte im Vergleich zu der brustgesunden Frau, dass man
[12:28] dann eben gezielt gegen die einzelnen Symptome
[12:31] therapiestrategien entwickeln muss.
[12:33] Also man kann eben ja nicht wie bei der brustgesunden Frau
[12:35] sagen, ich gebe Ihnen jetzt eine Hormonersatztherapie, und
[12:38] ziemlich wahrscheinlich werden alle die Symptome, die sie mir
[12:41] gerade aufgezählt haben, besser werden, sondern ich muss mir
[12:44] überlegen, okay, was mache ich denn jetzt gegen die
[12:46] Hitzewallung und? Was mache ich jetzt zum Beispiel
[12:48] gegen genitale Beschwerden wie Scheidentrockenheit?
[12:51] Und was mache ich jetzt zum Beispiel, um den Schlaf zu
[12:53] verändern und zu verbessern? Und das heißt, es kann sein,
[12:57] dass am Ende mehrere verschiedene Therapien,
[13:00] Strategien parallel gestartet werden, um eben die einzelnen
[13:04] Symptome zu adressieren. Ich würde jetzt zu weit führen,
[13:07] wenn wir die im Detail. Viele versuchen dann erstmal mit
[13:12] pflanzlichen Präparaten, wie zum Beispiel der Trauben
[13:15] silberkerze, weil die Hitzewallung etwas zu reduzieren
[13:18] an der Stelle ist schon mal wichtig, dass man dann natürlich
[13:21] ein pflanzliches Präparat wählen sollte, das jetzt nicht gerade
[13:26] den Östrogen Signalweg bedient. Also das heißt, Frauen, die an
[13:30] Brustkrebs erkrankt sind, sollten jetzt nicht unbedingt
[13:33] Soja Isoflaron zum Beispiel nehmen, weil man nicht ganz
[13:36] genau weiß, ob das nicht Konsequenzen in die falsche
[13:39] Richtung haben könnte, das. Das heißt, Frauen mit
[13:41] Hitzewallungen, die pflanzlich etwas probieren möchten.
[13:44] Dann wäre Trauben silberkerze eine mögliche Option.
[13:48] Dann haben wir in dem Bereich, der nicht hormonellen
[13:51] Medikamente relativ, ja viel im Angebot, muss man sagen, auch
[13:55] wenn einiges davon erstmal komisch wirkt, wir haben, bevor
[13:59] wir die neuen NK 3 Rezeptor Antagonisten auf dem Markt
[14:03] bekommen haben, da kann ich gleich noch kurz was zu sagen,
[14:06] haben wir uns bedient in anderen Medikamentengruppen.
[14:10] Wie zum Beispiel bei Antidepressiva, bei
[14:12] Antiepileptika oder auch bei sogenannten Anticholinergika.
[14:16] Das sind Medikamente, die man zum Beispiel bei der überaktiven
[14:19] Blase einsetzt, und dann ist häufig die Reaktion natürlich,
[14:23] dass die Frau sagt, Ich hab aber gar keine Depression und ich hab
[14:26] ja auch gar keine Epilepsie und ne überaktive Blase hab ich auch
[14:29] nicht, wieso soll ich das jetzt nehmen, aber da gibt es
[14:32] tatsächlich sehr gute Studien, dass eben bestimmte
[14:35] Antidepressiva, bestimmte Antiepileptika und eben
[14:39] Medikamente. Gegen die überaktive Blase
[14:42] Hitzewallungen reduzieren können, so etwa um 50%.
[14:45] Jetzt haben wir ja, aber zum Glück, muss man sagen, seit 2024
[14:49] das Präparat Fesolinetant auf dem Markt, das ist ein
[14:54] sogenannter NK 3 Rezeptor Antagonist, ein Medikament, das
[14:57] nicht hormonell ist und gezielt gegen Hitzewallungen eingesetzt
[15:01] werden kann. Reduziert etwa Hitzewallungen um
[15:07] 63%, ist also relativ potent, muss man sagen.
[15:10] Der Haken an der Geschichte ist, dass es eben für Fesolinetand
[15:14] noch nicht abschließend die Daten für an Brustkrebs
[15:17] erkrankten Frauen gibt. Die Studie läuft noch, aber es
[15:20] ist zu erwarten, dass, weil es ja sich um ein nicht hormonelles
[15:24] Präparat handelt. Dass dies bei Frauen mit
[15:27] Brustkrebs erstens gut wirken wird und es sind auch zumindest
[15:31] theoretisch keine negativen Konsequenzen bezüglich der
[15:35] Brustkrebsvorgeschichte zu erwarten.
[15:38] Ich hatte mal gelesen, es könnte ein paar Leberprobleme
[15:41] verursachen. Ist richtig, es gibt für
[15:44] Fesolinetan das wie gesagt seit 2024 auf dem Markt ist, wurden
[15:47] weltweit Fälle gesammelt, bei denen zum Beispiel
[15:52] Leberwerterhöhungen aufgetreten sind, und das hat dazu geführt,
[15:55] dass letztes Jahr der Beipackzettel angepasst worden
[15:59] ist und dass wir bei allen Frauen, das hat jetzt nichts mit
[16:03] Brustkrebs zu tun, sondern dass alle Frauen, die mit Fesolinetan
[16:06] starten, muss man vorneweg die Leberwerte bestimmen und danach
[16:10] ein 2 und. 3 Monaten noch einmal, um sicherzustellen, dass
[16:15] dort alles soweit in Ordnung ist.
[16:17] Jetzt sind natürlich alle die, die zuhören, und das sind ja so
[16:20] viele leider, die betroffen sind, die sind natürlich
[16:22] wahnsinnig interessiert, was sie an weiteren Einzeltherapien
[16:26] empfehlen, also beispielsweise bei Brain Fock, bei
[16:29] Schlafstörungen, bei Gelenkschmerzen, gibt es
[16:32] vielleicht noch 23 Hinweise mit denen, die sie geben können und
[16:35] mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben?
[16:38] Also bei Schlafstörungen würde man sich dann tatsächlich an den
[16:42] Leitlinien zu Schlafstörungen im Erwachsenenalter orientieren.
[16:46] Das heißt, Das hat ist jetzt kein Fokus speziell auf die
[16:49] brustkrebserkrankte Frau, sondern einfach das Problem, die
[16:52] Problematik Schlafstörung und Therapie der ersten, weil bei
[16:55] Schlafstörungen ist tatsächlich die kognitive Verhaltenstherapie
[16:59] bei Schlafstörungen, das wird von Psychologen oder von
[17:01] Psychiatern angeboten, dann gibt es ebenfalls wieder im
[17:05] pflanzlichen Bereich verschiedene Ansätze, dazu
[17:07] gehört bei. Generieren und Hopfen
[17:09] beispielsweise. Man kann auch Melatonin
[17:11] probieren, obwohl dies offiziell von Seiten der Leitlinien nicht
[17:15] empfohlen wird. Trotzdem, viele Frauen reagieren
[17:19] da ganz gut drauf und dann sind wir natürlich ganz schnell bei
[17:22] den Schlafmedikamenten, aber auch da gibt es einige, die kein
[17:26] Abhängigkeitspotenzial haben und die auch nicht die sogenannte
[17:30] Schlafarchitektur, also die Schlafzyklen, die man nachts
[17:33] durchläuft, kaputt machen quasi. Brainfog.
[17:38] Das ist natürlich ein bisschen kompliziert, komplizierter.
[17:41] Hier ist vor allen Dingen die Strategie, dass man eben andere
[17:45] mögliche Ursachen von Brainfog gut behandelt, und dazu würden
[17:49] jetzt wiederum die Hitzewallung gehören, allenfalls ne
[17:52] depressive Verstimmung, aber auch zum Beispiel Schlafstörung,
[17:56] weil das natürlich alles Faktoren sind, die einen
[17:58] Brainfog unterstützen können. Wichtig ist, dass man dann auch
[18:01] schaut, was macht der Eisenspiegel, was macht der
[18:04] Vitamin B. 12 Spiegel ist möglicherweise eine
[18:06] Schilddrüsenfunktionsstörung vorliegen, sodass man das alles
[18:10] adäquat behandeln kann, so gut es geht.
[18:12] Aber es gibt eben jetzt nicht, wie ja schon angesprochen, die
[18:15] Möglichkeit, dass man hormonell dort aktiv wird und im Grunde
[18:19] beim Thema Brainfog ist es natürlich auch wichtig, dass man
[18:22] auch andere Disziplinen gegebenenfalls zu Rate zieht,
[18:25] also wie zum Beispiel Psychologen wie zum Beispiel
[18:28] Neurologen oder auch psychiatrische. 1 ist finde ich
[18:33] einfach tragisch. Das worüber ich eigentlich so
[18:36] gerne Berichte, nämlich die Langlebigkeitseffekte von einer
[18:40] Hormonersatztherapie, dass also das Immunsystem gestärkt wird,
[18:43] dass wir Diabetes Typ 2 Prophylaxe haben, Herz,
[18:45] Kreislauf, erkrankungsprophylaxe, aber
[18:48] natürlich die Gelenkgesundheit, die Kognition, vielleicht sogar
[18:52] ein bisschen demenzprophylaxe etc.
[18:56] Und das fällt ja alles für diese Frauen, die.
[18:59] Ganz stark natürlich auch noch auf 0 gehen mit Östrogen durch
[19:02] diese Therapien, das fällt weg. Sie absolut recht und das ist im
[19:07] Prinzip auch in der Sprechstunde.
[19:09] Ist das wirklich ein ganz großes Dilemma, weil, wie sie sagen,
[19:12] sind wir ja sonst, wenn es zur Thematik hormonersatztherapie
[19:16] geht und die vor und die Nachteile mit den Patientinnen
[19:18] diskutieren. Ist ja die Liste der Vorteile
[19:21] enorm groß, also genauso wie sie es auch gerade geschildert
[19:24] haben. Und auf einmal wird das quasi
[19:26] von jetzt auf gleich alles gestrichen und steht nicht mehr
[19:30] zur Verfügung und umso wichtiger ist es dann eben bei diesen
[19:33] betroffenen Frauen. Und dass man an die Herz und
[19:36] Knochengesundheit denkt, also dass man zum Beispiel dann eben
[19:39] Frauen zur Knochendichte schickt, um sicherzustellen,
[19:42] dass der Östrogenmangel sich nicht schon in Form einer
[19:45] Osteopenie oder Osteoporose zeigt.
[19:48] Oder dass man Frauen, und das gilt jetzt für alle Männer und
[19:51] Frauen mit Krebserkrankungen, dass man diese zu den
[19:54] Enkokardiologen schickt. Es gibt seit 2022 ungefähr gab
[19:59] es eine Publikation von der Europäischen Kardiologischen
[20:02] Gesellschaft mit einem fantastischen Manualen.
[20:05] Wahl natürlich eher für die Kardiologen und nicht für uns
[20:08] als Gynäkologinnen gedacht, wie man bei einzelnen
[20:12] Krebserkrankungen beziehungsweise deren Therapien,
[20:15] welche Untersuchungen aus kardiologischer Sicht nötig sind
[20:19] und auch wie oft eine Frau ein Mann dann wieder gesehen wird,
[20:23] deswegen für uns gynäkologinnen ist es dann wichtig, dass wir
[20:26] die Frauen überhaupt zu den Onkokardiologen zum Beispiel
[20:30] schicken. Aber das, was sie auch gerade
[20:32] schon angesprochen haben, eben das ganze Thema kognitive
[20:35] Gesundheit, da gibt es eben jetzt noch nicht so Algorithmen
[20:38] wie für die Knochen und wie für die Herz, Kreislauf, Gesundheit.
[20:41] Das heißt, wenn eine Patientin, so wie sie ja auch gerade
[20:44] geschildert haben, eine brainfox Symptomatik hat, dann gilt es im
[20:48] Zweifelsfall, die Patientin wirklich zu den Neurologen oder
[20:51] auch Neuropsychologen zu schicken, um dort erstens ein
[20:55] Assessment zu machen und zu schauen, ist das Objektivierbar,
[20:58] die Symptomatik, die die Patientin schildert.
[21:01] Und dann eben auch Therapiestrategien zu
[21:03] entwickeln. Das gilt auch für diese
[21:06] schnellere Alterung des Immunsystems.
[21:08] Durch Östrogenmangel muss man auch schauen, wie können wir
[21:11] andere Wege finden, um diese Alterung zu verlangsamen.
[21:15] Genau. Dann sagen sich natürlich viele
[21:17] Frauen, jetzt habe ich diesen Krebs glücklicherweise
[21:20] überstanden, und das gilt ja heutzutage glücklicherweise für
[21:24] ganz viele. Dürfen Sie denn dann später mal
[21:27] eine Hormonersatztherapie machen, gibt es da gar keine
[21:30] Ausnahme? Erst mal ein paar Worte zu der
[21:32] vaginalen Östrogentherapie, die ja die Indikation hat.
[21:37] Schmerzen bei Geschlechtsverkehr,
[21:39] Scheidentrockenheit oder auch überaktive Blase, die kann man
[21:42] quasi immer geben. Also auch, wenn im Beipackzettel
[21:45] drin steht, dass die Brustkrebserkrankung eine
[21:48] Kontraindikation darstellt, so gibt es doch sehr gute Belege
[21:51] und auch in diesem Jahr wurde erst eine Metaanalyse
[21:54] publiziert, die gezeigt hat, dass das Risiko für ein Rezidiv
[21:58] bei rein vaginaler, also lokaler Östrogentherapie nicht erhöht
[22:02] ist. Und ich denke mal, das ist schon
[22:03] mal ganz wichtig, dass wir, also Frauen, die unter diesen
[22:06] Genitalen. Symptomen leiden, dass wir denen
[22:09] eben die Möglichkeit der vaginalen Östrogentherapie
[22:12] anbieten können, eben mit dem Hinweis, dass offiziell im
[22:16] Beipackzettel etwas anderes drin steht und trotzdem auch von
[22:20] onkologischer Seite nicht mehr eine so große Abwehr gegenüber
[22:23] der lokalen Therapie vorhanden ist, wie das vielleicht noch vor
[22:26] ein paar Jahren gewesen ist. Das Problem, oder da wo
[22:29] tatsächlich weiterhin die Kontraindikation gilt, ist die
[22:32] Ganzkörperhormontherapie. Also die klassische
[22:36] Hormontherapie, die sonst gegen Hitzewallungen, Schlafstörungen,
[22:39] depressive Verstimmung in den Wechseljahren eingesetzt wird.
[22:42] Und die gilt nach wie vor weltweit als absolute
[22:45] Kontraindikation. Es gibt zwar schon ein paar
[22:48] Regungen und auch ein paar Publikationen, die eben dieses
[22:52] absolute Verbot hinterfragen, aber natürlich, solange sich in
[22:56] den Leitlinien da nicht groß etwas ändert, werden alle davor
[23:00] zurückschrecken, das zu verschreiben.
[23:03] Das tun ja manche. Aber das ist nicht formell OK.
[23:07] Ja, vielen Dank für den Hinweis Östrogen Cremes Genital
[23:12] angewandt auch für Frauen mit Brustkrebs und dieser
[23:16] entsprechenden Östrogen unterdrückungstherapie wichtiger
[23:19] Hinweis was ist mit Inkontinenz haben sie eben auch noch
[23:22] angedeutet. Genau also urogynäkologische
[23:25] Symptome, zu denen zum Beispiel die Inkontinenz gehört.
[23:28] Die wird in der Regel als Basismaßnahme gelten, da auch
[23:32] beckenbodengymnastik und vaginale Östrogene, das heißt,
[23:36] das wäre jetzt ja gleichermaßen auch für die Frau mit Brustkrebs
[23:40] möglich, und wenn dann diese Basismaßnahmen nicht ausreichen,
[23:43] dann kommt das ganze therapeutische Arsenal, das
[23:46] sonst die gynäkologischen oder die Urogynäkologen auch noch zur
[23:49] Verfügung haben, und das ist nicht hormonbasiert, sondern da
[23:53] gibt es tatsächlich viele Strategien, die dann eben auch
[23:56] für Frauen mit Brustkrebs absolut in Frage kommen.
[24:00] Ist für mich auch ein aha Effekt, dass eine vaginale
[24:03] östrogencreme blasentechnisch wirken kann, also auf die
[24:07] Kontrollmuskulatur der Blasenentleerung.
[24:12] Positiv also dass ich, dass eben viele Frauen dazu möchte, ich
[24:15] mich auch herzlich bedanken, haben sie mir eine Kollegin.
[24:18] Vom inselspital Frau Professor Kuhn empfohlen zum Thema
[24:21] Inkontinenz und und Alterung. Viele Frauen schlagen sich damit
[24:24] rum und sagen, ja, was mach ich denn, also so eine eine Östrogen
[24:29] vaginalcreme kann tatsächlich bei Inkontinenz auch etwas
[24:32] positiv bewirken, also. Es ist auf jeden Fall die
[24:35] Basismaßnahme, also das heißt die Urogynäkologen.
[24:38] Würden diese Basismaßnahme auch immer initiieren, falls das
[24:43] nicht ausreicht, gut, dann gibt es noch weitere Strategien, die
[24:46] man einsetzen kann, aber das ist wirklich tatsächlich eine der
[24:50] ja, wie schon gesagt, Basismaßnahmen.
[24:53] Was ist denn jetzt mit den Frauen?
[24:55] Das sind ja nicht so viele 80%, haben wir gelernt, haben einen
[24:59] hormonrezeptor, sensiblen Brustkrebstyp.
[25:02] Aber die, die einen Hormonrezeptor negativen
[25:05] Brustkrebstyp haben, können die denn eine Hormonersatztherapie
[25:08] machen? Leider auch nicht.
[25:10] Und das liegt aber schlussendlich einfach auch an
[25:13] der fehlenden Studienlage, wenn man genau schaut, gibt es
[25:17] eigentlich insgesamt sogar nur 4 randomisiert Placebo
[25:21] kontrollierte Studien zu der Fragestellung
[25:23] Hormonersatztherapie nach Brustkrebs.
[25:26] Und 2 von diesen Studien sind auch vorzeitig abgebrochen
[25:31] worden, eben aufgrund des erhöhten Rezidivrisikos, das
[25:34] beobachtet worden ist. Das heißt aber, dass wir
[25:37] eigentlich überhaupt Ärzte schon so sowieso schon gar nicht so
[25:40] viele Studien haben, und zweitens, dass es dann umso
[25:43] schwieriger ist, von diesen wenigen Studien auch noch
[25:46] Subgruppenanalysen für die. Hormonrezeptor negativen
[25:50] Brustkrebspatientinnen zu machen, weil es eben keinen
[25:54] großen Studien zu Hormonersatztherapie nach
[25:58] hormonrezeptor negativem Brustkrebs gibt, ist die
[26:02] Empfehlung im Grunde die gleiche wie auch für die Frauen mit
[26:05] hormonrezeptor positivem Mammakarzinom.
[26:09] Auch hier gilt wieder, dass in den letzten Jahren sich
[26:11] tatsächlich auch einige wissenschaftliche Gruppen auf
[26:15] den Weg gemacht haben und auch Empfehlungen publiziert haben,
[26:18] die also durchaus bei hormonrezeptor negativen
[26:23] Mammakarzinom eine Hormonersatztherapie nicht 100%
[26:27] ablehnen, aber immer darauf hinweisen, dass aufgrund der
[26:30] mangelnden Studienlage es einfach noch kein grünes Licht
[26:34] geben kann. Ist also dann Risiko,
[26:38] persönliche Abwägung aber nicht unbedingt nachweislich
[26:42] schwierig. Warum machen Sie nicht so eine
[26:46] Studie? Tatsächlich ist das natürlich
[26:50] würde ich das sehr, sehr gerne machen und ich würde mal
[26:53] behaupten, die größte Herausforderung ist gar nicht
[26:56] unbedingt, die Patientinnen zu finden, sondern das Funding.
[27:00] Also solche Studien, die müssen ja auch über längere Zeiträume
[27:04] laufen, wenn man als Endpunkt Rezidive zählen möchte.
[27:08] Das heißt, es ist keine Studie, die ich jetzt nur ein Jahr
[27:11] machen kann, und dann hab ich irgendein Ergebnis, sondern das
[27:14] müsste ja mindestens mal 5 Jahre laufen, und das ist recht teuer,
[27:19] wenn man das machen möchte und. Genau, und das ist ein ganz
[27:23] großes Nadelöhr, so wie immer in der Forschung, dass man zusehen
[27:27] muss, wo man das die finanzielle Unterstützung herbekommt.
[27:31] Ja, es betrifft aber doch sehr viele Frauen.
[27:33] Also OK, müssen wir einfach so stehen lassen jetzt dieses
[27:37] Thema, das muss, muss ich unbedingt noch ansprechen,
[27:40] Hormonersatztherapie und Brustkrebs, ich trommle ja
[27:43] immer. Diese alten Studien aus dem
[27:45] letzten Jahrtausend in den USA gemacht mit Östrogenen aus
[27:50] Studien, Urin et cetera und so weiter und die neue Studienlage
[27:52] zeigt, Hormonersatztherapie und Brustkrebsrate sind nicht
[27:57] gekoppelt. Und jetzt gibt es doch wieder
[28:00] neue Studien, wenn beide Hormone, also Östrogen,
[28:03] Progesteron, bioidentisch und niedrig dosiert gegeben werden,
[28:07] steige das Risiko doch geringfügig an.
[28:11] Geben Sie uns bitte Aufklärung. Wie schätzen Sie das Risiko ein?
[28:14] In der Tat wurde gerade eine Studie publiziert.
[28:18] Dort wurden Daten von verschiedenen internationalen
[28:22] Kohorten gemeinsam ausgerechnet und es ging um die
[28:25] Fragestellung, ob auch schon eine Hormonersatztherapie, wenn
[28:29] sie im jüngeren Alter initiiert wird, das Risiko für Brustkrebs
[28:33] bei unter 55 jährigen Frauen erhöht und das die wichtigste
[28:37] Botschaft ist eigentlich, wenn. Alle Hormonersatzpräparate, die
[28:41] dort von diesen Frauen eingenommen wurden, zusammen
[28:45] betrachtet werden, dass das Risiko für die Diagnose
[28:48] Brustkrebs nicht erhöht war. Und jetzt kommt noch natürlich
[28:51] dann die Differenzierung in Östrogen plus Gestagen und
[28:55] Östrogen, Mono und Östrogen alleine hat das Brustkrebsrisiko
[28:59] tendenziell eher gesenkt, also eigentlich analog zu den Daten,
[29:03] die wir auch zum Beispiel von der Women's Health Initiative
[29:06] her kennen und Östrogen plus Gestagen.
[29:09] Gehen hat das Risiko für die Diagnose Brustkrebs etwas
[29:14] erhöht, also auch eigentlich wieder analog zu den Daten, die
[29:17] wir von der Women's Health Initiative kennen, mit dem
[29:19] Unterschied, dass eben jetzt jüngere Frauen in dieser
[29:22] aktuellen Auswertung analysiert worden sind versus in der WHI
[29:27] Studie, wo ja die Frauen alle Postmenopersalen durchaus auch
[29:31] recht älter gewesen sind. Trotzdem ist jetzt, auch wenn
[29:36] wir jetzt sag ich mal wieder diese Unterscheidung Östrogen,
[29:39] Mono plus, Östrogen, Gestagen haben ist trotzdem auch, obwohl
[29:43] das jetzt ja riesige Patientinnenzahlen sind, die in
[29:46] der Studie ausgewertet worden sind, es sind knapp 500000
[29:50] Frauen sind analysiert worden, es haben von den 500000 Frauen
[29:55] in einem Zeitraum von etwa 8 Jahren.
[29:58] Haben um die 9000 Frauen die Diagnose Brustkrebs bekommen und
[30:02] insgesamt haben aber nur 15% der Frauen eine Hormontherapie
[30:06] durchgeführt und das heißt, wenn man das dann runterbricht, hat
[30:11] man natürlich nicht. Wie man jetzt initial denken
[30:14] würde, 500000 Frauen mit Brustkrebs oder ohne Brustkrebs
[30:18] miteinander verglichen. Ich glaub das ist immer noch mal
[30:20] ganz wichtig und es erklärt auch, warum dann noch mal eine
[30:23] Subgruppenanalyse in die verschiedenen
[30:26] Kombinationspräparate in die verschiedenen Dosierungen dann
[30:29] schlussendlich natürlich immer schwieriger wird.
[30:32] Ganz wichtig für, um diese neue Studie zu verstehen.
[30:36] Da sind auch Frauen mit aufgenommen gewesen, die Halt
[30:39] sehr früh angefangen haben mit einer Hormonersatztherapie, weil
[30:42] sie zum Beispiel die Eierstöcke entfernt bekommen hatten, also
[30:44] auch 30 jährige 35 jährige, aber auch Frauen, die halt früh ihre
[30:48] in die Menopause kamen mit Ende 40 oder 45 und da kann man sagen
[30:53] Östrogen allein definitiv. Nicht mit einem erhöhten
[30:59] Brustkrebsrisiko, verbunden mit mit Östrogen und Progestron ein
[31:06] leicht erhöhtes, aber tatsächlich sehr leicht erhöhtes
[31:09] Risiko. Und da fragt man sich natürlich,
[31:12] ich mich persönlich auch, ich hab natürlich immer beides
[31:14] gemacht, weil es ja immer heißt Gebärmutterschleimhaut und
[31:17] Gebärmutterkrebs, also Schleimhautkrebs.
[31:21] Muss man Progesteron dazu nehmen?
[31:23] Nicht unbedingt jeden Tag, sondern vielleicht nur 2 Wochen
[31:26] im Monat, und dann kam noch dazu, das hat mich dann wieder
[31:29] irritiert, das sind auch schon ältere zahlen, ja, schlanke
[31:31] Frauen und die Halt früh anfangen, so gleich mit der
[31:34] Perimenopause, die haben dann noch mal ein erhöhtes Risiko,
[31:38] ich denke mir, Mensch, ich mache das jetzt seit 20 Jahren, bin
[31:42] damit super gut gefahren, ja, wie ist denn das jetzt aus ihrer
[31:46] Einschätzung mit dem Brustkrebsrisiko?
[31:48] Also nach wie vor gilt, und daran hat jetzt ja eigentlich
[31:51] diese neuere Studie auch gar nichts geändert, dass eben das
[31:55] die Brustkrebsdiagnose unter einer, jetzt, sagen wir mal
[31:58] kombinierten Hormonersatztherapie immer noch
[32:01] als ein seltenes Ereignis gilt, und das muss abgewogen werden
[32:05] gegen all die Benefits, die die Hormonersatztherapie mit sich
[32:08] bringt, so wie sie ja eingangs auch schon aufgezählt hatten.
[32:12] Das heißt, wir haben natürlich, gerade wenn man innerhalb von 10
[32:15] Jahren nach der Menopause mit einer Hormontherapie startet,
[32:19] haben wir Benefit für das Herz Kreislauf System für die Knochen
[32:24] bezüglich Stoffwechsel, auch wie sie schon angesprochen haben
[32:26] bezüglich Diabetes Risiko, welches reduziert wird.
[32:30] Und dann aber auch Reduktion für Darmkrebsrisiko.
[32:33] Und auch bei Frauen, die innerhalb von 10 Jahren nach der
[32:36] Menopause mit den Hormonen starten, ist tatsächlich auch
[32:38] das Überleben länger, ohne dass man das jetzt in Monaten oder
[32:42] Jahren im Einzelfall beziffern könnte.
[32:44] Und das gilt es ja im Grunde wie immer im Leben gegeneinander auf
[32:48] zu wiegen. Wenn man jetzt argumentiert,
[32:51] dass die allermeisten Frauen, und zwar ganz egal, ob sie an
[32:54] Brustkrebs erkrankt sind oder auch nicht an Herz, Kreislauf,
[32:57] Erkrankungen sterben, ist ja das eigentlich das größere Problem.
[33:01] Und da haben wir einen Benefit, der Östrogene eben vor allen
[33:06] Dingen, wenn sie innerhalb von 10 Jahren nach der Menopause
[33:09] gestartet wird und wenn man dann schaut, wieviel Frauen sterben
[33:13] eigentlich an Brustkrebs, dann ist diese Zahl deutlich geringer
[33:16] plus auch wenn wir jetzt so vielleicht immer.
[33:19] In Sorge sind bezüglich Östrogenestagentherapie und dem
[33:23] Risiko für Brustkrebs ist es dank der WHI Studie auch
[33:28] gezeigt, dass Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und
[33:31] eine Hormontherapie hatten, dass deren Risiko zu versterben an
[33:36] Brustkrebs zu versterben, nicht erhöht ist.
[33:39] Also das heißt, wenn ich mich frage, wenn ich jetzt unter
[33:42] einer Östrogen gestagintherapie Brustkrebs bekomme, sterbe ich
[33:47] dann auch eher an Brustkrebs, ist die Antwort.
[33:49] Nein, und das denke ich mal, das muss man ja auch mit in die
[33:52] waagschalen reinwerfen. Was jetzt ziemlich breit durch
[33:57] die, zumindest sagen wir mal, Fachpresse gegangen ist, ist, je
[34:02] länger eine Hormonersatztherapie durchgeführt wird von einer
[34:05] Frau, desto höher ist auch das Brustkrebsrisiko.
[34:08] Dann wäre wieder denen Gynäkologen natürlich das
[34:12] Argument gegeben, ja, also mach das nur während der Wechseljahre
[34:17] während der Menopause Beschwerden und dann hör auf
[34:19] jeden Fall damit wieder auf. Menschen wie ich, die das schon
[34:22] seit 20 Jahren machen, gehen da ein Risiko ein.
[34:25] Aber, sagen Sie. Es ist, es ist richtig, dass das
[34:28] Risiko für die Diagnose Brustkrebs unter einer
[34:31] Hormontherapie, je länger man sie einnimmt, erhöht ist.
[34:35] Aber wir sprechen trotzdem immer noch von einem seltenen
[34:38] Ereignis. Es gab mal eine Untersuchung, da
[34:40] hat man geschaut, wie viele zusätzliche Fälle an Brustkrebs
[34:45] diagnostiziert werden bei Dreizehnjähriger
[34:47] hormonersatztherapie, und es waren auf 1000 Frauen bezogen,
[34:51] 10 zusätzliche Fälle, das heißt, und deswegen kann man immer nur
[34:55] wieder. Holen.
[34:55] Es ist auch wenn man gefühlt so viele Frauen kennt mit
[34:59] Brustkrebs, und das ist natürlich auch keine
[35:01] Überraschung, weil es ist einfach die häufigste
[35:04] Krebserkrankung. Bei Frauen heißt das noch lange
[35:06] nicht, dass das jetzt alles mit Hormonen im Kontext steht, weil,
[35:09] wie eingangs gesagt, gibt es ja viele verschiedene Faktoren, die
[35:13] eben das Brustkrebsrisiko erhöhen, wie zum Beispiel
[35:15] Adipositas, wie zum Beispiel Sportmangel, aber auch wie zum
[35:19] Beispiel ne familiäre Belastung, sodass das im Einzelfall ja gar
[35:22] nicht so leicht ist zu sagen, das war jetzt eigentlich.
[35:26] Die Hauptursache, sage ich mal, dieser Diagnose.
[35:30] Aber sie geben uns damit natürlich, und das finde ich so
[35:33] wahnsinnig wichtig, eine Transparenz, dass man eben Frau
[35:36] eben abwägen muss. Gemeinsam mit der betreuenden
[35:41] Gynäkologin oder Hormonexpertin die positiven Effekte einer
[35:44] Hormonersatztherapie sind so vielfältig und dann muss man im
[35:48] Hinterkopf haben, okay, es gibt ein ganz leicht erhöhtes
[35:51] Brustkrebsrisiko, von dem wir noch gar nicht mal 100% wissen,
[35:54] ob es jetzt ausschließlich auf die Hormontherapie
[35:57] zurückzuführen war in vielen Fällen, sondern es können ganz
[36:00] andere Ursachen. Da gewesen wären.
[36:02] Aber sie werden gemessen, okay. Aber das muss eben von jeder
[36:05] Frau selbst und selbstbestimmt entschieden werden, das finde
[36:09] ich ganz, ganz wichtig, dieses Abwägen auch transparent zu
[36:12] machen, vielleicht noch eine Frage zu dem Progesteron, das
[36:16] sagen sich dann natürlich auch viele, die sehr aufmerksam
[36:18] zuhören. Östrogen Therapie selbst erhöht
[36:21] das Brustkrebsrisiko gar nicht, aber warum dann zusammen mit dem
[36:25] Progesteron weiß man dazu was? Progesteron über den
[36:30] Progesteronrezeptor eben zusätzliche zusätzlichen
[36:35] Stimulus für die Proliferation der Brustzelle eben darstellt.
[36:39] Und was zum Beispiel auch Progesteron macht, ist oder
[36:42] Gestagen im Allgemeinen muss man sagen, ist, dass sie zum
[36:45] Beispiel bestimmte Enzyme, also Katalysatoren, die eben lokal
[36:50] zum Beispiel im Brustgewebe Östrogen produzieren, dass
[36:53] Gestagene, also Gelbkörperhormone, da einen
[36:56] Shift machen von. Schwächerem Östrogen in der
[37:01] Brust wie Estron hinzu dem Potentrem Estradio, das heißt,
[37:05] die Gestagene verändern in der Brust auch noch die
[37:09] Enzymausstattung oder die Enzymaktivität, sodass mehr
[37:14] lokales Estradio entstehen kann. Also es geht über verschiedene
[37:18] Mechanismen, also Stimulation eben der Proliferation, bis
[37:22] hinzu Veränderung des lokalen hormonellen Milieus in der
[37:26] Brust. Das hätte zur Folge, dass man
[37:29] wirklich sehr genau gucken muss, dass man nicht überdosiert, dass
[37:32] man wirklich immer schön niedrig dosiert und sind sie auch
[37:35] Anhängerin von nur 2 Wochen pro Monat Progesteron und nicht den
[37:40] ganzen Monat durchnehmen. Das mache ich tatsächlich vom
[37:43] Wunsch der Patienten mit abhängig.
[37:45] Also wenn eine Frau noch in den Wechseljahren, also der
[37:48] eigentlichen Perimenopause ist. Dann wird meistens zur
[37:52] Aufrechterhaltung des Zyklus sowieso nur an 12 bis 14 Tagen
[37:56] das Gelbkörperhormon hinzugegeben.
[37:58] Wenn eine Patientin nach der Menopause ist und zum Beispiel
[38:02] unter Schlafstörungen klagt. Dann, und sie merkt, dass
[38:06] Progesteron, wenn sie es schluckt, hilft ihr zusätzlich
[38:09] zum Östrogen den Schlaf zu verbessern.
[38:11] Da würde ich jetzt nicht sagen, Sie dürfen jetzt das Progesteron
[38:14] nur 12 Tage im Monat nehmen, sondern auch hier gilt wieder
[38:17] das Abwägen, das heißt, wir haben ja noch keine, sag ich
[38:20] mal, hundertprozentige Beweise, dass dann die zyklische Gabe von
[38:24] Progesteron definitiv sicherer ist als die kontinuierlich
[38:28] kombinierte Gabe. Es gibt Hinweise dafür, aber
[38:31] hundertprozentig belegt noch nicht.
[38:34] Deswegen würde ich schon eher mich an der Gesamtsymptomatik
[38:38] orientieren. Aber wenn man natürlich jetzt,
[38:40] sage ich mal, auf ganz Nummer sicher gehen wollte, gut, dann
[38:44] wäre es am besten, man bräuchte überhaupt gar kein
[38:46] Gelbkörperhormon oder eben man reduziert es auf ein Minimum,
[38:50] sodass aber auf jeden Fall der Gebärmutterschleimhautschutz
[38:53] erhalten ist. Wieviel wäre das Minimum?
[38:56] Wieviel Tage 100 Milligramm am Abend?
[38:59] Also die Dosis des Gestagens richtet sich ja im Wesentlichen
[39:02] auch am Östrogen Dosis aus, das heißt, es kann sein, dass 100
[39:06] Milligramm bei niedrig dosierter Östrogen Therapie OK sind.
[39:10] Wenn ich aber n höheres Östrogen gewählt habe, dann muss ich auch
[39:13] das Gestagen entsprechend in der Dosis anpassen, also die
[39:17] allgemeine Empfehlung ist mindestens 12 Tage pro Monat.
[39:21] So letzte letzte Frage. Frauen mit Übergewicht, das lese
[39:25] ich auch immer wieder, haben ein höheres Brustkrebsrisiko unter
[39:28] Hormonersatztherapie, weil eben das haben sie ja auch schon
[39:32] hervorragend erläutert, das Fettgewebe Östrogene produziert
[39:36] wie wie gehen denn jetzt Frauen damit um?
[39:40] Also insgesamt ist die wichtigste Botschaft eigentlich
[39:42] das Übergewicht und Adipositas. Das Risiko für Brustkrebs
[39:46] erhöhen eben aufgrund der selbstgemachten Östrogene im
[39:50] Fettgewebe und Frauen, die jetzt übergewichtig oder adipös sind,
[39:54] haben quasi ja schon eine höhere selbstgemachte Östrogenmenge im
[39:58] Körper, sodass das zusätzlich von außen zugeführte Östrogen
[40:02] jetzt gar nicht so groß in die Waagschale fällt, weil ja
[40:05] sowieso schon. Vermehrt Östrogen im Körper
[40:08] produziert wird eben im Fettgewebe und deswegen, wenn
[40:12] man jetzt nur schlank versus übergewichtig oder adipös plus
[40:16] hormonersatztherapie vergleicht, gewinnt man den Eindruck, dass
[40:20] eben eine Adipositas oder Übergewicht jetzt schon quasi
[40:23] schützen würde vor einer Hormonersatztherapie und deren
[40:27] Einfluss auf das Brustkrebsrisiko.
[40:29] Aber in Wahrheit ist eigentlich Übergewicht n Adipositas n
[40:33] Risikofaktor nur und der wiegt eigentlich, wenn man so möchte.
[40:36] Möchte, wenn jetzt noch noch hormonersatztherapie dazu kommt,
[40:39] schwerer, sodass die zusätzliche Gabe von Östrogen sich jetzt
[40:44] schon gar nicht mehr so niederschlägt.
[40:46] Und das steht eben im Gegensatz zu den Frauen, die schlank sind,
[40:49] die haben eben weniger Fettgewebe, das Östrogen
[40:52] produzieren könnte, und wenn jetzt dann von außen Östrogen
[40:56] dazu kommt, hat das natürlich im Verhältnis oder im Vergleich zu
[41:00] den übergewichtig adipösen Frauen schlägt das stärker zu
[41:04] Buche. Also so, so würde ich das jetzt
[41:06] eher interpretieren. Da muss ich natürlich im
[41:09] Interesse von adipösen Frauen fragen, wie dosieren sie denn
[41:14] dann eine Hormonersatztherapie, die ja bei vielen adipösen
[41:17] Frauen eben auch ein wichtiges Thema ist.
[41:21] Wie dosieren Sie das? Also ganz klar
[41:23] symptomorientiert. Also wenn jetzt eine Patientin
[41:26] jetzt, ganz egal was sie für ein Körpergewicht hat, wenn Sie
[41:29] Hitzewallungen hat, dann richtet sich die Dosis der Hormone eben
[41:33] an der Intensität und Häufigkeit der Hitzewallung aus.
[41:36] Also ich würde jetzt nicht sagen, jetzt bekommen Sie nur
[41:39] die Hälfte und müssen halt die Hitzewallungen ertragen, weil
[41:43] mehr möchte ich ihnen jetzt nicht geben.
[41:45] Da muss ich kurz noch nachfragen, dann könnte es doch
[41:48] sein, dass bei übergewichtigen, adipösen Frauen manchmal eine
[41:51] Hormonersatztherapie gar nicht nötig ist, weil die bis ins hohe
[41:54] Alter viel Östrogen haben. Kann man das?
[41:57] Ist aber leider das leider nicht so.
[41:59] Also man man könnte natürlich denken, dass jetzt eben das
[42:03] selbstgemachte Östrogen im Fettgewebe, wieso eine
[42:06] körpereigene Hormonersatztherapie wirken
[42:08] würde, aber das ist leider nicht so.
[42:11] Man weiß gar nicht so ganz genau warum, aber wahrscheinlich eben,
[42:14] weil ja eben das Fettgewebe wie einen chronischen
[42:17] Entzündungsprozess auch mit initiiert, dass das dann eben
[42:21] wiederum auch Hitzewallung mit begünstigt.
[42:23] Es ist sogar eher so, dass ja die Hitzewallung häufiger sind
[42:27] bei Frauen, die eben übergewichtig und adipös sind.
[42:31] OK, dann ist allererste Therapie eine Adipositastherapie.
[42:38] Und dann kann man gut über Hormonersatztherapie oder klarer
[42:42] über Hormonersatztherapie nachdenken.
[42:45] Also wir sind jetzt alle Expertinnen, sie haben das so
[42:48] toll und so klar und auch so fundiert beschrieben, was
[42:53] Risiken betrifft und was Brustkrebs und
[42:55] hormonersatztherapie leider mit der negativen Botschaft auf
[43:00] keinen Fall bei Brustkrebs eine solche Ersatztherapie machen,
[43:04] verbunden. Dass wir, dass wir jetzt alle
[43:07] erstmal das alles verdauen müssen, Frau Professor Stute,
[43:11] ich bedanke mich im Namen aller Zuhörerinnen, ich bin mir
[43:15] sicher, dieser Podcast wird ganz stark geteilt unter allen
[43:19] Frauen, die in irgendeiner Form von Brustkrebs betroffen sind.
[43:24] Ich bedanke mich in aller Form für diese erstmal, auch
[43:27] natürlich für ihr Zeitinvestment, aber auch für
[43:30] diese. Hochkarätige, perfekte
[43:33] Information. Ihnen kann man vertrauen und das
[43:35] ist genau das, was ich mit diesem Podcast der Young unseren
[43:38] Zuhörerinnen und Zuschauern liefern möchte.
[43:41] Stellvertretende Chefärztin ist sie der gynäkologischen
[43:44] Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am
[43:47] Inselspital in Bern und international renommiert
[43:50] Professor Petra Stute, Danke sehr.
[43:54] Ich danke Ihnen. Vielen Dank.
[43:56] Danke fürs Zuhören. Ich hoffe diese Folge hat dir
[43:59] gefallen. Weitere Informationen findest du
[44:01] wie immer in den Show Notes. Wenn du etwas in dieser Folge
[44:05] gelernt hast und diesen Podcast unterstützen möchtest, würde ich
[44:09] mich über eine Bewertung freuen. Damit hilfst du mir und anderen
[44:13] Zuhörern, dass dieser Podcast und seine Inhalte leichter
[44:16] gefunden werden. Besuch mich auch auf meinen
[44:19] anderen Kanälen bei Instagram, tik tok, Facebook oder youtube
[44:25] ich freue mich immer über Feedback und weitere Fragen von
[44:29] dir. Alles wird gut, aber nicht von
[44:32] alleine.

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