# Krebs: 50-70% der Fälle können wir verhindern? | Nina Ruge & Dr. Heikenwälder

An episode of [staYoung - Der Longevity-Podcast](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1729988637), 3 Jul 2026, 1 h 13 min.

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Mein neues Buch „Alles wird gut – aber nicht von alleine" erscheint bald und kann jetzt schon vorbestellt werden. Darin teile ich meine wichtigsten Erkenntnisse rund um ein langes, gesundes und selbstbestimmtes Leben. Hier kannst du es vorbestellen: https://link.stayoung.de/alleswirdgut *** In dieser Folge spreche ich mit Dr. Hanna Heikenwälder, Molekularbiologin an der Universität Tübingen und Autorin des Buches „Krebs – Das Ende einer Angst?". Krebs steht ganz vorne unter den Alterskrankheiten, und das Risiko steigt mit den Jahren enorm. Doch fünfzig bis siebzig Prozent aller Krebsfälle könnten verhindert werden, das ist unser Thema. Wir klären, warum Krebs ein Prozess ist, der wie das Altern in jedem Menschen abläuft, und warum gerade diese Erkenntnis die Schuldfrage nimmt und zugleich zur Prävention motiviert. Hanna erklärt, was der gefürchtete Point of no Return ist, warum Früherkennung über heilbar und tödlich entscheidet und welche Rolle unser Immunsystem spielt, das von allen Organsystemen zuerst altert. Wir sprechen über Driver-Mutationen, Krebsförderer und die epigenetische Ebene, und darüber, warum ein gesunder Lebensstil vor allem über die Verlangsamung der Immunalterung schützt. Eine Folge, die Wissen schafft und damit die Angst schrumpfen lässt. In dieser Folge sprechen wir u.a. über folgende Themen: • Warum könnten 50 bis 70 % aller Krebsfälle verhindert werden? • Wie konnte die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen um knapp 70 % gesenkt werden, und was bedeutet das für Krebs? • Was ist Krebs eigentlich, und warum läuft dieser Prozess in jedem Menschen ab? • Warum nimmt die Erkenntnis „Krebs entsteht in jedem" den Erkrankten die Schuldfrage? • Was ist der Point of no Return, ab dem Krebs kaum noch behandelbar ist? • Warum braucht eine Zelle rund fünf Driver-Mutationen, bis sie zur Krebszelle wird? • Weshalb trugen 60 bis 70 % untersuchter Verstorbener Tumoren, von denen sie nichts wussten? • Wie tricksen Krebszellen über den Immune Escape unser Immunsystem aus? • Was leisten personalisierte mRNA-Therapien in der Krebsbehandlung? • Warum altert das Immunsystem zuerst, und welche Rolle spielt der Thymus? • Wie schützen Sport und Normalgewicht über die Verlangsamung der Immunalterung? • Was verraten Elefanten, Nacktmulle und das Peto-Paradoxon über natürliche Schutzmechanismen? Weitere Informationen zu Dr. Hanna Heikenwälder findest du hier: • https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/mitarbeiter/profil/2546 • https://www.linkedin.com/in/dr-hanna-heikenwälder-7a57b8265 • Die im Gespräch erwähnte Liste zu Früherkennungsmaßnahmen bei Krebs gibt es auf der Seite des Krebsinformationsdienstes des DKFZ. Dort sind alle Untersuchungen im Rahmen des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms gelistet: https://www.krebsinformationsdienst.de/krebsvorsorge-und-krebsfrueherkennung#c7565 Du interessierst dich für Gesunde Langlebigkeit (Longevity) und möchtest ein Leben lang gesund und fit bleiben, dann folge mir auch auf den sozialen Kanälen bei Instagram, TikTok, Facebook oder YouTube. https://www.instagram.com/nina.ruge.official https://www.tiktok.com/@nina.ruge.official https://www.facebook.com/NinaRugeOffiziell https://www.youtube.com/channel/UCOe2d1hLARB60z2hg039l9g Disclaimer: Ich bin keine Ärztin und meine Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deinen Arzt/deine Ärztin. STY-285

## Transcript

[0:04] Willkommen bei Stay Young. Wenn wir den vielen
[0:07] Alterskrankheiten entkommen wollen, dann steht eine
[0:09] natürlich ganz vorne und sie ist ein extrem tückischer Killer.
[0:14] Krebs über eine halbe 1000000 Krebsdiagnosen sind es jährlich
[0:18] allein in Deutschland, und das Krebsrisiko steigt mit dem Alter
[0:23] enorm, wie dem Killer das Handwerk legen ihm so früh wie
[0:27] möglich abschießen. Wenn er sich in Stellung bringt,
[0:31] mit anderen Worten, konsequente Krebsprävention, 50 bis 70%
[0:36] aller Krebsfälle könnten verhindert werden, 50 bis 70%
[0:41] das ist unser Thema. Meine Expertin ist
[0:44] Molekularbiologin, hat zum Thema Krebsentstehung promoviert und
[0:48] forscht heute zum Thema Krebs und Altern an der Uni Tübingen
[0:53] ihr aktuelles Buch? Krebs das Ende einer Angst soll
[1:00] unsere Headline sein, das Ende einer Angst.
[1:03] Wenn wir wissen, wie wir vorbeugen können, schrumpft die
[1:06] Angst. Dr. Hannah Heikenwälder
[1:09] willkommen bei Stay Young. Hallo liebe Nina, vielen Dank
[1:13] für die Einladung. Wir kennen uns schon von
[1:15] etlichen Kongressen. Deshalb sagen wir, du, ich freue
[1:18] mich drüber. Vergleichen wir es jetzt mal mit
[1:20] dem anderen, dem ganz, ganz großen Killer, nämlich mit
[1:23] Herzinfarkt, Schlaganfall, also Herz, Kreislauf, Erkrankung.
[1:26] Die Sterblichkeitsrate da konnte ja in den letzten Jahren um
[1:29] knapp 70% gesenkt werden per früher Prävention, früher
[1:34] Diagnose und natürlich auch sehr, sehr guter Therapie, aber
[1:37] Prävention und Diagnose waren entscheidend, bei welchen
[1:40] Krebsarten ist denn das jetzt schon gelungen, welche sind nach
[1:43] wie vor, aber auch die unaufhaltsamen Killer.
[1:46] Also erstmal muss man sagen, dass ja Herz, Kreislauf,
[1:48] Erkrankungen komplett anders sind als Krebs.
[1:51] Man hat eine Erkrankung und man hat auch eine Therapie, man weiß
[1:55] was man machen kann, es gibt ja sogar eine Ernährung, die hilft,
[1:58] diese salzarme Ernährung gegen Bluthochdruck und das
[2:02] Faszinierende bei den Herz Kreislauf Erkrankungen ist ja,
[2:04] dass wir geschafft haben sie so stark zu reduzieren.
[2:09] Und das eigentlich nur durch Früherkennung und Medikamente,
[2:12] weil bei den Herz Kreislauf Erkrankungen, das beinhaltet ja
[2:15] nicht, dass keiner mehr raucht, keiner übergewichtig ist.
[2:17] Also wir haben eigentlich da gar nicht diese
[2:18] Lebensstilprävention, sondern tatsächlich nur früher Diagnose
[2:22] und Intervention durch Medikamente.
[2:25] Und das Problem bei Krebs ist aber, dass Krebs es ist die
[2:28] komplizierteste Krankheit, die wir kennen.
[2:30] Sie ist wahnsinnig komplex, jede jedes Organ hat unterschiedliche
[2:35] Krebsarten, die sich alle unterschiedlich verhalten, sogar
[2:38] innerhalb eines Organs, es ist von Patient zu Patient
[2:41] unglaublich unterschiedlich, also es ist eine sehr, sehr
[2:44] heterogene Gruppe von Erkrankungen.
[2:47] Aber es gibt ein paar Ausnahmen, wo man tatsächlich ganz genau
[2:50] weiß, was die Ursachen sind, so das Paradebeispiel.
[2:53] Es ist zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs durch
[2:55] humane Papillomaviren, da weiß man heute, dass man durch den
[3:00] Happabstrich und die HPV Impfung das zu fast 100% reduzieren
[3:05] könnte, wenn man es umsetzt und. Gleichzeitig am anderen Ende der
[3:09] Skala gibt es immer noch Erkrankungen, wo wir die
[3:12] Risikofaktoren nicht kennen. Sie sind einfach da, wie bei so
[3:16] ganz frühkindlichen Tumoren, da gehirntumore, Blutkrebs, das
[3:20] kann nahezu, also es kann jedes Kind treffen, deshalb weiß man
[3:23] auch nicht, wen man untersuchen oder Screen soll, und die sind
[3:26] dann auch oftmals hochgradig aggressiv, weil sie sehr anders
[3:29] sind, auch als diese anderen Krebserkrankungen, also es gibt
[3:31] welche, da ist es sehr gut und es gibt auch Krebsarten, da
[3:34] haben wir super früherkennungsmethoden oder ganz
[3:36] gute, die auch immer besser werden.
[3:38] Ja, und es gibt viele, da haben wir, machen wir im Moment gar
[3:41] nichts, aber da wird sehr viel passieren.
[3:43] Alles wird gut, aber nicht von alleine.
[3:46] Kommt dir das bekannt vor? Mhm.
[3:49] Wird jetzt ein Buch neu? 18 August wird mich freuen, wenn
[3:53] du dabei bist, reinschauen willst, weil es geht um 70
[3:56] Erkenntnisse zum gesunden, langen Leben aus meinem Leben,
[4:00] die letzten 10 Jahre, die ich mit Healthy Long Javity und der
[4:03] gesamten Forschung verbracht habe.
[4:04] Daraus habe ich mein persönliches Fazit gezogen.
[4:08] Ich hoffe du bist dabei und deshalb möchte ich auch gerne
[4:11] damit wir verstehen, was wir in der Prävention tun können, auch
[4:14] wenn es so komplex ist. Kurz.
[4:16] Noch mal darstellen, was ist Krebs und wie entsteht der und
[4:19] wie arbeitet der auch tückisch? Ja, ganz kurz noch zu dem, was
[4:23] du eben gesagt hast. Ich hab Wunder mich jetzt, dass
[4:25] du Brustkrebs nicht erwähnst, denn da ist ja letztlich die
[4:28] Behandlungs, da sind die Behandlungserfolge ja schon
[4:30] enorm, ne. Ja, das stimmt auch.
[4:33] Das war jetzt mehr gedacht, auch die Früherkennung, denn wir
[4:36] haben ja natürlich die Mammographie.
[4:38] Die auch sehr gut ist. Aber die wird in den nächsten
[4:40] Jahren mit Hilfe der KI deutlich besser werden, weil das Problem
[4:43] war ja immer oder das große Problem aller Früherkennung war,
[4:47] dass man, man könnte ja sagen, OK, warum muss gucken, wenn ich
[4:50] bei allen zwanzigjährigen schon dann, da muss ja niemand
[4:52] vielleicht mehr sterben und das Problem ist aber, wenn ich ganz
[4:54] früh gucke, dann werde ich sehr viele gutartige Vorläufer
[4:58] erkennen, und wenn ich dann nicht weiß, welche die
[5:01] bösartigen sind, heißt das ja, ich muss alle rausschneiden,
[5:04] also ich habe eine ganz hohe Rate, dann an überdiagnosen
[5:06] überbehandlung. Die dann mehr Schaden als Nutzen
[5:10] bringen, weil nur ein kleiner Teil dieser Vorstufen wird ja
[5:12] vielleicht ein bösartiger Tumor, und das ist jetzt schon ein
[5:15] Thema, was meistens eher zu Schluss kommt, aber da wird die
[5:18] KI in Zukunft ein unglaubliche, unglaubliche Verbesserung
[5:22] bringen, weil was die KI ja herausragen kann, also sie hat
[5:26] viele Schwächen, also Kreativität und alles, aber was
[5:29] sie kann ist Mustererkennung und die kann einfach wahnsinnig gut
[5:31] solche Mammographiebilder auswerten, Tausende.
[5:34] Und wenn man dann diese Bilder zusammen mit den Daten über den
[5:38] Verlauf, wurde die Patientin geheilt.
[5:40] Welche Therapie hat gewirkt, zusätzlich dann auch in diese
[5:42] Datenbanken einspeist und dann Machine Learning macht, dann
[5:46] kann man wahnsinnig präzise Vorhersage Algorithmen
[5:49] generieren und ja, auch bei Brustkrebs wird die Therapie
[5:52] immer besser, aber gerade diese Früherkennung, also jede
[5:55] vermiedene Krebserkrankung, ist natürlich ideal geheilt und dann
[5:59] die andere Frage, was ist Krebs eigentlich?
[6:03] Krebs, glaube ich, sehen viele Menschen immer noch so.
[6:05] Man hat irgendwie ne unglückliche Mutation und durch
[6:09] Zufall oder man hat irgendwas Giftiges gegessen oder getan,
[6:11] dann ist diese Mutation da und dann hat man Krebs und dass
[6:15] dieses Bild, das sich immer noch so hält in unseren Köpfen, dass
[6:19] das nicht stimmt, das wissen wir eigentlich schon seit 1020
[6:22] Jahren. Es ist vielmehr so, dass Krebs
[6:25] eigentlich etwas ist. Ein Prozess wie das Altern, was
[6:28] in jedem Menschen abläuft. Und wir alle sammeln im Laufe
[6:31] des Lebens einfach genetische Veränderungen an.
[6:33] Das ist ganz normal. Da können wir auch fast
[6:35] eigentlich nichts gegen tun, und das ist ja auch der Grund, warum
[6:39] auch Bio, Käufer, Jogger, sogar wildlebende Tiere, also alle
[6:43] Lebenden, sogar pflanzen können, ja Krebs bekommen, und das
[6:47] klingt für viele dann oft schockierend, wenn man sagt,
[6:50] dass diese Krebsentstehung in jedem abläuft, das.
[6:53] Aber ich glaube, es ist total wichtig, weil man auf der einen
[6:56] Seite den, die erkranken einmal diese Schuldfrage nimmt und sagt
[6:59] erst mal, das ist ganz normal und zum anderen aber um zu
[7:03] sagen, man kann diesen Prozess zwar nicht verhindern, aber man
[7:07] kann ihn zumindest nicht unnötig beschleunigen.
[7:10] Also ich kann auf dieses Tempo ein wenig einwirken, und wenn
[7:14] man dann aber weiß, es passiert in jedem, dann ist diese
[7:17] Information notwendig, damit junge Menschen verstehen.
[7:20] Dass es sich lohnt, sich mit dem Thema zu beschäftigen, weil
[7:23] dieser Glaube, das ist alles Pech oder Glück.
[7:25] Und vielleicht trifft es mich ja gar nicht, der ist gefährlich,
[7:29] weil wenn man sich auf dieser sicheren Seite wiegt bei einer
[7:32] Krankheit, die früher erkannt, eigentlich immer heilbar ist und
[7:35] spät erkannt, immer tödlich endet oder wenn sie irgendwann,
[7:39] es gibt ja diesen Point of no Return, wenn man Metastasen hat,
[7:42] die Hunderte verschiedene genetische Mutationen hat, da
[7:45] kommt man einfach nicht mehr gegen an.
[7:47] Also ich will nie sagen, nie. Es kann sein, dass es irgendwann
[7:50] ein Mittel gibt, was alle erwischt, aber es ist sehr
[7:52] unwahrscheinlich, dass das in den nächsten Jahren der Fall
[7:55] sein wird. Also Prävention so wahnsinnig
[7:58] natürlich für alle Alterserkrankungen wahnsinnig
[8:00] wichtig, aber in diesem Fall wegen des Point of Neureturn es
[8:03] gibt eben den Punkt, an dem dann wirklich, das heißt dann
[8:07] austherapiert, unheilbar, und was ist da nur, damit man das
[8:11] als Schreckensbild vor Augen hat, was ist denn der Point of
[8:14] Neureturn genau? Ja, also wir haben ja alle jeden
[8:18] Tag, die wir hier sitzen, Tausende Mutationen in unseren
[8:21] Zellen, und darauf ist der Körper vorbereitet und es gibt
[8:25] Reparaturmechanismen. Und wenn das nicht funktioniert,
[8:28] hört ne Zelle auf zu wachsen. Wenn das nicht klappt, dann
[8:30] stirbt sie ab und wenn das nicht klappt, haben wir immer noch als
[8:32] obersten Wächter das Immunsystem, was ja nicht nur
[8:35] Bakterien und virusinfizierte Zellen erkennt, sondern auch
[8:39] unseren Körper auf alte, kaputte defekte Zellen oder so
[8:43] Krebsvorstufen kontrolliert. Und es gibt viele Mutationen,
[8:47] die machen gar nichts. Und es gibt Mutationen, die
[8:50] verschaffen einer Zelle einen leichten Wachstumsvorteil und
[8:54] auch eine davon ist nicht schlimm, die wächst da einfach
[8:57] nur ein bisschen mehr, breitet sich aus und die
[8:59] Wahrscheinlichkeit, dass dann eine von diesen Zellen in den
[9:02] nächsten 10 Jahren, man sagt so bei Darmkrebs dauert es so alle
[9:05] 10 Jahre, dass man so eine entscheidende Mutation
[9:08] ansammelt, das nennt man Driver Mutation, weil sie diese
[9:11] Krebsentstehung also aktiv fördern.
[9:14] Und man braucht ungefähr 5. Also wir Menschen brauchen
[9:17] ungefähr 5 solcher reinschneidenden Driver
[9:21] Mutationen, damit eine Krebszelle wirklich vollkommen
[9:23] unabhängig von anderen äußeren Faktoren wächst.
[9:26] Also normale Zellen hören irgendwann auf, wenn sie Kontakt
[9:29] zu Ihren Nachbarn haben. Verständnisfrage nehmen wir
[9:32] Darmkrebs. Also es muss dann in einer Zelle
[9:35] über Jahrzehnte 5 mal so eine Driver Mutation gegeben haben.
[9:40] Das klingt ja so, als wäre das. Total selten.
[9:43] Ist aber nicht. Nein, das ist sehr häufig.
[9:45] Also man sieht sogar bei Menschen, die noch keinen Krebs
[9:47] haben, findet man viele dieser Mutationen schon.
[9:50] Aber man weiß einfach, man braucht ne, man muss ne gewisse
[9:53] Menge an Genen ausschalten, um all diese Sicherheitsmechanismen
[9:57] zu stoppen, also dass die Zelle nicht mehr vom Immunsystem
[9:59] erkannt wird, dass sie wachsen kann, obwohl sie Kontakt zu
[10:02] ihren Nachbarn hat, und wenn sie dann metastasiert, sogar
[10:05] komplett unabhängig in anderen Geweben.
[10:07] Also es muss wirklich einiges passieren.
[10:09] Damit die Zelle dann so vollkommen unabhängig sich
[10:12] ausbreiten kann im Körper und die Gefahr entsteht dann, wenn
[10:17] Zellen ihren Ursprungsort verlassen.
[10:19] Das ist gefährlich, weil sie zum einen in benachbarte Strukturen
[10:23] einwachsen, das ist natürlich schlecht, weil das die Funktion
[10:28] von Organen stört, blockiert und kann natürlich auch sehr
[10:32] gefährlich sein, wenn es zum Beispiel irgendwelche Blutgefäße
[10:34] oder Nerven betrifft, das ist oft die Gefahr bei Krebs im
[10:37] Gehirn. Dass man da auch sehr schwer
[10:39] dann operieren kann und aus wissenschaftlicher Sicht oder
[10:43] wenn es um die Behandlung geht, ist es auch deshalb so
[10:45] gefährlich, weil diese Zellen, die siedeln, sich an.
[10:47] Angenommen hat, Darmkrebs und diese Metastasen, die die
[10:51] wandern dann in die Leber, beispielsweise über das Ford
[10:54] Ader System und bilden dort in unterschiedlichen Verästelungen
[10:58] kleine Ansiedlungen, dann entwickeln sich diese kleinen
[11:00] Ansiedlungen, das ist so ein bisschen evolutionärer Prozess,
[11:03] alle ein bisschen unterschiedlich voneinander, die
[11:04] haben dann leicht unterschiedliche Mutationen.
[11:07] Und das ist auch der Grund, warum man die dann irgendwann
[11:09] mit Medikamenten nicht mehr bekommt, auch wenn man sagt, ich
[11:11] mache jetzt kombinationstherapien und man
[11:14] bräuchte irgendwann einfach hunderte Medikamente, die
[11:16] allesamt ihre eigenen Nebenwirkungen haben und man
[11:19] muss einfach etwas finden, was diese Krebszellen alle gemeinsam
[11:23] haben, aber normale Körperzellen nicht, und das ist ja im Moment
[11:26] dieses Problem bei Chemotherapien, die basieren ja
[11:30] auf dem Prinzip, dass sie alle Zellen töten, die sich schnell
[11:33] oder stark teilen. Und das Prinzip der
[11:36] Chemotherapie ist ja, wie töte ich möglichst viele Krebszellen
[11:40] so, dass es der menschliche Körper aber gerade noch
[11:43] wegstecken kann. Und das ist natürlich, das
[11:46] funktioniert bei manchen Krebsarten oft gut oder ist oft
[11:49] die einzige Option, aber es ist natürlich nicht das, wo man
[11:52] jetzt sagt, als Wissenschaftler super, damit Ruhe ich mich jetzt
[11:54] aus, weil was man ja eigentlich möchte, ist, dass man genau
[11:57] weiß, was ist jetzt mutiert, was kann ich angreifen und wie kann
[12:01] ich die Krebszelle töten ohne. Dass ich andere gesunde Zellen
[12:05] auch mitschädige, und das ist ja auch der Grund, warum bei Krebs
[12:08] diese Nebenwirkungen so enorm stark sind und das genau, und
[12:13] das ist, das ist auch der Grund, warum mein Wuch das Ende einer
[12:16] Angst heißt, weil es ist nicht so, dass es Krebs irgendwann
[12:19] nicht mehr geben wird. Krebs wird es immer geben, weil
[12:22] Krebs einfach so evolutionär in Leben verankert ist.
[12:25] Diese Mutationen, die müssen immer passieren, gäbe es nie
[12:28] Fehler, könnte sich leben nie anpassen.
[12:31] Also man braucht die. Das Leben braucht einen gewissen
[12:33] Fehlerspielraum, damit neue Arten entstehen können, damit
[12:36] wir uns verändern können. Aber dieser Spielraum darf nicht
[12:40] zu groß sein, also wenn wir als Kinder schon alle Krebs hätten,
[12:43] können wir uns nicht fortpflanzen, also das ist so
[12:45] ein ganz genau abgewogenes Maß, wann diese Fehler auftreten und
[12:50] ja und. Deshalb haben wir diese tollen
[12:52] Reparaturmechanismen, zu denen wir ja auch kommen werden oder
[12:55] auch frühen Krebsunterdrückungsmechanismen,
[12:58] Tumorsuppressorgene et cetera. Also wichtig finde ich es auch
[13:02] zum Mitnehmen, wenn erstmal ein Krebs metastasiert ist, dann ist
[13:06] die Wahrscheinlichkeit, dass diese Metastasen
[13:08] unterschiedliche genetische Ausstattungen haben und dann
[13:12] unglaublich schwer in ihrer Vielfalt per Chemo noch zu
[13:16] erwischen sind. Das ist natürlich der Horror und
[13:18] man sucht ja jetzt, das ist ja auch so super spannend nach
[13:21] Mechanismen, wie man Krebs viel früher killen kann, sodass man
[13:25] nicht diese einzelnen genetischen Programme angehen
[13:28] muss. Also auch das ist etwas, was
[13:31] vielleicht viele schockt, die uns jetzt zuschauen oder
[13:33] zuhören. Du hast in deinem Buch
[13:35] geschrieben 60 bis 70% von Verstorbenen, die man untersucht
[13:39] hat, also hat man halt aufgemacht, die hatten Tumoren
[13:43] im Körper, von denen sie nichts wussten, das waren dann durchaus
[13:48] krebstumoren, die aber offensichtlich so langsam
[13:51] gewachsen sind, dass sie noch nicht gestreut hatten, aber
[13:54] irgendwann mal, also ganz viele Zeitbomben sozusagen.
[14:00] Alles wird gut, aber nicht von alleine.
[14:03] Kommt dir das bekannt vor, wird jetzt ein Buch neu 18 August
[14:09] wird mich freuen, wenn du dabei bist, reinschauen willst, weil
[14:12] es geht um 70 Erkenntnisse zum gesunden, langen Leben aus
[14:16] meinem Leben, die letzten 10 Jahre, die ich mit Healthy Long
[14:19] Gevity und der gesamten Forschung verbracht habe, daraus
[14:21] habe ich mein persönliches Fazit gezogen, ich hoffe du bist
[14:25] dabei. Ja, aber das glaube ich.
[14:30] Das weiß auch eigentlich jeder Mensch aus seinem Umfeld oder
[14:33] von sich selber. Also es gibt, glaube ich, kaum
[14:35] einen Menschen, der mit 60 Jahren noch nie irgendwie ein
[14:38] verändertes Muttermal hat Entschärren lassen oder der bei
[14:40] der Darmspiegelung noch keinen Polypen Entschärt bekommen hat,
[14:43] oder Myome sind auch sehr häufig oder die vergrößerte Prostata
[14:48] prostatakrebsvorstufen sind sogar so häufig, dass die
[14:51] Mehrheit aller Männer sie ab einem gewissen Alter hat.
[14:53] Das heißt aber nicht, dass man dann in Panik verfallen muss.
[14:56] Ganz im Gegenteil, es ist einfach nur wichtig zu wissen,
[14:59] dieser Prozess ist da, er ist sowieso da und deshalb lohnt es
[15:03] sich, sich damit zu beschäftigen und diese Früherkennung, die ist
[15:06] bei Krebs einfach unglaublich wichtig, weil Krebs geht ja aus
[15:11] normalen Körperzellen hervor, das ist ja nicht irgendwas, was
[15:13] wir uns von außen einfangen, sondern das sind unsere normalen
[15:16] Zellen, und die haben alle ein ein Stadium, wo sie noch
[15:19] erkennen, also wo sie noch heilbar sind, wenn ich sie
[15:22] rechtzeitig erkenne und. Und deshalb geht diese
[15:24] Forschungsbemühung so sehr in Richtung Früherkennung und
[15:28] Prävention bei Krebs. Das andere passiert natürlich
[15:30] auch, und es ist auch richtig so, weil es wird immer Fälle
[15:32] natürlich geben, die durch das Raster fallen, aber der Großteil
[15:37] oder der bessere Weg, vor allem der Leidärmere Schmerzärmere
[15:41] weg, wird immer über die Prävention sein.
[15:44] Grundsätzliche Frage. Das ist vielleicht auch nicht
[15:47] jedem klar, dass Krebs eben sowohl bei Pflanzen, bei allen
[15:50] Pflanzen als auch bei allen Tierarten vorkommen kann.
[15:54] Huhu, sagen da manche, die gut informiert sind, bei Nacktmullen
[15:57] aber weniger und bei langlebigen großen Tieren auch eben später
[16:02] und viel seltener und so, darüber können wir auch noch
[16:05] sprechen, muss man sagen, weil die Natur diese Mutationen
[16:09] braucht, um sich auf veränderte Lebensbedingungen einstellen und
[16:14] anpassen zu können und. Ist Krebs.
[16:16] Eigentlich hat Krebs einen biologischen Sinn?
[16:19] Also doch mal ich. Ich gehe mal einmal auf die
[16:21] Tierarten ein. Das ist tatsächlich ganz
[16:23] interessant, weil die Wissenschaft hat ja lange immer
[16:25] nur mit Mäusen gearbeitet und versucht, an Mäusen zu
[16:28] verstehen, wie kann man Krebs, wie entsteht er, wie kann ich
[16:31] ihn heilen, wie kann ich ihn verhindern.
[16:33] Und das absurde ein bisschen daran ist ja, dass Mäuse nur 2
[16:37] Jahre leben, die Altern schneller und die erkranken auch
[16:40] viel leichter an Krebs. Also die haben, die brauchen in
[16:42] der Regel nur 2 Driver Mutation, die haben zum Beispiel auch
[16:46] keine Einschränkung der Telomere, also Mäuse haben
[16:49] Unlimited Telomerase das was diese Enden der Chromosomen
[16:53] verlängert. Und dort ist die Krebserstehung
[16:55] viel einschacher und es gibt aber Tierarten, wo diese
[16:58] Schutzmechanismen deutlich besser sind als bei uns
[17:01] Menschen. Also zum Beispiel weiß man, dass
[17:02] Elefanten ja zum Beispiel 19 Kopien mehr von P 53 haben und
[17:07] der Sepressor dieses, dieses Wächter, dieses Wächter des
[17:10] Genoms und bei den Nacktmullen zum Beispiel hat man beobachtet,
[17:14] dass die Zellen, wenn man die in der Zellkulturschale hat und
[17:17] dann karzinogene darauf gibt, also irgendwelche Substanzen die
[17:21] DNA schädigen, dann kann man aus anderen Zellen.
[17:24] Krebszellen machen manchmal und die Nacktmulzellen, die sterben
[17:28] einfach ab. Also es gibt da verschiedene
[17:30] Mechanismen und das ist auch ganz interessant, dass das ist
[17:33] auch dieses Pethosparadoxon. Dass eigentlich ja große,
[17:37] langlebige Tiere ne viel höhere Krebsrate haben müssten.
[17:40] Also wenn Krebs einfach hauptsächlich durch zufällige
[17:43] Mutation entsteht, dann dürften große Tiere wie Wale oder
[17:46] Elefanten gar nicht so lange leben, die kriegen ja auch nicht
[17:48] häufiger Krebs und tatsächlich kriegen alle Tierarten, egal wie
[17:52] groß die sind oder wie lang sie leben, haben ähnliche Krebsraten
[17:55] und der Grund ist, dass bei langlebigen Tieren die
[17:58] Schutzmechanismen besser sind. Und das hat sich evolutionär
[18:02] entwickelt. Also, und da kommen wir jetzt zu
[18:04] deiner Frage, hat Krebs einen biologischen Sinn, das hatte ich
[18:07] ja vorher schon mal angedeutet, dass es eben ein genau
[18:09] abgestimmtes Maß ist an Mutation, ein Tier, was 80 Jahre
[18:13] leben soll und sehr viele Zellteilung durchläuft, also n
[18:16] blauwal, der irgendwie ne halbe Milliarde mehr Zellteilung
[18:19] durchläuft im Leben als ne Maus. Der braucht natürlich andere
[18:23] Schutzmechanismen. Also tatsächlich bestimmt die
[18:26] Umwelt, wie lang Tier lebt. Ne Maus wird meistens im ersten
[18:28] Jahr gefressen oder erfriert, deshalb macht es evolutionär gar
[18:32] keinen Sinn, dass die jetzt sehr energetisch aufwendige
[18:35] elaborierte Schutzmechanismen hat, weil sie sowieso nicht
[18:38] länger lebt, aber ein Tier, was länger leben würde und dann
[18:42] durch mehr nachkommen auch sich stärker evolutionär durchsetzt,
[18:46] da macht es natürlich dann Sinn und.
[18:48] Das ist ein unglaublich interessantes Gebiet und deshalb
[18:51] hängt ja auch Krebs und altern so stark zusammen.
[18:53] Schrecklich. Deshalb hängt es eben so sehr
[18:56] zusammen, weil Tiere, die älter werden, bekommen auch später
[18:59] Krebs und dieses Altern, das ist ja auch noch mal ein anderes
[19:02] Thema, diese Senseszenz ist ja auch ein Schutzmechanismus vor
[19:05] Krebs, also das ist so eng verwoben, dass man diese Themen,
[19:10] deshalb schreibe ich ja in meinem Buch auch sehr viel über
[19:12] das altern, weil man das Altern und Krebs eigentlich gar nicht
[19:15] ohneeinander wirklich verstehen kann.
[19:17] Ja, und da die Evolution uns nicht unbedingt 80 Jahre lang
[19:21] braucht, sind auch wahrscheinlich unsere
[19:23] Schutzmechanismen gar nicht für diese Länge des Lebens
[19:26] ausgelegt, sondern also ab 4550 können wir dann ruhig schon mal
[19:29] Krebs entwickeln, stört ja nicht weiter, sind dann ja auch
[19:32] unfruchtbar, vielleicht noch ganz kurz zur Abschreckung und
[19:35] zur Motivation für Prävention. Die Krebszellen entwickeln ja
[19:41] eine unglaubliche Intelligenz, unser System dann auszutricksen,
[19:45] wenn sie erstmal die 5 treibermutationen
[19:47] zusammengesammelt haben und die Telomerase der Robbov wollte ich
[19:51] jetzt gar nicht groß eingehen, weil es ja noch mal n eigenes.
[19:54] Gebiet ist. Das heißt ja, wir schalten
[19:56] dieses Enzym ab, irgendwann, damit eben unsere Zellen nach
[20:00] einer bestimmten Zahl von Zellteilungen einfach von sich
[20:03] aus absterben, ob sie nur krebsartig sind oder nicht.
[20:06] Und diese Telomerase haben, da sind die Krebszellen dann auch
[20:10] wieder super tricky. Vielleicht kannst du noch ein
[20:12] paar der bösen Tricks der Krebszellen nennen, damit wir
[20:17] wirklich jetzt total motiviert sind, die Prävention zu gehen.
[20:22] Ja. Also diese, diese
[20:23] Mutationstricks. Es ist ja auch noch mal so ein
[20:26] Thema, man muss, es gibt ja die Mutationen bei Krebs, und dann
[20:30] unterscheidet man ja in der Wissenschaft dann zwischen
[20:32] Karzinogenen, also die DNA schädigen, die sind so, also
[20:36] Mutationen können spontan entstehen, sie können vererbt
[20:38] sein oder sie können durch irgendwelche UV Strahlung oder
[20:41] Zigaretten raucht der ja so 60 verschiedene karzinogene Stoffe
[20:44] enthält. Und dann gibt es ja diese andere
[20:49] Ebene, die mindestens genauso wichtig ist.
[20:52] Und das sind die Krebsförderer, und das ist oft schwieriger zu
[20:55] vermitteln oder zu verstehen, weil diese Krebsförderer selber
[20:59] nicht karzinogen sind. Also die sind nicht Strahlung,
[21:02] oder die machen keine DNA Schäden, aber die fördern das
[21:06] Überleben und Wachstum von Zellen.
[21:09] Und das, das beobachte ich auch oft auf Social Media, dass das
[21:12] auch bei Leuten, die oft vom Gebiet sind, oft ein
[21:15] Missverständnis ist, weil die dann sagen, ja, aber nur ein
[21:17] geschördertes Wachstum macht ja keinen Krebs, und ich glaube
[21:20] also, das ganz interessante ist, das ist, glaube ich, die eine
[21:23] der wichtigsten Erkenntnisse, wenn nicht die wichtigste
[21:25] Erkenntnis in den letzten Jahrzehnten über Krebs ist ja,
[21:30] dass man heute oft denkt, also Laien denken, ich habe eine
[21:34] Mutation, und dann habe ich schon mehr das Zellwachstum, und
[21:36] das ist Krebs. Und was man gelernt hat, ist,
[21:40] dass es eigentlich anders ist. Ich habe, aus welchem Grund auch
[21:42] immer, zum Beispiel durch chronische Entzündungen,
[21:44] Infektionen, eine krankhaft erhöhte Teilungsrate, und die
[21:48] habe ich lange Zeit in einem Gewebe in einem entzündeten
[21:51] Gewebe in einem Gewebe, was eine Stoffwechselstörung hat, wodurch
[21:54] auch immer und diese dauerhaft über dem normalen Level
[21:58] stattfindenden Regeneration und Teilungsarbeiten, die erhöhen
[22:03] das Risiko für Mutationen. Deshalb ist ja zum Beispiel bei
[22:06] diesen chronischen entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn,
[22:09] Ulzerativer, Colitis, die gehen ja mit einem erhöhten
[22:11] Darmkrebsrisiko einher, weil die im Darm, wenn das nicht
[22:15] behandelt wird, über viele Jahrzehnte diese Entzündungen
[22:17] haben, die immer wieder Schäden verursacht, die müssen repariert
[22:20] werden, das Gleiche hat man bei einer Hepatitis auch, und diese
[22:23] erhöhten Zellteilungsraten sind der Grund, warum sich dann die
[22:26] Mutationen da anhäufen. Also eigentlich geht diese
[22:30] erhöhte Zellteilung bei vielen Krebsarten dem Krebs voraus.
[22:35] Und diese Krebsförderer sind einfach Faktoren, die dazu
[22:39] führen, dass Zellen mit oder ohne genetische Veränderung, die
[22:43] Wirken, nicht selektiv nur auf Krebszellen, die Wirken auf alle
[22:46] Zellen, aber eben auf auf solche, die Angeworbene, also
[22:50] vererbte Mutationen haben. Spontan entstandene oder welche,
[22:53] die ich durch meinen eigenen Lifestyle verursacht habe und
[22:57] diese Krebsförderer. Sind deshalb sehr wichtig, auch
[23:01] wenn man nicht direkt versteht, was soll jetzt daran so schlimm
[23:03] sein, wenn die Zellen n bisschen mehr wachsen, aber ja gesund
[23:05] sind. Zellteilungsbeschleunigung ist
[23:08] gut und schlecht und wir müssen auch wissen, es ist wirklich
[23:10] schlecht. Ich wollte eben auf was anderes
[23:12] hinaus, aber das ist vielleicht jetzt auch zu.
[23:15] Viel für diesen Podcast. Mich hat es einfach wahnsinnig
[23:18] erschrocken, wie intelligent Tumoren sind, weil die ja manche
[23:22] bauen ihre eigene Blutgefäßversorgung, manche
[23:26] schalten normale Abwehrmechanismen aus, haben
[23:30] extra Stoffwechsel, so dass sie sich von dem, was wir essen,
[23:33] besonders gut ernähren können et cetera, aber das lassen wir
[23:37] jetzt lieber mal außen vor. Also ich kann auf die Prävention
[23:39] kommen. Eine eine Sache kann man schon
[23:41] dazu sagen. Es ist ja nicht so, dass die
[23:44] Zellen, also die Krebszellen machen, das ja nicht aus
[23:47] Intelligenz, sondern es ist ein ein Auswahlprozess.
[23:50] Also angenommen, ich hab eine Zelle, die hat eine Mutation,
[23:53] die verschafft ihren Wachstumsvorteil, aber dieses
[23:55] kaputte Protein, alle unsere Körperzellen präsentieren ja
[23:58] ständig alle Proteine aus ihrem Inneren, dem Immunsystem, das
[24:02] hat den Hintergrund, dass wenn eine Zelle infiziert ist, das
[24:05] das wird dann verdaut, präsentiert und das Immunsystem
[24:08] erkennt, die hier ist eine Zelle mit einem fremden Protein, die
[24:10] vernichte ich. Und das gleiche macht die Zelle
[24:13] aber auch mit allen anderen Proteinen.
[24:14] Und wenn jetzt ein Gen da ist, was da eigentlich nicht
[24:17] hingehört, zum Beispiel eine sehr starke telomerase
[24:19] Aktivierung, die man sonst nur in der Embryonalentwicklung hat,
[24:23] auch das wird vom Immunsystem als Stremd erkannt und dann
[24:26] tötet das Immunsystem diese Zellen und dann verschwinden
[24:29] diese Zellen und wenn eine Krebszelle zufällig eine
[24:33] Mutation hat, die verhindert, dass zum Beispiel dieses
[24:36] Oberflächenmolekül, was das dem Immunsystem präsentiert,
[24:39] produziert wird. Dann überlebt die ja, weil die
[24:42] nicht erkannt wird. Und dann breitet sich dieser
[24:45] Klon aus und dann hat dieser Klon, der vom Immunsystem nicht
[24:49] erkannt werden kann, noch eine andere Mutation.
[24:51] Also es ist ja eher so, das nennt man ja diese Immunescape,
[24:55] das ist ein ganz gefährlicher Punkt, weil das Immunsystem hat
[24:57] diese Krebszellen ja ganz lange in der Überwachung, und wenn
[25:02] eine Mutation passiert, die das der Krebszelle ermöglicht, dass
[25:04] sie nicht gesehen wird. Dann hat man n richtiges Problem
[25:08] und das ist ja auch das, wo diese modernen personalisierten
[25:12] MRNA Therapien drauf zielen, dass man weiß, das Immunsystem
[25:16] ist deshalb so eine starke Waffe, weil es kommt in jeden
[25:20] kleinen Winkel, also es ist genauso klein und gezielt, es
[25:23] kann sehr gezielt sein. Es bleibt keine anderen Zellen
[25:26] an. Idealerweise, das ist ja immer,
[25:28] was man fürchtet, dass es zu ungenau ist und das Immunsystem
[25:32] kann im Idealfall sogar ein Memory, also ein Gedächtnis
[25:34] haben. Das heißt, wenn ich gegen diese
[25:37] Krebs vorgehe und das Immunsystem hat ein Gedächtnis,
[25:40] kann es möglicherweise sogar Rückfälle verhindern, also mich
[25:43] sogar langfristig schützen. Und die Idee, bei diesen
[25:46] personalisierten Therapien ist zu gucken.
[25:48] Also man guckt die Genetik an, von dem Tumor gibt es
[25:52] irgendwelche Proteine, die fremdartig sind, auf die ich das
[25:55] Immunsystem richten kann, wieder, und dann nimmt man da
[25:57] 2030 solcher Proteine oder die Baupläne dafür in Form von MRNA
[26:02] und macht eine Impfung, und das sind ganz.
[26:05] Maßgeschneiderte Therapieansätze und je nachdem manche Krebsarten
[26:10] haben bestimmte Vorlieben für Mutationen.
[26:13] Da kann man dann sogar welche sagen.
[26:14] OK, das wirkt bei den Krebsarten ganz gut, da muss ich noch nicht
[26:17] mal maßschneidern, aber da passiert auch im Moment ganz
[26:20] viel, das sind alles Entwicklungen, die rasant
[26:22] ablaufen und die Zielen, also die große Hoffnung in der
[26:26] Krebsforschung bei der Therapie ist wirklich im Immunsystem und
[26:29] tatsächlich bei der Prävention auch.
[26:31] Weil die Präventionsmaßnahmen, also Normalgewicht, Sport, das
[26:35] sind alles Mechanismen, die sehr viel darüber arbeiten, dass sie
[26:39] die Alterung des Immunsystems verlangsamen, weil das
[26:42] Immunsystem ist das Organsystem, was zuerst altert, der Thymus
[26:45] da, wo unsere t Zellen hergestellt werden, die uns vor
[26:49] Krebszellen schützen, der schrumpft schon in der Jugend.
[26:52] Und wird dann im Alter zunehmend durch Fettgewebe ersetzt.
[26:55] Und wir können immer weniger von diesen Abwehrzellen produzieren
[26:58] und ein fites Immunsystem zu behalten, geht über den
[27:01] Lifestyle. Das weiß man, dass sportliche
[27:03] Menschen zum Beispiel so Cycler oder wie heißen die Biker, die
[27:06] immer auf diesen Spinningrädern sitzen, wenn die das regelmäßig
[27:09] machen, man sieht, die haben eine höhere Diversität an t
[27:12] Zellen, die haben mehr Immunzellen im Blut.
[27:15] Also all diese Lebens, stil, Interventionen, die wirken nicht
[27:18] nur hauptsächlich, wie man das oft denkt, durch irgendwie
[27:21] vermeiden von angebrannten Toastbrot oder so, sondern
[27:24] tatsächlich großteils über eine insgesamtte Verlangsamerung der
[27:29] Alterung und der Immunalterung. Also du hast wunderbar vielen
[27:33] herzlichen Dank in die Tiefe der Zellbiologie gehend, uns
[27:38] deutlich gemacht, warum wir welche Präventionsmaßnahmen
[27:42] unbedingt berücksichtigen und in unser Leben einbauen sollten.
[27:45] Und das eine ich fass noch mal zusammen, ist natürlich erstmal
[27:49] das Immunsystem stärken und dann Karzinogene vermeiden, aber auch
[27:54] bei der bei den Krebsfördernden Umgebungsfaktoren die sozusagen
[27:59] den Humus bilden. Da genau zu wissen, was ist das
[28:02] eigentlich. Und da fand ich noch mal
[28:04] interessant, um das noch mal deutlich zu machen, und die
[28:07] sammeln wir auch gleich, diese krebsfördernde Umgebung, die
[28:11] kein Karzinogen ist, die nicht krebsauslösend ist, die wirkt
[28:15] Epigenetisch, das heißt, die Auslesung der verschiedenen Gene
[28:22] wird wie beim Alterungsprozess. Haben wir einen epigenetischen
[28:25] Schiff? Das haben wir schon häufig in
[28:27] meinem Podcast besprochen, dass die Stoppschilder auf der DNA
[28:31] verrutschen und plötzlich andere Gene ausgelesen werden, andere
[28:35] Proteine produziert werden oder eben auch viele nicht produziert
[28:40] werden, was dann leider zum Beispiel auch ein Krebs
[28:42] unterdrückungs Tumor suppressor gen sein kann.
[28:45] Ich finde, dieser kleine Aspekt wäre jetzt noch mal schön zu
[28:48] erklären, wie diese Krebsforte vielleicht nimmst du mal das
[28:51] Beispiel. Sehr sensible Hormone auch das
[28:55] Wachstumshormon oder wie die Epigenetisch wirken können.
[29:00] Ja, also Epigenetik ist ja erstmal alles, was jetzt nicht
[29:03] irgendwie die DNA direkt mutiert und bei der Epigenetik, das wird
[29:07] auch immer so alles sehr in einen Topf geworfen.
[29:10] Also es gibt Verschiedenes das eine was du gerade auch gesagt
[29:13] hast, dass natürlich auch bei jeder Zellteilung genauso wie
[29:16] Mutationen entstehen. Passieren auch epigenetische
[29:19] Bearbeitungsfehler, also diese Korrektheit, dieser, also man
[29:23] muss ja erst mal sagen, alle unsere Zellen, jede Zelle, die
[29:25] wir im Körper haben, hat ja die gleichen Gene, also hier haben
[29:28] alle den gleichen Bauplan, aber das eine ist eine Nervenzelle,
[29:31] das andere ist eine Muskelzelle, das nächste ist eine Brustzelle,
[29:34] und diese Differenzierung, also diese Aufgabe oder Job oder wie
[29:38] man es nennt, den bekommen sie dadurch, dass eben bestimmte
[29:40] Gene aus und angeschaltet werden.
[29:43] Und dieses Programm, das ist recht fest, aus
[29:46] Sicherheitsgründen natürlich, und das ist aber auch etwas, was
[29:50] sich natürlich Tumorzellen auch zum, also Krebszellen haben
[29:54] unglaublich viele epigenetische Veränderungen, das ist Krebs,
[29:57] ist, glaube ich, auch die erste Krankheit, wo man das so
[29:59] intensiv erforscht hat, und das ist diese epigenetische Drift,
[30:05] also epigenet Drift heißt es, dass man Veränderungen ansammelt
[30:08] im Laufe des Lebens durch Zellteilung.
[30:10] Und dann gibt es aber oft Programme, die dann nicht nur
[30:13] zwischen verschiedenen Zellen ablaufen, sondern auch in einem
[30:16] Zelltyp mit der Zeit, dass manche Wachstumsgene einfach
[30:19] stumm geschaltet werden, wie zum Beispiel die Telomerase, die
[30:23] braucht man in der Embryonalentwicklung sehr stark,
[30:25] manche Zellen, Immunzellen, Stammzellen produzieren ja auch
[30:28] Telomerase, allerdings nicht Unlimited, also auch da
[30:32] schrumpfen die Telomere, allerdings deutlich langsamer
[30:35] als es bei den normalen Körperzellen der Fall ist.
[30:38] Und dass Zellen, wenn Sie irgendwelche Schäden haben.
[30:41] Also ich hab jetzt also normale Zellen hören ja nach 50
[30:43] zellteilungen auf zu wachsen und gehen in den Ruhestand, das ist
[30:46] ja diese Senseszenz, aber Zellen können auch in diesen Ruhestand
[30:50] gehen, wenn sie gefährliche Mutationen zum Beispiel hatten,
[30:52] die sie nicht reparieren können, und dieses Ausschalten von
[30:55] Wachstum läuft ja auch über Epigenetik, also da werden auch
[30:59] Gene stumm geschaltet. Und ja, das sind alles
[31:02] Mechanismen, die werden im Moment erforscht.
[31:04] Wie kann man da vielleicht auf epigenetischem Wege irgendwelche
[31:09] Fehlprogramme wieder aufheben, aber das befindet sich im Moment
[31:12] alles in der Forschung und ich find diesen Ansatz es, es gibt
[31:16] ja auch viele, sieht man das auf Social Media oder im Internet,
[31:18] die sagen, hier ist das, dass man jugendlich, dann
[31:20] epigenetisch, das ist immer so n bisschen schwierig und der Grund
[31:24] dafür ist, dass man ja gar nicht weiß, in welche Richtung.
[31:26] Also es gibt ja sowohl jene, die ausgeschaltet werden, als auch
[31:29] welche, die mehr aktiv sind. Und wenn ich gar nicht weiß,
[31:31] will ich jetzt eigentlich Hypo oder Hyper motivieren.
[31:34] Also das sind diese an und ausschaltmechanismen, dann weiß
[31:37] ich auch gar nicht, wodurch ich das Steuern kann und das Beste,
[31:40] was man auch da wieder tun kann, ist diese.
[31:43] Prozesse nicht unnötig zu beschleunigen.
[31:46] Also wenn ich einfach in einer Weise lebe, dass ich keine
[31:48] Mutationen unnötig hab durch jahrzehntelanges Rauchen oder
[31:51] jahrzehntelange Sonne, dann müssen diese Zellen auch nicht
[31:54] ständig ersetzt und nicht ständig aussortiert werden und
[31:57] ich glaub, der wirklich wissenschaftlich belegteste weg
[32:00] im Moment ist wirklich einfach, diesen Prozess auszubremsen.
[32:04] Als durch irgendwelche Therapien, die noch gar nicht,
[32:07] also kein Mensch weiß, wodurch die epigenetische Uhr tickt.
[32:11] Sie ist im Moment ein Biomakler und auch diese Abschnitte, die
[32:14] für die epigenetische Uhr verwendet werden, das sind so
[32:17] 500 Methylierungsstellen, die werden ja ausgewählt, weil sie
[32:20] eben so zuverlässig dienen, aber es gibt ja noch viele andere
[32:24] Abschnitte, die da gar nicht drin sind, und ja, also es ist
[32:28] einfach ein ein sehr schwieriges Gebiet noch.
[32:32] Ich glaube, ich habe mich nicht deutlich ausgedrückt, aber das
[32:35] brauchen wir jetzt auch, glaube ich, nicht unbedingt so zu
[32:37] vertiefen. Die Epigenetik, die verändert
[32:40] wird durch Krebsfördernde oder Krebsumgebung schaffende
[32:44] Lebensstilfaktoren oder auch Ernährung, also Dinge, die ich
[32:47] zu mir nehme, die dann eben epigenetisch tatsächlich den
[32:50] Boden durch Ausschalten von Wachstums oder Tumorsuppressor
[32:55] gehen, das Wachstum von Krebs überhaupt fördern können.
[32:58] So, jetzt habe ich es. Lass uns mal die Karzinogene,
[33:02] also die direkt krebsauslösenden Substanzen, von denen wissen wir
[33:06] viel, lass uns, lass uns die mal so stehen, du hast sie schon
[33:09] genannt, das ist UV Licht, das kann rauchen sein, das kann auch
[33:15] eben ne übermäßige entzündet in Flamm Aging, also viel
[33:19] Entzündung sein et cetera, aber die Faktoren die eben.
[33:23] Epigenetisch diese Krebsentstehung beschleunigen
[33:28] können. Was sind das für Faktoren?
[33:30] Also weltweit ist ja rauchen immer noch der größte
[33:32] Risikofaktor. Allerdings sinkt ja der Anteil
[33:35] der Raucher vor allem in modernen westlichen Ländern.
[33:37] Darf ich hier. Du ja, das ist doch n
[33:40] karzinogen. Ja, es ist doch nicht ein Kerl
[33:42] genau fördernde Umgebung. Nein, genau, okay gut.
[33:45] Ich komme jetzt zu den anderen. Genau und der zweite Faktor,
[33:49] also der zweitwichtigste modifizierbare Risikofaktor nach
[33:53] dem Rauchen, ist jetzt schon Übergewicht.
[33:55] Also weltweit stehen etwa 20% der Krebsfälle im Zusammenhang
[33:58] mit Übergewicht, in den USA sind es sogar 40.
[34:01] Also es ist jetzt weltweiter Durchschnitt und dann kommen
[34:04] Infektionen und. Die sind auch, glaube ich, bei
[34:08] den meisten intuitiv irgendwo weiter.
[34:10] Am Ende der Skala angeordnet, aber auf 20% der Krebsfälle
[34:13] stehen im Zusammenhang mit Infektionen.
[34:15] Darf ich fragen, Viren oder Bakterien, weil Viren beides
[34:19] wäre, zum Beispiel Papiom, ja. Beides, also es gibt
[34:22] Hepatitisviren und die Human Papillomaviren, aber es gibt zum
[34:26] Beispiel auch Helicobacter pylori im Fall von Magenkrebs
[34:29] und das epsteinbar Virus, da steht auch ein Zusammenhang mit
[34:32] bestimmten Arten von Lymphomen. Und es gibt vermutlich noch
[34:36] viele, die wahrscheinlich noch gar nicht bekannt sind.
[34:39] Aber auch dieses HPV, also humane papilloma Viren, was wir
[34:43] immer noch eigentlich fälschlicherweise
[34:45] Gebärmutterhalskrebs Impfung nennen, ist auch eigentlich
[34:49] falsch, denn HPV infiziert alle Schleimhäute, also das ist nicht
[34:53] nur irgendwie, hat ne Vorliebe, besonders für den
[34:55] Gebärmutterhals, sondern HPV macht auch Krebs im Mund und
[34:58] Rachenraum auch bei Männern. Und am Penis im Analbereich,
[35:02] also alle Schleimhäute. Und deshalb ist dieser Begriff
[35:05] Gebärmutterhalskrebsimpfung dann oft so n bisschen irreführend,
[35:09] gerade wenn man auch Jungen über die Urteile oder den Nutzen
[35:13] aufklären möchte. Und bei den bakteriellen
[35:16] Helicobacter ist es n bisschen schwieriger, weil natürlich,
[35:20] also bei HPV ja auch. Es haben ja deutlich mehr
[35:22] Menschen diese Infektionen als die, die dann dadurch Krebs
[35:26] bekommen, also auch bei den Menschen, die die Infektion
[35:29] haben, läuft vermutlich noch irgendwas anderes schief auf
[35:32] immunologischer Ebene, dass diese Infektion nicht so
[35:35] eingedämmt wird, wie es bei manchen der Fall ist.
[35:38] Oder man hat ne Kombination aus einer genetischen Vorbelastung,
[35:41] auch da gibt es noch viel zu erforschen, ja.
[35:43] Ich find das wahnsinnig spannend.
[35:44] Wir haben noch nicht alle genannt, aber Bakterien und
[35:47] Viren können dann direkt wahrscheinlich in unser Genom
[35:50] eingreifen, oder? Beides, also beides, ist also
[35:54] zum Beispiel bei Humantopylumaviren.
[35:57] Das ist der Fall, die sind in der Zelle und damit die
[35:59] ordentlich vermehrt werden, produzieren die oft irgendwelche
[36:02] Proteine, die den Zellzyklus auch anregen.
[36:05] Aber dazu kommt auch, dass das Immunsystem dort kämpft mit
[36:09] diesen Zellen. Also man schafft insgesamt
[36:12] einfach eine krebsfördernde Umgebung durch diese Viren, die
[36:15] teilweise direkt das Wachstum anregen und der Kampf des
[36:18] Immunsystems und diese Infektion merken wir nicht immer, also bei
[36:23] Hepatitis und aber am oder am Gebärmutterhals, Wir kriegen es
[36:26] ja oft nicht mit, also beim Gebärmutterhals, ja, wenn wir
[36:29] zum Arzt gehen, aber in der Leber ist es schon deutlich
[36:31] schwieriger. Ich bin eine große Verfechterin
[36:33] von Impfungen. Also damit wird das schon sehr
[36:36] deutlich, dass wir damit auch Krebs vorbeugen können.
[36:38] Also nicht nur bei bei der HPV Impfung ist es ja sowieso klar,
[36:41] aber auch bei anderen da vielleicht kommen wir, wenn wir
[36:43] viel Zeit noch haben dazu aber zum Übergewicht kurz noch mal,
[36:47] da ist es das Östron, also dieses Östrogen ähnliche Hormon,
[36:51] das in den Fettzellen gebildet wird, oder was ist es, was beim
[36:54] Übergewicht dazu führt, dass diese Menschen so hohe
[36:57] Krebsraten haben, auch bestimmte Krebsarten.
[37:00] Also es gibt tatsächlich gar nicht die eine Ursache, warum
[37:02] Übergewicht Krebs macht. Es gibt ganz viele, und die sind
[37:05] auch von Organ zu Organ so n bisschen unterschiedlich, also
[37:08] der erste Punkt, den du gerade sagst.
[37:10] Ja es spielt ne große Rolle bei Brustkrebs und Gebärmutterkrebs
[37:14] zum Beispiel weil im Fettgewebe Östrogen hergestellt wird durch
[37:19] ein Enzym namens Aromatase aus Testosteron.
[37:23] Und das ist auch der Grund, warum stark übergewichtige
[37:25] Männer ja diese Männerbusse dann auch entwickeln.
[37:28] Also der Östrogenspiegel steigt und ich komme da gleich noch mal
[37:33] drauf zurück, weil sonst kann ich die Frage fertig
[37:35] beantworten. Es gibt aber andere Mechanismen
[37:37] und zum Beispiel weiß man, dass bei starken Übergewicht die
[37:41] Entzündungswerte steigen. Das kann man messen durch
[37:44] Blutabnahmen aus dem Arm. Die Entzündungswerte sind dann
[37:47] erhöht bei den übergewichtigen Personen.
[37:49] Man weiß auch, dass die gezielte Immunabwehr, also die adaptive
[37:53] Immunantwort, die virusinfizierte Zellen und
[37:55] Krebszellen erkennt, leidet, das hat man immer so n bisschen
[37:58] mitgekriegt in der Corona Epidemie als es immer hieß haben
[38:02] schwerere Verläufe bei Corona. Und das klang dann immer so, als
[38:05] wenn das irgendwie so ne Besonderheit von Corona wär.
[38:08] Aber das ist es nicht, also bei starken Übergewicht hat man auch
[38:11] bei Influenza oder bei anderen Virusinfektionen schwerere
[38:14] Verläufe. Dann gibt es den Mechanismus in
[38:17] der Leber zum Beispiel, dass Fett in die Leber eingelagert
[38:21] wird und diese Fettleber auch zu einer Entzündung und Zirrhose
[38:24] führen kann. Und das sind Vorstufen von
[38:26] Leberkrebs. Dann weiß man, dass bei
[38:28] Übergewicht die Darmflora verändert ist.
[38:30] In ähnlicher Weise, wie man das auch bei Patienten mit
[38:33] entzündlichen Darmerkrankungen oder bei älteren Menschen sieht
[38:36] und was man da beobachtet, ist, dass diese Mikrobiota einfach
[38:39] wenig weniger divers ist. Sie ist einfach weniger
[38:42] unterschiedlich. Und aber da weiß man auch nicht,
[38:45] ist das jetzt so, weil sich vielleicht übergewichtige
[38:47] einseitige ernähren oder hatten sie es schon vorher und legen
[38:50] deshalb mehr an Gewicht zu. Und bei allem, was so Mikrobiota
[38:53] betrifft, es ist immer so ein Zusammenspiel, ich weiß gar
[38:57] nicht, ob man das so klar trennen kann, also es gibt
[39:00] einfach wahnsinnig viele Faktoren, Übergewichtige machen
[39:03] wahrscheinlich auch weniger Sport, Bewegungsmangel ist
[39:06] selbst ein eigenständiger Risikofaktor, bei
[39:09] Bewegungsmangel auch wieder das Immunsystem hauptsächlich
[39:12] geschwächt wird und. Wenn ich mich bewege, werden die
[39:14] Immunzellen, die sonst in den Lymphknoten und lymphoiden
[39:17] Organen sitzen werden, durch den erhöhten Blutdruck und Puls
[39:20] einfach mehr in den Körperkreislauf befördert.
[39:23] Und es gibt Studien, die zeigen, dass allein 10 Minuten erobe
[39:27] Tätigkeit, also Erobe heißt. Ich kann noch reden, aber nicht
[39:29] mehr singen, ausreichend sind, um die Menge an Immunzellen im
[39:33] Tumorgewebe signifikant zu erhöhen, und zwar genau die
[39:37] Zellen, also t Zellen, NK Zellen, Zellen, die auch
[39:40] wirklich Krebszellen bekämpfen können.
[39:42] Und bei Bewegung, da weiß man schon lange, dass es präventiv
[39:46] eine Wirkung hat. Aber es gab in den letzten
[39:48] Jahren auch ganz viele Studien, die gezeigt haben, dass es auch
[39:50] für Menschen zum Beispiel mit Darmkrebs, die schon Krebs
[39:53] haben, den Verlauf verbessert, das Rückfallrisiko senkt, auch
[39:58] das ist ein ganz starkes Mittel, und all diese Dinge, vor denen
[40:01] wir uns dann so oft fürchten wie Verpackungsmaterialien,
[40:04] Chemikalien, die sind tatsächlich bei diesen
[40:07] modifizierbaren Risikofaktoren recht weit.
[40:11] Äußersten Ende der Skala also diese ganzen Umweltfaktoren, die
[40:14] spielen weniger als 5% des Modifizierbaren Krebsrisikos.
[40:18] Das heißt natürlich nicht, dass man sich jetzt irgendwie
[40:21] schädlichen Sachen jahrzehntelang aussetzen soll,
[40:23] aber einfach nur weltweit in Relation zu diesen anderen
[40:26] Risikofaktoren. Das ist wunderbar.
[40:29] Du gibst mir die Vorlage zu sagen, lass uns von den
[40:31] stärksten Risikofaktoren runtergehen zu den weniger
[40:35] starken, aber immer noch existenten, also an erster
[40:38] Stelle rauchen, Übergewicht. Dann Bewegungsmangel.
[40:43] Häufig Infektionen. Bewegungsmangel,
[40:46] Bewegungsmangel, häufig kombiniert mit obergewicht
[40:49] Alkohol. Ja, Strahlung kommt dann also
[40:52] zum Beispiel in Kellerwohnungen die Strahlung, dann spielen
[40:56] Faktoren eine Rolle, reproduktive Faktoren,
[40:58] stillzeiten, Schwangerschaften, all sowas.
[41:00] Du hast uns einen wunderbaren Überblick gegeben über ein
[41:04] Ranking, das wir berücksichtigen sollten in unserer persönlichen
[41:08] Prävention. Das sind zum einen eben die
[41:10] Karzinogene, die die DNA direkt schädigen können in Form von
[41:14] Driver Mutationen zum Beispiel, und dann die Krebsförderer, die
[41:18] die Umgebung schaffen, damit sich diese mutierten Zellen dann
[41:22] auch noch toll entwickeln können.
[41:25] Ich versuche zusammenzufinden, du hast UV strahlen genannt, du
[41:29] hast das Rauchen genannt, das sind direkte Karzinogene, also
[41:33] die die DNA direkt schädigen. Wir haben über Übergewicht
[41:38] gesprochen, das kann wahrscheinlich beides sein.
[41:42] Dann sind wir jetzt bei Infektionen gelandet, da haben
[41:48] wir jetzt, glaube ich, auch noch mal ein ziemlich breites Thema,
[41:50] dass wir jetzt nicht abschließend diskutieren können,
[41:53] aber Impfungen sind einfach, ich bin großer Fan, extrem wichtig
[41:57] und was noch? Ja, und ich würde gerne eine
[42:00] Sache noch dazu sagen. Ich.
[42:01] Also tatsächlich ist es ja ganz interessant, das Rauchen und
[42:05] durch UV Strahlung, das sind ja eigentlich wirklich so die
[42:07] wenigen großen Sachen, wo wir wirklich wissen, das kann
[42:11] Lungenkrebsrisiko steigern oder das Hautkrebsrisiko bei vielen
[42:16] anderen Krebsarten ist das nicht so weit davon weg so klare
[42:20] Ursachen zu kennen. Und ein anderer Punkt, den man
[42:24] auch sagen muss, sogar bei Rauchen und Sonnenbaden, das ist
[42:27] jetzt kein Freifahrtschein, aber sogar da.
[42:29] Muss man das ja jahrzehntelang machen, bis diese
[42:32] Krebserkrankung entsteht. Und das ist auch wieder etwas,
[42:35] was uns zeigt, wie gut eigentlich der Körper solche
[42:38] Schäden abwehren kann. Also wir rauchen ja wirklich
[42:41] sehr, sehr lange, bis man dann wieder das Risiko steigt.
[42:45] Und das ist aber auch der Grund, warum man zum Beispiel jetzt
[42:47] auch nicht in Panik verfallen muss, wenn man natürlich sollte
[42:50] man diese Dinge meiden, vor allem, wenn sie in hohen Dosen
[42:53] sind und wenn sie viele Jahre oder Jahrzehnte bestehen.
[42:57] Aber es ist auch der Grund, warum man nicht, wenn man sagt,
[42:59] Ich bin jetzt einmal hinter dem Raucher durch den
[43:00] Zigarettenrauch gegangen, dann, da wird kein Krebs entstehen,
[43:05] also dass man auch sagt, es ist einfach, dass man immer sich vor
[43:08] Augen hält, diesen langen langen Zeitraum und dieses ein bisschen
[43:12] dieses Grundvertrauen auch in diese Schutzmechanismen.
[43:14] Und auch bei den Krebsförderern ist es so.
[43:16] Wenn ich jetzt mal kurz ne Entzündung habe oder kurz n
[43:19] bisschen übergewichtig bin, irgendwie nach einer Geburt vom
[43:22] Kind, das ist nicht das was darüber entscheidet, es geht
[43:25] darum eben die meiste Zeit des Lebens, also diese vielen
[43:29] Jahrzehnte, dass man da. Dazu beiträgt, dass man nicht
[43:33] unnötig irgendwelche Prozesse beschleunigt.
[43:35] Ich glaub, das ist noch ein ganz wichtiger Punkt, um das zu
[43:37] verstehen, nicht dass man jetzt sagt, Oh Gott, jetzt muss ich
[43:40] nicht nur vor Strahlung Angst haben, sondern vor allem was
[43:42] irgendwie, also man darf wirklich diese Zeitkomponente
[43:46] nicht vergessen, und das ist auch etwas, ich werd ganz oft
[43:48] gefragt unter so Brust, wenn es dann darum geht, dass ja zum
[43:52] Beispiel Alkohol auch ein Risikofaktor ist für Brustkrebs.
[43:56] Und dann kommen natürlich oft Leute, die sagen ja, aber ich,
[43:58] ich hab ja nie, ich hab nie getrunken oder ich hab immer
[44:01] alles richtig gemacht und hab das bekommen und das ist dann
[44:04] für uns immer so das Totschlagargument, dass man
[44:06] sagt, ja, dann ist es doch alles Mist, was die da erzählen und
[44:09] das Problem ist aber, dass ja diese Frage ob.
[44:12] Die ist ja geklärt. Wir wissen ja, es passiert in
[44:15] jedem Menschen und diese Frage, warum habe ich das und nicht
[44:18] der, die ist eigentlich gar nicht sinnvoll, weil diese
[44:20] Mutationen, die passieren, großteils spontan natürlich
[44:23] kann, wenn ich jetzt sehr, sehr viel Alkohol trinke, dazu
[44:26] beitragen, aber die Frage, die man sich dann stellen muss, ist,
[44:29] hätte diese Person, die dann an an Brustkrebs zum Beispiel
[44:32] erkrankt ist, hätte die geraucht, wäre die übergewichtig
[44:35] gewesen, hätte die keinen Sport gemacht, hätte die richtig viel
[44:37] getrunken, wäre sie vielleicht noch früher erkrankt.
[44:41] Also das ist immer dieses Denken auf der Zeitskala.
[44:43] Was ich dann versuche, wo wo ich immer gerne darauf hinweise.
[44:47] Und das Wichtige ist eben, das hast du eben auch gerade wieder
[44:50] genannt, das Immunsystem zu stärken.
[44:52] Und wir haben jetzt verstanden, wie das zum Beispiel über die T
[44:55] Zellen mit dem Sport passiert. Kleine Überraschung, nämlich
[45:01] eine kurze Unterbrechung in eigener Sache.
[45:04] Unser Podcast hat ja 10 Tausende Zuhörerinnen und Zuhörer, aber.
[45:09] Nur etwa 30% haben ihn abonniert.
[45:13] Mit seinem kostenlosen Abo auf dieser Plattform hilfst du ja
[45:15] mit, dass noch mehr Menschen unsere Expertengespräche hören
[45:18] können. Also ich verspreche dir, alles
[45:20] dafür zu tun, dass dieser Podcast noch besser wird und die
[45:23] auch in Zukunft noch mehr Mehrwert bietet.
[45:27] Abonnier bitte vielen Dank für deine Unterstützung und jetzt
[45:31] weiter. In der Folge lass uns zur
[45:35] Ernährung kommen, das ist ja auch für ganz viele mega Thema.
[45:38] Die sagen also kein rotes Fleisch, das ist ja sogar von
[45:41] der Weltgesundheitsorganisation zumindest wurstprodukte als
[45:45] krebserregend eingestuft worden, und da gibt es so einiges
[45:48] anderes mehr. Vielleicht kannst du uns da noch
[45:50] n paar Punkte sagen, sodass wir verstehen, was da über die
[45:54] Zeitschiene, wenn ich mich lange so ernähre, noch an
[45:58] Krebsförderung stattfindet. Ja, also diese Sachen von der
[46:03] WHO. Diese Empfehlung, das sind ja
[46:05] die. Basics und alleine mit diesen
[46:08] Sachen, also Prävention, Ernährung, Sport, das mit diesen
[46:11] Basics geht man davon aus, dass etwa die Hälfte der Fälle
[46:14] vermeidbar wäre, aber nicht im Sinne von bei den einen passiert
[46:17] gar nichts und die anderen kriegen Krebs, sondern weil man
[46:19] so sehr verlangsamt, dass es eben dann bei der Hälfte gar
[46:21] nicht auftreten würde. Bei der Ernährung das rote
[46:25] Fleisch ist Säugetierfleisch, also das heißt, es ist nicht nur
[46:28] Rind, das ist auch Schwein, es ist Ziege, das Pferd also
[46:31] säugetierfleisch man weiß, dass es das Risiko steigert, aber wo
[46:35] tatsächlich noch diskutiert wird, ist der Mechanismus.
[46:37] Es gibt verschiedene Ansätze, im Moment ist es in der Forschung,
[46:41] ist der eine Ansatz ist, dass es vielleicht einfach mehr
[46:43] essentielle Aminosäuren enthält, die mehr das Zellwachstum
[46:46] anregen, andere Ansätze sind, dass das rote Fleisch, weil es
[46:49] uns artverwandter ist, wobei wir ja auch Säugetiere sind,
[46:52] möglicherweise noch. Unbekannte Infektionen enthält,
[46:56] die auf uns übergehen, die Entzündungen machen und Krebs.
[46:59] Es kann auch sein, dass es möglicherweise an diesem häm
[47:01] Eisen liegt, also auch da gibt es Studien, dass das der Grund
[47:05] sein könnte und deshalb ist es auch nur in dieser Kategorie 2,
[47:09] weil man hat es zwar beobachtet, aber der Mechanismus ist
[47:12] Ausstehend und deshalb empfiehlt die WHO, dass man nicht mehr als
[47:15] ich glaube, 300 Gramm rotes Fleisch in der Woche essen
[47:19] sollte, was? Allerdings gut belegt ist als
[47:22] Krebs, also von der Datenlage ähnlich gut belegt ist wie
[47:25] Alkohol und rauchen. Das sind die industriell
[47:29] hochverarbeiteten Fleischwaren, weil die chemische Verbindung
[47:32] enthalten. Diese ganzen nitritpökel Salze,
[47:35] die beim Erhitzen also noch krebserregender werden, können
[47:39] gerade in Kombination mit Proteinen entstehen dann einfach
[47:41] karzinogene Verbindungen und wenn man das über viele Jahre
[47:44] tut, dann. Dann ist das so ähnlich wie bei
[47:46] Rauchen oder Sonnenbaden. Dann hab ich einfach n sehr
[47:49] hohes Risiko, dass ich Schäden mache, die irgendwann halt mal
[47:52] nicht repariert werden. Im Ranking ist also Ernährung
[47:55] schon ziemlich weit oben bei dir.
[47:57] Ja, das, also die Ernährung spielt ne sehr große Rolle, ja.
[48:01] Also gerade die man dauerhaft macht.
[48:03] Also wenn man jetzt mal einen Burger isst, das ist, das ist
[48:05] immer nicht das, was ich meine, also ich meine, es ist einfach,
[48:08] dass man es die meiste Zeit richtig macht.
[48:10] Dazu gehört auch das Normalgewicht, auch das weiß
[48:13] man. Das niedrigste Krebsrisiko wird
[48:16] bei einem normalen BMI beobachtet, ich weiß, alle
[48:19] Menschen mögen den BMI nicht, weil er die Muskelmasse nicht
[48:22] berücksichtigt und andere Faktoren, aber diese Studien
[48:25] untersuchen den BMI und deshalb ist es dann aufgrund der
[48:28] Vergleichbarkeit schwierig zu sagen, ich Messe.
[48:31] Ist jetzt irgendwas anderes, weil dann kann ich das einfach
[48:33] nicht so gut vergleichen. Also es ist nicht optimal, wenn
[48:35] ich viele Muskeln habe, ich bin sportlich, dann habe ich kein
[48:38] Übergewicht, also das ist alles klar, das wird.
[48:41] Jetzt in letzter Zeit natürlich ständig wiederholt.
[48:43] Bmi ist jetzt nicht das Gelbe vorbei, aber auf jeden Fall ist
[48:47] Normalgewicht natürlich von Vorteil.
[48:48] Also. Genau.
[48:50] Eine sehr gesunde Ernährung. Wir wissen, was das ist, spielt
[48:53] eine ganz große Rolle, man weiß aber noch nicht genau die
[48:57] Zusammenhänge. Im Detail, das heißt das Gemüse,
[49:01] beispielsweise die Polyphenoli, die sekundären Pflanzenstoffe,
[49:04] dass die durchaus n krebsschützenden Charakter
[49:07] hätten, der berühmte Brokkoli zum Beispiel.
[49:10] Ja, aber ich denke, das ist also, es ist einfach sehr
[49:13] komplex. Weil also wenn ich jetzt viel
[49:15] Gemüse esse, dann veränder ich da ganz viele Räder.
[49:17] Also zum einen hab ich Dinge da in meiner Nahrung, die meine
[49:21] Mikroben füttern, das heißt, ich hab wahrscheinlich ne diversere
[49:23] intaktere mikrobiota, diese Mikroben produzieren dann wieder
[49:27] irgendwelche Stoffwechselprodukte, die sind
[49:28] gut für meine Immunzellen und das ist einfach sehr, sehr
[49:31] komplex. Meine Darmbarriere ist dann
[49:34] vielleicht intakter, das ist einmal die erste Komponente,
[49:36] dann kann es natürlich sein, dass wenn ich jetzt in der
[49:38] Nahrung Antioxidantien. Habe dass die jetzt irgendwelche
[49:41] Radikale abfangen in meinem Darm.
[49:43] Das kann sein, aber dieses ganze Gebiet, was esse ich gegen
[49:46] Krebs, das steht auf so wackeligen Füßen, aber die
[49:50] Frage, was kann ich weglassen um nicht das Krebsrisiko zu
[49:54] befördern, Risiko zu befördern, das steht auf recht soliden
[49:57] Füßen. Also ich glaube viele viele
[50:00] wollen gerne wissen, ich nehme jetzt was ein und dann kriege
[50:02] ich keinen Krebs. Das gibt es im Moment nicht,
[50:05] aber was es gibt, ist definitiv, lass das Weg und du reduzierst
[50:08] dein Risiko, dann gibt es doch einiges Zucker, weil du es
[50:12] ansprichst ist. Das ist auch so ein Thema, wo
[50:15] ich dann oft beobachte bei irgendwelchen Müttern, die hauen
[50:17] ihrem Kind den Keks aus der Hand und haben Riesenangst.
[50:21] Ist aus meiner Sicht auch so ein bisschen übertrieben, weil also
[50:24] der Zucker selber ist ja kein Karzinogen, der ist nicht
[50:27] radioaktiv, der wirkt auf einer kann auf der Ebene des
[50:31] Krebsförderers wirken, wenn ich ihn jahrzehntelang in sehr hohen
[50:35] Mengen dauerhaft konsumiere, weil er dann Übergewicht
[50:39] hervorruft, irgendwann, weil er Stoffwechselstörungen wie
[50:43] Diabetes hervorrufen kann, die auch in Zusammenhang mit einem
[50:46] erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten stehen.
[50:48] Es kann eine Fettleber fördern und die wiederum in Leberkrebs
[50:51] über. Ergehen kann.
[50:52] Hoher Zuckerkonsum ist auch nicht nur gefährlich irgendwie
[50:55] für Karies, sondern es gibt gewisse.
[50:57] Es gab einen Umbrella Review, dass ein Zusammenhang mit
[51:00] Krebsarten steht und auch mit dem erhöhten kardiovaskulären
[51:04] Risiko sogar Depressionen. Da wird allerdings auch immer
[51:07] gemessen, die Menge an zuckerhaltigen Getränken, weil
[51:10] man das einfach sehr gut messen kann in solchen Studien.
[51:13] Diese Sugar Sweet and Beverages und.
[51:15] Und da hat man gesehen, dass mit jedem zuckerhaltigen Getränk,
[51:19] was man regelmäßig, das ist immer wichtig, regelmäßig pro
[51:22] Tag konsumiert. Steigt das allgemeine
[51:24] Krebsrisiko um 4%, aber wie bei diesen ganzen epidemiologischen
[51:30] Studien das der Fall ist, ist es immer sehr schwierig, wer viele
[51:32] Softdrinks trinkt, der isst wahrscheinlich auch anders, oder
[51:35] also es ist immer die natürlich kontrollieren diese Studien auf
[51:38] all diese Störfaktoren aber. Aber man hat natürlich schon
[51:41] immer so ein gewisses Risiko. Aber klar, also das Zucker
[51:45] meiden, ich finde es ist auch eine der eigenschaftsten
[51:49] Interventionen, weil man einfach den Zucker auch nicht braucht,
[51:52] also den Zucker wegzulassen, gerade in gesüßten Getränken
[51:56] finde ich sehr einfach. Ich werde manchmal gefragt sie
[51:58] als Krebsforscherin, was würden sie nie tun und da sage ich
[52:01] immer Zucker, also ich würde einfach nie eine Limo oder so
[52:04] trinken, das ist für mich, ich bin das schon so gewohnt, ist es
[52:07] absolut. Ja, und ich no.
[52:10] Go. Darf ich was ich, was ich
[52:12] spannend fand in deinem Buch auch war deine Einstellung oder
[52:15] deine Haltung zu Proteinen, also viel Eiweiß essen interessant.
[52:19] Ja, das ist aber auch wieder so n Thema.
[52:21] Es ist so schwierig, dass immer in einem Satz, ich sehe ja auch
[52:25] diese ganzen Reels und dann wird sich da gezankt und ich glaub,
[52:29] das ist auch wieder nur es ist so ein Durcheinander, weil
[52:31] einfach diese. Grundlage, da fehlt also.
[52:35] Proteine sind natürlich auch nicht karzinogen, weil sie auch
[52:38] nicht die DNA schädigen, das sind sie definitiv nicht und sie
[52:42] sind natürlich wichtig und wir brauchen essentielle
[52:44] Aminosäuren, weil das Immunsystem braucht sie, also
[52:47] wir brauchen sie für einen gesunden Körper, damit unser
[52:50] Körper funktioniert und die Mengen, die ein
[52:54] normalgewichtiger Mensch ist, die, wenn die mich dazu führen,
[52:58] dass ich satt bin, nicht zunehme und Sport machen kann, da hat.
[53:03] Kein Mensch was dagegen. Es gibt nur einfach im Moment
[53:06] keine Datenlage, die zeigt, dass es jetzt nötig ist, kiloweise
[53:10] das pro Tag mit viel Geld zu supplementieren und mit jedem
[53:15] Produkt, was ich zusätzlich einnehme, habe ich das Risiko,
[53:17] das kann verunreinigt sein, ich weiß nicht, wo das herkommt, es
[53:20] kostet viel Geld und es gibt tatsächlich dann auch in dem
[53:24] Setting. Von Krebs sehr viele Studien,
[53:27] die zeigen, dass eben bestimmte Aminosäuren starke
[53:30] Wachstumsprogramme anregen. Gerade essentieller Aminosäuren
[53:34] über m Tor. Es gibt die Datenlage, dass
[53:36] Rapamycin eine starke Anti Aging Wirkung und starke
[53:41] tumorwachstumsverlangsamende Wirkung in Tiermodellen zeigt.
[53:45] Wir kennen Rapamycin, bei Menschen wird es eingesetzt um
[53:49] Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantation, nach
[53:52] Nierentransplantation zu verhindern.
[53:55] Und der Grund ist, dass natürlich, wenn ich ein m Tor
[53:58] inhibitor wie Rapametrin als Tablette einnehme, tut er das
[54:02] natürlich in all meinen Zellen im Körper und auch in
[54:04] Immunzellen. Und das ist natürlich schlecht.
[54:06] Also man muss das weiter erforschen, aber ich denke, der
[54:09] einfachste Weg ist immer das moderate selber ernähren.
[54:13] Ja, wobei eben, und das ist schon wichtig zu wissen, die
[54:17] Aminosäuren in Proteinen, die Triggern eben diesen sogenannten
[54:21] Emptorschalter und führen zu aufbauenden und auch zu
[54:24] wachstumsprozessen. Das muss man einfach wissen, ob
[54:27] man morgens, mittags, abends ganz viel Protein und dann
[54:30] vielleicht noch Pulver essen möchte und das über lange Zeit,
[54:34] oder ob man sich hin und wieder mal auch ein Protein Fasten
[54:37] gönnt, sodass dieser m Torschalter mit den
[54:39] wachstumsfördernden Signalen nicht aktiviert wird.
[54:43] Und auch da muss man wieder sagen, auch, dass ich hab,
[54:46] entschuldigung, ich unterbreche. Nein, das hat man auch jetzt
[54:49] wieder in dieser Proteindebatte immer wieder gehört.
[54:51] Ja, es macht mehr Wachstum, aber das ist ja noch kein Krebs.
[54:54] Und dann denke ich mir wieder nein, aber dann denke ich mir
[54:57] wieder, das ist genau das, also auch Krebs, also wir sind ja
[55:00] wirklich in dieser Materie drin, und wenn Krebs und
[55:03] alterungsforscher das sagen, dann ich finde das auch immer so
[55:07] überheblich, dann einfach zu meinen, man weiß das besser als
[55:10] Tausende von Forschungsarbeiten und irgendwelche Koryphäen, also
[55:14] in dem Tumorgebiet ist man sich da einig, also es wirkt ja so
[55:17] nach außen, als wenn sich da alle zanken, nein, da zankt sich
[55:19] keiner. Also das ist einfach so und
[55:22] diese erhöhten Zellteilungsraten, das hatte ich
[55:24] auch am Anfang gesagt, die steigern einfach das Risiko,
[55:28] dass Fehler passieren. Also dieses dieses Denken erst
[55:32] die Mutation, dann die Zellteilung, das ist einfach
[55:35] nicht ganz so und es ist ja, es ist einfach so viel komplexer
[55:40] und es ist auch niemand sagt, dass man sich jetzt irgendwie in
[55:44] einen Mangelzustand bewegen soll, also man weiß ja, bei
[55:47] Mäusen gibt es ja diese Kalorienrestriktion.
[55:50] Und die Leben deutlich länger. Aber diese Mäuse leben steril,
[55:53] die fahren nicht in u Bahnen, die Sitzen nicht in
[55:55] Großraumbüros und man weiß gar nicht, also es gibt sehr wenig
[55:59] Studien, die gucken, wie ist eigentlich das Immunsystem von
[56:02] diesen extrem kalorienrestringierten Tieren,
[56:04] also die irgendwie nur 40 oder 50% der normalen Nahrungsenergie
[56:07] bekommen. Und man weiß aber von Menschen,
[56:11] die stark mangelernährt sind, also magersüchtige oder aus ja
[56:15] Krisenregionen, dass das Immunsystem leidet bei einer
[56:19] Mangelernährung und nach all dem, was wir jetzt über Krebs
[56:23] wissen und verstanden haben, wie wichtig das Immunsystem ist, ist
[56:27] eine Mangelversorgung des Immunsystems definitiv nicht
[56:30] das, was wir wollen und. Und deshalb plädiere ich auch
[56:33] immer dafür, dieses Normalgewicht oder seine ganze
[56:36] long Jeffity nicht nur auf irgendwie hungern und Fasten zu
[56:40] konzentrieren, sondern eben auch einen Teil dieses Defizits durch
[56:43] Sport zu erzeugen. Weil dann kann ich ein bisschen
[56:46] mehr essen. Also ich kann besser meinen
[56:47] Nährstoffbedarf stecken und der nächste Punkt ist, natürlich
[56:51] kann man Supplements einnehmen, wenn man das Gefühl hat, man hat
[56:54] einen Mangel, aber natürliche Lebensmittel enthalten so viel
[56:58] mehr Stoffe, die wir vielleicht noch gar nicht kennen oder
[57:01] werden im Darm erst zu Dingen. Verstoffwechselt die noch gar
[57:03] nicht erforscht sind. Also es gibt, ich finde, wenn
[57:07] man ergänzt, dann muss es immer personalisiert sein, man muss
[57:10] wirklich wissen, was brauche ich eigentlich und nicht irgendwie
[57:12] solche Rundumschlag in hohen Dosen, vor allem nicht und das
[57:17] echte Essen enthält wahrscheinlich noch sehr viele
[57:20] Benefits, die da drin sind, die wir gar nicht nachahmen können,
[57:23] weil wir sie gar nicht wissen. Ich verstehe, dass du in diesen
[57:27] Instagram Snippets nicht das Wort reden möchtest, sondern die
[57:31] Komplexität und auch die offenen Fragen betonen möchtest.
[57:34] Aber ich denke, wir können zusammenfassen.
[57:36] Kalorienrestriktion wenn ich keine Mangelernährung vornehme,
[57:41] also wenn ich alle wichtigen Nährstoffe zu mir nehme hat oder
[57:45] zumindest auch Intervallfasten nicht snacken und sowas hat auf
[57:48] jeden Fall Effekte, weil das den Zellteilungs die
[57:52] Zellteilungsgeschwindigkeit etwas absenken kann.
[57:55] Also. Das jeden Tag mal, ja.
[57:58] Also das Fasten vor allem verbessert ja auch die
[58:01] Blutzuckerkontrolle und all sowas.
[58:02] Also es gibt ja auch Studien, die zeigen, dass auch wann ich
[58:05] esse, also es ist besser, tagsüber vormittags zu essen als
[58:07] spätabends, weil ich abends einfach ne schlechtere
[58:10] Blutzuckerkontrolle hab, der Zucker bleibt länger im Blut, er
[58:13] wird eher in Fett umgewandelt, also ich nehme auch leicht dazu,
[58:17] das weiß man auch und dann diese Essenspausen, das ist aber auch
[58:20] alles noch, das wird erforscht, aber man weiß ja auch, zum
[58:22] Beispiel wenn ich m Tor aktiviere durch viel Protein,
[58:25] das Inhibiert ja auch die Autophagie, die Autophagie.
[58:28] Ist ein Programm, was gestartet wird, wenn ich proteinmangel
[58:32] habe, dann werden alte, kaputte fehlgeformte Proteine genommen
[58:36] und sozusagen recycelt. Wenn ich aber immer dauerhaft
[58:39] esse, dann wird dieser Recyclingmechanismus
[58:42] unterdrückt, das ist bei Übergewicht der Fall und deshalb
[58:45] ist einfach dieses dauerhafte Zuführen von etwas, was nicht
[58:48] nötig ist. Das sehe ich einfach mit großer
[58:51] Sorge und viele andere Wissenschaftler auch.
[58:54] Das deshalb mache ich. Zum Beispiel esse ich nicht den
[58:57] ganzen Tag Proteine und ich mache große Essenspausen, aber
[59:01] ich sehe zu, dass ich möglichst alles zu mir nehme, was mein
[59:03] Körper braucht, gerade im Alter verändert sich das ja, weil
[59:06] manche der wichtigen Bausteine dann auch weniger vorhanden
[59:10] sind. Und man sieht es ja auch.
[59:12] Entschuldigung, wenn ich noch mal unterbreche, aber man sieht
[59:14] es ja auch bei diesen besonders langlebigen Menschen auf der
[59:17] ganzen Welt, das sind ja alles, ob das Okinawa ist oder
[59:21] Sardinien oder welche Region auch immer, das sind ja alles
[59:24] Regionen, die Essen. Sind sehr Pflanzenreich
[59:26] fischgeflügel, aber die Essen alle nicht high Protein und auch
[59:29] da muss man sagen High Protein. Der Begriff ist auch schwierig,
[59:32] weil man kann ja prozentual high Protein essen, aber trotzdem
[59:35] insgesamt noch wenig in der Menge, also auch da muss man
[59:38] sagen rede ich jetzt von der totalen Menge oder vom
[59:40] prozentualen Anteil in meiner Ernährung und kommen diese
[59:44] Proteine aus Pflanzen oder kommen sie aus Fisch oder kommen
[59:47] Sie aus Fleisch und das sind alles fragen, die sind meines
[59:50] Erachtens einfach noch gar nicht ausreichend.
[59:53] Also in Experimenten im Labor ja, aber beim Menschen noch gar
[59:57] nicht ausreichend geklärt, um sie so derartig vorzeitig
[1:00:00] abzukanzeln, wie es im Moment in die eine oder andere Richtung
[1:00:04] passiert. Absolut.
[1:00:06] Also viel Gemüse, vor allem Fisch, wenn man Tiere essen
[1:00:10] möchte und pflanzliche Proteine und das alles nicht im Übermaß.
[1:00:14] Ich glaube, das ist schon eine ziemlich gute Botschaft, wir
[1:00:17] haben leider eben, was heißt leider, wir haben so viel Input.
[1:00:20] Dass ich jetzt leider Gas geben muss am Ende des Podcasts,
[1:00:23] gehörte eigentlich noch so viel dazu, was wir zur
[1:00:26] Krebsprävention wissen müssten entscheidend ein wirklich
[1:00:30] entscheidender Faktor ist, das Immunsystem zu stärken und dazu
[1:00:34] gehört Tiefschlaf, Stressmanagement et cetera, das
[1:00:38] nehmen wir jetzt mal einfach so hin, vielleicht was die, die
[1:00:42] noch zuhören mögen und noch können, weil es war wirklich so
[1:00:46] geballt und toll. Vielleicht noch das Thema Deine
[1:00:49] Haltung zu Impfungen, weil das ist etwas, was als
[1:00:53] Krebsprophylaxe noch gar nicht so oft diskutiert wurde und noch
[1:00:58] ein paar Nahrungsergänzungsmittel zu den
[1:01:00] Studien existieren eben das Thema Vitamin D, Omega 3.
[1:01:06] Ich finde ja mein Thema noch urolotin A und Hormone gut, also
[1:01:12] wir versuchen das noch unterzubringen okay.
[1:01:14] Ja, also zu Impfungen ist eigentlich einfach.
[1:01:17] Also ich bin kein Impfkritiker und ich ich weiß auch, dass all
[1:01:21] diese Untersuchungen, die gezeigt haben, dass Impfungen
[1:01:25] dem Immunsystem nicht schaden, sondern sie stärken es sogar,
[1:01:30] und also das weiß man zum Beispiel auch von dieser
[1:01:31] Gürtelrose Impfung, die ab 65 oder ist es früher ja empfohlen
[1:01:37] wird, auch das kann auch die Alterung des Immunsystems
[1:01:40] verlangsamen. Und viele sagen ja, dass die
[1:01:43] Impfung vielleicht schlechter ist als eine natürliche
[1:01:45] Infektion. Auch das ist nicht der Fall,
[1:01:48] denn das Problem ist ja oder diese die Gefahr, die passieren
[1:01:51] kann bei einer Impfung ist ja, dass das Immunsystem
[1:01:53] fälschlicherweise den Körper angreift, das ist eigentlich die
[1:01:56] schlimmste Sache, die passieren kann und die Gefahr genau und
[1:02:00] die Gefahr dafür ist bei einer Impfung viel geringer, weil man
[1:02:03] ja die Antigene kennt und weil das vorher getestet wird, ob der
[1:02:06] Körper darauf reagiert, das heißt nicht, dass es in einer
[1:02:08] Person mit einer bestimmten Veranlagung vielleicht doch mal
[1:02:11] schief geht. Sehen kann, aber es ist sehr,
[1:02:12] sehr selten und bei einer natürlichen Infektion, da ist
[1:02:16] die Gefahr viel, viel größer. Also man glaubt ja, dass
[1:02:19] Autoimmunerkrankungen dadurch passieren, dass man irgendwie
[1:02:21] eine Kreuzreaktion hat gegen irgendeinen Krankheitserreger
[1:02:24] und dann dabei aus versehen was gegen den Körper losgeht und
[1:02:27] jede dauerhafte Infektion, jede lange Erkrankung, jede
[1:02:31] chronische Erkrankung hat ein viel höheres Risiko, dass sich
[1:02:34] eine chronische Entzündung entwickelt, dass eine
[1:02:36] Autoimmunerkrankung daraus hervorgeht, diese gefahren sind
[1:02:39] bei der natürlichen Infektion größer.
[1:02:41] Und auch diese Studien, dass was oder Studien gab es ja gar
[1:02:46] nicht, was behauptet wurde, dass es Autismus oder so verursacht,
[1:02:48] dass es ja alles widerlegt und RSV.
[1:02:51] Und Entschuldigung, wenn ich sagen darf Brambokokken RSV, was
[1:02:53] man im Alter auch machen sollte, auch da wenn ich halt ne
[1:02:57] wirklich schwere Infektion mit diesen Bakterien bekomme, hab
[1:03:00] ich viel mehr auch alterungsschübe und eventuell
[1:03:03] ist es noch nicht nachgewiesen aber auch n höheres Krebsrisiko.
[1:03:06] Ja, auf das Thema Hormone. Das finde ich jetzt sehr schön,
[1:03:08] dass wir das ansprechen, weil auch da ist es immer so, es wird
[1:03:11] ja von dann Östrogen oder so gesprochen und da ist es dann
[1:03:14] für mich auch mal schwierig, weil.
[1:03:16] Ist ja nicht automatisch die Hormonersatztherapie und das
[1:03:19] wird dabei immer so dasselbe Wort verwendet für alles und das
[1:03:22] Problem ist, dass Östrogen in der Krebsforschung als
[1:03:26] Krebsförderer gilt. Damit meint man aber das
[1:03:30] Östrogen, was in unserem Körper selber produziert wird und das
[1:03:34] weiß man recht sicher, weil man weiß, wenn man zum Beispiel die
[1:03:36] Eierstöcke entfernt, sinkt das Risiko für Brustkrebs, ich
[1:03:39] glaube 90%. Und zum Beispiel auch Frauen,
[1:03:43] die dieses familiäre Risikogen haben.
[1:03:45] Diese Braca, 12 Mutation, die haben ja dieses, das ist ein DNA
[1:03:49] reparaturenzym, was kaputt ist und dieses diesen Defekt haben
[1:03:53] sie ja in jeder Zelle ihres. Körpers.
[1:03:55] Und trotzdem erkranken sie erst nach 23 Jahrzehnten in Geweben,
[1:04:00] also nachdem diese in der Pubertät die Wirkung des
[1:04:03] Östrogen einsetzt, in Geweben, die Rezeptiv für diese
[1:04:07] wachstumsfördernde Wirkung des Östrogens sind und.
[1:04:10] Und dieses Östrogen, das spielt eine große Rolle und das können
[1:04:14] wir unser ganzes Leben beeinflussen.
[1:04:16] Bei Übergewicht haben wir mehr Östrogen, das hatten wir vorhin
[1:04:18] schon angesprochen, weil im Tedgewebe Östrogen produziert
[1:04:21] wird, Stress, Alkohol, all das kann Einfluss haben auf diese
[1:04:25] Östrogenlevel, und man weiß, dass sogar bei dieser familiären
[1:04:28] Form von Brustkrebs es eine Rolle spielt, ob ich
[1:04:31] normalgewichtig bin oder Sport gemacht habe, zumindest auf das
[1:04:35] Erkrankungsalter. Also es gibt eine große Studie
[1:04:37] in Science, die gezeigt hat, dass Frauen mit diesem Risiko
[1:04:40] gehen, die in der Kindheit sportlich aktiv waren und
[1:04:42] Normalgewichtig später erkranken, deutlich später also,
[1:04:45] das weiß man alles, und jetzt muss man sagen, wir haben ja
[1:04:49] jetzt ausführlich drüber gesprochen, wie langwierig
[1:04:52] dieser Prozess der Krebsentstehung ist, dass der
[1:04:54] viele Jahrzehnte abläuft. Und jetzt kommt es die Frage
[1:04:57] nach der humuneworks Therapie zu einem Zeitpunkt spät im Leben.
[1:05:01] Also das ist ja alles schon viel passiert, frage ich mich jetzt,
[1:05:04] ob eine niedrig dosierte Supplementierung von Östrogen
[1:05:08] ein großer Risikofaktor ist. Und das wurde natürlich
[1:05:11] ausgiebig untersucht und erforscht und das ein bisschen
[1:05:15] absurde an diesen Studien ist ja, dass.
[1:05:17] Muss man wieder dazu sagen. 2 Drittel der Frauen in der
[1:05:20] Menopause sind übergewichtig und man hat einfach gesehen, es gibt
[1:05:23] Studien, die wurden auch nach dem Body Maß Index kontrolliert,
[1:05:26] dass bei diesem hohen Body Maß Index kein Unterschied zu sehen
[1:05:30] ist im Krebsrisiko, weil einfach dieser Effekt durch das
[1:05:33] Übergewicht so viel größer ist, dass man da gar nichts messen
[1:05:35] kann bei sehr schlanken Frauen hat man einen ganz kleinen
[1:05:39] Effekt gesehen, aber der ist so klein, weil diese Frauen ja
[1:05:42] insgesamt ein sehr niedriges Krebsrisiko haben, das heißt
[1:05:46] aber nicht. Und das ist jetzt wieder ein
[1:05:48] anderes Thema. Man weiß auch, dass 75% der
[1:05:52] Brusttumore in der Menopause sind, Östrogenrezeptor positiv
[1:05:57] und die behandelt man mit so Anti östrogenen oder also sie
[1:06:02] heißen selektive Östrogenrezeptor Modulatoren ist
[1:06:05] ein furchtbarer Name, ich weiß, aber die Blocken eben diesen
[1:06:08] Östrogenweg, das ist Tamoxyfen Raloxyfen aromatase Inhibitoren.
[1:06:12] Und für diese Frauen ist es natürlich von Vorteil, diesen
[1:06:16] Signalweg zu blocken, weil wir im Moment auch kein anderes
[1:06:19] Medikament haben. Und deshalb muss man immer
[1:06:21] sagen, es ist eine Entscheidung, die muss man bei jeder Frau
[1:06:24] hatte, die eine Vorerkrankung ist eine genetische Veranlagung
[1:06:28] da, das sind alles fragen, die muss man berücksichtigen.
[1:06:30] Für jede andere Frau, die aber Sport macht und Normalgewichtig
[1:06:33] ist und vielleicht unter sehr starken Wechseljahresbeschwerden
[1:06:37] leidet, ja die Lebensqualität, das, das ist immer so was, was
[1:06:41] wir komplett ignorieren. Das ist aber nicht unwichtig,
[1:06:43] weil wenn ich mich so schlecht fühle, dass ich keinen Sport
[1:06:45] mache, mich gar nicht aufraffen kann zu der gesunden
[1:06:47] Lebensweise, dann ist es natürlich fatal und eine Sache,
[1:06:51] die ich immer interessant finde an den Hormonen oder an Östrogen
[1:06:55] ist. Dass Frauen ja ein sehr viel
[1:06:58] höheres Risiko auch haben für so empfindliche
[1:07:00] Autoimmunerkrankungen und so. Und man weiß also in der
[1:07:02] Immunologie, dass Östrogen ein sehr starkes Stimulanz für
[1:07:07] Immunantworten sein kann, und das ist so eine Frage, das ist
[1:07:10] jetzt nur eine Frage, eine Forschungsfrage, die ich so in
[1:07:12] den Raum werfe, also nichts, was gezeigt ist.
[1:07:15] Aber das frage ich mich immer, ob vielleicht dieses Östrogen
[1:07:18] auch vielleicht den positiven Effekt hat, dass es die
[1:07:20] Immunalterung. In einer Weise vorteilhaft
[1:07:23] beeinflusst und vielleicht kann man, wenn man diese Studien
[1:07:26] irgendwann mal machen würde. Ich finde, die sehr wichtig,
[1:07:28] sehen, dass es ist ja immer Gender, und
[1:07:31] geschlechterunterschiede sind ja auch gerade ein großes Thema,
[1:07:33] die sollen aber ja gar nicht nur dazu dienen, immer nur den
[1:07:36] Frauen zu helfen, was wäre denn, wenn man herausfindet, dass das
[1:07:39] Drogen. Immunzellen in einer Weise so
[1:07:41] positiv beeinflusst, dass man sagt, vielleicht kann man
[1:07:43] Immuntherapien besser machen bei Krebs, wenn man Östrogen dazu
[1:07:47] gibt oder so. Also ich glaube, man muss da
[1:07:49] einfach so ganz offen in der Denkweise sein, welche
[1:07:52] Forschungsfelder gibt es, wo habe ich vielleicht noch nicht
[1:07:54] hingeguckt, gucke ich auf die falschen Faktoren, das sind
[1:07:57] alles noch ganz interessante Fragen, aber zur
[1:07:59] Hormonersatztherapie, wer Beschwerden hat.
[1:08:03] Der braucht nicht zu meinen, dass diese niedrig dosierte
[1:08:07] Einnahme wird nicht den großen Faktor spielen, ne, also es kann
[1:08:11] sein, wenn ich wirklich einen noch nicht entdeckten
[1:08:13] östrogenrezeptor positiven Tumor habe.
[1:08:16] Das kann natürlich sein, aber für alle anderen, die ist es
[1:08:19] wichtig im Laufe des Lebens das Östrogen niedrig zu halten,
[1:08:23] Normalgewicht zu haben, Sport zu haben, kein Alkohol zu trinken
[1:08:26] und das was man dann ab 50 in niedriger Dosierung macht.
[1:08:31] Also ich denke, wenn ich Beschwerden habe, würde ich auch
[1:08:34] darüber nachdenken, ja. Ich habe jetzt nur noch 2
[1:08:36] Anmerkungen, weil wir schaffen es einfach nicht, alles
[1:08:39] unterzubringen. Aus den Podcasts, den vielen,
[1:08:41] die ich vorher aufgezeichnet habe und da bin ich aus diesen
[1:08:44] Informationen ganz, ganz nahe bei dir.
[1:08:46] Das eine ist hormonersatztherapie Professor
[1:08:49] Petra Stute, neueste Studienlage sagt eine reine Östrogen
[1:08:53] Ersatztherapie. Hat überhaupt gar keinen Effekt
[1:08:56] in Richtung Krebsgefahr oder Risiko mit Progesteron
[1:09:01] kombiniert ein ganz kleines. Wenn man das aber eben anschaut
[1:09:06] im Vergleich zu dem, was eine Hormonersatztherapie an
[1:09:09] positiven Effekten nachweislich hat, und da gehört heute schon.
[1:09:14] Nachweislich eine Stärkung des Immunsystems nicht in Richtung
[1:09:18] Autoimmun, sondern wirklich Stärkung des Immunsystems, dazu
[1:09:22] aber auch Prophylaxe, Herz, Kreislauf, Erkrankungen und noch
[1:09:25] vieles andere mehr. Das ist etwas, was ich sehr,
[1:09:29] sehr gerne immer in die Öffentlichkeit puste, weil viele
[1:09:31] Frauen so verunsichert sind, was wir nicht besprochen haben, das
[1:09:35] ist sehr, sehr viel. Ich find zum Beispiel das Thema
[1:09:37] Wachstumshormon wahnsinnig interessant, weil das ja viele.
[1:09:40] Jetzt schon experimentell nehmen, um ihre Thymusdrüse zu
[1:09:45] recovern, die ja mit dem ab dem 15 Lebensjahr schon abbaut und
[1:09:49] dann leider unsere t Zellen nicht mehr richtig programmieren
[1:09:53] und vieles andere mehr. Das müssten wir dann noch mal
[1:09:55] aufgreifen, natürlich. Die ganze Genehmigung, muss man
[1:09:58] sagen, dieses Growth Hormon, das wird ja in Studien dann aber
[1:10:01] zusammen mit Methormin genommen, weil wenn ich nur
[1:10:03] Wachstumshormone nehme, steigt wieder das Diabetesrisiko.
[1:10:06] Also sowas ist alles sehr komplex, ich würde da.
[1:10:09] Das ist die. Trimmstudie.
[1:10:10] Nicht auf eigene Faust. Genau, manche machen es halt.
[1:10:14] Ja, das wird ja im Augenblick nach wie vor über diese Trimm,
[1:10:18] ich weiß nicht die wievielte das jetzt schon ist, untersucht,
[1:10:21] aber das finde ich eben auch wichtig, dass man weiß, das
[1:10:23] Wachstumshormon führt eben zu einer beschleunigten Zellteilung
[1:10:27] und da muss man halt gucken. Und Wachstumshormonen kann man
[1:10:30] sich auch ganz einfach selber machen, wenn man mal seine
[1:10:32] Muskeln benutzt, weil Kraft. Und früh ins Bett geht.
[1:10:35] Krafttraining induziert Wachstumshormonen.
[1:10:37] Dann brauche ich auch kein Diabetesmittel daneben.
[1:10:39] Weil der Vorteil beim Krafttraining ja ist, dass
[1:10:42] gleichzeitig auch die Zuckerrezeptoren auf den
[1:10:43] Muskelzellen zunehmen und der Zucker mehr aus dem Blut
[1:10:46] rausgeholt wird. Also jedes Krafttraining ist
[1:10:48] besser als der Kombi aus Wachstumshormonen und allen
[1:10:51] anderen Medikamenten. Also, liebe Leute, das ist jetzt
[1:10:54] wirklich ein Crashkurs in Molekularbiologie gewesen,
[1:10:58] inklusive Krebskunde und ich bedanke mich wirklich sehr,
[1:11:01] sehr, sehr, dass wir so tief einsteigen durften und ich finde
[1:11:04] es auch sehr. Das Thema Krebs kursiert überall
[1:11:07] und mal wirklich tief reingehen ist einfach gut und macht Sinn
[1:11:11] und das mit so einem Profi ist ein ganz großes Vergnügen und
[1:11:14] wir werden du hast mir eine tolle Liste geschickt der
[1:11:18] angebotenen Früherkennungsmöglichkeiten die
[1:11:20] heute schon. Leitlinie sind und bezahlt
[1:11:23] werden von den gesetzlichen Krankenversicherern.
[1:11:25] Die werden wir in die Show Notes setzen auf jeden Fall.
[1:11:29] Ich bedanke mich in aller Form, möchte noch einen ganz kurzen
[1:11:32] Hinweis anschließen, nämlich auf mein nächstes Buch, das am 18
[1:11:36] August erscheint. Ich habe irgendwie am 24 August
[1:11:39] Geburtstag und dieses Buch heißt alles wird gut, aber nicht von
[1:11:44] alleine 70. Erfahrungen und Erkenntnisse für
[1:11:50] ein gesundes, langes Leben. Komisch, wie kommt diese Zahl
[1:11:54] zustande, frage ich mich selber auch immer.
[1:11:56] Also ich gebe einen kleinen Rückblick auf die 10 Jahre, die
[1:11:59] ich mich intensivst mit dem Thema beschäftige, eigentlich
[1:12:03] schon länger, aber intensivst seit 10 Jahren und das in
[1:12:07] kleinen Häppchen, kleinen Abschnitten, sehr persönlich.
[1:12:12] Also das ist kein Lehrbuch, sondern es ist eher ein Buch zum
[1:12:16] Durchblättern und ein bisschen zur Unterhaltung, aber auch
[1:12:19] durchaus zum Lernen. Tja, also 18 August würde mich
[1:12:23] freuen, wenn ihr dabei seid, dieses Buch Lust habt zu lesen.
[1:12:28] Und ich bedanke mich bei einer unglaublich kenntnisreichen
[1:12:32] Molekularbiologin, die zum Thema Krebsentstehung promoviert hat
[1:12:37] und heute am Thema Krebs und Altern forscht, nämlich Dr.
[1:12:43] Hannah Heikenwälder von der Uni Tübingen.
[1:12:46] Vielen, vielen Dank. Vielen, vielen Dank, Liebe Nina,
[1:12:48] für das tolle Gespräch. Alles wird gut, aber nicht von
[1:12:52] alleine. Danke fürs zuhören, ich hoffe
[1:12:55] diese Folge hat dir gefallen. Weitere Informationen findest du
[1:12:58] wie immer in den Shownotes. Wenn du etwas in dieser Folge
[1:13:02] gelernt hast und diesen Podcast unterstützen möchtest, würde ich
[1:13:06] mich über eine Bewertung freuen. Damit hilfst du mir und anderen
[1:13:10] Zuhörern, dass dieser Podcast und seine Inhalte leichter
[1:13:13] gefunden werden. Besuch mich auch auf meinen
[1:13:16] anderen Kanälen bei Instagram, tik tok, Facebook oder youtube
[1:13:22] ich freue mich immer über Feedback und weitere Fragen von
[1:13:26] dir. Alles wird gut, aber nicht von
[1:13:30] alleine.

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