# 75 % der Deutschen versagen bei Gesundheitswissen | Nina Ruge & Prof. Orkan Okan

An episode of [staYoung - Der Longevity-Podcast](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1729988637), 20 Mar 2026, 1 h 02 min.

Audio: https://traffic.megaphone.fm/APO8252110384.mp3

In dieser Folge spreche ich mit Prof. Orkan Okan, Professor für Gesundheitskompetenz an der TU München und Leiter des Health Literacy Labs sowie des WHO-Kollaborationszentrums für Health Literacy, über ein Thema, das uns alle betrifft: Wie gut können wir eigentlich mit Gesundheitsinformationen umgehen? Die Antwort ist erschreckend – denn Studien zeigen, dass bis zu 75 Prozent der Erwachsenen in Deutschland eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz haben. Professor Okan erklärt, warum das nicht nur eine Frage persönlicher Bildung ist, sondern auch der Strukturen, in denen wir leben. Wir sprechen über die dramatischen Zahlen zur psychischen Gesundheitskompetenz, darüber, warum Emotionen oft stärker wirken als Evidenz, und was wir von Ländern wie Finnland lernen können. Besonders spannend: Welche Rolle können KI und Large Language Models künftig spielen, um unsere Gesundheitskompetenz zu stärken? Ein Gespräch, das zeigt, wie dringend wir in Bildung investieren müssen – von der Kita bis ins hohe Alter. In dieser Folge sprechen wir u.a. über folgende Themen: • Warum haben 8 von 10 Erwachsenen in Deutschland eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz? • Was genau bedeutet Health Literacy und wie wird sie wissenschaftlich gemessen? • Wie hängen Gesundheitskompetenz und tatsächliche Gesundheit zusammen? • Warum war die Gesundheitskompetenz während der Covid-19-Pandemie plötzlich höher? • Weshalb wirken Emotionen bei Gesundheitsentscheidungen stärker als wissenschaftliche Evidenz? • Was macht Finnland bei der Gesundheitsbildung besser als Deutschland? • Wie beeinflusst der sozioökonomische Status die Gesundheitskompetenz von Kindern? • Warum haben 42 Prozent der Lehrkräfte selbst eine geringe digitale Gesundheitskompetenz? • Wie können Schulen Gesundheitskompetenz über den Medienkompetenzrahmen fördern? • Was richten sogenannte Junkfluencer bei Kindern und Jugendlichen an? • Welche Rolle können KI und Large Language Models für die Gesundheitskompetenz spielen? Weitere Informationen zu Prof. Orkan Okan findest du hier: • https://www.hs.mh.tum.de/healthliteracy/startseite/ • linkedin.com/in/orkan-okan-7979a1b0 • Gesundheitskompetenz: Links zu den praktischen Materialien: • Toolbox Gesundheitskompetenz für Schulen: https://www.hs.mh.tum.de/fileadmin/w00bbr/healthliteracy/pdf/Toolbox_Unterrichtsmaterial.pdfMaterialsammlung • Gesundheitskompetenz:https://www.hs.mh.tum.de/fileadmin/w00bbr/healthliteracy/pdf/Materialsammlung__GeKoOrg-Schule__v2.pdfUnterrichtsprogramm psychische • Gesundheit: https://www.hs.mh.tum.de/fileadmin/w00bbr/healthliteracy/pdf/Handbuch_Unterrichtsprogramm_IMPRES_2020.pdfLeitfaden • Gesundheitskompetente Schule: https://www.hs.mh.tum.de/fileadmin/w00bbr/healthliteracy/_my_direct_uploads/Leitfaden_Gesundheitskompetente_Schule__GeKoOrg-Schule_.pdf Leitfaden • Gesundheitskompetente KiTa: https://www.hs.mh.tum.de/healthliteracy/forschung/gekoregio-bayern/materialien/leitfaden/Hier das Transferkonzept dazu: https://www.hs.mh.tum.de/healthliteracy/forschung/gekoregio-bayern/materialien/transferkonzept/ • Clever Gesund: https://www.hs.mh.tum.de/healthliteracy/forschung/health-promotion-academy/https://www.helmholtz-munich.de/transfer/health-promotion-academyhttps://www.clever-gesund-info.de/ • Durchblickt Digital Gesundheitskompetenz in der Schule: https://www.hs.mh.tum.de/healthliteracy/forschung/durchblickt/https://www.durch-blickt.de/# Du interessierst dich für Gesunde Langlebigkeit (Longevity) und möchtest ein Leben lang gesund und fit bleiben, dann folge mir auch auf den sozialen Kanälen bei Instagram, TikTok, Facebook oder YouTube. https://www.instagram.com/nina.ruge.official https://www.tiktok.com/@nina.ruge.official https://www.facebook.com/NinaRugeOffiziell https://www.youtube.com/channel/UCOe2d1hLARB60z2hg039l9g Disclaimer: Ich bin keine Ärztin und meine Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deinen Arzt/deine Ärztin. STY-261

## Transcript

[0:04] Willkommen bei Serjang Wissen ist nicht nur macht, sondern
[0:09] auch Gesundheit. Das klingt zwar ein bisschen
[0:11] abstrakt, bestimmt aber unser Leben, denn Kinder und
[0:15] Jugendliche, die kaum etwas wissen über Gesundheit und was
[0:18] wir dafür tun können, um sie zu erhalten, die erkranken zum
[0:20] Beispiel deutlich häufiger an Adipositas.
[0:23] Als solche, die Ahnung von gesunder oder schädlicher
[0:27] Ernährung haben. Oder wer etwas weiß über
[0:29] psychische Gesundheit, der fühlt sich selbst häufig mental gesund
[0:33] und erholt sich halt im Falle einer Gefährdung frühzeitig.
[0:36] Hilfe vom Profi während sich Menschen, die keine Ahnung haben
[0:39] von Depression, Angststörungen et cetera, öfter sich psychisch
[0:44] schlecht fühlen, er hat das alles unter die Lupe der
[0:48] Forschung genommen, er forscht als einer der wenigen
[0:50] Wissenschaftler in Europa. Über Health Literacy ist
[0:55] Professor für Gesundheitskompetenz an der TU
[0:58] München, leitet dort das neue Health Literacy Lab sowie das
[1:02] Kollaborationszentrum für Health Literacy der
[1:06] Weltgesundheitsorganisation WHO. Professor Orkan Okan, Willkommen
[1:12] bei Stay Young. Morgen Frau Ruge, ganz lieben
[1:14] Dank für die Einladung. Ich freue mich total, heute über
[1:17] Gesundheitskompetenz sprechen zu können.
[1:19] Besonders wie es um die in Deutschland steht.
[1:22] Wir haben also jetzt ne neue Vokabel gelernt.
[1:24] Health Literacy heißt Gesundheitskompetenz, und um die
[1:29] stets grottenschlecht, besonders in unserem Land, auch in
[1:33] Österreich, in der Schweiz et cetera, aber diejenigen, die uns
[1:36] jetzt zuhören, die es der Young kennen und mögen, die gehören
[1:41] gleich zu den wenigen Menschen mit hoher Gesundheitskompetenz.
[1:46] Oh, wenn die an den Untersuchungen teilgenommen
[1:50] haben und gut abgeschnitten haben, dann gehören sie
[1:52] sicherlich zu den Menschen mit hoher Gesundheitskompetenz.
[1:56] Ansonsten haben wir natürlich vollkommen recht,
[1:57] Gesundheitskompetenz oder Health Securcy die Fähigkeit zum Umgang
[2:01] mit Informationen, um die steht es nicht ganz so gut, weder bei
[2:06] uns noch in anderen europäischen Ländern, das zeigen
[2:09] unterschiedliche Untersuchungen, die wir durchgeführt haben, die
[2:12] Kolleginnen und Kollegen. In den letzten 10 Jahren immer
[2:15] einen regelmäßigen Turnus durchführen und hier müssen wir,
[2:18] glaube ich, unbedingt aus Sicht der öffentlichen Gesundheit
[2:22] investieren, um die Gesundheitskompetenz der
[2:24] Bevölkerung zu stärken. So, ich denke jetzt mal, dass
[2:28] alle, die uns zuhören und zuschauen, die sind ja öfter die
[2:32] meisten von denen dabei und investieren eine Stunde ihres
[2:35] Lebens, um tief in Präventionsthemen zu.
[2:39] Einzusteigen und sich darüber zu informieren.
[2:41] Ich geh jetzt mal davon aus, die haben schon mal ne sehr gute
[2:44] Gesundheitskompetenz, aber das ist natürlich nicht
[2:46] wissenschaftlich belegt, sondern das ist jetzt mal meine
[2:49] Vermutung, also wie arbeiten sie, das müssen wir kurz und für
[2:53] wen arbeiten sie, das müssen wir kurz klären, Sie bringen Herr
[2:55] Licht in dieses bisher nicht wirklich beforschte Feld, sind
[2:57] ja einer der ersten in Europa, für wen arbeiten sie eigentlich
[3:02] mit ihrem Team? Für wen erstellen Sie Studien
[3:05] zur Gesundheitskompetenz, auch international?
[3:09] Mhm, also es gibt natürlich mittlerweile einige Forschende
[3:14] zum Thema Health Citracy in jedem Land in Europa finden sich
[3:18] gut ein Dutzend oder mehr, die sich des Themas mittlerweile
[3:22] angenommen haben. Das war vor 10 Jahren sicherlich
[3:24] noch nicht so, da war das Thema noch relativ neu hier in Europa
[3:28] und wir forschen natürlich für die Öffentlichkeit natürlich,
[3:32] wir wollen Licht ins Dunkel bringen, wollen
[3:35] Evidenzerkenntnisse zu einem neuen Thema generieren.
[3:38] Und führt Umfragen durch, etwa bei Kindern, Jugendlichen, bei
[3:42] erwachsenen, Lehrkräften, schulpersonal, Kita, Personal,
[3:46] anderen Fachkräften in Krankenhäusern.
[3:48] Eigentlich überall dort, wo Gesundheitskompetenz wichtig
[3:51] sein könnte. Versuchen wir einmal genauer
[3:54] hinzuschauen, um dann Informationen, wissen,
[3:58] Erkenntnisse zu generieren, mit denen wir dann Prävention und
[4:01] öffentliche Gesundheit hier in Deutschland, aber auch darüber
[4:04] hinaus verbessern können. Genau darüber wollen wir reden.
[4:07] Denn das Ziel ist ja, mit dem Wissen über Gesundheitskompetenz
[4:12] ist verbunden, dass die Menschen gesünder sind.
[4:15] Ist das so in den Ländern mit hoher Gesundheitskompetenz, sind
[4:17] die Bürger gesünder? Also die Studien eigentlich
[4:22] alle, egal wo sie durchgeführt wurden, wann sie durchgeführt
[4:25] wurden, in welchen Zielgruppen, mit welcher Methodik zeigen,
[4:29] dass es diese Assoziation gibt. Das heißt, wenn die.
[4:32] Wenn eine Person eine höhere Gesundheitskompetenz hat, ist
[4:35] die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person auch ein besseres
[4:38] Gesundheitsverhalten zeigt, dadurch bessere gesundheitliche
[4:41] Ergebnisse erzielt, also n besseren Gesundheits status
[4:44] erreicht, höher ne. Also da sehen wir diese
[4:47] Assoziation. Man muss jetzt aber auch sagen,
[4:50] dass diese Erkenntnisse bisher im Rahmen von
[4:53] Querschnitterhebungen generiert wurden, ja, in den letzten 2025
[4:56] Jahren weltweit. Das heißt einmalige
[5:00] Messzeitpunkte, um jetzt wirkliche Zusammenhänge
[5:04] untersuchen zu können, müssten wir Studien über längere
[5:08] Zeiträume wiederholen, idealerweise sogar im Rahmen von
[5:11] Interventionsstudien. Aber wir sehen erst einmal die
[5:14] Assoziation, und die sehen wir über alle Studien hinweg.
[5:18] Irgendwie auch logisch, ne wenn man was weiß über Ernährung und
[5:20] über Sport et cetera, dann ist die Wahrscheinlichkeit ein
[5:23] Herzinfarkt zu kriegen wahrscheinlich ein bisschen
[5:26] geringer. Gucken wir aber mal die Zahlen
[5:29] an. Ich glaube, es ist schon
[5:30] spannend zu wissen, wie stehen wir denn da in Deutschland, zum
[5:35] Beispiel in Österreich und der Schweiz.
[5:37] Zahlen und Fakten zur Gesundheitskompetenz der
[5:40] gesamten Bevölkerung bitte Deutschland erstmal wie
[5:44] schlecht, wie gut sind wir. Genau.
[5:46] Wir haben jetzt kürzlich, es ist noch ist noch keine 2 Jahre her,
[5:51] haben wir eine bundesweit repräsentative Erhebung
[5:53] durchgeführt zur Gesundheitskompetenz, also zur
[5:56] allgemeinen Gesundheitskompetenz, zur
[5:57] psychischen Gesundheitskompetenz.
[5:59] Hinter unserer Studie konnten wir herausfinden, dass ungefähr
[6:03] im Schnitt 8 von 10 Erwachsene Probleme mit ihrer
[6:06] Gesundheitskompetenz haben, 75% ungefähr für die allgemeine
[6:10] Gesundheitskompetenz. Bei der psychischen
[6:12] Gesundheitskompetenz sieht es noch viel schlimmer aus.
[6:15] Da haben 9 von den Erwachsenen eine geringe psychische
[6:18] Gesundheitskompetenz, das heißt, der Umgang mit Informationen zur
[6:23] allgemeinen körperlichen Gesundheit oder zur psychischen
[6:26] Gesundheit oder die Inanspruchnahme von
[6:29] Dienstleistungen in diesen Bereichen fällt den Menschen
[6:32] schwer. Das sind unsere
[6:34] Studienergebnisse. Natürlich gibt es auch noch
[6:35] andere Studien. Es gibt die internationale
[6:38] Vergleichsstudie der WHO, an der Deutschland auch teilnimmt.
[6:42] Da wurden letztes Jahr Daten veröffentlicht, da kommt man auf
[6:45] einen Schnitt von, ich glaub zwischen 55 und 60%, also 5 bis
[6:50] 6 von 10 Erwachsenen mit einer geringen Gesundheitskompetenz.
[6:54] Und ähnlich sieht es auch in vielen anderen Ländern aus, also
[6:57] hier in Europa bei unseren Nachbarn, definitiv Österreich
[7:00] und in der Schweiz, aber auch im Rest der Welt.
[7:02] Ja, um die Gesundheitskompetenz steht es einfach nicht gut und
[7:06] wir müssen hier viel, viel, viel, viel mehr im Rahmen von
[7:09] Public Health und öffentlicher Gesundheit investieren, um
[7:13] meiner Meinung nach relativ früh schon die Gesundheitskompetenz
[7:17] zu fördern. Jetzt fragen sich natürlich
[7:20] alle, die Zuhören und zuschauen. Na ja, wie steht das denn mit
[7:23] mir? Habe ich denn eine gute
[7:24] Gesundheitskompetenz, wie wie können Sie das denn so genau
[7:29] festmachen? Haben sie mess Einheiten wie was
[7:34] wissen die über Ernährung, was wissen die über Impfungen, was
[7:36] wissen die über wie wichtig Bewegung ist oder Mundhygiene
[7:42] wie wie messen Sie das? Genau also in der
[7:45] Gesundheitskompetenz messen wir eigentlich kein Wissen, wissen
[7:49] verstehen wir als ein eigenes Konstrukt und wir verstehen die
[7:54] Prävention oder die öffentliche Gesundheit praktisch als einen
[7:58] Werkzeugkasten und in diesem Werkzeugkasten sind
[8:00] unterschiedliche Werkzeuge, sprich Konzepte da drinne.
[8:03] Ein Werkzeug kann zum Beispiel wissen sein, ein anderes Können
[8:05] lebenskompetenzen, das Gesundheitsverhalten sein,
[8:08] Resilienz, coping und ein neues Werkzeug in diesem
[8:12] Werkzeugkasten. Stellt die Gesundheitskompetenz
[8:14] dar. Wie gesagt, da geht es um den
[8:16] Umgang mit Informationen zur Gesundheit und es gibt
[8:19] unterschiedliche Messverfahren, wie wir die Gesundheitskompetenz
[8:22] diagnostizieren können. Wir sprechen dann auch nicht von
[8:25] guter oder schlechter Gesundheitskompetenz, sondern
[8:27] wir bilden Kategorien in Form von hohe Gesundheitskompetenz,
[8:33] niedrige Gesundheitskompetenz, mittlere Gesundheitskompetenz,
[8:36] es gibt verschiedene Abstufungen je nach Studie und
[8:39] Messinstrument. Und in den letzten Jahren hat
[8:42] sich zumindest hier bei uns in Europa etabliert, dass wir
[8:44] sogenannte Selbstbericht Fragebögen verwenden, um die
[8:48] Gesundheitskompetenz zu diagnostizieren.
[8:50] Das heißt, wir stellen den Probanden bei der Befragung eine
[8:54] Frage, beginnt mit wie einfach oder schwierig ist es für sie,
[8:58] auf einer Skala von. Sehr einfach bis sehr schwierig.
[9:01] Informationen zum Beispiel zum Impfen zu finden.
[9:05] Die Person überlegt dann kurz, erinnert sich vielleicht das
[9:08] letzte Mal, dass ich danach gesucht hab, wie einfach oder
[9:10] schwierig war das, welche Herausforderungen sind mir
[9:13] begegnet und gibt dann eine Antwort, eben auf dieser Skala
[9:17] und sehr einfach bis sehr schwierig, und jetzt sagen wir
[9:19] mal, die Person sagt, das war sehr schwierig und in dem
[9:21] Fragebogen sind zum Beispiel 12 oder 20 oder 47 Fragen, dann
[9:27] werden diese Antworten addiert für sehr.
[9:29] Schwierig gibt es nur einen Punkt für sehr einfach gibt es 4
[9:32] Punkte und je häufiger der Proband oder die Probandin mit
[9:37] sehr einfach antwortet, desto höher ist dann die Punktzahl,
[9:39] desto höher ist dann am Ende die Gesundheitskompetenz und ich
[9:43] glaube hier ist das vielleicht noch mal ganz wichtig zu sagen,
[9:46] wenn wir auf diese Weise messen mit dem Selbstbericht, dann
[9:51] versuchen wir das Gesundheitskompetenzkonzept, das
[9:54] dahinter liegt, abzubilden und dass Gesundheitskompetenz.
[9:58] Konzept dahinter ist keinesfalls ausschließlich ein
[10:01] Kompetenzmodell. Wir nennen es zwar im deutschen
[10:03] Gesundheitskompetenz, aber im Englischen, und das haben sie ja
[10:06] ganz zu Beginn gesagt, heißt das Health Literacy und Literacy ist
[10:10] nicht gleich Kompetenz und im Englischen.
[10:12] Ist dann irgendwann einmal das Konzept des der relationalen
[10:16] Gesundheitskompetenz entstanden? Das heißt, man schaut sich die
[10:19] persönlichen Kompetenzen in Relation zu den
[10:22] Herausforderungen an, zum Beispiel, wenn man sich
[10:25] Informationen versucht zu beschaffen, wenn man versucht,
[10:27] gesundheitliche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, und
[10:30] hiermit zollt man dem Tribut, dass wir mittlerweile wissen,
[10:33] dass das Individuum seine Kompetenzen.
[10:36] Ihr Verhalten nicht ausschließlich ausreichen, um
[10:40] die eigene Gesundheit zu fördern, sondern der Mensch ist
[10:43] eingebettet in die sozialen Rahmenbedingungen.
[10:44] Es gibt die sogenannten Determinanten von Gesundheit,
[10:47] die versuchen wir über die Verhältnisprävention zu
[10:50] adressieren, und diese interagieren mit der
[10:53] persönlichen Kompetenz und man muss jetzt das Wechselspiel
[10:57] zwischen diesen beiden. Dimensionen berücksichtigen und
[11:00] wenn wir mit unserem Fragebogen so eine Frage stellen wie, wie
[11:03] einfach oder sehr schwierig ist das für sie und wir bekommen
[11:06] dann die Antwort, Oh, es ist sehr schwierig, dann kann es
[11:09] sein, dass die Person damit ausdrücken möchte, meine eigenen
[11:14] Kompetenzen reichen nicht aus, oder?
[11:17] Die Person sagt, eigentlich reichen meine Kompetenzen aus,
[11:20] aber als ich versucht habe, mir Informationen zum Impfen
[11:23] beispielsweise zu verschaffen, habe ich festgestellt, dass
[11:26] Internet oder mein Freundeskreis oder die Fachkräfte, die geben
[11:31] mir so viele unterschiedliche, widersprüchliche Aussagen, dass
[11:33] das für mich schwer war, genau diese Antwort zu finden, die ich
[11:37] gesucht habe. Das heißt, wenn Sie über unsere
[11:39] Gesundheitskompetenz in unseren Studien lesen?
[11:42] Dann ist das eigentlich ein Indikator, der immer 2
[11:45] Botschaften mit sich trägt. Die Kompetenz kann schwierig
[11:49] sein oder gut oder das System, die Dienstleistungen oder der
[11:53] Aufbau, wie wir zum Beispiel an Gesundheitsinformationen kommen,
[11:57] kann herausfordernd sein und die Implikationen daraus sind dann,
[12:00] wir müssen noch mal näher. Näher hinschauen.
[12:04] Wir müssen es uns näher betrachten, wo jetzt genau das
[12:06] Problem liegt, um dann Erkenntnisse für Intervention,
[12:09] für die Förderung, also für die Beseitigung des Problems zu
[12:12] bekommen. Ich hoffe, ich konnte das jetzt
[12:14] einmal beschreiben, wir betreiben praktisch
[12:16] Grundlagenforschung zu dem neuen Konzept, um erstmal zu zeigen,
[12:20] scheinbar liegt da ein Problem vor, welches Problem das jetzt
[12:24] genau ist. Das müssen wir näher
[12:26] untersuchen. Ich, also ich versuch das jetzt
[12:30] mal ganz praktisch runter zu brechen.
[12:32] Wenn es zum Beispiel darum geht, nehmen wir das, nehmen wir das
[12:35] Impfen. Wir haben jetzt Grippewelle und
[12:40] es ganz viele, gibt es, die sagen, ich will mich nicht
[12:43] impfen lassen, dann gibt es unheimlich emotionale
[12:45] Reaktionen, ist auch gut so, impfen ist gefährlich und impfen
[12:49] sollte man nicht et cetera, und dann sagen sich Menschen mit ein
[12:53] bisschen Grips im Kopf, die sagen, dann lass mich doch mal
[12:55] eine unabhängige Quelle ganz nüchtern betrachten.
[12:58] Pro und Kontra diese Nebenwirkungen wie schrecklich
[13:02] sind die eigentlich und wie Schutzeffekte wie umfassend
[13:05] können die mich auch langfristig dann vor Herzbeutelentzündung
[13:10] und Herzmuskeln zum sonstigen Schützen?
[13:13] Also an diese Informationen so zu kommen, dass ich denen auch
[13:17] glauben kann, dass ich wirklich mich orientieren kann und ich
[13:21] weiß, ich hab das für mich ordentlich gefunden so.
[13:26] Das ist die Gesundheitskompetenz.
[13:29] Und sie sagen ja, das hängt von dem System ab.
[13:32] Was wird mir angeboten und von meiner auch letztlich Motivation
[13:39] und Intelligenz, mich mit dem überhaupt auseinanderzusetzen.
[13:43] So also die beiden Sachen betrachten wir, also es ist ein
[13:46] bisschen abstrakt, aber ich finde es total spannend, weil es
[13:49] ja ein Zugang ist für eine. Breite Bevölkerung, die immer
[13:55] gesünder wird, hoffentlich also immer weniger Alterskrankheiten
[13:59] entwickelt, weil sie sich kompetent fühlen, die richtigen
[14:01] Informationen zu finden. In Deutschland ist also die
[14:05] Gesundheitskompetenz niedrig, 75% haben eine niedrige
[14:11] Gesundheitskompetenz, heißt das jetzt, dass die Angebote, die
[14:14] die Menschen bekommen, in der Aufklärung Impfung schlecht
[14:19] sind? Oder heißt es, dass die
[14:21] Motivation und wirklich nüchtern nach Informationen zu fragen und
[14:25] zu forschen gar nicht hoch ist, sondern dass man schnell
[14:28] irgendwelchen Shitstorms und irgendwelchen
[14:32] Internetangstmachern auf den Leim geht und sich nicht
[14:36] kritisch dem stellt, also dass dann die Personen einfach
[14:40] unkritisch durch die Gegend laufen?
[14:43] Lange Frage. Ja, weil sehr gute Frage.
[14:45] Und ohne jetzt diese ganz konkrete Frage untersucht zu
[14:48] haben, würde ich sagen, beides trifft zu.
[14:50] Es gibt sicherlich diejenigen Menschen mit einer hohen
[14:52] Kompetenz, die das gute Informationsangebot, das es ja
[14:56] gibt, auch finden und entsprechend in informierte
[15:00] Entscheidungen umsetzen, dann gibt es sicherlich diejenigen
[15:03] Menschen, die eine hohe Kompetenz haben, aber vielleicht
[15:05] das Angebot nicht finden, dann gibt es wahrscheinlich
[15:08] diejenigen, die eine niedrige Gesundheitskompetenz haben, aber
[15:11] trotzdem sich zum guten Angebot stolpern oder eben zum.
[15:14] Schlechten Angebot stolpern, das meinte ich mit Wir führen
[15:17] Querschnittserhebung durch und eigentlich müssten wir jetzt im
[15:20] nächsten Schritt weiter schauen. Praktischer.
[15:24] Woran liegt es denn und sie haben in der Hinleitung zu ihrer
[15:28] Frage des des Wort Emotionen in den Mund genommen und ich
[15:33] glaube. Emotion, Motivation und ich
[15:37] glaube, dass Evidenz die evidenzbasierte Information ist,
[15:41] die eine Sache. Aber wir wissen bei den Menschen
[15:44] wirken Emotionen häufig stärker als die reine Evidenz selbst.
[15:49] Das heißt, wenn Sie jetzt Menschen haben, die in
[15:52] bestimmten Bubbles leben, wir in der Forschung sagen dazu
[15:55] informationsökosysteme, dann dort dann vielleicht die
[15:58] vorherrschenden Meinungen sehr, sehr schwer nur zu durchbrechen
[16:02] sind, mit Empirie, mit Evidenz, das.
[16:05] Das heißt, wenn man schon bestimmte gefestigte Ansichten
[16:08] hat, zum Beispiel wie das Impfen ist schlecht, und es hat viele
[16:12] Nebenwirkungen und vielleicht noch mit mit, mit einem
[16:16] verschwörungstheoretischen Ton hinterlegt, dann wird es
[16:19] schwierig sein, dieser Person mit Empirie und Evidenz, wenn
[16:24] diese Person mit Empirie und Evidenz davon zu überzeugen.
[16:27] Das Impfen vielleicht doch nicht so schädlich ist wie
[16:31] beispielsweise die Information in dem eigenen, in der eigenen
[16:34] Bubble es einem weismachen wollen.
[16:36] Also sie sehen also unterschiedliche.
[16:39] Dieser Faktoren wirken gleichzeitig, greifen
[16:42] gleichzeitig ineinander und um das weiter zu erforschen, ist es
[16:45] zwingend notwendig, dass vielmehr in die
[16:47] Gesundheitskompetenz Forschung investiert wird, damit wir eben
[16:51] auch genau in diesen Feldern neue Erkenntnisse generieren
[16:55] können und praktische Lösungen anzubieten, dass, wenn wir
[16:58] beispielsweise noch mal in eine Pandemie schlitzern oder in
[17:01] irgendein andere, in irgendeine andere gesundheitliche
[17:03] Notfallsituation, dass dann Menschen mehr die Empirie, die
[17:07] Evidenz benutzen. Das eben rein nur auf
[17:10] emotionaler Basis aus dem Bauch heraus Entscheidungen zu
[17:14] treffen, weil um einen herum in der Bubble alle das so sehen.
[17:20] Kleine Überraschung, nämlich eine kurze Unterbrechung in
[17:23] eigener Sache. Unser Podcast hat ja 10 Tausende
[17:26] Zuhörerinnen und Zuhörer, aber nur etwa 30% haben ihn
[17:31] abonniert. Mit deinem kostenlosen Abo auf
[17:34] dieser Plattform hilft sie ja mit, dass noch mehr Menschen
[17:37] unsere Experten Gespräche hören können.
[17:39] Also ich verspreche dir, alles dafür zu tun, dass dieser
[17:42] Podcast noch besser wird und die auch in Zukunft noch mehr mehr
[17:45] wert bietet. Abonnier bitte vielen Dank für
[17:49] deine Unterstützung und jetzt weiter in der Folge.
[17:56] Was heißt denn das konkret? Sie werden jetzt, weil sie
[17:58] grundlagenforscher sind, von mir immer wieder diese Frage in den
[18:01] nächsten Minuten hören, was heißt denn das konkret, nehmen
[18:04] wir das Robert Koch Institut ja, wenn Sie sagen, es geht den
[18:08] Menschen schon darum, also die, die sich außerhalb der Bubble
[18:13] bewegen wollen, und es gibt ja ganz viele, die nur glauben
[18:15] wollen, und die erreicht man überhaupt nicht mit nüchterner
[18:18] Information, das haben sie ja gerade gesagt, aber es gibt auch
[18:21] viele, die sagen, wo kriege ich denn nun gute Informationen her.
[18:26] Die haben dann schon eine gewisse Gesundheitskompetenz,
[18:28] weil sie Glaubensfragen in Frage stellen und dann um die
[18:33] Gesundheitskompetenz in Deutschland zu erhöhen, müsste
[18:36] man dann dem Robert Koch Institut das eben ganz klare,
[18:40] evidenzbasierte Informationen zum Thema Impfen liefert, müsste
[18:44] das eine größere Kompetenz, oder sagen wir mal einfach eine
[18:49] bessere Presseabteilung. Und müsste, müsste das einfach
[18:53] in den Schulen viel mehr präsent sein und im Fernsehen und in den
[18:57] Social Media? Wie weil jeder fragt sich doch,
[19:02] wie komme ich an zuverlässige Informationen, ich finde sie ja
[19:05] so schwierig, und das ist nicht unbedingt abhängig mit meinem
[19:09] oder verbunden mit meiner Kompetenz, was braucht es da?
[19:13] Das übrigens ist eine sehr, sehr gute Frage, weil zu Beginn der
[19:17] Pandemie 2020. Als es gerade so losging, März,
[19:22] Februar, März, April, 2020 hier in Deutschland, aber auch im
[19:26] Rest der Welt haben wir damals diskutiert und gesagt,
[19:29] eigentlich, wenn wir uns jetzt anschauen, wieviel über das
[19:32] Thema jetzt plötzlich und über welche Kanäle und mit welcher
[19:36] Intensität kommuniziert wird, das heißt, Informationen zu
[19:39] einem gesundheitlichen Thema ausgetauscht und verbreitet
[19:42] werden, müssten wir die Gesundheitskompetenz im
[19:44] Zusammenhang mit der Pandemie untersuchen, und ich bringe
[19:47] jetzt mal zum Ende unserer Studien.
[19:49] Wir haben über 5 Messzeitpunkte herausgefunden.
[19:52] Vergleicht man die Corona oder Covid bezogene
[19:54] Gesundheitskompetenz mit der Allgemeinen, der digitalen oder
[19:57] anderen Gesundheitskompetenzen, dann ist die deutlich höher, als
[20:01] sie die anderen Gesundheitskompetenzen.
[20:03] Dass die Ergebnisse, die wir sonst in unseren Studien
[20:06] herausfinden und haben, das darauf zurückgeführt, und das
[20:09] ist wichtig, wir haben es halt diskutiert, und unsere Hypothese
[20:12] war der Unterschied jetzt ist, dass das.
[20:14] Wir haben eine Notsituation, die Medien kommunizieren Twenty Four
[20:18] Seven zu diesem Thema im sozialen Umfeld kommuniziert
[20:23] plötzlich jeder zu dem Thema, ja, über den ganzen Tag verteilt
[20:27] über alle Medienkanäle werden Informationen zu diesem Thema
[20:31] vermittelt, gleichzeitig werden Empfehlungen ausgesprochen,
[20:36] Gesetze erlassen, beispielsweise wo wir dann aha regeln, Masken
[20:40] tragen im öffentlichen. Nahverkehr oder eben das
[20:44] Schließen von dem öffentlichen Leben et cetera et cetera.
[20:47] Also es hat auch noch mal ne politische Diskussion zur Folge,
[20:51] hatte dies, dass dieses Thema so präsent war, dass die Menschen
[20:55] so sehr mit diesen Informationen beschallt wurden, dass das
[20:58] scheinbar sich auf die Gesundheitskompetenz ausgewirkt
[21:01] hat, das heißt also, dies könnte durchaus ein Interventionsansatz
[21:05] sein, mehr Informationen zur Verfügung zu stellen, Gesundheit
[21:09] noch viel präsenter. In die Medien zu bringen, obwohl
[21:12] es natürlich jetzt auch nur natürlich sehr unkontrolliert in
[21:15] den Medien vorhanden ist und auf der anderen Seite, glaube ich,
[21:18] haben sie recht, wir müssen es in den Schulen adressieren, also
[21:21] wir brauchen zum einen vertrauenswürdige
[21:24] Informationsplattformen im Internet, und davon haben wir ja
[21:26] schon einige beispielsweisegesundbund.de oder
[21:29] die vielen anderen evidenzbasierten
[21:30] Informationsplattformen. Das Robert Koch Institut macht
[21:34] da sehr viel. Das Bundesinstitut für
[21:35] öffentliche Gesundheit, das Bundesministerium für
[21:37] Gesundheit, die ganzen Landesministerien für
[21:40] Gesundheit, aber auch andere Behörden informieren die
[21:43] Bürgerinnen und Bürgerinnen sehr stark und das Ganze müsste jetzt
[21:45] noch weiter getrieben werden, insbesondere mit einer frühen
[21:49] Förderung in der Schule, in in Kitas, die Ausbildung von
[21:52] Lehrkräften beispielsweise in Deutschland haben wir ja kein
[21:55] Schulfach Gesundheit oder keine schulische Gesundheitserziehung
[21:58] im eigentlichen Sinne, wie wir beispielsweise Mathe oder
[22:01] Deutschunterricht haben, ergo. So werden auch die Lehrkräfte an
[22:04] den Universitäten in der Ausbildung nicht in diesen
[22:06] Themen ausgebildet und gleichzeitig ist
[22:09] Gesundheitskompetenz noch relativ neu.
[22:11] Das heißt, wenn wir jetzt Lehrkräfte ausbilden würden.
[22:14] In gesundheitlichen Themen würde das noch lange nicht
[22:17] garantieren, dass wir sie auch in Gesundheitskompetenz
[22:19] ausbilden. Also wenn wir das machen, müsste
[22:21] auch ganz systematisch Gesundheitskompetenz in solchen
[22:24] Curricula mit berücksichtigt werden.
[22:27] Was ist Gesundheitskompetenz, warum ist sie wichtig, wie kann
[22:29] ich sie im Unterricht adressieren, mit welchen
[22:32] Übungen, mit praktischen Beispielen kann ich versuchen,
[22:34] bei den Kindern und Jugendlichen die Gesundheitskompetenz zu
[22:37] stärken et cetera et cetera und natürlich auch bei den
[22:40] Lehrkräften selbst. Zeigen Sie uns doch mal ein
[22:43] Beispiel, was sie ideal fänden, was im Unterricht von einer
[22:47] Lehrkraft angeboten werden könnte.
[22:50] Für eine Schulklasse im Fach Gesundheit bezüglich
[22:55] Gesundheitskompetenz. Genau.
[22:58] Ich würde glaube ich noch mal einen Schritt vorher anfangen.
[23:01] Wir wissen beispielsweise aus der schulischen
[23:03] Gesundheitsförderung, dass wir eigentlich.
[23:06] Und keine Verhaltens, sondern eher verhältnisbezogene Ansätze
[23:09] brauchen. Das heißt, wir brauchen den
[23:11] ganzheitlichen Schul schulansatz es reicht jetzt nicht, um
[23:14] beispielsweise die Gesundheit zu fördern oder die
[23:16] Gesundheitskompetenz zu stärken, rein auf der Verhaltensebene
[23:20] wissen, Kompetenzen oder Fähigkeiten zu vermitteln, wir
[23:22] müssen die ganze Schule, alle Akteure, die da drin mit den
[23:27] Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten, mit an Bord
[23:30] nehmen, uns die Gesundheitskompetenz insofern im
[23:33] Setting. Stärken, das heißt, wir brauchen
[23:35] ein settingansatz, Gesundheitskompetente Schule
[23:38] oder gesundheitsfördernde Schule.
[23:39] Und in dem sehe ich ganz klar den Standard oder die Dimension
[23:44] Unterricht und im Unterricht. Dafür gibt es mittlerweile genug
[23:47] Materialien. Wir haben alleine in den letzten
[23:50] 56 Jahren, ich glaube in. Einem halben Dutzend Projekte,
[23:55] Interventionen, also Fördermaßnahmen, entwickelt,
[23:57] Handreichungen für Lehrkräfte, Materialien, teilweise sogar auf
[24:01] der Medienkompetenz basierend, weil es diese Ähnlichkeit
[24:04] zwischen Gesundheitskompetenz und Medienkompetenz gibt.
[24:07] Und diese könnten die Lehrkräfte einfach einsetzen, ne regelmäßig
[24:10] vielleicht im Querschnitt 2. Dreimal die Woche praktische
[24:14] Übungen mit Kindern und Jugendlichen durchführen,
[24:16] beispielsweise Aufgabenstellen wie such doch mal nach
[24:19] bestimmten Informationen. Versuche, die mit deinen mit den
[24:25] anderen Schülerinnen und Schülern zu diskutieren,
[24:26] vielleicht hier zu präsentieren, kritisch zu reflektieren et
[24:29] cetera. Und ich glaube, da müsste man
[24:31] einfach nur auf vorhandenes Material zurückgreifen.
[24:34] Aber natürlich ist es so, wir haben mehr als 60000 Lehrkräfte,
[24:39] mehr als 60000 Schulen und mehr als 600000 Lehrkräfte in
[24:42] Deutschland, vielleicht wissen einige einfach auch noch nicht.
[24:45] Das und wo es diese Materialien gibt.
[24:47] Es gibt beispielsweise diese Landesbildungsserver, auf die
[24:50] all die alle Lehrkräfte in den Ländern zugreifen können, um
[24:53] sich beispielsweise zu bestimmten Themen Materialien
[24:55] runterzuladen. Und auf solchen könnte man
[24:57] anfangen, Materialien zur Stärkung der
[24:59] Gesundheitskompetenz zu platzieren, sodass, wenn eben
[25:03] Lehrkräfte Interesse haben, das Thema im Unterricht zu
[25:05] adressieren, sie dorthin gehen, die Materialien runterladen und
[25:08] dann im Unterricht einsetzen können.
[25:11] Ja, jetzt kommt wieder meine Frage, wie können wir das in die
[25:13] Praxis runterbrechen? Nehmen wir Adipositas.
[25:16] Das ist eine Krankheit, darum ranken sich auch unglaublich
[25:21] viele. Ich sag jetzt mal wertend dumme
[25:24] Vorurteile, ist doch einfach mal weniger oder sei doch nicht so
[25:29] faul, wie würden Sie Gesundheitskompetenz so eine
[25:33] Unterrichtseinheit zum Thema Adipositas bauen?
[25:39] Das ist eine ganz gute Frage. Wir haben in unserer Toolbox
[25:43] Gesundheitskompetenz. Ein Thema zur Ernährung, dass
[25:47] dann eben auch die Adipositas streift.
[25:49] Und was wir dort machen. Also Sie haben ja jetzt danach
[25:51] gefragt, was können wir machen, um Adipositas zu adressieren,
[25:54] das ist für mich so der übergeordnete gesundheitliche
[25:57] Ansatz, ich schaue ja auf Gesundheitskompetenz, auf den
[25:59] Umgang mit Informationen. Ich meine jetzt, ich meine
[26:02] Gesundheitskompetenz, ich meine genau um sich nicht diesen
[26:06] ganzen auch gerade in Social Media verbreiteten Vorurteilen
[26:09] einem Adipositaskranken anzuschließen.
[26:13] Und das kritisch bewerten zu können, wie Medienkompetenz.
[26:16] Genau. Und genau diese versuchen wir
[26:18] dann in unseren Unterrichtsmaterialien zu
[26:20] schulen. Also wir, wir haben Übungen da
[26:22] drinne, dass den Kindern das Suchen, das Finden, das
[26:24] Verstehen von Gesundheitsinformationen zum
[26:27] Thema erleichtert. Wir haben Aufgaben zur
[26:29] kritischen Gesundheitskompetenz drinne, Aufgaben dazu, wie man
[26:32] falsche von richtigen Informationen unterscheidet und
[26:37] dann letztlich diese Information in die informierte
[26:40] Entscheidungsfindung übersetzt, natürlich.
[26:43] Leben wir jetzt in einer Welt? Ne, das Internet der Dinge.
[26:48] Jeder Mensch hat Zugriff da drauf, wir finden alle möglichen
[26:51] Informationen über die sozialen Medien haben sich mittlerweile
[26:55] die sozialen, die Social Influencer ihren Platz in der
[26:58] Welt gesucht und wenn sie das jetzt mal ganz aufmerksam
[27:01] verfolgen, dann werden Sie sicherlich sehen, dass viele
[27:04] Influencer eben auch sogenannte Junk fluencer wie Foodwatch die
[27:09] nennt, die dann für ungesunde Lebensmittel Werbung machen.
[27:12] Kinder und Jugendliche folgen denen Ah, verehren sie.
[27:15] Vielleicht sehen darin Idole ihre Vorbilder und denken sich
[27:19] dann, OK, wenn jetzt hier meine Idole Fast Food Essen, ungesunde
[27:26] Getränke trinken, insgesamt n ungesunden Lebensstil leben,
[27:29] lang, so schlimm kann das ja nicht sein und ich kann das auch
[27:32] machen. Na ja, und was was Kinder und
[27:34] Jugendliche dann vielleicht zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen
[27:36] oder was dann einfach nicht klar wird.
[27:38] Wenn man einfach nur diese Posts auf den Kanälen dieser
[27:42] Influencer sieht, ist dann natürlich, dass das nur
[27:45] Ausschnitte sind, Momentaufnahmen leben denn diese
[27:48] Menschen wirklich so ungesund? Ne, das geht ja aus so einem
[27:52] Social Media Account nicht vor, dort werden einfach nur Fotos
[27:56] gepostet oder vielleicht kleine Videos.
[27:59] Um eben die Followerschaft zu befrieden.
[28:02] Und ich glaube, über diese Dinge kann man aufklären, aber das ist
[28:05] natürlich jetzt nur eine Salze der Medaille.
[28:08] Wir wollen an die Kinder, an die Jugendlichen, an deren Verhalten
[28:11] und Kompetenz dran, ne, ich hatte ja vorhin gesagt, nur mit
[28:14] reinen Kompetenzmaßnahmen werden wir nicht weit kommen, das
[28:17] versuchen wir seit den Fünfzigern, Sechzigern ne im
[28:20] Rahmen der Verhältnis verhaltensprävention und am
[28:24] Beispiel Tabak erklär ich einmal.
[28:27] Warum wir eigentlich die Verhältnisprävention brauchen?
[28:29] Also wir haben es halt mit Wissensvermittlung, mit
[28:32] Schocktherapien die Risiken des Rauchens aufzeigen, immer wieder
[28:36] versucht und es hat nicht geklappt.
[28:38] Die Raucherzahlen sind immer weiter und weiter und weiter
[28:40] gestiegen bis man angefangen hat politisch auf der Ebene der
[28:44] Strukturen der Verhältnisse etwas zu verändern.
[28:46] Steuern, Preise erhöhen, Verbote nicht mehr in der Werbung, nicht
[28:50] mehr im öffentlichen Raum, nicht mehr in den öffentlichen
[28:52] Verkehrsmitteln, nicht mehr in den Restaurants, nicht mehr in
[28:55] den Kneipen et cetera rauchen, ein positives Social Marketing
[28:59] auch in den Medien zum zum Rauchen zu verbreiten.
[29:02] Und das hat dann gezeigt, OK, jetzt gehen die Raucher zahlen
[29:06] zurück und in all dem hat man nicht die Kompetenz oder das
[29:09] Verhalten oder das Wissen der Bürgerinnen und Bürger
[29:11] gefördert, sondern man hat die Bedingungen verbessert und das
[29:14] gleiche würde ich jetzt insbesondere bei Adipositas und.
[29:17] Ja, wir können halt von von der Werbung Zuckerverbot in
[29:21] bestimmten Settings das so nicht mehr anbieten.
[29:24] In der Nähe von Kindern und Jugendlichen.
[29:25] England wurde ja jetzt gerade oder in im United Kingdom wurden
[29:28] ja jetzt gerade Gesetze erlassen die das die die Werbung die an
[29:32] Kinder und Jugendliche gerichtet ist hinsichtlich ungesunder
[29:35] Lebensmittel zu verbieten, ne Zuckersteuer et cetera, das sind
[29:39] glaube ich Maßnahmen, die wir hier auch brauchen, wir müssen
[29:41] erst einmal das sozusagen. Es gibt im Englischen dieses
[29:45] obese Environment, dieses Obese Environment Konzept, also
[29:48] adipöse Lebenswelt Konzept, und dieses müssen wir erst einmal
[29:52] adressieren. Und wenn wir das gemacht haben,
[29:54] können wir parallel dazu verhalten und Kompetenzen
[29:57] stärken. Das geht also Hand in Hand, dann
[30:00] stellen sie sich vor, wir stärken jetzt all diese
[30:02] Kompetenzen, all das ganze Verhalten, das Wissen von
[30:04] Kindern und Jugendlichen, dann entlassen sie, aber dann wieder
[30:07] in eine Welt, wo das Ungesunde das normale ist, und dann wissen
[30:12] wir alle aus Erfahrung. Wie einfach es ist, einfach OK
[30:15] dem ungesunden zu fröhnen und sich dann ungesund und
[30:18] unregelmäßig zu ernähren. Und ich glaube, es geht halt
[30:21] Hand in Hand, Verhalten und Verhältnisse.
[30:25] Also von außen ruhig Verbote steuern, alles Mögliche, wenn es
[30:28] um ganz elementare, gesundheitsgefährdende Dinge
[30:31] geht. Aber wir sprechen auch über
[30:34] digitale Kompetenz oder digitale Medienkompetenz, denn das ist
[30:39] das, wo die meisten ja wahnsinnig verunsichert sind,
[30:42] und sie können auch viele mit sehr viel Mühe und
[30:48] Zeitinvestment auf die Suche gehen.
[30:51] Aber ganz viele lassen sich plump beeinflussen und eine
[30:55] digitale, gesundheitliche. Medienkompetenz dürfte doch
[30:59] zentral sein zu entwickeln und das wird ja jetzt, also das
[31:03] hätte ich gerne von ihnen gewusst, wie macht man das denn?
[31:07] Genau also die hier. Für die Gesundheitskompetenz
[31:12] wirkt hier positiv, dass in Deutschland oder EU weit haben
[31:18] wir den sogenannten, im Englischen heißt es Digital
[31:21] Education frameworkbig.com, da die Kompetenzen im Bereich der.
[31:27] Digitalen Bildung ist in Deutschland angekommen. 2016
[31:30] 2018 wird aber bei uns dann auf der Ebene der Länder
[31:33] Medienkompetenz genannt, also dieses Konzept der digitalen
[31:37] Bildung oder der digitalen Kompetenzen wird in der Schule
[31:40] Medienkompetenz genannt, weil wir einfach eine ganz lange alte
[31:43] Tradition der Medienpädagogik und Medienbildung in Schulen
[31:47] haben, dort wird das schon seit langer Zeit gemacht und.
[31:49] Und da haben wir die neuen Medienkompetenzrahmen.
[31:52] Und wenn wir die nehmen neuen Medienkompetenzrahmen neben die
[31:55] Gesundheitskompetenz legen, dann sehen wir, dass diese beiden
[31:58] Konzepte fast identisch sind. Ja, der Unterschied zwischen den
[32:02] beiden ist in der Gesundheitskompetenz taucht das
[32:04] Wort Gesundheit auf, wenn es halt um den Umgang mit
[32:06] Informationen geht. Medienkompetenz bleibt da ganz
[32:10] neutral und spricht einfach nur vom Umgang mit Informationen.
[32:13] So, das heißt also, wir können dieses Grundgerüst, dieses
[32:16] Kompetenz Skelett, das wir in den Schulen haben, zur
[32:19] Medienkompetenz oder digitalen Bildung durchaus verwenden, um
[32:23] diese Kompetenzen im Umgang mit Informationen, mit Kommunikation
[32:29] mit den neuen digitalen Welten, mit Algorithmen, mit
[32:33] Datensicherheit et cetera et cetera.
[32:35] Umzugehen. Man müsste diese Themen nur im
[32:38] sie haben beispielsweise gerade das Thema Ernährung genannt.
[32:41] Diese Themen der Medienkompetenz auf Ernährung bezogen in die
[32:45] Schule in der Schule adressieren, dann würden wir
[32:48] sozusagen die Gesundheitskompetenz fördern,
[32:50] das wäre so ein Weg, der wie gesagt, wo uns durch das
[32:55] Bildungssystem die Türen geöffnet werden in einem
[32:58] Setting, wo es eigentlich keine. Gesundheitserziehung oder
[33:01] Gesundheitsbildung gibt Gesundheit zu adressieren und
[33:04] genau das haben wir gemacht in unserer keywork
[33:06] Gesundheitskompetenz. Dort haben wir den
[33:08] Medienkompetenzrahmen NRW genommen.
[33:10] Und haben den analysiert. Haben die Lehrpläne die
[33:13] Curricula analysiert und haben dann angefangen, basierend
[33:16] darauf Materialien in unserer Toolbox zu entwickeln.
[33:20] Und wenn jetzt beispielsweise Lehrkräfte im Unterricht
[33:23] Medienkompetenz oder digitale Bildung adressieren möchten,
[33:26] können Sie unsere Materialsammlung verwenden,
[33:29] adressieren Medienkompetenz zum Thema Gesundheit und landen bei
[33:33] Gesundheitskompetenz und dass das wirklich dringend benötigt
[33:37] wird, zeigen die Ergebnisse unserer neuen Studie zur
[33:40] digitalen. Zahlen Gesundheitskompetenz, wo
[33:42] wir auch wieder konzeptionell diese Konzepte herangezogen
[33:45] haben, ein Fragebogen entwickelt haben und den dann eingesetzt
[33:48] haben, und es zeigt sich, dass ungefähr 50% der Schülerinnen
[33:52] und Schüler in einer bundesweit repräsentativen, wo, die über
[33:55] alle Schulformen hinweg von der Grundschule bis hin zum
[33:58] Gymnasium über eingeschränkte digitale Gesundheitskompetenz
[34:01] verfügen und mehr als 40% der Lehrkräfte, also hier, glaube
[34:05] ich, besteht ganz, ganz, ganz, ganz dringender Bedarf, der, der
[34:08] wurde ja auch erkannt. Entschuldigung, 40.
[34:10] Prozent der Lehrkräfte haben eine geringe mediale
[34:14] Gesundheitskompetenz. Genau also in unserer Studie
[34:19] waren es 42% der Lehrkräfte und Schulleitungen bei einer
[34:23] Stichprobe von etwas mehr als 2000, die eine geringe digitale
[34:28] Gesundheitskompetenz hatten. Das war der, das ist ein
[34:31] Ergebnis unserer Studie, durchblickt.
[34:34] Also das heißt, das muss auch in die Lehrerausbildung natürlich
[34:37] rein. Mich halt.
[34:39] Jetzt kommt wieder meine Frage zur Praxis, wenn die Menschen
[34:45] dieses Internet ist so emotional, das haben sie ja
[34:48] vorhin auch gesagt, es geht so auf letztlich Hype, Hysterie und
[34:54] Dramatik, das sind alles unmittelbare Reflexe, die auf
[34:58] die das Internet mit seinen plumpen Informationen zum Teil
[35:01] abzielt, wie wollen sie da mit mit einer Toolbox von.
[35:07] Schönen, netten Unterrichtseinheiten.
[35:10] Wie wollen Sie die Kinder schützen, davor, dass sie dem
[35:13] verfallen? Na ja, es ist halt nur ein
[35:16] Mosaik, ein Baustein in einer ganzheitlichen Strategie, die
[35:21] wir benötigen. Natürlich müssen wir bei den
[35:24] Kindern und Jugendlichen im Aufwachsen, in der
[35:26] Sozialisation, in der Bildung und Erziehung.
[35:28] Die Kompetenzen, ja die Gesundheitskompetenz in diesem
[35:31] Fall stärken. Aber Kinder leben ja nicht in
[35:34] einem Silo, sie sind eben Teil der Gesellschaft und in der
[35:36] Gesellschaft gibt es viele, viele, viele weitere
[35:39] Lebensbereiche, die Einfluss auf gesundheitliche Entscheidungen
[35:42] haben, und die müssen wir dann mitnehmen.
[35:44] Ja, die Gesetzgebung haben wir gerade besprochen, die sozialen
[35:46] Medien, das Internet, was man auf der ja der steuerlichen
[35:51] Seite beispielsweise machen kann, wie man bestimmte
[35:53] ungesunde Produkte eindämmen kann, das alles sind Teile einer
[35:56] ganzheitlichen Strategie, die wir.
[35:58] Wir brauchen und wenn wir diese dann entwickeln und umsetzen,
[36:03] dann kann ich mir vorstellen, dass in der Folge in den
[36:06] kommenden Jahren wir nicht nur die Gesundheitskompetenz der
[36:09] Individuen, also der Menschen selbst verbessern, sondern das
[36:12] gesamte Klima, das gesamte Setting, den gesamten
[36:15] Lebensalltag gesundheitskompetenter machen.
[36:18] Und das braucht es. Also es ist, wie gesagt, es
[36:20] reicht nicht rein verhaltensorientiert nur die
[36:23] Kompetenz des Menschen zu fördern.
[36:26] Wir müssen das Setting, wir müssen die Lebenswelt in den
[36:30] Blick nehmen und im im Sinne der Gesundheitskompetenz eben
[36:33] gesundheitskompetent gestalten und die Lehrkräfte, da haben sie
[36:36] vollkommen recht, die müssten bereits in der Ausbildung, in
[36:40] der Lehrkräfteausbildung bei uns an den Universitäten.
[36:44] Das Konzept Gesundheitskompetenz, dessen
[36:46] Relevanz, wie man sie fördert, wo man Materialien findet,
[36:50] kennenlernen, damit sie es auf jeden Fall später in der Schule
[36:53] adressieren können. Und Lehrkräfte sind ja auch nur
[36:55] Menschen. Und wenn ich vorhin von unseren
[36:57] Studienergebnissen oder die Studienergebnisse der vielen
[37:00] Kolleginnen und Kollegen berichtet hab, unter den.
[37:03] Befragten sind natürlich auch Lehrkräfte oder Schulleitungen,
[37:06] das heißt, die sind genauso betroffen.
[37:08] Geht ja auch nicht anders, wenn man 8 von 10 oder 9 von 10
[37:11] Erwachsenen mit einer geringen allgemeinen oder psychischen
[37:14] Gesundheitskompetenz hat, dass da auch die eine oder der andere
[37:17] gebildete Mensch mit dabei ist. Häufig wird eben gesagt, dass
[37:22] Gesundheitskompetenz teilweise unabhängig des
[37:25] Bildungshintergrundes. Auftreten kann ne, also die
[37:28] Wahrscheinlichkeit ist höher, dass sie bei geringer Bildung
[37:31] auftritt, aber sie tritt eben auch bei Menschen auf, die eine
[37:34] hohe Bildung haben, weil es halt hier konkret um den Umgang mit
[37:37] Informationen geht und wir jetzt in dieser digitalen
[37:39] Kommunikation Medien Informationswelt, in der wir
[37:42] leben, früher entsprechend nicht das Rüstzeug dafür mitbekommen
[37:46] haben, um diese Welt, diese neue, sich rasant und stetig
[37:50] verändernde Welt sicher navigieren zu können.
[37:54] Vielleicht können sie uns nur knapp ein paar Daten geben, bei
[37:58] welchen Menschen die Gesundheitskompetenz besonders
[38:02] hoch ist. Bildungsgrad,
[38:04] Migrationshintergrund, Alter et cetera.
[38:09] Genau. Also häufig ist die.
[38:11] Also ich fange mal, ich dreh es mal um und und schaue, wo sie
[38:14] besonders niedrig ist. Wir sehen häufig den sozialen
[38:17] Gradienten in der Gesundheitskompetenz, das heißt
[38:19] beispielsweise in unseren Studien, dass diejenigen Kinder
[38:22] und Jugendlichen aus. Elternhäusern mit niedrigem
[38:26] sozioökonomischen Staates bedeutet geringes Einkommen,
[38:30] geringe Bildung, schlechtere Arbeitsverhältnisse, häufiger
[38:34] dazu tendieren, eine geringe Gesundheitskompetenz zu haben.
[38:37] Ja, das ist dann der soziale Gradient und umgekehrt.
[38:39] Kinder und Jugendliche aus reichen Elternhäusern haben
[38:43] häufiger die Wahrscheinlichkeit, eine hohe Gesundheitskompetenz
[38:46] zu haben, den sozialen Gradienten sehen wir.
[38:49] Über alle Altersgruppen, über alle Zielgruppen hinweg, wie
[38:53] übrigens auch in allen gesundheitlichen Bereichen.
[38:56] Der ist einfach Manifest. Dann sehen wir je nach Studie
[39:00] beispielsweise häufig des Menschen mit chronischen
[39:03] Vorerkrankungen den Indikator Gesundheitskompetenz niedriger
[39:07] ausgeprägt haben. In manchen Studien sind es dann
[39:11] Ältere, die eine niedrigere Gesundheitskompetenz haben.
[39:15] In manchen Studien zeigt sich dann, dass Frauen ne bessere
[39:18] Gesundheitskompetenz als Männer haben und so weiter und sofort.
[39:22] Ja, also wir sehen halt unterschiedliche Risikofaktoren,
[39:25] manchmal ist es auch Migrationshintergrund, auf der
[39:27] anderen Seite in vielen Studien, wo es um digitale oder
[39:29] medienbezogene Gesundheitskompetenz geht oder
[39:32] bei jungen Menschen haben Menschen mit
[39:34] Migrationshintergrund häufig ne bessere Gesundheitskompetenz und
[39:38] für diese Ergebnisse gilt genauso wie die reinen
[39:41] Ergebnisse zum Stand der Gesundheitskompetenz, das sind
[39:44] alles. Ergebnisse aus
[39:45] Grundlagenforschungen und wir müssten jetzt, ja, wir haben,
[39:48] den ist stand erfasst. Das sind die Beobachtungen, die
[39:52] wir auf Grundlage unserer Methodik jetzt machen können,
[39:55] und jetzt müssen wir den nächsten Schritt gehen und die
[39:57] Sachen, die wir dort herausgefunden haben, diese
[40:00] ersten Erkenntnisse näher untersuchen, wie in jedem
[40:03] anderen Wissenschaftsbereich auch.
[40:06] Was mich jetzt besonders interessiert im im Rahmen von
[40:09] Präventions. Healthcare, das ist unser Thema
[40:12] bei Healthy Long Gravity. Wenn Sie also sagen, die
[40:14] Menschen, die chronische Erkrankungen haben, und das sind
[40:18] ja häufig die Krankheiten, die Alterskrankheiten, die dazu
[40:20] führen, dass die Menschen am Ende ihres Lebens so lange
[40:23] leiden, im Schnitt ja 11 Jahre in Deutschland, jeder, dann
[40:28] beißt sich so ein bisschen die Katze in den Schwanz, die
[40:32] Bildung, die Gesundheitskompetenz ist
[40:34] schlecht, nehmen wir jetzt mal Diabetes und Adipositas.
[40:38] Und diese Krankheit entwickelt sich durch wenig Bewegung, durch
[40:44] sehr zuckerhaltige Ernährung, sehr fetthaltige Ernährung et
[40:48] cetera. Und diese Menschen mit diesen
[40:51] chronischen Erkrankungen sind dann eben, oder man sieht, dass
[40:55] sie halt eine geringere Gesundheitskompetenz hatten,
[40:58] sonst hätten sie vielleicht diese Krankheiten nicht.
[41:00] Das ist jetzt für mich nicht so eine besonders erhellende
[41:06] Nachricht. Aber es ist einfach jetzt
[41:11] felsenfest von der Wissenschaft bezeugt, so OK, wenn wir das
[41:16] alles ändern wollen, da bleibt für mich die Frage, das können
[41:19] wir aber hier nicht diskutieren, es geht so stark um Emotionen,
[41:22] es geht so stark um Bubbles, in denen die Menschen sich
[41:25] befinden, um Vorurteile, um Glaubensfragen, da mit
[41:29] nüchterner Aufklärung und auch mit Verboten von außen.
[41:34] Das Verhalten zu verändern, ist eine Herausforderung.
[41:38] Am schönsten wäre es, wenn das von innen käme, wenn also Kinder
[41:41] und Jugendliche, Erwachsene, wer auch immer die Überzeugung
[41:46] gewinnen würde, emotional, ich möchte was für meine Gesundheit
[41:49] tun und dazu brauche ich bestimmte Sport, ich brauche
[41:53] sport, ich brauche gute Ernährung, ich brauche
[41:55] impfungen, ich brauche alles mögliche, wie wird das
[41:58] frühzeitig in die die Menschen motivieren, emotional zu leben.
[42:04] Ist für mich mit einem großen Fragezeichen verbunden, aber
[42:08] wollen sie dazu was sagen? Sonst habe ich die nächste, wie
[42:11] ich finde, wichtige Frage. Wir können sofort auf die
[42:14] nächste wichtige Frage eingehen. Nur noch mal zu den chronischen
[42:16] Erkrankungen. Manche chronische Erkrankungen
[42:19] sind sicherlich lebensstilbasiert, andere sind
[42:22] genetisch bedingt. Wieder andere haben was mit den
[42:27] Lebensumständen, also mit der Umgebung, mit dem mit der
[42:30] Umwelt, mit dem Umfeld zu tun. Und manchmal ist es auch ein
[42:33] Zusammenspiel all dieser Faktoren, aber gerade eben für
[42:38] Menschen mit chronischen Vorerkrankungen brauchen wir die
[42:41] Stärkung der Gesundheitskompetenz, und das
[42:43] kann, also es kann sein in den Fällen, dass wir dann die
[42:46] Gesundheitskompetenz dieser Menschen selbst fördern, sie
[42:49] haben vorhin die Älteren angesprochen, also die deutlich
[42:53] älteren. Es kann aber auch sein, dass wir
[42:55] hier dann wieder die Prinzipien der gesundheitskompetenten
[42:58] Umgebung walten lassen und versuchen, die
[43:00] Gesundheitskompetenz in dem sozialen Netzwerk in dem
[43:03] sozialen Umfeld, in der Familie, in den Fachkräften, die sich um
[43:06] diese Menschen kümmern, zu stärken.
[43:09] Denn letztlich geht es ja in der Gesundheitskompetenz, also
[43:12] zumindest für mich. Es geht nicht darum, die
[43:14] Gesundheitskompetenz. Um der Gesundheitskompetenz
[43:16] Willen zu stärken, sondern sie zu stärken, damit am Ende über
[43:20] besseres Gesundheitsverhalten, bessere gesundheitliche
[43:23] Ergebnisse einfach die Lebensqualität verbessert wird.
[43:26] Das heißt also, wir haben ein dahinter liegendes Ziel und wie
[43:29] wir dieses dahinter liegende Ziel erreichen, ist sekundär.
[43:32] Gesundheitskompetenz ist ein stüflein Eintreppenstüfchen auf
[43:37] diesem Weg und viele andere Faktoren, die ich jetzt gerade
[43:39] aufgezählt hab, müssen aber gleichzeitig mit adressiert
[43:43] werden. Und daher glaube ich, ist dieser
[43:45] Ansatz, dieser ganzheitliche Ansatz, der auf das Setting
[43:49] zielt, der auf die Lebens, das ganze Ökosystem, die Bubble
[43:53] vielleicht zielt genauso wichtig wie einfach nur die persönlichen
[43:57] Kompetenzen von Menschen zu stärken.
[44:00] Müssen wir kurz die psychischen Erkrankungen ansprechen?
[44:03] Da hatten sie ja gesagt, da ist die Gesundheitskompetenz quer
[44:07] durch die Bevölkerung besonders niedrig, woran liegt das und was
[44:12] tun? Also zum einen glaube ich die
[44:16] das das Thema psychische Gesundheit verglichen mit
[44:20] körperlicher Gesundheit war. Erst eine lange lange, lange,
[44:22] lange Zeit ein total vernachlässigtes Thema
[44:25] gesellschaftlich vernachlässigtes Thema.
[44:27] Es ist mit mit Scham, es ist mit Stigma auch verbunden, das heißt
[44:32] man nimmt es nicht nicht gerne an, das ändert sich aber ne das
[44:36] ändert sich alles hier psychische Gesundheit.
[44:40] Im Rahmen von präventions Strategien, das sehen wir ja
[44:42] beispielsweise bei uns in in, in Bayern im Masterplan Prävention,
[44:46] wo die psychische Gesundheit eines von 10 inhaltlichen Zielen
[44:50] ist, auf Bundesebene genauso. Wir haben auf international,
[44:53] also auf internationaler Ebene Gesundheitsstrategien, Mental
[44:56] Health, Mental Health d beispielsweise, das heißt, das
[44:59] Bewusstsein für die psychische Gesundheit, für die Relevanz der
[45:02] Stärkung der psychischen Gesundheit wird immer wichtiger,
[45:06] erhält Einzug in unser. Verständnis in unserem Alltag
[45:11] dennoch ist es relativ neu und im Vergleich zur körperlichen
[45:15] Gesundheit, wenn sie jetzt beginnen, sich zum Thema
[45:18] informieren zu wollen, ist die Informationslandschaft dazu
[45:25] viel, viel. Viel, viel Zerklüfteter als für
[45:28] Themen der körperlichen Gesundheit.
[45:30] Sie finden ein breites Porem an Informationen, an Aussagen zu
[45:35] unterschiedlichen psychischen Erkrankungen, wo sie herkommen,
[45:39] wie man sie behandeln kann, wie man sich schützen kann, das
[45:43] heißt, das Ganze ist sehr, sehr viel offener.
[45:46] Als als als Themen der körperlichen Gesundheit.
[45:50] Und wenn man dann eben versucht, sich zu informieren, kann es
[45:54] sein, und das zeigen unsere Studienergebnisse ja auch, dass
[45:57] eben ein hoher Anteil der Bevölkerung den Zugang zu diesen
[46:02] Informationen oder den Zugang zu gesundheitlichen
[46:05] Dienstleistungen im Bereich psychischer Gesundheit.
[46:08] Als schwierig und komplex einstellt.
[46:11] Ne, Wir haben beispielsweise, wenn wir uns jetzt mal die die
[46:13] Versorgungsinfrastruktur anschauen, im Bereich der
[46:16] Versorgung der psychischen Gesundheit, dann sehen wir, dass
[46:20] an allen Ecken und Enden Behandlungsmöglichkeiten,
[46:24] therapieplätze, die dahinterliegenden Fachkräfte,
[46:27] die Psychotherapeutin, Psychotherapeuten,
[46:29] Psychologinnen und Psychologen einfach fehlen.
[46:32] Wir haben davon noch nicht genug, wenn sie dann Termine
[46:35] bei, also in der Therapie oder bei den Fachärzten.
[46:38] Sind und Ärzten haben wollen, haben sie teilweise sehr, sehr
[46:41] lange Wartezeiten. Studien zeigen beispielsweise,
[46:44] dass zwischen dem Auftreten der ersten Symptome einer Depression
[46:49] und dann der Inanspruchnahme von professioneller Hilfe bis zu 10
[46:54] Jahren liegen können. Gleichzeitig zeigen Daten aus
[46:57] dem Jahr 2022, dass über 10000000 Menschen in Deutschland
[47:02] ab dem Alter von 10 Jahren. An einer der Depression gelitten
[47:07] haben. Ne, das heißt eigentlich, dass
[47:09] fast jeder im Laufe seines Lebens mal oder jeder Fünfte im
[47:14] Laufe seines Lebens mal an irgendeiner psychischen
[47:17] Erkrankung bestimmten psychischen Erkrankungen, auch
[47:20] jeder zweite betroffen sein wird.
[47:23] Also ein hochrelevantes Thema, aber eben noch nicht so im
[47:28] Vordergrund wie? Wie beispielsweise viele
[47:31] verschiedene körperliche Erkrankungen, über die wir jetzt
[47:33] ja auch geredet haben. Krebs Ja, Adipositas, Diabetes,
[47:38] bestimmte andere chronische Erkrankungen, aber ich glaube,
[47:40] da, da findet gerade so ein Veränderungsprozess statt, und
[47:44] vielleicht tragen eben auch solche Studien zur psychischen
[47:47] Gesundheitskompetenz noch mal dazu bei, wenn wir eigentlich
[47:51] unabhängig von irgendwelchen sozialen Faktoren wie
[47:55] beispielsweise der soziale Gradient, den ich gerade
[47:57] aufgeführt habe, jeder von. Einer geringen psychischen
[48:02] Gesundheitskompetenz betroffen ist.
[48:05] Zum Schluss finde ich total wichtig, dieses europäische
[48:07] Ranking noch kurz vorzustellen. Sie haben ja also ein Ranking,
[48:12] in welchen Ländern ist nach ihren Kriterien die
[48:15] Gesundheitskompetenz sehr hoch entwickelt und das fand ich
[48:20] jetzt sehr interessant, Platz 1 Mazedonien, dann Finnland,
[48:24] Polen, Litauen. Belgien, Estland, Slowakei,
[48:29] Deutschland ganz weit hinten auf den Plätzen.
[48:32] Was machen die denn da, was läuft denn da besser?
[48:35] Also ich kenne die Bildungssysteme dort natürlich
[48:40] nicht, aber ich kann ihnen ein paar andere Informationen geben.
[48:43] Das sind einmal Daten aus dem Jahr, aus der Erhebung der HBC
[48:46] Studie von 2017 / 2018 das erste mal, dass 10 Fragen zur
[48:51] Erfassung der Gesundheitskompetenz in dieser
[48:53] Studie verwendet wurden. Dieses Modell der
[48:56] Gesundheitskompetenz, das ist der erste Punkt, basiert nicht
[48:59] auf dem Modell der Gesundheitskompetenz, wie wir
[49:02] sie in unseren Studien verwenden.
[49:03] Es ist erstmal ein ganz, ganz anderes Modell der
[49:05] Gesundheitskompetenz, da geht es nicht um den Umgang mit
[49:09] Informationen, da gibt es 5 andere Dimensionen, es kommt aus
[49:12] Finnland, und dieses Modell, das dort verwendet wird, ist das
[49:17] Modell der finnischen Gesundheitserziehung, ja,
[49:20] deswegen schneiden meines Erachtens nach auch.
[49:22] Die finnischen Kinder in der Studie so gut ab, weil sie genau
[49:25] diese Inhalte, die dort abgefragt werden, im
[49:28] Schulunterricht ab der Grundschule lernen.
[49:30] Und wenn sie dann natürlich dazu gefragt werden, kommen häufiger
[49:34] richtige Antworten raus beziehungsweise Antworten, die
[49:36] suggerieren lassen, dass die Kinder eine hohe
[49:39] Gesundheitskompetenz haben. So und warum jetzt die
[49:42] mazedonischen Schülerinnen und Schüler eine genauso hohe oder
[49:47] höhere Gesundheitskompetenz als die in Finnland.
[49:50] Zu diesem messzeitpunkt 2017 2018 hatten, das kann ich jetzt
[49:55] leider überhaupt nicht sagen, weil ich dieses ganze Schul und
[49:58] Bildungssystem in Nord Mazedonien mir noch nicht
[50:02] angeschaut habe. Ist aber denkbar, dass
[50:03] vielleicht dort Gesundheitserziehung in der
[50:05] Schule betrieben wird, dass genau diese Dimensionen, die
[50:08] dort abgefragt werden, dann eben auch Teil der Lehrpläne sind,
[50:13] auf der anderen Seite muss man sagen, auch dieser Fragebogen,
[50:16] der verwendet wird oder verwendet wurde, in dieser
[50:19] Studie, ist dein sehr. Selbstbericht Fragebogen ja, das
[50:22] heißt, die Kinder schätzen ihre Gesundheitskompetenz selber ein,
[50:25] können halt dann so ein Bias haben.
[50:27] Den Kindern können die Erfahrungen fehlen, in der
[50:29] Altersklasse zu diesen Fragen, dass sie vielleicht diese
[50:34] Handlungen selbst nicht vorgenommen haben, häufig dann
[50:36] die Eltern vielleicht diese Entscheidungen für sie treffen
[50:40] im Bereich der Gesundheit, dass vielleicht ein Bias vorliegt,
[50:43] weil die Umfragen in der Schule durchgeführt wurden, ja.
[50:47] Und dann denkt man dann halt schnell einen Test.
[50:49] Da will ich dann besonders ganz kurz mal.
[50:50] Entschuldigen Sie, dass ich unterbreche, aber beides müssen
[50:53] wir kurz erklären. Es ist eine Verzerrung der
[50:54] Ergebnisse. Genau eine Verzerrung der
[50:57] Ergebnisse, ja vielleicht soziale Erwünschtheit, dass man
[51:00] dann sagt, Oh, das ist jetzt ein Test, hier muss ich dann immer
[51:02] die Möglichkeit, nach Möglichkeit bessere Antwort oder
[51:05] die Antwort geben, die dann mehr andeutet, dass ich eine bessere
[51:09] Gesundheit oder eine bessere Gesundheitskompetenz hab, das
[51:12] sind so viele Faktoren, wir haben diese Ergebnisse mal
[51:15] zusammengetragen, die Studie hat die selber natürlich
[51:16] zusammengetragen. Tragen, aber wir haben Sie mal
[51:19] in einer Übersicht zusammengetragen und einfach mal
[51:21] gezeigt, so schaut es aus, basiert basierend in auf dieser
[51:25] Studie mit diesem Fragebogen. Nach diesem Modell sind das die
[51:28] Ergebnisse aber genauso wie ich die jetzt einmal kritisch
[51:31] beleuchtet habe, diskutieren, wie sie dann natürlich auch
[51:34] kritisch das das. Jetzt sind wir wieder auf der
[51:37] Ebene. Grund der, sagen wir mal, der
[51:38] Grundlagenforschung. Ja, und meine Zuhörerinnen und
[51:41] Zuschauer möchten gerne Praxis, wir wollen wissen, was mache ich
[51:44] damit. Kann man denn sagen.
[51:46] Und dann lassen wir das Thema Finnland, Polen, Litauen,
[51:50] Belgien, Estland, Slowakei, die haben eine bessere
[51:55] Gesundheitserziehung in den Schulen und einfach frühzeitige
[51:59] Inhalte durch die gesamte Schullaufbahn der Kinder als in
[52:03] Deutschland, Österreich, Schweiz.
[52:05] Einige dieser Länder haben Gesundheitserziehung,
[52:07] Gesundheitsbildung in der Schule die, die wir jetzt hier in
[52:11] Deutschland nicht haben und ein erster Schritt könnte
[52:14] tatsächlich sein. Dass wir dem Thema Gesundheit
[52:17] mehr Raum in der Schule geben, wie wir das machen, ob wir das
[52:21] jetzt über die Gesundheitserziehung machen,
[52:23] über ein Fach im Querschnitt teil von anderen
[52:26] Unterrichtsfächern, das müsste man dann überlegen.
[52:29] Aber ich glaube, Gesundheit ist ein so wichtiges Thema, dass wir
[52:33] eigentlich schon relativ. Früh im Lebensverlauf
[52:38] systematisch damit beginnen müssen, die Gesundheit zu
[52:41] fördern und Gesundheitsförderung,
[52:43] Gesundheitserziehung, Gesundheitsbildung sind nun mal
[52:46] zentrale Säulen, um die Gesundheitskompetenz dann zu
[52:49] stärken. Aufruf an unsere Zuhörerinnen
[52:53] und Zuhörer und an dich, liebe Zuschauerinnen, bitte, wenn du
[52:57] fragen hast, wenn du Kommentare hast, schick sie an Office at
[53:01] stay young de eine Frage ist vielleicht für viele.
[53:06] Doch noch interessant nämlich konnten sie rausfinden, aus
[53:09] welchen Quellen sich die Menschen derzeit über Gesundheit
[53:14] informieren. Ist es Social Media, sind es die
[53:18] seriösen Plattformen, ist es der Schulunterricht, wo holen die
[53:22] Leute sich ihre Infos her? Genau, also je nach Studie
[53:26] kommen da unterschiedliche Ergebnisse raus, beispielsweise
[53:29] in den covid Studien, die wir damals durchgeführt haben, haben
[53:32] wir überraschenderweise festgestellt.
[53:35] Dass das Fernsehen damals die primäre Informationsquelle war,
[53:39] gefolgt von Radio und Internet, schauen wir beispielsweise in
[53:42] unsere Studien zu Kindern und Jugendlichen.
[53:45] Dann haben wir dort die das Elternhaus, die Schule, die
[53:49] Lehrkräfte, die Ärztinnen und Ärzte, aber auch eben das
[53:53] Internet und auch die sozialen Medien, also je nachdem, in
[53:55] welcher Zielgruppe sie sind oder in welcher Situation.
[53:58] Stichwort Pandemie, kann sich das unterscheiden, und es gibt
[54:01] natürlich auch. Studien, die ausschließlich sich
[54:06] mit den Quellen der wo Menschen ihre Informationen herholen,
[54:10] befassen und auch die zeigen uns, dass immer mehr und mehr
[54:13] Menschen sich heute dem Internet zuwenden, um sich zu
[54:17] informieren. Aber dass auch klassische
[54:19] Informationsquellen wie eben das Versorgungssystem, Ärztinnen und
[54:23] Ärzte, Pflegepersonal, andere gesundheitliche Fachkräfte oder
[54:26] der soziale Nahrraum ganz wichtig sind.
[54:29] Und es zeigt dann auch, wenn wir Interventionen.
[54:32] Im Zusammenhang mit Informationen in die
[54:34] Lebenswelten bringen möchten, dann müssen wir eben genau auch
[54:38] diese Tatsachen berücksichtigen. Fernsehen, Radio, Internet, die
[54:42] Menschen um einen herum, die Versorgungsstrukturen und
[54:45] überall bieten sich Ansatzpunkte, wie man
[54:48] Gesundheitskompetenz stärken kann.
[54:51] Welche Rolle wird ihrer Meinung nach und jetzt vielleicht mal
[54:54] unabhängig von den Studien Chat, GPT?
[54:58] Oder eben Large Language Models für die Menschen spielen.
[55:01] Und da auch die Kompetenz zu haben, diese Systeme richtig zu
[55:05] befragen, kritisch zu befragen. Gib mir nur bitte eine Antwort,
[55:09] die Studienbasiert ist und zwar von Magazinen, Fachmagazinen,
[55:12] die international renommiert sind.
[55:14] Mir ist das nicht eventuell ein Hebel um die
[55:17] Gesundheitskompetenz wirklich schnell und nachhaltig zu
[55:21] erhöhen. Genau, also schon heute ist es
[55:24] ja so, dass. Die künstliche Intelligenz mit
[55:27] zu den Quellen gezählt werden muss, wo sich Menschen immer
[55:30] häufiger informieren. In den Studien, als wir sie
[55:32] damals durchgeführt haben. Die Ergebnisse, die ich gerade
[55:34] berichtet habe, da haben wir, da waren künstliche Intelligenzen,
[55:38] AI Plattformen noch überhaupt nicht relevant, heute sind sie
[55:42] es, und ich könnte mir vorstellen, dass heute der
[55:44] allererste Schritt erstmal immer gleich.
[55:47] Zu Chat oder Perplexity oder Deep, Seek oder irgendeinem
[55:51] anderen LLM. Künstliche Intelligenz führt, um
[55:54] sich zu informieren und gerade deswegen müssen wir natürlich
[55:59] den Umgang damit spulen. Also wenn wir die
[56:01] Gesundheitskompetenz stärken. Dann müsst dann bedeutet das
[56:05] auch, dass wir die AI, also Artificial Intelligence,
[56:08] künstliche Intelligenz, bezogene Gesundheitskompetenz stärken.
[56:11] Wir müssen den Kindern und Jugendlichen natürlich
[56:13] beibringen, wie bedienen sie denn diese Plattform, wie
[56:16] funktionieren diese Plattformen, wie kann man vernünftige Prompts
[56:19] da eingeben, dass man zu den guten Ergebnissen kommt, und sie
[56:22] haben das ja gerade ganz, ganz. Fachmännisch ausgedrückt, dass
[56:26] man da solche Kommandos reintippen kann wie schau mir
[56:30] nur in bestimmten Fachzeitschriften
[56:32] evidenzbasiert, Peer Review Journals et cetera et cetera
[56:35] nach. Aber natürlich, das alleine ist
[56:37] keine Garantie, dass man dann auch die richtigen und guten
[56:40] Ergebnisse bekommt, obwohl die Funktion also je nachdem wofür
[56:44] man und welche dieser Plattform man benutzt, funktionieren die
[56:47] eigentlich schon ganz gut, aber natürlich, wir sehen immer noch
[56:50] diese Halluzination, wir sehen. Verdrehung von Tatsachen wir
[56:54] sehen beispielsweise, wie Quellen erfunden werden, die es
[56:58] nicht gibt. Und das müssen Kinder und
[56:59] Jugendliche natürlich wissen und sich mit dem Wissen, was sie
[57:03] dort bekommen, unabhängig dieser Plattform noch mal informieren.
[57:06] Aber ich glaube. Diese Plattformen sind jetzt
[57:09] gekommen, also die künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu
[57:12] bleiben und wird wahrscheinlich immer mehr und mehr und mehr
[57:16] Raum einnehmen und dominieren. Teilweise benutzen wir ja
[57:19] mittlerweile Suchmaschinen und neben den traditionellen
[57:22] Ergebnissen in der Liste wird uns davor werden uns davor
[57:26] Zusammenfassungen der KI angeboten.
[57:29] Es wird uns gleich gefragt, wollt ihr weiter in der in der
[57:32] Plattform KI Plattform weiter euch zu dem Thema.
[57:37] Informieren, dann wird man gleich weitergeleitet.
[57:39] Also mittlerweile, wenn man Suchmaschinen bedient, bekommt
[57:43] man sofort schon die KI Ergebnisse mitgeliefert, allein
[57:46] deswegen wird die KI eben genau für für diesen Fall um sich zu
[57:52] gesundheitlichen Themen zu zu informieren immer mehr Raum
[57:55] einnehmen. Das ist ein wichtiger Punkt am
[57:58] Ende unseres Gesprächs. Gibt es noch irgendetwas, von
[58:01] dem sie sagen, für die Menschen, die, die jetzt verstanden haben,
[58:05] was ist Gesundheitskompetenz, wie steht es?
[58:07] Darum in Deutschland, in Europa, gerade was Kinder aufwachsende
[58:12] Menschen angeht, aber eben auch ältere Menschen, zum Beispiel
[58:15] mit chronischen Erkrankungen etc.
[58:17] Gibt es noch etwas aus aus ihrem Forschungsfeld und auch aus dem,
[58:21] was sie vielleicht in der Zukunft beforschen werden, was
[58:24] Sie sagen, das müssten jetzt unsere, müsste unsere
[58:27] Communities Stay Young noch von ihnen hören.
[58:31] Ich glaube, das Allerwichtigste ist, dass wir in.
[58:34] In Bildung investieren dass wir keinen Raubbau mehr am
[58:38] Bildungssystem betreiben, hier bei uns und in jedem Land der
[58:41] Welt. Bildung ist Empowerment, Bildung
[58:43] ist das Allerwichtigste. Wir müssen in die Schulen, in
[58:46] die Infrastruktur, in die Lehrkräfteausbildung
[58:48] investieren. Unterricht darf nicht mehr
[58:50] ausfallen, wir brauchen viel mehr Lehrkräfte, qualitativ
[58:54] höherwertigeren Unterricht und müssen den Schulen alle
[58:58] Ressourcen zur Verfügung stellen, also den gesamten
[59:00] Bildungsbereich, damit die nächste Generation adäquat
[59:04] ausgebildet werden kann in der Schule, und ich glaub, das ist
[59:07] das allerwichtigste, wenn wir damit anfangen, ist das schon
[59:09] mal der erste Schritt und dabei müssen wir berücksichtigen, es
[59:12] gibt soziale Ungleichheiten, Verhaltens.
[59:15] Orientierte Maßnahmen allein werden nicht ausreichen.
[59:18] Wir müssen an den Verhältnissen ansetzen, an den
[59:20] Lebensbedingungen, an den Strukturen, in denen Menschen
[59:23] leben, aufwachsen, spielen, zur Schule gehen und so weiter und
[59:27] sofort, aber das wäre, glaube ich, ein guter erster Schritt.
[59:32] Ja, mit den Bolzplätzen und mit der Zuckersteuer.
[59:35] OK, vielen, vielen Dank also das war jetzt natürlich ein bisschen
[59:40] anspruchsvoll, aber ich glaube mal unsere.
[59:43] Stay Young Community ist so gesundheitskompetent, dass sie
[59:48] dieses Gespräch total spannend fanden.
[59:50] Und bevor ich mich jetzt verabschiede, die kleine
[59:52] Anregung für euch in liebe Community, ich plane eine Buch
[59:56] Edition zum Thema Prävention, jedes Buch ein Thema, die
[1:00:00] Autoren sind top Experten, ich bin die Herausgeberin und du
[1:00:03] kannst deine Fragen einbringen der Experte beantwortet etliche
[1:00:07] von denen dann im Buch Band 1 hormonersatztherapie also wenn.
[1:00:13] Wenn dir eine Frage auf den Nägeln brennt, die für viele
[1:00:16] Leser ihnen wichtig sein könnte, schreib sie mit.
[1:00:20] Egal sofort oder mit Speed oder auch übermorgen, schreib sie an
[1:00:25] Office at stayyang de vielen Dank und ich bedanke mich an den
[1:00:30] Professor für Gesundheitskompetenz an der TU
[1:00:32] München, der dort das neue Health Literacy Lab leitet.
[1:00:37] Orkan Okan, das war jetzt echt. Anspruchsvoll und ich hoffe, es
[1:00:42] sind ganz viele mitgegangen. Ich fand es super spannend,
[1:00:44] danke sehr. Ganz lieben Dank für die
[1:00:46] Einladung, Frau Ruge und das tolle Gespräch.
[1:00:49] Und ich mag ihre Idee der künstlichen Intelligenz.
[1:00:54] Vielleicht können wir sie damit ins Boot holen.
[1:00:56] Ganz. Doll unbedingt.
[1:00:58] Alles wird gut, aber nicht von alleine.
[1:01:01] Danke fürs zuhören, ich hoffe diese Folge hat dir gefallen.
[1:01:05] Weitere Informationen findest du wie immer in den Shownotes.
[1:01:09] Wenn du etwas in dieser Folge gelernt hast und diesen Podcast
[1:01:12] unterstützen möchtest, würde ich mich über eine Bewertung freuen.
[1:01:16] Damit hilfst du mir und anderen Zuhörern, dass dieser Podcast
[1:01:19] und seine Inhalte leichter gefunden werden.
[1:01:22] Besuch mich auch auf meinen anderen Kanälen bei Instagram,
[1:01:26] tik tok, Facebook oder youtube, ich freue mich immer über
[1:01:32] Feedback und weitere Fragen von dir, alles wird gut, aber nicht
[1:01:37] von alleine.

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