# Nina Ruge zu Gast bei LEBENSLAUF UNZENSIERT mit Peter Schels - Teil 1

An episode of [staYoung - Der Longevity-Podcast](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1729988637), 15 Feb 2026, 57 min.

Audio: https://traffic.megaphone.fm/APO6321663131.mp3

Heute teile ich einen Podcast mit euch, bei dem ich selbst zu Gast war. Ich danke der Redaktion von Al Dente Entertainment und Peter Schels sehr für die Einladung zu LEBENSLAUF UNZENSIERT. Es hat mich gefreut, in diesem Podcast so offen über meinen Weg, meine Herkunft undprägende Erfahrungen sprechen zu dürfen. In den beiden Folgen erzähle ich von meiner Kindheit, die stark vom Schicksal meiner Familie geprägt war, von meinem Vater und seiner jüdischen Herkunft – ein Thema, über das lange geschwiegen wurde. Ich spreche über einen entscheidenden Moment in meiner Jugend, der vieles verändert hat, und über meinen Weg von der angepassten Musterschülerin hin zu eigenen, manchmal unbequemen Entscheidungen. Mein beruflicher Weg führte mich vom Klassenzimmer insFernsehen – und immer wieder in neue Rollen und Aufgaben. Rückblickend sehe ich, wie sehr Brüche, Zweifel und Neuanfänge dazugehören. Vieles davon steht in keinem offiziellen Lebenslauf – und gerade darüber durfte ich hier sprechen. Ich hoffe, dass diese Einblicke Mut machen: Es gibt nichtden einen geradlinigen Weg. Jeder Lebensweg ist individuell – mit Umwegen, Herausforderungen und überraschenden Wendungen. LEBENSLAUF UNZENSIERT ist ein Podcast von Al DenteEntertainment. Peter Schels spricht mit erfolgreichen Persönlichkeiten darüber, wie sie zu denen wurden, die sie heute sind – über prägende Menschen, Erfolge, Niederlagenund die Geschichten hinter den Kulissen. Mehr über Al Dente Entertainment: Website: https://aldente-entertainment.com/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/al-dente-entertainment/ Instagram: https://www.instagram.com/aldenteentertainment/ DU SOLLST NICHT LANGWEILEN! – das ist die Mission vonAl Dente Entertainment. Die vielfach national und international ausgezeichnete Filmagentur aus Münchenproduziert seit 2004 Filme für Marken und Unternehmen – und seit einigen Jahren auch Audiocontent und Podcasts. Du interessierst dich für Gesunde Langlebigkeit(Longevity) und möchtest ein Leben lang gesund und fit bleiben, dann folge mirauch auf den sozialen Kanälen bei Instagram, TikTok, Facebook oder YouTube. https://www.instagram.com/nina.ruge.official https://www.tiktok.com/@nina.ruge.official https://www.facebook.com/NinaRugeOffiziell https://www.youtube.com/channel/UCOe2d1hLARB60z2hg039l9g STY-263

## Transcript

[0:00] Das ist al dente Entertainment. Ich spürte, ich muss raus aus
[0:07] dieser Enge, aus diesem sehr behüteten, sehr strengen, sehr
[0:12] wohlmeinenden Elternhaus. Und dann, von da an hatten meine
[0:16] Eltern echt ein Problem, das ist Lebenslauf unzensiert mit Peter
[0:24] Scheels, der Podcast mit ziemlich erfolgreichen Menschen
[0:28] wie sie wurden. Wer Sie heute sind?
[0:31] Diesmal Nina Ruge Teil 1. Bilder und Videos zur Folge
[0:38] findet Ihr in unserem Episodenpost auf Instagram.
[0:41] Unter al dente Entertainment. Und jetzt geht's los.
[0:48] Heute in Lebenslauf und zensiert.
[0:50] Eine Frau, die sich so manches nennen darf.
[0:54] Sie ist eine bekannte Moderatorin.
[0:57] Sie ist Autorin, sie ist natürlich podcasterin, sie ist
[1:01] Journalistin, sie ist studierte Biologin.
[1:04] Die Kette lässt sich wahrscheinlich noch beliebig
[1:06] weit erweitern, sie ist mittlerweile Expertin für ein
[1:09] Thema, das uns alle angeht und das immer populärer wird, nennt
[1:14] sich healthy longevity, es geht also um die wissenschaftliche
[1:18] Erforschung. Nicht nur, wie wir älter werden,
[1:21] sondern wie wir lange jung, fit und gesund bleiben.
[1:24] Dazu hat sie eine ganze Reihe Bücher schon geschrieben, jetzt
[1:27] auch ein ganz aktuelles. Sie war jahrelang das Gesicht
[1:32] von Leute heute im ZDF, und sie hat einen Satz geprägt, der
[1:35] wirklich ihr Signal Statement ist.
[1:37] Herzlich Willkommen, Nina Ruge. Alles wird gut.
[1:43] Hallo Peter. Nina alles wird gut, ich steige
[1:47] gleich mal ein mit einer, mit einer herben Frage.
[1:50] Dieses Statement geht dir das so locker über die Lippen in diesen
[1:54] Zeiten, in der die Welt irgendwie aus den Fugen geraten
[1:57] zu scheint. Ja, man muss ja alles in Kontext
[2:00] setzen. Und als ich damals in Leute
[2:03] heute mich verabschiedet habe, alles wird gut, habe ich das
[2:06] nicht gesagt, beispielsweise in Zeiten kriegerischer
[2:08] Auseinandersetzungen und. Und das ist natürlich, das kann
[2:11] man nicht auf alle Kontexte übertragen, sondern es ist eine
[2:13] Haltung zum Leben. Wenn du dein Bestes gibst und
[2:18] aus dem lernst, wenn du gestolpert bist und wieder
[2:20] aufstehst. Und wenn du dich als Teil eines
[2:22] ganz großen Ganzen, das eine große Kraft ist, verstehst,
[2:27] jetzt wären wir ein bisschen spirituell, dann wird alles gut,
[2:31] dann hat alles seinen Sinn. Ist es deine Haltung auch?
[2:35] Ja, sonst hätte ich es nicht gesagt.
[2:37] Aber ich habe sie jetzt ein bisschen verändert, Dank eines
[2:39] wirklich. Wie ich finde, sehr kreativen
[2:44] Zuschauers. Der hat mir während der covid
[2:47] Zeit, da habe ich ja schon längst nicht mehr Leute heute
[2:49] moderiert, der hat mir geschrieben, also ich habe eine
[2:53] veritable Depression gehabt während Covid, und ich habe das
[2:57] meines Erachtens nur deshalb überlebt, weil ich immer alles
[3:00] wird, gut gesagt habe und mir das auf dem Bildschirmschoner
[3:02] geschrieben habe und überhaupt, aber meinen Sie nicht, Frau
[3:05] Ruge, sollten wir wir, hat er gesagt.
[3:08] Nicht doch noch 4 Worte dazu setzen, aber nicht von alleine.
[3:13] Alles wird gut, aber nicht von alleine, musste echt schon was
[3:17] dafür tun, hab ich gesagt, super passt genau zu healthy Long
[3:20] gevity und seitdem gibt's von mir immer nur noch diese beiden
[3:25] Sätze im Doppelpack. Die lange Variante, so eine
[3:27] positive Affirmation, aber auch gleichzeitig eine Aufforderung.
[3:31] Ja, tu was. Dafür sei kein Opfer, komm nicht
[3:34] in die Opferrolle, ich denke, das ist.
[3:37] Für viele auch gerade heute ein mega Thema, das sich bewusst zu
[3:43] machen wie, wie kann das passieren, dass ich jetzt
[3:46] plötzlich mich so ohnmächtig fühle?
[3:48] Muss das so sein oder kann ich zurück in den Driver Seed meines
[3:51] Lebens? Also ich möchte jetzt nicht zu
[3:53] sehr, dass du dich versucht fühlst, jetzt von einer
[3:56] Lebensweisheit in die nächste zu kommen, die man sich dann aufs
[3:59] Kopfweise sticken kann, aber tatsächlich gerne.
[4:03] Was rufst du denn den Menschen zu, die so ein bisschen.
[4:07] Die Verzweiflung in sich spüren und diese Ohnmacht, die du
[4:10] gerade beschrieben hast, also gerade vor dem Hintergrund, dass
[4:13] man den Fernseher einschaltet und das Gefühl hat, jeden Tag
[4:16] toppt sich noch mal was in die negative Richtung.
[4:20] Ja, ha, wir leben jetzt, denke ich tatsächlich.
[4:26] Die Vokabel Zeitenwende ist ja schon ein bisschen abgegriffen,
[4:30] aber wir leben in Zeiten, in denen wir all das, was die
[4:34] letzten, sagen wir mal 70 Jahre. So alt bin ich zum Glück noch
[4:38] nicht ganz, aber fast geprägt hat verlieren nämlich diesen
[4:44] Zukunftsoptimismus. Es ging ja immer besser, immer
[4:49] weiter, immer schneller, irrsinnige Entwicklungen, ja
[4:52] gut, dann gab es halt 9 / 11, das war der Horror, es gab auch
[4:55] die Finanzmarktkrise, es gab auch den Irakkrieg, aber es für
[5:00] uns in unseren westlichen europäischen Breiten.
[5:05] Ging es ja eigentlich immer nach oben und das ändert sich jetzt.
[5:08] Die Bedrohung rückt näher, die rückt auch Ottomar näher und wir
[5:14] haben es mit Autokraten zu tun, die überhaupt nicht mehr hinter
[5:18] dem Berg halten, was sie an Absichten haben, auch bezüglich
[5:23] Eroberungen in Europa. Von daher ist es natürlich
[5:28] völlig gaga zu sagen, alles wird gut und zum zweiten.
[5:33] Habe keine Ohnmachtsgefühle, denn genau das, was wir jetzt
[5:37] erleben. Wir haben kriegerische
[5:39] Auseinandersetzungen, die wir nicht steuern können, das ist
[5:44] Setup für Ohnmacht, aber sich bewusst zu werden, dass wir in
[5:49] unserem Umfeld und dass wir eben aufgerufen sind, das zu tun für
[5:56] die anderen in unserem Umfeld und für uns selbst, was uns
[6:01] helfen kann, solche. Extremen Stimmungsveränderungen
[6:07] und auch Situationsveränderungen Bedrohungsveränderungen zu
[6:12] managen, das muss ich jetzt wirklich so cool sagen, weil
[6:15] managen bedeutet, ich schaue es mir an, ich verdränge es nicht.
[6:19] Viele sagen ja, ich mache den Fernseher nicht mehr an, sondern
[6:22] ich schaue es mir an, aber in der Dosis, die ich gut vertrage,
[6:25] ich muss selber sagen, ich habe früher viel mehr Nachrichten
[6:28] geschaut und. Und dann bin viel mehr
[6:30] Newsjunkie gewesen. Heute mache ich ganz gezielt
[6:34] Hintergrundinformationen, dann punktuiert und ganz klar die
[6:39] Tagesnachrichten, aber ich lasse mir viel mehr Raum für andere
[6:44] Bereiche, also sich tatsächlich in die Lage zu versetzen und
[6:48] möglichst gemeinsam mit anderen sich das auch bewusst zu machen.
[6:52] Wie können wir mit dieser Situation mental umgehen, und
[6:57] das können wir auch ganz praktisch tun.
[6:59] Das bedeutet, aus der Ohnmacht in den Driver Seed.
[7:03] Also auch ein bisschen, sich zu überlegen, was kann ich konkret
[7:06] selbst tun, worauf habe ich noch Einfluss, richtig.
[7:09] Ja, ja, das hat zum Beispiel auch zum Inhalt, dass man
[7:16] schaut, wie können wir uns so informieren, dass wir auf die
[7:22] andere Seite sehen. Jetzt nehmen wir ein Beispiel,
[7:25] Iran und Israel. Gibt doch einige Experten
[7:31] Militärexperten, die sagen, Hey, vielleicht schaffen es die
[7:36] Israelis mit einem gewissen Rückhalt der Amerikaner, ohne
[7:41] dass die Amerikaner in den Krieg eintreten, das Mullah Regime zu
[7:45] zerstören. Was hätte das für Konsequenzen,
[7:49] was wäre das für eine Befreiung für die Welt, das wäre für die
[7:54] arabische Welt natürlich erstmal.
[7:57] Unheimlich shaky, aber für den Weltfrieden wahrscheinlich ein
[8:02] mega Thema. Also setz dich auch damit
[8:04] auseinander, wo gibt es, wo gibt es Funken der Hoffnung, das ist
[8:07] jetzt aber das kann ich nicht steuern, ich kann nur sagen setz
[8:10] dich damit auch mal auseinander und schau, dass du vieles tust
[8:16] um dich mental zu stärken und das heißt sich nicht Social
[8:21] Media und all dem was an Hysterisierung.
[8:25] Dort läuft sich dem nicht einfach auszusetzen, sondern
[8:30] sehr, sehr rational und nüchtern auf die weltpolitische Lage zu
[8:35] schauen und alle von der Bettkante zu schubsen, die
[8:37] versuchen dich mit Panik und Horror dazu zu bringen, dass du
[8:42] bei dem Kanal bleibst oder die und die Produkte dann letztlich
[8:45] die da beworben werden, auch noch kaufst.
[8:47] Ist natürlich leichter gesagt als getan, wenn ich auf mich
[8:50] selbst schaue. Ich klebe dann auch am Handy und
[8:52] denke mir, aber da kommt jetzt gerade wieder irgendeine Push
[8:54] Nachricht rein. Ist unglaublich schwer, sich dem
[8:56] zu entziehen. Aber ja.
[8:58] Das ist Medienkompetenz. Genau die.
[8:59] Medienkompetenz heute bist du bei uns bei Lebenslauf und
[9:04] zensiert. Das ist ein Format, wo wir über
[9:06] die Menschen sprechen, wie sie wurden, wer du heute bist.
[9:09] Eben auch das heißt, es geht wirklich um dich, um dein Leben,
[9:13] weil manches weiß man über dich, aber viele wissen wahrscheinlich
[9:17] gar nichts über dich, vor allem, wenn es auch um deine
[9:19] Vergangenheit geht und ich bin wirklich gespannt und neugierig,
[9:22] was du uns heute zu erzählen hast.
[9:25] Lass uns mal ganz vorne anfangen.
[9:27] Du bist geboren in München. Jawohl, im Rotkreuz Krankenhaus
[9:35] am 2408 1956. Rotkreuz Krankenhaus in
[9:39] Nymphenburg korrekt, wie ging es denn dann weiter?
[9:44] Erzähl doch mal was über deine Eltern.
[9:46] Naja, das war ein Start mit Schatten, muss man einfach
[9:52] sagen, weil. Meine Mutter hatte war
[9:55] Medizinstudentin, war eine unglaublich starke Frau.
[10:00] Die kam aus einem Elternhaus im Wedding, Berlin, Kleine
[10:05] Buchdruckerei, Eltern haben gesagt, das ist unsere einzige
[10:08] Tochter, Mädchen brauchen nicht zu studieren, die braucht auch
[10:11] kein Abitur, sie durfte also das nicht machen, hat dann die
[10:14] Höhere Handelsschule gemacht und ist dann, weil sie unbedingt
[10:17] Medizin studieren wollte. In die Abendschule gegangen, hat
[10:20] das Abitur nachgemacht und hat dann ihren großen Traum
[10:23] verwirklicht, Medizin zu studieren und dann, als sie mit
[10:25] mir im vierten Monat schwanger war, bekam sie die Diagnose
[10:29] schwarzer Hautkrebs am Bein und die Lymphknoten drumherum schon
[10:34] befallen. Sie wusste als Medizinstudentin,
[10:38] die kurz vor dem Abschluss stand, was das bedeutet.
[10:41] Und die Ärzte haben ihr gesagt, Treiben sie das Kind ab, dann
[10:45] dann operieren wir jetzt möglichst schnell und sie hat
[10:47] gesagt, ich habe ja eh keine Chance, ich trage das Kind aus,
[10:51] das hat sie getan, hat sich dann von der von der Geburt erholt
[10:55] und ist dann in die Uniklinik nach Heidelberg und wurde dort 8
[11:01] Stunden lang operiert und hatte laut Angaben meines Vaters, der
[11:07] dann sagte, Ja, der Professor hat mir gesagt, Kaufen sie Ihrer
[11:09] Frau noch ein paar schöne Kleider und.
[11:13] Schwarzer Hautkrebs ist einfach, wenn der schon ansatzweise
[11:17] metastasiert hat, ist einfach Horror und so bin ich ins
[11:23] Säuglingsheim gekommen, in die ersten Wochen und mein Vater hat
[11:26] sich um meine 5 Jahre ältere Schwester gekümmert, bis meine
[11:30] Mutter so einigermaßen von dieser Riesenoperation sich
[11:33] erholt hatte und zurückkam. Und dann?
[11:35] Mutter von 2 Kindern war und niemand hat uns davon erzählt.
[11:39] Meine Eltern wollten uns erstens nicht belasten und zweitens
[11:44] wollten sie auch nicht, dass wir quatschen irgendwann und dann
[11:46] die Leute sagen, ah, hast du schon gehört, die ist doch die
[11:48] ist doch krebskrank gewesen und dann Sohn Krebs, oh Gott, dass
[11:51] Sie das überlebt hat, das wollten die alles vermeiden,
[11:53] deshalb haben sie uns auch nichts erzählt, ich hab das erst
[11:56] erfahren als ich 18 war so das ist der Staat, aber ich hab was
[12:00] ich gespürt hab, das ist unterschwellig.
[12:03] Also erstens war ich ein wahnsinnig ängstliches Kind und
[12:06] ich meine, dass Hausfrauen psychologisch durchaus damit
[12:10] verbinden zu können, dass meine Mutter hatte Angst.
[12:13] Natürlich, sie ging davon aus, dass der Krebs zurückkam.
[12:18] Der kam aber nicht zurück, das ist wirklich ein Wunder gewesen,
[12:23] aber sie hat sich dem nicht, also es gab ja damals keine
[12:28] psychologische Unterstützung, es gab gar nichts, sie hat das
[12:31] einfach weggesteckt. Und das mit einer Größe.
[12:35] Wirklich, muss man sagen, und ich habe aber irgendwie was
[12:38] gespürt, bei uns war irgendwas anders.
[12:40] Ich habe dann in einem meiner Bücher geschrieben, es war bei
[12:43] uns, irgendwie hatte alles ein bisschen weniger Farben, es war
[12:46] so ein Gespenst, das saß hinter dem Vorhang, und das hatte den
[12:49] Vornamen Angst und im Nachnamen Verdrängung, und das machte mich
[12:53] unsicher, ich war total unsicher, ich hing immer an
[12:56] Mamas rockzipfel, man wusste ja nicht, was passiert, ich bin
[12:59] nicht alleine auf die Straße gegangen und so.
[13:02] Ich hatte ganz große Angst vor dem Radfahren, vor allem, was
[13:04] sich bewegte. Das habe ich übrigens bis heute
[13:07] und war meine Schwester dagegen 5 Jahre älter eben, war eher so
[13:11] ein Haudegen und unheimlich mutig, hat alles gemacht, was
[13:16] sich an Blödsinn auch ergeben hat, ich ich das totale
[13:20] Gegenteil, ich denke es hat ein bisschen bisschen was damit zu
[13:23] tun. Also jetzt werde ich zum
[13:25] Küchenpsychologen. Verzeih mir das bitte.
[13:28] Natürlich der erste Gedanke, der mir dann einfällt ist A.
[13:32] Warum war es nicht genau andersrum?
[13:34] Also man sollte doch annehmen, da gibt es so ein carpedie
[13:36] Momentum, dass man sagt, jetzt muss das Leben erst recht
[13:40] genossen werden, das hat aber offensichtlich nicht so ganz
[13:43] hingehauen, weil die Angst zu uns ist.
[13:45] Meine Mutter. Ich weiß nicht, wie es für dich
[13:50] wäre. Wenn du zum Beispiel
[13:52] Bauchspeicheldrüsenkrebsdiagnose hättest, und das hat dieselbe
[13:56] Prognose, also 10 Jahres überleben gar nicht 5 Jahres
[14:00] überleben 10% und die nächsten 5 Monate vielleicht, und das ist
[14:06] beim schwarzen Hautkrebs ähnlich, also schon damals, vor
[14:10] allem heute, gibt es ja schon sehr gute Therapien, dass du
[14:14] eine Chance hast. Für sie war das das Todesurteil.
[14:18] Und dann zu sagen Karpidieren weiß ich nicht, ob du das
[14:20] schaffst. Das ist natürlich nur so eine
[14:23] Überlegung, dass man denkt, dass man das Bewusstsein des Lebens
[14:26] plötzlich wieder spürt und deine, deine Mutter, muss ja
[14:29] allein aufgrund dessen, was du gerade erzählt hast, eine
[14:33] unglaubliche Kämpferin gewesen sein, weil das zu den damaligen
[14:38] Zeiten sicherlich alles andere als einfach war, dass sie das
[14:42] geschafft hat. Das Medizinstudium auch noch zu
[14:45] erreichen und abzuschließen, trotz aller Widrigkeiten und
[14:48] Widerstände, allein das ist ja eine bewundernswerte und eigene
[14:51] Geschichte, wahrscheinlich für sich.
[14:54] Ich denke mir bei dir, der du jetzt mittlerweile wirklich in
[14:58] den höchsten Regalen bist und reingreifst, wenn es um das
[15:01] Thema Healthy Long Gepety geht und wo du permanent auch mit
[15:04] Koryphäen zu tun hast und im medizinischen Diskurs einfach
[15:09] völlig bestehst, frage ich mich, warum hast du eigentlich nie
[15:11] Medizin studiert? Meine Schwester hat Medizin
[15:14] studiert und das reichte eigentlich.
[15:17] Mein Vater wollte unbedingt, er war Maschinenbauprofessor, dass
[15:20] ich Mathematik und Physik im Abi mache, das hat hat er mir so
[15:23] ganz früh gesagt und ich hab gesagt, ist OK, dann war ich auf
[15:27] dem Mädchengymnasium und hab Leistungskurs Mathe, Physik
[15:29] gemacht, wir gehörten zu dem zweiten Jahrgang, der darin dann
[15:32] auch Abitur gemacht hat, und es hat mich total fasziniert und
[15:36] hab ich wahnsinnig gerne gemacht, auch noch Biologie
[15:38] dazu, und als ich dann n Abi hatte, da war ich 17.
[15:42] Hab ich gesagt, ich will eigentlich gerne Architektur
[15:45] studieren, das war so mein großer Traum, das war so n
[15:47] bisschen, es war kreativ und es war gleichzeitig Technik und so
[15:52] und dann, weil wir eben der zweite Jahrgang waren an dieser
[15:55] Mädchenschule in Braunschweig, die dieses Mathe, Physik ins ins
[15:58] Zentrum gestellt hatten, gab es vom Rotary Club eine Einladung
[16:03] an uns Mädchen zu einem Buffet. Ich hatte bis dahin noch nie so
[16:07] n Buffet Event erlebt. Und da waren die verschiedenen
[16:12] Berufsgruppen vertreten und sollten uns zeigen, was uns so
[16:16] Interessierte, wie wie wir das so ganz praktisch dann, wie dann
[16:19] der Alltag aussehen würde, hab ich den Architekten gefragt, ob
[16:22] er, ob er mich denn mal mitnehmen würde auf seine
[16:24] Baustellen und so hat er gesagt, ja, mach ich gerne, ich also mit
[16:28] ihm einen Tag lang über war so n Industriebau Architekt.
[16:32] Werde ich nie vergessen. Fand ich total spannend, habe
[16:35] ich gesagt, das mache ich und abends kamen wir in sein Büro.
[16:37] Es war ein großes Büro, ich werde auch nie vergessen, da war
[16:40] ein langer Tisch und auf beiden Seiten saßen ganz viele Frauen
[16:44] und zeichneten und dann habe ich gesagt, Oh, sie haben ja hier so
[16:47] ganz viele Zeichnerinnen, da sagte er, nee, nee, das sind
[16:50] Architektinnen, habe ich gesagt, aber warum sind die denn nicht
[16:53] an der Baustelle? Ja, da schaffen die das nicht
[16:56] hin, sagte der, Es gibt ja keine Architektin, keine leitende
[16:59] führende Architektin weltweit. Es war damals so.
[17:03] Daraufhin habe ich an dem Tag entschieden, Architektur, nein
[17:08] danke, du wolltest. Auf die Baustelle.
[17:10] Ich. Wollte das einfach selber
[17:12] verantworten selber machen. Ich war damals schon im Alter wo
[17:15] ich nicht mehr so schüchtern war.
[17:17] Ja. Also ich habe nicht Medizin
[17:20] studiert und dann auch nicht Architektur.
[17:23] Lass uns kurz noch über deinen Vater sprechen, der ist
[17:26] jüdischer Herkunft, richtig? Nach Nazi.
[17:30] Jargon Halbjude seine Mutter war Jüdin, hat überlebt, ein Teil
[17:36] seiner Familie hat nicht überlebt, Theresienstadt etc.
[17:41] Viele sind emigriert, es war so eine eine Bankerfamilie unter
[17:47] anderem, und er selber wurde verschleppt.
[17:54] Er wurde zunächst, weil er Maschinenbau studieren wollte,
[17:57] aber er durfte, er musste Judenstern tragen.
[18:00] Konnte gerade noch Abitur machen.
[18:01] Er ist Jahrgang 21, konnte gerade Abitur noch machen mit
[18:06] Judenstern, durfte dann aber nicht studieren und so, aber er
[18:09] hat dann eine Lehre als Maschinenbauschlosser gemacht,
[18:14] er hat mir damals gesagt, also warum wir das Land nicht
[18:16] verlassen haben, wir konnten uns das alles nicht vorstellen, wir
[18:20] konnten es uns einfach nicht vorstellen, gut, und weil er
[18:23] diese Maschinenbaulehre gemacht hat, wurde er dann in einem
[18:27] kriegswichtigen Betrieb. Unabkömmlich, das heißt, er
[18:30] konnte erst mal als Maschinenbauschlosser dort
[18:34] arbeiten, wurde dann aber in einem Viehtransporter ebenfalls
[18:40] verschleppt, in ein Lager nach Frankreich.
[18:44] Die Organisation Todd, so hieß die, war dafür verantwortlich,
[18:48] den Westwall zu bauen, gegen die Invasion der Briten und
[18:52] Amerikaner, und das war eine Höllenarbeit, die haben also
[18:57] mit. Einfach nackten Händen haben die
[19:02] Betonwelle gebaut. Unglaublich sind sehr viele
[19:07] gestorben, sehr viele krank geworden, ja, er hat es
[19:10] überlebt, weil er er wurde sehr krank, er hatte glaube ich
[19:14] Diphtherie, Lungenentzündung noch etwas zusammen und er hatte
[19:18] durch eine eine Chance in die Obere Heeresleitung, ich weiß
[19:24] nicht mehr genau wie es war. In seinem Buch steht es.
[19:26] Durfte er kurz mal in ein Krankenlager und von da aus ist
[19:31] er entkommen und ist dann nach Berlin.
[19:34] Also wollte nach Berlin, gab keine Chance, ist dann Ende des
[19:38] Krieges in einem Kalilager hat er sich versteckt, auf jeden
[19:42] Fall hat er das Ende des Krieges unversehrt überlebt und kehrte
[19:48] dann, wollte dann in die USA emigrieren, viele seiner Freunde
[19:52] waren schon, die es überlebt hatten.
[19:54] Waren schon immigriert, aber er hat halt hätte die
[19:57] Staatsbürgerschaft aufgeben müssen und hatte keine Bürgen.
[20:00] Das heißt er wäre als Staatenloser in die USA und das
[20:04] wollte er nicht, das heißt er hat dann die Chance wahrgenommen
[20:07] und hat ein Studium des Maschinenbaus gestartet, hat das
[20:11] ganz schnell abgeschlossen und dann eine wirklich denke ich
[20:14] sehr große Karriere als Professor für Maschinenbau
[20:18] gemacht. Bedeutet also, dass sowohl deine
[20:21] Mutter als auch dein Vater wirklich.
[20:24] Eine Geschichte hatten zu dem Zeitpunkt, als Du auf die Welt
[20:28] gekommen bist, die Geschichte mit den gesundheitlichen
[20:32] Schwierigkeiten deiner Mama hast du erst später erfahren.
[20:35] Hast du gesagt, wie war es denn mit deinem Vater, wann hat er
[20:37] dir erzählt, wie das damals war? Auch als ich 18 war.
[20:41] Also ich wusste es nicht, auch er wollte nicht, dass meine
[20:44] Schwester und ich darüber reden, denn er hat sich gesagt, wenn
[20:47] ich mich schon entscheide. In diesem Land zu bleiben, dann
[20:50] will ich ein Teil dieser Gesellschaft sein, wie jeder
[20:53] andere auch und will nicht dieses A.
[20:57] Jude A hat das den Holocaust überlebt, und der war nicht
[21:01] jüdischen Glaubens, er war evangelisch getauft, er sagt bei
[21:04] den Hugo Notten ist ja auch nicht immer gesagt worden, ich
[21:07] war mal Hugo Notte, natürlich gab es da auch keinen Holocaust
[21:10] in dieser Form, aber ihm war das sehr, sehr wichtig, dass wir da
[21:13] nicht drüber, es hat lange gedauert, ich erinnere mich
[21:15] noch. Ich war bei Biolek in der
[21:18] Talkshow, da war ich schon längst heute Journal oder bei
[21:22] der Sendung heute Nacht. Da hat Biolek gefragt, sag mal,
[21:27] dürfen wir mal ein bisschen in deiner Geschichte wühlen, und da
[21:30] habe ich meinen Vater gefragt, darf ich über diese Geschichte
[21:32] sprechen in der Öffentlichkeit, und da hat er gesagt, ja, jetzt
[21:36] ist so viel Zeit vergangen, die Spree oder auch die Isar
[21:41] Runtergeflossen damals wohnte er dann in München.
[21:46] Das kannst du machen und. Beides hast du erfahren mit dem
[21:49] 18. Lebensjahr war das in einem
[21:51] großen Gespräch, wo dann plötzlich die ganze Wahrheit
[21:53] rauskam, oder war das so n Momentum ich?
[21:56] Hatte als ich 18 war, kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern und
[22:00] so kam es eigentlich. Ich kann mich gar nicht an
[22:02] einen. Besonderen Moment, wo sie mir
[22:05] das alles erzählten, erinnern. Mein Vater war immer wahnsinnig
[22:09] allergisch, ich war eine Ultralinke zu der Zeit und habe
[22:12] immer von den bösen Zionisten über die bösen Zionisten
[22:15] geschimpft, wie ja heute die Linke auch Israel als Feindbild
[22:18] hat, und mein Vater war da so sensibel und so sauer, hat mir
[22:23] aber nicht gesagt warum, dann habe ich es verstanden und auch
[22:27] meine Mutter, das war nicht interessant, ich hatte mal
[22:30] dieses Lied von enyo Morricone, ich spiel mir das Lied vom Tod,
[22:34] das fand ich so cool, das hab ich rauf und runter gehört und
[22:38] meine Mutter hat immer gesagt, Hör dir das nicht an, ich find
[22:40] das schrecklich das mit der. Mundharmonika, also diese
[22:43] Variante. Ja, genau.
[22:44] Mein. Alter Hund hat immer Gejault
[22:46] dazu, wenn wir das aufgelegt haben.
[22:48] Ja, der war halt auch unvoreingenommen.
[22:50] Aber meine meine Mutter fühlte sich da unmittelbar berührt,
[22:56] selbstverständlich. Und so habe ich an solchen
[22:59] Reaktionen habe ich im Nachhinein gesehen, ah, ja,
[23:02] jetzt verstehe ich das, als ich als ich Teenager war, habe ich
[23:08] es nicht kapiert, was. Warst du für einen Teenager?
[23:10] Wie warst du in der Schule? Zuallererst mal.
[23:13] Ich war total brav. Ich war immer ganz gut in der
[23:17] Schule, ich in Bayern in der Volksschule, ich bin in
[23:21] Unterpfaffenhofen in die Schule gegangen, das ist bei München
[23:25] dort. War es damals noch so, dass die
[23:28] besten in der 1. Reihe saßen und je schlechter du
[23:30] warst, desto weiter hinten hast du gesessen.
[23:33] Heute würde man es genau umgekehrt machen, um die
[23:35] Schlechten zu fördern. Nein, damals war es umgekehrt
[23:37] und man musste auch immer aufstehen, wenn man mit dem
[23:40] Lehrer sprach und all solche Dinge morgens haben wir immer
[23:43] die bayerische Nationalhymne im Chor gesungen und ich saß also
[23:48] mal vorne und da ich so brav war, durfte ich dann auch.
[23:52] So Sonderaufgaben übernehmen. Ich habe dann also immer das
[23:54] Klassenbuch durch, das durch die Schule getragen, oder ich weiß
[23:57] nicht was ja, also ich war die Musterschülerin und galt als
[24:01] Streberin, weil ich auch immer alle Hausaufgaben machte und nie
[24:05] fehlte und all das und hatte nur gute Noten, nur gute Noten und
[24:11] dann hat mein Vater einen Ruf eben an die Uni tu Braunschweig
[24:15] angenommen und das heißt, wir sind als ich 9 Jahre alt war
[24:18] nach Braunschweig gezogen, das war für mich ein echter Schock.
[24:22] Weil Bayern und dieses Blau weiße Himmel und weiß, blau und
[24:28] ja, wir wohnten so schön am Wald, hatte ganz tolle Freunde
[24:32] und dann nach in dieses Braunschweig in der Wohnung
[24:36] Mietwohnung da in der Nähe von der Uni und es war immer grau
[24:40] und Leute waren ganz anders drauf.
[24:43] Also ich war echt in der Krise und kam in die vierte Klasse
[24:48] damals. Hab n halbes Jahr übersprungen,
[24:51] weil da n anderer Einschulungstermin war und hatte
[24:53] plötzlich nur noch Einser auf dem Zeugnis, weil die Schule in
[24:56] Bayern so viel anspruchsvoller war, hab ich das alles mit links
[25:00] gemacht und dann kam ich in diese Mädchenschule.
[25:03] Meine Eltern wollten, dass ich in dieses Mädchengymnasium ina
[25:06] Seidel gehe und dann war ich auch noch in den ersten Jahren
[25:10] die brave, angepasste und dann, als die Hormone kamen, ich denk
[25:14] mal das war so mit 12. Da ging das so langsam los, dass
[25:18] ich mal so andere Sachen. Ich wollte keine Zöpfe und ich
[25:21] wollte auch keine Faltenröcke und solche Sachen, sondern ich
[25:24] wollte mal gucken, was es sonst noch so gibt in der Welt und das
[25:27] gab es aus Braunschweig, es war ja so n Randgebiet, da war ja
[25:30] der Hund begraben, da gab es nicht so viel und dann so mit
[25:34] 13, da habe ich mir irgendwann mal an die Wand geschrieben, ich
[25:38] weiß nicht, wo ich das her hatte, wo die Angst ist, geht es
[25:42] lang. Stand Fett an der Wand bei mir
[25:45] im Kinderzimmer, also geht dahin, wovor du Angst hast.
[25:50] Und das habe ich dann auch gemacht.
[25:52] Wo das herkam, kann ich nicht sagen, es war einfach da und
[25:56] hatte so ein initialerlebnis ich war im Braunschweiger Kinder und
[26:02] Jugendchor im Sopran, habe wahnsinnig gerne gesungen, wir
[26:06] haben auch internationale Wettbewerbe besucht und da sind
[26:10] wir auch nach London. Ich also 13 und die anderen
[26:14] waren älter. Das war dann.
[26:16] Praktisch in den in den Sixtys in den Late Sixtys die beste
[26:19] Zeit verloren und sozusagen 9 und. 60 genau, und dann waren
[26:23] wir in einem Studentenwohnheim, die Studenten waren in
[26:27] Semesterferien und dort durften wir übernachten und dann sah ich
[26:30] da so in den Zimmern, ein Paar waren noch da, die haben dann
[26:33] Musik gemacht, die haben irgendwie so Beatles gehört und
[26:37] sowas, was ich, was ja gar nicht so zu meinem Kanon gehörte, den
[26:40] ich da. In Braunschweig erlebt habe und
[26:43] habe gedacht, Oh, das macht mich total an.
[26:45] Und der Direktor, der Dirigent sozusagen.
[26:50] Unseres Kurs war ein sehr, sehr aufgeschlossener, toller Mann,
[26:54] der hat gesagt, so und jetzt gehen wir mal in ein Musical und
[26:58] die Nina, die, die schummeln wir rein, denn das war ab 16 und
[27:03] mich haben sie eben als 16 ausgegeben.
[27:07] Und ich hab meine Zöpfe aufgemacht und hatte halt lange
[27:09] Haare und so und hab mir ein t Shirt gekauft vorher.
[27:13] Ich wusste gar nicht wie man das schreibt, ich hab meinen Eltern
[27:15] ne Postkarte geschickt und da steht dann TEA also t Shirt mit
[27:21] mit ö mit wenn war ich OK damals gab es halt t Shirts in bei uns
[27:27] in Braunschweig noch nicht ich hatte also dieses tolle t Shirt
[27:30] an und diese langen Haare so und dann gingen wir da rein und
[27:33] aquarius das war für mich eine. Ich weiß auch nicht, es war eine
[27:39] Befreiung, ein Hippie. Musical es war.
[27:42] Hippie, Musical und die Mädels tanzten wirklich mit nacktem
[27:45] Oberkörper. Auf der Bühne hatte ich noch nie
[27:47] gesehen und dann hatten die da so einen Sänger mit langen
[27:51] Haaren und natürlich auch mit nacktem Oberkörper und den fand
[27:54] ich so wahnsinnig toll und ich stand ziemlich weit vorne und am
[27:58] Ende, als dann aquarious noch mal Refrain kam, hat er mich auf
[28:03] die Bühne geholt und. Und ich musste mit dem da stehen
[28:06] und mitsingen und tanzen. Und ich war, ich war wie auf
[28:10] Droge, das hat mein Leben verändert.
[28:13] Von da an war ich ein anderer Mensch und spürte, ich muss raus
[28:19] aus dieser Enge, aus diesem sehr behüteten, sehr strengen, sehr
[28:24] wohlmeinenden Elternhaus, und dann, von da an hatten meine
[28:28] Eltern echt ein Problem, also ich kaufte mir dann Jeans.
[28:32] Musste dafür natürlich arbeiten. Nebenbei kaufte mir Boots, also
[28:38] diese, wie hießen die, wie hießen die, das Waren so
[28:40] Geschnürte Boots und n. Parker so so.
[28:44] Mit Fransen dran wahrscheinlich oder solche Dinger.
[28:47] Nee, die hatten. Noch keine Fransen und so.
[28:49] Und ja, also meine Eltern waren völlig fertig und dann beginnen
[28:53] wir gar nicht erst mal mit so n bisschen Drogen probieren.
[28:56] Habe es nie zu den wirklich harten Drogen geschafft.
[29:00] In Häkchen zynisch gesprochen. Mir hat es gereicht mit den
[29:03] ganzen Jungs, da immer im Park zu sitzen und ein bisschen zu
[29:06] kiffen, dann hat das irgendwie eine Gruppe von städtischen
[29:12] Aufsehern mitgekriegt, sind dann zu meinen Eltern, haben gesagt,
[29:15] Oh ihre Tochter wissen sie eigentlich, daraufhin gab es,
[29:19] wollten die mich ins Internat stecken, haben aber kein
[29:21] Internat gefunden, das streng genug war, so dass ich da nicht
[29:23] ausbüchsen konnte, also das ging dann richtig.
[29:26] Ins Eingemachte. Bis ich dann mit 17 Abitur
[29:29] machte, habe ich dann alles an Karten gezogen, die meine Eltern
[29:33] provozieren konnten, um mich zu befreien, um zu kapieren, wo
[29:37] fange ich eigentlich an und wo höre ich auf, ich will nicht das
[29:43] übernehmen, was die wollen, sondern ich will das tun, was
[29:45] ich bin, aber ich weiß gar nicht, wer ich bin und so kam
[29:48] das, dass ich dann relativ früh, weil ich halt blond war, lange
[29:53] Haare hatte und so. Auch viele Jungs Geschichten
[29:57] hatte die meine Eltern zum Glück nicht mitkriegten und dann mit
[30:01] dem mit dem Chef vom KBW in Braunschweig, der war Student,
[30:06] KBW, KOMMUNISTISCHER Bund Westdeutschlands.
[30:09] Mit dem Verhältnis hatte und da war ich 16 und dann zum Glück
[30:15] habe ich mir aber schon auf die Hand geschrieben, die Anzahl der
[30:18] Tage bis ich ausziehen konnte zu Hause.
[30:21] Dann hat mein Vater mich enterbt an dem Tag, als ich ausgezogen
[30:24] bin in eine Wohngemeinschaft und hab dann mit meinem neuen Freund
[30:30] bin ich in diese Wohngemeinschaft gezogen und hab
[30:32] dann einfach so mal das studiert.
[30:35] Ich war überhaupt nicht karriereorientiert, was ich
[30:37] interessant fand, hatte mich für ein Kunststudium beworben, an
[30:40] der Kunsthochschule in Braunschweig, da hätte ich aber
[30:42] 1,7 Abi schnitt gebraucht, hat aber 1,8.
[30:47] Und dann habe ich gesagt, OK, dann studierst du die Fächer,
[30:49] die dich interessieren, Deutsch und Biologie, dass das ein
[30:52] ziemlich anspruchsvolles Studium war.
[30:54] An der TU, war mir nicht so ganz klar, weil für Deutsch braucht
[30:58] es ja ziemlich viel Geschichte und für Biologie braucht es ja
[31:01] ziemlich viel Chemie. Heute kannst du diese
[31:04] Kombination auch nicht mehr studieren fürs Lehramt, man kann
[31:07] nur noch Deutsch und Geschichte oder Bio und Chemie und das war
[31:11] dann schon anspruchsvoll, aber toll.
[31:14] Ich hab mich in beide Fächer total verknallt, weil ich Gehör
[31:17] zu den Menschen, die was sie machen, machen sie immer 180%
[31:22] und das Studium hat mir total viel Spaß gemacht, hab mich dann
[31:25] aber vom KBW ziemlich schnell befreit hab dann bin so n
[31:30] bisschen in die in die Meditationsecke fand die die
[31:35] Yogis ganz toll Backwaren dann war ich war ich in der
[31:39] Backwarenbewegung die fand ich dann aber zu skurril die Leute.
[31:43] Also ich musste alles ausprobieren, bin dann in die
[31:45] Frauenbewegung, aber habe nebenbei immer so studiert, dass
[31:49] ich immer alles mit Auszeichnung gemacht habe, vielmehr aber
[31:52] auch, muss ich gestehen, nicht so schwer und habe dann
[31:56] irgendwann mir gesagt, jetzt musst du dir überlegen, am Ende
[31:58] des Studiums, was willst du denn jetzt machen, Lehrer willst du
[32:01] ja nicht werden. Ja, wir sind diplomatischen
[32:04] Dienst. Das klingt doch, da kommst du
[32:06] weit rum und. Und hab mich da beworben und
[32:08] dann haben die zurückgeschrieben, aha ja, also
[32:11] mit Auszeichnung das Studium beendet, das ist schön, aber was
[32:14] ist denn mit ihren Fremdsprachen hab ich gesagt, ja ich hab
[32:18] Mathe, Physik im Abi, französisch in der 12.
[32:21] Klasse aufgegeben und Latein bis zur 12.
[32:24] Und dann Englisch bis zur 13. Aber nur in so einem Förderkurs
[32:29] haben sie mir zurückgeschrieben keine Chance und Tschüss.
[32:33] Und dann kam ich auf irgendwie keine bessere Idee.
[32:35] Ich gehör zu dem ich hör jetzt auf, zu lange zu reden, nur noch
[32:38] 2 Sätze, das eine war, ich bin ja geburtenstarker Jahrgang
[32:41] Babyboomer, hast keinen Job gekriegt, auch nicht im
[32:44] Referendariat, meine ganzen Kollegen sind dann Taxi gefahren
[32:47] oder sonst irgendwas, aber ich bekam tatsächlich n
[32:51] Referendariatsplatz in Wolfsburg und dann hatten wir haben mir
[32:56] alle gesagt, also du bist ja bescheuert, wenn du das nicht
[32:58] machst. Ich kam dann also an die Schule.
[33:01] Das war ein Schulzentrum mit hauptsächlich Oberstufen, ich
[33:06] war also 8 mit 17 Abitur, mit 23 kam ich dann an die Schule und
[33:12] die Schüler waren so 16 bis 18 Jahre alt, das war dann schon
[33:16] eine Herausforderung und dann dieser extrem geregelte Alltag,
[33:22] das war natürlich eine Herausforderung, ich erinnere
[33:26] mich noch, ich war den ersten Tag an der im Lehrerzimmer und.
[33:30] Und sah dann, das ist jetzt also mein Schloss, jeder hatte so ein
[33:34] Fach mit Schlüssel, das ist jetzt mein Fach, und das ist
[33:38] jetzt die große Pause, und da habe ich mich auf dem Fußboden
[33:41] ins Lehrerzimmer gesetzt und habe gesagt, wie stehst du jetzt
[33:43] auf und gehst wieder, das war, das war einfach ein Schock und
[33:48] dann aber habe ich gesehen, ich konnte in dieser Schule, hatte
[33:51] einen ganz tollen Direktor, ich konnte da ganz viel machen, was
[33:55] mich sehr interessiert hat, also erstens konnte ich ganz viel
[33:57] lernen und. Was natürliche Autorität
[34:00] betrifft und was Motivation von Menschen angeht, die dir
[34:05] eigentlich die dein eigenes Alter sind, aber auch meiner
[34:10] Kreativität, konnte ich hinterher laufen und die
[34:13] umsetzen. Ich konnte eine tolle Theater AG
[34:16] an der Schule gründen, ich habe dann selber noch eine
[34:18] Schauspielausbildung dafür nebenbei gemacht, habe mit den
[34:21] Schülern ganz tolle Aufführungen gemacht und.
[34:24] Auch in Wettbewerben gewesen. Habe dann, als ich mich ins
[34:26] Filmgeschäft verknallt habe, konnte ich filmklasse machen an
[34:29] der Schule und viele Dinge, in denen ich mich auch
[34:33] weiterentwickeln konnte. Also ganz so schlimm war es dann
[34:35] doch nicht. Jetzt habe ich, aber jetzt habe
[34:38] ich zu viel erzählt, Nein. Überhaupt nicht.
[34:41] Ich lausche auch wirklich gerne und höre wirklich gerne zu.
[34:44] Das ist eine reine Freude, es gibt so viele Dinge, die ich
[34:47] dich gerne fragen würde, aber zunächst einmal diese.
[34:51] Vielen Strömungen, denen du n bisschen hinterher geschwommen
[34:55] bist oder wo du dabei warst, das du hattest ja vorhin erwähnt,
[34:58] dass du auch n bisschen n Lefty warst, sozusagen, wenn man so
[35:02] ja, aber sieht genau, und das war ja damals auch absolut hip,
[35:05] mal davon abgesehen, viele junge Menschen fühlten sich dem
[35:08] zugezogen. Es war ja auch das System, das
[35:10] gegen das alte war, gegen das Anachronistische und gegen
[35:13] dieses althergebrachte System. Und noch dazu dann in einer Zeit
[35:19] des Umbruchs, also von den spät 68 ern bis zum deutschen Herbst.
[35:22] Wenn man so will, weißt du ja, hast ja alles miterlebt und
[35:25] gemacht. Gab es da irgend so einen
[35:26] Zeitpunkt, wo du damit gebrochen hast?
[35:29] Ja. Und ich denke tatsächlich,
[35:32] dieser alte Spruch, jeder der bis 30 nicht mal Kommunist war,
[35:36] hat irgendwas falsch gemacht und dann aber gelernt hat, dass es
[35:39] ein völliger Schwachsinn ist. Das hat mir hat mir sehr
[35:43] geholfen. Ich habe diese Borniertheit und
[35:45] diese. Extreme ideologische
[35:47] Abgehobenheit von jeder Realität, das habe ich relativ
[35:51] schnell erkannt. Letztlich war es eine Form von
[35:54] von Selbsterfahrung, und ich bin dann auf die Strömungen
[35:58] Umgeswitcht, die tatsächlich selbsterfahrungen sind, und das
[36:01] Waren erst Backwaren und dann habe ich sehr früh angefangen,
[36:06] mich mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen, habe
[36:09] meditiert, habe früh gelernt zu meditieren, habe früh
[36:13] angefangen, regelmäßig Yoga zu machen und.
[36:16] Und hab Literatur dazu verschlungen.
[36:22] Aber ich hab das nicht in den Vordergrund gestellt.
[36:24] Ich sag immer, ich hab so n Doppelleben geführt, auf der
[36:26] einen Seite hat mich Wissenschaft und Kultur
[36:29] wahnsinnig fasziniert, auf der anderen Seite bin ich doch früh
[36:33] relativ spirituell unterwegs gewesen und diese beiden Seiten
[36:37] ziehen sich eigentlich durch mein Leben, bis heute heute.
[36:40] In ähnlichen Zeiten. Junge Menschen gehen auf die
[36:42] Straße für verschiedene Themen. Für den Klimaschutz, gegen Hass,
[36:46] gegen Ausländerfeindlichkeit, für Gleichberechtigung.
[36:50] Fühlst du dich diesen Bewegungen hinzugezogen, wärst du, wenn du
[36:54] noch mal die junge Nina schaust, auch eine gewesen, die hier
[36:56] mitmarschiert wäre heute. Sind die Zeiten völlig andere?
[37:00] Heute gibt es eine große Vielfalt der Diskussion, eine
[37:04] Offenheit der Diskussion, und für die stehe ich, also ich bin
[37:07] sehr klimaorientiert und engagiert, ich habe mich für
[37:12] viele Organisationen. Engagiert.
[37:14] Ich war in der Allianz für Entwicklung und Klima des
[37:16] Bundesentwicklungsministeriums, aber bin auch zum Beispiel die
[37:20] UN Botschafterin für Biodiversität gewesen war die,
[37:23] die damals noch mit dem Umweltminister Gabriel das Thema
[37:27] Biodiversitätsschutz breit in die Bevölkerung getragen hat.
[37:32] Ich hab mich dafür ganz intensiv und breit eingesetzt, aber ich
[37:37] halte sehr viel davon, technologieoffen und
[37:40] Lösungsoffen zu sein. Und bei vielen der Grün bewegten
[37:45] ist bei mir sofort der Reflex, die wollen mich, die wollen mich
[37:49] bevormunden, die wollen mein Leben nach ihren Ideen
[37:53] umgestalten, obwohl sie gar nicht wissen, ob das wirklich
[37:56] die Lösung ist. Lass uns doch gemeinsam auf die
[37:59] Suche nach Lösungen, die für alle tragbar sind und die nicht
[38:03] ideologisch geprägten Menschen zwingen, ihr Leben um 180 Grad
[38:09] zu drehen gehen. Also von daher wäre ich, würde
[38:12] ich da heute nicht mitlaufen, aber ich würde mitdiskutieren
[38:15] und auch mit mich engagieren, das habe ich auch wirklich bis
[38:19] heute getan, dass wir tragfähige Lösungen finden also.
[38:23] Biodiversität heißt Artenvielfalt.
[38:26] Ist das richtig? Ist das.
[38:27] Der die Artenvielfalt in der in der Welt zu schützen ja ist.
[38:31] Glaube ich vielen gar nicht so bewusst.
[38:33] Vielleicht kannst du das mal ganz kurz wirklich kurz
[38:36] beschreiben. Weil ich glaube, manch einer gar
[38:39] nicht versteht, nur weil da jetzt irgendeine Fischart
[38:41] ausstirbt oder irgendein Insekt weniger da ist.
[38:44] Warum das massive Konsequenzen haben kann.
[38:47] Also ich glaube. Das braucht niemand erklärt zu
[38:49] bekommen. Wenn wir weniger Artenvielfalt
[38:52] haben, dann brechen ja ganze Ökosysteme zusammen, die
[38:56] Artenvielfalt ist elementar für den Erhalt unserer Waldwiesen.
[39:01] Feuchtgebiete et cetera Ökosysteme, wenn da einige der
[39:06] wesentlich tragenden Elemente Tierarten fehlen, dann bekommen
[39:12] andere die Überhand oder aber sie sterben auch aus.
[39:15] Das bringt das gesamte System zum Kollaps.
[39:18] Nehmen wir das Beispiel, den Weinbau, wir haben ja hier so
[39:21] ein kleines Weingut in Italien. Und die Biodiversität im Weinbau
[39:26] zum Beispiel habe ich dazu Winzern auch Preise verliehen.
[39:29] Wenn die es geschafft haben, die Biodiversität zu erhöhen.
[39:32] Das heißt, die haben erstens natürlich auf Pestizide,
[39:35] Herbizide und alle Gifte verzichtet, Bio angebaut, was
[39:40] dazu führt, dass zum Beispiel, das haben wir hier auf dem
[39:43] Weingut früher auch gemacht, vor 20 Jahren, Wir haben Pestizide
[39:47] und Herbizide eingesetzt, und wir hatten plötzlich keine
[39:49] Fledermäuse mehr, die haben wir bis heute nicht wieder zurück.
[39:52] Weil die Insekten vergiftet am Boden liegen.
[39:56] Die Fledermäuse fressen sie und sind damit verendet.
[40:00] Also erstmal Bio Anbau, dann Steinhaufen, zum Beispiel
[40:05] zulassen, Steinhaufen irgendwo lassen, damit Eidechsen und
[40:10] andere Arten leben können, dann zwischen den Weinreben
[40:15] endemische Artenpflanzen als als Unkrautpflanzen, die aber
[40:18] durchaus auch Stickstoff binden und.
[40:20] Und sich schauen und schauen, wo kriegst du diese Arten, die nur
[40:24] aus der Gegend kommen und nicht Hülsenfrüchte sind, die du da
[40:28] künstlich, was heißt nicht künstlich, aber die du halt
[40:31] normalerweise als Weinbauer dahin streust, dass du Holzzäune
[40:36] stehen lässt, die mal so ein bisschen verrottet sind und auch
[40:39] Baumstämme, die ein bisschen verrottet sind, damit da
[40:41] Insekten drin brüten können. Du hängst Fledermaushäuser auf,
[40:46] damit die wieder zurückkommen und nisten können.
[40:50] Und allein im Weinbau gibt es ganz viele kleine Maßnahmen, die
[40:54] jeder umsetzen kann, um die Artenvielfalt zu erhalten oder
[40:59] also nur auf den deutschen Raum begrenzt.
[41:03] Ich habe Preise verliehen für Pferdezüchter, wie kannst du es
[41:07] auf deinem Gestüt möglich machen, dass du da eine ganz
[41:10] andere Biodiversität, also viele Singvögel, viele Insektenarten,
[41:14] aber natürlich auch viele Pflanzenarten wild?
[41:17] Wieder zulässt. Bei uns zum Beispiel auf dem
[41:20] Weingut, darf erst ab Mitte Juno die Wiesen gemäht werden, weil
[41:27] bis dahin haben dann die ganzen Wildpflanzen gefruchtet, haben
[41:30] geblüht, gefruchtet, die ganzen Samen sind auf dem Boden, können
[41:34] sich wieder aussehen und dann darf erst gemäht werden, was
[41:36] sonst nicht passiert, die werden, es wird meistens viel
[41:39] früher gemäht, dann hat man auch eben schönes Heu, das man gut
[41:42] verkaufen kann, dieses sehr braune Heu kannst du eigentlich
[41:46] nicht mehr so gut verkaufen. Aber das ist, das ist ein ganz,
[41:50] ganz wichtiger Beitrag für Biodiversität.
[41:52] Und wenn du dann natürlich international schaust, was durch
[41:55] die Zerstörung der Lebensräume an Artenvielfalt zerstört wird,
[42:00] da wird dir ganz schwindlig jetzt.
[42:02] Gehen wir wieder zurück. Du bist gerade noch Lehrerin, du
[42:07] bist sehr engagiert, du bringst die Theatergruppe rein, die
[42:10] Filmgruppe rein wie ging es dann weiter?
[42:13] Ja. Ich war 7 Jahre an der Schule.
[42:16] Ich habe mit. 23 eben begonnen, wie ich gesagt hab und dann
[42:19] somit 29 das war für mich ein ein Schlüsselmoment.
[42:24] Ich hab es gab einige wenige 7.8. 9.10.
[42:27] Klassen in diesem Gymnasium, eine hatte ich in der siebten
[42:30] Klasse übernommen und die machten dann gerade Abitur und
[42:34] die waren mir alle so ans Herz gewachsen.
[42:36] Natürlich waren die auf die verschiedenen Kurse verstreut,
[42:38] trotzdem hatte ich zu vielen Kontakt.
[42:40] Und bei der Abifeier, als die da alle Rausgingen in die Welt und
[42:44] ich dann sagte, so, und ich hatte den Ehrgeiz, ich hab immer
[42:48] alle Namen sofort der Schüler auswendig gelernt, die haben
[42:51] mir, die hat n super Draht, die haben mir beim Umzug geholfen
[42:54] und ich weiß nicht, was alles als die dann wegging, hab ich
[42:58] mir gesagt, willst du jetzt wieder von vorne anfangen und
[43:01] wieder dasselbe und das dann bis du 65 bist.
[43:05] Und um 13:10 Uhr nach der sechsten Stunde sagst du dir,
[43:08] aha, 13:10 Uhr. Die sechste Stunde ist zu Ende.
[43:11] Willst du das? Dann habe ich mich erstmal
[43:13] schlau gemacht, was kann ich an Fortbildung in einer Schule
[43:16] möglich machen, das heißt, ich wollte als Lehrerin ins Ausland
[43:20] an eine deutsche Schule oder ich wollte eine Fortbildung machen
[43:23] als Beratungslehrerin, genau das ist ein bisschen psychologische
[43:27] Fortbildung, habe mich bei der Bezirksregierung beworben, dann
[43:31] haben die gesagt, wie sie sind doch erst 28.
[43:35] Warten Sie mal. Das ist, das ist viel zu früh.
[43:38] Also, das geht überhaupt nicht. Dann habe ich mich von einem Tag
[43:41] auf den anderen entschieden, du baust dir jetzt einen Weg raus
[43:45] aus dem Schulalltag, ich war damals schon verbeamtet, gehörte
[43:49] zu den ganz wenigen, die dieses Privileg hatten, als ich die
[43:54] Urkunde bekam. Wann ich pensionsberechtigt
[43:57] wäre, hat es mich wirklich umgerissen, es hat mich nicht
[43:59] gefreut, sondern ich habe gesehen, du hast kein Gefängnis,
[44:02] nein. Und hab gedacht, so und was ist
[44:04] jetzt, was ist der Wayout und das war wohlgemerkt immer noch
[44:09] so n Randgebiet, Wolfsburg, Braunschweig und mir mal ich hab
[44:13] gedacht geht deiner Leidenschaft nach und das war Film.
[44:15] Ich wollte unbedingt lernen wie man Filme macht, ich wollte nie
[44:18] vor die Kamera und es gab in Braunschweig an der
[44:20] Kunsthochschule eine Filmklasse, da hab ich so mich nebenbei
[44:24] eingeschrieben hab n paar Kurse gehört, hab ganz viel dazu
[44:27] gelesen hab ganz viel Filme geguckt.
[44:29] Und war völlig fasziniert von dieser großen Kunst des
[44:33] Filmemachens, weil die Technik, die ganze Besetzung, die
[44:37] Schauspieler, die Story, der Schnitt, die Musik, es ist ein
[44:42] so unglaublich anspruchsvolles und komplexes Kunstwerk, dass
[44:48] ich gesagt habe, das will ich lernen und bin dann ganz oft,
[44:52] hatte überhaupt kein Geld, hab meine Stundenzahl reduziert als
[44:55] Lehrerin. Um eben das alles nebenbei
[44:57] machen zu können und bin jedes Wochenende von Braunschweig nach
[45:00] Berlin. Hatte eben dafür nicht das Geld,
[45:03] um mit der Bahn oder sonstwie zu fahren, sondern immer mit
[45:04] irgendwelchen Mitfahrgelegenheiten und das war
[45:07] ja auch oft n Alptraum. Du ständest da ja an der Grenze,
[45:10] wurdest gefilzt und war kein Vergnügen, gab es da.
[45:14] Besondere Vorkommnisse also hast du da auch mal was wirklich
[45:18] Unangenehmes erlebt? Also außerdem dem, dem dem
[45:21] Scherz mit ganze Fleischkofferraum aufmachen.
[45:24] Als ich. Beim beim RIAS war der Rundfunk
[45:26] im amerikanischen Sektor, das war ja feindsender, da hatte ich
[45:30] dann Erfahrungen und Erlebnisse. Ja, aber da ja einfach nur ewig
[45:36] gestanden und hatte dann aber auch relativ schnell ein paar
[45:40] Menschen in Berlin kennengelernt, die mich
[45:43] unterstützt haben. Ich hatte dann auch einen
[45:44] Freund, einen Architekt in Berlin, der wiederum gut
[45:49] befreundet war mit. Leuten, die an der
[45:53] Filmhochschule in irgendeiner Form entweder beschäftigt waren
[45:57] oder wiederum Menschen kannten. An der Filmhochschule, an der
[46:00] DFB, Deutsche Film und Fernsehakademie in Berlin.
[46:04] Und dann habe ich gesagt, so, ich mache die Aufnahmeprüfung,
[46:06] ich will unbedingt an die Akademie und diese diese
[46:12] Ausbildung noch machen, und das war ein bisschen anspruchsvoll,
[46:15] habe mich natürlich sehr genau erkundigt, worauf liegen die
[46:18] Wert und so. Und habe mir meine ganzen
[46:21] musstest sehr viel einreichen. Du musstest eine Filmkritik
[46:23] einladen, eine schriftliche, da habe ich zum Film Männer von
[46:27] Doris Dörrie die Filmkritik geschrieben, dann musste ich ein
[46:30] Leporello einreichen, das ist also so ein ein gefaltetes Ding,
[46:35] wo ganz viele Fotos drauf sind zu einer Story, das war, da habe
[46:39] ich zum Thema kinderlos, weil ich keine Kinder hatte und
[46:42] Kinder minus los Fragezeichen eine Freundin von mir war
[46:47] hochschwanger. Und das hat mich wahnsinnig
[46:49] fasziniert. Die hatte so n riesigen
[46:52] Babybauch, die hat sich auch nackt von mir fotografieren
[46:54] lassen mit so einer Dämonenmaske und ich daneben als als
[46:57] hungerhaken Kinder los und Kinder los und dann war noch
[47:02] was, ich weiß gar nicht mehr, was ich noch einreichen musste.
[47:05] Ja noch ne Story, genau dann hab ich noch ne Story eingereicht,
[47:08] ich hatte so n uralten strich Achter Mercedes.
[47:13] Diesel und musste jeden Tag von Braunschweig nach Wolfsburg
[47:15] fahren und habe dann einmal als es sehr vereist war habe ich
[47:18] eine Pirouette gedreht. Habe Glück gehabt, dass ich
[47:20] keinen Frontalunfall gebaut habe und habe daraus eine Geschichte
[47:25] gebaut, also die haben mich dann, es haben sich irgendwie
[47:27] 1000 Leute beworben, ich war dann unter den letzten 4020
[47:31] wurden genommen und es war eine Woche Prüfung Aufnahmeprüfung in
[47:36] Berlin und mein Direktor als ich dem sagte Ich würde gerne zu
[47:39] dieser Aufnahmeprüfung. Sagte ja ja, Sie wissen ja, da
[47:42] ist das mündliche Abitur, sie haben 8 abiturkurse, wenn sie
[47:45] das schaffen, die 8 Prüfungs Sessions in 2 Tagen zu machen,
[47:51] dann können sie für 4 Tage nach Berlin, hab ich gesagt, mach ich
[47:57] es war auch noch n Bezirksregierung, also
[47:59] Dezernenten Abitur, das heißt, die Bezirksregierung saß bei
[48:02] jeder Prüfung hinten drin und hat geguckt wie wie man es
[48:05] gemacht hat und dann hab ich mich total.
[48:09] Vorbereitet bin 2 Tage nach Berlin, bin dann 2 Tage zurück
[48:13] nach Wolfsburg, habe die Prüfung abgenommen, bin wieder nach
[48:15] Berlin und dann habe ich erst mal 48 Stunden geschlafen und
[48:21] sie haben mich nicht genommen. Das war die erste große
[48:22] Niederlage in meinem Leben. Heute sage ich alles hat seinen
[48:26] Sinn, alles wird gut, weil ich habe dann im Nachhinein auch
[48:31] also das zu erzählen wie diese Prüfungen waren, ist viel zu
[48:34] umfangreich. Aber wie bist du?
[48:36] Damit umgegangen also erstmal war es natürlich sauer und
[48:38] enttäuscht, nehme ich an oder total.
[48:40] Als ich zurückkam in die Schule, fragte mich der Direktor sofort,
[48:43] ja, und was ist jetzt, habe ich gesagt, weiß ich noch nicht, und
[48:47] als dann die Nachricht kam, ich bin es nicht, hat er gesagt, Ah,
[48:51] super, sie bleiben an der Schule, freut mich, war einfach
[48:53] ein toller, toller Typ, der auch nicht sagte, Ätsch, habe ich dir
[48:55] doch gleich gesagt, Lehrerinnen können das nicht oder so und ich
[48:59] war so sauer, es war kurz vor den Osterferien.
[49:03] Und dann habe ich eine Kollegin, die auch ein Italien Fan war,
[49:07] gefragt, willst du mit mir nach Florenz, dann haben wir gesagt,
[49:10] ja, hatten natürlich beide kein Geld, haben einen Zug genommen,
[49:14] der hatte 4 Stunden Aufenthalt in München, das war der
[49:16] günstigste und da hatte ich durch meine Berliner Kontakte
[49:20] kannte ich einen Redakteur vom Playboy Fotoredakteur und der
[49:25] sagte, Komm wir gehen in den Biergarten und ich bringe noch
[49:27] einen Freund mit, sind wir im Biergarten mit Freund und ich
[49:31] habe den so richtig das Rausgekotzt und.
[49:33] Was wie Frustig das jetzt war, dass ich in die Schule zurück
[49:36] musste und der Freund war Standfotograf beim Film, der
[49:40] sagte Ja, Pass auf, Ich bin jetzt, habe gerade einen
[49:43] nächsten Job bekommen, das wird ein Film jetzt gleich in den
[49:47] Sommerferien, also im Sommer. Bei mir war es eben vom ersten
[49:50] bis zum letzten Tag der Sommerferien.
[49:52] Was für ein Zufall und könnte sein, der Produzent in Berlin,
[49:57] der sitzt da noch an dem an dem Stab, der hat die noch nicht
[50:00] alle zusammen. Ich sag dir mal, dass du so
[50:02] verrückt bist und ob er dich nicht da reinbringen kann.
[50:06] Dann bekam ich eine Woche später einen Anruf, hier ist der
[50:11] Produzent, das war also wirklich eher persönlich.
[50:14] Ja, ich fahre jetzt über Braunschweig, der Film ist ein
[50:16] Roadmovie, der wird in Dortmund gedreht, ich komme von Berlin
[50:19] über Braunschweig durch will ich will dich mal kennenlernen, kam
[50:22] der bei mir vorbei, hat mich angeguckt, hat mich ein bisschen
[50:25] ausgefragt, hat gesagt, hast den Job, kriegst kein Geld.
[50:29] Aber kannst bei uns als Gehilfin der Gartreviere arbeiten und es
[50:32] war ein riesen Roadmovie. Der hat dann auch die Berlinale
[50:35] eröffnet, ein Treffen mit Rambo. Leider war der nicht sehr
[50:39] erfolgreich, aber war ein mega mega noch damals noch 35
[50:43] Millimeter Film und ich habe gesagt, ja mache ich sofort und
[50:47] vor allem ich musste nicht schwänzen, ich konnte von der
[50:50] ersten vom ersten bis zum letzten Schaumaferientag dahin
[50:53] und dann also der Zufall trifft nur einen vorbereiteten Geist.
[50:57] Ist mein Lieblingsspruch von Louis Pasteur.
[51:00] Es gab dann so viele Zufälle, der Wichtigste war, dass das
[51:03] Script Girl bei dieser Produktion also wirklich 35
[51:06] Millimeter, ganz viele Anschlüsse, hubschraubereinsätze
[51:09] und ich weiß nicht was alles das Script Girl wurde krank und dann
[51:13] sagte der Kameramann, der mich beobachtet hatte, das Macht dann
[51:16] die Nina und dann habe ich Skript, ist bei 35 Millimeter
[51:20] ein Megajob, weil es gab kein Continuity, das heißt?
[51:24] Das Skript Girl muss alle, also muss erstmal wissen, welche
[51:26] Linse ist in der Kamera, was sieht der Kameramann überhaupt
[51:30] und wie sind dann jeden. Es gibt ja viele Takes, dann
[51:33] wird ein 2 werden genommen, meistens nur einer und das musst
[51:37] du natürlich alles notieren, aber auch wo hatte er die
[51:40] Zigarette, wo kam er, kam er von rechts nach links ins Bild von
[51:43] links nach rechts und sah man das machen so es war sowas von
[51:48] wahnsinnig anstrengend und sowas von wahnsinnig toll.
[51:52] Ich kam also zurück von dieser Produktion und ich habe bin ins
[51:55] Lehrerzimmer. Der Direktor war da und sagte
[51:59] Ja, Frau Ruge, was ist denn jetzt, habe ich gesagt, ich will
[52:02] raus und der vor allen anderen Lehrern, ja, Reisende soll man
[52:07] nicht aufhalten, möchte jemand ihren Unterricht übernehmen, das
[52:11] werde ich jetzt auf die nächste Konferenz bringen, dann haben
[52:14] meine Kollegen, ich hatte ja nicht mehr so viele Stunden,
[52:16] weil ich ja reduziert hatte. Haben meine Kollegen
[52:19] tatsächlich, die wussten, wie verrückt ich war?
[52:20] Die haben den Unterricht übernommen, ohne mehr Bezahlung,
[52:23] und dann konnte ich im Februar nach Berlin, meine Kollegen.
[52:26] Waren deine Mentoren, die haben dich praktisch unterstützt,
[52:29] damit du deine Reise weitermachen kannst, ja.
[52:32] Muss ich sagen, war ich selber war wie auf Droge.
[52:36] Ich wollte das unbedingt, ja, und dann kam ich nach Berlin, da
[52:41] hat er nämlich sehr wenig Geld und auch keine Jobs.
[52:44] Ja, ich hab mir gesagt, das machst du es einfach.
[52:46] Und der Kameramann Thomas Mauch hieß, der sagte, Ich unterstütze
[52:50] dich auch und ich habe aber auch ganz viele Bewerbungen
[52:53] geschrieben, habe dann ganz viele Dinge gemacht, also für
[52:56] den SFB damals gab es noch den Sender Freies Berlin, für die
[52:59] habe ich dann Regieassistenz für eine Kindersendung gemacht, ich
[53:02] habe Übersetzungen für den Redakteur des Kinderfernsehens
[53:06] aus dem Englischen ins Deutsche gemacht, ich habe in der
[53:10] Frauenredaktion des SFB Dokumentationen betreut und dann
[53:14] kam es aber, dass ich bei Serien als Regieassistentin auch
[53:18] gearbeitet hab, das ganze aber in so anderthalb Jahren und hab
[53:22] dann auch noch bei einer ganz großen Filmproduktion als Script
[53:25] Girl gearbeitet, mit dem Reinhard Hauf als Regisseur
[53:28] Linie 1. Vielleicht kennst du noch dieses
[53:30] Musical, das wurde damals verfilmt, ich komm da auch im
[53:32] Abspann als Script Girl vor. Und hab da auch bei dieser
[53:38] Produktion unglaublich viel gelernt, weil natürlich n
[53:40] Musical ist. Hab dann auch noch getanzt und
[53:42] viel viel Themen. Ich hab auch, sind ja dann.
[53:45] Bewegungsanschlüsse auch die du im Kopf haben musst, oder?
[53:48] Ja, das gab es. Aber in Continuity, mit der hab
[53:50] ich mich auch super gut verstanden.
[53:53] Aber ich hab auch vorher für diesen Film Casting gemacht.
[53:56] Also ich hab die Hauptdarstellerin gesucht, bin
[53:58] an den Schulen in Berlin rum und hab geguckt ob ich ob ich da
[54:02] nämlich die Hauptdarstellerin finde, die wurde dann aber doch
[54:05] über ne Agentur gebucht. So als ich dann die erste Co
[54:09] Regie, das war war völlig irre angeboten bekam, war gerade so
[54:14] ne Flaute weil im Winter wurde nicht viel gedreht.
[54:17] Berlin war ja nicht Filmstadt, ja und ich dachte mir, was
[54:22] machst du jetzt und sehe da am am schwarzen Brett des SFB der
[54:28] der RIAS Rundfunk im amerikanischen Sektor, das war
[54:31] mir klar, das sind so journalistisch unheimlich
[54:33] anspruchsvoll und so, das war ja der Hörfunk.
[54:35] Für die war die Stimme der freien Welt der Amerikaner, für
[54:39] den Osten. Die konnte man im Westen gar
[54:41] nicht hören, und die haben da geschrieben, ja, wir machen
[54:45] Fernsehstandbein auf und wir suchen da Journalisten, habe ich
[54:49] mich beworben, wurde eingeladen und interessanterweise komme ich
[54:55] da zur Tür rein, es war um die Mittagszeit, saß der der
[54:58] Chefredakteur hinter seinem Schreibtisch, ich werde nie
[55:01] vergessen, Füße auf dem Tisch. Und sagte, Was wollen Sie
[55:05] eigentlich hier? Ich hab gesagt, wieso haben Sie
[55:07] mich eingeladen? Ja, sie haben ja keine
[55:09] journalistische Ausbildung, ja richtig, das wussten Sie ja, in
[55:15] dem Augenblick kam der Fernsehdirektor zur Tür rein,
[55:18] der Zufall trifft nur einen vorbereiteten Geist, wollte den
[55:22] Chefredakteur zum Mittagessen abholen und sagte, guckte mich
[55:25] kurz an und sagte, die Testen war auf Moderation ja hab ich
[55:29] gesagt mach ich auch. Klar.
[55:33] Die Geschichten zu erzählen, wie es dann dazu kam, dass ich
[55:36] wirklich die ersten Sendungen von RIAS TV moderiert hab,
[55:39] obwohl ich keine Ahnung von Journalismus hatte, das ist zu
[55:43] zu. Es ist auch wieder gespickt mit
[55:45] Zufall, doch bitte. Erzählt, erzählt.
[55:46] Das ist also, das möchte ich gerne wissen, das ist ernsthaft
[55:49] natürlich, natürlich, weil darum geht es ja auch in diesem
[55:52] Format, weißt du, das sind diese, ich deswegen, ich hör dir
[55:55] wirklich gebannt zu, diese Intersections im Leben, dass man
[55:59] auf bestimmte Punkte kommt und dann geht es nach links oder
[56:01] rechts. Wo man gar nicht weiß, warum das
[56:04] ausgerechnet heute ist, wo du eben sagst, das sind ja
[56:07] zufällige Momente, die eine Richtung dann vorgeben.
[56:10] Genau darum geht es. Also bitte gerne, erzähl uns
[56:13] davon. Das war der erste Teil von
[56:20] Lebenslauf unzensiert mit Nina Runke.
[56:23] Im zweiten Teil erfahren wir, wie Nina ihren großen Durchbruch
[56:26] im Fernsehen erlebte und warum sie trotz ihres Erfolgs immer
[56:30] wieder ganz neu anfing. Es geht um Zweifel,
[56:33] Richtungswechsel und viele, viele Zufälle.
[56:37] Reinhören lohnt sich also, das war Lebenslauf unzensiert.
[56:43] Host Peter Schels, Leitung Produktion und Redaktion Anna
[56:49] Maria Brandt, Aufzeichnung, Video und Audio Alexander Meier,
[56:54] Grafik und Animation Laura Heck, Sarah Vongenreiter und Verena
[56:59] Obermeier. Postproduktion Fabian Prager
[57:03] eine Produktion von al dente Entertainment.

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