# Social-Media Krank? Experte klärt über Gefahren und Forschung auf | Nina Ruge & Prof. Montag

An episode of [staYoung - Der Longevity-Podcast](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1729988637), 26 Jun 2026, 1 h 18 min.

Audio: https://traffic.megaphone.fm/APO6373837577.mp3

Mein neues Buch „Alles wird gut – aber nicht von alleine" erscheint bald und kann jetzt schon vorbestellt werden. Darin teile ich meine wichtigsten Erkenntnisse rund um ein langes, gesundes und selbstbestimmtes Leben. Hier kannst du es vorbestellen: https://link.stayoung.de/alleswirdgut *** In dieser Folge spreche ich mit Prof. Christian Montag, Psychologe und Neurowissenschaftler und international einer der großen Namen in der Erforschung des Homo Digitalis. Nach über zehn Jahren als Professor für molekulare Psychologie an der Uni Ulm forscht er heute an der Universität Macau in China dazu, wie soziale Medien unsere psychische Gesundheit, unsere mentale Entwicklung und unsere Beziehungen prägen. Genau das ist eine Longevity-Frage: Wer ein langes, gesundes Leben führen möchte, kommt am Thema Aufmerksamkeit, Stress und mentaler Belastung durch Social Media nicht vorbei. Wir sprechen über den Brain-Drain-Effekt, über Sucht und Graubereiche, über Kinder und Jugendliche, über Körperunzufriedenheit durch ständige Vergleiche, über das Datengeschäftsmodell hinter Like-Button, Endless Scrolling und Fear of Missing Out und darüber, wie wir wieder in den Driver Seat einer souveränen Nutzung gelangen. • Weitere Informationen zu Prof. Christian Montag findest du hier: • Website: https://www.christianmontag.de • Aktuelle Online-Projekte (anonyme Studien, mit Feedback): Schusseligkeit im KI-Zeitalter: https://www.schusseligkeit.de • Parasoziale Beziehungen / Swiftonomics (Taylor-Swift-Fans): https://www.thefanstudy.com • Wahrnehmung von Kunst im Digitalzeitalter (mit Fashion-Fotograf John Wright): http://www.thescienceof.art • Bücher von Christian Montag zum Thema: „Du gehörst uns": https://www.penguin.de/buecher/christian-montag-du-gehoerst-uns-/paperback/9783896677068- Springer-Buch: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-71147-7 • Im Gespräch erwähnte Studie:https://academic.oup.com/pnasnexus/article/4/2/pgaf017/8016017 Du interessierst dich für gesunde Langlebigkeit (Longevity) und möchtest ein Leben lang gesund und fit bleiben, dann folge mir auch auf den sozialen Kanälen bei Instagram, TikTok, Facebook oder YouTube. https://www.instagram.com/nina.ruge.official https://www.tiktok.com/@nina.ruge.official https://www.facebook.com/NinaRugeOffiziell https://www.youtube.com/channel/UCOe2d1hLARB60z2hg039l9g Disclaimer: Ich bin keine Ärztin und meine Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deinen Arzt/deine Ärztin. STY-294 2606 Social-Media Krank? Experte klärt über Gefahren und Forschung auf | Nina Ruge & Prof. Montag

## Transcript

[0:04] Willkommen bei Stay Young Social Media.
[0:07] Wieviel Freund, wieviel Feind für ein gesundes, langes leben
[0:12] wir alle können und wollen uns im Leben ohne Social Media nicht
[0:14] mehr vorstellen, aber zugleich ist da eine dunkle Seite, nicht
[0:19] nur für junge Menschen. Viele hängen Suchtartig im Netz,
[0:23] die Aufmerksamkeitsspanne sinkt. Viele bleiben mit Smartphone auf
[0:28] dem Sofa kleben und bewegen sich kaum.
[0:30] Da sind manche abhängig von Likes, andere empfinden Stress
[0:35] wegen Idealisierter Körperbilder und so weiter und so weiter
[0:38] Depression Einsamkeit steckt dieses Gift in diesen potenten
[0:43] Hochleistungs Minicomputern drin?
[0:46] Wer sind die Strippenzieher im Hintergrund?
[0:48] Und wie gelangen wir in den Driver Seed?
[0:51] Souveräner Social Media Nutzung alles wird gut, aber nicht von
[0:56] alleine kommt dir das bekannt vor?
[0:59] Wird jetzt ein Buch neu? 18 August wird mich freuen, wenn
[1:03] du dabei bist, reinschauen willst, weil es geht um 70
[1:06] Erkenntnisse zum gesunden, langen Leben aus meinem Leben,
[1:10] die letzten 10 Jahre, die ich mit Healthy Long Gevity und der
[1:13] gesamten Forschung verbracht habe.
[1:15] Daraus habe ich mein persönliches Fazit gezogen.
[1:18] Ich hoffe du bist dabei, er ist der ideale Gast für dieses
[1:22] Thema, International in der Forschung ein ganz großer Name
[1:25] nämlich. Er ist als Psychologe und
[1:28] Neurowissenschaftler Experte für den Homo Digitalis, forscht also
[1:31] darüber, wie soziale Medien, psychische Gesundheit, mentale
[1:36] Entwicklung und soziale Beziehungen beeinflussen.
[1:39] Nach über 10 Jahren als Professor für Molekulare
[1:42] Psychologie an der Uni Ulm wechselte er letztes Jahr an die
[1:46] Universität von Macao, ist uns also aus China zugeschaltet.
[1:52] Willkommen bei Steyang Professor Christian Montag.
[1:56] Vielen Dank für die Liebe Einführung.
[1:57] Ich freue mich, dass ich dabei sein darf.
[1:59] Wo ist denn ihr Handy? Mein Handy habe ich jetzt hier
[2:02] ganz weit in die Ecke gepackt, damit ich in der Zone mit ihnen
[2:05] bin. Ja, und das hat schon dazu gibt
[2:08] es auch eine Studie. Ja, tatsächlich.
[2:10] Wenn die ganz nah da ist, hat man gleich ein Problem.
[2:13] Ja, wir nennen das Brain Drain Effekt, also dass tatsächlich
[2:17] unsere kognitive Leistung sinkt, wenn das Gerät schon nur in
[2:20] Sichtweite ist oder sogar direkt an Mann oder Frau, weil wir
[2:24] immer in der Entartungshaltung sind, da könnte gleich was
[2:26] Interessantes passieren und schon ist die Aufmerksamkeit
[2:29] futsch. Ich lege es jetzt kilometerweit
[2:33] weg und. Also die Uni Macau, die ist ja
[2:36] vielen gar nicht bekannt, die hat derzeit, wenn ich recht
[2:39] informiert bin, so um die 17000 Studenten, und sie sind da als
[2:43] Professor natürlich mittendrin. Sehen Sie bei denen irgendwie
[2:46] eine andere Nutzung von Smartphone und KI als an unseren
[2:50] Unis und in unseren Breiten? Ja, die Intensität ist
[2:54] sicherlich höher. Das ist jetzt aber kein
[2:55] Phänomen, was nur Macau innerhalb von China betrifft,
[2:58] sondern wir sehen das eigentlich auch zum Beispiel in Südkorea,
[3:01] das war das erste Land. Was gerade auch was das Thema
[3:04] Internetsucht betrifft, eben sehr, sehr früh betroffen
[3:07] gewesen ist. Und das hat damit zu tun, dass
[3:09] das Länder sind, die Digitalisierung sehr, sehr früh
[3:12] umarmt haben, und dann kommen natürlich auch die Probleme
[3:15] früher angerollt. Kann man von sucht sprechen?
[3:19] Wir hatten ja ein Vorgespräch und haben mir gesagt, ich sollte
[3:22] mal ein bisschen vorsichtig mit diesem Begriff sein.
[3:25] Mentale und körperliche Risiken durch Social Media, das sollten
[3:29] wir betrachten. Aber von Sucht könnte man
[3:32] eventuell nicht sprechen. Ja, für uns ist ja immer
[3:35] ausschlaggebend, was im ICD 11 drin steht.
[3:38] Das ist ein Katalog, der wird von der Weltgesundheitsbehörde
[3:40] rausgegeben, in dem finden sich auch die psychischen
[3:43] Erkrankungen. Und wenn man da nachschaut, dann
[3:46] findet man aktuell 2 Diagnosen, die auch im Online Bereich eine
[3:50] Rolle spielen. Das ist die sogenannte Gaming
[3:52] Disorder und Gaming Disorder, wenn wir das Übersetzen
[3:55] Computerspielabhängigkeit als auch das pathologische
[3:59] Glücksspiel, das sind 2 Bereiche die auch im Online Bereich
[4:02] stattfinden können. Wenn man jetzt aber dezidiert
[4:05] nach Social Media sucht, findet man eben keinen Begriff der
[4:08] jetzt offiziell anerkannt wäre. Und tatsächlich handelt es sich
[4:12] gerade um ein großes Forschungsfeld, in dem Wir
[4:14] versuchen zu beantworten, ob die Diagnosekriterien für die
[4:18] Computerspielabhängigkeit auf den Bereich der Benutzung von
[4:22] Social Media übertragen werden kann.
[4:23] Aber wir sind eben noch nicht so weit, um zu sagen, das ist eine
[4:26] eigene Diagnose. Naja, aber sie haben eben selber
[4:29] gesagt, es war schon früh in Korea bei nicht nur Studenten.
[4:33] Zu beobachten, dass sie eine Social Media sucht entwickelten,
[4:36] das wird kommen, gell? Also, sie gehen davon aus, dass
[4:39] eine Hypothese, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch dann
[4:42] wissenschaftlich belegt werden wird, das ist, das ist ein
[4:45] Suchtcharakter und Suchtpotenzial hat die Social
[4:49] Media Nutzung, naja. Sehen Sie es mir nach, dass ich
[4:52] erstmal natürlich immer als unabhängiger Erforschender im
[4:55] Bereich natürlich eine Maxime verfolge.
[4:58] Ich möchte keine Alltagshandlung pathologisieren, ich möchte
[5:00] jetzt nicht Millionen von Menschen ein Problem andichten.
[5:03] Was Sie nicht haben. Trotzdem glaube ich, kann man
[5:06] aktuell mit einiger Vorsicht von suchtähnlichen Phänomenen
[5:09] sprechen. Die betreffen.
[5:11] Dann aber muss man sagen, also wenn man wirklich über sucht
[5:13] spricht, das ist ja durchaus ein hartes Label, was wir dann auch
[5:16] verwenden, das betrifft dann wahrscheinlich eher einen
[5:20] kleineren Personenkreis und ich würde sagen, dass sie eher der
[5:24] Großteil der Nutzenden im gesunden bis vielleicht im
[5:27] Graubereich unterwegs sind, aber dass man wirklich von der Sucht
[5:30] spricht, das wird wahrscheinlich eher.
[5:32] Für wenige Leute momentan der Fall sein.
[5:36] Finde ich wichtig, das von vornherein klarzustellen.
[5:39] Lassen Sie uns dann, weil das betrifft schon viele, also es
[5:42] kommen viele auf mich zu, die unseren Podcast hören und sagen,
[5:46] ich mach doch mal ein Thema zum Suchtverhalten von Kindern und
[5:49] Social Media und was das für negative Folgen für ihre
[5:53] persönliche, psychische und auch körperliche Entwicklung haben
[5:57] kann, also diesen Graubereich, von dem sie eben gesprochen
[6:00] haben. Den würde ich mir jetzt genau
[6:02] anschauen, damit man einfach aus dieser Unsicherheit auch
[6:06] rauskommt. Die meisten sagen auch, Hey,
[6:08] bring doch mal einen Wissenschaftler, der da wirklich
[6:10] Licht reinbringt und genau das sind sie ja, also der
[6:13] Risikofaktor Social Media wollen wir vielleicht einfach mal bei
[6:18] den ganz kleinen anfangen, bei Kindern die schon sehr, sehr
[6:22] früh beginnen. Ich bin da selber total
[6:24] erstaunt. Ich bin ja schon so alt, dass
[6:26] ich erst im zweiten der zweiten Hälfte auch noch später meines
[6:30] Lebens, überhaupt damit konfrontiert worden bin, wenn
[6:34] ich sehe, wie da so kleine schon diesen Wischreflex haben und so,
[6:38] also wenn die das Smartphone wie ein Schnuller in der Wiege
[6:42] haben, was kann da passieren? Lange frage, persönlicher Sinn.
[6:49] Sie haben 2 Kinder, 3 und 8 Jahre alt.
[6:51] Ja, wie sind Sie damit umgegangen, bisher in dem
[6:55] Aufwachsen ihrer Kinder und Social Media und Handy?
[6:58] Ja, also ich glaube, wir müssen unterscheiden.
[7:00] Ich meine die Social Media Plattformen, wie sie aktuell
[7:02] existieren, sind in der Regel nicht vor dem 13 Lebensjahr zu
[7:06] nutzen, das halte ich auch tatsächlich für eine richtige
[7:10] Vorangehensweise, obwohl dieses Alter durchaus auch diskutiert
[7:13] werden kann. Aber wir sprechen natürlich zu
[7:16] recht erstmal von vielen, vielen jungen Kindern, die bereits ein
[7:20] Smartphone bekommen. Und ich glaube, wenn wir über
[7:24] das Alter sprechen, wo es um Kindergarten geht, also bis zur
[7:28] Grundschule als auch in der Grundschule, dann sind natürlich
[7:32] bestimmte Entwicklungsaufgaben extrem bedeutsam.
[7:36] Aus der Sicht eines Psychologen. Das heißt, Kinder brauchen
[7:39] ausreichend Bewegung. Das ist wichtig, um die
[7:42] Grobmotorik zu schulen. Die sollen natürlich lernen, mit
[7:45] allen Sinnen die Welt zu entdecken, und wenn jetzt die
[7:48] ganze Zeit ein Smartphone dort liegt, und dann sind dann
[7:50] Plattformen da drauf, das muss man, glaube ich, an der Stelle
[7:53] auch noch mal sagen, der Smartphone suchtbegriff ist auch
[7:55] nicht so toll, ein Alkoliker ist ja nicht flaschenabhängig,
[7:58] sondern es geht ja um die Inhalte, die dann auch die
[8:00] Nutzung treiben. Dann haben wir Plattformen auf
[8:04] den Geräten, die eigentlich in jeder freien Sekunde nach
[8:08] unserer Aufmerksamkeit schreien und sagen, hier guck mal, das
[8:10] ist doch viel interessanter als all das, was bei dir in deiner
[8:14] Welt passiert, und ein Datengeschäftsmodell, was
[8:18] permanent eben an den jungen Gehirnen reißt, immer sagt, Guck
[8:21] mal, komm doch hier drauf, sorgt natürlich dafür, dass wenig Zeit
[8:25] wann ist für die eigentlich wichtigen Dinge.
[8:28] Das wäre eben draußen toben und raufen.
[8:30] Ich habe schon gesagt, das Schult die Grobmotorik, ist aber
[8:32] auch wichtig, um soziale Kompetenzen im kindlichen Spiel
[8:35] zu erlernen, dann geht es weiter, wenn wir über die
[8:39] Grundschulen nachdenken, ist der erste große Schritt für Kinder
[8:41] raus aus dem Elternhaus, wo sie sehr, sehr viel Zeit in neuen
[8:45] Gruppierungen verbringen, wo es natürlich dann auch darum geht,
[8:48] das soziale Miteinander weiter einzuüben, aber darüber hinaus
[8:52] natürlich auch zu lernen. Mal einige Stunden am Stück in
[8:57] der Schule eben Aufmerksamkeit zu haben und die auf Lerninhalte
[9:01] zu lenken. Und wenn wir dann immer eine
[9:04] Industrie haben, die immer sagt, ja, ich guck mal hier, das ist
[9:06] ja viel interessanter und viel wichtiger, dann steht das im
[9:09] natürlichen Konflikt, und da sieht man, wie ein sehr, sehr
[9:12] mächtiges Datengeschäftsmodell eigentlich immer wieder um
[9:16] Aufmerksamkeit bettelt und sagt, Komm doch bitte vorbei.
[9:19] Und auf der anderen Seite brauchen aber natürlich gerade
[9:22] junge Menschen, aber auch wir Erwachsene eigentlich die Zeit
[9:24] für woanders. Was machen Sie mit Ihren
[9:28] Kindern, 3 und 8 Jahre alt? Wie werden die an Social Media
[9:32] souverän herangeführt? Ja, fairerweise, Frau Ruge, ist
[9:36] Social Media überhaupt kein Thema bei uns.
[9:38] Also das wird auch nicht vor dem 1314 Lebensjahr stattfinden.
[9:43] Die Plattformen, die wir aktuell sehen, sind in der Regel nicht
[9:46] sicher, muss man sagen. Junge Menschen werden dort mit
[9:49] nicht altersadäquaten Inhalten konfrontiert, und zwar in
[9:52] relativ großem Umfang. Dann muss man auch sagen, dass
[9:56] natürlich auch diese Plattformen auch unter Schüler und
[9:59] Schülerinnen teilweise leider auch genutzt werden, um Cyber zu
[10:03] mobben. Also Cyberbulling spielt ein
[10:04] großes Thema und das ist ja nicht so wie früher bei mir auf
[10:07] dem Schulhof, dass die Dinge auf dem Schulhof geblieben sind, wir
[10:10] haben heute Plattformen, wo diese Art von Inhalten sehr,
[10:13] sehr große Reichweite bekommen und.
[10:16] Und das, wo dann n Kind früher gehänselt worden ist.
[10:18] Was war schon schlimm genug? Ist das auf dem Schulhof
[10:21] geblieben und heute kannst du eben die ganze Welt sehen und da
[10:23] sehen wir eben, dass zahlreiche Probleme entstehen, sodass auf
[10:26] ihre Frage zurückkommen bei uns Social Media gar keine Rolle
[10:30] spielt in dem Alter und gerade was Smartphones betrifft, gibt
[10:33] es auch kein eigenes Gerät, sicherlich nicht vor dem 12.13.
[10:37] Lebensjahr, wie wir das handhaben und das ist eben nicht
[10:40] digitalisierungsfeindlich. Wir haben Familientablett, das
[10:44] darf sich meine Tochter, mein Sohn nicht, der ist noch zu
[10:47] jung, mal ausleihen, um dann eine halbe Stunde was weiß ich,
[10:50] die Sendung mit der Maus zu gucken, also altersadäquate
[10:53] Sendung, die für ihr Alter auch passt.
[10:55] Aber sie hat eben kein eigenes Gerät, das ist auch wichtig,
[10:58] weil ein eigenes Gerät sehr häufig heißt, dass man nicht
[11:02] mehr so den Daumen drauf hat, die Kinder fangen dann auf
[11:05] einmal Dinge damit zu machen, das sehen Mama und Papa nicht
[11:08] und wir haben gerade eine neue Studie gemacht, die ist noch
[11:10] nicht veröffentlicht. Die zumindest nahelegt, dass
[11:12] eben ein eigenes Smartphone, aber auch ein eigener Fernseher
[11:16] dieses Eigentum von diesen Geräten auch mit mehr mentaler
[11:21] Belastung zum Beispiel einhergeht.
[11:23] Das heißt, die Kinder sind dann verhaltensauffälliger, obwohl
[11:26] man auch sagen muss, in unserer Studie können wir eben Han und i
[11:30] leider nicht auseinander pflücken, es könnte ja gerade
[11:32] auch sein, dass Kinder, die eher auffälliger sind, dann so ein
[11:35] Gerät bekommen, um eben. Ruhig gestellt zu werden, aber
[11:39] ich glaube, wir sehen schon, dass die Probleme durch
[11:42] Technologienutzung im Kindesalter nicht ausgedacht
[11:45] sind und dass wir dort durchaus auch vorsichtig sein müssen.
[11:50] Alles wird gut, aber nicht von alleine.
[11:53] Kommt ihr das bekannt vor, wird jetzt ein Buch neu 18 August.
[11:59] Würde mich freuen, wenn du dabei bist, reinschauen willst, weil
[12:02] es geht um 70 Erkenntnisse zum gesunden langen Leben aus meinem
[12:07] Leben. Die letzten 10 Jahre, die ich
[12:08] mit Healthy Long Javity und der gesamten Forschung verbracht
[12:11] habe. Daraus habe ich mein
[12:13] persönliches Fazit gezogen. Ich hoffe du bist dabei, was
[12:20] weiß man denn über mentale Folgen?
[12:23] Wenn Kinder sehr, sehr früh schon.
[12:25] Also ich sehe das, ich bin jetzt in Italien, ich sehe das, wenn
[12:28] man abends essen geht, ganz besonders oft hier, die Kinder
[12:31] sitzen immer ganz brav am Tisch und ich denke, hey, sind das
[12:33] brave Kinder und dann haben die alle ein Tablet in der Hand und
[12:36] auch wirklich die ganz kleinen und das über 23 Stunden so cool,
[12:41] ja ganz ruhige Familie, was kann das denn für Folgen haben, was
[12:45] weiß man schon dazu? Ja, sie beschreiben das typische
[12:49] Szenario, dass das digitale Endgerät als Babysitter
[12:52] eingesetzt wird oder mit Mama und Papa gerade mal ein bisschen
[12:55] Ruhe haben. Das ist ja auch ein Stück weit
[12:58] auch nachvollziehbar, wir wissen alle, das kostet durchaus auch
[13:00] mal nerven, ist auch schön, aber auch mal nerven Kinder
[13:02] großzuziehen hier und da, aber die Frage ist natürlich, wenn
[13:06] das jetzt die Dauerlösung wird, also was macht das dann mit den
[13:09] jungen Geistern und das Problem ist an der Stelle, dass wir nach
[13:13] wie vor viel zu wenig Studien haben, die das wirklich belegen
[13:15] würden im Längsschnitt. Sehr, sehr klar und sagen, wenn
[13:19] du das oder das machst, dann hat das folgende Konsequenz.
[13:22] Das hat sicherlich auch Frau Ruge damit zu tun, dass gerade
[13:26] wenn wir über psychiatrische Erkrankungen sprechen, darauf
[13:28] ziehen sie vielleicht ab, also über
[13:30] depressionsangsterkrankungen, Ads, Essstörungen, dass das
[13:34] komplexe Erkrankungen sind, die jetzt in der Regel nicht auf
[13:38] eine Ursache zurückzuführen sind, also man kann sich jetzt
[13:40] bitte nicht vorstellen, wenn ich schon so diese Headlines lese,
[13:43] Social Media macht depressiv, dass das in der Einfachheit
[13:46] stimmt, aber. Also wir müssen da immer
[13:48] berücksichtigen, jeder hat ein genetisches Risiko oder ein
[13:52] unterschiedliches Risiko, muss man sagen für psychiatrische
[13:55] Erkrankungen. Wir dürfen nicht vergessen, dass
[13:57] natürlich, gerade wenn wir über Kinder und Jugendliche sprechen,
[13:59] auch das Elternhaus mit dem Erziehungsstil eine gewichtige
[14:03] Rolle spielt, das Stresserleben im Alltag, natürlich auch, was
[14:07] der Freundeskreis macht, also es gibt sehr, sehr viele Dinge, die
[14:11] wir berücksichtigen müssen, um in dem großen Konzert von
[14:14] Variablen dann zu verstehen. Was dann vielleicht auch ein zu
[14:17] viel von Technologienutzung machen kann.
[14:20] Ich werde gleich konkreter, ich möchte das nur an der Stelle
[14:22] auch noch mal sagen, es gibt durchaus einige Studien, die
[14:25] zeigen jetzt beispielsweise, es gibt einen Zusammenhang zwischen
[14:28] einer exzessiven Social Media Nutzung und depressiven
[14:31] Verstimmungen oder Tendenzen zur Ads, wir wissen aber aus neuen
[14:37] Studien, dass es häufig der Fall ist, dass eher Leute, die zu
[14:41] depressiven Verstimmungen neigen, die sozialen Medien
[14:43] einsetzen. Um ihren negativen Affekt
[14:46] loszuwerden, also gerade dass sie gestresst sind, dass sie
[14:48] sich schlecht fühlen. Und dann geht der Griff zum
[14:51] Smartphone, um sich abzulenken, und dann ist das erstmal ein
[14:56] Bewältigungsstil für Probleme, die ich im Alltag habe.
[14:58] Das erklärt natürlich dann auch schnell solche Zusammenhänge,
[15:01] das wäre dann in dem Fall gar nicht, dass Social Media
[15:03] depressiv macht, sondern eher, dass die Person, die eben eine
[15:07] depressive Verstimmung hat, eher dazu neigt, Social Media zu
[15:10] nutzen, um sich abzulenken. Was wir dann aber häufig sehen,
[15:14] ist, dass das zu exzessiven Verhaltensmustern führt, die
[15:18] dann ihrerseits natürlich wieder Probleme verursachen können, so
[15:21] dass ich davon ausgehe, dass wir häufig Wirkrichtungen in beide
[15:27] Richtungen haben, dass also natürlich die Person, die
[15:30] belastet ist, eher dazu nahe Technologie exzessiv zu nutzen.
[15:34] Und wenn man sich dann vorstellt, wenn das ab sofort
[15:37] die Antwort auf alles ist. Mir geht's schlecht, ich greife
[15:40] schon wieder zum Smartphone und konsumiere.
[15:43] Dann arbeite ich natürlich auch nicht wirklich daran, dass meine
[15:47] Probleme kleiner werden, dass ich dann eben denke, vielleicht
[15:49] gehe ich in eine Psychotherapie, vielleicht tue ich Dinge, die
[15:52] mir besser sind, um dann auch eben meinen Alltag zu
[15:55] bewältigen, das gesagt sehr, sehr klar zu sagen, das
[16:01] Verhalten isoliert führt zu folgenden Problemen, das greift
[16:04] sicherlich zu kurz, wir müssen sehr, sehr viele Variablen
[16:07] berücksichtigen. Aber wenn wir bei Kinder und
[16:09] Jugendlichen bleiben, wir haben doch eben darüber gesprochen,
[16:12] glaube ich, oder bin ich davon überzeugt zu sagen, solange wir
[16:15] ein Datengeschäftsmodell haben, was wirklich versucht, jede
[16:18] freie Minute von jungen Leuten wegzunehmen, dass das per se von
[16:21] der Logik nicht gut sein kann? Das möchte ich auch dann gleich
[16:25] mit Ihnen noch ein bisschen genauer anschauen. 1.
[16:27] Interessiert mich noch, wenn wir schon bei Kindern sind und
[16:30] Social Media Konsum in jungen Jahren, wenn ich mit
[16:33] Grundschullehrerinnen spreche, die sagen mir ganz oft also.
[16:37] Eine, die zum Beispiel seit 30 Jahren im Dienst ist, sagt er
[16:40] mir, wir hätten früher nie einen Schulpsychologen gebraucht, und
[16:43] jetzt sind wir in Klassen da sind, da sind fast 50% der
[16:48] Kinder verhaltensauffällig, das kann durchaus was damit zu tun
[16:52] haben, dass die Eltern häufig weniger Zeit haben und sich
[16:55] insgesamt das Familienleben völlig verändert hat, aber die
[16:59] haben auch ständig das Handy in der Hand und sind völlig
[17:01] irgendwie im Tunnel. Und wenn man da noch ein
[17:04] bisschen die Älteren anschaut, die Mädels, die sich halt da bei
[17:07] Instagram ihre Körperkonturen vergleichen et cetera, was ist
[17:12] ihre, wenn sie sie diesen großen Trend ansehen, dass es immer
[17:16] mehr auch Depressionen in Jugendlichen bei Jugendlichen
[17:19] gibt? Sie müssen ja nicht sagen, dass
[17:21] es studienbasiert, aber wie groß könnte doch der Einfluss von
[17:25] Social Media und und dem starken Nutzen von Social Media sein.
[17:31] Also zunächst ist es durchaus studienbasiert das, was sie
[17:34] sagen, dass wir einen Anstieg an psychischen Erkrankungen haben,
[17:37] das ist zu beobachten, und dann ist genau die Frage, was ist die
[17:40] Ursache dafür, da muss man natürlich auch sehr, sehr
[17:44] unterschiedlich sich die Länder anschauen, das ist etwas, was
[17:47] für die USA zum Beispiel sehr stark herausgearbeitet worden
[17:50] ist, dass also psychiatrische Erkrankungen auf dem Vormarsch
[17:53] sind, wir sehen durchaus auch gerade die covid Pandemie war
[17:56] auch ein Beschleuniger dessen, dass gerade Kinder und
[17:59] Jugendliche durchaus auch. Während der Pandemie, gerade was
[18:02] die Restriktionen betrifft, eben auch besonders leidtragend
[18:05] gewesen sind. Das sind Faktoren, die natürlich
[18:08] nach wie vor auch eine Rolle spielen, die diese Art von
[18:11] Anstieg von psychischen Erkrankungen erklären können,
[18:15] darüber hinaus, auch das möchte ich noch mal sagen, leben wir ja
[18:17] durchaus in stürmischen Zeiten, auch in Deutschland, also wir
[18:20] haben, wenn man sich viele Klassenverbände anschaut, wir
[18:23] haben die Flüchtlingskrise gehabt, wo eben sehr, sehr
[18:27] viele. Auch Kinder mit migrantischem
[18:29] Hintergrund eben integriert werden mussten.
[18:31] Das macht den Unterricht nicht leichter.
[18:34] Das heißt, wir haben eigentlich multiple Krisen, die jetzt auf
[18:38] Kinder und Jugendliche eingestürmt sind, und dann kommt
[18:41] dann zusätzlich noch das Thema Smartphone und Social Media
[18:45] rein, da sind wir erstmal wieder bei dem, was wir eben gesagt
[18:48] haben, nämlich wir haben einen großen Strauß an Variablen, an
[18:53] Faktoren, die hier. Miteinander interagieren es ist
[18:57] sehr, sehr schwierig, jetzt isoliert einen Faktor
[19:00] rauszunehmen, zu sagen, der Macht das aber ganz genau, weil
[19:03] natürlich das Leben komplex ist. Trotzdem möchte ich ein paar
[19:07] Beispiele geben. Sie hatten das gerade
[19:09] angesprochen, das Thema Körperunzufriedenheit, und das
[19:13] ist sicherlich ein Mechanismus, den kann man nicht einfach vom
[19:16] Tisch wegwischen. Wir sehen durchaus, dass es
[19:18] zahlreiche Studien gibt, die zeigen, dass die Social Media
[19:22] Plattformen natürlich über soziale Vergleichsmechanismen
[19:25] funktionieren und. Und wenn wir ein bisschen
[19:28] herausarbeiten möchten, welche Form der Social Media Nutzung
[19:32] vielleicht eher zu Problemen führt, dann unterscheiden wir
[19:35] erstmal in der Literatur zwischen aktiver und passiver
[19:38] Form der Social Media Nutzung. Die aktive Form wäre Frau Ruge,
[19:43] wir 2 würden uns jetzt austauschen über die Sendung
[19:46] oder würden vorher was planen oder würden online Freunde
[19:50] treffen und. Und unserem Bedürfnis nachgehen,
[19:52] dass wir soziale Wesen sind, das heißt, Social Media wäre der
[19:55] verlängerte Arm, um einfach unserem Grundbedürfnis nach
[19:58] sozialen Interaktionen nachzugehen.
[20:00] Das wäre sicherlich eine positive Form der Nutzung
[20:02] erstmal, wenn man das so isoliert und sehr vereinfacht
[20:04] betrachtet. Und aktiv.
[20:07] Aktiv. Ich nehme Teil an einem
[20:08] Gespräch, passiv wäre, ich lasse mich berieseln, ich gehe in den
[20:13] Feed rein, ich gucke mal, was die anderen Posten, denke mir
[20:16] die ganze Zeit so, die anderen haben ja ein tolles Leben.
[20:19] Die Wiese ist ja woanders immer grüner und kommen jetzt in einen
[20:22] sozialen Aufwärtsvergleich rein, weil ich denke, die anderen ist
[20:26] ja super und ich und da wissen wir, das kann natürlich nein
[20:30] stimulieren, das kann negative Verstimmungen hervorrufen, und
[20:35] wenn wir dann auf das Thema gerade junge Mädchen zu sprechen
[20:38] kommen, die jetzt online immer nur geschönte Körperideale
[20:42] sehen, Beauty Ideale, die nicht zu erreichen sind, das arbeitet
[20:45] in den Köpfen und. Und da wissen wir durchaus, es
[20:48] gibt einen Zusammenhang, natürlich zwischen exzessiver
[20:51] Social Media Nutzung und Körperunzufriedenheit.
[20:54] Möglicherweise befeuert das auch Essstörungen und dann glaube
[20:58] ich, sieht man schon, dass gerade diese Algorithmisierung
[21:00] von Inhalten gepaart natürlich gerade, dass junge Mädchen sich
[21:04] dann vielleicht besonders für Klamotten interessieren, für
[21:06] Make up natürlich dann eher auch so ein Inhalt, immer wieder.
[21:11] In die Feeds reingespült wird. Das heißt, dann wird man
[21:14] natürlicherweise bombardiert mit diesen Inhalten, die immer
[21:18] weiter in den Köpfen arbeiten, um das Thema dann auch noch mal
[21:21] tiefer irgendwie auch darzulegen.
[21:22] Wir hatten damals noch in meiner Zeit in Ulm eine Studie gemacht,
[21:26] wo wir Studierende gebeten haben, die Social Media Apps zum
[21:30] Telefon zu löschen und was wir dort gesehen haben, da ging es
[21:34] vor allem jetzt nicht um Messenger, sondern besonders so
[21:36] Plattformen wie Tik Talk oder Instagram, die also sehr, sehr
[21:39] stark mit. Bildwelten arbeiten und wir
[21:42] haben bereits gesehen, nach 2 Wochen gerade für die
[21:44] Studienteilnehmerinnen, dass die berichtete Körperunzufriedenheit
[21:48] nach 2 Wochen bereits gesunken ist.
[21:51] Also auch Instagram gelöscht und so.
[21:53] Also all diese stark bildorientierten.
[21:55] Von den Smartphones runter genommen, man kann die natürlich
[21:59] auch nur über den Desktop Computer checken, aber ich
[22:01] glaube der Punkt ist, man nimmt die ständige Verfügbarkeit weg.
[22:04] Also das hat die Industrie auch geschafft, die haben Plattformen
[22:07] gebaut. Die maximal Immersiv sind, also
[22:10] in die wir eintauchen, wo wir Raum und Zeit verlieren.
[22:14] Und die haben es natürlich auch geschafft, das besonders
[22:16] Convenience zu gestalten. Also wenn ich so eine App auf
[22:18] dem Telefon habe, da muss ich genau einen Knopf drücken, ein
[22:22] Icon und bin schon auf der Plattform drauf.
[22:24] Natürlich kann ich über ein Smartphone auch Social Media
[22:26] über den Browser irgendwie verwenden, das wird extrem
[22:30] umständlich und das wird mir schon wie ein Spaß verderben und
[22:33] ich glaube das erklärt auch ein Stück weit, warum diese
[22:36] Intervention bei uns dort geklappt hat.
[22:39] Sehr spannend. Ich würde mir jetzt gerne dieses
[22:42] ich sag jetzt mal ein Häkchen Suchtmittel Social Media auf dem
[22:47] Handy angucken. Wie sind die denn gebaut, wie
[22:49] wie Tricky sind die vorher, aber noch kurz zusammensammeln was
[22:55] für sucht Symptome ich sag jetzt einfach sucht.
[22:58] Gezeigt werden, denn das kann man ja schon ganz gut
[23:01] definieren. Ich habe mir natürlich Literatur
[23:04] dazu angeschaut, also Endless Scrolling nicht aufhören können,
[23:08] immer weiter zu scrollen, immer wieder die nächsten Musik und
[23:12] und Bilder und so, das wird mir auch noch personalisiert, ganz
[23:16] toll zugespielt, also sich in diese Farb und musikwelten so
[23:20] reingeben, dass ich mich auch verliere.
[23:22] Fear of missing out also ich will bloß nichts.
[23:26] Versäumen. Ich muss ja eigentlich immer
[23:27] dabei sein, weil ich könnte ja irgendwie was ganz Tolles
[23:30] passen. Dann habe ich noch notiert,
[23:32] Kontrollverlust, also dass ich gar nicht mehr selber steuere,
[23:35] wieviel ich da mache, sondern es scrollt mich und auch diese
[23:40] Priorisierung, das heißt also, plötzlich ist es überhaupt nicht
[23:44] mehr interessant, ob Mama sagt, du Pass mal auf.
[23:46] Ich würde jetzt gerne mit dir mal überlegen, in welchen Film
[23:49] wir mal gehen oder ob wir eine Radtour machen.
[23:52] Überleg mal welche Strecke wir fahren.
[23:53] Nö, ich habe jetzt keine Zeit Priorisierung auf Social Media
[23:58] und dann weitermachen trotz unguter Effekte.
[24:00] Ich fühle mich eigentlich nicht wohl, ich habe irgendwie so
[24:03] einen dicken Bauch und sitze unten rum und ich mache trotzdem
[24:05] weiter so jetzt habe ich das alles mal zusammengefasst.
[24:08] Ich habe bestimmt vieles noch nicht drin in meiner Liste der
[24:12] Suchteffekte. Aber ich möchte gerne beides
[24:15] eben verbinden und fragen, wie kriegen diese Tech companies das
[24:20] hin, dass im Grunde eine ganze Generation von Menschen schon
[24:25] solche Symptome zeigt? Ja, die Plattformen, die wir
[24:30] aktuell sehen, sind ja nicht vom Himmel gefallen, sondern da
[24:33] steckt sehr, sehr viel Arbeit hinter.
[24:35] Also aus Sicht der Industrie, um das Ergebnis jetzt zu haben, wie
[24:39] wir es kennen. Und ein zentraler Mechanismus,
[24:42] den wir zunächst beleuchten müssen, ist das sogenannte HB
[24:45] testen. Was heißt das?
[24:48] Wir stellen uns eine Social Media Plattform vor, wie sie vor
[24:51] 20 Jahren aussah. Facebook wurde 2004 gegründet,
[24:54] das heißt, die Plattformen sind jetzt, wenn man das jetzt
[24:57] betrachtet, 22 Jahre alt, sind also gerade volljährig geworden,
[25:00] wenn man so möchte, und die sahen nicht immer so aus, das
[25:04] heißt, die Industrie hat sich zum Beispiel so Ende der 2000 er
[25:08] die Frage gestellt. Wie können wir unsere Plattform
[25:12] interessanter machen? Also dass die Leute mehr Zeit
[25:15] drauf verbringen und mehr mit der Plattform interagieren und
[25:19] dann kann man, kann man zum Beispiel auf die Idee, den Like
[25:22] Button einzubauen, das war, wenn ich mich recht sind Sinne so um
[25:25] 2009 als das im Hause Facebook gemacht worden ist, und was
[25:31] heißt ab testen jetzt, man schaut einfach wie die
[25:34] Verweilzeiten auf der Social Media Plattform aussehen.
[25:37] Wenn der Like Button da ist versus er ist nicht da und er
[25:40] war jetzt erstmal nicht da und dann wird ein solches Design
[25:44] Element eben nicht an alle nutzenden sofort ausgerollt,
[25:47] sondern es wird einfach mal eine Testgruppe ausgewählt, die
[25:50] häufig auch gar nicht gefragt wird.
[25:52] Also sie sehen, dann sehen einfach zigtausende nutzenden
[25:54] jetzt zum ersten Mal einen Like Button und die anderen sind auf
[25:57] der alten Social Media Plattform unterwegs.
[26:00] Man wird genau vermessen, das mache ich auch mit dem Homo
[26:02] digitales, es wird vermessen. Sind wir jetzt länger drauf,
[26:07] interagieren wir mehr mit der Plattform.
[26:09] So, und dann habe ich die Industrie gesehen, Oh, der Like
[26:11] Button, der klappt ganz gut, weil das ist zum einen eine
[26:14] soziale Währung, ich fühle mich gut, das wissen wir auch aus der
[26:17] Hirnforschung, wenn ich so ein Like bekomme, dann leuchtet das
[26:20] Belohnungssystem des Gehirns auf, als Konsequenz fühlen wir
[26:23] uns gut, dann denke ich mir so ganz kurz, warum fühle ich mich
[26:26] denn gerade gut, weil ich ein Like bekommen habe, das möchte
[26:30] ich noch mal haben, was muss ich tun, damit ich noch ein Like
[26:33] bekomme, wieder was posten und. Und damit kommen wir sehr, sehr
[26:36] schnell in eine Gewohnheitsentwicklung rein, die
[26:39] so ein bisschen wie beim Auto fahren am Anfang, wenn man zum
[26:41] ersten Mal kuppelt, Hand, Auge, Koordination, alles total
[26:43] schwierig. Irgendwann ist das Verhalten in
[26:46] Fleisch und Blut übergangen, wir denken gar nicht mehr darüber
[26:48] nach, wir posten, weil wir erwarten, dass gleich was
[26:50] Schönes passiert, so ein AB testen wurde natürlich nicht nur
[26:54] mit dem Like Button gemacht, sondern es wurde gemacht, sie
[26:56] haben nur gesagt mit Personalisierung, mit Endless
[26:59] Scrolling, diese Design Elemente wirken ja auch nicht isoliert,
[27:02] sondern jeder kann sich vorstellen, dass.
[27:05] Es gab ja auch meine Zeit, übrigens nicht auf den sozialen
[27:07] Medien, wo ich auf Nachrichtenseiten gegangen bin.
[27:09] Da gab es ein natürliches Ende. Heutzutage hat sich auch der
[27:13] Qualitätsjournalismus an den sozialen Medien orientiert,
[27:16] sehen wir, dass man eigentlich immer weiter scrollen kann, es
[27:19] kommt noch ein Artikel, es kommt noch ein Artikel, weil
[27:22] eigentlich alle verstehen, wenn kein natürliches Ende mehr da
[27:26] ist, gibt es immer noch was Neues zu lesen.
[27:28] Und ich scrolle weiter. Das hat natürlich einen
[27:30] haptischen Moment und dann sehe ich dann noch genau die Sachen
[27:34] kuratiert für mich, die für mich von Interesse sind.
[27:36] Das ist nicht so wie früher, langweilig, langweilig,
[27:39] interessant, sondern weil die Industrie uns ausspioniert hat,
[27:42] weil sie unsere digitalen Fußabdrücke kennt, kann sie uns
[27:46] genau das liefern, was uns interessiert, und dann haben wir
[27:49] alles interessant plus endlos Scrolling plus like Button und
[27:53] dann merkt man, so langsam wird ein Biotop draus.
[27:57] Was unsere Aufmerksamkeit richtig gefangen nimmt.
[28:00] Dann hatten Sie das Fear of Missing Out angesprochen.
[28:03] Wir können, glaube ich, Designelemente auch einteilen,
[28:06] einmal in die Richtung, Ich bin gerade nicht auf der App drauf,
[28:10] wie gelingt es eigentlich Industrie uns auf die App drauf
[28:13] zu bringen, das klappt zum Beispiel mit Push
[28:16] notifikationen, die mich darüber informieren was online passiert
[28:20] und manchmal geschieht das noch, indem wir unter Druck gesetzt
[28:23] werden, das war zum Beispiel bei Snapchat der Fall.
[28:26] Man hat dort auf der Plattform zum ersten Mal, wenn ich gut
[28:30] informiert bin, mit zeitlicher Verknappung gearbeitet.
[28:33] Das heißt, das, was gepostet worden ist, war nicht für immer
[28:36] online, sondern man wurde eigentlich über die Push
[28:38] notifikation informiert. Guck mal da, postet gerade
[28:42] hierbei und was in deinem Freundeskreis, aber du musst
[28:47] jetzt sofort drauf gucken, weil ansonsten bist du nicht
[28:49] informiert, dann weißt du nicht was dort passiert, so das macht
[28:53] was bei uns. Fear of missing out.
[28:55] Ich habe Angst. Was was, was ich kann nicht
[28:57] mitreden, das fühlt sich schlecht an.
[29:00] Wie kann ich den negativen Affekt loswerden, ein Knopfdruck
[29:04] reicht, ich bin auf der Plattform drauf, ich bin
[29:06] informiert und das Fear of Missing out ist kurz weg und ich
[29:09] glaube diese ganzen Beispiele zeigen eben das ist ein sehr
[29:12] sehr ausgeklügeltes System, was eben nicht über Nacht entstanden
[29:17] ist, sondern das hat die Industrie über viele viele Jahre
[29:20] immer verfeinert, man verfeinert das weiter und.
[29:24] Um noch mal maximal online Zeiten zu verlängern, damit
[29:28] unseren digitalen Fußabdruck zu erhöhen.
[29:30] Das ist wichtig für die Industrie, um zum einen zu
[29:32] wissen, was wir mögen, damit sie uns das ausstrahlen, was wir gut
[29:36] finden. Ansonsten würden wir sagen
[29:37] langweilig auf der Plattform, ich gehe weg und zum anderen,
[29:41] aber auch gegenüber der Werbeindustrie natürlich den
[29:43] Case zu haben, guckt mal hier, wir haben auf der Plattform
[29:47] Menschen, die sind so gut vermessen, wir kennen genau die
[29:50] Bedürfnisse und. Und können entsprechend jetzt
[29:52] personalisiert Werbung ausräumen.
[29:55] Und das ist der Hintergrund, weshalb Werbung im Fernsehen
[29:58] oder Print überhaupt gar keine Rolle mehr spielt, also
[30:01] jedenfalls nicht mehr zentral, sondern das ist ja alles im
[30:04] Netz, und dieses Geschäftsmodell geht ja super auf.
[30:08] Für die Industrie geht es super auf, muss man sagen.
[30:10] Das hat man ja auch an den Börsenkursen gesehen, wie
[30:12] mittlerweile die Tech Industrie, gerade auch die Social Media
[30:15] Konzerne dastehen, trotz der ganzen Skandale, die wir in den
[30:18] letzten Jahren ja auch gesehen haben.
[30:20] Da muss man sagen, ist das ein Geschäftsmodell, was die
[30:23] Industrie, glaube ich, von selber nicht aufgeben würde.
[30:25] Und das ist durchaus ein Problem, denn wenn wir über
[30:27] gesündere Plattformen nachdenken wollen, dann heißt das
[30:30] sicherlich eine Abkehr von diesem Datengeschäftsmodell wir
[30:34] sprechen ja von der Aufmerksamkeitsökonomie, und wir
[30:37] sprechen auch vom Überwachungskapitalismus, was ja
[30:39] genau diese Kombination ist. Wir gehen zum ersten Mal auf die
[30:44] Plattform drauf, unterschreiben irgendwie zig Seiten von AG BS,
[30:47] wo wir der Industrie. In Anführungsstrichen erlauben
[30:49] uns auszuspionieren, auf den Plattformen, damit die Wissen,
[30:52] was wir möchten, um uns dann eben gefangen zu halten mit
[30:56] Botschaften, die uns interessieren, beziehungsweise
[30:58] eben mit den Designelementen, die wir eben besprochen haben.
[31:03] Es gibt ja auch sowas, hatten sie gesagt, wie ein Ranking der
[31:08] Intensität der Suchtfaktoren von Tik Tok bis linkedin oder
[31:13] sämtliche Plattformen, die halt sehr, sehr breit genutzt werden.
[31:17] Würden Sie uns das kurz vorstellen?
[31:20] Ja, also wir sprechen ja über die sozialen Medien.
[31:24] Und natürlich ist es, glaube ich, schon ein Unterschied, ob
[31:27] wir über jetzt Research Gate sprechen.
[31:29] Das ist ein Social Media für Wissenschaftler, wo wir uns über
[31:32] unsere Forschung unterhalten, oder ob wir über ein
[31:35] Berufsnetzwerk sprechen wie linkedin oder über eine
[31:38] Plattform wie Tik tok. Und bevor ich jetzt mal in ein
[31:42] Ranking reingehe, möchte ich noch mal darauf hinweisen.
[31:45] Das heißt jetzt nicht, dass die eine Plattform besser oder
[31:48] schlechter ist als die andere. Aber natürlich ist erstmal klar,
[31:51] die sind unterschiedlich gebaut. Die Plattform, also bestimmte
[31:54] Designelemente, das auch war, wenn sie funktionieren, tauchen
[31:57] schnell auf allen Plattformen auf, aber die Wahrheit ist
[32:00] natürlich schon, dass obwohl alle Plattformen eben im
[32:03] ähnlichen Geschäftsmodell arbeiten, das natürlich Netzwerk
[32:07] wie linkedin eher auf berufliche, auf den beruflichen
[32:11] Kontext wert legt. Er vielleicht weniger Bildlastig
[32:14] ist, auch wenn es dort auch Bilder gibt.
[32:16] Als jetzt zum Beispiel eine Bildplattform wie Instagram.
[32:18] Oder wenn wir jetzt in der Extreme eine Plattform haben wie
[32:21] tik tok, die mit Kurzvideos funktioniert, und wenn man den
[32:26] Ranking heranziehen möchte, dann würde man natürlich erstmal
[32:30] sagen, naja, Text ist für Menschen natürlich erstmal, das
[32:35] steht hier, wenn ich so eine Latte Text habe, ist die erstmal
[32:38] schwerer zu verarbeiten als wenn ich ein Bild gezeigt bekomme.
[32:42] Oder wenn ich ein Videoformat bekomme, was sehr kurz ist, weil
[32:45] ein Video ist natürlich das so wie ich die Welt in der Regel
[32:47] erst mal wahrnehme. Bewegtbild hat erst mal sehr
[32:49] viele Informationen, aber ich muss mich natürlich jetzt nicht
[32:52] besonders anstrengen, um ein Kurzvideo von 15 Sekunden
[32:55] irgendwie zu verarbeiten, und darauf hat natürlich tik tok
[32:58] eben auch aufgebaut, ein riesen Business Case gemacht, das
[33:02] heißt, man braucht eigentlich überhaupt keine Konzentration.
[33:05] Es gibt 15 Sekunden Snack Videos und wenn das gerade das Video
[33:08] nicht gut ist, dann ist das nächste vielleicht besser und
[33:10] ich bin in der Erwartungshaltung, das nächste
[33:12] könnte noch lustiger sein. Wie auch immer, ich muss aber
[33:14] gar nicht lange warten, das heißt, der kognitive Anspruch
[33:18] ist dort natürlich ein unterschiedlicher manchmal, das
[33:22] will ich jetzt, war ich jetzt gar nicht erst mal werten, aber
[33:24] ich glaube, wenn ich bei linkedin natürlich so einen Text
[33:26] habe und hier einfach im Weg Snack Video ist, glaube ich
[33:28] klar, was mehr sog entfaltet. Kritisch bleibe ich aber
[33:32] trotzdem, dass natürlich alle Plattformen, die mit einem
[33:36] Datengeschäftsmodell arbeiten, natürlich einen sog entfalten.
[33:38] Und ich glaube, wir wissen auch, dass viele Erwachsene extrem
[33:40] viel Zeit auf linkedin verbringen, vielleicht auch mehr
[33:43] Zeit als Recht ist. Wenn wir Studien anschauen, und
[33:46] das ist leider noch nicht so richtig systematisch verglichen
[33:49] worden, also wie zum Beispiel der Suchtfaktor tik tok im
[33:53] Vergleich zu whatsapp oder Instagram ist oder Linkedin.
[33:57] Sehen wir durchaus erste Anzeichen dafür, dass tik tok
[34:01] tatsächlich, wenn man so ein Ranking machen würde,
[34:03] tatsächlich auch einen stärkeren Zug entfaltet.
[34:06] Allerdings muss man auch sagen, wir wissen, dass TIK TOK eine
[34:08] Plattform ist, die besonders junge Menschen heranzieht, und
[34:11] wir wissen, dass gerade die heranwachsenden Jugendlichen
[34:14] noch mitten der Hirnreifung drin sind und auch eben mehr Probleme
[34:19] haben, Selbstregulation zu zeigen, also mit anderen Worten
[34:21] sagen, ich klopfe mir jetzt selber auf die Finger.
[34:25] Ich packe jetzt das Smartphone weg und ich kümmere mich jetzt
[34:27] um die Hausaufgaben. Das fällt logischerweise
[34:30] schwerer, wenn eben der präfrontale Kortex noch nicht
[34:33] ausgereift ist, um eben diese Selbstregulation auf einem hohen
[34:36] Niveau zu zeigen. Anschlussfrage, das heißt ja,
[34:41] und ich meine das selber zu beobachten, wissenschaftlich
[34:44] natürlich nicht validiert, dass die Aufmerksamkeitsspanne von
[34:48] Jugendlichen wirklich deutlich nachlässt und.
[34:52] Und das 1 zu 1. Gerade mit diesen kurzen
[34:55] Snippets, tik Tok oder Instagram zu begründen sein könnte, aber
[35:00] auch bestimmte Reflexe, also auch bestimmte manuelle
[35:03] Fertigkeiten, das ist jetzt eine andere Schiene, aber trotzdem
[35:07] Aufmerksamkeitsspanne, manuelle Fertigkeiten, Unterbewusstsein,
[35:13] mal auch wahrnehmen, sich selber mal wahrnehmen, vielleicht sogar
[35:16] das ganze Thema. Sinn im Leben, auch
[35:20] Spiritualität im Leben, also die Tiefe des Lebens, die wir ja
[35:25] gerade lernen zu erkennen und sie vielleicht in unser Leben zu
[35:30] integrieren, in jüngeren Jahren schon beginnend, dass dass da
[35:34] ganz vieles auch einfach platt gemacht wird.
[35:39] Ja, ich versuche mal bei dem zu bleiben, was wir wissen.
[35:41] Also ich weiß, dass alle natürlich darüber sprechen.
[35:45] Ja, Aufmerksamkeitsspanne verändert sich und ich kann auch
[35:47] natürlich nachvollziehen, warum diese Beobachtungen
[35:50] möglicherweise für einige Menschen zutreffend sind.
[35:54] Aber um sowas eben nachzuweisen, brauchen wir einen Längsschnitt.
[35:56] Wir müssten ja eigentlich Kohorten von jungen Menschen im
[35:59] Vergleich zu einer Kontrollgruppe eben über einen
[36:01] langen Zeitraum vergleichen, um das zu quantifizieren.
[36:05] Nichtsdestrotz gibt es Anhaltspunkte, die zeigen, dass
[36:07] diese Dauerverfügbarkeit von Smartphones mit den Apps die
[36:10] Aufmerksamkeit möglicherweise verschlechtert beziehungsweise
[36:14] ein Abstinenz. So muss man es besser sagen, das
[36:16] hat die Studie gezeigt, Aufmerksamkeit verbessert.
[36:19] Es wurde letztes Jahr eine Studie veröffentlicht aus den
[36:23] USA, die ist durchaus sehr interessant, wenn sie
[36:26] teilgenommen hätten, Frau Oge hätten sich eine App
[36:27] heruntergeladen auf ihr Telefon und die hätte die komplette
[36:31] Internetverbindung für 2 Wochen blockiert.
[36:34] Das heißt, Ihr Smartphone wäre einen guten alten Nokia Knochen
[36:37] rüber gewechselt und das Besondere an der Studie ist, man
[36:42] hat vor der Intervention, also bevor man diese App scharf
[36:45] geschaltet hat, hat man im Labor objektiv die
[36:49] Aufmerksamkeitsleistung gemessen, also wie gut man
[36:52] Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aufgabe halten kann.
[36:55] Und das hat man nach der Intervention auch gemacht.
[36:57] Und man sieht eben bereits nach 2 Wochen ohne Internetzugang auf
[37:00] dem Smartphone ist die Aufmerksamkeitsleistung deutlich
[37:03] hoch gegangen und das ist natürlich eine Evidenz dafür,
[37:06] dass tatsächlich diese Dauerbeschallung was mit uns
[37:09] macht. Ich würde sagen, wenn ich wetten
[37:13] müsste, dass das was mit der Fragmentierung des Alltags zu
[37:16] tun hat, ich möchte das illustrieren mit diesen
[37:19] Dauerunterbrechungen. Weil ich glaube es
[37:22] beispielsweise besser, dass wir 60 Minuten am Stück ohne
[37:25] Unterbrechung irgendwas digital machen.
[37:27] Aber es ist schlimmer im Vergleich, wenn wir 60 mal eine
[37:30] Minute dort verbringen, weil das heißt natürlich 60
[37:33] Unterbrechungen, und auch hier kann ich eine Anekdote erzählen,
[37:38] ich hatte mal mit Studierenden damals eine eigene App
[37:41] entwickelt, wo wir gemessen haben.
[37:44] Wie häufig sich die jungen Leute im Alltag unterbrechen, also nur
[37:47] mal die Uhrzeit checken und dann bleibt mehr hängen und da macht
[37:50] man wieder was. Was, wenn ich machen wollte und
[37:53] auch wenn das jetzt eine vereinfachte Rechnung ist, von
[37:55] der ich jetzt mal ausgehe, die Leute schlafen 8 Stunden, stimmt
[37:58] ja nicht immer und diese Unterbrechungen werden über die
[38:00] Wachzeit gleich verteilt, dann sind wir bei Unterbrechung alle
[38:04] 10 Minuten, das heißt mit anderen Worten, die längste
[38:08] Einheit, in der ich mich mit irgendwas mal vertieft
[38:11] auseinandersetzen kann, ist 10 Minuten, wenn man.
[38:14] Diese Zahlen, die jetzt auf eine Population übertragen könnte.
[38:16] Ich mache das nur Anekdotenhaft hier, aber ich glaube das
[38:20] Problem wird klar. Also ich bin ja eigentlich immer
[38:22] Modus, ich versuche mich in irgendwas jetzt gerade
[38:24] reinzudenken und dann kommt schon wieder Bing bong irgendwie
[38:27] am Telefon und mein armes Gehirn kann gar nicht anders.
[38:31] Auf diesen neuartigen Reiz zu reagieren, könnte ja was
[38:34] Wichtiges sein. Und ich muss mich gleich schon
[38:36] wieder eigentlich in den wichtigen Sachverhalt
[38:39] einarbeiten. Wir reden hier in den
[38:41] Neurowissenschaften der Psychologie von Wechselkosten,
[38:43] die entstehen, und die sind natürlich durchaus enorm, und
[38:46] ich glaube, die könnten auch so einen Faktor treiben, und dann
[38:49] fällt mir noch was weiteres ein, über das wir sprechen können,
[38:52] und ich glaube, das passt auch zu Ihrer Beobachtung, die sie
[38:56] gemacht haben. Langeweile ist so ein Thema.
[38:59] Das fühlt sich für viele extrem schlecht an.
[39:01] Also jetzt mal Zeit mit sich allein verbringen und wir sehen
[39:04] ja, die Industrie hat ja eigentlich Langeweile
[39:06] abgeschafft, weil es reicht ja für viele Menschen der
[39:09] hinweisreiz ich mit mir alleine aus und ich habe schon wieder
[39:12] das Gerät in der Hand. Warum ist es aber gut, diesen
[39:16] Zyklus zu durchbrechen, da kann man sich ja die Frage stellen,
[39:19] warum sollte ich denn im Zug irgendwie aus dem Fenster
[39:21] rausgucken, anstatt irgendwie auf dem Telefon irgendwas zu
[39:25] machen? Und da kommen wir jetzt in ein
[39:27] Forschungsfeld, was sich in der englischen Sprache mit dem
[39:30] sogenannten Mind wondering beschäftigt, also in den
[39:32] Gedanken, mal nachhängen und eine Voraussetzung für das
[39:35] Gedanken nachhängen, ist ja tatsächlich, dass ich mal gar
[39:38] nichts mache. Ich bin mit mir alleine, gehe
[39:41] vielleicht im Wald spazieren, mache ein bisschen shinren Yoku,
[39:44] das japanische Waldbad, gehe achtsam durch den Wald, genieße
[39:48] die Umgebung und lass meinen Gedanken mal freien Lauf, dann
[39:52] sagen viele ja, warum soll ich das denn tun?
[39:55] Weil das ein Kreativitätsinkubator sein kann.
[39:57] Nur wenn wir unserem Gehirn mal Freilauf geben von außen, würden
[40:02] die Leute sagen, du bist faul, du machst ja gar nichts, gehst
[40:05] der Muße nach, aber genau das ist der Moment, wo wir auf
[40:09] einmal Anfängen und sagen, ah, Moment mal, was geht denn
[40:12] eigentlich gerade in meinem Leben so ab, ich denke über a
[40:15] nach, ich denke über b nach, dann denke ich über das Problem
[40:17] danach und auf einmal habe ich diesen aha Moment, ich denke na
[40:20] klar, so kriege ich das gelöst. Das heißt, mit anderen Worten,
[40:24] Was hat die Industrie eigentlich mit dem Datengeschäftsmodell
[40:26] gemacht? Sie hat uns jede freie Minute
[40:28] weggenommen, in denen wir auch mal über den Alltag nachdenken
[40:31] können und auch überlegen, wie kriege ich bestimmte Dinge
[40:36] gelöst. Es fehlt uns Zeit, um kreativ zu
[40:38] werden. Und ich finde, das müssen wir
[40:41] jetzt gleich noch ein bisschen grässlicher diskutieren, also
[40:45] wirklich grässlich, weil so viel Grässliches im Netz zu finden
[40:48] ist. Und was das mit den Menschen
[40:50] macht. Und ich möchte jetzt nicht nur
[40:52] von Jugendlichen sprechen, ich denke mal, das gilt natürlich
[40:55] für alle. Was ist an Hass, Gewalt,
[40:58] Sexualisierung, aber auch an zur Schau gestellten Cybermobbing,
[41:03] Körperkult des Irrsinns oder auch Hysterisierung als
[41:07] Grundhaltung, ja, es wird nichts mehr normal mit mehreren
[41:10] verschiedenen Perspektiven kommuniziert, sondern es ist
[41:12] immer alles gleich fürchterlich hysterisch.
[41:15] Was hat denn das noch für Folgen?
[41:17] Also nicht nur, dass dieser innere Raum nicht mehr betreten
[41:20] wird und die innere Tiefe eventuell auch was Sinnfindung
[41:24] im Leben angeht, sondern dass wir mit den wirklich
[41:27] fürchterlichsten emotionalen Situationen beprasselt werden.
[41:32] Ja, das ist eine gute Frage. Natürlich muss man sagen, jeder
[41:35] jeck ist anders, das heißt hat auch eine unterschiedliche
[41:37] Resilienz, um mit gerade Hassbotschaften und schlimmen
[41:41] Dingen, die wir jeden Tag sehen, auch umzugehen.
[41:43] Aber manche kann das natürlich verstören.
[41:46] Das kann auch lange eben natürlich danach hallen.
[41:49] Aber bevor wir das ein bisschen tiefer beschreiben, glaube ich,
[41:52] muss man erst noch mal aufs Datengeschäftsmodell auch hier
[41:54] zu sprechen kommen. Also es stellt sich ja durchaus
[41:55] die Frage, warum haben wir eigentlich diese Menge an
[41:58] Hassbotschaften und ein warum werden die eigentlich nicht
[42:00] erfolgreicher bekämpft. Jetzt würde die Industrie sagen,
[42:04] ja, wir haben hier super KI am arbeiten, im Hintergrund eine
[42:06] künstliche Intelligenz, die uns dabei hilft, eben natürlich
[42:09] automatisch. Großteil von diesen
[42:11] Hassbotschaften oder natürlich auch von Videos, die gegen die
[42:15] Hauspolitik von Meta und Co. Verstoßen, eben rauszunehmen,
[42:19] aber de facto sehen wir ja jeden Tag online, dass also gerade
[42:23] auch auf Plattform WX ist ja ein sehr, sehr gutes Beispiel, dass
[42:26] nach Onboarding von Elon Musk eine richtige Hassschleuder
[42:29] geworden ist, dass die Algorithmen hier sehr wohl eine
[42:32] Rolle spielen und auch das ist leider furchtbar, das zu
[42:35] erwähnen. Aber für Industrie ist es gar
[42:37] nicht so schrecklich, dass diese Art von Hassrede und
[42:40] Hassbotschaften online stattfinden könnte.
[42:44] Sagen ja, es ist natürlich nicht gut für den Business Case, wenn
[42:46] das Überhand nimmt, weil dann bleiben vielleicht irgendwann
[42:48] die Werbetreibenden aus, aber wenn man das erst mal von der
[42:54] Designseite sieht, wissen wir, dass gerade Botschaften, die
[42:58] Online Wut, Zorn, Ärger, negative Emotionen auslösen.
[43:04] Dass das die Botschaften sind, die besondere Aufmerksamkeit
[43:07] auslösen auf Seiten der Nutzenden, dass das Botschaften
[43:10] sind, die besonders stark verteilt werden, also
[43:13] Botschaften, die mit denen eben die Menschen auch besonders
[43:15] stark interagieren. Und dann sieht die Industrie,
[43:18] naja, die bleiben ja länger auf der Plattform, darauf, wenn so
[43:20] was da ist, die interagieren mehr mit der Plattform, das
[43:23] heißt, erstmal ist eigentlich dieses Ziel online, Zeiten
[43:27] verlängern, Engagement mit der Plattform erhöhen ist damit gar
[43:31] nicht gefährdet, sondern das Gegenteil findet statt.
[43:34] Und wir wissen auch durch gut gemachte Studien, dass gerade
[43:37] Fake News sich deutlich schneller verbreiten online als
[43:42] das wahre Nachrichten tun. Und da sieht man schon, also
[43:44] warum hier so in einem Ökosystem diese Art von Botschaften nach
[43:49] wie vor leider eine extrem große Reichweite bekommen.
[43:52] So, das wollte ich nur sagen, um jetzt auch noch mal einzuordnen,
[43:55] was dann eben natürlich auf psychischer Seite mit dem
[43:58] Nutzenden passiert, ich glaube. Wir haben einmal diesen Begriff
[44:02] des Doom scrollings, der mittlerweile ja auch durchaus
[44:04] bekannt ist. Das heißt, dass man eigentlich
[44:06] gar nicht mehr von diesem Telefon loskommt und eigentlich,
[44:10] man denkt, diese ganze Welt ist komplett kaputt.
[44:14] Ich sehe eigentlich nur noch schlimmes und Schlimmes und
[44:17] schlimmes, und die Frage ist, glaube ich, das können Sie
[44:20] wahrscheinlich als Journalistin auch ganz gut beantworten, ist
[44:25] die Welt heute so viel schlechter als vor 20 Jahren?
[44:27] Das ist, das ist, glaube ich, eine zentrale Frage und.
[44:30] Oder hat das auch sehr, sehr viel mit Wahrnehmung zu tun?
[44:32] Also durch die sozialen Medien kriegen wir natürlich zum einen,
[44:36] selbst wenn was tatsächlich passiert, in Sekundenschnelle
[44:39] über kleinste Zwischenfälle rund um den Globus, solange sie
[44:43] emotionalisierend sind, sehr, sehr schnell wird das eben an
[44:46] zigtausende Leute ausgestrahlt, die das sehen und es macht, was
[44:50] in der Wahrnehmung mit den Leuten, also wenn ich natürlich
[44:53] sehe, nur negative Inhalte, negative Inhalte, negative
[44:56] Inhalte, will ich gar nicht mehr das Positive sehen.
[44:59] Weil das eben einen schwächeren Stand hat auf auf diesen
[45:02] Plattformen eben auch eine gewisse Sichtweise zu bekommen.
[45:06] Das heißt, ich glaube gerade dieses Doom Scrolling kann
[45:08] natürlich dazu führt, dass die Leute pessimistischer werden,
[45:10] dann haben wir eben über die sozialen Aufwärtsvergleiche
[45:13] gesprochen, dann denke ich aber zusätzlich noch, den anderen
[45:15] geht es ja viel besser als mir, dann sehe ich noch diese ganzen
[45:17] furchtbaren Nachrichten, das kann natürlich eine Spirale dann
[45:20] losdrehen, die eben, wenn jemand nicht gefestigt ist, sehr, sehr
[45:24] negativ wirken kann und. Und die Leute dann natürlich
[45:27] nicht. Zukunft in die nicht positiv in
[45:29] die Zukunft schauen lässt. Könnte ein genereller Effekt
[45:34] sein, eine emotionale Abstumpfung und auch eventuell
[45:37] eine größere Passivität, weil man sich nicht mehr zutraut,
[45:40] dass man zu den Lösungen der Probleme dieser Welt persönlich
[45:43] beitragen kann, weil es ja alles so schrecklich ist.
[45:46] Also im Grunde genau das, was wir im Augenblick brauchen,
[45:50] nämlich Menschen, die nach Lösungen suchen und emotional
[45:54] engagiert sind. Dass das genau abgeschnitten
[45:57] wird, das. Ist eine interessante Frage,
[45:59] inwieweit die sozialen Medien hier eine Rolle spielen, aber
[46:02] sie werden glaube ich schon eine Rolle spielen, denn wir sehen ja
[46:04] gerade in Deutschland, wir haben eine extreme Polarisierung im
[46:07] Parteienspektrum aktuell, was wir sehen, die Herausforderungen
[46:11] sind gewaltig. Und wenn dann natürlich noch nur
[46:15] noch negative Stimmungsmache da ist.
[46:16] Übrigens nicht über die sozialen Medien, sondern wir kennen,
[46:19] glaube ich, alle die Häuser, Deutschland, die auch den
[46:21] entsprechenden Journalismus vertreten, kann das natürlich
[46:24] sehr, sehr schnell zu, oder was wir in der Psychologie an der
[46:26] Self for filling Prophecy führen, also sich selbst
[46:29] erfüllende Prophezeiung, dass man eigentlich nur denkt, diese
[46:33] Probleme sind so gigantisch, so herausfordernd, und ich werde
[46:36] die ganze Zeit noch emotionalisiert, dass man
[46:38] sowieso nichts ändern kann. Dass manche in Passivität
[46:42] gedrängt werden dadurch, und das möglicherweise natürlich auch
[46:46] Politikverdrossenheit erklärt, warum dann viele vielleicht auch
[46:50] entweder radikal wählen oder gar nicht mehr wählen gehen.
[46:53] Und eventuell auch emotional abstumpfen, wenn ich mit so viel
[46:56] Wahnsinn in meinem Umfeld oder auch meinem Screen permanent
[47:01] mich konfrontiere. Ich.
[47:02] Glaube zumindest. Es ist nicht ein Papier
[47:04] erzeugend, was wir dort sehen. Jetzt müssen wir unbedingt dazu
[47:08] kommen. Was für Möglichkeiten gibt es,
[47:10] diese datengetriebenen Geschäftsmodelle, wie sie es
[47:13] nennen, es klingt ja so nett, die für uns handhabbar zu
[47:18] machen, wir wollen ja nicht, es wird es auch nicht geben, wir
[47:21] sind im Zeitalter der Digitalisierung, und wir werden
[47:23] damit leben, und wir werden auch davon profitieren, im guten
[47:27] Sinne, aber wie wir es hinkriegen können.
[47:30] In Driver Sea zu kommen, denn das alles läuft ja letztlich
[47:33] darauf hinaus, dass wir eigentlich eine unterschwellige
[47:37] Gängelung, um es vorsichtig zu formulieren, in unserem Leben
[47:41] täglich zu lassen. Welche praktischen Möglichkeiten
[47:44] gibt es denn jetzt erstmal abgesehen davon, dass wir uns
[47:46] auf die Plattformen selber und die Digital Tech Konzerne
[47:50] unbedingt jetzt auch noch stürzen müssen, aber erstmal,
[47:53] wie kann ich im Umgang mit diesen Geräten?
[47:56] Ein bisschen souveräner werden, da gibt es ja alles Mögliche, so
[47:58] Wecker, nachtabschaltungen et cetera, und zu den verboten,
[48:03] Australien und so weiter kommen wir kurz auch noch.
[48:05] Ich finde es jetzt mal wichtig, dass Sie das ansprechen.
[48:07] Der größte Hebel ist natürlich da, dass man die Industrie
[48:09] angeht und drüber nachdenkt, wie machen wir die Plattform
[48:12] sicherer, wir müssen sicherlich das Datengeschäftsmodell
[48:15] verlassen, ich glaube, das muss man immer zuerst sagen, weil
[48:17] ansonsten verfallen wir auch den Narrativen der Industrie, die
[48:20] genau das gemacht hat. Die haben vor einigen Jahren
[48:23] Wecker ausgerollt. Also das war auf Instagram
[48:25] glaube ich möglich und auf Facebook.
[48:27] Also ich bin die Einstellung rein gegangen und gesagt, so
[48:30] heute nicht mehr als eine halbe Stunde und dann geht ein Fenster
[48:35] auf, dann halbe Stunde voll, kann ich natürlich ganz einfach
[48:38] wegklicken und das soll jetzt die Intervention sein, die
[48:41] Industrie hat dann so so gerät guckt mal wir tun was tolles,
[48:44] Wir schießen uns hier selber ins Knie, wir sind so super, wir
[48:48] geben euch jetzt einen Wecker, das wird doch auf jeden Fall
[48:50] helfen. Das ist natürlich geschickt
[48:53] gemacht von der Industrie, meines Erachtens, weil man damit
[48:55] ablenkt, dass man eine eigene Verantwortung trägt, sondern
[48:58] schiebt das Ganze auf die nutzenden Seite, und deswegen,
[49:01] glaube ich, ist es sehr, sehr wichtig, an der Stelle zu sagen,
[49:04] wofür wir über Maßnahmen sprechen, die jeder für sich tun
[49:08] kann, dass man erst mal eigentlich dahin zeigt, wo der
[49:11] Ware Hebel liegt und wo die Ware Verantwortung liegt.
[49:15] Dies gesagt komme ich jetzt auf ihre Frage zurück.
[49:17] Was kann man machen? Es gibt tatsächlich ein paar
[49:19] evidenzbasierte Dinge, die funktionieren, das ist erstmal
[49:23] klingt ein bisschen komisch, aber wenn man das Smartphone im
[49:25] Graumodus verwendet, kann man relativ schnell eine Einstellung
[49:28] ändern, sinkt tatsächlich die Zeit, die man auf dem Smartphone
[49:32] verbringt, warum? Weil die sozialen Medien sehr
[49:34] sehr stark mit farbwelten arbeiten, das Gerät wird einfach
[49:37] verrückt, uninteressanter ist auch nicht eine Studie die es
[49:40] gezeigt hat, wurde mittlerweile repliziert.
[49:44] Und es sind vor allen Dingen natürlich auch die zeitlichen
[49:45] sozialen Medien, die runter geht.
[49:47] Ich glaube, das kann sich jeder vorstellen, also wenn ich
[49:49] Instagram auf einmal nur in Schwarz und weiß sehe, hat das
[49:51] nicht mehr diese Sogkraft, dann gibt es natürlich Dinge, so
[49:56] haben wir die Sendung angefangen mit diesem Brain Rain Effekt,
[49:59] interessante Studie, wenn ich mich wirklich konzentrieren
[50:02] muss. Ist es gut, das Gerät so weit
[50:05] wie möglich aus dem Raum rauszubringen, dass ich es nicht
[50:07] in meiner Nähe habe? Also bitte auch nicht irgendwie
[50:10] in der Jackentasche oder ein Pulli oder gar offen auf dem
[50:13] Tisch liegend, sondern dass man hier eben dafür sorge trägt,
[50:17] dass es außer Reichweite ist. Auch hier gibt es Nachweise
[50:20] dafür, dass das helfen kann, weil wie gesagt, das Gerät kann
[50:24] schon sehr, sehr viel Aufmerksamkeit einfach durch die
[50:26] physische Präsenz eben abziehen. Dann haben wir eine neue Studie
[50:31] gemacht. Gerade, die sich mit
[50:33] Armbanduhren beschäftigt und Weckern, also klassischen
[50:36] Zeitgebern. Ich spreche jetzt nicht über
[50:37] eine Smartwatch, die jetzt mit dem Telefon verbunden ist und
[50:40] dann schon wieder die ganze Zeit Botschaften durchschickt,
[50:44] sondern wir reden über eine analoge Armbanduhr, ganz
[50:46] klassische alte Armbanduhr. Warum könnte das funktionieren?
[50:50] Wir sehen das bei uns eine Studie, dass die Leute, die eine
[50:53] Armbanduhr tragen, deutlich weniger sucht Tendenzen im
[50:55] Internet haben und. Und das ist keine
[50:58] querschnittliche Studie. Aber wir haben auch gefragt, wie
[51:00] häufig passiert es dir eigentlich, dass du die Uhrzeit
[51:03] auf dem Telefon nachguckst? Dann bleibst hängen, machst, was
[51:05] du gar nicht machen wolltest, zum Beispiel Social Media Check,
[51:07] und wir sehen, dass das eine relativ große Gruppe ist, die
[51:10] zumindest im Fragebogen sagt, Ja, stimmt, das ist bei mir echt
[51:14] ein Faktor und dann würde man sagen, ja, da ist wahrscheinlich
[51:17] eine gewisse Kausalität auch zu erwarten, das heißt, das Macht
[51:20] ja auch Sinn. Die Industrie versucht ja, mit
[51:23] den Plattformen Raum und Zeit aufzulösen, und wir müssen uns
[51:25] die Struktur zurückerobern, die uns die Industrie kaputt gemacht
[51:28] hat. Und eine Armbanduhr hilft
[51:29] natürlich dabei, dann haben wir weitere Mechanismen, die helfen
[51:33] können, diese Struktur zurückzuerobern.
[51:36] Ich glaube, das wissen die meisten Zuschauenden natürlich,
[51:39] dass wir uns überlegen müssen, erstmal brauche ich wirklich
[51:42] jede von diesen Apps auf dem Telefon.
[51:45] Oder reicht es nicht aus? Und da reden wir gar nicht gar
[51:47] nicht mehr auf den sozialen Medien unterwegs sein?
[51:48] Oder reicht es nicht aus, linkedin irgendwie auf dem auf
[51:50] dem Rechner zu checken, weil dann habe ich diese ständige
[51:53] Verfügbarkeit weg. Eine andere Möglichkeit ist,
[51:56] wenn ich Apps auf dem Telefon behalte, dass ich mir gut
[51:59] überlege, welche Art der Features in den Apps will ich
[52:04] eigentlich weiter nutzen. Also ich habe bei den wenigen
[52:07] Apps, die ich auf dem Telefon habe auch bei Messengern habe
[52:10] ich die Push notifikation ausgemacht.
[52:12] Das heißt, die Industrie kann nicht einfach mir irgendwas
[52:15] rausschicken sagen, guck mal, interessant, ich gehe
[52:17] selbstgesteuert. Einmal am Tag gucke ich, da
[52:20] sagen viele ja, es geht ja nicht, muss auf alles reagieren.
[52:22] Ich hatte auch die Grabenkämpfe in meinem Umkreis, hast du das
[52:25] noch nicht gelesen? Ich sage so, nee, sorry, ich
[52:27] gucke da nicht nach, wenn du was brauchst, rufe mich bitte an,
[52:30] das hat jeder verstanden nach 34 Jahren, da gibt es aber
[52:33] natürlich eine Phase, da muss man durch, wo alle lernen, wie
[52:36] man damit umgeht. Ein weiteres Feature was man
[52:39] abschalten kann. Ist die Lesebestätigung in den
[52:42] Messengern, die operiert, nämlich mit sozialen Druck,
[52:45] kennt jeder Frau Ruge. Ich schreibe Ihnen eine
[52:48] Nachricht, schreibe mir zurück, wir sehen durch die blauen Haken
[52:51] A, die andere Seite hat es gelesen und dann so nach 5
[52:53] Minuten, warum habe ich eigentlich noch keine Antwort,
[52:55] was ist denn da los, das heißt, da hat die Industrie Mechanismen
[52:58] gebaut, wo es eine Erwartungshaltung zwischen den
[53:01] Kommunizierenden gibt, auch möglichst schnell auf Dinge zu
[53:04] reagieren. Auch hier gilt es natürlich, den
[53:07] Teufelskreis zu durchbrechen und sagen brauche ich das
[53:09] eigentlich, weil die Wahrheit ist, wenn ich diese
[53:11] Lesebestätigung ausmache, kann ich natürlich auch nicht mehr
[53:14] diese Lesebestätigung bei anderen sehen.
[53:16] Das heißt, ich muss mich davon frei machen und sagen, ich habe
[53:18] eine Nachricht gelesen und ich weiß einfach nicht, ob die Frau
[53:21] Ruge das jetzt von mir gelesen hat oder nicht, aber ich glaube,
[53:24] da wird jedem klar, also man muss auch überlegen, kann ich
[53:27] nicht ein Stück weit diese Designelemente auch auf den
[53:30] Plattformen aushebeln. Und alles, glaube ich, kann man
[53:33] so ein bisschen über die und unter die Überschrift packen.
[53:36] Wir müssen uns die Struktur zurückerobern, die uns das
[53:40] Datengeschäftsmodell kaputt gemacht hat.
[53:45] Kleine Überraschung, nämlich eine kurze Unterbrechung in
[53:48] eigener Sache. Unser Podcast hat ja 10 Tausende
[53:52] Zuhörerinnen und Zuhörer, aber nur etwa 30% haben ihn
[53:57] abonniert. Mit deinem kostenlosen Abo auf
[54:00] dieser Plattform hilfst du ja mit, dass noch mehr Menschen
[54:02] unsere Experten Gespräche hören können.
[54:05] Also ich verspreche dir, alles dafür zu tun, dass dieser
[54:07] Podcast noch besser wird und die auch in Zukunft noch mehr mehr
[54:11] wert bietet. Abonnier bitte vielen Dank für
[54:15] deine Unterstützung und jetzt weiter in der Folge ja.
[54:20] Ich denke, es gibt sowieso nur 2 Möglichkeiten das eine oder 3
[54:24] Möglichkeiten. Erstens, wir werden viel viel
[54:26] souveräner in der in der Handhabung dieser
[54:29] Datengeschäftsmodelle von staatlicherseits wird oder auch
[54:33] eben von der EU wird richtig Druck gemacht mit Millionen
[54:37] Strafen, dass sich die Systeme ein bisschen weniger
[54:41] suchtfördernd verhalten und auch weniger Aggressionskommunikation
[54:46] auf ihre Plattformen lassen. Und es gibt als drittes noch
[54:50] eine Alternative zu schaffen, vielleicht eine Plattform, die
[54:54] den Bedürfnissen der Menschen nach Kommunikation, nach
[54:57] Unterhaltung, nach Anregung etc. Nachkommt, ohne Suchtfaktor zu
[55:02] werden. Dann ist die große Frage, wie
[55:05] kann die sich finanzieren, aber gucken wir uns erstmal an, wir
[55:09] haben jetzt eben kurz drüber gesprochen, was können wir
[55:11] selber tun, da gibt es sicherlich noch.
[55:14] Mehr was man für sich selber entdecken kann, um im Driver
[55:18] Seed der Nutzung zu bleiben, dann gibt es diesen Hammer des
[55:22] Verbots. Social Media, also die Plattform
[55:26] erst ab 16 in Australien, und da muss auch dann richtig
[55:32] nachgewiesen werden, bin 16 und von oder in Dänemark.
[55:36] Ich habe jetzt natürlich auch nachgeschaut in Großbritannien,
[55:38] in Frankreich, in Neuseeland gibt es ähnliche Pläne, in
[55:42] Deutschland wird das noch diskutiert und.
[55:44] Aber man hat schon erste Erfahrungen in Australien, das
[55:46] ist ja noch nicht lange in Kraft, dass die Jugendlichen
[55:49] natürlich eine unglaubliche Kreativität entwickelt haben,
[55:52] das alles zu umgehen. So was halten Sie denn von
[55:56] solchen verboten? Ja, ich glaube, wir müssen über
[56:00] Altersgruppierungen sprechen. Und vielleicht fangen wir erst
[56:03] mal mit diesen 13 Jahren an, die ja nach wie vorbei vielen
[56:06] Plattformen aktuell in unseren Breitengraden hier eine Rolle
[56:10] spielen und. Ist durchaus interessant um mal
[56:13] zu reflektieren, wie es zu den 13 Jahren gekommen ist.
[56:16] Man würde vielleicht denken, da gibt es gut gemachte Studien
[56:18] hinter ne, da gibt es gar nichts hinter.
[56:20] Es hat eigentlich nur einen juristischen Hintergrund, dass
[56:23] man sich in den USA als das World Wide Web ein zartes
[56:27] Pflänzlein war, also in den 90er Jahren die Frage gestellt hat,
[56:31] wäre es nicht gut, in einem anbrechenden Online Zeitalter
[56:35] die Privatsphäre von Kindern zu schützen, sollten wir tun, wann
[56:41] hört denn die Kindheit auf, das. Pubertät oder wann ist denn das
[56:45] so 13 ja, nehmen wir 13 the Childrens online Privacy
[56:50] Protection Act, der hier gegriffen hat, der natürlich aus
[56:53] Sicht der Amerikaner durchaus eine Rolle spielt, denn wir
[56:56] wissen ja, in den USA kann hier sofort verklagt werden.
[56:58] Man hatte damals ein großes Interesse daran, dass man die
[57:01] gerade entstehenden Plattformen, die Digitalökonomie nicht direkt
[57:05] kaputt macht. Und deswegen gab es auch diesen
[57:07] Communications Season Sea Act, der auch extrem diskutiert wird,
[57:10] der übrigens auch erklärt, warum wir noch so viel Hassrede auf
[57:12] den Plattformen haben, denn dieser Communications Season Sea
[57:15] Act sagt zum Beispiel auch, dass die Plattform betreibenden nicht
[57:19] verantwortlich für die Inhalte sind, die auf den Plattformen
[57:21] gepostet werden. Da sieht man, das war als alles
[57:24] so, dass dieses Zeitalter alles ganz neu, es gab die sozialen
[57:27] Medien noch gar nicht und auf jeden Fall dieser Childence
[57:30] online Privacy Protection erklärt so die Zahl 13, die sich
[57:33] irgendwie durchgesetzt hat. Jetzt gibt es natürlich viele
[57:36] Gründe, die wir heute erörtert haben.
[57:38] Warum natürlich Plattformen, so wie sie heute sind, mit den
[57:41] ganzen Themen, die da sind, glaube ich, ist zumindest meine
[57:45] Haltung, also gürt, nicht in Kinderhände so, und dann ist die
[57:48] Frage, wie geht es denn dann weiter, also wenn jetzt die
[57:53] Kinder in die Pubertät kommen, 1213 Jahre, was ist denn jetzt
[57:57] das richtige alter, liebe Frau huge, ich würde es ihnen ja
[58:00] gerne sagen, es gibt da keine belastbaren Studien zu, und die
[58:03] Wahrheit ist auch an der Stelle und.
[58:06] Dass sich Kinder natürlich unterschiedlich entwickeln.
[58:08] Manche sind früher für sowas reif, andere sind später für
[58:11] reif, aber trotzdem brauchen wir jetzt vom Policy Making
[58:14] irgendeine Lösung, die keinem wehtut, aber mehr nutzen als
[58:17] Schaden bringt und das Problem ist mit den 16 Jahren, die wir
[58:21] jetzt zum Beispiel in Australien haben, ist natürlich zum einen,
[58:25] man sieht, junge Menschen sind kreativ, die Hebeln das
[58:28] irgendwie auch aus mit Technologie, mit VPN Clients
[58:30] oder irgendwie um dann. Doch eben auf Plattform Inhalte
[58:33] zuzugreifen, dann ist es auch so, dass natürlich viele Inhalte
[58:36] der sozialen Medien auch von außen konsumiert werden können,
[58:40] ohne dass man einen eigenen Account hat.
[58:42] Das ist natürlich auch eine Wahrheit und dann geht es
[58:45] natürlich einen ganz anderen Bereich, den man sehr
[58:46] unterschiedlich diskutieren kann, dass es ja durchaus ein
[58:48] Recht auf digitale Teilhabe auch gibt, auch auf Jugendliche, also
[58:52] dass man sagt, irgendwann muss man ja damit unterwegs sein,
[58:56] sodass wir uns lange. Wie heißt die Leopoldina, wo ich
[59:00] an einem Papier mitgeschrieben habe?
[59:02] Natürlich die Frage gestellt haben, was tun wir denn jetzt
[59:05] bei einer Evidenzlage, die durchaus zeigt, es gibt einige
[59:08] Probleme, wir sprachen heute über Cyber, Bulling nicht
[59:10] altersadäquate Inhalte, das Thema Körper und Zufriedenheit,
[59:13] diese ganzen Vergleichsmechanismen, das
[59:15] Datengeschäftsmodell, was natürlich auch Privatsphäre mit
[59:18] Füßen tritt, also wir haben genug Themen auf dem Tisch, um
[59:22] zu sagen, kann ja nicht so weitergehen, aber wie sollen wir
[59:25] denn jetzt weitermachen? Und ich glaube, so ein Verbot
[59:28] mit 16 würde natürlich auch bedeuten, dass man irgendwie
[59:32] auch gar nicht so richtig in der Zeit vorher vielleicht
[59:35] rangeführt wird, sodass wir uns gedacht haben, naja, vielleicht
[59:39] ist sinnvoll, dass man den Konsum den Frühkonsum von 13 bis
[59:43] 15 einfach mehr begleiten muss. Also ich glaube, wir haben auch
[59:47] das Thema, dass viele Eltern, das ist gar nicht als bashing
[59:51] gemeint, ich weiß alle, sie sind unglaublich busy und alle sind
[59:54] überfordert, auch mit vielen Situationen.
[59:57] Aber meine Generation kennt häufig dann original das Social
[59:59] Media Produkt Facebook, aber die waren noch nie auf tik tok
[1:00:02] unterwegs. Das heißt, natürlich muss man
[1:00:04] sich tatsächlich auch mal interessieren für die
[1:00:07] Plattformen, die dann für die jungen Menschen en vogue sind,
[1:00:09] und das muss man sich auch mal anschauen, damit man überhaupt
[1:00:11] versteht, was dort passiert, auch gar nicht im Sinne von
[1:00:14] Controletti, sondern im Sinne von ich will verstehen, was die
[1:00:18] Faszination ausmacht, ich will ja auch ein Teil meiner Kinder
[1:00:21] sein und das irgendwie auch irgendwie auch die schönen
[1:00:24] Seiten mit sehen. Das heißt, dass man gerade in
[1:00:28] dieser Zeit von 13 bis 15 vielleicht sagt, komm, wir haben
[1:00:31] eine Nutzung, die wird mehr begleitet.
[1:00:34] Die Silke Müller, die ja das Buch auch geschrieben hat, wir
[1:00:36] verlieren unsere Kinder, hat vom Schulalltag auch erzählt, also
[1:00:39] wo es dann durchaus auch, was ich auch für sinnvoll finde,
[1:00:42] auch in den Schulen natürlich vielleicht eine Sprechstunde
[1:00:43] gibt, einmal in der Woche, wo man in einem Kreis gerade
[1:00:46] vielleicht mit Themen, die dann schambehaftet sind, eben die man
[1:00:49] nicht mehr unbedingt mit den Eltern besprechen will und dann
[1:00:52] seinesgleichen mal austauschen kann.
[1:00:54] Also ich glaube, wir brauchen auf jeden Fall eine Phase, in
[1:00:58] dem eine Begleitung stattfindet, also in dem man auch weiß, es
[1:01:02] gibt einen sicheren Anker, einen Hafen, wo ich über alles
[1:01:05] sprechen kann, bevor man dann eben komplett auf diese Welt
[1:01:08] zugelassen wird. Ich glaube, das wäre sinnvoll
[1:01:11] und ich glaube, die Wahrheit ist auch noch mal der
[1:01:13] Schließfieherkreis im Gesagten, wenn diese Plattformen endlich
[1:01:16] mal sicherer wären, und die werden so gemacht, dass sie
[1:01:19] eben. Nicht einfach online Zeiten
[1:01:21] verlängert sind und diese Ganzen suchten in Anführungsstrichen
[1:01:24] erzeugenden Designmerkmale werden deutlich reduziert.
[1:01:28] Ich glaube, dann hätten wir auch alle nicht mehr so viele
[1:01:30] Bauchschmerzen. Also die Wahrheit ist an der
[1:01:32] Stelle auch, dass wir, ich glaube auch die Länder, die
[1:01:35] jetzt diese Policies ausgesprochen haben, wir werden
[1:01:37] sehen, was vielleicht irgendwann Brüssel macht an der Stelle, was
[1:01:40] dann für uns ja natürlich auch hier relevant ist in
[1:01:43] Deutschland, also wie man sich dort verhält mit dem DSA im
[1:01:46] Digital Service Act, der ja die Plattform reguliert.
[1:01:49] Dass wir in ein paar Jahren, wenn sich die Industrie ändern
[1:01:52] würde, fairerweise dann auch noch mal neu darüber nachdenken
[1:01:55] muss, wie man eben diese Altersgrenzen setzt.
[1:01:58] Und dann, glaube ich, brauchen wir noch was, was auch mir in
[1:02:01] der Diskussion aktuell zu kurz kommt.
[1:02:03] Wir reden über die sozialen Medien, wir hatten eben schon
[1:02:06] drüber linkedin gesprochen, Research Gate und tik tok, ich
[1:02:09] glaube, wir bräuchten eigentlich auch mal eine Betrachtung,
[1:02:12] gerade was den Alterseintritt betrifft, auf einer
[1:02:15] Einzelproduktebene also, wo man sich das anschaut.
[1:02:19] Wir suggerieren ja hiermit, dass die 16 Jahre genauso sinnvoll
[1:02:22] für tik tok wie viel linkedin, wie viel Research Gate ist.
[1:02:25] Ist das wirklich der Fall? Also bin bin ich mir nicht ganz
[1:02:29] so sicher und das muss man an der Stelle auch in ihrer Sendung
[1:02:33] noch mal sagen, die sozialen Medien, die Idee per se ist ja
[1:02:37] finde ich jetzt mal keine schlecht, also es geht ja auch,
[1:02:40] es geht ja darum soziales Kapital aufzubauen, für mich
[1:02:44] sind die sozialen Medien wie ich sie einsetze im Beruf extrem
[1:02:47] hilfreich. Mich beruflich zu verknüpfen mit
[1:02:50] Leuten, das hat mir auch beruflich schon viel gebracht,
[1:02:52] mich nach vorne gebracht, sowohl im wissenschaftlichen Bereich
[1:02:56] Kooperationen zu suchen, sich auszutauschen, informiert zu
[1:03:00] bleiben über das, was bei mir im Feld passiert, für all das sind
[1:03:04] soziale Medien extrem hilfreich. Ich glaube, das muss man an der
[1:03:07] Stelle auch noch mal sagen, und deswegen, glaube ich, tun wir
[1:03:10] uns ja auch so ein bisschen so schwer zu sagen, ist das alles
[1:03:13] Teufelszeug oder gibt es da nicht auch Dinge, die.
[1:03:15] Die für junge Menschen durchaus gewinnbringend sein können.
[1:03:17] Da würde ich sagen, ja, die gibt es selbstverständlich, aber die
[1:03:20] Plattformen, wie sie häufig heute sind, sind nicht immer
[1:03:23] sicher, da fällt mir eine Studie ein, die habe ich.
[1:03:27] Gestern erst gefunden. Das ist eine ganz neue, die ist
[1:03:29] noch gar nicht gelaufen, aber aufgesetzt.
[1:03:32] Irl heißt die aus Großbritannien, da hat man sich
[1:03:36] gesagt, nehmen uns mal 4000 Jugendliche zwischen 12 und 15
[1:03:40] Jahren, und die sollen selbst mitbestimmen.
[1:03:43] Und überlegen, wie können wir diese Nutzung für uns souveräner
[1:03:47] machen. Und die kriegen, die da
[1:03:49] mitmachen, kriegen eine App auf ihr Smartphone und es wird alles
[1:03:52] aufgezeichnet, was sie nutzen. 50% haben tik tok, Instagram und
[1:03:58] youtube nur für eine Stunde pro Tag, alle anderen können sie so
[1:04:02] lange nutzen, wie sie wollen, die anderen 50% und der bisher
[1:04:07] gemessene Umfang ist zeitlich in etwa 3 Stunden.
[1:04:12] Würde also auf eine Stunde geschrumpft für die Hälfte und
[1:04:15] dann wird noch ganz, ganz vieles gecheckt, Angstzustände,
[1:04:18] Schlafqualität, zusammen sein, wieviel Zeit mit Freunden und
[1:04:21] Familie, Körperbildideen, Schulfehlzeiten und auch das
[1:04:26] Wohlbefinden grundsätzlich, das wird jetzt im Oktober losgehen
[1:04:30] und erst 27 ausgewertet werden. Aber finde ich schon spannend zu
[1:04:35] sagen, lass doch die die Jugendlichen mit überlegen, ob
[1:04:38] wir durch Reduzierung der Zeit, die ich für bestimmte Apps auf
[1:04:41] dem Handy habe, ob wir da nicht schon eine Menge erreichen
[1:04:44] können. Also erstmal super, dass es
[1:04:47] dieses. Projekt gibt und genau das
[1:04:48] brauchen wir, also gerade das auch im Längsschnitt und breit
[1:04:51] erfassen, was an Variablen dort wichtig ist.
[1:04:55] Ich glaube, das Zentrale, was hier passiert, das ist natürlich
[1:04:57] auch extrem wichtig, wenn wir über Regulierung nachdenken,
[1:05:00] warum sind diejenigen, die wirklich betroffen sind, viel zu
[1:05:03] wenig mit am Tisch? Also die Jugendlichen sind ja
[1:05:06] Stakeholder hier, und ich glaube, wenn man hier eine Form
[1:05:09] der Regulierung erfolgreich umsetzen möchte, dann wäre es
[1:05:12] schon wichtig, auch genau die Leute mal zu hören, die es
[1:05:15] betrifft, und das sind natürlich hier dann die Jugendlichen, die
[1:05:19] eben unter einem solchen Verbot profitieren, aber vielleicht
[1:05:22] auch leiden würden, also insofern ist, glaube ich.
[1:05:25] Wichtig, diese Stimme an den Tisch zu bekommen und ich
[1:05:29] glaube, das gilt übrigens auch für Familien.
[1:05:32] Also ich meine, es wird ja vortrefflich darüber gestritten
[1:05:35] in Familien, wie es jede Familie mit dem Digitalkonsum hält, und
[1:05:41] ich glaube, ein erfolgreicher Weg ist, wenn man so
[1:05:43] medienverträge Aushandelt, so natürlich Verträge nicht
[1:05:48] juristisch gemeint, aber wo man sich im Haushalt dran hält in
[1:05:51] der Familie. Dann ist es hilfreich, dass das
[1:05:53] nicht so eine Einbahnstraße ist. Also dass ich als Papa sage, mal
[1:05:56] zu zu meiner Tochter so nicht mehr Tablet als irgendwie eine
[1:06:01] halbe Stunde pro Tag und dann ist Schluss und dann gibst du
[1:06:05] mir schön zurück und dann sagt ihr, finde ich aber doof, Papa,
[1:06:08] das finde ich gar nicht so doof, wenn sie auch Einfluss darauf
[1:06:11] hat, wie ich mein Telefon nutzen darf.
[1:06:14] Das heißt, dass man miteinander bespricht und sagt, guckt mal,
[1:06:17] es gibt ja Gründe, warum wir das machen, wir wollen einen
[1:06:20] Abendtisch haben und. Wo wir uns dafür interessieren,
[1:06:23] was ihr im Kindergarten der Schule erlebt habt, dass ihr
[1:06:25] davon berichtet. Ihr wollt hören, wie es mir
[1:06:27] geht, wie es der Mama geht, da ist Technologie offenkundig
[1:06:30] ablenken und nicht gut so, da kann man schnell auf den
[1:06:32] Trichter kommen, sind alle gut, da gibt es auch andere Bereiche,
[1:06:35] wo man sich eher sagt, Nee, das finde ich ja jetzt aber nicht so
[1:06:37] toll, das finde ich aber vielleicht auch nicht so toll.
[1:06:39] Wenn aber die jungen Menschen wissen, die Jugendlichen guckt
[1:06:42] mal, ich habe auch eine Handhabe dahingehend zu sagen, wie ich
[1:06:46] mir das bei meinen Eltern wünsche, dann ist das deutlich
[1:06:48] überzeugender. Und es gab durchaus viele
[1:06:51] Berichte, dass die, die ich kenne, wo viele junge Menschen,
[1:06:53] Jugendliche gesagt haben. Ich finde das überhaupt nicht
[1:06:56] gut, wie meine Eltern das nutzen.
[1:06:57] Ich wünsche mir viel mehr Aufmerksamkeit durch mein
[1:07:00] Elternhaus, die sind permanent abgelenkt, die sind gar nicht
[1:07:03] für mich da, das heißt, der Wunsch ist auch da und dann darf
[1:07:06] man sich nicht wundern, dass dann zusätzlich Jugendliche dann
[1:07:09] das Verhalten der Erwachsenen imitieren, das ist soziales
[1:07:12] lernen, soziale Lerntheorie, Bandura, 60er Jahre alte Binse
[1:07:15] aus der Psychologie, die hier natürlich genauso greift.
[1:07:20] Also richtig ausdealen in der. Familie wieviel Nutzungszeit
[1:07:23] wollen wir uns gegenseitig zugestehen?
[1:07:24] Finde ich super. Jetzt kommen wir zu diesem, das
[1:07:26] müssen wir jetzt kurz abhandeln und ich glaube auch das ist ein
[1:07:28] so gigantisches Thema, das kann man nur kurz und schmerzhaft
[1:07:32] betrachten, nämlich eben dieses digitale Geschäftsmodell.
[1:07:36] Welche Chancen gibt es denn überhaupt, die so zu
[1:07:37] kontrollieren, dass sie weniger suchtcharakter haben, und das
[1:07:41] ist ja im Grunde die Frage, es war beim Alkohol so, das ist
[1:07:45] beim Zucker die Frage, es ist aber bei allen Drogen so.
[1:07:49] Wie kriegen wir das hin, ohne den User dabei zu haben?
[1:07:53] Also der muss halt natürlich auch souverän werden, aber den
[1:07:56] Suchtstoff selber verändern oder verknappen ist immer ein Thema
[1:08:00] und immer mit auf relativ großen Problemen beladen und jetzt
[1:08:04] natürlich wenn wir versuchen den Big Tags wirklich brutal
[1:08:08] einzuschränken, dann ist das ein Kontrollsystem, das da gestartet
[1:08:11] werden muss, das ja auch beachtlich ist.
[1:08:13] Aber es gibt ja diese Acts, die haben sie ja schon angesprochen,
[1:08:17] zum Beispiel in Großbritannien den Online Safety Act oder in
[1:08:20] der EU den Digital Safety Act. Aber auch China fängt jetzt an,
[1:08:25] Plattformen zu verpflichten, habe ich jetzt gesehen, illegale
[1:08:29] und schädliche Inhalte zu bekämpfen.
[1:08:31] Sehen Sie eine internationale Koalition, sozusagen diese
[1:08:37] destruktive Seite der digitalen Geschäftsmodelle?
[1:08:41] Zu bekämpfen, zu beschneiden. Man spürt zumindest in vielen
[1:08:44] Bereichen der Welt einen. Gegenwind also ich würde es
[1:08:47] nicht Koalition nennen, weil natürlich der DSA jetzt nicht
[1:08:49] unbedingt mit der Initiative aus UK zusammenarbeitet oder mit den
[1:08:54] Regulierungsbemühungen der Chinesen oder in anderen
[1:08:57] Ländern, aber erstmal sieht man natürlich, es gibt ein
[1:09:00] deutliches Momentum, dass man durchaus jetzt sagt, nee, wir
[1:09:03] müssen was tun, weil die Probleme auf den Plattformen
[1:09:05] sind offenkundig da. Das Ganze fällt aber leider
[1:09:08] natürlich in eine weltpolitisch schwierige Lage und ich möchte
[1:09:14] das mal illustrieren. Wir haben ja in Europa noch mal
[1:09:17] für die Regulierung der Plattform ist der DSA zuständig,
[1:09:21] der zum einen den Schutz Minderjähriger auf der Plattform
[1:09:25] groß schreibt, interessanterweise spricht auch
[1:09:27] die Europäische Kommission mit den DSA genau mit dem Vokabular.
[1:09:32] Darüber suchterzeugendes Design, obwohl das noch nicht offiziell
[1:09:35] anerkannt ist, aber suchterzeugendes Design zu
[1:09:38] verhindern und dadurch natürlich auch online Zeiten zu reduzieren
[1:09:42] und natürlich dann auch so Themen wie Hate Speech und so
[1:09:45] was im Griff zu bekommen. Und da muss man sich wirklich
[1:09:47] die Frage stellen, ich meine DSA ist ja am 17 Februar 2023 in
[1:09:52] Kraft getreten oder 24 gibt es nicht viel Zeit, aber der Punkt
[1:09:57] ist. Das Interessante ist bei einer
[1:09:59] Plattform wie x, wo offenkundig so viel Hassrede drauf zu finden
[1:10:02] ist und so viele Inhalte, die de facto verstörend sind.
[1:10:06] Warum gab es da nicht viel früher Post aus Brüssel?
[1:10:10] Anfang des Jahres gab es dann jetzt mal eine teure Quittung,
[1:10:14] aber es hat sehr lange gedauert und da sieht man leider, dass
[1:10:18] regulierungsbemühungen Spielball von Weltmächten werden.
[1:10:22] Elon Musk und Trump haben sich hier sehr, sehr klar geäußert,
[1:10:25] so nach dem Motto, Wenn ihr hier x dann zum Beispiel eine.
[1:10:28] Unter den DSA stellt dann gibt es kein Geld mehr für die
[1:10:31] Ukraine. Das ist der Art des Kuhhandels,
[1:10:34] der getrieben wird, und da wird es natürlich dann sehr, sehr
[1:10:36] schwierig, aus einer Regulierungsinitiative ein
[1:10:40] Bollwerk zu schaffen, was dann wirklich diese very large online
[1:10:44] plattforms, wie es im Gesetzestext hat, das heißt die
[1:10:47] Vlobs entsprechend dann so zu regulieren, dass die Plattformen
[1:10:50] sicherer werden. Ich glaube, wir müssen aber auch
[1:10:53] darüber nachdenken, wohin geht die Form der Regulierung und.
[1:10:57] Und ich bin mir nicht immer sicher, ob all das, was wir tun,
[1:11:00] unbedingt besser ist hier als woanders, also zum Beispiel in
[1:11:04] Asien, also gerade in China, wenn man sich die chinesische
[1:11:08] Schwesterplattform Dojin von Tik tok anschaut, dort geht man
[1:11:12] damit um, dass man zum Beispiel im Jugendschutz dafür sorgt,
[1:11:14] dass es kein Entry Scrolling gibt, also noch 20 Minuten, also
[1:11:18] da gibt es eine Altersverifikation, und bei den
[1:11:21] Jüngeren nutzen, dann ist es so, da gibt es keine neuen Inhalte
[1:11:23] mehr, das heißt, da greift man dann tatsächlich.
[1:11:26] In das Plattform Design ein und sagt naja, das kann ja erstmal
[1:11:29] nicht gut sein, wenn die online Seiten durch entweder Scrolling
[1:11:32] permanent verlängert werden oder es ist bekannt, dass auf Doyan
[1:11:35] im Vergleich zu tik tok deutlich mehr Bildungsinhalte
[1:11:38] ausgestrahlt werden. Das heißt man greift dann hier
[1:11:41] tatsächlich direkt in das Plattform Design ein.
[1:11:44] Ich glaube das ist ein interessanter Gedanke, dann
[1:11:47] zusätzlich, wir reden heute nicht besonders viel über
[1:11:50] künstliche Intelligenz, aber. Aber die sozialen Medien sind
[1:11:53] das Vorzeigeprodukt, wenn man über künstliche Intelligenz
[1:11:55] denkt. Und wir haben in Europa auf der
[1:11:57] einen Seite natürlich den DSA, den Digital Services Act, der
[1:12:01] die Plattform reguliert, und auf der anderen Seite haben wir den
[1:12:04] KI Act, der jetzt natürlich Ki Systeme versucht, reguliert und
[1:12:09] ja, Social Media ist auch ein KI Produkt und ich glaube, das
[1:12:13] Dilemma ist jetzt für Europa, da gibt es dann also Gesetzestexte,
[1:12:16] die, wenn man sie durchliest, meines Erachtens
[1:12:19] innovationsfeindlich sind. Für KI Unternehmer in
[1:12:22] Deutschland also, wo es dann zum Beispiel darum geht, dass keine
[1:12:26] KI Systeme ausgerollt werden dürfen, die auf unterschwellige
[1:12:30] Art und Weise die Nutzer manipulieren, ist schwer glaube
[1:12:33] ich nachzuweisen. Und dann kann man sich natürlich
[1:12:35] überlegen, als Unternehmer oder Unternehmerin hier in unserem
[1:12:37] breiten Kran zu sagen, ja, gehe ich hier hin oder gehe ich jetzt
[1:12:40] vielleicht nach Singapur und mache irgendwie mein Geschäft
[1:12:42] auf? Weil in Singapur geht man anders
[1:12:44] mit der KI Revolution um. Dort setzt man auf lebenslanges
[1:12:47] Lernen, man schickt die Leute, die 40 Jahre alt sind oder
[1:12:49] älter, bietet man zumindest an, zurück an die Universität zu
[1:12:52] gehen, Ki Abschluss zu machen, weil man sagt ihr seid noch so
[1:12:56] lange im Arbeitsleben und so weit weg von der Uni, schlaut
[1:12:59] euch bitte auf, das kommt das Thema und ich glaube das ist so
[1:13:03] ein bisschen die Gemengelage, in der wir jetzt auch drin sind, ja
[1:13:06] wir müssen regulieren, aber wir müssen smart regulieren.
[1:13:09] Damit die Probleme tatsächlich reduziert werden.
[1:13:11] Auf der anderen Seite aber natürlich auch das
[1:13:13] Innovationspotenzial für Europa gehoben wird.
[1:13:17] Ihr Wort in der. Eu Gehörgang ja was ich ganz
[1:13:22] ganz schön finde, das ist ein Traum, das ist auch eine
[1:13:24] Meldung, die einfach noch gar nicht fundiert ist.
[1:13:26] Aber dass die Witwe von Steve Jobs mit ihren geerbten
[1:13:29] Milliarden daran arbeiten soll, mit namhaften Tech Investoren.
[1:13:35] Eine Social Media Plattform zu bauen, die nicht süchtig macht,
[1:13:39] die also keine Bilder hat, das ist natürlich schon mal was, was
[1:13:42] junge Leute wahrscheinlich total blöd finden und die ganz viel
[1:13:46] Service Charakter hat, die ganz viel Wohlfühlelemente birgt und
[1:13:50] damit dann so ein bisschen auch ein Geschäftsmodell bauen kann,
[1:13:54] sodass das auch Sinn macht für die Hersteller und Betreiber.
[1:13:58] Aber das wäre natürlich schön, wenn es einfach eine Alternative
[1:14:00] gäbe und man sich bewusst entscheiden könnte.
[1:14:03] Hey, Social Media finde ich gut, aber ich lehne alles
[1:14:06] Suchterzeugende ab. Gut machen wir an der Stelle
[1:14:09] Schluss, hier finde ich sehr klares Statement zum Thema, wie
[1:14:13] sollten wir kontrollieren, das sollten wir jetzt wirklich an
[1:14:16] alle Entscheider die egal wo sitzen senden.
[1:14:20] Eine Frage hatte ich zwischendurch im Kopf und habe
[1:14:23] gedacht, Ach schade, dass du sie nicht gestellt hast.
[1:14:25] Weiß man eigentlich, wie oft sich Menschen im Schnitt?
[1:14:29] Gibt es da irgendwelche Studien am Tag vom Handy unterbrechen
[1:14:32] lassen? Sie haben ja diese 60 am Tag
[1:14:34] genannt, so stellen Sie sich mal vor, eine Studie aber weiß man
[1:14:38] eigentlich, wie oft man zum Handy greift?
[1:14:40] Ja, wir haben das Problem, also dass die meisten Studien.
[1:14:42] Die sowas erfassen, den Selbstreport nutzen.
[1:14:45] Das heißt ich würde Sie fragen, Frau Ruge, wieviel war das bei
[1:14:47] Ihnen letzten Mittwoch und da kriegen wir natürlich keine
[1:14:49] guten Zahlen, weil wir haben zeitverzerrungen und wir kriegen
[1:14:52] es nicht mit, man kann es messen, man kann es messen, man
[1:14:55] kann. Es messen, wir haben es ja.
[1:14:56] Gemessen also in den Studierendenkorten waren es so
[1:14:58] circa 100 Mal pro Tag. Das ist jetzt nicht unbedingt
[1:15:02] repräsentativ für die Bevölkerung, aber.
[1:15:05] Wir sind ja dabei, wenn diese 100 Mal pro Tag eben gleich
[1:15:09] verteilt werden, jenseits der Schlafzeit, dann sind wir bei
[1:15:12] Unterbrechung alle 10 Minuten und das ist natürlich enorm, das
[1:15:16] ist enorm, wenn man überlegt, dass dann die Einheiten, in
[1:15:19] denen wir wirklich mal irgendwie in die Zone kommen, einen Flow
[1:15:23] was wegarbeiten, kreativ werden, neue Ideen haben, diese
[1:15:28] Zeitfenster werden immer kürzer, und das kann auch für eine
[1:15:31] Volkswirtschaft wie Deutschland nicht gut sein.
[1:15:34] Allerletzte. Frage woran arbeiten Sie gerade,
[1:15:36] woran forschen sie? Ja, das große Thema, was mich
[1:15:39] gerade. Rumtreibt ist eigentlich KI.
[1:15:41] Chatbots, die ja zunehmend mehr auch mit den sozialen Medien
[1:15:45] verschmelzen und was nicht ganz überraschend ist, wenn man sich
[1:15:47] die Geschichte der KI Chatbots anschaut, so 60er Jahre Eliza
[1:15:51] mit Josef Weizenbaum ist, dass wir eigentlich wissen, dass
[1:15:54] viele Menschen diese KI Chatbots auch Large Language Modelle.
[1:15:58] Gar nicht nur einsetzen, um jetzt produktiver zu werden oder
[1:16:01] ihre Arbeit zu unterstützen, sondern dass das tatsächlich
[1:16:04] Begleiter werden im Alltag. Also, die als Menschenersatz
[1:16:07] dienen, gerade wenn Menschen einsam sind und wir versuchen
[1:16:11] gerade zu verstehen, was das natürlich im Kontext der
[1:16:13] mentalen Gesundheit bedeutet, wenn man eben diese KI Chatbots
[1:16:17] einsetzt, inwieweit eine bestimmte Form der Nutzung
[1:16:21] vielleicht gewinnbringend ist, aber wo auch die Probleme
[1:16:23] zweifelsohne entstehen. Unser nächstes Thema für den
[1:16:26] nächsten. Podcast Wir sehen uns wieder.
[1:16:29] Vielen, vielen Dank. Klare.
[1:16:31] Aussagen wissenschaftlich basiert sie arbeiten seit über
[1:16:35] 20 Jahren auf diesem Feld und wissen wirklich, wovon Sie
[1:16:38] sprechen. Ich bedanke mich in aller Form,
[1:16:41] ich denke, dass all die, die jetzt gesucht haben, nach einem
[1:16:44] der einmal Orientierung gibt in diesem Feld, wo so vieles wabert
[1:16:48] an Informationen oder Vermutungen, was Social Media
[1:16:52] mit uns machen können, die haben jetzt eine ganze Menge an.
[1:16:55] Orientierung wirklich erhalten ich bedanke mich und wenn Ihr
[1:16:58] noch Kommentare habt, noch Fragen etc.
[1:17:00] Und du was dazu schreiben willst, dann bitte auf die
[1:17:03] Kommentarleiste. Wie immer Dankeschön dem
[1:17:07] Psychologen und Neurowissenschaftler, der nach
[1:17:09] über 10 Jahren als Professor für Molekulare Psychologie an der
[1:17:14] Uni Ulm nach Macau gewechselt ist, an die dortige Universität
[1:17:19] in China, Professor Christian Montag Dankeschön, danke auch.
[1:17:26] Alles wird gut, aber nicht. Von alleine danke fürs Zuhören.
[1:17:31] Ich hoffe diese Folge hat dir gefallen.
[1:17:34] Weitere Informationen findest du wie immer in den Shownotes, wenn
[1:17:38] du etwas in dieser Folge gelernt hast und diesen Podcast
[1:17:41] unterstützen möchtest, würde ich mich über eine Bewertung freuen,
[1:17:45] damit hilfst du mir und anderen Zuhörern, dass dieser Podcast
[1:17:48] und seine Inhalte leichter gefunden werden.
[1:17:52] Besuch mich auch auf meinen anderen Kanälen bei Instagram,
[1:17:56] tik tok, Facebook oder Youtube. Ich freu mich immer über
[1:18:01] Feedback und weitere Fragen von dir.
[1:18:04] Alles wird gut, aber nicht von alleine.

Shows are listed from Apple Podcasts' charts and directory, and Podcast Index where it is used. Every show and episode belongs to its publisher and plays from the publisher's own feed; this site hosts none of them.
