# Ohne Chanel-Brosche ins Giganten-Derby-Classico-Duell!

An episode of [Zeigler & Köster - Der Fußball-Podcast von 11FREUNDE](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1649729973), 29 Oct 2026, 58 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1743-zeigler-koster-der-fussball-podcast-von-11freunde/257558-new-episode.mp3?v=3&awCollectionId=julephosting_69522b504b5d2&awEpisodeId=257558

Was ist da bitte denn los? Harry Kane wird zwar Weltfußballer, hatte aber so keine schöne Chanel-Brosche wie Lamine Yamal? Und dann sitzt er gegen Magdeburg auch noch nur auf der Bank? Ist er einfach viel zu alt und nicht mehr gut genug wie Füllkrug für die Nationalelf? Philipp und Arnd würdigen jedenfalls die tolle Woche des deutschesten Engländers seit Prinz Philip. Außerdem besprechen die Jungs die Außenseitersiege im DFB-Pokal und erklären, warum Jeddeloh wieder nur mit der zweiten Mannschaft im Pokal angetreten ist. Sie bewundern die Wiederauferstehung von Borussia Mönchengladbach und die fußballerische Expertise von Rapper Finch, der hinterher natürlich alles vorher gewusst hat. Bonustrack: Frimpong Timmerenke aus dem Crazy Horse zeigt sich komplett netto und Philipps Opa gefällt das! Bedeutet also: Ein Podcast nur für Kenner und Fachleute. Jetzt bei euch im Podcastregal! +++ Alle Rabattcodes und Infos zu unseren Werbepartnern findet ihr hier: https://linktr.ee/ZeiglerundKoester +++ Ihr habt Fragen oder Anregungen? Dann schreibt uns gern an podcast@11freunde.de 🌏 Verbessere deinen Online-Schutz mit einer All-in-One-App für digitale Sicherheit! Sicher dir dein exklusives NordVPN-Angebot + 4 Extra-Monate hier ➼ https://nordvpn.com/zeiglerkoester Risikofrei mit der 30-Tage-Geld-zurück-Garantie von NordVPN! Eine Produktion im Auftrag von RTL+ +++ Hosts: Arnd Zeigler und Philipp Köster Redakteur: Tim Pommerenke Audioproduzentin und Sprecherin: Henni Koch Sounddesign: Ekki Maas Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de +++ Wir verarbeiten im Zusammenhang mit dem Angebot unserer Podcasts Daten. Wenn Sie der automatischen Übermittlung der Daten widersprechen wollen, melden Sie sich hier: datenschutz@julep.de

## Transcript

[0:00] Arndt. Philipp, was ist denn jetzt schon wieder los? Ich bin gerührt,
[0:04] ich bin gerührt, weil wir endlich wieder wer sind.
[0:06] Wir haben den Ballon d'Or gewonnen, wir sind Papst, wir sind Weltfußballer,
[0:10] weil es ist einer aus der Bundesliga. Wer hätte es gedacht?
[0:12] Hast du, lieber Arndt, Harry Kane irgendeine Chance eingeräumt?
[0:15] Oder hast du gedacht, es wird wieder Leo Messi oder vielleicht einfach als Honorierung
[0:18] des Lebenswerkes Cristiano Ronaldo? Also zunächst mal, es ist ein Engländer.
[0:22] Und zweitens, ich habe ehrlich gesagt, ich hatte irgendwann keine Lust mehr,
[0:25] mir darüber Gedanken zu machen.
[0:26] Das gehört zu den vielen, vielen Dingen, die eingeführt worden sind und die
[0:30] jetzt irgendwie so da sind und wo man sich, während es dann stattfindet,
[0:32] die ganze Zeit fragt, ja, aber warum?
[0:35] Warum nur? Warum das Ganze so, wie es jetzt ist? Ja, es ist eine Schickimicki-Veranstaltung geworden.
[0:39] Aber über all das reden wir und natürlich über den DFB-Pokal und darüber,
[0:42] dass sich die Spielvereinigung Fürth umbenennt und vieles, vieles mehr.
[0:44] Und was der Rapper Finch über den Union-Trainer zu sagen hat,
[0:47] das ist eine so prallvolle Veranstaltung.
[0:49] Wir legen los mit unserem Jutjul-Lawnden-Indro. Heute in Gold.
[0:53] Also es ist alles vorbereitet. Jetzt geht's los.
[1:20] Falls ihr seltsame Geräusche hinter mir hört, mein Drucker drückt hinter mir.
[1:23] Ich hab direkt, bevor wir angefangen haben, aufzunehmen, einen ganz langen Druckauftrag
[1:27] abgeschickt und hab gedacht, der ist rechtzeitig fertig. Ist er nicht?
[1:30] Nicht wundern, wenn da irgendwas schnattert. Ballon d'Or, Ballon d'Or.
[1:33] Mein Ballon d'Or-Erlebnis diesmal war, dass am Montag, als es stattfand.
[1:37] Diese Tickermeldung kam dann ja dauernd rein, minütlich.
[1:40] Also ganz früher war es so, da wurde einfach verkündet, wer den gewonnen hat.
[1:43] Und irgendwann wurde es dann eine Veranstaltung, die dort anfangs war,
[1:46] glaube ich, 45 Minuten oder so.
[1:47] Und diesmal war es so, habe ich am Montag um 18 Uhr Breaking-Ticker-Nachricht bekommen.
[1:52] Da ging es los mit der Veranstaltung. Da habe ich gedacht, okay,
[1:54] dann guckst du in drei Stunden mal, wer gewonnen hat.
[1:56] Ich glaube, sechs Stunden später hat es sich herausgestellt.
[1:58] Also ein quälenlanges Monstrum von einer Möchtegern-Hochglanz-Veranstaltung,
[2:03] die ich innerlich dermaßen abgelehnt habe, wie man nur Dinge ablehnen kann.
[2:06] Ja, das muss man leider so sagen. Also wir können natürlich mal festhalten,
[2:08] dass wir Harry Kane das natürlich gönnen. Total, total. Ja, und es ist ein Mix
[2:13] aus Lebenswerk und natürlich einer großartigen Saison mit 154 geführten Toren, die er geschossen hat.
[2:18] Weltmeister ist er nicht geworden, die Champions League hat er nicht gewonnen,
[2:20] aber immer ein deutscher Meister ist er gewonnen.
[2:21] Also wir gratulieren ganz herzlich. Ansonsten können wir mal feststellen,
[2:24] dass Ballon d'Or wirklich ein großer Schickimicki-Event geworden ist.
[2:27] Lamin Jamal, der ja sich auch ein bisschen Hoffnung gemacht hat,
[2:29] der trug eine Chanel-Brosche am schwarzen Anzug für 2300 Euro und das sah ein
[2:34] bisschen aus, als ob dem jungen Mann morgens beim Frühstück der Joghurt explodiert.
[2:37] Das sah aus wie Dinge, die meine Tochter in der Grundschulklasse bastelt. Ja, genau.
[2:41] Ja, und ich fand, es war auch der beste Beleg dafür, dass so feine Anzüge noch
[2:44] keine edle und elegante Veranstaltung machen.
[2:46] Bei der Met-Gala oder bei der Oscar-Verleihung ist es ja auch irgendwie so die
[2:49] Souveränität und das Timing und die Eleganz der Schauspieler und Prominenten,
[2:54] die diese Veranstaltung ausmachen. Die Kicker standen da alle teilweise so ungelenk
[2:57] rum, wie so Hobbyfilme auf der Venus.
[3:00] Und es war für mich ein bisschen symbolisch, ich weiß nicht,
[3:01] ob du diese Bilder gesehen hast, die Aftershow-Party von Harry Kane.
[3:04] Da wedelten die Gäste mit diesen schrecklichen Champagnerflaschen mit Wunderkerzen obendrauf.
[3:09] Und das hatte eher ein bisschen was von Après-Ski oder Pfingsten auf Sylt als
[3:12] von großer Feier. Also insgesamt war das Ambiente eher mau. Dann gab es ja diese,
[3:15] ich meine, ich bin wirklich, ich bin weit davon entfernt, dass Sozialneid irgendeine
[3:19] Sache ist, die ich mir reinziehe oder die mir nahesteht.
[3:24] Aber es gab da diese Berichte davon, dass die Uhr von ...
[3:28] Harry Kane 1,2 Millionen Euro gekostet hat, die Rolex, die er trug.
[3:31] Und da hört es bei mir irgendwie auf, ich gönne jedem Fußballer allen Luxus.
[3:34] Ich finde, das haben die sich erarbeitet, dass sie einen Marktwert haben,
[3:37] dass sie viel Geld verdienen. Da bin ich überhaupt nicht neidisch drauf.
[3:40] Aber ich stehe total auf diese Fußballer, die sich dann einfach im Stillen ihren
[3:43] Luxus gönnen. Ein tolles Leben machen, ein schönes Haus bauen.
[3:46] Von mir aus auch ein gutes Auto kaufen.
[3:48] Aber diese Statussymbole, ich muss was tragen, was möglichst teuer ist und was
[3:52] man auch bei Insta zeigen kann, da nimmt meine Sympathie dann ein bisschen ab.
[3:56] Ja, ich sehe da immer symbolisch noch die Bemerkung eines jungen Bayern-Spielers,
[4:00] dessen Namen ich nicht nennen möchte, aber der irgendwann mal sagte,
[4:02] nachdem er das erste Mal im Privatjet geflogen ist, dass er nie wieder,
[4:06] nie wieder was anderes fliegen wird als Privatjet, es sei denn,
[4:09] er muss das mit der Mannschaft.
[4:10] Das ist möglicherweise tatsächlich ein Defekt des modernen Fußballs,
[4:13] dass diese Statussymbole so offensiv getragen werden müssen.
[4:16] Wir können noch mal ganz kurz ein bisschen reingehen in diese Veranstaltung,
[4:19] die sich ja wieder separiert hat seit, glaube ich, 2016 von der FIFA-Weltfußballerwahl.
[4:25] Insofern darf sich Harry Kane leider auch nicht offizieller Weltfußballer nennen.
[4:28] Da ist die FIFA vor. Franz Football arbeitet ja eher mit der UEFA zusammen.
[4:32] Und es ist ein etwas kruder Auswahlprozess, weil es sind 100 Journalisten aus
[4:36] den Top 100 Ländern der FIFA-Weltrangliste, die abstimmen dürfen.
[4:39] Und es ist natürlich immer so ein bisschen mühselig und unsinnig,
[4:42] an so Auswahlverfahren herumzukritteln. Also jede Jury hat ihre Schwächen.
[4:46] Publikumsabstimmungen leiden ja immer darunter, dass dann einzelne Kandidaten
[4:50] ihre Fans mobilisieren. Da gibt es dann auch so Verwerfungen und es gibt natürlich
[4:54] auch unter den 100 Juroren einige sehr spezielle Kandidaten.
[4:56] Für Deutschland ist ja Carlo Wild dabei, der emeritierte Kickerjournalist,
[5:00] der natürlich auch eine sehr kickereske Perspektive auf das Fußballgeschäft hat.
[5:04] Und kennst du den österreichischen Kandidaten? Es ist Walter Kovac-Schwarz.
[5:07] Schon mal gehört? Nein, nein.
[5:09] Erzähl. Dessen großer Verdienst ist, dass er Sturm Graz-Fan ist und dass er
[5:12] France-Football-Korrespondent ist.
[5:14] Das ist ansonsten nicht so wahnsinnig viel gerissen, aber er ist Franz-Hutball-Korrespondent
[5:18] und seitdem auch Jura aus Österreich seit vielen, vielen Jahren.
[5:21] Gibt auch noch einen lustigen Schweizer Journalisten, Christoph Zerf.
[5:24] Der hat mal im Jahr 23 großen Ärger auf sich gezogen, weil er zu den fünf Journalisten
[5:30] gehört hat von insgesamt 92, die Lionel Messi trotz der WM, die er gewonnen
[5:34] hat in Katar, obwohl er so überragend gespielt hat, keinen einzigen Punkt gegeben haben.
[5:38] Einfach, weil er ihm nicht gepasst hat. Das sind natürlich dann manchmal auch
[5:41] so Juroren, die ein bisschen merkwürdig wirken.
[5:44] Ansonsten kann man aber mal festhalten, dass Harry Kane das natürlich durchaus
[5:47] verdient hat, da ausgezeichnet zu werden. Ja, Harry Kane gönne ich alles, wirklich.
[5:51] Es gab selten einen Fußballspieler, der Mehrjährungen verdient hat als Harry
[5:55] Kane, gerade aus der Bundesliga.
[5:57] Aber es sind zwei Sachen noch, die mir echt aufstoßen. Das eine ist,
[6:01] dass mir eben erst wirklich wieder klar geworden ist, dass es ja gar nicht die
[6:03] Weltfußballerwahl ist.
[6:05] Da hast du natürlich völlig recht. Und das ist wieder wie mit irgendwelchen
[6:07] verschiedenen Boxverbänden, die miteinander konkurrieren und sich gegenseitig
[6:11] ihre Weltmeister nicht abspenstig machen. Und deswegen hat dann jeder seinen eigenen Weltmeister.
[6:15] So ist es dann mit diesen Wahlen auch. Und vor allen Dingen,
[6:18] was ganz viel und auch völlig zurecht thematisiert worden ist,
[6:20] es ist natürlich eigentlich eine Wahl der besten Offensivspieler.
[6:23] Es hat kein linker Schienenspieler jemals eine Chance.
[6:26] Oder ein Innenverteidiger, ein robuster oder ein toller Sechser.
[6:29] Die haben alle keine Chance, Weltfußballer zu werden, beziehungsweise den Ballon
[6:32] d'Or zu gewinnen in dem Fall.
[6:34] Lev Yashin hat als einziger Torwart das gewonnen. Das muss irgendwann weit vor
[6:37] unserer Geburt gewesen sein.
[6:39] 1963 oder sowas. Franz Beckenbauer war mal. Genau, Abwehrspieler und Calnavaro.
[6:43] Die beiden einzigen Abwehrspieler, die jemals den Ballon d'Or gewonnen haben.
[6:46] War allerdings auch noch eine andere Zeit, in der die Leute nicht so fixiert drauf waren.
[6:50] Und man kann ja mal festhalten, dass der Ballon d'Or wirklich das Symbol dafür
[6:54] ist, dass Fußball als Mannschaftssport hinter die Würdigung und Verherrlichung
[6:58] von einzelnen Heroen zurückgetreten ist.
[7:00] Also, dass man zwischendurch das Gefühl hat, dass so ein Ballon d'Or,
[7:03] also ein goldener Fußball, den den Harry Kane überreicht bekommt hat,
[7:05] fast eine größere Wertigkeit hat als eine klassische Europameisterschaft.
[7:09] Und da bist du dann möglicherweise nur rechter Verteidiger oder linker Verteidiger.
[7:12] Und das zählt dann nicht ganz so viel.
[7:14] Das ist, möchte man sagen, eine etwas ungute Entwicklung. Ja,
[7:17] vor allen Dingen, ich meine, du hast diese Kleinigkeiten. Du hast Man of the
[7:20] Match bei Spielen in der Bundesliga mittlerweile, bei jedem Spiel,
[7:22] der kriegt ja so einen kleinen Ball und so. Kannst du auch geteilter Meinung sein.
[7:25] Ist aber auch mehr eine Spielerei, dass es nicht so was Riesenaufgeblasenes ist.
[7:29] Aber bei Ballon d'Or ist so, weißt du, das ist so sportfremd,
[7:33] weil du würdest ja auch nicht beim Tennis-Doppel hinterher den besseren Spieler
[7:36] der beiden wählen lassen.
[7:37] Das ist so, die gewinnt zusammen Doppel, die Mannschaft gewinnt zusammen Spiel.
[7:41] In anderen Ligen hast du einen MVP, der gewählt wird, das hast du alles.
[7:44] Aber dass ein Spieler so rausgepickt wird und gesagt wird, so,
[7:48] das ist jetzt, den stellen wir auf einen riesen Thron.
[7:50] Das würdest du bei kaum einer anderen Sportart so machen. Und mit Recht.
[7:53] Und da können wir mal festhalten, dass zumindest die Würdigung innerhalb des
[7:57] Fußballgeschäfts dann schon wirklich immens ist.
[7:59] Wir haben das jetzt auch beim FC Bayern erlebt. Harry Kane hat zunächst von
[8:02] den Mitarbeitern an der Säbener Straße einen warmherzigen Empfang bekommen.
[8:06] Dort wurde ein Spalier gebildet und vor dem Pokalspiel. Und damit sind wir drüben
[8:10] beim Pokalbetrieb, den es in dieser Woche natürlich auch gab.
[8:14] Da gab es ebenfalls ein Spalier für Harry Kane. Aber der gute Harry hat nach
[8:17] den ganzen Flugstrapazen und nach den hochgehobenen Champagnerflaschen und der
[8:20] langen Rede, die er gehalten hat, dann zumindest 90 Minuten auf der Bank sitzen dürfen.
[8:24] Und die Bayern haben gewonnen gegen Magdeburg, sehr, sehr hoch.
[8:27] Und das hat für mich, ich habe natürlich auch kurz reingeschaut,
[8:30] wirklich die Frage aufgeworfen, warum bitteschön muss es immer der FC Bayern
[8:34] sein, in frühen Pokalrunden, wo es wirklich so viele nette, schöne Spiele zu übertragen gibt.
[8:39] Immer der FC Bayern, es gibt immer eine Klatsche, natürlich für den unterklassigen
[8:41] Klub zu malen, wenn die Bayern zu Hause spielen.
[8:43] Das hat mich richtig geärgert, richtig genervt. Ja, das ist natürlich ein ganz altes Thema.
[8:47] Und da wird wahrscheinlich dann gerechtfertigt damit, dass die Bayern halt immer
[8:50] eine automatische Quote bieten. Also wenn du siehst, abends spielt Bayern live
[8:53] und es ist im Free-TV zu sehen, da schaltet halt immer ...
[8:56] 6 Millionen plus ein oder wie viel auch immer das jetzt gesehen haben.
[8:59] Egal, wie langweilig das Spiel ist, das ist ja das Schlimme daran,
[9:01] dass du bei Bayern gegen Magdeburg einfach nichts zu erwarten hast.
[9:04] Wenn es Magdeburg gegen Bayern gewesen wäre, hätte ich sogar noch verstanden.
[9:07] Da hätte ich gesagt, okay, da kannst du ein bisschen hoffen,
[9:10] dass die Heimannschaft über sich hinauswächst und hast ein super Hexenkessel in Magdeburg.
[9:14] Aber Bayern gegen Magdeburg mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen,
[9:18] die ein hoher Bayernheimsieg gegen einen Underdog hat, wo der Reporter dann
[9:21] auch beim fünften und beim sechsten Tor auch noch Null rufen lässt und das ist
[9:25] so dann lass die doch 6-1 gewinnen, alles gut.
[9:29] Ich plädiere auch nochmal dafür, dass in allen Pokalrunden von mir aus bis Halbfinale
[9:32] bitte immer der unterklassige Verein automatisches Heimrecht bekommen soll.
[9:36] Nicht nur für Amateure, sondern für jeden unterklassigen Verein.
[9:39] Das wäre ein so viel besserer Wettbewerb. Das wären so viel bessere Spiele.
[9:42] Das wären bessere Live-Übertragungen. Wir würden alle gewinnen dadurch.
[9:45] Und wir können trotzdem mal festhalten, dass es fast ein Heimspiel für den 1.
[9:47] FC Magdeburg war. Es waren unfassbar viele Sachsen-Anhaltiner,
[9:52] Sachsen-Anhalter im Stadion. Die Gästekupe war voll, aber auch tatsächlich der Ring da drunter.
[9:57] Was natürlich dann auch ein Vorteil war, dass, glaube ich, das Stadion ansonsten
[10:00] nicht komplett ausverkauft war, weil ganz am Ende sind dann solche Pokalspiele
[10:04] vielleicht jetzt nicht das Attraktivste, was man beim FC Bayern sehen kann.
[10:07] Ansonsten kann man mal festhalten, dass es zumindest bei dem 1 zu 1 eine kleine
[10:10] Überraschung gab, wie es überhaupt ganz zahlreiche Mannschaften gab,
[10:13] die Sensation zumindest angedeutet haben. Rot-Weiß Essen hat 1 zu 0 gegen RB
[10:16] Leipzig geführt. Nürnberg ist in Leverkusen mit 2 zu 0 in Führung gegangen.
[10:19] Und da war ich ziemlich sicher, dass sie das irgendwie auch verteidigen.
[10:21] Und Wolfsburg, das schwächende Zweitliga, Ja, Favoritenteam aus Wolfsburg,
[10:25] hat lange in Freiburg geführt.
[10:27] Am Ende waren es dann der VfL Bochum, Dynamo Dresden, Elversberg und Holstein
[10:31] Kiel, die Bundesligisten weggefiedelt haben. Und dann habe ich mich so ein bisschen
[10:33] gefragt, wie ernst nehmen die Bundesligisten das eigentlich?
[10:37] Gibt es da immer noch welche, die sagen, ach, die hauen wir mal einfach weg, die fiedeln wir weg?
[10:40] Und das wird ein Spaziergang. Und wie viele nehmen es dann doch ein bisschen
[10:43] ernster und nehmen dann auch einen Zweitligisten und einen Drittligisten so
[10:46] richtig ernst und bereiten sich souverän und seriös vor?
[10:49] Und vor allen Dingen, ich will jetzt nicht meinen Gedanken von eben nochmal
[10:51] wiederkeulen, aber guck dir diese Spielrunde an und guck dir an,
[10:54] wie die Paarungen waren. Bayern gegen Magdeburg wäre umgekehrt ein viel besseres
[10:58] Spiel gewesen. Leverkusen gegen Nürnberg wäre umgekehrt ein viel besseres Spiel gewesen.
[11:01] Kiel gegen Hoffenheim wäre umgekehrt ein viel schlechteres Spiel gewesen.
[11:04] Es liegt komplett auf der Hand, dass es absolut abstrus ist,
[11:07] warum man das nicht macht. Weißt du den Grund?
[11:09] Ich weiß den auch nicht. Ich kenne den Grund nicht. Ich glaube,
[11:11] inzwischen ist es so, dass sich im DFB und in der Liga die Überzeugung durchgesetzt
[11:15] hat, dass zumindest zwischen der ersten und zweiten Liga die Unterschiede nahezu nivelliert sind.
[11:19] Also dass es dort keine wirklich so eklatanten Chancenunterschiede gibt,
[11:23] dass man gesagt hat, ja, da können wir jetzt nicht auch noch den Bundesligisten
[11:26] zumuten, dass sie auch noch gegen Zweitligisten permanent auswärts antreten wollen.
[11:29] Also so eine Art Konzession an die Attraktivität, dass nicht zu viele Bundesligisten ausscheiden.
[11:34] Aber du hast ja gesehen, Dresden hat Schalke sehr souverän besiegt.
[11:38] Bochum war auch, obwohl die ja in der Liga auch wirklich kriseln,
[11:41] auch sehr, sehr souverän aufgetreten.
[11:43] Das waren jetzt zwei Mannschaften, die den Klassenunterschied überhaupt nicht haben erkennen lassen.
[11:47] Im Gegensatz übrigens zu Jeddelo gegen Hertha WSC, ich habe mich auch da wieder
[11:51] gefragt, warum tritt man mit
[11:52] der zweiten Mannschaft an, wenn man schon so weit gekommen ist im Pokal?
[11:55] Und dann gehen sie auch nach Oldenburg, weil in Jeddelo offenbar nicht so viele
[11:58] Leute interessiert sind.
[11:59] Ich habe es nicht verstanden. Ey, wie gut müssen die Jungs von Jeddelo eins
[12:03] sein, wenn die zweite Schrift ist?
[12:04] Ja, also das habe ich dann auch gedacht. Also zumindest haben sie es ja echt
[12:07] offen gestaltet. Philipp, Philipp, Philipp, lass uns das hier abbrechen.
[12:10] Wir wissen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer zu Hause, ihr müsst jetzt nicht schreiben.
[12:14] Wir wissen, dass das nicht die zweite Mannschaft ist. Nein. Wir wissen das.
[12:17] Also ich weiß das. Philipp weiß es. Wieso? Schreibt Philipp.
[12:20] Arndt weiß das. Arndt weiß das.
[12:23] Also wir können aber mal festhalten, dass das auch ein schönes Spiel war,
[12:26] weil glaube ich auch 4.000, 5.000 Herthaner mitgereist sind nach Jeddelow in
[12:29] die Moorkolonie, beziehungsweise eben nach Oldenburg, die ja so ein schreckliches Stadion da haben.
[12:33] Und man kann nur froh sein, obwohl es da ja sehr viele Bürgerinitiativen gab,
[12:37] dass Oldenburg endlich ein Donnerschwehe, zwei Stadion bekommt, ein neues.
[12:40] Da gratulieren wir nochmal herzlich, weil das Stadion, ich möchte mal sagen,
[12:43] es hat tatsächlich was für eine Bezirkssportanlage, das braucht man nicht unbedingt.
[12:46] Schon seit Wochen weiß ich ja darauf hin, dass ich sehr sicher bin,
[12:48] dass Union Berlin eine ganz schlimme Saison spielen wird. Das hat das 0 zu 5
[12:51] in Köln auch wieder ein bisschen erhärtet.
[12:54] Ich erhöhe aber noch, ich sage Schalke 04 wird auch eine ganz,
[12:57] ganz, ganz schwere Saison spielen.
[12:59] Und das wird in den nächsten Wochen ganz schwierig, da eine Trendwende hinzubekommen.
[13:03] Da würde ich auch mal sagen, das ist seit diesem Pokalspiel in Köln,
[13:06] wo man sich wirklich 5 zu 0 hat abschlachten lassen, keine wirklich große Überraschung
[13:10] mehr. Und wir wollten darüber erstmal in unserem sehr, sehr ausgedehnten etwa
[13:14] dreistündigen Bundesliga-Blog drüber sprechen.
[13:16] Nee, lass uns jetzt. Ja, lass uns bitte jetzt drüber reden, weil der Trainer
[13:20] von Union Berlin ist nicht mehr zu halten. Spassikowski, ne?
[13:24] Ja, Spassikowski. Und ich möchte mal sagen, weißt du, was das Schöne ist?
[13:27] Es hat sich ja jetzt einer zu Wort gemeldet. Das ist nicht irgendwer,
[13:29] sondern es ist der Rapper Finch. Und man weiß ja nicht, dass der selber Fußballtrainer
[13:33] ist. Der hat den Fußballlehrerschein an der Sporthochschule noch unter Erich
[13:36] Rute-Müller mit Prädikat abgeschlossen.
[13:37] Und ich glaube, er war vor wenigen Wochen noch bei Hannover 96 im Gespräch.
[13:40] Nee, stellst beiseite. Also Rapper Finch hat sich zu Wort gemeldet und hat gesagt,
[13:43] ja, da gibt es ja kein Konzept und es gibt keine Vorwärtsbewegung.
[13:46] Und jetzt bitte schön den Typen feuern.
[13:49] Ich zitiere mal, ich hoffe, die Verantwortlichen ziehen rechtzeitig in Großbuchstaben.
[13:53] Die Reißleine und nicht erst zur Winterpause, wenn wir mit neun Punkten Rückstand
[13:56] auf dem Abschiedsplatz stehen.
[13:57] Sorry, aber man sieht seit Wochen kein Konzept, kein Struktur und vor allem
[14:00] keine Schritte nach vorne. Ich hasse es selber, wenn Leute ständig nur das Schlechte sehen.
[14:04] Aber wenn wir ehrlich sind, stand schon vor der Saison fest,
[14:07] wo es hingeht. Also ich sag mal so, wenn Rapper Finch sich zum Fußball zu Wort
[14:11] meldet, das ist noch lausiger als seine Texte.
[14:13] Und jetzt ist die Frage, ist der Trainer noch zu halten? Tja,
[14:16] das ist eine ganz schwierige Frage, weil ich ja seit Wochen,
[14:18] wie gesagt, davon rede, dass Union Berlin aber auch keine gute Mannschaft hat.
[14:22] Die haben keinen guten Kader. Die Frage ist, ergibt es irgendeinen Sinn,
[14:25] einen Trainer rauszuschmeißen, wenn der Kader vielleicht gar nicht besser ist?
[14:27] Ja, das ist natürlich die Gretchenfrage.
[14:30] Andererseits könnte man natürlich auch sagen, Lustrinelli ist angetreten,
[14:32] Spassikowski ist angetreten, weil er ja offensiver spielen sollte.
[14:36] Und Dirk Zingler, der Union-Präsident, hat ja auch schon gesagt,
[14:38] das wird eine Durststrecke, durch die wir da durch müssen, weil
[14:42] das nicht so einfach ist, wenn eine Mannschaft, die eigentlich nur das Verteidigen
[14:44] gelernt hat, das aber wirklich in Perfektion unter Fischer und auch den Nachfolgern,
[14:49] die jetzt plötzlich stürmen zu lassen, das könnte möglicherweise die ostdeutsche
[14:53] Defensive DNA ein wenig verwässern.
[14:56] Insofern sind das jetzt schwere Wetter und schwere Wasser, aber ich glaube.
[15:00] Bis zum Rausschmiss, trotz Rapper Finch, dauert es nur ein bisschen.
[15:03] Was prophezeist du? Glaubst du, dass da jetzt schon richtig Kacke am Dampfen
[15:05] ist oder warten die doch mal ein bisschen ab?
[15:07] Also ich weiß es ja nicht, wie es dir geht, aber manchmal hat man dann so Breaking
[15:10] News, wo man denkt, ach, den haben sie jetzt schon rausgeschmissen,
[15:12] so schnell ging das. Also da gibt es dann manchmal so Depeschen und dann tritt
[15:15] plötzlich so ein Aussichtsrat zusammen und dann wälzt man nochmal Chroniken.
[15:19] Und dann gibt es plötzlich so eine Dynamik, in der dann alle denken,
[15:21] oh, vielleicht ist es doch besser, vielleicht ist ja noch Jens Keller auf dem
[15:24] Markt oder Frank Kramer oder Jürgen Kramny oder irgendwelche anderen Untoten.
[15:29] Das machen wir jetzt einfach mal und dann ist das schneller weg, als du gucken kannst.
[15:32] Aber ich habe irgendwie das Gefühl, ein kleines bisschen Geduld ist,
[15:35] wie gesagt, trotz des Gegenwindes aus der Rap-Szene.
[15:37] Aber ist das nicht auch richtig? Ich meine, du sitzt ja in Berlin.
[15:39] Ist das nicht irre, wie jetzt kurzfristig sich plötzlich der Wind gedreht hat
[15:42] und jetzt auf einmal Hertha die Mannschaft ist, wo alle sagen,
[15:45] ja, die Hertha, die macht, da wird alles richtig gemacht.
[15:48] Bei Union dagegen Grütze. Und das war ja jahrelang umgekehrt.
[15:51] Ja, ich glaube, dass das eine schleichende Entwicklung war, die es schon ein bisschen länger gibt.
[15:55] Das fing ja damit an, dass plötzlich alle Straßenrapper in Berlin Hertha-Trikots
[15:58] getragen haben. Plötzlich war dieser ganze Bulette und Schulle-Berliner irgendwie
[16:02] wieder hip nach Jahren, indem er gesagt hat, was wollen die denn und bitteschön
[16:05] Klinsmann und Lars Windhorst und irgendwelche komischen, schangelegen Investorengruppen.
[16:09] Das hat natürlich mit Kai Bernstein zu tun, das hat was damit zu tun,
[16:12] dass Hertha dann am Ende doch immer so ein Gesamtberliner Angebot ist,
[16:16] während sie in Köpenick doch immer sehr, sehr stark darauf verweisen,
[16:18] dass das eben nicht Berlin ist, sondern Köpenick und ostdeutsche Identität.
[16:21] Also die Wagenburg ist bei Union trotz allem immer noch sehr,
[16:25] sehr hoch und das Identifikationsangebot für den Wilmersdorfer,
[16:28] für den Charlottenburger, für den Kreuzberger, für den Prenzlauer Berger nicht allzu groß.
[16:32] Gleichwohl planen die ja, das darf man auch nicht vergessen.
[16:35] Große Erweiterungen. Das Stadion soll jetzt endlich kommen und man möchte ja
[16:38] prinzipiell auch ein bisschen wachsen.
[16:40] Aber man muss nur hoffen, dass das Ganze nicht in der zweiten Liga passiert.
[16:42] Und momentan, das muss man ja auch sagen, ist das so ein schöner Boulevardeska-Vergleich.
[16:46] Hertha BSC, Tabellenerster, ungeschlagen und auf dem Weg zu 100 Punkten.
[16:50] Auf der anderen Seite das kriselnde Union, die sich dann auch abschließen lassen
[16:54] von einer wirklich nicht besseren Mannschaft des 1. FC Köln.
[16:56] Insofern haut das natürlich auch gerade ganz gut hin.
[16:59] Lieber Arndt, wir müssen jetzt aber einmal kurz noch mal darauf hinweisen,
[17:02] dass Harry Kane in seiner Ballon d'Or-Rede einen ganz, ganz warm herzlichen
[17:06] Gruß an Vincent Compagny rübergesendet hat, der inzwischen das Krankenhaus verlassen
[17:11] hat, was sehr, sehr schön ist.
[17:12] Es gab ganz, ganz viel Mitgefühl nach seinem Zusammenbruch. Es gab eine Pressekonferenz
[17:17] mit Max Eberl, der gesagt hat, bitteschön, hier geht es nicht um Tage, sondern um Wochen.
[17:21] Und es gab natürlich die schnelle Diagnose von sehr, sehr vielen Leuten,
[17:23] der hat sich zu viel zugemutet. Es war wohl eine Gehirnhautreizung,
[17:27] die ihn hat umkippen lassen.
[17:28] Aber so ganz falsch war ja das Mitgefühl für einen, der als Workaholic beim
[17:32] FC Bayern galt, ja auch nicht.
[17:34] Womöglich ist das echt auch ein bisschen zu stressiger Job, der dich,
[17:37] obwohl du krank bist, dann noch bei der 2. Liga beim Training abhängen lässt.
[17:40] Ja, es war doch so, dass bei den letzten Spielen hieß es doch,
[17:42] er hat Rücken, aber auch ein Virus und kann deswegen erst mal auf der Bank nicht
[17:45] weiter aufstehen und hat sich da so hingeschleppt.
[17:47] Und es ist ja auch bezeichnend für ihn, dass er eben nicht in Ausübung seiner
[17:50] unmittelbaren Pflicht umgefallen ist, sondern als er sich ein U23-Training oder
[17:54] Spiel oder was das so angeguckt hat,
[17:56] Und da waren ja aber die Meldungen, die man bekommen hat, also Ferndiagnosen
[17:58] über medizinische Themen sind immer schwierig, aber der hat sich ja offenbar
[18:01] beim Sturz die Schulter auch noch ausgekugelt, also das muss ihn ja richtig
[18:05] weggefegt haben und das klingt dann schon nach.
[18:08] Ihm ist mal eben ein bisschen schwindelig geworden, sondern das war eine richtig
[18:11] ernste Sache, dem Vernehmen nach.
[18:13] Und insofern ist der Stress bestimmt nicht zuträglich. Vielleicht kriegst du
[18:16] auch so mal eine Hirnhautreizung. Das kann durchaus sicherlich passieren.
[18:19] Dann eben weiterzuarbeiten und das vielleicht nicht so ganz ernst zu nehmen,
[18:24] ist in dem Job natürlich auch nicht zuträglich.
[18:26] Also wenn er damit jetzt gut davonkommt, sei es ihm gegönnt.
[18:29] Situativ gibt es natürlich dann sehr, sehr schnell Forderungen,
[18:31] die sagen, so können wir nicht weitermachen.
[18:32] Aber ich glaube, wenn jetzt jemand ernsthaft glaubt, dass sich an den Regeln
[18:35] und Gesetzmäßigkeiten dieser ganzen Branche was ändert, der ist,
[18:38] glaube ich, ziemlich naiv.
[18:39] Also mal abgesehen davon, dass die Zeiten ohnehin lange vorbei sind,
[18:42] als Erich Ribbeck noch mittags die Schläge in den Kofferraum gepackt hat und
[18:45] zum nächsten Golfplatz gekurvt ist, ist der Job von so einem Trainer eines internationalen
[18:49] Spitzenklubs einfach...
[18:50] Ein 24-Stunden-Job, so ist es einfach. Vielleicht hast du mal im Sommer eine
[18:53] Woche, wo du am Mittelmeer den großen Zeh ins Wasser stecken kannst,
[18:55] aber ansonsten bist du immer im Dienst und musst mal hier einen Anruf entgegennehmen,
[18:59] da ist ein wichtiger Transfer zu tätigen, hier wirst du nach deiner Meinung
[19:01] gefragt, da noch einen Sponsorentermin.
[19:04] Das ist möglicherweise das, was du dann kassierst, auch Schmerzensgeld dafür
[19:07] und ich kann auch manche verstehen, die sich den Stress nicht mehr antun wollen.
[19:10] Es gab jetzt gerade wirklich ein Interview mit Jens Keller, der gesagt hat,
[19:13] ich habe keinen Bock mehr drauf. Ich habe keinen Bock mehr auf die Hektik.
[19:15] Ich habe keinen Bock mehr darauf, dass man permanent öffentlich beurteilt wird.
[19:18] Ich habe keinen Bock mehr auf diesen elenden Stress.
[19:21] Das Geschäft hat sich zum Unguten verändert. So ist das eben auch.
[19:24] Aber prinzipiell kann man einfach mal festhalten, dass so jemand wie Kompanie
[19:28] trotz allem ein bisschen besser auf sich achten sollte. Es ist auch spannend,
[19:30] dass es wirklich Beispiele gibt von Trainern, die das einmal probiert haben
[19:33] und dann gemerkt haben, nee, das mache ich nicht mehr.
[19:36] Es gibt ganz viele Trainer, die eine Station haben und dann gesagt haben,
[19:38] nee, entweder ich mache gar nichts mehr mit Fußball oder ich mache was ganz, ganz anderes.
[19:42] Ich weiß, dass Mirko Votar war mal Trainer von Hansa Hostag war,
[19:45] glaube ich, kurz. Und Dieter Eils auch.
[19:47] Und wir in Bremen hatten mal Wolfgang Weber, das war seine einzige Trainerstation,
[19:50] Wolfgang Weber, wirklich ein ganz, ganz Großer des deutschen Fußballs,
[19:53] hat hinterher gesagt, nee, das ist nichts für mich.
[19:55] Also es ist vielleicht ganz schlau, da auch in sich reinzuhorchen und zu merken,
[19:58] wenn das Ganze vielleicht einem nicht so behakt, was man da macht.
[20:00] Und wenn man vielleicht auch den Eindruck bekommt, das ist vielleicht auch nicht gut für mich.
[20:04] Ja, und es gibt auch welche, die wirklich merken, wie sehr das ihr Nervenkostüm
[20:07] angreift. Also mein exemplarisches Beispiel, doppelt gemoppelt weißer Schimmel,
[20:11] mein Beispiel ist Dixie Dörner, der ja auch bei Werder Bremen gearbeitet hat.
[20:16] Und ich glaube, der einfach auch mit diesem Hass und dieser Missgunst und mit.
[20:22] Dem ganzen Gegenwind, den man als Trainer dann zwangsläufig bekommt,
[20:24] weil man nicht einfach nur angehimmelt wird wie als Spieler,
[20:27] der ist damit nicht zurechtgekommen.
[20:28] Also ich habe den dann mal zu einem Interview in Dresden getroffen,
[20:31] wo er auch meinte, das sei wahnsinnig strapaziös gewesen. Also er sei in Bremen
[20:34] gewesen und wäre permanent angefeindet worden und hätte damit überhaupt nicht umgehen können.
[20:38] Also diese Nummer, du sagst, du kriegst aber viel Geld und deswegen musst du das alles aushalten.
[20:43] Da sind wir natürlich auch ein kleines bisschen wieder bei diesem ganzen Thema
[20:46] Pfiffe gegen Fabian Rehse.
[20:47] Musst du einfach ganz, ganz viele Deformationen des Geschäfts aushalten,
[20:50] weil du einfach viel Kohle bekommst.
[20:52] Ich würde es mal so formulieren, es ist nicht schlecht für den Job,
[20:55] wenn du ein dickes Fell hast. Also wenn du nicht abends noch die Stunden lang
[20:58] hin und her wälzt und sagst, oh, warum hat mir der jetzt bei Instagram noch
[21:01] den Kommentar reingereicht oder warum habe ich die Pfiffe kassiert.
[21:04] Das so quasi als unabänderliches Gesetz des Fußballs zu sehen,
[21:08] hilft dann für das seelische Gleichgewicht schon.
[21:10] Aber klar ist eben auch, dass jemand wie Kompany, der dann immer nochmal was
[21:13] machen muss und nochmal, nochmal, nochmal und als Letzter dann aus dem Trainerbüro
[21:17] rausstolpert, abends an der Säbener Straße.
[21:19] Das ist möglicherweise auch nicht die richtige Work-Life-Balance.
[21:22] Es ist einfach in jedem Job, der fordernd ist, gut sich klarzumachen,
[21:25] wie unterscheide ich zwischen Dingen, die für mich gut sind und die nicht für mich gut sind.
[21:28] Und wenn ich die Dinge, die nicht für mich gut sind, aber an mich ranlasse,
[21:31] bin ich in dem Job auch nicht so gut.
[21:32] Das heißt, wenn du als Trainer das nachhaltig machen möchtest und du möchtest
[21:35] funktionieren und du möchtest auch glaubwürdig bleiben und du möchtest auch
[21:37] stark bleiben, dann kannst du dich eben nicht ständig von jedem kleinen Shitstorm
[21:41] irgendwie auch anpieksen lassen, sondern musst du irgendwie anders funktionieren.
[21:45] Das ist wahrscheinlich in dem Job, wenn man dann eben nicht nur in der Öffentlichkeit
[21:47] steht, sondern auch an Tabellenplätzen gemessen wird und an Ergebnissen,
[21:50] wo du vielleicht in der letzten Minute noch ein Tor kassierst und plötzlich
[21:52] wird dann eine ganze Arbeit anders bewertet, als wenn du das Tor nicht kassiert
[21:55] hättest und plötzlich bist du der Trottel und vorher wäre es okay gewesen.
[21:58] Das musst du natürlich alles wollen und mittragen, aber du musst es nicht unbedingt an dich ranlassen.
[22:03] Und wenn du das besonders gut gefiltert bekommst, bist du, glaube ich,
[22:06] in dem Job auch ein bisschen resilienter.
[22:08] Und wir können mal festhalten, dass zumindest der FC Bayern sich unbeeindruckt
[22:11] gezeigt hat, hat jetzt zwei Spiele gewonnen, das zweite Spiel auch mit der B-Mannschaft.
[22:15] Gut, Olyse und andere waren dabei, aber trotz allem waren da auch ein paar Spieler,
[22:18] die man sonst eigentlich nicht in der ersten Elf beim FC Bayern sieht.
[22:20] Und die haben auch ganz souverän gekickt, zumindest nachdem sie das Ausgleichstor verdaut hatten.
[22:25] Und wir halten einfach als zweites nochmal fest, dass wenn seine Kompanie sich
[22:28] jetzt zu Hause erholt und wir hoffen mal, dass er bald wieder zurückkehrt.
[22:31] Bevor wir zum großen Bundesliga-Block kommen, müssen wir ganz kurz in die Sportpolitik
[22:34] gehen. Denn, oh, lieber Arndt, wir haben ja vor Monaten, vor Monaten war die
[22:38] große Frage, wann wird Infantino gestürzt? Tritt er noch vor Weihnachten zurück?
[22:42] Vielleicht schon im November?
[22:44] Wer wird sein Nachfolger? Pustekuchen Infantino sitzt wieder richtig fest im
[22:48] Sattel, denn jetzt hat auch der asiatische Kontinentalverband verkündet,
[22:52] dass er treu hinter Infantino steht.
[22:55] Und das mag für die europäischen Ohren und Augen überraschend gekommen sein,
[22:58] aber es hat sich angedeutet, es hat sich angedeutet, dass die Europäer keine
[23:02] Mehrheit zusammenbringen.
[23:03] Wie sehr hat dich das überrascht, Arndt? Es ist eine Mischung aus Überraschungen.
[23:06] Und dieser bleiernden Frustration, dass man denkt, immer wenn man denkt,
[23:10] es könnte sich was ändern, ändert sich halt in dem Fall doch nichts.
[23:12] Und bei Infantino ist das Gefühl...
[23:14] Der hat den Laden so im Griff, dass er einfach weiter wurschteln kann.
[23:17] Und mehr ist es ja nicht als weiter wurschteln. Es ist ja nicht so,
[23:19] dass er bahnbrechende Dinge entscheidet, auch wenn er das selbst so sieht,
[23:22] die den Fußball nur wirklich voranbringen.
[23:24] Ich muss übrigens auch noch mal sagen, um noch mal ganz kurz auf unser Eingangsthema
[23:27] Ballon d'Or zu kommen, ist mir noch mal aufgefallen, wie viel jetzt gerade unter
[23:31] der Ägide von Infantino einfach von Dingen eingeführt worden sind, die kein Fan will.
[23:36] Also die auch aufgeblasen worden sind bis zum Gehtnichtmehr.
[23:38] Wenn du dir heute den Fußball anguckst, wir haben die Club-WM bekommen.
[23:41] Wir haben eine Fußball-Weltmeisterschaft, die man so nicht will mit so vielen Teilnehmern.
[23:44] Wir haben die Conference League, die Nations League bekommen.
[23:47] Das sind alles Sachen, da saß du als Fan nicht, geil, endlich gibt es das.
[23:50] Sondern du nimmst es so mit und sagst, ja, ich muss erst mal ein bisschen darüber
[23:53] nachdenken, um zu gucken, ob das für mich einen Sinn ergibt.
[23:55] Donald Trump bekommt den FIFA Peace Prize. Also all diese Dinge.
[23:59] Die auf den Fußball draufgeladen werden, wenn du überlegst. Also früher war
[24:02] nicht alles besser und es soll doch jetzt nicht zu sein nach Boomer Talk klingen.
[24:04] Aber angefangen, Fußball toll zu finden, haben wir alle mal.
[24:08] Da war der Fußball im Mittelpunkt.
[24:09] Da ging es sich darum, ganz viel Wettbewerbe drumherum zu erfinden und möglichst
[24:13] viele Mannschaften vermarkten zu können. sondern da ging es darum,
[24:15] wer spielt gegen wen, wer ist der Bessere, cool.
[24:18] Jetzt haben wir das Ding, dass das total in den Hintergrund tritt, weil wir haben,
[24:22] die Champions League mit allen Schwachstellen, über die wir seit Wochen reden,
[24:24] immer wieder, wir haben jetzt, wie du eben übrigens interessanterweise gesagt
[24:27] hast, auch beim DFB-Pokal, ja offenbar dann die Entwicklung,
[24:29] dass das gar nicht gewollt ist, dass die Spiele möglichst spannend und möglichst
[24:32] attraktiv sind, sondern wir wollen offenbar eine Gewissheit,
[24:35] dass die Bundesligisten auch möglichst viele Heimspiele haben,
[24:37] in denen sie dann halt unterklassige Mannschaften wegfrühstücken,
[24:40] wie beim 6 zu 1 der Bayern.
[24:41] Da ist halt nicht gewollt, dass es andersrum vielleicht spannender wird.
[24:44] Es wird zumindest nichts dafür getan, dass man es umsetzt. Wir haben eine Entwicklung,
[24:48] die den Fußball immer weiter wegführt von Spannung und von Wettbewerb,
[24:52] den wir eigentlich bräuchten, um den Fußball auch in 50 Jahren noch toll finden zu können.
[24:56] Und es wird einfach immer mehr draufgesetzt und es wird alles immer hochglanziger
[24:59] und alles wird immer mehr beim Ballon d'Or. Das ist eine Zirkus-Pferdchen-Veranstaltung
[25:03] geworden, die acht Stunden dauert oder wie lang.
[25:05] Nations League guckt keiner mehr an. Das ist alles nicht schön, das zu konstatieren.
[25:09] Ist es auch nicht, aber es ist eben nicht nur ein Weg von Glaubwürdigkeit und
[25:13] von integrieren Wettbewerben, es ist hin zu Profitmaximierung.
[25:16] Und ich kann mich wirklich erinnern, dass wir vor Monaten zusammengesessen haben
[25:20] und gesagt haben, das wird so nicht reichen, was UEFA und DFB und andere da wollen.
[25:24] Also, dass die Asiaten jetzt sagen, wir stehen neben den Afrikanern treu an
[25:28] der Seite des FIFA-Präsidenten, da muss man ja nicht ein Mathelehrer sein,
[25:31] um auszurechnen, dass dann keine Mehrheit mehr bleibt.
[25:33] Und trotz des ganzen Theaterdonners aus Europa und der ganzen kraftmarischen
[25:36] Metaphern, die Bernd Neuendorf, der DFB-Präsident, ja auch losgelassen hat.
[25:39] Infantino muss vom Spielfeld genommen werden.
[25:42] Man kann einfach mal feststellen, die haben sich richtig amateurhaft angestellt.
[25:46] Also ich finde beispielsweise gegen DFB-Präsident Neuendorf war ja Nancy Faeser
[25:50] auf der Tribüne in Katar fast eine ausgebuffte Machtpolitikerin.
[25:53] Es kann doch nicht sein, dass die es nicht schaffen, einen Gegenkandidaten zu
[25:56] etablieren. Es kann doch nicht sein, dass sie darauf warten,
[25:59] dass Infantino sagt, ey, ihr bekommt das ganze Geld von der FIFA-WM,
[26:02] das bekommt ihr, liebe Verbände.
[26:04] Ganz ehrlich, wenn ich die Möglichkeit hätte, als asiatischer Fußballverband
[26:07] zu wählen zwischen einem sicherlich zwielichtigen Präsidenten,
[26:11] der mir aber Geld ohne Ende in die Kassen schaufelt,
[26:13] der natürlich wahnsinnig viel Profit macht und der mich am Ende in meiner nationalen
[26:18] Handlungsweise nicht einengt, das würde ich dann doch lieber machen,
[26:21] als mich wieder den Europäern an den Hals zu werfen, die ohnehin in den letzten
[26:24] 20, 30 Jahren es an Arroganz haben, nicht fehlen lassen.
[26:27] Das ist einfach klar gewesen, dass du diese verzagte Truppe der Europäer,
[26:32] die nicht mehr in der Lage sind, so einen charismatischen Kandidaten aufzustellen,
[26:35] dass die das einfach dann nicht können. Die UEFA kann das nicht.
[26:39] Gerade UEFA-Präsident Severin, der sich ja nun als großer Oppositionspolitiker
[26:42] hervorgetan hat, der hat ja gerade im eigenen Verband bewiesen,
[26:45] dass er sich gerne mal über Regeln und Statuten hinweg setzt,
[26:47] weil er sich jetzt selber wieder wählen lassen will, was ja tatsächlich nach
[26:51] den Statuten auch nicht vorgesehen ist.
[26:52] Also der ist nicht genauso, aber ähnlich schurkig wie Infantino und das ist
[26:56] dann eben keine Alternative. Philipp, ihr habt doch mit deinem Magazin,
[26:58] also mit dem Kicker, mit elf Freunde habt ihr doch über viele Jahre auch die
[27:03] FIFA-Präsidenten begleitet.
[27:05] Kannst du mal aus deiner Sicht so sagen, während ich gerade eben noch geredet
[27:08] habe, habe ich mich gefragt, war das denn eigentlich alles unter anderem FIFA-Präsidenten besser?
[27:12] Ja, war es, oder? Also ich meine, es gab auch unschöne Entwicklungen,
[27:15] aber mit der Konsequenz und der Niedertracht und so perfide wie Infantino hat
[27:19] es noch keiner gemacht. Also ich sage es mal so, korrupt waren sie alle.
[27:21] Avalanche war korrupt, Sepp Latter ohnehin, obwohl der jetzt als Sauermann durch
[27:25] die Gegend läuft und Infantino eben auch.
[27:27] Können Sie jetzt vielleicht schon sagen, es war eine perfekte WM,
[27:29] auch hier in Stuttgart? Also wenn sogar schon der oberste Boss des Fußballs,
[27:33] FIFA-Chef Blatt Sepper.
[27:35] Mit jedem neuen Präsidenten ist ja verbunden worden, dass der jetzt den Saustell
[27:38] endlich mal aufräumt. Es gab damals schon sehr, sehr viel Bestechung.
[27:42] Eigentlich ist seit der WM 1994 keine WM mehr ohne Bestechung und ohne diskrete
[27:48] Geldzahlungen vonstatten gegangen.
[27:50] Ich glaube, nur die Möglichkeiten und die globalen Möglichkeiten der Bestechung,
[27:54] des Schmirantentums, der Profitenmaximierung sind einfach viel größer geworden.
[27:58] Ich glaube, Schurken waren sie alle, aber der Fußball an sich war noch nicht
[28:01] die Geldmaschine, die ja früher war, einfach weil es die ganzen digitalen Medien
[28:05] nicht gab, die vielen Möglichkeiten der Auswertung der kommerziellen.
[28:09] Insofern, es war nicht alles besser, aber die Möglichkeiten waren nicht so groß.
[28:13] Was auf uns dann eben so wirkt, das vielleicht noch, als ob der Fußball weniger
[28:16] kommerziell gewesen wäre. Aber da ist er auch komplett schmerzfrei einfach,
[28:19] ne? Also da hat man nicht das Gefühl, dass da irgendwo noch ganz tief in ihm
[28:23] ein Korrektiv schlummert, wo er sagt, ach nee, das sollten wir lieber nicht machen.
[28:26] Das ist noch nie vorgekommen, gefühlt. Aber Arndt, stell dir doch mal vor,
[28:29] du bist so ein Fußballverband von West-Samoa oder irgendwie in Asien und dann
[28:32] hast du einfach die Zusicherung von dem Glatzkopf aus dem Wallis,
[28:36] dem sympathischen Menschenfischer, der dir sagt, pass mal auf,
[28:38] wenn du mich wieder wählst, dann kriegst du Summe X
[28:41] und ich rede hier nicht rein und die WM wird noch ausgeweitet.
[28:44] Vielleicht hast du sogar mal eine Chance, daran teilzunehmen Und auf der anderen
[28:48] Seite hast du Bernd Neuendorf, der seine Brille auf die Glatze zieht und sagt,
[28:50] ja, wir müssen mal gucken, wen wir eventuell in den nächsten Monaten noch ausgraben,
[28:55] der sich dann als Gegenkandidat zur Verfügung stellt.
[28:58] Moralisches Geländer mal abseits. Wenn es nur um knallharte Interessenspolitik
[29:02] geht, dann kannst du doch als Geländerverband nur sagen, ja,
[29:04] Gianni, hier ist meine Stimme, bitte gib uns Geld. Ja. Ja.
[29:12] Ja, ja, ja.
[29:14] Absolut. Bundesliga, lieber Arndt, Bundesliga. Und wir machen keinen Werder-Block.
[29:19] Du hast nur 30 Sekunden Zeit. Ich gebe dir 30 Sekunden Zeit,
[29:21] um Niklas Füllkrug nochmal in die Nationalmannschaft zu reden.
[29:24] Muss er in die Nationalmannschaft, lieber Arndt? Erzähl uns doch nochmal 30 Sekunden was davon.
[29:29] Ich möchte heute gar nicht drüber reden. Lass Tore sprechen.
[29:33] Was mir aufgefallen ist an der Bundesliga im Moment, ist, dass jetzt gerade.
[29:37] So durch die Ergebnisse der letzten zwei, drei Spiele, du hast sehr,
[29:40] sehr viele Mannschaften, die wirklich mindestens im Europa-League-Bereich erwartet worden sind.
[29:45] Oder sagen wir mal, mindestens im Conference-League-Bereich.
[29:47] Die gnadenlos underperformen. Stuttgart muss uns langsam ein bisschen Sorgen machen.
[29:51] Frankfurt spielt eine absolute Grottensaison. Hoffenheim war auch im Bereich
[29:55] der Champions League. Hat jetzt ein bisschen Boden gewonnen durch den letzten
[29:58] Sieg, aber ist jetzt auch noch Zehnter.
[29:59] Augsburg und Mainz sind da, wo sie immer sind. Aber du hast das Gefühl,
[30:02] so die Mannschaften, die ganz überraschend oben reinstoßen, gibt es diese Saison nicht.
[30:05] Nee, man hätte ja eigentlich wieder gedacht, dass das doch mal wieder das erstarkte
[30:08] Frankfurt ist. Oder möglicherweise doch Freiburg, die eine sehr,
[30:11] sehr gute Saison spielen, das muss man ja auch mal sagen.
[30:13] Die sind ja für mich dann tatsächlich auch, nachdem sie jetzt im Pokal noch
[30:16] überwintern, ist das für mich tatsächlich irgendwie die Mannschaft noch,
[30:19] die am ehesten so eine Art Überraschungsfaktor hat.
[30:21] Aber ansonsten ist da wenig. Gerade bei Frankfurt hätte ich ja wirklich gedacht,
[30:25] dass die unter Adi Hütter und dem Missverständnis unter Dino Topmüller,
[30:28] dass die und natürlich sein exzentrischer Nachfolger Riera, dass die möglicherweise
[30:34] dann doch wieder zur alten Form gewinnen.
[30:35] Pustekuchen. Und wir müssen natürlich, lieber Arndt, das müssen wir jetzt aber
[30:39] ganz kurz nochmal zu Kreuze kriegen, Denn wir haben Borussia Mönchengladbach,
[30:42] die ja schon die Totenmesse gelesen bekommen haben. Und jetzt sind sie plötzlich
[30:46] wieder da, auferstanden aus Rüben.
[30:47] Ja, aber jeder hat das getan. Ja, ja, ja, ja. Aber man muss ja sagen,
[30:50] Borussia Mönchengladbach, irgendwie die größte Wiederauferstehung seit Lazarus.
[30:54] Ich weiß noch, wie wir letzte Woche hier gesessen haben und Trauerbegleitung
[30:57] gemacht haben, Rosenkränze gebetet haben, Blumen und Erde geworfen haben.
[31:00] Also wir haben die Fohlen quasi zum Abdecker gebracht. Und nun ist die Borussia
[31:03] wieder da. Und von der Stimmung her ist das schon fast wieder internationales
[31:06] Geschäft. Ich weiß nicht, hast du dir hinterher Rufen Schröder angehört? Das hörte sich an wie...
[31:10] Bernd Stromberg hier bei seiner legendären Autofahrt nach dem Vorstellungsgespräch
[31:13] bei der Helios. Also er ist wieder da. Sie sind wieder da, Borussia Mönchengladbach.
[31:16] Das internationale Geschäft kann jetzt kein Fernseher mehr sein.
[31:19] Ja, dafür müssen Sie jetzt aber möglichst auch noch Paderborn schlagen am Samstag. Ja, machen Sie ja.
[31:24] Ja, meinst du? Okay. Sie haben nach wie vor eine unfassbare Verletzungsseuche.
[31:28] Ich weiß gar nicht, wie viele Spieler beim Pokalspiel gefehlt haben.
[31:30] Zehn oder zwölf waren es, glaube ich, die sonst vielleicht gespielt hätten.
[31:34] Sie sind nach wie vor in einer sehr fragilen Situation.
[31:36] Aber die Tabelle ist ja auch sehr eng. Sie sind drei Punkte hinter dem Tabellenfünfzehnten.
[31:42] Das ist überhaupt im Moment noch alles sehr, sehr spannend, finde ich,
[31:44] in allen Profiligen, dass du wirklich das Gefühl hast, da kann sich ganz schnell
[31:47] ganz viel bewegen, wenn du als Verein jetzt mal eben plötzlich dann doch den Hebel umlegst.
[31:51] Da gibt es viele Vereine, die darauf warten. Hannover 96 in der Zweiten Liga
[31:54] zum Beispiel, müssen wir auch noch drüber reden, vielleicht.
[31:56] Union Berlin, muss man jetzt auch mal gucken, und Schalke, ob die jetzt in der
[31:59] Bundesliga auch mal wieder irgendwann einen Sieg einfahren oder ob das sich
[32:02] jetzt so ein bisschen nach hinten absetzt.
[32:04] Also es ist alles eine komische Saisonphase gerade auch, finde ich. Ja, finde ich auch.
[32:07] Aber wenn du das mal bei Schalke zum Beispiel siehst, jeder findet Muslic als
[32:11] Coach eigentlich super, aber jetzt treffen die nicht mehr und Scheko ist auch
[32:14] unglücklich und ganz prinzipiell hat man das Gefühl, dass möglicherweise der
[32:17] ganz große Schwung der letzten Saison
[32:19] jetzt im tiefen Teil der Depression bei Schalke verschwindet und dann hört man
[32:23] schon wieder die ersten Leute, die sagen, ja der Muslic, der erreicht möglicherweise
[32:28] die Truppe nicht mehr, der ist entschlüsselt worden.
[32:30] Also die Ungeduld ist einfach bei ganz, ganz vielen Fällen, da hat man das Gefühl,
[32:34] schon ein bisschen so in der Anhänger-DNA, dass die Leute sagen,
[32:36] ja, vielleicht gibt es ja einen neuen Coach, der der Mannschaft nochmal neue Impulse gibt.
[32:40] Und eigentlich wäre genau jetzt der Punkt, also ich sag mal,
[32:42] der Polzin-Moment, in dem man sagt, ach, wir haben einfach mal Geduld und gucken
[32:45] einfach mal, ob die sich daraus nicht befreien, indem wir so ruhig arbeiten
[32:48] lassen. Man muss dazu sagen, Schalke hat bislang überhaupt erst vier Saisontore
[32:51] geschossen, noch keins zu Hause.
[32:53] Das ist eine Megakrise am Horizont, weil die spielen gegen Leipzig,
[32:56] die wiederum alle Auswärtsspiele verloren haben bislang.
[32:58] Wenn Schalke Leipzig schlägt, ist da so richtig, richtig Problem.
[33:02] Und wenn Schalke aber auch gegen Leipzig auch wieder kein Tor schießt,
[33:05] dann wird da die Tristesse doch langsam riesengroß. Aber ich bin bei dir, dass ich sage ...
[33:10] Diesen Trainer darfst du trotzdem nicht in Frage stellen. Und vielleicht musst
[33:12] du ähnlich, wie wir es über Union gesagt haben, musst du bei Schalke sagen,
[33:14] die haben im Moment auch nicht mehr Möglichkeiten.
[33:17] Die haben auch viele Verletzte, auch im Offensivbereich.
[33:21] Haben sie Ausfälle? Deko funktioniert nicht richtig. Vielleicht haben sie sich
[33:24] da auch echt ein Problem ins Haus geholt, was dann doch keine so gute Idee mehr
[33:27] war mit jetzt 41 Jahren oder wie alt er ist.
[33:29] Muss man sehen. Aber ich habe das Gefühl, in den nächsten ein,
[33:33] zwei Spielen wird sich ganz, ganz, ganz viel tun in der Bundesliga.
[33:36] Und man kann die Schalke ja wirklich nur ermutigen, mal Geduld zu haben.
[33:40] Ich habe mich so ein bisschen gefragt, ob man nicht möglicherweise so aus der
[33:44] Führungsetage der Königsblauen mal etwas mehr.
[33:46] Signale noch hätte hören müssen, dass das eine richtig harte Saison wird und
[33:50] dass man wirklich bis zur allerletzten Sekunde um den Klassenerhalt fighten
[33:53] wird, dass man möglicherweise von den Transfers her nicht konkurrenzfähig aufgestellt ist.
[33:58] Also etwas mehr Realismus und etwas mehr Dämpfung der großen Königsblauen Euphorie
[34:02] wäre da wahrscheinlich gar nicht so verkehrt gewesen und man muss sich auch
[34:05] wirklich befragen, wenn du dir mal zum Beispiel vorstellst, Muslitsch würde jetzt gefeuert,
[34:09] Wen in Gottes Namen holst du dann, der besser zu Schalke passt, der besser
[34:13] die Mannschaft versteht, der aus diesem Kader mehr rausholt als Muselic?
[34:17] Ist das nicht ohnehin ein Märchen, dass Trainer entschlüsselt worden sind oder
[34:21] dass Mannschaften entschlüsselt werden, weil die vielleicht mal zwei Spiele
[34:24] hintereinander in einer Art und Weise gespielt haben?
[34:27] Also ich glaube, da braucht es einfach mal Geduld. Und das musst du ja auch
[34:30] sagen, bei Blessin war ja bei Gladbach auch schon das Urteil gesprochen.
[34:33] Der kann auch keine neuen Impulse mehr geben. Und dann gewinnen sie in Stuttgart
[34:37] und gewinnen das Pokalspiel.
[34:38] Also die Geduld, die glaube ich nicht zur Primärtugenden von uns allen gehört,
[34:43] die brauchen sie jetzt in Schalke, genauso wie sie die beim HSV gezeigt haben
[34:47] und auch in Gladbach. Weißt du, wie es meine neueste Bullshit-Phrase ist,
[34:51] die man so gerne bei Internetfans hört? Es ist gerade in solchen Situationen.
[34:54] Für die Art Fußball, die er spielt, ist unser Kader noch gar nicht zusammengestellt.
[34:58] Das hörst du auch immer öfter, dass du wirklich sagst, du musst ja doch sehen,
[35:01] dass wir gar nicht den Kader dafür haben, um solchen Fußball zu spielen.
[35:04] Weißt du, da hast du einen Fußballtrainer, der das richtig gelernt hat und du
[35:08] hast einen Internetfan, der nichts anderes gelernt hat, als im Internet Kommentare
[35:11] abzugeben, aber der sagt, der Fußball, der muss das doch raffen,
[35:13] dass er das Spielermaterial gar nicht hat.
[35:16] Pass auf, ich habe auch noch eine neue Phrase, die hat unser Hörer Kolja mir zugeschickt. Ja.
[35:20] Nämlich, wenn du jemanden kritisierst als Trainer, hinterher noch hinterherzuschieben,
[35:24] aber das weiß er ja selber auch. Oder das weiß er ja auch.
[35:28] Das ist ganz mies. Du weißt, er ist der Verursacher des Gegentors,
[35:33] das in der 95. Minute die drei Punkte gekostet hat. Oder ist einer,
[35:37] der nach zehn Jahren Verletzungspause nicht wieder zu seiner alten Form findet.
[35:40] Ja, das war natürlich ein großer Fehler von ihm. Aber das weiß er auch selber.
[35:43] Du kannst einfach die größten Unverschämtheiten behaupten, aber das weiß er
[35:46] auch selber. Er ist ein guter Junge.
[35:49] Er kann gar nichts über den sagen. Aus dem guten Elternhaus.
[35:54] Ich gucke gerade mit großer Freude übrigens eine Doku, die ist auch preisgekrönt
[35:57] vom Bayerischen Rundfunk über Bergretter. Okay.
[36:00] Und das sind dann so Szenen, wo, keine Ahnung, vom Watzmann oder von einer Zugspitze
[36:04] irgendwelche Leute runtergeholt werden, die mit Fahrradhelm und leichtem Schuhwerk
[36:09] über den Watzmanngrat wollten und so.
[36:11] Das Schöne ist, dass diese dramatischen Szenen, die dann meistens mit einer
[36:14] Helmkamera gefilmt werden, dann immer von so pathetischen Äußerungen der Typen unterbrochen werden.
[36:19] Und das ist immer der gleiche Kram, weißt du, ganz egal, ob jemand mit einem
[36:22] gebrochenen Fuß aus dem Bergbach gerettet wird oder oben von der Watzmannspitze,
[36:25] immer so, oben auf dem Berg, da bist du ganz allein und du musst dich hundertprozentig
[36:30] auf dein Team verlassen können.
[36:31] Geht die ganze Zeit so, ne? Pathetische Sprüche doch und keine Ahnung,
[36:34] irgendwie ist jemand mit dem Fahrrad umgekippt. Ja.
[36:37] Da muss dein Team natürlich hundertprozentig funktionieren. Das ist aber super.
[36:41] Und genauso reden Fußballtrainer ja auch. Dieses, ja, im Team,
[36:45] da muss jeder Einzelne seine Arbeit leisten und das hat er nicht gut gemacht, aber das weiß er ja auch.
[36:50] Und die schönste Phrase, die wir gelesen haben, um da mal kurz drauf zu sehen.
[36:52] Hannover 96, es war in allen Gazetten, ein Weiter-So darf es nicht geben.
[36:56] Ist das nicht schön? Ja. Ja, aber ich möchte auch noch was anderes,
[36:59] Ich möchte doch einen Satz noch nachschieben zu Werder Bremen.
[37:02] Da hat nämlich Niko Kovac gesagt. Ja, man muss ganz klar konstatieren,
[37:06] dass in Bremen sehr gute Arbeit geleistet wird.
[37:09] Man kann das übrigens mal googeln. Niko Kovac bescheinigt sehr,
[37:12] sehr vielen Mannschaften gute Arbeit. Also möchte ich mal sagen,
[37:15] ein Friedhelm Funkel für die junge Generation. Ja, so vielen Mannschaften auch
[37:18] wieder nicht. Wir müssen mal kurz über Red Bull Leipzig reden,
[37:20] über den Franchise aus Furchtland.
[37:22] Rasenballsport. Die haben sich mit einer generellen Aktion an die Anwohner der
[37:26] Arena in Leipzig gewandt, die ja sehr, sehr häufig unter den Kollateralschäden
[37:29] der Spiele zu leiden haben.
[37:31] So Straßensperrungen und Lärm und der typische Spieltagsärger und Leute pinkeln
[37:35] in den Vorgarten und so weiter.
[37:37] Und was macht der empathische, mitfühlende, zuvorkommende Klub?
[37:40] Er hat den Anwohnern einfach was vermacht, nämlich einen Spezialrabatt für Spiele,
[37:44] die nicht so gut ausgelastet sind in der Red Bull Arena.
[37:47] Da hab ich auch gedacht, da ist man einfach mal ein bisschen generös,
[37:49] da zeigt man sich nicht kleinlich, da hat man nicht den Igel in der Tasche.
[37:52] Da sagt man einfach, ihr Anwohner, ihr seid uns wichtig.
[37:55] Da gab's ja auch noch zwei Aktionen, über die wir reden müssen,
[37:58] die RWE-Fans haben vom Pokalspiel den Gästeblock zubetoniert.
[38:01] Das ist in einer Konsequenz so auch noch nie gemacht worden.
[38:05] Und dann passend dazu, aber etwas subtiler, hast du gestern das Elfmeterschießen
[38:08] gesehen von Kiel gegen Hoffenheim? Äh, nein.
[38:13] Ich weiß nicht, woher. Da wurden so Störfrequenzen eingespielt.
[38:16] Wann immer die von der Mitte losgegangen sind, hörtest du so ganz,
[38:19] ganz kakophonische, hohe Töne. So ui, ui, ui.
[38:23] Das wurde von irgendwie, ich nehme nicht an, dass es der Stadionsprecher eingespielt hat.
[38:26] Es muss von Fanseite gekommen sein. Aber es hörte sich so an,
[38:29] wie so Frequenzen, mit denen man Tiere verscheuchen will. Das war total unangenehm.
[38:32] Erst dachte ich, das ist generell Störgeräusch. Aber es waren immer nur bei
[38:35] den Hoffenheimer Schützen.
[38:36] Also, liebe Kieler, Fernszene, nicht um euch anzupragen, aber erklärt doch bitte
[38:40] mal, wie ihr das gemacht habt. weil ich bin da einfach neugierig.
[38:42] Arnd, kann es eventuell sein, dass du einfach deinen Volksempfänger falsch eingestellt
[38:45] hattest? Nein, das war nur bei den Hoffenheimern. Aber da können wir uns doch mal daran nachdenken.
[38:49] Möglicherweise war es eine nette Replik auf die Dietmar Hopphupe,
[38:52] die es ja auch mal gab vor Jahren, als der Gästeblock mit störenden Geräuschen,
[38:56] mit kopfschmerzigen Geräuschen beschallt wurde.
[38:58] Wenn es dem so war, hat es durchaus seinen Boulevardesken-Scham,
[39:01] wie auch die Mauer-Nummer. Da weiste einer von RWE, der hatte wahrscheinlich
[39:04] irgendwie gerade seine Mauerlehre abgeschlossen, hat das in Gesellenstück direkt
[39:07] am Gästeblock vollbracht.
[39:09] Das sah wirklich imposant aus. Fand ich gar nicht schlecht. Das sah fachmännisch
[39:12] auch aus. Sehr, sehr fachmännisch. Also, rot was essen, da wird gute Arbeit geleistet.
[39:17] Arndt, Hannover 96. Hannover 96 ist in der größten Krise seit vielen Jahren.
[39:21] Sandro Wagner, der Trainer, er bekommt einfach keinen Fuß auf die Erde.
[39:25] Und er hat natürlich jetzt schon wieder ein paar richtig gute Thesen.
[39:28] Unter anderem hat er jetzt gesagt, was ich sehr, sehr schön finde,
[39:31] in der letzten Saison ist was kaputt gegangen, das ich jetzt reparieren muss.
[39:34] Ich meine, das ist natürlich auch ein Freifahrtschein. Also,
[39:36] da muss er erstmal, das war, er hat ja vorher auch schon gesagt,
[39:38] die Mannschaft ist nicht fit. Finde ich auch total geil. Du kommst irgendwo
[39:41] hin und du siehst, dass einer ein ganz kleines bisschen beim Dauerlauf schnauft.
[39:44] Die Mannschaft ist nicht fit. Die steht keine 90 Minuten durch. Leider Pech gehabt.
[39:48] Wir steigen ab. Sie haben ja noch interessanterweise unter einem Interimstrainer
[39:52] noch ein Spiel gewonnen gegen Bochum und danach ist es eine Bilanz des Grauens,
[39:55] die Sandro Wagner hingelegt hat.
[39:56] Und du hast auch schon mal darüber gesprochen, dass du das Gefühl hast,
[39:59] er ist irgendwie auch, er ist anders als vorher in Pressekonferenzen und ich
[40:02] frage mich auch, ob man nicht im Prinzip nur noch 50% Sandro Wagner hat,
[40:06] wenn er jetzt auch immer so klein laut ist und.
[40:08] So gehemmt wirkt und so gebremst wirkt, ist das überhaupt noch Sandro Wagner?
[40:12] Also kann er überhaupt noch das sein, was ihn ausgemacht hat?
[40:16] Oder hat er sich nicht selbst eines seiner größten Tools beraubt,
[40:22] indem er sich jetzt so gebremst und so demütig verhält?
[40:25] Das ist doch nicht mehr Sandro Wagner. Nein, ich mag den alten Sandro auch lieber.
[40:29] Nase hoch, dass es reinregnet und dann einfach mal alle als ahnungslos abkanzeln,
[40:33] die nicht genau seiner Linie folgen.
[40:34] Er ist stattdessen wahnsinnig devot. Er ist wie so ein freundlicher Pressesprecher,
[40:38] der nochmal alle mitnehmen möchte. Wie so ein Grundschullehrer,
[40:41] der so in so einer Problemschule, wo du eher Sozialarbeiter bist als Deutschlehrer,
[40:46] so dass er alle kuschelig mitnehmen will.
[40:47] Das mag möglicherweise nicht so gut funktionieren bei einer Mannschaft,
[40:50] die eigentlich aufsteigen sollte. Die war ja wie beispielsweise der KSC oder
[40:54] wie gesagt 96. Das waren ja so Mannschaften, von denen man dachte,
[40:56] die können mal oben mitspielen.
[40:58] Und dann siehst du da die Trümmertruppe von Hertha BSC oben rumgondeln und du
[41:01] bist selber im Tabellenkenner der KSC. Bei denen sieht es ja auch nicht so gut aus.
[41:04] Das ist natürlich auch frustrierend und möglicherweise in diesem negativen,
[41:08] fast Thomas-Dorlesken-Umfeld bei Hannover 96 ist natürlich auch gerade schwierig
[41:13] zu trainieren, nehme ich an.
[41:14] Er muss ja auch begreifen, dass er für die Art Fußball den Kader gar nicht hat.
[41:17] Der Kader ist ja gar nicht dafür zusammengestellt. Arndt, Arndt. Ja, Arndt.
[41:21] Aber das weiß er auch selber. Das weiß er auch selber. Also jetzt,
[41:25] wie gesagt, gestern Pokal-Dialage, wenn ihr uns heute hört, 0-2 gegen Lautern,
[41:28] davor das Derby verloren, müssen wir auch gleich darüber sprechen,
[41:30] einen einzigen Punkt geholt gegen St. Pauli und Sang und Klanglos in Magdeburg
[41:33] verloren. Und das ist eine Bilanz des Schreckens, wirklich.
[41:35] Jetzt haben sie ein Heimspiel gegen Dynamo Dresden.
[41:38] Und Sando Wagen hat, glaube ich, gestern nach dem Spiel sinngemäß gesagt,
[41:41] also erstens, sie kommunizieren toll, auch Bolt und er kommunizieren toll im
[41:44] Verein. Also er hat da nichts auszusetzen.
[41:47] Und sie sollen ihm einfach ein bisschen Zeit geben. Das klingt schon so nach,
[41:49] oh, ich weiß auch nicht mehr, aber lass mich bitte noch ein bisschen leben hier.
[41:53] Wirklich, das wirkt alles ganz, ganz depressiv schon.
[41:55] Das wirkt depressiv. Und man hat so ein bisschen das Gefühl,
[41:58] das ist alles so verfahren, dass das fast wie bei Düsseldorf und bei Bielefeld enden könnte.
[42:02] Also das waren ja zwei Mannschaften, die auch hoch gehandelt waren und wo dann
[42:05] einfach die dysfunktionale Struktur, Vorstand enttäuscht, Spieler enttäuscht,
[42:08] Trainer enttäuscht, die Ideen zünden nicht, die Mannschaft hat dann auch nicht
[42:12] mehr die Unterstützung des Publikums.
[42:14] Das sind ja alles so Faktoren, die sich dann irgendwann zu einer unschönen Gemengelage
[42:18] subsummieren und dann stehst du dann hinterher da wie Fortuna Düsseldorf und
[42:21] hast das große Problem, dass du irgendwann in der dritten Liga dich gegen zweite
[42:25] Mannschaften von Hoffenheim verteidigen musst.
[42:27] Kurzer Blick in die dritte Liga. Düsseldorf, echt auch mit größeren Problemen,
[42:31] hat mich ein bisschen traurig gemacht, weil ich so dachte, irgendwie,
[42:34] die hätte ich doch ganz gerne auch wieder in der zweiten Liga,
[42:36] aber da Trainer rausgeschmissen.
[42:39] Vielleicht kommt Markus Anfang jetzt doch wieder. Man muss mal gucken.
[42:42] Aber da merkt man mal, wie schwierig das ist. Jetzt wirst du wirklich geschmacklos.
[42:45] So, lieber Arndt, ich würde mal sagen,
[42:48] Achso, pass auf, jetzt müssen wir, bevor wir Fremdpunkt Timmerenke reinholen,
[42:51] ich muss mich natürlich korrigieren.
[42:53] Ich habe behauptet, dass mein Opa ab 0.30 Uhr an Silvesterabenden an Neujahrsmorgenden,
[43:00] barbusige Übertragung aus der
[43:03] Moulin Rouge. Aber es war nicht das Moulin Rouge, es war das Crazy Horse.
[43:07] Das Moulin Rouge hat sich stets züchtig bedeckt gezeigt, dass im Crazy Horse.
[43:13] Fielen alle Hüllen und das hat sich mein Opa angeguckt.
[43:16] So. Ich dachte, das Moulin Rouge hat sich bei dir gemeldet und gesagt,
[43:18] na, bei uns hat er das nicht gesehen. Monsieur, Kretter, Automobil,
[43:22] das stimmt nicht. Aber Tim wiederum zeigt ja generell recht gern auch viel Haut.
[43:26] Auch in diesem ja teilweise sehr transparenten Dress, den er da immer überstreift
[43:29] und in den er sich reinpellt. Alles kann, nichts muss. Kannst du sehen, hat er den schon an?
[43:33] Ich kann hindurch sehen und es ist nicht schön, was wir da sehen,
[43:36] aber ihm ist es egal, weil er ist ein altes Zirkuspferd, das jetzt wieder in
[43:40] die Manege muss mit seinem Chippendales-Azug und natürlich der bekannten und
[43:44] beliebten Auftrittsmelodie.
[43:58] Moin. Da ist er. Bevor du loslegst, mein Freund David, herzliche Grüße,
[44:02] den Podcast auch regelmäßig hört, sagt, sein Lieblingsmoment ist immer Frimpom Ding Dong.
[44:06] Er wartet immer darauf, dass das Ding Dong kommt in dem Song.
[44:08] Ach so, das Ding Dong. Das ist doch wirklich ein sehr schöner Moment.
[44:10] Ja, das stimmt. Finde ich auch. Finde ich auch den besten Moment. So, da bist du ja. Genau.
[44:15] Ich war übrigens, kleine Ergänzung zu meinem letzten Paris-Trip,
[44:17] ich war im Crazy Horse. Nein. Oh, nein.
[44:20] Ernsthaft. Ja, klar. Und? Super. Alle nackt? Viele nackt, ja,
[44:24] muss man sagen. Hast du Philipps Opa gesehen? Nee.
[44:28] Der an sich herumgenestelt hat. Wüsste ich ja nicht. Ich habe ihn ja noch nie
[44:30] vorher getroffen. Vielleicht war er da.
[44:32] Schnaufend in der letzten Reihe. Naja gut, mein armer Opa.
[44:35] Oh Gott. Schnell weiter. Schrecklich. Schnell weiter in die Zuschriften.
[44:38] Christian und Sebastian haben uns geschrieben gemeinsam.
[44:43] Was Sky an diesem DFB-Pokalabend bei seinen Spielzusammenfassungen veranstaltet,
[44:47] ist für uns als leidenschaftliche Fußballfans schlichtweg ein Ärgernis.
[44:52] Da freut man sich auf die Zusammenfassung der Pokalspiele, möchte Tore sehen,
[44:55] mitfiebern, überrascht werden, vielleicht sogar noch einmal die Dramatik eines
[44:59] Pokalabends erleben und was macht Sky,
[45:02] blendet während der Berichterstattung die Ergebnisse der Spiele bereits unten
[45:05] im Bild ein, bevor die jeweilige Zusammenfassung überhaupt gelaufen ist.
[45:09] Wozu schauen wir uns denn eine Spielzusammenfassung an, wenn uns der Ausgang
[45:12] bereits vorher ungefragt präsentiert wird?
[45:14] Warum nimmt man uns als Zuschauern die Möglichkeit, ein Spiel wenigstens in
[45:17] seinen Höhepunkt noch einmal unvoreingenommen zu erleben?
[45:20] Wir sind mit einer Fußballberichterstattung aufgewachsen, bei der man gespannt
[45:24] vor dem im Fernseher saß, Tore bestaunte, Spielverläufe verfolgte und erst am
[45:27] Ende wusste, wie die Partie ausgegangen war.
[45:30] Genau das macht doch einen wesentlichen Teil des Reizes aus.
[45:33] Ein Fußballspiel ist aber keine Börsenmeldung und eine Spielzusammenfassung kein Ergebnisdienst.
[45:38] Der Fußball verliert schon genug von seiner Seele, muss man ihm jetzt auch noch
[45:41] die Spannung nehmen. Ja, ja.
[45:45] Oh, hau er hau. Oh, hau er hau. Oh, hau er hau.
[45:48] Aber gibt es nicht auch viele Leute, die einfach immer wissen wollen,
[45:51] sobald irgendwo anders was passiert ist und ein Spiel zu Ende ist, gibt es doch auch.
[45:53] Da steht dann jetzt Vorliebe gegen Vorliebe. Naja, aber ich kann schon so ein
[45:57] bisschen verstehen, gerade bei Spielzusammenfassungen, das ist ja ein bisschen
[46:00] berühmt früher in der Sportshow gewesen, Wenn dann immer hieß,
[46:02] die nachfolgende Ecke brachte nichts ein.
[46:04] Oder wenn die Sportschau dann gerne mal verkündet hat, gerade fing das Spiel
[46:07] erst an und dann kam der Kommentar, Stuttgart hätte noch Stunden spielen können,
[46:11] ohne ein Tor zu erzielen. Dann wusste es ja auch schon, das Spiel,
[46:13] das geht nicht gut aus für den VfB.
[46:15] Ich finde, man kann durchaus zumindest eine Spoilerwarnung sagen,
[46:19] dass man mal ganz kurz die Augen zumachen soll, weil wir jetzt was einblenden.
[46:21] Ich finde, da könnte Sky ein klein wenig sensibler sein.
[46:25] Andererseits bin ich ja durchaus auch ein gebranntes Kind, weil mir in unseren
[46:29] Spotify-Kommentaren vorgeworfen wurde, als wir über die neue Ted Lasso-Staffel
[46:32] sprachen, dass ich angeblich da auch schon rumgespoilert hätte,
[46:35] wo ich so dachte, wenn die
[46:37] Sendung bereits gelaufen ist und schon drei, vier Wochen in irgendeiner komischen
[46:40] Mediathek empfangen ist, dann darf man ruhig aus mal erzählen,
[46:43] dass Ted Lasso dann möglicherweise ganz am Ende nicht mehr Trainer der Damenmannschaft
[46:47] ist und so weiter und so fort.
[46:48] Insofern, ich finde, es gibt so eine gewisse Karenzzeit, in der man das Ergebnis
[46:51] nicht verraten sollte. Insofern bin ich bei unseren beiden Uerdinger Kollegen,
[46:54] die keine Einblendung machen. Aber was wäre denn die Lösung?
[46:57] Nicht einblenden. Ja, pass auf, aber dann einen Kanal mit und einen Kanal ohne
[47:01] Spoilern. Also einen Kanal, wo man sicher sein kann, dass man keine...
[47:04] Aber ich finde es eben auch sehr kleinteilig, dass man sagt,
[47:06] auch während der Zusammenfassung sollen keine anderen Ergebnisse eingebunden werden.
[47:10] Ich meine, die Zusammenfassungen sind doch, wenn alles vorbei ist eigentlich
[47:13] normalerweise und wenn die meisten Leute sowieso schon die meisten Ergebnisse kennen.
[47:16] Ich sag mal so, Tim, du kannst natürlich auch gleich nochmal die Gegenrede machen,
[47:20] aber klar ist eben auch, wenn du die Ergebnisse haben willst,
[47:22] Dann schaust du möglicherweise einfach mal im Internet nach.
[47:25] So nämlich. Man macht das doch auch gern. Also ich habe das früher gern gemacht,
[47:28] dass ich den ganzen Samstag zwischen den Spielen versucht habe,
[47:31] nirgendwo reinzuschauen, dass ich mir den in die Sportschau angucken kann.
[47:34] Und da wirklich nochmal mitfiebern kann, da kann ich es mir ja aussuchen.
[47:37] Die verraten mir nichts.
[47:39] Wenn ich es wissen will, kann es ja überall gucken. Also lass es doch einfach weg.
[47:42] Oder man ruft beim Kicker-Ergebnisdienst an. Das könnte man natürlich auch machen.
[47:45] Hast du das jemals gemacht? Ich habe zweimal angerufen, aber ich bin einmal
[47:48] nicht durchgekommen und einmal hat meine Mutter gesagt, die soll sofort auflegen,
[47:51] weil das ja kostenpflichtig ist.
[47:52] Muss man jetzt den jüngeren Menschen, das stand früher immer unter der Bundesliga-Tabelle
[47:55] im Kicker, dass man fünf Minuten nach Halbzeit und fünf Minuten nach Schlusspfiff
[47:58] im Kicker-Ergebnisdienst die Ergebnisse der Spiele erfahren kann.
[48:02] Und das wurde sogar, ich weiß nicht, ob es auf der Alm auch so war,
[48:05] in Weserstadion, in Bremen auch, wurde auch mal gesagt, hier ist du im Mittel
[48:07] vom Kicker-Ergebnisdienst.
[48:09] Und die haben da wirklich angerufen. Die haben da wirklich angerufen in der
[48:11] Halbzeit und haben sich die Ergebnisse aufgeschrieben von Hand mit Kugelschreiber
[48:14] und haben sie dann im Stadion vorgelesen. Da hat sich Carlo Wild dann sortiert
[48:16] und hat da alles parat und hat dann mal durchgegeben. Carlo,
[48:19] wie steht's? Ja, 1 zu 0 für Gladbach gegen den MSV Duisburg.
[48:22] Ja gut, also wir werden das nicht lösen können, aber wir können natürlich an
[48:25] Sky appellieren, dass sie ein bisschen, ein kleines bisschen sensibler sein
[48:28] können. Ja, ich glaube, bei Sky würde ich nicht viel erwarten, Aber gut, machen wir.
[48:33] Manuel hat uns geschrieben. Und Manuel, das muss man dazu sagen,
[48:36] ist VfB-Fan. Das große VfB aus Stuttgart, nicht aus Lübeck.
[48:40] Wie sehr habe ich mich auf den Stadionausflug mit meinem Sohn am Freitag gefreut.
[48:45] Wir hatten uns eure Podcast-Folge extra für die Anfahrt aufgehoben. Und dann das.
[48:50] Ihr thematisiert Gladbach. Von Philipp kommt ein Abgesang wegen der zu erwartenden
[48:53] Niederlage in Stuttgart.
[48:55] Ich ahnte schon Böses, da Philipp mit seinen Vorhersagen doch sehr häufig daneben liegt.
[48:59] Erhärtet wurde meine Vorahnung, als die Dame im Restaurant vor dem Spiel ihr
[49:03] Essen zweimal zurückgehen ließ, da es kalt war.
[49:07] Mit ihr hatten wir noch über ein schlechtes Oben gewitzelt. Naja,
[49:10] das Ergebnis kennen wir. 3 zu 2 für Gladbach. Es war furchtbar im Stadion.
[49:15] Nun meine Frage. Philipp ist
[49:17] der Überzeugung, dass Paderborn in der Rückrunde keine Punkte mehr holt.
[49:20] Soll ich einen Schein auf Paderborn machen? Witzig. Anzeige ist raus.
[49:24] Für einen ganz kleinen Moment hatte
[49:25] ich Angst, dass wir im Podcast das Endergebnis schon verraten hatten.
[49:29] Ja, ich liege möglicherweise manchmal falsch. Ich möchte mal sagen,
[49:32] die Mutter meiner schlechten Vorhersagen war, als Philipp Lahm beim VfB Stuttgart
[49:36] seine ersten Gehversuche gemacht hat und ich bei uns im Elf Freunde Sonderheft
[49:39] schrieb, Lahm, der Name ist Programm, wird kein Stammspieler.
[49:42] So ist das bei Gladbach in Stuttgart auch gewesen. Ich habe einfach keine Ahnung.
[49:46] So ist es, klare Kante. Aber wir sind jetzt nicht schuld, dass der VfB den Gladbach
[49:49] verloren hat. Also den schutzse ich mir nicht an.
[49:53] Aber ganz kurz mal, darf ich euch das mal fragen, auch anhand dessen,
[49:57] kennt ihr das, dass man manchmal ein untrüglich schlechtes Gefühl hat?
[50:01] Also bei so Spielen, von denen man eigentlich denkt, die musst du gewinnen,
[50:05] von der Form her, von der Tabelle her, vom allgemeinen Verlauf her.
[50:08] Und du hast einfach ein schlechtes Gefühl, das sich dann bestätigt?
[50:11] Oder ist das dann so situativ, dass du all die Momente, in denen du ein schlechtes
[50:14] Gefühl hast und die Mannschaft gewinnt, doch, dass man das dann vergisst?
[50:17] Und dass man nur die wenigen Momente, wo man ein schlechtes Gefühl hat und das
[50:19] trifft dann auch tatsächlich ein, dass man die in Erinnerung behält?
[50:22] Ich habe das Phänomen, dass ich ganz oft ein schlechtes Gefühl habe,
[50:25] was aber durch die Woche hindurch dann langsam besser wird.
[50:27] Also dass ich Montag denke, am Samstag, das wird scheiße, hast keine Chance.
[50:30] Das habe ich aber bei andersrum. Das habe ich bei Spielen, wo meine Mannschaft
[50:33] nicht Favorit ist, sondern wo sie krasse Außenseiter ist.
[50:35] Denke ich die ganze Woche, wir verlieren eh. Und am Wochenende denke ich dann
[50:37] aber, ah, aber vielleicht, wenn es gut läuft und so schlecht ist die Mannschaft
[50:41] jetzt auch nicht und mal gucken, wie sie beieinander ist. und im Endeffekt funktioniert
[50:44] das alles genau wie Horoskope, wenn du ein schlechtes Gefühl hast.
[50:47] Ganz oft wirst du bestätigt, ganz oft wirst du aber eben auch widerlegt und
[50:50] das fällt dir aber in dem Moment nicht mehr ein.
[50:52] In dem Moment fällt dir nur auf, wenn du ein schlechtes Gefühl hast,
[50:54] oh, habe ich letztes Mal schon gewusst, dass es schief geht.
[50:56] Es gibt auch so Leute, die chronisch so ein schlechtes Gefühl immer äußern und
[50:59] wenn es dann mal zutrifft, sich dann als ein Orakel bezeichnen.
[51:02] Ja, ich habe es ja gesagt.
[51:03] Das ist ja die größte Frechheit. Aber da muss ich auch mal sagen,
[51:06] ganz Ostwestfalen besteht aus solchen Leuten, die hinterher sagen, wo ist sie hier vorher?
[51:11] Also ich möchte mal sagen, ganz Ostwestfalen ist wie Rapper Finch,
[51:13] der schon vorher weiß, dass alles schlecht gelaufen ist.
[51:16] Also ich würde sagen, es gibt ja über sehr, sehr viele Landstriche Klischees.
[51:19] Der Norddeutsche ist verschlossen und der Kölsche ist irgendwie wahnsinnig lebenslustig
[51:23] und lebensfroh und offen gegenüber allen Leuten und man versteht ihn nur nicht und solche Sachen.
[51:27] Also in Ostwestfalen ist das ja wirklich so, dass man hinterher alles vorher
[51:30] gewusst hat und gerade wenn es schlecht gegangen ist.
[51:31] Insofern möchte ich mal sagen, dass das quasi implementiert in den Genen implementiert
[51:36] das schlechte Gefühl, das gibt es in Ostwestfalen. Diesseits des Todtürkiger
[51:39] Waldes einfach doch sehr, sehr intensiver und ausgeprägter als anderswo.
[51:43] Tim, hast du eigentlich auch noch diese Zuschrift, wo es um die Frage geht,
[51:46] ob man ein deutscher Klassico sagen darf?
[51:49] Ich hab's rausgelassen. Ich finde, das ist so tot diskutiert.
[51:52] Ist das nicht bei jedem Duell wieder die Frage?
[51:54] Ja, trotzdem, trotzdem. Ich fand es eigentlich ganz interessant.
[51:58] Ich fand es ganz interessant und ich finde den Gedanken eigentlich gar nicht
[52:01] so schlecht, dass man doch eigentlich für ein Duell, wie es Bayern gegen Dortmund
[52:05] ist, ein eigenes Wort finden kann und nicht deutscher Klassiko sagen soll,
[52:09] weil es einfach überhaupt nicht passt.
[52:10] Oder ist das wirklich tot diskutiert, meint ihr? Ja, ich hab das schon gehört.
[52:13] Es ist aber vor allen Dingen, also deutscher Klassiko, das ist ja so ironiefrei.
[52:17] Wir brauchen ein Etikett für dieses Spiel, deswegen nennen wir es jetzt deutscher
[52:20] Klassiko. Vor dem Hintergrund ist es natürlich wirklich einfach total stupide.
[52:24] Aber wieso brauchst du einen Namen für das Spiel? Du brauchst ja für Elversberg
[52:27] gegen Düsseldorf auch keinen.
[52:28] Warum nicht? Find doch mal einen.
[52:31] Ja, Bayern Dortmund ist das spitzende Spiel. Dauermeister gegen den Dauer-Vizemeister.
[52:35] Wird spannend, reicht mir. Brauche ich kein Etikett.
[52:38] Du sagst auch nicht Nordderby und du sagst auch nicht der Nord-Süd-Klassiker.
[52:41] Oder das Duell der Rekordmeister. Doch, ich sage Nordderby, aber ich fange keine
[52:45] militanten Diskussionen an, welches jetzt das echte Nordderby ist und welches das falsche oder so.
[52:49] Wenn ich das Gefühl habe, ich gehe zum Nordderby, gehe ich zum Nordderby,
[52:52] dann ist das für mich auch eins.
[52:53] Punkt. Ja, welches denn? Du, Werder St. Pauli ist für mich ein Nordderby,
[52:56] Werder HSV ist für mich das eigentliche Nordderby, Kiel gegen Lübeck ist wahrscheinlich
[53:00] auch ein Nordderby, also es gibt Braunschweig, Hannover ist ein Niedersachsen
[53:03] Derby, Braunschweig, Wolfsburg ist kein Derby, sagen die Braunschweiger.
[53:07] Also ich finde das einfach ermüdende Diskussion. Für mich Werder HSV Nordderby,
[53:11] Werder Sankt Pauli ist auch irgendwie ein Derby.
[53:13] Du bist so ausgleichend und relativistisch. Das ist dir fremd. Das ist mir fremd.
[53:19] Für mich ist alles über 30 Kilometer ohnehin kein Derby.
[53:22] Also auch so dieses Bielefeld gegen Münster Derby. Natürlich nicht.
[53:26] Viel zu lange Autofahrt.
[53:27] Ich finde Hannover gegen Braunschweig ist gerade noch okay. Stadtderbys funktionieren
[53:31] natürlich auch ganz gut.
[53:33] Selbst Bremen gegen HSV ein Nordderby. Ich meine, Norden reicht von Schwerin
[53:37] und dem Dars bis an die holländische Nordseeküste. Also das ist mir alles zu
[53:40] unspezifisch. Muss man nicht eigentlich auch Derby sagen? und es ist nur bei der Stadt. Darby.
[53:44] Darby. Muss man. Muss man eigentlich, ne? Wir sagen jetzt noch Nord-Darby.
[53:48] Leute, wir fransen aus, habe ich das Gefühl.
[53:50] Aber wir können mal darauf hinweisen, dass der wirklich der große Clash der
[53:52] Giganten dann ist, Dortmund gegen Bayern.
[53:54] Da wird Harry Kane dann eben auch nicht mehr geschont, wie es hieß.
[53:57] Und da sind wir mal gespannt, ob sie möglicherweise ohne Kompanie einbrechen,
[54:00] ob Kane dann die große Feiererei mit den Champagnerflaschen dann doch ein bisschen zu Kopf gestiegen ist.
[54:05] Da freue ich mich jeden drauf, weil es ein kleines bisschen das Spreu vom Weizen
[54:08] trennt. Aber das wissen wir auch selber. Passt auf, Freunde.
[54:10] Ich stelle euch jetzt noch eine ganz herzsame Frage, vielleicht auch als Diskussionsstoff
[54:13] für unsere Leserinnen und Leser für die nächste Woche.
[54:15] Ich hab jetzt mich die Woche wieder viel mit irgendwelchen Statistiken beschäftigt,
[54:19] während die Spiele liefen.
[54:20] Und ganz oft ja Zweikampfstatistik. Bei Werder war es so, die hatten in Dortmund
[54:23] eine ganz schlechte Zweikampfstatistik zur Halbzeit. Irgendwie nur 30 Prozent oder so ganz schlecht.
[54:28] Wo ich mich aber gefragt habe, was ist eigentlich ein Zweikampf?
[54:31] Wo fängt ein Zweikampf an, wo hört er auf? Was wird als Zweikampf gewertet?
[54:35] Wenn zwei Spieler zum Kopfball hochgehen, ist das ein Zweikampf?
[54:37] Wenn einer aber einen Meter weit weg ist von seinem Gegenspieler,
[54:39] ist es dann auch ein Zweikampf?
[54:40] Ist ein Dribbling ein Zweikampf oder ist ein Zweikampf sogar nur,
[54:43] wenn einer dribbelt und nicht, wenn der am Gegner vorbeiläuft?
[54:46] Wie bewertet man das? Ich glaube, ein Zweikampf ist entweder,
[54:48] wenn so Schienbeine aufeinander prallen oder wenn du so den heißen und leicht
[54:52] fauligen Atem des Gegenspielers im Ohr hörst.
[54:54] Das ist für mich ein Zweikampf. Ich glaube, du hast so einen kleinen Radius
[54:56] um jeden Spieler. Und sobald Radius in Radius übergreift, hast du einen Zweikampf.
[55:01] Klassische Mengenlehre, Arndt. Wenn du einfach jetzt schneller bist und der
[55:04] Ball ist frei und du bist einen Schritt eher am Ball, hast du dann einen Zweikampf
[55:07] gewonnen oder warst du einfach nur schneller am Ball? Dann warst du schneller am Ball.
[55:09] Weiß das vielleicht jemand? So, Leute.
[55:14] Mein Geständnis, diese Frage ist mir noch egaler als die, ob es Derby oder Derby
[55:19] oder sonst was heißt. Ihr wirkt beide überrumpelt und ertappt,
[55:22] weil ihr es eben auch nicht wisst.
[55:24] So, pass mal auf, und jetzt sind wir schon eigentlich über der Zeit,
[55:26] aber ich finde es mega schade, weil wir das eigentlich noch thematisieren wollten,
[55:30] also das ganze große Kompendium der Didi-Filme, das haben wir jetzt schon wieder nicht thematisiert.
[55:34] Oh, die Musik, wir wollen die Musik einspielen nächste Woche.
[55:36] Nee, das spielen wir jetzt einfach mal ein, ich finde, das muss man jetzt mal
[55:38] eintragen, es ist Didi, der Doppelgänger von
[55:40] 1984, in der Didi Haller vor allem eine Doppelrolle als wohlhabender Geschäftsmann
[55:44] und Kneipenbesitzer spielt und es ist eine so wunderbare Hymne,
[55:47] dass ich mir fast wünschen würde, also wenn wir nicht bereits ein Intro mit
[55:50] Gitarre hätten, ich fände es so schön, Ich fände es so schön, wenn wir zumindest,
[55:54] die Melodiefolge dieses wunderbaren Songs hier benutzen könnten. Wir hören mal kurz rein.
[56:05] So, liebe Freunde, und nächste Woche sprechen wir über Didi und die Rache der Enterbten.
[56:08] Didi auf vollen Touren, Didi der Schnüffler und Ach du lieber Harry,
[56:11] das war ja sein Erstlingsfilm, glaube ich, von 1981.
[56:14] Das werden wir alles sezieren und damit machen wir auch die große Schleife in
[56:17] Richtung Verabschiedung. Es war wieder wunderschön mit euch.
[56:19] Wir freuen uns auf den Klassiko, auf das Nordwest-Darby. Auf das Nordwest-Darby
[56:24] und ich fand's eine schöne Folge, aber ich denke, das wissen wir auch selbst.
[56:28] Gute Arbeit wieder, ihr Lieben. Tschau. Dank euch.
[56:30] Dankeschön. Dankeschön. Bitteschön, Patrick. Danke. Danke. Wir verdanken uns
[56:34] ganz herzlich bei uns. Ja, vielen Dank, meine Herren. Danke,
[56:36] danke. Bitte schön. Danke schön. Bitte schön. Vielen Dank, Oliver Kahn.
[56:40] Ja, danke auch für den Stress. Vielen herzlichen Dank dafür.
[56:43] Danke schön, vielen herzlichen Dank. Bitte sehr. Danke schön. Ja, danke schön.
[56:47] Bitte schön. Ja, danke schön, danke. Ich bitte Sie. Also, ja, ich danke Ihnen.
[56:53] Vielen herzlichen Dank. Danke. Bitte. Danke.
[56:57] Ja, vielen Dank. Danke, Erik. Ja, vielen Dank. Jetzt. Danke,
[57:00] das genügt, sagen wir und mit uns die deutsche Mannschaft. Dankeschön,
[57:04] Dankeschön. Tschüss, geht zusammen. Ich habe heute schon gedankt.
[57:06] Ich komme mit der Dankfüllung, die noch im Dank ist nach Salzburg.
[57:10] Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde.
[57:18] Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+.
[57:22] Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin
[57:27] Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster, wenig überraschend,
[57:32] Arndt Zeigler und Philipp Köster.

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