# #272 Geborgen unter den Blättern der mächtigen Sequoias - Einschlafen mit Nale

An episode of [Geschichten zum Einschlafen](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1565335566), 24 Jun 2026, 29 min.

Audio: https://ads.julephosting.de/podcasts/57-geschichten-zum-einschlafen/248009-272-geborgen-unter-den-blaettern-der-maechtigen-sequoias-einschlafen-mit-nale.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_1623853284&awEpisodeId=248009

Hast du schon mal einen Mammutbaum gesehen? Vielleicht im Redwood National Park im Norden Kaliforniens oder dem Giant Forest, der ebenfalls in Kalifornien liegt? Beides sind riesige Wälder mit uralten Bäumen, deren Kronen bis in den Himmel zu ragen scheinen. Der Redwood Forest liegt an der Pazifikküste, der Giant Forest dagegen an der Sierra Nevada, wo die Wurzeln der Sequoias aus den Flüssen gespeist werden. Heute nehmen wir dich mit zu den höchsten Bäumen der Welt. Was sie wohl schon alles gesehen und erlebt haben? Teilweise standen sie schon bevor es überhaupt erste Städte in Europa gab und voraussichtlich werden sie noch einige Jahrhunderte überdauern. Also lass uns einmal nachspüren. Wir, das sind Nale und Balto, möchten dich auf eine Reise schicken, damit du so die Sorgen des Tages hinter dir lassen kannst. Unsere Geschichten sollen dir dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und langsam in einen verdienten und erholsamen Schlaf zu gleiten. Wir wünschen dir eine gute Nacht, schlaf schön! Konnten wir dir beim Einschlafen helfen? Hast du eine Idee, wo die nächste Reise hingehen soll? Dann schreib uns gerne an geschichtenzumeinschlafen@julep.de. Wir freuen uns sehr, von dir zu hören! ***GzE Sternwarte*** Unterstütze unseren Podcast, höre alle Episoden ohne Werbung und freu dich auf viele weitere Vorteile unter www.steadyhq.com/gze ✨ Vielen Dank für deine Unterstützung! ***Werbung*** Informationen zu unseren Werbepartner:innen findet ihr unter: https://linktr.ee/einschlafen Vielen Dank an unsere Partner:innen, die es uns ermöglichen, euch weiterhin beim Einschlafen zu helfen. Host: Nale und Balto Text: Anja Lehmann Musik: Milan Lukas Fey Produktion & Schnitt: Martin Petermann Eine Produktion der Julep Studios

## Transcript

[0:00] Geschichten zum Einschlafen Eine Produktion der Julep Studios.
[0:33] Ich bin Nale und ich freue mich sehr, Dich wieder begrüßen zu dürfen.
[0:41] Hast Du schon mal einen Mammutbaum gesehen?
[0:46] Vielleicht im Redwood National Park im Norden Kaliforniens oder dem Giant Forest.
[0:53] Der ebenfalls in Kalifornien liegt?
[0:58] Beides sind riesige Wälder mit uralten Bäumen, deren Kronen bis in den Himmel zu ragen scheinen,
[1:08] Der Redwood Forest liegt an der Pazifik-Küste Der Giant Forest dagegen an der
[1:14] Sierra Nevada, wo die Wurzeln der Sicorias aus den Flüssen gespeist werden,
[1:24] Heute nehmen wir dich mit zu den höchsten Bäumen der Welt, eben den Sekorias.
[1:34] Was sie wohl schon alles gesehen und erlebt haben?
[1:40] Teilweise standen sie schon, bevor es überhaupt erste Städte.
[1:59] Wenn es auch einen Ort gibt, an
[2:02] dem du gerne mal reisen würdest oder ein Abenteuer, das du erleben magst,
[2:07] dann schau gerne mal auf www.steadyhq.com.gze vorbei.
[2:15] Dort kannst du nämlich mitbestimmen, wo es das nächste Mal hingeht und die Reisen
[2:20] ganz ohne Werbung genießen.
[2:25] Apropos, bevor es jetzt gleich losgeht, ihr kennt das ja schon,
[2:28] müssen wir noch einmal kurz Werbung spielen.
[2:32] Danach geht es aber ganz ohne Werbung in einem durch bis zum Ende.
[2:42] Lasse den Alltag jetzt hinter dir.
[2:47] Lehn dich entspannt zurück und sinke in deine gemütliche Schlafstätte.
[2:56] Wenn du möchtest, kuschle dich in eine Decke ein,
[3:01] schließe deine Augen und fühle, wie alles leichter wird.
[3:09] Atme tief ein.
[3:58] Deine Augen sind noch geschlossen, aber die Luft ist reichhaltig,
[4:02] wie nach einem Regen, wenn alles frisch und neu ist.
[4:10] Zuerst hörst du nur ein leises Rascheln, das wie das Atmen des Waldes oder das
[4:17] Knacken von unter der Erde verborgenen Wurzeln liegt.
[4:34] Ein Tropfen Tau, der sich in der Nacht gesammelt hat, fällt dir auf die Hand.
[4:42] Du öffnest deine Augen und bist überwältigt von dem Anblick, der sich dir eröffnet.
[4:54] Du bist nicht einfach nur in einem Wald. Nein, die Bäume hier sind riesig,
[5:01] mit Stämmen, die du mit beiden Armen nicht umfassen kannst.
[5:11] Ihre Kronen recken sich weit in Richtung Himmel.
[5:20] Der Ort, an dem du dich befindest, kommt dir fast heilig vor.
[5:27] Denn die mächtigen Mammutbäume, die dich umgeben, gebieten allein durch ihre
[5:32] Präsenz majestätischen Respekt.
[5:42] Über dir steht der Morgenhimmel noch blass zwischen den gewaltigen Stämmen aus rotbrauner Rinde.
[5:51] Die ersten Sonnenstrahlen haben den Boden noch nicht erreicht.
[6:00] Du stehst auf einem Teppich aus farnen und trockenen Nadeln.
[6:06] Die Luft riecht nach Moos, Harz und kühlem Wasser.
[6:13] Und obwohl du gerade erst erwacht bist, hast du sofort das Gefühl,
[6:18] dass dieser Wald dich schon lange kennt.
[6:28] Ehrfürchtig näherst du dich einem der Mammutbäume, berührst seine Rinde,
[6:33] die uralt und weich zugleich ist, fast als hätten die Jahrtausende sie glatt geschliffen.
[6:45] Ein dünner Nebel zieht zwischen den Sikoyas hindurch.
[6:53] Der Anblick hat etwas Magisches. Du fühlst dich wie in einer anderen Welt, die es zu erkunden gilt.
[7:07] Langsam gehst du los.
[7:10] Der Boden federt unter deinen Schritten.
[7:15] Hier gibt es keine Straßen, keine Stimmen, kein Wind, der hastig irgendwohin will.
[7:39] Du erinnerst dich an etwas, das du einmal gehört hast.
[7:46] Dass Wälder nicht still sind.
[7:51] Dass Bäume miteinander sprechen.
[7:57] Die Bäume kommunizieren nicht mit Worten, sondern mit Düften,
[8:02] mit Pilzgeflechten unter der Erde, mit feinen elektrischen Impulsen in ihren Wurzeln.
[8:13] Peter Wohlleben, Deutschlands wohl bekanntester Förster und Spiegel-Bestseller-Autor,
[8:19] nannte es das Rot-White-Web, also ein unsichtbares Netz, durch das alte Bäume
[8:25] die jungen Sprösslinge versorgen.
[8:34] Mit Hilfe dieses Netzes verschicken sie aber auch Warnungen,
[8:38] teilen Wasser und geben Erinnerungen weiter.
[8:49] Hier zwischen den Mammutbäumen fühlt sich dieser Gedanke nicht mehr wie Wissenschaft
[8:55] an, sondern wie Wahrheit.
[9:04] Hoch oben beginnt das Sonnenlicht durch die Kronen zu fließen.
[9:12] Es fällt in langen, goldenen Bahnen zwischen die Stämme und malt helle Muster auf den Boden.
[9:21] Kleine Staubpartikel treiben darin wie winzige Sterne.
[9:28] Ein Specht hämmert irgendwo weit entfernt gegen Holz.
[9:39] Du wanderst tiefer in den Wald hinein.
[9:44] Farne streifen deine Beine.
[9:49] Kleine Bäche durchziehen das Gelände wie silberne Linien.
[9:56] Das Wasser ist so klar, dass selbst die Kiesel am Grund aussehen,
[10:01] als wären sie eben erst erschaffen worden.
[10:11] Tauch mal deine Hand in das kühle Nass und spüre der Erfrischung nach, die es auslöst.
[10:20] Vielleicht magst Du Dich auch einen Moment lang setzen und selbst einen Schluck Wasser trinken.
[10:30] Genau wie die Bäume brauchen ja auch wir Wasser, um unseren Körper gesund zu halten.
[10:39] Verweile ruhig ein bisschen und spüre dem Frieden nach, der Dich umgibt.
[11:15] Manchmal öffnet sich der Wald und gibt den Blick auf Gruppen uralter Sequoias frei.
[11:25] Sie stehen dort wie Riesen aus einer anderen Zeit.
[11:33] Du versuchst dir vorzustellen, was sie alles gesehen haben.
[11:40] Regenzeiten, Feuer, Jahrhunderte voller Schnee,
[11:47] Tiere, die längst ausgestorben sind, Menschen, die kamen und gingen wie flüchtige Schatten.
[11:55] Und trotzdem stehen sie noch immer hier, ruhig, geduldig und wach.
[12:10] Gegen Mittag wird das Licht wärmer.
[12:16] Die Sonne hat nun den Waldboden vollständig erreicht und verwandelt das Moos in leuchtendes Grün.
[12:26] Der Duft von Harz liegt schwer in der Luft.
[12:34] In der Ferne hörst du das sanfte Knarren eines Baumes im Wind.
[12:41] Es klingt beinahe wie Sprache.
[12:47] Du setzt dich an den Fuß eines besonders gewaltigen Sekoja.
[12:55] Seine Rinde ist von tiefen Furchen durchzogen und warm geworden von der Sonne.
[13:03] Ein Streifenhörnchen flitzt hinter einem Stamm hervor und erinnert dich daran,
[13:09] dass es hier auch noch anderes Leben gibt.
[13:15] Die Baumkronen beherbergen viele Vogelarten, darunter Eulen und Falken.
[13:25] In der Dämmerung betreten Maultierhörsche die Lichtungen.
[13:31] Schwarzbären und Kojoten sind scheuere Tierarten, die den Menschen meiden und
[13:36] trotzdem eine Heimat zwischen den hohen Bäumen gefunden haben.
[13:50] Während du den Geräuschen des Waldes lauschst, denkst du über die Mammutbäume nach.
[13:59] Sie wachsen langsamer als andere Bäume, manche nur wenige Millimeter im Jahr.
[14:08] Und vielleicht liegt genau darin ihr Geheimnis. Sie haben keine Eile.
[14:20] Am Nachmittag entdeckst du einen Baum, dessen Stamm sich leicht neigt.
[14:29] Seine dicken Äste wachsen tief genug, um sie zu erreichen.
[14:33] Sie sind wie eine unausgesprochene Einladung an dich.
[14:41] Vorsichtig setzt du einen Fuß auf eine Wurzel, greifst nach dem ersten Ast und beginnst zu klettern.
[14:54] Je höher du kommst, desto stärker verändert sich der Wald. Das Licht wird heller, die Luft kühler.
[15:06] Zwischen den Ästen wachsen Mose und kleine Pflanzen, als hätte sich hier oben
[15:12] eine zweite Welt gebildet.
[15:21] Weit oben hältst du inne und blickst nach unten.
[15:28] Der Boden wirkt plötzlich fern. Der Wald unter dir sieht aus wie ein grünes
[15:34] Meer, nur dass überall die Kronen der Mammutbäume emporragen.
[15:43] Manche tragen alte Brandnarben an ihren Stämmen.
[15:47] Sie erinnern daran, dass Feuer den Wald nicht nur zerstört, sondern auch erneuert.
[15:57] Die Hitze öffnet die Zapfen der Sequoias. Erst dann geben sie ihre Samen frei.
[16:08] Sogar das Feuer gehört also irgendwie zum Leben dieses Waldes.
[16:15] Nichts hier scheint gegen die Natur zu kämpfen. Alles arbeitet miteinander.
[16:26] Du kletterst noch ein wenig höher, bis du eine breite Stelle erreichst,
[16:31] auf der du sitzen kannst.
[16:38] Von hier oben nimmst du den Wald noch mal ganz anders wahr.
[16:45] Das tiefe Rauschen der Kronen klingt fast wie die Meeresbrandung.
[16:55] Vögel gleiten zwischen den Ästen hindurch.
[17:01] Ein Falke zieht lautlos über die Baumspitzen.
[17:10] Die Sonne steht nun golden über dem Wald. Und während du dort sitzt,
[17:16] geschieht etwas Seltsames.
[17:21] Du hast das Gefühl, dass die Mammutbäume nicht nur miteinander verbunden sind, sondern auch mit dir.
[17:32] Als wärst du nur ein weiterer Atemzug in diesem uralten System aus Licht, Wasser und Zeit.
[17:47] Du lehnst dich gegen den Stamm hinter dir und schließt kurz die Augen.
[17:55] Der Baum bewegt sich kaum merklich im Wind.
[18:01] Und plötzlich verstehst du,
[18:04] warum Menschen seit Jahrhunderten Wälder aufsuchen, wenn sie Trost suchen.
[18:14] Bäume verlangen nichts. Sie urteilen nicht. Sie drängen nicht. Sie stehen einfach da.
[18:23] Manchmal ist aber genau das die größte Form von Stärke.
[18:34] Irgendwann kletterst du wieder hinunter. Der Nachmittag vergeht langsam.
[18:44] Du wanderst weiter durch den Wald, vorbei an umgestürzten Baumriesen,
[18:49] die nun selbst neues Leben tragen.
[18:56] Farne wachsen nämlich aus ihrem Holz. Kleine Pilze leuchten im Schatten.
[19:02] Selbst im Fallen nähert der Wald sich weiter.
[19:10] Du denkst an die verborgenen Pilznetzwerke unter deinen Füßen,
[19:14] an die uralten und Wurzeln, die sich tief in der Erde berühren.
[19:22] An die Vorstellung, dass kein Baum hier wirklich allein ist.
[19:32] Vielleicht gilt das nicht nur für Wälder.
[19:40] Als der Abend näher rückt, verändert sich das Licht erneut.
[19:46] Die Sonne sinkt langsam tiefer und taucht die Stämme in warmes Kupferrot.
[19:55] Lange Schatten wandern über den Waldboden.
[20:00] Der Nebel kehrt zurück.
[20:04] Dünn und silbrig zwischen den Bäumen tastet er sich langsam vor.
[20:12] Der Wald wird ruhiger. Oder vielleicht wirst nur du ruhiger.
[20:21] Schließlich erreichst du eine kleine Lichtung. In ihrer Mitte liegt ein gefallener Mammutbaum.
[20:30] Riesig und weich von Moos bedeckt. Du setzt dich darauf und blickst durch die
[20:37] hohen Stämme hindurch zum Himmel.
[20:44] Zwischen den Kronen färbt sich das Abendlicht langsam orange.
[20:53] Die ersten Sterne erscheinen.
[21:00] Ganz weit oben rauscht der Wind durch die Sequoias.
[21:04] Und für einen Moment klingt es wirklich so, als würden sie miteinander sprechen.
[21:19] Langsam, tief und geduldig.
[21:25] Wie Wesen, die Zeit vollkommen anders erleben als wir Menschen.
[21:37] Du atmest ein.
[21:41] Die Luft ist kühl geworden. Sie riecht nach Erde, Holz und der kommenden Nacht.
[21:51] Dann schließt du die Augen.
[21:57] Während der Wald um dich herum dunkler wird, stellst du dir vor,
[22:01] wie die Wurzeln unter dir weiter miteinander verbunden bleiben.
[22:09] Wie Wasser durch die Erde wandert, wie Signale durch Pilzfäden reisen,
[22:16] wie uralte Bäume Junge schützen. Bis zum nächsten Mal.
[22:28] Der Wald schläft nie ganz. Er wacht, er erinnert sich, er spricht weiter in
[22:36] seiner langsamen Sprache aus Licht und Wurzeln.
[22:43] Und irgendwo hoch über dir stehen die Mammutbäume still unter den ersten Sternen,
[22:50] geduldig wie seit Jahrtausenden.
[22:55] Als würden sie auf dich aufpassen, bis du einschläfst.
[23:03] Langsam fallen dir die Augen zu. Du fühlst dich vollkommen geborgen.
[23:09] Eine Nacht voller schöner Träume und tiefer Entspannung liegt vor dir.
[23:19] Ich hoffe, dass dieser eher ruhige Ausflug in das Reich der Mammutbäume dir gefallen hat,
[23:29] Träumt ihr noch ein bisschen weiter vom kraftspendenden Grün Von der Präsenz,
[23:35] die die Sequoias ausstrahlen Und von dem Ruf der Freiheit, den sie dir vielleicht vermittelt haben,
[23:45] Wir wünschen dir auf jeden Fall eine gute Nacht und schöne Träume.
[23:52] Und gerne nehmen wir dich auch das nächste Mal wieder mit.
[23:58] Wohin die Reise dann geht, lassen wir uns überraschen.
[24:04] Bis zum nächsten Mal. Schlaf schön, deine Nahle.

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