# Mit oder ohne!? Verhütung neu gedacht

An episode of [Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1548655626), 26 May 2026, 42 min.

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## Transcript

[0:00] Unsere zweite Folge zur Frauengesundheit widmen wir dem Thema Verhütung.
[0:04] Ein Thema, das das Leben von Frauen maßgeblich verändert hat.
[0:09] Wir gucken uns an, wie sich Verhütungsmethoden historisch entwickelt haben,
[0:13] welche Optionen es heute alle gibt und auch für Männer, das ist uns ganz wichtig,
[0:18] und wie die hormonelle Verhütung unseren Nährstoffbedarf verändert.
[0:22] Das gucken wir uns heute an.
[0:25] Dr. Anne Fleck, Gesundheit und Ernährung.
[0:30] Und wir, das bin ich Dr. Anne Fleck, genannt Doc Fleck, Fachärztin für Innere
[0:34] Medizin und Rheumatologie und Ärztin für Präventiv- und Ernährungsmedizin.
[0:40] Und Kirsten Frindrop, Redakteurin und Co-Host dieses Podcast.
[0:44] Anne, räumen wir doch direkt zu Anfang mal mit ein paar Mythen rund um das Thema Verhütung auf.
[0:50] Das Abgefahrenste, was ich gefunden habe, war, Cola hilft beim Verhüten.
[0:55] Das Gerücht besagt, dass Cola zweckentfremdet als Scheidenspülung vor einer
[1:00] Schwangerschaft schützt.
[1:02] Also das ist sowas von unglaublich.
[1:05] Also es ist wirklich, wer das Gegenteil beweisen kann, der möge es beweisen.
[1:12] Aber es ist wirklich kompletter Unsinn.
[1:15] Ich denke eher gefährlich. Und auch die Säure wird die Scheidenflora massiv
[1:21] schädigen können. und auch so das Risiko für bakterielle Vaginosen oder aufsteigende
[1:27] Infektionen dramatisch verschärfen.
[1:30] Also bitte nicht. Bullshit. Okay.
[1:34] Der zweite Mythos, es gibt nur Kondome für Männer. Das ist auch falsch,
[1:38] weil es gibt sogar inzwischen Kondome für Frauen, die sogenannten Femidome.
[1:43] Also diese werden in die Scheide eingeführt und bieten Frauen die Möglichkeit,
[1:47] sich selbstbestimmt vor Geschlechtskrankheiten zu schützen.
[1:51] Gute Sache. Dann noch ein weiterer Mythos. Mit Verhütungsring kann Frau keine Tampons benutzen.
[1:58] Das ist auch falsch, denn auch mit dem Verhütungsring können Tampons benutzt werden.
[2:03] Aber es muss sichergestellt werden, dass der Ring tief genug eingesetzt wird in die Scheide.
[2:09] Und nachdem der Tampon dann entfernt wurde, sollte stets auch überprüft werden,
[2:14] ob der Ring noch richtig sitzt.
[2:18] Es ist schon ein interessantes Thema. Wenn wir heute so über Verhütung sprechen,
[2:22] denken die meisten sofort an die Pille, an die Anti-Baby-Pille.
[2:26] Dabei ist die Geschichte der Verhütung ja so viel älter.
[2:30] Jaja, das ist ja, wenn man da historisch einsteigt, wirklich sehr interessant.
[2:35] Also schon vor tausenden von Jahren versuchten Menschen zu verhüten.
[2:40] Im alten Ägypten etwa 1850 vor Christus nutzten Frauen beispielsweise Mischungen
[2:47] aus Honig, Akazienfasern und Pflanzenextrakten, die sie in die Vagina einbrachten.
[2:54] Und diese frühen Methoden hatten tatsächlich teilweise eine gewisse Wirkung,
[2:58] weil einige von diesen genutzten Pflanzen natürliche Spermien-Hemmstoffe enthalten haben.
[3:04] Und auch im antiken Griechenland und Rom, da suchte man vor allem die Frau nach Lösungen.
[3:10] Zum Beispiel eine bekannte Pflanze war Silphium, die als eine Art natürliche
[3:17] Verhütung genutzt wurde.
[3:18] Sie war so begehrt, dass sie angeblich ausgestorben ist. Und also über viele
[3:23] Jahrhunderte blieb Verhütung eine unsichere, vage Sache.
[3:29] Sie war wenig erforscht und sie war im Sinne damals immer gesellschaftlich auch tabuisiert.
[3:36] Im 20. Jahrhundert kam dann der Game Changer, die echte Revolution.
[3:42] Die Einführung der Antibabypille in den 60ern.
[3:45] Zum ersten Mal konnten Frauen ihre Fruchtbarkeit relativ zuverlässig selbst
[3:50] kontrollieren. Also der Wendepunkt, würde ich sagen.
[3:53] Ja, also das hat nicht nur die Medizin, natürlich auch die Gesellschaft massiv verändert.
[3:58] Also Frauen konnten Ausbildung, Karriere, Familienplanung selber stärker bestimmen
[4:04] und ja, es war nicht mehr so eine unsichere Komponente.
[4:09] Und übrigens ab 1961 durften erstmals Apotheken, damals in Westdeutschland,
[4:17] die Antibabypille verkaufen, aber nicht an alle Frauen.
[4:20] Damals hat die Bundesregierung festgelegt, dass sie zunächst nur auf Rezept
[4:24] und nur für verheiratete Mütter zu haben war.
[4:28] Das ist auch interessant, was sich da inzwischen getan hat.
[4:31] Und doch, obwohl die Pille lange als der Goldstandard der Verhütung galt,
[4:36] hat sich inzwischen, muss man ganz klar sagen, ich denke auch zum Glück,
[4:41] ja die Perspektive von Verhütung in den letzten Jahren massiv verändert.
[4:46] Und viele Frauen fragen sich auch zum Glück heute mehr und selbstbewusst,
[4:51] welche Methode passt wirklich zu meinem Körper und meiner Gesundheit.
[4:55] Also der Trend geht wirklich weg von diesem One-Size-Fits-All und juhu,
[5:01] ich schluck die Pille hin zu einer individuellen gesünderen Verhütung.
[5:06] Das war in meiner Jeunesse noch anders. Da galt also wirklich eher die Pille als Standard.
[5:12] Oder Pille, auch wenn Leute Akne hatten, wurde auch immer sehr großzügig.
[5:18] Na, dann nimm doch die Pille und dann tut die Regel nicht so schlimm weh.
[5:21] Das sind alles Argumente, aber wir kommen jetzt noch zu den ganzen Pros und Cons.
[5:29] Ja, die Pille wurde damals auch bei mir in meiner Jugend auch einfach wahnsinnig
[5:33] schnell und sofort verschrieben. Also das hat beim Arzt keine Viertelstunde
[5:37] gedauert, da war man da wieder draußen und hatte das Rezept in der Hand. Und das ist schon, ja...
[5:42] Es ist sehr krass gewesen, wie schnell das ging. Jetzt im Nachhinein.
[5:45] Damals war ich froh, weil das einfach flott ging. Und Frauenarztbesuch war ja auch nichts Schönes.
[5:49] Muss man ja auch dazu sagen, wenn man so als junges Mädchen da zum ersten Mal so hingeht.
[5:53] Und ja, deswegen, also das war mit Abstand betrachtet, ist das jetzt nicht mehr
[5:57] so cool. Aber so war es halt damals.
[6:00] Ja, und genauso wird man in 50 Jahren auf das, was wir heute wissen,
[6:04] zurückblicken und so nach interessant.
[6:08] Trotzdem denke ich, es gibt so ein paar bestimmte zeitlose Dinge,
[6:12] die sich wirklich bewahrheiten werden,
[6:15] obwohl Wissenschaft ja auch immer ein Streit von Argumenten ist und es eigentlich
[6:19] das Gewissen jedes guten Wissenschaftlers sein muss, sich ständig zu hinterfragen.
[6:26] Dann hinterfragen wir doch jetzt auch mal noch die Antibabypille.
[6:29] Wir gucken uns jetzt aber die wichtigsten Verhütungsmethoden alle an.
[6:33] Da gibt es übrigens den sogenannten Pearl-Index, das sei vorhergesagt,
[6:37] wie sicher ein Verhütungsmittel ist. Beispiel, wenn 100 Frauen ein Jahr lang
[6:42] dieselbe Methode nutzen und eine ungewollt schwanger wird, dann liegt der Pearl-Index bei 1.
[6:48] Das entspricht etwa 99% Schutz.
[6:51] Also je niedriger der Index, desto sicherer soll die Verhütungsmethode sein,
[6:55] weil wir da gleich öfter noch drauf kommen werden.
[6:58] Dann nehmen wir die hormonelle Verhütung, die Anti-Baby-Pille.
[7:01] Erklär uns die mal näher, was passiert da genau?
[7:04] Genau, also sie ist die bekannteste, aber nicht die beliebteste.
[7:08] Das hat sich total verändert.
[7:10] Also haben im Jahr 2011 noch mehr als die Hälfte von befragten Frauen auf die
[7:15] Pille gesetzt, waren es zuletzt nur noch 38 Prozent.
[7:19] Also stattdessen wird jetzt das Kondom immer beliebter. Und das liegt einfach
[7:23] daran, die Pille enthält synthetische Hormone, meist ja eine Kombination aus
[7:29] Östrogen und Gästergen oder nur Gästergen, das nennt man dann die Minipille.
[7:33] Diese Hormone verändern den Schleim am Gebärmutterhals und unterdrücken den Eisprung.
[7:39] Und man muss auch sagen, bei korrekter Anwendung, also jetzt nicht,
[7:43] wenn man Durchfall hat und dann ein bisschen was flöten geht.
[7:47] Dann liegt die Sicherheit bei über 99 Prozent und trotzdem entscheiden sich
[7:53] immer mehr Frauen bewusst dagegen.
[7:55] Einfach auch, weil man wirklich weiß aus Erfahrung und aus der Studienlage,
[8:00] es kommt zu Stimmungsschwankungen, Libidoverlust,
[8:03] auch das Thrombose-Risiko kann signifikant erhöht sein, vor allem wenn man auch
[8:08] eine unerkannte Störung der Gerinnung hat.
[8:12] Das gibt es ja auch angeborene Dinge wie Protein-C, Protein-S-Mangel,
[8:18] das nicht zu wissen und dann parallel zu rauchen.
[8:23] Es gibt dann einfach auch wirklich ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und
[8:27] Thrombose und auch dieses bessere Körpergefühl einfach zu hinterfragen,
[8:34] will ich jetzt immer extrem in den natürlichen Zyklus eingreifen.
[8:38] Und nochmal zur Einschätzung dieses Thromboserisikos, hier muss man sagen,
[8:43] ab dem Alter 35 ist es so eine magische Zahl, wo man wirklich sagen muss,
[8:49] dass das Thromboserisiko durch Östrogen spürbar ansteigt.
[8:54] Und es gibt ja auch das Problem bei der Pille, wenn man dann Magen-Darm-Infekte
[8:57] und Durchfall hat, dann ist die Wirkung ja auch nochmal durch andere Medikamente beeinflusst.
[9:04] Das ist ja auch so ein Punkt, den man nicht vergessen darf. Absolut.
[9:07] Neben der klassischen Pille gibt es weitere hormonelle Methoden,
[9:10] sogenannte Verhütungspflaster und den Hormonring.
[9:14] Genau, also beide, wenn man jetzt nur auf die Sicherheit schielt,
[9:18] haben vergleichbare Sicherheiten wie die Pille, der Ring und das Pflaster.
[9:22] Die geben die Hormone kontinuierlich ab und vermeiden so die Einnahmefehler.
[9:28] Und bei der Hormonspirale wird lokal Gästagen freigesetzt.
[9:34] Die wirkt so etwa drei bis acht Jahre und die reduziert auch oft sehr starke Regelblutungen.
[9:39] Das ist also dann für viele Frauen ein Vorteil. Und dann gibt es auch noch Hormonstäbchen
[9:45] und 3-Monats-Spritzen, die gelten ebenfalls als sehr sicher in der Verhütung
[9:51] und erfordern jetzt keinen täglichen Aufwand.
[9:55] Also beide geben ausschließlich das Hormon Gestagenhab und Vorteil ist hier,
[10:00] dass die Frauen im Alter jetzt keinen großen Aufwand haben, dass auch der sogenannte
[10:05] Pearl-Index sehr niedrig ist.
[10:06] Der Nachteil ist, der Zyklus kann unregelmäßig werden und bei der Spritze kann
[10:11] im Fall einer Unverträglichkeit nicht kurzfristig darauf reagiert werden.
[10:17] Was man sagen muss, die Methoden haben den Vorteil, dass man jetzt nicht täglich
[10:21] dran denken muss, aber es sind wieder Hormone, die dem Körper zugefügt werden
[10:27] mit allen Bedenken, Risiken,
[10:32] Argumenten dafür und dagegen, die man abwägen sollte.
[10:36] Es gibt noch viele, viele andere Verhütungsmethoden, auch für Männer.
[10:40] Auf die kommen wir natürlich gleich noch. Aber erst mal die Frage,
[10:43] wie verändert denn die hormonelle Verhütung unseren Bedarf an Nährstoffen?
[10:48] Sind das auch so Nährstoffräuber?
[10:50] Absolut, absolut. Und da denke ich mir immer, meine Güte, das ist ja etwas,
[10:54] was vor 20, 30 Jahren noch kaum bedacht wurde.
[10:58] Aber auch noch, denke ich mir, heute nicht die Regel ist, dass man einfach das
[11:03] unmittelbar in das Aufklärungsgespräch mit einbaut, wenn jemand sich für die
[11:08] Pille entscheidet, das Rezept über den Tisch geht,
[11:12] dass da wirklich ganz klar Nährstoffe geräubert werden.
[11:16] Vor allen Dingen, weil die Pille als orale Medikation einen starken Leber-Pathway hat.
[11:25] Und die Leber ist ja auch quasi unser Nährstoff-Bunker.
[11:29] Die ist ja Langkorn-Darm der Entgiftung, aber auch Langkorn-Darm des Stoffwechsels.
[11:35] Und deswegen muss man hier auch ganz klar sagen, das scheidet die Hormonspirale
[11:40] besser als die Pille ab, weil da dieser Pathway im Körper die hormonelle Wirkung
[11:45] nicht so systemisch ist.
[11:47] Und weil die Pille auf die Leberenzyme wirkt, weil sie auf Transportproteine
[11:52] und antioxidative Systeme wirkt, kann sie langfristig den Bedarf an Vitaminen
[11:58] und Mineralstoffen sogar deutlich erhöhen.
[12:01] Also vor allen Dingen an Folsäure.
[12:04] Vitamin B2, B6, B12, Vitamin D,
[12:09] Zink, Selen und Magnesium, das sind alles Bausteine, die wir für die Energie,
[12:15] die Arbeit der Mitochondrien, für die Regeneration,
[12:19] für die Entgiftung und für das hormonelle Ausgeglichensein brauchen.
[12:24] Und Studien, teils auch in Form von sehr großen Meta-Analysen,
[12:29] also sehr umfassende Datenmengen, zeigen signifikant, dass die Einnahme oraler
[12:35] Kontrazeptiver, also der Pille.
[12:38] Mit signifikant niedrigen Konzentrationen zum Beispiel von Folsäure einhergeht.
[12:44] Also, und das ist jetzt ganz, ganz wichtig, wer schwanger werden möchte oder
[12:48] auch eine komplikationsfreie Schwangerschaft erleben möchte,
[12:51] muss auf eine ausreichende Folsäureversorgung achten.
[12:56] Und da ist auch nochmal ein ganz großes Warnsignal.
[12:58] Bei Folsäuresupplementation muss man auf die aktivierte Folsäure achten.
[13:04] Es reicht nicht, eine normale Folsäure einzunehmen.
[13:08] Und was mich auch sehr berührt hat, ich kenne Fälle, wo trotz einer Folsäuresubstitution
[13:16] in der Schwangerschaft es zu Neuralrohrdefekten beim Kind gekommen ist,
[13:23] sodass ich mir natürlich die Frage stelle, woran lag das?
[13:27] Lag das daran, dass einfach schon durch eine langjährige Einnahme einer Pille
[13:32] einfach der Bedarf an Folsäure so hoch war, die Speicher so rapide leer waren,
[13:39] dass es in dieser Frühschwangerschaft so eine Mangelsituation gab?
[13:42] Oder ist die Folsäurezufuhr zu spät erfolgt?
[13:45] War die Präparatezufuhr mangelhaft? Oder war es ein Präparat nur mit Folsäure
[13:50] und nicht aktivierter Folsäure?
[13:51] Vielleicht kommen da auch viele, viele Dinge zusammen, aber das sollte man dringend
[13:56] beachten und deswegen bin ich auch ein großer Fan,
[13:58] gerade junge Frauen auf dem Weg in den Kinderwunsch zu ermutigen und zu begleiten,
[14:06] weil hier kann man so viel Gesundheit für sich selbst und für das werdende Kind schaffen,
[14:13] wenn man einfach schon in der Phase, wenn man schwanger werden will,
[14:17] mal hinterfragt, wie ist meine Nährstoffversorgung?
[14:19] Ein guter Omega-3-Spiegel schützt auch vor einer Schwangerschaftsdepressionen.
[14:25] Das sind alles wichtige, wichtige Argumente. Und wenn man mit einem guten Selenspiegel,
[14:31] gutem Jod, Eisenspiegel, Vitamin D, B-Vitamin, Folsäure, Zink etc.
[14:38] Ins Rennen geht, sorry wenn ich jetzt was gedoppelt gesagt habe,
[14:41] es ist einfach so doppelt wichtig, dann wird man auch ganz anders quasi das
[14:47] Willkommenshaus für so einen kleinen neuen Menschen sein.
[14:51] Ja, sehr schön. Ganz wichtiger Punkt.
[14:54] Und was natürlich auch wichtig ist, auch andere Nährstoffe wie Vitamin K,
[15:00] A, Kupfer spielen da auch eine Rolle.
[15:04] Also zum Beispiel je nachdem wie hoch der Zinklevel ist, das hängt mit dem Kupfer zusammen.
[15:08] Deswegen ist es ja auch so wichtig, dass Menschen, die Nahrungsergänzungen nehmen,
[15:13] überhaupt wissen, was sie da tun, wenn sie unkontrolliert und unbedacht,
[15:19] ja, viel muss nicht immer viel helfen.
[15:22] Man muss wissen, was man tut und wie auch was wirkt. Nur mal so,
[15:25] by the way, Zink wirkt auf die Blutgerinnung.
[15:28] Also wer ein erhöhtes Thromboserisiko hat, der sollte auch schauen, wie er Zink dosiert.
[15:36] Also das kann man mal ein paar Tage höher dosieren beim grippalen Infekt,
[15:40] würde ich auch immer machen.
[15:41] Aber das muss man einfach wissen und deswegen bin ich auch ein großer Fan davon,
[15:47] Dinge zu messen, Dinge zu machen und dann nochmal Dinge zu messen,
[15:51] um wirklich die Menschen optimal versorgt zu wissen.
[15:57] Jetzt war das die orale Einnahme von hormoneller Verhütung, also sprich von der Pille.
[16:02] Wie sieht es denn aus mit denen, die wir in den Körper einführen oder die Mittel,
[16:08] die nicht durch den Magen gehen?
[16:10] Also es gibt ja die nicht-orale hormonelle Methode, zum Beispiel die Hormonspirale, Hormonringplaster.
[16:17] Da ist die Datenlage zur Mikronährstoffversorgung, muss man ganz klar sagen,
[16:21] deutlich begrenzter. Es gibt da so eine eher aktuellere systematische Übersichtsarbeit.
[16:27] Da hat man jetzt mal die Ernährung auch betrachtet und fand,
[16:32] dass die Nutzerinnen von diesen nicht-oralen Methoden im Mittel einen höheren
[16:40] Hämoglobinwert hatten als die Frauen,
[16:44] die die Pille anwendeten und vermutlich auch wegen einer geringeren Menstruationsblutung.
[16:49] Insgesamt, muss ich aber sagen, fanden sich nur wenige konsistent belegbare
[16:54] Effekte von der hormonellen Verhütung auf klassische Ernährungsoutcomes,
[17:00] also wie Body Mass Index oder andere Nährstoffmarker.
[17:04] Man muss sagen, die.
[17:08] Die Forschungsgruppe bewertet die Evidenzqualität dieser Arbeit eher als mittel- bis niedrig.
[17:15] Und wie merke ich das, wenn ich einen Nährstoffmangel durch Verhütungsmittel
[17:19] habe? Welche Symptome sind das?
[17:22] Also man kann das natürlich nie immer spezifisch zuordnen.
[17:26] Aber was man schon sagen kann, ein B-Vitaminmangel macht extrem oft müde.
[17:30] Auch in Eisenmangel, Leistungsabfall, Blässe, Schwindel, Kopfschmerzen,
[17:37] Infektanfälligkeit, Kurzatmigkeit bei Belastung.
[17:41] Das hat man oft bei Folsorgemangel, also Vitamin B9 und B12 Mangel.
[17:46] Bei B6 und anderen B-Vitaminen ist man auch manchmal reizbar,
[17:51] die Stimmung schwankt, man ist depressiv, die Konzentrationsprobleme nehmen zu.
[17:57] Also kann auch einfach nur eine depressive Verstimmung sein,
[18:01] angemerkt Schlafstörungen.
[18:03] Häufig hat man auch eine brennende Zunge, auch bei B12 oder eingerissene Mundwinkel.
[18:10] Und auch möglich bei Magnesium- und Zinkmangel sind ganz oft Muskelkrämpfe nachts
[18:15] in den Baden, Muskelzuckungen am Auge, Spannungskopfschmerzen bei Migräne oder
[18:22] sich innerlich unruhig fühlen.
[18:24] Der Schlaf kann schlechter sein und man ist insgesamt nicht so stressresistent.
[18:30] Oft bei Zinkmangel sieht man manchmal so kleine weiße Fleckchen an den Nägeln.
[18:35] Das führt jetzt nicht zu einem Symptom, was einen nervt, aber oft hat man dann
[18:40] auch eine schlechtere Wundheilung.
[18:42] Oder man steckt den Infekt, den die Kollegin im Büro hat, schlechter weg,
[18:48] wenn man in sich einfängt. Die Haut ist insgesamt trockener und neigt zu Rötungen
[18:54] und Entzündungen. Akne verschlechtert sich übrigens.
[18:57] Gruß an unsere Zuhörerin neulich, die Akne hatte und der B12-Einnahme kann natürlich
[19:04] auch noch einen Zinkmangel das Ganze dramatisieren.
[19:08] Und auch Haarausfall geht mit Zinkmangel und Eisenmangel einher.
[19:12] Und dann, ganz, ganz oft übersehen, ist der potenzielle Vitamin-C-Mangel.
[19:18] Auch der macht Infekt anfälliger, Wundheilung läuft langsamer, man ist müde.
[19:23] Und ganz typisch ist auch Zahnfleischbluten und dass man sehr leicht zu blauen Flecken neigt.
[19:30] Also wenn man sich die Zähne putzt und wirklich leicht da kleine Blutspuren
[19:36] sich auf der Zahnbürste finden, dann würde ich immer unbedingt mit dem Vitamin C in Dialog treten.
[19:46] Ja, sehr interessant. Also das ist immer wichtig. Und man sollte natürlich gucken,
[19:50] das muss jetzt nicht mit einem Nährstoffmangel zusammenhängen.
[19:55] Es ist auch immer nah zu bedenken, wie ist die Zeitachse, wie ist die zeitliche Entwicklung.
[20:00] Also haben sich die Symptome wirklich unter der Einnahme der Pille verstärkt oder nicht.
[20:04] Es muss ja nicht zwingend an der Pille liegen, aber es riecht schon ein bisschen danach.
[20:09] Wenn wir hormonell verhüten, es machen ja immer noch sehr viele Frauen,
[20:14] welche Lebensmittel sind dann gut für uns?
[20:16] Und sollte ich meine Werte vorher übers Blutbild nochmal abchecken lassen?
[20:20] Also wer es jetzt sehr, sehr modern und bewusst machen will,
[20:25] dem würde ich empfehlen, vor Einnahme der hormonellen Verhütungsmittel Blutwerte
[20:31] checken zu lassen auf die genannten Nährstoffe,
[20:34] die ich eben nannte, vor allem die B-Vitamine,
[20:36] aber auch Zink unbedingt prüfen lassen und würde auch Magnesium checken und Omega-3.
[20:45] Je nachdem, wie die Werte sind, natürlich erstmal auch über die Ernährung arbeiten.
[20:50] Vitamin B-reiche Lebensmittel sind zum Beispiel grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Eier,
[20:56] Vollkornprodukte, wer mag Fisch, Geflügel, Magnesiumquellen,
[21:01] Nüsse, Kerne, Samen, Cashewkerne zum Beispiel.
[21:05] Hülsenfrüchte sind auch hier ganz gut oder Haferflocken. Ich persönlich liebe
[21:10] einen heißen Kakao, also mein Kakauchen. Mit dem Backkakao, muss man dazu sagen, der dunkle.
[21:17] Richtig, mit dunklem Rohkakao, einfach mit Wasser aufgießen und einem schönen
[21:21] Milchersatz. Ich finde, das schmeckt wunderbar.
[21:24] Und das ist aus vielerlei Gründen ein echtes Longevity-Anti-Aging-Getränk und
[21:30] liefert mir aber auch eben das wichtige Magnesium.
[21:33] Ich nehme aber auch noch zusätzlich Magnesium als Ergänzung ein,
[21:37] aber ich liebe den Kakao sehr.
[21:40] Und Omega-3-Fettsäuren würde ich immer ergänzen. Jahr auch über Walnüsse,
[21:45] Leinsamen, Chiasamen, der Mark fetter Fisch und über ein hochwertiges,
[21:50] frisch gepresstes Algenöl.
[21:53] Und auch Antioxidantien, also zum Beispiel Beeren, buntes Gemüse,
[21:59] Kräuter, einfach hier die Ernährung nicht vernachlässigen.
[22:04] Wir haben jetzt über die Statistiken schon herausgefunden, dass immer mehr junge
[22:09] Frauen sagen, nö, keine Hormone mehr, keine Pille mehr.
[22:13] Deshalb kommen wir jetzt noch zu den hormonfreien Verhütungsalternativen.
[22:17] Die bekannteste ist die Kupferspirale oder Kupferkette.
[22:21] Wie funktionieren die? Also Kupfer ist interessant,
[22:25] es wirkt toxisch auf die Spermien und verhindert so die Befruchtung der Eizelle
[22:30] und gleichzeitig verändert es die Gebärmünterschleimhaut, sodass sich die befruchtete
[22:36] Eizelle nicht mehr richtig gut einnisten kann.
[22:39] Und diese Methode kann je nach Modell drei bis fünf Jahre wirken.
[22:44] Sie hat den Vorteil, dass sie den natürlichen Zyklus nicht beeinflusst.
[22:48] Allerdings berichten einige Frauen über doch stärkere und schmerzhaftere Menstruationen.
[22:54] Und wenn man sich jetzt fragt, für wen ist das geeignet, dann könnte man sagen,
[22:58] sie ist geeignet vor allem für Frauen ab 50,
[23:01] da sie tatsächlich immer noch schwanger werden können und durch eine hormonelle
[23:06] Verhütung die Thrombosegefahr einfach nochmal ansteigt.
[23:10] Und dann gibt es natürlich auch noch die Sterilisation.
[23:15] Da liegt der Pearl Index bei 0,1 bis 0,3. Sie ist also eine sehr sichere Methode
[23:22] und wird genutzt, wenn der Kinderwunsch definitiv abgeschlossen ist.
[23:25] Ist aber auch eine sehr invasive Form.
[23:29] Ist ja einfach nicht so gemacht.
[23:32] Dann haben wir noch die sogenannte Barriere-Methode, besser bekannt.
[23:37] Die Mauer. Die Mauer, ja, besser bekannt als Kondom.
[23:42] Ja, also das hat natürlich einen großen Vorteil.
[23:45] Es schützt nicht nur vor Schwangerschaft, sondern auch für sexuell übertragbaren Infektionen.
[23:51] Hier muss ich aber auch sagen, ich würde da nicht nur die klassischen Geschlechtskrankheiten
[24:00] nennen wollen, wie Syphilis,
[24:02] die finde ich, und das finde ich absolut gruselig, auf sowas von einem Vormarsch ist.
[24:08] Die ist ja so ansteckend, dass so viele Hautärzte, früher hat man da ja auch
[24:13] noch so am Finger, mit dem Finger an bestimmten Wunden gekratzt,
[24:17] dass man da, also man war ja so schnell selber angesteckt.
[24:21] Und die Syphilis fällt ja auch zum Beispiel gar nicht oft gleich auf.
[24:27] Manche merken das erst 20 Jahre später.
[24:29] Da kommst du dann im Endstadium zu gummiartigen Klumpen im Gehirn. Also gruselig.
[24:36] Ja, ne, wirklich katastrophal.
[24:38] Und was ich so spannend finde, ist, ich denke, man schützt sich vielleicht auch
[24:43] vor vielen anderen Erkrankungen.
[24:46] Das wird natürlich nicht so leicht untersucht. Aber wer sagt uns denn nicht
[24:49] nur mal ein Beispiel? Bei Hunden wird meines Wissens zum Beispiel eine Erkrankung,
[24:54] die Barbesiose, das ist auch eine durch Zecken übertragene Erkrankung,
[24:58] auch ist in den Spermien von Hunden nachweisbar.
[25:01] Ich unterhalte mich ja wahnsinnig gerne mit meinen tierärztlichen Kollegen und
[25:06] Kolleginnen und weil ich denke, es macht doch total Sinn, sich da mal auszutauschen.
[25:12] Nur weil der Hund das hat oder die Katze. Ich meine, Katzen sind Toxoplasmose-Deluxe-Überträger.
[25:17] 60 Prozent der Deutschen hatten Toxoplasmose.
[25:20] Ohne es zu wissen, kann man auch sehr alt mit werden, jetzt nicht in die Panik gehen.
[25:26] Aber wer sagt uns denn nicht, dass wir uns mit einem Kondom noch vor ganz anderen Sachen schützen?
[25:33] Deswegen würde ich das immer empfehlen, es sei denn, man sagt,
[25:37] jetzt würde ich gerne mit diesem zauberhaften Menschen mich vergrößern wollen.
[25:43] Deswegen finde ich das wichtiger denn je.
[25:47] Und es wird auch beliebter. Also mittlerweile nutzen es etwa 53 Prozent und
[25:54] vor 20 Jahren waren es nur 36 Prozent der Menschen mit Geschlechtsverkehr.
[25:59] Man muss aber sagen, das finde ich auch wichtig zu sagen, dass man beim Kondomkauf
[26:05] auch mal daneben liegen kann. Oh mein Gott, ja, sowas von.
[26:09] Schick die Männer nicht los, um Kondome zu kaufen. Aber das ist aber wirklich in der Tat ein Thema.
[26:15] Wenn die Größe nicht sitzt, dann ist es nicht nur Genuss schmälern,
[26:21] sondern auch potenziell nicht die beste Methode der Verhütung.
[26:26] Und das sogenannte Femindom, ich finde den Namen sehr trollig,
[26:29] aber den hatten wir eben schon mal in den Mythen angesprochen,
[26:33] da liegt der Pearl Index auch wirklich nicht sehr gut, sondern nur bei 5 bis 25 Jahren.
[26:40] Es sind sogar 82,4 Prozent der Männer, die ihr bestes Stück in zu große oder
[26:45] in zu kleine Kondome packen. Das muss man sich mal vorstellen.
[26:48] Ja, ja. Und deswegen liegt, glaube ich, auch der Pearl-Index nicht so gut, bei 9 bis 20.
[26:54] Richtig. Ich finde das überhaupt keine gute Zahl. Nee, das ist keine gute Zahl.
[26:57] Insofern ist das jetzt nicht die Verhütungsmethode, um eine nicht gewollte Schwangerschaft
[27:04] zu verhindern, Sondern es ist dann wahrscheinlich noch besser,
[27:08] um sich nicht irgendwas anderes einzufangen.
[27:11] Aber ähnlich auch wie beim Femidom, dem Quasikondom für die Frau.
[27:17] Es hat einen ähnlich schlechten Pearl Index.
[27:21] Wahrscheinlich dann auch wie hier ein Anwendungsfehler.
[27:25] Und dann haben wir noch natürlich die anderen Barrieren, wie das Diaphragma
[27:29] oder die sogenannte Portiokappe.
[27:32] Das sind die Barrieren, die vor dem Geschlechtsverkehr von der Frau eingesetzt
[27:37] werden und die mechanisch verhindern, dass die Spermien in die Gebärmutter hochkrabbeln.
[27:42] Die werden auch häufig mit einem Spermizid, also Samenzellen abtötenden Cremes oder Gelen, verwendet.
[27:49] Und was man sagen kann, von Vorteil ist, dass diese Verhütungsmittel einfach
[27:54] nur bei Bedarf in den Körper kommen.
[27:56] Der Nachteil ist aber auch zu nennen, denn sie richtig anzuwenden,
[28:02] sie richtig auszuwählen und einzusetzen, erfordert eben eine gewisse Akribieübung
[28:07] und auch einen gewissen Aufwand.
[28:10] Spontaner Sex ist da nicht so wahrscheinlich. Das wäre eine schöne Woody Allen-Filmszene.
[28:18] Ich finde ja Woody Allen ziemlich großartig und seine Filme.
[28:22] Ja, das muss man dazu sagen. Also es ist nicht ganz so einfach, ja.
[28:29] Und auch hier liegt der Pearl-Index tatsächlich zwischen 1 und 20.
[28:34] Also eine sehr große Range auch wieder.
[28:36] Und naja, eigentlich auch nicht so wirklich sicher.
[28:39] Genau, genau. Dann gibt es ja noch die natürlichen Methoden der Familienplanung
[28:44] beziehungsweise Verhütung.
[28:45] Das sind die sogenannten Fertility-Awareness-basierten Methoden, abgekürzt mit F-A-B-M.
[28:52] Da war übrigens Beate Use.
[28:54] 1946 eine der ersten mit ihrer Schrift X, in der sie beschreibt,
[28:59] wie Frau ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage berechnen kann.
[29:03] Das beruht auf der Knaus-Ogina-Methode.
[29:06] Erklär uns das doch bitte nochmal etwas genauer. Das ist auch interessant.
[29:09] Hier beobachten die Frauen ihren Zyklus wirklich sehr genau.
[29:13] Also zum Beispiel über die Messung der Basaltemperatur, über Cervix-Schleim
[29:18] oder auch über moderne Zyklus-Apps.
[29:20] Und das Ziel ist es dabei, die fruchtbaren Tage gezielt zu erkennen und entsprechend
[29:27] des Kinderwunsches oder eben
[29:29] nicht in dieser Phase entweder zu verhüten oder auf Sex zu verzichten.
[29:33] Man könnte aber auch umgekehrt sagen, ich nutze diese Methode, um ein Kind zu zeugen.
[29:38] Ja, gibt es ja genauso die umgekehrte Variante.
[29:41] Und bei korrekter Anwendung kann diese Methode sogar erstaunlich zuverlässig sein.
[29:47] Das reicht jetzt von klassischem Kalenderrechnen bis zur sogenannten Symptothermalmethode, STM abgekürzt,
[29:56] bei der täglich bestenfalls zu einer ganz festen Uhrzeit morgens die Körpertemperatur
[30:03] gemessen wird und auch die Konsistenz des Cervixschleimens beobachtet wird.
[30:08] Und das wird oft ergänzt durch Zyklus-Apps, die einen dann auch gezielt führen,
[30:14] dass man auch in der Beurteilung der Temperatur etc.
[30:17] Eine gewisse Sicherheit hat. Und was ich auch spannend finde,
[30:22] wird diese symptomale Methode, also die Beobachtung der Temperatur und die Beobachtung
[30:28] der Symptome des Cervix-Schleims,
[30:31] Sehr sorgfältig, akribisch angewandt, dann liegt ihr Perl-Index immerhin bei 0,4 bis 2.
[30:38] Aber es kommt auch hier schneller zu Ungeneuigkeiten und damit zu höherer Unsicherheit.
[30:45] Also wenn man da mal irgendwie unterwegs ist oder schläft ein bisschen länger,
[30:50] eine andere Uhrzeit beim Aufwachen, beim Messen.
[30:53] Also wenn man sich ausschließlich darauf verlässt, dieses reine Kalenderrechnen
[30:58] gilt eher als unsichere Methode.
[31:00] Aber man kann es natürlich zusätzlich gut in die Spur bringen und es hat den Vorteil,
[31:08] es ist eine natürliche Verhütungshilfe und auch eine erhöhte Aufmerksamkeit
[31:14] für den eigenen Körper und kann auf die Zufuhr von Hormone in dem Fall verzichten.
[31:21] Allerdings, es gehört wirklich viel Wissen dazu, viel Einschätzung zum eigenen
[31:26] Körper und auch eine Konsequenz und auch ein sehr regelmäßiger Lebensrhythmus.
[31:32] Also wenn jetzt jemand einen riesigen, unregelmäßigen Rhythmus hat,
[31:36] Schichtarbeiterinnen oder eine Stewardess oder wenn ich an meine Zeit leitend
[31:41] ärztlich tätig damals in einer universitären Notaufnahme denke mit zwölf Nachtschichten
[31:47] im Monat und Wochenenden.
[31:48] Und das macht es dann schwierig.
[31:52] Also du kannst dich in der Notaufnahme
[31:54] Menschenleben retten und zeitgleich dann die Temperatur messen.
[32:00] Also das muss man einfach auch sehen. Und was ich aber in unserer ganzen Diskussion
[32:06] und auch an dieser Folge und diesem Thema wirklich gut als Thema finde, dass es jetzt ein...
[32:13] Eine Trendwende gibt, dass viele Frauen, auch Männer,
[32:17] viel mehr über sich ihren Körper lernen wollen, auch den Zyklus besser verstehen
[32:22] wollen und einfach nicht nur alles abwürgen oder einfach mal alles auf Eis legen,
[32:27] nur weil man jetzt mal schnell eine hormonelle Verhütung machen kann.
[32:32] Und das passt auch zum aktuell großen Wandel in der Medizin.
[32:36] Und ich finde es toll, weil jetzt bekommt auch die Frauengesundheit eine gute
[32:42] Aufmerksamkeit, dass man auch in den Symptomen von Krankheiten mehr auf die Geschlechter achtet.
[32:49] Welche Symptome, Herzinfarkt sind bei Frauen ganz anders teilweise als bei Männern.
[32:54] Und heute weiß man, wie unterschiedlich das ist. Deswegen ist es so wichtig,
[32:59] personalisiert zu denken.
[33:01] Und individuell. Und das ist eigentlich das Zauberwort der modernen Medizin,
[33:07] eine personalisierte Präzisionsmedizin.
[33:10] Das gilt von der Verhütung bis zur Vorsorge der Fettleber, bis zur Vorsorge von Demenz.
[33:17] Und das ist eigentlich die Zukunft der Medizin. Dann bleiben wir doch mal da
[33:22] und werfen den Blick noch weiter in die Zukunft.
[33:24] Könnte und sollte sich die Verhütungslandschaft tatsächlich noch weiter verändern?
[33:29] Es wird zum Beispiel weiter intensiv an hormonfreien Verhütungsmethoden geforscht
[33:33] und auch an weiteren Verhütungsmitteln für Männer.
[33:37] Und jetzt wird es nochmal richtig interessant. Ja, das ist ein spannendes Feld.
[33:41] Das naheliegendste ist bei den Männern neben dem Benutzen von Kondomen die sogenannte Vasektomie.
[33:48] Die Männer in Deutschland sind hier noch eher zurückhaltend.
[33:51] Hier ist eher so eine 3%-Rate bekannt.
[33:55] Andere Länder sind da anders. Zum Beispiel Großbritannien spricht man von bis
[34:00] zu 19%. Die Kosten sind in Deutschland selbst zu tragen.
[34:04] Die Kosten so zwischen 400, 700, 800 Euro. Also es gibt bei der Recherche auffällig
[34:11] ein paar hormonfreie Möglichkeiten, die über Wärme funktionieren.
[34:15] Man muss sagen, es ist anwendbar, aber nicht offiziell zugelassen.
[34:19] Also in dem Fall ein Silikonring, der über Penishoden gedrückt wird und der
[34:25] dann durch den Körperkontakt warm wird und dadurch die Spermienproduktion reduziert.
[34:31] Und schon nur zwei Grad Temperaturunterschied macht die Spermien schlechter.
[34:36] Wahrscheinlich auch in ihrer Bewegungsgeschwindigkeit.
[34:40] Das klingt jetzt lustig, aber es gibt in der Tat auch beheizbare Unterhosen,
[34:44] Wärmepads, die den gleichen Effekt haben sollen.
[34:47] Es wird aber wirklich noch diskutiert und gestritten, ab wann denn das als sichere Methode gilt.
[34:55] Denn ich meine, ein einziges Sperma reicht schon für eine Schwangerschaft.
[35:00] Insofern finde ich diese Methode...
[35:03] Glaube ich, eher ein bisschen zweifelhaft und außerdem schützt sie auch nicht
[35:07] von Geschlechtskrankheiten.
[35:08] Aber der Vollständigkeit halber haben wir gesagt, wir gucken,
[35:13] was alles zu dem Thema zu holen ist, erzählen wir das.
[35:17] Und es gibt immer mehr Projekte, die auch Verhütung für Männer zur Sache machen.
[35:23] Und aber viele Forschungsprojekte drohen da immer wieder einzuschlafen,
[35:27] weil auch hier Geld fehlt aus verschiedensten Quellen, Ob vom Bund, von der Industrie.
[35:33] Es gab mal eine große Studie vor knapp 20 Jahren, der WHO mit der Pille für den Mann.
[35:40] Da haben rund 400 Männer aus acht Ländern mitgemacht. Die haben keine Pille
[35:45] bekommen, sondern alle acht Wochen eine Verhütungsspritze hormonell,
[35:50] die die Spermienproduktion verhindert.
[35:52] Jetzt vom Ergebnis, die Wirkung war ziemlich gut.
[35:57] Es wurde auch gut relativ vertragen, aber die Studie wurde 2011 beendet,
[36:01] da 10 Prozent der Gesamtbeteiligten über zu viele Nebenwirkungen klagten,
[36:07] also starke Stimmungsschwankungen, gestörte Libido etc.
[36:11] Also die Studie wurde nicht abgebrochen, weil sich die 10 Prozent beklagten.
[36:15] Sondern weil die WHO damals gesagt hat, mit den Nebenwirkungen ist das Projekt
[36:21] irgendwie nicht tragbar. Das ist doch irre, oder?
[36:24] Ja, weil genau die gleichen Nebenwirkungen
[36:26] haben wir Frauen bei der Pille auch und da ist es in Ordnung.
[36:29] Also in Anführungsstrichen in Ordnung. Das gibt es doch nicht.
[36:32] Über sowas kann ich mich aufregen, Anne.
[36:35] Ja, nee, ich glaube, das zeigt einfach, dass man da auch noch viel mehr Bewusstsein schaffen muss.
[36:42] Das einfach auch, ich glaube, das hängt ja nicht nur mit der Pille zusammen.
[36:45] Das geht ja jetzt auch vielleicht in Medikamente in andere Richtungen,
[36:50] ob das Statine sind oder Protonenpumpen, Hämmer und so weiter.
[36:54] Alles, was lange und regelmäßig eingenommen wird, auch oft aus berechtigten
[36:59] Gründen, muss hinterfragt werden. Und ich muss sagen,
[37:04] Man hört von sehr vielen Frauen, wenn die auch länger die Pille genommen haben
[37:08] und dann die Pille absetzen und sie sagen auf einmal, ich habe ja so einen Zuwachs an Energie.
[37:16] Die Haut ist anders, die Konzentration ist anders.
[37:20] Also das ist schon ein massiver Eingriff.
[37:25] Und wir hatten ja hier im Podcast auch schon das Postpill-Syndrom.
[37:28] Das hatten wir auch in einer Sprechstunde mal erklärt.
[37:31] Also so ganz ohne ist das nicht, was wir unseren Körpern damit zumuten,
[37:33] mit der hormonellen Verhütung über die Pille. Richtig.
[37:38] Anne, ich dachte ja ganz lange, dass das Pendant zur Gynäkologie die Urologie sei. Ist es aber nicht.
[37:46] Klär mich mal auf, klär uns mal auf, bitte. Also es gibt da die Andrologie von
[37:52] Andros, griechisch der Mann.
[37:53] Die befasst sich mit den Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane.
[37:58] Da gibt es sehr selten Schwerpunktpraxen. Deswegen gibt es dann doch oft auch
[38:03] die Urologie-Praxis als Ansprechpartner.
[38:06] Ich glaube übrigens, dass das Thema auch Wechseljahre beim Mann,
[38:11] da sind die Männer, finde ich, noch auch im Nachteil.
[38:15] Da müsste noch viel mehr Aufmerksamkeit erfolgen, weil die haben genauso ihre
[38:21] Themen wie wir Frauen. Jetzt kommt auch da erstmal eine Aufmerksamkeit.
[38:27] Bei den Frauen ist schon viel mehr passiert.
[38:29] Da finde ich, muss eine Emanzipation in der männlichen Medizin sein.
[38:34] Und es ist wirklich so, dass Gesundheit sehr weiblich ist.
[38:38] Dass auch die Frauen eher die Männer dazu bringen, Mensch, geh doch mal in die
[38:43] Arztpraxis, lass doch mal das und das checken.
[38:46] Männer sind einfach Risiko anders unterwegs. Das liegt einfach wahrscheinlich
[38:52] wirklich in unseren natürlichen Charakteren oft, dass da Frauen noch anders sind.
[38:58] Aber das machen die Andrologen.
[39:01] Interessant. Dann kommen wir auch schon zum Ende.
[39:04] Abschließend, welches ist die beste und körperschonendste Verhütungsmethode?
[39:09] Und können wir das überhaupt so pauschal sagen? Nein, das kann man nicht so pauschal sagen.
[39:13] Die beste, die einzig wahre Verhütungsmethodik, die gibt es nicht,
[39:19] die wird es nicht geben und die gibt es auch in der Medizin nicht, die einzige Wahrheit.
[39:23] Entscheidend ist die jeweilige Lebenssituation.
[39:28] Also vor allen Dingen gibt es Vorerkrankungen, gibt es eine familiäre Vorbelastung
[39:32] mit Thrombosen, sind Kinder geplant.
[39:35] Kritisch wird es natürlich, wer oft wechselnde Sexualpartnerschaften hat.
[39:41] Vielleicht ist das auch so ein Umdenken, was man sich da unter Umständen so
[39:47] holen könnte, ohne dass wir hier den Spaß verderben.
[39:50] Sondern wir wollen einfach, dass Menschen gesund und mit Freude ihr Leben leben.
[39:56] Und moderne Verhütung bedeutet, eine Lösung, finde ich, zu finden,
[40:01] wo beide Partner sich Gedanken darum machen.
[40:05] Und das kann man ja in einem...
[40:08] In einem liebevollen Gespräch machen. Ich denke, so etwas kann auch eine Partnerschaft
[40:12] einfach sehr, sehr schön auf ein gutes neues Level heben. Und vertiefen.
[40:19] Und vertiefen, absolut. Also sind wir uns einig, die Verantwortung für Verhütung
[40:24] sollte stärker zwischen den Geschlechtern verteilt werden.
[40:27] Shared Responsibility liest man da immer wieder. Und so lange bleibt es vor
[40:32] allem ein Thema, das Frauen betrifft, zumindest medizinisch,
[40:35] gesellschaftlich und gesundheitlich. Aber ich finde, wir sind auf einem guten Weg. Absolut.
[40:39] Und genau deswegen ist ja die Aufklärung, die wir hier machen, so wichtig.
[40:43] Also je mehr wir über unseren Körper wissen, je mehr wir ihn auch schätzen,
[40:48] desto selbstbestimmter können wir auch Entscheidungen treffen.
[40:51] Ein schönes Schlusswort. Vielen Dank, Anne.
[40:54] In der nächsten Folge steht eine neue Folge zur Longevity an.
[40:58] Wir dröseln auf, warum unser Schlaf zu den wichtigsten Hebeln der Langlebigkeit zählt.
[41:04] Bewertet uns gerne dort, wo ihr uns hört, zum Beispiel auf RTL Plus.
[41:07] Und eure Fragen schickt ihr uns an podcast.docfleck.com. Bis nächste Woche.
[41:13] Macht was draus und viel Spaß bei allem, was ihr tut.
[41:19] Dr. Anne Fleck. Gesundheit und Ernährung.

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