# Eisen: Der unterschätzte Leistungsbooster

An episode of [Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1548655626), 12 May 2026, 46 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1740-dr-anne-fleck-gesundheit-und-ernahrung/243688-new-episode.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_6952232841964&awEpisodeId=243688

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## Transcript

[0:00] Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Haarausfall, brüchige Nägel,
[0:05] eingerissene Mundwinkel, Kurzatmigkeit bei Belastung.
[0:08] All das können Symptome für einen schlummernden Eisenmangel sein.
[0:14] Dr. Anne Fleck, Gesundheit und Ernährung.
[0:19] Eisenmangel ist der häufigste Mangel weltweit. Trotzdem wird er oft übersehen und gar nicht entdeckt.
[0:26] Auf vielfachen Wunsch gucken wir uns heute an, warum Eisen so wichtig ist,
[0:31] wer die Risikogruppen sind, welche Rolle Lactoferin spielt und was es für Alternativen gibt.
[0:38] Und wir, das bin ich, Dr. Anne Fleck, genannt DocFleck, Fachärztin für Innere
[0:43] Medizin und Rheumatologie und Ärztin für Präventiv- und Ernährungsmedizin.
[0:48] Und Kirsten Frintrop, Redakteurin und Co-Host dieses Podcasts.
[0:53] Eisen gehört zu den Metallen und ist eines der am häufigsten verbreiteten Elemente auf unserer Erde.
[0:59] Und es ist ein lebenswichtiges und essentielles Spurenelement. Warum?
[1:05] Also Eisen ist so verantwortlich für so, so viele Funktionen im Körper.
[1:11] Natürlich denkt man in erster Linie an Blutbildung und Transport von Sauerstoff
[1:16] im Körper, aber es ist wichtig für das Nervensystem,
[1:20] es unterstützt Muskeln und Gefäße, es ist wichtig fürs Immunsystem und es hat
[1:25] eine unglaubliche Wirkung im Bereich der Mitochondrien.
[1:32] Deswegen ist es auch so interessant, wenn wir auch nochmal gleich einschätzen,
[1:36] was sind Symptome des Eisenmangels wie Müdigkeit oder auch, dass man schlapper ist im Muskelsystem.
[1:44] Es hängt auch damit zusammen, Eisen wird gebraucht für Mitochondrien.
[1:49] Mitochondrien sind zum Beispiel in den Muskeln sehr stark vertreten und im Herzmuskel
[1:54] und in den Skeletmuskeln, aber auch im Haarfollikel.
[1:57] Das heißt, so viele Symptome des Eisenmangels wie Müdigkeit,
[2:01] Haarausfall sind nicht allein auf den Eisenmangel zu schieben,
[2:05] sondern auch auf eine mitochondriale Schlappheit.
[2:08] Und deswegen interessanterweise, muss ich gerade auch an eine Patientin denken,
[2:12] behandle ich oft auch die Dinge parallel.
[2:15] Nicht nur den Eisenmangel, sondern auch zum Beispiel, dass man dann die Mitochondrin
[2:20] einschätzt oder was mit Q10 gleichzeitig macht. Weil das eine bedingt das andere.
[2:25] Und wenn man das auf dem Radar hat, das ist sehr, sehr innovativ und sehr hilfreich.
[2:31] Vielleicht sagen wir gerade noch mal Mitochondrien. Das sind die kleinen Kraftwerke
[2:34] unserer Zellen. Ohne die geht nichts.
[2:37] Genau, also die Mitochondrien sind eben nicht nur die Kraftwerke der Zellen.
[2:41] Sie sind die Hauptfabrik der Eisenverwertung im Körper.
[2:45] Und das Eisen ist hier so essentiell.
[2:48] In den Mitochondrien gibt es eine Energieverwaltung.
[2:51] Quasi Fabrik und das läuft über eine Elektronentransportkette,
[2:56] das nennt man eine Atmungskette.
[2:58] Und hier ist Eisen einfach wichtig.
[3:00] Also das sorgt dafür, dass die Elektronen besser fließen, um mehr Energie zu bilden.
[3:06] Also das ATP, das Adenosylentrifosphat.
[3:09] Dann ist es wichtig für andere Abläufe innerhalb des Mitochondriums und dann
[3:14] auch die Helmsynthese für unser Blut selbst, die auch in den Mitochondrien stattfindet.
[3:20] Das heißt, beim Eisenmangel leiden die Mitochondrien zu aller,
[3:25] aller, allererst im Körper.
[3:27] Das heißt, die Energieproduktion bricht ein, der oxidative Stress nimmt zu,
[3:32] die Entzündungsdynamik nimmt zu und die Zellen altern auch schneller.
[3:37] Und deswegen sind auch besonders betroffen diese energiefordernden Organe wie
[3:42] Herz, Skelettmuskel und Gehirn.
[3:45] Und deswegen fühlt man sich dann auch so erschöpft. Man ist todmüde,
[3:48] man kann sich schlecht konzentrieren.
[3:50] Man lädt nicht mehr richtig auf.
[3:53] Und das ist unglaublich wichtig.
[3:55] Und darüber hinaus wissen wir auch, dass Eisen auch so ein paar exotischere
[4:00] Jobs im Körper hat, die gar nicht so bekannt sind.
[4:03] Also zum Beispiel ist es beteiligt, die DNA zu synthetisieren im Zellkern.
[4:10] Das heißt, bei Eisenmangel ist auch die Zellregeneration behindert. Dann ist es,
[4:16] Im richtigen Maß, und das ist jetzt wichtig, man darf auch nicht zu viel Eisen
[4:20] haben, schützt Eisen mit Enzymen die Zelle vor dem Angriff von freien Radikalen.
[4:26] Und dann ist es auch wichtig für die Hormonsynthese und Neurotransmittersynthese.
[4:31] Das heißt, bei Eisenmangel werden Schilddrüsenhormone und andere Signalstoffe
[4:36] nicht richtig gebildet.
[4:38] Also ein Eisenmangel macht dann auch die Schilddrüse schlapp.
[4:40] Es ist auch wichtig für alles, was unsere Bindegewebestruktur erhält.
[4:47] Also die Kollagensynthese. Kollagen ist ja das Hauptpuzzlestück des Bindegewebes,
[4:53] die Kollagentyp-1-Fasern.
[4:55] Auch dafür brauchen wir Eisen.
[4:57] Das heißt, um jetzt ein Fazit zu geben, Eisen ist jetzt überhaupt kein isolierter Nährstoff.
[5:02] Es ist ein absoluter Teamplayer und es arbeitet vor allen Dingen am liebsten
[5:07] mit Vitamin C. Vitamin C ist ganz wichtig für die Eisenaufnahme,
[5:12] aber auch mit anderen Nährstoffen wie Vitamin B12, Folsäure.
[5:17] Und deswegen ist der Mangel so extrem bedeutend.
[5:24] Dann gucken wir uns doch jetzt mal die Risikogruppen an. Also ich weiß,
[5:27] dass wir Frauen ja oft einen Mangel haben an Eisen.
[5:29] Wer gehört noch zu den Risikogruppen? Also Frauen, richtig,
[5:34] wegen Periode, Schwangerschaften, Stillzeiten, Leistungssportler können ein
[5:40] erhöhtes Risiko haben für Eisenmangel, eben weil ihre Mitochondrien auch so stark gefordert sind.
[5:45] Dann ganz klar bei vegetarisch-veganer Ernährung,
[5:49] bei häufigen Blutspendern und bei chronisch Kranken, weil chronische Erkrankungen,
[5:55] vor allem chronische Entzündungen, zum Beispiel Rheumatismus,
[5:58] chronisch entzündliche Darmerkrankungen, viel, viel Eisen verbrauchen.
[6:03] Oder zum Beispiel nach einer Operation mit einem hergehenden Blutverlust,
[6:08] wenn man vielleicht hämorrhidale Blutungen hat, immer mal wieder einen kleinen
[6:12] Blutverlust hat und natürlich Kinder,
[6:15] Kinder im Wachstum und auch Babys, die nicht gestillt werden.
[6:20] Das ist ja auch so interessant, wie die Muttermilch so ein unglaubliches Versorgungsinstrument ist.
[6:27] Und die Muttermilch hat ja zum Beispiel nachts oder abends, ist das besser,
[6:32] weil da mehr Melatonin vermittelt wird, damit das Kind besser schläft.
[6:36] Das ist auch so faszinierend.
[6:38] Deswegen, das muss man auch wissen, dass das gerade für die Kleinen auch ein relevanter Faktor ist.
[6:44] Deswegen gibt es auch viele Jugendliche, die ganz müde da hängen.
[6:48] Und das liegt an einem nicht erkannten Eisenmangel.
[6:51] Und wenn die dann sehr einseitig essen, nur Käsebrot oder so.
[6:57] Dann kann das schon mal auch zu Kosten der Energie, der Schilddrüse und so weiter gehen.
[7:04] Jetzt haben wir eben schon gehört, dass Eisenmangel unsere Energiegewinnung
[7:10] stört oder gar nicht stattfinden lässt.
[7:12] Was sind denn noch so typische Symptome, die ich habe, wenn ich einen Eisenmangel
[7:16] habe? Also was man wirklich eindrucksvoll oft bemerkt ist Konzentrationsprobleme
[7:23] oder auch Restless Legs.
[7:26] Also bei unruhigen Beinen sollte man immer an Eisenmangel denken und natürlich
[7:31] auch Magnesiummangel oder B-Vitamine,
[7:34] aber Eisenmangel ist ein klassischer Symptomauslöser von unruhigen Beinen.
[7:38] Auch ein unruhiger Herzschlag, Herzklopfen kann durch Eisenmangel bedingt sein.
[7:44] Die Leistungen sind schlechter, nicht nur jetzt vom geistigen Level,
[7:48] sondern auch beim Leistungssport und auch die Hautqualität und die Nagelqualität.
[7:54] Also so rissige Nägel, ein blasses Hautbild und dass man auch infektlabil ist.
[8:00] Was ich auch sehr, sehr interessant finde, ist der Fakt, dass Eisenmangel sogar
[8:05] auch die Periodenbeschwerden, Schmerzen, Krämpfe signifikant verschlimmern kann.
[8:12] Wie finde ich denn raus, ob ich einen Eisenmangel habe?
[8:16] Weil mit vielen Symptomen wird man ja wach, beziehungsweise man hat die dauerhaft
[8:20] und weiß gar nicht, dass das ein Eisenmangel sein kann. Wenn ich das jetzt noch
[8:24] nicht krass körperlich spüre, geht das nur übers Blutbild?
[8:27] Und welche Werte sind dann wichtig? Da gibt es ja, glaube ich, zwei.
[8:30] Ja, es gibt einige Werte. Und zwar, das ist auch jetzt wirklich überhaupt kein Hexenwerk.
[8:36] Man sollte eben nicht nur den Eisenwert abfragen. Das ist leider ein Fehler,
[8:40] der oft gemacht wird, weil wir brauchen vor allen Dingen den Ferritin-Wert.
[8:45] Also den Eisenspeicherwert und auch das Hämoglobin.
[8:49] Deswegen lohnt es sich immer so ein bisschen in einem Paket zu schauen,
[8:52] wie ist das Blutbild, wie ist das Ferritin.
[8:55] Und auch andere Marker würde ich empfehlen zu checken, wie zum Beispiel Werte
[9:00] wie Transferinsättigung, löslicher Transferinrezepte, das sind jetzt eher Anmerkungen
[9:07] aus der Medizinpraxis, Aber so entsteht dann ein rundes Bild.
[9:10] Und was auch interessant ist, ich messe immer auch die Entzündungsmarker parallel mit.
[9:16] Denn bei einer Entzündung können sich Ferritinwerte auch künstlich erhöhen,
[9:22] dass man eigentlich einen Mangel hat.
[9:23] Aber weil das Ferritin gleichzeitig so eine akute Phase-Protein ist,
[9:27] was quasi rausgeht und kämpft, wenn eine akute Infektion ist,
[9:32] könnte es sein, dass der Wert fälschlicherweise zu hoch ist.
[9:36] Und ich würde es wirklich klassisch über eine Blutentnahme machen in der Praxis des Vertrauens und.
[9:44] Das ist einfach die absolute Basis. Und wo liegt der Unterschied zwischen einem
[9:50] leichten Eisenmangel und einer Anämie?
[9:53] Also wenn zu wenig rote Blutkörperchen da sind, die den Sauerstoff im Blut transportieren,
[9:57] dann ist es ja schon richtig schlimm, oder?
[9:59] Ja, es gibt also verschiedene Abstufungen.
[10:02] Latent ist ein Eisenmangel, wenn vor allen Dingen der Eisenspeicher, das Ferritin, sinkt.
[10:09] Und dann hat man aber oft noch, auch wenn der Speicher schon etwas geleert ist,
[10:14] noch im Blut genug Eisen zur Verfügung, um rote Blutkörperchen zu bilden.
[10:19] Also hier ist die Blutbildung noch in Ordnung.
[10:21] Aber es gibt schon die ersten funktionellen Beschwerden wie Müdigkeit.
[10:26] Leistungsschwäche, Konzentrationsstörung oder Hautbild wird schlechter.
[10:29] Nächste Zündstufe ist dann wirklich ein funktioneller Eisenmangel.
[10:33] Das heißt, die rote Blutkörperchenbildung ist gestört. Die Körperzellen werden
[10:38] nicht mehr ausreichend mit Eisen versorgt und deswegen ist es wirklich auch
[10:42] eine sauerstoffdefizitäre Situation.
[10:44] Hier kann man eigentlich auch schon von einer Erkrankung, also Anämie sprechen
[10:48] und wichtig ist, dass man alles in Bezug nimmt. Also den Hämoglobinwert,
[10:54] ist der in Ordnung, ist er nicht in Ordnung?
[10:56] Wenn der Hämoglobinwert noch im Normbereich liegt, aber der Speichereisenwert
[11:03] schon komplett leer ist, es ist dann...
[11:06] Die nächste Form, eine ausgeprägte Eisenmangelanämie, das ist die schwerste Form des Eisenmangels.
[11:13] Also wenn wirklich die Eisenspeicher leer sind und auch die Hämoglobinwerte
[11:19] entsprechend schlecht.
[11:21] Also wir haben verschiedene Abstufungen. Um die Schwere einzuschätzen,
[11:26] braucht man vor allem den Hämoglobinwert.
[11:28] Der entscheidet, ob eine schwere Anämie vorliegt. Aber was auch interessant
[11:33] ist, die Ferritinwerte, die Eisenspeicherwerte werden oft gesagt.
[11:38] 15 wäre so die unterste Grenze.
[11:42] Also ich muss sagen, viele Frauen oder Menschen haben schon ab 30,
[11:47] 40 Symptome eines latenten Eisenmangelproblems.
[11:52] Insofern sind die Normwerte für den Eisenspeicher nochmal ein bisschen kritischer zu bewerten.
[11:58] Und ich sehe sehr viele Menschen in der Praxis, die mit katastrophal schlechten
[12:02] Ferritinwerten unterwegs sind.
[12:04] Und deswegen ist es dann auch kein Wunder, wenn man müde ist.
[12:07] Dazu hatten wir auch ganz, ganz viele Hörermails und unter anderem auch von Lea.
[12:12] Und ich kann das aus meiner Erfahrung auch sagen, dass sich die Referenzwerte
[12:17] zwischen 15 und 130 irgendwo befinden.
[12:20] Und mein Wert lag bei 25.
[12:23] Und die Hausärztin sagte dann, es sei alles okay. Und die Erfahrung hat Lea
[12:26] nämlich auch gemacht. Und sie fragt dann nämlich, was ist denn dann normal?
[12:30] Also wo sollte man dann wirklich anfangen zu substituieren beziehungsweise seine
[12:35] Ernährung dann dementsprechend umzustellen?
[12:37] Also ich finde, es ist ein guter Wert, wenn man sich so zwischen 60 bis 90 bis 100 bewegt.
[12:44] Aber jetzt unter 50, 40, 30 Menschen,
[12:49] Also ich würde auch schon bei einem Wert von 30, 40 substituieren,
[12:54] aber dann nicht zu lange und ausgewogen natürlich kontrolliert.
[12:58] Man will halt wirklich nicht zu viel Eisen im Körper haben, aber auch nicht zu wenig.
[13:02] Das ist der Spagat. Man muss es auch immer abhängig machen von der klinischen
[13:06] Beschwerdesymptomatik der Menschen.
[13:09] Aber ein Eisenspeicher von 15, 25, 30 ist nach innovativem medizinischem Denken eindeutig zu wenig.
[13:19] Und wenn man sich in so einem Range bewegt zwischen 60, 90, 100,
[13:24] dann ist man weit davon entfernt, zu viel Eisen im Körper zu haben und ist nicht
[13:30] in einer Mangelsituation.
[13:31] Aber man kriegt das auch schnell mit, wenn die Haut besser ist,
[13:35] wenn die Nägel stärker werden und wenn man vor allen Dingen nicht vernachlässigt,
[13:39] gleichzeitig Vitamin C einzunehmen.
[13:41] Das ist ja auch so ein Punkt, die Leute denken, ich esse eine Kiwi und esse
[13:44] ein bisschen Zitrone im Wasser, bin gut mit der mit dem C versorgt.
[13:48] Es ist leider nicht so. Also wenn man zum Beispiel merkt, dass man anfällig ist für trockene Haut,
[13:55] für so ein bisschen Reibeisenhaut und leichter blaue Flecke kriegt oder müde
[14:01] ist, sind alles Zeichen für einen latenten Vitamin-C-Mangel.
[14:05] Weil die Vitamin-C-Messung so aufwendig ist, das muss man quasi mit gefrorenem
[14:10] Material abnehmen, ist das extrem schwierig.
[14:13] Aber als ich mal eine Zeit hatte, wo ich sehr nah an einem Labor meine Praxis
[14:18] hatte, die das messen konnten, ich war verblüfft, wie viele Menschen einen Vitamin-C-Mangel haben.
[14:26] Und das ist eben so wichtig. Du brauchst genug Vitamin-C, auch um eine gute
[14:30] Eisenverwertung im Körper zu haben.
[14:33] Und da ist auch ein, glaube ich, viel größerer Mangel, weil den Menschen einfach
[14:38] nicht klar ist, wie wichtig Vitamin C ist. Übrigens auch für gesundes Altern.
[14:42] Und weil dann manchmal auch je nach Studie, die du rausziehst,
[14:45] gesagt wird, Vitamin C ist total überschätzt.
[14:49] Ja, es ist quasi leicht überschätzbar, wenn man es nur reduziert auf die Prävention von Erkältung.
[14:57] Da ist Vitamin C nicht unbedingt das super Deluxe-Vitamin.
[15:02] Aber es verkürzt die Erkältungsdauer und es hat solche eklatanten Wirkungen
[15:07] auf allein die Kollagensynthese, die 15 Prozent unseres Körpers baut, nochmal das Kollagen.
[15:14] Insofern darf Vitamin C nie vernachlässigt werden, weder aus der Ernährung.
[15:20] Und da müsste man auch noch viel, viel mehr Bewusstsein schaffen,
[15:24] wie wichtig Vitamin C ist.
[15:26] Das machen wir. Und zwar widmen wir dem Thema Vitamin C auch eine eigene Folge. Ist schon in Planung.
[15:32] Sehr gut, sehr gut. Dann kommen wir jetzt mal zur Dosis von Eisen.
[15:37] Wie viel brauchen wir denn? Der
[15:38] weibliche Körper ja wahrscheinlich ein bisschen mehr als der männliche.
[15:41] Ja, Männer brauchen ein bisschen weniger als Frauen. Und in aktuellen Empfehlungen
[15:45] sollten Männer circa 10 Milligramm am Tag aufnehmen.
[15:49] Bei Frauen sind es deutlich mehr. Da liegt der Bedarf vor allen Dingen wegen
[15:54] der Monatsblutung bei etwa 15 Milligramm pro Tag.
[15:58] Nach der Menopause wird es etwas weniger und bei Schwangeren steigt der Bedarf
[16:02] erheblich an, bis auf die doppelte Menge mit 30 Milligramm.
[16:06] Und auch nochmal ganz wichtig, bei veganer, vegetarischer Ernährung sollte man
[16:13] wirklich diesen Eisenspeicher und diese Eisenwerte streng kontrollieren lassen
[16:18] und auch bei Bedarf substituieren.
[16:21] Und auch stillende Frauen brauchen natürlich wie Schwangere erheblich mehr.
[16:26] Auch chronische entzündliche Erkrankungen, was ich eingangs sagte.
[16:32] Auch profitieren immer davon, genauso Menschen mit chronischen Infektionen.
[16:37] Es gibt ja auch Infektionen wie chronische Borrelienerkrankungen.
[16:41] Diese ganzen chronischen Infekte verbrauchen viel Eisen im Körper.
[16:46] Und da ist es clever, immer zu schauen, wie ist der Wert und dann mal Passagier ergänzen.
[16:52] Also ein Tipp, den ich zum Beispiel für Frauen habe, die noch in der Menstruation sind,
[16:57] Wenn man den guten Eisenwert erreicht hat, dann ist mein Tipp,
[17:02] dass man in den Tagen, von den Tagen, eine Eisensubstitution macht.
[17:08] Eisensubstitution optimal noch kombiniert mit Lactoferin und auch die Ernährung
[17:13] entsprechend anpasst, dann kommt man nicht mehr so leicht in einen Mangel.
[17:17] Und das ist eigentlich der beste Rat, den ich jetzt heute geben kann.
[17:21] Lactoferin kommen wir gleich noch zu. Wann ist die Einnahme von Eisen nicht
[17:26] sinnvoll? Das gibt es ja auch.
[17:28] Richtig. Eisen ist super wichtig. Es hat aber einen wichtigen Nachteil.
[17:33] Es kann schlechte Bakterien eskortieren, also auch noch so richtig unterstützen.
[17:40] Krankmachende Bakterien. Denn viele Bakterien, Parasiten und Viren brauchen
[17:45] Eisen, um sich köstlich zu vermehren, um es sich bei uns gemütlich zu machen.
[17:51] Und das Problem bei einem Infekt regelt der Körper das Eisen runter,
[17:55] damit die Keime sich nicht so gemütlich machen können, nicht weiter wachsen können.
[18:01] Das heißt, das Eisen wird zwar im Darm aufgenommen, aber es schafft es nicht mehr so gut ins Blut.
[18:06] Und dadurch haben wir auch offiziell vielleicht genug Eisen im Körper bei einer
[18:12] Entzündung, aber nicht mehr so an den richtigen Stellen.
[18:15] Und deswegen auch noch eine wichtige Information, bei einer Infektion wie einer akuten Grippe,
[18:22] ist es besser, kein Eisen zu supplementieren, weil dadurch die Infektion erst
[18:27] mal im Akutfall weiter gestützt werden kann.
[18:30] Und hier kann man dann auch wiederum an andere Möglichkeiten denken, wie Lactoferin.
[18:37] Lactoferin ist quasi wie so ein Bodyguard oder ein Eisendieb.
[18:41] Es guckt überall, wo kriege ich Eisen her.
[18:44] Und ist dann auch eine schöne Ergänzung in einer Eisentherapie und warum ich
[18:49] Lactoferin inzwischen sehr, sehr schätze, ist, es hat zugleich antimikrobielle Eigenschaften.
[18:56] Also wirkt gerade auch gut bei Menschen mit chronischen Infekten.
[18:59] Und es wird sehr gut vertragen.
[19:03] Und man muss dann natürlich auch bestimmte Dinge berücksichtigen,
[19:06] wie einen guten Reinheitsgehalt von mindestens 95 Prozent ist so ein Schlagwort.
[19:11] Aber können wir ja gleich ja mal drauf eingehen. Genau, das Lactoferin taucht
[19:16] nämlich jetzt wirklich überall immer wieder auf.
[19:18] Und es wird so als sanfte Eisenalternative beworben oder auch als Immunsystem-Booster.
[19:25] Und du hast es jetzt gerade schon gesagt, aber auch in einer anderen Podcast-Folge
[19:28] mal, dass du das selbst auch für dich entdeckt hast.
[19:31] Was ist es denn genau und wann ist es das richtige Mittel, Lactoferin?
[19:36] Also man kann sich das so ein bisschen vorstellen wie so einen flexiblen Bodyguard,
[19:41] Das bindet Eisen, es kann die Bakterien ausbremsen, also es wirkt wirklich antibakteriell
[19:46] und es unterstützt auch das Immunsystem und es wirkt auch antientzündlich.
[19:52] Und viele Menschen mit einem chronischen Eisenmangel haben auch entzündliche Themen.
[19:56] Insofern ist gerade diese Kombination aus einer Eisentherapie mit Lactoferin-Unterstützung
[20:04] oder auch Lactoferin als Unterstützung bei entzündlich-chronischen Prozessen
[20:09] mit Eisenmangelsymptomatik sehr,
[20:11] sehr, sehr diskussionswürdig.
[20:15] Das Lactoferin kommt prinzipiell sogar in der Muttermilch vor.
[20:19] Es ist auch quasi im angeborenen Immunsystem ein Player.
[20:22] Es ist ein multifunktionales Protein und das Gute, es wirkt wirklich nur gegen
[20:30] krankmachende Bakterien, zum Beispiel im Darm und nicht gegen gesunde Bakterien.
[20:36] Insofern ist es da eine gute Ergänzung und es gibt wirklich Daten,
[20:42] die gezeigt haben, gerade bei Schwangeren.
[20:47] Bei denen Lactoferin, den Hämoglobin und den Eisenspeicherwert Ferritin verbessert
[20:52] hat und teilweise mit deutlich weniger Nebenwirkungen als klassische Eisenpräparate.
[20:57] Man muss aber auch sagen, derzeit ist die Datenlage auch noch ein gewissermaßen heterogen.
[21:03] Man sieht Lactoferin eher als ergänzende Strategie, nicht als alleinige Eisensubstitution.
[21:10] Aber ich halte es für ein interessantes Tool, wenn man jetzt auch keinen Eisenmangel
[21:16] hat, aber mit chronischen Infekten kämpft und nicht zu hohe Eisenwerte hat,
[21:22] dass man es auch hier ergänzen kann.
[21:25] Und es ist also aber jetzt nicht die optimale Variante, wenn ich jetzt eine
[21:30] riesige Eisenmangelanämie habe, also Ferritin ist unten, Hämoglobin ist unten,
[21:36] dann nur mit Lactoferin zu arbeiten.
[21:40] Und was ich auch interessant finde, ist, dass es auch auf bestimmte Immunzellen
[21:46] wirkt und auch die antioxidative Kapazität verbessert.
[21:51] Also das ist einfach auch wieder ein Indiz dafür, wie stark es anti-entzündlich wirkt.
[21:56] Und deswegen auch interessanterweise wird es inzwischen untersucht bei Menschen
[22:01] nicht nur mit Infektlabilität, sondern auch bei Diabetes und metabolischen Syndromen,
[22:06] weil das sind ja auch alles Entzündungskrankheitsbilder.
[22:10] Wo kommt denn Lactoferin vor? Muttermilch wissen wir jetzt, aber das ist ja
[22:14] nichts, was wir mal eben so griffbereit haben. Wo kommt es noch vor? Nee, nicht wirklich.
[22:20] Also in Speichel, in Tränenflüssigkeit, in Samenflüssigkeit.
[22:26] Aber das trinke ich ja auch nicht.
[22:29] Ja, und Muttermilch ist auch ein großes Thema bei Sportlern.
[22:33] Also das Kolostrum ist ja eine Möglichkeit, Lactoferin zuzuführen.
[22:38] Und eigentlich muss man dann schon in der Regel auf Nahrungsergänzungsmittel
[22:43] zurückgreifen, Kolostrum oder Lactoferin in Form von Kapseln oder Tabletten,
[22:50] die magensaftresistent sind und wo auch wirklich transparent und seriös der
[22:59] Reinheitsgrad bestimmt wird.
[23:01] Weil davon hängt auch die Bioaktivität im Körper ab.
[23:05] Das ist ja ganz, ganz wichtig, dass man grundsätzlich bei Nahrungsergänzungen
[23:09] sehr, sehr kritisch hinterfragen muss, wie ist die Transparenz des Herstellers
[23:15] und wie ist der wirkliche Reinheitsanspruch,
[23:17] weil alle schreiben da Premium und Reinheit und so weiter und so fort.
[23:24] Es gibt auch welche, die schreiben Made in Germany, dabei sind die Rohstoffe
[23:28] gar nicht aus Made in Germany.
[23:31] Es ist ein sehr, ich würde mal sagen, ein Dschungel.
[23:36] Und deswegen würde ich da wirklich sehr, sehr, sehr die Lupe auspacken.
[23:40] Ja, Eisen hat einen riesengroßen Nachteil.
[23:46] Es kann Verstopfung machen, Magenschmerzen, Durchfall. Also die Nebenwirkungen
[23:51] sind ja doch recht ordentlich.
[23:53] Was gibt es denn für eine Alternative zum klassischen Eisen, die das nicht haben?
[23:59] Also es gibt wirklich bessere verträgliche Formen. Ich muss auch wirklich sagen,
[24:02] das ist leicht zu vermuten, weil ich ein blasses Wesen bin, dass ich natürlich
[24:07] auch schon viele Phasen mit schwerem Eisenmangel durchgemacht habe.
[24:12] Und da auch früher bei manchen Tabletten wirklich gedacht habe,
[24:16] das geht überhaupt nicht, das gar nicht geschafft habe.
[24:20] Man hat inzwischen andere Formen, die wirklich besser verträglich sind.
[24:24] Zum Beispiel gelatierte Formen wie Eisen bis Glycinat.
[24:28] Die können nicht nur besser verträglich sein, sondern werden auch effizienter aufgenommen.
[24:32] Und dadurch braucht man auch nicht so viele Tabletten und auch nicht eine höhere Dosis.
[24:37] Es gibt auch andere, zum Beispiel Polysaccharideisenkomplexe,
[24:42] Eisen mit succinierenden Milchproteinen oder auch modernere Formulieren wie Sucrosomales Eisen.
[24:50] Das soll die Aufnahme verbessern, Nebenwirkungen reduzieren.
[24:54] Ich muss sagen, ich komme auch sehr, sehr gut klar mit Eisen,
[25:00] das aus sogenannten Curryblättern gewonnen wird.
[25:04] Also das sind die aromatischen Blätter des Currybaums.
[25:07] Jetzt nicht das Gewürz Curry oder Kurkuma, das ist ein Riesenunterschied.
[25:11] Und das ist eine natürliche Eisenquelle.
[25:14] Und dieses Curry-Eisen ist eine der wenigen pflanzlichen Möglichkeiten, um an Eisen zu kommen.
[25:20] Und das ist etwas, was ich so bei latenter Unterversorgung oder bei auch Eisenmangel,
[25:26] bei auch Frauen jetzt, die sich vegetarisch ernähren, vegan ernähren und mit
[25:31] höherem Bedarf unterwegs sind, sehr empfehle.
[25:35] Weil ich selber weiß, dass man es sehr, sehr gut verträgt.
[25:39] Also ich glaube, ich habe schon alle Eisentabletten, die man kriegen kann in
[25:44] der Apotheke und auch vieles ausprobiert. Und mit so einem Eisenpräparat in
[25:49] Komi, mit Lactoferin komme ich sehr, sehr gut aus.
[25:52] Jetzt zum Beispiel nehme ich wenig Eisen, aber ich nehme auch schon ein paar
[25:57] Mal in der Woche mal Lactoferin.
[26:00] Einfach auch, um meinen Ferritinwert ausreichend hochzuhalten.
[26:06] Also muss ich auch immer ein bisschen nachhelfen.
[26:09] Über die Ernährung, aber auch über die Ergänzung.
[26:13] Was machen wir denn, wenn auch selbst bei Curryferien Verstopfung besteht?
[26:18] Genau, das war deine Frage mit der Verstopfung. Hier würde ich ganz klar sagen,
[26:23] von der Ernährung schauen, dass man nicht noch zusätzliche Stopfkost zuführt.
[26:29] Also Stopfkost ist Banane, Brot, Reis, Kartoffeln, Süßigkeiten, Schokolade.
[26:36] Ein gutes Mittel, um dagegen zu halten aus der Ernährung, sind zum Beispiel
[26:41] auch getrocknete Pflaumen, Joghurt und auch solche Sachen wie Magnesiumcitrat.
[26:50] Das hat ja als Nebenwirkung eine eher stuhlweich machende Folge.
[26:56] Insofern kann man das ganz gut kombinieren.
[27:00] Eisen, vielleicht pflanzliches Eisen in Kombination mit Vitamin C und dass man
[27:05] dann aber noch Magnesiumcitrat einnimmt, um den Stuhl ein bisschen aufzulockern.
[27:11] Okay, jetzt hatten wir Curryblatt oder Curryferin.
[27:15] Es gibt ja noch mehr pflanzliche Eisen-Auffüller als Nahrungsergänzungsmittel.
[27:21] Welche empfiehlst du da oder welche gibt es? Also was ich ganz klar empfinde,
[27:25] ist die Petersilie als ganz ehrliche Eisenquelle.
[27:30] Natürlich jetzt nicht so viel Eisen wie ein Steak, dann ganz durchgebraten.
[27:36] Aber auch Hanfprotein, Hanfsamen, dann gibt es die Spirulina-Alge,
[27:43] die hat mehr Eisen als Tofu, Chlorella-Algen, Gerstengras und auch Moringa.
[27:50] Ja, Moringa hat auch Eisen und Vitamin C.
[27:54] Das sind eigentlich die so relevantesten pflanzlich betonten Eisenquellen.
[28:00] Moringa ist der sogenannte Meretichbaum. Richtig. Wen es interessiert.
[28:04] Ja, und sehr, sehr, sehr geschätzt in der asiatischen Medizin.
[28:08] Ich glaube, da kann man sehr, sehr viel lernen, also sich öffnen für das,
[28:13] was funktioniert. Übrigens in der chinesischen Medizin ist es ja so.
[28:17] Dass man der Arzt dafür Sorge trägt, dass man gesund bleibt.
[28:23] Also der Arzt kriegt quasi wie einen monatlichen Obolus, dass der Mensch gesund
[28:27] bleibt. Man geht zum Arzt, um gesund zu bleiben.
[28:30] Und wir in der hiesigen Leidermedizintradition kommen immer am meisten erst
[28:37] dann zum Zuge, wenn irgendwas schon juckt, kratzt oder in den Brunnen gefallen
[28:41] ist. Es muss dringend anders werden.
[28:44] Ja, bei uns ist es Symptombekämpfung und nicht Ursachenbekämpfung.
[28:47] Also dass man es gar nicht erst so weit kommen lässt.
[28:49] Ja, die Ursachen, die Liebe dazu, sich mit Ursachen zu beschäftigen und nicht
[28:54] nur alles zuzukleistern, das geht verloren.
[28:57] Übrigens im hypokratischen Eid steht ja auch, dass man den Menschen nicht schaden soll.
[29:02] Und Hippokrates war auch ein großer Kämpfer dafür, dass man auch was die Natur
[29:08] zu bieten hat, berücksichtigt.
[29:09] Und da sehe ich gerade so eine Sorge, dass wir so vieles verlernen und auch
[29:15] gar nicht mehr so ernst nehmen.
[29:18] Eigentlich ein Jammer, weil das auch eine sehr menschenwürdige,
[29:23] kostensparende und zugewandte Art ist der Medizin.
[29:27] Natürlich muss man wissen, wann, wo, wie, was.
[29:30] Aber ich bin ja eine Brückenbauerin zwischen der klassischen Medizin und dem
[29:35] ganzheitlichen Kontext. Und gerade solche Sachen wie Moringa,
[29:40] klar brauchen wir da eine tolle Qualität, aber...
[29:45] Sie wollten nochmal so einen Impuls setzen, der uns nachdenklich machen sollte,
[29:50] wie wichtig es ist, diesen Bezug zur Natur nicht zu verlieren.
[29:54] Da sind wir schon bei den Nahrungsmitteln.
[29:56] Dein Spezialgebiet, die Ernährung, wo ist denn Eisen drin und wie viel brauchen wir davon am Tag?
[30:02] Also ganz klar muss man hier sagen, tierische Lebensmittel haben hier einen
[30:07] Pluspunkt, weil sie besser verfügbares Eisen haben und auch deutlich mehr.
[30:13] Jeder ist ein Obelix vor allen Dingen auch Leber ist nicht jeder gerne,
[30:18] ich bin jetzt kein Freund von Leber, viele werden denken ich liebe Leber ich
[30:23] könnte da drei Äpfel noch mit drauf packen und ich würde es trotzdem nicht so
[30:27] mögen oder Eier sind eine sehr sehr gute, auch eine tierische.
[30:34] Alternative, pflanzlich muss man sagen, wie gesagt mit deutlichen Abstrichen
[30:37] aber da sind Quellen wie ich schon sagte, die Petersilie Hülsenfrüchte,
[30:43] Haferflocken, Quinoa, Kürbiskerne.
[30:46] Spinat, Hirse, Tofu, Tempeh und getrocknete Datteln.
[30:50] Das sind jetzt alles keine Muskelplayer im Sinne von Eisenmammuts,
[30:56] aber ein bisschen kommt das schon zusammen.
[30:59] Und man muss einfach sagen, die Bioverfügbarkeit ist bei tierischen Lebensmitteln deutlich größer.
[31:08] Und beim Fleisch hat zum Beispiel auch Rindfleisch einen hohen Eisenanteil.
[31:16] In der Rheinleber ist natürlich da der Spitzenreiter.
[31:19] Was auch noch interessant ist, Sesamsamen und Sesammus, Tahini,
[31:24] ist auch eine schöne Eisenquelle.
[31:27] Und Weizenkleie ist auch ein sehr, sehr eisenreiches Fleisch.
[31:32] Lebensmittel. Wird unterschätzt. Und man kann ja auch Gomasio nutzen.
[31:37] Kennst du Gomasio? Nein, was ist das? Das ist quasi ein Sesam-Salz.
[31:42] Also wie wenn man Sesam mit Salz kombiniert. Das macht einen schönen Geschmack an Speisen.
[31:48] Und so peppt man das auch nebenbei auf. Und ich finde es so interessant,
[31:53] wenn man feststellt, wie der Körper einem Signale sendet, was er braucht.
[31:58] Also dass ich im Moment auch eher so einen Hunger manchmal habe nach bestimmten
[32:01] Sachen oder Oder denke, naja, Hanfsamen, Kürbiskerne, wäre jetzt mal eine gute Maßnahme.
[32:07] Oder dass ich auch mehr Datteln esse als früher.
[32:12] Und Datteln sind auch ein Eisenträger. Insofern, es ist wirklich faszinierend.
[32:18] Da habe ich einen schönen Dattelfrischkäse mit Pinienkern drin.
[32:22] Das Rezept gebe ich dir gleich mal an. Da wirst du dich auch drüber freuen.
[32:25] Aber das klingt fantastisch. Das klingt fantastisch. Der ist wirklich lecker, ja.
[32:30] Super. Ne, übrigens auch Spinat, Mangold und Brennnessel und Pistazien sind
[32:37] auch noch schöne Eisenquellen und wer Aprikosen getrocknet mag,
[32:42] ist für mich auch eine schöne Sache, dann am besten ungeschwefelt,
[32:46] ist auch ein bisschen Eisen drin.
[32:48] Aber wichtig ist, dass das pflanzliche Eisen oft durch Oxalate,
[32:54] Phytate gehemmt wird und die Aufnahme steigt bis zu fünffach,
[32:58] wenn man es mit Vitamin C reichen Lebensmitteln kombiniert oder mit einem Schluck
[33:03] Zitronenwasser oder auch einer Nahrungsergänzung.
[33:08] Also Kiwi, Zitrusfrüchte, Brokkoli, frische Kräuter, die gehören unbedingt da mit dabei.
[33:16] Und mir fällt gerade ein, dass Aprikosen, gerade die getrockneten Aprikosen,
[33:20] auch wunderbar für den Stuhlgang sind.
[33:22] Absolut. Neben den Pflaumen. Also haben wir da auch gleich zwei Fliegen mit
[33:25] einer Klappe geschlagen.
[33:26] Und man sollte natürlich, wenn man jetzt eine Tasse Kaffee trinkt,
[33:30] wirkt ja auch Verstopfung entgegen,
[33:32] aber man sollte Tee, Kaffee und Milchprodukte nicht in Zusammenhang mit der
[33:39] Eisenaufnahme verbinden, weil das die Resorption massiv hemmt.
[33:43] Ich glaube, das ist zwar schon den meisten sicherlich vertraut,
[33:47] aber hier ist eine ganz wichtige Anmerkung und die eisenreiche Ernährung ist
[33:53] jetzt auch nicht nur entweder oder.
[33:55] Die beste Strategie ist vermutlich wie immer Vielfalt und individuell schauen,
[34:01] was zu einem passt und daran denken, dass man einfach nicht nur den Sauerstofftransport
[34:06] im Körper verbessert, sondern die mit euch schon drin stärkt.
[34:09] Und wenn wir an unsere Folge über Longevity zurückdenken, haben wir ja auch
[34:14] gelernt, hoffentlich, wie elementar wichtig die Mitochondrien sind für gesundes
[34:19] Altern. Insofern, das hängt alles wieder zusammen.
[34:23] Na, dann wollen wir bei der Einnahme ja auch alles richtig machen,
[34:25] weil ich ganz oft gelesen habe, auf den Eisenpräparatpackungen steht drauf,
[34:29] am besten morgens direkt auf nüchternen Magen die Eisentablette nehmen, auch Lactoferin.
[34:33] Wenn ich dann, keine Ahnung, eine halbe Stunde später frühstücke und ein Joghurt,
[34:38] also ein Dogfleck-Frühstück mache und dazu einen Kaffee trinke.
[34:42] Passt das dann oder muss ich da den Abstand doch noch größer machen,
[34:45] wenn wir sagen, dass Milchprodukte auch nicht ganz so cool sind und Kaffee auch nicht?
[34:49] Also halbe Stunde würde ich mindestens warten, wenn ich einen Kaffee mit Milch
[34:53] trinke oder ein milchreiches Lebensmittel.
[34:56] Ich muss sagen, Lactoferin geht bei mir auch wirklich nüchtern oder man nimmt
[35:00] es auch noch mal kurz vorm Schlafen gehen.
[35:03] Aber ich persönlich nehme meine Eisentabletten wirklich zum Essen.
[35:08] Also ich möchte meinen Magen, der freut sich lieber, wenn da ein bisschen was drin ist.
[35:13] Und ich kriege damit meine Eisenwerte auch gepusht und beflügelt.
[35:18] Wenn wir Eisentabletten zum Essen nehmen, können wir damit dann auch wiederum
[35:22] gleichzeitig die Verstopfung so ein bisschen regulieren?
[35:25] Oder hat das keinen Zusammenhang? Ich glaube, das ist individuell.
[35:28] Das kann man nicht so pauschal beantworten. Und ich glaube, wenn man auch parallel
[35:33] auf eine ausreichende Trinkmenge achtet, ist das auch ein wichtiger Fakt.
[35:39] Sind denn dann Eiseninfusionen besser als die Tabletten?
[35:43] Also nicht in Bezug auf Verstopfung. Und man muss hier ganz klar sagen,
[35:49] es kommt wirklich drauf an.
[35:52] Es gibt Situationen, in denen eine Eiseninfusion wirklich überlegen sein kann.
[35:58] Und zwar bei einem sehr, sehr schweren Eisenmangel und bei einer schweren Eisenmangelanämie.
[36:04] Oder wenn jemand massive Unverträglichkeiten
[36:07] hat oder keine ausreichende Wirkung von oralen Präparaten.
[36:12] Das kann ja sein, dass der Darm das nicht gut aufnimmt.
[36:17] Es kommt ja nicht darauf an, dass du jetzt irgendeine Kapsel schluckst,
[36:20] sondern es kommt ja darauf an, was nimmt der Körper auf.
[36:23] Dann kann natürlich das auch von Vorteil sein bei Menschen mit entzündlichen
[36:28] Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, bei Zöliakie oder auch
[36:34] bei Zustand nach Magenoperationen.
[36:37] Und hier ist nämlich die orale Aufnahme einfach bei entzündete Resorptionsfläche
[36:42] oder fehlende Resorptionsfläche gestört.
[36:45] Und auch bei Erkrankungen mit einem hohen Eisenverbrauch, also wenn man massive Regelblutungen hat,
[36:51] bei einer schweren Nierenerkrankung, bei Herzinsuffizienz oder wenn man sagt,
[36:56] der Mensch muss jetzt ein bisschen schnell gepäppelt werden vor einer größeren Operationen.
[37:03] In der Schwangerschaft bei extremem Haarausfall oder so riesige Unruhe.
[37:08] Man muss sagen, was wären denn die Vorteile einer Infusion?
[37:13] Erstens mal, man füllt den Speicher schnell auf. Wir haben ja oft schon nach
[37:17] einer Infusion, zwei Infusionen einen Anstieg über 100, wenn nicht noch höher.
[37:24] Der Magen-Darm-Trakt wird nicht arbeiten müssen.
[37:27] Es ist oft besser verträglich, aber man muss auch ganz klar die Risiko nutzen, Abwägung machen.
[37:34] Also es gibt richtige, auch schwere Nebenwirkungen.
[37:39] Sehr selten, aber ernst ist eine Eisenallergie.
[37:42] Also das wäre ein allergischer Zwischenfall.
[37:46] Wie würde sich der äußern? Ein allergischer Schock.
[37:50] Also dass man es nicht verträgt. Also eine richtige allergische Reaktion,
[37:54] die von leicht bis schwer sein kann und die ist sehr selten,
[37:57] aber die kann dann eben auch mal ernster sein, ist natürlich eine teurere Sache.
[38:03] Weil es muss in der Arztpraxis gemacht werden. Man hat die Kosten für die Infusion,
[38:07] man hat das Personal, was das monitoren muss.
[38:10] Und der Körper kann dieses überschüssige Eisen nicht aktiv so ausscheiden.
[38:15] Das heißt, man hat erstmal einen hohen Speicher, was auf der einen Seite gut
[38:19] ist, aber zu hoch will man nicht haben.
[38:21] Das heißt, die Infusionen sind kein Heilmittel und sie sind aus meiner Sicht
[38:28] bei einem Eisenmangel nicht die immer erste Wahl, auf keinen Fall.
[38:33] Sondern ich würde immer so eine solide, substanzielle Reihenfolge einhalten.
[38:38] Erst mal die Ursache klären, wo kommt der Eisenmangel her? Ist es eine starke
[38:42] Regelblutung? Ist es ein Darmbruch?
[38:46] Ist es ernährungsbedingt? Wie kommt man weiter mit einer optimierten Ernährung,
[38:53] mit einer Vitamin-C-Gabe, Eisengabe, Lactoferingabe?
[38:57] Und dann bei einem unzureichenden Erfolg und auch starken Symptomen kann man
[39:03] eine Eiseninfusion erwägen und dann würde ich aber eine moderne Eiseninfusion
[39:07] machen. Und auch da gibt es Unterschiede in den Präparaten.
[39:11] Und die zeichnen sich, muss man auch wirklich sagen, durch eine deutlich bessere
[39:14] Verträglichkeit aus und sind risikoärmer, also auf dem Boden von Carboxymaltose.
[39:20] Und dann muss ich auch sagen, würde ich niemals eine Infusion setzen,
[39:26] ohne frische, genaue Blutwerte von den Menschen gesehen zu haben.
[39:30] Also wie sieht es aus mit einem Hämoglobin?
[39:33] Was macht das Ferritin? Was macht die Transferinsättigung? und dann auch direkt danach schauen,
[39:40] wie hoch ist der Eisenanstieg, dass man einfach da nicht ohne Grund noch eine
[39:46] Eiseninfusion und noch eine Eiseninfusion gibt,
[39:50] ohne genau zu sehen, wie springt der diejenige an.
[39:54] Also wie gesagt, jetzt keine Angst vor Eiseninfusionen, aber so einen gewissen
[39:58] Respekt und nicht inflationär, sondern individuell.
[40:02] Ich kenne aber wirklich Fälle, auch gerade eine Patientin, die hatte massive
[40:07] Monatsblutungen, die kam erst mal nie ohne Eiseninfusionen auf einen guten Range.
[40:14] Und dann war es sehr, sehr interessant, als ich sie dann auf ihre gesamten Mängel getestet hatte.
[40:20] Die hatte auch einen Q10-Mangel, die hatte einen Selenmangel,
[40:23] die hatte einen Jodmangel, also viele Mängel gleichzeitig.
[40:26] Und wir haben dann angefangen Q10 zu ergänzen plus Eisen, in dem Fall war es
[40:32] glaube ich auch ein pflanzliches Eisen mit Curryblatt und Lactoferin.
[40:38] Hat sie das jetzt im Griff?
[40:40] Und sie hält die Werte wunderbar und sie hatte so viel Haare verloren,
[40:44] dass es sich schon kaum noch aus dem Haus traute und es hat sich alles geregelt.
[40:49] In dem Fall war es aber dann auch am Anfang gut mit den Infusionen zu arbeiten,
[40:55] aber sie hatte immer noch nicht die Nuss geknackt. Wie kommt sie denn davon los?
[40:59] Es hat sich immer wieder irgendwann so runtergezogen, ihr Eisenwert.
[41:05] Und sie hat aber auch jetzt ihre Ernährung ein bisschen angepasst und kommt
[41:09] damit jetzt sehr gut klar.
[41:11] Also lange Rede, langer Sinn, es ist individuell.
[41:15] Wenn wir jetzt schon über den Eisenwert und Eisenspeicher sprechen,
[41:19] bei der Recherche zu dieser Folge habe ich was Interessantes gefunden,
[41:22] eine Studie aus 2020, wo rausgefunden wurde, wer zu viel Eisen im Blut hat,
[41:27] lebt kürzer. Wie würdest du das einordnen?
[41:31] Ja, da ist auch was dran. Wie gesagt, Eisen ist dieses sensible Gleichgewicht
[41:36] zu halten. Es darf nicht zu wenig werden, aber auch nicht zu viel,
[41:40] weil man dann wiederum zu stark Oxidationen ankurbelt.
[41:45] Und was oft übersehen wird, ist der Fakt, es gibt eine auch erblich bedingte
[41:51] Erkrankung, die Hämokomatose.
[41:53] Die ist gar nicht so selten.
[41:55] Das heißt so von tausend Leuten, wenn das wahrscheinlich zwei bis drei haben.
[42:01] Und dann speichert man Eisen und kann es nicht genug ausmachen.
[42:05] Und hier könnte eine Gefahr darin liegen, wenn eine Frau eine Hämochromatose
[42:10] hat, ist der Eisenspeicher natürlich erhöht und vielleicht durch die Monatsblutung
[42:15] wird dann diese Hämochromatose lange verkappt.
[42:20] Man kommt da erstmal gar nicht drauf.
[42:22] Deswegen sollte man auch, wenn die Periode nicht mehr stattfindet,
[42:27] den Eisenspeicher meiner Meinung nach kontrollieren lassen, um zu schauen,
[42:31] ist der Ferritinwert zu hoch.
[42:32] Die Hämochromatose ist übrigens auch ein Punkt, warum ich bei meinen männlichen
[42:38] Patienten immer auch bei allen den Ferritinwert messe,
[42:43] weil unerkannt für diese Hämochromatose zu Diabetes mellitus,
[42:48] zu Fettleber, zu Zirrhose, zu Osteoporose, zu Makuladegeneration,
[42:54] also ist eine Zündschnur für so viele Erkrankungen und man kann sich sehr gut behandeln.
[43:00] Also die Therapie der Hormokromatose ist der klassische Adalas.
[43:05] Und das ist einfach auch nochmal heute ein wichtiger Appell,
[43:09] dass es auch eine Eisenspeichererkrankung gibt.
[43:11] Und die sollte man auch bedenken und die sollte auch Teil der Prävention sein.
[43:16] Und hier ist Ferritin der erste Marker, den man abnimmt.
[43:19] Und wenn der in wiederholten Messungen auffällig ist, dann macht man einen Gentest
[43:24] und den zahlt auch jede Kasse.
[43:27] Interessant. Noch zahlt denn jede Kasse. Das muss man ja auch sagen.
[43:32] Das muss man immer dazu sagen, noch.
[43:35] Anne, ich habe unsere Hörer-E-Mails durchforstet und Hörerin Katharina hat uns
[43:40] von einem sehr interessanten Phänomen geschrieben. Vielen Dank,
[43:43] Katharina, für deine Nachricht.
[43:45] Nämlich, dass sie ihren Eisenmangel nach der Trennung von ihrem Partner als stärker empfunden hat.
[43:50] Gibt es da denn diesen psychologischen Effekt?
[43:54] Ja, das ist belegt und zwar, das ist dann eben nicht nur ein psychologischer
[43:58] Effekt, sondern ein psychoneuroimmunologischer Effekt und Eisenmangel kann durch
[44:03] Stress wirklich verschlimmerte Symptome auslösen,
[44:07] denn Stress stört gerade den Stoffwechsel auch in der Zelle,
[44:11] verlangsamt die Nährstoffverarbeitung und das kann den Eisenmangel noch verstärken
[44:15] und da gibt es auch ganz faszinierende Abläufe in den Zellen.
[44:20] Also zum Beispiel steht den Zellen im Gehirn und in den Menochonten nicht mehr
[44:25] richtig Eisen zur Verfügung und dadurch verschlimmern sich die Symptome wie
[44:29] Erschöpfung, Konzentrationsstörungen,
[44:32] innere Unruhe, Haarausfall, depressive Verstimmungen und so weiter.
[44:36] Also das ist ganz, ganz, ganz enorm.
[44:39] Und auch Stress stört zum Beispiel die Nährstoffaufnahme von Eisen im Darm.
[44:44] Wir haben dann auch noch einen erhöhten Verbrauch im Körper von Eisen bei Stress.
[44:49] Und dann kann ja natürlich auch sein, wenn jetzt jemand unter Stress unregelmäßiger
[44:54] ist oder mehr Kaffee trinkt, dann nimmt er noch weniger Eisen auf.
[45:00] Also das ist interessant und es ist wissenschaftlich belegt und ja.
[45:06] Ja, ein wahnsinnig weites Feld und ein spannendes Thema.
[45:10] Absolut. Vielen Dank, Anne. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht mit dir.
[45:13] Dankeschön. Ja, ich danke ebenso und danke an alle fürs fleißige Zuhören.
[45:18] Empfehlen Sie alle bitte diesen wichtigen Podcast weiter, an Freunde,
[45:22] bekannte Familie, alle, die am Herzen liegen. Es ist so wichtig,
[45:27] dass dieses Wissen unter die Menschen kommt.
[45:30] Und abonniert uns gerne auf RTL Plus oder wo auch immer ihr uns zuhört.
[45:34] Die nächste Folge ist dann wieder eine Sprechstunde für eure Fragen.
[45:38] Schreibt gerne an podcast.docfleck.com und dann hören wir uns nächsten Mittwoch.
[45:43] Bis nächsten Mittwoch und macht was draus.
[45:47] Dr. Anne Fleck. Gesundheit und Ernährung.

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