# LONGEVITY 02 – Das Alter(n) austricksen

An episode of [Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1548655626), 5 May 2026, 45 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1740-dr-anne-fleck-gesundheit-und-ernahrung/243614-new-episode.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_6952232841964&awEpisodeId=243614

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## Transcript

[0:00] Das biologische Alter beschreibt den tatsächlichen Abnutzungszustand unserer
[0:06] Zellen, damit unserer Gewebe und Organe und kann sich deutlich vom Kalenderalter unterscheiden.
[0:14] Dr. Anne Fleck, Gesundheit und Ernährung.
[0:18] Eine neue Folge zum Thema Longevity. Heute kümmern wir uns um die Biologie des
[0:23] Alterns, also was passiert beim Alterungsprozess in unserem Körper?
[0:28] Wann setzt er ein? Wie misst man das biologische Alter?
[0:32] Wo liegt der Unterschied zum chronologischen Alter? Und wie können wir unser
[0:37] biologisches Alter beeinflussen oder sogar zurückdrehen?
[0:40] Darüber sprechen wir heute. Und hier, das bin ich, Dr. Anne Fleck, genannt Dr.
[0:45] Fleck, Fachärztin für Innere Medizin, Rheumatologie und Ärztin für Präventiv-
[0:50] und Ernährungsmedizin.
[0:52] Und Kirsten Frindrop, Redakteurin und Co-Host dieses Podcasts.
[0:56] Einer, der seit Jahren versucht, sein biologisches Alter zurückzudrehen,
[1:00] ist der Multimillionär Brian Johnson.
[1:03] Der ist eigentlich 48, will seinen Körper, aber mit eiserner Disziplin auf den
[1:09] eines 18-Jährigen trimmen. Jede Tablette, jeder Schluck Wasser,
[1:13] jede einzelne Kalorie ist abgestimmt.
[1:15] Er macht nichts, was ihm irgendwie schaden könnte.
[1:19] Ganz ehrlich, das klingt für mich total absurd und nach so gar keinem Spaß im Leben.
[1:25] Oder Anne, wie siehst du das? Ja, das sehe ich ganz genauso,
[1:29] weil Leben ist ja auch nicht nur essen, trinken, bewegen, es sind auch die Gedanken,
[1:36] die wir uns machen und das ist fast schon eine, vielleicht auch sogar neurotische Selbstbeobachtung.
[1:44] Ich hoffe es geht gut ja, also das gesunde Maß braucht auch das gesunde Maß,
[1:50] obwohl ich es dann auch wieder vermessen finde, wenn man manchmal in Social
[1:53] Media solche Kommentare hört ja,
[1:57] ist Schokokuchen das macht gar nichts also es stimmt schon, dass wenn wir etwas
[2:02] essen, sich das unmittelbar auch im Mikrobiometer spiegelt, aber ich finde ja,
[2:09] Es gehört mehr dazu als nur ein Puzzlestück.
[2:13] Die Gesundheit besteht eben auch sehr viel aus geistiger Welt oder auch diesem Geistigen.
[2:21] Und da frage ich mich, das darf dann nicht zu kurz kommen.
[2:24] Also wenn die Gedanken sich nur darum drehen, wie viel Nährstoff hat mein nächster
[2:29] Bissen, dann finde ich, kommt vielleicht was zu kurz.
[2:33] Aber das Schöne ist, jeder nach seiner Fasson soll jeder das tun,
[2:36] womit er glücklich wird. Wenn jeder sagt, ich will mich zu Tode rauchen,
[2:39] wäre das andere extrem, dann...
[2:43] Kann das jeder frei entscheiden. Ja, mir würde das Spontane,
[2:47] der Genuss würde mir fehlen.
[2:49] Also ja, für mich wäre das, glaube ich, nichts. Aber gut, jeder so wie er meint,
[2:53] das hast du gerade vollkommen richtig gesagt.
[2:55] Absolut, absolut. Also die Genuss und die Freude am Leben ist einfach auch sehr wichtig.
[3:01] Also ich kann mir auch vorstellen, dass das sozial sehr einschneidend sein kann.
[3:07] Ich weiß nicht, ob er eine Partnerin hat, die das unterstützt oder einen Partner.
[3:10] Das könnten wir ja vielleicht mal noch rauskriegen.
[3:13] Aber gucken wir uns das Ganze jetzt mal der Reihe nach an. Was passiert denn
[3:17] eigentlich in unserem Körper, wenn wir älter werden?
[3:20] Also Altern ist ja ein ganz hochkomplexer Prozess, der in der modernen Forschung
[3:27] immer mehr berücksichtigt wird.
[3:30] Und lustigerweise ganz kurz, gestern hatte ich einen Patienten von mir im Gespräch,
[3:37] den ich jetzt schon seit über 13 Jahre oder 15 Jahre betreue,
[3:41] der jetzt so Mitte 30, Ende 30 ist.
[3:44] Und der so schön sagte, dieses Schlagwort Longevity, das ist ja eigentlich das,
[3:50] was du seit so vielen Jahren machst.
[3:53] Es hat jetzt nur einfach einen anderen Namen.
[3:56] Und was man aber ganz klar sagen muss, ganz wichtig ist, im Alter nimmt die
[4:03] Fähigkeit der Zelle ab, sich besser zu reparieren.
[4:06] Die DNA wird häufiger geschädigt durch oxidativen Stress, das heißt auch Entzündungsprozesse nehmen zu.
[4:13] Und ein Kernelement des Alters sind die Schäden an den Mitochondrien,
[4:20] also die Zellkraftwerke des Körpers.
[4:22] Wir wissen inzwischen, dass diese Mitochonten auf andere Alterungsmerkmale wie
[4:28] DNA-Schädigung oder auch Telomier-Verkürzung unmittelbar aufhören.
[4:35] Das heißt, die Aufmerksamkeit den Mitochonden gegenüber, die sollte man sehr früh haben.
[4:42] Das kann man ja auch inzwischen schon laborschemisch messen.
[4:45] Was auch wichtig ist, die Alterung ist auch in jenem Körpersystem ein bisschen anders,
[4:54] weil auch Zellen sich sehr schnell erneuern, ist das natürlich dann auch ein
[4:59] Bereich, ein hochaktives Gewebe kann schneller altern. Also das sehen wir an den Hautzellen.
[5:04] Die Haut ist so ein bisschen die ganz ehrliche Haut, die sehr schneller erzählt,
[5:09] wie es um das Altern aussieht.
[5:12] Und auch andere Zellen, wie zum Beispiel Nervenzellen, sind langlebiger.
[5:18] Das heißt, im höheren Alter, wenn wir jetzt so die Gesundheit der Zelle nochmal
[5:22] betrachten, kommt es dazu, dass Zellen in Rente gehen.
[5:28] Also Zellen sterben ab, seneszente Zellen.
[5:32] Es gibt auch den programmierten Zelltod, dass die Zelle sich entscheidet,
[5:36] ich danke ab, um mich nicht selbst zu schädigen.
[5:38] Das Problem ist aber, im Alter werden diese Rentenzellen zu Zombiezellen.
[5:45] Das heißt, sie meandern durch den Körper, durch die Gewebe und sondern dabei
[5:50] Stoffe ab, die zum Beispiel andere Zellen attackieren.
[5:56] Das ist sogar ganz sinnvoll, um Krebszellen abzuservieren, sage ich mal.
[6:02] Im Alter führt es aber leider dazu, dass wir zu viele Zombiezellen haben und
[6:07] es kommt durch das Absondern der Stoffe zu mehr Entzündung.
[6:10] Deswegen nennt man auch einen Prozess des Alterns Inflam-Aging,
[6:16] die Entzündung, die das Altern dominiert. Und damit ist.
[6:21] Hat man eine riesige Auswirkung auch auf viele Organe und Gewebe.
[6:27] Osteoporose ist auch ein entzündlich bedingender Prozess.
[6:31] Und auch die Sargopenie, also schwächer werdende Muskeln.
[6:35] Übrigens sind Muskeln mit das Mitochondrien reichste Gewebe.
[6:39] Übrigens auch Haarfollikel.
[6:40] Also bei Haarausfall denke ich immer gleich nicht nur an Eisenmangel,
[6:44] auch ein wichtiges Thema, sondern auch wie geht es den Mitochondrien.
[6:48] Und behandelt deswegen auch Haarausfall oder solche Symptome immer mit der Genreal.
[6:54] Auch ganz spannend. Und deswegen ist es so wichtig, diese Puzzlestücke zu berücksichtigen.
[7:00] Und nochmal eins, ich sprach ja eben noch von den Kernmerkmalen des Alterns.
[7:06] Die man auch in einer bedeutenden Publikation erstmal zusammengefasst hat,
[7:09] zumindest von dem Stand, den wir heute wissen.
[7:12] Es gehört dazu auch, dass sich die Homöostase in der Zelle verändert,
[7:19] dass Zellen nicht mehr so ausreichend gut Proteine bilden, dass Proteine sich verklumpen.
[7:25] Dass die Autophagie, die Müllabfuhr der Zelle nicht mehr so gut funktioniert.
[7:30] Deswegen kommt dann auch Zellschrott zustande und Entzündungen werden sich leichter
[7:35] den Weg durch den Körper baden können.
[7:39] Und Entzündungskrankheiten sind ja klassische Alterskrankheiten wie Herzinfarkt,
[7:43] Schlaganfall, Diabetes, Demenz und Krebs.
[7:45] Auch interessant ist, dass im Alter die Dysbiose zunimmt, also eine Veränderung
[7:50] der gesund und schlankmachenden Darmbakterien.
[7:54] Und weil der Darm mit allen Organen kommuniziert, also mit dem Gehirn,
[7:59] mit der Leber, mit den Gelenken, mit der Haut und so weiter,
[8:04] hat das natürlich auch eine riesige Auswirkung.
[8:07] Und so kann man eigentlich das Fazit ziehen, dass alles auch wieder unglaublich
[8:13] mit allem verbunden ist und dass vor allem die Darmgesundheit,
[8:16] natürlich auch die Lebergesundheit, aber auch die Zelle,
[8:19] die Mitochornen und die Zelle entscheidend sind, Für unser Altern.
[8:25] Deswegen ist auch dieser alte Tipp, den ich schon immer quasi hatte,
[8:29] seit vielen, vielen Jahren auf die Qualität von Omega-3-Fettsäuren zu achten, wichtiger denn je.
[8:36] Die Go-Health-Studie hat das ja gezeigt, die Substitution von hochwertigen Omega-3-Fürzonen
[8:41] stärkt die Gesundheit im Alter.
[8:44] Und das liegt einfach daran, dass die Zelle, die kleinste Einheit des Körpers,
[8:48] die Membran und die Mitochonnen-Membran gutes Omega-3 brauchen. Interessant.
[8:55] Ja, und Omega-3 gehört ja bei dir zur Standardausrüstung schon.
[9:00] Ja, also Qualitäts-Omega-3.
[9:04] Ganz wichtig. Weil wir werden ja nicht alt, wir werden ranzig.
[9:08] Wie Öl. Wir oxidieren. Oxidation ist der Alterungsprozess.
[9:13] Und wenn man natürlich ranziges Fett in den Körper bringt, oxidierte Fette,
[9:18] schlechte Fette, geht das natürlich schneller vorwärts.
[9:21] Auch ein interessantes Thema, vielleicht mal für einen Podcast. Ist notiert.
[9:26] Telomere. Dieser Begriff taucht
[9:28] auch immer wieder auf, wenn es um den Alterungsprozess geht. Was ist das?
[9:32] Also die DNA in der Zellmembran, unser genetisches Material,
[9:39] muss ja verpackt werden, damit es auch einen gewissen Schutz hat.
[9:43] Und es ist verpackt in den Chromosomen.
[9:46] Und die Telomere, das sind die Enden der Chromosome. Das kommt also aus dem
[9:51] Altgriechischen von Telos und Meros, also das Ende, der Teil am Ende.
[9:57] Und das sind quasi wie kleine Schnürsenkelkappen, die an den Enden der Chromosomen
[10:05] sitzen und die sich mit jeder Zellteilung etwas ausfransen, so wie ein Schnürsenkel ausfransen kann.
[10:12] Und man geht auch davon aus, dass es eine natürliche Limitation gibt,
[10:17] wie oft sich eine Zelle teilen kann.
[10:20] Das nennt man die sogenannte Hayflick'sche Grenze, das Hayflick Limit nach einem
[10:24] US-amerikanischen Alterungsforscher.
[10:27] Das heißt, wenn eine Zelle sich etwa 50 Mal geteilt hat, dann isch over.
[10:33] Dann geht sie in Rente oder stirbt in Tod, aber das ist halt auch eine Limitation.
[10:38] Deswegen gehen innovative Altersforschungen und auch präventiv-medizinische
[10:44] Aspekte natürlich in den Gedanken, wie kann ich die Telomere-Verkürzung über die Zeit verwenden.
[10:52] Stabil halten und verlangsamen. Und da kommt wieder interessanterweise auch
[10:58] die Stärkung der Mitochondrien ins Spiel oder auch kalorische Restriktionen und so weiter.
[11:04] Wir hatten jetzt sehr, sehr viele Begriffe, auch wie Autophagie und so weiter.
[11:08] Die werden wir natürlich im Laufe dieser Longevity-Folgen, die wir auch noch
[11:11] planen, weiter erklären, weil die wahnsinnig interessant und auch sehr wichtig sind für Longevity.
[11:17] Wir hatten jetzt eben noch das Thema Muskelmasse. Das ist natürlich auch wahnsinnig
[11:21] wichtig, um gut älter zu werden und lange gesund und fit zu bleiben.
[11:26] Und dazu planen wir natürlich auch nochmal einzelne Folgen zum Thema Sport und
[11:30] Bewegung. Also da könnt ihr euch auch schon mal drauf freuen.
[11:33] Anne, die große Frage, altern Frauen anders als Männer?
[11:38] Es ist so, natürlich altert auch jeder Mensch anders als der andere.
[11:43] Aber es ist leider so, dass Männer nicht so lange leben wie Frauen.
[11:48] Also Frauen werden im Schnitt ja sechs Jahre älter.
[11:51] Die Lifespan, die Lebensspanne ist also länger und es gibt Hinweise auf ein
[11:57] unterschiedliches biologisches Alterungsmuster, das muss man wirklich sagen.
[12:01] Also was passiert bei Frauen?
[12:03] Treten zum Beispiel die meisten altersbedingten Augenkrankheiten früher auf als bei Männern.
[12:09] Die Reaktionsfähigkeit lässt deutlich früher nach und auch die Gebrechlichkeit
[12:15] setzt in jüngerem Alter ein als bei Männern.
[12:19] Auch sollten die körperliche Leistungsfähigkeit und der Gesundheitszustand alter
[12:23] Männer häufig besser sein als die der gleichheitlichen Frauen.
[12:27] Also Stichwort Healthspan. Es geht ja nicht nur darum, jetzt irgendwie ewig
[12:31] alt zu werden, sondern wir wollen ja eigentlich die Healthspan,
[12:35] die gesunde Lebensspanne verlängern.
[12:38] Also wir wollen nicht gebrechlich werden. Wir wollen nicht abhängig werden.
[12:42] Wir wollen keine Pflegestufe.
[12:44] Darum geht es. Ja, ja.
[12:48] Man muss sagen, was man zum jetzigen Zeitpunkt weiß, danach sind die kürzeren
[12:53] Lebenserwartungen bei Männern und
[12:55] der Alterungsprozess wahrscheinlich zwei voneinander unabhängige Dinge.
[13:01] Und man muss sie eigentlich auch untersuchungstechnisch deswegen differenziert
[13:05] voneinander betrachten.
[13:06] Also demnach prägt nicht nur das Altern des früheres Sterben wohl bei Männern,
[13:10] sondern auch die Neigung zum risikoreicheren Verhalten.
[13:14] Also die Männer raus auf die Jagd, haben auch oft risikoreichere Berufe und
[13:21] auch manchmal ein höheres Stresslevel.
[13:25] Das gehört da alles mit rein. Und aber auch die Auswirkung der Hormonausstattung,
[13:31] also die Auswirkung des höheren Testosteronspiegels, der auch auf das Immunsystem wirkt.
[13:37] Und wir wissen, wie wichtig das Immunsystem auch Entzündungsprozesse lenkt und
[13:42] damit auch den Körper anfällig macht.
[13:44] Sowohl für Infektionen als auch für immunologisch wichtige, relevante Prozesse.
[13:51] Und so wird da ein Schuh draus. Also vor allen Dingen auch dieses risikobetontere Leben.
[14:01] Also wenn wir einfach nur 100 Jahre zurückdrehen oder 200 Jahre,
[14:05] ich glaube, dann wird es sehr leicht auch ablesbar, warum das wohl noch so sein kann.
[14:12] Ist aber bestimmt mit großer Spannung zu erwarten, was sich noch zeigt an genetischer
[14:17] Beschaffenheit, an auch vielleicht ganz banalen Unterschieden im Mikrobiom, wer weiß.
[14:23] Also es ist ja klar, dass wir eigentlich noch nichts wissen.
[14:27] Ich gehe immer davon aus, dass
[14:29] man in ein paar hundert Jahren so viel weiter sein wird als wir heute.
[14:34] Und deswegen ist es so wichtig auch, ja, innovativ zu denken und mutig zu sein
[14:40] im Denken. sich neue Dinge vorzustellen.
[14:43] Ja, das ist wohl wahr. Und die Sachen, die wir wissen, die geben wir hier im
[14:47] Podcast aber natürlich kund, sodass alle immer auf dem relativ neuesten Stand sind.
[14:51] Anne, ab wann geht denn das Altern eigentlich los? Also man sagt ja so ganz allgemein schon ab 30.
[14:57] Na, wahrscheinlich schon ab Tag 1 der Geburt. Wirklich?
[15:02] Nein, aber Scherz, die Uhr läuft ab Tag 1.
[15:06] Nee, aber was ich immer so hoffe, dass uns sehr, sehr viele auch schon sehr
[15:11] junge Menschen zuhören,
[15:13] weil ich mir eigentlich gewünscht hätte, dass ich dieses Wissen,
[15:17] was ich heute habe oder diese Infos, die ja sehr solide sind und nicht irgendein Geschnatter,
[15:24] schon gewusst hätte mit 2025.
[15:28] Weil nur mal ein Beispiel, die Knochensubstanz bildet sich bis zum 30. Lebensjahr aus.
[15:35] Das heißt, bis zum 30. Lebensjahr hat man so viele Chancen, Osteoporose,
[15:40] einen riesigen Alterungsfaktor vorzubeugen.
[15:45] Und deswegen finde ich es so wichtig, dass man wirklich schon in diesen jungen
[15:51] Jahren viel für seine Gesundheit tut und auch die Knochengesundheit zum Beispiel auf dem Radar hat.
[15:58] Wir wissen aber auch, dass schon mit 20, 25 bestimmte Körperfunktionen sich verändern.
[16:04] Also zum Beispiel Lungenvolumen, Hörvermögen.
[16:08] Natürlich, wenn ich jetzt jedes Wochenende in der Disco bin und dann möglichst
[16:14] nah am Lautsprecher, dann altert das Öhrchen noch entsprechend schneller.
[16:19] Ich habe auch mal zu einem meiner Patenkinder gesagt, du, es gibt jetzt schöne bunte Hörgeräte.
[16:24] Also auf das Gehör sollte man natürlich auch Acht geben.
[16:29] Aber auch die Hautelastizität nimmt langsam ab.
[16:32] Ab Mitte 50 geht das Ganze ziemlich schneller.
[16:36] Also man merkt dann, der Muskelabbau geht flotter, wenn man sich nicht bewegt, die Fettzunahme.
[16:42] Und auch vor allen Dingen auch Frauen in der Perimenopause, Menopause sehen
[16:47] das oft auch an der Haut. Also wenn man da mal so ein bisschen am Unterarm guckt,
[16:50] kommen dann doch ein bisschen mehr Fällchen zum Vorschein.
[16:55] Manchmal geht auch, finde ich, Altern so in großen Sprüngen.
[16:59] Also als würde man manchmal so in den Spiegel gucken und sagen,
[17:02] aha, da ist jetzt aber ganz viel über Nacht passiert.
[17:05] Ja, aber letzten Endes muss man sagen, auch gerade diese Phase,
[17:10] um schon gut vorzubeugen, halte ich für einen sensiblen Punkt so schon ab Mitte
[17:15] 20 bis 30 auch vor allen Dingen die Knochen nicht zu vernachlässigen.
[17:19] Und wir wissen ja, die Knochen sind nicht nur wichtig für die Knochen.
[17:22] Die haben eine unglaubliche Relevanz. Die produzieren sogar Hormone,
[17:27] sind Bildungsstätten für unsere Blutzellen.
[17:31] Und die Hormone sind sogar wichtig für die Gehirngesundheit.
[17:35] Insofern sind starke Knochen auch sogar Demenzprävention.
[17:40] Und das finde ich so unglaublich, wie man eigentlich sagen muss,
[17:45] je mehr man sich mit dem Körper beschäftigt, Und das mache ich ja seit Jahren
[17:49] intensiv, auch jetzt in der Fertigstellung meines neuen Buches.
[17:53] Ich hoffe, es kommt irgendwann mal zur Welt, dass ich wirklich nur noch am Staunen
[17:58] bin, wo wer alles mitmacht.
[18:01] Also, dass die Nase an der Blutdruckregulation beteiligt ist.
[18:05] Also, das ist so unglaublich, was der Körper alles macht.
[18:09] Und deswegen bin ich mit großer Freude und Neugier dabei und hoffentlich noch
[18:13] lange dabei, um das noch viel, viel mitzubekommen und viel direkt für die Menschen umzusetzen, ja.
[18:20] Was ist denn dann dein großer Tipp für junge Leute, wenn du sagst,
[18:24] die müssen schon anfangen? Also Sport, Krafttraining, das sind so die beiden Schlagwörter.
[18:28] Ich meine Longevity hinter diesem modischen, coolen Wort.
[18:35] Das ist ja eigentlich nichts anderes als, kümmere dich eigentlich um eine personalisierte
[18:41] Präzisionsmedizin, ohne neurotisch durchzudrehen.
[18:44] Und achte auf eine bewusste, ausgewogene, vielfältige Ernährung mit hohem Pflanzenanteil.
[18:51] Guck, dass du dich ausreichend bewegst, auch in einer Form, die einem Freude macht.
[18:57] Wenn es einem Freude macht, dann wird man dabei bleiben.
[19:01] Dann gehört dazu die Schlafqualität und Quantität.
[19:04] Ausreichend langer, ausreichend tiefer Schlaf und natürlich der Umgang mit Belastung im Alltag.
[19:12] Es heißt jetzt nicht Stress und Leistung aus dem Weg zu gehen,
[19:16] sondern eher, wie gehe ich damit um und wie sorge ich im Alltag für bewusste
[19:21] Inseln der Entspannung.
[19:24] Und das ist schon mal die Kernaufgabe.
[19:28] Und essen muss jeder, trinken muss jeder.
[19:32] Das sind Dinge, die kann man ohne großen Mehrkostenaufwand machen.
[19:36] Dann würde ich aber gleichzeitig auch schauen, wie sieht meine Nährstoffversorgung
[19:40] aus von Vitamin D, Magnesium,
[19:43] Wie sieht meine Versorgung aus mit Omega-3, B-Vitaminen und wenn man sich pflanzlich ernährt,
[19:50] da muss man besonders streng auf die Nährstoffversorgung achten,
[19:53] weil hier sehe ich auch sehr, sehr viele Mangelversorgung, vor allen Dingen
[19:57] an Jod, Selen oder auch Folsäure und den B-Vitamin Omega-3 auch.
[20:04] Aber weil Selenmangel macht die Schilddrüse schlapp.
[20:08] Jodmangel ist hochrelevant auch für die Schilddrüse, aber auch zur Vorsorge von Krebs.
[20:13] Also wenn jemand kein Fisch isst oder keine Jodnahrungsergänzung,
[20:19] Jodsalz reicht dafür nicht aus.
[20:21] Und wenn man auch allein weiß, wie wichtig Eisen ist, junge Frauen oder auch
[20:26] Frauen, die noch die Menstruation haben, die wissen das, wenn man eine starke
[20:30] Blutung hat, dann hängt man oft sehr schlapp irgendwie in der Ecke.
[20:35] Das Problem ist, dass es aber ganz massiv auch auf die Mitochonten geht.
[20:41] Und nur mal ein Beispiel, ich will jetzt nicht zu weit weg schwimmen,
[20:44] aber die mitochondriale Gesundheit wird ja mütterlich vererbt.
[20:48] Das heißt, die Qualität der Mitochonten, da hat nur die Mama was mit zu sagen.
[20:53] Und leider, die Mitochonten des Spermiums werden nicht berücksichtigt.
[20:57] Das heißt, unsere mitochondriale qualitative Ausstattung bekommen wir von der Mama. Ja.
[21:03] Und deswegen, wenn zum Beispiel schon von der Mutterlinie starke Migräneattacken da sind,
[21:10] Müdigkeit, also auch klare Indizien, dass es hier eine mitochondriale Störung geben kann,
[21:17] weil das auch manchmal schon von den Symptomen auf der Hand liegt,
[21:20] dann wäre man schon sehr jung gut damit beraten, auf seine Mitochondrien Acht zu geben.
[21:26] Das heißt, die Mitochondrien lieben natürlich qualitativ guten Sprit,
[21:32] zum Beispiel gute Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsteil.
[21:37] Was Mitochondrien sehr, sehr schwächt, ist auch zum Beispiel Umweltgifte, Geschirrspülmittel.
[21:44] Also einer meiner Professoren früher hatte schon ein Pionier der Fettforschung
[21:50] festgestellt in einem Untersuchungstest an meiner Uni,
[21:53] wie Geschirrspülmittel die Zellmembranen, die Omega-3-Fettsäuren beschädigt.
[21:59] Das heißt, wenn ich jeden Tag meine Hände in Geschirrspülmittel tauche,
[22:04] ich meine, das haben wir alles gemacht, weil ich gedacht habe,
[22:07] wozu die Plastikhandschuhe.
[22:10] Und man hat jetzt eine schlechte mitochondriale Ausstattung.
[22:14] All das zahlt sich so aus, beziehungsweise negativ wie positiv.
[22:19] Und natürlich ist wichtig auch die Nährstoffversorgung und aber auch die Gedanken,
[22:23] die man hat. Also wenn jemand die ganze Zeit nur in negativen Gedanken brummt,
[22:28] tut er eilig seiner Gesundheit überhaupt keinen Gefallen.
[22:33] Das war jetzt ein bisschen lang, sorry, aber ich hoffe sehr aufschlussreich.
[22:38] Ja, immer aufschlussreich und es ist einfach ein Gesamtpaket,
[22:42] worauf wir aufpassen müssen und was wir im Auge behalten müssen.
[22:45] Und genau deswegen sprechen wir ja auch so ganzheitlich drüber.
[22:48] Ja, und das muss man auch sagen, was wir hier jetzt auf dem Podcast besprechen, ist auch Avantgarde.
[22:55] Das ist jetzt leider, und das wäre mein großer Traum, dass das medizinischer
[23:00] Standard wäre. Es würde sehr viel kostenlangfristig für das Gesundheitssystem sparen.
[23:05] Über die Gesundheitsreform reden wir besser nicht.
[23:08] Da kriege ich gerade dann wirklich schlechte Laune.
[23:12] Oder auch wenn man das Kliniksterben gerade sieht, gerade heute auch gehört,
[23:15] in Hamburg wird eine kleine, sehr, sehr gute Klinik geschlossen werden müssen.
[23:20] Das sind alles keine guten Zeichen. Das heißt, es kommt wirklich darauf an,
[23:25] dass wir selbst unsere Gesundheit in
[23:27] die Hand nehmen. und auch da eigenverantwortlich das Beste draus machen.
[23:31] Legen wir los. Dann braucht man auch weniger Arzt.
[23:35] Dann kommen wir zur Longevity. Also wie bleiben wir möglichst lange leistungsfähig,
[23:40] selbstständig und geistig fit, verlängern also unsere Healthspan,
[23:43] also Gesundheitsspanne.
[23:45] Da ist immer wieder die Rede vom sogenannten biologischen Alter, dem Bio-Age.
[23:49] Was ist damit gemeint? Also wir können jetzt nochmal das Beispiel nehmen des
[23:53] Brian Johnson, denn wir haben ja hier klaren Unterschied zwischen dem biologischen
[23:58] Alter und dem chronologischen Alter.
[24:01] Sein chronologisches Alter ist 48, also so alt ist er nach dem Pass seit seiner
[24:08] Geburt. Das biologische Alter will eher ehrgeizig auf 18 Jahre runterschrauben.
[24:14] Das heißt, eigentlich den tatsächlichen Abnutzungsgrad der Körperzellen,
[24:21] der Gewebe, also wie alt die Zellen sind, die Gefäße und Organe wirklich erscheinen,
[24:26] das möchte er runterschreiben.
[24:28] Also nur mal ein Beispiel, wir hätten jetzt zwei Menschen, die sind beide 50
[24:31] Jahre alt, die eine Person läuft noch Halbmarathon, die schläft gut,
[24:36] die nimmt keine klassischen Medikamente ein wie Statine oder Blutdruckmittel,
[24:41] hat auch umfassend kontrolliert, innovativ gemessene normale Blutwerte.
[24:46] Und der andere im gleichen Alter kämpft mit Übergewicht, Bluthochdruck,
[24:50] Diabetes und ist schnell müde.
[24:52] Chronologisch sind die beiden 50, feiern beide den 50.
[24:56] Geburtstag. Aber biologisch ist der eine eher 40 und der andere geht eher auf die 70 zu.
[25:04] Und man muss auch sehen...
[25:07] Dieses biologische Alter ist immer eine grobe Schätzung.
[25:10] Das ist kein absoluter Wert. Da gibt es inzwischen verschiedene Modelle,
[25:14] die unterschiedliche Aspekte von Alterung erfassen.
[25:18] Also zum Beispiel, wie alt sind die Gefäße geschätzt? Wie alt ist der Immunstatus geschätzt?
[25:24] Oder man kann sogar das epigenetische Alter inzwischen evaluieren.
[25:31] Das ist alles noch in den Kinderschuhen, aber da tut sich eine Menge.
[25:35] Und wir können das biologische Alter ja tatsächlich messen, so wie Brian Johnson
[25:39] das ja auch immer wieder tut, um zu gucken, ob er irgendwann bei seinen 18 Jahren ankommt.
[25:43] Wie geht das? Mit welchen Mitteln? Also interessanterweise mit diesen Instrumenten
[25:49] arbeite ich auch jetzt schon seit Jahrzehnten eigentlich zu dem,
[25:52] was man damals schon hatte.
[25:55] Also erst mal eine vernünftige Analyse, dann der Body Mass Index,
[25:59] die Knochendichte, die Körperzusammensetzung, die Muskelkraft kann man ja auch messen.
[26:07] Dann kann man auch mit innovativen Fragebögen zum Beispiel erfassen,
[26:11] wie sieht es mit dem Gedächtnis aus, wie sieht es mit der Konzentration aus,
[26:14] wie emotional stabil ist jemand.
[26:17] Man kann auch, und das machen wir auch in der Praxis, den Immunstatus evaluieren.
[26:23] Die meisten sagen zwar, ich habe ein gutes oder schlechtes Immunsystem,
[26:26] es wird aber eigentlich viel zu selten machen, da muss man gar nicht viel machen.
[26:30] Innovativ geguckt, gibt es da eine kleine Verschiebung und vor allen Dingen
[26:35] daraus auch eine Konsequenz ableiten, nur irgendwelche Laborwerte abnehmen,
[26:40] ist dann auch Blödsinn, wenn man nicht weiß,
[26:43] was leite ich denn daraus wirkungsvoll für den Menschen ab.
[26:47] Dann natürlich auch die relevanten Blutwerte, Blut, Bild, Leber, Nierenwerte.
[26:54] Aber auch innovative Marker wie Nährstoffversorgung, Lungenfunktionstest,
[27:01] kardiovaskuläre Evaluation, also zum Beispiel Belastungs-EKG,
[27:05] Blutdruckmessung und natürlich auch Gebrechlichkeitsfaktoren kann man auch inzwischen messen.
[27:12] Also wie ist die Handkraft, wenn jemand mit 60 eine eingeschränkte Handkraft
[27:16] hat. Den Vorteil dieser sehr einfach durchzuführenden klassischen Tests ist,
[27:22] sie sind relativ günstig.
[27:24] Der Nachteil ist, sie sind noch relativ grob.
[27:30] Sie erfassen das Altern erst dann, wenn es vielleicht schon passiert ist.
[27:34] Ja, deswegen finde ich, ist das schon sinnvoll, einen Menschen nicht als ein
[27:41] Puzzlestück zu sehen, sondern diese kleinen einzelnen Puzzlestücke zu betrachten
[27:45] und dann auch immer abzugleichen, wie geht es denn diesen Menschen.
[27:48] Heute haben wir noch andere Instrumente, die sogenannten epigenetischen Uhren,
[27:55] die messen chemische Veränderungen an der DNA und schätzen dann anhand von speziellen
[28:02] Mustern das biologische Alter.
[28:05] Und wenn man jetzt nochmal sich fragt, was ist denn eigentlich Epigenetik?
[28:08] Die Epigenetik bedeutet von altgriechisch Epi, neben, also was passiert außerhalb der Gene?
[28:16] Das heißt, wie verändert sich ein Gen? Wie wird das an- oder abgeschaltet?
[28:22] Und das geschieht über Methylierungsprozesse an der DNA und die sind beeinflussbar
[28:29] durch das, was wir essen, wie wir uns bewegen, wie wir schlafen, wie wir denken.
[28:34] Und was ich unfassbar interessant finde, Kirsten, ist der Fakt.
[28:39] Unsere Epigenetik wird sogar weiter vererbt.
[28:41] Das heißt, was wir tun, geht epigenetisch in die nächste Generation.
[28:47] Also an alle noch werdenden Eltern,
[28:50] Und überlegt den Lebensstil, es geht in die Generationen weiter.
[28:56] Das finde ich interessant.
[28:57] Und die Gene machen letzten Endes nur 15 Prozent dessen aus.
[29:04] Und die Frage ist, was machen die Gene mit uns? Aber die spannende Frage,
[29:08] die die Epigenetik beforscht, was machen wir aus unseren Genen?
[29:13] Und weil ich gerade eben noch so einen Begriff genannt habe,
[29:16] DNA-Mythilierung, das muss man sich so vorstellen, eine Methylgruppe für alle,
[29:21] die die Chemie gerne gehabt haben, also ein Kohlenstoffatom mit drei Wasserstoffatomen,
[29:27] das wird dann an eine Stelle an der DNA angehängt.
[29:32] Und je mehr dieser Methylgruppen an bestimmten Stellen sitzen.
[29:36] Umso mehr wird dieses Gen stumm geschaltet.
[29:40] Und so können wirklich bestimmte Gene eingeschaltet aus oder ein bisschen leiser gedreht werden.
[29:48] Und das ist hochspannend. Und inzwischen hat man auch verschiedene Arten von
[29:53] epigenetischen Uhren. Genau, erklär uns das mal.
[29:57] Ja, da gibt es zum Beispiel eine erste Generation, die sogenannte Horvath-Uhr.
[30:01] Die korreliert stark mit dem chronologischen Alter und gibt so erste Hinweise
[30:06] auf Krankheitsrisiken.
[30:08] Inzwischen gibt es schon eine zweite Generation.
[30:11] Das eine nennt sich Phäno-Age. Die berechnet sich aus klinischen Blutwerten
[30:16] dann zu einem physiologischen Alter.
[30:19] Das liegt deutlich über dem Kalenderalter und zeigt auch das Risiko für Erkrankungen.
[30:25] Oder eine frühere Sterblichkeit.
[30:27] Dann gibt es auch noch eine, die nennt sich Crim Age. Das ist,
[30:32] dass man da die DNA-Mütilierung als indirekten Marker nutzt und dann auch Entzündung,
[30:39] Gefäßgesundheit und Sterblichkeit evaluieren kann.
[30:42] Das verbessert die Vorhersagekraft noch weiter.
[30:46] Und dann gibt es auch solche Dinge wie die Tempouhr, da wird nicht das biologische
[30:52] Alter in Jahren, sondern das Tempo der Alterung gemessen.
[30:55] Also man sieht, hier gibt es viele, viele Ansätze, die versuchen,
[31:00] die biologische Alterung zu messen, inzwischen sogar auf Ebene von einzelnen Zelltypen.
[31:08] Aber wichtig, was ich ja auch nochmal sagen will, ist, wenn jetzt eine epigenetische
[31:13] Uhr anzeigt, zum Beispiel drei Jahre weniger,
[31:17] dann heißt es lediglich, dass das Mytylierungsmuster der DNA eher dem Durchschnitt
[31:22] von Menschen ähnelt, die drei Jahre jünger sind.
[31:25] Also das heißt nicht automatisch, dass man jetzt drei Jahre Lebenszeit gewonnen
[31:29] hat oder dass man jetzt garantiert drei Jahre länger lebt.
[31:32] Es ist einfach ein statistisches Risikoindukator-Instrument,
[31:37] aber jetzt kein exakter Lebenszeitmesser.
[31:41] Und ich muss auch so sagen, wie will man das jetzt auch beurteilen?
[31:45] Das Ganze hat eine gewisse Stärke, ja, man hat eine bessere Vorhersagekraft
[31:50] und kann auch altersbedingte Erkrankungen ein bisschen einkreisen.
[31:54] Es ist objektiv und messbar, auch anhand von Blutwerten.
[32:00] Es gibt aber auch klare Schwächen. Es ist wirklich relativ teuer.
[32:05] Es ist nicht überall verfügbar.
[32:07] Dann je Uhr misst man unterschiedliche Dinge.
[32:11] Das heißt, man kann die auch nicht so gut vergleichen. Man weiß auch nicht so
[32:15] ganz, wie ist die Kausalität.
[32:17] Und es sind auch noch keine standardisierten Referenzwerte vorhanden.
[32:21] Es werden noch nicht alle Aspekte des Alterns erfasst.
[32:24] Das heißt, das Fazit, was man sagen muss, ja, es ist ein sehr fortschrittliches
[32:29] Instrument, um anderen einzuschätzen.
[32:32] Und sie sind sinnvoll sicher als Ergänzung zu klassischen Messmethoden,
[32:37] aber sie ergänzen das nicht vollständig.
[32:40] Deswegen für die Praxis finde ich das einfach schon mal clever,
[32:45] wenn man mit dem normalen ABC der klassisch innovativen Prävention,
[32:51] wie eingangs gesagt, loslegt.
[32:54] Und epigenetische Uhren, also das
[32:56] hat mit einer Uhr, die wir am Handgelenk tragen, natürlich wenig zu tun.
[32:59] Nein, das ist einfach nur eine Metapher.
[33:04] Und ansonsten wird das aber ganz normal übers Blut gemessen oder sind das Gentests?
[33:08] Das sind ganz verschiedene Faktoren, die da einfließen.
[33:14] Bei dem einen fließt Hb1c ein, bei dem anderen andere Blutmarker.
[33:19] Also gibt ja sehr viele Blutmarker, allein auch für den Gefäßstatus den Entzündungsstatus
[33:25] des Gefäßes kann man messen, aber den kann man auch messen ohne jetzt alles
[33:29] im Detail, alle Faktoren für eine Typ,
[33:33] Uhr zu bestimmen. Welche Ärzte machen das denn?
[33:38] Naja, ich glaube, das ist hier in Deutschland noch gar nicht so weit verbreitet.
[33:42] Aber wir machen in unserer Praxis wirklich die klassischen innovativen Marker.
[33:49] Also zum Beispiel, du kannst ja im Gefäß auch einen LPA2 Marker bestimmen und
[33:55] weißt, ob du in deinem Blutgefäß eine kleine Entzündung hast.
[33:58] Oder du bestimmst auch eine intima Mediadicke, weißt, ob das Blutgefäß verdickt ist.
[34:03] Und das sind zum Beispiel Dinge, die sind viel, viel kostensparender.
[34:08] Also es gibt zum Beispiel auch Möglichkeiten, jetzt solche epigenetischen Uhrentests
[34:14] auch sich messen zu lassen, aber da bist du dann in einem ganz anderen Preissegment.
[34:23] Wie ist es denn? Können wir unser biologisches Alter denn tatsächlich direkt
[34:27] beeinflussen, so wie Brian Johnson das versucht?
[34:30] Und wie würde das funktionieren? Was sind so die Basics?
[34:34] Also ich würde es jetzt nicht in dieser Form wie er machen, aber natürlich können
[34:39] wir durch unsere Lebensstilentscheidungen Tag für Tag unser biologisches Alter beeinflussen.
[34:44] Vor allen Dingen, es soll ja nicht sein, dass wir alt sind, sondern wir wollen ja gesund sein.
[34:51] Also das muss doch das Ziel sein, gesund und vital zu altern und ein erfülltes, gutes Leben zu haben.
[34:57] Und da gehört die Ernährung dazu, da gehört die Bewegung dazu,
[35:00] da gehört Schlaf- und Stressmanagement dazu.
[35:03] Das heißt, es gibt jetzt nicht die eine Pille oder die eine Lebensstilformel,
[35:08] die ist immer individuell, aber es zeichnet sich ein klares Muster ab,
[35:12] das aus einer Ernährung, die sehr, sehr vielfältig ist, die einen hohen Pflanzenanteil
[35:17] hat, viel Gewürze, viel Kräuter,
[35:20] die nährstoffdicht ist.
[35:23] Aus der Gewichtsregulation, also dass man auch Normalgewicht anstrebt,
[35:28] viel Bewegung, ausreichend Schlaf, das biologische Alter messbar verlangsamt.
[35:33] Kann, in manchen Fällen sogar belegterweise teilweise umkehren kann.
[35:38] Das ist eine tolle Nachricht. Also hier gibt es auch spannende Studienfaktoren.
[35:43] Zum Beispiel hat man vor wenigen Jahren mit gesunden Männern im Alter von 50
[35:49] bis 72 Jahren ein achtwöchiges Programm gemacht aus einer vielfältigen,
[35:54] ausgewogenen Ernährung,
[35:56] hat mediterrane Kost, mehr Bewegung, Stressreduktion und auch einer entsprechenden,
[36:03] Supplementation von Nährstoffdefiziten hat sich eine durchschnittliche Verjüngung
[36:07] des epigenetischen Alters bis zu drei Jahren gezeigt im Vergleich zur Kontrollgruppe.
[36:14] So, jetzt guckt man mal, das sind nur acht Wochen.
[36:17] Das ist, finde ich, schon eine ganze, ganze Menge.
[36:20] Und wir wissen auch, dass gerade eine anti-entzündlich-darmgesunde Ernährung,
[36:25] also wie ich sie auch interessanterweise schon seit vielen Jahren immer wieder empfehle,
[36:30] also viel Gemüseanteil, hoher Ballaststoffanteil, hochwertige Omega-3-Fettsäuren,
[36:36] nicht nur, auch jetzt in Studien kontrolliert, Entzündungsmarker wie das CAP
[36:40] senkt, sondern auch solche epigenetisch wichtigen Faktoren, wie die Cholesterinwerte
[36:47] positiv beeinflusst, aber auch den Blutzucker stabil hält.
[36:50] Und das sind alles wichtige Puzzlestücke.
[36:53] Deswegen altern ist immer multifaktoriell und deswegen kann man,
[36:59] glaube ich, sehr, sehr viel erreichen, wenn man an den kleinen Schräubchen immer
[37:04] ein bisschen dreht und sich auch nicht so überfordert.
[37:07] Sondern das heute schon mal mitnehmen.
[37:09] Und was ich auch noch sagen will, ist, das biologische Altern hat jetzt auch
[37:13] nichts mit irgendwie reinem Wollen oder Willenskraft zu tun.
[37:18] Es ist auch immer ein Punkt, dass auch die soziale Komponente da eine Riesenrolle spielt.
[37:26] Also ich glaube, jemand, der stark vereinsamt ist, der nicht so ein gutes soziales
[37:31] Setting hat, der ist auch in einer Situation, die man auf dem Radar haben sollte.
[37:41] Weil die soziale Komponente ist unglaublich wichtig für gesundes Altern.
[37:46] Das ist existenziell wichtig, der Kontakt von Mensch zu Mensch.
[37:51] Das ersetzt auch, finde ich, immer nicht ein digitales Meeting.
[37:55] Aber das ist bekannt. Das ist auch ein ganz wichtiges Mittel,
[38:00] um vor Demenz und Depression zu schützen.
[38:02] Und wir wissen ja auch, dass Depression Demenz fördert.
[38:04] Insofern ist die soziale Medizin ganz wichtig für uns.
[38:11] Wer darüber hinaus dann aber doch noch was einnehmen will, es gibt unfassbar
[38:17] viele Nahrungsergänzungsmittel, die uns ein längeres gesundes Leben versprechen.
[38:22] Darum wird es in einer späteren Longevity-Folge gehen, die sogenannten Smart Supplements.
[38:28] Da klären wir, wie und mit welchen Mitteln wir den Alterungsprozess verlangsamen bzw.
[38:33] Umkehren und anhalten können.
[38:36] Das Altern in unserem Körper hängt ja ganz viel, hast du am Anfang auch gesagt,
[38:39] mit chronischen Entzündungen zusammen.
[38:41] Welche Erkrankungen können denn tatsächlich lebensverkürzend wirken?
[38:47] Also klassisch die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfalt, Schlaganfall,
[38:51] der viele Menschen so aus dem Leben reißt.
[38:55] Chronische Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, Depressionen.
[39:00] Ich meine, Depression reißt eigentlich gleich aus dem Leben,
[39:03] aber irgendwo dann auch wieder schon.
[39:06] Und deswegen ist es so wichtig, die Entzündung zu verstehen als natürlich erstmal
[39:13] etwas, was der Körper physiologisch natürlich macht, um uns wie immer zu schützen.
[39:18] Wenn wir uns verletzen, macht er eine Entzündung. Wenn sich ein Kind am Knie
[39:22] schürft, macht er eine Entzündung.
[39:24] Aber wenn die Entzündung nicht zum Stillstand kommt,
[39:29] durch verschiedenste Einflüsse oder sei es nur zum Beispiel auch einen chronischen
[39:34] Zahnherd, der vieles im Körper ohne das Zahnschmerzendasein Schmerzendasein
[39:39] müssen, anstachelt, dann ist es ein unglaublicher Krankheitstreiber.
[39:44] Ähnlich auch wie die Entzündung des Zahnfleisches, wo wir heute wissen,
[39:47] wie wichtig auch hier dieses Thema ist.
[39:51] Deswegen Entzündungen frühzeitig zu erkennen und das kann man eben auch über
[39:55] innovative Labormarker, aber nicht nur Labormarker über entzündliche Symptome,
[40:01] also wenn jemand immer Augenbrennen hat, Hautjucken hat,
[40:05] Blähungen hat, todmüde ist, Reizdarmbeschwerden hat.
[40:10] Das sind alles kleine Entzündungsteile und man muss auch sagen,
[40:14] dass viele, viele Menschen daran leiden.
[40:17] Und da muss man jetzt auch nicht in die Angst gehen. Wir wissen ja,
[40:20] Angst ist nicht unser bester Berater.
[40:22] Sondern überlegen, was kann ich im heutigen
[40:25] und jetzt tun, um ein bisschen anti-entzündlicher, darmgesunder zu leben.
[40:30] Mit den genannten Komponenten.
[40:34] Ich würde jetzt gerne noch mal, weil es ja doch recht viel war heute, alles zusammenfassen.
[40:38] Wie müsste ein Leben denn optimal verlaufen, damit wir maximal und gesund alt
[40:45] werden können? Vom Baby bis zum Greis. Vielen Dank.
[40:48] Also ich glaube, es gibt für jeden eine eigene Antwort.
[40:53] Der eine sagt, ich möchte unbedingt sehr alt werden, nicht gebrechlich sein,
[40:57] damit ich Kinder und Enkelkinder lange sehen kann.
[40:59] Ein anderer würde sagen, ich möchte das und das machen, ich möchte gerne lange surfen.
[41:04] Wenn mich dann die Welle schnappt und ich dann weg bin, ist auch gut.
[41:08] Jeder hat ja so eine andere Formel vielleicht schon in seinem Köpfchen.
[41:14] Also was ist wichtig? Natürlich freut sich jeder von uns, wenn er gute Gene
[41:19] hat, aber dieses können wir uns nicht aussuchen.
[41:22] Aber Gene machen ja zum Glück nur 15 Prozent etwa aus.
[41:26] Ich glaube, ganz wichtig ist diese gute soziale Umgebung.
[41:29] Wie bin ich gebettet? Habe ich eine liebevolle erste Zeit im Leben erfahren?
[41:37] Auch das ist schon mal eine unglaublich tolle Prägung, wenn man ein Urvertrauen
[41:41] hat in das Leben und in Menschen und kann daraus auch ein gutes,
[41:47] selbstbewusstes, gesundes Leben entwickeln.
[41:50] Dann natürlich Umgang mit Stress.
[41:53] Also ich finde, da kann man als Elternteil unheimlich viel vorleben.
[41:57] Wie geht man mit einem Problem um? Fährt man dann gleich aus der Haut oder bleibt
[42:03] man einfach konzentriert, gelassen und souverän.
[42:06] Dann der Lebensstil, Ernährung, die zu mir individuell passt,
[42:12] zu meinen Vorlieben und Verträglichkeiten, dass man auch schon wirklich aufpasst,
[42:17] auf seinen Schlaf zu achten.
[42:19] Also ich merke jetzt auch, je älter ich werde, wie wichtig Schlaf ist und dass
[42:22] ich auch schlaflich drauf freue und ich denke, wie toll ist das, ich darf ins Bett gehen.
[42:27] Also dankbar sein, dass man auch ein Dach über dem Kopf hat,
[42:31] wo man sich schön reinlegen kann, ist ja auch nicht selbstverständlich.
[42:35] Und das gesunde Maß an Bewegung. Ich glaube, das gesunde Maß ist auch so ein Wort.
[42:40] Alles im gesunden Maß, dann brennt am wenigsten an.
[42:45] Und ich würde dann natürlich auch schon versuchen, auf die Kernformel von diesen
[42:51] Lebensstilfaktoren zu achten, aber auch Nährstoffdefizite frühzeitig aufzudecken.
[42:56] Ich bin immer gerührt, wenn auch jetzt viele engagierte Eltern jetzt die Kinder
[43:02] anschleppen im Alter von sechs, von zehn, von zwölf.
[43:07] Und hier auch schon mal drauf geguckt wird, wie ist die Mikronährstoffversorgung,
[43:13] was essen die Kleinen so.
[43:15] Aber das finde ich, muss man immer so ein bisschen clever machen,
[43:19] weil Kinder sind Kinder und das muss auch immer Spaß machen.
[43:23] Und ich glaube, das sind so die kleinen Puzzlestücke, die uns gesund altern
[43:27] lassen. Und ich glaube, ein ganz wichtiger Faktor sind unsere Gedanken.
[43:31] Was wir denken, werden wir letzten Endes, das heißt, wer immer in Negativität
[43:35] und Angst verharrt, dann geht es einem auch nicht besser.
[43:39] Aus der Lehre der Psychoneuroimmunologie ist das alles bekannt.
[43:45] Insofern gilt auch wirklich dieser Satz Mind over Medicine, die Gedanken sind zu hüten.
[43:53] Können auch Hirngespinste sein. Ein schönes Schlusswort.
[43:57] Übrigens, wer dann doch mal so einen Test zum biologischen Alter machen möchte,
[44:01] nutzt ihn tatsächlich bitte eher als grobe Orientierung und vielleicht als Motivation,
[44:06] aber nicht als Urteil über euer Leben oder eure Zukunft und schon gar nicht über eure Lebensdauer.
[44:12] Denn wie so oft kommt dann doch einfach das wirkliche Leben dazwischen mit all seinen Zufällen.
[44:19] In der nächsten Folge widmen wir uns auf vielfachen Wunsch dem Thema Eisen und
[44:23] machen eine Eisenspezialfolge.
[44:25] Wie wichtig ist ein voller Eisenspeicher? Wer gehört zu den Risikogruppen?
[44:29] Und was kann das momentan so gehypte Lactoferin? Darüber sprechen wir.
[44:33] Und bis dahin abonniert uns auf RTL Plus und wo immer ihr uns hört.
[44:37] Bis nächsten Mittwoch. Bis nächsten Mittwoch und macht was draus.
[44:44] Dr. Anne Fleck, Gesundheit und Ernährung.

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