# EURE FRAGEN: Überfordert mit ewigen Geschwisterstreits

An episode of [ELTERNgespräch](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1389814425), 16 Jul 2026, 43 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1839-elterngesprach/246505-eure-fragen-ueberfordert-mit-ewigen-geschwisterstreits.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69e8c57900566&awEpisodeId=246505

Wieviel Streit und Eifersucht unter Geschwistern ist eigentlich normal? Wann muss ich eingreifen? Und wie kann ich das alles besser einschätzen? Was bedeutet eigentlich Gerechtigkeit im Geschwisterkontext? Christine und Elke nehmen die Mail einer Hörerin, deren Nervenkostüm regelmäßig unte den vielen Streitigkeiten ihrer Kinder leidet, zum Anlass über ein Thema zu sprechen, das in vielen Familien zu Unsicherheiten führt. Denn es ist gar nicht so einfach, die Situation immer richtig einzuschätzen und jedem Kind das zu geben, was es gerade braucht, um sich sicher zu fühlen. Mehr von Elke Schicke: Website Buch von Elke Schicke: 33 Sätze für eine glückliche Kindheit Mehr von Christine Rickhoff: Instagram Bücher von Christine Rickhoff: Für Geschwister ab 4 Jahren: Das Beste an uns: Eine Geschichte über zwei ziemlich ungleiche Geschwister* Für Mädchen ab 10 Jahren: Du bist 100% richtig*# Buch mit Tipps gegen Angst ab 7 Jahre: Keine Angst vor der Angst* Schwangerschaftsbegleiter: Du & ich. Das Mama-Buch* Zum Eintragen und Verschenken: Dein Leben, deine Geschichte: Ein besonderes Erinnerungsalbum* Schwangerschaftskalender: Deine Schwangerschaft Tag für Tag* *https://www.eltern.de/services/affiliate-links-auf-elternde +++ Weitere Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier: https://linktr.ee/elterngespraechpodcast +++ +++++++++++++++++ Habt ihr Lob, Tadel oder Themenvorschläge und Fragen zu den Themen Partnerschaft sowie Erziehung? Schreibt Christine eine persönliche Mail an podcast@eltern.de. Außerdem erreicht ihr uns auf unserem Instagram-Account @elternmagazin oder folgt Christine auf Instagram @christinerickhoff. Wir würden uns freuen, wenn ihr unseren Podcast auf iTunes, Spotify oder Deezer abonniert und bewertet. Infos und Links: zu unserem Youtube-Kanal Infos und Links zu unseren Werbepartnern: Lerne jetzt Shopify kennen Hier geht´s zur App Medienplanet

## Transcript

[0:00] Aus keiner Familie kommt man als 100 Prozent geschliffener Diamant raus.
[0:05] Und das ist auch okay, eine Biografie zu haben, die Auswirkungen im Leben hat.
[0:10] Also solange es dann nicht wirklich bedrohlich wird für eins der Kinder oder
[0:14] man denkt, das verhindert Entwicklung,
[0:19] darf man ein bisschen ein- und ausatmen und man darf auch sagen, das wird sich richten.
[0:27] Hi und schön, dass du da bist, hier beim Elterngespräch, dem Podcast von Eltern für Eltern.
[0:32] Ich bin Christine, Journalistin, Autorin und Mama von vier Kindern.
[0:36] Alle zwei Wochen geht es hier um eure Fragen. Natürlich nicht ohne Elke Schicke,
[0:40] der Diplom-Psychologin und systemischen Therapeutin unseres und eures Vertrauens.
[0:47] Hallo, liebe Elke. Guten Morgen, guten Morgen. Wird schon gesund.
[0:52] Kannst du mal so ein Gladbach-Fan-Lied singen? bitte? Die Seele brennt. Weit weiß ich nicht.
[1:01] Die Seele brennt. Ich finde das eigentlich einen ganz hübschen Ausdruck.
[1:04] Ich weiß nicht, ob ich ihn mit Fußball verbinden würde, aber es gibt so ein
[1:06] Gladbach-Lied, da brennt die Seele.
[1:08] Das finde ich gut. Also fürs nächste Mal, Hausaufgabe, ja bitte mal ein ordentliches
[1:11] Gladbach-Lied mitbringen oder Olaf. Wir können lieber Guten Morgen Sonnenschein
[1:15] singen, das kann ich auswendig.
[1:18] Vielleicht habe ich noch zu kleinen Kinder, als dass ich mich daran erfreuen
[1:21] könnte, Kinderlieder zu singen. Das ist kein Kinderlied, das Nana Muscuri, guten Morgen.
[1:26] Sonnenschein. Diese Nacht blieb dir verborgen, doch du darfst nicht drauf sein.
[1:29] Ich mag lieber dieses, haben die Sorgen auch so gut geschlafen,
[1:32] dann ist alles fein. Guten Morgen, liebe Jürgen von der Lippe.
[1:34] Jürgen von der Lippe. So alt bist du doch noch gar nicht, Christine. Kannst du mal sehen.
[1:39] Ich kenne auch noch Bodo und der Bagger. Ich kenne sie alle.
[1:42] Aber wir haben eine Mail bekommen. Aber Fun Fact, guten Morgen Sonnenschein.
[1:46] Nana Muscori, aber geschrieben hat es Rolf Zukowski. Ach was. Ist cool, ne?
[1:50] Das ist richtig cool. Das ist für ein guter Typ. So. Also jetzt hier mal zur
[1:54] Arbeit. Jetzt hier mal zum Ernst des Lebens.
[1:57] Ich darf vorlesen, weil dein Computer alle ist. Ja, wollen wir kurz spoilern,
[2:00] um was es geht? Es geht um Schwesterstreit.
[2:04] Liebe Christine, liebe Elke, das sind wir.
[2:06] Ich höre euren Podcast nun schon länger und freue mich jeden Donnerstag auf
[2:09] eine neue Folge. Das finde ich total nett.
[2:11] Jetzt hätte sie auch mal eine Frage, die sie beschäftigt. Also,
[2:14] wir haben zwei Töchter, sechs und zweieinhalb und einen Sohn bald sechs Monate.
[2:20] Mit den beiden Mädchen ist es leider zwischendurch sehr schwierig.
[2:24] Nach der Geburt der Jüngsten war es für die Älteste sehr schwer und sie war eifersüchtig.
[2:28] Besonders schwer fällt es ihr immer noch Spielsachen zu teilen und generell
[2:32] hat sie Angst benachteiligt zu werden.
[2:34] Was besonders anstrengend ist, sie hat leider kaum Impulskontrolle und hört nie auf Nein oder Stopp.
[2:40] Sobald die Kleine eine Spielsache von ihr hat, rennt sie sofort los und reißt
[2:45] es sie aus der Hand oder tut ihr auch weh.
[2:47] Die Kleine hat sich das inzwischen abgeguckt und haut auch gern mal und denkt
[2:51] eher, das sei ein Spiel. Aber es schaukelt sich dann immer noch mehr hoch und
[2:55] in letzter Zeit beleidigen sie sich und hauen sich immer mehr.
[2:58] Wie kann ich vor allem der Großen helfen, besser damit umzugehen,
[3:02] dass sie nicht immer so extrem reagiert? Sie findet es auch sehr lustig,
[3:05] die Kleine zu ärgern und scheint es auch lustig zu finden, wenn sie sich wehtut und weint.
[3:10] Es fällt mir wirklich schwer, mit solchen Situationen umzugehen,
[3:13] vor allem, weil ich ja noch das Baby habe, das dann häufig auch noch wach wird
[3:18] und ich als Einzelkind aufgewachsen bin und Geschwisterstreit so nicht kenne.
[3:22] Ganz liebe Grüße, eine Mama.
[3:26] Und ich glaube, der letzte Satz sagt alles. Ich glaube, es ist so schwer,
[3:31] wenn man selbst keine Geschwister hat, diese Dynamik immer richtig einzuordnen,
[3:37] weil die ist so oft einfach nur,
[3:39] also ich glaube, dass man ganz, ganz oft die Schultern zucken könnte.
[3:42] Und das weiß man, wenn man, wie ich, jetzt drei Geschwister hat und oft genug
[3:46] dabei seinen eigenen Eltern zugeguckt hat, wie sie die Schultern zucken.
[3:49] Und manchmal auch nicht, gebe ich ihr auch recht, manchmal brauchst du da Intervention,
[3:53] aber ganz oft brauchst du die halt auch irgendwie nicht. Oder?
[3:57] Total. Fertig, so nächste Folge. Nein, überhaupt nicht.
[4:02] So einfach ist es ja nicht. Nein, so einfach machen wir es. Nein,
[4:05] das war ja auch nur ein Scherz. Aber ich glaube es wirklich,
[4:08] und ich habe da tiefstes Mitgefühl, weil ich kann mir das wirklich gut vorstellen,
[4:12] wenn du das nicht selbst am eigenen Leib erlebt hast.
[4:16] Wenn ein Geschwisterkind an dir vorbeigeht, dich mal kurz in den Schwitzkasten
[4:19] nimmt, dir so richtig schön über die Haare rubbelt und das zieht richtig und
[4:23] das ist richtig unangenehm Und man denkt nur, du Kleine.
[4:26] Und dann rennt man dem wieder hinterher.
[4:30] Also das ist irgendwie so eine Kindheitserinnerung, die mich lächeln lässt und
[4:33] nicht verzweifeln lässt, lustigerweise.
[4:36] Gibt es auch bestimmt andere Konstellationen. Also ich denke gerade daran,
[4:39] es gibt ja so einen Diagnosekatalog, wo man gucken kann, woran leiden denn die
[4:44] Patienten. Und Geschwisterrivalität kann auch tatsächlich bis zur Diagnose führen.
[4:50] Aber das sind ja jetzt nicht die Dinge, die Sie hier annehmen.
[4:52] Nee. Und worüber ich bei der Mail ein bisschen stolpere, ist,
[4:56] dass die Große schon sechs ist. Und die Kleine erst zweieinhalb.
[5:00] Das ist eigentlich ein richtig großer Unterschied. Okay.
[5:03] Deswegen haben die immer noch Geschwisterstreitigkeiten.
[5:06] Aber mich wundert das bei der Großen, wo ich denke, hast du nicht genug?
[5:12] Wo ist deine eigene Ruhe und Sicherheit?
[5:15] Was regt dich so auf?
[5:17] Ja. Und da frage ich mich, was ist die Große...
[5:21] Sitzt die sicher genug auf ihrem Trönchen? Und da würde ich jetzt mal von außen
[5:25] sagen, wahrscheinlich nicht.
[5:28] Weil das eine ist ja fröhlich, meine kleine Schwester ein bisschen zu ärgern,
[5:30] weil ich Langeweile habe und weil sie so schön quietscht.
[5:33] Das andere ist ja Sorge zu haben und so hört sich das an. Ich kriege nicht genug
[5:37] oder mir könnte etwas abhanden kommen.
[5:39] Und das hört sich an, als ob die so einen Konkurrenzdruck hat.
[5:43] Und da frage ich mich, wie kommt die Große in Konkurrenzdruck zu einer nur zweieinhalbjährigen?
[5:50] Fragst du dich das wirklich? Also wenn ich mich da reinfühle,
[5:53] wenn ich sechs, sechs ist echt ein hartes Alter, weil da ist ja so alles am Wackeln.
[5:59] Und vor allem ist so ein bisschen dieses Süßigkeitsverfallsdatum zumindest in Reichweite.
[6:05] Und dann kommt da dieses süß-fratzige Wesen daher und alle finden alles nur
[6:10] niedlich und die weiß das noch nicht und die versteht das noch nicht.
[6:13] Die wird ja viel weniger in die Verantwortung genommen.
[6:15] Das ist ja, glaube ich, bei so einem großen Altersabstand noch viel mehr so,
[6:18] als wenn es nur anderthalb Jahre oder so sind.
[6:22] Aber eigentlich psychologisch nicht. Der Abstand von drei Jahren ist super für
[6:27] Kinder, weil dann das größere Kind lang genug sich vollstopfen konnte mit dem, was Kinder so brauchen.
[6:36] Und die Mutter schreibt ja, ich gebe dir total recht mit dem,
[6:38] was du sagst, aber in dem Fall sagt sie ja, die hat generell Angst benachteiligt zu werden.
[6:45] Und eigentlich ist ja die Frage, frage ich dich bei der Größten,
[6:48] was ist bei dir nicht angekommen darüber, groß genug zu sein?
[6:53] Also was ist an Abstand zwischen dir und deiner Schwester nicht groß geworden?
[6:56] Weil das eine zu sagen, das macht Spaß, sie zu ärgern.
[6:59] Oder bei mir, ich habe gerade Wackelzahnpubertät.
[7:03] Aber so wie die Mutter sie beschreibt,
[7:05] scheint ja eine generelle Aufregung in dem Kind drin zu wohnen.
[7:10] War ja auch offensichtlich sehr eifersüchtig vorher.
[7:14] Also bei der Geburt. Aber woher kommt das? Also fehlt dann wirklich was?
[7:18] Oder gab es vielleicht zu viel auch von irgendwas?
[7:22] Ja. Also kann es beides sein? Leider immer. Irgendwas ist ja immer.
[7:27] Also keine Ahnung. Ich würde mal gucken, was mit den Kindern,
[7:31] wo die Unterschiedlichkeit ist, was ist an der Großen so schnell irritierbar?
[7:36] Und wie kann man ihr, sage ich mal, ein Trönchen nachliefern? Also in der Frage von...
[7:43] Wie viel erwarte ich von ihr, dass die eine große Schwester sein muss?
[7:47] Und wie sehr sage ich der Kleinen auch, nee, das darfst du tatsächlich auch nicht nehmen und haben.
[7:53] Weil wir häufiger im Süßigkeitsfaktor, den du gerade angesprochen hast,
[7:57] bei den zweieinhalb Jahren denken, ach komm, die ist klein, ist nicht so schlimm, lass die mal ruhig.
[8:01] Die ist ja noch so winzig und die Größe könnte doch schon mal,
[8:04] und offensichtlich kann die Große noch nicht.
[8:06] Ich finde die ja auch noch nicht so groß mit sechs. Das fällt einem auf,
[8:09] wenn man dann, ich habe ja vier Kinder und das Jüngste wird jetzt sechs.
[8:13] Wie mini der für mich ist. Und wenn ich darüber nachdenke, wie sich Sex angefühlt
[8:18] hat beim ältesten Kind, das sind Welten.
[8:22] Und das ist so interessant, wie man den Blick drauf setzt, wie klein oder wie
[8:25] groß Kinder sind und was man von denen erwartet. Und du hast ja auch mal in
[8:28] irgendeiner Folge gesagt, dass man grundsätzlich, glaubst du,
[8:32] vom Ältesten ein bisschen zu viel verlangt. Also ein bisschen zu viel.
[8:36] Das müsstest du schon verstehen, das müsstest du schon können.
[8:39] Hier müsstest du in meinem Team sein und nicht im Kinderteam.
[8:42] Also ich weiß nicht, die beiden Großen sind ziemlich dicht beieinander.
[8:47] Und ich fand meine Tochter immer so klein und süß und niedlich.
[8:50] Und als dann eben das Zweite gekommen ist, ist die über Nacht auf Luftballongröße
[8:58] angewachsen und war, also monströs ist jetzt das falsche Wort,
[9:02] aber die wirkte dann neben dem Neugeborenen riesig.
[9:05] Ja, und die Kleinen wirken immer so schützenswert. Ich merke diesen Switch auch
[9:09] immer, wenn ich mit meinem Kleinen dann bei der kleinen Cousine bin,
[9:12] die noch viel kleiner ist.
[9:14] Dann bin ich immer ganz, ich gehe anders mit dem um. Weil ich immer das Gefühl
[9:17] habe, naja, jetzt lass sie doch mal gewinnen und so. Bei uns ist es andersrum.
[9:22] Da sage ich das zu den Großen, jetzt gib ihm doch mal eine Chance.
[9:25] Und ich glaube, dass man da mit anderen Dingen so gefüttert wird, wenn man die Große ist.
[9:30] Und die Frage ist, wo bräuchte sie ja vielleicht mal was, wo sie auch ein bisschen
[9:33] wieder klein sein darf, oder?
[9:35] Ja, auch einen gesicherten, also ich jetzt sage mal, wie auch immer das aussehen
[9:38] soll, aber einen gesicherten Raum im Sinne von,
[9:40] du bist die Große und das ist, dein Zimmer ist dein Sofa, dein Tisch,
[9:43] weiß der Geier was, aber tatsächlich etwas, wo du in Sicherheit bist und nicht
[9:48] teilen musst oder auch die Kleine nicht dazwischen vorwerken darf.
[9:53] Und du das Großsein bei allen Kosten, die es für dich hat,
[9:57] dann auch als Vorteil genießen kannst.
[10:00] Und wie, und das finde ich bei Eltern auch immer schwierig, dieser komische
[10:03] Gerechtigkeitsgedanke, den die haben.
[10:06] Weil viele Eltern Gerechtigkeit dafür halten, dass alle Kinder das Gleiche kriegen.
[10:11] Na gut, eine Sechsjährige und eine Zweieinhalbjährige kriegen hoffentlich unterschiedliche Sachen.
[10:17] Und kann ich den Kindern diese Unterschiedlichkeit auch zumuten?
[10:20] Und das wäre ja für die Große, sage ich mal, der Vorteil.
[10:25] Und den auch genießen zu können. Das heißt, den Abstand von der Mutter oder
[10:29] von den Eltern in dem Fall, also den Abstand als Intronisierung zu bekommen.
[10:34] Und sie ist die Große, hier ist ihr Trönchen. Sie darf schon und sie darf auch schon dieses.
[10:40] Dafür muss sie allerdings auch jenes.
[10:43] Weil ich jetzt so denke, das hört sich an, als ob die Große ihrerseits versucht,
[10:47] diesen Abstand herzustellen.
[10:49] Ja, und du meinst, wenn man das etwas outsourst und selber macht,
[10:52] dann muss sie es nicht so dolle machen.
[10:54] Wir hatten Heiligtümer des Todes, hießen die bei uns.
[10:58] Weil wir hatten ja dann auch, von der größten zu kleinsten war ungefähr auch sechs Jahre Abstand.
[11:01] Und dann gab es einfach Sachen, die durfte die Kleine nicht anlutschen,
[11:05] die durfte die Kleine nicht anfassen tatsächlich. Also das war einfach so,
[11:09] das waren die Heiligtümer des Todes, so hat sie das genannt,
[11:11] unsere größte, weil sie halt Harry Potter gelesen hatte oder vorgelesen bekommen hat.
[11:16] Und dann war das wirklich sehr heilig und das war sehr lustig,
[11:19] sie durfte immer drei Heiligtümer des Todes benennen und dann war sie unglaublich
[11:23] beschäftigt damit, die immer auszutauschen, je nachdem was da gerade war.
[11:26] Aber das war dann, es wurde ein bisschen mehr ein Spiel.
[11:28] Und es wurde ein bisschen mehr über mich gespielt und über diese Bande,
[11:32] weil es nicht mehr so im Direkten, weil erstmal musste ja mit mir geklärt werden,
[11:35] äh stopp, ich hatte jetzt drei Heiligtümer und kann ich die Heiligtümer nochmal, ne so.
[11:41] Ich fand es ganz gut, ich glaube andere Eltern werden ausgerastet,
[11:44] so viel wie ich über Heiligtümer gesprochen habe, da müssen andere Papst für
[11:47] werden, aber ich habe es getan und ich fand es gut, weil die Bande wurde gespielt.
[11:51] Also vielleicht ist das was, vielleicht ist es aber auch ein,
[11:54] also vielleicht ist es die Büchse der Pandora, die man lieber nicht öffnet.
[11:57] Also im Prinzip, was du ja gemacht hast, ist genau das.
[12:00] Der Großen die Möglichkeit geben, selbst zu regulieren, über was will ich und
[12:06] weniger, was darfst du nicht.
[12:09] Sondern das ist mir zur Zeit wirklich wichtig und ich frage an dich, und schützt du das auch?
[12:14] Und dann würde ich sagen, ja, das tue ich. Ja, auch das schütze ich,
[12:18] ja, das tue ich. Das ist ja total viel wert.
[12:21] Ich frage mich bei den Mädchen so ein bisschen, weil die Mutter ja auch sagt,
[12:24] die hört nicht auf Stopp und die kann sich so schlecht regulieren.
[12:28] Also die hört sich an, als ob die richtig viel Druck auf dem Kessel hat.
[12:32] Also ich muss die Sachen beschützen, ich muss flitzen dagegen sein.
[12:37] Ich kann mich so schlecht regulieren, dass ein Stopp von außen nicht umsetzbar ist im Verhalten.
[12:45] Und darum frage ich mich, wie kann die Mutter vielleicht auf einer ganz anderen
[12:48] Ebene unterstützend dafür tun?
[12:51] Dass das Mäuselchen mal ein- und ausatmen kann und überhaupt wahrnehmen kann,
[12:57] was ist hier eigentlich gerade los?
[13:00] Sitze ich eigentlich fest im Sattel?
[13:03] Ist mir eigentlich klar, dass ich hier die Größte bin? Wie kann ich selbst gestalten?
[13:07] Also die hört sich so an, als ob die viel mehr im Außen ist und sich darüber
[13:11] orientiert, als dass sie einen Innen für sich schon entwickeln konnte.
[13:14] Also wie kommt die in ihre eigene Begrenzung hinein, in ihre eigene Körperwahrnehmung?
[13:20] Ich würde jetzt erstmal denken, vielleicht hilft da deutlich mehr Ruhe und Abstand.
[13:26] So war es. Vielleicht ist es einfach, jetzt hört es an, als ob da zu viel los
[13:29] ist und zu viel zu regeln ist.
[13:31] Und frag mich, also wenn die nach Hause kommt von ihrer Betreuung oder Schule
[13:35] oder wo auch immer sie schon ist, wie komme ich überhaupt erstmal an?
[13:40] Wie merke ich mich eigentlich, ob das die Frage von Sport ist oder wie merke
[13:44] ich eigentlich, was ich will und was mir gut tut.
[13:47] Und es gibt oft Kinder, die sind viel mehr im Außen beschäftigt und die können
[13:51] in jeder Hand ein Eis mit drei Kugeln haben, aber jemand anderes hat eine Tüte
[13:54] Pommes. Und das können die kaum aushalten.
[13:58] Aber ist das nicht auch ein bisschen Geschwister sein? Wenn ich über dieses
[14:01] Gefühl nachdenke, sehe ich bei meinen Kindern, sehe ich in meiner eigenen Kindheit
[14:04] dieses immer gucken, ob nicht ein bisschen zu wenig in der eigenen Waffel ist und so weiter.
[14:08] Das ist auch ein bisschen ein Spiel und auch irgendwie ein lustiges Spiel.
[14:12] Ich mag das wirklich auch manchmal wirklich gerne, denen dabei zuzugucken,
[14:17] wie die sich so miteinander ausrangieren und so weiter. Und auch,
[14:22] ich glaube, das ist total wichtig, das nochmal zu unterteilen.
[14:24] Sie sagt, die denken, das wäre ein Spiel.
[14:26] Aber vielleicht denkst du, es ist kein Spiel, aber es ist ein Spiel.
[14:29] Weißt du, was ich meine? Also es ist auch, dieses Ärgern macht ja einen unfassbaren Spaß.
[14:36] Total. Ich mache das immer noch, wenn mein Bruder und ich, meine Schwester und
[14:39] ich, es macht so eine Freude, sich so richtig zu kappeln.
[14:44] Das eine Wort gibt das andere. Man geht wirklich an die Grenze dessen,
[14:48] was, also die hat man ja ausgelotert, viele Jahre lang. Wohin darf man und über
[14:52] welche Grenze geht man besser nicht?
[14:54] Und das macht Spaß. Ich widerspreche dir.
[14:58] Und du darfst. Ja, dankeschön. Und zwar widerspreche ich dir,
[15:01] indem ich dir total recht gebe.
[15:04] Und sage ich, ich weiß genau, wovon du sprichst. Und es macht einen Wahnsinns Spaß.
[15:11] Und erstaunlicherweise gibt es viele Leute, denen es überhaupt keinen Spaß macht. Ich glaube.
[15:15] Na, der Mutter offensichtlich. Ich glaube, da haben du und ich einen Kinken mit.
[15:20] Aber ich kenne viele Leute, die das überhaupt nicht so lustbesetzt sehen wie du und ich.
[15:26] Und die das sich gegenseitig ärgern, wirklich eine Zumutung finden und sich
[15:30] fragen, was soll das, du dumme Kuh?
[15:32] Aber genau, und das finde ich jetzt total spannend, weil dahin wollen wir ja.
[15:35] Wir wollen ja, dass diese Mädels später sagen, wir haben eine richtig gute Beziehung
[15:39] und dass wir uns früher so auf den Kopf gehauen haben, irgendwelche Sachen und so weiter, war lustig.
[15:44] Wie kommt man dahin? Das finde ich jetzt total spannend, weil ich glaube,
[15:47] dass da schon auch die Eltern einen gewissen Rahmen setzen können und vor allem
[15:52] halt auch Grenzen setzen können.
[15:53] Ich habe schon das Gefühl, was ich eben gesagt habe, ich weiß genau,
[15:57] wo die Grenze von meinen Geschwistern ist. Auch heute noch.
[16:00] Wie kommt man dahin, dass man die Grenzen des anderen achtet und wartet?
[16:04] Ich glaube, das ist auch ihr größtes Problem.
[16:06] Wo ist diese Grenze? Also braucht man vielleicht ein sicheres Wort,
[16:10] was die Geschwister sagen können, wo dann wirklich Stopp ist?
[16:13] Ich weiß es nicht. Ich reite immer so auf dem Nervensystem rum.
[16:17] Also ich glaube, du und ich sind uns da relativ ähnlich, dass wir da eher ein
[16:22] bisschen temperamentvoller sind und es lustig finden.
[16:26] Und da auch Spaß und Freude am Rangeln haben.
[16:28] Und sich immer noch mal klatschen. Andere Nervensysteme finden es gar nicht witzig.
[16:32] Sondern fühlen sich richtig geärgert und gestört von Kindern wie dir und mir.
[16:39] So, und das muss man ja als Familie miteinander irgendwie austüfteln.
[16:44] Sind die Kinder in derselben Signalstärke unterwegs?
[16:48] Ich finde es vielleicht nervig und nicht so lustig, die finden es aber todkomisch
[16:53] oder zumindest lehrreich. Dann halte ich mich am besten raus als Eltern, auch wenn es schwer ist.
[16:58] Oder sehe ich da Kinder, wo ich denke, nee, das, was der eine da tut und will,
[17:03] ist für die andere überhaupt zu viel und nicht in Ordnung.
[17:08] Und dann muss ich als Eltern noch eingreifen. Da gibt es leider keinen 1a-Fahrplan
[17:12] für. Das ist alles eine Frage von gemeinsamer Sensorik und gemeinsamer Einschätzung der Situation.
[17:20] Aber ich gebe dir total recht, es ist erstmal wahrscheinlich das energieeffizienteste
[17:24] und schlauste als Eltern, sich
[17:26] entspannt zurückzulehnen und erstmal davon auszugehen, dass Konflikt übt.
[17:30] Und dass die körperliche Auseinandersetzung unter Geschwistern auch übt.
[17:35] Und ich wahrscheinlich gar nicht so oft gefragt bin, weil in der Frage von,
[17:41] hat die Große ihre Kraft im Schreien, im Schubsen, im Hauen,
[17:45] im Zwicken so im Griff, dass die Kleine keinen echten Schaden nimmt?
[17:50] Oder habe ich das Gefühl, dass die Kleine eigentlich die ganze Zeit einsteckt
[17:53] und sich nicht wohlfühlt oder Sorgen hat oder es in so eine echte Keilerei ausartet?
[18:00] Das ist ja eine Frage an die Sozialkompetenz der Großen. Kann ich meine Kraft
[18:03] dosieren? Und der Gewinn der Sozialkompetenz der Kleinen ist sozusagen,
[18:09] ich bin vielleicht nicht so stark wie du.
[18:10] Ich kann dich trotzdem auf links drehen, weil ich einfach witziger bin und süßer und schneller.
[18:15] Aber es steckt ja für beide was drin. Total.
[18:18] So, wenn das geklärt ist für die Eltern, dann lehnt euch bitte zurück und überhört den Großteil.
[18:24] Und aber wie klärt man das? Also ich habe gerade überlegt, ob man nicht auch
[18:27] deutlich als Regel machen kann, wenn du nach mir rufst, kleine Maus,
[18:32] bin ich sofort da und werde mich einmischen, solange du mich nicht rufst und nicht zu mir kommst.
[18:36] Weißt du, also meine Kinder spielen immer Klippo. Kennst du dieses Klippo,
[18:39] dass man da sicher ist an einem Ort und nicht gefangen werden kann? Ich bin dein Klippo.
[18:44] Bitte komm oder ruf mich, wenn du mich brauchst. Bis du Klippo anvisierst,
[18:49] lasse ich euch mal rangeln und alles ist cool. Also weißt du,
[18:52] dass man sich so ein bisschen zu einem Safe Space erklärt, den man aber schon auch an...
[18:56] Klar gibt es Momente, wo man weiß, da muss ich ja dazwischen gehen.
[18:59] Aber bei den unklaren Momenten, brauchst du mich gerade? Ja,
[19:02] nein? Dann helfe ich gerne?
[19:04] Na, ich sage immer, ich bin ja die Jüngste zu Hause. Das hätte ich sofort zu
[19:07] nutzen gewusst. Ja, Klippo? Aber sicher. Mama Klippo. Aber reißt du deiner Schwester
[19:12] an den Haaren und rennst dann schnell so auf Klippo. Das ist doch klar.
[19:15] Cool, oder? Ja, absolut. Und schon wird das Spiel noch beschissen.
[19:19] Genau, aber das wäre generell zu Geschwisterstreitigkeiten. Ich bleibe jetzt
[19:23] mal bei dem speziellen Fall.
[19:24] Jetzt frag mich, warum auch immer rührt mich die Große so ein bisschen.
[19:28] Die hört sich an, als ob sie in Not ist. Die hört sich nicht an,
[19:31] als ob sie die coole große Schwester ist, die hier mal wie Django mit einer
[19:35] Monatskarte durchs Wildwestdorf läuft, sondern als ob die in großer Aufregung ist und,
[19:43] die hört sich für mich nicht so geerdet an.
[19:45] Ja, vor allem beleidigend, die sich auch geht. Oh Gott, das würde ich aber gerne
[19:48] mal hören, wenn sich eine zweieinhalbjährige und eine sechsjährige so richtig beleidigen.
[19:52] Wie ich aus deinem letzten Buch gehört habe, kann man sagen, du alter Plüschpo.
[19:58] Ja, alter Plüschpo. Hätte ich auch gerne. Das ist sehr süß, das Buch,
[20:02] wenn ich das mal sagen darf. Geht ja auch um Geschwister.
[20:04] Dankeschön. Die sich allerdings besser verstehen, ne?
[20:07] Ja, ja. Hab's ja mit meiner Schwester geschrieben. Ich sag mal,
[20:11] wir haben auch viel durch, bis wir an dem Punkt waren. Und ich glaube,
[20:14] das ist auch nochmal so ein wichtiges Ding. Also das ist eine Hackordnung.
[20:17] Ich weiß, die Geburtsanzeige von meiner Schwester, mit der ich das Buch geschrieben
[20:20] habe, haben meine Eltern drauf geschrieben, die Hackordnung in unserer Familie
[20:24] hat sich um eins erweitert.
[20:27] Und ich glaube, da ist viel dran. Das ist auch irgendeine Hackordnung,
[20:31] die muss immer mal wieder neu sortiert werden.
[20:33] Also weil, wie du sagst, die Jüngeren und die Älteren, die haben auch unterschiedliche
[20:37] Koffer, in denen sie Sachen zur Verfügung haben. Und meine Schwester war groß
[20:40] darin, sehr schnell Klipp-O-Mama zu ruft.
[20:44] Und ich war auch groß drin, meinem großen Bruder gegenüber. Ich glaube,
[20:48] da sind die Jüngeren schon auch recht gewieft, Muss man ehrlicherweise sagen.
[20:52] Und ich glaube, das übersehen Eltern ganz oft, dass die Kleinen wissen,
[20:55] wie sie ihre Süßigkeit ausspielen können.
[20:58] Und Eltern, glaube ich, häufig übersehen, dass die schon ganz schön das Faustdick
[21:02] hinter den Ohren haben. Jetzt mal zu der großen, ich finde das eine wichtige
[21:05] Fähigkeit im Leben und für ein friedliches Familienzusammenleben auf Stopp zu hören.
[21:10] Ich würde sogar so weit gehen, das ist überlebenswichtig.
[21:13] Ja, an der Straße spätestens. Spätestens an der Straße oder in jeglicher Gefahrsituation.
[21:18] Und da stolper ich so drüber, weil sie auch fragt, was ist das?
[21:21] Wie kann sie ihrer Tochter da behilflich sein?
[21:23] Und die eine Frage, oder das eine, worüber ich häufig stolper,
[21:26] ist, dass Eltern zu viel reden und die ganze Zeit reden und dann in dem Blablabla.
[21:35] Ist einfach nicht mehr zu hören. Geht unten. Genau, weil,
[21:38] Also die Frage von wann sage ich eigentlich Stopp und wie merkt mein Kind auch
[21:42] körperlich, dass Stopp, Stopp ist.
[21:44] Also muss ich ja miteinander in Verbindung bringen können. Insofern,
[21:47] wenn die Mutter Stopp sagt, dann müsste sie ihr Kind auch körperlich am Wickel
[21:51] haben und sie aufhalten.
[21:53] So und da kommt aber so ein sechs Monate altes Baby ein bisschen in die Quere.
[21:56] Aber damit sich ein Stopp auch im Körper wie ein Stopp anfühlt und nicht wie
[22:01] irgendwer im Hintergrund hat noch was gerufen.
[22:03] Ich weiß gar nicht so genau, weil ich so in mir selbst verhaftet war.
[22:08] Also es hört sich an, als ob Sie einen Stopp tatsächlich nochmal einüben müssen.
[22:12] Wie übt man sowas? Naja, genau so. Also entweder ich halte die Klappe.
[22:17] Aber wenn ich etwas sage, dann muss ich auch bereit sein und in der Lage sein, das umzusetzen.
[22:23] Sonst bringe ich den Kindern eher bei, irgendwas sabbelt da immer im Hintergrund.
[22:28] Das Radio läuft auf Dauerschleife und bedeuten tut es nichts.
[22:33] Und das hört man am Tonfall. Ich kenne dieses Stopp von Eltern,
[22:39] wo ich denke, das würde mich direkt interessieren als Kind.
[22:42] Dieses, ach stopp jetzt mal.
[22:45] Dieses Stopp. Da ist noch so viel Luft nach oben.
[22:48] Und die hört sich für mich dysreguliert an im Sinne von zu viel weit weg von
[22:53] sich und wenig in der Idee von was will ich eigentlich und was,
[22:58] also ich sag jetzt mal, was tut mir eigentlich gut, womit wäre mir jetzt wirklich geholfen?
[23:04] Und insofern wäre die Frage mit der großen, was muss eigentlich geklärt sein und aufgeräumt sein?
[23:09] Und wenn du nach Hause kommst, wie können wir erst mal einen Tee trinken,
[23:15] eine Apfelsine mampfen und jetzt mal sagen, so, wie geht es von hier aus jetzt weiter?
[23:21] Ich finde den Heiligstimmer des Todes richtig clever. Ich finde es auch clever
[23:24] zu sagen, alles, was auf meinem Bett ist, ist meins.
[23:28] Da darf die Kleine auch nicht hin und das ist mein Klippo.
[23:31] Und das darf ich auch verteidigen.
[23:34] Wie schafft man mehr Ungleichheit zwischen den Kindern, damit die Große mehr
[23:38] Sicherheit findet und was dafür bekommt, dass sie die Große sein muss und wenn
[23:42] es abends eine Viertelstunde ist, die nur ihr gehört,
[23:46] in der sie was machen kann, was nur Große machen können, ein Gesellschaftsspiel
[23:49] oder so, wo die beiden Kleinen nicht mehr stattfinden, ich glaube,
[23:53] das ist die größte Problematik, ich meine, ich bin ja selbst vierfacher Mutter,
[23:56] ich weiß genau, wovon ich spreche, wenn ich sage, das ist ein großer Scheiß,
[24:00] haben mir immer erzählt Du musst mal auch was Eigenes mit der Großen,
[24:04] was Eigenes mit einem der Mittelkinder und so.
[24:06] Und ich dachte mir immer so, klar, ja, ja.
[24:10] Und trotzdem hatten die recht. Und wenn es nur fünf Minuten waren,
[24:13] in denen ich gesagt habe, ich musste dich mal ganz kurz klauen und nach oben
[24:17] mich im Zimmer mit dir einschließen, weil ich ganz kurz, mal kurz mein ganz
[24:20] großes Kind tanken möchte.
[24:22] Können wir mal ganz fest knuddeln, weil ich brauche gerade mal mein großes Kind
[24:25] und immer wollen die Kleinen mich.
[24:27] Und das hat den Kindern, glaube ich, gezeigt, aha, mit dieser Sehnsucht bin ich nicht alleine.
[24:32] Und wir gemeinsam gegen die anderen, wir haben uns jetzt hier einmal versteckt,
[24:35] damit wir uns mal kurz Romeo und Julia mäßig mal ganz kurz, ganz fest in den Arm nehmen können.
[24:40] Und ich glaube, da steckt viel drin und es braucht nicht viel Zeit,
[24:44] sondern manchmal auch nur so ein bisschen Idee und Ehrlichkeit zu sagen,
[24:49] die kleinen nerven mich gerade so absurd, ich brauche mal ganz kurz diese Energie,
[24:53] die wir zwei so lange gemeinsam geübt haben.
[24:57] Ja, also kennst du das nicht von den Großen, wenn die die Kleinen ärgern und
[25:03] man, das sagt es ja, die freut sich dann auch noch, dass man das echt schlecht
[25:07] aushalten kann, weil man denkt, das ist nicht richtig, das ist nicht lieb.
[25:11] Boah, was bist du denn für eine Kanalle? Die Große, meinst du?
[25:16] Also wenn die manchmal so schadenfroh sind oder dann ja auch scheinbar ihre
[25:21] Kraft so ausnutzen, dann ist es nämlich total schwer, was du sagst,
[25:24] sich mit denen emotional zu verbinden, weil man dann ja manchmal als Eltern denkt, alter Schwede.
[25:29] Und gar nicht mal nur aus Mitgefühl mit dem Kleinen, sondern ehrlich gesagt
[25:32] aus Sauersein, weil du es mir ja noch schwerer machst als Mama.
[25:36] Weil die Kleinen kriege ich ja nicht so reguliert wie die Großen,
[25:39] sage ich mal. Im Normalfall ist es schwieriger, bei denen kognitiv anzukommen.
[25:43] Also kannst wenigstens du, wo ich gerade doch am Ende meines Lateins bin,
[25:48] wenigstens du kannst doch mal kurz funktionieren, weil du raffst das doch schon.
[25:52] Und das ist so gemein eigentlich. Oder man denkt, was bist du denn für ein Charakter?
[25:56] Auch das. Ja, genau, dass man manchmal, wenn die sich dann so aufführen oder
[26:01] gemein sind oder jemandem was nicht gönnen können oder sich an ihrem Besitz
[26:05] festklammern, das ist meins.
[26:07] Und man denkt, das ist ja unsympathisch.
[26:11] Ja, ja. Und dann fällt man, glaube ich, manchmal so ein bisschen selber aus
[26:14] dem Mitgefühl und ist etwas empört.
[26:17] Da drüber fragt, so habe ich dich doch nicht erzogen.
[26:20] Und das finde ich immer ein ganz guter Hinweis, wenn man denkt,
[26:22] so habe ich dich nicht erzogen, dann was ist da los? Dann scheint das Kind.
[26:29] Ein schweren Bedarf zu haben, den man übersehen hat.
[26:33] Und eben genau das, noch einfach klein zu sein und eben noch nicht ausreichend
[26:38] Sicherheit getankt zu haben, dass ich mitbestimmen kann und dass ich unbedroht bin.
[26:47] Insofern muss ich mal sagen, das Baby und die Kleine, glaube ich,
[26:51] die sind gut versorgt. Mein Herz schlägt für die Große.
[26:54] Du bist auch Glattbau-Fan wieder.
[26:57] Mein Herz schlägt für die Große, weil ich denke, also bei allem,
[27:00] wo ich dir recht gebe, über das Geschwisterstreitigkeiten Spaß machen,
[27:04] kommt bei mir irgendwie an, die braucht was.
[27:07] Ja, und ich glaube, das sind so die beiden Bausteine, die wahrscheinlich schon
[27:10] jetzt erst mal so ein bisschen Ruhe reinbringen könnten, zu sagen,
[27:12] okay, was brauchst du und wie kann ich es dir geben? Und zweitens...
[27:17] Braucht es immer mein Nervenkostüm in der Mitte von diesem Streit oder kann
[27:22] ich auch einfach mal zwischendurch in die Küche gehen, durchatmen und auch ein
[27:27] bisschen Vertrauen haben?
[27:28] Ich glaube ja nicht, meistens sind Sechsjährige ja wesentlich rüder,
[27:32] wenn man im Raum ist, als wenn man aus dem Raum rausgeht, dann sind die ja meistens
[27:36] ganz… Rüde ist auch ein schönes Wort. Rüde ist schön.
[27:40] Aber weißt du, ich glaube, wenn man mal auch hilft, ist, wenn man Sachen zusammen
[27:43] macht und mal explizit der zweieinhalbjährigen sagt, du bist jetzt nicht dran.
[27:49] Das kann man auch mal zu dem Baby sagen, du bist jetzt nicht dran.
[27:53] Jetzt ist die Große dran. Und das sind dann ja was, zwei, drei, vier Minuten.
[27:57] Die können die beiden Kleinen sehr gut schon aushalten. Aber das füttert so.
[28:01] Das tut total gut, mal zu hören, ich bin jetzt dran.
[28:06] Und das geht ja sogar mir als Mama so. Ich liebe das, wenn mein Mann sagt,
[28:10] der immer sehr verfügbar ist für die Kinder und wenn der sagt,
[28:14] Freunde der Nacht, jetzt trinke ich erstmal einen Kaffee mit Mama und dann seid
[28:18] ihr dran, finde ich auch ein bisschen glücklich.
[28:21] Und egal wie groß ich bin und egal wie sehr ich ja viel mehr in der Lage sein
[28:25] müsste, meinen blöden Gedanken, ich möchte jetzt mal mit meinem Mann hier einen
[28:29] Kaffee trinken, na klar kann ich das zurückstellen.
[28:31] Aber wie schön es ist, wenn es nicht von mir verlangt wird, wenn jemand sagt,
[28:35] du an erster Stelle in diesem Moment für mich.
[28:38] Das ist so nähernd. Ich bin den ganzen Tag friedlich, wenn mein Mann sowas gemacht
[28:42] hat. Falls du es hörst, tu es öfter.
[28:44] Genau, da ist die Zauberkiste. Weißt du, was mir auch immer so ein bisschen
[28:48] leid tut? weil die Mutter sagt, die Kleine guckt es sich jetzt ab, ne?
[28:52] Und es tut sie auch, also die Basis von Modelllernen. Das heißt aber nicht,
[28:57] dass die Große verantwortlich dafür ist.
[28:59] Und das denken wir manchmal. Also ich finde, man fällt so schnell da rein,
[29:03] wenn die Große sich bloß anders verhalten würde, dann würde die Kleine sagen,
[29:06] ja was haben wir es abgucken, das stimmt.
[29:08] Aber die Große tut auch nur das, was ihr Moment zur Verfügung steht.
[29:12] Und die hat noch nicht einen riesig großen Werkzeugkasten.
[29:16] Und insofern, finde ich, geht die Aufmerksamkeit schon in die Große mit der
[29:19] Frage, was fehlt in deinem Werkzeugkasten?
[29:22] Was musst du noch reintun?
[29:25] Und da glaube ich, kann man mit einer 6-Jährigen auch schon einigermaßen gut drüber sprechen.
[29:29] Schubsen kannst du schon, ärgern kannst du schon. Mega. Braucht man im Leben.
[29:33] Ja, aber braucht man ja tatsächlich im Leben. Hoffentlich nicht so oft.
[29:37] Was brauchst du noch? Also was will ich von dir sehen, wofür du auch Gold und
[29:42] Glitzerstaub bekommst?
[29:44] Womit bist du erfolgreich und Christ, was du dir wünschst, mich meine Aufmerksamkeit,
[29:49] meine Zuwendung, dein Raum, Ruhm und Ehre.
[29:53] Weißt du noch in dieser Folge, in der wir über den Papa gesprochen haben,
[29:57] der ein Lieblingskind hat, da hast du auch gesagt, dass es nichts ist so wirksam
[30:01] wie Selbsthypnose, hast du gesagt.
[30:03] Und es geht auch viel um dieses, wer bin ich eigentlich? Und wenn ich den ganzen
[30:06] Tag gesagt bekomme, du bist die Große, du musst doch so und keine Ahnung und
[30:11] du performst hier nicht in der Anforderung, die ich an dich habe,
[30:15] gewöhnt man sich dann nicht auch ein bisschen daran, dass man halt nicht performt,
[30:18] dann bin ich halt die, die nicht performt. Okay.
[30:20] Ich denke mir gerade so, vielleicht kann man auch mal so was anderes sagen wie du.
[30:23] Ich muss jetzt mal ganz kurz den Kleinen stellen und die Kleine,
[30:27] die kann sich noch nicht ganz so gut hier bewegen, so sicher.
[30:29] Kannst du mal kurz babysitten?
[30:31] Das wäre ja, mir wird dir was zugetraut.
[30:34] Natürlich hat man mit ein Auge drauf, aber diese Botschaft zu senden,
[30:37] mir wird dir was zugetraut, ich kann das.
[30:40] Ich glaube, dass das zum Beispiel auch schon wieder ganz viel verändern kann
[30:43] in der Selbstwahrnehmung von, wer will ich eigentlich für dich,
[30:46] kleine Schwester, sein? Das macht nämlich manchmal auch viel Spaß.
[30:49] Wer könnte ich noch sein?
[30:51] Ich glaube, was wir als Eltern auch
[30:52] häufig machen, wir gehen so schnell in Bewertung und ins Moralisieren.
[30:57] Also auch mit den Sechsjährigen, das macht man doch nicht, weil und schau doch mal und siehst du nicht.
[31:01] Und weil die sich für mich so noch unreguliert anhört, ist das vielleicht für
[31:05] die Mutter hilfreicher und für die beiden Kinder auch, zu benennen, was ist.
[31:10] Die Kleine ist jetzt mit, was weiß ich, deinem Auto abgeflitzt und das ärgert dich.
[31:17] Und dass du das Auto haben wolltest, ist dir eigentlich erst klar geworden,
[31:20] als sie damit abgezischt ist.
[31:23] Also mal zu, wie komme ich in mich rein? Dass jemand wahrnimmt,
[31:29] was ist, ohne es zu verurteilen und dem einen Namen gibt.
[31:35] Und das stimmt, wir sind ganz oft, also wie mit den zwei Eistüten und der Pommes.
[31:39] Ich merke erst, was ich haben will, wenn ich sehe, was die anderen haben.
[31:43] Und auch bei der Kleinen, wenn die ankommt und heult, zu sagen,
[31:47] was ist denn los? Ja, die Große hat mich da und da gehauen. Wo hat sie dich
[31:50] denn gehauen? Da, tut das weh? Ja, das glaube ich sofort.
[31:54] Und hast du die Große auch gehauen? Ja, wo hast du denn getroffen?
[31:57] Am Oberschenkel? Aha, na gut, dann weiß ich Bescheid.
[32:02] Ich habe das bei den Kindern immer gesagt, ich schreibe es ins große goldene Buch der Familie.
[32:07] Und das hat schon geholfen. Es wurde an amtlicher Stelle anerkannt.
[32:14] Wir müssen gar nicht immer eingreifen. Ich habe es gehört, ich habe es gesehen,
[32:18] ich habe das Gefühl dazu wahrgenommen. Okay.
[32:23] Also weil die ja nicht immer kommen und darum bitten, dass wir als Dorfpolizei auftreten.
[32:29] Oh, und ich weiß, wie man einen Autoverkäufer erzieht. Das ist ein guter Trick
[32:32] bei dieser ganzen Geschichte.
[32:33] Ich habe meinen Kindern immer beigebracht, dass man Kleine sehr gut manipulieren
[32:37] kann, indem man, wenn dieses Auto entwendet wurde, was man unbedingt mag,
[32:42] mit einem anderen Auto hingeht, was vielleicht ein bisschen größer ist und sagt,
[32:45] oh, guck mal, wie groß das ist.
[32:47] Ich habe ein sehr großes. Aber wenn du willst, kann ich tauschen.
[32:49] Dann hast du das große. Hat immer geklappt. Alle waren zufrieden.
[32:53] Und ich habe ein paar Autoverkäufe großgezogen. Ja, aber es funktioniert ja.
[32:58] Du kannst es ja, ich glaube schon, dass es wichtig ist beizubringen,
[33:01] wie kann ich denn auf gutem Weg, okay, ob Manipulation so gut ist,
[33:05] ist die andere Frage, aber auf etwas friedlicherem
[33:07] Weg und ohne körperlich handgreiflich zu werden, Dinge lösen.
[33:11] Weil am Ende hilft immer dieses, wie du sagst, dieses Moralisieren und dieses, das macht man nicht.
[33:15] Ja, okay, dann macht man es halt nicht, aber wie komme ich jetzt an mein blödes
[33:18] Auto rein, weil mit dem die weggeflitzt ist? Aber, also das Mädchen hört sich
[33:22] so an, als ob die Mutter solche Techniken anwenden müsste, lange bevor es explodiert ist.
[33:30] Ich glaube, dass wenn die hochgefahren ist, die hört sich so an,
[33:33] als ob sie ein bisschen braucht, um wieder runterzufahren. Und wenn du mit der
[33:36] versuchst, so clevere Dinge zu besprechen, wenn die sich gerade schrecklich
[33:39] aufregt und denkt, sie hat das kürzere Ende in der Hand, gehst du direkt mit unter.
[33:44] Das sind so Gespräche, für wenn man abends im Bett liegt und die Kleine schon
[33:48] schläft. Soll ich dir mal einen Trick verraten? Richtig.
[33:52] Du kannst natürlich wie die Freundin
[33:54] deiner zweieinhalbjährigen Schwester reagieren, also wie ein Baby.
[33:58] Du kannst wie eine Sechsjährige reagieren, du kannst wie ein Viertklässler reagieren
[34:03] oder wie eine große Frau.
[34:06] Und eine große Frau würde dies machen, ein Viertklässler würde jenes machen,
[34:10] andere Sechsjährige würden dies tun und kleine Babymädchen würden jenes tun.
[34:15] Und das kann man zusammen entwickeln und zusammen darüber nachdenken.
[34:19] Das finden die Kinder häufig richtig cool, weil die sich so ausgestattet fühlen.
[34:26] Und auch wählen können. Und manchmal sicherlich auch die zweieinhalbjährige
[34:29] wählen können. Richtig, und sich dann aber, wenn man danach mit ihr spricht,
[34:32] zu sagen, aha, Pugelbär, dafür hast du dich offensichtlich entschieden.
[34:38] Schade mit der Scheiße, dass du das machst.
[34:42] Ja, aber ich glaube, dass die Unterstützung braucht, jetzt mal nicht im Sinne
[34:45] von der, die muss zur Therapie eiern, aber Unterstützung braucht,
[34:48] weil die, glaube ich, mit dem ältesten Geschwistersein nicht einverstanden ist.
[34:51] Und sich, glaube ich, man hat mal so ein emotionales Schrumpfen und es hört sich so an.
[34:56] Ich würde mal vermuten, dass die im Kindergarten besser reguliert ist und dass
[35:01] die im Angesicht der familiären Situation emotional schrumpft.
[35:05] Und insofern wäre eine Frage, kann man sie emotional ausbügeln,
[35:10] damit sie zu der Größe des ältesten Kindes heranwachsen kann?
[35:15] Und dazu muss man das auch ein bisschen attraktiv gestalten, um das sein zu wollen.
[35:20] Ja, und ich finde es stimmt, Einzelkind zu sein und die Geschwisterstreitigkeiten.
[35:24] Also das, was wir beide als eine süße Erinnerung haben.
[35:27] Also ich weiß, dass die Geschwisterstreitigkeiten, die wir zu Hause hatten,
[35:31] die waren existenziell. Da ging es echt um die Wurst.
[35:36] Das hat auch Ausmaß gehabt, wo ich im Nachhinein denke,
[35:40] Wahnsinn, oder? Wahnsinn. Aber es wirkt auch nach und nicht nur im Guten.
[35:45] Ich muss zum Beispiel, wenn wir im Restaurant sind mit Freundinnen,
[35:48] will ich immer als Letzte bestellen, weil ich so eine Angst habe,
[35:51] dass irgendwer ein Gericht entdeckt hat, wo ich denke, boah,
[35:54] viel geiler als der blöde, weiß ich nicht, Nummer 23a.
[36:00] Und deswegen muss ich abwarten, weil ich so Angst habe vor meinem eigenen Futterneid.
[36:05] Ja, aber ich kenne auch durchaus Erwachsene, die an der Geschwister-Rivalität
[36:10] auch im Erwachsenenalter, auch in ihren eigenen Beziehungsstrukturen,
[36:13] noch ganz schön knabbern. Und das manchmal echt nicht die schönsten Charaktereigenschaften
[36:18] sind, die man da zu sehen bekommt. Nein.
[36:20] Aber man darf vielleicht auch sagen, wir brauchen unser ganzes Leben noch was zum Wachsen.
[36:25] Aus keiner Familie kommt man als 100 Prozent geschliffener Diamant raus.
[36:31] Und das ist auch okay, eine Biografie zu haben, die Auswirkungen im Leben hat.
[36:36] Also solange es dann nicht wirklich bedrohlich wird für eins der Kinder oder
[36:40] man denkt, das verhindert Entwicklung.
[36:44] Darf man ein bisschen ein- und ausatmen und man darf auch sagen, das wird sich richten.
[36:50] Und natürlich hat eine Familie immer Auswirkungen aufeinander.
[36:54] Das wollten wir so. Manchmal muss man dann noch in den sauren Apfel beißen.
[36:59] Das ist als Eltern, ich finde auch jetzt, meine Kinder hatten nicht die fürchterlichsten
[37:03] Streitigkeiten, aber ich fand schon mittelfürchterlich, echt nicht cool.
[37:07] Nee, stimmt. Und vor allem, wenn man selbst gestresst ist.
[37:10] Aber es gibt wirklich Studien dazu, muss man mal rauspicken.
[37:12] Aber ich glaube, irgendwie drei- bis fünfjährige streiten irgendwie so und so oft in der Stunde.
[37:19] Also da gibt es wirklich echt verrückte Studien. Aber weißt du,
[37:22] ich finde, es greift einem so ans Herz, weil man ja eben, ich kriege ja drei
[37:25] Kinder, manchmal aus Versehen, aber ich kriege sie ja meistens,
[37:29] weil wir so ein inneres Bild von Familie haben.
[37:31] Und unser inneres Bild von Familie, von uns als Eltern, ist mit Liebe gespickt
[37:37] und Hand in Hand tanzen sie über die Blumenwiese und wir machen Stockbrot.
[37:42] Und dass der normale Alltag eben so aussieht, frisst so an dem,
[37:47] wofür wir die Mühen auf uns genommen haben. Auch das finde ich manchmal schwer auszuhalten.
[37:52] Ich dachte, wir fahren alle zusammen in den Urlaub und es ist dann voll schön
[37:55] und die kreischen die ganze Zeit hinten rum und schmeißen sich den Pudding an den Kopf.
[37:59] Ja, das ist schwer auszuhalten. Aber wir nennen das ja immer Bullerbü und da
[38:03] empfehle ich sehr, gerade in dem Alter mit sechs Jahren, mal Bullerbü zu lesen,
[38:07] auch für sich selbst. Weil da wird man nämlich sehr viel erkennen.
[38:09] Erstens, sehr wenig sind da Eltern, die eingreifen.
[38:12] Zweitens, die sind richtig brutal zueinander. Die bilden Gruppen,
[38:16] die schließen aus, die raufen sich wieder zusammen, die werden körperlich.
[38:20] Es ist echt nicht, also Bullerbü ist nicht Bullerbü. Und das verstehen wir immer ein bisschen falsch.
[38:25] Aber das empfehle ich sehr, weil das macht auch nochmal gerade so eine Dynamik
[38:29] unter Kindern sehr greifbar, was da eigentlich normal ist, selbst wenn es 100
[38:33] Jahre alte Geschichte erzählt.
[38:34] Ja, aber das ist echt so, das finde ich schwer. Und was ich auch eine ein bisschen
[38:40] traurige Nachricht finde, wir kriegen natürlich Geschwister,
[38:42] weil wir denken, wir haben einen Lebensbegleiter.
[38:45] Das ist selten. Also viele Geschwister haben später im Leben nichts miteinander
[38:50] zu tun, außer dass sie sich Weihnachten bei den Eltern treffen.
[38:54] Das ist nicht so. Findest du das jetzt ein schönes Schlusswort?
[38:56] Nein, aber ich finde es sich nochmal klarzumachen, ich hatte vorhin gesagt,
[38:59] der Einfluss von Eltern ist gar nicht so groß. Und sich klarzumachen,
[39:02] dass das, was wir uns so romantisch zusammenstricken, nicht zwingend so ist.
[39:08] Und manchmal genau das, was du vorhin gesagt hast, sich ordentlich gestritten
[39:11] zu haben, kann dazu führen, dass man später sagt, ich will mit dir nichts mehr zu tun haben.
[39:15] Aber ich kenne auch Geschwister, wo die Mutter gesagt hat, ich kann das Haus
[39:18] nicht verlassen, weil der Große den Kleinen in Stücke reißt.
[39:23] Krass. Genau, die kommen jetzt sehr gut miteinander zurecht.
[39:25] Aber es ist kein Garant. Nee, aber man nimmt auf jeden Fall was mit.
[39:30] Das ist immer so famos, das ist die andere Frage. Aber ich glaube,
[39:33] dass Eltern wirklich zu oft, gerade wenn du das selbst nicht kennst,
[39:38] kann ich mir vorstellen, dass man dann echt viel zu schnell eingreift und denkt,
[39:42] was Schlimmes passiert hier.
[39:43] Darum würde ich mich fragen, wie kann die Mutter eigentlich,
[39:45] also was kann die für sich und ihre Regulation tun? Denn wenn die Kinder schon
[39:49] aufgeregt sind und sich streiten oder ihren Spaß haben und sich streiten oder
[39:53] überfordert sind und sich streiten.
[39:55] Da haben wir natürlich total viel davon, wenn die Mutter sitzt wie ein Berg und sagt, naja.
[40:02] Aber wer sitzt denn wie ein Berg mit drei Kindern? Aber ob sie entweder sagt,
[40:06] naja, da greife ich jetzt ein und zwar so und so.
[40:09] Oder ob sie sagt, naja, da greife ich jetzt nicht ein.
[40:13] Aber natürlich ist die erwachsene Person, die dann zugegen ist,
[40:16] jetzt in dem Fall die Mutter, der Dreh- und Angelpunkt.
[40:19] Insofern frage ich mich, was kann sie für sich tun, um sich nicht so mitreißen
[40:24] zu lassen? Ich glaube wirklich, der Dreh- und Angelpunkt ist wahrscheinlich
[40:26] ihr Nervensystem. Wie viel halte ich aus? Wie viel Ruhe bringe ich rein?
[40:30] Und wahrscheinlich ist es wichtig. Aber weißt du, das erzählst du jetzt einer
[40:33] Frau, die mit einem sechs Monate alten Kind wahrscheinlich nachts noch stillt,
[40:36] Fläschchen gibt, wie auch immer. Das ist natürlich auch echt fies.
[40:40] Naja, das ist gar nicht fies, aber zu sagen, also. Naja, aber weißt du, was ich meine?
[40:44] Es gibt einem natürlich so eine Verantwortung. Und jetzt soll ich auch noch
[40:47] ruhig bleiben dabei, um Gottes Willen.
[40:49] Auch das ist etwas, wenn sie abends mit der Großen im Bett liegt,
[40:52] sich nochmal zu fragen, wo will ich eigentlich wirklich eingreifen und wo denke
[40:56] ich, das ist meine Verantwortung, da jetzt parat zu sein. Sagen,
[41:00] das läuft hier nicht, meine Lieben.
[41:02] Und ich sage mal, first things first würde bedeuten, ich sage mal so,
[41:06] wie lange braucht sie, um ihrer Tochter Stopp zu sagen und sie aufzuhalten,
[41:10] damit sie lernen kann, Stopp heißt auch Stopp.
[41:13] Ja, ein paar Sekunden, da könnte man das Baby auch weglegen.
[41:15] So lange kann das Baby warten, auch ganz kühl, auch wenn es weint.
[41:21] Kann sein, dass der Säugling gerade schreit wie am Spieß und heult und von mir
[41:25] aus sogar noch Hunger hat.
[41:27] Oder auch aufgeregt, dass durch das Ganze rumschreie. Wir nehmen jetzt mal die schlimmste Situation.
[41:31] Der Junge ist aufgeregt und er heult und er hat Hunger.
[41:35] Dann tut sie sich trotzdem einen Gefallen, zuerst die Große zu beruhigen und
[41:40] sagen so Stopp ist Stopp und Stopp heißt dies.
[41:43] Und so fühlt es sich an, guck mich an. Das ist stopp, meine Dame.
[41:47] Dann der Jüngeren zu sagen, du setzt dich jetzt hier neben mich aufs Sofa und
[41:50] da bleibst du auch sitzen, bis Babybärchen zu Ende gegessen hat.
[41:55] So lange ist jetzt hier Ende Gelände.
[41:57] Dann den Säugling zu nehmen. Und das hat dann, sag ich mal, wenn sie ein bisschen
[42:03] geübt ist, zweieinhalb Minuten gedauert.
[42:06] Solange kann der Säugling ganz gut warten dafür, dass er dann in Ruhe essen kann.
[42:12] Top Abschluss, ja. Na, dann bin ich jetzt zufrieden.
[42:16] Ich hoffe, die Mama auch. Es ist aber, genau, mit ein bisschen Mitgefühl nochmal,
[42:20] es ist nicht einfach der Fels zu sein, wenn man,
[42:23] viermal in der Nacht geweckt wird, wenn man morgens schon Stress hat auf dem
[42:27] Weg zur Kita, die sich schon irgendwie fünfmal gezofft haben und dann irgendwie
[42:32] noch nicht mal Zeit hatte für einen Kaffee.
[42:33] Ich kann mir das halt auch vorstellen, dass das einfach nicht einfach ist.
[42:36] Aber es wird besser. Aber bitte Thron für die Große bauen und dann einen viel
[42:40] kleineren Thron für die Kleine. Und den Größten für die Eltern.
[42:44] Die Mittlere darf auch einen bekommen. Hab ich ja gesagt. Achso,
[42:46] die Kleine. Der Kleine sitzt ja noch auf Mamas Thron. Ja, sowas nämlich. So machen wir das.
[42:52] Und ja, ich hoffe, ihr konntet ein bisschen was mitnehmen. Wenn ihr auch eine
[42:56] Frage habt, dann schreibt uns an podcast.eltern.de.
[43:00] Alle Infos über diese Folge findet ihr in den Shownotes. Und wir hören uns am
[43:04] nächsten Donnerstag mit einer neuen Folge Elterngespräch. Bis dahin wünschen
[43:07] wir euch alles Liebe aus Hamburg. Fax privat.
[43:12] Die Privatfax. Tschüss.

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