# Wie trifft man schwierige Entscheidungen für die Kinder? Mit Elke Schicke

An episode of [ELTERNgespräch](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1389814425), 30 Jul 2026, 33 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1839-elterngesprach/248412-eure-fragen-wie-wichtig-sind-gleichgeschlechtliche-freundschaften.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69e8c57900566&awEpisodeId=248412

Ist es ein Problem, wenn ein knapp 4-jähriges Mädchen nur gleichaltrige Jungs in der Kita-Gruppe hat? Und brauchen Kinder gleichgeschlechtliche Freundschaften für eine gesunde soziale Entwicklung? Sollte man deshalb die Kita wechseln? In dieser „EURE FRAGEN“-Folge widmen sich Christine und Elke der Frage, wie Eltern wichtige Entscheidungen für Kinder treffen können – auch wenn sie nicht so recht wissen, was das richtige ist. Elke erklärt die Pro- und Contra-Liste mit Gewichtung und wie man aus einem vermeintlichen Dilemma ein Tetralemma macht. Mehr von Elke Schicke: Website Buch von Elke Schicke: 33 Sätze für eine glückliche Kindheit Mehr von Christine Rickhoff: Instagram Bücher von Christine Rickhoff: Für Geschwister ab 4 Jahren: Das Beste an uns: Eine Geschichte über zwei ziemlich ungleiche Geschwister* Für Mädchen ab 10 Jahren: Du bist 100% richtig*# Buch mit Tipps gegen Angst ab 7 Jahre: Keine Angst vor der Angst* Schwangerschaftsbegleiter: Du & ich. Das Mama-Buch* Zum Eintragen und Verschenken: Dein Leben, deine Geschichte: Ein besonderes Erinnerungsalbum* Schwangerschaftskalender: Deine Schwangerschaft Tag für Tag* *https://www.eltern.de/services/affiliate-links-auf-elternde +++ Weitere Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier: https://linktr.ee/elterngespraechpodcast +++ +++++++++++++++++ Habt ihr Lob, Tadel oder Themenvorschläge und Fragen zu den Themen Partnerschaft sowie Erziehung? Schreibt Christine eine persönliche Mail an podcast@eltern.de. Außerdem erreicht ihr uns auf unserem Instagram-Account @elternmagazin oder folgt Christine auf Instagram @christinerickhoff. Wir würden uns freuen, wenn ihr unseren Podcast auf iTunes, Spotify oder Deezer abonniert und bewertet. Infos und Links: zu unserem Youtube-Kanal Infos und Links zu unseren Werbepartnern: Lerne jetzt Shopify kennen Hier geht´s zur App Medienplanet

## Transcript

[0:00] Und dann nochmal zu merken, hier fühlt es sich gut an.
[0:04] Und mit dem Gefühl kann ich die Widrigkeiten besser schlucken.
[0:10] Oder kann ich später mal zu meinem Kind sagen, weißt du, das mag sich jetzt
[0:14] als falsche Entscheidung erwiesen haben.
[0:16] Kann dir aber garantieren, wir haben es damals durchdacht und sind mit der Entscheidung
[0:21] mitgegangen, die wir als die Beste für dich empfunden haben.
[0:27] Hi und schön, dass du da bist, hier beim Elterngespräch, dem Podcast von Eltern für Eltern.
[0:32] Ich bin Christine, Journalistin, Autorin und Mama von vier Kindern.
[0:36] Alle zwei Wochen geht es hier um eure Fragen. Natürlich nicht ohne Elke Schicke,
[0:40] der Diplompsychologin und systemischen Therapeutin unseres und eures Vertrauens.
[0:52] Solltest vielleicht Cartoons synchronisieren, Elke. Hallo, Elke.
[0:56] Hallo, guten Morgen, liebe Christine.
[0:59] Ich werde es drin lassen. Ich werde es nicht rausschneiden. Nee, muss auch nicht.
[1:02] Das war ja auch so gemeint. Ich liebe eure gemeinsamen Podcast-Folgen.
[1:06] Meine Tochter wird bald vier. Lies dir jetzt schon vor.
[1:10] Du bist schnell. Ich bin ein Lebensthema. Vielen Dank.
[1:16] Es gibt hier koreanische Arthouse-Filme, synchronisiert von Elke.
[1:20] Und dann legt sie einfach los.
[1:23] Wir haben hier ein Porsche im Podcaststudio und damit sie nicht weiter mit der
[1:26] Kuh fischhart geht, ist los. Nein, wir wollten das Thema erst benennen. Ja?
[1:29] Ja, bitte. Also das Thema ist? Wie wichtig sind gleichgeschlechtliche Freundschaften?
[1:33] Das finde ich ein sehr schönes Thema. Und das können wir auch direkt noch ausweiten
[1:37] auf Eltern, weil das ist mir ein Herzensthema.
[1:40] Okay, also, liebe Christine, liebe Elke, ich liebe eure gemeinsamen Podcastfolgen. Wir auch.
[1:47] Ne, Christine? Das stimmt. Das war immer richtig. Wirklich? Ich freue mich da immer drauf.
[1:52] Wenn du andere Leute da hast, weißt du, das ist ja immer ein bisschen Wundertüte.
[1:55] Und bei Elke weiß ich genau, wir meckern uns einmal irgendwie über die Anreise
[2:00] voll, holen uns einen Kaffee, lassen es uns gut gehen und dann geht es los. Das stimmt.
[2:06] Also, ich wollte heute mit dem Fahrrad kommen und dann hat es so geschüttet. Ach, guck mal.
[2:11] Mecker, mecker, Anreise jetzt
[2:12] aber. Ich liebe eure gemeinsamen Podcast-Folgen und das freut uns sehr.
[2:16] Es geht um eine Mutter, die folgendes berichtet. Meine Tochter wird bald vier
[2:20] und sie ist das einzige Mädchen in diesem Alter in ihrer Kita-Gruppe.
[2:24] Jüngere Mädchen gibt es nicht und die Älteren sind circa anderthalb Jahre älter.
[2:28] Sie findet die Älteren zwar cool, aber die werden ja alle irgendwann weg sein.
[2:32] Nun erwägen wir einen Wechsel in eine andere Gruppe oder eine andere Kita,
[2:37] da wir uns eine ausgewogenere Gruppe für sie wünschen.
[2:40] Sie hat zwar Jungsfreunde, aber ich beobachte, dass sie in Spielen mit Mädchen oft anders aufgeht.
[2:47] Ich werde nun erstmal im Gespräch mit der Kita darüber sein,
[2:50] sehe aber wenig Zukunft für Sie dort. Es sind immerhin noch über zwei Jahre.
[2:55] Mit neuen Umgebungen und Bezugspersonen tut sie sich schwer.
[2:58] Daher fällt uns die Entscheidung nicht leicht. Habt ihr eine Meinung dazu?
[3:03] Wir haben zu allem eine Meinung. Das wollte ich auch gerade sagen.
[3:05] Herzliche Grüße eurem Mama. Eure Mama.
[3:10] Nee, Stuhl, eine Mama steht da.
[3:13] Ich dachte gerade, Mama? Bist du es?
[3:17] Tja, ich finde, es ist die falsche Frage. Weil die Frage nicht ist,
[3:22] gibt es genug Mädchen, sondern gibt es genug gute Beziehungen?
[3:27] Also hat sie genug Freude am Spielen? Hat sie genug Möglichkeiten zu tun, was für sie schön ist?
[3:35] Ich finde bloß, dass sie mit Mädchen anders spielt als mit Jungs.
[3:39] Kann ja gut sein, aber das ist nicht zwingend ein Mangel.
[3:43] Jetzt sagt sie ja, sie geht ein bisschen anders auf. Spielen mit Mädchen ist
[3:46] jetzt so ein bisschen die Frage. Ich hätte so viele Rückfragen gerade. Was spielen die denn?
[3:50] Könnte man sie ermutigen, die Jungs vielleicht auch mal in dieses Spiel zu holen?
[3:54] Weil ehrlich gesagt, ein paar Jungs, die zumindest ermutigt werden,
[3:57] mal Vater, Mutter, Kind zu spielen, würde ich lieben.
[3:59] Da gibt es ja bestimmt jetzt so ein paar Sachen, die ich einfach gerne wissen
[4:04] würde, um zu wissen, was wir da wirklich raten können.
[4:08] Vielleicht andersrum die Frage, was befürchten die Eltern, könnte nicht passieren
[4:13] oder nicht genug passieren.
[4:15] Und wenn sie glauben, dass die Mädchenfreundschaften eine andere Qualität mitbringen,
[4:22] muss die Kita deswegen gewechselt werden oder gibt es andere Orte,
[4:27] Nachbarschaft, Touren, Schwimmen,
[4:31] Töpfer, keine Ahnung, was die Kinder so nebenbei noch machen,
[4:33] wo man auch auf andere Mädchen trifft, sodass das hinzukommt.
[4:38] Und was macht den Unterschied zwischen dem Spielen mit den Jungs oder mit Mädchen
[4:43] so eklatant, dass die Eltern sagen, das ist nicht zumutbar?
[4:50] Also ich finde es auch total interessant, weil bei zwei Jungs zwei Mädchen und
[4:55] es ist schon so, dass die echt unterschiedliche Sachen gespielt haben.
[5:00] Aber die hatten auch schon immer so Freundschaften, wo sich das gemischt hat
[5:04] und dann wurde es immer ganz spannend und meistens auch total schön.
[5:07] Das hat richtig Spaß gemacht, dabei zuzugucken, wie die ihre Welten zusammenwürfeln,
[5:12] ihre Erfahrungswelten.
[5:14] Ich meine, jetzt kann man darüber streiten, wie viel ist da von Sozialisierung,
[5:18] wie viel davon ist Genetik, bla bla.
[5:20] Machen wir jetzt, glaube ich, einfach nicht. Überspringen wir,
[5:22] weil da kommt man auch, glaube ich, zu keinem guten Punkt. Doch,
[5:25] ganz einfach 50-50. Meinst du?
[5:28] Nee, weiß ich. Achso, wie viele Junge steckt?
[5:32] Also die Forschung ist sich da mal so und mal so einig, aber es hat einfach
[5:36] beides Einfluss in unterschiedlichem Ausmaß zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
[5:40] Es ist nicht entweder oder. Okay.
[5:44] Und ich glaube schon, dass es total gut sein kann, da in einem Umfeld zu sein,
[5:49] in dem man viel von dem anderen bekommt. Ja, das prägt.
[5:52] Aber die Frage ist, wo ist dann der, also gibt es einen wirklichen Mangel?
[5:55] Das kann schon auch sein.
[5:57] Genau, aber das wäre nämlich eher meine Frage. Gar nicht so sehr,
[5:59] sind da genug Mädchen oder nicht, sondern welche Spielqualität ist da möglich
[6:04] und gibt es genug Unterschiedlichkeit? Und jetzt mal bloß, weil es Jungs sind,
[6:08] heißt das ja nicht unbedingt, dass die alle immer zu Formel 1 spielen wollen.
[6:12] Genau, es gibt auch genug Jungs, die haben wahnsinnig viel Spaß an den Feinsinnigen,
[6:18] und an dem Feinstofflichen.
[6:22] Mal zu den Rückfragen, welche Atmosphäre nehmen sie da wahr?
[6:25] Und ich finde es, also gut, aber es ist ja immer eine persönliche Gefühlsfrage.
[6:29] Generell kann man sagen, je breiter der Angebotsblumenstrauß ist,
[6:34] desto besser kann ich gucken und mit desto mehr Unterschiedlichkeit komme ich in Kontakt.
[6:39] Das weiß ich nicht, wie der da aussieht bei denen.
[6:42] Jüngere Mädchen gibt es gar nicht, hat sie geschrieben. Also die Älteren sind
[6:46] alle circa anderthalb Jahre älter.
[6:48] Jetzt ist so ein bisschen die Frage, kommt da dann was nach?
[6:50] Da kommen ja wahrscheinlich auch kleine Mädchen nach in die Gruppe,
[6:54] wenn jetzt dann wirklich gar keine Mädchen mehr in der Gruppe wären.
[6:58] Das fände ich dann wahrscheinlich auch ein bisschen schwierig für das Mädchen,
[7:01] wenn sie zumindest jetzt nicht so eine Liederin ist.
[7:05] Ich sage mal, so ein Mädchen, was so ordentliche Ideen hat, die sie dann aber
[7:11] auch total den anderen auch mal überstülpen kann, dann kämen die ja klar.
[7:14] Dann würde sie sich ja ihre Welt zusammenschustern und da würde sie halt Jungs
[7:17] von Karren spannen und würde ihre Sachen schon gespielt kriegen.
[7:20] Wenn sie aber eher eine ist, die sich anpasst, die guckt, was die anderen machen,
[7:25] dann kann ich mir schon vorstellen, dass manche Sachen vielleicht nicht abgefragt
[7:28] werden, die sie vielleicht gerne hätte.
[7:30] Und dann kann ich mir schon vorstellen, dass es blöd ist. Aber Kita wechseln
[7:34] oder Gruppe wechseln ist ja schon auch immer ein bisschen, also es ist schon
[7:37] auch nicht ganz einfach, weil du wirst ein bisschen umgetopft und plötzlich
[7:41] fehlst du wo, wo du vorher warst und bist wo, wo du vorher nicht warst.
[7:45] Also das würde mich im Gespräch mit der Kita interessieren. Wie nehmen die das wahr?
[7:52] Warum finden die das kein Problem? Ich finde es schwierig, weil diese Diskussion
[7:55] sich so, Oder was das diskutiert wird, die Überlegungen sich so an Klischees festbinden.
[8:00] Und so aus der Entfernung darüber zu sprechen, ohne Klischees zu bemühen, schwierig ist.
[8:06] Und ich glaube, wir damit den Eltern aber nicht gerecht werden.
[8:09] Das macht es ein bisschen hakelig. Das macht es total hakelig. Und die Sache ist ja die.
[8:15] Wir wollen nicht in diesen Klischees denken, aber die Realität ist schon so,
[8:19] dass in den Kinderzimmern, in den Geschenkkörben, in den,
[8:25] realitätsnahen Dingen sich Klischees total widerspiegeln und dadurch eine Realität
[8:30] geschaffen wird, die wir nicht gut finden, aber die existiert.
[8:33] Und die Wahrheit ist, ich habe schon Unterschiede gesehen, wenn ich,
[8:37] sage ich mal, ein vierjähriges Kind gefeiert habe am Kindergeburtstag mit,
[8:42] sieben Mädchen oder sieben Jungs, dann sind das zwei sehr unterschiedliche Tage
[8:47] und ich weiß schon im Vorhinein, wie die ungefähr aussehen werden.
[8:50] Und das ist ein Unterschied, ob es jetzt durch Sozialisierung oder durch Klischeebehaftung,
[8:55] ich weiß es nicht, aber es ist schon ein Unterschied gewesen.
[8:59] Aber es ist auch ein Unterschied, wenn du einen gemischten Geburtstag hast.
[9:01] Ja, total. Und das finde ich immer am schönsten, muss ich dir sagen,
[9:04] weil ich das nämlich nicht mochte.
[9:06] Ich gehe nicht auf in diesen Paw Patrol Dino Geburtstagen, in denen nur tobe ich unterwegs bin.
[9:12] Ich gehe darin nicht auf. Ich gehe genauso wenig auf, wenn da irgendwie sieben
[9:16] Mädchen sitzen und malen und basteln und ruhig sind. Keine Ahnung.
[9:19] Ich finde, es gibt immer ein bisschen, und das sind Klischees,
[9:21] aber meistens ist es schon so gewesen.
[9:24] Ja, ich überlege gerade, ob man es auch nochmal andersrum auffummeln müsste,
[9:27] nämlich zu sagen, die Idee von den Eltern, das Kind wechselt jetzt,
[9:32] heißt ja nicht, dass weil da drei Mädchen in der Gruppe sind,
[9:36] sie mit denen andockt und mit denen gut spielen kann. Ja.
[9:41] Also das ist echt eine knifflige Situation, finde ich. Ja, finde ich auch.
[9:46] Wäre das so, dass sie in der Nachbargruppe Mädchen sind, die sie kennt,
[9:49] die ganz gut miteinander können.
[9:52] Das Problem muss über einen Umtupfen sprechen. Aber die Garantie ist ja nicht da.
[9:59] Es kommt auch so oft das Mädchen an. Weil ich habe eher erlebt,
[10:03] dass dann in späterem Alter es ein bisschen komplizierter wird, anzudocken.
[10:07] In diesem Kindergartenalter habe ich schon noch das Gefühl, dass die oft miteinander
[10:12] eine Schnittmenge finden. Aber es stimmt natürlich, was die Mutter sagt.
[10:15] Eine Schnittmenge bedeutet ja nicht, dass ich ganz mal in dem aufgehen kann,
[10:19] wie ich eigentlich sein möchte in diesem Moment.
[10:23] Genau, ich komme noch zu der Vielfalt, die Möglichkeit zu wählen und das ist
[10:28] eine Frage an die Gruppenkonstellation.
[10:30] Gibt es die Vielfalt von, wir können auf den Putz hauen und Gas geben und wir
[10:35] können uns zurückziehen und weichere Dinge spielen?
[10:40] Und Konzentrationsspiel und Bewegungsspiel, ist das da alles so vorhanden und
[10:44] kann sie, also kriegt sie das, was sie für eine gute Entwicklung braucht,
[10:49] auch wenn es nur Jungs sind?
[10:51] Oder fehlt eine deutliche Qualität? Und sollte eine deutliche Qualität fehlen,
[10:56] dann wäre es eine Frage an die Erzieherin.
[11:00] Wie holt ihr eigentlich, also für die Jungs ja auch, die Bandbreite rein,
[11:05] die alle unterschiedlichen Kinder so mitbringen.
[11:08] Mir fallen viele, viele, viele kleine Jungs ein, die total toll finden,
[11:13] was gemeinhin Mädchen so zugeschrieben wird.
[11:16] Und ich gehe mal davon aus, dass auch eine, also ähnlich wie du bei den Geburtstagen
[11:20] sagst, auch ein Kindergarten Lust hat, gemischte Gruppen zu haben.
[11:25] Und dann wäre eine gute Frage, also jetzt, wir wohnen ja nun in Hamburg,
[11:29] hier mischen sich die Gruppen allein durch Zuzug und Wegzug immer noch mal wieder durch.
[11:33] Ja, ist auf dem Land ein bisschen weniger, glaube ich. Genau,
[11:35] und dann ist nämlich so ein bisschen die Frage, was ist die Prognose und füllen
[11:38] sie nur von unten wieder auf oder gibt es auch Wegzug und Zuzug?
[11:42] Naja, die Tochter wird bald vier, das heißt, die ist noch drei,
[11:45] Das heißt, so weit entfernt ist die dann auch nicht von denen,
[11:48] die ein bisschen jünger sind. Und die gehen ja auch erst weg, wenn die sechs sind.
[11:52] Sechs, sieben teilweise. Das heißt.
[11:57] Wahrscheinlich ist es dann erst im letzten Jahr sozusagen so,
[12:01] dass sie dann nur etwas jüngere Mädchen hat.
[12:04] Was die Schule betrifft, mein Sohn hat ein Mädchen und ein Junge aufgeschrieben,
[12:07] mit dem er gerne in die Klasse kommen würde.
[12:09] Das war beides in einer relativ, also das war ihm egal, einer von den beiden.
[12:15] Ich glaube nicht, dass man das so sicher sagen kann, dass es dieses eine Mädchen braucht.
[12:19] Ich kann aber gleichzeitig auch ein bisschen verstehen, dass man denkt,
[12:22] so eine eine beste Freundin, mit der man dann so dick und dünn bis zum Lebensende wünscht.
[12:30] Es ist nur so schwer, das so auszurechnen, weil es kann genauso sein,
[12:33] dass das am Ende Ursprung großen Leids wird, weil genau diese Freundin mit neun
[12:38] Jahren wegzieht oder genau diese Freundin mit neun Jahren entschließt,
[12:40] ich mag dich nicht mehr und ich mag jetzt die Emma viel lieber als dich. und so.
[12:44] Ja, also je nachdem, wo die Eltern wohnen, werden die auch andere Kindergärten
[12:47] kennen. Insofern glaube ich, würde ich, wenn der Tochterwechsel schwerfällt,
[12:51] mir das wirklich sehr gut überlegen.
[12:53] Kommt sie tatsächlich an einen Ort, wo sie dann sagt, ach, hier habe ich,
[12:58] was ich gesucht habe und hier ist es toller, weil da vielleicht Freundinnen
[13:02] sind, die ich schon von woanders kenne.
[13:04] Können die Eltern sich ja mal auch auf dem Spielplatz umhören.
[13:07] Wo sind denn eure Kinder im Kindergarten und wie läuft das denn da?
[13:10] Aber es scheint nur eine andere Gruppe zu sein.
[13:12] Ja, nee, sie sagt auch, Jetzt muss ich nochmal kurz seinen Text reingucken.
[13:15] Wechsel in eine andere Gruppe oder andere Kita, du hast recht.
[13:18] Wenn es eine andere Gruppe ist, glaube ich, dann ist es viel leichter,
[13:20] weil je nachdem, wie die Kitas sind, sehen die sich ja auch auf dem Spielplatz.
[13:24] Ich glaube, das wäre mein Gefühl, gerade weil sie Mutter schreibt,
[13:27] es fällt ihr echt schwer zu wechseln.
[13:29] Ich würde auch die Tochter mal fragen. Ja, aber sie ist echt klein.
[13:32] Naja, aber fast vier, da kann man schon mal fragen, würdest du denn lieber in
[13:37] die Sonnenscheingruppe gehen, weil da die Helena und die Verena sind?
[13:41] Oder möchtest du gerne bei deinen Jungs bleiben?
[13:44] Da wird die eine Meinung zu haben und ich finde auch mit, also ich hatte mit
[13:48] drei, glaube ich, schon vier Meinungen.
[13:50] Du auch, schätze ich. Ich weiß es nicht, ich erinnere mich nicht.
[13:54] Nee, aber ich glaube trotzdem, dass man die fragen kann, weil das ist ja dann
[13:58] auch nicht mehr, ich glaube, es ist ein Unterschied, ob das Mädchen sagt,
[14:00] ja, ich würde gerne lieber in die andere Gruppe gehen.
[14:03] Dann geht die auch mit einem anderen Gefühl da rein, als Mama sagt,
[14:06] das ist jetzt hier besser für mich und eigentlich will ich das nicht.
[14:10] Oder? Aber ich denke immer so an Bindung und an Sicherheit und Vorhersehbarkeit.
[14:14] Vielleicht könnte man auch anders umfragen, hat sie sich schon mal beschwert?
[14:17] Hat sie schon mal gesagt, die sind doof, die sind blöd, die lassen mich nicht
[14:20] mitspielen, ich gehe nicht gerne hin. Aber die Frage, die sich da stellt,
[14:23] ist auf einer höheren Ebene.
[14:26] Das finde ich einen wirklich spannenden Punkt, weil ich glaube,
[14:28] dass wir Eltern manchmal sehr dazu tendieren, Probleme zu sehen,
[14:33] wo die Kinder gar keine sehen und dann sie schon mal vorsorglich wegzuwischen,
[14:37] bevor sie so richtig auftauchen, weil sie könnten ja auftauchen.
[14:40] Und in den allermeisten Fällen tauchen sie dann gar nicht auf.
[14:44] Genau, also ich würde mal gucken, spielt sie kreativ, ist sie verbunden,
[14:48] ist sie zu Geburtstagen eingeladen, hat sie Einfluss auf das Gruppengeschehen,
[14:52] wird sie da, hast du jetzt mal gesehen, aber haben die Erzieherinnen sie auf
[14:56] der Pfanne, haben die anderen Kinder sie auf der Pfanne,
[14:59] kann sie das Gruppengeschehen mit beeinflussen oder sitzt sie am Rand und der
[15:04] Tag läuft so an ihr vorbei?
[15:06] Kann sie auch mit der Körperlichkeit die Jungs oft an den Tag legen in dem Alter gut umgehen?
[15:11] Oder nicht? Das ist auch eine Frage. Und wenn sie mit nicht gut umgehen kann,
[15:13] sind die Jungs ausreichend rücksichtsvoll, damit sie sagen, sie spielt halt,
[15:16] keine Ahnung, nicht so gerne Brawl Patrol, was auch mal die da machen.
[15:22] Also ich glaube, das sind Fragen, die ich mich jetzt grundsätzlich eher fragen
[15:26] würde. Und dann, wie können wir Mädchenfreundschaften vielleicht an anderer Stelle auch anbieten?
[15:32] Wo ist das noch möglich? Und fernab von dem jetzt, wie das jetzt bei ihr in
[15:37] der Kita läuft, sagt ihr eben, es ist ein Herzensthema von mir,
[15:40] weil ich das wirklich beobachte und auch teilweise sehr schade finde.
[15:45] Und irgendwann kommt dieser Keil. Irgendwann ist dieses so, wenn ich mit dem
[15:49] oder ihr was zu tun habe, dann denken alle, dann glauben alle,
[15:54] dann versteht man das falsch.
[15:55] Und ich habe das jetzt gerade mit meinen Teenagern zu Hause,
[15:58] dass ich ganz toll das Gefühl habe, dass zum Beispiel meine Tochter gerne mit
[16:01] den Jungs was macht, aber dann teilweise vielleicht diese Hemmung hat.
[16:05] Nicht, dass das falsch verstanden wird, aber ich finde das so traurig und ich glaube, da kann man,
[16:11] auch als Eltern nochmal so ein bisschen darauf einwirken, dass man das eben
[16:14] nicht macht, dass man dann dauernd sowas macht, gerade auch bei Teenagern und
[16:17] so mit Uh, und läuft da was und dass man dauernd Das ist nicht so sexualisiert, das Verhalten.
[16:21] Genau, und das passiert relativ früh, das passiert bei den Kindern relativ früh,
[16:25] also dritte Klasse fängt das dann
[16:27] an mit, weiß ich nicht, Emil plus Luisa steht dann an der Tafel oder so
[16:31] und das ist total schade, weil ich glaube, dass da viele, viele Kinder enorm
[16:36] von profitieren würden. Das nimmt so die Unschuld raus.
[16:39] Ja, und man profitiert doch so sehr von den Erfahrungswelten der anderen.
[16:43] Und ich glaube, dass das Mädchen auch oft in einem Klischee hält.
[16:48] Dem die gar nichts, also das nichts für sie tut.
[16:51] Und klar kann es sein, dass dieses Mädchen dadurch vielleicht ein bisschen weniger
[16:54] bunte Haarspänkchen wichtig findet und keine Ahnung.
[16:57] Aber vielleicht wird sie damit auch ein bisschen geschützt vor Klischees,
[17:01] die gar nicht viel für uns tun. Und gerade bei Mädchen gibt es ein Haufen Klischees,
[17:04] die nichts für uns tun, für Frauen nichts tun. Und deswegen halte ich da einfach viel davon.
[17:09] Und genauso unter Eltern. Ich finde es so unglaublich traurig,
[17:13] wie wenig sich Männer und Frauen über Elternschaft austauschen.
[17:17] Und man würde so davon profitieren. Und ich liebe das.
[17:21] Ich liebe das so sehr, mich mit Vätern auszutauschen, weil ich ganz anders annehmen
[17:27] kann, deren Perspektive, als von meinem eigenen Mann, weil ich da ja involviert bin manchmal.
[17:33] Ich verstehe Dinge über Bande manchmal viel besser, weil ich mich nicht in der Gleichung sehe.
[17:37] Ich brauche es gar nicht auf dem Beziehungsohr hören, wenn die etwas Bestimmtes sagen.
[17:41] Ich kann einfach nur mal auf der Sachebene hören oder einfach auf einer anderen Ebene hören.
[17:45] Und ich glaube, dass das auch so schön wäre, wenn wir Erwachsenen da auch noch
[17:49] mal ein bisschen hinkämen, zu sagen, lasst uns doch mal ein bisschen über diese
[17:54] Grenzen hinwegdenken und da gar nicht so viel Wert drauf legen.
[17:58] Ich habe so zwei Seelen in meiner Brust und das eine finde ich,
[18:01] dass ich aus der Distanz und mit ein bisschen akademischem Gewicht sage.
[18:06] Die Tochter kann da gut bleiben.
[18:08] Die lernt da was von. Das ist wie ein Mädchen, das drei Brüder hat.
[18:12] Das ist eine andere Kindheit als ein Mädchen, das drei Schwestern hat oder ein
[18:17] Bruder mit vier Brüdern oder ein Bruder mit drei Schwestern hat.
[18:20] So ist das eben, das ist ganz in Ordnung. Da wird schon was Gutes draus werden. Macht euch mal locker.
[18:27] Also aus der akademischen Distanz. Aus der Nähe einer Mutter kann ich schon
[18:32] verstehen, dass man sagt, irgendwie die Einzige, das ist auch doof.
[18:38] Das Gefühl von, jeder von uns braucht ein bisschen Verstärkung.
[18:42] Was auch immer das dann heißen kann, kann ja auch sein, dass es zwei Mädchen
[18:45] sind gegen den Rest der Welt. Das kann toll sein oder auch doof.
[18:48] Und ich frage mich, was ist die Angst der Eltern, was befürchten die?
[18:53] Und wenn du sagst, die Eltern können sich ruhig mal austauschen,
[18:55] auch eine gute Frage, wie sind die Jungs, die da so rumrennen,
[18:57] eigentlich erzogen zu was, laden deren Eltern sie eigentlich ein in Kontakt
[19:02] mit, ich sag jetzt mal, kleinen Mädchen?
[19:05] Insofern ist das auch eine Frage, von in welcher Blase sind die da?
[19:07] Und wird es da schon sexualisiert? Weil das fängt nämlich ganz früh manchmal
[19:11] an bei manchen Eltern, dass sie sagen, oh, bist du verliebt in die Lena?
[19:15] Das ist blöd. Oder spielen die einfach, genau.
[19:17] Und ich sage mal, das finde ich, also in welchem Umfeld sind wir da,
[19:21] gucken alle da liebevoll freundlich drauf und haben einen Blick drauf und ich
[19:25] weiß, mein Mädchen ist da gut aufgehoben.
[19:28] Oder genau, ist es eher so ein Umfeld in der Atmosphäre, wo ich denke,
[19:31] nee, ich habe das Gefühl, die braucht Unterstützung und die geht da unter.
[19:36] Das ist auch die Frage, hat sie dort einen Freund? Hat sie wirklich einen,
[19:40] egal männlich, weiblich, hat sie einen Freund?
[19:44] Und das kann man mit knapp vier, entwickelt sich das, oder? Also da fängt das
[19:48] so an, dass man wirklich…,
[19:50] Beim einen früher, beim anderen später, aber dass man wirklich auch in Beziehung
[19:54] geht und sich auf jemanden verlassen kann.
[19:57] Und ich glaube, das wäre so für mich die Frage, wie viel Bindung gibt es da schon zu Einzelnen.
[20:02] Und wenn es Bindung zu Einzelnen gibt oder zumindest den Keim einer Bindung,
[20:06] das immer wieder nach meinem Mädchen gefragt wird zum Spielen,
[20:09] zum Verabreden von einem Jungen,
[20:11] dann würde ich die da auf keinen Fall rausnehmen aktuell, sondern erst wenn
[20:15] das Problem auftaucht, wenn sie sagt, ich finde da gerade wirklich niemanden.
[20:20] Dann würde ich das nochmal vielleicht neu denken, aber aktuell würde ich es,
[20:24] nur machen, wenn sie wirklich sich einsam fühlt.
[20:27] Das interessiert mich auch nochmal. Es gibt ja Eltern, die es total cool finden
[20:31] und sagen, es ist geil, unsere Tochter setzt sich durch in der Mini-Männergruppe.
[20:37] Und die würden das als eine coole Möglichkeit finden, sich Sporen zu erarbeiten.
[20:45] Und die Eltern haben ja einen Grund, warum sie sagen, hm.
[20:49] Und ja, da können die Eltern vielleicht nochmal miteinander aus Gespräch gehen.
[20:52] Aber Sie sagten ja, sie geht anders auf im Spiel mit Mädchen.
[20:57] Offensichtlich gibt es also Mädchen, mit denen sie spielt. Und da ist ja die
[21:00] Frage, wie kann man das vielleicht noch ein bisschen unterstützen.
[21:02] Und wenn die anderthalb Jahre Unterschied haben, dann werden sie entweder zwei
[21:06] Jahre und manche auch nur ein Jahr vor dem anderen Mädchen eingeschult.
[21:11] Und dann wird von unten auch nochmal was nachgekommen sein, nehme ich jetzt mal an.
[21:16] Wenn die jetzt erst knappe vier ist, dann wird es jetzt im Sommer wahrscheinlich
[21:19] wieder Nachschub geben von den Kindern. Also vielleicht könnte man so rum sagen,
[21:22] es ist ja auch ihr Plan, mit der Kita in Kontakt zu gehen.
[21:25] Und eigentlich kann man vielleicht als Gradmesser auch nochmal rannehmen,
[21:29] ist der Kita bewusst, was es bedeutet und bieten die eigentlich einen fürsorglichen Umgang an?
[21:37] Im Sinne von, wir haben das auf der Pfanne, so und so gehen wir damit um,
[21:41] so und so sehen wir eure Tochter im Kontakt.
[21:45] Also für die Eltern zu sagen, habe ich das Gefühl, meine Tochter ist hier gut aufgehoben.
[21:49] Und da scheinen die sich ja nicht so einig zu sein. Ich sage mal,
[21:52] wenn es nur in Anführungsstrichen ist, unsere Tochter spielt anders mit Mädchen
[21:56] als mit Jungs, würde ich sagen, okay, das ist so.
[22:00] Ob das zwingend notwendig ist, um glücklich in der Kita zu sein,
[22:04] da bin ich mir nicht so sicher.
[22:06] Ja, und ich glaube, das merkt man beim Abgeben. Genau, frage ich mich,
[22:09] ob die Eltern eine Sorge zu stark gewichten im Vergleich zu den Gewinnen,
[22:15] die es auch hat, in so einer Gruppe zu sein.
[22:18] Und es ist so ein bisschen frustrierend, weil ich nicht zu einem Schluss komme
[22:23] dabei, sondern ich merke das innerlich.
[22:26] Ich sitze so in der Mitte der Wippe und denke, naja, einer war jetzt einfach
[22:29] mal. Wir winden uns, wie die Ahle hier gerade im Kescher.
[22:31] Naja, aber ich finde, es ist eben nicht schlussendlich zu bewerten,
[22:35] sondern das zählt zu der Kategorie, ne, ein Tod muss es sterben.
[22:41] Weiß der Geier, was am Ende richtig gewesen sein wird. Man kann nur viele Dinge bedenken.
[22:46] Und dann kostet die Entscheidung etwas. Und es nervt, finde ich,
[22:50] dass so eine Entscheidung ist, wo man sagen dürfte, die Eltern wären nicht in
[22:54] dem Dilemma oder nicht in der Sorge, wenn einfach drei, vier Mädchen mehr wären.
[22:58] Wenn dann die Tochter trotzdem nur mit Jungs spielen würde, würden die sagen,
[23:01] ja gut, so hat sie es halt.
[23:03] Ich glaube, vielleicht ist das der Punkt, dass die Wahlmöglichkeit des Kindes
[23:07] eingeschränkt ist. Und das mögen wir als Eltern nicht so gern.
[23:10] Wir mögen das auch von uns selber nicht gern, wenn die Wahlmöglichkeit eingeschränkt ist.
[23:13] Aber dann lassen Sie es nochmal auf eine andere Ebene gehen,
[23:16] finde ich nämlich auch spannend und auch für viele andere spannend,
[23:18] weil man ja so oft vor Situationen steht, in denen man sich entscheiden muss.
[23:23] Und sowohl das eine hat Vorteile, als auch das andere hat Vorteile und genauso
[23:27] ist was in der Nachteilswaage. Furchtbar.
[23:30] Jetzt gibt es doch bestimmt, ich habe gehört, du bist Psychologin.
[23:35] Gerüchte. Gibt es doch bestimmt irgendwelche Grundsätze, Tipps,
[23:39] also wie treffe ich eine schwere Entscheidung, die zieloffen ist,
[23:43] also ergebnisoffen ist. Ich lasse die meinen Mann treffen und dann ist er schuld. Fertig.
[23:49] Nein, das stimmt auch nicht. Okay, also was ich glaube hilfreich ist,
[23:54] sind diese vielgerühmten Pro- und Kontralisten.
[23:57] Ich muss mal auf die Uhr gucken. Wie viel Zeit haben wir noch,
[23:59] dann würde ich es erklären. Ja, bitte.
[24:03] Also es gibt ja diese vielgerühmten Pro-Kontralisten. Und die Pro-Kontralisten
[24:07] helfen häufig überhaupt nicht vom Fleck.
[24:09] Meist weil sie nicht gewichtet werden.
[24:13] Also, sondern wir listen die Dinge auf und tun so, als wenn sie gleich wichtig
[24:17] wären, das sind sie ja nicht.
[24:19] Also müsste ich auf einer Skala von 1 bis 10 den unterschiedlichen Dingen auf
[24:24] der Liste ein Gewicht geben. Dies wiegt 10, dies wiegt 4, dies wiegt 3.
[24:30] Und dann bekommt das Pro, auch wenn da meinetwegen nur vier Punkte draufstehen,
[24:34] ein Gewicht von, sag mal im Zweifelsfall 50. Und das Contra,
[24:38] wo 30 Sachen draufstehen, aber alles nur mit 1 gewichtet ist,
[24:42] nur ein Gewicht von 30, dann ist die Entscheidung klar.
[24:44] Okay, also kann man das wirklich so rechnen quasi? Ja, kannst du,
[24:49] weil das sind ja emotionale Zuordnungen, die du machst.
[24:53] Das ist für die einfache Pro-Contra-Liste. Das reicht manchmal noch nicht.
[24:57] Okay, dann kann man etwas benutzen, das nennt sich Tetralemma.
[25:03] Ja, das könnt ihr euch vorstellen wie eine Vierfelder-Tafel.
[25:06] Und da habe ich das Pro und das Contra.
[25:10] Und dann habe ich weder noch, denn ich kann mich auch für gar nichts entscheiden.
[25:15] Das Kind kommt einfach aus der Kita raus.
[25:16] Fertig. die ist zu Hause am besten aufgerufen.
[25:19] Und bevor ich mich nochmal auf so ein Experiment einlasse, ist mir das jetzt
[25:23] egal. Ich mache einfach nur Privatverabredungen und basta. Das wäre weder noch.
[25:27] Oder ein Sowohl-als-auch. Was wäre das in dem Fall? Wir machen es nächstes Jahr.
[25:31] So was? Wir machen es nächstes Jahr. Sie wechselt die Gruppe,
[25:34] bleibt aber in dem Kindergarten.
[25:36] Manchmal muss man auch ehrlich gesagt, das Sowohl-als-auch noch gar nicht bewusst
[25:40] benannt haben, sondern sich nur mal der Qualität widmen.
[25:43] Also wie fühlt sich denn ein Sowohl-als-auch an? Und dann merkt man manchmal,
[25:47] ach, sowohl als auch, das ist auch weder Fisch noch Aal. Da habe ich auch keinen
[25:50] Bock drauf. Ich will schon eine klare Entscheidung.
[25:53] Für die Psycho-Interessierten von euch, wie man das korrekt,
[25:56] korrekt, korrekt macht, wäre, dass ihr euch vier Zettel malt.
[26:01] Das Pro, das Contra, das Weder, noch, das Sowohl als auch.
[26:05] Und euch mal auf diese Zettel draufstellt und mal guckt...
[26:10] Ohne vielleicht genau sagen zu können, was ist es denn? Wie fühlt es sich denn an?
[26:15] Und man stellt sich dann vor, man hätte die Entscheidung so getroffen und sie wäre jetzt ganz sicher.
[26:19] Man stellt sich erstmal darauf, mal angenommen, es ist weder noch.
[26:21] Und ich muss noch nicht mal unbedingt wissen, was weder noch ist. Wie fühlt es sich an?
[26:27] Wenn ich erleichtert fühlt es sich schwer an. Genau, kommt mir ein Bild,
[26:30] merke ich, oh Gott, das ist ja richtig furchtbar.
[26:33] Manchmal steht man auch auf der 50er Entscheidung und denkt,
[26:35] rechnerisch hat das Pro gewonnen.
[26:38] Aber wenn ich mich draufstelle, denke ich, Alter, nee, doch nicht.
[26:45] Und dann fühlen sich manchmal einige, oder andersrum, unser Gefühl ist ja das
[26:49] kondensierte Wissen zwischen den Zeilen.
[26:52] Also das, was wir nicht greifen können, das, was so atmosphärisch mitschwingt
[26:57] oder in unseren Werten verhaftet ist.
[27:01] Und dann nochmal zu merken, hier fühlt es sich gut an.
[27:07] Und mit dem Gefühl kann ich die Widrigkeiten besser schlucken.
[27:14] Oder kann ich später mal zu meinem Kind sagen, weißt du, das mag sich jetzt
[27:18] als falsche Entscheidung erwiesen haben.
[27:20] Kann dir aber garantieren, wir haben es damals durchdacht und sind mit der Entscheidung
[27:25] mitgegangen, die wir als die Beste für dich empfunden haben.
[27:29] Und von der Position aus, finde ich, lässt dieses Schuldgefühl nach.
[27:35] Genau, also nicht nur mit dem Kopf zu ringen, sondern bewusst die Kraft des
[27:42] Gefühls mit hinzuzunehmen.
[27:43] Und dann muss man ja auch noch diese Dinge einbeziehen, die man nicht in der
[27:47] Hand hat. Also es gibt immer die Möglichkeit, die falsche Entscheidung getroffen zu haben.
[27:52] Und dann ist ja auch so ein bisschen die Frage, und dann komme ich dann damit klar. Ja.
[27:56] Also ich muss gerade dran denken, weil wir haben unsere kleinste Tochter aus
[28:00] der Kita tatsächlich rausgenommen, weil wir die Leitung unmöglich fanden und
[28:03] war sie auch und sind in eine andere Kita gegangen und waren dann so glücklich,
[28:07] weil sie dort so eine tolle Erzieherin gefunden hat.
[28:09] Und jetzt stell dir vor, diese Lieblingserzieherin ist drei Monate,
[28:13] nachdem wir dort waren, in genau die Gruppe gegangen, in der sie vorher war.
[28:20] Und wir haben wirklich, wir haben nach Luft geschnappt, Ende vom Lied war,
[28:24] die hat da auch ein paar Monate später wieder gekündigt, weil sie die Leitung
[28:27] furchtbar fand, so, aber,
[28:30] also du weißt es halt manchmal nicht, also da in dem Moment hätte ich mir den
[28:33] Hintern beißen können, im Endeffekt hätte sie die da auch lieb gewonnen,
[28:37] hätte sie die dann auch dort,
[28:39] so war sie wenigstens in einer ordentlichen Kita, so.
[28:42] Also beim Impfen habe ich mir die Frage immer gestellt, mit welchem Fehler kann ich besser leben?
[28:48] Also was kann ich von mir vertreten? Sagen, ich habe das Beste für dich versucht
[28:53] und deswegen habe ich es so entschieden.
[28:55] Also das finde ich ist hilfreich. Aber ich will mal das Cetra Lemma noch um
[28:58] einen Punkt ergänzen, den ich total charmant finde.
[29:01] Es gibt das Pro, das Contra, das Weder, noch, das Sowohl, als auch.
[29:04] Es gibt auch noch die fünfte, bislang ungedachte Variante.
[29:10] Also etwas außerhalb dieser Vierfelder-Tafel im Sinne von und wenn alles ganz anders ist.
[29:15] Und wenn wir alles über Bord schmeißen und was völlig Neues machen,
[29:18] dann kündigen wir beide unsere Jobs, machen eine Weltreise.
[29:22] Und ziehen nach Neuseeland. Schicken wir das Kind aufs Babyinternat.
[29:26] Da weiß der Geier, was da kommt. Und das, finde ich, lockert so die innere Anstrengung
[29:31] auf. Und auch das Gefühl von Gefangensein in nur begrenzten Möglichkeiten.
[29:37] Ja. Also zu der Frage, was macht man mit den Entscheidungen,
[29:39] die scheinbar unpreffbar sind? Sein Frieden.
[29:42] Also seinen Frieden mit den Konsequenzen, für die man bereit ist, gerade zu stehen.
[29:48] Ist der Leidensdruck groß genug? Nee, aber in dem Fall die Frage von,
[29:52] okay, du wechselst jetzt die Kita, obwohl wir wissen, dass es dir wahnsinnig schwerfällt.
[29:58] Wir sind aber sicher, dass dir mehr Mädchen in der Gruppe mehr Möglichkeiten schaffen.
[30:05] Und weil wir glauben, dass das für dich ein so großer Gewinn ist,
[30:10] muten wir dir nun in Relation dazu kleine emotionale Anstrengungen zu.
[30:16] Und damit können wir gut leben. Oder umgekehrt zu sagen, du bist dir so sicher
[30:20] und gut aufgehoben und kennst dich gut aus,
[30:23] Stimmt, dann spielst du nur dann und wann in der Woche mit anderen Mädchen.
[30:27] Das können wir gut tragen, dafür, dass du nicht nochmal dein Bindungssystem wechseln musst.
[30:32] Ja, ist vielleicht nicht optimal, aber cool aus. Was kriege ich für was?
[30:37] Womit mache ich als Elternmann Frieden? Ja, finde ich gut.
[30:41] Finde ich auch gut, dass wir da mal über Entscheidungen getroffen haben.
[30:43] Ich freue mich immer so, wenn du sagst, ja, finde ich gut. Dann denke ich mir,
[30:47] oh ja, juchu, ich habe bestanden.
[30:50] Ja, ich freue mich ja auch immer, wenn du nickst. Ich sehe auch manchmal in
[30:54] deinem Blick so dieses, hä? Dann freue ich mich nicht so.
[30:58] Aber egal, was ich sagen wollte, ich finde es richtig gut, dass wir über Entscheidungen
[31:01] gesprochen haben, weil das ist so oft so ein Punkt.
[31:03] Also das geht ja dann weiter mit weiterführender Schule, welche Schule,
[31:07] welche Schulform und so weiter und so fort. Und man kann ja,
[31:11] das finde ich ja so das Fiese, gerade bei den Kindern, es kommt einem so wahnsinnig
[31:15] wichtig vor und ist es ja auch.
[31:17] Und gleichzeitig haben wir auch nur einen Hauch einer Ahnung,
[31:20] was es wirklich mit sich bringt. Nein, und das ist so verzwickt und das hast
[31:25] du bei dir ja schon im Leben.
[31:26] Aber wenn es dann das Kind betrifft, dann wird es richtig fies.
[31:30] Ja, also insofern, vielen Dank, Elke. Jetzt habe ich auch wieder was gelernt. Tetra wie?
[31:35] Lämmer. Ich kenne nur Tetrapack. Statt einem Dilemma ist es ein Tetralämmer,
[31:39] weil es vier Möglichkeiten sind. Und das fühlt sich schon viel freier. Finde ich gut.
[31:43] So, dann entlassen wir euch in ein tolles Wochenende erstmal und dann in eine neue Woche.
[31:48] Am nächsten Donnerstag sind wir, nein, bin ich wieder für euch da,
[31:52] mit einer neuen Folge Elterngespräch. Wenn ihr Fragen habt, die ihr gerne mal
[31:57] von Elke und mir, ich wollte gerade durchgekaulitzt haben sagen.
[32:01] Kennst du das? Zu Kaulitzen, Kaulitzen. Die besprechen manchmal so Themen und
[32:05] dann nennen sie es immer Durchkaulitzen.
[32:07] Aha. Das ist bei uns in der Familie schon im Sprachgebrauch.
[32:09] Also, wenn ihr von uns mal was durchgeelkt haben wollt.
[32:14] Dann lasst es uns wissen und schreibt uns an podcast.eltern.de und alle wichtigen
[32:19] Infos findet ihr wie in meinen Shownotes. Wir sagen alles Liebe aus Hamburg.

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