# Eine Löwenmutter muss nicht zwitschern

An episode of [ELTERNgespräch](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1389814425), 29 Oct 2026, 47 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1839-elterngesprach/254001-eine-loewenmutter-muss-nicht-zwitschern.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69e8c57900566&awEpisodeId=254001

Bist du eine Löwenmutter, ein Eidechsenvater, ein Kakadu-Papi oder eine Goldkehlchen-Mami? In dieser Folge wirst du es erfahren, denn Christine hat sich die Bestseller-Autorin und Psychologin Nina Grimm eingeladen, die sich sicher ist: Es gibt ein paar Persönlichkeitsmuster, die großen Einfluss darauf haben, wie wir als Eltern sind. Nina und Christine sprechen darüber, warum auch das Wesen unserer Kinder zählt, was eine Löwenmutter tun könnte, anstatt zu zwitschern, und warum manche Menschen zumindest gefühlt ein ganzer Zoo sind. Seid gespannt, was eure größten Stärken und eure blinden Flecke sein könnten. Mehr zu Nina Grimm: Test: https://elterntyptest.ninagrimm.de/quiz.php Buch: Eine Löwen-Mama muss nicht zwitschern können: Erziehen ohne sich zu verbiegen Hätte, müsste, sollte: Bedürfnisorientierung im Familienalltag wirklich leben - SPIEGEL-Bestseller :… Wie ihr euch nicht umbringt, wenn ihr Eltern seid: 10 Fehler, die Eltern-Paare begehen - und wie ihr… Homepage Instagram Mehr von Christine Rickhoff: Instagram Bücher von Christine Rickhoff: Für Geschwister ab 4 Jahren: Das Beste an uns: Eine Geschichte über zwei ziemlich ungleiche Geschwister* Für Mädchen ab 10 Jahren: Du bist 100% richtig* Buch mit Tipps gegen Angst ab 7 Jahre: Keine Angst vor der Angst* Schwangerschaftsbegleiter: Du & ich. Das Mama-Buch* Zum Eintragen und Verschenken: Dein Leben, deine Geschichte: Ein besonderes Erinnerungsalbum* Schwangerschaftskalender: Deine Schwangerschaft Tag für Tag* *https://www.eltern.de/services/affiliate-links-auf-elternde +++ Weitere Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier: https://linktr.ee/elterngespraechpodcast +++ +++++++++++++++++ Habt ihr Lob, Tadel oder Themenvorschläge und Fragen zu den Themen Partnerschaft sowie Erziehung? Schreibt Christine eine persönliche Mail an podcast@eltern.de. Außerdem erreicht ihr uns auf unserem Instagram-Account @elternmagazin oder folgt Christine auf Instagram @christinerickhoff. Wir würden uns freuen, wenn ihr unseren Podcast auf iTunes, Spotify oder Deezer abonniert und bewertet. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. Infos und Links: zu unserem Youtube-Kanal Infos und Links zu unseren Werbepartnern: Lerne jetzt Shopify kennen Hier geht´s zur App Medienplanet

## Transcript

[0:00] Es geht nicht darum, dass wir als Eltern jegliche, das ist ja dann nochmal ein
[0:05] anderer Punkt, dass so häufig Bedürfnisse mit Wünsche verwechselt worden sind,
[0:08] dass wir sofort alle Wünsche aka,
[0:11] verwaschene Bedürfnisse unserer Kids sofort erfüllen müssen,
[0:14] dass unser Kind immer glücklich ist, immer reguliert ist, nie unzufrieden sein
[0:18] darf, damit wir gute Eltern sind.
[0:20] Das ist ein Riesenmissverständnis in dieser BO-Bubble.
[0:27] Hi und schön, dass du da bist, hier beim Elterngespräch, dem Podcast von Eltern für Eltern.
[0:32] Ich bin Christine, Journalistin, Autorin und Mama von vier Kindern.
[0:36] Im Podcast spreche ich mit spannenden Gästen über Elternschaft.
[0:42] Und heute geht es um ein Thema, über das vermutlich die meisten Eltern schon
[0:46] mal gestolpert sind im Alltag, nämlich das eigene Temperament.
[0:49] Da liest man zig Erziehungsratgeber, hört sich Podcasts an oder erfährt von
[0:53] den coolsten Erziehungshacks der Nachbarn, möchte das Ganze dann im eigenen
[0:56] Alltag umsetzen und merkt im gleichen Moment, dass es sich komplett verrückt
[1:01] anfühlt oder auch einfach gar nicht geht.
[1:02] Ob es eine betont geduldige Ich-Botschaft ist, die eine impulsive Mama nur mit
[1:06] geballten Fäusten in der Hosentasche über die Lippen kriegt oder ob es um superklare
[1:10] Worte geht, die ein sehr einfühlsamer Papa nicht mal denken mag.
[1:14] Manchmal passt ein Tipp einfach überhaupt gar nicht zu uns als Eltern.
[1:18] Und genau zu diesem Thema hat die Familienpsychologin, zweifache Mutter und
[1:21] Spiegel-Bestseller-Autorin Nina Grimm ein Buch geschrieben, das den herrlichen
[1:25] Titel Eine Löwenmutter muss nicht zwitschern können trägt. Liebe ich,
[1:28] großartiger Titel, der schon mal sehr entlastend klingt.
[1:31] Heute ist Nina hier bei mir und ich freue mich drauf, mich einmal mit ihr durch
[1:35] verschiedene Elterntypen und unrealistische Eigenanforderungen zu quatschen.
[1:39] Herzlich willkommen und schön, dass du da bist, Nina.
[1:42] Hey, so schön hier zu sein. Ich komme aus dem Grinsen gar nicht mehr raus,
[1:45] wenn ich dir bei deiner Anmoderation zuhöre. Voll, voll schön.
[1:48] Dankeschön. Du siehst, ich kenne es. Ich kenne es.
[1:52] Ja, gefühlt alle, oder? Also ich glaube, es gibt niemanden, der Kinder hat,
[1:55] der das nicht kennt. Ich glaube auch. Aber lass mich raten, du bist eine Löwenmutter, oder?
[2:00] Ja, definitiv. Ich bin Typus Löwe. Ja, guilty.
[2:05] Woran machst du das fest? Also was würdest du sagen, was zeichnet eine Löwenmutter aus?
[2:10] Tatsächlich ist Impulsivität und Ungeduld einer meiner Schwachstellen auf jeden Fall.
[2:15] Aber wie alles im Leben ist da, wo Schatten ist, ja immer irgendwo auch Licht,
[2:19] und die Stärke von dem Temperament von der Löwin ist, dass sie aber auch sehr
[2:24] klar führen kann, dass sie gute und klare Vision von sich, aber auch vom Familienleben
[2:28] hat, aber auch Dinge tatsächlich sehr gut und sehr schnell erfassen kann.
[2:32] Und da keine Issues damit hat, dafür dann auch wirklich in die Verantwortung
[2:35] zu treten, dafür loszugehen, gut damit leben kann, dass das Kind einen dann
[2:39] auch vielleicht mal kurz irgendwie doof findet.
[2:41] Das kann sie gut halten, weil sie das größere Ganze im Blick hat.
[2:44] Und das ist die Sonnenseite von, ich kann aber nicht drei Stunden lang auf dem
[2:49] Teppichboden sitzen und dir dabei zugucken, wie du deine Strümpfhose selbst
[2:52] anziehst. Dafür bin ich einfach zu ungeduldig. Oh, liebe ich.
[2:56] Ja, ich fühle es. Ich ahne schon, was ich bin.
[2:59] Aber es gibt ja auch noch andere Typen und da kommen wir gleich nochmal hin.
[3:03] Das finde ich nämlich ganz spannend und ich dachte, das ist cool,
[3:05] wenn man schon mal als so Elternteil jetzt beim Zuhören so ein bisschen den
[3:09] Selbstcheck machen kann. Das machen wir gleich.
[3:11] Aber erstmal dein erstes Buch oder ich weiß gar nicht, ist es das erste?
[3:15] Hätte müsste sollte. Ja, hätte müsste sollte, hätte könnte, Fahrradkette und
[3:19] so weiter. Auf jeden Fall ganz viele Dinge im Kopf, ja. Ja, genau.
[3:22] Das ist ja direkt auch ein Spiegel-Bestseller geworden. War ein wahnsinniger
[3:25] Erfolg. Da geht es ja insbesondere um bedürfnisorientierte Erziehung,
[3:28] aber auch um diese Diskrepanz von hätte, ich weiß genau, wie es geht,
[3:32] hätte, könnte, sollte, müsste.
[3:34] Und dann stolper ich über meinen Alltag, über mein Temperament, über was auch immer.
[3:38] Wieso hattest du in dem Moment das Gefühl, dass du über bedürfnisorientierte
[3:43] Erziehung unbedingt schreiben musst?
[3:44] Ja, ich hatte tatsächlich dieses Problem, dass ich diese vielen Ratgeber gelesen
[3:48] habe. Ich war so eine von dieser ambitionierten Müttern, die schon zehn Ratgeber
[3:52] gelesen hat, bevor das Kind überhaupt auf der Welt war. Und ich war.
[3:58] So total klar da drin, wie ich das mit meinen Kindern, mit meiner Tochter machen möchte.
[4:03] Und als ich diese ganzen rückblickenden Goldkehlchen-Strategien dieser bedürfnisorientierten
[4:08] Bücher gelesen habe, war das tatsächlich einfach so, dass du gefühlt wirst,
[4:10] dass mein ganzes System so in Resonanz gegangen ist.
[4:14] Das war so ein Ding von so, ja, genau so will ich das mit meinen Kindern auf jeden Fall machen.
[4:23] Und ich hatte da irgendwie so eine ganz klare Idee da davon,
[4:26] wie ich gerne sein würde als Mutter.
[4:29] Und habe dann halt ziemlich schnell feststellen müssen, dass mir dieses ganze
[4:32] Wissen, das ich mir angeeignet habe, schon auch durch Bücher,
[4:35] aber ja nicht zuletzt natürlich auch durch meinen beruflichen Hintergrund,
[4:38] dass mir das halt im Alltag so überhaupt gar nichts gebracht hat.
[4:41] Und halt diese ganzen Tipps und Tricks
[4:44] für mich halt einfach in den Stresssituationen nicht abrufbar waren.
[4:49] Und ich immer wieder zurückgefallen bin in so alte Strukturen,
[4:52] die ich eigentlich gerne längst ad acta gelegt hätte und von denen ich ja eigentlich
[4:55] auch schon längst wusste, dass die total Banane sind. Weißt du,
[4:58] so dumme Sachen wie, ja, wenn du dich jetzt nicht anziehst, dann solche Geschichten.
[5:04] Und ich weiß selbst überhaupt nicht, was dann passiert, aber ich drohe mal damit.
[5:08] Voll. Oder dann, ja, also ich glaube, die schlimmste Situation war für mich
[5:12] tatsächlich, als ich irgendwann, es war so eine Losgehsituation am Morgen.
[5:17] Und ich habe mich in dem Moment mir bewusst gedacht, Nina, wenn du jetzt laut
[5:23] wirst, dann macht es die Situation schlechter.
[5:27] Es wird länger dauern.
[5:30] Es wird unwahrscheinlicher, dass du pünktlich zur Arbeit kommst und so weiter.
[5:33] Ich hatte diesen Gedanken bewusst da und ich konnte trotzdem nicht aufhören.
[5:38] Ich bin dann trotzdem reingefallen.
[5:45] Und in diesem Moment, meine Tochter dann so Zeitsitutensituationen,
[5:48] so Augen ganz groß, Tränen stieg in die Augen und die Lippen fing an zu beben
[5:53] und sie ab durch die Mitte in ihr Kinderzimmertüre knallte, von wem sie das wohl hatte.
[5:58] Und da bin ich so, also literally zu Boden gegangen und hat mir gedacht von
[6:03] so, ey Scheiße, das kann doch echt nicht sein.
[6:05] Ich hab's doch, also der Gedanke war ja sogar da und das war so ein krasses
[6:09] Gefühl von Kontrollverlust, das mich echt erschrocken hat.
[6:14] Und das war so der Startschuss, dass ich mir begonnen habe, die Frage zu stellen,
[6:18] das kann doch jetzt ja wohl nicht sein. Ich muss das doch irgendwie auf die
[6:22] Kette kriegen, dass ich dieses Wissen in den Alltag kriege. Das war die Geburtsstunde
[6:25] von Hätte, müsste, sollte, vom ersten Buch. Okay.
[6:28] Und dann ging ja eine Welle los. Und du wurdest, glaube ich,
[6:31] immer auch in diese bedürfnisorientierte Erziehungsschublade gesteckt.
[6:35] Und jetzt gehe ich auf dein Instagram-Profil, gucke und das Erste,
[6:39] was mir entgegenschlägt, kommt, warte, was stand da?
[6:42] Seit ich aufgehört habe, auf jeden Wutanfall bedürfnisorientiert reagieren zu
[6:46] wollen, schreie ich viel weniger.
[6:48] Ja, habe ich geliebt, weil das war erst mal so ein Hä?
[6:52] Kannst du dieses Hä kurz auflösen? Natürlich löst es sich auch auf,
[6:55] wenn man in die Caption guckt, aber vielleicht kannst du es einmal hier auch machen.
[6:59] Ja, voll gern. Es war ja auch tatsächlich so eine der kleinen Anekdoten aus
[7:02] hätte müsste, sollte, dass ich so festgestellt habe von so die Art und Weise
[7:06] von Strategien, die da beschrieben worden sind, dass ich einfach festgestellt
[7:10] habe, dass das nicht zu meinem Wesen passt, dass das nicht zu meinem Typus passt,
[7:14] und dass dadurch aber in mir so extrem viel innerer Druck entstanden ist.
[7:19] Und ich so ein Idealbild davon hatte, wie ich als Mama, als Mutter zu sein habe,
[7:25] wie auch die richtige Art und Weise, mit solchen Konflikten umzugehen,
[7:29] auszusehen hat, damit es gut ist, damit es richtig ist.
[7:34] Und das hat mich unter extremen Druck gesetzt. Und gerade aus dem Druck heraus
[7:39] bin ich am Ende auch immer wieder in was reinverfallen, was ich ja eigentlich gerne abgelegt hätte.
[7:46] Und für mich war es einfach ein riesiger Release, als ich mir das selbst zugesprochen
[7:51] habe, dass ich diese ganzen,
[7:53] klugen Tipps und Tricks zur Seite stellen darf und vor allem auch dieses Idealbild
[7:58] begraben darf und mir stattdessen beginnen sollte, die Frage zu stellen,
[8:02] wer bin denn eigentlich ich als Mensch?
[8:04] Was passt denn auch wirklich zu mir? Und was passt auch zu meinem Kind?
[8:07] Und das war ein totales Aufatmen an meiner Stelle, als ich diese ganzen,
[8:12] okay, jetzt muss ich aber auf jeden Fall ein Spiel draus machen und jetzt darf
[8:14] ich auf gar keinen Fall dieses und ich sollte auf jeden Fall dieses was dann
[8:17] irgendwie so innerhalb von Mikromillisekunden, innerhalb von so einem Mama-Brain ja dann
[8:21] irgendwie schnell mal da ist, wenn das Kind Pieps macht.
[8:24] Und diesen Anspruch zur Seite zu stellen, jetzt in irgendein Frame passen zu
[8:29] müssen, um eine Situation gut zu lösen und stattdessen zu Beginn mein So-Sein
[8:34] zu berücksichtigen, hat mich entspannt.
[8:37] Und aus der Entspannung heraus konnte ich dann auch wieder mehr zu der Variante
[8:41] Mutter werden, die meinem Ideal bzw. die meiner Vision von mir entsprochen hat.
[8:47] Voll. Das heißt, das war dann so ein bisschen so eine logische Folgerung,
[8:50] dass du gesagt hast, okay, es gibt ja nicht nur diese Diskrepanz zwischen Goldkehlchen,
[8:54] wie du es schon genannt hast, und Löwenmutter, sondern es gibt wahrscheinlich
[8:57] auch noch ganz viele andere
[8:59] Typen, Eltern und das kennst du ja wahrscheinlich auch aus deiner Praxis und
[9:02] aus deiner Beratung und so weiter, dass du merkst, die Leute stolpern ja nicht
[9:05] alle über dieselben Steine, sondern es sind ja manchmal auch ganz andere Stolpersteine,
[9:09] die sich da so in den Weg legen.
[9:10] Und hast du dann dir überlegt, dass du dieses Buch schreibst mit den Typen jetzt?
[9:13] Ja, es war tatsächlich so, dass diese Analogie, die ja tatsächlich eigentlich
[9:17] nur ein Nebensatz aus meinem ersten Buch war, dass die auf so riesige Resonanz gestoßen ist.
[9:22] Und ganz, ganz viele Eltern ja dann auf mich zugekommen sind und gesagt haben,
[9:26] ich habe auch das Gefühl, ich bin eine Löwe und mir geht es genauso und so weiter.
[9:31] Und das hat es ja jetzt nicht nur so rausgehauen, sondern das Ganze hat sie
[9:34] ja auch damals schon einen wissenschaftlichen fundierten Hintergrund,
[9:37] nämlich aus der Persönlichkeitspsychologie heraus kommend.
[9:40] Und das hat sich jetzt einfach im Laufe der Jahre, in denen ich ja dann auch
[9:44] Familienberatung angeboten habe, einfach immer wieder bestätigt,
[9:47] dass es da draußen einfach so viele Eltern gibt, die.
[9:51] Hohe Ansprüche an sich haben, die das Ding mit ihren Kids gut machen wollen,
[9:55] die eine neue Art von Beziehung mit ihren Kindern leben wollen,
[9:58] Cyclebreaking, etc., die Beziehung an erster Stelle setzen wollen und so weiter.
[10:04] Und aber eben ganz, ganz häufig diese Herausforderung auch haben,
[10:07] zu merken von so, hey, irgendwie da ist so diese Sehnsucht danach,
[10:10] eine coole Beziehung zu meinen Kids zu haben.
[10:12] Und irgendwie scheint gerade Bedürfnisorientierung so die Antwort darauf zu
[10:16] sein, Bedürfnis- und Bindungsbeziehung, wie das funzt. Und aber eben so viele
[10:20] merken, dass diese klassischen Hacks, die da draußen dann halt so kursieren,
[10:25] Irgendwie nicht funzen, sondern sich auch für sie eher anfühlen wie so eine Rolle.
[10:30] Also schon irgendwie plausibel, aber halt irgendwie nicht wirklich passend.
[10:35] Und das hat sich in der Praxis bestätigt, dass es da draußen halt eben nicht
[10:38] nur Löwinnen gibt, sondern halt auch noch andere Persönlichkeitstypen,
[10:43] andere Wesenszügen von Eltern,
[10:45] die natürlich auch weiterhin die Ambition haben dürfen und sollten,
[10:48] dass sie das auf Augenhöhe mit ihren Kids gerne weiterhin auch anpeilen wollen
[10:53] durch die Stressmomente.
[10:54] Kommen, aber dass die halt eben ganz, ganz häufig vor allem unterschiedliche
[10:59] Ansatzpunkte brauchen, um sich selbst zu regulieren, um in solchen Stressmomenten.
[11:04] Verlässlich verfügbar zu bleiben,
[11:07] aber eben auch unterschiedliche Erziehungsstrategien in der Ansprache brauchen
[11:11] mit dem Kind, damit der Alltag halt nicht so ein Pain wird.
[11:15] Ja, wahrscheinlich, weil Erziehung ist ja irgendwo auch immer auf Beziehung,
[11:20] gefußt und ich kann ja gar keine Beziehung zu jemandem haben,
[11:23] der sich nie zeigt, der immer tut, als wäre er jemand anders.
[11:26] Bevor wir jetzt hier weitermachen, ich merke, wir brauchen die Vokabeln,
[11:29] weil das ist so, wir labern so ein bisschen drumherum. Und lass es uns einmal
[11:34] auf den Punkt bringen. Welche, es gibt glaube ich fünf Typen, hast du einmal.
[11:38] Kannst du einmal sagen, auf welchen Annahmen das beruht? Du hast gerade gesagt,
[11:42] es kommt aus der Persönlichkeitspsychologie und welche fünf Typen es gibt.
[11:45] Finde ich total spannend.
[11:47] Super gern. Und ich gebe euch auch voll gern den Test aus dem Buch.
[11:51] Also ich habe ja einen psychologisch fundierten Test auch entwickelt,
[11:53] um rauszufinden, welcher Typ du bist. Den könnt ihr super gerne für die ZuhörerInnen
[11:58] hier in die Shownotes auch packen. Super, das machen wir auf jeden Fall.
[12:01] Aber du hast vollkommen recht. Lass uns einen Schritt zurückgehen und auch nochmal
[12:04] angucken, was ist überhaupt die Wurzel auch da davon.
[12:07] Weil das Ganze habe ich mir, also ich habe dem natürlich einen Namen gegeben,
[12:10] aber das Ganze hat ja einen fundierten Background in der Persönlichkeitspsychologie.
[12:15] Und Persönlichkeitspsychologie ist ja so einer dieser riesigen Forschungsbereiche
[12:20] auch aus der Psychologie.
[12:21] Und ich denke, wir können es aber ganz grob unterteilen in so zwei Ansatzpunkte,
[12:27] die beschreiben, warum Menschen so werden, wie wir sind.
[12:31] Und da gibt es quasi so die eine Gruppierung, die sagt von so,
[12:34] hey, wir kommen im Grunde genommen als weiße Leinwand auf die Welt.
[12:38] Und alles, was uns definiert, was unser Wesen ausmacht, sind am Ende gelernte
[12:44] Dinge. Also wir lernen, wie sich unsere Eltern uns gegenüber verhalten und daraus
[12:48] entwickelt sich Persönlichkeit. Das ist eine grobe Gruppe.
[12:51] Und die zweite Gruppe sagt, nee, nee, nee, nee, nee. Es gibt durchaus angeborene
[12:56] Persönlichkeitsmerkmale, die wir mitbringen und die sich durch Genetik und Erziehung
[13:03] eben nicht ausreichend erklären lassen.
[13:06] Da gab es in den 60er Jahren mal einen ganz spannenden Ansatz von der Studie,
[13:11] die heute wahrscheinlich von keiner Ethikkommission mehr durchkommen würde.
[13:14] Weil die haben damals eineiige Zwillinge in unterschiedliche Kontexte gepackt.
[13:20] Oh ja, schrecklich. Ja, schlimm. Also mit der Hypothese, weil da ist ja der
[13:26] Genpool gleich, eineiige Zwillinge sind von der genetischen Seite her komplett gleich.
[13:32] Und jetzt haben sie ein Zwilling in bildungsnahe Kontexte gesteckt,
[13:36] also wo die Eltern halt gut gebildet waren, gute Ausbildung hatten, wo Geld da war.
[13:40] Und den anderen Zwillingen in bildungsferne Kontexte, die im Milieu waren und so weiter.
[13:45] Und wollten überprüfen, wird jetzt dieser eine Zwilling, der im bildungsnahen
[13:49] Kontext ist, hat eine Hypothese, der muss ja erfolgreicher und glücklicher werden,
[13:53] weil die Sozialisation eine andere ist.
[13:56] Die Studie wurde dann irgendwann abgebrochen, Gott sei Dank.
[13:58] Aber nichtsdestotrotz konnte man schon auch so erste Erkenntnisse ableiten,
[14:03] dass sich halt gezeigt hat, also nur der Kontext.
[14:07] Ist am Ende nicht das Zünglein an der Waage von dem, dass wir werden, wie wir sind.
[14:12] Das ist auch irgendwo entlastend, also für alle, die sich verantwortlich fühlen.
[14:17] Natürlich kann man nicht alles machen mit Kindern und nichts passiert,
[14:20] aber schon irgendwie entlastend zu hören, ich bin nicht so verantwortlich für
[14:24] das Werden meines Kindes, wie man das vielleicht meint.
[14:27] Absolut. Und ich glaube, die Erfahrung kam ja auch gefühlt wahrscheinlich schon
[14:30] alle Eltern, die mindestens zwei Kinder haben oder Eltern, die schon gemacht,
[14:35] diese Erfahrung, dass man da ein und dieselbe Saat.
[14:38] Also zwei selbe Elternteile in dieselbe Erde setzt.
[14:42] Das heißt, die Sozialisation, die Erziehung ändert sich ja nicht sonderlich in den meisten Fällen.
[14:48] Und trotzdem kriegt man einmal Hortensie und einmal Tomate raus an Persönlichkeit von Kindern.
[14:53] Also halt einfach so komplett unterschiedliche Wesenszüge. Also meine Kinder
[14:56] sind wie Tag und Nacht auf ganz vielen Ebenen. Ja, meine auch.
[15:00] Und das, finde ich, zeigt es ganz gut. Da ist ja auch selber Genpool,
[15:03] also selber Vater, selbe Mutter, selbe Erziehungsstrategien.
[15:07] Aber trotzdem kommen am Ende unterschiedliche Charaktere raus.
[15:10] Und das war am Ende auch die Quintessenz dieser wirklich grausamen Zwillingstudien,
[15:15] die damals in den USA gelaufen sind, dass es halt eben einen dritten Faktor
[15:19] gibt, der wie angeboren ist.
[15:21] Ja, also Persönlichkeitszüge, die wir durch Erziehung und Genetik nur sehr,
[15:28] also die wir nur sehr bedingt auch beeinflussen können.
[15:31] Das sind die zwei Strömungen. Und die bringe ich im Grunde genommen jetzt auch
[15:35] in dem Elterntyptest zusammen, dass ich sage von so, okay, es gibt dazu natürlich
[15:39] auch entsprechende wissenschaftliche Fragebögen und so weiter.
[15:41] Und die habe ich jetzt für den Familienalltag übersetzt, dass wir quasi diese
[15:46] zwei wissenschaftliche Bereiche, und die findet ihr in dem Fragebogen basierend
[15:50] auf den Fragen, relativ gut messen können.
[15:53] Was ist dein Persönlichkeitsprofil? Was hast du für Eigenschaften?
[15:58] Was für Wesenszüge hast du?
[16:01] Und es gibt eben tatsächlich einfach Menschen, die haben Persönlichkeitszüge,
[16:05] aus denen heraus es ihnen so viel leichter fällt, empathisch,
[16:10] geduldig, einfühlsam zu sein.
[16:13] Also Typen, die ohne mit der Wimpern zu zucken, einfach drei Stunden tatsächlich
[16:18] auf dem Teppichboden sitzen können und Butterbrotkanten begleiten können,
[16:22] dass die selber abgeschnitten werden.
[16:24] Und andere, für die ist das die subjektive Hölle.
[16:28] Aber nicht, weil sie schlechtere Elternteile sind, sondern einfach,
[16:31] weil ihr Wesen ein anderes ist.
[16:35] Und das ist das Fundament von den Elterntypen. Ich habe jetzt fünf Gruppen gebildet.
[16:43] Das ist einmal das Goldkehlchen, das, wie wir schon so ein bisschen geteast
[16:48] haben, eben dieses geduldige, empathische, weiche, liebliche,
[16:53] zarte, sanfte Typus ist.
[16:56] Und für den ist diese klassische Bedürfnisorientierung, das ist dessen Homebase.
[17:00] Ja, und das ist eben auch ganz häufig das, was wir in den Büchern und auf Instagram
[17:04] und Co. ja auch so oft vorgeschlagen bekommen.
[17:07] Und jetzt finde ich das eben so wichtig zu betonen, dass es Eltern gibt,
[17:10] für die das richtig gut funzen kann.
[17:13] Aber wenn du da nicht dazugehörst, das nicht bedeutet, dass irgendetwas an dir
[17:17] falsch ist, sondern dass du sehr wahrscheinlich einfach einen anderen Wesenszug
[17:21] hast als Elternteil und deswegen einfach andere Strategien brauchst als diese klassischen BO-Hacks.
[17:27] So, also wir haben das Goldkehlchen, dann haben wir die Eidechse.
[17:30] Die sind sehr sensibel, die sind schon auch sehr feinfühlig,
[17:33] die kriegen sehr viel, sehr schnell mit und das ist tatsächlich auch ihre Superpower,
[17:39] sodass die sehr reizoffen sind.
[17:42] Aber Schattenseite von der Eidechse ist, dass die eben gerade durch diese
[17:47] Feinfühligkeit schnell in so eine Art auch starre kommen, wenn dann viel Emotionen
[17:52] da sind und dann eher in eine Konfliktvermeidung reingehen und sich zurückziehen
[17:56] oder aus dem Kontakt rausgehen.
[17:59] Und gerade für die Eidechsen sind so diese Tipps und Tricks aller,
[18:02] mach doch ein Spiel draus und tanze Polonaise ins Badezimmer.
[18:06] Pain in the ass, weil das einfach zu deren stillen So-Sein nicht passt.
[18:10] Und tatsächlich die Typen, die es meines Erachtens am schwierigsten haben in
[18:16] der Welt von Social Media, weil die ganz, ganz selten gute Modelle finden für sich.
[18:22] Weil Eidechsen introvertiert sind und damit selten diejenigen sind,
[18:26] die halt eben mit ihren Tipps und Tricks rausgehen.
[18:29] Stimmt. Und deswegen fehlt gerade häufig den Eidechsen ein gutes Modell.
[18:35] Wie man mit so Stresssituationen auch umgehen kann. Dann gibt es die Kakadus.
[18:40] Das sind die, die eher so die durchgeknallten, extrovertierten Lauten sind.
[18:48] Also denen, denen es total leicht fällt, auf dem Spielplatz sofort mit allen zu connecten.
[18:53] Und die ein riesiges Netzwerk haben, die irgendwie auch total gut eingebettet sind überall.
[18:57] Und für die ist wirklich so die Kraft daraus ziehen, wenn sie aus dem abendlichen
[19:03] Zähneputzen der Abenteuerreise machen können, weil die Sofakissen zu Steinen
[19:08] in einem Lavabeet werden.
[19:10] Das sind so die kreativen, wilden, aber schon auch, und hier kommen wir zur
[19:15] Schattenseite, häufig so ein
[19:16] bisschen die chaotischen, also die schon auch gerne mal vergessen, dass,
[19:20] Elternabend ist oder dass das Kind einen Turmbeutel mit zur Schule nehmen muss
[19:24] und die selber so ein bisschen Schwierigkeit haben, auch für sich Struktur zu halten.
[19:30] Dann kommen die Löwinnen. Über die haben wir ja schon gesprochen.
[19:33] Also ganz am Eingang, das sind meistens eben die Schattenseite impulsiv und
[19:37] ungeduldig, aber eben meistens sehr klar und können sehr gut führen.
[19:42] Und die Wölfe, das sind die, die häufig so Fels in der Brandung sind,
[19:49] gerade auch in Konfliktsituationen.
[19:53] Die, weißt du, die, wenn du irgendwie eine längere Autoreise planst,
[19:57] die, die auf jeden Fall recherchiert haben, okay, an welche Raststätte gibt
[20:00] es Spielplätze, dass wir cool Pause machen können.
[20:02] Und wenn du sie nach Feuchttüchern auf dem Spielplatz fragst,
[20:06] kriegst du die Rückfrage, ob du auch noch das Desinfektionsgel dazu brauchst.
[20:09] Also die so top organisiert und top strukturiert sind, gefühlt ihr Leben mega
[20:15] auf der Kette haben, auch wenn sie es subjektiv nicht so wahrnehmen.
[20:17] Aber bei allen anderen entsteht so der Eindruck von, okay, das sind so irgendwie
[20:21] so die premium durchstrukturierten Eltern.
[20:26] Und die haben aber ganz, ganz häufig die Herausforderung, dass wenn dann mal
[20:29] was nicht nach Plan läuft...
[20:33] Die dann gerne schnell unter Druck kommen. Also wenn das Kind schon angezogen
[20:35] ist und dann nochmal Pipi machen gehen muss, das setzt die dann häufig unter
[20:40] Spannung, wenn es zu Planänderungen kommt. Und daraus können die dann relativ
[20:45] schnell hochschießen auch.
[20:47] Oh, schön. Das ist auch so lustig, wie sofort im Kopf so eine Namensliste bei mir gerade so entsteht.
[20:53] Alles klar, das ist Anja, das ist Sophie, das ist so, weißt du genau,
[20:57] wer so wer ist. Liebe Grüße an Anja und Sophie. Ich bin gespannt,
[21:00] was ihr glaubt, wo ich euch einsortiert habe. Zurück. Ich auch.
[21:05] Genau. Und das finde ich total spannend. Gleichzeitig habe ich gerade gedacht,
[21:09] auch spannend, ich dachte gerade, dass ja auch eine Dynamik entsteht,
[21:12] wenn man mit Leuten zusammen ist.
[21:15] Also ich dachte gerade, Beispiel, wenn ich mit einer Wölfin mich auf dem Spielplatz
[21:20] verabrede, mit der ich sehr gut bin,
[21:23] von der ich jetzt nicht so tun muss, als sei ich auch eine Wölfin,
[21:25] entspanne ich mich komplett, werde zum Überkackaduo und denke mir so,
[21:29] also die Feuchttücher brauche ich mich nicht drum kümmern.
[21:31] Ja, und genauso gibt es die über Kakadus, mit denen ich dann auf den Spielplatz
[21:36] gehe und dann weiß ich genau, ja, nimm mal lieber noch ein paar Pflaster mit für die Kakadu-Küken.
[21:42] Die hat bestimmt keine. Und ich weiß ja, dass der Kleine immer hinfällt oder
[21:46] so, dass man für die mitdenkt.
[21:47] Also würdest du sagen, dass das was sehr Festes ist oder ist es auch was,
[21:52] was sich verändert, je nach Dynamik, je nach mit welchem Kind ich zusammen bin,
[21:56] mit welchem Elternteil ich vielleicht, mit welchem Partner ich auch zusammen
[21:59] bin oder in welcher Lebensphase ich mich befinde oder ist es wirklich Persönlichkeit,
[22:03] Persönlichkeit und das schwimmt nur so ein bisschen außen rum?
[22:07] Also Persönlichkeit ist etwas, was im Kern her relativ stabil ist,
[22:13] aber sich über den Lauf des Lebens auch immer irgendwie verändert.
[22:18] Also auch hier haben wir unterschiedliche Lebensphasen, Lebensabschnitte und so weiter.
[22:23] Und es ist durchaus so, dass jetzt zum Beispiel jemand, der sehr introvertiert
[22:26] ist, der durchaus Schwierigkeiten hat, mit Menschen ins Gespräch zu kommen,
[22:30] in Kontakt zu gehen und so weiter,
[22:32] der oder die kann das auf jeden Fall lernen, Smalltalk zu führen,
[22:37] sich in sozialen Situationen zu entspannen, mehr über sich zu erzählen,
[22:43] Storytelling-Workshops und so weiter.
[22:46] Und kann sich hier durchaus weiterentwickeln und auch wachsen und sich verändern.
[22:51] Aber die Person wird sehr wahrscheinlich nie diejenige sein,
[22:54] die es irgendwie geil findet, auf einer Party im Mittelpunkt zu stehen,
[22:59] die förmlich danach sucht, die Blicke auf sich zu ziehen und das gar irgendwie
[23:02] genießt, auf dem Tisch zu tanzen und alle Blicke auf sich zu haben.
[23:05] Das heißt, es hat immer so einen gewissen Deckeneffekt.
[23:10] Durchaus veränderbar, aber eben nach oben hin jetzt nicht unbegrenzt fluktuide,
[23:16] um es in mal so ein bisschen nerdy words zu sagen, sozusagen.
[23:20] Okay, das heißt, es geht jetzt nicht unbedingt darum, wer bin ich in jeder Situation?
[23:24] Also ich könnte durchaus denken auf dem Spielplatz, da ist eine Wölfin,
[23:27] aber eigentlich ist es ein Kagadur, aber die hat sich heute mal total zusammengerissen,
[23:30] sozusagen. Also was ich von außen sehe, ist nicht unbedingt das,
[23:33] sondern es ist das, was die Person am wenigsten Kraft kosten würde,
[23:37] oder so, kann man das so sagen?
[23:39] Jein. Also es ist auf jeden Fall das, wo die Person so ihre Homebase hat.
[23:43] Es gibt ja wirklich Menschen, die stehen total auf Excel-Tabellen,
[23:45] für die ist das eine innere Befriedigung, Checklisten zu schreiben und ganz
[23:49] genau zu wissen, das ist das, was ich brauche.
[23:51] Wohingegen andere sagen, da kriege ich einen inneren Wirkreiz,
[23:55] wenn ich nur darüber nachdenke, dass ich mir jetzt schon darüber Gedanken machen
[23:58] muss, wo will ich nächstes Jahr in Urlaub gehen und so weiter.
[24:02] Aber vom, also ich sag's mal badisch, vom Grundschmeckle her krieg ich das schon relativ gut mit.
[24:08] Gut, ich bin jetzt wahrscheinlich nicht repräsentativ, weil ich natürlich super
[24:12] framed bin einfach auch. Aber ich finde schon auch, dass du das Menschen, also ich seh's.
[24:19] Das ist wahrscheinlich so eine Energie auch, die die Leute ausströmen und so.
[24:24] Ja, also um jetzt nochmal bei diesem Beispiel zu bleiben. Wölfin,
[24:27] die sind meistens schon auch eher, also ich sage immer auf dem Campus,
[24:30] sage ich liebevoll Mentees zu ihnen, weil die schon auch einfach immer sehr,
[24:34] sind eher so die, die zum Fühlen eher in den Keller gehen,
[24:37] die sehr verkopft sind, die viel grübeln, die alles ganz genau verstehen wollen.
[24:43] Was am Ende ja eine Form ist, die Kontrolle über die Situation auch immer irgendwie halten zu wollen.
[24:49] Und das wird jetzt, also eine Wölfin ist sehr unwahrscheinlich am Ende diejenige,
[24:53] die jauchzend aufs Klettergerüst hochkraxelt wie ein Kakadu.
[24:59] Und der irgendwie voll mit eintauchen kann ins kindliche Spiel und so weiter.
[25:02] Die setzt sich dann vielleicht eher hin und baut mal mit eine Sandburg.
[25:08] Aber die geht nicht so rein in dieses...
[25:13] Fantasievolle, ich lasse mich total treiben in einem kindlichen Spiel, wie jetzt ein Kakadu.
[25:21] Was aber nicht bedeutet, dass eine Wölfin das nicht auch lernen kann,
[25:25] sich emotional mehr auf ihr Kind einzulassen.
[25:31] Okay. Gibt es denn Mischformen? Also falls jetzt irgendwer denkt so,
[25:34] ich bin so eine Kakadu-Wölfin oder weiß ich nicht. Voll, absolut.
[25:38] Also ich habe ja auch in meinem neuen Buch ein Kapitel Hilfe, ich bin ein Zoo.
[25:42] Ja. Was mache ich dann, wenn ich irgendwie gefühlt fünf Persönlichkeiten habe?
[25:48] Wie gehe ich damit um? Weil tatsächlich ging es mir auch im Laufe des Schreibens,
[25:51] ging es mir auch so, dass ich dann irgendwann zu meiner Femme gesagt habe von
[25:54] so, fuck, ich glaube, ich bin halt irgendwie alles so ein bisschen.
[25:57] Ich habe schon das Herz von einem Goldkehlchen. Ich bin auch eigentlich introvertiert
[26:00] wie eine Eidechse. Ich bin durchgeknallt wie ein Kakadu.
[26:02] Ich bin impulsiv wie eine Lösung und
[26:04] irgendwie aber schon auch ganz schön leistungsorientiert wie eine Wölfin.
[26:06] Also ja, wir haben auf jeden Fall Mischformen, also nicht zuletzt.
[26:11] Deswegen, weil ich auch unterscheide eben zwischen diesen Wesenszügen,
[26:17] was ich eingangs gesagt habe, diese zwei groben Forschungsrichtungen,
[26:21] die es in der Persönlichkeitspsychologie gibt, also von unseren Wesenszügen, die wir,
[26:26] wirklich im Kern mitbringen, Facetten unseres Charakters, unseres Temperamentes
[26:32] und an den erlernten Schutzstrategien, die wir uns im Laufe unseres Lebens alle
[26:37] irgendwie so angeeignet haben.
[26:39] Das kann total gut sein, dass das einem Typus entspringt.
[26:45] Weil klar, wenn du jetzt irgendwie so ein liebes, ruhiges, zartes,
[26:48] kleines Mädchen bist, dann machst du ja ganz andere Lernerfahrungen im Laufe
[26:54] deiner Kindheit und Jugend, wie wenn du so ein wildes,
[26:59] lautes, kreatives Kind bist.
[27:02] Die machen ja leider heutzutage in der Schule viel, viel häufiger dann schon,
[27:07] also spätestens in der Schule, so diese Erfahrung von so, hey,
[27:10] du bist zu viel, du bist nicht richtig, du musst dich irgendwie zusammenreißen.
[27:14] Und das fährt natürlich unser So-Sein auch. Ja, ja, ja. Wobei die Gerurigen
[27:20] haben ja auch immer dieses Du-bist-nicht-genug, die 60%-mündliche Note.
[27:23] Ist ja auch voll fies für jemanden, der sich nicht traut, sich zu melden,
[27:27] der aber alles weiß. Und du weißt das ganz genau als Lehrer.
[27:30] Aber dann ist das im Unterricht nicht abrufbar. Also da könnte man 100 Stunden
[27:33] drüber reden, wie unfair dieses ganze System ist.
[27:36] Absolut. Echt schlimm. Ja, also spätestens Schule.
[27:40] Das formt unsere spätere Persönlichkeit maßgeblich und da spielt das Temperament
[27:46] natürlich unmittelbar mit rein.
[27:49] Aber es gibt ja aber auch diese Erfahrungen, die vollkommen losgelöst davon sind.
[27:54] Also es kann ja auch zum Beispiel sein, dass sich deine Eltern die ganze Zeit
[27:57] streiten und du emotional das kleine Geschwisterchen auffangen musst.
[28:01] Und das ist ja vollkommen entkoppelt von deinem Wesen, was du als Kind mitbringst.
[28:07] Und das sind ja aber auch prägende Lebenserfahrungen, die unsere Wesenszüge färben.
[28:14] Total. Und das ist die Geburtsstunde der Mischformen. Ja, also wenn du im Laufe
[28:18] deines Lebens Erfahrungen sammelst, die vollkommen losgelöst von deinem Charakter
[28:23] dich aber trotzdem gefärbt haben.
[28:25] Ja, super spannend. Total mindblowing, weil das ist, ich meine,
[28:30] ich finde das immer, diese ganzen Persönlichkeitstests, die es so gibt,
[28:33] da guckt man immer so drauf und man hat immer so diese coolen Aha-Erlebnisse.
[28:37] Deswegen macht unbedingt diesen Test. Wir setzen ihn auf jeden Fall in die Shownotes.
[28:41] Was ist, wenn der Partner oder die Partnerin ganz anders ist?
[28:44] Wir haben ja jetzt irgendwie im generischen Feminium geredet,
[28:47] also haben oft gesagt die Löwin, aber es gibt ja genauso Löwen und es gibt Kakadu-Weibchen
[28:53] und wie auch immer. Also da gibt es natürlich in jedem Geschlecht jedes Tier.
[28:57] Die Frage ist jetzt so ein bisschen, wenn ich zum Beispiel einen Kakadu als
[29:02] Partner habe, ich selbst bin vielleicht so, weiß ich nicht, Eidechse,
[29:06] keine Ahnung, und wird man dann automatisch so ein bisschen ausgleichend?
[29:10] Weißt du, was ich meine? Ja, voll. Also auch tatsächlich ein Chapter in meinem Buch.
[29:15] Ja, was mache ich, wenn unterschiedliche Elterntypen in der Haus sind?
[29:18] Weil ja im Grunde genommen die Grundthese auch von diesem Buch ist,
[29:22] von so, hey, hört auf, dieselben Erziehungshacks zu verwenden.
[29:25] Fangt endlich an, euer Wesen zu berücksichtigen.
[29:29] Und das steht ja jetzt, Fragezeichen, steht das jetzt aber im Kontrast zu der
[29:33] Tatsache, dass ja einer der häufigsten, weil wir ja auch Elternpaarberatung
[29:36] machen bei uns auf dem Campus und Erziehungskonflikte sind die häufigsten Konfliktpunkte in der Ehe.
[29:44] Top 1 Konfliktpunkt bei Elternpaaren sind unterschiedliche Erziehungsansätze.
[29:47] Also das kennen wir alle.
[29:49] So der eine, dann denkst du dir, mein Gott, jetzt habe ich sie endlich beruhigt
[29:52] und dann kommt der mit, wollen wir eigentlich noch einen Film schauen?
[29:54] Und so weiter. Und du stehst dir noch, holla die Waldfilm.
[29:57] Dein Ernst. Also da ist ja, also Fragezeichen, eichen wir damit jetzt nicht
[30:02] noch mehr Erziehungskonflikte?
[30:04] Was super, super wichtig ist, ist hier zu verstehen, dass einheitliche Erziehungskultur
[30:12] meines Erachtens nicht bedeutet, dass wir auf Verhaltensebene einen Einheitsbrei brauchen.
[30:18] Sondern dass es am Ende sehr viel mehr darum geht, dass wir wertebasiert agieren.
[30:25] Und wenn man jetzt unterschiedliche Elterntypen, also wenn ein Paar unterschiedliche
[30:31] Elterntypen sind, zum Beispiel ein Kakadu, der die ganze Zeit nur Quatsch macht
[30:33] und eine Löwin oder eine Wölfin.
[30:35] Oh, Kakadu und Wölfin, besonders prekär. Einer, der die ganze Zeit spontan und
[30:40] kreativ und eine andere, die aber klare Regeln und Struktur braucht.
[30:46] Was jetzt total wichtig ist bei so bunt gemischten Paaren, ist,
[30:50] dass man Konsens hat hinsichtlich der Werte.
[30:56] Und ich stelle an der Stelle, und das tease ich oder spoiler ich hier an der
[31:00] Stelle, ich stelle hier in der Beratung am liebsten immer die Weihnachtsfrage den Elternpaaren.
[31:05] Das heißt, dass ich sie frage, jetzt stellt euch mal vor, in 15 Jahren,
[31:09] eure Kids kommen Weihnachten nach Hause.
[31:12] Was müssten das für Menschen geworden sein, dass ihr auf dem Sofa sitzt und
[31:17] aus dem Grinsen nicht mehr rauskommt, weil ihr vor Stolz platzt,
[31:21] weil das so tolle Menschen geworden sind? Boah, das ist eine schöne Frage,
[31:25] Nina. Beschreib mir mal.
[31:26] Ja, was müssen das für Menschen geworden sein? Und dann breche ich es runter und ich sage so, okay.
[31:30] Und was sind jetzt die drei bis fünf wichtigsten Werte, die ihr ihnen heute
[31:37] vermitteln möchtet, damit ihr die Wahrscheinlichkeit für dieses Outcome maximal erhöht?
[31:43] Und dann kommen wir raus von diesen ewig währenden Konflikten,
[31:48] wie jetzt eine Situation richtig zu lösen ist,
[31:52] sondern können stattdessen beginnen, auf Werte-Ebene darüber ins Gespräch zu
[31:58] gehen, was die Situation jetzt auch gerade braucht.
[32:02] Und da hatte ich schon so viele, also wirklich herzerwärmende Momente mit Elternpaaren,
[32:07] die wirklich hochstrittig waren wegen unterschiedlicher Erziehungsansätze und als sie...
[32:12] Begonnen haben, sich auf Werte-Ebene darüber auszutauschen, was die Intention
[32:17] ist, wenn ich sage, Mensch, du bist doch ein großes Mädchen,
[32:21] Papa sagt, und Mutter denkt sich, mein Gott, aber das ist schon eine Kapp,
[32:24] da erkennst du ja ihre Gefühle und wir wollen ihr doch eigentlich sagen, sie ist mit einem...
[32:28] Wenn er ihr dann auf einmal erklären kann, was weiß ich, was ich ihr da vermitteln
[32:31] möchte in der Situation, ist, das ist Selbstvertrauen.
[32:35] Ich möchte ihr vermitteln, ich glaube an dich an der Stelle.
[32:38] Und bei ihr macht es, ja, okay, dann Please go for it.
[32:43] Also das ist so ein Game Changer auf Erziehungskonfliktebene,
[32:49] wenn wir wertebasiert beginnen zu sprechen.
[32:51] Was mache ich denn, wenn die Werte sich aber nicht so gleichen?
[32:54] Also wenn ich wirklich diese drei bis fünf Sachen sage und mein Partner sagt,
[32:58] ich möchte, dass der viel Geld verdient, dass der in einer glücklichen Ehe ist
[33:03] und dass der, keine Ahnung.
[33:04] Und ich sage so, also ich möchte, dass der einfach nur er selbst ist und mir
[33:09] ist total fein und der kann auch irgendwie Tischler lernen.
[33:12] So, weißt du, was mache ich denn, wenn es da auseinander clasht?
[33:16] Gut, dann haben wir wahrscheinlich ein ganz anderes Problem auf der Paar-Ebene.
[33:19] Aber ich würde jetzt an so einer Stelle, da würde ich jetzt nicht aufhören,
[33:21] weil wenn mir jemand sagt von so, hey, ich will, dass mein Kind erfolgreich
[33:24] wird und viel Geld verdient, ist das für mich ja kein Wert.
[33:27] Okay. Sondern dann würde ich erst mal verstehen, okay, aber was ist denn das
[33:30] übergeordnete Ziel davon, was möchtest du wirklich für dein Kind?
[33:37] Möchtest du, dass dein Kind frei ist? Möchtest du, dass dein Kind sich jegliche,
[33:42] dass es sich seinen Lebenstraum verwirklichen kann? Was ist das übergeordnete
[33:46] Ziel, was du ja gerade beschreibst?
[33:49] Wie du es dir vorstellst, wie der Weg dorthin aussehen könnte,
[33:53] aber noch kein Wert. Guter Punkt, ja.
[33:56] Das war die Weihnachtsfrage jetzt. Aber genau, wenn du das dann runterbrichst,
[34:00] was steht dahinter, erst dann kommen wir ja an den Wert dran und da kann es
[34:03] ja vielleicht sogar sehr gleich aussehen, ob jetzt beruflich erfolgreich oder
[34:07] Tischler, es kann eben diese Freiheit sein.
[34:10] Vollkommen korrekt. Und dann beginnt nämlich das schöne Ding,
[34:12] dass man sagt von so, okay, wir haben beide den übergeordneten Track,
[34:15] wir wollen, dass unser Kind...
[34:19] Dass es Selbstvertrauen entwickelt, dass es sich ein Leben erschaffen kann,
[34:23] womit unser Kind wirklich glücklich ist.
[34:26] Und jetzt gibt es, und das ist eigentlich der fast noch wichtigere Punkt,
[34:31] oder müssen wir auch die Tatsache anerkennen, dass ja aber unterschiedliche Wege nach Rom führen.
[34:36] Also du kannst durch den Gotthardtunnel fahren, aber du kannst auch über den
[34:40] San Bernardino fahren und beides bringt dich zum Ziel.
[34:45] Bei einem wird dir wahrscheinlich übler als beim anderen. Aber das kommt auch
[34:49] auf den Fahrrad drauf an, weil es kann total gut sein, dass eine Person kotzt,
[34:53] wenn er über den San Bernardino fahren muss. Ein anderer ist aber vielleicht
[34:57] klaustrophobisch und kriegt Panik im Gotthardtunnel.
[35:00] Voll gut, kann ich da kurz rein, weil es passt total zu meinem nächsten Gedanken.
[35:05] Was mache ich, wenn in diesem Auto ein Kind sitzt, dem ganz schnell schlecht wird?
[35:10] Also es kommt ja eine dritte Persönlichkeit dazu, würde ich sagen.
[35:14] Oder in meinem Fall sind es sechs Persönlichkeiten, die da zusammenspielen und
[35:19] die in einer Dynamik sich befinden.
[35:21] Wie sehr verändert man deiner Meinung nach seinen Erziehungsstil oder wie sehr
[35:26] sollte man ihn auch verändern im Hinblick auf das Kind? Weil Kinder ja auch
[35:29] sehr unterschiedlich reagieren auf eine Löwin zum Beispiel. Das eine fängt an
[35:33] zu weinen und sagt, du schreist.
[35:35] Der andere sagt so, ja, okay, jetzt verstehe ich, was du willst.
[35:40] Du weißt, was ich meine. Ich feiere es total, Tine, weil du also wirklich literally
[35:43] die Kapitelabfolge meines Buches durchgehst.
[35:47] Ohne sie zu kennen. Und das muss man an der Stelle nochmal betonen.
[35:51] Weil, total wichtige Frage, was macht man, wenn man einen Mismatch hat zwischen
[35:55] Elterntyp und Kind, dem Wesen des Kindes?
[35:58] Also ich meine, was ja in der Erziehungsbubble, das ist jetzt der Auftakt der
[36:02] Geschichte nochmal mittlerweile, ja Konsens ist, dass man sagt,
[36:05] man muss das Temperament des Kindes berücksichtigen.
[36:07] Das ist ja Common Sense. Und was jetzt quasi ja neu ist an meiner Idee,
[36:12] dass sagst du, ja, ja schon, aber hey, wir brauchen halt schon auch die Persönlichkeit der Eltern.
[36:17] Aber natürlich ist es am Ende, wie du richtig gesagt hast, ein Wechselspiel.
[36:23] Ich kenne es auch total gut, gerade mein zartbesäudeter, neurodivergenter Sohn
[36:28] sagt super häufig zu mir, Mama, du bist mir einfach zu schnell.
[36:34] Ich als Löwe, ich stresse meine Kinder schon auch häufig mit meinem Löwen-Dasein.
[36:42] Und hier die Einladung, jetzt erstmal an die Eltern sich das zuzugestehen,
[36:48] dass du natürlich jetzt erstmal eine Klarheit darüber bekommen darfst,
[36:52] was passt denn wirklich zu mir.
[36:55] Und ich muss als Löwin mich nicht zwangsläufig darin üben, dass ich jetzt drei
[36:59] Stunden auf dem Teppich sitzen kann.
[37:02] Aber ich habe als Löwin trotzdem, und das beschreibe ich auch im Buch,
[37:06] im Grunde genommen die Herausforderung, der ich mich stellen darf,
[37:10] dass ich nicht vorschnell auf die Jagd gehe.
[37:13] Also eine Löwin in der Superpower wird ja niemals,
[37:18] ein aufgehetztes Zebra jagen, sondern eine Löwin legt sich auch erstmal auf die Lauer,
[37:24] und checkt ganz genau die Lage ab, was braucht sie jetzt gerade wirklich und
[37:30] dann wartet sie auf den richtigen Moment und dann schlägt sie zu.
[37:35] Und genau das ist jetzt die Reise, auf die wir uns begeben dürfen,
[37:40] wenn wir uns mit unserer Elternpersönlichkeit beschäftigen, dass es nicht daraus
[37:43] geht, dass wir blindlings einfach aus unserer Impulsivität heraus weiterhin agieren,
[37:48] sondern dass wir die Challenge annehmen und gucken, okay, wie kann ich jetzt
[37:51] die Sonnenseite so nutzen, dass sie im familiären Alltag gewinnbringend ist
[37:57] und mir nicht mehr weiter ins Knie schießt.
[38:00] Und gerade wenn dein Kind da vom Wesen her ganz anders ist, kann es zu deinem
[38:05] Guru werden diesbezüglich. Weil es dich radikal und immer wieder daran erinnern
[38:10] wird von so, hey, du bist gerade schon wieder vorschnell losgepeitscht, Löwin.
[38:14] Leg dich nochmal hin und verschaff dir erst nochmal einen Blick über die Gesamtsituation.
[38:20] Weil das ist das, was du gut kannst. Du kannst Situationen gut erfassen,
[38:23] um jetzt nochmal bei mir als Löwin zu bleiben.
[38:25] Natürlich haben alle anderen Typen auch ihre Superpowers und so weiter.
[38:29] Ich bleibe jetzt einfach der Einfachheitshalber bei diesem Case, weil es mich betrifft.
[38:34] Es gibt bestimmt viele Löwen. Also Kinder, gerade wenn das Wesen von unserem
[38:39] Kind anders ist als meins, ist es eine Einladung,
[38:45] An den, ich sag jetzt mal, Schattenseiten der Persönlichkeitsstruktur,
[38:47] das einfach gut auf die Kette zu kriegen. Und wir unterliegen denen ja nicht
[38:50] blindlings. Wir können uns da ja weiterentwickeln. Erinnern wir uns an die introvertierte
[38:54] Person, die Smalltalk üben kann.
[38:56] Ich werde als Löwe nie drei Stunden geduldig auf dem Fußboden sitzen können.
[39:00] Aber ich kann durchaus lernen, einen Schritt zurück zu gehen und erst mal in
[39:04] die Metaperspektive reinzugehen und nochmal zu gucken, okay,
[39:07] was passiert hier gerade wirklich? Was braucht es jetzt gerade wirklich?
[39:10] Ist mein Kind schon bereit?
[39:12] Wenn nein, lasse ich es nochmal drei Minuten in den Loop drehen und dann schlage ich zu.
[39:19] Und da sind Kinder die besten Lehrmeister dafür, weil sie uns das so radikal
[39:24] und unverblümt bis an ihr Lebensende immer wieder unter die Nase reiben werden.
[39:29] Ich wollte gerade sagen, Teenies sind da sehr klar. Oh ja.
[39:33] Ja, ja, ja. Das ist echt krass, wie die einem wirklich dann auch in aller Klarheit
[39:36] zeigen, was sie stresst und was in Ordnung ist und was nicht.
[39:40] Ich finde es aber auch gerade so spannend, wenn ich da so drüber sinniere,
[39:42] über dieses heißt ja bedürfnisorientierte Erziehung. Ja.
[39:47] Und irgendwie haben wir auf dem Weg daraus gemacht, Bedürfnis ist die Richtung
[39:52] und zwar die einzige. Und ich sehe ein Bedürfnis, ich muss es sofort erkennen
[39:56] und ich gehe dann genau in diese Richtung und zwar auf dem geraden Weg.
[40:00] Aber wenn ich so drüber nachdenke, ist ja, es ist eine Orientierung.
[40:03] Ich orientiere mich auch am Nordstern oder am Polarstern, heißt aber ja nicht,
[40:07] dass ich wie eine Irre einfach gerade rauslaufe. Wenn da ein See ist,
[40:11] wenn da eine Straße ist, wie auch immer, dann muss ich meine Umwege gehen.
[40:14] Oder ich sehe den zwischendurch nicht, diesen Stern. Und dann muss ich ja auch
[40:17] um Wege gehen, um mich dann irgendwann wieder daran zu orientieren.
[40:20] Und ich finde es gerade eigentlich total schön, weil es so eine folgerichtige
[40:25] Richtung ist, die du jetzt einschlägst, zu sagen, das ist.
[40:29] Bedürfnisorientiert, aber nicht, weiß ich nicht, ich mache mich zum Knecht eines
[40:34] von mir erdachten Bedürfnisses.
[40:35] Da geht es ja noch weiter, weil ich weiß es ja nicht hundertprozentig immer.
[40:39] Ist das Kind jetzt müde? Ist es sauer?
[40:42] Was weiß ich? Ich weiß ja manchmal gar nicht, um was es geht.
[40:45] Aber ich finde es gerade richtig schön, was du so erzählst, weil das sehr den Bogen schlägt zu dem...
[40:50] Was es eigentlich immer war. Ja, und ich denke, das ist ja auch einer der größten
[40:54] Missverständnisse, dass aus den ja wirklich sehr, sehr guten Forschungsergebnissen
[40:59] der Bindungsforschung und der Bindungstheorie
[41:01] ja dann irgendwann in diese Bedürfnisorientierung übergegangen ist.
[41:04] Ich glaube, da ist eine große Lücke in der Übersetzung entstanden,
[41:08] aus der Welt der Forschung bis zu Social Media, was dann die Endkonsumenten
[41:12] von ihrem Sofa ausmachen. Und das ist genau das, was du gerade beschrieben hast.
[41:17] Dass es so eine Missinterpretation gab von Bedürfnisorientierung bedeutet,
[41:22] ich muss jeden Wunsch meines Kindes sofort erfüllen.
[41:26] Und gute Beziehung bedeutet, alle Bedürfnisse werden prompt erfüllt.
[41:32] Mit aka jeglicher Wunsch wird unmittelbar Folge geleistet.
[41:38] Darunter ist meines Erachtens eine ganze Elterngeneration halb ausgebrannt bis
[41:42] komplett ausgebrannt, weil das so ein Missverständnis war, dieser Bindungsforschung
[41:49] und der Bindungstheorie, dass
[41:52] glückliches Kind gleichzusetzen ist mit alle Bedürfnisse, alle Wünsche sind erfüllt.
[41:58] Und das ist so wissenschaftlich nicht korrekt.
[42:02] Es geht nicht darum, dass wir als Eltern jegliche, das ist ja dann nochmal ein
[42:08] anderer Punkt, dass so häufig Bedürfnisse mit Wünsche verwechselt worden sind.
[42:12] Dass wir sofort alle Wünsche, verwaschene Bedürfnisse unserer Kids sofort erfüllen
[42:16] müssen, dass unser Kind immer glücklich ist, immer reguliert ist,
[42:19] nie unzufrieden sein darf und so weiter, damit wir gute Eltern sind.
[42:23] Und das ist ein Riesenmissverständnis in dieser BO-Bubble. Darum geht es nicht.
[42:29] Ja, ich finde es gerade richtig schön. Glaubst du, dass diese Typenlehre,
[42:33] letzten Endes ist es ja ein Modell, dass du aufmachst und sagst,
[42:35] okay, runtergebrochen, aufs Wesentliche haben wir hier diese fünf Purs-Typi.
[42:41] Glaubst du, dass das schon mit sich bringen könnte oder hast du Angst,
[42:44] da missverstanden zu werden, dass Leute sich dahinter verstecken,
[42:47] dass sie, sage ich mal, ein ganz kleines, zartes Goldkirchenkind anschreien
[42:52] und sagen, ich bin halt eine Löwin, so ist es halt?
[42:54] Ich hoffe, dass das nicht passiert. Auch deswegen, weil ich deutlich stelle,
[42:57] dass jeder Typ am Ende natürlich seine Stärken und seine Ressourcen mit sich
[43:02] bringt und dazu einlade, dass wir genau die beginnen zu nutzen.
[43:08] Aber ich stelle auch kristallklar heraus, was die Herausforderungen des jeweiligen Typos sind.
[43:13] Dass zum Beispiel ein Goldkehlchen die Tendenz hat, bis zum Getno die ganze
[43:17] Zeit über die eigenen Grenzen zu gehen.
[43:19] Dass eine Eidechse die Tendenz hat, ständig in der Konfliktvermeidung zu sein.
[43:22] Dass der Kakadu die Tendenz hat, die Menschen um sich herum zu übersehen.
[43:27] Eine Löwin ist häufig zu schnell, zu stark. Eine Wölfin oft zu kalt und zu distanziert.
[43:31] Also jeder Typ hat auch seine Ecken und Kanten, die es durchaus auch zu feilen
[43:37] gilt, dass wir genau diese richtige Strategie für uns auch wirklich freisetzen
[43:43] können und daraus bitte kein Hehl machen.
[43:45] Es gibt jetzt keinen Persilschein da dafür, dass du als Wolf einfach eiskalt
[43:50] bleiben darfst und dich nicht links rechts mehr daran interessiert,
[43:53] wie geht es meinen Liebsten,
[43:55] sondern dass wir stattdessen, um jetzt bei dem Beispiel zu bleiben,
[43:59] bei der Wölfin zu bleiben, die ja sehr pragmatisch und eher unterkühlt ist.
[44:03] Diese Distanz, die eine Wölfin oft zum emotionalen Geschehen hat,
[44:09] dass wir das beginnen zu nutzen.
[44:11] Und da schlage ich jetzt eine konkrete
[44:13] Technik vor, aber nämlich die Mentalisierungstechnik, dass wir jetzt,
[44:17] eine Strategie finden, dass wir uns trotzdem beginnen können,
[44:22] also die Gefühle unserer Mitmenschen zu berücksichtigen in der Art, wie wir sie ansprechen.
[44:28] Und dann haben wir am Ende eine Superpower, eine Strategie, die wirklich zu
[44:33] uns passt, wenn wir unsere Ressourcen wirklich voll einbringen und die Ecken
[44:39] und Kanten abfallen, dass sich niemand mehr dran verletzt.
[44:43] Das ist ein schönes Schlusswort. Also das feiere ich gerade sehr.
[44:46] Ich feiere das ganze Modell. Ich finde das sehr schön, weil es ein Vokabular gibt.
[44:49] Weil es auch Kindern und Eltern ein Vokabular gibt.
[44:52] Weil man sagen kann, Entschuldigung, jetzt war ich gerade wieder total in meinem
[44:56] Löwenfilm drin und bin direkt auf die Jagd gegangen.
[44:59] Und du hast recht, du kleine Eidechse und ich, wir setzen uns jetzt erstmal
[45:03] in die Sonne, tanken ein bisschen Sonne und schauen dann weiter.
[45:06] Und ich finde das super schön, weil Vokabeln oder Sprache.
[45:10] Ja, ganz viele Möglichkeiten gibt, auch im Kontext mit den Kindern darüber zu
[45:14] sprechen. Voll. Aber auch mit dem Partner.
[45:17] Also tausend Dank, falls sich jemand gewundert hat. Ich habe das Buch deshalb
[45:20] noch nicht gelesen, weil wir ein bisschen vorher aufnehmen und das Buch noch nicht so existiert.
[45:25] Aber wir können das gemeinsam tun. Nämlich am 22. Oktober erscheint es oder
[45:30] ist es erschienen, wenn ihr diese Folge hört.
[45:32] Das heißt, dann können wir uns ganz gemeinsam auf dieses Buch stürzen.
[45:35] Ich werde es auf jeden Fall tun. Ich finde es sehr, sehr spannend und danke
[45:39] dir sehr für deine Zeit, für deine Erklärung und dafür, dass du dieses Buch
[45:43] geschrieben hast. Ich freue mich drauf.
[45:44] So gerne, liebe Tine. Danke für deine tollen Fragen und den schönen Raum,
[45:48] den du hier aufgemacht hast. Und natürlich auch euch.
[45:50] Danke fürs Zuhören. Absolut. Vielen, vielen Dank für eure Zeit.
[45:53] Wenn ihr auch denkt, ja, dieses Buch lesen wir gemeinsam. Lasst uns ein Buchclub
[45:57] gründen und losziehen und gucken, was wir so sind. Der Test ist in den Shownotes.
[46:01] Der Link zu Ninas Buch ist auch in den Shownotes. Da könnt ihr nochmal gucken.
[46:05] Die anderen Bücher verlinken wir natürlich auch nochmal.
[46:08] Du hast nur so coole Titel. Ich musste so lachen. Wie ihr euch nicht umbringt,
[46:11] wenn ihr Kinder bekommt oder wie war das? Ja genau, das ist das Elternpaarbuch.
[46:16] Hervorragend. Ich habe es sehr geliebt und finde, du hast ein gutes Händchen
[46:19] für Titel. Danke. Vielen Dank dafür. Voll gerne.
[46:23] Schreibt mal in die Kommentare, welcher Elterntyp ihr seid. Das würde mich auch sehr interessieren.
[46:28] Ja, bleibt mir nur zu sagen, danke. War richtig spannend und ich freue mich
[46:31] total auf das Buch, das wir dann gemeinsam lesen.
[46:34] Und ja, für alle anderen, wir hören uns am nächsten Donnerstag wieder.
[46:37] Da ist Elke Schicke wieder bei mir. Dir vielen Dank, Nina. Euch vielen Dank.
[46:41] Und ich sage bis nächste Woche und alles Liebe aus Hamburg. Ciao, ciao. Tschüss.

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