# Gruselige Elternmomente mit Linda und Sebastian Fitzek

An episode of [ELTERNgespräch](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1389814425), 9 Jul 2026, 44 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1839-elterngesprach/246503-gruselige-elternmomente-mit-linda-und-sebastian-fitzek.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69e8c57900566&awEpisodeId=246503

Normalerweise kennen wir Sebastian Fitzek als Autor der gruseligsten Bücher. In dieser Folge lernt ihr ihn als fünffachen Papa, lustigen Kerl von nebenan und als Ehemann kennen. Seine Frau Linda und er erzählen, warum sie ihn beim Kennenlernen für einen Hochstapler hielt, wieso sie ihren jüngsten Sohn Bambam nennen und welche Elternmomente sie gruseliger als jeden Thriller finden. Eine Folge ELTERNgespräch, die sich wie ein Kaffeeklatsch mit guten Freunden anfühlt. Nichts für Leute, die Lachmuskelkater scheuen. Mehr zu Sebastian Fitzek: Sebastian Fitzek ist einer der erfolgreichsten deutschen Thriller-Autoren, bekannt für packende psychologische Spannungsromane wie "Therapie", "Der Insasse" und "Playlist" – und Vater von fünf Kindern. Instagram Website Neuste Buch: Der Nachbar Buch: Fische, die auf Bäume klettern Mehr von Christine Rickhoff: Instagram Bücher von Christine Rickhoff: Für Geschwister ab 4 Jahren: Das Beste an uns: Eine Geschichte über zwei ziemlich ungleiche Geschwister* Für Mädchen ab 10 Jahren: Du bist 100% richtig* Buch mit Tipps gegen Angst ab 7 Jahre: Keine Angst vor der Angst* Schwangerschaftsbegleiter: Du & ich. Das Mama-Buch* Zum Eintragen und Verschenken: Dein Leben, deine Geschichte: Ein besonderes Erinnerungsalbum* Schwangerschaftskalender: Deine Schwangerschaft Tag für Tag* *https://www.eltern.de/services/affiliate-links-auf-elternde +++ Weitere Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier: https://linktr.ee/elterngespraechpodcast +++ +++++++++++++++++ Habt ihr Lob, Tadel oder Themenvorschläge und Fragen zu den Themen Partnerschaft sowie Erziehung? Schreibt Christine eine persönliche Mail an podcast@eltern.de. Außerdem erreicht ihr uns auf unserem Instagram-Account @elternmagazin oder folgt Christine auf Instagram @christinerickhoff. Wir würden uns freuen, wenn ihr unseren Podcast auf iTunes, Spotify oder Deezer abonniert und bewertet. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. Infos und Links: zu unserem Youtube-Kanal Infos und Links zu unseren Werbepartnern: Lerne jetzt Shopify kennen Hier geht´s zur App Medienplanet

## Transcript

[0:00] Auf der anderen Seite ist es uns auch klar, dass leider alles endlich ist.
[0:04] Mit anderen Worten, diese Phase, wo man sich auch häufig überfordert fühlt,
[0:07] auf einmal sind alle krank, die gesamte Familie und alle müssen irgendwie zusammenhalten.
[0:10] Oder irgendwie hat man das Gefühl, man hat jetzt gar keine freie Minute mehr,
[0:13] es ist nur noch Chaos. Und wir haben, glaube ich, dann so die Gabe,
[0:16] uns immer daran zu erinnern, dass das jetzt ein Moment ist, den wir wahrscheinlich
[0:20] schmerzlich vermissen werden, wenn er nicht mehr so ist.
[0:25] Hi und schön, dass du da bist, hier beim Elterngespräch, dem Podcast von Eltern.de.
[0:42] Und heute wird es gruselig. Zumindest könnte man das meinen,
[0:45] wenn man liest, dass Sebastian Fetzek bei uns zu Gast ist. Aber wenn Sebastian
[0:49] nicht gerade spannendes Hüller schreibt, die allesamt die Bestsellerlisten stürmen,
[0:53] dann ist er vor allem eins, nämlich fünffacher Papa.
[0:56] Heute mit dabei, und darüber freue ich mich ganz besonders, seine Frau Linda,
[1:00] die auch die Mama seiner beiden jüngsten Söhne ist.
[1:03] Was die beiden am Elternsein gruselt, warum Linda ihren jetzigen Mann erstmal
[1:06] für einen Hochstapler hielt und wieso ein und dasselbe Kind für die einen Eltern
[1:10] ein Segen und für ganz andere Eltern extrem herausfordernd sein kann.
[1:14] Über all das und viel mehr sprechen Linda, Sebastian und ich in dieser Folge
[1:18] Elterngespräch hier am Küchentisch in Berlin. Herzlich willkommen,
[1:21] liebe Linda und lieber Sebastian. Schön, dass ihr da seid.
[1:24] Wir freuen uns. Danke für die Einladung. Ja, es ist eine ganz besondere Einladung,
[1:27] auch für mich ganz besonders, weil ich weiß, das ist nicht normal,
[1:30] was ihr hier gerade macht.
[1:32] Normalerweise stehst du in der Öffentlichkeit als Buchautor,
[1:35] Sebastian. Aber Linda tut das gar nicht. Nein, überhaupt nicht.
[1:40] Daher bin ich auch sehr, sehr aufgeregt. Aber ich freue mich total,
[1:43] hier zu sein. Und ich finde es richtig schön, dass ihr genau bei uns gerade
[1:46] diese Ausnahme macht. Das allererste Mal tatsächlich wir zusammen vorm Mikrofon.
[1:50] Ja, richtig, richtig schön. Und dann macht ja auch Sinn bei einem Eltern-Podcast,
[1:54] dass wir euch gemeinsam fragen.
[1:56] Und ja, ich bin total gespannt. Bei Grusel und Eltern, das passt ja manchmal
[2:01] auch ganz gut zusammen. Deswegen steigen wir direkt mal so ein.
[2:04] Was findet ihr am Elternsein so richtig gruselig?
[2:07] Was finden wir gruselig?
[2:09] Bestimmt den Aushang an der Kita. Es gibt Läuse. Sehr gruselig.
[2:13] Die Vorstellung, die haben wir alle zu Hause.
[2:16] Und du verstärkst dieses Gefühl
[2:17] auch noch, weil wir sind ja zu Hause ausgestattet mit allem. Stimmt.
[2:23] Es gab noch nie Läuse. Aber für den Fall der Fälle, seit dem ersten Aushang
[2:27] hast du Kämme, Shampoo, egal was. Wir könnten, also falls jemand in der Nähe
[2:33] bei uns wohnt, wir können die Kita versorgen.
[2:35] Und das ist schön, weil das echt teuer ist, dieses Zeug. Aber wir hatten es
[2:38] wirklich noch nie. Also toll, toll, toll. Ihr hattet es nie.
[2:41] Nein, nein. Ich hoffe, das Verfallsdatum ist noch nicht abgelaufen.
[2:46] Ich glaube, das gibt es nicht. Das ist Chemie. Wusstet ihr, die ersticken.
[2:49] Also es ist wirklich eigentlich gruselig. Das ganze Ding ist gruselig. Ja, die Abendhebe.
[2:53] Ja, also das ist so etwas, alles was kreucht und fleucht, vor allen Dingen vielleicht
[2:58] noch im eigenen Bett. Das möchte man ja dann nicht so haben.
[3:01] Ansonsten muss ich sagen, spannend ist es häufig, der Elternalltag.
[3:07] Aber so gruselig natürlich in meinem Kopf, wenn ich mir vorstelle,
[3:11] was kann theoretisch alles passieren und ich muss dann das komplett verdrängen,
[3:15] weil es gibt natürlich sehr, sehr viele Schreckensszenarien,
[3:19] die man sich vorstellen kann und das mache ich ja auch leider beruflich.
[3:22] Wer ist von euch beiden ist der oder die Ängstlichere?
[3:26] Unterschiedlich. Also viele Situationen. Ich habe.
[3:31] Naja, schilder doch mal bitte, als wir noch in der Mietswohnung gewohnt haben
[3:35] und unter uns, wenn Dominik immer die Tür aufgemacht hat.
[3:38] Oh ja, wir hatten gruselige Nachbarn oder die fanden uns gruselig,
[3:42] ja. Wahrscheinlich, aber. Wir grüßen Dominik an dieser Stelle.
[3:44] Ja, ja, Dominik, ich bin sehr schreckhaft.
[3:47] Und jedes Mal, wenn Dominik einfach nur die Haustür rausgegangen ist und ich
[3:50] war zufällig auch im Treppenhaus, dann gab das ein Geschrei,
[3:53] weil er mich jedes Mal irgendwie zu Tode erschreckt hat.
[3:57] Obwohl gar nichts war. Nee, gar nicht. Er ist einfach nur nach Hause gegangen,
[4:01] oder ist gegangen und es war nichts. Und er hat mich dann angerufen,
[4:05] dann irgendwann immer und hat gesagt, du, pass mal auf, ich gehe jetzt die Haustür aus.
[4:09] Könntest du Linda sagen, dass sie vielleicht damit rechnet? Und ich habe dann
[4:12] immer gesagt, nee, du, kletter mal bitte über den Balkon, weil du weißt ja,
[4:17] sie ist so schrecklich. Und der Mann, der über den Balkon klettert,
[4:19] ist natürlich überhaupt nicht groß.
[4:20] Nee, hätte mir wahrscheinlich noch gar nicht so viel ausgesprochen.
[4:22] Also sie ist wirklich sehr, sehr, sehr schreckhaft, aber ich kann mir sehr gut
[4:26] alleine Angst machen, wenn ich mir einfach vorstelle, was eben theoretisch möglich
[4:31] ist und ich weiß, ich bin alleine zu Hause, was ganz selten vorkommt.
[4:35] Und dann stelle ich mir vor, was ist, wenn ich jetzt irgendein Geräusch höre,
[4:38] wenn unten die Haustür aufgeht, jemand oder jemand in der Dunkelheit neben meinem
[4:42] Bett steht und meinen Namen flüstert.
[4:44] So eine Sachen, also die völlig irreal sind, die stelle ich mir dann vor und
[4:47] dann grusel ich mich. Dann kriege ich natürlich auch Angst, wenn du so neben mir sitzt. Ja, genau.
[4:53] Wenn er dann so einen Moment hat und so eine Situationssache zu Hause passiert
[4:57] und er fängt an, okay, dann will ich auch natürlich die Tür sofort abschließen
[5:01] und denke, alles klar, was machen wir, wir gehen in den Keller, wo setzen wir uns hin?
[5:05] Und wie ist das mit den Kindern? Also da hat man ja auch immer diese Schreckensszenarien
[5:10] im Kopf, was so alles passieren kann, auf dem Spielplatz, in der Kita, wie auch immer.
[5:14] Also ich bin da ganz groß drin und auch ganz schrecklich drin.
[5:17] Wer von euch ist da der größere Schisser?
[5:19] Das stimmt. Ich habe auch einen schlechten Verdrängungsmechanismus, was das anbelangt.
[5:26] Vor kurzem war eine schreckliche Meldung. Diese Meldungen, die hängen mir länger
[5:31] nach. Das war ein Unfall. Keiner konnte was dafür.
[5:34] Und trotzdem ist das natürlich, ist es so schrecklich, dass ich das bestimmt
[5:38] einmal am Tag mich daran erinnere.
[5:40] Und deswegen schreibe ich auch über solche schrecklichen Dinge,
[5:43] weil ich muss die aus meinem Kopf bekommen, ich muss die verarbeiten.
[5:46] Und ich muss eventuell auch dafür sorgen, dass in der Fiktion wenigstens dieses
[5:50] Kind dann überlebt und doch noch gerettet werden kann. Dass alles ganz anders ist, als man denkt.
[5:55] Ich probiere die Realität, die häufigmals schrecklich ist, eben auch zu verändern.
[5:58] Das ist etwas, was sich durch meine Bücher zieht.
[6:00] Ja, du schaffst es ja aber auch auf dem Spielplatz mehr Angst zu machen,
[6:04] wenn da irgendwie so ein verwinkeltes Rutschenhäuschen ist.
[6:08] Oh Linda, das sieht aber, im Buch würde das jetzt, das war mein Stichwort,
[6:13] also Mami auch aufs Klettergerüst hoch mit an die Rutsche, dass da oben nur nichts passiert.
[6:19] Also das schafft er ganz gut. Und dann wollen die Kinder wissen,
[6:21] was hast du Mami erzählt, warum bist du so nervös, dann erzähle ich den Kindern,
[6:24] was ich für eine Idee hatte und dann sind die aber auch manchmal ein bisschen.
[6:28] Das ist aber auch gruselig, oder?
[6:29] Ja, also wir schaffen das echt gut, auch im Alltag. Okay, super,
[6:32] dann sitzen da vier bibbernde Menschen und… Naja, ganz so ist es nicht.
[6:35] Kein Grosch mehr, alles klar. Aber der Fünfjährige kommt dann schon mal und
[6:38] sagt zu Mama, die Geschichte von Papa war super interessant,
[6:41] aber ich habe mich nicht getraut, ihm zu sagen, dass ich ein bisschen mich grusel. Ja.
[6:44] Ach so, du erzählst dann Geschichten, na haben sie und so, oder?
[6:48] Oder dann auf dem Spielplatz liegt. Also ganz softe Geschichten,
[6:51] wo ich zumindest meine, das ist FSK 0.
[6:58] Manchmal ist es dann eben doch so, vor allem, weil die kleinen Kinder ab ein
[7:01] gewisses Mal, da wollen sich auch ein bisschen gruseln und was Spannendes hören
[7:06] und fordern das auch ein und da muss man dann ein bisschen auf die Bremse treten.
[7:12] Wir haben eine ganz spannende Folge auch zum Thema Märchen gemacht,
[7:14] da ist es ja auch total hart. Das darf ich nicht erzählen, Märchen finde ich zu brutal.
[7:18] Ja, hör mal die Folge, die ist nämlich echt ganz interessant,
[7:22] ich war nämlich deiner Meinung und die Psychologin, mit der ich meistens zusammensitze
[7:25] und so Fragen diskutiere, die hat mir erklärt, warum das eigentlich Quatsch
[7:30] ist und warum Kinder das ganz gerne mögen.
[7:32] Das habe ich auch schon mal gehört, auch im Kindergarten. Da gab es mal Diskussionen,
[7:36] warum im Kindergarten so viele Märschen vorgelesen werden.
[7:39] Das hat einen guten Grund. Ja, das müssen wir uns anhören. Definitiv,
[7:41] weil das ja auch immer der Vorwurf bei Fillerautoren ist. Warum schreibt ihr?
[7:44] Die Welt ist doch sowieso schon so schlimm genug. Ich sage auch häufig,
[7:47] naja, es ist auch eine Art Ventil für die Ängste.
[7:51] Aber natürlich hat ein kleiner Mensch ganz andere Ängste und braucht ein ganz
[7:53] anderes Ventil als jetzt ein Erwachsener. Ja, voll.
[7:56] Aber hat sich das ein bisschen bei euch geändert? Also dich vielleicht als Leserin
[8:00] der Bücher, du wirst ja sicherlich lesen, die Bücher, die dein Mann schreibt.
[8:03] Und dich als Schreiber. Hat sich was geändert, seit ihr Kinder habt?
[8:07] Also könnt ihr das besser aushalten oder schlechter aushalten?
[8:10] Oder braucht ihr das sogar, dieses Ganze sich mal alles vorstellen und dann einen Ausweg finden?
[8:15] Also ich habe ja die Bücher schon gelesen, da hatte ich noch keine Kinder.
[8:19] Jetzt berühren mich natürlich viele Situationen ganz anders,
[8:22] weil ich mir sie vorstellen kann.
[8:23] Also jetzt weiß ich ja, wie sich das anfühlt, wenn so ein kleiner Mensch neben
[8:27] dir sitzt und ich lese sie immer noch wahnsinnig gerne, aber natürlich lese
[8:31] ich sie. Sie machen mir jetzt viel mehr Angst, als es noch früher war.
[8:35] Bei mir ist es so, dass bevor das erste Kind zur Welt kam, habe ich einen Leserbrief
[8:40] bekommen von einer Frau, die geschrieben hat, ich hoffe, ich habe es so mitbekommen
[8:44] in der Presse, du wirst Vater, ich hoffe, du schreibst jetzt nicht so eine Rosamunde,
[8:47] Pilcher, Hübchen, Wolken, Mist.
[8:49] Dann hast du es so geschrieben, ist nicht mein Zitat. Nett.
[8:53] Und ja, ich habe ihr geantwortet, nee, ich glaube eher, es wird wahrscheinlich
[8:57] streckenweise sogar etwas intensiver werden, weil meine Ängste jetzt konkreter geworden sind.
[9:01] Und so war es dann auch tatsächlich. Also ich schreibe ja über bestimmte Dinge,
[9:05] die ich fair oder bearbeiten will. Das sind keine Albträume,
[9:09] sondern eher tagtreu mit dem Entsetzen, der mich in der Realität heimsucht,
[9:12] um den aus dem Kopf zu bekommen.
[9:13] Und das ist natürlich jetzt intensiver geworden. Ich habe ja häufiger die Möglichkeit
[9:17] und je mehr man einen Menschen liebt, umso größer ist ja auch die Verlustangst.
[9:22] Aber jetzt mal weg vom Grusel.
[9:24] Wie habt ihr beide euch eigentlich kennengelernt? Darf man das fragen? Ja, totaler Zufall.
[9:28] Hängt so ein bisschen mit einer Macke von mir zusammen. Ich bin so ein Buchstalker.
[9:32] Ich muss wissen, was so andere, die mir gegenüber sitzen, lesen.
[9:35] Am Flughafen beispielsweise.
[9:37] Meine eigenen Bücher erkenne ich ja in der Regel sofort. Das ist nicht so interessant.
[9:40] Ich möchte gerne was… ja, generell. Und ich saß ihr in der Bahn gegenüber,
[9:44] völlig überfülltes Abtei, Speisewagen,
[9:45] einziger Platz. Ich habe mich da reingeklemmt und sie hatte ein Buch.
[9:49] Geklemmt, das ist richtig, ja. Ja, ein Buch aus einer Tasche-Luken und ich habe
[9:53] mir dann so komische Verrenkungen gemacht, um zu gucken, was ist denn das?
[9:56] Später habe ich es herausbekommen, es hätte mir eine Lehre sein sollen.
[9:58] Das war nämlich Generation Beziehungsunfähig von Michael Nast.
[10:03] Und wir sind, glaube ich, wegen meiner komischen Veränderung ins Gespräch gekommen.
[10:07] Das war auch dann eins unserer ersten Dates bei Michael Nast auf der Lesung. Das stimmt, ja.
[10:11] Ja, genau. Da war ich mit dir auf einer Lesung.
[10:14] So direkt so präventive Paartherapie sozusagen.
[10:16] Ja, da haben wir gesagt, komm, das wollen wir noch mal. Der hat uns zusammengebracht,
[10:19] den gucken wir uns rein. Das war interessant und hat Spaß gemacht.
[10:22] Ja, und sie hat zuerst nicht geglaubt, dass ich Sebastian Fitzek bin.
[10:25] Also, weil sie hatte alle meine Bücher gehört.
[10:27] Ja, die hat stimmt. Ja, die letzten. Ich bin durch Berlin sehr auf dem Fahrrad
[10:31] gefahren und da hatte ich die als Hörbücher auf den Ohren und habe sie gehört.
[10:35] Aber was hast du gedacht, was das für ein Typ ist, der so eine Bücher geschrieben hat?
[10:39] Ich habe mir das irgendwie vorgestellt, dass du Mitte, Ende 60 wahrscheinlich
[10:44] bist, da in deinem Bürositz, wie man sich halt so ein Auto, so ein Gruselauto
[10:48] vorstellt. Ich weiß es nicht.
[10:49] Auf jeden Fall nicht interessant genug, als dass du ihn irgendwann mal gegoogelt hättest.
[10:53] Nein, auf jeden Fall habe ich nicht gedacht, dass da irgendwie ein junger Mann,
[10:56] Familienvater neben mir sitzt und sagt, ich bin sowas ja in 40.
[11:00] Und dann kamen so Funfragen. Was dachtest du dann?
[11:02] Achso, du hast dann gedacht, er lügt, oder wie? Ja, nicht so,
[11:05] ich dachte so, Quatsch, wer sagt denn einfach, ich bin der und der.
[11:09] Aber es war so, naja.
[11:12] Und da habe ich ihr eine Funfrage gestellt. Wie hieß die Hauptfigur aus abgeschnitten?
[11:16] Das war natürlich steht. Ja, weil Linda. Also wie sie, der Zweiglaukel.
[11:21] Das war ja. Und wer spricht denn nochmal deine Hörbücher ein?
[11:25] Das war auch geil, ja. Simon Jäger. Und bei der dritten Frage habe ich dann
[11:28] gesagt, guck ich, pass auf, ich bin gar nicht Sebastian Viziger,
[11:30] ich bin Tim Raue und seitdem sind wir zusammen.
[11:34] Stimmt, eine Ähnlichkeit, ein gewisses da, ne? Da sagen viele, ja.
[11:37] Stimmt. Auf dem Foto, nicht in der Realität auf dem Foto. Ich weiß nicht,
[11:39] Tim glaube ich, mittlerweile habe ich ihn ein paar Mal kennengelernt und getroffen und so.
[11:43] Ich wünschte, du könntest kochen wie er. Das wäre schon super.
[11:46] Das wünschte ich ehrlich gesagt auch. Aber vielleicht wünschte er,
[11:49] er könnte so Bücher schreiben wie er. Das glaube ich nicht.
[11:53] Aber ich kann ja gar nicht kochen. Gar nicht nichts. Nudeln und ein Leberwurstbrot
[11:57] schmieren. Aber der Rest, nein. Das habe ich dir schon mal gesagt.
[12:00] Leberwurstbrot schmieren ist kein Kochen.
[12:02] Weiß ich. Aber ich kann mich halt versorgen, wollte ich nur sagen.
[12:05] Es ist jetzt nicht so, dass ich verhungern würde alleine. Die Kinder lieben
[12:07] es. Das muss man dazu sagen. Die Kinder lieben Leberwurstbrote mit Papa.
[12:11] Leberwurstbrote und dann auch hin und wieder muss was bestellt werden.
[12:15] Also ich finde, da trennt sich dann die Spreu vom Weizen von Küchenfreunden.
[12:18] Was kommt auf die Leberwurst? Kommt da irgendwas drauf? Magi. Doch.
[12:22] Ich bin so froh, dass du das sagst. Ich halte das immer für so eine richtige
[12:27] Schweinerei, die ich mache. Und ich tue das auch bei meinen Kindern manchmal
[12:30] und habe ein ganz schlechtes Wissen.
[12:32] Magi? Das ist auch so ein saarländischer Spezialistik. Die machen ja alles Magi.
[12:36] Ja, guck mal. Das haben wir damals bei den Kindern so eingeführt.
[12:40] Das nennt sich auch bei uns Linda Spezial, das Brot. Alle Kinder sagen,
[12:43] ich bräuchte ein Linda Spezial.
[12:46] Und du bereitest dann aber zu. Das kann ich auch. Es muss in so Gitterlinien
[12:49] gemacht werden. Genau, damit der Maggi da richtig schön reinläuft.
[12:52] Nicht zu viel, nicht zu wenig. Also wir haben da ganz spezielle.
[12:55] Ist das der oder das Maggi? Der Maggi, glaube ich. Das?
[12:58] Keine Ahnung. Und Salad ist ja sowieso normal. Die Würzsoße habe ich in meinem
[13:01] Linguistikstudium gelernt, dass immer das Produkt den Artikel vorgibt.
[13:06] Also die Nutella, weil es die Schokocreme ist. und das Tempo,
[13:11] weil es das Taschentuch ist.
[13:13] Eigentlich nicht. Die Maggi habe ich noch nie gehört. Das ist wahrscheinlich,
[13:17] das, was am meisten diskutiert wird hier aus diesem Podcast.
[13:21] Wird das der Punkt sein, glaube ich, wo die meiste Reaktion kommt.
[13:25] Schreibt es uns in die Kommentare. Der, die oder das Maggi.
[13:29] Der, die oder das Maggi. Ich glaube, das einzige Wort, was der,
[13:31] die und das darf, ist Joghurt, habe ich mal beim Activity-Spielen. Echt?
[13:36] Das werde ich jetzt auch nicht wieder mal. Das ist so eine bestimmte 50.000-Euro-Frage
[13:40] bei Weltmillionär. Ja, irgendwer wird reich durch uns.
[13:43] Ja, lasst uns nochmal ganz kurz in diese Gruselsachen zurückgehen.
[13:47] Du bist ja Papa von fünf Kindern insgesamt. Was würdest du sagen und du hast
[13:51] bestimmt auch eine Meinung dazu.
[13:53] Was ist gruseliger? Trotzphase oder Pubertät?
[13:56] Pubertät kann ich besser nachempfinden. Kann ich mich noch dran erinnern.
[13:59] An meine Trotzphase kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich erinnere mich an deine Trotzphase. Ja.
[14:06] Ich glaube die Trotzphase, die ist gruseliger. Da weißt du noch nicht so richtig,
[14:10] wo die Reise hingeht. Die kann ja, obwohl das kannst du in der Pubertät auch.
[14:15] Aber ja, ich glaube die Trotzphase. Ich weiß schon, wie früh jetzt Pubertät eigentlich schon,
[14:21] beginnt und dass es natürlich eigentlich gut ist, dass gerade beide Phasen sind
[14:27] ja gut, dass so eine Abnabelung auch die notwendig ist.
[14:31] Eigentlich ist es eher ein Alarmzeichen, wenn man sagt, ich habe ein völlig
[14:34] problemloses Kind, das macht gar nichts und dass so die Abgrenzung nicht schafft zum eigenen Ich-Sein.
[14:40] Aber natürlich klatscht man nicht in die Hände, wenn die Türen fliegen und man
[14:44] Beleidigungen an den Kopf… Also ich glaube, in der Trotzphase kann man einfach
[14:48] besser umgehen, weil er ist auch noch viel jünger.
[14:50] Da verzeiht man auch noch mehr.
[14:53] Auch wenn man natürlich intellektuell weiß, auch der 12-, 13-Jährige oder sowas,
[14:57] der meint das, der kann gar nicht so. Der hat so ein Emotionsgewitter in seinem Kopf.
[15:02] Aber trotzdem denkt man, ja,
[15:04] da ist der Puls bei mir schon höher bei der Pubertät. Ja, die kann sein.
[15:10] Wir haben ja beides. Wir haben pubertierende Kinder und gerade trotz Phase hinter uns.
[15:14] Wie alt sind denn eure fünf Kinder? Also insgesamt sind es ja fünf Kinder.
[15:17] Von 19 Monaten bis fast 16 Jahren.
[15:22] Das ist eine ganz große Patchwork-Bandbreite, die wir hier haben.
[15:25] Ja, sehr spannend. Würdet ihr auch sagen, dass es den Großen gut tut,
[15:29] dass es noch Kleine gibt? Bestimmt. Auf jeden Fall sind sie ein Herz und eine Seele.
[15:35] Alle zusammen. Ja, das stimmt.
[15:37] Das muss man sagen. Wir hoffen jetzt auch auf neue Babysitter.
[15:40] Das ist auch wirklich Lindas Verdienst.
[15:44] Dazu geführt hat, gerade was jetzt beispielsweise die beiden Jüngsten anbelangt.
[15:48] Also da wurde ja damals noch der Kleinste auf sein Bruderchen,
[15:53] Und monatelang vorbereitet, sodass der wirklich drauf gefiebert hat und die
[15:57] sind jetzt auch ein Herz und eine Seele. Das stimmt, ja.
[16:02] Du liest ja auch alles, was man darüber lesen kann. Ja, bist du so jemand,
[16:06] der sich sehr informiert? Ja, bei vielen Sachen schon.
[16:09] Es geht wahrscheinlich auch sehr viel intuitiv, aber ich fühle mir immer mal
[16:13] so Ratgeber. Also wie bereite ich vor, wie wird es sein?
[16:17] Oskar kannte es ja jetzt schon, also ist unser Fünfjähriger.
[16:20] Der wusste ja schon, wie es ist mit großen Brüdern.
[16:23] Aber dass jemand nachkommt und er ja jetzt großer Bruder wird,
[16:27] das fand ich ein sehr spannendes Thema.
[16:30] Und ja, da haben wir ihn echt viel mitgenommen. Und das hat er auch super gemacht.
[16:33] Er war auch von Anfang an wirklich sehr interessiert.
[16:37] Sein bester Kindergartenfreund hat auch eine kleine Schwester bekommen.
[16:40] Dadurch hatten sie ja jetzt schon ein bisschen Erfahrung.
[16:42] Der konnte es auch wirklich kaum erwarten, dass sein kleiner Bruder kommt.
[16:45] Und das hat, auch bis jetzt, funktioniert das super. Also heute Morgen,
[16:50] wenn er dann länger schläft, dann geht er hoch und holt ihn aus seinem Bett
[16:53] raus. Also ganz, ganz, ganz niedlich, ja.
[16:56] Ich glaube, das ist so ein bisschen Bilderbuch-mäßig aktuell.
[16:59] Das kann sich natürlich auch alles ändern. Das ist eine Momentaufnahme.
[17:03] Aber er macht das auch. Jetzt hat er den Pokémon rausgesprochen.
[17:05] Und er schreit natürlich auch von wegen Hilfe.
[17:06] Letztes Mal geschrieben, ich habe noch nie so viel Hilfe in meinem Leben gebraucht
[17:09] wie jetzt gerade. Da hatte er den Pokémon-Hefter. Ja, und der Kleine wollte
[17:12] ihm was wegnehmen. Aber ich habe noch nie so viel Hilfe gehabt.
[17:15] Hat er gesagt? Ja, wie jetzt.
[17:18] Und da muss man ihm seinen kleinen Bruder wegnehmen.
[17:21] Aber die trennen. Auf der anderen Seite sagt er auch, hey, ich habe heute ein
[17:25] Playdate. Ich komme nach der Kita nicht nach Hause. Nicht, dass du mich vermisst.
[17:30] Und erklärt ihm das und der kann ja noch gar nicht so richtig.
[17:32] Also der sagt immer ja. Das sagt er seinem kleinen Bruder. Ja, genau.
[17:35] Das ist das bezaubernd. Zur Verabschiedung. Das heißt also, das läuft toi toi toi wirklich super.
[17:42] Aber wir alle wissen, und ich habe ja auch eigentlich sieben Jahre älter einen
[17:45] Bruder, mit dem habe ich mir dann auch manchmal die Köpfe eingehauen.
[17:47] Das ist beispielsweise Pubertät, da bin ich gespannt, wie ist das in der Pubertät?
[17:51] Ja, mit diesen beiden Jungs, meint ihr? Genau.
[17:54] Ja, da sind die anderen ja schon
[17:55] raus. Ja, wobei die haben ja auch ein bisschen Abstand, haben sie ja.
[17:59] Ja, die haben Abstand. Fünfjährige sind auch so lustig. Meiner meinte letztens,
[18:03] Mama, lebe du dein Leben, ich lebe mein Leben, okay?
[18:07] Oh ja. Ich wollte einkaufen gehen und er wollte nicht. Ja, ja.
[18:11] Das ist gut. Ja, da sollte unserer sein.
[18:16] Das war auch mal, als ich zu dem jetzt 14-Jährigen, das war schon länger her,
[18:20] da war der aber so acht und ich habe gesagt, kannst du jetzt bitte dein Zimmer
[18:24] aufräumen, David? Und er sagte nur, nein, danke.
[18:29] Und da habe ich gemerkt, okay, bitte ist nicht immer das, was man sagen sollte.
[18:33] Du, man sollte keine Fragen stellen, auf die man die Antwort nicht hören möchte.
[18:36] Nee, aber nein, danke. Also zu 50 Prozent richtig. Aber super höflich.
[18:40] Ja, war höflich, aber Arbeitsverweigerung hat das ein bisschen wieder aufgehoben.
[18:44] Ist hervorragend. Jetzt seid ihr relativ frisch nochmal Eltern geworden,
[18:48] habt schon den Fünfjährigen zu Hause, seid ein großes Patchwork-Konstrukt.
[18:52] Wie schafft ihr das in diesem Alltag, als zwei berufstätige Menschen mit vielen
[18:57] Kindern um euch rum, als Paar noch Zeit für euch zu schaffen? Kriegt ihr das gut hin?
[19:01] Mal mehr, mal weniger. Also ich glaube, wir lassen uns immer sehr gut drauf
[19:06] ein, wo stehen wir gerade? Also jetzt, wie alt sind unsere Kinder?
[19:09] Was haben die gerade für Bedarf?
[19:12] Und dann nutzen wir unsere Zeit irgendwie anders. Also als der Kleine jetzt
[19:16] noch kleiner war, hatten wir immer mal die Möglichkeit, zusammen Mittag zu essen,
[19:21] weil er im Kinderwagen geschlafen hat. Das war natürlich klasse. Das ist jetzt vorbei.
[19:25] Jetzt nutzen wir das irgendwie anders und nutzen genau so, wie der Tag uns irgendwie Möglichkeiten gibt.
[19:32] Manchmal gibt es natürlich sehr viele Tage, das ist überhaupt nicht möglich.
[19:35] Erst mal haben wir natürlich beide einen großen Vorteil, dass wir beide selbstständig sind.
[19:38] Linda hat gerade einen Kindercafé eröffnet, ich bin als Autor schon immer selbstständig
[19:42] gewesen. Das heißt, wir können eben diesen Luxus haben zu sagen,
[19:46] okay, wir pausieren jetzt mal und gehen Mittagessen. Das können die meisten ja nicht.
[19:50] Einfach von der Arbeit weggehen und dann bestimmte Momente nutzen.
[19:54] Auf der anderen Seite ist es uns auch klar, dass leider alles endlich ist.
[19:58] Mit anderen Worten, diese Phase, wo man sich auch häufig überfordert fühlt,
[20:02] auf einmal sind alle krank.
[20:03] Die gesamte Familie und alle müssen irgendwie zusammenhalten.
[20:05] Oder irgendwie hat man das Gefühl, man hat jetzt gar keine freie Minute mehr, es ist nur noch Chaos.
[20:09] Und wir haben, glaube ich, dann so die Gabe, uns immer daran zu erinnern,
[20:12] dass das jetzt ein Moment ist, den wir wahrscheinlich schmerzlich vermissen
[20:16] werden, wenn er nicht mehr so ist. Wenn wir alleine zu Hause sitzen,
[20:18] wenn wir nur noch Zeit für uns haben und das Gefühl haben, wir werden gar nicht mehr gebraucht.
[20:24] Und das rufen wir in diesen Phasen hervor und dann ist es auch gar nicht so
[20:28] wichtig zu sagen, wir müssen jetzt mal zwei, drei Tage für uns haben.
[20:33] Das ist ein Trick, also der 80 Jahre Mentaltrick, den kann man machen,
[20:37] wenn man anstrengende Zeiten hat, mit Dingen, die einem eigentlich am Herzen
[20:40] liegen oder mit Menschen, die einem am Herzen liegen.
[20:43] Und mit Kindern kann man das ganz gut machen, sich einmal 80 Jahre alt denken
[20:46] und zurückgucken und dann überlegen, das werden die Tage und Nächte sein,
[20:49] nach denen ich mich zurücksehne. Hundertprozentig ist es das.
[20:53] Das hilft ein bisschen in der Situation.
[20:55] Hinzu kommt noch, ich bin nicht der Meinung, dass man 360 Tage im Jahr Vollstress
[21:02] haben kann und dann nimmt man fünf Tage lang Zweisamkeit für sich und tankt dann auf.
[21:06] Sondern man muss halt wirklich jeden Moment, so wie Linda gerade sagte,
[21:09] das Kind schläft im Kinderwagen.
[21:12] Natürlich ist man dann nicht alleine und man muss immer noch aufpassen,
[21:16] aber man hat trotzdem die Zeit, sich zu unterhalten beispielsweise,
[21:19] was ja schon mal viel wert ist.
[21:21] Es geht ja auch manchmal darum, wie man sich unterhält und ihr zwei wirkt total
[21:24] humorvoll, also ihr seid sehr lustig zusammen.
[21:28] Ja, wir lachen auch viel, wir lachen wirklich viel zusammen.
[21:31] Das ist glaube ich unsere Superkraft, wir haben ja beispielsweise.
[21:35] Auch in unserem gruseligen Alltag lachen wir oft. Wir haben ja beispielsweise,
[21:39] der 19 Monate alte Moritz, der hat eigentlich einen anderen Namen.
[21:45] Der heißt eigentlich Bam Bam. Bam, bam, ja. Aus Fred Feuerstein,
[21:48] getauft von einem guten Freund von uns. Weil der nimmt alles auseinander.
[21:53] Vielleicht kannst du mal erzählen, weil du kannst es besser erzählen.
[21:55] Als ich auf Lesereise war, ich durfte den Leser auf Kreuzfahrtschiff halten.
[21:59] Und wir haben die ganze Familie und ein Team und alles mitgenommen.
[22:01] Also auch meine Managerin beispielsweise, Manuela. Und wir haben schon vorgeweiht, haben gesagt….
[22:07] Bam Bam ist so ein bisschen, der hat die Gabe, wirklich innerhalb von 20 Sekunden
[22:12] alles auseinanderzunehmen.
[22:14] Ja, der ist so der Prototyp von, er fährt doch nicht gerne Auto, muss man dazu sagen.
[22:19] Also ist dieses, das kennen glaube ich alle Eltern, diese Autofahrt und wir
[22:23] sind glaube ich nach Hamburg gefahren, also wahrscheinlich so drei Stunden waren
[22:26] wir irgendwie unterwegs und wir sind zu der Nicht-Schlafenszeit losgefahren.
[22:31] Da war schon und dann kommt ja dieser Punkt, du sitzt im Auto,
[22:34] dann ist man ja irgendwie, es gibt einen Fahrer und der andere ist Koch,
[22:38] Alleinunterhalter, egal was kommt, du musst dich irgendwie drum kümmern,
[22:42] wenn du dann noch ein Kind hast.
[22:43] Genau, der ist nicht gerne Auto fährt und ja, der Große war dann ganz cool,
[22:48] der hat in seiner Snackbox gegessen, dann durfte der auch, dann hat er ein Hörbuch
[22:52] mit Papa gehört, dann durfte der auch Tablet und dann war das auch gut.
[22:56] Der hat dann, der setzt sich dann hin, oh, ich bin müde, ich schlafe, wupp, schläft.
[23:00] Das hat Moritz nicht so gesehen. Der war, glaube ich, bis dreiviertel Stunde
[23:04] vor Hamburg wach Und ich immer in diesem, was willst du jetzt, irgendwie zum Spiel.
[23:10] Wir hatten die komplette Rückbank hinten voll mit allem, was dazugehört.
[23:13] Also ich hätte, glaube ich, ein Kinderzimmer ausstatten können,
[23:15] aber es hat ihm nichts gepasst.
[23:17] Irgendwann ist er dann eingeschlafen, was natürlich dazu geführte,
[23:19] dass er wahnsinnig fit am Hafen angekommen ist.
[23:22] Was auch nicht optimal ist. Nein, da wollte er erstmal raus aus dem Auto.
[23:26] Wir hatten aber falschen Parkplatz. Wir waren ja eine Riesenmenschengrube,
[23:29] deshalb wir mussten uns erstmal orientieren. Wo treffen wir die, wo treffen wir die?
[23:32] Alle zusammen und er war schon wieder in alle Richtungen unterwegs.
[23:36] Das Gute war, wir waren dann so viele Leute, dass erstmal jeder ihm nachgerannt
[23:40] ist und alle fanden es total witzig.
[23:42] Da habe ich gesagt, okay, erste Verschnauftpause, wir kommen auf unserer Kabine
[23:45] an und wir stehen da und sagen, okay, gut, geschafft, wir sind auf der Kabine, jetzt wird alles gut.
[23:52] Es hat wirklich genau sieben Minuten gedarrt. Dann hat Manuela geklopft,
[23:56] wollte sich erkundigen, ob alles in Ordnung bei uns ist. Und unsere komplette
[24:00] Kabine war Chaos. Chaos. Komplett.
[24:03] Er hat einfach alles abgeräumt, weil er es total super fand.
[24:06] Wollte auf dem Tisch stehen und wieder hoch und wieder runter.
[24:09] Dann war die Couch da. Es gab ja so viel zu entdecken, dass wirklich unser Zimmer
[24:13] verwüstet war. Und als Manuela kam, da war er gerade im Badezimmer. Das war ruhig.
[24:18] Das war ruhig. Und das ist das Gruseligste von allem. Und dann sind wir wirklich
[24:22] alle zu dritt in dieses Badezimmer und er stand mit einem Bein in der Toilette
[24:26] und hat sich des Lebens gefreut und hat gelacht.
[24:31] Aber wir konnten auch nicht anders als nur lachen unter dieses verwüstete Zimmer.
[24:36] Wir haben auch damals Fotos gemacht und wir gedacht haben, Wahnsinn.
[24:38] Das Lustige ist, es war so eine Crime-Cruise, da waren noch andere Krimi-Autoren
[24:42] und neben uns hat ein Tatortreiniger in der Kabine gewohnt.
[24:46] Und ich habe immer gedacht, hey, ich klopf einfach, weil den Tatort,
[24:50] den hat der noch nie gesehen.
[24:52] Echte Tatort, nein. Ja, ja, echte Tatort-Reiniger, genau. Der hat Vorträge gehalten.
[24:58] Ich habe eine Thriller-Lesung gehabt, der war Tatort-Reiniger,
[25:01] Elisabeth Herrmann war noch dabei, andere Krimi-Autorin, Podcaster waren da
[25:05] und der war genau nebenan und ich habe gedacht, hey, pass mal auf,
[25:07] hier kannst du gleich weiter reinigen. Wir haben einen super Tatort, Bam Bam hat hier alles.
[25:12] Und, wollte er? Nee, ich glaube, das war ihm dann noch zu viel.
[25:15] Wir fanden ihn auch ganz toll. Die haben ihn ja dann immer auch auf dem Flur
[25:17] gesehen. Alle haben ihn nur noch Bambam genannt, weil das hat einfach echt gepasst.
[25:20] Ja, das ist schon echt unser Highlight.
[25:23] Aber wie schön, wie ihr das auch sehen könnt. Weil ich glaube ja nämlich,
[25:26] dass ein und dasselbe Kind kann für die eine Familie ein Traum und für die andere
[25:30] Familie ein Albtraum sein. Ja, das ist total krass.
[25:33] Aber das finde ich auch nochmal voll schön, das auch nochmal so von euch zu
[25:35] hören, weil die gleiche Geschichte hätte man super entnervt an irgendeiner Kita-Tür
[25:40] hören können von einer Mutter, die sagt, wir drehen durch mit diesem Kind.
[25:44] Ja, aber ich finde das richtig. Ich finde das wirklich schön.
[25:46] Es hängt natürlich auch immer davon ab, was trägt man sonst noch für Ballast mit sich rum.
[25:51] Wir reden oft über andere Eltern, die eben beispielsweise in einer Festanstellung
[25:55] sind, die gerade Probleme haben in ihrem Job, die vielleicht sogar alleinerziehend
[25:59] sind oder weiß der Geier was.
[26:01] Und wir haben, sag ich mal, als einzigen Nachteil, wo wir andere Eltern wirklich
[26:05] beneiden, das ist das, wenn die Verwandtschaft ganz in der Nähe haben. Ja, Opa und Opa.
[26:11] Weil leider hat Oskar und Moritz haben eben nur noch die Oma von,
[26:16] also die Mutter von Linda.
[26:17] Meine Eltern sind schon lange verstorben, Lindas Vater auch.
[26:20] Und die wohnen auch noch 800 Kilometer entfernt im Saarland von Berlin.
[26:23] Das heißt also, er sieht seine Oma leider nicht so häufig.
[26:27] Wie wir es gerne hätten. Wir bemühen uns schon. Wie wir es gerne hätten.
[26:31] Oma kommt auch oft. Das ist super Partzeit, wenn Oma da ist. Das ist super, ja.
[26:35] Die genießen wir auch echt immer. Ja, weil es ist doch was anderes,
[26:38] ob man es einen Babysitter gibt oder der Oma. Das ist ein ganz anderes Gefühl.
[26:43] Nee, da hast du auch total recht. Also man darf darüber auch nicht urteilen,
[26:46] wie andere Leute das empfinden.
[26:47] Und ich meine das auch überhaupt nicht wertend. Es kann, wenn Leute super geräuschempfindlich
[26:51] sind oder nicht so das Nervenkostüm haben, dann würde denen ein Bam Bam ja alles rauben. Ja, definitiv.
[26:58] Und es ist eben auch so. Ich glaube, dass man das aber auch vielleicht trainieren
[27:02] kann. Weil natürlich im ersten Moment denke ich, ey, das kann nicht wahr sein. Ich kann nicht mehr.
[27:08] Dann aber, wenn wir dann lachen und dann sagen, okay, dann ist es jetzt eben
[27:12] so. Ja, dann ist auch vielleicht mal was, da ist der Teppich der Neue,
[27:16] da ist jetzt halt ein Fleck, den sehen wir jetzt, die nächsten zehn Jahre sehen wir den.
[27:21] Aber mein Gott, es ist eben so. Das heißt, du würdest sagen,
[27:24] deine Reaktion fällt milder aus, als deine Haltung zu dem Zeitpunkt ist und
[27:29] dann geht die Haltung sozusagen mit? Ja.
[27:32] Kann man das so machen? Also das wäre dann so das Training, was du empfiehlst?
[27:35] Das ist wirklich ein Training und da hilft mir Linda wirklich dabei.
[27:38] Du hast die Haltung schon. Weil ich glaube schon, dass ich so ein bisschen impulsiv und manchmal…,
[27:42] Dann der mit den Augen rolle und sie dann auch manchmal zu mir sagt,
[27:45] ey, er war so brav die ganze Zeit, er hat nichts gemacht. Und ich muss dann auch sagen, stimmt.
[27:50] Manchmal sind sie halt einfach Kinder. Und ich sehe das auch wirklich so,
[27:54] ich lasse sie echt ganz oft Kind sein, weil es so, ja, dazugehört und sie auch
[27:59] einfach jetzt in Kombination auch super viel Quatsch machen.
[28:02] Und das auch klasse finden, bis zum gewissen Rahmen. Sie dürfen mir jetzt nicht
[28:06] ständig den Teppich ruinieren oder sonst was.
[28:09] Oskar ist gerade so in der Experimentierphase mit Wasser und Mehl und so.
[28:14] Das finde Moritz natürlich auch super. Da will der bei allem mitmischen.
[28:17] Ja gut, da wische ich schon zwei, drei Mal mehr am Tag.
[28:19] Das habe ich ja auch gelernt. Das habe ich ja gelernt. Schön,
[28:21] dass ich das Wort gefangen habe. Das wäre auch völlig logisch.
[28:24] Der Erste, der lernt ja von den Eltern. Der hat als einzige Bezugsperson die Eltern.
[28:30] Und die fangen ja nun nicht an, die Tapete mit Buntstiften zu bemalen.
[28:34] Der Zweite springt aber gerne mal über die Couch und nutzt sie als Trampolin.
[28:38] Und natürlich habe ich eher eine Bezugsperson, die drei Jahre älter ist als
[28:43] 30 Jahre oder 50 Jahre älter oder sowas. Das heißt also, der zweite guckt sich halt jeden Blödsinn ab.
[28:49] Die zweiten sind eigentlich immer Abrissbirne. Ja, aber die haben halt die andere
[28:52] Bezugsperson. Das ist mir erst völlig einleuchtend.
[28:55] Ja, und wenn du natürlich als erstes schon so eine Abrissbirne hast,
[28:57] dann wird es natürlich richtig spannend. Ja, also ich glaube,
[29:01] das ist auch total spannend.
[29:02] Oskar war da in vielen Sachen sehr, sehr, ich will jetzt nicht sagen einfach, aber der hat...
[29:09] Wir haben keine Steckdosen abgesichert. Der ist normal von etwas runtergeklebt.
[29:15] Auch keine Treppen. Nee, das haben wir jetzt alles.
[29:18] Schränke, also bei uns ist auch alles abgeschlossen, weil es sonst gar nicht geht.
[29:23] Er hat eine Schublade, so die klassische Tupperwaren-Schublade.
[29:26] Die interessiert ihn aber jetzt nicht mehr. Also damit kann ich ihn auch nicht mehr locken.
[29:30] Die ist jetzt völlig uninteressant. Aber wenn dein erstes Kind so einfach war,
[29:33] hattest du dann so eine, Also, weil ich kenne das von mir, aber hattest du so
[29:37] eine leichte Erstgeborenenarroganz? So entspannte Eltern erziehen,
[29:42] entspannte Kinder und deswegen läuft es bei mir.
[29:46] Nee, ich glaube nicht. Ich hatte die innerlich manchmal schon und mein zweites
[29:49] Kind hat mich so demutgelehrt, dass er aber auf die ganz böse Tour dann kam.
[29:53] Ah, okay, ja stimmt. Ich habe das schon an mir. Ich dachte, ich habe es drauf.
[29:56] Ich glaube, bei uns war es eher so, dass wir schon...
[29:59] Oskar für sehr anstrengend gehalten haben und jetzt im Rückblick merken, nee, nee, nee.
[30:07] Oskar war das halt anders. Oskar hat halt schon, der hat halt wahnsinnig früh gesprochen.
[30:14] Also dadurch hatte ich mit dem manchmal Situationen, wo andere irgendwie noch
[30:18] gar nicht drin waren. Da war ich schon mit ihm mittendrin, weil er konnte so
[30:21] viel schon kommentieren. Der hat das nicht verstanden.
[30:24] Ich weiß noch, da waren wir einkaufen und eine Dame stand neben uns und die
[30:28] hat irgendwie über ihn gesprochen und dann guckt er da hoch und dann sagt er, ich höre die doch.
[30:34] Oh, okay, ja, gut und so. Also Oskar hatte so ganz andere Punkte,
[30:40] die anders anstrengend waren, aber in vielen war der schon, ja, sehr easy.
[30:45] Aber ich war immer drauf vorbereitet. Ich habe immer gedacht,
[30:47] okay, das ist in Ist-Zustand, es kann morgen anders sein.
[30:51] Also ich habe auch immer damit gerechnet, so, jetzt wird es schwer oder jetzt wird es anders.
[30:56] Weil alles in Also man muss auch dazu sagen, also es gibt natürlich auch ein
[30:59] paar Punkte, das kennen ja auch Eltern, dass du einen Nervenzusammenbruch eben
[31:03] kreieren kannst, indem du beispielsweise die falschen Socken rauslegst.
[31:07] Er hat sich sehr gerne selber schon angezogen, aber Socken aus irgendeinem Grund,
[31:11] passten die ihm dann nicht und er musste acht verschiedene Paare ausprobieren.
[31:16] Weil die Naht störte? Ja.
[31:19] Darüber müssen wir eine Folge machen. Warn. Wirklich, es kommt immer an diesen
[31:23] Punkt mit Eltern, an dem man sich austauscht und alle Eltern sagen,
[31:27] alle Eltern sagen, Socken sind ein Graus für die Mannschaft.
[31:30] Vielleicht müssen wir Socken rausbringen, wenn wir dieses Problem nicht haben.
[31:32] Vielleicht kannst du die in deinem Café verkaufen.
[31:36] Nicht gruselige Fit-Sexung. Ja, das ist wirklich, das ist ein Schulter,
[31:41] aber eher für... Das hast du ja durchgezogen, das ist heute noch ein Problem.
[31:43] Das ist noch ein Problem oder nur ein Tropfen Wasser.
[31:46] Nur ein Tropfen Wasser, das weiß ich noch genau, wir haben einen Langstreckenflug gehabt.
[31:50] Und ich sehe auch noch, wie eine Frau kommt, das war wirklich ein 14-Stunden-Flug.
[31:56] Und eine Frau kommt und sieht, wie wir mit den Kindern da sitzen und rollt nur
[32:00] mit den Augen, weil ich denke, ja klar, sie hat jetzt gedacht,
[32:03] sie wird 14 Stunden angeschrien.
[32:04] Es war ruhig, es war gar nichts. Nein, es war voll easy.
[32:08] Es landet und ein Tropfen, ich weiß nicht, aus der Klimaanlage oder sowas,
[32:13] fällt auf das T-Shirt ein Geschrei.
[32:18] Und da hat auch die Frau gemeint, sie wollte uns gerade in der Sekunde loben.
[32:23] Und meinte, okay, es hätte auch anders laufen können.
[32:27] Also insofern, du kannst dir auch das Leben eines Kindes damit zerstören,
[32:31] indem du einfach vergisst, dass er den Knopf im Fahrstuhl drücken wollte.
[32:34] Aber sowas? Oh, das machst du so oft. Ja, ich vergesse das immer.
[32:37] Wirklich, das machst du so oft, ja.
[32:39] Und dann ist natürlich, also so ist Oskar auch schon. Ja, ja, ja.
[32:44] Aber, weil du gerade erzählt hast, er hat so viel geredet. Das ist natürlich
[32:47] super, dass ich dafür die Credits kriege. Wann er redet, redet,
[32:51] redet, auch sehr eloquent, viele Wörter.
[32:52] Dann heißt es immer, ach ja, das hat er vom Papa.
[32:55] Die Sache ist, dass zu der Zeit war ich wirklich viel unterwegs und diese Sprachvorbildung,
[33:01] das hat fast ausschließlich Linda gemacht, aber ich sage immer, ja natürlich, klar. Ja,
[33:08] natürlich, aber eigentlich müssen die Credits zu Linda gehen und ich freue mich dann immer.
[33:14] Aber ich freue mich, dass du das in aller Öffentlichkeit hier einmal zuhörst.
[33:17] Ja, das sage ich auch immer wieder, das ist Vorurteil und Klischee.
[33:21] Und später, so ein paar Sachen sind hinzugekommen, weil wir haben einen sehr
[33:24] langen Kita-Weg. Muss man sagen, wir sind in Berlin sehr viel umgezogen.
[33:26] Und unsere Kita ist gar nicht in Berlin, die ist in Potsdam.
[33:29] Weil wir an der Grenze zu Potsdam gelebt haben einmal. Und weil wir so viel
[33:33] umgezogen sind, wollten wir ihn nicht nur aus der Kita rausnehmen.
[33:36] Mittlerweile fahren wir also eine halbe Stunde ihn jeden Morgen hin und jeden
[33:40] Morgen zurück. Und da hören wir viele Hörbücher.
[33:43] Musik. Musik. Das hast du ihm beispielsweise. Junge Dichter und Denker.
[33:47] Ja, genau. Das liebt er. Junge Dichter und Denker.
[33:50] Das ist aber ein schöner Tipp. Ja, das ist super. Thomas D.
[33:53] Beispielsweise hat den Zauberlehrling da gerappt mit anderen Kindern zusammen
[33:57] oder zumindest hat er es betreut, der von den Fantastischen Vier.
[34:00] Und bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt. Ist das nicht das?
[34:03] Nee, der Zauberlehrling ist, und bist du nicht willig, dann brauche ich Gewalt.
[34:09] Ich dachte, und nun komm, du alter Besen. Ja, ja, ja, genau.
[34:13] Völlig recht, guck mal, wir outen uns.
[34:15] Oskar hat's gewusst. Sofort, ja, der hat's gewusst. Und der kann nämlich den
[34:20] Rahmen von Edgar Allen Pohoff sein, der kann den Zauberlehrling und alle denken, wow, krass.
[34:25] Das liegt halt daran, dass wir den ständig auf diesen langen Autofahrrad hören.
[34:29] Was mit Musik verbunden ist beides. Das ist super gemacht für Kinder,
[34:31] genau. Also junge Dichter und Denker, da gibt es wahnsinnig viel,
[34:35] auch auf Englisch und Deutsch. Und das so auf langen Autofahrraden zu hören,
[34:40] da bleibt zu viel hängen, unglaublich.
[34:41] Ja, sowieso. Ich glaube, Hörspiele sind sowieso super. Ja, Musik hast du ihm
[34:45] beigebracht. Also das ist natürlich etwas, was es nicht mehr geben wird.
[34:48] Die musikalische Früherziehung, die lassen wir nicht mehr bei dir.
[34:51] Oskar konnte sehr früh Apache singen. Ja, und Pause leider.
[34:55] Wenn du auf der Parkbank sitzt, musst du aufpassen, dass du nicht in Spritzen
[34:58] trittst. Das war vielleicht nicht die beste Line für den Kindergarten.
[35:02] Dann erklär lieber deinen Kindern Sebastians Bücher.
[35:07] Ja, aber ich hab auch den Fehler gemacht, das Lied der Schlümpfe von Otto Walkes,
[35:10] wollte er hören. Ja. Das ist FSK 18.
[35:13] Das weiß man aber nicht mehr. Ja, das hat er mir die Woche vorgespielt.
[35:18] Man ist manchmal ganz irritiert. Ich hab das ganz häufig, dass ich was für die
[35:20] Kinder anmache und denke, guck mal wie cool.
[35:22] Oh, oh, wow, okay. Ja, ja, ja.
[35:27] Da hab ich dann drüber gesungen.
[35:29] Und dann will er es natürlich extra hören. Na klar. Und außerdem hat er jetzt,
[35:33] er kommt aber, Google mal, mach mal, Google mal, Google mal.
[35:35] Und irgendwann hat Linda, hat so eine Sprachbox. Ja, kann man ja sagen.
[35:40] Es gibt ja von Google die, es gibt von Alexa die, es gibt ja tausende verschiedene.
[35:43] Die Alexa Kids hat er auch. Ja, die Alexa Kids. Da sagt er ja auch jetzt,
[35:47] spiel mal bitte die Schlümpfe von Otto Warkes.
[35:50] Und auf einmal müssen wir das auch sperren. Über Alexa Kids,
[35:53] dass es möglich ist, über Alexa Kids, wundere ich mich.
[35:55] Genau, sehr oft kommt ja auch, das kann ich nicht spielen, weil nicht jugendfrei.
[36:01] Oder da kommt so ein Filter. Ja, aber manche rutschen natürlich durch und irgendwann,
[36:05] ich glaube, wenn du es als Elternteil sagst, Mama, bitte, bitte,
[36:08] bitte, mach es einmal an, dann mache ich es an und ich glaube,
[36:09] dann gibt es es immer wieder frei oder so.
[36:14] Ach so. Aber nicht, dass hier jetzt irgendjemand denkt, wir setzen unser Kind
[36:16] vor so eine Sprachbox und lassen es dann alleine, sondern wir sind dann immer schon dabei.
[36:22] Und merken dann, hm, manchmal ist es nicht so gut, dass er so gut reden kann.
[36:26] Ja, ich finde, das ist ein gutes Stichwort.
[36:29] Zumindest du stehst da in der Öffentlichkeit und wenn ihr jetzt so zum Beispiel
[36:31] über Kinder sprecht oder irgendwo mit den Kindern hingeht, habt ihr da schon
[36:36] manchmal so ein Gefühl, so ein benehmlich bitte Gefühl?
[36:39] Ich habe das schon so, ohne in der Öffentlichkeit zu stehen.
[36:42] Dass die Kinder sich benehmen sollen?
[36:43] Ja, dass man so ein bisschen das Gefühl hat, oh Leute, so ein ganz bisschen,
[36:46] seid ihr dann doch auch die Visitenkarte und da müssen wir jetzt nicht unbedingt
[36:50] so und so auffallen oder so? Du hast das, glaube ich, manchmal.
[36:52] Ja, da habe ich manchmal so dieses, wenn wir irgendwo sind und ich merke,
[36:55] okay, die Leute achten auf uns,
[36:58] Also gar nicht irgendwie... Das merke ich ja beispielsweise gar nicht.
[37:02] Nicht mehr wahrscheinlich. Letztes
[37:03] Mal hat sie so Leute ganz freundlich angelächelt und sagt, ja, ja, ist es.
[37:07] Und ich sage, was, was, hä? Und die hatten halt irgendwie getuschelt.
[37:11] Und es ist jetzt keineswegs so, dass man permanent erkannt wird.
[37:13] Das muss man jetzt auch mal sagen. Aber hin und wieder Leute,
[37:15] die sich für Bücher interessieren, das passiert schon.
[37:17] Ich vergesse es immer. Ich vergesse immer, dass ich Autor bin.
[37:21] Nee, wirklich. Jedes Mal, wenn ich mich irgendeiner erkennt,
[37:24] denke ich mir, oh mein Gott, hast du dich benommen? Gar nicht die Kinder.
[37:26] Hab ich mich benommen? Was habe ich denn jetzt wieder gemacht?
[37:28] Ja stimmt, das haben wir öfter. Dass ich sage, Sebastian, bitte.
[37:34] Die Kinder sind super. Er fällt auf.
[37:38] Meistens bei dieser italienischen Platten, man nimmt nicht mit seinem eigenen
[37:41] Besteck. Ja, genau. Da liegt extra Servierbesteck daneben.
[37:47] Oder das Glas. Glas fängt am Stiel an und nicht an dem Dings.
[37:52] Ja, ja. Du hast so einen wandelnden Knick neben dir. Ich werde dann,
[37:56] ich werde gemachscht, die Kinder, ich habe das Gefühl, die können das schon besser als ich.
[38:00] Ja, die sind geübt da mit diesem Rotweigenglas, stimmt. Na, die wollen Cocktail
[38:05] haben, die wollen immer Cocktail haben.
[38:06] Ja, das stimmt. Dann muss irgendwo irgendwie so ein Saft reingegossen werden.
[38:11] Aber ja, stimmt, manchmal ist das so, dass man da, oh Gott, hoffentlich fallen
[38:15] wir jetzt nicht auf oder so.
[38:16] Also ich glaube, das ist ein natürliches Gefühl, dass Eltern immer haben,
[38:19] wenn man auch ist oder so. Also das beispielsweise finde ich wirklich,
[38:23] das ist ja das Großartige, also ich weiß nicht, ob das eine Motivation von dir
[38:26] war, Aber Linda hat ja das Zwerghain, ein Kindercafé in Berlin-Lichterfelde aufgemacht und,
[38:32] Ich finde es so entspannt, obwohl es wahnsinnig laut ist, wenn das voll ist,
[38:35] was eigentlich immer ist.
[38:36] Aber ich bin so entspannt, dass man da mal mit seinen Kindern hingehen kann
[38:39] und man wird nicht mit Blicken gleich durchbohrt oder erschossen, wenn man in einem,
[38:44] selbst wenn man in einem herkömmlichen Restaurant ist und beim Italiener,
[38:48] wo sie alle kinderfreundlich sind, trotzdem ein oder zwei sind ja da,
[38:52] vielleicht auch zu Recht, die sich darüber aufregen, die wollen einen schönen
[38:55] Nachmittag haben, haben sich
[38:57] mal Elternzeit vielleicht sogar genommen.
[39:00] Das ist der einzige Grund, weshalb ich manchmal denke, oh, können die.
[39:03] Ja, genau. Und dann rasen die halt durch. Und dann bin ich so froh,
[39:06] dass man einen Safe Space für die Eltern hat. Dass die Kinder wirklich ungestört
[39:12] agieren können und auf dem Klettergerüst rumspringen können.
[39:15] Und das entspannt ja auch die Eltern. Total. Weil die dann so denken,
[39:18] hier ist es in Ordnung, sei Bam Bam.
[39:21] Richtig. Jetzt wird es noch viel schöner. Mit Bam Bam gehen wir aktuell nicht
[39:24] essen. Das Bam Bam hat tatsächlich Hausverbot im Zwerghain. Ah, ja, ja.
[39:29] Von der Chefin, ja? Ja, mit ihm ist auch aufräumen nicht so einfach.
[39:32] Dann kann ich irgendwie dreimal anfangen.
[39:36] Aber ja, aber das ist auch so eine aktuelle Phase. Jetzt aktuell ist mit ihm
[39:39] Essen gehen nicht drin, machen wir es nicht.
[39:42] Also es bringt uns nichts, es bringt ihm nichts, es bringt niemanden im ganzen
[39:46] Restaurant etwas. Er macht das gerne im Unterschied zu uns. Ja, er isst halt sehr gerne.
[39:50] Er hat ja keine Probleme damit.
[39:53] Aber zu Hause gibt es auch Leberwurstbrote mit Maggi. Also was muss man da rausgehen?
[39:56] Im halben Jahr sieht die Welt anders aus, da essen wir, toi toi toi,
[40:00] wieder in den schönsten Restaurants, was Berlin so zu bieten hat,
[40:03] aber gerade aktuell essen wir zu Hause Leberwurstbrote.
[40:07] Ich glaube ja auch so zwei Jahre soll ja auch die schlimmste Phase sein,
[40:11] um mit Kindern zu verreisen. Terrible, true.
[40:13] Abschließend interessiert mich so als Außenstehender einmal ganz doll,
[40:17] du hast ja wahnsinnigen Erfolg in dem, was du tust.
[40:20] Macht das was mit euch bezüglich eurer Kinder? Also dass ihr so bestimmte Wünsche
[40:25] für die habt oder dass ihr denkt, okay, es ist so toll, wenn man wirklich es
[40:28] schaffen kann, mit seiner Leidenschaft Geld zu verdienen?
[40:31] Oder sagt ihr, okay, jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Also wie geht ihr
[40:34] damit um, dass da so große Fußstapfen sind einerseits und andererseits auch
[40:38] vielleicht eine tolle Inspiration?
[40:40] Also ich glaube, wir leben den Kindern vor, dass sie, egal welchen Weg sie einschlagen
[40:46] oder gerade wie sie sind, dass sie glücklich sind. Und das, was sie tun,
[40:50] weil das sehen sie ja bei Mama und bei Papa, wir lieben das, was wir tun.
[40:55] Und das ist, glaube ich, ganz wichtig, oder? Also ja, sie kennen es ja nicht
[40:58] anders. Also wir gehen beide wirklich sehr gerne zur Arbeit.
[41:01] Wir leben für unsere Arbeit, finden das klasse.
[41:04] Ja, also einerseits bemühen wir uns, ihnen erstmal mitzugeben,
[41:08] dass wir alle dankbar sein müssen für das Leben, was wir leben dürfen und dass
[41:12] es nicht selbstverständlich ist.
[41:13] Das ist ein bisschen schwierig und wahrscheinlich wird man das.
[41:16] Die Größeren verstehen das schon, aber je kleiner man ist, trotzdem muss man
[41:21] das immer wieder sagen. das ist jetzt hier eine außergewöhnliche Situation,
[41:24] dass man das erleben darf.
[41:26] Und dann, und da weiß ich nicht, da frage ich auch ständig alle Eltern,
[41:30] eigentlich frage ich jeden, wie schafft man es, seine Leidenschaft zu entdecken.
[41:34] Ich hatte das große Glück, dass ich eben meine Leidenschaft zum Geschichten
[41:37] erzählen sehr früh erkannt habe und dass ich das sehr früh machen wollte.
[41:43] Und ich habe so ein bisschen das Gefühl, das könnte nicht bei allen,
[41:46] bei allen Kindern schon auch sein, dass sie so ein bisschen dabei sind,
[41:49] ihre Leidenschaft auszuprobieren. Aber das ist es, was zu fördern ist.
[41:53] Nicht, womit kann ich später vielleicht mal Geld verdienen, weil ganz ehrlich
[41:55] gesagt, das kann gar keiner mehr wissen.
[41:57] Seit KI kann es keiner mehr sagen, welcher Job ist sicher, welcher ist nicht mehr sicher.
[42:01] Aber Idamas hat gesagt, studiere keine Medizin mehr, weil du wirst eh vom Roboter
[42:04] ersetzt. Keine Ahnung, ob das stimmt oder nicht.
[42:06] Ich glaube nur, wenn deine Leidenschaft ist, mit Menschen umzugehen,
[42:09] dann mach was mit Menschen. Wenn deine Leidenschaft ist, was mit Dingen zu machen,
[42:12] dann mach was mit Dingen. Aber es ist halt so wichtig, diese Leidenschaft zu
[42:16] entdecken und erkennen. Da probieren wir ein Vorbild zu sein.
[42:19] Aber wir beide, glaube ich, sprich auch für dich, wir beide haben kein Rezept.
[42:23] Nein. Wie schafft man das, so viel wie möglich auszuprobieren? Auf der einen Seite.
[42:28] Sie nicht zu überfordern auf der anderen Seite. Also das finde ich ist auch
[42:31] so ein Spagat, der Oskar will beispielsweise immer sehr, sehr viel ausprobieren.
[42:36] Am liebsten jetzt auch ein Buch mit Papa schreiben. Klar, er kann nicht schreiben,
[42:39] aber es ist jetzt das große Ziel. Ausprobieren heißt halt natürlich auch andere
[42:43] Sachen nicht weiterzumachen, weil man kann ja nicht hundert Sachen gleichzeitig machen.
[42:46] Aber wann gibt man zu früh auf und wann ist es aber Zeit loszulassen und was Neues anzufangen?
[42:52] Ich glaube, das sind die echt ganz großen Fragen, auf die es kein Patentrezept
[42:57] gibt. Ja, dazu gibt es nichts hinzuzufügen.
[43:00] Ich finde das insgesamt, ich bin gerade ganz selig, dass ihr hier wart.
[43:05] Weil ich finde, dass man von euch ganz viel lernen kann.
[43:07] Vor allem so eine wahnsinnige Entspanntheit, die ihr australt mit euren Kindern
[43:12] miteinander und so eine Ehrlichkeit.
[43:14] Ich finde das gerade ganz, ganz inspirierend und schön, euch miteinander zu
[43:17] sehen und auch zu erkennen, wer ihr so als Eltern seid. und ich glaube,
[43:21] da haben eure Kinder sehr viel Glück. Das werden sie nie erkennen.
[43:25] Kinder sowas nicht tun. Aber hiermit habt ihr es einmal amtlich vor dem Mikrofon.
[43:29] Vielen lieben Dank. Ja, vielen, vielen Dank, dass ihr da wart.
[43:31] Es hat mir große Freude gemacht. Sehr gerne. Ja, uns auch. Ja,
[43:35] wenn ihr Fragen habt, auch an Sebastian Fitzek, wir leiten gerne weiter.
[43:39] Er wird wahrscheinlich nicht antworten.
[43:41] Ich bin voll mühig. Ich bin mühig. Ja, tatsächlich. Das finde ich krass.
[43:44] Okay, dann bitte an podcast.eltern.de.
[43:47] Bei uns geht es am nächsten Donnerstag weiter mit einer weiteren Folge mit Elke
[43:51] Schicke. Und bis wir uns wieder hören, sagen wir vielen Dank und alles Liebe
[43:54] aus heute Berlin. Wiederhören, Wiedersehen.

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