# Pubertät mit 7: Ist das nicht viel zu früh? – mit Elke Schicke

An episode of [ELTERNgespräch](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1389814425), 24 Sep 2026, 43 min.

Audio: https://ais.audiorella.com/podcasts/1839-elterngesprach/251118-pubertaet-mit-7-ist-das-nicht-viel-zu-frueh-mit-elke-schicke.mp3?v=2&awCollectionId=julephosting_69e8c57900566&awEpisodeId=251118

Das Einsetzen der Pubertät ist immer eine Herausforderung. Doch was ist, wenn das alles viel zu früh passiert? Eine Hörerin hat uns geschrieben, dass ihre 7-jährige Tochter bereits deutliche Anzeichen einer hormonellen Umstellung zeigt, mental aber in diesem Alter noch gar nicht bereit ist für die damit einhergehenden Themen und Gefühle. Elke und Christine ordnen die Situation ein und nehmen die Mail zum Anlass, auch ganz allgemein über den Startschuss in diese ganz neue Lebensphase zu sprechen, vor der alle ordentlich Respekt zu haben scheinen. Spoiler: Die beiden sind wahre Pubertätsfans! Mehr von Elke Schicke: Website Buch von Elke Schicke: 33 Sätze für eine glückliche Kindheit Mehr von Christine Rickhoff: Instagram Bücher von Christine Rickhoff: Für Geschwister ab 4 Jahren: Das Beste an uns: Eine Geschichte über zwei ziemlich ungleiche Geschwister* Für Mädchen ab 10 Jahren: Du bist 100% richtig*# Buch mit Tipps gegen Angst ab 7 Jahre: Keine Angst vor der Angst* Schwangerschaftsbegleiter: Du & ich. Das Mama-Buch* Zum Eintragen und Verschenken: Dein Leben, deine Geschichte: Ein besonderes Erinnerungsalbum* Schwangerschaftskalender: Deine Schwangerschaft Tag für Tag* *https://www.eltern.de/services/affiliate-links-auf-elternde +++ Weitere Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier: https://linktr.ee/elterngespraechpodcast +++ +++++++++++++++++ Habt ihr Lob, Tadel oder Themenvorschläge und Fragen zu den Themen Partnerschaft sowie Erziehung? Schreibt Christine eine persönliche Mail an podcast@eltern.de. Außerdem erreicht ihr uns auf unserem Instagram-Account @elternmagazin oder folgt Christine auf Instagram @christinerickhoff. Wir würden uns freuen, wenn ihr unseren Podcast auf iTunes, Spotify oder Deezer abonniert und bewertet. Infos und Links: zu unserem Youtube-Kanal Infos und Links zu unseren Werbepartnern: Lerne jetzt Shopify kennen Hier geht´s zur App Medienplanet

## Transcript

[0:00] Pubertät heißt, ich ergreife mich, ich entwickle meine eigenen Werte,
[0:04] meine eigene Persönlichkeit und ich kann die Trennung von meinen Eltern herstellen und halten.
[0:10] Und ich habe so viele Identitäten ausprobiert, dass ich jetzt eine gefunden
[0:13] habe, mit der ich einverstanden bin.
[0:15] Aber das sind alles Dinge, die sind super, super, super. Der Achtjährige kann
[0:20] das, glaube ich, psychoemotional noch gar nicht leisten.
[0:25] Hi und schön, dass du da bist, hier beim Elterngespräch, dem Podcast von Eltern für Eltern.
[0:30] Ich bin Christine, Journalistin, Autorin und Mama von vier Kindern.
[0:34] Alle zwei Wochen geht es hier um eure Fragen. Natürlich nicht ohne Elke Schicke,
[0:38] der Diplompsychologin und systemischen Therapeutin unseres und eures Vertrauens.
[0:45] Hallo, liebe Elke. Du strahlst mich so an, guten Morgen, Christine.
[0:51] Wenn ich dich so lächeln sehe, frage ich mich, was ist dir heute schon Schönes passiert?
[0:56] Fragst du dich dann? Ja. Heute mir was Schönes passiert. Ich frage dich bei
[1:00] mir selber, was Schönes passiert ist und das sage ich dir gleich.
[1:03] Liebe ich. Ich habe heute Morgen, ich habe mir ganz viel Zeit mit meinem Kleinen
[1:07] genommen, bevor es losging und das war sehr schön. Ja.
[1:11] Ich liebe das sehr. Wenn man so mit einem Kind so ganz alleine ist,
[1:15] ist das immer schön, finde ich. So, was ist dir passiert?
[1:19] Ich frag sie, oder?
[1:22] Also, ich habe Besuch und für den Besuch musste ich heute Fleisch kaufen.
[1:28] Du selbst lebst aber vegetarisch? Naja, sehr selten. Flexitarisch.
[1:32] Naja, es ist ja wurschtig geil. Also auf jeden Fall gehe ich dann in einen großen
[1:36] Supermarkt heute Morgen, weil ich dachte, das erledige ich schon mal schnell.
[1:39] Und aus der Ferne gehe ich auf diesen Fleischstand zu und da steht ein sehr
[1:44] junger Verkäufer und strahlt mich schon so an.
[1:49] Und dann bin ich hingegangen und habe gesagt, das kann ich für sie tun und ich,
[1:53] also wenn sie mich so fragen,
[1:55] dann hätte ich gerne, dann sagt er, ja, das haben wir im Angebot und soll ich
[1:58] ihnen das Angebot geben und ja, das ist total nett und dann brauche ich noch
[2:01] diesmal, das haben wir auch im Angebot und ich kann ihnen das empfehlen,
[2:03] das ist nicht nur im Angebot das ist auch wirklich sehr lecker,
[2:06] dann wollte ich noch was anderes und dann, sie haben ja Glück,
[2:07] das ist auch im Angebot und,
[2:09] dann habe ich gesagt, wissen Sie wenn Sie so sind, ja, dann bleibe ich den Rest
[2:13] des Tages hier und kaufe die Fleischtheke leer, das ist, die sind ja Warst du
[2:16] ein bisschen verliebt eigentlich?
[2:17] Ja, der war so, so von Herzen nett. Es ist so cool, wenn Leute ihren Job gerne machen.
[2:24] Und dann habe ich gesagt, sie sind ja so freundlich. Und dann meinte,
[2:26] wissen Sie, das Leben ist viel leichter, wenn man freundlich ist.
[2:29] Und sie sind unter 20. Woher wissen Sie das schon?
[2:33] Na, auf jeden Fall waren wir dann fertig. Und dann war hinter mir eine alte
[2:35] Dame. Und dann meinte ich, wissen Sie, ich übergebe Ihnen jetzt den nettesten
[2:39] Verkäufer des Jahrhunderts.
[2:41] Und dann sagte sie, das habe ich schon gesehen und ich freue mich.
[2:46] Ach, das war eine so herzöffnende, schöne Metzgerbegegnung.
[2:53] Wer hätte den nettesten Verkäufer hinter der Fleischtheke mit dem Beil erwartet, oder?
[2:58] Der war wirklich Zucker, wirklich. Ach, schön. Ich glaube nicht,
[3:01] dass er diesen Podcast hört, aber wenn du später mal Kinder hast und ihn hörst,
[3:04] ich denke immer noch an dich.
[3:08] So, und jetzt noch schnell Grüße an deinen Mann, sonst wird es komisch.
[3:13] Olaf, wir grüßen dich.
[3:18] Oh Mann, Mann, Mann. Also, los geht's, Elke. Es gibt nichts Schönes als nette Menschen.
[3:24] Manchmal denkt man noch ewig, ewig an so nette Menschen.
[3:28] Ich bin immer noch glücklich darüber, wirklich. Das wäre ein Schlachter und ich. Ihr könntet...
[3:35] Also, es ist heute spicy, heute Morgen. Achso, jetzt zum Thema.
[3:39] Elke, wollen wir arbeiten?
[3:41] Ja, okay. Dennis kriegt eine Krise, da sagt er mal, wir lachen so viel.
[3:44] So, wir gehen los hier mit einer Mail von einer, ich schätze, einer Mama.
[3:49] Und es geht heute um das frühe Einsetzen der Pubertät. Ja, aber ich fange mal
[3:53] an. Also sag dir mal, warum ich da drauf komme.
[3:56] Ich komme nämlich drauf, weil der letzte Satz dieser Mail, mit dem fange ich
[3:58] mal an. Ich bin gespannt, was euch zu diesem Thema einfällt und freue mich immer
[4:02] total über eure persönlichen Anekdoten.
[4:05] Wir können schon mal einen Check machen. Wir haben schon drei erzählt.
[4:08] Stimmt. Also wir waren gar nicht am Thema vorbei, liebe Deutschlehrerin, sondern on point.
[4:14] So, liebe Christine, Tine, liebe Elke, ich höre den Eltern-Podcast schon von
[4:20] Anfang an und habe so viel für unsere Familie mitnehmen können. Vielen Dank.
[4:25] Jederzeit gerne. Wir leben im klassischen Familienmodell mit unseren jetzt sieben,
[4:29] dreiviertel Jahren alten Zwillingen, einem Mädchen und einem Jungen.
[4:33] Der Junge wurde ein Jahr nach dem Mädchen eingeschult, da er noch nicht ganz schulreif war.
[4:38] Die beiden haben in meinen Augen ein gutes Verhältnis mit den wahrscheinlich
[4:41] typischen Zwillingsstreipereien.
[4:44] Unser großes Mädchen zeigt nun vor einigen Monaten und jetzt wieder ein Verhalten,
[4:48] als würde sie bereits in die Pubertät kommen.
[4:51] Man kann hier schon manchmal von Kernschmelze sprechen.
[4:54] Das zeigt sich besonders in Stimmungsschwankungen, teils aggressivem Verhalten
[4:58] ihrem Bruder gegenüber, dem starken Gefühl benachteiligt zu sein und einem sich
[5:03] verändernden Körperbild, auch in vielen Selbstzweifeln.
[5:08] Es gibt einige Auseinandersetzungen und große Dramen, wenn es um Kleidung geht.
[5:11] Zu Hause beschwert sie sich oft über das Verhalten ihrer besten Freundin und
[5:15] kommt immer wieder auf die, in Anführungsstrichen, Fehler ihrer Freundin oder
[5:18] ihres Bruders zu sprechen.
[5:20] Vor kurzem habe ich entdeckt, dass bei ihr die Schambehaarung schon anfängt
[5:24] zu wachsen. Andere körperliche Merkmale sind bisher aber nicht zu sehen.
[5:28] Der Gedanke an eine möglicherweise so früh einsetzende Pubertät überfordert mich gerade total.
[5:34] Aber ob nur die Pubertät schon anfängt oder nicht, durch diese Phase müssen wir jetzt wohl durch.
[5:39] Im Internet findet man zu früh einsetzenden Pubertät, dass man den Kindern ein
[5:44] entsprechendes in Anführungsstrichen Rüstzeug mitgeben soll.
[5:47] Da sie kognitiv ja noch ein Grundschulkind ist und mit diesen Veränderungen
[5:51] völlige Verwirrung entsteht, frage ich mich.
[5:53] Was ist gemeint, wenn in diesem Zusammenhang von Resilienz fördernden Maßnahmen gesprochen wird?
[5:59] Wie kann ich ihr und uns helfen, diese emotionale Achterbahn auszuhalten?
[6:04] Sie sagt immer, dass sie nicht erwachsen werden möchte. Wie erkläre ich ihr
[6:08] in diesen frühen Jahren, was jetzt möglicherweise mit ihr passiert und was lasse
[6:12] ich vielleicht weg oder erkläre es ihr zu einem späteren Zeitpunkt?
[6:16] Meine Tochter und ich haben das gleiche Temperament und ich hoffe,
[6:20] ihr habt einen guten Tipp für mich, in den Auseinandersetzungen und besonders
[6:23] bei der nächsten Kernschmelze ruhig zu bleiben.
[6:27] Jetzt nochmal, ich bin gespannt auf, was euch einfällt und freue mich über eure
[6:30] Anekdoten. Viele liebe Grüße, eine Mama.
[6:34] Sehr schön. Tideli Tadeli Tch. Das ist unser Lieblingsthema, oder?
[6:39] Welches? Pubertät. Ein total interessantes Thema. Da haben wir ganz viel zu
[6:44] zu sagen. Ja, total, fangen wir an.
[6:48] Also, spannend. Ich weiß gar nicht so richtig, ob die ja zu früh einsetzt,
[6:51] weil ich glaube, dass Mädchen, also wenn ich meine Jungs und meine Mädchen miteinander
[6:56] vergleiche und Dann hätte ich auch oft schon gesagt, oh, das ist schon pubertär
[7:01] oder so und es war einfach nur Mädchen.
[7:03] Also genau diese zwischenmenschlichen Sachen, dass die so ganz viel Raum einnehmen
[7:08] und die war gemein zu mir und also lauter so Sachen und auch so diese emotionalen
[7:12] Zusammenbrüche gab es tatsächlich.
[7:15] Jetzt ist es natürlich wieder total Klischee, wir bedienen es natürlich wieder,
[7:17] aber ich habe Nummer zwei, zwei zu Hause und da muss ich wirklich sagen,
[7:21] das war von Anfang an bei den Mädchen, waren die gefühlsbetonter unterwegs irgendwie
[7:26] und haben zwischenmenschlicher unterwegs so und das kann jetzt zumindest bei den beiden auch so sein.
[7:32] So, und ich möchte nochmal sagen, Ausnahmen bestätigen die Regeln und jeder,
[7:34] der sagt jetzt, ich habe einen ganz sensiblen und gefühlsbetonten Jungen zu
[7:37] Hause, auf jeden Fall geschenkt, natürlich,
[7:40] aber es kann sein, dass es auch ein bisschen einfach geschlechterspezifisch
[7:43] ist oder charakterspezifisch ist in dem Fall und es ist noch nicht die Pubertät,
[7:47] dass die vor der Tür steht.
[7:49] Das nur erstmal, glaube ich. Wie siehst du das? Keine Ahnung,
[7:52] ich kenne das Kind nicht. Echt noch Jung, ne? Sieben Dreiviertel.
[7:55] Die Pubertät verschiebt sich ja deutlich nach vorne.
[7:58] Sieben, Dreiviertel ist echt früh. Bei Schambehaarung allerdings scheint der
[8:02] Körper ja schon im hormonellen Umbau zu sein.
[8:05] Das ist dabei, glaube ich, ja wirklich dann so ab sechs, sieben schon,
[8:08] ne? Nee, eigentlich, glaube ich, im Mittelwert irgendwo um die neun.
[8:14] Aber es ist ja immer ein Mittelwert, bla bla. Also bin ich gerade auf einem
[8:17] anderen Pfad als du, aber ich glaube, ich würde bei sieben, Dreiviertel mit
[8:20] Beginn der Schambehaarung den Kinderarzt aufsuchen.
[8:24] Und einfach mal gucken, das gibt… Hämmer, ne? Es gibt auch so Hormonehämmer.
[8:28] Zum einen, aber es gibt vor allem so eine Pubertätseinschätzungsskala,
[8:31] TANA-System heißt das, wo man mal gucken kann, wie weit ist sie und wirklich
[8:35] darüber nachdenken kann, ist das passend, ist das zumutbar, kriegt ihr das gut
[8:38] hin oder verzögern wir das Ganze noch?
[8:41] Also die Frage von Hormon, da bin ich Psychologe und keine Ärztin.
[8:46] Aber zumindest mal mit einer Ärztin darüber zu sprechen, weil die Mutter jetzt
[8:49] also sagt, da müssen wir jetzt wohl durch, vielleicht müssen sie da auch noch nicht durch.
[8:52] Weil das kann schon auch belastend sein, so eine frühe einsetzende Pubertät. Genau.
[8:57] Also ich würde es mir auf jeden Fall einmal mit einer Ärztin durchsprechen.
[9:01] Wie ist es? Und da kann man vielleicht auch mal zu einer Stoffwechselexpertin,
[9:04] also zu einer Endokrinologin gehen und da mal den Hormonstatus bestimmen lassen
[9:09] und gucken, wie ist es eigentlich, ohne bei der Tochter jetzt Angst und Drama zu schüren.
[9:14] Sondern einfach im Sinne, wir gucken mal, mach dein Körper, was er soll,
[9:17] wie gesund bist du, wie groß bist du, wie ist es eigentlich?
[9:20] Ja, wie sie es von jeder Untersuchung kennen. Richtig.
[9:23] Also Ruhe bewahren ist die erste Bürgerpflicht.
[9:26] Genau, so. Wenn es denn die Pubertät ist und wenn sie sich denn entscheiden,
[9:31] das so kommen zu lassen, wie der Körper sich das nun mal vorgestellt hat,
[9:34] dann ist das insofern knifflig, als die Frage ist, was kann so ein Grundschulkinderkopf erfassen?
[9:41] Was muss ich erklären, damit sie sich besser versteht und was muss ich einfach nur begleiten?
[9:47] Gebt ihr da recht, das ist eine interessante, also wir können das ja in der
[9:50] Pubertät auch nicht auseinanderhalten. Was ist Pubertät, was ist Charakter,
[9:53] was ist hormonell bedingt, was ist Tagesform, was ist mein Reifestatus.
[9:58] Was ist Dinge, von denen ich nichts weiß. Was ist mein Spieldrang,
[10:01] genau, was ist mein Dramadrang.
[10:04] Das ist ja alles eine wüstige Menge Lager.
[10:08] Und ich würde dir da aber recht geben, ich finde gerade Mädchen,
[10:11] die lieben ja in bestimmten Zeitabschnitten das Drama und auch das soziale Drama.
[10:16] Das macht ja auch soziale Kompetenz aus, soziales Drama durchzuleben. Ja, genau. Total.
[10:23] Deswegen sind die ja auch weiter, weil die das schon zehnfach geübt haben.
[10:28] Ich finde die eine gute Frage, was ist das mit dieser Kernschmelze, die sie da hat?
[10:33] Ist die sich selbst zu viel oder von außen überfordert?
[10:37] Ja, also ich muss, hier Anekdoten waren ja gewünscht und es ist ganz witzig,
[10:43] als du so gerade sagtest, was macht das mit einer Grundschülerin?
[10:46] Mein Kleiner ist ja nun gerade erste Klasse und wir haben gemeinsam Alles steht
[10:50] Kopf geguckt. Das würde ich als allererstes mal empfehlen der Familie.
[10:54] Ich weiß nicht, ob du den Film kennst.
[10:55] Ganz toll würde ich auch dir empfehlen, Elke. Ach, das ist mit diesem blauen Mädchen.
[11:00] Kummer. Ah ja, gut, okay. Genau. Also letzten Endes ist es ein Blick in den
[11:05] Kopf und ins Gefühlszentrum sozusagen, also in die Welt der Gefühle.
[11:09] Und das Ganze mündet dann darin, dass die Pubertät kommt.
[11:13] Und dann kommen ganz viele Gefühle dazu, wie ekel und peinlich und so weiter.
[11:18] Die Bandbreite wird erweitert. Und wir haben das also geguckt und mein Kleiner
[11:22] wollte dann unbedingt auch den zweiten Teil gucken. Er war das ganz,
[11:25] ganz beeindruckend mit den Gefühlen.
[11:27] Aber dann hat er gesagt, wir müssen ausmachen, weil er hat so Angst vor der Pubertät. Oh Gott.
[11:31] Aber da musste ich gerade dran denken, weil das ist für den wirklich noch nicht greifbar.
[11:35] Diese Wucht, mit der diese Pubertät einschlägt in diese Welt,
[11:40] da war er noch gar nicht cool mit. Das hat ihn völlig überfordert und ich glaube,
[11:45] das ist das, weshalb ich das auch erzähle.
[11:47] Was mir halt so ein bisschen Gedanken daran macht, weil die ist nun sieben,
[11:50] also eigentlich auch nur anderthalb Jahre älter als mein Kleiner.
[11:54] Und dann kommt da diese Wucht, diese hormonelle Wucht. Und ich meine,
[11:58] die kennen Frauen ja, alle Frauen kennen die hormonelle Wucht und wissen,
[12:01] was es mit einem macht. Deswegen, ja, ich würde dich da total unterstützen in dem Gedanken.
[12:07] Erst mal zu einem Arzt und schauen, ob man da nicht auch vielleicht noch ein
[12:10] bisschen verzögern kann. Ich weiß nicht, was das für Nebenwirkungen hat und so weiter.
[12:15] Deswegen müssen wir vorsichtig sein. Aber da kann man sich sicherlich mal beraten lassen.
[12:20] So, jetzt kommt diese Wucht und dann ist ja jetzt auch Ihre Frage,
[12:23] was bedeutet das eigentlich, das Rüstzeug mitgeben?
[12:26] Ja, was wäre das für ein Rüstzeug, was man braucht, Elke? Kein anderes als zu
[12:30] jedem Zeitpunkt im anderen Leben auch.
[12:33] Also Kind sein und jugendlich sein bedeutet ja im Prinzip, einen Führerschein für mich zu erwerben.
[12:39] Und wir sind alle mit sehr unterschiedlichen Temperamenten gesegnet.
[12:43] Und wenn ich so ein temperamentvolles Vollblutaraber-Fohlen bin,
[12:50] dann brauche ich andere Zügel, als wenn ich ein Brauereipferd bin.
[12:56] Also ich glaube, es hat viel damit zu tun, sich Zeit zu nehmen und die Kernschmelze
[13:01] abzufangen, bevor sie beginnt und eben den Kindern behilflich zu sein,
[13:05] in eine Selbstwahrnehmung zu kommen.
[13:07] Das können Kinder nur in einem kleinen Maß. Wir Erwachsenen,
[13:10] uns fällt es ja auch oft schwer.
[13:12] Aber überhaupt zu merken, du bist ganz schön aufgeregt heute.
[13:16] Oder boah, du wirkst, als ob unter dir der Vulkan schon brodelt. Genau.
[13:23] Ich ahne mal, wenn wir beide vorspulen, in ungefähr einer halben Stunde haben
[13:27] wir beide richtig soft. Diese Momente kenne ich, ja.
[13:30] Kriegen wir das umgelenkt. Meine Tochter hat das manchmal in der Pubertät gesagt,
[13:33] wenn ich gleich schreie, nehmt es nicht persönlich. Ich bin sehr müde.
[13:37] Okay, dann geh doch hoch.
[13:39] Steh hier doch nicht rum und warte, bis es losgeht.
[13:45] Sich selbst auslesen zu lernen, ist das eine. Und das andere ist,
[13:49] wenn es denn losgeht aus dem Weg.
[13:52] Und vielleicht auch ein bisschen was loslassen, was einem wichtig ist.
[13:54] Also ich denke gerade daran, dass ich schon manchmal Schwingungen spüre oder
[14:00] auch sowas höre wie, ich bräuchte jetzt meine Ruhe.
[14:03] Aber mir ist dann wichtig, dass wir jetzt alle beim Abendessen zusammensitzen.
[14:07] Und dann geht das nämlich auch oft in die Hose. Und ich finde,
[14:09] sobald die Kinder in die Pubertät kommen, muss man, darf man,
[14:13] sollte man meines Erachtens ein bisschen loslassen und sagen,
[14:17] okay, ich sehe, es fühlt man.
[14:19] Du fühlst genau dieses. Ich weiß genau, wenn wir jetzt, meistens ist es bei
[14:23] uns eher die halbe Minute, die man vorspult, aber ich weiß genau,
[14:26] wenn wir jetzt hier so weitermachen, wird es nicht gut gehen.
[14:29] Und dann zu sagen, ich sehe, dir geht es gerade nicht so gut.
[14:31] Was brauchst du gerade? Möchtest du hochgehen? Brauchst du ein bisschen deine Ruhe?
[14:35] In Ordnung. Passt. Lass deinen Teller stehen. Ich mache den heute für dich weg. In Ordnung.
[14:40] Das hilft schon. Also öfter mal die Temperatur zu messen, öfter mal zu gucken,
[14:45] ob ich jetzt immer das Kind diesmal frage, und jetzt, wie geht es jetzt,
[14:47] und jetzt, wie geht es jetzt, aber so im Blick zu haben, dass das ein Vollblutpferd im Galopp ist.
[14:54] Genau, das ist das eine, ihr beizubringen, sich zu steuern im Sinne von,
[14:58] wann hilft eigentlich was.
[15:01] Wann hilft rausgehen, wann hilft telefonieren, wann hilft sich ins Bett legen,
[15:04] wann hilft duschen. Es wird auch der Junge genau so brauchen,
[15:08] mich kennenlernen und mich steuern lernen.
[15:11] Und das ist dann letzten Endes auch was an der Resilienzförderung ist.
[15:14] Je besser ich mich kenne, desto besser kann ich mich den Umständen anpassen,
[15:19] oder die Umstände an mich anpassen und feststellen, bestimmte Dinge,
[15:24] die sind einfach nichts für mich.
[15:26] Ich finde die Frage, ehrlich gesagt, fast ein bisschen falsch gestellt,
[15:29] weil welches Rüstzeug braucht das Kind?
[15:32] Ich glaube, du kannst dich für die Pubertät kaum rüsten. Also wie du sagst,
[15:35] das sind die ganz normalen Dinge, Resilienz fördernde Dinge und so weiter und,
[15:39] auch erklären natürlich und so weiter.
[15:41] Da gibt es auch echt coole Bücher, die das erklären.
[15:44] Aber die Frage ist eher, ist die Mutter gerüstet? Weil so eine Pubertät ist,
[15:48] glaube ich, also ob die gut verläuft oder nicht so gut verläuft,
[15:51] hat, glaube ich, weniger mit dem Kind als vielmehr mit den Eltern zu tun und
[15:55] wie gut die dafür gerüstet sind.
[15:56] Weil ich bin durch die erste Pubertät sehr ungut gekommen, sage ich mal.
[16:01] Die war sehr anstrengend für mich, weil ich sie nicht verstanden habe.
[16:05] Weil ich versucht habe, das Unkontrollierbare zu kontrollieren.
[16:08] Weil ich festgehalten habe an Systemen, weil ich an meinen heiligen Dingen wie
[16:13] unser gemeinsames Abendessen.
[16:15] Und ich bin wesentlich stabiler geworden.
[16:18] Und seitdem geht es uns allen viel besser.
[16:21] Und diese eigene Stabilität ist, glaube ich, das, was die Kinder am besten rüstet.
[16:25] Ja, das darfst du dich mal bei deiner ältesten Tochter bedanken.
[16:27] Wirklich die Arme, ey. Entschuldigung.
[16:30] Ja, aber man geht da ja ungelernt rein und man muss es auch erst mal lernen.
[16:34] Aber um es mal so zu vergleichen mit so einem Boot. Ich glaube,
[16:37] dass man vor der Pubertät ist man ja schon oft am Steuern. Man steuert dieses Familienboot.
[16:42] Und dann kriegen die ihr eigenes Boot. Und das passiert so plupp über Nacht
[16:46] gefühlt. Und dann musst du dich irgendwie ein bisschen damit umdenken,
[16:50] dass du jetzt der Kompass bist. Und was bedeutet das, wenn du der Kompass bist,
[16:54] bedeutet das ja auch, dass die Kinder zwischendurch nicht drauf gucken.
[16:57] Dann muss man darauf vertrauen, dass die gerade mit irgendeinem Sturm oder mit
[17:00] irgendwelchen Wellen oder so beschäftigt sind und die werden schon wieder drauf
[17:03] gucken. Aber dieses Vertrauen, und das musste ich erst lernen,
[17:05] dass die auch wieder drauf gucken werden, wenn sich alles beruhigt hat.
[17:08] Und dann auch das Gespräch wieder suchen und fragen, hey, was?
[17:12] Habe ich nicht so gut gemacht, oder? Nee, richtig, hast du nicht so gut gemacht,
[17:16] aber nächstes Mal klappt das besser. Aber da wieder so reinzugucken, weißt du?
[17:19] Und ich glaube, das aushalten zu lernen, das ist das Rüstzeug für die Pubertät.
[17:23] Und ich will nicht sagen, dass ich das immer kann, aber ich kann es viel besser
[17:27] aushalten, als ich es noch beim ersten Kind konnte.
[17:29] Ich merke gerade, dass ich nicht Stress bekomme bei der Folge,
[17:32] weil da so viel drin steckt.
[17:35] Wir müssten eigentlich öfter mal folgen bei Pubertät. Ich habe eine Million
[17:39] Sachen im Kopf, die ich dazu sagen möchte, die man dringend noch wissen soll.
[17:43] Ich frage mich gerade, wie antworten wir auf das Wesentliche der Mutter?
[17:47] Ich merke, meine Gedanken ziehen große Kreise, zu was ich da alles zu sagen
[17:51] wollte zu einem kleinen Mädchen in Pubertät.
[17:53] Jetzt weiß ich nicht so richtig, wie wir uns konzentrieren.
[17:57] Und guck dich fragend an. Tja, lass uns doch genau an die Stellen gehen,
[18:01] in denen sie Fragen stellen. Du warst ja bei deinem Kompass und du warst bei,
[18:04] wie kann die Mutter gut für sich Sorge tragen? Ja, ich glaube,
[18:07] das ist die relevantere Frage.
[18:09] Und der Vater, weil das ist auch relevant, Das habe ich zumindest in meinem
[18:12] Umfeld das Gefühl, dass Mütter sich da mehr Gedanken drüber machen,
[18:15] um diesen Paradigmenwechsel, der ja da vollzogen wird, als Männer,
[18:19] die dann so ein bisschen hinterher hinken und dann
[18:22] so ganz komisch in Streit oft mit den Teenies geraten, weil sie irgendwie nicht
[18:26] ganz mitbekommen haben, dass das jetzt große Menschen sind.
[18:30] Aber ist sie ja nicht. Ich finde, das ist so ein bisschen das Dilemma,
[18:32] die ist kurz vor acht. Ja, natürlich. Die ist echt klein.
[18:38] Ja, und trotzdem wird sie jetzt anfangen, und das ist ja diese Kernschmelze,
[18:42] auf etwas zu pochen, was sie eigentlich noch nicht leisten kann.
[18:44] Ich würde dir von dem recht geben, wenn sie 12, 13 wäre.
[18:49] Ich finde die Herausforderung so früh, also unter der Annahme,
[18:54] dass das eine frühe Pubertät ist, von der wir sprechen, und nicht ein wildes Temperament.
[19:00] Also unter der Annahme, dass es Pubertät ist, das heißt auch der geschlechtstypische
[19:04] Hormonumbau findet statt und und und.
[19:07] Das ist ja im Gehirn finden dann andere Prozesse statt, als wenn ich acht ohne bin.
[19:14] Dann finde ich, ist das tatsächlich eine elterlich besondere Herausforderung. Total.
[19:18] Nämlich, wie erhalte ich dir dein Kleinsein und dein Kindsein und dein,
[19:23] ich will auch noch Kinderspiele spielen und bin auch noch ein Kind,
[19:27] während gleichzeitig der Körper sagt, ich nicht, ich bin jetzt eine Frau.
[19:31] Anstrengend. Das ist eine Wahnsinnsdiskrepanz und ich erlebe häufig kleine Mädchen,
[19:35] die das richtig scheiße finden und ihren Körper ablehnen und sich nicht wollen
[19:40] und es eklig finden und schambesetzt finden.
[19:45] Insbesondere, weil sie dann häufig die einzigen weit und breit sind.
[19:49] Also wer von den Hörerinnen so sehr früh schon Brüste bekommen hat,
[19:53] das erfüllt einen mit zehn, nicht mit Stolz.
[19:57] Wo man sagt, guck mal hier, ich bin schon voll die Frau, sondern das ist furchtbar.
[20:00] Weil man lange keine bekommt, im Übrigen auch nicht. Auch, genau.
[20:03] Alles, was von der Norm abweicht.
[20:06] Richtig doof. Und ich glaube, dafür braucht sie etwas nämlich von,
[20:10] wie bleibe ich in fröhlicher und liebevoller Akzeptanz meinem Körper gegenüber.
[20:16] Und vielleicht in ein Interesse von, wow, guck mal, was der schon alles kann und macht und tut.
[20:22] Und dass wir nicht immer alles im Griff haben, was unser Körper tut und macht und will.
[20:25] Und ich sage mal, auch das Einsetzen von zum Beispiel der Regel noch in der
[20:29] Grundschule, das ist eine total doofe Überforderung.
[20:32] Das muss keiner sonst. Ich weiß nicht, was das ist. Das fühlt sich auch nicht
[20:36] toll an. Ich muss auf einmal mich um meinen Körper in einer Art und Weise kümmern,
[20:41] die er von mir vorher noch nie wollte.
[20:43] Das riecht. Da ist alles blöd dran. Da sage ich mal, lieber Pickel als so früh die Regel.
[20:50] Und ich glaube, das hat zum einen eine Anforderung für die Mutter,
[20:52] in einem positiven Körperbild zu bleiben.
[20:55] Mit sich selbst? Nee, mit dem Kind und auch für den Vater.
[20:59] Also eine ganz interessante Frage, was wünscht sich die Tochter von dem Vater?
[21:03] Und wenn die Mutter die Tochter darin begleitet, dass sie eine Frau wird,
[21:08] kann der Vater sie darin begleiten? Das ist auch okay, es ist nur noch ein kleines Mädchen zu sein.
[21:13] Oder umgekehrt. Wobei ich jetzt von meinem Gefühl sagen würde,
[21:16] es ist wahrscheinlich schlauer, die Mutter begleitet sie ins Frau sein,
[21:18] weil sie sich da was abgucken kann.
[21:20] Und auch mit dieser Diskrepanz von du bist beides. Das ist ja auch Pubertät.
[21:24] Das ist ja dieses lustige Zwitterwesen zwischen echt, Baby, klein,
[21:27] kann ich bei euch im Bett schlafen, Zoo, hau ab, lass mich in Ruhe,
[21:30] kannst mich vorhin noch in die Stadt fahren. Das ist dieses Britney Spears Lied,
[21:33] I'm not a child, not yet a woman.
[21:36] Genau. Also insofern finde ich, ist das eine Situation, die echt besondere Aufmerksamkeit
[21:41] bedarf und auch besondere Feinfühligkeit. Ja.
[21:44] Und manchmal auch einfach nur Trost. Ja.
[21:48] Und zwar satt zu sagen, ja Mucki, das kann ich verstehen, dass du das richtig
[21:54] blöd findest, da gibt es auch nichts schön zu reden dran.
[21:58] Das ist jetzt doof. Punkt. Ja, naja und das bringt auch was mit sich.
[22:03] Also auch ich rede jetzt frei von der Liebe weg und überlege nicht,
[22:06] was besonders guttunend ist
[22:07] oder so, sondern einfach, was ich darüber weiß oder was ich darüber denke.
[22:10] Und das weiß ich zumindest von Kindern, die entweder verspätet oder verfrüht
[22:15] in die Pubertät kamen, kommen, dass es halt anstrengend ist,
[22:18] weil du halt nicht ganz so vibst mit den Leuten,
[22:21] weil du schon andere Themen hast, weil du schon andere Gefühle hast oder noch
[22:25] nicht diese Gefühle und Themen hast und die anderen aber schon und das ist halt,
[22:29] immer ein Faktor, der dich ein bisschen alleine da stehen lässt und ich glaube,
[22:33] deswegen ist das Gesprächsangebot so wichtig zu Hause, dass man es nicht totschweigt, sondern dass man.
[22:39] Gerade was den Körper und so angeht, dass man eine sehr offene Atmosphäre schafft
[22:43] und sagt so, ja, das kann ich gut verstehen, das war bei mir ähnlich oder eben
[22:47] ganz anders oder wie auch immer.
[22:49] Aber ich finde, du weißt ja, dass ich so sprachfanatisch bin,
[22:53] aber ich finde die sprachliche Einkleidung eine interessante.
[22:58] Und da mal sensibel zu sein, wie möchte die Tochter das beschreiben.
[23:02] Und man kann ja sehr positiv sagen, ja, du bist jetzt eine Frau und es kann
[23:05] sein, dass das Kind darüber in Ohnmacht fällt.
[23:08] Also was ist, wie können wir das nennen, was passiert? Und erstmal,
[23:13] glaube ich, würde ich dazu tendieren, es in dem Alter neutral zu benennen.
[23:16] Sagen, der Körper hat angefangen zu wachsen.
[23:20] Der wird jetzt, fängt an groß zu sein und es vom Frausein wegzunehmen.
[23:27] Na, 14-Jährigen würde ich viel eher sagen, ja, guck mal, da klopft die Frau
[23:31] schon an die Tür von dem jungen Mädchen.
[23:34] Da klopft die Frau bei einem Kind an die Tür.
[23:37] Unpassend. Aber wir als Generation von Eltern, habe ich das Gefühl,
[23:41] wir haben gute Möglichkeiten, unsere Kinder gut durch diese Zeiten zu navigieren.
[23:45] Ich weiß, das ist jetzt natürlich, wenn die so jung sind, ist das nochmal ein bisschen was anderes.
[23:49] Ich glaube aber, wenn ich mir so angucke, wie ich noch mit meinem sich verändernden
[23:55] Körper umgegangen bin und wie jetzt meine Töchter mit ihren Körpern von Anfang
[23:59] an umgegangen sind, dann ist das anders gewesen.
[24:02] Ich habe mit Staunen dabei zugesehen, wie die ihr wachsen und anders werden,
[24:08] thematisiert, nicht kaschiert, wie sie einfach waren, ohne es in Frage zu stellen.
[24:15] Und ich habe das auch im Freundeskreis so wahrgenommen, dass da mit viel weniger
[24:20] Selbsthass irgendwie an den eigenen Körper rangegangen wurde.
[24:23] Das ist vielleicht der einzige kleine gute Social-Media-Aspekt,
[24:26] dass da vielleicht irgendwie, dass sie da mit Frau sein, schon vertrauter sind.
[24:30] Ich weiß es nicht. Ich glaube, das hat vielleicht was mit deiner Familie zu
[24:33] tun. Ich kenne das von vielen Mädchen auch echt anders. Ja, meinst du?
[24:37] Okay, weil das ist so das, was ich beobachte und dachte so, puh,
[24:40] schön. Das hat viel mit der Blase zu tun, in der ich unterwegs bin.
[24:45] Also insbesondere wenn da andere Kinder ärgern oder sich drüber lustig machen, das ist schon...
[24:51] Und ich glaube, Aber ich sage nochmal, du hast total recht, glaube ich, für Mädchen, wo es.
[24:57] Als altersadäquat empfunden wird. Und für eine Achtjährige ist das echt herausfordernd.
[25:03] Echt herausfordernd. Jetzt ohne sie zu kennen. Also so, wie finden wir eine
[25:07] Sprache, die dich nicht zu sehr ins Frausein bringt?
[25:10] Wie kommen wir in eine Sprache, die vielleicht biologisch ist im Sinne von da
[25:14] wächst was, da passiert jetzt was, das ist erwartungsgetreu und eben relativ,
[25:21] Normal, ich kann dir sagen, was kommen wird. Und dann aufzupassen,
[25:26] was möchte das Kind wissen, weil es interessiert ist und wo ist es ihr auch zu viel.
[25:32] Lass mich, ich möchte gerne acht sein, zisch ab.
[25:36] Weil die Beschreibung bei einer Achtjährigen zu sagen, ja, ja,
[25:39] das ist schon die Pubertät, ist vielleicht manchmal auch zu früh.
[25:43] Das ist ähnlich wie wenn ich wütend bin und jemand sagt zu mir,
[25:45] ja, du bist müde. Ich bin nicht müde, ich bin wütend, verdammte Axt.
[25:48] Und woher das herkommt, geht dich einfach scheinbar.
[25:51] Wenn ich gerade sauer bin und jemand sagt, ja, ja, das ist die Pubertät,
[25:54] dann ist das vielleicht nett von den Eltern gemeint, aber es hilft mir gerade
[25:58] gar nicht mit dem Gefühl, das ich habe. Ich bin nämlich gerade sauer,
[26:00] du warst ungerecht, mein Bruder nervt mich.
[26:03] Lass mich mit der verdammten Pubertät in Ruhe. Aber Elke, ganz im Ernst,
[26:06] ich finde, ich möchte das auch mal hier ganz kurz in der Lanze brechen.
[26:09] Ich glaube, manche Eltern meinen das auch nett mit diesem, ja,
[26:11] es ist ja die Pubertät und so, so nach dem Motto, du bist entschuldigt.
[26:15] Und ich finde das wirklich schlimm. Ich finde, dieses Wort sollte einfach nicht
[26:18] mehr stattfinden in Familien. Nein, ernsthaft. Mein Kind ist doch kein Hormonstatus.
[26:23] Also ich möchte auch nicht, dass dauernd jemand sagt, das ist die Perimenopause.
[26:27] Das geht einfach nicht. Ich finde, wir müssen aufhören, unser Kind dauernd zu
[26:31] reduzieren und auch, wie wir über das Kind vor Dritten reden.
[26:34] Das ist ein Sport, habe ich in meinem Umfeld das Gefühl. Ein Sport,
[26:38] darüber zu reden, wessen Kind nerviger ist, wessen Kind mehr in der Pubertät ist.
[26:43] Also ja, das mag witzig sein für die sprechende Person.
[26:47] Das ist super unlustig für die Person, die da zuhört und die in diesem Alter
[26:51] ist. Und deswegen kann ich da echt nur, das ist mir echt eine Herzensangelegenheit,
[26:55] weil das merke ich so oft, wie Kinder reduziert werden. Schlimm, oder?
[26:59] Zumal ich ein dezidierter Pubertätsfan bin. Ich finde das eine total tolle Lebensphase.
[27:07] Also die hat eine klare Konfliktpotenzial hochziehen.
[27:10] Aber ich finde das großartig und eine gelungene Pubertät ist die beste Grundlage
[27:17] für ein gelingendes Leben.
[27:19] Fast mehr noch als die Kindheit. Ja und gelingende Pubertät heißt nicht,
[27:23] wir sind nicht aneinander gereicht.
[27:25] Gelingende Pubertät heißt, ich ergreife mich, ich entwickle meine eigenen Werte,
[27:29] meine eigene Persönlichkeit und ich kann die Trennung von meinen Eltern herstellen und halten.
[27:35] Und ich habe so viele Identitäten ausprobiert, dass ich jetzt eine gefunden
[27:39] habe, mit der ich einverstanden bin.
[27:40] Aber das sind alles Dinge, die sind super, super, super.
[27:45] Der Achtjährige kann das, glaube ich, psychoemotional noch gar nicht leisten.
[27:49] Ich glaube aber, dass da in der Tat ein Kinderarzt mal drauf gucken sollte,
[27:54] das Erste, aber das Zweite eventuell dann doch auch zumindest die Mutter sich
[27:59] mal mit einer Kinderpsychologin oder einem Kinderpsychologen zusammensetzen könnte,
[28:03] und da auch mal sich das anhört, weil also wir können jetzt viel dazu sagen,
[28:08] aber ich glaube, dass da gibt es wirklich Experten, die dann auch wissen,
[28:11] die genau dieses Rüstzeug dann auch kennen, weil das bringt so viel mit sich.
[28:14] Das ist Mobbingpotenzial, was in der Schwimmung umkleidet und so weiter.
[28:18] Also welches Rüstzeug willst du da mitbringen? Also das ist,
[28:23] ich glaube, da musst du, wenn das jetzt wirklich schon die Pubertät ist.
[28:27] Dann bringt das so viel mit sich, dass das jetzt auf jeden Fall eine crazy Zeit
[28:32] wird. Und da darf man auch nicht zu viel von sich verlangen,
[28:36] sondern sollte eher früher als später dann auch Hilfe suchen.
[28:40] Ja, wobei ich jetzt, ich weiß ja, wenn Sie eine Kinderpsychologin gebrauchen können, auf jeden Fall.
[28:45] Einfach nur mal zur Beratung. Ja, genau, zur Beratung. Es geht hier nicht zur
[28:48] Therapie. Genau, das wollte ich sagen. Das ist jetzt nicht direkt therapiebedürftig.
[28:52] Aber ich komme nochmal, weil die Kernschmelze der Mutter ja so ein Anliegen
[28:56] war und die Mutter sagt, sie hat ein ähnliches Temperament.
[28:59] Was daran ist toll? Was daran ist, was man sagt, wow, du bist ein Tornado.
[29:06] Richtig schön, du bist eine Naturgewalt. Das ist schon ziemlich cool.
[29:12] So viel Kraft, so viel Elan, so viel Durchsetzungsvermögen, so viel Kampfgeist ist richtig toll.
[29:20] Nachdem wir das festgelegt haben, ist die nächste Frage.
[29:24] Wie kriegst du das produktiv umgesetzt? Wie kriegst du es hin,
[29:27] dass du keine Schneise der Zerstörung durch deinen Freundeskreis ziehst oder
[29:32] durch unsere Familie, sondern all das, was da Tolles drin steckst, nutzbar machst.
[29:39] Und das hat viel damit zu tun, in dem Moment, wo es im Gange ist,
[29:43] lass es laufen, kann sie eh nicht aufhalten.
[29:46] Guck, dass ihr euch alle in Sicherheit bringt. Und das kann man auch vorher besprechen.
[29:50] Wenn wir beide uns am Horizont kommen sehen, dann gehe ich ins Wohnzimmer und du in dein Zimmer.
[29:56] Weil wir uns lieben, gehen wir uns aus dem Weg.
[30:00] Also in dem Moment, in dem der Tornado wütet. Genau, gehen wir uns aus dem Weg
[30:05] und dann sind die Eltern gut beraten. Meine Tochter kann mir gerade nicht aus dem Weg gehen.
[30:09] Ich gehe jetzt aus dem Weg. Und danach immer wieder zu sagen,
[30:13] das ist in Ordnung. Diese Tornados werden noch häufig kommen und wir werden
[30:17] von Mal zu Mal besser da drin.
[30:20] Also sich dem nicht zu ergeben und zu sagen, Ja, so ist sie halt.
[30:22] Das ist eben Pubertät. Und sagen, das ist ein Anlass, etwas über mich herauszufinden
[30:27] oder ein Anlass, immer besser zu werden damit. Das ist nichts...
[30:31] Niemand hat das Recht, alles zu verwüsten. Mama kann man es noch nicht.
[30:36] Besser. Das zum einen. Und zum anderen wäre eine gute Frage für Mutter und Tochter beide.
[30:43] Was sind eigentlich meine Notknöpfe? Ein kalter Waschlappen,
[30:46] barfuß unter die Dusche, in mein Bett, unter mein Bett.
[30:51] Was hilft mir dann und wo finde ich Trost?
[30:56] Und jetzt mal zurück zu meinem Herzensthema. die können wir in dieser Zeit,
[30:59] die uns so anstrengt oder in den Streitigkeiten, die wir zu gegenwärtig vielleicht
[31:03] öfter haben, uns versichern, dass das Band zwischen uns undurchschneidbar ist.
[31:11] Und ich finde die Pubertät im Sinne einer Ich-Werdung.
[31:16] Ich traue mir, also kleine Kinder hängen sehr doll an ihren Eltern,
[31:20] pubertierende Kinder, ich sage mal, Pubertät ist eine sehr lange Austreibungsphase.
[31:23] Mit schönen Momenten. Ich wollte gerade sagen, das ist wie so,
[31:26] Ich finde, Teenager sollten immer so eine Triggerwarnung auf dich tragen,
[31:29] weil das ist wirklich, ich finde das schon auch, du wirst immer,
[31:31] glaube ich, mit deinen Prägungen sehr konfrontiert.
[31:34] Aber das ist ja genau dieses, das mal zu verstehen, dass da was in dir angepiekst
[31:39] wird, was gar nichts mit denen zu tun hat und dass ich einen Teenager nerve.
[31:43] Mein Gott, also bitte geschenkt. Also ich glaube wirklich, Pubertät ist die
[31:47] Zeit, in der du dich so doll mit dir selbst mal beschäftigen musst.
[31:50] Erstens, such dir ein Hobby. Zweitens, such dir Freunde, mit denen du dich triffst,
[31:54] deine eigenen, damit du nicht sauer bist, wenn dein Kind nicht mehr mit dir ins Kino will.
[31:57] Und drittens, kümmere dich um deine Themen, weil die werden immer wieder angepiekst
[32:02] und du wirst immer wieder damit konfrontiert.
[32:04] Und genau das ist ja das, was Teenager nicht brauchen, jemand,
[32:08] der mit ihnen umfällt. Weißt du, ich finde es ganz interessant,
[32:10] weil sie ja schreibt, ihre Tochter sagt explizit, ich möchte nicht erwachsen werden.
[32:15] Da werde ich ja mal aufmerksam und denke, also meine Frage an meine Tochter wäre…,
[32:21] Was mache ich, dass du es so doof findest? Was habe ich, wie kommst du auf die
[32:25] Idee? Was habe ich in meinem Leben, was du so doof findest? Wahrscheinlich,
[32:28] ne? Die macht wahrscheinlich viel als Mann.
[32:29] Ja, aber wissen wir, die Frage ja, wie haben wir das hinbekommen,
[32:32] dass du Erwachsensein doof findest? Was, wenn du uns beobachtest und siehst,
[32:36] was ist daran so unglaublich unattraktiv? Unattraktiv? Und jetzt mal zurück
[32:40] zu deinem Vorschlag. Kümmere dich um dich selbst.
[32:42] Es ist schon unsere Aufgabe als Eltern, den Kindern zu zeigen,
[32:45] das Leben ist richtig schön.
[32:47] Erwachsensein ist voll geil. Man darf seine Sachen entscheiden,
[32:50] man darf arbeiten gehen.
[32:52] Ja, aber wir meckern ja gerne und dann nehme ich mich jetzt nicht aus.
[32:55] Und dieses stetige, ja jetzt habe ich schon wieder hier den ganzen Tag aufgeräumt
[32:58] und damit ist die Botschaft verbunden. Ich bin groß und ich habe den ganzen
[33:01] Tag aufgeräumt. Furchtbar.
[33:03] Irgendwie schon. Ich finde schon auch die Aufgabe, insbesondere jetzt mal,
[33:07] wenn ich das sagen darf, von Frauen an ihre Töchter,
[33:11] ein Frauenbild vorzuleben, das selbstbestimmt, frei, glücklich,
[33:17] sexy und gut gegessen ist.
[33:21] Und nicht, oh Gott, wenn ich groß bin, muss ich so eine Kammerzofe sein wie meine Mutter.
[33:25] Das ist ja furchtbar. Sondern ich will auch gerne groß sein,
[33:27] dann kriege ich nämlich auch ein Krönchen auf den Kopf. Genau, erst dann.
[33:32] Und da würde ich, das finde ich einen guten Anlass mit der Tochter nochmal zu
[33:34] sprechen. Was möchtest du am Kind sein für immer behalten?
[33:38] Und was findest du am Großsein so, dass du denkst, nee, lieber nicht?
[33:42] Aber Ecke sind doch die Kleinigkeiten, oder? Also ich weiß, dass mein Sohn auch
[33:46] lange gesagt hat, er will nicht so gerne in die Schule. Liegt ganz und alleine
[33:49] daran, dass er drei ältere Geschwister haben, die sehr oft über Schule stöhnen.
[33:54] Aber ich habe ihm einmal gesagt, dass man da mehr Ferien hat als in der Kita
[33:57] und seitdem wollte der sowas von in die Schule.
[34:00] Also Kinder sind ja da manchmal so einfach gepolt, dass es manchmal eine Mini-Kleinigkeit sein kann.
[34:06] Von daher ist die Frage top interessant, weil wahrscheinlich kann man mit ganz
[34:09] kleinen Dingen kniffen, das Leben viel interessanter machen als Erwachsener.
[34:12] Also als meine Tochter in der ersten Klasse war, am zweiten oder dritten Schultag,
[34:16] stand ich vor dem Spiegel und guckte sich sehr kritisch an und sagt,
[34:20] ich sehe einfach so jung aus. Ich sehe einfach so jung aus. Und das fand sie doof.
[34:25] Ja, aber da dachte ich, oh Gott, das will, so jung siehst du gar nicht aus.
[34:28] Du siehst schon aus wie sechs.
[34:30] Genau, aber es ist eine interessante Frage. Was denken unsere Kinder,
[34:33] was sie müssten oder sollten? Was ist deren Zukunftserwartung?
[34:37] Und die darf man ja durchaus nochmal hinterfragen. Immer zu dem,
[34:41] was du gesagt hast, dass die Eltern gewohnheitsmäßig über die pubertierenden Jugendlichen stöhnen.
[34:46] Das sind auch selbsterfüllende Prophezeiungen. Natürlich. Und wenn ich immer
[34:49] wieder höre, meine Wutanfälle sind erwartet und normal, da würde ich auch Gas geben.
[34:55] Ja, also oder wenn die Beziehungsqualität nur davon abhängt,
[34:58] wie ich gelaunt bin oder so.
[35:01] Ganz ehrlich, wenn es dir jetzt gerade schwierig fällt, dann brauche ich dich
[35:05] doch nicht nur abwerten dafür.
[35:06] Also was soll das? Ja, also Frage, wie kann sie ihr Kind unterstützen,
[35:11] in mehr Eigenwahrnehmung und Eigensteuerung zu kommen?
[35:14] Wie kommen sie in eine freundliche, nicht wertende Beschreibung von dem,
[35:19] was der Körper da gerade macht?
[35:21] Wie kann sie ihr Kind auch mit einer Befähigung ausstatten? Und ich finde auch,
[35:24] ich würde mal, also je nachdem, was sie für eine Lehrerin haben,
[35:29] mit der Lehrerin mal Kontakt aufnehmen, auch zu sagen, Mensch,
[35:32] die ist den anderen da voraus.
[35:33] Und dass die Lehrerin mal ein Auge drauf hat, wie die anderen reagieren.
[35:37] Und wenn es so sein sollte, dass sie beim Schwimmunterricht oder so,
[35:42] zu überlegen, gut, wie kannst du dich so umziehen, dass du das,
[35:45] was du privat halten möchtest, auch privat hältst.
[35:48] Und dass dann nicht irgendwie eine tramplige Lehrerin sagt, nein,
[35:51] alle duschen hier ohne Badeanzug. Sondern sagen, okay, duschen eben nicht alle
[35:55] ohne Badeanzug auch gut.
[35:57] Ja, und das ist ja auch die Zeit, in der dann wahrscheinlich so im Sachkundeunterricht
[36:01] dann auch Sexualkunde kommt und so weiter.
[36:03] Und da ist es halt doppelt wichtig, dann auch nicht zu sagen,
[36:07] und das ist ungefähr ab zehn Jahre oder so.
[36:09] Das ist halt schon wichtig, dass da alle Bescheid wissen, die mit dem Thema
[36:14] zu tun haben. Was ich gut finde, aber das ist immer insgesamt und nicht erst
[36:17] für Kinder mit acht, sondern schon für viel kleinere Kinder eine einwandfreie
[36:21] Benennung der Körperteile. zu beherrschen.
[36:24] Also nicht Mumu und Pipimann zu sagen, sondern Penis, Vagina, Vulva.
[36:29] Weil nur wenn ich eine Sprache habe, kann ich mich darüber ausdrücken.
[36:34] Wenn die Sprache schon von Anfang an so lächerlich oder schambesetzt ist,
[36:38] dann kann ich mich nicht wirklich gut äußern.
[36:41] Und das muss ich aber, damit ich gut mit mir umgehe und wir uns auch ordentlich
[36:47] darüber unterhalten können und nicht vernuschelt unter der Decke.
[36:51] Außer die Tochter sagt, ich möchte es lieber nur vernuschelt unter der Decke
[36:53] besprechen. In Ordnung.
[36:56] Aber wenn sie die Fähigkeiten hat, dann darf sie die da einsetzen,
[37:00] wo sie sie einsetzen möchte.
[37:01] Ohne die Fähigkeit einer klaren Sprache ist sie viel Scham unterworfen und das
[37:06] können wir bei einer Achtjährigen in so einer Situation nicht gebrauchen. Richtig.
[37:10] Auch spannend. Die haben ja auch schon viel durch.
[37:13] Ich finde, das ist ja auch schon eine spannende Konstellation.
[37:16] Zwillinge, die in zwei unterschiedlichen Jahren eingeschult werden,
[37:18] ist ja auch schon spannend. Also ich glaube, in all dem ist ja das Narrativ
[37:23] das Wichtigste. Was erzähle ich dir über dich? Was erzähle ich dir über euch? Euch über euch?
[37:28] Was erzähle ich über eure Unterschiede und über eure Lebensphase?
[37:31] Und ich glaube, das ist wahrscheinlich ein gutes Rüstzeug, da die richtigen
[37:35] Worte zu kennen und auch eine richtige Geschichte über sich zu erzählen.
[37:39] Eine, die was Gutes über mich sagt und keine, die mir sagt, ich bin irgendwie
[37:43] speziell anders, besonders im nicht so besten Sinne. Wir müssen uns nochmal
[37:48] über Pubertät in Ruhe unterhalten, über diese ganzen Aspekte,
[37:51] die wir jetzt so angerissen haben.
[37:53] Ja, das machen wir auf jeden Fall. Privat sowieso und hier dann auch.
[37:58] Also schickt uns gerne auch Pubertätsthemen. Wir finden das sehr spannend und
[38:01] möchten das auch gerne durchsprechen. Also viele sind ja, glaube ich,
[38:05] ja auch mit älteren Kindern unterwegs, weil viele uns ja wirklich seit acht
[38:09] Jahren, also was heißt uns, dich, seit acht Jahren hören.
[38:13] Und dann sind die Kinder ja acht plus. Das gehen wir genau in diese Phase jetzt
[38:17] ja auch rein. Aber darf ich noch eine letzte Sache loswerden? Unbedingt.
[38:21] Sie hat noch gefragt, wie kann ich meiner Tochter helfen, diese emotionale Achterbahnfahrt
[38:24] auszuhalten. Und ich finde Achterbahnfahrt einen interessanten Vergleich.
[38:28] Da geht man freiwillig drauf. Naja, erstens gehe ich drauf. Zweitens macht sie Spaß.
[38:33] Drittens weiß ich genau, wie die Bahn läuft. Und das ist eine interessante Unterhaltung
[38:37] mit der Tochter im Nachhinein oder im Vorhinein. Sagen du und ich, wenn wir streiten.
[38:42] Wir wissen beide genau, wie wir uns hochjagen, wie wir wieder runterkommen.
[38:46] Dann sagst du das, dann schmeiße ich die Tür, dann rennst du die Treppe hoch,
[38:49] dann schmeiße ich die nächste Tür, dann schreit Papa rum.
[38:52] Wie die Achterbahn, das können wir jetzt schon vormalen.
[38:57] Was da dran macht dir eigentlich Freude, der Looping?
[39:01] Was daran macht eigentlich nicht so Spaß, können wir das abkürzen?
[39:06] Und wenn nicht, wofür ist es eigentlich gut? Und ich nehme an,
[39:09] wofür es gut ist, ist, dass die Tochter sagt, ich sitze, ob nur Pubertät oder
[39:13] nur Temperament, auf einem riesigen Sack an Spannung,
[39:18] den ich scheinbar nur durch diese Wut-Looping-Bahn loswerden kann.
[39:24] Dann kannst du es ankündigen oder ich kann schon mal sagen, ach,
[39:27] die Looping-Bahn-Mädel, okay.
[39:29] In Deckung, Freunde. Oder mach den Sicherheitsbügel fest. Es geht los.
[39:35] Oder wie ginge es noch? Können wir es verkürzen? Können wir es trümmerloser machen?
[39:41] Können wir es ohne Drehschwindel und Brechreizchen kriegen?
[39:45] Und dann wäre das nämlich nochmal die Frage an die Eltern. Looping waren in
[39:48] allen Ehrenmein-Mädchen, aber ihr werden keine Türen geschmissen.
[39:52] Oder Looping waren in allen Ehrenmein-Liebchen ohne Schimpfwörter.
[39:55] Ja, das ist die Anforderung an das Mädchen. und ich finde, die Anforderung an
[39:59] die Eltern ist, egal wie wild es hier zugeht, die Sicherheitsbügel sind wir und die werden da sein.
[40:04] Und ich finde, das ist so diese Bindung. Diese Bindung wird immer da sein.
[40:08] Egal wie wild du uns hier durch die Gegend gehst, aber wir sind da.
[40:13] Und das ist auch eine richtige Aufgabe. Ich finde das interessant,
[40:15] weil das nämlich eigentlich eine Einladung zu Metakommunikation ist. Also.
[40:21] Das Sprechen über die Beziehung.
[40:24] Und sich die Zeit zu nehmen, zusammen von außen auf das Gemeinsame zu gucken
[40:29] und zu sagen, komm her Puckelbär, wir besprechen mal diese Loopingbahn,
[40:34] bedeutet ja auch du und ich, wir stehen eigentlich drüber.
[40:37] Und du und ich, wir kriegen das doch gut hin. Ja, wenn man darüber sprechen
[40:42] kann. Das bemächtigt. Das ist immer ganz schön.
[40:46] Und in dem Moment, wo ich mit meinem Kind so darüber spreche,
[40:50] helfe ich ihr eigentlich auch, durch die Ermächtigung nicht mehr da drinnen verloren zu gehen.
[40:56] Sondern während ich es tue, schon zu merken, ach so, ich merke,
[41:00] ich mache schon wieder dasselbe Skript.
[41:03] Das hat manchmal auch ein bisschen was Lustiges.
[41:06] Es hat wirklich immer was Lustiges, wenn wir uns angucken und beide wissen,
[41:08] na Achterbahn, mittendrin.
[41:11] Und das hilft dann auch schneller wieder
[41:12] raus und es hilft auch aus diesem Hilflosigkeitserleben herauszutreten.
[41:18] Spannend. Total. Ich liebe es. Also wirklich, und das hätte ich nie gedacht,
[41:22] dass ich das mal sagen würde, aber ich liebe diese Zeit. Ich finde die wirklich schön.
[41:26] Ich finde die richtig toll.
[41:29] Wenn ich immer sage, man lernt sich durch seine Kinder kennen.
[41:31] In der Pubertät lernt man sich richtig kennen, weil es dann auch politisch zur Sache geht.
[41:34] Und weil es auch sexuell zur Sache geht und erotisch zur Sache geht und meine
[41:39] Frage an Moral sich ganz anders stellt.
[41:42] Die Frage von, wer bin ich als Frau, wer bin ich als Mann, wer sind wir als Paar?
[41:45] Ja, weil du kannst die ganze Zeit so klug reden im Theoretischen,
[41:49] aber wenn dann dein Kind bestimmte Dinge tut, sagt, macht, will,
[41:53] dann merkst du plötzlich, weißt du, und dann siehst du, wie reagierst du,
[41:57] wenn deine 13-Jährige sich plötzlich Gelfingernägel machen möchte.
[42:00] Aha, die ganze Zeit hast du erzählt mit Selbstbestimmung und keine Ahnung und
[42:03] Taschengeld kannst du machen, was du willst und plötzlich verlierst du dich in...
[42:08] Unsäglichen Diskussionen, die einfach nur noch peinlich sind von deiner Seite
[42:12] und das ist echt, das ist cool, aber man muss sich auch echt aushalten lernen
[42:16] in der Pubertät, also sich selbst, weil man kommt, wirklich in komisches Gewässer,
[42:19] auch selbst als Eltern, oder?
[42:21] Du auch, bitte. Ach, hör auf, na klar. Gott sei Dank.
[42:24] Also, in diesem Sinne, an alle Pubertät geplagten Eltern, es ist eine gute Zeit,
[42:29] wenn man sie lässt und vielen Dank auf jeden Fall, Elke.
[42:32] Total gerne und alles Gute für Mami und Tochter. Ja, für die ganze Familie und
[42:38] vielen Dank für diese Mail, die war wirklich cool. Vielen Dank,
[42:40] dass ihr uns mitgenommen habt, einmal in die Achterbahnfahrt.
[42:43] Wenn ihr auch Fragen habt, schreibt uns an podcast.eltern.de,
[42:47] schaut mal in den Shownotes vorbei, gebt uns gerne einen Folgen auf Spotify,
[42:52] Apple und so weiter und Co. Und.

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