# LdN470 Lage Live: 10 Jahre Lage der Nation (mit Ricarda Lang)

An episode of [Lage der Nation - der Politik-Podcast aus Berlin](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1092957894), 19 Mar 2026, 1 h 34 min.

Audio: https://dts.podtrac.com/redirect.mp3/files.lagedernation.org/lagedernation/LdN470.mp3?ptm_source=feed&ptm_context=mp3&ptm_file=LdN470.mp3

Die wichtigsten Themen der Woche: • Iran: Der Krieg verläuft anders als – erhofft • Deutschland: Ist Regieren wirklich so schwer? (Ricarda Lang, Bundestagsabgeordnete Die Grünen) • Palantir: Leak zeigt Begeisterung der deutschen Polizei In der „Lage der Nation“ kehren der Journalist Philip Banse und der Jurist Ulf Buermeyer einmal in der Woche die politischen Ereignisse hierzulande und in der Welt zusammen, so diese sie interessieren und sie sie für relevant halten. Diese Folge wurde bei der Lage-Live im Friedrichstadtpalast aufgenommen. Werbepartner Saily: Erhaltet einen exklusiven 15% Rabatt auf Saily Datenpakete! Nutzt den Code “lage” beim Checkout. Downloadet die Saily App oder geht zu saily.com/lage. Incogni: Sichert euch einen exklusiven Rabatt von 60% auf einen Incogni-Jahresplan. Geht auf: incogni.com/lagedernation und testet es jetzt risikofrei mit der 30-Tage-Geld-Zurück-Garantie. Unsere anderen Werbepartner findet ihr hier Unsere Grundsätze für den Umgang mit Werbung findet ihr hier Die neue Lage-App ist da! Hier könnt ihr die Lage-App downloaden. Oder geht zu lage.link/app Klickt euch ein Jahr Lage plus für nur 29,99€ unter lage.link/geburtstag Quellen zu dieser Folge: Iran: Der Krieg verläuft anders als – erhofft • War in Mideast Tests Europe’s Military Might. The Verdict? Mixed. • Anthropic’s AI tool Claude central to U.S. campaign in Iran, amid a bitter feud • Iran-Krieg: Deutschlands Nahost-Dilemma wegen Israel • Krieg in Iran: Welche Rolle spielt US-Militärbasis Ramstein in Deutschland für Angriffe? • The War Room newsletter: A conflict Trump was ill-prepared for • The Brief: Ukraine gets trapped in the Strait of Hormuz • Iran-Krieg: EU lehnt Trumps Forderungen zur Straße von Hormus ab • The Iran war may be about to escalate • Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel: Der vierte Golfkrieg: Eine Analyse nach vier Wochen • Iran Orders Vessel Coordination with Navy in Hormuz Strait Transit • Iran Allows Turkish-Owned Vessel to Pass Through Strait of Hormuz • Düngerkrise durch Irankrieg: Das Ende der Lebensmittelsicherheit? • Iran-Krieg: Warum Merz Trump immer schärfer kritisiert • Irankrieg – Politologe Davis: Trump hat viele Motive • Iran, Ukraine, hilflose EU: Die Europäer sind eingeklemmt zwischen Trumps und Putins Kriegen • Regierungserklärung von Merz: „Nicht länger unter Wert verkaufen“ • (S+) Friedrich Merz: Kanzler betont transatlantische Partnerschaft trotz Kritik an Trumps Kriegsführung gegen Iran Deutschland: Ist Regieren wirklich so schwer? (Ricarda Lang, Grüne) • Deutsche Diskussions-Kultur: Immer schön so tun, als wär nix Palantir: Leak zeigt Begeisterung der deutschen Polizei • Polizeiliche Analyse-Software Bundes-VeRA unverzüglich einführen – Bewährte Software zur Bekämpfung von Clankriminalität nutzen – AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag • ICE: Über welche Überwachungstechnologien Trumps Einwanderungsbehörde verfügt • Alex Karp: Der umstrittene CEO von Palantir • Die Polizei, die alles über dich weiß • ‘ELITE’: The Palantir App ICE Uses to Find Neighborhoods to Raid • Algorithmen gegen Verbrecher: Morgen ein Mörder • Die Bayerische Polizei – Anschlag auf das Israelische Generalkonsulat am 5. September 2024 in München • ICE + Palantir = Überwachungsdystopie • Why Switzerland’s Rejection of Palantir is a Compliance Milestone – ComplianceRT • Schweiz: Palantir-Software hat verheerende Risiken • Repression as a service • Bericht Palantir Technologies Inc. Schweizer Armee • Überwachungstechnologie: Wie hartnäckig Palantir die Schweiz umwarb – Republik • Exclusive | Pentagon Used Anthropic’s Claude in Maduro Venezuela Raid Lage-App: Launch live auf der Bühne (lage.link/app) • Lage der Nation Plus‑App – App Store • Ein Jahr Lage Plus für 29,99€ Bilder Iran, Foto: Ana Tis/Canva Palantir, Foto: Peter Kneffel/dpa Hausmitteilungen • Offizielle Lage-App für iPhone / iPad • Lage Plus Mitglied werden & unabhängigen Journalismus unterstützen • Spende an die Lage der…

## Chapters

- 0:00 Begrüßung
- 2:20 Iran: Der Krieg verläuft anders als - erhofft
- 28:58 Deutschland: Ist Regieren wirklich so schwer? (Ricarda Lang, Grüne)
- 52:25 Palantir: Leak zeigt Begeisterung der deutschen Polizei
- 1:20:24 Korrektur: Haftbefehle gegen israelische Politiker
- 1:21:25 Lage-App: Launch live auf der Bühne (lage.link/app)
- 1:29:15 10 Jahre - Dank ans Team
- 1:32:32 Verabschiedung

## Transcript

[0:00] Ulf Buermeyer: Herzlich Willkommen zur Lage der
[0:02] Ulf Buermeyer: Nation, Ausgabe Nr.
[0:03] Ulf Buermeyer: 470 vom 18.
[0:05] Ulf Buermeyer: März 2026 und
[0:07] Ulf Buermeyer: bei 10 Jahren Lage der Nation
[0:09] Ulf Buermeyer: begrüßen euch
[0:10] Philip Banse: Philip Banse, mein Name ist
[0:12] Philip Banse: Philip Banse, und
[0:14] Philip Banse: ich bin Journalist und
[0:16] Philip Banse: schon von Anfang an mit dabei.
[0:18] Ulf Buermeyer: So ist es.
[0:20] Ulf Buermeyer: Ich bin Ulf Buermeyer, Jurist aus
[0:21] Ulf Buermeyer: Berlin und auch schon von Anfang an
[0:23] Ulf Buermeyer: dabei.
[0:24] Ulf Buermeyer: Schön.
[0:25] Philip Banse: Also, wir haben...
[0:26] Philip Banse: Herzlich Willkommen!
[0:36] Philip Banse: Schön, dass ihr da seid.
[0:39] Philip Banse: Das ist immer wieder großartig.
[0:40] Philip Banse: Genau, also wir sind ja hier, wir
[0:42] Philip Banse: feiern 10 Jahre, 10 Jahre
[0:44] Philip Banse: mit einer Lage live in Berlin
[0:46] Philip Banse: im Friedrichstadtpalast.
[0:48] Philip Banse: Ihr, die ihr hier seid, wisst das.
[0:49] Philip Banse: Die, die das jetzt auf ihren
[0:50] Philip Banse: Hörgeräten haben, haben es jetzt
[0:52] Philip Banse: auch erfahren.
[0:53] Philip Banse: Und wir haben natürlich so ein
[0:54] Philip Banse: bisschen überlegt, wie
[0:56] Philip Banse: flechten wir eigentlich dieses
[0:57] Philip Banse: Jubiläum so möglichst
[0:59] Philip Banse: dezent irgendwie in diese Aufnahme
[1:01] Philip Banse: mit ein. Und Ulf hat es gesagt, wir
[1:03] Philip Banse: haben es am Ende, gibt es noch so
[1:05] Philip Banse: ein bisschen was als Schmankerl für
[1:06] Philip Banse: die Leute hier im Saal, aber
[1:08] Philip Banse: wir haben natürlich oder konnten
[1:09] Philip Banse: nicht umhin mal
[1:12] Philip Banse: reinzuhören,
[1:14] Philip Banse: wie das eigentlich angefangen hat.
[1:16] Philip Banse: Hallo und herzlich willkommen, die
[1:17] Philip Banse: Lage der Nation mit
[1:19] Philip Banse: Ulf Buermeyer und
[1:22] Philip Banse: Philip Banse.
[1:22] Philip Banse: So sieht es aus.
[1:23] Philip Banse: Ganz herzlich willkommen.
[1:24] Philip Banse: Wir begrüßen euch zu unserem neuen
[1:26] Philip Banse: Podcast.
[1:28] Philip Banse: Schön, dass ihr eingeschaltet habt.
[1:30] Philip Banse: Wieder hätte ich jetzt fast gesagt.
[1:32] Philip Banse: Aber dem ist ja noch nicht so
[1:34] Philip Banse: richtig bei der ersten Folge.
[1:36] Philip Banse: Warum machen wir das Ganze hier?
[1:37] Philip Banse: Lage der Nation klingt ja ein
[1:38] Philip Banse: bisschen dicke Hose.
[1:40] Philip Banse: Das ist aber auch Absicht.
[1:41] Philip Banse: Das muss so sein.
[1:43] Philip Banse: Das war vor zehn Jahren.
[1:45] Philip Banse: Und so hat es also losgegangen.
[1:46] Philip Banse: So ist es losgeging. Es ist viel
[1:47] Philip Banse: passiert seitdem.
[1:48] Philip Banse: Ich wollte mal fragen, wer von euch
[1:50] Philip Banse: hört das seit
[1:52] Philip Banse: Anfang an?
[1:53] Philip Banse: Gibt es ein paar Leute?
[1:55] Ulf Buermeyer: Gibt's ein paar Leute hier im Saal.
[1:56] Ulf Buermeyer: Also 5, sehe ich 5 oder 6?
[1:58] Ulf Buermeyer: Das sind die echten Lageultras.
[2:00] Ulf Buermeyer: Respekt.
[2:02] Ulf Buermeyer: Nicht schlecht.
[2:06] Philip Banse: Zusammen sind wir
[2:09] Philip Banse: zehn Jahre älter geworden und
[2:11] Philip Banse: wir schauen, wie gesagt, am Ende
[2:12] Philip Banse: noch mal ein bisschen zurück, auch
[2:14] Philip Banse: mit ein paar Bildern.
[2:16] Philip Banse: So viel kann man verraten, aber
[2:18] Philip Banse: jetzt geht's erstmal los.
[2:20] Ulf Buermeyer: Unser Familienalbum. Wir fangen an
[2:21] Ulf Buermeyer: mit dem Thema Iran und wir wollten
[2:23] Ulf Buermeyer: euch mal fragen, wer glaubt hier
[2:25] Ulf Buermeyer: im Saal, dass dieser Krieg
[2:27] Ulf Buermeyer: der USA, Israels gegen den
[2:29] Ulf Buermeyer: Iran in einem Monat
[2:32] Ulf Buermeyer: vorbei ist?
[2:34] Philip Banse: In einem Monat oder geht es länger?
[2:35] Philip Banse: Wer sagt, in einem Monats ist es
[2:36] Philip Banse: vorbei?
[2:37] Ulf Buermeyer: Das sind eine Person von
[2:40] Ulf Buermeyer: 1.802...
[2:41] Philip Banse: Und wer
[2:43] Philip Banse: glaubt, dass das Ding länger dauert
[2:44] Philip Banse: als ein Monat?
[2:47] Philip Banse: Fast alle.
[2:47] Ulf Buermeyer: Das sind ja chinesische
[2:49] Ulf Buermeyer: Zustände hier.
[2:50] Ulf Buermeyer: Das sind 99,X%.
[2:52] Ulf Buermeyer: Sehr schön.
[2:53] Philip Banse: Ja, also die Frage ist natürlich,
[2:55] Philip Banse: wir sind jetzt in Woche drei und
[2:57] Philip Banse: das verläuft natürlich komplett
[2:59] Philip Banse: anders als Trump, man möchte sagen
[3:00] Philip Banse: plant, aber
[3:03] Philip Banse: davon kann halt nicht so richtig die
[3:04] Philip Banse: Rede sein.
[3:06] Ulf Buermeyer: Also wo stehen wir heute?
[3:08] Ulf Buermeyer: Jetzt in dieser Woche sind wieder
[3:09] Ulf Buermeyer: zwei führende Personen des
[3:11] Ulf Buermeyer: Mullah-Regimes getötet worden.
[3:12] Ulf Buermeyer: Der eine nennt sich oder nannte sich
[3:13] Ulf Buermeyer: Ali Larijani.
[3:15] Ulf Buermeyer: Der galt als der mächtigste Mann des
[3:16] Ulf Buermeyer: Mullah-Regimes nachdem Ali
[3:18] Ulf Buermeyer: Khamenei, also der religiöse Führer,
[3:20] Ulf Buermeyer: schon getötest worden war.
[3:22] Ulf Buermeyer: Ali Larjani ist inzwischen auch tot,
[3:24] Ulf Buermeyer: zu einem israelischen Luftangriff
[3:26] Ulf Buermeyer: zum Opfer gefallen und auchGholam
[3:27] Ulf Buermeyer: Reza Soleimani ist inzwischen tot,
[3:30] Ulf Buermeyer: der war Chef der Basij,
[3:31] Ulf Buermeyer: oder Basij Milizen.
[3:36] Ulf Buermeyer: Aber trotz dieser
[3:37] Ulf Buermeyer: großen Zahl an Todesfällen quasi in
[3:39] Ulf Buermeyer: der ersten Reihe des Regimes zeigt
[3:41] Ulf Buermeyer: sich dieses Regime als solches
[3:43] Ulf Buermeyer: bemerkenswert stabil.
[3:44] Philip Banse: Reuters auch noch mal aufgeschrieben,
[3:46] Philip Banse: es gibt da offensichtlich keine
[3:48] Philip Banse: großen Risse, jedenfalls keine, die
[3:49] Philip Banse: man von außen erkennen könnte.
[3:51] Philip Banse: Es gibt keine nennenswerten
[3:52] Philip Banse: Proteste.
[3:53] Philip Banse: Die Elite steht da, das Regime
[3:55] Philip Banse: steht da und auch der neue Führer,
[3:57] Philip Banse: den sie ja jetzt schon ernannt
[3:59] Philip Banse: haben, Khamenei,
[4:01] Philip Banse: der hat bei diesem Angriff
[4:03] Philip Banse: einen Großteil seiner Familie
[4:04] Philip Banse: verloren.
[4:05] Philip Banse: Frau, Kinder und so weiter,
[4:08] Philip Banse: der ist nicht auf Versöhnung aus.
[4:09] Ulf Buermeyer: Das könnte seine
[4:11] Ulf Buermeyer: Kompromissbereitschaft
[4:12] Ulf Buermeyer: beeinträchtigt haben.
[4:15] Philip Banse: Was man halt auch sieht, das der Iran weiter
[4:16] Philip Banse: schießt.
[4:17] Ulf Buermeyer: Allerdings, ne? Und Philip, du hast
[4:18] Ulf Buermeyer: da ja diese Woche, fand ich, eine
[4:19] Ulf Buermeyer: ganz spannende Analyse gelesen.
[4:21] Ulf Buermeyer: Und zwar von Sebastian
[4:23] Ulf Buermeyer: Hamann. Der ist seines Zeichens
[4:24] Ulf Buermeyer: Kapitän zur See.
[4:25] Ulf Buermeyer: Kapitän zur See ist so ein
[4:26] Ulf Buermeyer: Dienstgrad bei der Bundesmarine
[4:29] Ulf Buermeyer: und der schreibt heute Lageanalysen
[4:31] Ulf Buermeyer: für das Institut für
[4:33] Ulf Buermeyer: Sicherheitspolitik an der Uni in
[4:35] Ulf Buermeyer: Kiel. Und er sagte,
[4:37] Ulf Buermeyer: und das hast du mal für uns ins Pad
[4:38] Ulf Buermeyer: geschrieben, die iranischen Angriffe
[4:40] Ulf Buermeyer: gehen zurück, aber...
[4:43] Philip Banse: Naja, für die strategische Wirkung
[4:44] Philip Banse: der Angriffe genügt, sagt er inzwischen,
[4:46] Philip Banse: ein erfolgreicher Angriff alle paar
[4:48] Philip Banse: Tage. Also um zu sagen, wir sind
[4:49] Philip Banse: noch da, keiner kann sicher sein
[4:51] Philip Banse: vor unseren Raketen und er sagt
[4:53] Philip Banse: auch, diese Raketen hätten durchaus
[4:54] Philip Banse: erhebliche Schäden angerichtet an
[4:56] Philip Banse: Ölanlagen.
[4:57] Philip Banse: Frühwarnradarsysteme seien zerstört
[4:59] Philip Banse: worden, also Israelis zum Beispiel
[5:00] Philip Banse: wüssten jetzt nicht mehr 20-30
[5:02] Philip Banse: Minuten bevor eine Rakete
[5:04] Philip Banse: oder eine Drohne ankommt, sondern es
[5:05] Philip Banse: sind eher 5-10 Minuten und
[5:08] Philip Banse: gleichzeitig ist aber auch
[5:10] Philip Banse: durch diesen Beschuss letztlich der
[5:12] Philip Banse: Munitionsverbrauch auf israelischer
[5:14] Philip Banse: Seite und vor allen Dingen auch auf
[5:15] Philip Banse: Seiten der USA enorm.
[5:16] Ulf Buermeyer: Ja, und zwar ganz besonders bei
[5:18] Ulf Buermeyer: der sogenannten Luftabwehr, also bei
[5:19] Ulf Buermeyer: der Abwehr von Raketen und Drohnen
[5:21] Ulf Buermeyer: und so weiter. Da ist längst eine
[5:22] Ulf Buermeyer: Jahresproduktion an
[5:24] Ulf Buermeyer: Abwehr, Geschossen und Munition
[5:26] Ulf Buermeyer: verbraucht worden. Das führt
[5:28] Ulf Buermeyer: natürlich langsam dazu, dass die
[5:29] Ulf Buermeyer: Lagerbestände im Westen,
[5:31] Ulf Buermeyer: insbesondere in den USA, in Israel
[5:33] Ulf Buermeyer: zurückgehen. Und das wiederum
[5:35] Ulf Buermeyer: wird sich negativ auswirken
[5:37] Ulf Buermeyer: auf die Ukraine.
[5:38] Ulf Buermeyer: Denn, das fanden wir ganz spannend
[5:39] Ulf Buermeyer: in dem Kontext, die Ukraine ist
[5:40] Ulf Buermeyer: quasi der vergessene Verlierer
[5:42] Ulf Buermeyer: dieses Konflikts am Golf.
[5:44] Ulf Buermeyer: Denn wenn diese westliche Munition
[5:46] Ulf Buermeyer: am Golf verballert wird, dann wird
[5:48] Ulf Buermeyer: es eben entsprechend schwieriger
[5:49] Ulf Buermeyer: diese Munition an die Ukraine zu
[5:51] Ulf Buermeyer: liefern und Präsident Zelensky
[5:53] Ulf Buermeyer: macht sich jetzt eben auch schon
[5:54] Ulf Buermeyer: große Sorgen, dass die westlichen
[5:56] Ulf Buermeyer: Waffenlieferungen weiter
[5:57] Ulf Buermeyer: zurückgehen.
[5:57] Philip Banse: Genau, gleichzeitig haben wir die
[5:58] Philip Banse: USA die Sanktionen gegen Russland
[6:00] Philip Banse: gelockert und wenn die so ihr Öl
[6:02] Philip Banse: verkaufen können, was da gerade so
[6:03] Philip Banse: auf den Weltmeeren rum schippert, zu
[6:04] Philip Banse: dem aktuell ja jetzt höheren
[6:06] Philip Banse: Ölpreis, dann können die da so mit
[6:07] Philip Banse: 10, 15 Milliarden Euro
[6:09] Philip Banse: Dollar Mehreinnahmen rechnen,
[6:12] Philip Banse: die natürlich sie auch in eine Lage
[6:13] Philip Banse: versetzen, diesen Krieg vielleicht
[6:14] Philip Banse: unter Umständen weiter gegen die
[6:16] Philip Banse: Ukraine durchzuhalten, als sie das
[6:17] Philip Banse: ohne diese Kohle täten.
[6:18] Ulf Buermeyer: Das finde ich einfach so spannend an
[6:20] Ulf Buermeyer: diesem Konflikt, dass man einfach
[6:21] Ulf Buermeyer: sehen kann, dass diese
[6:22] Ulf Buermeyer: internationale Politik, diese
[6:23] Ulf Buermeyer: Sicherheitsarchitektur, ist einfach
[6:25] Ulf Buermeyer: eine sehr komplexe Maschine und wenn
[6:27] Ulf Buermeyer: man da in so einer Stellschraube
[6:28] Ulf Buermeyer: dreht, wie jetzt eben zum Beispiel
[6:30] Ulf Buermeyer: USA und Israel mit ihrem Angriff auf
[6:32] Ulf Buermeyer: den Iran, dann zeigen sich Wirkungen
[6:34] Ulf Buermeyer: ganz am anderen Ende, nämlich in
[6:36] Ulf Buermeyer: der Ukraine zum Beispiel und die
[6:38] Ulf Buermeyer: USA fanden sich unter Druck,
[6:40] Ulf Buermeyer: zum Beispiel auch die Sanktionen
[6:41] Ulf Buermeyer: gegen Russland zu lockern.
[6:42] Ulf Buermeyer: Ich bin mir nicht so sicher, Philip,
[6:43] Ulf Buermeyer: ich weiß nicht, wie du das siehst,
[6:44] Ulf Buermeyer: ob Donald Trump das so hat
[6:46] Ulf Buermeyer: kommen gesehen.
[6:47] Philip Banse: Also, ich glaube, da
[6:48] Philip Banse: kann man mittlerweile sicher von
[6:50] Philip Banse: ausgehen, dass er ganz viele von
[6:51] Philip Banse: diesen Sachen nicht hat kommen
[6:52] Philip Banse: sehen. Sie haben ganz viele von
[6:53] Philip Banse: diesen Sachen nicht mal besprochen,
[6:55] Philip Banse: nicht mal aktiv abgewählt.
[6:56] Philip Banse: Zum Beispiel, und das ist sicherlich
[6:57] Philip Banse: eine der überraschendsten Sachen,
[6:59] Philip Banse: haben Sie nicht kommen sehen und
[7:00] Philip Banse: auch gar nicht damit gerechnet, dass
[7:01] Philip Banse: der Iran diese Straße von Hormuz
[7:03] Philip Banse: dicht machen könnte.
[7:04] Philip Banse: De facto.
[7:05] Philip Banse: Der Kapitän zur See, Haman schreibt
[7:07] Philip Banse: in seiner Analyse fürs Institut der
[7:09] Philip Banse: Uni Kiel: "Nach zwei Wochen Krieg
[7:11] Philip Banse: scheint es bisweilen, als wäre der
[7:12] Philip Banse: Krieg seitens der USA begonnen
[7:14] Philip Banse: worden, ohne das amerikanische
[7:15] Philip Banse: Vorgehen im Vorfeld durchzudenken."
[7:19] Philip Banse: Das Indiz, was er dafür sieht,
[7:21] Philip Banse: sagt, die nachträgliche Verlegung
[7:22] Philip Banse: zum Beispiel weiterer
[7:24] Philip Banse: Flugabwehrraketensysteme aus
[7:25] Philip Banse: Südkorea in den Nahen Osten könnte
[7:27] Philip Banse: dafür ein Indiz sein, dass man die
[7:28] Philip Banse: iranische Gegenwehr einfach
[7:30] Philip Banse: unterschätzte. Also, dass die jetzt
[7:31] Philip Banse: nach zwei Wochen anfangen,
[7:32] Philip Banse: irgendwelche Raketenabwehrsysteme
[7:33] Philip Banse: aus der Südkorea zu holen, was
[7:35] Philip Banse: sie, wenn sie das irgendwie
[7:37] Philip Banse: durchdacht hätten, vielleicht schon
[7:37] Philip Banse: eher gemacht.
[7:38] Ulf Buermeyer: Ja, wundert man sich, dass das nicht
[7:40] Ulf Buermeyer: im Vorfeld passiert ist, aber ganz
[7:41] Ulf Buermeyer: offensichtlich hat man sich da in
[7:43] Ulf Buermeyer: Washington etwas andere
[7:44] Ulf Buermeyer: Vorstellungen gemacht von dem
[7:46] Ulf Buermeyer: Ablauf dieses Krieges, vielleicht
[7:47] Ulf Buermeyer: auch so ein bisschen besoffen von
[7:49] Ulf Buermeyer: dieser Kommandoaktion in
[7:50] Ulf Buermeyer: Venezuela.
[7:51] Philip Banse: Definitiv, definitiv.
[7:52] Ulf Buermeyer: Ja, und das Kriegsziel Nummer eins
[7:54] Ulf Buermeyer: ist eben jetzt gerade für Donald
[7:55] Ulf Buermeyer: Trump diese Straße von Hormuz frei
[7:57] Ulf Buermeyer: zu bekommen, das ist eine Meerenge,
[7:59] Ulf Buermeyer: die eben an der Südküste des Iran
[8:01] Ulf Buermeyer: vorbeigeht, die der Iran de
[8:03] Ulf Buermeyer: facto blockiert hat.
[8:04] Ulf Buermeyer: Warum ist das so wichtig?
[8:05] Ulf Buermeyer: Weil 20 Prozent des globalen
[8:07] Ulf Buermeyer: Verbrauchs an Rohöl da durch
[8:09] Ulf Buermeyer: müssen, weil das gerade eben nicht
[8:11] Ulf Buermeyer: geht, weil die Tanker da nicht
[8:12] Ulf Buermeyer: durchkommen, mit Ausnahme von
[8:13] Ulf Buermeyer: einigen wenigen, da kommen wir
[8:14] Ulf Buermeyer: gleich noch dazu, ist der Ölpreis
[8:16] Ulf Buermeyer: zurzeit um 40 bis 50
[8:18] Ulf Buermeyer: Prozent gestiegen.
[8:19] Ulf Buermeyer: Da ist natürlich auch viel Angst im
[8:20] Ulf Buermeyer: Spiel, aber man sieht eben sehr
[8:22] Ulf Buermeyer: deutlich, die globalen Folgen sind
[8:23] Ulf Buermeyer: dramatisch.
[8:24] Ulf Buermeyer: Fürs Öl gibt es immerhin noch zwei
[8:26] Ulf Buermeyer: Pipelines, die diese Mehrenge
[8:27] Ulf Buermeyer: umgehen können, aber das ändert eben
[8:28] Ulf Buermeyer: nichts daran, dass auf den Märkten
[8:30] Ulf Buermeyer: ziemlich Panik herrscht.
[8:31] Ulf Buermeyer: Und Philip, anders sieht es ja auch
[8:33] Ulf Buermeyer: aus beim LNG, also bei quasi
[8:34] Ulf Buermeyer: flüssigem Erdgas.
[8:37] Philip Banse: Zum Beispiel Deutschland hat sich ja
[8:38] Philip Banse: nach dem russischen Angriff und nach
[8:39] Philip Banse: dem russischem Ende der Gaslieferung
[8:41] Philip Banse: genau auf LNG zum Beispiel
[8:43] Philip Banse: konzentriert.
[8:44] Philip Banse: Viel davon kommt eben aus dem
[8:45] Philip Banse: persischen Golf.
[8:46] Philip Banse: Da war Robert Habeck in Katar
[8:48] Philip Banse: damals. Hat sein Kotau gemacht
[8:50] Philip Banse: und so, hat viel Fleck für
[8:51] Philip Banse: einstecken müssen.
[8:52] Philip Banse: Und das LNG kommt halt aus dem
[8:54] Philip Banse: Golf nur per Schiff.
[8:56] Philip Banse: Geht dann vor allen Dingen nach
[8:56] Philip Banse: Asien, aber eben auch nach Europa.
[8:58] Philip Banse: Und auch da steigen die
[9:00] Philip Banse: Preise. Nicht zuletzt auch zum
[9:01] Philip Banse: Beispiel, du sagst es
[9:02] Philip Banse: Kettenwirkungen, Nebenwirkung, die
[9:04] Philip Banse: wenigstens vielleicht gerechnet
[9:05] Philip Banse: haben, eben nicht nur bei Öl und Gas
[9:07] Philip Banse: und damit auch bei Diesel und Heizen
[9:09] Philip Banse: und Plastikherstellung, sondern zum
[9:11] Philip Banse: Beispiel auch bei Kunstdünger,
[9:13] Philip Banse: Lebensmittel.
[9:13] Ulf Buermeyer: Kunstdünger. Das ist so die Krise,
[9:15] Ulf Buermeyer: die kaum jemand auf dem Zettel
[9:16] Ulf Buermeyer: hatte. Dünger gilt in
[9:19] Ulf Buermeyer: Insider:innenkreisen quasi als
[9:20] Ulf Buermeyer: veredeltes Erdgas, denn die
[9:22] Ulf Buermeyer: Produktion von Düngemitteln ist
[9:24] Ulf Buermeyer: extrem energieintensiv.
[9:25] Ulf Buermeyer: 70 bis 80 Prozent der
[9:27] Ulf Buermeyer: Produktionskosten bei Kunstdünger
[9:29] Ulf Buermeyer: entfallen auf Gas, also auf die
[9:31] Ulf Buermeyer: Energie, die man da reinstecken
[9:32] Ulf Buermeyer: muss.
[9:33] Ulf Buermeyer: Und daher kommt ein Drittel der
[9:34] Ulf Buermeyer: global gehandelten Düngemittel aus
[9:36] Ulf Buermeyer: einer Region, wo dieses Gas relativ
[9:38] Ulf Buermeyer: billig ist, weil es in großen Mengen
[9:39] Ulf Buermeyer: verfügbar ist, eben kommt vom Golf.
[9:42] Ulf Buermeyer: Und wir sagen eigentlich, denn
[9:43] Ulf Buermeyer: auch diese Düngemittel-Lieferungen
[9:45] Ulf Buermeyer: sind jetzt halt blockiert.
[9:47] Ulf Buermeyer: Laut Frankfurter Allgemeinen Zeitung
[9:48] Ulf Buermeyer: hängen allein 21
[9:50] Ulf Buermeyer: große Frachter fest, die zusammen
[9:52] Ulf Buermeyer: eine Million Tonnen Düngemittel
[9:54] Ulf Buermeyer: gelagert haben.
[9:55] Ulf Buermeyer: Und man kann sich vorstellen, wozu
[9:57] Ulf Buermeyer: das führt, wenn diese Düngemittel
[9:58] Ulf Buermeyer: auf dem Weltmarkt fehlen.
[10:00] Ulf Buermeyer: Preise steigen und eine
[10:01] Ulf Buermeyer: Nahrungsmittelkrise droht, wenn
[10:03] Ulf Buermeyer: diese dünge Mittel nicht mehr
[10:04] Ulf Buermeyer: geliefert werden können,
[10:05] Ulf Buermeyer: insbesondere auch nach Afrika.
[10:07] Ulf Buermeyer: Und das sind alles Gründe, warum es
[10:08] Ulf Buermeyer: so wichtig ist, diese Straße von
[10:10] Ulf Buermeyer: Hormuz frei zu halten.
[10:11] Philip Banse: Was soll daran so schwer sein,
[10:14] Philip Banse: diese blöde Straße da irgendwie
[10:15] Philip Banse: freizukriegen?
[10:16] Philip Banse: Das sind irgendwie was,
[10:18] Philip Banse: 53 Kilometer breit, da ist irgendwie
[10:20] Philip Banse: eine Schiffsroute, die ist an
[10:21] Philip Banse: der schmalsten Stelle, eine Seemeile
[10:23] Philip Banse: breit.
[10:24] Philip Banse: 1,8 Kilometer.
[10:26] Philip Banse: Was soll so schwer daran sein,
[10:29] Philip Banse: die Straße freizzukriegen.
[10:30] Philip Banse: De facto ist es jetzt momentan so,
[10:32] Philip Banse: dass da schon Schiffe durchfahren,
[10:34] Philip Banse: das sind aber sehr wenige.
[10:36] Philip Banse: Das sind vielleicht bisher 20, 30
[10:37] Philip Banse: Schiffe, die da mal durchgefahren
[10:39] Philip Banse: sind. Seit die Iraner das de facto
[10:40] Philip Banse: zugemacht haben, weil sie halt
[10:42] Philip Banse: Schiffe beschossen haben.
[10:44] Philip Banse: Und die Reeder, die müssen davon
[10:45] Philip Banse: ausgehen, wir werden da beschossen,
[10:46] Philip Banse: wenn wir da durchfahren. Die
[10:47] Philip Banse: Versicherungen streichen ihnen den
[10:49] Philip Banse: Schutz. Also machen sie das nicht
[10:50] Philip Banse: mehr. Jetzt fahren da irgendwie noch
[10:51] Philip Banse: zwei, drei Schiffe am Tag vorbei,
[10:52] Philip Banse: die sich irgendwie vorher angemeldet
[10:53] Philip Banse: haben. Die sagen, sie sind dann
[10:55] Philip Banse: irgendwie Chinesen, fahren unter
[10:56] Philip Banse: chinesischer Flagge oder gehören zu
[10:57] Philip Banse: dieser iranischen Schattentruppe.
[10:59] Philip Banse: Und da muss man noch mal fragen, wer
[11:00] Philip Banse: sagt, dass Seefahrt langweilig sei?
[11:02] Philip Banse: Also da jetzt auf so einem
[11:03] Philip Banse: Containerschiff durch die Straße
[11:05] Philip Banse: von Hormuz zu fahren.
[11:06] Philip Banse: Das ist schon ein kleines Abenteuer.
[11:08] Philip Banse: Also in der Koje lege ich da nicht
[11:10] Philip Banse: ganz ruhig.
[11:11] Philip Banse: Wie gesagt, zwei bis drei am Tag.
[11:13] Philip Banse: Früher waren es irgendwie 70, 80 am
[11:15] Philip Banse: Tag, wenn das Ding offen ist.
[11:16] Philip Banse: Also ist schon klar, warum momentan
[11:18] Philip Banse: da wenig de facto durchgeht.
[11:20] Ulf Buermeyer: Man weiß zum Beispiel auch gar
[11:21] Ulf Buermeyer: nicht, selbst wenn man mit den
[11:22] Ulf Buermeyer: Iranern Deal hat, dass die bitte
[11:23] Ulf Buermeyer: nicht schießen, weil das Schiff zum
[11:24] Ulf Buermeyer: Beispiel eben zur iranischen
[11:26] Ulf Buermeyer: Schattenflotte gehört.
[11:27] Ulf Buermeyer: Aber liegen da vielleicht auch Minen?
[11:29] Philip Banse: Ja, weiß man nicht so genau,
[11:32] Philip Banse: das ist so ein bisschen unklar,
[11:33] Philip Banse: Economist sagt, selbst wenn sie denn
[11:35] Philip Banse: vermint wären, würde halt die
[11:37] Philip Banse: Räumung durchaus Monate dauern.
[11:39] Ulf Buermeyer: Aber auch ohne diese Minen,
[11:41] Ulf Buermeyer: muss man ganz ehrlich sagen, wird es
[11:43] Ulf Buermeyer: einfach extrem schwer, diese Straße
[11:44] Ulf Buermeyer: zu sichern, also irgendwie frei zu
[11:46] Ulf Buermeyer: kämpfen. Der Economist weist nämlich
[11:48] Ulf Buermeyer: darauf hin: "Flanked by
[11:50] Ulf Buermeyer: mountains on both sides, the strait
[11:52] Ulf Buermeyer: will be extremely hard for America
[11:54] Ulf Buermeyer: to reopen." Auf Deutsch,
[11:56] Ulf Buermeyer: auf beiden Ufern sind Berge.
[11:58] Ulf Buermeyer: Da gibt es einfach tausende
[11:59] Ulf Buermeyer: Verstecke, in denen man sich mit
[12:00] Ulf Buermeyer: seiner Rakete positionieren kann.
[12:02] Ulf Buermeyer: Und dementsprechend wird es extrem
[12:04] Ulf Buermeyer: schwer – wie der Economist schreibt
[12:06] Ulf Buermeyer: – für die Vereinigten Staaten diese
[12:08] Ulf Buermeyer: Straße wieder zu öffnen.
[12:09] Philip Banse: Ja, zumal die Iraner
[12:11] Philip Banse: ja nicht in den Bergen sitzen
[12:12] Philip Banse: müssen, direkt am Ufer, um Schiffe
[12:14] Philip Banse: zu beschießen, die durch die Straße
[12:16] Philip Banse: von Hormuz waren, sondern die
[12:17] Philip Banse: können ja mit ihren Raketen 100, 200
[12:19] Philip Banse: Kilometer entfernt sitzen und
[12:21] Philip Banse: trotzdem noch Schiffe beschießen die
[12:23] Philip Banse: durch diese Straße fahren.
[12:24] Philip Banse: Also das wird ziemlich schwer und so
[12:25] Philip Banse: kommt halt dieser Marinekapitän, den
[12:27] Philip Banse: wir oben schon zitiert haben in
[12:29] Philip Banse: seiner Analyse zu dem Schluss: "Ein
[12:31] Philip Banse: Freikämpfen der Passage ist
[12:33] Philip Banse: nicht realistisch."
[12:34] Ulf Buermeyer: Das fand ich ehrlich gesagt einfach
[12:35] Ulf Buermeyer: erfrischend ehrlich.
[12:37] Ulf Buermeyer: Weder einfach so matter-of-factly,
[12:38] Ulf Buermeyer: so im Klartext einfach sagt, das
[12:40] Ulf Buermeyer: kann man halt mal vergessen.
[12:41] Ulf Buermeyer: Und er führt es auch noch so ein
[12:42] Ulf Buermeyer: bisschen weiter aus.
[12:43] Ulf Buermeyer: Er schreibt, die Aussichten für eine
[12:45] Ulf Buermeyer: baldige Öffnung der Straße in Hormuz
[12:47] Ulf Buermeyer: sind also schlecht und das wird auch
[12:49] Ulf Buermeyer: von der US Navy scheinbar
[12:51] Ulf Buermeyer: eingestanden.
[12:52] Philip Banse: Ja, er sieht dann so ein bisschen
[12:54] Philip Banse: Licht am Horizont für so eine
[12:55] Philip Banse: politische Lösung, wie er das sagt.
[12:57] Philip Banse: Und die fußt dann auf einer Meldung,
[13:01] Philip Banse: eines Statements, das der Iran
[13:02] Philip Banse: veröffentlicht hat am 13.
[13:04] Philip Banse: März, also vor einer knappen Woche,
[13:06] Philip Banse: wonach die Straße von Hormuz im
[13:07] Philip Banse: nationalen Interesse des Irans
[13:09] Philip Banse: auch lege und Schiffe, die da
[13:11] Philip Banse: durchfahren wollen, sollen sich halt
[13:12] Philip Banse: anmelden. Und das ist wohl auch
[13:13] Philip Banse: ein-, zweimal passiert.
[13:15] Philip Banse: Ein türkisch geflagtes Schiff hätte
[13:16] Philip Banse: das getan und sei dann da
[13:18] Philip Banse: durchgefahren. Aber er sagt,
[13:19] Philip Banse: es bleibt allerdings abzuwarten, ob
[13:21] Philip Banse: dies eine tragfähige Entwicklung
[13:22] Philip Banse: ist.
[13:23] Philip Banse: Und man kann die
[13:25] Philip Banse: Frachtschiffe nicht zwingen,
[13:27] Philip Banse: so eine Passage zu wagen.
[13:29] Philip Banse: Also selbst wenn du dich anmelden
[13:30] Philip Banse: kannst, sagt der Reeder immer noch
[13:31] Philip Banse: um seine Versicherung, also nein.
[13:32] Philip Banse: Maybe not.
[13:33] Ulf Buermeyer: Ja, und zumal man ja sagen muss, aus
[13:35] Ulf Buermeyer: einer iranischen Perspektive wäre ja
[13:36] Ulf Buermeyer: auch ein Bruch einer solchen
[13:37] Ulf Buermeyer: Vereinbarung möglicherweise sehr
[13:39] Ulf Buermeyer: attraktiv, denn wir haben es oben
[13:40] Ulf Buermeyer: schon kurz angedeutet,
[13:42] Ulf Buermeyer: das Spiel des Iran besteht ja
[13:43] Ulf Buermeyer: eigentlich gar nicht darin Schiffe
[13:44] Ulf Buermeyer: zu zerstören, sondern da haben sie
[13:46] Ulf Buermeyer: gar kein Interesse daran und im
[13:46] Ulf Buermeyer: Zweifel führt das nur zu einer
[13:47] Ulf Buermeyer: Ölpest an ihrer eigenen Küste.
[13:49] Ulf Buermeyer: Was sie ja wirklich wollen,
[13:51] Ulf Buermeyer: ist Angst machen. Was sie wirklich
[13:52] Ulf Buermeyer: wollen ist, dass möglichst wenig
[13:54] Ulf Buermeyer: Schiffe da durchfahren, weil sie
[13:55] Ulf Buermeyer: damit eben Druck ausüben können
[13:57] Ulf Buermeyer: auf die Vereinigten Staaten und vor
[13:59] Ulf Buermeyer: allem aber ein Stück weit auch auf
[14:00] Ulf Buermeyer: Israel.
[14:00] Ulf Buermeyer: Denn wir haben es ja hier mit einem
[14:01] Ulf Buermeyer: asymmetrischen Konflikt zu tun.
[14:03] Ulf Buermeyer: Also es ist völlig klar, aus einer
[14:04] Ulf Buermeyer: rein militärischen Perspektive hat
[14:06] Ulf Buermeyer: der Iran natürlich überhaupt keine
[14:07] Ulf Buermeyer: Chance gegen die USA.
[14:09] Ulf Buermeyer: Aber was dem Iran zurzeit wunderbar
[14:11] Ulf Buermeyer: gelingt, ist, die innenpolitischen
[14:13] Ulf Buermeyer: Kosten für Donald Trump in die Höhe
[14:15] Ulf Buermeyer: zu treiben.
[14:15] Philip Banse: Ja, nicht nur für ihn, ne?
[14:17] Ulf Buermeyer: Also vor allem für den zunächst mal,
[14:18] Ulf Buermeyer: weil der natürlich jetzt maßgeblich
[14:20] Ulf Buermeyer: entscheidet, wie es in diesem Krieg
[14:21] Ulf Buermeyer: weitergeht, aber natürlich auch zum
[14:23] Ulf Buermeyer: Beispiel für Friedrich Merz und für
[14:24] Ulf Buermeyer: andere europäische Regierungschefs.
[14:26] Philip Banse: Also, und selbst wenn es jetzt
[14:28] Philip Banse: irgendwie gelänge diese Straße
[14:29] Philip Banse: wieder freizubekommen, sagt halt
[14:30] Philip Banse: dieser Kapitän Hamann, das würde
[14:32] Philip Banse: einfach noch unter Umständen Wochen
[14:34] Philip Banse: oder Monate dauern, bis dann der
[14:35] Philip Banse: Öltransport, der Schiffsverkehr
[14:37] Philip Banse: wieder komplett das alte Level
[14:38] Philip Banse: erreicht hat, weil er sagt, Angriffe
[14:40] Philip Banse: gegen die Energieinfrastruktur
[14:41] Philip Banse: hätten bewirkt, dass auch nach
[14:43] Philip Banse: Öffnung des Seewegs nicht mit der
[14:45] Philip Banse: schnellen Wiederherstellung der
[14:46] Philip Banse: vollen Kapazitäten zu rechnen ist.
[14:48] Philip Banse: So, und vor diesem Hintergrund.
[14:49] Philip Banse: Ja, lauter
[14:51] Philip Banse: unerfreuliche Überraschung,
[14:52] Philip Banse: natürlich für die Menschen im Iran.
[14:54] Philip Banse: Das darf man auch nicht vergessen.
[14:55] Philip Banse: Ich meine, die leben jetzt wirklich
[14:56] Philip Banse: im Terror, die haben gedacht, sie
[14:58] Philip Banse: werden befreit.
[14:59] Philip Banse: Was passiert? Da sind jetzt 2.000,
[15:00] Philip Banse: 3.000 Menschen gestorben,
[15:02] Philip Banse: große Teile der Infrastruktur werden
[15:03] Philip Banse: zerstört. Die leben da in Städten
[15:05] Philip Banse: und werden dauernd bombardiert,
[15:07] Philip Banse: haben jetzt statt eines neuen
[15:08] Philip Banse: demokratischen Regimes auf einmal
[15:10] Philip Banse: mehr vom Alten oder vielleicht auch
[15:12] Philip Banse: noch ideologischer vom Alte, aber
[15:14] Philip Banse: selbst auch für jemanden wie Donald
[15:16] Philip Banse: Trump stellt sich das natürlich
[15:17] Philip Banse: jetzt als ein bisschen verfahren
[15:18] Philip Banse: raus und da wundert es nicht, dass
[15:20] Philip Banse: er sagt, sag mal, diese scheiß
[15:22] Philip Banse: Suppe, muss ich die eigentlich
[15:23] Philip Banse: alleine auslöffeln?
[15:24] Ulf Buermeyer: Und wie es dann immer so geht,
[15:26] Ulf Buermeyer: kommen dann so Eruptionen beim
[15:27] Ulf Buermeyer: Donald.
[15:28] Ulf Buermeyer: Also zunächst mal forderte er, dass
[15:30] Ulf Buermeyer: andere Länder unter anderem aus der
[15:32] Ulf Buermeyer: Europäischen Union doch den USA
[15:33] Ulf Buermeyer: dabei helfen könnten, die Straße
[15:35] Ulf Buermeyer: von Hormuz freizubekommen.
[15:37] Ulf Buermeyer: In der Financial Times drohte
[15:39] Ulf Buermeyer: er.
[15:40] Ulf Buermeyer: "Es ist nur angemessen, dass Leute,
[15:42] Ulf Buermeyer: die einen Nutzen aus der Passage
[15:44] Ulf Buermeyer: ziehen," also der Passagen durch die
[15:45] Ulf Buermeyer: Straße von Hormuz, "uns helfen,
[15:47] Ulf Buermeyer: sicherzustellen, dass da nichts
[15:49] Ulf Buermeyer: Schlechtes passiert,
[15:51] Ulf Buermeyer: wenn es keine Antwort gibt
[15:53] Ulf Buermeyer: oder eine negative Antwort,
[15:55] Ulf Buermeyer: glaube ich, dass das sehr schlecht
[15:57] Ulf Buermeyer: für die Zukunft der NATO sein wird."
[15:58] Ulf Buermeyer: Also ein echter Trump.
[16:01] Philip Banse: Europa, muss man sagen, sagt nö.
[16:05] Philip Banse: Also NATO ist ein Verteidigungsbündnis,
[16:07] Philip Banse: nicht ein Bündnis was seine
[16:08] Philip Banse: Mitglieder bei einem Angriff
[16:10] Philip Banse: unterstützt, zumal schon einem
[16:13] Philip Banse: Völkerrechtswidrigen.
[16:14] Philip Banse: Ja, NATO-Mitglied Türkei
[16:16] Philip Banse: wird beschossen, aber gut, da werden
[16:18] Philip Banse: dann halt irgendwie Abwehrstellungen
[16:19] Philip Banse: installiert und dann wird halt die
[16:20] Philip Banse: NATO, das NATOMmitglied, Türkei
[16:22] Philip Banse: geschützt, aber bisher hat Europa
[16:24] Philip Banse: gesagt, also das ist nicht unser
[16:25] Philip Banse: Krieg.
[16:26] Ulf Buermeyer: Nein, einfach weil die NATO kein
[16:27] Ulf Buermeyer: Bündnis ist, dass einem Mitglied bei
[16:28] Ulf Buermeyer: einem Krieg hilft.
[16:30] Ulf Buermeyer: Zumal wenn dieses Bündniss
[16:32] Ulf Buermeyer: den Krieg ohne Konsultation
[16:34] Ulf Buermeyer: der anderen angefangen hat.
[16:35] Ulf Buermeyer: Das ist offensichtlich so ein
[16:36] Ulf Buermeyer: Aspekt, der die europäischen Staats-
[16:38] Ulf Buermeyer: und Regierungschefs sehr stört,
[16:40] Ulf Buermeyer: dass Donald Trump auf der einen
[16:42] Ulf Buermeyer: Seite sein eigenes Ding macht, sie
[16:43] Ulf Buermeyer: nicht mal im Vorfeld informiert,
[16:45] Ulf Buermeyer: dass er los schlagen will, dass er
[16:46] Ulf Buermeyer: dann aber, wenn das ganze Ding
[16:48] Ulf Buermeyer: irgendwie nicht so richtig läuft,
[16:49] Ulf Buermeyer: wie er sich das vorgestellt hat,
[16:50] Ulf Buermeyer: dass dann mit einem ankommt und
[16:51] Ulf Buermeyer: sagt, helft uns doch mal bitte,
[16:52] Ulf Buermeyer: diese Straße da freizuschießen,
[16:54] Ulf Buermeyer: zumal eben aus einer militärischen
[16:56] Ulf Buermeyer: Perspektive, dass nun ein echtes
[16:58] Ulf Buermeyer: Himmelfahrtskommando ist.
[16:59] Ulf Buermeyer: Also es wäre ja für die Briten
[17:01] Ulf Buermeyer: oder die Franzosen oder meinetwegen
[17:02] Ulf Buermeyer: auch für die Bundeswehr vergleichsweise
[17:03] Ulf Buermeyer: risikolos gewesen, so ein paar
[17:05] Ulf Buermeyer: Flugzeuge loszuschicken.
[17:06] Ulf Buermeyer: Aber das, was da jetzt ansteht,
[17:07] Ulf Buermeyer: nämlich diese Meeränge irgendwie
[17:09] Ulf Buermeyer: freizubekommen, da sagen jedenfalls
[17:11] Ulf Buermeyer: viele Militärexperten, das ist ein
[17:12] Ulf Buermeyer: Himmelfahrskommando.
[17:13] Philip Banse: Anderer Grund ist auch noch, nicht
[17:15] Philip Banse: zuletzt morgen, EU-Gipfel,
[17:17] Philip Banse: der wird sich in ganz großen Teilen
[17:19] Philip Banse: damit beschäftigen, wie kriegen
[17:21] Philip Banse: wir diese Sanktionen gegen Russland
[17:23] Philip Banse: streng und wasserdicht?
[17:25] Philip Banse: Die machen seit Jahren einen
[17:27] Philip Banse: Handstand mit allen möglichen
[17:29] Philip Banse: Preisdeckel, haben interne
[17:31] Philip Banse: Kämpfe mit Orban über die
[17:33] Philip Banse: Finanzierung und die Dichtigkeit der
[17:34] Philip Banse: Sanktonen und dann kommt Trump
[17:36] Philip Banse: und sagt, Öl ist
[17:38] Philip Banse: gerade ein bisschen knapp, ich mach
[17:39] Philip Banse: die Sanktionen mal weg bzw.
[17:42] Philip Banse: Lasse die Russen ihr Öl verkaufen.
[17:43] Philip Banse: Das passt den Europäern auch nicht.
[17:45] Ulf Buermeyer: Also das wird aus europäischer
[17:46] Ulf Buermeyer: Perspektive so wahrgenommen, dass
[17:48] Ulf Buermeyer: Donald Trump Ihnen in den Rücken
[17:49] Ulf Buermeyer: fällt bei Ihrem zunehmend
[17:51] Ulf Buermeyer: verzweifelten Versuch, mehr Druck
[17:52] Ulf Buermeyer: auf Putin auszuüben.
[17:54] Ulf Buermeyer: Und in dieser Situation lockern die
[17:55] Ulf Buermeyer: USA eben Sanktionen.
[17:56] Ulf Buermeyer: Das wird in den europäischen
[17:58] Ulf Buermeyer: Hauptstädten überhaupt nicht gerne
[17:59] Ulf Buermeyer: gesehen. Und deswegen ist die
[18:00] Ulf Buermeyer: Neigung, ihm gerade zur Hilfe zu
[18:02] Ulf Buermeyer: kommen, zumal mit so einem
[18:04] Ulf Buermeyer: Himmelfahrtskommando, sehr
[18:05] Ulf Buermeyer: überschaubar.
[18:06] Ulf Buermeyer: Zugleich muss man natürlich schon
[18:07] Ulf Buermeyer: einräumen. Also für Deutschland und
[18:08] Ulf Buermeyer: die EU gibt es schon irgendwo ein
[18:10] Ulf Buermeyer: Dilemma, denn das Risiko ist ja, was
[18:12] Ulf Buermeyer: passiert denn, wenn Trump jetzt
[18:14] Ulf Buermeyer: nicht hilft?
[18:15] Philip Banse: Naja, also das eine
[18:16] Philip Banse: ist, wenn sie Trump jetzt nicht
[18:18] Philip Banse: helfen, könnte es sein,
[18:20] Philip Banse: dass Trump sie in Sachen Ukraine im
[18:22] Philip Banse: Regen stehen lässt, dass er ihnen
[18:23] Philip Banse: dann nicht mehr hilft, dass er die
[18:24] Philip Banse: Waffen nicht mehr an sie verkauft,
[18:26] Philip Banse: dass die Satellitenbilder nicht mehr
[18:28] Philip Banse: liefert. Er könnte Putin stärken,
[18:30] Philip Banse: nicht zuletzt tut er das jetzt ja,
[18:31] Philip Banse: indem er ihm erlaubt, sein Öl zu
[18:32] Philip Banse: verkaufen, Milliardeneinnahmen zu
[18:34] Philip Banse: generieren. Das soll nur einen Monat
[18:35] Philip Banse: laufen, aber vielleicht läuft es ja
[18:37] Philip Banse: auch ein bisschen länger.
[18:39] Philip Banse: Also er könnte den Schutzschirm über
[18:41] Philip Banse: Europa ausdünnen und so weiter
[18:43] Philip Banse: und so fort.
[18:44] Philip Banse: Und gleichzeitig bleibt natürlich
[18:45] Philip Banse: Europa aber militärisch in diesen
[18:47] Philip Banse: ganzen Kriegen irrelevant, weil sie
[18:48] Philip Banse: sagen, es ist nicht unser Krieg.
[18:51] Ulf Buermeyer: Wenn sie hingegen am Golf helfen
[18:53] Ulf Buermeyer: würden, dann würde die EU immerhin
[18:55] Ulf Buermeyer: mit am Tisch sitzen.
[18:56] Ulf Buermeyer: Man kann hoffen, dass sie so, oder
[18:57] Ulf Buermeyer: EU-Mitgliedstaaten je nachdem, man
[18:59] Ulf Buermeyer: kann immerhin hoffen dass Donald
[19:00] Ulf Buermeyer: Trump sich dann, wenn es tatsächlich
[19:02] Ulf Buermeyer: so was wie eine Waffenpartnerschaft
[19:03] Ulf Buermeyer: gäbe, e nger mit ihnen abstimmen
[19:05] Ulf Buermeyer: würde, dann wenn sie quasi Onkel
[19:06] Ulf Buermeyer: Trump helfen.
[19:07] Ulf Buermeyer: Das Problem ist bloß, dass sie sich
[19:09] Ulf Buermeyer: damit natürlich in ein
[19:10] Ulf Buermeyer: völkerrechtswidriges Abenteuer
[19:12] Ulf Buermeyer: verstricken würden.
[19:13] Ulf Buermeyer: Also eigentlich will die EU, wollen
[19:14] Ulf Buermeyer: die Mitgliedsstaaten ja nun gerade
[19:16] Ulf Buermeyer: eine Völkerrechtordnung aufrecht
[19:18] Ulf Buermeyer: erhalten und das wäre das
[19:20] Ulf Buermeyer: Gegenteil dieses Aufrechterhaltens,
[19:22] Ulf Buermeyer: wenn sie da jetzt mit einmal
[19:23] Ulf Buermeyer: mitmachen würden.
[19:24] Ulf Buermeyer: Außerdem wäre das, haben wir
[19:25] Ulf Buermeyer: geschildert, militärisch total
[19:26] Ulf Buermeyer: heikel und natürlich auch
[19:27] Ulf Buermeyer: innenpolitisch ausgesprochen
[19:28] Ulf Buermeyer: unpopulär.
[19:29] Ulf Buermeyer: Also ich glaube so ziemlich niemand
[19:31] Ulf Buermeyer: in Deutschland fordert zurzeit.
[19:32] Ulf Buermeyer: Dass die Bundeswehr da am Golf
[19:34] Ulf Buermeyer: eingesetzt wird.
[19:34] Philip Banse: Ja, und insofern ist es auch, finde
[19:36] Philip Banse: ich, ganz interessant und
[19:37] Philip Banse: bemerkenswert, dass Friedrich Merz
[19:39] Philip Banse: jetzt immer deutlichere Worte
[19:40] Philip Banse: findet. Wir hatten ihn ja
[19:41] Philip Banse: kritisiert, weil er da so rumgeeiert
[19:42] Philip Banse: war und irgendwie gesagt hat,
[19:44] Philip Banse: ja ja, mach mal, Hauptsache der
[19:45] Philip Banse: Krieg ist vorbei.
[19:46] Ulf Buermeyer: Vor allem Spanien hat er im Regen
[19:48] Ulf Buermeyer: stehen lassen, als er da im Oval
[19:49] Ulf Buermeyer: Office saß, das fand ich am
[19:50] Ulf Buermeyer: schlimmsten.
[19:51] Philip Banse: Und jetzt sagt er, natürlich wünscht
[19:52] Philip Banse: sich Deutschland einen Regimewechsel
[19:54] Philip Banse: im Iran, aber das herbeizubomben,
[19:57] Philip Banse: das wird aller Voraussicht nach
[19:59] Philip Banse: nicht gelingen, sagt er und führte
[20:00] Philip Banse: hinzu:
[20:01] Friedrich Merz: So wie die Vereinigten Staaten
[20:02] Friedrich Merz: und Israel wollen wir ein Ende des
[20:04] Friedrich Merz: iranischen Nuklear- und
[20:05] Friedrich Merz: Raketenprogramms.
[20:07] Friedrich Merz: Aber wir beteiligen uns nicht an
[20:08] Friedrich Merz: diesem Krieg.
[20:09] Friedrich Merz: Das haben wir vom ersten Tag an
[20:11] Friedrich Merz: gesagt.
[20:12] Friedrich Merz: Das bleibt dabei für die
[20:14] Friedrich Merz: Bundesregierung.
[20:15] Friedrich Merz: Das heißt aber auch, solange der
[20:16] Friedrich Merz: Krieg andauert,
[20:18] Friedrich Merz: werden wir uns daran nicht
[20:19] Friedrich Merz: beteiligt, in der Straße von Hormuz
[20:21] Friedrich Merz: mit militärischen Mitteln
[20:23] Friedrich Merz: eine freie Schifffahrt zu
[20:25] Friedrich Merz: gewährleisten.
[20:26] Philip Banse: Solange der Krieg
[20:28] Philip Banse: andauert, heißt natürlich, wenn er
[20:30] Philip Banse: mal vorbei ist, dann kann man
[20:32] Philip Banse: gern mit uns reden.
[20:32] Ulf Buermeyer: So eine Peacekeeping-Mission ist
[20:34] Ulf Buermeyer: natürlich auch gerade
[20:35] Ulf Buermeyer: völkerrechtswidrig was völlig
[20:36] Ulf Buermeyer: anderes, als sich an so einem
[20:37] Ulf Buermeyer: Angriffskrieg zu beteiligen.
[20:38] Ulf Buermeyer: Auf der anderen Seite ist eben die
[20:39] Ulf Buermeyer: große Frage, selbst wenn wir da
[20:41] Ulf Buermeyer: Fregatten schicken würden, ob die
[20:42] Ulf Buermeyer: dann irgendeinen militärischen
[20:43] Ulf Buermeyer: Effekt hätten, ist ja völlig unklar.
[20:46] Ulf Buermeyer: Und auch das hat Friedrich Merz
[20:47] Ulf Buermeyer: nochmal deutlich gemacht.
[20:48] Friedrich Merz: Heute ist uns auch kein Konzept
[20:50] Friedrich Merz: bekannt, wie eine solche Operation
[20:52] Friedrich Merz: überhaupt gelingen könnte.
[20:54] Friedrich Merz: Es fehlt uns im Übrigen, das wissen
[20:56] Friedrich Merz: Sie aber auch alle, ein nach
[20:58] Friedrich Merz: dem Grundgesetz erforderliches
[20:59] Friedrich Merz: Mandat der Vereinen Nationen
[21:01] Friedrich Merz: der Europäischen Union oder der
[21:03] Friedrich Merz: NATO.
[21:04] Philip Banse: Trump reagierte natürlich
[21:05] Philip Banse: entsprechend sauer, er sagte das
[21:06] Philip Banse: irgendwie, wir schützen euch
[21:08] Philip Banse: 40 Jahre vor der Sowjetunion
[21:10] Philip Banse: und den Russen und jetzt brauchen
[21:12] Philip Banse: wir mal eure Hilfe und ihr sagt ja
[21:13] Philip Banse: nö, sagt er, ist ein dummer Fehler,
[21:15] Philip Banse: hat er gesagt.
[21:16] Ulf Buermeyer: Trotzdem kann man sich natürlich die
[21:17] Ulf Buermeyer: Frage stellen, warum eigentlich
[21:19] Ulf Buermeyer: fasst sich Friedrich Merz inzwischen
[21:21] Ulf Buermeyer: ein Herz, wieso steht
[21:23] Ulf Buermeyer: er so gegen Donald Trump
[21:25] Ulf Buermeyer: und wir glauben, das liegt
[21:27] Ulf Buermeyer: daran, dass er am Anfang vielleicht
[21:28] Ulf Buermeyer: noch annehmen konnte, naja gut, wenn
[21:30] Ulf Buermeyer: das jetzt so in ein, zwei Wochen
[21:31] Ulf Buermeyer: über die Bühne ist und dann der Iran
[21:33] Ulf Buermeyer: demokratisiert wird, da kommt
[21:34] Ulf Buermeyer: vielleicht die demokratische
[21:36] Ulf Buermeyer: Opposition an die Macht, so
[21:38] Ulf Buermeyer: zersplittert die aus sein mag und
[21:39] Ulf Buermeyer: so. Wenn das also alles bombe läuft,
[21:41] Ulf Buermeyer: was der Donald sich da überlegt hat,
[21:42] Ulf Buermeyer: dann will ich jetzt auch nicht der Party
[21:43] Ulf Buermeyer: Pooper sein, die Spaßbremse, der
[21:45] Ulf Buermeyer: immer mit dem Völkerrecht unter dem
[21:46] Ulf Buermeyer: Arm rumläuft und sagt, alles
[21:48] Ulf Buermeyer: verkehrt, alles verkehrt.
[21:49] Ulf Buermeyer: Also Merz hat sich quasi die Tür
[21:50] Ulf Buermeyer: offen gehalten, hinterher noch
[21:52] Ulf Buermeyer: quasi auf diesen rollenden Trump-Zug
[21:54] Ulf Buermeyer: aufzuspringen.
[21:55] Ulf Buermeyer: Nun aber zeichnet sich ab, so bombe
[21:57] Ulf Buermeyer: läuft das nicht.
[21:59] Philip Banse: Es wird länger dauern.
[22:00] Philip Banse: Das hat man ja auch an eurer
[22:01] Philip Banse: Abstimmung gesehen.
[22:04] Philip Banse: Alle gehen davon aus, dass das Ding
[22:06] Philip Banse: von heute aus gesehen noch länger
[22:07] Philip Banse: als einen Monat läuft.
[22:09] Philip Banse: Und natürlich wirft das für ihn auch
[22:10] Philip Banse: negative innenpolitische
[22:13] Philip Banse: Probleme auf, gerade in Deutschland.
[22:15] Philip Banse: Spritpreise, aber diese hohen
[22:16] Philip Banse: Ölpreise drohen ihm halt auch
[22:18] Philip Banse: seine ohnehin mageren
[22:20] Philip Banse: Wachstumsaussichten zu vernichten.
[22:22] Philip Banse: Die er ja braucht, auf die er alles
[22:24] Philip Banse: setzt, um irgendwie seine Projekte
[22:26] Philip Banse: zu bezahlen.
[22:27] Philip Banse: Das deutete sich vor dem Angriff ein
[22:29] Philip Banse: bisschen an, dass es da eventuell
[22:30] Philip Banse: ein paar Prozentpunkte nach oben
[22:31] Philip Banse: gehen könnte.
[22:32] Philip Banse: Das ist aber durch diesen Krieg
[22:34] Philip Banse: massiv in Frage gestellt.
[22:35] Philip Banse: Und nun findet er halt
[22:37] Philip Banse: deutlichere Worte.
[22:38] Ulf Buermeyer: Man sieht halt einfach, er will mit
[22:39] Ulf Buermeyer: diesem Krieg so wenig wie möglich zu
[22:41] Ulf Buermeyer: tun haben.
[22:42] Ulf Buermeyer: Schlimmstenfalls würden die Leute am
[22:43] Ulf Buermeyer: Ende noch Friedrich Merz die hohen
[22:44] Ulf Buermeyer: Preise an den Zapfsäulen vornehmen.
[22:46] Ulf Buermeyer: Aber...
[22:47] Philip Banse: Vielleicht hat es ja auch was damit
[22:49] Philip Banse: zu tun, dass er sich an
[22:51] Philip Banse: Grönland erinnert,
[22:53] Philip Banse: an die Art und Weise, wie die
[22:55] Philip Banse: Europäer aus heutiger
[22:57] Philip Banse: Sicht, Donald Trump, davon
[22:59] Philip Banse: abgehalten haben, sich Grönland
[23:00] Philip Banse: unter den Nagel zu reißen.
[23:02] Ulf Buermeyer: Sagt jedenfalls James Davis,
[23:05] Ulf Buermeyer: der US-amerikanischer
[23:06] Ulf Buermeyer: Politikwissenschaftler in St.
[23:08] Ulf Buermeyer: Gallen in der Schweiz im
[23:09] Ulf Buermeyer: Deutschlandfunk.
[23:10] James Davis: Ich glaube, die Verbündete haben
[23:12] James Davis: vielleicht auch aus der
[23:13] James Davis: Grönland-Krise was verstanden.
[23:15] James Davis: Das ist, wenn sie es sich
[23:17] James Davis: zusammentun und einfach eine klare
[23:19] James Davis: Antwort geben, fahren sie
[23:21] James Davis: besser, als wenn sie andauernd
[23:23] James Davis: versuchen, Donald Trump genehm zu
[23:25] James Davis: sein.
[23:25] Ulf Buermeyer: Schauen wir mal auf Grönland, da
[23:27] Ulf Buermeyer: muss man sagen, das hat ja wirklich
[23:28] Ulf Buermeyer: rückblickend Bombe funktioniert.
[23:33] Ulf Buermeyer: Aber diese erste Initiative, die
[23:35] Ulf Buermeyer: Trump gestartet hat, irgendwann im
[23:36] Ulf Buermeyer: Januar war es glaube ich, als er
[23:38] Ulf Buermeyer: wirklich so ganz deutlich gemacht
[23:39] Ulf Buermeyer: hat, jetzt will er Grönland wirklich
[23:40] Ulf Buermeyer: haben, da haben die Europäer ja ganz
[23:42] Ulf Buermeyer: deutlich gesagt, so weit und nicht
[23:44] Ulf Buermeyer: weiter, haben sogar so kleine
[23:45] Ulf Buermeyer: Militärdelegationen nach Grönland
[23:46] Ulf Buermeyer: geschickt und einfach ganz klar eine
[23:48] Ulf Buermeyer: rote Linie aufgezeigt.
[23:49] Ulf Buermeyer: Und was ist passiert?
[23:50] Ulf Buermeyer: Da wurde dann irgendwie noch was von
[23:51] Ulf Buermeyer: einem Deal erzählt, den es aber
[23:53] Ulf Buermeyer: offensichtlich in Wirklichkeit gar
[23:54] Ulf Buermeyer: nicht gab und im Ergebnis hat Donald
[23:55] Ulf Buermeyer: Trump komplett den Rückzug
[23:58] Ulf Buermeyer: antreten müssen. Er hat einfach gar
[23:59] Ulf Buermeyer: nichts bekommen. Seine ganze Drohung
[24:01] Ulf Buermeyer: ist letztlich im Nichts verlaufen.
[24:03] Philip Banse: Und so sieht das momentan, stand
[24:04] Philip Banse: jetzt auch hier aus.
[24:06] Philip Banse: Die Europäer standen
[24:08] Philip Banse: zusammen, das muss man sagen,
[24:09] Philip Banse: Spanien, Frankreich, Deutschland,
[24:11] Philip Banse: haben sich abgestimmt, haben mit
[24:12] Philip Banse: einer Stimme gesprochen, haben in
[24:14] Philip Banse: ein Horn geblasen und siehe da
[24:16] Philip Banse: Donald Trump sagt, nee nee nee,
[24:18] Philip Banse: brauche ich nicht, was
[24:21] Philip Banse: hat er geschrieben, wir brauchen
[24:22] Philip Banse: keine Hilfe von niemandem, wir
[24:24] Philip Banse: schaffen das auch ohne NATO
[24:26] Philip Banse: und so weiter, geht alle
[24:28] Philip Banse: weg. Muss man sich mal überlegen.
[24:30] Ulf Buermeyer: Er appelliert an die Europäer, er
[24:31] Ulf Buermeyer: droht sogar irgendwie mit schlimmen
[24:33] Ulf Buermeyer: Konsequenzen für die NATO und dann
[24:34] Ulf Buermeyer: sagen die Europärer nö und dann so
[24:36] Ulf Buermeyer: ja gut wir brauchen euch eh nicht
[24:37] Ulf Buermeyer: mehr. Muss man mal gucken.
[24:38] Philip Banse: Da muss man mal gucken, was da kommt.
[24:38] Ulf Buermeyer: Also das hat das hat für mich sowas
[24:40] Ulf Buermeyer: infantiles. Ich finde das also
[24:41] Ulf Buermeyer: wirklich schockiert. Ich meine, der
[24:42] Ulf Buermeyer: Mann ist arguably einer der
[24:43] Ulf Buermeyer: mächtigsten Menschen, wenn nicht der
[24:45] Ulf Buermeyer: mächigste Mensch der Welt.
[24:46] Ulf Buermeyer: Gut, aber ich finde, Philip, wenn
[24:47] Ulf Buermeyer: man da jetzt mal einen Schritt zurück
[24:49] Ulf Buermeyer: tritt, so ein bisschen rauszoomt aus
[24:50] Ulf Buermeyer: diesen konkreten Konflikten rund um
[24:52] Ulf Buermeyer: den Iran.
[24:53] Ulf Buermeyer: Da muss man doch sagen, dass die
[24:55] Ulf Buermeyer: globale Sicherheitslage einfach eine
[24:57] Ulf Buermeyer: Komplexität erreicht hat, gerade mit
[24:59] Ulf Buermeyer: dieser mit diesen ganzen
[25:00] Ulf Buermeyer: Querverbindungen und so.
[25:01] Ulf Buermeyer: Das hätten wir uns doch wirklich
[25:02] Ulf Buermeyer: nicht träumen lassen, als wir 2016
[25:04] Ulf Buermeyer: mal mit der Lage angefangen haben.
[25:05] Ulf Buermeyer: Ich meine wir waren, das muss man so
[25:07] Ulf Buermeyer: deutlich sagen, anfangs glaube ich
[25:09] Ulf Buermeyer: schwerpunktmäßig ein innenpolitischer
[25:11] Ulf Buermeyer: Podcast. Das hat uns ja auch mal
[25:12] Ulf Buermeyer: eine Rezension in der Taz quasi
[25:14] Ulf Buermeyer: vorgeworfen. Irgendwie die
[25:15] Ulf Buermeyer: Tiefenschärfe, stand 2017,
[25:17] Ulf Buermeyer: die die Tieschärfe nehme ab bei
[25:19] Ulf Buermeyer: außenpolitischen Themen und so.
[25:20] Ulf Buermeyer: Und da würde ich sagen, da haben wir
[25:21] Ulf Buermeyer: auch eine ziemlich steile Lernkurve
[25:23] Ulf Buermeyer: hingelegt.
[25:23] Philip Banse: Ja, aber...
[25:31] Philip Banse: Ich finde, ich finde,
[25:33] Philip Banse: genau, also, das ist mir dieser Tage
[25:35] Philip Banse: auch so aufgefallen, als dann so
[25:36] Philip Banse: die, sagen wir mal, die anderen
[25:38] Philip Banse: Nachrichten so reintrudelten,
[25:40] Philip Banse: jenseits des Krieges, und wo man
[25:42] Philip Banse: dachte, irgh, die haben aber
[25:44] Philip Banse: schon alle irgendwas mit diesem
[25:45] Philip Banse: Krieg zu tun, ja, da bombardieren
[25:48] Philip Banse: dann die USA Milizen
[25:50] Philip Banse: im Irak, die irgendwelche US-Basen
[25:53] Philip Banse: angegriffen haben. Die Israelis...
[25:55] Philip Banse: Westjordanland sowieso, aber
[25:57] Philip Banse: marschieren de facto wahrscheinlich
[25:59] Philip Banse: auch mit der Absicht da zu bleiben
[26:01] Philip Banse: in den Süd-Libanon ein.
[26:04] Philip Banse: Sie bombardieren Stellung
[26:06] Philip Banse: in Syrien.
[26:08] Ulf Buermeyer: Der Iran bombardiert die
[26:10] Ulf Buermeyer: Kurden im Irak und
[26:13] Ulf Buermeyer: Russland, wiederum haben wir oben
[26:14] Ulf Buermeyer: angedeutet, macht Kasse,
[26:16] Ulf Buermeyer: kann wiederum seinen Krieg gegen
[26:18] Ulf Buermeyer: die Ukraine intensivieren,
[26:20] Ulf Buermeyer: verlängern, kann ihn länger
[26:21] Ulf Buermeyer: durchhalten.
[26:21] Philip Banse: Während der Krieg in der Ukraine
[26:24] Philip Banse: halt auch aus dem öffentlichen Fokus
[26:26] Philip Banse: rückt und die Ukraine Probleme haben
[26:28] Philip Banse: wird, Abwehrraketen zu
[26:30] Philip Banse: kaufen.
[26:31] Philip Banse: Währenddessen Donald Trump schon
[26:33] Philip Banse: sich denkt, ok, jetzt habe ich hier
[26:35] Philip Banse: so eine Riesen-Shit-Show
[26:36] Philip Banse: losgetreten.
[26:37] Philip Banse: Wie könnte ich davon mal ablenken?
[26:39] Philip Banse: Kuba.
[26:41] Philip Banse: Wir haben lange nicht über Koba
[26:42] Philip Banse: geredet.
[26:42] Philip Banse: Mit Kuba sagt er, kann ich machen,
[26:44] Philip Banse: was ich will.
[26:45] Philip Banse: Mal sehen, was kommt.
[26:47] Ulf Buermeyer: Unterdessen rüsten die arabischen
[26:48] Ulf Buermeyer: Staaten auf.
[26:50] Ulf Buermeyer: Pakistan bombardiert übrigens
[26:51] Ulf Buermeyer: Afghanistan zurzeit, weil,
[26:53] Ulf Buermeyer: den Vorwurf haben wir auch nicht zum
[26:55] Ulf Buermeyer: ersten Mal gehört, die Taliban
[26:56] Ulf Buermeyer: angeblich Terroristen beherbergen.
[26:59] Ulf Buermeyer: You don't say.
[27:00] Ulf Buermeyer: Und deswegen muss man sagen, der
[27:02] Ulf Buermeyer: Ausweg aus dieser, Philip hat so
[27:03] Ulf Buermeyer: schön Shitshow gelernt, der Aufweg
[27:05] Ulf Buermeyer: aus der internationalen Lage
[27:06] Ulf Buermeyer: ist momentan völlig unklar,
[27:09] Ulf Buermeyer: anders kann man es nicht sagen, aber
[27:10] Ulf Buermeyer: die Weltlage ist einfach wahnsinnig
[27:11] Ulf Buermeyer: kompliziert.
[27:13] Ulf Buermeyer: Also ich persönlich muss ganz
[27:14] Ulf Buermeyer: ehrlich sagen, für mich ist deswegen
[27:15] Ulf Buermeyer: die Lage der Nation so ein schöner
[27:17] Ulf Buermeyer: Beruf, weil das auch, finde ich,
[27:19] Ulf Buermeyer: eine ganz tolle Coping-Strategie
[27:20] Ulf Buermeyer: ist. Wenn man sonst so die Zeitung
[27:22] Ulf Buermeyer: aufschlägt oder die Tagesschau
[27:24] Ulf Buermeyer: schaut, da kriegt man es ja mit
[27:25] Ulf Buermeyer: Angst zu tun. Und wenn wir uns so
[27:27] Ulf Buermeyer: zusammensetzen und darüber reden,
[27:28] Ulf Buermeyer: ich finde immerhin, das bleibt
[27:30] Ulf Buermeyer: beängstigend, aber immerhin habe ich
[27:31] Ulf Buermeyer: so das Gefühl, entsteht dann im Kopf
[27:33] Ulf Buermeyer: so ein Stückchen Klarheit.
[27:34] Ulf Buermeyer: Ja, es entsteht erst klar.
[27:35] Philip Banse: Also es entsteht, das sehe ich
[27:37] Philip Banse: genauso, das kann man natürlich auch
[27:39] Philip Banse: verschiedene Arten herstellen, aber
[27:41] Philip Banse: es ist so eine Art von Ordnung
[27:43] Philip Banse: und man hat so ein bisschen mehr
[27:45] Philip Banse: das Gefühl, im Gespräch
[27:48] Philip Banse: zu verstehen, ah ja, so hängt
[27:50] Philip Banse: das zumindest zusammen.
[27:51] Philip Banse: Es ist alles kacke, es ist alles
[27:52] Philip Banse: nicht schön, aber
[27:55] Philip Banse: das Gefühl des
[27:57] Philip Banse: kompletten Chaos,
[27:59] Philip Banse: des kompletten Nebels,
[28:01] Philip Banse: das lichtet sich.
[28:02] Ulf Buermeyer: Das ist doch immer ganz schön und
[28:03] Ulf Buermeyer: manche Leute schreiben uns das ja
[28:04] Ulf Buermeyer: auch und wir hoffen natürlich, dass
[28:05] Ulf Buermeyer: das euch auch so geht draußen an den
[28:07] Ulf Buermeyer: Hörgeräten, dass die Lage euch so
[28:08] Ulf Buermeyer: ein bisschen hilft, mit diesem
[28:10] Ulf Buermeyer: ganzen außenpolitischen, aber auch
[28:11] Ulf Buermeyer: innenpolitischen Chaos umzugehen.
[28:13] Ulf Buermeyer: Ja, wie sieht es jetzt in der Straße
[28:15] Ulf Buermeyer: von Hormuz aus, Philip?
[28:16] Ulf Buermeyer: Eine ganz klare Perspektive, glaube
[28:17] Ulf Buermeyer: ich, gibt es noch nicht.
[28:18] Ulf Buermeyer: Was momentan diskutiert wird,
[28:20] Ulf Buermeyer: ist, dass es vielleicht letztlich so
[28:22] Ulf Buermeyer: eine Art Deal geben könnte zwischen
[28:23] Ulf Buermeyer: den Europäern und Trump.
[28:24] Ulf Buermeyer: Wir sichern diese Straße gemeinsam,
[28:27] Ulf Buermeyer: wir versuchen es zumindest im
[28:28] Ulf Buermeyer: Gegenzug.
[28:29] Ulf Buermeyer: Engagiert ihr euch wieder richtig
[28:30] Ulf Buermeyer: für die Ukraine?
[28:32] Ulf Buermeyer: Wie gesagt, das ist noch nicht
[28:33] Ulf Buermeyer: wirklich spruchreif, aber das ist so
[28:34] Ulf Buermeyer: eine Idee, die diskutiert wird auf
[28:36] Ulf Buermeyer: der anderen Seite.
[28:36] Philip Banse: Die wir beide diskutiert haben.
[28:37] Ulf Buermeyer: Die wir diskutiert haben, die man
[28:39] Ulf Buermeyer: aber auch lesen kann.
[28:40] Ulf Buermeyer: Wir haben die letzte Woche
[28:41] Ulf Buermeyer: diskutiert und so.
[28:43] Ulf Buermeyer: Die Welt redet darüber.
[28:44] Ulf Buermeyer: Nein, ich hab's aber auch in der
[28:45] Ulf Buermeyer: Zeitung gesehen.
[28:47] Ulf Buermeyer: Wir haben tatsächlich schon darüber
[28:48] Ulf Buermeyer: diskutiert, bevor wir es lesen
[28:49] Ulf Buermeyer: konnten. Ja, aber im Moment ist
[28:51] Ulf Buermeyer: eher Eiszeit.
[28:52] Ulf Buermeyer: Also zwischen Washington, Brüssel,
[28:53] Ulf Buermeyer: London, Paris, Berlin ist momentan
[28:56] Ulf Buermeyer: nicht gerade Partystimmung.
[28:58] Philip Banse: Außenpolitisch, muss man sagen,
[29:00] Philip Banse: kommt Friedrich Merz ein bisschen in
[29:01] Philip Banse: die Hufe und, finde ich, macht eine
[29:02] Philip Banse: relativ gute Figur nach
[29:04] Philip Banse: so einem kleinen Zwischentief in
[29:06] Philip Banse: Washington. Aber mittlerweile
[29:07] Philip Banse: sammelt er sich so.
[29:09] Philip Banse: Innenpolitisch – ich glaube, man
[29:11] Philip Banse: kann ja nicht anders sagen – brennt
[29:12] Philip Banse: bei ihm echt die
[29:14] Philip Banse: Hecke. Also die
[29:16] Philip Banse: Aufgaben sind natürlich
[29:18] Philip Banse: zugegebenermaßen groß.
[29:20] Philip Banse: Gesundheitssysteme, Sozialkassen,
[29:23] Philip Banse: Wirtschaft, Klimawandel,
[29:25] Philip Banse: Transformation etc.
[29:27] Philip Banse: Die sind auch nicht erst seit
[29:28] Philip Banse: gestern da, aber Merz
[29:30] Philip Banse: tut sich und seine Regierung tut
[29:32] Philip Banse: sich wirklich, wirklich schwer
[29:34] Philip Banse: da auch nur überzeugen.
[29:38] Ulf Buermeyer: Konzepte zu präsentieren.
[29:39] Ulf Buermeyer: Mal Ideen vorzuschauen.
[29:41] Ulf Buermeyer: Da wollen wir jetzt nicht ins Detail
[29:42] Ulf Buermeyer: gehen, denn das hört man ja fast
[29:44] Ulf Buermeyer: jede Woche in der Lage der Nation,
[29:46] Ulf Buermeyer: aber wir wollen da jetzt mal so ein
[29:47] Ulf Buermeyer: bisschen auf einer Meta-Ebene drüber
[29:49] Ulf Buermeyer: sprechen, vielleicht auch so ein
[29:51] Ulf Buermeyer: Stück weit als Gruppentherapie und
[29:52] Ulf Buermeyer: deswegen haben wir jemanden
[29:53] Ulf Buermeyer: eingeladen, der sich vielleicht sehr
[29:55] Ulf Buermeyer: gut in Friedrich Merz
[29:57] Ulf Buermeyer: hineinversetzen kann, weil
[29:59] Ulf Buermeyer: sie SpitzenpolitikerInnen
[30:01] Ulf Buermeyer: von innen kennt.
[30:02] Ulf Buermeyer: Und ganz bewusst nach dem
[30:04] Ulf Buermeyer: Ende der Ampel zwei Schritte
[30:06] Ulf Buermeyer: zurückgetreten ist und den
[30:07] Ulf Buermeyer: politischen Zirkus jetzt mit etwas
[30:10] Ulf Buermeyer: Abstand betrachtet.
[30:11] Philip Banse: Herzlich willkommen und einen dicken
[30:13] Philip Banse: Applaus bitte für Ricarda Lang
[30:14] Philip Banse: von den Grünen.
[30:22] Philip Banse: Herzlich willkommen!
[30:26] Philip Banse: Ich muss Ihnen hier dieses Ding
[30:28] Philip Banse: aufsetzen.
[30:29] Philip Banse: Einmal bitte bequem machen.
[30:30] Philip Banse: Einmal so, dass es gut sitzt.
[30:35] Ulf Buermeyer: Herzlich willkommen auf unserer
[30:36] Ulf Buermeyer: Bühne.
[30:37] Ulf Buermeyer: Danke und herzlichen Glückwunsch
[30:38] Ulf Buermeyer: euch. Ja, danke, danke.
[30:40] Ulf Buermeyer: Zehn Jahre, gerade raus aus dem
[30:42] Ulf Buermeyer: Sandkasten.
[30:43] Ulf Buermeyer: Sehr schön.
[30:43] Ricarda Lang: Ich muss sagen, für mein besonderes
[30:45] Ricarda Lang: Einfühlvermögen, für Friedrich Merz,
[30:46] Ricarda Lang: wurde, glaube ich, noch nirgends
[30:47] Ricarda Lang: angekündigt.
[30:49] Ricarda Lang: Das ist eine Premiere.
[30:50] Philip Banse: Ja, ob inwieweit das stimmt
[30:51] Philip Banse: oder nicht, das können wir gleich
[30:53] Philip Banse: besprechen. Wir müssen kurz ein paar
[30:54] Philip Banse: Worte sagen.
[30:55] Philip Banse: Also Sie sind schon sehr, sehr lange
[30:57] Philip Banse: in der Politik.
[30:58] Philip Banse: Grüne Jugend, Co-Vorsitzende waren
[30:59] Philip Banse: Sie bei den Grünen, waren natürlich
[31:01] Philip Banse: in der Regierungsfraktion, in der
[31:03] Philip Banse: Ampel auch ständig
[31:05] Philip Banse: vor den Kameras und haben da viel
[31:06] Philip Banse: mit geredet.
[31:07] Philip Banse: Sind heute noch, ich sag mal,
[31:09] Philip Banse: einfaches Grünen Mitglied und sind
[31:10] Philip Banse: auch einfache Abgeordnete
[31:12] Philip Banse: im Bundestag.
[31:14] Philip Banse: Also keine Sprecherinnenposition,
[31:17] Philip Banse: kein irgendwie Ausschuss oder so,
[31:18] Philip Banse: sondern einfache Abgeordnete.
[31:20] Ricarda Lang: Ich sitze in einem Ausschuss.
[31:21] Philip Banse: Sie wollen mal Ferien machen.
[31:24] Ricarda Lang: Es ist schon tatsächlich auch
[31:25] Ricarda Lang: einfach nur im Ausschuss mitzuarbeiten
[31:27] Ricarda Lang: und man kriegt seine
[31:28] Ricarda Lang: 40-Stunden-Woche voll.
[31:29] Ulf Buermeyer: Gut, sehr schön.
[31:30] Ulf Buermeyer: Und natürlich eine wichtige
[31:31] Ulf Buermeyer: Veränderung. Sie sind jetzt in der
[31:32] Ulf Buermeyer: Opposition und sie sprechen
[31:34] Ulf Buermeyer: vor allem nicht mehr für die Partei,
[31:36] Ulf Buermeyer: einfach weil sie ja nicht mehr ein
[31:37] Ulf Buermeyer: Parteiamt innehaben können.
[31:38] Ulf Buermeyer: Also vergleichsweise Freireden.
[31:40] Ulf Buermeyer: Aber bevor wir zu politischen Juicy
[31:42] Ulf Buermeyer: Questions kommen, haben wir uns
[31:43] Ulf Buermeyer: gedacht, fragen wir doch mal erst
[31:44] Ulf Buermeyer: mal Sie ganz persönlich.
[31:45] Ulf Buermeyer: Vermissen Sie den Stress
[31:48] Ulf Buermeyer: der Politik und vielleicht auch den
[31:50] Ulf Buermeyer: Einfluss? Rampenlicht haben Sie ja
[31:51] Ulf Buermeyer: immer noch, wie man sieht.
[31:53] Ricarda Lang: Den Stress?
[31:54] Ricarda Lang: Nein?
[31:55] Ricarda Lang: Also, äh,
[31:57] Ricarda Lang: auch, hallo?
[32:05] Ricarda Lang: Den Stress vermisse ich nicht.
[32:08] Ricarda Lang: Also ich genieße es sogar eher zum
[32:09] Ricarda Lang: Beispiel, mich entscheiden zu
[32:11] Ricarda Lang: können, wozu ich mich äußere.
[32:12] Ricarda Lang: Ich hatte das am 2.
[32:14] Ricarda Lang: Januar, ihr habt ja gerade auch über
[32:15] Ricarda Lang: Außenpolitik gesprochen, als
[32:17] Ricarda Lang: Trump Maduro entführt hat.
[32:19] Ricarda Lang: Und mein erster Impuls war, oh Gott,
[32:21] Ricarda Lang: ich muss was dazu sagen und ich
[32:22] Ricarda Lang: ziehe mein Handy raus.
[32:23] Ricarda Lang: Und das Gefühl, ich kann jetzt noch
[32:24] Ricarda Lang: die 27. , die
[32:26] Ricarda Lang: ein Bild von sich postet, wo sie
[32:28] Ricarda Lang: Gedanken verloren in die Welt schaut
[32:29] Ricarda Lang: und darunter schreibt, dass Europa
[32:30] Ricarda Lang: zusammenhalten muss.
[32:31] Ricarda Lang: Aber dass ich
[32:33] Ricarda Lang: vielleicht auch gar nichts Neues
[32:34] Ricarda Lang: dazu zu sagen habe, nichts, was
[32:35] Ricarda Lang: nicht auch schon zehn andere gesagt
[32:36] Ricarda Lang: haben.
[32:37] Philip Banse: Einfach weiter reden.
[32:38] Ricarda Lang: Und hier nicht den Stress zu
[32:40] Ricarda Lang: haben, mich äußern zu müssen, das
[32:41] Ricarda Lang: nämlich als eine totale Freiheit
[32:43] Ricarda Lang: war.
[32:44] Ricarda Lang: Ich würde lügen, wenn ich sagen
[32:45] Ricarda Lang: würde, ich vermisse den Einfluss
[32:46] Ricarda Lang: überhaupt nicht.
[32:47] Ricarda Lang: Also ich glaube, jeder, der das von
[32:49] Ricarda Lang: sich behauptet.
[32:50] Ricarda Lang: Denn es ist natürlich so, mir wird
[32:52] Ricarda Lang: noch zugehört.
[32:53] Ricarda Lang: Ich würde sagen, ich habe mittelbar
[32:54] Ricarda Lang: Einflüss sowohl öffentlich als auch
[32:56] Ricarda Lang: in der Partei. Wenn ich die
[32:57] Ricarda Lang: Fraktionsspitze anrufe, drücken die
[32:58] Ricarda Lang: mich nicht weg.
[32:59] Ricarda Lang: Zumindest bisher noch nicht.
[33:00] Ulf Buermeyer: Aber vielleicht müssen sie auf den
[33:01] Ulf Buermeyer: AB sprechen.
[33:01] Ricarda Lang: Aber genau, na das muss nur
[33:03] Ricarda Lang: Friedrich Merz, bei mir geht jemand
[33:05] Ricarda Lang: noch persönlich ran.
[33:07] Ricarda Lang: Aber was ich natürlich schon sehe,
[33:08] Ricarda Lang: wenn über die Schuldenbremse damals
[33:10] Ricarda Lang: verhandelt wurde, vor ziemlich genau
[33:11] Ricarda Lang: einem Jahr, sitze ich nicht mit am
[33:13] Ricarda Lang: Tisch, wenn die Entscheidungen
[33:14] Ricarda Lang: getroffen werden. Das ist ein
[33:15] Ricarda Lang: Machtverlust, den muss man
[33:16] Ricarda Lang: anerkennen.
[33:17] Ricarda Lang: In der Abwägung von beiden habe ich
[33:19] Ricarda Lang: aber den Rücktritt bisher noch nie
[33:20] Ricarda Lang: bereut.
[33:21] Philip Banse: Jetzt haben Sie ja einige Zeit
[33:23] Philip Banse: nicht als in der Regierungsfunktion,
[33:24] Philip Banse: aber schon in der in der Fraktion
[33:26] Philip Banse: mitgewirkt, haben da an zentraler
[33:28] Philip Banse: Stelle eben auch mit diesen
[33:30] Philip Banse: Problemen gekämpft, die Herr
[33:31] Philip Banse: Friedrich Merz jetzt auch hat.
[33:32] Philip Banse: Ich habe es ja aufgezählt und da
[33:34] Philip Banse: frage ich mich oder haben wir uns
[33:36] Philip Banse: gefragt,
[33:38] Philip Banse: können Sie sich so ein bisschen in
[33:40] Philip Banse: ihn reinversetzen und verstehen,
[33:42] Philip Banse: warum er sich so schwer tut,
[33:45] Philip Banse: warum es so schwierig ist,
[33:46] Philip Banse: da zumindest mal einen kohärenten
[33:48] Philip Banse: Plan vorzulegen?
[33:50] Ricarda Lang: Ja und nein.
[33:52] Ricarda Lang: Also es gibt den Teil von mir, der
[33:53] Ricarda Lang: durchaus sieht, dass die
[33:55] Ricarda Lang: strukturellen Bedingungen für
[33:56] Ricarda Lang: Politik unfassbar schwierig geworden
[33:58] Ricarda Lang: sind in den letzten Jahren.
[34:00] Ricarda Lang: Also, es gibt ja schon einen Grund,
[34:01] Ricarda Lang: die Ampel war nach vielleicht, wir
[34:03] Ricarda Lang: haben noch anderthalb Jahre
[34:03] Ricarda Lang: gebraucht, unfassbar unbeliebt.
[34:05] Ricarda Lang: Die Ärztegerierung ist schon nach
[34:06] Ricarda Lang: einem Jahr unbeliesbt. Jetzt kann
[34:07] Ricarda Lang: ich natürlich sagen, die können es
[34:08] Ricarda Lang: einfach alle nicht, aber ein
[34:10] Ricarda Lang: bisschen tiefer muss das Problem ja
[34:12] Ricarda Lang: schon gehen. Wir haben eine sehr
[34:13] Ricarda Lang: gehetzte Öffentlichkeit, wir eine
[34:15] Ricarda Lang: unglaublich schnelllebige und auch
[34:16] Ricarda Lang: hyperpolitisierte politische
[34:17] Ricarda Lang: Debatte.
[34:18] Ricarda Lang: Und wir haben Koalitionen, die sich
[34:20] Ricarda Lang: ja niemand ausgesucht hat.
[34:21] Ricarda Lang: Also Friedrich Merz und Lars
[34:23] Ricarda Lang: Klingbeil lagen nicht die ganzen
[34:24] Ricarda Lang: Tage vor der Bundestagswahl im
[34:26] Ricarda Lang: Bettund haben gedacht, mit dem
[34:27] Ricarda Lang: möchte ich regieren.
[34:28] Ricarda Lang: Und trotzdem muss man danach dann
[34:30] Ricarda Lang: irgendwie einen gemeinsamen Plan
[34:31] Ricarda Lang: entwerfen.
[34:31] Philip Banse: So wie Friedrich Merz und Markus
[34:33] Philip Banse: Söder.
[34:33] Ricarda Lang: Ja!
[34:34] Ricarda Lang: Die träumen, glaube ich, auch
[34:36] Ricarda Lang: voneinander, aber wahrscheinlich
[34:37] Ricarda Lang: auch weniger positiv.
[34:38] Philip Banse: Ja.
[34:39] Ricarda Lang: Und gleichzeitig gibt es aber den
[34:41] Ricarda Lang: Teil, wo ich sehr wenig Mitleid
[34:42] Ricarda Lang: habe. Und ich finde, Kevin Kühnert,
[34:44] Ricarda Lang: mit dem ich letzte Woche auf eine
[34:45] Ricarda Lang: Veranstaltung war, hat es da sehr
[34:46] Ricarda Lang: gut gesagt.
[34:47] Ricarda Lang: Merz scheitert ja nicht einfach nur
[34:49] Ricarda Lang: an den Erwartungen, die die
[34:50] Ricarda Lang: Bevölkerung hat, sondern er
[34:52] Ricarda Lang: scheitern an den Erwartungen, die er
[34:53] Ricarda Lang: selbst gestürt hat.
[34:55] Ricarda Lang: Er scheiterte an den Dingen, die er
[34:57] Ricarda Lang: versprochen hat.
[34:59] Ricarda Lang: Und dazu hat ihn niemand gezwungen.
[35:00] Ricarda Lang: Niemand hat Friedrich Merz eine
[35:02] Ricarda Lang: Waffe an den Kopf gehalten und ihn
[35:04] Ricarda Lang: dazu gezwung, dass er behauptet,
[35:05] Ricarda Lang: man könnte einen Bundeshaushalt
[35:07] Ricarda Lang: allein durch das Bürgergeld
[35:08] Ricarda Lang: sanieren. Niemand hat ihn dazu
[35:09] Ricarda Lang: gezwungen zu behaupten, dass
[35:11] Ricarda Lang: eine Wirtschaftswende gar kein
[35:12] Ricarda Lang: Problem wäre, wenn da nur nicht
[35:14] Ricarda Lang: Robert Habeck, sollen Katherina
[35:15] Ricarda Lang: Reiche setzen würde und das mit
[35:17] Ricarda Lang: einem Tag die Migrationswende, die
[35:18] Ricarda Lang: Wirtschaftswende kommt, in einer
[35:20] Ricarda Lang: Weltlage, wo eben auch externe
[35:22] Ricarda Lang: Faktoren das beeinflussen, wie es
[35:24] Ricarda Lang: unserer Wirtschaft geht.
[35:25] Ricarda Lang: Und da muss man schon sagen, in
[35:27] Ricarda Lang: erster Linie scheitert Friedrich
[35:29] Ricarda Lang: Merz gerade an falschen Erwartungen,
[35:30] Ricarda Lang: die er geschürt hat.
[35:36] Philip Banse: Hat er die geschürt,
[35:38] Philip Banse: weil das System, die Öffentlichkeit,
[35:40] Philip Banse: die Medien das von ihm verlangt
[35:42] Philip Banse: haben, sich abzusetzen,
[35:44] Philip Banse: sich abzugrenzen, klare
[35:46] Philip Banse: Unterschiede zu markieren zur
[35:48] Philip Banse: Ampel?
[35:50] Philip Banse: Oder hätte er die Kraft haben
[35:52] Philip Banse: können, zu sagen, ich versuch's
[35:54] Philip Banse: weicher, ich versuch es
[35:55] Philip Banse: ausgewogener, ich stapel
[35:57] Philip Banse: dreinummern tiefer?
[35:58] Ricarda Lang: Die Medien spielen auf jeden Fall
[35:59] Ricarda Lang: eine Rolle. Also das, was ich gerade
[36:01] Ricarda Lang: beschrieben habe an der Gehetztheit,
[36:02] Ricarda Lang: das sehen wir auch in den Medien.
[36:04] Ricarda Lang: Übrigens auch oft was, wo ich
[36:05] Ricarda Lang: lebe, wo die auch mehr Getriebenes
[36:07] Ricarda Lang: sind als wirklich Akteure, die sich
[36:09] Ricarda Lang: das freiwillig aussuchen.
[36:10] Ricarda Lang: Und zum Beispiel das sehr starke
[36:12] Ricarda Lang: Denken in Gewinnen und Verlieren.
[36:14] Ricarda Lang: Also wenn man gerade im Streit ist,
[36:16] Ricarda Lang: dann wird gesagt, warum einigt ihr
[36:17] Ricarda Lang: euch nicht eigentlich mal?
[36:18] Ricarda Lang: Und sobald ein Kompromiss da ist,
[36:19] Ricarda Lang: sagt man, hey, warum ist denn da
[36:20] Ricarda Lang: nicht nur eure eigene Position drin,
[36:22] Ricarda Lang: was ja erst mal so ein bisschen der
[36:23] Ricarda Lang: Natur eines Kompromisses entsteht.
[36:25] Ricarda Lang: Und gleichzeitig kann man es sich
[36:26] Ricarda Lang: natürlich als Politikerin auch sehr
[36:28] Ricarda Lang: leicht machen, indem man auf die
[36:29] Ricarda Lang: Medien zeigt und sagt, ich kann ja
[36:31] Ricarda Lang: überhaupt nichts.
[36:32] Ricarda Lang: Wir haben die Herausforderung,
[36:34] Ricarda Lang: dass im Wahlkampf nicht immer schon
[36:36] Ricarda Lang: der Koalitionskompromiss
[36:37] Ricarda Lang: vorweggenommen werden sollte, denn
[36:39] Ricarda Lang: es braucht Unterschiede zwischen den
[36:41] Ricarda Lang: demokratischen Parteien und dass man
[36:43] Ricarda Lang: trotzdem nachher im Kompromiss
[36:44] Ricarda Lang: arbeiten muss und das hat natürlich
[36:46] Ricarda Lang: immer die Gefahr, dass sagt, warum
[36:47] Ricarda Lang: habt ihr im Wahlkrampf die
[36:48] Ricarda Lang: Bürgerversicherung versprochen und
[36:50] Ricarda Lang: dann in der Regierung kriegt ihr sie
[36:51] Ricarda Lang: nicht umgesetzt.
[36:52] Ricarda Lang: Ich finde aber, wenn ich gerade auf
[36:53] Ricarda Lang: dieses Thema Schuldenbremse schaue,
[36:56] Ricarda Lang: dann gibt es da einen großen
[36:57] Ricarda Lang: Unterschied. Und zwar, ob ich im
[36:59] Ricarda Lang: Wahlkampf sage, ich finde
[37:01] Ricarda Lang: eine Reform der Schuldenbremse nicht
[37:02] Ricarda Lang: richtig, ich werde mich für
[37:04] Ricarda Lang: Mehrheiten dagegen einsetzen, das
[37:05] Ricarda Lang: ist als Konservativer vollkommen in
[37:07] Ricarda Lang: Ordnung.
[37:08] Ricarda Lang: Oder ob ich sage, zum einen, das
[37:09] Ricarda Lang: wird es mit mir nicht geben, also
[37:11] Ricarda Lang: dieser apodiktische Bastardton,
[37:14] Ricarda Lang: und als ob ich so tue, als bräuchte
[37:16] Ricarda Lang: das es überhaupt nicht. Wenn ich
[37:17] Ricarda Lang: keine Reform der Schuldenbrense
[37:18] Ricarda Lang: brauche, dann brauche ich ein
[37:20] Ricarda Lang: anderes Finanzierungskonzept.
[37:21] Ricarda Lang: Aber wenn ich ein Finanzierungskonzept
[37:23] Ricarda Lang: habe, das wirklich am Ende aus 30
[37:25] Ricarda Lang: Millionen beim Bürgergeld besteht,
[37:26] Ricarda Lang: wo man nicht mehr weiß, ob die kommen,
[37:27] Ricarda Lang: dann wird es unseriös und es gibt
[37:29] Ricarda Lang: einen Unterschied zwischen Abgrenzung
[37:31] Ricarda Lang: und Unseriösheit.
[37:43] Ulf Buermeyer: Okay, also mit Anworten, wenn ich
[37:44] Ulf Buermeyer: Sie richtig verstehe, dann haben Sie
[37:45] Ulf Buermeyer: Verständnis für die Zuspitzung im
[37:47] Ulf Buermeyer: Wahlkampf, weil Sie letzten Endes ja
[37:48] Ulf Buermeyer: auch Parteien erkennbar macht, weil
[37:50] Ulf Buermeyer: Sie letztlich so was wie ein Profil
[37:51] Ulf Buermeyer: bildet. Aber hätte denn nicht
[37:53] Ulf Buermeyer: Friedrich Merz wenigstens im
[37:54] Ulf Buermeyer: Hinterkopf auch so was,
[37:56] Ulf Buermeyer: wie eine echte Strategie haben
[37:58] Ulf Buermeyer: müssen? Also, ne, also ich verstehe.
[38:00] Ulf Buermeyer: Ja. Ich habe, glaube ich, auch
[38:01] Ulf Buermeyer: Verständnis für das Wahlkampfgesicht
[38:03] Ulf Buermeyer: jeder Partei.
[38:04] Ulf Buermeyer: Auch bei den Grünen ist ja im
[38:06] Ulf Buermeyer: Wahlkampf mal, wünsch dir was, das
[38:07] Ulf Buermeyer: soll vorkommen.
[38:08] Ulf Buermeyer: Aber hätte denn nicht er als
[38:09] Ulf Buermeyer: Bundeskanzler, der ja ahnen
[38:11] Ulf Buermeyer: konnte, spätestens seit im Herbst
[38:13] Ulf Buermeyer: 2024, dass er tatsächlich
[38:15] Ulf Buermeyer: ins Kanzleramt einziehen wird, hätte
[38:17] Ulf Buermeyer: er denn nicht einfach mal ein
[38:18] Ulf Buermeyer: Konzept schreiben müssen, wie es
[38:19] Ulf Buermeyer: dann wirklich funktioniert?
[38:20] Ricarda Lang: Ja, 100 Prozent.
[38:22] Ricarda Lang: Und das Verrückte ist ja selbst an
[38:24] Ricarda Lang: den Momenten, wo eine gewisse
[38:25] Ricarda Lang: Vorbereitung stattgefunden hat,
[38:27] Ricarda Lang: hatten das nicht ehrlich kommuniziert.
[38:29] Ricarda Lang: Es gab ja mittlerweile Zeitungsberichte,
[38:30] Ricarda Lang: die aufgedeckt haben, dass er
[38:32] Ricarda Lang: durchaus ein paar Wochen vor der
[38:33] Ricarda Lang: Bundestagswahl angefangen hat, an
[38:35] Ricarda Lang: einem Gutachten zur Reform der
[38:36] Ricarda Lang: Schuldenbremse zu arbeiten.
[38:38] Ricarda Lang: Also selbst da, wo er wusste, ich
[38:39] Ricarda Lang: werde de facto ab Sonntagwahl,
[38:42] Ricarda Lang: Sonntags 18 Uhr gezwungen sein,
[38:44] Ricarda Lang: etwas anderes zu tun, gab es keine
[38:45] Ricarda Lang: Transparenz.
[38:46] Ricarda Lang: Es gibt aber auch extrem viele
[38:48] Ricarda Lang: Themen. Ich nehme mal das Thema
[38:50] Ricarda Lang: Zukunft der Sozialversicherungssysteme,
[38:53] Ricarda Lang: wo, wenn ich weiß, ich
[38:54] Ricarda Lang: werde mit hoher Wahrscheinlichkeit
[38:56] Ricarda Lang: Kanzler und das war in diesem
[38:57] Ricarda Lang: Wahlkampf absehbar, ich doch
[38:59] Ricarda Lang: eine Idee brauche dafür, wie es
[39:01] Ricarda Lang: funktionieren kann.
[39:02] Ricarda Lang: Ich ein Konzept dafür brauche und
[39:03] Ricarda Lang: das gibt es wenig.
[39:05] Ricarda Lang: Ich glaube und da muss ich jetzt
[39:06] Ricarda Lang: sagen, das betrifft nicht nur
[39:08] Ricarda Lang: Friedrich Merz, sondern auch meine
[39:09] Ricarda Lang: Partei und ich würde sagen alle
[39:10] Ricarda Lang: demokratischen Parteien.
[39:12] Ricarda Lang: Der starke Fokus auf was
[39:15] Ricarda Lang: kann ich die nächsten zwei Tage
[39:16] Ricarda Lang: kommunizieren, mit welchem Video
[39:18] Ricarda Lang: dringe ich durch.
[39:19] Ricarda Lang: Und was ist die nächste
[39:20] Ricarda Lang: Landtagswahl?
[39:21] Ricarda Lang: Ist die in zwei Monaten oder in acht
[39:22] Ricarda Lang: Monaten oft schon
[39:24] Ricarda Lang: die Arbeit an der Substanz kostet.
[39:26] Ricarda Lang: Also wirklich das konzeptionelle
[39:28] Ricarda Lang: Arbeiten.
[39:28] Philip Banse: Einfach weil die Energie fehlt, der
[39:30] Philip Banse: Zeit, die Aufmerksamkeit, die
[39:32] Philip Banse: Ressourcen an Mitarbeitenden und
[39:34] Philip Banse: so weiter. Wenn die nur damit
[39:34] Philip Banse: beschäftigt sind, was ist
[39:35] Philip Banse: übermorgen, bleibt keine Zeit, um
[39:37] Philip Banse: zu sagen, wir nehmen uns mal einen
[39:38] Philip Banse: Tag raus und wir überlegen mal.
[39:40] Ricarda Lang: Alles davon.
[39:41] Ricarda Lang: Es fehlt die reale
[39:44] Ricarda Lang: Zeit tatsächlich.
[39:45] Ricarda Lang: Und dann macht man ja manchmal
[39:47] Ricarda Lang: so Alibi-Sachen, wo man sagt, okay,
[39:48] Ricarda Lang: wir treffen uns Dienstag von 9 bis
[39:50] Ricarda Lang: 9.30 Uhr. Und da reden wir mal über
[39:52] Ricarda Lang: die langen Linien, ja geschenkt.
[39:54] Ricarda Lang: Also wenn ich von Dienstag von
[39:55] Ricarda Lang: 9-9.30 über lange Linien rede, dann
[39:57] Ricarda Lang: habe ich halt die langen Linien,
[39:58] Ricarda Lang: wenn ich abends im Bett sitze oder
[39:59] Ricarda Lang: im Bett liege, wieder vergessen.
[40:00] Ricarda Lang: Und dann sind sie offensichtlich
[40:02] Ricarda Lang: nicht mehr so lang.
[40:03] Ricarda Lang: Ich finde aber, wenn man auf Merz
[40:04] Ricarda Lang: schaut, auch noch einen Punkt
[40:05] Ricarda Lang: wirklich interessant.
[40:07] Ricarda Lang: Ich komme ja aus Baden-Württemberg
[40:09] Ricarda Lang: und wir hatten dort vor anderthalb
[40:10] Ricarda Lang: Wochen von uns Grünen ein sehr
[40:11] Ricarda Lang: schönes Ergebnis, für die Union eher
[40:13] Ricarda Lang: ein schwieriges Ergebnis.
[40:14] Ulf Buermeyer: Auch für die, sagen wir mal, eher
[40:16] Ulf Buermeyer: progressiven Kreise der Grünen?
[40:18] Ricarda Lang: Also für mich persönlich, ich habe
[40:19] Ricarda Lang: mich total gefreut.
[40:20] Ricarda Lang: Können wir gleich nochmal drüber reden.
[40:23] Ricarda Lang: Aber ich glaube, da steckt ein
[40:24] Ricarda Lang: bisschen was Tieferes dahinter.
[40:25] Ricarda Lang: Und zwar haben wir ja in den letzten
[40:27] Ricarda Lang: Jahren erlebt, dass die Grünen als
[40:28] Ricarda Lang: Partei, wenn ich auf 2019 schaue,
[40:30] Ricarda Lang: wenn ich auch 2022 schaute,
[40:32] Ricarda Lang: zunehmend in die Mitte und auch ins
[40:34] Ricarda Lang: bürgerliche Lager vorgedrungen sind.
[40:36] Ricarda Lang: Es gibt eine Person, die hat ein
[40:37] Ricarda Lang: wahnsinniges Gespür für politische
[40:39] Ricarda Lang: Verschiebung und Stimmung, die heißt
[40:40] Ricarda Lang: Markus Söder.
[40:42] Ricarda Lang: Der hat das erkannt und hat sich
[40:43] Ricarda Lang: gedacht, die muss sich da wieder
[40:44] Ricarda Lang: rausdrängen.
[40:45] Ricarda Lang: Und es ist ihm gelungen, ich glaube,
[40:47] Ricarda Lang: gegen den Willen, aber
[40:48] Ricarda Lang: offensichtlich nicht gegen genug
[40:50] Ricarda Lang: Widerstand von Friedrich Merz,
[40:52] Ricarda Lang: der gesamten Partei so einen
[40:53] Ricarda Lang: Anti-Grün-Duktus aufzudrücken,
[40:55] Ricarda Lang: einen Antigrün-Kurs.
[40:56] Ricarda Lang: Und das hat die Union in doppelter
[40:58] Ricarda Lang: Hinsicht in eine strategische
[41:00] Ricarda Lang: Sackgasse geführt.
[41:02] Ricarda Lang: Koalitionstechnisch, denn wenn
[41:03] Ricarda Lang: irgendwann nur noch eine große
[41:04] Ricarda Lang: Koalition möglich ist, dann ist das
[41:06] Ricarda Lang: für keine der beteiligten Parteien
[41:07] Ricarda Lang: sinnvoll.
[41:08] Ricarda Lang: Aber auch inhaltlich, weil man sich
[41:10] Ricarda Lang: so sehr in diese antiökologische
[41:12] Ricarda Lang: Sacksgasse begeben hat.
[41:14] Ricarda Lang: Wo man in Baden-Württemberg
[41:16] Ricarda Lang: Wahlkampf vorbei macht an 32
[41:17] Ricarda Lang: Prozent, die Winfried Kretschmann
[41:19] Ricarda Lang: gewählt haben.
[41:20] Ricarda Lang: Die wollen, dass das mit dem Klima
[41:21] Ricarda Lang: und der Wirtschaft alles
[41:22] Ricarda Lang: zusammenpasst, aber die halt auch
[41:24] Ricarda Lang: Müll trennen, als ob es eine
[41:25] Ricarda Lang: Olympische Sportart wäre.
[41:26] Ricarda Lang: Und ich glaube, dass schon wir
[41:28] Ricarda Lang: gerade sehen müssen, ich hoffe, dass
[41:30] Ricarda Lang: die Union das versteht, mit
[41:32] Ricarda Lang: diesem Wahlkampf in Baden-Württemberg
[41:33] Ricarda Lang: ist eigentlich die Methode Söder
[41:35] Ricarda Lang: gescheitert und wenn sie diese
[41:36] Ricarda Lang: Methode weiter verfolgen, werden sie
[41:37] Ricarda Lang: sich immer weiter an den Rand stellen.
[41:40] Philip Banse: Aber wenn wir jetzt schon bei
[41:42] Philip Banse: Baden-Württemberg sind und diesem
[41:44] Philip Banse: Ergebnis, und da sind wir ja auch
[41:45] Philip Banse: bei der Situation Ihrer Partei, Sie
[41:46] Philip Banse: kommen daher und da gibt es ja so
[41:48] Philip Banse: gerade die Debatte, ok, da hat das
[41:50] Philip Banse: Bündnis Cem Özdemir ein echt gutes
[41:52] Philip Banse: Ergebnis eingefahren.
[41:54] Philip Banse: Was heißt das denn eigentlich für
[41:55] Philip Banse: die Grünen im Bund?
[41:56] Philip Banse: 11, 12 Prozent sind die Umfragen
[41:58] Philip Banse: gerade. Das ist nicht so
[41:59] Philip Banse: berauschend. Ich glaube, da wünschen
[42:00] Philip Banse: sich viele mehr und die Frage ist
[42:02] Philip Banse: jetzt, in welche Richtung soll denn
[42:03] Philip Banse: die Partei gehen? Sind es eher diese
[42:05] Philip Banse: linken? Mit liberaler
[42:07] Philip Banse: Migrationspolitik, steinharten
[42:09] Philip Banse: Klimaschutz?
[42:10] Philip Banse: Oder sind es eher die Cem-Leute, die
[42:11] Philip Banse: sagen, ach, Verbrenner aus,
[42:15] Philip Banse: heute Morgen, morgen, Übergang 2040.
[42:17] Philip Banse: Das ist doch nicht so wichtig,
[42:19] Philip Banse: Hauptsache wir sammeln Stimmen in
[42:20] Philip Banse: der Mitte ein. Wo stehen Sie da?
[42:22] Ricarda Lang: Wahlauswertungen in Parteien sind ja
[42:23] Ricarda Lang: oft keine große Freude, weil man so
[42:24] Ricarda Lang: ein bisschen das Gefühl hat, jeder
[42:25] Ricarda Lang: hat Angst, was Neues zu lernen.
[42:27] Ricarda Lang: Das heißt, es gibt eine große Angst
[42:28] Ricarda Lang: dafür, was konnte, dem wir sprechen,
[42:30] Ricarda Lang: was man eh schon immer gesagt hat.
[42:32] Ricarda Lang: Und so habe ich auch gesagt, ich
[42:33] Ricarda Lang: glaube, die dümmst mögliche Debatte,
[42:35] Ricarda Lang: die wir jetzt gerade führen könnten,
[42:36] Ricarda Lang: wäre auf der einen Seite, alle
[42:38] Ricarda Lang: müssen werden, wie Cem Özdemir.
[42:39] Ricarda Lang: Also es werden jetzt nicht plötzlich
[42:41] Ricarda Lang: Parteimitglieder hier in Berlin
[42:42] Ricarda Lang: anfangen, obsessiv Brezel zu essen
[42:43] Ricarda Lang: und starke Schwäbisch zu reden und
[42:45] Ricarda Lang: die ganze Zeit zu sagen, wir hier im
[42:46] Ricarda Lang: Autoland Baden-Württemberg.
[42:48] Ricarda Lang: Und das andere ist zu sagen, ne, das
[42:50] Ricarda Lang: ist alles böse und damit wollen wir
[42:51] Ricarda Lang: überhaupt gar nichts zu tun haben.
[42:53] Ricarda Lang: Was ich schon interessant finde bei
[42:55] Ricarda Lang: Cem, da ist natürlich diese
[42:56] Ricarda Lang: Abgrenzung zur Partei.
[42:57] Ricarda Lang: Auf der einen Seite,
[42:59] Ricarda Lang: der Mann macht seit 30 Jahren
[43:00] Ricarda Lang: Politik für diese Partei, der war
[43:01] Ricarda Lang: Bundesminister, der war Vorsitzender,
[43:03] Ricarda Lang: wer Cem Özdemir wählt, weiß schon,
[43:05] Ricarda Lang: welche Partei er wählt.
[43:06] Ricarda Lang: Aber was er geschafft hat, ist,
[43:08] Ricarda Lang: glaube ich, eine Mischung aus
[43:09] Ricarda Lang: Authentizität, auch mit 30 Jahren
[43:11] Ricarda Lang: Geschichte. Man hat gemerkt, das es
[43:13] Ricarda Lang: keine Persönlichkeit, die vor sechs
[43:15] Ricarda Lang: Monaten in einem Kampagnenbüro
[43:16] Ricarda Lang: erfunden wurde.
[43:18] Ricarda Lang: Mit einer klaren Positionierung.
[43:19] Ricarda Lang: Das ist ja spannend, das war kein
[43:20] Ricarda Lang: Wahlkampf, der vor jeder
[43:21] Ricarda Lang: Positionierung zurückschreitet.
[43:23] Ricarda Lang: Es waren nicht immer die, die jedem
[43:24] Ricarda Lang: Grünen gefallen haben, aber es waren
[43:25] Ricarda Lang: klare Positionen und schon
[43:27] Ricarda Lang: mit so einer inneren Unabhängigkeit.
[43:28] Ricarda Lang: Und mein Eindruck ist, die Menschen
[43:30] Ricarda Lang: finden gerade Parteien ziemlich
[43:32] Ricarda Lang: doof.
[43:33] Ricarda Lang: Also die Parteiendemokratie hat
[43:34] Ricarda Lang: gerade nicht den
[43:38] Ricarda Lang: größten Rückhalt.
[43:38] Philip Banse: Es gewinnen ja auch Landräte
[43:40] Philip Banse: landauf, landab, sobald sie
[43:42] Philip Banse: aus einer Partei austreten und als
[43:43] Philip Banse: parteilos antreten, zack, Mehrheit.
[43:45] Ricarda Lang: Weil dieses Gefühl von
[43:47] Ricarda Lang: irgendwie, ich meine, Sie haben es
[43:48] Ricarda Lang: vorher Politik-Zirkus genannt,
[43:50] Ricarda Lang: das ist ein breit verbreites Gefühl.
[43:53] Ricarda Lang: Und das heißt, sobald du den Geruch
[43:54] Ricarda Lang: des Parteisoldatentums hast,
[43:56] Ricarda Lang: also der hat die Haltung nur,
[43:58] Ricarda Lang: weil sie seine Partei halt so
[44:00] Ricarda Lang: verdritt oder der schläft irgendwie
[44:02] Ricarda Lang: abends auf Seite 327 des
[44:04] Ricarda Lang: Wahlprogrammes und auch wenn die
[44:05] Ricarda Lang: Realität sich verändert, kann er es
[44:06] Ricarda Lang: nicht verändern, dann haben die
[44:08] Ricarda Lang: Leute da wenig Bock drauf.
[44:09] Ricarda Lang: Und ich glaube, diese innere
[44:10] Ricarda Lang: Unabhängigkeit, davon
[44:12] Ricarda Lang: kann man auf jeden Fall was von Cem
[44:14] Ricarda Lang: lernen.
[44:14] Ulf Buermeyer: Auf der anderen Seite frage ich
[44:16] Ulf Buermeyer: mich, Sie haben ja eben so schön
[44:17] Ulf Buermeyer: geschildert, wie Markus Söder die
[44:19] Ulf Buermeyer: Union mit einem sehr aggressiven
[44:21] Ulf Buermeyer: Anti-Grün-Kurs in die Sackgasse
[44:23] Ulf Buermeyer: getrieben hat.
[44:24] Ulf Buermeyer: Auf der andern Seite fragete ich
[44:25] Ulf Buermeyer: mich ob es nicht bei den Grünen
[44:27] Ulf Buermeyer: quasi so reflexartig auch so
[44:29] Ulf Buermeyer: diesen Impuls gibt, lieber
[44:31] Ulf Buermeyer: die Jungs von der Union sind
[44:33] Ulf Buermeyer: ja fast alles Männer, nicht noch
[44:34] Ulf Buermeyer: weiter zu provozieren.
[44:36] Ulf Buermeyer: Also ich finde zum Beispiel, Sie
[44:37] Ulf Buermeyer: haben hier in den letzten, Sie, also
[44:38] Ulf Buermeyer: nicht Sie als Person, aber die Grüne
[44:40] Ulf Buermeyer: Partei hat in den letzen zwei, drei
[44:41] Ulf Buermeyer: Wochen einen Ball einfach auf dem
[44:43] Ulf Buermeyer: Elfmeterpunkt liegen gelassen,
[44:45] Ulf Buermeyer: nämlich dass diese hohen Spritpreise
[44:47] Ulf Buermeyer: natürlich nur deswegen so schlimm
[44:49] Ulf Buermeyer: sind, weil unsere Energiewende so
[44:50] Ulf Buermeyer: langsam vorankommt.
[44:51] Ulf Buermeyer: Da hätte man doch der CDU, CDU so
[44:53] Ulf Buermeyer: richtig einen einschenken können.
[44:54] Ulf Buermeyer: Vielen Dank für die hohen Spritpreise.
[44:56] Ulf Buermeyer: Wer E-Auto fährt, dem können die
[44:57] Ulf Buermeyer: egal sein.
[44:59] Ulf Buermeyer: Und warum muss ich das sagen
[45:01] Ulf Buermeyer: als neutraler Journalist?
[45:03] Ulf Buermeyer: Wieso höre ich das nicht landauf,
[45:05] Ulf Buermeyer: landab von den Grünen?
[45:06] Ulf Buermeyer: Diese Preise machen doch nur eins
[45:08] Ulf Buermeyer: deutlich, Energiewende heute
[45:10] Ulf Buermeyer: und nicht übermorgen.
[45:10] Ricarda Lang: Das ist ehrlicherweise ein bisschen
[45:13] Ricarda Lang: verletzend als Mitglied dieser
[45:14] Ricarda Lang: grünen Bundestagsfraktion, weil wir
[45:15] Ricarda Lang: haben das hoch und runter erzählt
[45:17] Ricarda Lang: die letzten Wochen und
[45:18] Ricarda Lang: offensichtlich haben wir ein
[45:19] Ricarda Lang: Problem, wenn das noch nicht mal bei
[45:20] Ricarda Lang: Ihnen, die sich beruflich
[45:22] Ricarda Lang: mit Politik beschäftigt, angekommen
[45:23] Ricarda Lang: ist.
[45:23] Ulf Buermeyer: Jürgen Trittin, der hat es im
[45:24] Ulf Buermeyer: Deutschlandfunk gesagt, das hatten
[45:25] Ulf Buermeyer: wir letzte Woche als O-Ton, aber
[45:27] Ulf Buermeyer: ansonsten, ich habe das wirklich
[45:28] Ulf Buermeyer: nicht gehört von ihm. Das ist wirklich ein
[45:29] Ulf Buermeyer: Problem, wenn man das nicht mitbekommt.
[45:29] Ricarda Lang: Das ist wirklich ein Problem, wenn man das nicht mitbekommt,
[45:30] Ricarda Lang: weil die Geschichte ist ja komplett
[45:31] Ricarda Lang: offensichtlich. Ich finde, man muss
[45:32] Ricarda Lang: schon vorsichtig sein,
[45:34] Ricarda Lang: nicht in so eine unempathische
[45:36] Ricarda Lang: Rolle zu verfallen, von Habt ihr
[45:38] Ricarda Lang: halt Pech gehabt?
[45:39] Ricarda Lang: Weil ich kann natürlich den Leuten,
[45:40] Ricarda Lang: die irgendwie auf dem Land weiter
[45:42] Ricarda Lang: angewiesen sind, auf Verbrenner
[45:43] Ricarda Lang: sagen, ja hättet ihr
[45:45] Ricarda Lang: mal oder auch vor allem hätte die
[45:46] Ricarda Lang: Politik mal, das geht ja gar nicht
[45:47] Ricarda Lang: mit einzeln.
[45:49] Ricarda Lang: Man kann sich von hätten wir vor
[45:50] Ricarda Lang: zehn Jahren mehr Energiewende
[45:51] Ricarda Lang: gemacht, irgendwie heute auch nicht
[45:53] Ricarda Lang: seinen Spritpreis leisten.
[45:54] Ricarda Lang: Aber die Frage ist ja, was aus
[45:55] Ricarda Lang: Zukunft daraus gezogen wird.
[45:57] Ricarda Lang: Und die Regierung hätte ja jetzt die
[45:58] Ricarda Lang: Möglichkeit, dass sie sich hinstellt
[46:00] Ricarda Lang: und sagt, wir fanden das alles immer
[46:02] Ricarda Lang: total nervig und die Grünen finden
[46:03] Ricarda Lang: wir auch scheiße, aber wir
[46:05] Ricarda Lang: erkennen in dieser Situation an, es
[46:07] Ricarda Lang: ist eine Frage der geopolitischen
[46:09] Ricarda Lang: Sicherheit. Also muss man sagen, wer
[46:10] Ricarda Lang: Öl und Gas importiert,
[46:13] Ricarda Lang: der importiert Unsicherheit.
[46:14] Ricarda Lang: Und Abhängigkeit. Wer in erneuerbare
[46:15] Ricarda Lang: Energien investiert, investiert in
[46:17] Ricarda Lang: Sicherheit und Souveränität.
[46:19] Ricarda Lang: Und es ist ne Frage von
[46:20] Ricarda Lang: Bezahlbarkeit.
[46:21] Ricarda Lang: Und da wird ja gerade das
[46:24] Ricarda Lang: Gegenteil gemacht.
[46:25] Ricarda Lang: Also wenn ich mir anschaue, eine
[46:27] Ricarda Lang: Woche bevor Trump den Iran
[46:29] Ricarda Lang: angegriffen hat, das
[46:30] Ricarda Lang: Gebäudemodernisierungsgesetz,
[46:32] Ricarda Lang: wo Modernisierung halt ein Witz ist,
[46:33] Ricarda Lang: weil man geht zurück zur Gasheizung,
[46:35] Ricarda Lang: ein Netzpaket, wo man den
[46:36] Ricarda Lang: Einspeisevorrang von den
[46:37] Ricarda Lang: erneuerbaren Energien abschafft.
[46:39] Ricarda Lang: Dann gibt es noch Leaks darüber,
[46:40] Ricarda Lang: dass man jetzt die Förderung für
[46:41] Ricarda Lang: private Solarpanels abschaffen will.
[46:43] Ricarda Lang: Also an allen Stellen betreibt
[46:45] Ricarda Lang: Katherina Reich ein Zurück
[46:47] Ricarda Lang: zu den fossilen Energien.
[46:49] Ricarda Lang: Und das wird eine Gruppe
[46:51] Ricarda Lang: ganz, ganz hart zu Stehen kommen und
[46:53] Ricarda Lang: das ist die deutsche Bevölkerung und
[46:54] Ricarda Lang: zwar insbesondere die, die einen
[46:56] Ricarda Lang: kleinen Geldbeutel haben,
[46:57] Ricarda Lang: insbesondere die Mieter, die sich
[46:58] Ricarda Lang: dagegen gar nicht schützen können
[46:59] Ricarda Lang: gegen die hohen Gaspreise und das
[47:01] Ricarda Lang: wird eine Gruppe richtig Dolle
[47:03] Ricarda Lang: freuen und das sind die,
[47:05] Ricarda Lang: ist die fossile Gaslobby.
[47:07] Ricarda Lang: Bei denen können gerade die Korken
[47:08] Ricarda Lang: knallen, als ob es kein Morgen mehr
[47:10] Ricarda Lang: gibt und ich finde da können wir als
[47:11] Ricarda Lang: Grüne sehr selbstbewusst sagen, wenn
[47:13] Ricarda Lang: ich jetzt Union in der Opposition
[47:14] Ricarda Lang: wäre, würde ich sagen, schlechteste
[47:15] Ricarda Lang: Wirtschaftsministerin aller Zeiten.
[47:17] Ricarda Lang: Ich würde sagen, gerade ist sie
[47:18] Ricarda Lang: leider eine sehr gute
[47:19] Ricarda Lang: Pressesprecherin für die fossile
[47:20] Ricarda Lang: Gaslobby, aber das gehört nicht ins
[47:22] Ricarda Lang: Wirtschaftsministerium.
[47:23] Ulf Buermeyer: Ja.
[47:27] Ulf Buermeyer: Sie haben es selber eben schon
[47:28] Ulf Buermeyer: angesprochen, das ist kommunikativ
[47:29] Ulf Buermeyer: nicht angekommen, dass Sie als Grüne
[47:31] Ulf Buermeyer: natürlich nicht Ätsch Bätsch sagen,
[47:32] Ulf Buermeyer: aber stattdessen für die Zukunft
[47:34] Ulf Buermeyer: bestimmte Forderungen stellen, die
[47:35] Ulf Buermeyer: diese Bundesregierung bislang
[47:36] Ulf Buermeyer: offenbar nicht zum Maßstab ihrer
[47:38] Ulf Buermeyer: Politik macht.
[47:39] Ulf Buermeyer: Und da frage ich mich, woran liegt
[47:40] Ulf Buermeyer: das denn? Sie haben gesagt, wir
[47:41] Ulf Buermeyer: dringen damit nicht durch.
[47:42] Ulf Buermeyer: Hat das was zu tun, möglicherweise
[47:44] Ulf Buermeyer: mit der Polarisierung auf sozialen
[47:46] Ulf Buermeyer: Medien? Also da würde mich so Ihre
[47:47] Ulf Buermeyer: Erfahrung als politische
[47:49] Ulf Buermeyer: Kommunikatorin interessieren.
[47:50] Ulf Buermeyer: Sie haben ja, kann man glaube ich so
[47:51] Ulf Buermeyer: sagen, nochmal einen richtigen Aufschwung
[47:52] Ulf Buermeyer: hingelegt, seit sie nicht mehr in
[47:54] Ulf Buermeyer: Amt und Würden sind, sondern nur
[47:55] Ulf Buermeyer: noch einfache Abgeordnete,
[47:57] Ulf Buermeyer: kommunizieren sie ja freier und
[47:58] Ulf Buermeyer: viele würden glaube ich auch sagen
[47:59] Ulf Buermeyer: noch witziger, noch zugespitzter.
[48:02] Ulf Buermeyer: Was würden sie denn sagen, woran
[48:02] Ulf Buermeyer: liegt das, dass die Grünen mit
[48:03] Ulf Buermeyer: dieser Botschaft nicht durchdringen?
[48:05] Ricarda Lang: Also ich glaube, das eine ist
[48:06] Ricarda Lang: unabhängig von den sozialen Medien,
[48:08] Ricarda Lang: unsere eigene Rolle, Dingern, die
[48:09] Ricarda Lang: wir arbeiten müssen.
[48:10] Ricarda Lang: Ich habe das an mir selbst gemerkt,
[48:12] Ricarda Lang: in der Ampelzeit, finde ich, wir
[48:14] Ricarda Lang: haben ein paar Fehler gemacht, die
[48:14] Ricarda Lang: haben es sehr leicht gemacht, einen
[48:15] Ricarda Lang: diese ideologische Ecke zu stellen.
[48:17] Ricarda Lang: Und da standen wir und haben
[48:18] Ricarda Lang: angefangen, uns von selbst zu
[48:19] Ricarda Lang: entschuldigen. Und eigentlich zu sagen,
[48:20] Ricarda Lang: sorry, sorry. Wir wollen eigentlich
[48:21] Ricarda Lang: überhaupt gar nichts mehr untergehen.
[48:23] Ricarda Lang: Als recht gar niemand auf die Füße
[48:24] Ricarda Lang: treten.
[48:25] Ricarda Lang: Und das heißt, man hatte so eine
[48:26] Ricarda Lang: Mischung aus inhaltlich sehr unklar
[48:28] Ricarda Lang: und sehr zurückhaltend.
[48:29] Ricarda Lang: Und gleichzeitig kulturell so ein
[48:30] Ricarda Lang: bisschen verhärtet.
[48:31] Ricarda Lang: Das ist ja oft so, wenn man sich
[48:32] Ricarda Lang: unhaltlich eigentlich unklarer ist,
[48:33] Ricarda Lang: dann sagt man, das ist die falsche
[48:35] Ricarda Lang: Debatte, darüber wollen wir nicht
[48:36] Ricarda Lang: mehr reden, mit dem reden wir nicht,
[48:37] Ricarda Lang: dem hören wir nicht zu.
[48:39] Ricarda Lang: Das müsste man umdrehen.
[48:40] Ricarda Lang: Also klar in den Inhalten und auch
[48:41] Ricarda Lang: selbstbewusst und gleichzeitig
[48:42] Ricarda Lang: culturell bei der Frage, mit wem
[48:44] Ricarda Lang: rede ich sehr offen.
[48:45] Ricarda Lang: Das zweite ist die
[48:47] Ricarda Lang: Oppositionsarbeit, die sich ja auch
[48:49] Ricarda Lang: strukturell verändert hat.
[48:50] Ricarda Lang: Also klassischerweise heißt gute
[48:52] Ricarda Lang: Opposionsarbeit.
[48:53] Ricarda Lang: Ich zeige, was die Regierung alles
[48:54] Ricarda Lang: schlecht macht, um den Wunsch
[48:56] Ricarda Lang: hervorzurufen, beim nächsten Mal
[48:57] Ricarda Lang: jemand anderen zu wählen.
[48:59] Ricarda Lang: Jetzt habe ich die Situation, zum
[49:00] Ricarda Lang: einen finden die Leute ja
[49:02] Ricarda Lang: schon schlecht, was die Regierung
[49:03] Ricarda Lang: macht. Das Problem ist aber, die
[49:04] Ricarda Lang: haben gerade nicht das Gefühl, die
[49:06] Ricarda Lang: Ampel hat es irgendwie besser gemacht.
[49:07] Ricarda Lang: Und auch die Hoffnung, dass es eine
[49:09] Ricarda Lang: nächste demokratische Regierung
[49:10] Ricarda Lang: besser machen wird, ist ziemlich
[49:11] Ricarda Lang: gering. Das heißt, man muss immer
[49:13] Ricarda Lang: diesen Grad finden von,
[49:15] Ricarda Lang: ich zeige deren Fehler auf und ich
[49:17] Ricarda Lang: will die auch nicht mit Samthandschuhen
[49:18] Ricarda Lang: anfassen und ich stimme aber nicht
[49:19] Ricarda Lang: ein in so einen Grundchor von, die
[49:21] Ricarda Lang: können es alle nicht, weil dann
[49:23] Ricarda Lang: eigentlich bei den Leuten nur das
[49:24] Ricarda Lang: Gefühl entsteht, die Demokraten
[49:25] Ricarda Lang: können es allen nicht.
[49:25] Ricarda Lang: Und ich habe natürlich auch schon,
[49:27] Ricarda Lang: das war bei der Ampel ähnlich, so
[49:29] Ricarda Lang: viel Reibungssfläche innerhalb der
[49:31] Ricarda Lang: Regierung, dass man oft gar keine
[49:32] Ricarda Lang: Oppositionsposition braucht.
[49:33] Ricarda Lang: Wenn ich einen Bericht aus Berlin
[49:34] Ricarda Lang: mache und ich will zwei Positionen
[49:36] Ricarda Lang: zum Thema Rente, dann ladet die
[49:38] Ricarda Lang: Union ein, dann leite ich die SPD
[49:39] Ricarda Lang: ein und dann habe ich schon zwei
[49:40] Ricarda Lang: Positionen. Und das heißt, da ist ja
[49:42] Ricarda Lang: auch die Frage, wie komme ich
[49:43] Ricarda Lang: daneben überhaupt als Opposition
[49:44] Ricarda Lang: vor. Und als dritte sind natürlich
[49:46] Ricarda Lang: die sozialen Medien.
[49:48] Ricarda Lang: Und ich glaube,
[49:50] Ricarda Lang: auf der einen Seite, man darf sich
[49:52] Ricarda Lang: nicht zu leicht machen.
[49:53] Ricarda Lang: Es gab eine Zeit lang so eine, finde
[49:54] Ricarda Lang: ich, etwas fatalistische Tendenz in
[49:56] Ricarda Lang: demokratischen Parteien zu sagen Da
[49:58] Ricarda Lang: können nur die Rechten gewinnen.
[49:59] Ricarda Lang: Das ist halt alles auf Hass und
[50:01] Ricarda Lang: Hetze gepolt und wir kriegen das
[50:03] Ricarda Lang: eh nicht hin.
[50:04] Ricarda Lang: Das finde ich falsch.
[50:05] Ricarda Lang: Wir sollten diese Orte nicht den
[50:06] Ricarda Lang: Rechten überlassen und Emotionen,
[50:08] Ricarda Lang: das können auch Demokraten und auch
[50:10] Ricarda Lang: die sollten nicht den Rechten
[50:11] Ricarda Lang: verlassen.
[50:12] Ricarda Lang: Aber natürlich merke auch ich,
[50:15] Ricarda Lang: wenn ich
[50:17] Ricarda Lang: teilweise auf dem Weg in
[50:19] Ricarda Lang: meinen Wahlkreis bin, ich lese
[50:21] Ricarda Lang: währenddessen, X ist natürlich das
[50:22] Ricarda Lang: krasseste Beispiel dafür, aber auch
[50:24] Ricarda Lang: TikTok-Kommentare.
[50:25] Ricarda Lang: Dann hat man das Gefühl, ich lebe in
[50:27] Ricarda Lang: einem Land, wo 50 Prozent auf der
[50:28] Ricarda Lang: einen oder anderen Seite stehen, 50
[50:30] Ricarda Lang: Prozent stehen auf der anderen Seite
[50:30] Ricarda Lang: und die hassen sich und
[50:32] Ricarda Lang: die können nicht miteinander.
[50:34] Ricarda Lang: Und ich komme im Wahlkreis an und
[50:36] Ricarda Lang: ganz so schlimm ist es ja überhaupt
[50:37] Ricarda Lang: nicht. Da reden die Leute
[50:38] Ricarda Lang: miteinander, da kommen die Leute im
[50:39] Ricarda Lang: Großen und Ganzen auch miteinander
[50:40] Ricarda Lang: klar. Übrigens leben viele Leute
[50:42] Ricarda Lang: Dinge, die wir in der Politik gar
[50:44] Ricarda Lang: nicht mehr aussprechen, Solidarität,
[50:45] Ricarda Lang: Liebe, Fürsorge in ihrem Alltag,
[50:46] Ricarda Lang: ganz normal.
[50:47] Ricarda Lang: Und da muss man schon sagen, das
[50:49] Ricarda Lang: liegt daran, dass wir zugelassen
[50:50] Ricarda Lang: haben, dass das ein
[50:51] Ricarda Lang: profitgetriebenes
[50:54] Ricarda Lang: Unterfangen in den Händen von
[50:56] Ricarda Lang: wenigen Tech Bros.
[50:58] Ricarda Lang: Ich finde Tech Bros mittlerweile
[50:59] Ricarda Lang: eigentlich einen verharmlosen
[51:00] Ricarda Lang: Begriff in den Händden von wenige
[51:02] Ricarda Lang: Oligarchen ist.
[51:03] Ricarda Lang: Also wir erleben gerade
[51:04] Ricarda Lang: oligarchische Strukturen,
[51:07] Ricarda Lang: die versuchen kommunikative
[51:08] Ricarda Lang: Macht, die kombinieren die sozialen
[51:11] Ricarda Lang: Medien, politische Macht, immer
[51:12] Ricarda Lang: offenerer Einfluss auf Wahlen und
[51:14] Ricarda Lang: finanzielle Macht mit riesigen
[51:16] Ricarda Lang: Konzernen, die übrigens im Vergleich
[51:17] Ricarda Lang: zum Mittelstand hier in Deutschland
[51:18] Ricarda Lang: in Europa sehr wenig Steuern zahlen.
[51:21] Ricarda Lang: Diese Form der Macht-Deal
[51:23] Ricarda Lang: überlassen wir ihnen auch mit den
[51:25] Ricarda Lang: sozialen Medien.
[51:26] Ricarda Lang: Und ich glaube, das ist eine sehr
[51:27] Ricarda Lang: grundlegende Frage gerade, wer
[51:29] Ricarda Lang: ist eigentlich stärker,
[51:32] Ricarda Lang: Demokratien oder die Elon Musks
[51:33] Ricarda Lang: dieser Welt?
[51:34] Ricarda Lang: Und die Frage, ob wir als
[51:36] Ricarda Lang: Demokratien stärker sind, die wird
[51:37] Ricarda Lang: sich auch damit entscheiden, dass
[51:39] Ricarda Lang: wir es hinbekommen, die
[51:40] Ricarda Lang: Digitalisierung, die sozialen Medien
[51:41] Ricarda Lang: unter Kontrolle zu bekommen.
[51:43] Philip Banse: Mit Blick auf unser Pad würde
[51:45] Philip Banse: ich sagen, müssen wir leider
[51:47] Philip Banse: in die Zielgerade einbiegen.
[51:48] Philip Banse: Wir könnten, da stünde ich noch
[51:50] Philip Banse: stundenlang drüber reden, aber
[51:51] Philip Banse: das halten die Leute hier nicht aus
[51:53] Philip Banse: für euch.
[51:55] Ulf Buermeyer: Es ist auch warm.
[51:58] Ulf Buermeyer: Ich habe eben noch Philip gefragt,
[51:59] Ulf Buermeyer: ob ich meinen Rollkragenpulli
[51:59] Ulf Buermeyer: anlassen soll.
[52:01] Ulf Buermeyer: Das war glaube ich ein Fehler.
[52:03] Philip Banse: Also, ich würde sagen, Frau Lang,
[52:04] Philip Banse: ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit.
[52:06] Philip Banse: Kommen Sie mal wieder.
[52:08] Philip Banse: Ja, sehr gerne.
[52:09] Ulf Buermeyer: Alles, alles Gute.
[52:10] Ulf Buermeyer: Wir haben Platz reserviert, genau.
[52:12] Ricarda Lang: Genau, hier sitze ich irgendwo.
[52:13] Ricarda Lang: Danke Ihnen und ... Jetzt nicht stolpern,
[52:14] Ricarda Lang: Vorsicht!
[52:16] Ulf Buermeyer: Tschüss, vielen Dank.
[52:26] Ulf Buermeyer: Der Krieg gegen den Iran,
[52:28] Ulf Buermeyer: über den wir heute schon kurz
[52:29] Ulf Buermeyer: sprachen, und ein Ereignis
[52:31] Ulf Buermeyer: der letzten zwei, drei Monate,
[52:33] Ulf Buermeyer: nämlich die brutale Jagd auf
[52:34] Ulf Buermeyer: Menschen, die anders aussehen im
[52:36] Ulf Buermeyer: US-Bundesstaat Minnesota,
[52:39] Ulf Buermeyer: die haben tatsächlich etwas
[52:41] Ulf Buermeyer: gemeinsam.
[52:41] Philip Banse: Ja, die werden nämlich unterstützt
[52:43] Philip Banse: von einer Firma, die nennt
[52:44] Philip Banse: sich Palantir.
[52:46] Philip Banse: Das ist eine ziemlich umstrittene
[52:48] Philip Banse: US-Firma, die Software herstellt
[52:51] Philip Banse: und die Kritiker, ich würde mal
[52:52] Philip Banse: sagen, als Inbegriff des Werkzeugs
[52:55] Philip Banse: für einen Überwachungsstaat
[52:57] Philip Banse: darstellt.
[52:58] Philip Banse: Und im Iran wird diese
[53:00] Philip Banse: Palantirsoftware unter anderem
[53:01] Philip Banse: genutzt, eben um Ziele auswendig zu
[53:02] Philip Banse: machen und in Minnesota und
[53:05] Philip Banse: anderen Städten, um Menschen zu
[53:07] Philip Banse: finden.
[53:10] Philip Banse: Abschiebebeamte, Mitarbeiter
[53:12] Philip Banse: verhaften und abschieben können.
[53:13] Philip Banse: Und das Funktionsprinzip dieser
[53:15] Philip Banse: Software, so kompliziert das im
[53:17] Philip Banse: Einzelnen klingt, ist doch im
[53:19] Philip Banse: Einzeln eigentlich relativ einfach.
[53:21] Ulf Buermeyer: Genau, diese Software von Palantir,
[53:23] Ulf Buermeyer: eine zum Beispiel heißt Gotham,
[53:25] Ulf Buermeyer: die kann alle möglichen Datenquellen
[53:27] Ulf Buermeyer: anzapfen, Daten auslesen,
[53:30] Ulf Buermeyer: aufbereiten, analysieren und in
[53:32] Ulf Buermeyer: Zusammenhang stellen, die zunächst
[53:33] Ulf Buermeyer: mal gar keinen Zusammenhang zu haben
[53:34] Ulf Buermeyer: scheinen. Und dann stellt diese
[53:36] Ulf Buermeyer: Software die Ergebnisse handlich
[53:38] Ulf Buermeyer: übersichtlichen Apps oder
[53:39] Ulf Buermeyer: Dashboards dar.
[53:41] Ulf Buermeyer: Und wir wollen darüber in dieser
[53:42] Ulf Buermeyer: Folge mal ausführlich reden,
[53:44] Ulf Buermeyer: einfach weil das eben nicht nur im
[53:46] Ulf Buermeyer: Iran passiert, nicht nur in
[53:48] Ulf Buermeyer: Minnesota passiert, sondern
[53:50] Ulf Buermeyer: auch in Deutschland bald
[53:52] Ulf Buermeyer: passieren soll und in einzelnen
[53:54] Ulf Buermeyer: Fällen sogar schon passiert.
[53:57] Ulf Buermeyer: Und die große Frage ist eben, wollen
[53:59] Ulf Buermeyer: wir das überhaupt, wollen wir eine
[54:00] Ulf Buermeyer: solche Software zumal von einer
[54:02] Ulf Buermeyer: US-Firma einsetzen?
[54:03] Ulf Buermeyer: Aber bevor wir das tun können, haben
[54:05] Ulf Buermeyer: wir uns gedacht, stellen wir euch
[54:06] Ulf Buermeyer: erstmal so ein bisschen so quasi das
[54:07] Ulf Buermeyer: Portfolio da, was die so alles kann,
[54:10] Ulf Buermeyer: diese Software.
[54:10] Philip Banse: Naja, also das Beispiel Militär
[54:12] Philip Banse: haben wir ja genannt, da gibt es
[54:13] Philip Banse: diese Software, nennt sich Maven
[54:14] Philip Banse: Smart Systems, ist halt ein
[54:16] Philip Banse: KI-basiertes System, was eben
[54:18] Philip Banse: von Palantir betrieben wird
[54:21] Philip Banse: und was eben auf Basis,
[54:23] Philip Banse: zumindest nach Berichten der
[54:24] Philip Banse: Washington Post, auf Basise von
[54:26] Philip Banse: Satellitenbildern zum Beispiel, die
[54:27] Philip Banse: Militäre Ziele
[54:29] Philip Banse: vorschlägt, hunderte Ziele
[54:31] Philip Banse: vorgeschlagen hat, die das Militärt
[54:32] Philip Banse: dann eben im Iran angreifen kann und
[54:35] Philip Banse: diese Ziele auch priorisiert.
[54:36] Philip Banse: Also, welche sollen zuerst
[54:38] Philip Banse: angegriffen werden, welche...
[54:39] Philip Banse: Kann man vielleicht auch hinten
[54:41] Philip Banse: runterfallen lassen und da werden,
[54:43] Philip Banse: du hast es gesagt eben verschiedene
[54:44] Philip Banse: Datenquellen angezapft, die
[54:46] Philip Banse: Satellitenbilder, aber natürlich
[54:47] Philip Banse: auch andere Überwachungsdaten banken
[54:49] Philip Banse: und daraus schmiedet halt diese
[54:51] Philip Banse: Software eine Empfehlung, eine
[54:53] Philip Banse: Priorliste für die Soldaten,
[54:54] Philip Banse: angeblich fällt dann das Militär,
[54:57] Philip Banse: ein Mensch, immer noch die letzte
[54:58] Philip Banse: Entscheidung.
[54:59] Ulf Buermeyer: Nein.
[55:00] Philip Banse: Noch rüber
[55:00] Ulf Buermeyer: Beispiel Minnesota, eine
[55:02] Ulf Buermeyer: Palantir-Software schaute da in
[55:04] Ulf Buermeyer: Datenbanken nach Informationen zu
[55:06] Ulf Buermeyer: Menschen mit Migrationshintergrund
[55:08] Ulf Buermeyer: und nahm Fotos, Telefonnummern,
[55:09] Ulf Buermeyer: Social Media Accounts,
[55:10] Ulf Buermeyer: Gesundheitsdaten und so und hat die
[55:12] Ulf Buermeyer: dann alle aggregiert und die
[55:14] Ulf Buermeyer: ICE-Beamten, also von ICEI, dieser
[55:16] Ulf Buermeyer: Abschiebebehörde, die hatten dann
[55:18] Ulf Buermeyer: eine Smartphone-App namens
[55:20] Ulf Buermeyer: Elite auf ihren Handys.
[55:22] Ulf Buermeyer: Und die zeigte ihnen wie bei Google
[55:24] Ulf Buermeyer: Maps an, wo sich Einsätze besonders
[55:26] Ulf Buermeyer: lohnen könnten, weil da eben
[55:27] Ulf Buermeyer: Menschen mit Migrationshintergrund
[55:29] Ulf Buermeyer: wohnen. Also tatsächlich so eine Art
[55:31] Ulf Buermeyer: Menschenjagd-App per
[55:33] Ulf Buermeyer: Handy.
[55:33] Philip Banse: Richtig.
[55:35] Philip Banse: Und das klingt natürlich alles
[55:36] Philip Banse: furchtbar dystopisch und man ist
[55:37] Philip Banse: geneigt zu sagen, okay, das sind
[55:39] Philip Banse: halt die USA unter Trump und in
[55:41] Philip Banse: Deutschland ist sowas ja überhaupt
[55:42] Philip Banse: nicht möglich.
[55:43] Philip Banse: Und es stellt sich heraus,
[55:45] Philip Banse: doch auch deutsche Polizeien,
[55:47] Philip Banse: deutsche Polizisten setzen
[55:49] Philip Banse: Palantir-Software ein.
[55:51] Philip Banse: Und was soll man sagen?
[55:53] Philip Banse: Sie finden sie geil.
[55:55] Philip Banse: Sie sind einfach nur begeistert.
[55:57] Philip Banse: Und das zeigt sich
[56:00] Philip Banse: an einem Dokument,
[56:02] Philip Banse: das wir bekommen haben.
[56:04] Philip Banse: Und dieses Dokument ist
[56:06] Philip Banse: ein Erfahrungsbericht von
[56:08] Philip Banse: Polizeibehörden in Deutschland,
[56:10] Philip Banse: in den drei Bundesländern, die die
[56:12] Philip Banse: Palantir-Software Gotham
[56:14] Philip Banse: nutzen. Nordrhein-Westfalen, Hessen.
[56:17] Ulf Buermeyer: So, und die haben an die AG
[56:19] Ulf Buermeyer: Cripo beim Bundeskriminalamt
[56:21] Ulf Buermeyer: einen Bericht geschrieben und
[56:23] Ulf Buermeyer: es geht darum, das Bundesministerium
[56:25] Ulf Buermeyer: des Innern zu überzeugen, dass diese
[56:27] Ulf Buermeyer: Palantir-Software möglichst
[56:28] Ulf Buermeyer: bundesweit eingeführt werden soll.
[56:30] Ulf Buermeyer: Ist nur für den Dienst gebraucht,
[56:31] Ulf Buermeyer: wie ihr seht, also eigentlich
[56:32] Ulf Buermeyer: geheim, ist aber irgendwie
[56:33] Ulf Buermeyer: rausgefallen und dieses Papier,
[56:35] Ulf Buermeyer: das listet eine Handvoll
[56:36] Ulf Buermeyer: Praxisbeispiele auf, wie
[56:38] Ulf Buermeyer: Palantire bisher in der Praxis
[56:41] Ulf Buermeyer: eingesetzt wurde. Die Fälle an sich
[56:43] Ulf Buermeyer: sind teilweise auch öffentlich schon
[56:44] Ulf Buermeyer: bekannt, haben teilweise sogar
[56:45] Ulf Buermeyer: Schlagzeilen gemacht.
[56:46] Ulf Buermeyer: Neu sind aber die konkreten Details
[56:48] Ulf Buermeyer: zum Einsatz von Pallantier.
[56:50] Ulf Buermeyer: Und das ist teilweise einfach ganz
[56:51] Ulf Buermeyer: spannend, wenn man so ein bisschen so
[56:52] Ulf Buermeyer: einen Einblick bekommt, wie
[56:54] Ulf Buermeyer: eigentlich Polizei im Jahr
[56:55] Ulf Buermeyer: 2025, 2026 arbeitet.
[56:58] Ulf Buermeyer: Und deswegen erzählen wir euch das
[56:59] Ulf Buermeyer: mal. Beispiel Hessen.
[57:01] Philip Banse: Und kommuniziert.
[57:02] Philip Banse: Also Beispiel Hessen.
[57:03] Philip Banse: Hessen-Beschaffter, also 2017,
[57:05] Philip Banse: diese Analysesoftware Gotham von
[57:07] Philip Banse: Palantir Technologies betreibt
[57:09] Philip Banse: seitdem die Plattform Hessendata.
[57:11] Philip Banse: Also die geben den Dingern dann
[57:12] Philip Banse: immer so einen eigenen Namen und am
[57:13] Philip Banse: Deckel ist es dann eben Palantira.
[57:15] Philip Banse: Und da muss man Transparenz
[57:16] Philip Banse: hinweisen.
[57:17] Ulf Buermeyer: Zu machen?
[57:17] Ulf Buermeyer: Genau, also gegen diesen Einsatz
[57:19] Ulf Buermeyer: von hessendata-slash-palantir
[57:21] Ulf Buermeyer: hat damals die Gesellschaft für
[57:23] Ulf Buermeyer: Freiheitsrechte geklagt, deren
[57:24] Ulf Buermeyer: Gründer ich ja noch immer bin und
[57:25] Ulf Buermeyer: deren Vorsitzender ich zu der Zeit
[57:27] Ulf Buermeyer: war.
[57:28] Ulf Buermeyer: Das heißt also, mit diesem Verfahren
[57:29] Ulf Buermeyer: hatte ich damals zu tun.
[57:30] Ulf Buermeyer: Ich habe das nicht selber geführt,
[57:31] Ulf Buermeyer: aber ich war damals natürlich auch
[57:32] Ulf Buermeyer: dafür und ich finde, das solltet ihr
[57:34] Ulf Buermeyer: wissen als Hintergrund.
[57:35] Ulf Buermeyer: Und dieses Software gibt also nun...
[57:36] Philip Banse: Zugriff auf unterschiedliche
[57:38] Philip Banse: Datenquellen innerhalb des
[57:39] Philip Banse: polizeilichen Netzwerks, wie es da
[57:40] Philip Banse: heißt, und kann vor allen Dingen mit
[57:43] Philip Banse: polizei-eigener Hardware
[57:45] Philip Banse: betrieben werden.
[57:46] Philip Banse: 2.000 Anwenderinnen
[57:48] Philip Banse: haben hessenweit darauf Zugrif
[57:50] Philip Banse: und dadurch, so sagt das Hessische
[57:52] Philip Banse: Landeskriminalamt, wird die
[57:54] Philip Banse: Zusammenarbeit von Auswärtern,
[57:56] Philip Banse: Ermittlern und Operativkräften
[57:59] Philip Banse: gefördert.
[58:00] Philip Banse: Die Vokabeln sind großartig.
[58:01] Philip Banse: Da kommen noch mehr.
[58:02] Philip Banse: Also die nennen das Fallbeispiel.
[58:04] Philip Banse: Wo haben wir das besonders
[58:05] Philip Banse: erfolgreich eingesetzt.
[58:07] Ulf Buermeyer: Ergisch-Gladbach-Komplex.
[58:09] Ulf Buermeyer: So, da ging es um einen
[58:09] Ulf Buermeyer: Ermittlungskomplex gegen Männer,
[58:11] Ulf Buermeyer: denen gemeinschaftlicher sexueller
[58:13] Ulf Buermeyer: Missbrauch von Kindern vorgeworfen
[58:15] Ulf Buermeyer: wurde und dieser Verdacht konnte
[58:17] Ulf Buermeyer: belegt werden, insbesondere dieser
[58:19] Ulf Buermeyer: Verdach des gemeinschaftlichen
[58:20] Ulf Buermeyer: Handels mit einer
[58:22] Ulf Buermeyer: Palantir-Software eben mit
[58:24] Ulf Buermeyer: Hessendata.
[58:25] Ulf Buermeyer: Und die Hessen schreiben in diesem
[58:27] Ulf Buermeyer: Bericht...
[58:27] Philip Banse: Im Verlauf der Ermittlungen wurden
[58:29] Philip Banse: Daten von insgesamt 61 Asservaten
[58:31] Philip Banse: mit mehreren Millionen Datensätzen
[58:34] Philip Banse: mithilfe der Analyseplattform
[58:36] Philip Banse: Hessendata ausgewertet.
[58:37] Philip Banse: Die Analyste erbrachte zunächst
[58:39] Philip Banse: folgendes Ergebnis.
[58:41] Philip Banse: Beide Täter hielten sich zur
[58:42] Philip Banse: gleichen Zeit in einem gleichnamigen
[58:45] Philip Banse: WLAN, Name SPAIN,
[58:47] Philip Banse: auf, mith Hilfe von Auswertung
[58:49] Philip Banse: von Geodaten in den Metadaten der
[58:51] Philip Banse: zu dieser fraglichen Zeit
[58:52] Philip Banse: aufgenommenen Bilder.
[58:54] Philip Banse: Konnte der WLAN-Bereich auf der
[58:56] Philip Banse: Insel Mallorca in Spanien
[58:57] Philip Banse: lokalisiert werden.
[58:58] Philip Banse: Weitere darauf basierende
[58:59] Philip Banse: Ermittlungen, E-Mails,
[59:01] Philip Banse: Hotelbuchungen bestätigten den
[59:03] Philip Banse: gemeinsamen Aufenthalt der beiden
[59:05] Philip Banse: Haupttäter auf der spanischen Insel
[59:07] Philip Banse: und den Missbrauch der
[59:08] Ulf Buermeyer: eines Schutzbefohlenen.
[59:10] Ulf Buermeyer: So, und der Bericht ans BKA
[59:11] Ulf Buermeyer: bilanziert, ohne die Nutzung von
[59:13] Ulf Buermeyer: Hessendata hätte die entscheidende
[59:15] Ulf Buermeyer: Information über den Aufenthalt zur
[59:17] Ulf Buermeyer: gleichen Zeit innerhalb eines
[59:18] Ulf Buermeyer: Wählernetzes bei der
[59:19] Ulf Buermeyer: Hauptbeschuldigter nicht in der
[59:21] Ulf Buermeyer: Kurzfristigkeit erlangt
[59:23] Ulf Buermeyer: werden können. Auch die Polizei NRW
[59:24] Philip Banse: Weißgutes zu berichten über
[59:26] Philip Banse: Palantir. In NRW heißt diese
[59:27] Philip Banse: Palantirsoftware
[59:28] Philip Banse: datenbankübergreifende Analyse und
[59:30] Philip Banse: Recherche, kurz DARA,
[59:32] Philip Banse: die zieht derzeit, also Stand 2014,
[59:35] Philip Banse: Daten aus 24,
[59:37] Philip Banse: Daten aus 16 verschiedenen
[59:39] Philip Banse: Quellsystemen.
[59:40] Philip Banse: Unter anderem Vorgangsbearbeitungssystem,
[59:43] Philip Banse: VBS, ist also ein
[59:46] Philip Banse: System, mit dem die Polizei Vorgänge
[59:48] Philip Banse: bearbeitet. Also wenn man einen
[59:48] Philip Banse: Schlüssel verliert, glaube ich, und
[59:50] Philip Banse: da hingeht und sagt, ich habe einen Schlüssel
[59:51] Philip Banse: verloren, landet man da drin.
[59:53] Philip Banse: Fallbearbeitungssysteme, FBS.
[59:54] Philip Banse: Verkehrsdaten, polizeiliche
[59:56] Philip Banse: Ordnungswidrigkeiten,
[59:58] Philip Banse: Erkennungsdienstliche Daten ETC.
[1:00:00] Philip Banse: Daraus zieht sich also diese
[1:00:01] Philip Banse: Softwareinformation, bereitet
[1:00:03] Philip Banse: die übersichtlich auf einem
[1:00:04] Philip Banse: Dashboard aus, man kann Netzwerke
[1:00:06] Philip Banse: erkennen, es ist alles wunderschön
[1:00:08] Philip Banse: visualisiert.
[1:00:08] Ulf Buermeyer: So, und da habe die
[1:00:10] Ulf Buermeyer: Leistungsfähigkeit der polizeilichen
[1:00:12] Ulf Buermeyer: Arbeit deutlich erhöht, schreiben
[1:00:13] Ulf Buermeyer: die Beamten aus NRW und bringen
[1:00:15] Ulf Buermeyer: das Fallbeispiel einer bestimmten
[1:00:17] Ulf Buermeyer: Handynummer. Und zwar bekam
[1:00:19] Ulf Buermeyer: die NRW-Polizei im Rahmen von
[1:00:21] Ulf Buermeyer: Terrorermittlungen eine Handynummer,
[1:00:23] Ulf Buermeyer: sollte dazu die passende Person
[1:00:24] Ulf Buermeyer: finden. Unter der Adresse zur
[1:00:26] Ulf Buermeyer: Nummer, die also als Bestandsdaten
[1:00:27] Ulf Buermeyer: bei dem Provider hinterlegt war, war
[1:00:29] Ulf Buermeyer: die Person nicht zu finden.
[1:00:31] Ulf Buermeyer: Palantir to the rescue.
[1:00:32] Philip Banse: Eine Abfrage der Rufnummer über die
[1:00:34] Philip Banse: Palantir-Anwendung zur
[1:00:36] Philip Banse: Verkehrsdaten-Auswertung
[1:00:38] Philip Banse: im landesweiten
[1:00:39] Philip Banse: Verkehrs-Datenbestand ergab
[1:00:41] Philip Banse: Hinweise auf einen konkreten
[1:00:43] Philip Banse: Aufenthaltsbereich im
[1:00:45] Philip Banse: Zuständigkeitsbereich der
[1:00:47] Philip Banse: Behörde.
[1:00:48] Philip Banse: Also, da haben die halt
[1:00:49] Philip Banse: VerkehrsDaten angezapft,
[1:00:52] Philip Banse: da diese Nummer eingegeben und es
[1:00:54] Philip Banse: fiel halt ein Name raus.
[1:00:55] Ulf Buermeyer: Also auf Deutsch Namen
[1:00:57] Ulf Buermeyer: wahrscheinlich aus der sogenannten
[1:00:59] Ulf Buermeyer: Funkzellenabfrage.
[1:01:00] Ulf Buermeyer: Genau weiß man das nicht oder eben
[1:01:02] Ulf Buermeyer: aus Telefonüberwachung jedenfalls,
[1:01:03] Ulf Buermeyer: wo diese Handynummer in bestimmten
[1:01:05] Ulf Buermeyer: Funkzällen quasi registriert
[1:01:07] Ulf Buermeyer: wurde und haben dann in diesen
[1:01:08] Ulf Buermeyer: Datenbeständen mal gesucht und dabei
[1:01:10] Ulf Buermeyer: gefunden, aha, okay, in dieser und
[1:01:12] Ulf Buermeyer: jener Funkzelle war die Person
[1:01:14] Ulf Buermeyer: eingeloggt und auch die Polizei in
[1:01:16] Ulf Buermeyer: Bayern hat für diesen
[1:01:18] Ulf Buermeyer: Bericht ans Bundeskriminalamt ein,
[1:01:19] Ulf Buermeyer: ich finde, ziemlich anschauliches
[1:01:21] Ulf Buermeyer: Beispiel beigesteuert.
[1:01:23] Ulf Buermeyer: Die Palantir-Software in Bayern
[1:01:24] Ulf Buermeyer: heißt Vera!
[1:01:26] Philip Banse: Richtig, verfahrensübergreifende
[1:01:28] Philip Banse: Recherche- und Analyseplattform,
[1:01:30] Philip Banse: auch hier Palantir unter der Haube.
[1:01:33] Philip Banse: Sie nennen als Beispiel, als
[1:01:34] Philip Banse: besonders erfolgreiches Beispiel,
[1:01:36] Philip Banse: den Einsatz der Soko-Carolinenplatz.
[1:01:39] Philip Banse: Da geht es um den Fall vom 5.
[1:01:40] Philip Banse: September 2024.
[1:01:42] Philip Banse: Da heißt es, habe ein Mann mit
[1:01:44] Philip Banse: Langwaffe und Bayonett
[1:01:46] Philip Banse: das israelische Generalkonsulat in
[1:01:48] Philip Banse: München beschossen, das
[1:01:50] Philip Banse: NS-Dokumentationszentrum
[1:01:52] Philip Banse: in Münche und eben auch
[1:01:54] Philip Banse: Polizeibeamte beschossen.
[1:01:55] Philip Banse: Und diese hätten ihn darauf
[1:01:57] Philip Banse: final bekämpft.
[1:02:00] Ulf Buermeyer: Diese bekämpften ihn
[1:02:02] Ulf Buermeyer: final.
[1:02:02] Philip Banse: Also der Mann war dann tot.
[1:02:04] Philip Banse: Der Mann war tot.
[1:02:05] Philip Banse: Und die Polizei wollte eben
[1:02:07] Philip Banse: danach dann schnell wissen, wer
[1:02:09] Philip Banse: war dieser Mann, wo hat er sich
[1:02:10] Philip Banse: zuletzt aufgehalten, der Netzwerk,
[1:02:13] Philip Banse: gibt es da vielleicht noch weitere
[1:02:14] Philip Banse: Täter, die irgendwie durch Bayern
[1:02:15] Philip Banse: fahren drohen, da wirklicherweise
[1:02:17] Philip Banse: andere weitere Anschläge,
[1:02:20] Philip Banse: kurz gab es, ihr ahnt es,
[1:02:22] Philip Banse: gab es einen möglichen
[1:02:25] Philip Banse: Gefahrenüberhang.
[1:02:27] Philip Banse: Das ist das Wort, was sie sich dafür
[1:02:28] Philip Banse: ausgedacht haben.
[1:02:29] Philip Banse: Dass da vielleicht noch was drohen
[1:02:31] Philip Banse: könnte. So, was brachte also
[1:02:33] Philip Banse: dann die Recherche mit Vera slash
[1:02:34] Philip Banse: Palantir?
[1:02:35] Ulf Buermeyer: Alle Bestände in Bayern wurden nach
[1:02:37] Ulf Buermeyer: Datenspuren durchsucht in wenigen
[1:02:39] Ulf Buermeyer: Minuten und die bayerische Polizei
[1:02:41] Ulf Buermeyer: sagt, sonst hätten 11 verschiedene
[1:02:43] Ulf Buermeyer: Polizeiverbände rund 60
[1:02:45] Ulf Buermeyer: Dienststellen abfragen müssen.
[1:02:46] Ulf Buermeyer: Das hätte mindestens einen Tag
[1:02:47] Ulf Buermeyer: gedauert.
[1:02:48] Ulf Buermeyer: Und zwar war die heiße Spur, dass
[1:02:50] Ulf Buermeyer: der Attentäter eine deutsche
[1:02:51] Ulf Buermeyer: Handynummer in seinen Kontakten
[1:02:53] Ulf Buermeyer: hatte und da freuten sich die
[1:02:55] Ulf Buermeyer: Bayern, was Vera daraus gemacht hat.
[1:02:56] Philip Banse: Mittels Vera ließ sich der Nutzer
[1:02:58] Philip Banse: dieser Telefonnummer über einen im
[1:03:00] Philip Banse: Vorgangsbearbeitungssystem
[1:03:02] Philip Banse: hinterlegten Datensatz
[1:03:03] Philip Banse: identifizieren.
[1:03:04] Philip Banse: Dazu gab es also zwei weitere
[1:03:06] Philip Banse: Nummern von zwei weiteren
[1:03:07] Philip Banse: Verdächtigen und die wurden dann
[1:03:09] Philip Banse: überprüft, das erbrachte aber
[1:03:11] Philip Banse: nichts. Der hohe Einsatzwert
[1:03:13] Philip Banse: war vor allem die zeitliche
[1:03:15] Philip Banse: Komponente, wie es heißt.
[1:03:16] Philip Banse: Wir konnten das also alles schnell
[1:03:18] Philip Banse: abhaken, auch wenn es im Kern nichts
[1:03:19] Philip Banse: gebracht hat, aber das wussten wir
[1:03:20] Philip Banse: dann eben sehr schnell.
[1:03:21] Ulf Buermeyer: So, dann haben Sie das Handy
[1:03:22] Ulf Buermeyer: ausgelesen, haben auf dieses Täters
[1:03:24] Ulf Buermeyer: da, haben Sie auf dem Handy
[1:03:25] Ulf Buermeyer: GPS-Daten gefunden, also
[1:03:27] Ulf Buermeyer: Positionsdaten, haben die wiederum
[1:03:28] Ulf Buermeyer: palant hier verfüttert.
[1:03:30] Ulf Buermeyer: Daraus wurde dann eine Heatmap
[1:03:31] Ulf Buermeyer: erstellt. Das ist so eine Karte, die
[1:03:33] Ulf Buermeyer: in verschiedenen Farbtönen
[1:03:34] Ulf Buermeyer: darstellt, wo die Person sich
[1:03:36] Ulf Buermeyer: aufgehalten hat.
[1:03:37] Ulf Buermeyer: Turns out, der Mensch kam direkt aus
[1:03:39] Ulf Buermeyer: Österreich nach München.
[1:03:40] Ulf Buermeyer: Wo hat er angehalten?
[1:03:42] Ulf Buermeyer: Viele der Beamten verkehrsbedingte
[1:03:45] Ulf Buermeyer: Haltepunkte an Ampelanlagen.
[1:03:47] Philip Banse: Es gab aber auch, und
[1:03:49] Philip Banse: da wurde es dann interessant, eine
[1:03:50] Philip Banse: Tankstelle, wo er sich aufgehalten
[1:03:52] Philip Banse: hat und da haben Polizisten sich
[1:03:53] Philip Banse: gefragt, gibt es da vielleicht eine
[1:03:54] Philip Banse: Videoüberwachung?
[1:03:55] Philip Banse: Und dann schreiben sie, eine
[1:03:56] Philip Banse: Umkreissuche förderte einen
[1:03:58] Philip Banse: Datensatz zu einem Einsatz aus
[1:03:59] Philip Banse: dem Einsatzleitsystem des
[1:04:02] Philip Banse: Polizeipräsidiums München zutage.
[1:04:04] Philip Banse: Also da hat es mal einen Einsatz
[1:04:06] Philip Banse: gegeben und der wurde halt
[1:04:08] Philip Banse: aktenkundig und den haben sie jetzt
[1:04:09] Philip Banse: gefunden mit dieser Handynummer und
[1:04:11] Philip Banse: stellte sich raus, ja diese Tanker
[1:04:13] Philip Banse: hat Videoüberwachung und
[1:04:15] Philip Banse: mittels zielgerichteter Entsendung
[1:04:17] Philip Banse: von Einsatzkräften konnte das Video
[1:04:19] Philip Banse: dann gesichert werden.
[1:04:21] Philip Banse: Man fragt sich, wie eigentlich
[1:04:22] Philip Banse: Einsätze aussehen, die nicht ziel-
[1:04:24] Philip Banse: gerichtet sind.
[1:04:26] Philip Banse: Aber sie haben ziel gerichtet, sind
[1:04:28] Philip Banse: sie auf die Tankstelle zugefahren,
[1:04:29] Philip Banse: haben das Video gesicherd und haben
[1:04:31] Philip Banse: also festgestellt, ja, tatsächlich,
[1:04:33] Philip Banse: der Täter war allein unterwegs.
[1:04:34] Philip Banse: Ergebnis, es gibt wahrscheinlich
[1:04:36] Philip Banse: kein Netzwerk.
[1:04:38] Philip Banse: Stichwort Gefahrenüberhang konnte
[1:04:40] Philip Banse: ausgeschlossen werden und die
[1:04:41] Philip Banse: Polizei war also happy.
[1:04:42] Ulf Buermeyer: Das Potenzial der Software zeigte
[1:04:44] Ulf Buermeyer: sich insbesondere bei der
[1:04:45] Ulf Buermeyer: Relevanzprüfung von Spuren.
[1:04:48] Ulf Buermeyer: Auswertungen und Analysen dieser Art
[1:04:50] Ulf Buermeyer: hätten ohne Vera aufgrund massiver
[1:04:52] Ulf Buermeyer: Aufwände in der Datenaufbereitung
[1:04:53] Ulf Buermeyer: mehrere Wochen Zeit in Anspruch
[1:04:55] Ulf Buermeyer: genommen. Durch Zusammenführung
[1:04:57] Ulf Buermeyer: aller Daten und der damit
[1:04:58] Ulf Buermeyer: verbundenen technischen Prüfbarkeit
[1:05:00] Ulf Buermeyer: von möglichen Schnittmengen war eine
[1:05:02] Ulf Buermeyer: schnelle und ressourcen schonende
[1:05:04] Ulf Buermeyer: Auswertung in Echtzeit mit
[1:05:05] Ulf Buermeyer: aktuellen Daten aus den Datenquellen
[1:05:08] Ulf Buermeyer: möglich und nicht relevante Spuren
[1:05:10] Ulf Buermeyer: konnten sehr zügig für die weitere
[1:05:11] Ulf Buermeyer: Bearbeitung ausgeschlossen werden.
[1:05:13] Philip Banse: Und die Landeskriminalämter
[1:05:14] Philip Banse: berichten nun also ans
[1:05:15] Philip Banse: Bundeskriminalamt, dass diese
[1:05:17] Philip Banse: Beispiele zeigten, welchen enormen
[1:05:19] Philip Banse: Wert die Palantir-Software für die
[1:05:20] Philip Banse: Polizei bietet.
[1:05:21] Philip Banse: Palantire ermögliche umfassende
[1:05:23] Philip Banse: und verlässliche Analyse von
[1:05:24] Philip Banse: Informationen, wodurch fundierte
[1:05:26] Philip Banse: Entscheidungen in kürzester Zeit
[1:05:28] Philip Banse: getroffen werden könnten.
[1:05:29] Philip Banse: Vorteil vor allem,
[1:05:31] Philip Banse: viele Quellen, viele Daten seien
[1:05:33] Philip Banse: eben schnell auszuwerten.
[1:05:35] Philip Banse: Und der Witz, das sagt die Polizei
[1:05:36] Philip Banse: selbst, der Watz ist, diese
[1:05:38] Philip Banse: Daten sind ja vorhanden.
[1:05:40] Philip Banse: Und sie sagen selber Wenn
[1:05:42] Philip Banse: wir da Fälle haben und die Fälle
[1:05:44] Philip Banse: nicht lösen können und die Leute
[1:05:46] Philip Banse: sich später rausstellt, all diese
[1:05:47] Philip Banse: Daten waren vorhanden,
[1:05:49] Philip Banse: dann könnte das ein
[1:05:50] Philip Banse: Kommunikationsprozess sein.
[1:05:51] Ulf Buermeyer: Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich
[1:05:53] Ulf Buermeyer: frage mich, warum eigentlich hat die
[1:05:55] Ulf Buermeyer: Polizei solche Systeme nicht schon
[1:05:57] Ulf Buermeyer: länger? Ich meine, das klingt ja nun
[1:05:58] Ulf Buermeyer: ehrlich gesagt nicht wie Raketentechnik,
[1:05:59] Ulf Buermeyer: aber gut, dazu kommen wir gleich
[1:06:01] Ulf Buermeyer: nochmal. Vor allem würden wir
[1:06:02] Ulf Buermeyer: natürlich sagen, natürlich will man
[1:06:03] Ulf Buermeyer: eine Polizei, die schnell und
[1:06:04] Ulf Buermeyer: effektiv arbeiten kann, Nadeln
[1:06:06] Ulf Buermeyer: im Heuhaufen finden und zwar
[1:06:08] Ulf Buermeyer: möglichst alle Nadeln, die für
[1:06:09] Ulf Buermeyer: einen Fall relevant sind.
[1:06:11] Ulf Buermeyer: So viel, so gut.
[1:06:12] Ulf Buermeyer: Aber wir würden zugleich
[1:06:13] Ulf Buermeyer: dagegenhalten und ist das ja hier
[1:06:14] Ulf Buermeyer: ein Rechtsstaat?
[1:06:16] Ulf Buermeyer: Und der Witz dabei ist, dass man
[1:06:17] Ulf Buermeyer: eben den Polizeibehörden nicht
[1:06:19] Ulf Buermeyer: einfach alles erlaubt, was irgendwie
[1:06:20] Ulf Buermeyer: praktisch ist. Da fallen uns noch
[1:06:21] Ulf Buermeyer: eine Menge hässlicher Dinge ein, die
[1:06:23] Ulf Buermeyer: praktisch wären, sondern das sollte
[1:06:25] Ulf Buermeyer: ja eigentlich rechtlich sauber
[1:06:26] Ulf Buermeyer: ablaufen.
[1:06:27] Ulf Buermeyer: Also Beamte sollen natürlich nicht
[1:06:29] Ulf Buermeyer: einfach mal so ihre Bekanntschaft
[1:06:30] Ulf Buermeyer: aus dem Club durch Palantir laufen
[1:06:32] Ulf Buermeyer: lassen, mal gucken, was die Dame so
[1:06:33] Ulf Buermeyer: alles schon mal so gemacht hat.
[1:06:35] Ulf Buermeyer: Und aus einer Datenschutzperspektive
[1:06:37] Ulf Buermeyer: ist es auch eine große Hürde, dass
[1:06:39] Ulf Buermeyer: diese Daten, das habt ihr jetzt ja
[1:06:40] Ulf Buermeyer: schon gehört, aus den Beschreibungen
[1:06:41] Ulf Buermeyer: der verschiedenen Systeme aus völlig
[1:06:43] Ulf Buermeyer: unterschiedlichen Quellen kommen.
[1:06:45] Ulf Buermeyer: Und diese Hürde für das
[1:06:47] Ulf Buermeyer: Zusammenschütten von Daten, die hat
[1:06:49] Ulf Buermeyer: auch eine verfassungsrechtliche
[1:06:50] Ulf Buermeyer: Basis, nämlich im
[1:06:51] Ulf Buermeyer: Datenschutzgrundrecht, in der
[1:06:52] Ulf Buermeyer: sogenannten Information- und
[1:06:53] Ulf Buermeyer: Selbstbestimmung. Da heißt es
[1:06:55] Ulf Buermeyer: nämlich, dass es einen Grundsatz
[1:06:57] Ulf Buermeyer: gibt der Zweckbindung von Daten.
[1:06:59] Ulf Buermeyer: Das heißt, Daten dürfen
[1:07:00] Ulf Buermeyer: normalerweise nur für
[1:07:02] Ulf Buermeyer: den Zweck verarbeitet werden, zu
[1:07:04] Ulf Buermeyer: dem man sie ursprünglich mal erhoben
[1:07:06] Ulf Buermeyer: hat. Ansonsten muss es eine
[1:07:07] Ulf Buermeyer: bestimmte Rechtsgrundlage geben, um
[1:07:08] Ulf Buermeyer: diese Zweck-Bindung auszuhebeln.
[1:07:11] Ulf Buermeyer: Und da muss man ganz ehrlich sagen,
[1:07:12] Ulf Buermeyer: da sieht...
[1:07:13] Ulf Buermeyer: Palantier oder sie in vergleichbare
[1:07:14] Ulf Buermeyer: Systeme für mich schon aus wie
[1:07:16] Ulf Buermeyer: ein ziemlicher Frontalangriff.
[1:07:17] Philip Banse: Ja, nicht in Nürnz haben ja die
[1:07:19] Philip Banse: Polizei verschiedene Datenbanken,
[1:07:21] Philip Banse: weil eben über diese verschiedenen
[1:07:23] Philip Banse: Töpfe sichergestellt werden kann,
[1:07:25] Philip Banse: dass diese Daten voneinander
[1:07:26] Philip Banse: getrennt sind und an einen
[1:07:28] Philip Banse: bestimmten Zweck gebunden bleiben.
[1:07:30] Philip Banse: Und wenn du dann halt eine Software
[1:07:32] Philip Banse: hast, die genau diese Töpfel
[1:07:34] Philip Banse: alle zusammenschüttet bzw.
[1:07:36] Philip Banse: In alle Tö pfe beliebig oft
[1:07:38] Philip Banse: reingreifen kann, um die Daten
[1:07:40] Philip Banse: miteinander zu verbinden, dann mag
[1:07:41] Philip Banse: das für die Polizei vielleicht
[1:07:42] Philip Banse: praktisch sein, aber dieses zentrale
[1:07:45] Philip Banse: Datenschutzprinzip wird damit aus.
[1:07:46] Ulf Buermeyer: Diese Zweckbindung ist dann
[1:07:48] Ulf Buermeyer: nicht mehr viel übrig, und das hat
[1:07:50] Ulf Buermeyer: uns näher erklärt, Dr. Thomas
[1:07:51] Ulf Buermeyer: Petri, mit dem haben wir telefoniert
[1:07:53] Ulf Buermeyer: und der ist der Datenschutzbeauftragte
[1:07:55] Ulf Buermeyer: für den öffentlichen Bereich in
[1:07:57] Ulf Buermeyer: Bayern. Also in Bayern gibt es,
[1:07:58] Ulf Buermeyer: anders als in den meisten anderen
[1:07:59] Ulf Buermeyer: Bundesländern oder ich glaube sogar
[1:08:00] Ulf Buermeyer: in allen anderen, gibt es zwei
[1:08:01] Ulf Buermeyer: Datenschutzebeauftrage, einen für
[1:08:03] Ulf Buermeyer: den Öffentlichen Bereich, eine für
[1:08:04] Ulf Buermeyer: Privatunternehmen und Thomas Petr
[1:08:06] Ulf Buermeyer: ist eben zuständig für den
[1:08:07] Ulf Buermeyer: öffentlichen Bereich, auf Deutsch
[1:08:08] Ulf Buermeyer: für Behörden und damit auch für die
[1:08:10] Ulf Buermeyer: Polizei und er sagt...
[1:08:12] Friedrich Merz: Der automatisierten Datenanalyse
[1:08:13] Friedrich Merz: ist es so, dass die
[1:08:15] Friedrich Merz: ganz großen operativen
[1:08:17] Friedrich Merz: Datenbanken virtuell zusammengeführt
[1:08:20] Friedrich Merz: werden.
[1:08:21] Friedrich Merz: Also das heißt, ein
[1:08:23] Friedrich Merz: Kriminalaktennachweis wird
[1:08:24] Friedrich Merz: zusammengebunden mit einem
[1:08:26] Friedrich Merz: Vorgangsverwaltungssystem und
[1:08:29] Friedrich Merz: vielleicht auch mit einer Datenbank,
[1:08:31] Friedrich Merz: die sich mit
[1:08:33] Friedrich Merz: Verkehrsordnungswidrigkeiten auseinandersetzt
[1:08:35] Friedrich Merz: und und und.
[1:08:36] Friedrich Merz: Also es gibt verschiedene große
[1:08:38] Friedrich Merz: Datenbanken der Polizei.
[1:08:40] Friedrich Merz: Die dienen unterschiedlichen Zwecken
[1:08:42] Friedrich Merz: und die automatisierte Datenanalyse
[1:08:44] Friedrich Merz: schüttet die virtuell zusammen und
[1:08:47] Friedrich Merz: durchsiebt sie dann
[1:08:49] Friedrich Merz: nach Kriterien,
[1:08:51] Friedrich Merz: die eben von Polizeikräften
[1:08:53] Friedrich Merz: dann eben eingegeben werden.
[1:08:55] Friedrich Merz: So aber...
[1:08:55] Philip Banse: Aber wenn die Polizei damit viel
[1:08:57] Philip Banse: schneller arbeiten kann, haben wir
[1:08:58] Philip Banse: ihn gefragt, wo ist denn dann das
[1:08:59] Philip Banse: Problem?
[1:09:00] Friedrich Merz: Genau, die Polizei sagt, das
[1:09:02] Friedrich Merz: ist doch ganz harmlos, das dient
[1:09:04] Friedrich Merz: ja nur der Beschleunigung der
[1:09:05] Friedrich Merz: Arbeit.
[1:09:06] Friedrich Merz: Das Problem allerdings ist,
[1:09:09] Friedrich Merz: dass die Datenbanken oft gar nichts
[1:09:11] Friedrich Merz: mit Kriminalität zu tun haben.
[1:09:13] Friedrich Merz: Die Datenanalyse allerdings sehr
[1:09:15] Friedrich Merz: wohl.
[1:09:15] Philip Banse: So und das finde ich klingt
[1:09:17] Philip Banse: natürlich erst mal interessant aber
[1:09:18] Philip Banse: man will natürlich wissen was genau
[1:09:21] Philip Banse: heißt das was heißt.
[1:09:23] Friedrich Merz: Also ich will mal ein Beispiel
[1:09:25] Friedrich Merz: nennen. Ich selber bin
[1:09:26] Friedrich Merz: Landesbeauftragter für den
[1:09:28] Friedrich Merz: Datenschutz.
[1:09:29] Friedrich Merz: Ich bin in dieser Eigenschaft schon
[1:09:31] Friedrich Merz: angefeindet worden.
[1:09:32] Friedrich Merz: Ich bin also ein potenzielles Opfer.
[1:09:34] Friedrich Merz: Also bin ich in dieser Datenbank
[1:09:36] Friedrich Merz: drin als Opfer,
[1:09:38] Friedrich Merz: ich bin als Privatperson schon
[1:09:40] Friedrich Merz: häufiger mal als Zeuge unterwegs
[1:09:43] Friedrich Merz: gewesen.
[1:09:44] Friedrich Merz: Also bin nicht als Zeug da
[1:09:46] Friedrich Merz: gespeichert.
[1:09:47] Friedrich Merz: Ich habe mal einen Schlüssel
[1:09:48] Friedrich Merz: verloren, bin ich also im normalen
[1:09:50] Friedrich Merz: Vorgangsverwaltungssystem.
[1:09:52] Friedrich Merz: Es gibt sicherlich noch zwei, drei
[1:09:53] Friedrich Merz: andere Sachen, von denen ich gar
[1:09:55] Friedrich Merz: nichts weiß.
[1:09:56] Friedrich Merz: Wo ich nie drin war,
[1:09:58] Friedrich Merz: ist ein Kriminalaktenachweis.
[1:10:00] Friedrich Merz: Und trotzdem werde ich
[1:10:02] Friedrich Merz: jedes Mal, wenn die automatisierte
[1:10:04] Friedrich Merz: Datenanalyse auf diese großen
[1:10:06] Friedrich Merz: Datenbestände zugreift,
[1:10:08] Friedrich Merz: daraufhin gescannt, ob ich
[1:10:11] Friedrich Merz: mit kriminellen Machenschaften
[1:10:13] Friedrich Merz: etwas zu tun habe.
[1:10:15] Friedrich Merz: Also wenn man 1.000 pro Jahr
[1:10:17] Friedrich Merz: nimmt, dann werde ich statistisch
[1:10:18] Friedrich Merz: gesehen Jeden Tag
[1:10:20] Friedrich Merz: dreimal?
[1:10:22] Friedrich Merz: Von einer automatisierten
[1:10:23] Friedrich Merz: Datenanalyse überprüft
[1:10:26] Friedrich Merz: und das ist schon ein recht
[1:10:28] Friedrich Merz: erheblicher Grundrechtseingriff.
[1:10:30] Philip Banse: Und jetzt sagt er aber auch, nein,
[1:10:32] Philip Banse: wir haben noch kein konkretes
[1:10:34] Philip Banse: Opfer, sagen wir mal so.
[1:10:35] Philip Banse: Es gibt da zwar Verfahren, aber wir
[1:10:37] Philip Banse: haben... Also eins, es gibt da noch
[1:10:38] Philip Banse: eins.
[1:10:38] Ulf Buermeyer: Also eins, es gibt nur noch ein konkretes
[1:10:39] Ulf Buermeyer: Verband, denn solange wird das jetzt
[1:10:40] Ulf Buermeyer: in Bayern auch nicht eingesetzt,
[1:10:42] Ulf Buermeyer: aber es gibt eine Beschwerde.
[1:10:43] Philip Banse: Wir haben noch kein konkretes Opfer.
[1:10:45] Philip Banse: Und man kann das natürlich
[1:10:45] Philip Banse: einerseits gruselig finden, aber
[1:10:47] Philip Banse: andererseits, sagt die Polizei, das
[1:10:48] Philip Banse: erleichtert uns unsere Arbeit enorm.
[1:10:50] Ulf Buermeyer: Ich finde, das ist einmal
[1:10:52] Ulf Buermeyer: noch so ein bisschen auf den Punkt zu bringen.
[1:10:53] Ulf Buermeyer: Also da steht quasi auf der einen
[1:10:55] Ulf Buermeyer: Seite diese Effektivität.
[1:10:57] Ulf Buermeyer: Also es ist halt einfach wahnsinnig
[1:10:58] Ulf Buermeyer: praktisch. Vollig nachvollziehbar.
[1:10:59] Ulf Buermeyer: Total nachvollziehenbar.
[1:11:00] Ulf Buermeyer: Es ist halt total praktisch, wenn
[1:11:01] Ulf Buermeyer: die Polizei eine Telefonnummer zum
[1:11:03] Ulf Buermeyer: Beispiel einfach an allen möglichen
[1:11:05] Ulf Buermeyer: Datenbanken suchen kann, die sie zu
[1:11:07] Ulf Buermeyer: völlig anderen Zwecken führt,
[1:11:09] Ulf Buermeyer: als um zum Beispiel Ermittlungen
[1:11:11] Ulf Buermeyer: in einem Strafverfahren
[1:11:12] Ulf Buermeyer: durchzuführen.
[1:11:13] Ulf Buermeyer: Auf der anderen Seite gibt es
[1:11:14] Ulf Buermeyer: natürlich diesen datenschutzrechtlichen
[1:11:16] Ulf Buermeyer: Grundsatz zu sagen.
[1:11:17] Ulf Buermeyer: Man erhebt die Daten zu einem
[1:11:18] Ulf Buermeyer: bestimmten Zweck und man darf sie
[1:11:20] Ulf Buermeyer: normalerweise eben auch nur zu
[1:11:22] Ulf Buermeyer: diesem Zweck einsetzen.
[1:11:23] Ulf Buermeyer: Und wir haben uns gedacht, das ist
[1:11:25] Ulf Buermeyer: doch mal eine ganz spannende Frage
[1:11:26] Ulf Buermeyer: für den Saal.
[1:11:26] Philip Banse: Ja, naja, also wenn ihr das so
[1:11:28] Philip Banse: hört, dann fragt man sich natürlich,
[1:11:29] Philip Banse: ist eine Güterabwägung.
[1:11:31] Philip Banse: Polizei, will man natürlich, dass
[1:11:32] Philip Banse: sie effektiv arbeitet.
[1:11:33] Philip Banse: Auf der anderen Seite habt ihr den
[1:11:34] Philip Banse: Datenschutzbeauftragten gehört, der
[1:11:35] Philip Banse: sagt, na ja, also selbst wenn ich da
[1:11:37] Philip Banse: in diesen Datenbanken auftauche, die
[1:11:38] Philip Banse: alle nix mit Kriminalität zu tun
[1:11:40] Philip Banse: haben, werde ich statistisch dreimal
[1:11:41] Philip Banse: am Tag irgendwie von so einer Suche
[1:11:43] Philip Banse: betroffen. Und mich würde mal
[1:11:44] Philip Banse: interessieren, wie eure
[1:11:45] Philip Banse: Güter-Abwägungen ausfällt.
[1:11:47] Philip Banse: Wer von euch würde sagen,
[1:11:49] Philip Banse: na, ja, Hauptsache die Polizei kann
[1:11:51] Philip Banse: gut arbeiten, wunderbar, diese
[1:11:53] Philip Banse: Datenschutzbedenken, die stelle ich
[1:11:55] Philip Banse: für mich persönlich Hinten an.
[1:11:57] Philip Banse: Wer würde das unterschreiben?
[1:11:58] Philip Banse: Ich würde mal schätzen.
[1:12:00] Ulf Buermeyer: Etwa ein Drittel, genau.
[1:12:01] Ulf Buermeyer: 25 bis 30 Prozent.
[1:12:03] Philip Banse: Wer sagt, hey,
[1:12:05] Philip Banse: also Polizei, die können auch so
[1:12:07] Philip Banse: arbeiten, die haben genug Werkzeuge,
[1:12:09] Philip Banse: für mich fällt die Güterabwägung
[1:12:11] Philip Banse: anders aus.
[1:12:12] Philip Banse: Diese datenbankübergreifenden
[1:12:13] Philip Banse: Abfragen, die sollten wir nicht
[1:12:15] Philip Banse: nutzen.
[1:12:17] Ulf Buermeyer: Ja, würde ich sagen, das sind jetzt
[1:12:18] Ulf Buermeyer: noch weniger, also
[1:12:20] Ulf Buermeyer: mit einem Wort, wir haben sicher die
[1:12:21] Ulf Buermeyer: Hälfte unentschieden, kann man
[1:12:23] Ulf Buermeyer: glaube ich sagen. Wer hat gar nicht
[1:12:24] Ulf Buermeyer: abgestimmt?
[1:12:27] Ulf Buermeyer: Ja, drei Drittel.
[1:12:27] Ulf Buermeyer: Wem ist es egal?
[1:12:30] Ulf Buermeyer: Egal ist es eben niemand.
[1:12:32] Ulf Buermeyer: Aber es ist wirklich eine schwierige
[1:12:34] Ulf Buermeyer: Frage. Es ist also ganz
[1:12:35] Ulf Buermeyer: offensichtlich eine schwierigen
[1:12:37] Ulf Buermeyer: Frage, eine sehr persönliche
[1:12:39] Ulf Buermeyer: Abwägungsentscheidung und was
[1:12:41] Ulf Buermeyer: wir beiden auch bei der Vorbereitung
[1:12:42] Ulf Buermeyer: überlegt haben ist, Es fällt hat
[1:12:44] Ulf Buermeyer: einfach so schwer, die Folgen
[1:12:46] Ulf Buermeyer: von Verstößen gegen den Datenschutz
[1:12:48] Ulf Buermeyer: oder sagen wir mal allgemeiner von
[1:12:50] Ulf Buermeyer: Eingriffen in die informationelle
[1:12:51] Ulf Buermeyer: Selbstbestimmung tatsächlich spürbar
[1:12:53] Ulf Buermeyer: zu machen. Das gilt eigentlich für
[1:12:55] Ulf Buermeyer: solche Sicherheitsdebatten immer.
[1:12:56] Ulf Buermeyer: Die Polizei hat es, deswegen haben
[1:12:58] Ulf Buermeyer: wir das so ausführlich vorgestellt,
[1:12:59] Ulf Buermeyer: die Polizei hat einfach wahnsinnig
[1:13:01] Ulf Buermeyer: gute Praxisbeispiele,
[1:13:02] Ulf Buermeyer: wo man sofort versteht, wozu das gut
[1:13:04] Ulf Buermeyer: ist. Nur die andere Seite,
[1:13:06] Ulf Buermeyer: also wozu Missbrauch führt und wozu
[1:13:08] Ulf Buermeyer: eben zum Beispiel Verstösse gegen
[1:13:10] Ulf Buermeyer: den datenschutz führen.
[1:13:11] Ulf Buermeyer: Das ist ganz häufig auf den ersten
[1:13:13] Ulf Buermeyer: Blick so abstrakt, und da fällt es
[1:13:14] Ulf Buermeyer: deutlich schwerer, solche Fälle
[1:13:16] Ulf Buermeyer: zu formulieren.
[1:13:17] Ulf Buermeyer: Die GFF jedenfalls, haben wir eben
[1:13:18] Ulf Buermeyer: schon gesagt, hat gegen den Einsatz
[1:13:20] Ulf Buermeyer: von Palantir in Hessen geklagt.
[1:13:23] Ulf Buermeyer: Damals nämlich auch, haben Sie
[1:13:25] Ulf Buermeyer: gesagt, das fehlte auch an einer
[1:13:27] Ulf Buermeyer: sauberen Rechtsgrundlage für den
[1:13:28] Ulf Buermeyer: Einsatz vom Palantier.
[1:13:29] Ulf Buermeyer: Das Bundesverfassungsgericht hat das
[1:13:32] Ulf Buermeyer: geteilt, hat also in der Tat diesen
[1:13:33] Ulf Buermeyer: hessischen Einsatz zunächst mal für
[1:13:35] Ulf Buermeyer: verfassungswidrig erklärt.
[1:13:36] Ulf Buermeyer: Aber hat, wie es das in der Regel ja
[1:13:38] Ulf Buermeyer: tut, nur eine detailliertere
[1:13:39] Ulf Buermeyer: Rechtsgrundlage für die Datenanalyse
[1:13:42] Ulf Buermeyer: gefordert und dann gesagt, nein,
[1:13:43] Ulf Buermeyer: grundsätzlich geht es schon, wenn
[1:13:45] Ulf Buermeyer: man ein entsprechendes Gesetz
[1:13:46] Ulf Buermeyer: schreibt und nun gibt es eben neue
[1:13:48] Ulf Buermeyer: Gesetze in Hessen noch in anderen
[1:13:50] Ulf Buermeyer: Ländern, ob der Einsatz damit
[1:13:51] Ulf Buermeyer: rechtlich nicht mehr zu beanstanden
[1:13:53] Ulf Buermeyer: ist, ist umstritten.
[1:13:54] Ulf Buermeyer: Die GFF, bin ja jetzt nicht mehr
[1:13:55] Ulf Buermeyer: aktiv seit einem Jahr, deswegen weiß
[1:13:56] Ulf Buermeyer: ich nicht ganz genau, ich glaube,
[1:13:58] Ulf Buermeyer: die GFF klagt weiter und will
[1:13:59] Ulf Buermeyer: also auch die neuen Gesetzen wieder
[1:14:01] Ulf Buermeyer: prüfen lassen.
[1:14:02] Ulf Buermeyer: Tatsache ist jedenfalls, glaube
[1:14:03] Ulf Buermeyer: ich... Aus einer polizeilichen
[1:14:05] Ulf Buermeyer: Perspektive ist die Nachfrage nach
[1:14:07] Ulf Buermeyer: Palantir Software enorm.
[1:14:08] Philip Banse: Definitiv.
[1:14:09] Philip Banse: Andere Behörden wollen das auch
[1:14:10] Philip Banse: machen.
[1:14:11] Philip Banse: Also beispielsweise will das
[1:14:12] Philip Banse: Innenministerium das fürs
[1:14:13] Philip Banse: Bundeskriminalamt haben.
[1:14:14] Philip Banse: SPD ist im Bund bisher dagegen.
[1:14:16] Philip Banse: Aber es stellt sich natürlich die
[1:14:17] Philip Banse: Frage, politisch, jetzt
[1:14:19] Philip Banse: wenn es rechtlich einigermaßen
[1:14:20] Philip Banse: geklärt ist, wie das gehen kann,
[1:14:22] Philip Banse: politisch wollen wir das dann
[1:14:23] Philip Banse: überhaupt. Und wir fanden ganz
[1:14:24] Philip Banse: interessant oder ganz interessant,
[1:14:25] Philip Banse: ist da in diesem Zusammenhang die
[1:14:27] Philip Banse: Antwort der Schweizer Armee?
[1:14:28] Philip Banse: Genau. Weil die ist nämlich ziemlich
[1:14:29] Philip Banse: klar.
[1:14:30] Ulf Buermeyer: Ja, man kann sagen, also Palantir
[1:14:31] Ulf Buermeyer: hat einfach eine sehr effektive
[1:14:33] Ulf Buermeyer: PR-Arbeit.
[1:14:34] Ulf Buermeyer: Ich kenne auch so ein paar Leute,
[1:14:35] Ulf Buermeyer: die da mal gearbeitet haben und so.
[1:14:36] Ulf Buermeyer: Also die Palantirt zieht schon
[1:14:38] Ulf Buermeyer: tatsächlich durch die Gegend und
[1:14:39] Ulf Buermeyer: flirtet so mit Behörden, tududu, wir
[1:14:41] Ulf Buermeyer: haben da so eine geile Software.
[1:14:42] Ulf Buermeyer: Und so haben sie eben auch die
[1:14:43] Ulf Buermeyer: Schweizer Armee angebaggert.
[1:14:45] Ulf Buermeyer: Und daraufhin haben die Schweitzer
[1:14:46] Ulf Buermeyer: dann nicht direkt zurückgeflirtet,
[1:14:48] Ulf Buermeyer: sondern sie haben erst mal gesagt,
[1:14:49] Ulf Buermeyer: jetzt machen wir mal einen Background-Check
[1:14:50] Ulf Buermeyer: so. Und die Schweizermee hat dann
[1:14:52] Ulf Buermeyer: also eine Risikobewertung
[1:14:53] Ulf Buermeyer: geschrieben. Und die, das kann man
[1:14:55] Ulf Buermeyer: nicht anders sagen, fällt für
[1:14:56] Ulf Buermeyer: Palantire einigermaßen vernichtend
[1:14:58] Ulf Buermeyer: aus. Nicht aus
[1:14:59] Ulf Buermeyer: datenschutzrechtlichen Gründen,
[1:15:00] Ulf Buermeyer: sondern die haben ganz andere Erwägungen.
[1:15:01] Philip Banse: Die Schweizer Armee, schreiben sie,
[1:15:03] Philip Banse: sollte Alternativen zu Palantir in
[1:15:04] Philip Banse: Betracht ziehen. Es gibt europäische
[1:15:06] Philip Banse: Unternehmen, die vergleichbare
[1:15:07] Philip Banse: Lösungen anbieten und mit dem
[1:15:09] Philip Banse: Datenschutz und Sicherheitsanforderungen
[1:15:11] Philip Banse: besser vertraut sind.
[1:15:13] Philip Banse: Die Prüfung von Open Source Optionen
[1:15:15] Philip Banse: oder die Entwicklung und Integration
[1:15:16] Philip Banse: eigener Datenanalyseplattformen
[1:15:19] Philip Banse: könnten Wege sein, um die Kontrolle
[1:15:20] Philip Banse: über kritische Systeme zu behalten
[1:15:21] Philip Banse: und Abhängigkeiten zu
[1:15:23] Philip Banse: reduzieren. Aus den genannten
[1:15:25] Philip Banse: Gründen empfehlen die Gutachter auf
[1:15:26] Philip Banse: Lösungen des Unternehmens Palantirt
[1:15:28] Philip Banse: Technologies Incorporated.
[1:15:30] Philip Banse: Zu verzichten.
[1:15:32] Ulf Buermeyer: Das sind natürlich entsprechend
[1:15:33] Ulf Buermeyer: klare Worte.
[1:15:34] Ulf Buermeyer: Palantir bestreitet das, verlangt
[1:15:35] Ulf Buermeyer: auch eine Gegendarstellung.
[1:15:36] Ulf Buermeyer: Gibt es also jetzt einen
[1:15:37] Ulf Buermeyer: Rechtsstreit?
[1:15:38] Ulf Buermeyer: Aber wir fanden einfach total
[1:15:39] Ulf Buermeyer: spannend, dass es neben dieser
[1:15:40] Ulf Buermeyer: datenschutzrechtlichen Diskussion
[1:15:42] Ulf Buermeyer: auch eine völlig andere Diskussion
[1:15:43] Ulf Buermeyer: gibt, nämlich über die Frage
[1:15:46] Ulf Buermeyer: der digitalen Souveränität.
[1:15:48] Ulf Buermeyer: Die Schweizer haben also weniger
[1:15:50] Ulf Buermeyer: Bedenken oder Gegenargumente gegen
[1:15:52] Ulf Buermeyer: den Einsatz von so einer
[1:15:53] Ulf Buermeyer: Analyse-Software, sondern sie haben
[1:15:55] Ulf Buermeyer: vor allem was gegen konkret diesen
[1:15:57] Ulf Buermeyer: Anbieter Palantire und diese
[1:15:59] Ulf Buermeyer: sorgen. Werden auch in Deutschland
[1:16:00] Ulf Buermeyer: von vielen geteilt.
[1:16:02] Ulf Buermeyer: Die Kritik ist immer dieselbe.
[1:16:03] Ulf Buermeyer: Palantir mache abhängig von den
[1:16:05] Ulf Buermeyer: USA und vor allem sei diese
[1:16:07] Ulf Buermeyer: Palantirs Software auch nicht so
[1:16:08] Ulf Buermeyer: einzigartig, wie die sich immer
[1:16:10] Ulf Buermeyer: darstellen. Wie gesagt, die haben eine
[1:16:11] Ulf Buermeyer: sehr leistungsfähige PR-Abteilung,
[1:16:14] Ulf Buermeyer: aber man kann sich schon sehr die
[1:16:15] Ulf Buermeyer: Frage stellen, ob diese Software
[1:16:16] Ulf Buermeyer: wirklich so außerordentlich dolle
[1:16:17] Ulf Buermeyer: ist, wie sie das darstellen?
[1:16:19] Philip Banse: Und deswegen, selbst wenn man sagt,
[1:16:21] Philip Banse: wir wollen das, und wie einige hier
[1:16:23] Philip Banse: auch sagen, wir stellen das hinten
[1:16:24] Philip Banse: an, die Polizei soll effektiv
[1:16:26] Philip Banse: arbeiten, stellt sich einfach die
[1:16:27] Philip Banse: Frage, will man das mit einer
[1:16:29] Philip Banse: Software machen, die ja auch
[1:16:31] Philip Banse: von Trump-nahen Leuten mitfinanziert
[1:16:33] Philip Banse: wird und eben letztlich in
[1:16:34] Philip Banse: amerikanischen Gesetzen unterliegt,
[1:16:36] Philip Banse: gerade vielleicht in so einem
[1:16:37] Philip Banse: zentralen Bereich wie
[1:16:40] Philip Banse: öffentliche Sicherheit, Abwehr von
[1:16:41] Philip Banse: Terrorismus und so weiter,
[1:16:43] Philip Banse: will man quasi
[1:16:45] Philip Banse: da nicht bei so zentrale Sachen...
[1:16:47] Philip Banse: Lieber auf europäische Lösungen
[1:16:49] Philip Banse: setzen, zumal es ja Alternativen
[1:16:50] Philip Banse: gibt. Also man denkt ja manchmal, es
[1:16:52] Philip Banse: gibt nur Zoom, aber stellt sich
[1:16:54] Philip Banse: heraus, es gibt auch noch was
[1:16:54] Philip Banse: anderes als Zoom.
[1:16:55] Ulf Buermeyer: Genau. Und das ist eben auch heute
[1:16:57] Ulf Buermeyer: schon bei Palantir so.
[1:16:58] Ulf Buermeyer: Und ich würde auch ganz klar sagen,
[1:16:59] Ulf Buermeyer: Palantire ist einfach keine
[1:17:01] Ulf Buermeyer: Raketenwissenschaft.
[1:17:02] Ulf Buermeyer: Wenn man Beispiele liest, also auch
[1:17:04] Ulf Buermeyer: die Beispel, die wir vorgestellt
[1:17:05] Ulf Buermeyer: haben, dann fragt man sich, warum
[1:17:06] Ulf Buermeyer: zum Geier hat die Polizei nicht
[1:17:08] Ulf Buermeyer: schon seit 20 Jahren selber
[1:17:10] Ulf Buermeyer: entsprechende Lösungen programmiert?
[1:17:12] Ulf Buermeyer: Wieso hat sie sowas nicht
[1:17:13] Ulf Buermeyer: entwickelt? Warum muss da erst ein
[1:17:15] Ulf Buermeyer: Unternehmen aus dem Silicon Valley
[1:17:16] Ulf Buermeyer: daherkommen, das eben tatsächlich
[1:17:18] Ulf Buermeyer: diesen Datenbank übergreifenden
[1:17:19] Ulf Buermeyer: Zugriff hinkriegt?
[1:17:20] Ulf Buermeyer: Ich meine, im Grunde ist das ja nur
[1:17:21] Ulf Buermeyer: eine Art Google, was sie da bauen.
[1:17:22] Philip Banse: Ja genau, also da traue ich mir
[1:17:24] Philip Banse: keine Urteil zu, was da im
[1:17:25] Philip Banse: Hintergrund nötig ist, um diese
[1:17:26] Philip Banse: ganzen Datenbankformate irgendwie
[1:17:28] Philip Banse: über einen Kamm zu scheren und
[1:17:29] Philip Banse: daraus irgendwas rauszulesen.
[1:17:30] Philip Banse: Aber an Geld scheint es zumindest
[1:17:32] Philip Banse: nicht zu mangeln.
[1:17:33] Philip Banse: Also die Schweizer sagen zum
[1:17:35] Philip Banse: Beispiel, dass die nordrhein-westfälische
[1:17:36] Philip Banse: Polizei 22 Millionen
[1:17:39] Philip Banse: Euro für eine fünfjährige
[1:17:40] Philip Banse: Lizenzfrist bezahlt hat und
[1:17:42] Philip Banse: zusätzlich nochmal eine halbe
[1:17:44] Philip Banse: bis eine Million Euro jährlich
[1:17:47] Philip Banse: für Wartung und Support.
[1:17:48] Philip Banse: Insgesamt schreiben die Schweizer
[1:17:49] Philip Banse: könnten Projekte aufgrund hoher
[1:17:51] Philip Banse: Sicherheitsforderungen und dahin
[1:17:52] Philip Banse: Qualität. Auch noch deutlich
[1:17:54] Philip Banse: teurer werden als geplant.
[1:17:56] Ulf Buermeyer: Da muss ich ganz ehrlich sagen, mit
[1:17:57] Ulf Buermeyer: so viel Geld könnte man eine
[1:17:58] Ulf Buermeyer: stadtliche Entwicklungsabteilung
[1:18:00] Ulf Buermeyer: einrichten, vielleicht so als
[1:18:01] Ulf Buermeyer: Gemeinschaftsprojekt der deutschen
[1:18:02] Ulf Buermeyer: Bundesländer.
[1:18:03] Ulf Buermeyer: Damit könnte man sowas nämlich
[1:18:05] Ulf Buermeyer: einfach selbst bauen.
[1:18:06] Ulf Buermeyer: Wie gesagt, 22 Millionen und das ist
[1:18:07] Ulf Buermeyer: ja nur ein Bundesland, wenn auch
[1:18:09] Ulf Buermeyer: eines der ganz großen.
[1:18:10] Ulf Buermeyer: Also wir können schon davon
[1:18:11] Ulf Buermeyer: ausgehen, wenn Palantir wirklich
[1:18:12] Ulf Buermeyer: bundesweit käme, dann reden wir eher
[1:18:14] Ulf Buermeyer: von dreistelligen Millionenbeträgen
[1:18:16] Ulf Buermeyer: plus eben noch jährliche Wartungs-
[1:18:17] Ulf Buermeyer: und Supportkosten und so.
[1:18:19] Ulf Buermeyer: Und mit dem Geld könnte man einfach
[1:18:21] Ulf Buermeyer: selber etwas Vergleichbares bauen
[1:18:22] Ulf Buermeyer: und dann bleiben die Millionen oder
[1:18:24] Ulf Buermeyer: irgendwann Milliarden nämlich im
[1:18:26] Ulf Buermeyer: Land oder zumindest in Europa.
[1:18:28] Ulf Buermeyer: Man bildet in unseren eigenen
[1:18:30] Ulf Buermeyer: Ländern kompetente Leute aus,
[1:18:31] Ulf Buermeyer: man hat die Kontrolle über die
[1:18:33] Ulf Buermeyer: Software. Da freuen sich auch die
[1:18:34] Ulf Buermeyer: Datenschützer, die könnte man dann
[1:18:36] Ulf Buermeyer: nämlich in Software Design direkt
[1:18:37] Ulf Buermeyer: einbauen, denn bei Palantir
[1:18:39] Ulf Buermeyer: schauen sie im Kern auf eine Black
[1:18:41] Ulf Buermeyer: Box. Also Palantire sagt zwar die
[1:18:42] Ulf Buermeyer: Software läuft auf euren Computern,
[1:18:44] Ulf Buermeyer: ihr müsst die Daten nicht nach
[1:18:45] Ulf Buermeyer: Hanifornien schicken, aber das kann
[1:18:47] Ulf Buermeyer: man letztlich nur glauben, dass
[1:18:48] Ulf Buermeyer: Palantir darauf nicht zugreifen
[1:18:50] Ulf Buermeyer: kann. Deswegen wäre meine ganz klare
[1:18:52] Ulf Buermeyer: Forderung, wenn wir sowas überhaupt
[1:18:53] Ulf Buermeyer: wollen, da gibt ja auch die
[1:18:54] Ulf Buermeyer: datenschutzrechtliche Perspektive,
[1:18:56] Ulf Buermeyer: aber wenn wir so was überhaupt
[1:18:57] Ulf Buermeyer: wollen, dann doch bitte
[1:18:59] Ulf Buermeyer: rechtsstaatlich sauber, europäisch
[1:19:01] Ulf Buermeyer: und souverän.
[1:19:02] Ulf Buermeyer: Also eine europäische Lösung.
[1:19:07] Philip Banse: Genau und zwar open source und zwar
[1:19:09] Philip Banse: so, dass der Codon auch dem Staat
[1:19:11] Philip Banse: gehört.
[1:19:11] Ulf Buermeyer: Das ist die ganz zentrale Forderung.
[1:19:13] Ulf Buermeyer: Wenn man das baut, das haben ja auch
[1:19:14] Ulf Buermeyer: die Schweizer in ihre Analyse
[1:19:16] Ulf Buermeyer: reingeschrieben, dann bitte so, dass
[1:19:17] Ulf Buermeyer: der Code hinterher einer
[1:19:18] Ulf Buermeyer: öffentlichen Stelle gehört oder
[1:19:20] Ulf Buermeyer: meinetwegen einer gemeinsamen GmbH
[1:19:22] Ulf Buermeyer: der Bundesländer oder jedenfalls so,
[1:19:23] Ulf Buermeyer: dass der deutsche Staat, der das
[1:19:24] Ulf Buermeyer: dann bezahlen würde, von unseren
[1:19:26] Ulf Buermeyer: Steuergeldern hinterher auch quasi
[1:19:28] Ulf Buermeyer: ein Anfangstrichen Eigentümer dieser
[1:19:29] Ulf Buermeyer: Software wäre.
[1:19:31] Philip Banse: Wir haben noch eine kleine Korrektur
[1:19:32] Philip Banse: anzubringen, wir hatten gesagt...
[1:19:33] Ulf Buermeyer: Ach so, aber ganz kurz noch.
[1:19:34] Ulf Buermeyer: Das liegt jetzt auch auf Bundesebene
[1:19:36] Ulf Buermeyer: auf dem Tisch, ne.
[1:19:37] Ulf Buermeyer: Also die politischen Entscheidungen
[1:19:39] Ulf Buermeyer: werden in diesen Wochen getroffen,
[1:19:40] Ulf Buermeyer: deswegen dachten wir, ist das auch
[1:19:41] Ulf Buermeyer: eine gute Gelegenheit mal über
[1:19:42] Ulf Buermeyer: Palantir zu sprechen.
[1:19:43] Ulf Buermeyer: Das finde ich nämlich wirklich eine
[1:19:44] Ulf Buermeyer: sehr spannende Frage, wie sich die
[1:19:46] Ulf Buermeyer: Koalition da positioniert.
[1:19:47] Ulf Buermeyer: Wie gesagt, bislang ist die SPD sehr
[1:19:49] Ulf Buermeyer: skeptisch bei Palantire, die Union
[1:19:51] Ulf Buermeyer: tendenziell positiv, gerade die
[1:19:53] Ulf Buermeyer: Bayern machen da enormen Druck.
[1:19:54] Ulf Buermeyer: Und man kann aus meiner Sicht nur
[1:19:56] Ulf Buermeyer: hoffen, dass wir da lieber zu
[1:19:57] Ulf Buermeyer: einer deutschen oder europäischen
[1:19:59] Ulf Buermeyer: Lösung sind.
[1:19:59] Philip Banse: Ja, genau.
[1:20:00] Philip Banse: Deswegen haben wir das gemacht.
[1:20:00] Philip Banse: Also das sind ja berichtet, der
[1:20:02] Philip Banse: Landeskriminalämter dieser drei
[1:20:03] Philip Banse: Länder an das Bundeskriminalamt mit
[1:20:05] Philip Banse: der Intention, bitte führt das doch
[1:20:07] Philip Banse: bundesweit ein.
[1:20:07] Philip Banse: Sieht doch zu, dass das irgendwie
[1:20:08] Philip Banse: noch mehr Länder machen.
[1:20:09] Philip Banse: Sachsen, Sachsen-Anhalt sind glaube
[1:20:11] Philip Banse: ich auch irgendwie dabei.
[1:20:12] Philip Banse: Also das ist auf dem Weg, so eine
[1:20:14] Philip Banse: bundesdeutsche Polizeisoftware
[1:20:17] Philip Banse: zu werden mit den Szenarien
[1:20:19] Philip Banse: und Vor- und Nachteilen, die wir
[1:20:20] Philip Banse: hier skizziert haben.
[1:20:21] Philip Banse: Deswegen an dieser Stelle der
[1:20:23] Philip Banse: Hinweis.
[1:20:25] Philip Banse: So, jetzt haben wir aber noch eine
[1:20:26] Philip Banse: kleine Korrektur anzubringen.
[1:20:27] Philip Banse: Wir hatten letztes Mal gesagt, der
[1:20:28] Philip Banse: internationale Strafgerichtshof habe
[1:20:30] Philip Banse: Haftbefehle gegen führende Vertreter
[1:20:32] Philip Banse: Israels erlassen.
[1:20:33] Philip Banse: Das ist auch korrekt.
[1:20:35] Philip Banse: Allein sie haben diese Strafbefehlen
[1:20:36] Philip Banse: nicht erlassen wegen des Vorwurfs
[1:20:38] Philip Banse: des Genozids, des Völkermords,
[1:20:40] Philip Banse: sondern wegen des Verdachts auf
[1:20:42] Philip Banse: Kriegsverbrechen sowie Verbrechen
[1:20:43] Philip Banse: gegen die Menschlichkeit.
[1:20:44] Ulf Buermeyer: Den Verdacht des Genozids hat
[1:20:46] Ulf Buermeyer: vielmehr der Internationale
[1:20:47] Ulf Buermeyer: Gerichtshof festgestellt, nämlich
[1:20:49] Ulf Buermeyer: im Verfahren Südafrika gegen
[1:20:51] Ulf Buermeyer: Israel, da entschied der Geharn
[1:20:53] Ulf Buermeyer: einer Zwischenentscheidung, die
[1:20:54] Ulf Buermeyer: Vorwürfe des Genozids gegen Israel
[1:20:56] Ulf Buermeyer: seien plausibel und prüfenswert.
[1:20:59] Ulf Buermeyer: Also, ein anderes Gericht hat diesen
[1:21:01] Ulf Buermeyer: Verdacht geäußert, aber in der Sache
[1:21:02] Ulf Buermeyer: ändert sich dadurch natürlich
[1:21:04] Ulf Buermeyer: nichts. Es gibt auch noch ein paar
[1:21:05] Ulf Buermeyer: andere seriöse Stellen, die das so
[1:21:07] Ulf Buermeyer: sehen, zum Beispiel eine Kommission
[1:21:08] Ulf Buermeyer: der Vereinten Nationen.
[1:21:10] Ulf Buermeyer: Mit anderen Worten, der Vorwurf, den
[1:21:11] Ulf Buermeyer: dieser Regisseur auf der Belinale
[1:21:13] Ulf Buermeyer: erhoben hat, den wir in der
[1:21:15] Ulf Buermeyer: vergangenen Woche kurz im Oton
[1:21:16] Ulf Buermeyer: hatten, der ist daher fundiert und
[1:21:17] Ulf Buermeyer: plausibel. Man muss den nicht
[1:21:19] Ulf Buermeyer: teilen, man kann das auch sehr
[1:21:20] Ulf Buermeyer: kritisch sehen, diesen Vorwurf zu
[1:21:21] Ulf Buermeyer: erheben, aber er muss sowas sagen
[1:21:23] Ulf Buermeyer: können, einfach falls nicht absurd
[1:21:24] Ulf Buermeyer: ist.
[1:21:26] Philip Banse: Das sind auch...
[1:21:32] Philip Banse: Ist das jetzt Applaus für
[1:21:34] Philip Banse: Ulf oder, weil ich gesagt habe, 10
[1:21:36] Philip Banse: Jahre Lage?
[1:21:37] Philip Banse: Das war vor Ulf, glaube ich.
[1:21:38] Philip Banse: Wir sind zu schnell.
[1:21:39] Philip Banse: Wir sind auch schnell.
[1:21:41] Philip Banse: Also, 10-Jahre-Lage.
[1:21:42] Philip Banse: Das bedeutet auch eigentlich ...
[1:21:48] Philip Banse: Zehn Jahre Unterstützung
[1:21:51] Philip Banse: von Leuten,
[1:21:53] Philip Banse: die ein Lage-Plus-Abo abgeschlafen
[1:21:55] Philip Banse: haben, von unseren Mitgliedern.
[1:21:57] Philip Banse: Und das fühlt sich für mich ein
[1:21:58] Philip Banse: bisschen komisch an, weil ich
[1:21:59] Philip Banse: natürlich sehe, wie wertvoll
[1:22:02] Philip Banse: diese Mitglieder sind und die
[1:22:04] Philip Banse: Treue, die sie an den Tag legen.
[1:22:06] Philip Banse: Ich hatte aber immer ein bisschen
[1:22:08] Philip Banse: Bauchschmerzen damit, was wir
[1:22:10] Philip Banse: denen so bieten. Also natürlich
[1:22:11] Philip Banse: irgendwie den Podcast am werbefreien
[1:22:13] Philip Banse: Transkripte und so, aber so diese,
[1:22:14] Philip Banse: ich sag mal, diese UX, also diese
[1:22:16] Philip Banse: User Experience, diese Nutzer
[1:22:18] Philip Banse: und Nutzerinnen Erfahrung mit
[1:22:20] Philip Banse: unserem Plus-Angebot,
[1:22:23] Philip Banse: das war immer so ein bisschen
[1:22:24] Philip Banse: suboptimal.
[1:22:25] Ulf Buermeyer: Also insbesondere nämlich die Frage,
[1:22:26] Ulf Buermeyer: wie kriege ich denn jetzt diese
[1:22:27] Ulf Buermeyer: werbefreie Version oder gar die
[1:22:29] Ulf Buermeyer: Kompaktversion, wie bekomme ich die
[1:22:31] Ulf Buermeyer: denn in meinen Podcast Player?
[1:22:32] Ulf Buermeyer: Das war so ein Pain Point und ich
[1:22:33] Ulf Buermeyer: glaube, das ist auch so die
[1:22:34] Ulf Buermeyer: häufigste Frage an unseren Support.
[1:22:36] Ulf Buermeyer: Das war einfach schwierig und da
[1:22:38] Ulf Buermeyer: hatten wir so ein bisschen ein schlechtes
[1:22:38] Ulf Buermeyer: Gewissen. Wir dachten, die Leute,
[1:22:40] Ulf Buermeyer: die diesen Laden hier möglich
[1:22:40] Ulf Buermeyer: machen, die müssen wir einfach ein
[1:22:41] Ulf Buermeyer: bisschen besser.
[1:22:43] Philip Banse: Und dann kam also die Idee
[1:22:45] Philip Banse: auf, ja wir müssen etwas besseres
[1:22:47] Philip Banse: machen, wir bauen eine App
[1:22:49] Philip Banse: oder Ulf baut eine App.
[1:22:52] Ulf Buermeyer: Na komm, du hast sie fleißig
[1:22:54] Ulf Buermeyer: getestet und ganz viel Feedback
[1:22:55] Ulf Buermeyer: geholt. Das ist schon
[1:22:56] Ulf Buermeyer: gemeinschaftspunkt.
[1:22:59] Philip Banse: Ulf hat vor einem Jahr angefangen,
[1:23:01] Philip Banse: eine App zu bauen, mit dem Ziel,
[1:23:04] Philip Banse: für unsere Mitglieder plus
[1:23:05] Philip Banse: Abonnenten irgendwie einen besseren
[1:23:07] Philip Banse: Service zu bieten.
[1:23:08] Philip Banse: Dann hast du das bei Apple
[1:23:10] Philip Banse: eingereicht. So hat Apple gesagt,
[1:23:12] Philip Banse: nee, ihr wollt eine Podcast-App
[1:23:14] Philip Banse: machen und habt keinen Player
[1:23:16] Philip Banse: in eurer App.
[1:23:17] Philip Banse: Weil wir so, ja, wir müssen viel
[1:23:19] Philip Banse: Arbeit, und wir wollen keinen Player
[1:23:20] Philip Banse: machen, wir wollen ja nur, dass die
[1:23:21] Philip Banse: Leute da irgendwie so, nein, Apple
[1:23:23] Philip Banse: sagt, da müsst ihr nachbessern.
[1:23:24] Philip Banse: So, jetzt gibt es also eine App.
[1:23:27] Philip Banse: Die auch einen Player hat.
[1:23:28] Philip Banse: Und damit ist diese App eben auch
[1:23:31] Philip Banse: nicht nur mehr interessant
[1:23:32] Philip Banse: für Leute, die ein Plus-Abo haben,
[1:23:35] Philip Banse: sondern in unseren Augen auch
[1:23:37] Philip Banse: für alle anderen, die die Lage
[1:23:39] Philip Banse: hören. Weil ihr könnt die Lage
[1:23:40] Philip Banse: höhren, ihr könnt diese Lage werbefrei
[1:23:41] Philip Banse: hören, ihr könnt die Lager mit
[1:23:42] Philip Banse: Werbung hören, ihr könnt den anderen
[1:23:43] Philip Banse: Podcasts hören.
[1:23:44] Philip Banse: Subway Nation, Kennzeichen E,
[1:23:46] Philip Banse: mit und so weiter, vielleicht
[1:23:48] Philip Banse: auch ein paar mehr.
[1:23:49] Ulf Buermeyer: Und ihr könnt natürlich, wenn ihr
[1:23:50] Ulf Buermeyer: noch keinen Plus habt, könnt ihr
[1:23:52] Ulf Buermeyer: euch plus klicken per, wie das so
[1:23:53] Ulf Buermeyer: schön heißt, In-App-Purchase.
[1:23:55] Ulf Buermeyer: Warum erzählen wir das jetzt?
[1:23:57] Philip Banse: Weil Apple uns,
[1:24:00] Philip Banse: glaube ich unwissend, ich glaube so
[1:24:02] Philip Banse: ehrlich muss man sein, ein
[1:24:03] Philip Banse: Geburtstagsgeschenk gemacht hat zum
[1:24:04] Philip Banse: zehnten Jahrestag, nämlich
[1:24:06] Philip Banse: Ulf bastelt wie gesagt an diesem
[1:24:08] Philip Banse: Projekt seit einem Jahr rum und
[1:24:10] Philip Banse: nun kommt gestern, nun schickst du
[1:24:12] Philip Banse: mir gestern glaube ich, gestern
[1:24:13] Philip Banse: Abend. Gestern 21.34
[1:24:15] Philip Banse: Uhr. Einfach nur ein Screenshot,
[1:24:17] Philip Banse: so hier Apple hat
[1:24:19] Philip Banse: diese App genehmigt, sie
[1:24:21] Philip Banse: ist für den App Store freigegeben
[1:24:24] Philip Banse: und es kann also losgehen.
[1:24:25] Philip Banse: Das heißt...
[1:24:26] Philip Banse: Ist noch nicht im App Store,
[1:24:28] Philip Banse: was halt fehlt ist,
[1:24:30] Philip Banse: ein Klick. Und wir dachten,
[1:24:32] Philip Banse: wie schön wäre denn bitte das,
[1:24:34] Philip Banse: wenn wir das jetzt hier
[1:24:36] Philip Banse: gemeinsam machen.
[1:24:42] Philip Banse: Ja, dann gucken
[1:24:44] Philip Banse: wir doch mal.
[1:24:44] Philip Banse: So, das ist jetzt also das...
[1:24:46] Ulf Buermeyer: Das ist nicht Apple.
[1:24:49] Ulf Buermeyer: Mit einem Schuppen.
[1:24:51] Ulf Buermeyer: Das ist noch nicht Apple, das ist
[1:24:52] Ulf Buermeyer: mein letzter Urlaub auf der, das ist
[1:24:55] Ulf Buermeyer: die Isle of Sky.
[1:24:56] Ulf Buermeyer: Das war wunderschön.
[1:24:56] Ulf Buermeyer: Das habe ich aber letzten Sommer schon.
[1:24:58] Ulf Buermeyer: So, jetzt seht ihr App
[1:24:59] Ulf Buermeyer: Store Connect. Also wenn man so eine
[1:25:01] Ulf Buermeyer: App baut, dann gibt es da so eine
[1:25:03] Ulf Buermeyer: Website, wo man die hinterher quasi
[1:25:05] Ulf Buermeyer: bei Apple einreichen kann.
[1:25:06] Ulf Buermeyer: Und hier seht hier also die Seite
[1:25:08] Ulf Buermeyer: von Lage der Nation Plus,
[1:25:10] Ulf Buermeyer: so heißt die App. Ganz banal und
[1:25:12] Ulf Buermeyer: dass die Version 1.0 nicht zu
[1:25:13] Ulf Buermeyer: übersehen und da gibt es jetzt
[1:25:15] Ulf Buermeyer: diesen Button Release This Version
[1:25:17] Ulf Buermeyer: und jetzt laden wir einmal die Seite
[1:25:18] Ulf Buermeyer: neu nicht dass wir zwischendurch
[1:25:20] Ulf Buermeyer: ausgelockt worden sind, das könnte
[1:25:21] Ulf Buermeyer: natürlich auch passieren.
[1:25:22] Ulf Buermeyer: Nein, wir sind nicht ausgelokt aber
[1:25:24] Ulf Buermeyer: jetzt lädt sie, ratter ratter und
[1:25:25] Ulf Buermeyer: jetzt könnten wir hier diesen Knopf
[1:25:27] Ulf Buermeyer: drücken. Sollen wir das mal tun?
[1:25:31] Philip Banse: Also, ich würde sagen,
[1:25:33] Philip Banse: wir zählen alle zusammen runter von
[1:25:35] Philip Banse: drei, zwei,
[1:25:39] Philip Banse: eins, klick.
[1:25:40] Philip Banse: Jo, da sind wir nämlich.
[1:25:43] Philip Banse: Make available for purchase.
[1:25:45] Philip Banse: Afghanistan, Afghanistan, da musst
[1:25:46] Philip Banse: du oben ganz oben war Afghanistan.
[1:25:47] Ulf Buermeyer: Warum sind es eigentlich nur 173,
[1:25:49] Ulf Buermeyer: weil sie in Russland und Belarus
[1:25:51] Ulf Buermeyer: natürlich nicht verfügbar ist?
[1:25:53] Philip Banse: Bitteschön.
[1:25:54] Philip Banse: So, also Ulf, der
[1:25:56] Philip Banse: Dank geht von der Geschäftsführung
[1:25:59] Philip Banse: raus.
[1:25:59] Philip Banse: Ready for distribution, meine Damen
[1:26:01] Philip Banse: und Herren.
[1:26:02] Philip Banse: Das ist wirklich, ich weiß nicht, ob
[1:26:04] Philip Banse: ihr das richtig, wie gesagt mal,
[1:26:06] Philip Banse: mitfühlen könnt.
[1:26:07] Philip Banse: Also Ulf macht ja die Firma
[1:26:08] Philip Banse: und den Podcast und so und hat jetzt
[1:26:10] Philip Banse: eben auch ein Jahr lang an dieser
[1:26:12] Philip Banse: App rumgestrickt und
[1:26:14] Philip Banse: das ist eben nicht nur die App,
[1:26:16] Philip Banse: sondern da ist im Hintergrund noch
[1:26:17] Philip Banse: Wahnsinnig viel, was ihr alles gar
[1:26:18] Philip Banse: nicht seht, was alles gebaut hat und
[1:26:20] Philip Banse: neu gemacht wurde und erfunden hat
[1:26:22] Philip Banse: und so weiter.
[1:26:23] Philip Banse: Also das ist jetzt wirklich schon,
[1:26:24] Philip Banse: weil wir vorhin auch gefragt werden,
[1:26:25] Philip Banse: was sind denn so Höhepunkte in
[1:26:26] Philip Banse: unserer 10-jährigen Geschichte.
[1:26:28] Philip Banse: Ich würde sagen, das hier ist einer.
[1:26:29] Philip Banse: Das ist ein echter, echter
[1:26:31] Philip Banse: Meilenstein, glaube ich.
[1:26:33] Philip Banse: Weil wir unseren Mitgliedern
[1:26:35] Philip Banse: wirklich eine wirklich coole App
[1:26:37] Philip Banse: bieten können und aber eben auch
[1:26:38] Philip Banse: allen anderen, die einfach die Lage
[1:26:40] Philip Banse: hören und vielleicht nur die Lage
[1:26:41] Philip Banse: hören und dann ist das die App
[1:26:42] Philip Banse: einfach ein cooles Tool, um das zu
[1:26:44] Philip Banse: tun. So, und um das Ganze noch ein
[1:26:46] Philip Banse: bisschen attraktiver zu sein.
[1:26:47] Ulf Buermeyer: Ich wollte dazu noch einen sagen,
[1:26:48] Ulf Buermeyer: das macht mir aber auch Spaß.
[1:26:50] Ulf Buermeyer: Also das ist jetzt nicht irgendwie
[1:26:51] Ulf Buermeyer: harte Arbeit oder so.
[1:26:52] Ulf Buermeyer: Ja, das ist es irgendwie, aber es
[1:26:54] Ulf Buermeyer: ist zugleich auch ein Hobby.
[1:26:55] Ulf Buermeyer: Ich mache das seit 2009 oder so
[1:26:56] Ulf Buermeyer: mit großer Begeisterung.
[1:26:58] Ulf Buermeyer: Ich habe ja noch ein paar andere
[1:26:58] Ulf Buermeyer: Apps geschrieben und das habe ich
[1:27:00] Ulf Buermeyer: auch wirklich gerne gemacht.
[1:27:01] Ulf Buermeyer: Also für mich ist schon auch eine
[1:27:02] Ulf Buermeyer: große Freude an unserem gemeinsamen
[1:27:05] Ulf Buermeyer: Projekt, dass ich so diese
[1:27:05] Ulf Buermeyer: verschiedenen nerdigen Interessen,
[1:27:07] Ulf Buermeyer: die ich so habe, von der Juristerei
[1:27:09] Ulf Buermeyer: bis eben zum Programmieren
[1:27:11] Ulf Buermeyer: ebenso in den Dienst dieses Projekts
[1:27:13] Ulf Buermeyer: stellen kann. Finde ich total schön.
[1:27:14] Philip Banse: Ja, anyway, also von mir vielen,
[1:27:15] Philip Banse: vielen Dank dafür, also Applaus,
[1:27:17] Philip Banse: Applaus.
[1:27:19] Ulf Buermeyer: Anyway,
[1:27:22] Ulf Buermeyer: ein herzliches Dankeschön an der
[1:27:23] Ulf Buermeyer: Stelle auch an die so 2000 Menschen
[1:27:26] Ulf Buermeyer: in der Welt da draußen, die die App
[1:27:27] Ulf Buermeyer: getestet haben. Also wir hatten
[1:27:28] Ulf Buermeyer: ziemlich viele Menschen, die so
[1:27:29] Ulf Buermeyer: einen Better-Test gemacht haben.
[1:27:31] Ulf Buermeyer: Da sind ohne Ende natürlich noch
[1:27:32] Ulf Buermeyer: Fehler aufgetaucht.
[1:27:33] Ulf Buermeyer: Ihr habt ganz viele gute Tipps für
[1:27:34] Ulf Buermeyer: uns gehabt.
[1:27:35] Ulf Buermeyer: Unter anderem haben viele Leute auch
[1:27:36] Ulf Buermeyer: schon gesagt, Leute, wo ist der
[1:27:37] Ulf Buermeyer: Player? Also insofern das, was Apple
[1:27:39] Ulf Buermeyer: dann gesagt hat, das kam auch von
[1:27:40] Ulf Buermeyer: euch. Das war wahrscheinlich die
[1:27:41] Ulf Buermeyer: bessere Idee. Wir wollten keine
[1:27:42] Ulf Buermeyer: Podcast-App kopieren.
[1:27:44] Ulf Buermeyer: Wir dachten, da gibt es schon ein
[1:27:45] Ulf Buermeyer: paar geile, aber jetzt wollen wir
[1:27:45] Ulf Buermeyer: eben selber einen.
[1:27:46] Philip Banse: Also, jetzt rattern die Server im
[1:27:48] Philip Banse: Hintergrund. Man kann die jetzt
[1:27:50] Philip Banse: wahrscheinlich noch nicht runterladen,
[1:27:51] Philip Banse: aber ich denke mal, wenn ihr das
[1:27:52] Philip Banse: hört jetzt als Podcast,
[1:27:54] Philip Banse: dann sollte das im App Store zu
[1:27:55] Philip Banse: finden sein und wenn ihr hier
[1:27:57] Philip Banse: nachher aus dem Saal geht und dann
[1:27:58] Philip Banse: irgendwie im Bett liegt und nicht
[1:27:59] Philip Banse: wissen, was ihr da machen sollt,
[1:28:00] Philip Banse: dann könnt ihr euch das auch noch
[1:28:01] Philip Banse: mal runterladend, um das Ganze noch
[1:28:02] Philip Banse: ein bisschen attraktiver zu machen.
[1:28:03] Philip Banse: Wir halten stabil den Link einmal
[1:28:05] Philip Banse: durch. Ach so, den Link.
[1:28:06] Philip Banse: Ja, genau.
[1:28:06] Ulf Buermeyer: Der heißt einfach lage.link slash
[1:28:08] Ulf Buermeyer: app. Wir haben ja diese schönen
[1:28:09] Ulf Buermeyer: Lage.links, diese Kurzlinks.
[1:28:11] Ulf Buermeyer: Lage.link.slash.app.
[1:28:13] Ulf Buermeyer: Da findet ihr die, werdet direkt in
[1:28:14] Ulf Buermeyer: den App Store gelenkt.
[1:28:16] Ulf Buermeyer: Ganz kurz am Rande, das gibt es im
[1:28:18] Ulf Buermeyer: Moment nur für iOS.
[1:28:19] Ulf Buermeyer: Das liegt einfach daran, dass ich
[1:28:20] Ulf Buermeyer: nur iOS-Programmierung kann.
[1:28:22] Ulf Buermeyer: Aber keine Sorge, auch für Android
[1:28:23] Ulf Buermeyer: haben wir was in Planung, da kommt
[1:28:25] Ulf Buermeyer: natürlich noch.
[1:28:25] Philip Banse: So, und also wenn ihr das dann
[1:28:27] Philip Banse: ladet, um das so ein bisschen attraktiver
[1:28:28] Philip Banse: zu machen, vielleicht auch mal
[1:28:29] Philip Banse: reinzuschnuppern für die, die das
[1:28:30] Philip Banse: bisher noch nicht getan haben, gibt
[1:28:32] Philip Banse: es sozusagen ein Schnupperangebot.
[1:28:34] Philip Banse: Und zwar bis zum 31.
[1:28:36] Philip Banse: März gibt es quasi eine Lage
[1:28:37] Philip Banse: Jahresmitgliedschaft, die sonst
[1:28:39] Philip Banse: 50 Euro kostet für
[1:28:41] Philip Banse: 29,99 Euro.
[1:28:43] Philip Banse: Das ist ein...
[1:28:44] Ulf Buermeyer: Echtes Schnäppchen.
[1:28:47] Ulf Buermeyer: Normalerweise kostet Lage Plus hier
[1:28:48] Ulf Buermeyer: für ein Jahr 49,99.
[1:28:50] Ulf Buermeyer: In der App gibt es das bis Ende März
[1:28:52] Ulf Buermeyer: für 29,99
[1:28:54] Ulf Buermeyer: Euro.
[1:28:54] Philip Banse: Genau. Und dafür müsst ihr auf
[1:28:55] Philip Banse: lage.link-geburtstag
[1:28:58] Philip Banse: klicken.
[1:29:00] Ulf Buermeyer: Da wartet das Schnäppchen.
[1:29:02] Ulf Buermeyer: So sieht es aus.
[1:29:03] Ulf Buermeyer: Einfach einmal kurz die App installieren,
[1:29:04] Ulf Buermeyer: lage.link.slash.app und dann, wenn
[1:29:05] Ulf Buermeyer: ihr die App drauf habt, lage .link.
[1:29:07] Ulf Buermeyer: Slash.geburtstag, wird ab Donnerstag
[1:29:08] Ulf Buermeyer: gehen. Also heute noch nicht, aber
[1:29:10] Ulf Buermeyer: ab Donnersdag, den 19.
[1:29:12] Ulf Buermeyer: März müssen wir es klappen.
[1:29:12] Philip Banse: Eine Gelegenheit, die ihr
[1:29:14] Philip Banse: nicht verpassen dürft.
[1:29:16] Philip Banse: So, wir biegen langsam auf die
[1:29:17] Philip Banse: Zielgerade ein. Ulf, zehn Jahre
[1:29:20] Philip Banse: Lage. Ich würde sagen, wir haben
[1:29:21] Philip Banse: drei Bundeskanzler geschafft.
[1:29:22] Philip Banse: Du hast zwei weitere Kinder
[1:29:24] Philip Banse: bekommen. Wir haben zwei weitere
[1:29:25] Philip Banse: Podcasts bekommen und wir haben
[1:29:27] Philip Banse: zehn Jahre Zeit gehabt, um eine
[1:29:29] Philip Banse: Menge zu lernen.
[1:29:31] Philip Banse: Also wir haben vorhin auch Leute aus
[1:29:33] Philip Banse: dem Team bei uns gefragt.
[1:29:34] Philip Banse: Wie hat sich denn so eure
[1:29:35] Philip Banse: Freundschaft entwickelt?
[1:29:37] Philip Banse: Und da muss man ganz klar sagen,
[1:29:39] Philip Banse: also gut, aber
[1:29:41] Philip Banse: es ist
[1:29:43] Philip Banse: Das ist wie eine Ehe,
[1:29:45] Philip Banse: also das läuft nicht einfach von
[1:29:47] Philip Banse: alleine immer geradeaus, sondern es
[1:29:49] Philip Banse: gibt Reibereien und Konflikte,
[1:29:51] Philip Banse: aber wie das so ist, auch in einer
[1:29:53] Philip Banse: guten Ehe in einer guten Beziehung,
[1:29:54] Philip Banse: wenn man denn einen Weg findet und
[1:29:56] Philip Banse: Mittel findet, diese Reiberei und
[1:29:58] Philip Banse: Konflekte
[1:30:00] Philip Banse: konstruktiv anzusprechen, dann ist
[1:30:02] Philip Banse: es hinterher besser als vorher.
[1:30:04] Ulf Buermeyer: Und man lernt was fürs Leben.
[1:30:06] Ulf Buermeyer: Das würde ich auch zum Beispiel
[1:30:07] Ulf Buermeyer: sagen, dass ich so für mein
[1:30:08] Ulf Buermeyer: Privatleben, meine privaten
[1:30:09] Ulf Buermeyer: Beziehungen unglaublich viel gelernt
[1:30:11] Ulf Buermeyer: habe von unserer kleinen Beziehung
[1:30:13] Ulf Buermeyer: hier über die letzten zehn Jahre.
[1:30:14] Ulf Buermeyer: Philip, insofern ganz herzlichen
[1:30:15] Ulf Buermeyer: Dank.
[1:30:15] Philip Banse: Ich habe dir zu danken für 10 Jahre.
[1:30:18] Philip Banse: Party galore und einen schönen
[1:30:20] Philip Banse: Top Tag.
[1:30:23] Philip Banse: So, was wir aber auch gelernt haben,
[1:30:26] Philip Banse: ist, ehrlich gesagt, arbeitsteilig
[1:30:29] Philip Banse: zu arbeiten. Das war so ein
[1:30:30] Philip Banse: Lernprozess, den ich vor allen
[1:30:31] Philip Banse: Dingen lernen musste.
[1:30:33] Philip Banse: Und wir haben gelernt, dass wir
[1:30:34] Philip Banse: das natürlich nicht alleine machen
[1:30:36] Philip Banse: können, dass so eine Podcastfirma
[1:30:39] Philip Banse: teamwork.
[1:30:40] Ulf Buermeyer: Und zwar dank unseres ganz,
[1:30:42] Ulf Buermeyer: ganz, ganz tollen Teams haben wir
[1:30:44] Ulf Buermeyer: Teamwork so richtig lieben gelernt.
[1:30:46] Ulf Buermeyer: Und deswegen möchten wir jetzt die
[1:30:48] Ulf Buermeyer: Menschen...
[1:30:48] Philip Banse: Jetzt gefriert ihnen das Blut in den
[1:30:49] Philip Banse: Adern, aber ihr kommt jetzt
[1:30:51] Philip Banse: alle nach vorne.
[1:30:53] Ulf Buermeyer: Die lieben Menschen, die Gott sei
[1:30:54] Ulf Buermeyer: Dank natürlich heute mit im Saal
[1:30:56] Ulf Buermeyer: sind, die die Lage der Nation
[1:30:57] Ulf Buermeyer: möglich machen.
[1:30:58] Ulf Buermeyer: Bitte einmal auf die Bühne.
[1:31:02] Philip Banse: Alene, Paul,
[1:31:05] Philip Banse: Daniela,
[1:31:07] Philip Banse: wo seid ihr denn jetzt?
[1:31:09] Philip Banse: Wo sind die denn jetzt alle?
[1:31:12] Philip Banse: Sabine Leach,
[1:31:15] Philip Banse: Daniela Jakob, Anja
[1:31:17] Philip Banse: Nils, Nike Westwirt,
[1:31:20] Philip Banse: Ania Nils habe ich schon, Eva
[1:31:22] Philip Banse: Pallmann, Nora Scharnberg,
[1:31:23] Philip Banse: Theresa Sickert, Paul
[1:31:25] Philip Banse: Gäbler, Karoline Lewandowska,
[1:31:31] Philip Banse: Das ist euer Applaus.
[1:31:40] Philip Banse: Ja, also das
[1:31:42] Philip Banse: ist unser Team.
[1:31:44] Philip Banse: Ihr könnt nach vorne gucken, mich
[1:31:45] Philip Banse: kennt ihr ja, ihr könnt nach vorne
[1:31:46] Philip Banse: gucken.
[1:31:47] Philip Banse: Das ist unser team, ohne die
[1:31:50] Philip Banse: wir das alles nicht machen könnten.
[1:31:52] Philip Banse: Und da wir vor allen Dingen ein
[1:31:53] Philip Banse: Remote-Team sind, also nicht alle
[1:31:55] Philip Banse: immer jeden Tag zusammen im Office
[1:31:56] Philip Banse: hängen, stellt das besondere
[1:31:58] Philip Banse: Anforderungen an so ein Team,
[1:32:00] Philip Banse: was Kommunikation vor
[1:32:02] Philip Banse: allen Dingen auch mit den Chefs
[1:32:03] Philip Banse: angeht.
[1:32:05] Ulf Buermeyer: Wenn der Laden noch so wächst und
[1:32:06] Ulf Buermeyer: die so ein bisschen was auf dem
[1:32:07] Ulf Buermeyer: Zettel haben und so.
[1:32:08] Philip Banse: Ja, da ist auch
[1:32:10] Philip Banse: Leidensfähigkeit gefragt, umso mehr.
[1:32:12] Philip Banse: Vielen, vielen, vielen Dank für
[1:32:14] Philip Banse: euren Einsatz und ohne euch
[1:32:16] Philip Banse: würden wir heute nicht.
[1:32:17] Ulf Buermeyer: Ganz toll, dass ihr da seid.
[1:32:18] Ulf Buermeyer: Das ist auch euer Fest.
[1:32:19] Ulf Buermeyer: So.
[1:32:20] Ulf Buermeyer: Danke!
[1:32:23] Philip Banse: Ihr dürft euch wieder ...
[1:32:24] Ulf Buermeyer: Wir trinken gleich noch ein
[1:32:25] Ulf Buermeyer: Kalketrink zusammen.
[1:32:33] Ulf Buermeyer: So, meine Damen und Herren, damit
[1:32:35] Ulf Buermeyer: ist die Lage der Nation für diese
[1:32:36] Ulf Buermeyer: Woche umfassend, abschließend
[1:32:38] Ulf Buermeyer: erörtert.
[1:32:39] Ulf Buermeyer: Ganz herzlichen Dank, dass ihr da
[1:32:40] Ulf Buermeyer: wart. Das war die Lage live aus
[1:32:42] Ulf Buermeyer: dem Friedrichstadtpalast in Berlin.
[1:32:43] Philip Banse: Richtig, und das war die
[1:32:45] Philip Banse: Lage, die zehnjährige
[1:32:48] Philip Banse: Lage, die Lage nach zehn Jahren,
[1:32:50] Philip Banse: wie auch immer, zehn weitere Folgen
[1:32:51] Philip Banse: mindestens.
[1:32:52] Philip Banse: Danke, dass ihr da wart.
[1:32:53] Ulf Buermeyer: Gleich noch 10 Jahre, Philip. 10 Folgen,
[1:32:54] Ulf Buermeyer: finde ich ein bisschen dünner.
[1:32:56] Philip Banse: Zehn weitere Welt, genau, zehn
[1:32:57] Philip Banse: weitere Welt. Danke, dass ihr da
[1:32:58] Philip Banse: wart. Danke für eure Freude.
[1:33:45] Philip Banse: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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