# LdN462 Trump will Grönland - und bekommt kalte Füße, Kanadas Premier weist den Weg, EU-Parlament bremst Mercosur-Abkommen, Wie kann Europa die neue Weltordnung überleben?, Lage sucht Sales-Profi,

An episode of [Lage der Nation - der Politik-Podcast aus Berlin](https://invisiblenetwork.ai/podcast/1092957894), 23 Jan 2026, 1 h 39 min.

Audio: https://dts.podtrac.com/redirect.mp3/files.lagedernation.org/lagedernation/LdN462.mp3?ptm_source=feed&ptm_context=mp3&ptm_file=LdN462.mp3

In der „Lage der Nation“ kehren der Journalist Philip Banse und der Jurist Ulf Buermeyer einmal in der Woche die politischen Ereignisse hierzulande und in der Welt zusammen, so diese sie interessieren und sie sie für relevant halten. Werbepartner Mit nur einem Klick bietet Dir NordVPN erstklassige Cybersicherheit und einen sicheren Zugang zum Internet. Sei auch du sicher! Bei der Genossenschaft Oikocredit kannst du dein Geld anlegen und damit den sozialen und ökologischen Wandel vorantreiben. Transparent und wirkungsvoll. Mehr Infos: http://oikocredit.org/lage Unsere anderen Werbepartner findet ihr hier Unsere Grundsätze für den Umgang mit Werbung findet ihr hier Die wichtigsten Themen der Woche: • Grönland: Wieso will Trump die Insel besitzen? • EU: Wie kann das Bündnis in der neuen Welt überleben? • Mobilität: Neue E-Auto-Prämie in der Kritik Quellen zu dieser Folge: Kennzeichen-E: Der Podcast zu elektrischer Mobilität unterm Dach der Lage • KE001 Neue E-Auto-Förderung: Kommt 2026 der große Durchbruch für die E-Mobilität? / Kälte: Was beim elektrischen Fahren im Winter zu beachten ist / Ausblick: Die neuen E-Modelle 2026 USA: Trump will Grönland – und bekommt kalte Füße • Was über das mögliche Grönland-Abkommen bekannt ist Grönland: Wieso will Trump die Insel besitzen? • Maybrit Illner: Psychotherapie gegen Trumps Größenwahn • How Greenland Falls • (S+) Warum Trump Grönland haben will USA: Trump schwächer als es aussieht • Nato Unity Protection Act Weltordnung: Wie reagieren die Europäer auf den Hegemon USA? • Umgang mit Donald Trump: No more schmeicheln • Pistorius zum Grönland-Streit: „Wir haben es mit einem Machtspiel zu tun“ • Streit um Grönland: Ein Erpressungsversuch mit Folgen • Grönland: Eine neue Ära hat begonnen • Grönland, Venezuela, Iran, Ukraine: Warum die Regierung in einem schweren Dilemma steckt • Europäische Union: Investitionspaket für Grönland angekündigt • (S+) Meinung: Transatlantisches Verhältnis: Deutschland hat wenig Spielraum. Es kann ihn aber klug nutzen – SPIEGEL-Leitartikel • „Friedensrat“ in Davos gegründet – Luftnummer oder UN 2.0? USA: Trump bleibt der Nihilist des Rechts • Governor Newsom Press Office on Instagram: „It’s the “rule of Don,” not the rule of law. Trump is unhinged — and dangerous. World leaders: Stop whispering in private and caving to him in public. Stand strong. Stand united!“ • A World Without Rules Weltordnung: Marc Carney weist der EU den Weg • Read Mark Carney’s full speech on middle powers navigating a rapidly changing world | CBC News • Mark Carney’s full speech at the World Economic Forum EU: Was sind die Optionen im Umgang mit den Großmächten? • Merz in Davos: Neues Zeitalter der Großmächte hat begonnen Waffe: Gegenzölle • EU-Handelsabkommen mit den USA: Wadephul hält Zollabkommen zwischen USA und EU aktuell für unmöglich • EU explores €93B Trump tariff retaliation over Greenland threats • Das „Anti-Coercion“-Instrument Waffe: Digitale Dienste besteuern • Marcel Fratzscher (@MFratzscher) on X • Das „Anti-Coercion“-Instrument. Ein neues Sanktionsinstrument der EU zur Abwehr wirtschaftlichen Zwangs durch Drittländer – Lexpress Waffe: Bazooka der EU • Why the EU should – but won’t – fire its ‘trade bazooka’ at the US | Euractiv Mobilität: Neue E-Auto-Prämie in der Kritik • Kraftfahrt-Bundesamt – Pressemitteilungen – Neuzulassungen von Personenkraftwagen (Pkw) im Jahresverlauf 2025 nach Marken und alternativen Antrieben • Neues E-Auto-Förderprogramm mit sozialer Staffelung: Zuschüsse für Neuzulassungen ab 1.1.2026- BMUKN – Pressemitteilung • Elektromobilität nach Ländern Lagebilder: Lagekarte wieder online • Mailt Eure Lagebilder mit Geokoordinaten an lagebilder@lagedernation.org für die Lagekarte Feedback: Digitale Souveränität • Keine Macht für Oligarchen: Bundesregierung endlich runter von X • CCC-Kongress in Hamburg: Wege in die digitale Unabhängigkeit • Von kommerziellen zu kulturellen Netzwerken • Die Känguru-Rebellion: Digital…

## Chapters

- 0:00 Begrüßung
- 1:57 Kennzeichen-E: Der Podcast zu elektrischer Mobilität unterm Dach der Lage
- 2:16 USA: Trump will Grönland - und bekommt kalte Füße
- 3:28 Grönland: Wieso will Trump die Insel besitzen?
- 21:33 USA: Trump schwächer als es aussieht
- 27:26 Weltordnung: Wie reagieren die Europäer auf den Hegemon USA?
- 31:51 USA: Trump bleibt der Nihilist des Rechts
- 37:34 Weltordnung: Marc Carney weist der EU den Weg
- 44:46 EU: Was sind die Optionen im Umgang mit den Großmächten?
- 47:48 Mercosur: EU-Parlament schickt Handelsabkommen zum EuGH
- 53:01 EU: Wie kann das Bündnis in der neuen Welt überleben?
- 53:43 Waffe: Gegenzölle
- 55:14 Waffe: Goldreserven
- 56:18 Waffe: US-Staatsanleihen verkaufen
- 57:58 Waffe: Militärbasen kündigen
- 59:55 Waffe: Digitale Dienste besteuern
- 1:01:29 Waffe: Bazooka der EU
- 1:07:50 Weltordnung: Schlussstrich
- 1:11:09 Job: Lage sucht Sales-Profi (marketing@lagedernation.org)
- 1:12:59 Mobilität: Neue E-Auto-Prämie in der Kritik
- 1:24:56 Lagekarte: Eure Bilder sind zurück!
- 1:30:00 Digitalisierung: KfZ-Schein auf dem Handy funktioniert
- 1:34:26 Feedback: Digitale Souveränität
- 1:38:35 Verabschiedung

## Transcript

[0:00] Philip Banse: Herzlich willkommen zur Lage der
[0:01] Philip Banse: Nation, Folge Nr.
[0:04] Philip Banse: 462 vom 23.
[0:06] Philip Banse: Januar 2026.
[0:09] Philip Banse: Ganz herzlich willkommen.
[0:10] Philip Banse: Wir sind zurück
[0:12] Philip Banse: und starten mit euch jetzt
[0:15] Philip Banse: gemeinsam mit frischem Elan
[0:16] Philip Banse: und neuer Energie in das
[0:19] Philip Banse: neue Jahr. Philip Banse ist mein
[0:20] Philip Banse: Name und wie immer mit dabei ist:
[0:21] Ulf Buermeyer: Ulf Buermeyer, herzlich willkommen.
[0:23] Ulf Buermeyer: Ich bin Jurist aus Berlin.
[0:24] Ulf Buermeyer: Wir hoffen, ihr hattet schöne Ferien
[0:26] Ulf Buermeyer: und ein paar Leute hatten uns auch
[0:27] Ulf Buermeyer: geschrieben, dass sie sich schon
[0:28] Ulf Buermeyer: Sorgen gemacht haben, wo wir denn
[0:29] Ulf Buermeyer: sind. Also, ihr braucht euch keine
[0:31] Ulf Buermeyer: Sorgen zu machen.
[0:32] Ulf Buermeyer: Wir hatten natürlich die üblichen
[0:33] Ulf Buermeyer: Weihnachtsferien, wie wir das jedes
[0:35] Ulf Buermeyer: Jahr machen, vier Wochen ab Mitte
[0:37] Ulf Buermeyer: Dezember.
[0:37] Ulf Buermeyer: Und dann kam noch eine Krankheit
[0:39] Ulf Buermeyer: dazwischen. Wie das so ist, ihr
[0:40] Ulf Buermeyer: wisst, dass mit kleinen Babys,
[0:42] Ulf Buermeyer: da schlägt's gerne mal ins Kontor.
[0:44] Ulf Buermeyer: Aber jetzt sind wir wieder da und
[0:46] Ulf Buermeyer: ihr verpasst nichts, wenn ihr zum
[0:48] Ulf Buermeyer: Beispiel unseren Newsletter
[0:50] Ulf Buermeyer: abonniert, den gibt's auf
[0:52] Ulf Buermeyer: lagedernation.org.
[0:53] Philip Banse: Ja, oder eben den Podcast
[0:55] Philip Banse: gleich am besten abonnieren in eurer
[0:58] Philip Banse: App. Dann verpasst ihr auch nicht,
[0:59] Philip Banse: wenn was Neues rauskommt, weil ein
[1:01] Philip Banse: paar Leute gefragt haben, wann kommt
[1:02] Philip Banse: denn was? Wann kommt denn was?
[1:03] Philip Banse: Es ist einfach das Beste.
[1:05] Philip Banse: Natürlich kommt von uns immer was.
[1:06] Philip Banse: Aber es ist das Beste, wenn ihr den
[1:08] Philip Banse: Newsletter abonniert oder am besten
[1:09] Philip Banse: den Podcast abonniert und vielleicht
[1:10] Philip Banse: bei Spotify oder so auch noch auf
[1:12] Philip Banse: Autodownload schaltet, damit ihr
[1:14] Philip Banse: die Folge dann wirklich hören
[1:16] Philip Banse: könnt, wenn ihr auch in der U-Bahn
[1:17] Philip Banse: sitzt und kein Internet habt
[1:19] Philip Banse: oder so, dann ist sie dann
[1:21] Philip Banse: automatisch gleich bei euch im
[1:22] Philip Banse: Player gesichert.
[1:23] Ulf Buermeyer: Ja, das kann man übrigens in jeder
[1:25] Ulf Buermeyer: App. Das geht nicht nur bei Spotify,
[1:26] Ulf Buermeyer: also ich glaube, so ziemlich alle
[1:28] Ulf Buermeyer: Apps erlauben, dass man Podcasts
[1:30] Ulf Buermeyer: automatisch runterlädt, sobald er
[1:31] Ulf Buermeyer: erscheint. Und das ist aus ganz
[1:33] Ulf Buermeyer: vielen Gründen eine gute Idee, vor
[1:34] Ulf Buermeyer: allem auch aus technischen Gründen,
[1:35] Ulf Buermeyer: denn manchmal geht beim Streaming
[1:36] Ulf Buermeyer: dann doch was schief, es springt.
[1:38] Ulf Buermeyer: Oder wie gesagt, wie Philip schon
[1:39] Ulf Buermeyer: sagt, ihr verbraucht euer
[1:40] Ulf Buermeyer: Datenvolumen, muss alles nicht sein.
[1:42] Ulf Buermeyer: Autodownload ist das Mittel der
[1:43] Ulf Buermeyer: Wahl.
[1:44] Ulf Buermeyer: Außerdem waren wir in diesen Ferien
[1:46] Ulf Buermeyer: auch fleißig.
[1:47] Ulf Buermeyer: Wir haben also nicht nur beim
[1:49] Ulf Buermeyer: Minus 10 Grad mit Polaranzug
[1:51] Ulf Buermeyer: in der Hängematte gelegen, Philip,
[1:52] Ulf Buermeyer: sondern wir haben
[1:54] Ulf Buermeyer: einen neuen Podcast über die
[1:56] Ulf Buermeyer: Startlinie geschoben.
[1:59] Philip Banse: Richtig, und zwar heißt der Kennzeichen
[2:00] Philip Banse: E, der Podcast für elektrische
[2:03] Philip Banse: Mobilität, findet ihr unter
[2:05] Philip Banse: Kennzeichen-e.fm
[2:08] Philip Banse: oder eben überall dort,
[2:10] Philip Banse: wo ihr Podcasts findet
[2:11] Philip Banse: und hört.
[2:13] Philip Banse: Dazu dann aber im Verlauf der
[2:14] Philip Banse: Sendung noch mehr.
[2:17] Ulf Buermeyer: Es war ja mal wieder eine
[2:19] Ulf Buermeyer: historische Woche.
[2:20] Ulf Buermeyer: Seit Wochen redet die Welt ernsthaft
[2:22] Ulf Buermeyer: darüber, werden die USA,
[2:25] Ulf Buermeyer: Gründungsmitglied der NATO,
[2:28] Ulf Buermeyer: ein anderes NATO-Land
[2:30] Ulf Buermeyer: etwa militärisch angreifen,
[2:33] Ulf Buermeyer: um die größte Insel der Welt zu
[2:35] Ulf Buermeyer: erobern?
[2:35] Philip Banse: Ja, und dann erscheint Trump diese
[2:37] Philip Banse: Woche in Davos und sagt,
[2:39] Philip Banse: na, mit dem Militär, das machen wir
[2:40] Philip Banse: nicht, aber Grönland, das hätten wir
[2:42] Philip Banse: schon gern. Und dann verkündet er am
[2:45] Philip Banse: Abend, dass es ein Deal gäbe,
[2:47] Philip Banse: dass er einen Deal gemacht hätte,
[2:48] Philip Banse: der ihm all das brächte, verhandelt
[2:49] Philip Banse: nicht mit Dänemark und Gröneland,
[2:52] Philip Banse: nein, sondern mit dem
[2:53] Philip Banse: NATO-Generalsekretär.
[2:55] Philip Banse: Details bis dato unbekannt,
[2:57] Philip Banse: aber Europa atmet auf.
[3:00] Ulf Buermeyer: Die USA wollen kein anderes
[3:01] Ulf Buermeyer: NATO-Land angreifen?
[3:03] Ulf Buermeyer: Puh, da muss man sagen, die Maßstäbe
[3:05] Ulf Buermeyer: für diplomatischen Erfolg, die
[3:07] Ulf Buermeyer: haben sich in Europa schon mächtig
[3:09] Ulf Buermeyer: verschoben.
[3:10] Philip Banse: Ja, aber dann kam ein Kanadier
[3:12] Philip Banse: und liest den Europäern die Leviten
[3:14] Philip Banse: und zeigte ganz nebenbei auch noch
[3:15] Philip Banse: einen Weg auf, wie denn
[3:17] Philip Banse: mit den neuen Herren der Welt
[3:19] Philip Banse: umzugehen ist.
[3:21] Philip Banse: Das war ungefähr die Woche,
[3:23] Philip Banse: das waren die letzten Tage.
[3:24] Philip Banse: Wir dröseln das, wie ihr
[3:26] Philip Banse: das nicht anders kennt, auf.
[3:28] Ulf Buermeyer: Seit Beginn des Jahres eskaliert
[3:30] Ulf Buermeyer: Trump auf der außenpolitischen
[3:32] Ulf Buermeyer: Bühne als quasi monarchischer,
[3:34] Ulf Buermeyer: jedenfalls autokratischer
[3:36] Ulf Buermeyer: Imperialist, der sich an keine
[3:38] Ulf Buermeyer: Regeln, keine Bündnisse, keine
[3:39] Ulf Buermeyer: Verträge hält.
[3:41] Ulf Buermeyer: Erst in den ersten Tagen des Jahres
[3:42] Ulf Buermeyer: der Angriff auf Venezuela
[3:44] Ulf Buermeyer: inklusive der völkerrechtswidrigen
[3:47] Ulf Buermeyer: Entführung von Maduro.
[3:48] Philip Banse: Ja, Maduro ist ein Diktator,
[3:50] Philip Banse: keine Frage, ist ein echt übler
[3:52] Philip Banse: Typ, ist wirklich nicht schade um
[3:54] Philip Banse: sein Regime, aber Venezuela ist
[3:56] Philip Banse: nun mal und bleibt ein souveräner
[3:58] Philip Banse: Staat und da haben US-Truppen
[4:00] Philip Banse: so einfach nicht zu suchen,
[4:03] Philip Banse: ohne dass sie sich notwehren müssen,
[4:04] Philip Banse: ohne dass es ein Mandat der UNO
[4:05] Philip Banse: gibt. Das ist ziemlich
[4:07] Philip Banse: offensichtlich nicht völkerrechtlich
[4:08] Philip Banse: gewesen, aber ermuntert
[4:10] Philip Banse: durch diesen aus Trumps Sicht
[4:12] Philip Banse: erfolgreichen Angriff und die
[4:14] Philip Banse: erfolgreiche Erführung Maduros aus
[4:15] Philip Banse: Venezuela, hat
[4:17] Philip Banse: er sich jetzt noch mal wieder
[4:18] Philip Banse: Grönland ins Visier geschoben.
[4:21] Ulf Buermeyer: Das ist nicht völlig neu.
[4:21] Ulf Buermeyer: Er hatte im vergangenen Jahr und
[4:23] Ulf Buermeyer: auch schon öfter angedeutet, dass er
[4:24] Ulf Buermeyer: sich für Grönland interessiert.
[4:26] Ulf Buermeyer: Aber das ist jetzt eben mit dem
[4:28] Ulf Buermeyer: Rückenwind aus Venezuela nochmal auf
[4:30] Ulf Buermeyer: die Tagesordnung gehoben worden.
[4:32] Ulf Buermeyer: Nicht so ganz klar war, will er das
[4:34] Ulf Buermeyer: einfach erobern?
[4:35] Ulf Buermeyer: Möchte er es möglicherweise kaufen?
[4:37] Ulf Buermeyer: Whatever. Hauptsache, das scheint
[4:39] Ulf Buermeyer: der Plan zu sein, er möchte
[4:41] Ulf Buermeyer: gerne, dass Grönland zu
[4:43] Ulf Buermeyer: Trumpland wird.
[4:44] Ulf Buermeyer: Wäre doch mal schön sein schöner
[4:46] Ulf Buermeyer: Name auf dem Globus.
[4:47] Ulf Buermeyer: Warum?
[4:49] Philip Banse: Also, er nennt da in erster Linie
[4:50] Philip Banse: Sicherheit.
[4:52] Philip Banse: Grönland dürfe nicht von China oder
[4:53] Philip Banse: Russland übernommen werden.
[4:54] Philip Banse: Es gäbe keinen anderen Staat auf der
[4:55] Philip Banse: Welt, der Grönland schützen kann
[4:57] Philip Banse: als die USA.
[4:58] Philip Banse: Klimawandel, Arktis taut auf,
[5:01] Philip Banse: Arktis, Nordeuropa wird immer
[5:03] Philip Banse: mehr auch zu einem Schauplatz
[5:05] Philip Banse: der Reibereien zwischen den
[5:07] Philip Banse: Großmächten. Die Frage ist, wie
[5:08] Philip Banse: plausibel ist das?
[5:09] Philip Banse: Muss da deswegen wirklich
[5:11] Philip Banse: die USA Grönland annektieren
[5:13] Philip Banse: und komplett in sein Staatsgebiet
[5:16] Philip Banse: integrieren?
[5:16] Ulf Buermeyer: Nein, Grönland ist Teil Dänemarks.
[5:19] Ulf Buermeyer: Dänemark ist NATO-Mitgliedsland.
[5:21] Ulf Buermeyer: Und die Vereinigten Staaten schützen
[5:22] Ulf Buermeyer: ja auch durchaus ein paar andere
[5:23] Ulf Buermeyer: NATO-Staaten, ohne dass sie
[5:25] Ulf Buermeyer: völkerrechtlich Herren über diese
[5:26] Ulf Buermeyer: Staaten sind.
[5:27] Ulf Buermeyer: Und im Falle Grönlands kommt hinzu,
[5:30] Ulf Buermeyer: dass es bereits seit 1951
[5:32] Ulf Buermeyer: ein Abkommen gibt zwischen Dänemark
[5:34] Ulf Buermeyer: und den Vereinigten Staaten.
[5:36] Ulf Buermeyer: In Folge dieses Truppenstationierungsabkommens
[5:38] Ulf Buermeyer: können die USA fast beliebig
[5:40] Ulf Buermeyer: militärische Einrichtungen in
[5:41] Ulf Buermeyer: Grönland stationieren.
[5:43] Ulf Buermeyer: Das machen sie aber nicht in den
[5:44] Ulf Buermeyer: letzten Jahren. Ganz im Gegenteil,
[5:46] Ulf Buermeyer: sie ziehen Truppen ab.
[5:47] Ulf Buermeyer: Und wenn es doch tatsächlich um den
[5:48] Ulf Buermeyer: Schutz Grönlands geht, wenn es doch
[5:50] Ulf Buermeyer: tatsächlich darum geht, zum Beispiel
[5:52] Ulf Buermeyer: russische oder chinesische Basen
[5:54] Ulf Buermeyer: auf Grönland zu verhindern, dann
[5:56] Ulf Buermeyer: fragt man sich, warum zieht Trump,
[5:58] Ulf Buermeyer: warum ziehen die Amerikaner generell
[5:59] Ulf Buermeyer: dann Truppen ab, statt einfach
[6:01] Ulf Buermeyer: mehr Truppen zu stationieren?
[6:03] Ulf Buermeyer: Und zwar nach dem, wie gesagt,
[6:05] Ulf Buermeyer: bestehenden Abkommen. Er könnte
[6:06] Ulf Buermeyer: jederzeit sagen, wir machen da noch
[6:07] Ulf Buermeyer: fünf Basen auf, das wäre absolut
[6:09] Ulf Buermeyer: kompatibel mit diesem Abkommen,
[6:11] Ulf Buermeyer: das es bereits gibt.
[6:12] Ulf Buermeyer: Und zweitens kann man sich fragen,
[6:13] Ulf Buermeyer: warum bestraft der eigentlich
[6:15] Ulf Buermeyer: befreundete Staaten, die,
[6:17] Ulf Buermeyer: wie zum Beispiel Deutschland,
[6:18] Ulf Buermeyer: Frankreich, das Vereinigte
[6:19] Ulf Buermeyer: Königreich in den letzten Tagen
[6:21] Ulf Buermeyer: Initiativen gestartet haben, um
[6:22] Ulf Buermeyer: mehr militärische Präsenz auf
[6:24] Ulf Buermeyer: Grönland zu zeigen?
[6:25] Philip Banse: Das macht alles in allem nicht so
[6:27] Philip Banse: wahnsinnig viel Sinn und ist nicht
[6:28] Philip Banse: so überzeugend.
[6:29] Philip Banse: In Wirklichkeit geht es
[6:30] Philip Banse: wahrscheinlich mal wieder um
[6:32] Philip Banse: Trumps Ego, um seinen
[6:35] Philip Banse: Narzissmus.
[6:35] Philip Banse: In der New York Times sagt er
[6:37] Philip Banse: einfach, ich bin
[6:37] Philip Banse: Immobilienentwickler.
[6:39] Philip Banse: Wenn ich eins weiß, dann ist es:
[6:40] Philip Banse: nichts schlägt Eigentum.
[6:42] Philip Banse: Besitz sei psychologisch wichtig
[6:44] Philip Banse: für Erfolg und ich glaube, da kommen
[6:46] Philip Banse: wir dem Kern schon näher, das war ja
[6:48] Philip Banse: auch gestern oder vorgestern bei
[6:50] Philip Banse: Maybrit Illner irgendwie Thema.
[6:51] Philip Banse: Ich glaube, gestern war es, wo sich
[6:52] Philip Banse: auch die Fachleute ins
[6:54] Philip Banse: Psychologisieren versteigert haben.
[6:56] Philip Banse: Aber ich glaube, da läuft es einfach
[6:57] Philip Banse: drauf hinaus, er will es einfach
[6:58] Philip Banse: haben. Er will einfach
[7:00] Philip Banse: Land besitzen.
[7:01] Philip Banse: Er guckt auf die Karte und denkt,
[7:03] Philip Banse: das wäre doch schön, wenn diese
[7:04] Philip Banse: große Insel da auch noch in der
[7:06] Philip Banse: Farbe der USA eingefärbt wäre.
[7:08] Ulf Buermeyer: Gibt's ja schon so Memes, ne?
[7:09] Ulf Buermeyer: Da kursieren jetzt auf Trumps
[7:10] Ulf Buermeyer: Lieblingsmedium Truth Social, hier
[7:12] Ulf Buermeyer: seinem eigenen Twitter-Klon quasi,
[7:15] Ulf Buermeyer: da kursieren jetzt schon alle
[7:16] Ulf Buermeyer: möglichen Fotos, wo Grönland,
[7:18] Ulf Buermeyer: teilweise auch Kanada, schon in den
[7:20] Ulf Buermeyer: US-Farben gezeichnet werden.
[7:21] Philip Banse: Die er selber, glaube ich, auch
[7:22] Philip Banse: verbreitet. Also ich glaube, das ist
[7:23] Philip Banse: ein großer Teil der Wahrheit.
[7:24] Philip Banse: Es ist einfach ein Narzisst, ein
[7:26] Philip Banse: Egoman, der will einfach
[7:28] Philip Banse: Land mehren.
[7:29] Ulf Buermeyer: Stichwort narzisstische Kränkung.
[7:31] Ulf Buermeyer: Das scheint auch irgendwie noch eine
[7:32] Ulf Buermeyer: Rolle zu spielen. Er hat nämlich
[7:34] Ulf Buermeyer: auch noch eine Nachricht geschickt
[7:36] Ulf Buermeyer: an den Premierminister von
[7:37] Ulf Buermeyer: Norwegen.
[7:38] Ulf Buermeyer: Da heißt es sinngemäß, ihr habt mir
[7:40] Ulf Buermeyer: den Friedensnobelpreis nicht
[7:41] Ulf Buermeyer: gegeben.
[7:42] Ulf Buermeyer: Kleine Fußnote, nicht die
[7:43] Ulf Buermeyer: norwegische Regierung vergibt den,
[7:45] Ulf Buermeyer: sondern ein unabhängiges Komitee.
[7:46] Ulf Buermeyer: Aber egal.
[7:47] Ulf Buermeyer: Deswegen, sagt er, kümmere ich mich
[7:49] Ulf Buermeyer: jetzt nicht mehr um Frieden, sondern
[7:51] Ulf Buermeyer: primär um die Interessen der
[7:53] Ulf Buermeyer: Vereinigten Staaten.
[7:54] Ulf Buermeyer: Also ich kriege den Friedensnobelpreis
[7:56] Ulf Buermeyer: nicht, da muss ich mich auch nicht
[7:56] Ulf Buermeyer: mehr um den Frieden kümmern.
[7:58] Ulf Buermeyer: Weiteres denkbares Motiv, Philip,
[8:00] Ulf Buermeyer: glaube ich, das muss man schon auch
[8:01] Ulf Buermeyer: mal sehen, Ablenkung von seinen
[8:03] Ulf Buermeyer: innenpolitischen Problemen.
[8:04] Philip Banse: Ja, innenpolitisch läuft es nämlich
[8:05] Philip Banse: gar nicht gut für Trump, kommen wir
[8:07] Philip Banse: gleich noch mal zu.
[8:08] Philip Banse: Also auch Hinrichtung, Tötung,
[8:10] Philip Banse: wie auch immer, dieser Frau in
[8:11] Philip Banse: Minneapolis hat da natürlich auch
[8:13] Philip Banse: für sehr viel Unruhe und schlechte
[8:14] Philip Banse: Stimmung gesorgt.
[8:16] Philip Banse: Also mögliches Motiv auch, Ablenkung
[8:17] Philip Banse: von der Innenpolitik.
[8:19] Philip Banse: Also, wie geht es weiter?
[8:20] Philip Banse: Na ja, also er sagt,
[8:22] Philip Banse: schöne Insel habt ihr da, die hätte
[8:24] Philip Banse: ich gerne.
[8:25] Philip Banse: Was kostet denn das Ganze?
[8:26] Philip Banse: So fängt er also erstmal an.
[8:28] Philip Banse: Was kostete denn das ganze?
[8:29] Philip Banse: Zu diesem Zeitpunkt hat er
[8:30] Philip Banse: militärische Mittel noch nicht
[8:31] Philip Banse: ausgeschlossen, aber er fragt erst
[8:32] Philip Banse: mal nach dem Preis.
[8:33] Philip Banse: Nun ist es so, dass Grönland autonom
[8:35] Philip Banse: ist, es gehört zu Dänemark.
[8:37] Philip Banse: Dänmark ist vor allen Dingen
[8:39] Philip Banse: zuständig für Außen- und
[8:40] Philip Banse: Sicherheitspolitik.
[8:42] Philip Banse: Aber niemand, niemand will Grönland
[8:44] Philip Banse: verkaufen. Die Dänen nicht, die
[8:46] Philip Banse: Grönländer auch nicht.
[8:47] Philip Banse: Ja, es gibt Konflikte zwischen Nuuk,
[8:50] Philip Banse: also Hauptstadt von Grönland, der
[8:51] Philip Banse: Regierung von Grönland und
[8:52] Philip Banse: Kopenhagen.
[8:53] Philip Banse: Aber die USA, nein,
[8:55] Philip Banse: danke. In Grönland steht MAGA für
[8:57] Philip Banse: Make America Go Away.
[8:59] Philip Banse: Gibt's Mützen, steht drauf.
[9:01] Ulf Buermeyer: Und Hoodies und so.
[9:02] Ulf Buermeyer: Das ist ja jetzt gerade das große
[9:03] Ulf Buermeyer: Ding. Aber trotzdem, die Lage war
[9:05] Ulf Buermeyer: natürlich in dieser Woche mehr als
[9:07] Ulf Buermeyer: heikel. Muss man sich mal kurz vor
[9:08] Ulf Buermeyer: Augen führen. Dänemark ist ein
[9:10] Ulf Buermeyer: NATO Staat. Die NATO Staaten sind
[9:12] Ulf Buermeyer: durch das sogenannte Washingtoner
[9:13] Ulf Buermeyer: Abkommen, also eben den NATO
[9:14] Ulf Buermeyer: Vertrag, zu gegenseitigem
[9:16] Ulf Buermeyer: militärischen Beistand verpflichtet.
[9:17] Ulf Buermeyer: Das ist dieses Beistandsversprechen
[9:19] Ulf Buermeyer: des Artikel 5.
[9:20] Ulf Buermeyer: Aber es gibt eben auch ein
[9:21] Ulf Buermeyer: ausdrückliches Gewaltverbot noch mal
[9:23] Ulf Buermeyer: zwischen den NATO-Staaten, ganz
[9:25] Ulf Buermeyer: abgesehen mal vom Gewaltverbot der
[9:27] Ulf Buermeyer: Charta der Vereinten Nationen.
[9:29] Ulf Buermeyer: Und Trump bedrohte allen Ernstes
[9:31] Ulf Buermeyer: einen NATO-Staat mit militärischer
[9:33] Ulf Buermeyer: Gewalt. Und da haben es viele
[9:34] Ulf Buermeyer: gesagt, wenn Trump da Ernst
[9:36] Ulf Buermeyer: macht, wenn er also wirklich
[9:38] Ulf Buermeyer: Grönland militärisch besetzt,
[9:40] Ulf Buermeyer: erobert, wie auch immer, dann
[9:42] Ulf Buermeyer: sei die NATO tot.
[9:43] Ulf Buermeyer: Und eins kann man natürlich schon
[9:45] Ulf Buermeyer: sagen, selbst die Debatte darüber,
[9:47] Ulf Buermeyer: dass ein NATO-Staat die Grenzen
[9:49] Ulf Buermeyer: innerhalb des NATO-Territoriums
[9:51] Ulf Buermeyer: gewaltsam verschiebt auf Kosten
[9:53] Ulf Buermeyer: eines anderen NATO-Staats, allein
[9:54] Ulf Buermeyer: schon diese Debatte darüber schadet
[9:57] Ulf Buermeyer: der NATO. Und ich glaube, Philip,
[9:58] Ulf Buermeyer: das ist nicht zu hochinterpretiert,
[10:00] Ulf Buermeyer: wenn man sagt, da sitzt der Putin im
[10:01] Ulf Buermeyer: Kreml und grinst.
[10:02] Philip Banse: Ja, absolut, weil natürlich so ein
[10:04] Philip Banse: Bündnis davon lebt, dass die
[10:06] Philip Banse: Gegner wissen und der festen
[10:08] Philip Banse: Überzeugung sind, wenn wir einen
[10:10] Philip Banse: NATO-Staat angreifen, dann stehen
[10:11] Philip Banse: alle anderen auf der Matte und
[10:13] Philip Banse: helfen diesem NATO-Staat und wenn
[10:15] Philip Banse: dann aber innerhalb der NATO gesagt
[10:16] Philip Banse: wird, du schöne Insel haste da, die
[10:18] Philip Banse: hätte ich gerne, notfalls schicke
[10:19] Philip Banse: ich auch einen Flugzeugträger vorbei,
[10:20] Philip Banse: dann ist es mit dem
[10:21] Philip Banse: Beistandsversprechen natürlich im
[10:23] Philip Banse: Fall eines Angriffs eines Gegners
[10:25] Philip Banse: nicht weit her.
[10:26] Ulf Buermeyer: Ja, zumal man schon sagen muss,
[10:28] Ulf Buermeyer: also die USA sind ja irgendwie auch
[10:30] Ulf Buermeyer: nicht irgendein NATO-Staat.
[10:32] Ulf Buermeyer: Die haben natürlich mit weitem
[10:33] Ulf Buermeyer: Abstand die größten militärischen
[10:35] Ulf Buermeyer: Fähigkeiten.
[10:35] Ulf Buermeyer: Aber Philip, die zentrale Frage, was
[10:37] Ulf Buermeyer: macht Europa?
[10:37] Philip Banse: Also das Gefühl
[10:39] Philip Banse: machte sich schon breit, hier wurde
[10:41] Philip Banse: eine rote Linie überschritten.
[10:44] Philip Banse: Wir müssen die internationale
[10:46] Philip Banse: Ordnung irgendwie retten, wir müssen
[10:47] Philip Banse: die NATO retten.
[10:49] Philip Banse: Daher muss Trump gestoppt werden.
[10:51] Philip Banse: Aber, aber gleichzeitig
[10:53] Philip Banse: will Europa, wollen die
[10:55] Philip Banse: Europäer den neuen Hegemonen aber
[10:57] Philip Banse: auf keinen Fall zu sehr reizen,
[10:59] Philip Banse: zu sehr pieksen, zu sehr abhängig
[11:01] Philip Banse: sind sie in Sachen Ukraine von
[11:03] Philip Banse: den Waffenlieferungen, sind sie auf
[11:05] Philip Banse: tausend anderen Gebieten von den
[11:06] Philip Banse: USA.
[11:07] Philip Banse: Also bleibt die EU ambivalent.
[11:10] Ulf Buermeyer: Don't poke the bear. Das war so die
[11:12] Ulf Buermeyer: Idee. Daher haben sich die
[11:13] Ulf Buermeyer: EU-Staaten nur zu, sagen wir mal,
[11:15] Ulf Buermeyer: eher symbolischen Handlungen
[11:17] Ulf Buermeyer: hinreißen lassen oder man muss es
[11:18] Ulf Buermeyer: allgemeiner fassen, die europäischen
[11:20] Ulf Buermeyer: Staaten.
[11:21] Ulf Buermeyer: Acht Länder, unter anderem auch das
[11:22] Ulf Buermeyer: Vereinigte Königreich von
[11:24] Ulf Buermeyer: Großbritannien und Nordirland,
[11:25] Ulf Buermeyer: schickten je eine Handvoll Soldaten
[11:28] Ulf Buermeyer: zur Evaluierung der Lage und
[11:30] Ulf Buermeyer: auch natürlich vor allem als Zeichen
[11:31] Ulf Buermeyer: der Solidarität nach Grönland,
[11:33] Ulf Buermeyer: auch Deutschland.
[11:34] Ulf Buermeyer: Es gab so ein bisschen widersprechende
[11:36] Ulf Buermeyer: Informationen.
[11:36] Ulf Buermeyer: So etwa 13 Mann von der Bundeswehr
[11:39] Ulf Buermeyer: flogen nach Nuuk, zogen nach zwei
[11:40] Ulf Buermeyer: Tagen wieder ab.
[11:41] Ulf Buermeyer: Offiziell war damit die Mission
[11:43] Ulf Buermeyer: erfüllt. Die haben sich da halt mal
[11:44] Ulf Buermeyer: irgendwie umgeguckt, wie es so ist
[11:45] Ulf Buermeyer: bei minus x Grad.
[11:47] Ulf Buermeyer: Trump reagiert auf diese Aktionen
[11:50] Ulf Buermeyer: der europäischen Staaten trotzdem
[11:52] Ulf Buermeyer: maximal dünnhäutig.
[11:55] Philip Banse: Ja, also er fragt die Europäer, seid ihr sicher, dass ihr
[11:55] Philip Banse: nicht verkaufen wollt?
[11:57] Philip Banse: Wir machen Folgendes, wenn ihr
[11:59] Philip Banse: denn nicht verkauen wollt und wenn
[12:00] Philip Banse: ihr uns da im Weg steht und diesen
[12:01] Philip Banse: Verkauf nicht unterstützt, dann
[12:03] Philip Banse: gibt's ab 1. Februar 10%
[12:05] Philip Banse: Zoll auf alles und ab 1.6.
[12:07] Philip Banse: dann 25% Zoll auf
[12:09] Philip Banse: alles. Die Drohung richtete sich
[12:11] Philip Banse: vor allem gegen diese Staaten, die
[12:12] Philip Banse: da Soldaten nach Grönland geschickt
[12:14] Philip Banse: hatten, vor allen Dingen auch gegen
[12:16] Philip Banse: Deutschland.
[12:17] Philip Banse: Und diese Zölle sollten halt so
[12:19] Philip Banse: lange gelten, bis denn Grönland
[12:20] Philip Banse: erfolgreich an die USA verkauft ist.
[12:23] Ulf Buermeyer: Das war quasi der Stand Anfang der
[12:24] Ulf Buermeyer: Woche und da hat sich bei vielen
[12:26] Ulf Buermeyer: in Brüssel das Gefühl eingestellt,
[12:28] Ulf Buermeyer: entgegenkommen bringt bei Trump
[12:30] Ulf Buermeyer: nichts. Denn im vergangenen Sommer,
[12:32] Ulf Buermeyer: muss man sagen, ist Ursula von der
[12:34] Ulf Buermeyer: Leyen ihm ja bei den
[12:34] Ulf Buermeyer: Zollverhandlungen extrem weit
[12:36] Ulf Buermeyer: entgegengekommen.
[12:37] Ulf Buermeyer: Ergebnis der Verhandlung war
[12:38] Ulf Buermeyer: nämlich, dass auf amerikanische
[12:40] Ulf Buermeyer: Waren, die in Europa importiert
[12:41] Ulf Buermeyer: werden, 0% Zoll fällig werden
[12:43] Ulf Buermeyer: sollten, auf europäische Ware,
[12:45] Ulf Buermeyer: die in die USA eingeführt werden
[12:46] Ulf Buermeyer: hingegen 15%, was ja auch
[12:48] Ulf Buermeyer: wirklich schon fast eine
[12:49] Ulf Buermeyer: bedingungslose Kapitulation der EU
[12:50] Ulf Buermeyer: war. Das alles bringt gar
[12:52] Ulf Buermeyer: nichts bei Donald Trump.
[12:54] Ulf Buermeyer: Das führt überhaupt nicht dazu, dass
[12:55] Ulf Buermeyer: er ein halbes Jahr später irgendwie
[12:56] Ulf Buermeyer: so was wie Milde walten lässt.
[12:58] Ulf Buermeyer: Ganz im Gegenteil, in Brüssel
[13:00] Ulf Buermeyer: dämmerte vielen, eigentlich
[13:02] Ulf Buermeyer: müssten wir hier viel mehr
[13:04] Ulf Buermeyer: Härte zeigen.
[13:05] Ulf Buermeyer: Aber passiert ist trotzdem erstmal
[13:07] Ulf Buermeyer: nichts. Es gab so Überlegungen
[13:10] Ulf Buermeyer: von Gegenzöllen, aber keinerlei
[13:11] Ulf Buermeyer: Beschlüsse.
[13:13] Ulf Buermeyer: Und dann, Philip, flog quasi
[13:14] Ulf Buermeyer: so die Hautevolee der Welt nach
[13:16] Ulf Buermeyer: Davos.
[13:17] Philip Banse: Richtig, nach Davos zu diesem
[13:19] Philip Banse: ziemlich exklusiven Treffen da in
[13:21] Philip Banse: den Schweizer Alpen.
[13:22] Ulf Buermeyer: Sogenanntes World Economic Forum,
[13:24] Ulf Buermeyer: Weltwirtschaftsforum.
[13:24] Philip Banse: Trump rückte auch an mit einer
[13:26] Philip Banse: riesen Entourage, ich glaube, 300
[13:27] Philip Banse: Leute oder irgendwas und hält
[13:29] Philip Banse: eine wirklich weirde,
[13:31] Philip Banse: schräge Rede.
[13:32] Philip Banse: Ewig meandern, völlig
[13:34] Philip Banse: wirr über Windmühlen und
[13:36] Philip Banse: wat nicht alles.
[13:37] Philip Banse: Aber, dann fragte er, soll ich noch
[13:38] Philip Banse: was zu Grönland sagen?
[13:39] Philip Banse: Und alle so, ja, also vielleicht.
[13:42] Philip Banse: Vielleicht.
[13:43] Philip Banse: Wäre schon interessant.
[13:45] Philip Banse: Und dann sagt er Folgendes:
[13:47] Donald Trump: They have a choice. You can say yes and we will be very appreciative or
[13:47] Donald Trump: you can say no and we will remember.
[13:57] Ulf Buermeyer: Also er sagt im Prinzip, wenn ihr
[13:58] Ulf Buermeyer: zustimmt, sind wir glücklich und
[14:00] Ulf Buermeyer: wenn nicht, dann merken
[14:02] Ulf Buermeyer: wir uns das, Philip.
[14:03] Ulf Buermeyer: Und ich weiß nicht, wie es dir so
[14:04] Ulf Buermeyer: ging. Ich fand, diese Sprache kennt
[14:06] Ulf Buermeyer: man aus der Pate.
[14:09] Philip Banse: Das ist so klassisch Mafiaspeak,
[14:11] Philip Banse: du hast die freie Wahl,
[14:14] Philip Banse: das ist gar kein Thema, ihr könnt
[14:15] Philip Banse: entscheiden wie ihr wollt, aber
[14:17] Philip Banse: wenn ihr nicht zustimmt,
[14:20] Philip Banse: also ich würde es euch nicht empfehlen,
[14:21] Philip Banse: ganz ehrlich.
[14:22] Ulf Buermeyer: Man hört Mario Puzo das schon
[14:24] Ulf Buermeyer: sagen.
[14:25] Philip Banse: Aber immerhin schloss er
[14:26] Philip Banse: in dieser Rede eine gewaltsame
[14:29] Philip Banse: Übernahme Grönlands, also eine
[14:30] Philip Banse: Übernahme mit militärischer Gewalt
[14:32] Philip Banse: aus.
[14:34] Donald Trump: We probably won't get anything unless I decide to use excessive strenght
[14:34] Donald Trump: and force where we would be frankly
[14:41] Donald Trump: unstoppable. But I won't do that, okay? Now everyone is saying, ugh,
[14:41] Donald Trump: good. That's probably the biggest
[14:51] Donald Trump: statement I make because people thought I would use
[14:53] Donald Trump: force. I don't have to use force. I don't wanna use force. I won't use
[14:53] Donald Trump: force.
[14:58] Philip Banse: Aber Grönland? Grönland hätte er schon, die Frage ist halt, wie?
[15:00] Ulf Buermeyer: Unklar. Das heißt also, nach dieser
[15:01] Ulf Buermeyer: Trump-Rede war klar, okay, also wir
[15:03] Ulf Buermeyer: müssen jetzt nicht mit einem Flugzeugträger
[15:04] Ulf Buermeyer: rechnen, aber offensichtlich weiter
[15:06] Ulf Buermeyer: mit Druck, Zöllen, whatsoever.
[15:08] Ulf Buermeyer: Und dann im Abend, große
[15:10] Ulf Buermeyer: Überraschung, denn Donald Trump
[15:11] Ulf Buermeyer: hatte am Nachmittag mit dem
[15:13] Ulf Buermeyer: NATO-Generalsekretär Mark
[15:15] Ulf Buermeyer: Rutte gesprochen und
[15:18] Ulf Buermeyer: dann verkündete er einen
[15:20] Ulf Buermeyer: Deal.
[15:20] Ulf Buermeyer: Nicht mit Dänemark geschlossen,
[15:22] Ulf Buermeyer: nicht mit Grönland geschlossen.
[15:23] Ulf Buermeyer: Sondern angeblich irgendwie mit
[15:24] Ulf Buermeyer: NATO-Generalsekretär Mark Rutte.
[15:26] Ulf Buermeyer: Die Details dieses Deals sind völlig
[15:28] Ulf Buermeyer: offen, aber auf jeden Fall
[15:30] Ulf Buermeyer: hat Trump auf Grundlage dieses Deal
[15:32] Ulf Buermeyer: beschlossen, ok, diese
[15:34] Ulf Buermeyer: ganzen Zolldrohungen, die sind jetzt
[15:35] Ulf Buermeyer: mal vom Tisch.
[15:37] Philip Banse: Genau, die Details sind noch offen.
[15:38] Philip Banse: Ich würde auch sagen, es scheint
[15:39] Philip Banse: eher ein Rahmen für ein
[15:41] Philip Banse: Abkommen zu sein und der Spiegel und
[15:43] Philip Banse: andere Medien berichten über so ein
[15:45] Philip Banse: paar Eckpfeiler dieses Rahmens.
[15:47] Philip Banse: Zum einen, du hast es gesagt, die
[15:49] Philip Banse: Drohung mit weiteren Zöllen wird
[15:50] Philip Banse: zurückgenommen.
[15:51] Philip Banse: Dieses Abkommen über die
[15:52] Philip Banse: Stationierung von Truppen in
[15:53] Philip Banse: Grönland, von US-Truppen in Grönland
[15:55] Philip Banse: von 1951, was du oben genannt hast,
[15:57] Philip Banse: das wird neu verhandelt und künftig
[15:59] Philip Banse: soll es eben ein Passus zu diesem
[16:01] Philip Banse: Golden Dome enthalten,
[16:03] Philip Banse: also diesem Raketenabwehrschirm, den
[16:06] Philip Banse: Trump dort plant
[16:08] Philip Banse: oder den er errichten will.
[16:10] Philip Banse: Außerdem soll die US-Regierung,
[16:14] Philip Banse: sagen wir mal, bei Investitionen
[16:16] Philip Banse: von nicht NATO-Staaten in Grönland
[16:18] Philip Banse: mitreden dürfen. Also da geht es
[16:19] Philip Banse: natürlich in erster Linie darum,
[16:21] Philip Banse: dürfen Chinesen, Russen, darf China,
[16:23] Philip Banse: darf Russland auf Grönland irgendwie
[16:26] Philip Banse: investieren, zum Beispiel, um an die
[16:28] Philip Banse: Ressourcen, um an die Mineralien zu
[16:29] Philip Banse: kommen. Und da soll die
[16:31] Philip Banse: USA ein Mitspracherecht bekommen.
[16:33] Philip Banse: Außerdem wollen,
[16:35] Philip Banse: sollen sich die europäischen
[16:37] Philip Banse: NATO-Staaten stärker
[16:39] Philip Banse: für die Sicherheit in dieser
[16:40] Philip Banse: Arktisregion engagieren und
[16:42] Philip Banse: einsetzen.
[16:44] Ulf Buermeyer: Ja, mit anderen Worten: Trump rudert
[16:46] Ulf Buermeyer: zurück. Er bekommt nämlich nichts,
[16:48] Ulf Buermeyer: was die USA nicht schon seit 1951
[16:50] Ulf Buermeyer: Kraft ihres Truppenstationierungsabkommens
[16:52] Ulf Buermeyer: mit Dänemark längst haben.
[16:54] Ulf Buermeyer: Einzige Ausnahme wäre das Mitreden
[16:56] Ulf Buermeyer: bei der Investitionskontrolle.
[16:58] Ulf Buermeyer: Da haben allerdings Dänemark und
[16:59] Ulf Buermeyer: Grönland schon hinter den Kulissen
[17:00] Ulf Buermeyer: angedeutet, das ist mit uns nicht
[17:02] Ulf Buermeyer: besprochen, davon wissen wir nichts,
[17:03] Ulf Buermeyer: das sehen wir auch nicht.
[17:04] Ulf Buermeyer: Also mit anderen Worten, Trump hat
[17:06] Ulf Buermeyer: einfach nichts bekommen,
[17:08] Ulf Buermeyer: außer einen wahrscheinlich
[17:09] Ulf Buermeyer: ungedeckten Scheck von Mark Rutte
[17:10] Ulf Buermeyer: bei diesen Investitionen, wobei man
[17:12] Ulf Buermeyer: natürlich sagen muss, vermutlich ist
[17:13] Ulf Buermeyer: es das, womit
[17:15] Ulf Buermeyer: sich Dänemark und Grönland dann
[17:16] Ulf Buermeyer: letzten Endes schon irgendwie mit
[17:17] Ulf Buermeyer: abfinden können, wenn da jetzt keine
[17:19] Ulf Buermeyer: russischen, keine Ahnung, Minen auf
[17:21] Ulf Buermeyer: Grönland richtet werden, zumal die
[17:22] Ulf Buermeyer: Ausbeutung dieser Bodenschätze eh
[17:23] Ulf Buermeyer: mega komplex ist, also das ist eh
[17:25] Ulf Buermeyer: nicht so richtig realistisch.
[17:26] Ulf Buermeyer: Aber die Bottomline des Ganzen ist,
[17:28] Ulf Buermeyer: Trump hat eigentlich nichts
[17:29] Ulf Buermeyer: bekommen. Erst droht er de facto mit
[17:31] Ulf Buermeyer: einer militärischen Intervention.
[17:32] Ulf Buermeyer: Dann droht der mit einem
[17:34] Ulf Buermeyer: Handelskrieg mit der Europäischen
[17:35] Ulf Buermeyer: Union.
[17:36] Ulf Buermeyer: Und dann sitzt er sich einmal mit
[17:37] Ulf Buermeyer: Mark Rutte zusammen, dem
[17:39] Ulf Buermeyer: NATO-Generalsekretär, der
[17:41] Ulf Buermeyer: zeigt vermutlich mal die Instrumente
[17:43] Ulf Buermeyer: und dann war es das.
[17:45] Ulf Buermeyer: Dann rudert er einfach zurück.
[17:47] Ulf Buermeyer: Und das finde ich so faszinierend,
[17:49] Ulf Buermeyer: selbstverständlich wird das jetzt
[17:50] Ulf Buermeyer: nicht als einknicken geschildert,
[17:52] Ulf Buermeyer: sondern als Deal, also Trump
[17:53] Ulf Buermeyer: verkauft das natürlich so, als wäre
[17:54] Ulf Buermeyer: er ein ganz großartiger Verhandler,
[17:56] Ulf Buermeyer: aber im Prinzip hat er einfach gar
[17:58] Ulf Buermeyer: nichts erreicht, außer sehr
[18:00] Ulf Buermeyer: viel Unsicherheit und wahnsinnig
[18:02] Ulf Buermeyer: viel verlorenes Vertrauen.
[18:03] Philip Banse: Ja, und es ist ja noch nicht mal ein
[18:05] Philip Banse: Deal, es ist einfach nur ein Rahmen,
[18:06] Philip Banse: wo irgendwie noch Leute zustimmen
[18:08] Philip Banse: müssen. Und das ist so mit diesen
[18:09] Philip Banse: Deals, die Trump abschließt, das
[18:10] Philip Banse: sind halt Donald Deals.
[18:12] Philip Banse: Das weiß man immer nicht, wie lange
[18:14] Philip Banse: halten sie, gibt es sie überhaupt,
[18:16] Philip Banse: werden sie umgesetzt und wenn ja,
[18:17] Philip Banse: nur zum Viertel oder so, steht alles
[18:19] Philip Banse: in den Sternen.
[18:20] Philip Banse: Und unter diesen Vorzeichen haben
[18:22] Philip Banse: sich jetzt viele Europäer wieder
[18:23] Philip Banse: an Trumps zweiten Vornamen
[18:25] Philip Banse: erinnert. Der ist nämlich TACO,
[18:27] Philip Banse: Trump Always Chickens Out,
[18:29] Philip Banse: das ist der Spitzname, den er in
[18:31] Philip Banse: Amerika mittlerweile bekommen hat. TACO.
[18:33] Philip Banse: Also Kurzform, Akronym für
[18:35] Philip Banse: Trump always chickens out.
[18:36] Philip Banse: Auf Deutsch übersetzt,
[18:38] Philip Banse: Trump zieht immer den Schwanz ein
[18:40] Philip Banse: und das hat sich...
[18:42] Ulf Buermeyer: Und zwar sobald er Gegendruck bekommt. Das ist so ein bisschen der zweite
[18:43] Ulf Buermeyer: Halbsatz, der fehlt.
[18:44] Ulf Buermeyer: Solange man Trump machen lässt,
[18:45] Ulf Buermeyer: kennt er überhaupt kein Ende.
[18:46] Ulf Buermeyer: Da rennt er immer weiter, immer
[18:48] Ulf Buermeyer: weiter.
[18:49] Ulf Buermeyer: Da kennt seine Gier keine Grenzen.
[18:51] Ulf Buermeyer: Aber sobald er wirklich substanziell
[18:54] Ulf Buermeyer: Gegenwind bekommt, dann sagt er,
[18:56] Ulf Buermeyer: okay, so war das vielleicht auch
[18:58] Ulf Buermeyer: nicht gemein.
[18:59] Ulf Buermeyer: Er ist so der klassische Cowboy.
[19:01] Ulf Buermeyer: Das kann man sich so richtig vorstellen.
[19:02] Ulf Buermeyer: Dicke Hose, dicke Wumme,
[19:04] Ulf Buermeyer: große Klappe, aber letztlich einfach
[19:07] Ulf Buermeyer: keine Cojones.
[19:08] Philip Banse: Ja, da muss man an dieser Stelle
[19:09] Philip Banse: kurz mal einpflechten, was war denn
[19:11] Philip Banse: die Wumme, die Mark
[19:13] Philip Banse: Rutte eben da präsentiert hat?
[19:14] Philip Banse: Was war denn der Hebel, den die
[19:15] Philip Banse: Europäer hatten? Das waren einmal
[19:16] Philip Banse: die Gegenzölle, die sie angekündigt
[19:18] Philip Banse: haben. Und Mark Rutte hat gesagt,
[19:20] Philip Banse: hör mal zu, wenn du Grönland
[19:21] Philip Banse: angreifst, also die europäischen
[19:23] Philip Banse: NATO-Staaten werden Grönland
[19:24] Philip Banse: verteidigen, glaube ich.
[19:25] Ulf Buermeyer: Also das ist natürlich nicht
[19:27] Ulf Buermeyer: offiziell, das ist nicht offiziell.
[19:28] Ulf Buermeyer: Niemand weiß das so richtig, aber
[19:30] Ulf Buermeyer: man hört, dass tatsächlich
[19:33] Ulf Buermeyer: Mark Rutte eben ganz
[19:35] Ulf Buermeyer: klar gesagt hat, wenn du
[19:36] Ulf Buermeyer: dich nicht an den NATO-Vertrag
[19:38] Ulf Buermeyer: hältst, wir schon.
[19:40] Ulf Buermeyer: Das ist dänisches Staatsgebiet.
[19:41] Ulf Buermeyer: Wenn du da mit deinen
[19:42] Ulf Buermeyer: Flugzeugträgern kommst, dann sind
[19:44] Ulf Buermeyer: wir da. Dann musst du dir überlegen,
[19:45] Ulf Buermeyer: ob du Briten, Franzosen und Deutsche
[19:47] Ulf Buermeyer: zu Klump schießen willst.
[19:48] Ulf Buermeyer: Musst du dir überlegen, ob das ist,
[19:50] Ulf Buermeyer: was du willst.
[19:50] Philip Banse: Und das musst du dann innenpolitisch verteidigen,
[19:52] Philip Banse: dass du irgendwie NATO-Partner angreifst.
[19:52] Ulf Buermeyer: Wo diese ganze Grönlandnummer,
[19:55] Ulf Buermeyer: unabhängig von den Mitteln,
[19:56] Ulf Buermeyer: überhaupt nur so um die 17 Prozent
[19:57] Ulf Buermeyer: Approval Rating hat in den USA.
[19:59] Ulf Buermeyer: Also nicht mal jeder fünfte
[20:00] Ulf Buermeyer: Amerikaner findet das mit Grönland
[20:02] Ulf Buermeyer: eine gute Idee.
[20:02] Ulf Buermeyer: Und wenn es dann noch darum geht,
[20:04] Ulf Buermeyer: wirklich andere NATO-Staaten
[20:06] Ulf Buermeyer: militärisch von der Insel zu
[20:08] Ulf Buermeyer: schießen, da hört der Spaß halt
[20:10] Ulf Buermeyer: einfach auf. Und deswegen, TACO,
[20:11] Ulf Buermeyer: wenn ihm einfach ganz klar die
[20:13] Ulf Buermeyer: Wand gezeigt wird, dann bremst sogar
[20:15] Ulf Buermeyer: ein Trump. Und dafür gibt es ja auch
[20:17] Ulf Buermeyer: reichlich andere Beispiele.
[20:19] Philip Banse: So hat sich der Name ja auch entwickelt.
[20:20] Philip Banse: Es gab halt diesen eskalierenden
[20:21] Philip Banse: Zollstreit mit China, der ist
[20:22] Philip Banse: mittlerweile mehr oder weniger
[20:23] Philip Banse: beendet, aber völlig ohne Ernte oder
[20:25] Philip Banse: nicht völlig, aber nahezu ohne Ernte
[20:27] Philip Banse: für Donald Trump.
[20:29] Ulf Buermeyer: Na, aber hallo.
[20:31] Ulf Buermeyer: Die Chinesen haben ja letzten Endes einfach den Hahn
[20:31] Ulf Buermeyer: zugedreht bei seltenen Erden.
[20:33] Ulf Buermeyer: Und da haben Trump seine Buddies aus
[20:35] Ulf Buermeyer: der IT-Industrie gesagt, Leute, wie
[20:37] Ulf Buermeyer: sollen wir bitte Chips bauen?
[20:38] Ulf Buermeyer: Wie sollen wir iPhones bauen, wenn
[20:39] Ulf Buermeyer: wir keine seltener Erden mehr
[20:40] Ulf Buermeyer: kriegen? Also das ist ein Konflikt,
[20:42] Ulf Buermeyer: den wir nicht gewinnen.
[20:43] Philip Banse: Die Drohungen an Panama
[20:45] Philip Banse: blieben bisher ohne Ergebnis.
[20:46] Ulf Buermeyer: Ja klar, ich meine, auf der anderen
[20:47] Ulf Buermeyer: Seite kann man natürlich sagen,
[20:48] Ulf Buermeyer: Venezuela klingt jetzt erstmal wie
[20:50] Ulf Buermeyer: ein Gegenbeispiel.
[20:51] Ulf Buermeyer: Da hat Trump ja nicht gebremst, im
[20:52] Ulf Buermeyer: Gegenteil, das hat er durchgezogen.
[20:54] Ulf Buermeyer: Aber da gab es eben auch keinen
[20:55] Ulf Buermeyer: nennenswerten Gegendruck.
[20:56] Ulf Buermeyer: Also das Militär Venezuelas ist
[20:59] Ulf Buermeyer: einfach offensichtlich eine
[21:00] Ulf Buermeyer: Quantité négligeable in diesem
[21:02] Ulf Buermeyer: diplomatischen Spiel.
[21:04] Ulf Buermeyer: Und insofern glaube ich, kann man
[21:05] Ulf Buermeyer: das nicht so richtig als Gegenbeispiel
[21:06] Ulf Buermeyer: werten. Aber sobald ernsthaft Druck
[21:09] Ulf Buermeyer: von der anderen Seite kommt,
[21:11] Ulf Buermeyer: wie jetzt zum Beispiel eben von Mark
[21:12] Ulf Buermeyer: Rutte hinter den Kulissen.
[21:14] Ulf Buermeyer: Er hat Trump nicht öffentlich gedemütigt,
[21:15] Ulf Buermeyer: er hat nicht gesagt, wir schießen
[21:17] Ulf Buermeyer: euch ab, wenn ihr dahin fliegt,
[21:19] Ulf Buermeyer: sondern er hat gesagt, lass mal
[21:20] Ulf Buermeyer: reden. Und dann konnte Trump
[21:21] Ulf Buermeyer: gesichtswahrend einen sogenannten
[21:23] Ulf Buermeyer: Deal verkünden, obwohl in dem im
[21:25] Ulf Buermeyer: Wesentlichen nichts steht, was er
[21:27] Ulf Buermeyer: nicht eh schon hatte.
[21:27] Philip Banse: Ja und die Europäer hatten ja, wie
[21:28] Philip Banse: gesagt, auch vorher Gegenzölle
[21:30] Philip Banse: angedroht und noch so ein paar
[21:31] Philip Banse: andere Mechanismen, da kommen wir
[21:32] Philip Banse: gleich noch zu.
[21:34] Philip Banse: Also das korreliert halt auch damit
[21:35] Philip Banse: und was viele Europäer jetzt
[21:37] Philip Banse: vielleicht auch sehen oder vergessen
[21:38] Philip Banse: hatten, ist, dass Trump eben
[21:40] Philip Banse: viel schwächer ist, als viele
[21:42] Philip Banse: das annehmen von außen betrachtet.
[21:44] Philip Banse: Das gilt vor allem, wir haben es
[21:46] Philip Banse: eben schon angedeutet,
[21:47] Philip Banse: innenpolitisch. Da brennt nämlich
[21:48] Philip Banse: richtig die Hütte.
[21:49] Philip Banse: Der ist generell extrem
[21:51] Philip Banse: unbeliebt. Der hat die schlechtesten
[21:53] Philip Banse: Beliebtheitswerte nach einem
[21:55] Philip Banse: Jahr Präsidentschaft seit dem
[21:57] Philip Banse: Zweiten Weltkrieg und
[21:59] Philip Banse: auch die Eroberung Grönlands
[22:01] Philip Banse: lehnt die Mehrheit der Amerikaner
[22:02] Philip Banse: ab.
[22:03] Ulf Buermeyer: Das ist also die aktuelle
[22:05] Ulf Buermeyer: Umfragelage quasi.
[22:07] Ulf Buermeyer: Es gibt aber auch noch so ein paar
[22:07] Ulf Buermeyer: andere, sagen wir mal, etwas
[22:08] Ulf Buermeyer: abstraktere Gründe.
[22:10] Ulf Buermeyer: Gewählt wurde Donald Trump ja vor
[22:11] Ulf Buermeyer: allem aus wirtschaftlichen Gründen,
[22:13] Ulf Buermeyer: gerade von Menschen, denen es
[22:14] Ulf Buermeyer: wirtschaftlich nicht so gut geht,
[22:15] Ulf Buermeyer: weil sie sich erhofft haben von ihm,
[22:17] Ulf Buermeyer: dass er eben Amerika wieder groß
[22:19] Ulf Buermeyer: macht und insbesondere Geld in ihre
[22:21] Ulf Buermeyer: Portmonees lenkt und die Inflation
[22:23] Ulf Buermeyer: bekämpft. Und dann muss man sagen,
[22:24] Ulf Buermeyer: ja, die Inflation ist zwar etwas
[22:26] Ulf Buermeyer: gesunken. Sie liegt aber immer noch
[22:27] Ulf Buermeyer: zwischen zwei und drei Prozent.
[22:28] Ulf Buermeyer: Und insgesamt kommt bei den Leuten
[22:30] Ulf Buermeyer: einfach nicht an, dass es ihnen
[22:32] Ulf Buermeyer: wirtschaftlich besser geht.
[22:33] Ulf Buermeyer: Also die hohen Inflationsraten der
[22:35] Ulf Buermeyer: letzten Jahre werden in keiner Weise
[22:37] Ulf Buermeyer: kompensiert durch ähnlich hohe
[22:38] Ulf Buermeyer: Steigerungen bei den Reallöhnen.
[22:40] Ulf Buermeyer: Und insbesondere sind die
[22:41] Ulf Buermeyer: Amerikanerinnen und Amerikaner, was
[22:43] Ulf Buermeyer: ihre wirtschaftliche Lage angeht,
[22:45] Ulf Buermeyer: genauso pessimistisch wie vor der
[22:46] Ulf Buermeyer: Wahl. Also innenpolitisch ist
[22:48] Ulf Buermeyer: einfach die Stimmung richtig
[22:50] Ulf Buermeyer: mies und dazu trägt auch
[22:52] Ulf Buermeyer: seine extrem aggressive
[22:53] Ulf Buermeyer: Migrationspolitik bei.
[22:55] Philip Banse: Richtig.
[22:56] Philip Banse: Diese ICE-Politik, also ICE
[22:58] Philip Banse: ist das Akronym für die
[22:59] Philip Banse: amerikanische Abschiebebehörde, die
[23:00] Philip Banse: gehen extrem brutal und
[23:02] Philip Banse: aggressiv vor, ist extrem unbeliebt.
[23:05] Philip Banse: Gab erst viel Support, aber
[23:07] Philip Banse: inzwischen sind nur noch ungefähr
[23:09] Philip Banse: ein Drittel der Amerikaner dafür.
[23:11] Philip Banse: Über 60 Prozent der Amerikaner
[23:13] Philip Banse: finden, und Amerikanerinnen, Trump
[23:15] Philip Banse: geht da viel zu weit.
[23:17] Philip Banse: Nicht erst seit der Tötung von
[23:18] Philip Banse: Renée Good, dieser jungen Frau in
[23:20] Philip Banse: Minnesota, die mehr oder
[23:22] Philip Banse: weniger ohne Anlass, ohne
[23:24] Philip Banse: Rechtfertigung einfach in ihrem
[23:26] Philip Banse: Auto erschossen wurde von
[23:28] Philip Banse: einem ICE-Mitarbeiter.
[23:30] Ulf Buermeyer: Also das ist schon, die Szene habt
[23:31] Ulf Buermeyer: ihr ja bestimmt gesehen, das ist
[23:32] Ulf Buermeyer: wirklich ein extrem krasser Fall,
[23:34] Ulf Buermeyer: weil dieser Beamte sie, quasi
[23:37] Ulf Buermeyer: während sie in einem an ihm
[23:38] Ulf Buermeyer: vorbeifahrenden Auto saß, erschossen
[23:40] Ulf Buermeyer: hat, durch's Seitenfenster und dann
[23:41] Ulf Buermeyer: hinterher hat er-
[23:43] Philip Banse: Ja.
[23:43] Ulf Buermeyer: Also ein Schuss ging durch die Frontscheibe,
[23:44] Ulf Buermeyer: als sie aber auch schon von ihm wegfuhr.
[23:46] Ulf Buermeyer: Und der zweite und der dritte
[23:47] Ulf Buermeyer: Schuss, die angeblich tödlich
[23:49] Ulf Buermeyer: gewesen sein sollen, kamen durch die
[23:50] Ulf Buermeyer: Seitenscheibe. Mit anderen Worten,
[23:51] Ulf Buermeyer: das hatte mit Notwehr nicht mal mehr
[23:53] Ulf Buermeyer: im entferntesten zu tun.
[23:54] Ulf Buermeyer: Das handelt sich im Prinzip um so
[23:56] Ulf Buermeyer: eine Art Hinrichtung.
[23:57] Ulf Buermeyer: Und man hört auf der Tonspur von der
[23:58] Ulf Buermeyer: Bodycam von dem guten Mann wie er
[24:00] Ulf Buermeyer: sagt: "Fucking Bitch".
[24:01] Ulf Buermeyer: Also ich meine, da habe ich jetzt
[24:03] Ulf Buermeyer: als ehemaliger Strafrichter nur noch
[24:05] Ulf Buermeyer: wenige Fragen zur inneren Tatseite.
[24:07] Ulf Buermeyer: Egal, wollen wir nicht vertiefen an
[24:08] Ulf Buermeyer: dieser Stelle.
[24:09] Ulf Buermeyer: Das ist schon richtig dramatisch.
[24:11] Ulf Buermeyer: Und das wurde dann wiederum von der
[24:12] Ulf Buermeyer: Trump Regierung noch verteidigt.
[24:14] Ulf Buermeyer: Also die haben also gegen vielfache
[24:15] Ulf Buermeyer: Videobeweise immer wieder erzählt,
[24:17] Ulf Buermeyer: das handele sich um einen
[24:19] Ulf Buermeyer: heldenhaften Beamten, der
[24:20] Ulf Buermeyer: angegriffen worden sei und so.
[24:22] Ulf Buermeyer: Und da muss man einfach sagen, das
[24:23] Ulf Buermeyer: machen einfach viele Menschen in den
[24:24] Ulf Buermeyer: Vereinigten Staaten nicht mehr mit,
[24:26] Ulf Buermeyer: weil sie einfach sehen, jetzt geht
[24:27] Ulf Buermeyer: es nicht mehr nur gegen geflüchtete
[24:29] Ulf Buermeyer: Menschen oder generell Menschen mit
[24:30] Ulf Buermeyer: Migrationshintergrund.
[24:31] Ulf Buermeyer: Jetzt werden hier schon weiße
[24:33] Ulf Buermeyer: Amerikanerinnen im Auto sitzend
[24:34] Ulf Buermeyer: erschossen, weil irgendein
[24:36] Ulf Buermeyer: ICE-Beamter einen schlechten Tag
[24:37] Ulf Buermeyer: hat. Klammer auf, früher wurde er
[24:39] Ulf Buermeyer: mal bei irgendeinen Einsatz
[24:40] Ulf Buermeyer: anscheinend verletzt oder sowas.
[24:41] Ulf Buermeyer: Also das ist schon krass und das
[24:43] Ulf Buermeyer: alles trägt eben nicht zu Trumps
[24:44] Ulf Buermeyer: Beliebtheitswerten bei, aber auch
[24:46] Ulf Buermeyer: seine eigene Base mosert, und da
[24:48] Ulf Buermeyer: wird er, glaube ich, so richtig
[24:49] Ulf Buermeyer: nervös langsam. Also die Maga-Base.
[24:53] Philip Banse: Die hat ihn gewählt wegen des Versprechens,
[24:54] Philip Banse: ich ziehe Amerika raus aus den
[24:56] Philip Banse: Kriegen. Jetzt mischt sich Trump
[24:57] Philip Banse: überall ein, von Iran bis Venezuela
[25:00] Philip Banse: über Grönland, überall wendet
[25:02] Philip Banse: er das Militär an oder droht damit.
[25:05] Philip Banse: Und nur, ich hab's oben gesagt, oder
[25:06] Philip Banse: du hast es gesagt, nur 17 Prozent
[25:08] Philip Banse: der Amerikaner unterstützen
[25:09] Philip Banse: überhaupt Trumps Forderung,
[25:11] Philip Banse: dass er Grönland haben will, 17
[25:13] Philip Banse: Prozent.
[25:14] Philip Banse: Und auch bei den Demokraten gibt's
[25:16] Philip Banse: natürlich viel Kritik, aber vor
[25:17] Philip Banse: allen Dingen bei den Republikanern
[25:18] Philip Banse: gibt's viel Kritik. Die haben
[25:20] Philip Banse: gemeinsam mit den Demokraten im
[25:21] Philip Banse: Kongress ein Gesetz eingebracht,
[25:23] Philip Banse: dass Trump das Geld für die Annexion
[25:25] Philip Banse: von NATO-Gebiet entzogen
[25:27] Philip Banse: hätte. Gemeint ist natürlich
[25:28] Philip Banse: Grönland.
[25:30] Philip Banse: Aber da braucht es schon einiges,
[25:31] Philip Banse: damit Demokraten und Republikaner im
[25:32] Philip Banse: Kongress zusammen ein Gesetz auf
[25:34] Philip Banse: den Weg bringen, das Trump Geld
[25:36] Philip Banse: entzieht.
[25:37] Philip Banse: Und das macht schon deutlich, wie
[25:38] Philip Banse: viel Druck da auf dem Kessel ist.
[25:39] Ulf Buermeyer: Also konkret, die Etats
[25:41] Ulf Buermeyer: von Verteidigungsministerium und
[25:42] Ulf Buermeyer: Außenministerium sollen gekürzt
[25:43] Ulf Buermeyer: werden, wenn der so was macht.
[25:45] Ulf Buermeyer: Das ist schon ein ganz deutliches
[25:47] Ulf Buermeyer: No-Go.
[25:48] Ulf Buermeyer: Darfst du nicht. Der Witz ist, dass
[25:49] Ulf Buermeyer: es verfassungsrechtlich gar nicht so
[25:51] Ulf Buermeyer: einfach ist, ihm direkt eine
[25:52] Ulf Buermeyer: militärische Aktion zu verbieten.
[25:53] Ulf Buermeyer: Deswegen wählen sie diesen
[25:55] Ulf Buermeyer: Umweg über das Defunding,
[25:58] Ulf Buermeyer: weil es gar nicht so richtig klar
[25:59] Ulf Buermeyer: ist, ob er die Truppen
[26:00] Ulf Buermeyer: verfassungsrechtlich einsetzen darf
[26:02] Ulf Buermeyer: oder nicht selber.
[26:04] Ulf Buermeyer: Anyway, aber es gibt eben noch
[26:06] Ulf Buermeyer: weitere echte Issues für ihn.
[26:07] Ulf Buermeyer: Börsen sacken ab.
[26:08] Ulf Buermeyer: Also viele Unternehmen haben sich
[26:10] Ulf Buermeyer: gefürchtet vor einem Handelskrieg
[26:11] Ulf Buermeyer: mit der EU. Das ist auch nicht gut
[26:13] Ulf Buermeyer: für seine Friends aus der
[26:14] Ulf Buermeyer: Wirtschaft.
[26:15] Ulf Buermeyer: Und der Blick in den Herbst macht
[26:16] Ulf Buermeyer: ihn nervös.
[26:17] Philip Banse: Na klar, also zumindest das Haus
[26:19] Philip Banse: würde, also das Repräsentantenhaus,
[26:21] Philip Banse: das Parlament, wenn man so will, das
[26:23] Philip Banse: würde vermutlich für die
[26:24] Philip Banse: Republikaner verloren gehen.
[26:26] Philip Banse: Das könnte auf ein paar Umwegen
[26:28] Philip Banse: sogar vielleicht möglicherweise
[26:30] Philip Banse: in einem Amtsenthebungsverfahren
[26:32] Philip Banse: enden, weil wenn die Demokraten dort
[26:34] Philip Banse: die Mehrheit hätten, allerdings
[26:35] Philip Banse: braucht es natürlich den Senat
[26:37] Philip Banse: dafür. Ob der dann kippt, ist
[26:38] Philip Banse: zweifelhaft, aber auch da steigt
[26:40] Philip Banse: der Druck auf dem Kessel.
[26:41] Philip Banse: Und vor diesem Hintergrund war
[26:43] Philip Banse: eigentlich klar, ein Handelskrieg
[26:45] Philip Banse: mit der EU, das wäre natürlich
[26:48] Philip Banse: für beide Seiten teuer.
[26:50] Philip Banse: Aber könnte sich das Trump wirklich
[26:52] Philip Banse: leisten, zumal für
[26:54] Philip Banse: Grönland?
[26:55] Ulf Buermeyer: Wo er eh Truppen stationieren darf.
[26:57] Ulf Buermeyer: Also sein Hauptargument mit der
[26:59] Ulf Buermeyer: Sicherheit ist einfach sowas von
[27:00] Ulf Buermeyer: offensichtlicher Bullshit.
[27:01] Ulf Buermeyer: Das kann er selbst seiner eigenen
[27:02] Ulf Buermeyer: Base nicht mehr erklären.
[27:04] Ulf Buermeyer: Also da würde ich sagen, da
[27:06] Ulf Buermeyer: ist einfach ziemlich eindeutig klar,
[27:09] Ulf Buermeyer: das hätte Trump nicht
[27:10] Ulf Buermeyer: durchgestanden.
[27:12] Ulf Buermeyer: Innenpolitisch nicht und
[27:13] Ulf Buermeyer: wirtschaftlich schon mal gar nicht.
[27:14] Ulf Buermeyer: Und da fragt man sich natürlich, was
[27:16] Ulf Buermeyer: war denn jetzt die Rolle der
[27:18] Ulf Buermeyer: Europäer und was kann man daraus
[27:19] Ulf Buermeyer: lernen für die Zukunft?
[27:22] Ulf Buermeyer: Der europäischen Reaktion auf
[27:24] Ulf Buermeyer: einen Hegemonen wie zum Beispiel
[27:25] Ulf Buermeyer: Donald Trump. Ich meine, Philip, die
[27:27] Ulf Buermeyer: Europäische Union und auch das UK,
[27:29] Ulf Buermeyer: die leben ja jetzt irgendwie im
[27:30] Ulf Buermeyer: Glauben, ihre Geschlossenheit hätte
[27:31] Ulf Buermeyer: Trump beeindruckt.
[27:33] Ulf Buermeyer: Wie siehst du das denn?
[27:35] Philip Banse: Es gab ja jetzt auch diesen Gipfel
[27:37] Philip Banse: und da scheint schon so ein bisschen
[27:39] Philip Banse: der Eindruck vorzuherrschen, na ja,
[27:40] Philip Banse: wir haben da halt auch eine schöne
[27:42] Philip Banse: Drohkulisse aufgebaut.
[27:43] Philip Banse: Er hat uns mit Zöllen gedroht, wir
[27:44] Philip Banse: haben mit Gegenzöllen gedroht in
[27:45] Philip Banse: Höhe von fast 100 Milliarden Euro.
[27:47] Philip Banse: Wir haben ja da noch so
[27:49] Philip Banse: diverse Folterwerkzeuge
[27:52] Philip Banse: bei uns im regulatorischen
[27:54] Philip Banse: Werkzeugkasten der EU.
[27:55] Philip Banse: Sagen wir auch gleich noch was dazu.
[27:56] Philip Banse: Mit denen haben wir auch mal so ganz
[27:58] Philip Banse: vorsichtig gedroht.
[27:59] Philip Banse: In meiner Wahrnehmung war das eher
[28:01] Philip Banse: ein Streit darum, ob man die jetzt
[28:02] Philip Banse: anwenden darf.
[28:03] Philip Banse: Ja, nein, vielleicht.
[28:04] Philip Banse: Also von einer Einheitsfront, glaube
[28:06] Philip Banse: ich, konnte man da nicht reden.
[28:08] Philip Banse: Und deswegen, also ich
[28:09] Philip Banse: habe da so ein bisschen Zweifel
[28:11] Philip Banse: daran, ob jetzt die Geschlossenheit
[28:13] Philip Banse: der EU Trump da in die Schranken
[28:14] Philip Banse: gewiesen hat.
[28:15] Philip Banse: Ja, sie waren sehr geschlossen
[28:17] Philip Banse: bei der Reaktion auf die
[28:18] Philip Banse: Okkupationspläne gegen
[28:20] Philip Banse: Grönland.
[28:21] Philip Banse: Da gab es wenig
[28:23] Philip Banse: Zwischentöne.
[28:26] Philip Banse: Aber was die Reaktion angeht,
[28:28] Philip Banse: wie sollen wir reagieren,
[28:29] Philip Banse: wirtschaftlich reagieren?
[28:30] Philip Banse: Wie können wir ihn in die Schranken
[28:31] Philip Banse: weisen?
[28:32] Philip Banse: Was sind unsere Mittel, unsere
[28:33] Philip Banse: Hebel?
[28:34] Philip Banse: Da war, finde ich, von
[28:35] Philip Banse: Einheitlichkeit keine Spur.
[28:36] Philip Banse: So dass ich eher sagen würde, da hat
[28:38] Philip Banse: Mark Rutte, der
[28:39] Philip Banse: NATO-Generalsekretär, doch eher
[28:41] Philip Banse: einiges bewegt.
[28:42] Ulf Buermeyer: Das scheint, das scheint tatsächlich
[28:43] Ulf Buermeyer: so gewesen zu sein, dass ich würde
[28:44] Ulf Buermeyer: sagen,
[28:46] Ulf Buermeyer: einheitlich war im Wesentlichen das:
[28:48] Ulf Buermeyer: finden wir doof mit Grönland.
[28:50] Ulf Buermeyer: Aber schon bei der Frage, was machen
[28:51] Ulf Buermeyer: wir denn, war es mit der
[28:53] Ulf Buermeyer: Einheitlichkeit nicht mehr so weit
[28:54] Ulf Buermeyer: her. Du hast es angedeutet, es gab
[28:55] Ulf Buermeyer: den Streit um die sogenannte
[28:57] Ulf Buermeyer: Bazooka. Also ich würde auch sagen,
[28:59] Ulf Buermeyer: dass Trump da letztlich eingeknickt
[29:00] Ulf Buermeyer: ist, das kann sich nicht die EU auf
[29:01] Ulf Buermeyer: die Fahnen schreiben. Die Europäer
[29:03] Ulf Buermeyer: waren mal wieder zu langsam und zu
[29:04] Ulf Buermeyer: unsicher, aber auf jeden Fall waren
[29:06] Ulf Buermeyer: sie sehr erleichtert als Trump dann
[29:09] Ulf Buermeyer: einknickte, haben wir angedeutet, es
[29:10] Ulf Buermeyer: gibt Fragezeichen zu den Details
[29:12] Ulf Buermeyer: dieses Deals und natürlich stellt
[29:13] Ulf Buermeyer: sich bei Donald Trump immer die
[29:15] Ulf Buermeyer: Frage der Verlässlichkeit, was ist
[29:16] Ulf Buermeyer: ein Deal mit ihm überhaupt wert?
[29:18] Ulf Buermeyer: Aber trotzdem, es gab viele
[29:18] Ulf Buermeyer: Erleichterungen, jetzt gibt es also
[29:20] Ulf Buermeyer: diesen Handelskrieg nicht, Trump
[29:21] Ulf Buermeyer: wird auch keine militärische Gewalt
[29:23] Ulf Buermeyer: einsetzen und am Donnerstag gestern
[29:24] Ulf Buermeyer: also war jetzt also der Sondergipfel
[29:27] Ulf Buermeyer: der EU-Staats- und Regierungschefs,
[29:29] Ulf Buermeyer: wo sie tatsächlich auch Beschlüsse
[29:31] Ulf Buermeyer: gefasst haben, die, sagen wir
[29:33] Ulf Buermeyer: mal, die man so ein bisschen deuten
[29:34] Ulf Buermeyer: kann als Umsetzung eines wie auch
[29:36] Ulf Buermeyer: immer geschlossenen mündlichen Deals
[29:37] Ulf Buermeyer: zwischen Trump und Rutte.
[29:40] Ulf Buermeyer: Philip, was wollen sie denn jetzt machen?
[29:41] Philip Banse: Also sie wollen im Kern mehr
[29:43] Philip Banse: eben investieren in die Sicherheit
[29:45] Philip Banse: der Arktis, die, wie gesagt,
[29:47] Philip Banse: Klimawandel schreitet voran,
[29:49] Philip Banse: taut auf, da werden Meere befahrbar,
[29:51] Philip Banse: die bisher nicht befahrbar sind,
[29:53] Philip Banse: also rücken die Großmächte davor,
[29:55] Philip Banse: die sitzen da oben am Nordpol
[29:57] Philip Banse: rund um den Nordpol natürlich
[29:59] Philip Banse: auch eng zusammen, da sind die
[30:00] Philip Banse: Entfernungen gering, also entwickelt
[30:01] Philip Banse: sich das zu so einem neuen Hotspot
[30:03] Philip Banse: für diese Großmachtsrivalitäten
[30:06] Philip Banse: und da wollen die europäischen
[30:07] Philip Banse: NATO-Staaten also nun mehr
[30:10] Philip Banse: investieren, um die Sicherheit da
[30:12] Philip Banse: voranzubringen.
[30:13] Ulf Buermeyer: Aber auch generell investieren.
[30:14] Ulf Buermeyer: Das geht nicht nur um Sicherheit.
[30:15] Ulf Buermeyer: Die wollen auch generell mehr
[30:16] Ulf Buermeyer: investieren in der Arktis.
[30:18] Ulf Buermeyer: Also für die Erschließung der Arktis
[30:19] Ulf Buermeyer: tun.
[30:21] Ulf Buermeyer: Die spannende Frage ist da für mich,
[30:22] Ulf Buermeyer: was wird Donald tun, um da
[30:24] Ulf Buermeyer: irgendwie seine Finger an dieses
[30:26] Ulf Buermeyer: Geld zu kriegen, was da zu verdienen
[30:28] Ulf Buermeyer: ist.
[30:30] Philip Banse: Außerdem, das finde ich doch
[30:31] Philip Banse: einigermaßen überraschend, soll
[30:32] Philip Banse: dieses Handelsabkommen, was du eben
[30:34] Philip Banse: schon erwähnt hast, mit den USA nun
[30:36] Philip Banse: doch durchkommen.
[30:38] Philip Banse: Also diese Vereinbarung, 0%
[30:40] Philip Banse: Zölle für Waren aus den USA, 15%
[30:42] Philip Banse: für die Exporte der EU in die USA,
[30:45] Philip Banse: das musste jetzt noch in so ein
[30:46] Philip Banse: Abkommen gegossen werden, das sollte
[30:48] Philip Banse: jetzt dieser Tage verabschiedet
[30:49] Philip Banse: werden. Und ursprünglich war jetzt
[30:51] Philip Banse: mal der Plan im Vorfeld von Davos
[30:53] Philip Banse: im Zuge dieser Streitigkeiten, das
[30:55] Philip Banse: machen wir auf gar keinen Fall.
[30:56] Philip Banse: Das passt einfach überhaupt nicht
[30:57] Philip Banse: ins Bild.
[30:58] Philip Banse: Nun wollen sie es doch abnicken.
[31:01] Philip Banse: Und da muss ich sagen, das verstehe
[31:02] Philip Banse: ich nicht.
[31:04] Philip Banse: Ich glaube, da
[31:06] Philip Banse: fallen die Europäer wieder zurück
[31:09] Philip Banse: in ihre Appeasement-Politik.
[31:12] Philip Banse: Bloß keinen Ärger mit dem
[31:14] Philip Banse: Hegemonen.
[31:15] Philip Banse: Und ich finde das,
[31:17] Philip Banse: also gerade vor dem Hintergrund
[31:19] Philip Banse: dieser letzten Monate umso
[31:20] Philip Banse: erstaunlicher, als das wir doch
[31:21] Philip Banse: jetzt eigentlich gelernt haben, dass
[31:23] Philip Banse: sich Appeasement, so ein
[31:25] Philip Banse: Hinterherkriechen,
[31:26] Philip Banse: Trump-Gefälligkeiten, Honig um den
[31:28] Philip Banse: Mund schmieren und so, dass das
[31:30] Philip Banse: einfach nicht nachhaltig
[31:31] Philip Banse: funktioniert. Das mag kurzfristig
[31:32] Philip Banse: funktionieren, aber nachhaltig ist
[31:34] Philip Banse: das auf gar keinen Fall.
[31:36] Philip Banse: Und wovor ich jetzt auch generell
[31:38] Philip Banse: warnen würde, ich glaube, nicht nach
[31:40] Philip Banse: dem, was ich so gelesen habe über
[31:41] Philip Banse: dieses EU-Treffen gestern, dass da
[31:42] Philip Banse: jetzt alle der Meinung sind, naja,
[31:44] Philip Banse: internationale regelbasierte Ordnung
[31:46] Philip Banse: ist doch jetzt Tutti, ja,
[31:48] Philip Banse: ist doch gerettet, denn das ist
[31:50] Philip Banse: mitnichten der Fall.
[31:52] Ulf Buermeyer: Nein, das ist mitnichten der Fall,
[31:53] Ulf Buermeyer: man kann eben nicht sagen, dass sich
[31:54] Ulf Buermeyer: Donald Trump davon hätte
[31:55] Ulf Buermeyer: beeindrucken lassen, was in der
[31:57] Ulf Buermeyer: UN-Charta steht, Stichwort
[31:59] Ulf Buermeyer: Gewaltverbot, man könnte auch nicht
[32:01] Ulf Buermeyer: mal sagen, das er sich vom
[32:02] Ulf Buermeyer: NATO-Vertrag hätte beeindrucken
[32:04] Ulf Buermeyer: lassen, ja, also wir
[32:06] Ulf Buermeyer: werden untereinander keine
[32:07] Ulf Buermeyer: militärische Gewalt und auch sonst
[32:08] Ulf Buermeyer: keine Drohungen anwenden.
[32:10] Ulf Buermeyer: Das alles war ihm selbstverständlich
[32:11] Ulf Buermeyer: völlig egal. Das einzige, was ihn
[32:13] Ulf Buermeyer: wirklich beeindruckt hat, war
[32:15] Ulf Buermeyer: vielleicht so ein bisschen die
[32:17] Ulf Buermeyer: europäischen Zolldrohungen, vor
[32:18] Ulf Buermeyer: allem aber die Drohung von Mark
[32:20] Ulf Buermeyer: Rutte mit militärischer Gewalt der
[32:22] Ulf Buermeyer: europäischen NATO-Staaten.
[32:23] Ulf Buermeyer: Das muss man sich mal überlegen.
[32:24] Ulf Buermeyer: Er hat sich gerade nicht an die
[32:26] Ulf Buermeyer: internationalen Regeln, an das
[32:28] Ulf Buermeyer: Völkerrecht gehalten.
[32:29] Ulf Buermeyer: Er hat sich letztlich nur einschüchtern
[32:30] Ulf Buermeyer: lassen von dem Cowboy auf der
[32:32] Ulf Buermeyer: anderen Seite der Straße mit der
[32:33] Ulf Buermeyer: größeren Knarre.
[32:34] Ulf Buermeyer: Und das finde ich ehrlich gesagt
[32:36] Ulf Buermeyer: wirklich schockierend.
[32:37] Ulf Buermeyer: Trump ist und bleibt der Nihilist
[32:39] Ulf Buermeyer: des Völkerrechts. Und ganz spannend
[32:40] Ulf Buermeyer: finde ich, dass vor so ein, zwei
[32:42] Ulf Buermeyer: Wochen die New York Times bei ihm
[32:44] Ulf Buermeyer: im Oval Office zu Gast war.
[32:45] Ulf Buermeyer: War ganz lustig, die hatten bei
[32:47] Ulf Buermeyer: Donald Trump ein Interviewtermin
[32:48] Ulf Buermeyer: bekommen, wohlgemerkt die Zeitung,
[32:50] Ulf Buermeyer: die er so sehr hasst wie
[32:51] Ulf Buermeyer: wahrscheinlich kein anderes Medium.
[32:53] Ulf Buermeyer: Das nennt er immer nur die Failing
[32:55] Ulf Buermeyer: New York Times und was weiß ich
[32:57] Ulf Buermeyer: nicht alles, also er beschimpft die
[32:58] Ulf Buermeyer: bei jeder Gelegenheit. Trotzdem
[32:59] Ulf Buermeyer: haben die ein Interviewtermin
[33:00] Ulf Buermeyer: bekommen und zwar sogar 17 Uhr
[33:02] Ulf Buermeyer: an einem Nachmittag, das ist der
[33:04] Ulf Buermeyer: letzte Slot in seinem Kalender und
[33:05] Ulf Buermeyer: da weiß man in Washington, das ist
[33:07] Ulf Buermeyer: geil, danach hat er keine Termine
[33:08] Ulf Buermeyer: mehr, das könnte nämlich länger
[33:10] Ulf Buermeyer: gehen. Ging es auch.
[33:11] Ulf Buermeyer: Vier Stunden saßen die vier
[33:13] Ulf Buermeyer: Kolleginnen und Kollegen von der New
[33:14] Ulf Buermeyer: York Times bei ihm im Oval Office.
[33:16] Ulf Buermeyer: Vier Stunden, on the record wurde da
[33:18] Ulf Buermeyer: diskutiert und interessanterweise,
[33:19] Ulf Buermeyer: normalerweise lässt man das Band bei
[33:21] Ulf Buermeyer: so einem Print-Interview nur
[33:22] Ulf Buermeyer: mitlaufen, um es hinterher
[33:23] Ulf Buermeyer: abzutippen, eine Autorisierung, dies
[33:25] Ulf Buermeyer: jenes. Donald Trump hat sogar
[33:26] Ulf Buermeyer: zugestimmt, dass hinterher das Audio
[33:28] Ulf Buermeyer: von diesem Interview verwendet
[33:30] Ulf Buermeyer: werden kann.
[33:31] Ulf Buermeyer: Und da haben ihm die Kolleginnen und
[33:33] Ulf Buermeyer: Kollegen auch die Frage gestellt,
[33:34] Ulf Buermeyer: sagen Sie, Mr. President, wer
[33:36] Ulf Buermeyer: begrenzt denn eigentlich Ihre
[33:38] Ulf Buermeyer: Macht jetzt noch?
[33:39] Ulf Buermeyer: Und da hat er was sehr Interessantes
[33:40] Ulf Buermeyer: gesagt:
[33:41] Donald Trump: There is one thing: my own morality, my own mind.
[33:45] Philip Banse: Zu deutsch, nur mein
[33:47] Philip Banse: Gewissen, nur meine eigene Moral.
[33:50] Philip Banse: Und, ich meine, so denkt
[33:52] Philip Banse: und handelt ein
[33:53] Philip Banse: absoluter Monarch, der einfach
[33:55] Philip Banse: durch nichts gebunden
[33:57] Philip Banse: ist, durch keine Regel, durch keine
[33:59] Philip Banse: Verträge, durch kein Recht, durch
[34:00] Philip Banse: keine Gesetze, durch kein
[34:01] Philip Banse: Völkerrecht, Bündnisse, Koalitionen.
[34:03] Philip Banse: Alles egal.
[34:04] Philip Banse: Einziger Maßstab ist, was in
[34:06] Philip Banse: seinem Kopf vor sich geht.
[34:08] Philip Banse: Eine Welt, die
[34:10] Philip Banse: der demokratische Gouverneur
[34:12] Philip Banse: von Kalifornien wie folgt
[34:14] Philip Banse: beschreiben:
[34:15] Gavin Newsom: This guy is a wrecking ball.
[34:16] Gavin Newsom: I hope people are waking up to what
[34:18] Gavin Newsom: we're dealing with.
[34:19] Gavin Newsom: This is code red.
[34:21] Gavin Newsom: I mean, you guys are still playing
[34:22] Gavin Newsom: by all set of rules, everybody,
[34:24] Gavin Newsom: the globe is, with this guy.
[34:26] Gavin Newsom: He's unmoored.
[34:27] Gavin Newsom: It's the law of the jungle.
[34:28] Gavin Newsom: It is the rule of Don.
[34:30] Gavin Newsom: And I hope it's dawning on the
[34:32] Gavin Newsom: world.
[34:32] Ulf Buermeyer: Also mit einem Worten, das ist das
[34:33] Ulf Buermeyer: Gesetz des Dschungels.
[34:35] Ulf Buermeyer: Ja, also da gibt es keine Rechte
[34:36] Ulf Buermeyer: mehr, sondern der zählt einfach nur,
[34:38] Ulf Buermeyer: wer hat das stärkere Gebiss und die
[34:40] Ulf Buermeyer: größeren Reißzähne.
[34:40] Philip Banse: Auch Stephen Miller,
[34:42] Philip Banse: wahrscheinlich einer der wichtigsten Mitarbeiter
[34:44] Philip Banse: von Donald Trump, sagt auf CNN,
[34:46] Philip Banse: die Welt wird regiert
[34:48] Philip Banse: durch Macht und Stärke,
[34:50] Philip Banse: durch nichts anderes.
[34:51] Philip Banse: Die USA nutzen einfach Ölblockaden,
[34:53] Philip Banse: Zwangsbeschlagnahmungen,
[34:55] Philip Banse: militärische Drohungen, um anderen
[34:56] Philip Banse: Ländern ihren politischen Willen
[34:59] Philip Banse: aufzuzwingen und sie zu
[35:00] Philip Banse: wirtschaftlichen Zugeständnissen zu
[35:02] Philip Banse: zwingen. Und damit versuchen sie
[35:04] Philip Banse: eben zu beweisen, dass Macht alleine
[35:06] Philip Banse: Recht schafft, unabhängig von
[35:09] Philip Banse: jeder Vernunft. Ich meine, frisches
[35:10] Philip Banse: Beispiel ist dieses Board of Peace,
[35:13] Philip Banse: das was Trump jetzt gründet.
[35:14] Ulf Buermeyer: Das ist total gruselig.
[35:15] Ulf Buermeyer: Das klang ja schon an, als Trump vor
[35:17] Ulf Buermeyer: einigen Monaten diesen
[35:18] Ulf Buermeyer: Friedensschluss, diesen
[35:19] Ulf Buermeyer: Waffenstillstand für den
[35:20] Ulf Buermeyer: Gaza-Streifen ausgehandelt hat, zu
[35:22] Ulf Buermeyer: dem er ja sowohl die Hamas
[35:24] Ulf Buermeyer: ziemlich gedrängt hat, als auch
[35:26] Ulf Buermeyer: sein eigentlicher Freund Benjamin
[35:28] Ulf Buermeyer: Netanjahu, den israelischen
[35:29] Ulf Buermeyer: Ministerpräsidenten.
[35:30] Ulf Buermeyer: Und teilt dieser, wie viele Punkte
[35:32] Ulf Buermeyer: waren es, Philip? 22, 30?
[35:33] Ulf Buermeyer: Ich weiß nicht mehr. Jedenfalls war es so ein
[35:34] Ulf Buermeyer: Punkteplan.
[35:35] Ulf Buermeyer: Und einer der Punkte in diesem
[35:37] Ulf Buermeyer: Punkteplan, der war zunächst mal so
[35:38] Ulf Buermeyer: ein bisschen obscure, wusste niemand
[35:39] Ulf Buermeyer: so richtig, was mit anzufangen.
[35:41] Ulf Buermeyer: Das war dieses Thema Board of
[35:43] Ulf Buermeyer: Peace. Und dieses Board of Peace hat
[35:45] Ulf Buermeyer: Donald Trump jetzt in Davos mit
[35:46] Ulf Buermeyer: einmal wieder auf die Tagesordnung
[35:48] Ulf Buermeyer: gesetzt.
[35:49] Ulf Buermeyer: Und da wurde dann also feierlich die
[35:50] Ulf Buermeyer: Gründungsurkunde unterzeichnet
[35:53] Ulf Buermeyer: für so dieses Board of Peace.
[35:54] Ulf Buermeyer: Die Idee dabei ist, dass Donald
[35:56] Ulf Buermeyer: Trump im Grunde versucht, so eine
[35:58] Ulf Buermeyer: Art private Parallel-UNO
[36:00] Ulf Buermeyer: zu schaffen. Also die UNO hasst er
[36:02] Ulf Buermeyer: ja auch wie nichts anderes.
[36:03] Ulf Buermeyer: Und deswegen hat er sich überlegt,
[36:04] Ulf Buermeyer: na gut, da machen wir eine
[36:05] Ulf Buermeyer: Parallelsstruktur, die sich auf
[36:07] Ulf Buermeyer: die Fahnen schreibt, für die Welt
[36:09] Ulf Buermeyer: quasi Frieden zu stiften.
[36:10] Ulf Buermeyer: Das ist ja so ein ganz großes Thema
[36:11] Ulf Buermeyer: bei ihm. Er stiftet Frieden, er ist
[36:13] Ulf Buermeyer: so der Peacemaker.
[36:14] Ulf Buermeyer: Deswegen hat er jetzt so ein Board
[36:15] Ulf Buermeyer: of Peace ins Leben gerufen und das
[36:17] Ulf Buermeyer: soll jetzt primär so als erste
[36:18] Ulf Buermeyer: Aufgabe mal den Wiederaufbau
[36:20] Ulf Buermeyer: in Gaza koordinieren.
[36:23] Ulf Buermeyer: Aber das ist ein ziemlich exklusiver
[36:24] Ulf Buermeyer: Club, da kann man nicht einfach so beitreten.
[36:26] Philip Banse: Nein, es gibt eine Aufnahmegebühr,
[36:28] Philip Banse: zumindest für den engsten Kreis, von
[36:30] Philip Banse: einer Milliarde Dollar.
[36:31] Philip Banse: Wer die zahlt, der ist dabei und
[36:33] Philip Banse: zwar für immer.
[36:35] Philip Banse: Und Chef des Ganzen ist natürlich
[36:37] Philip Banse: Donald Trump persönlich, nicht
[36:39] Philip Banse: etwa der jeweilige amtierende
[36:41] Philip Banse: US-Präsident.
[36:41] Philip Banse: Es ist Donald Trump, mit anderen
[36:43] Philip Banse: Worten, Trump möchte de facto den
[36:45] Philip Banse: Gaza-Streifen als seine persönliche
[36:47] Philip Banse: Kolonie verwalten,
[36:49] Philip Banse: bis in alle Ewigkeit.
[36:51] Philip Banse: Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser,
[36:53] Philip Banse: das spielt hier natürlich
[36:56] Philip Banse: keine Rolle, es sei denn, einer von
[36:57] Philip Banse: Ihnen hätte eine Milliarde Dollar
[36:59] Philip Banse: übrig, um sich da einzukaufen.
[37:01] Ulf Buermeyer: Lustige Sideline, wenn man diese
[37:02] Ulf Buermeyer: Milliarde Dollar zahlt, man ist auch
[37:03] Ulf Buermeyer: nicht für immer dabei, denn man kann
[37:05] Ulf Buermeyer: rausgeschmissen werden von Donald
[37:07] Ulf Buermeyer: Trump, es sei denn zwei Drittel
[37:09] Ulf Buermeyer: der anderen Mitglieder bremsen ihn.
[37:11] Ulf Buermeyer: Steht in den Regeln.
[37:12] Ulf Buermeyer: Also das ist schon ein sehr
[37:13] Ulf Buermeyer: interessanter Verein.
[37:14] Philip Banse: Also das ist der Donald Trump,
[37:16] Philip Banse: mit dem wir es zu tun hatten, haben
[37:18] Philip Banse: und haben werden.
[37:21] Philip Banse: Und die Befürchtung ist jetzt so ein
[37:22] Philip Banse: bisschen, dass die Europäer wieder
[37:24] Philip Banse: so auf ihre Appeasement-Linie
[37:25] Philip Banse: zurückschwenken, weil es gibt ja
[37:27] Philip Banse: keine Waffengewalt, es gibt keine
[37:28] Philip Banse: Zölle, alles wird gut, wir haben da
[37:30] Philip Banse: einen Deal und die Welt ist
[37:32] Philip Banse: wieder die Alte.
[37:34] Philip Banse: Und da, glaube ich, brauchte
[37:36] Philip Banse: es in Davos einen Kanadier,
[37:39] Philip Banse: der den Europäern einfach
[37:41] Philip Banse: mal sagte, was
[37:44] Philip Banse: Phase ist, was die Stunde geschlagen
[37:45] Philip Banse: hat und wie diese
[37:47] Philip Banse: neue Welt aussieht.
[37:49] Philip Banse: Der Mann heißt Mark Carney, er ist
[37:50] Philip Banse: Premierminister Kanadas und
[37:52] Philip Banse: der wurde so deutlich, wie
[37:54] Philip Banse: wahrscheinlich kein westlicher
[37:56] Philip Banse: Regierungschef vor ihm.
[37:59] Mark Carney: There is a strong tendency for
[38:01] Mark Carney: countries to go along
[38:03] Mark Carney: to get along,
[38:05] Mark Carney: to accommodate,
[38:07] Mark Carney: to avoid trouble, to hope
[38:09] Mark Carney: that compliance will buy
[38:11] Mark Carney: safety.
[38:14] Philip Banse: Carney sagt, es gibt eine
[38:16] Philip Banse: Tendenz, einfach mitzuspielen,
[38:19] Philip Banse: sich anzupassen und zu
[38:21] Philip Banse: hoffen, dass diese Anpassung
[38:23] Philip Banse: Sicherheit kauft.
[38:25] Philip Banse: Wird sie nicht, sagte er.
[38:27] Ulf Buermeyer: Die internationale regelbasierte
[38:28] Ulf Buermeyer: Ordnung sei natürlich nie perfekt
[38:30] Ulf Buermeyer: gewesen. Die Stärksten nahmen sich
[38:32] Ulf Buermeyer: immer schon raus was passte,
[38:34] Ulf Buermeyer: wenn es für sie bequem war.
[38:35] Ulf Buermeyer: Handelsregeln wurden nicht für alle
[38:37] Ulf Buermeyer: gleich durchgesetzt und so weiter.
[38:38] Ulf Buermeyer: Also das muss man immer fairerweise
[38:39] Ulf Buermeyer: sagen. Gerade die Vereinigten
[38:40] Ulf Buermeyer: Staaten haben sich immer schon
[38:42] Ulf Buermeyer: rausgenommen, irgendwo militärisch
[38:44] Ulf Buermeyer: zu intervenieren, wenn ihnen das in
[38:45] Ulf Buermeyer: den Kram passte.
[38:46] Ulf Buermeyer: Denken wir an George Bushs
[38:48] Ulf Buermeyer: Irak-Krieg und so. Also das ist
[38:49] Ulf Buermeyer: jetzt durchaus nicht so, dass die
[38:50] Ulf Buermeyer: internationale regelbasierte Ordnung
[38:51] Ulf Buermeyer: immer hundertprozentig funktioniert
[38:53] Ulf Buermeyer: hätte.
[38:54] Ulf Buermeyer: Aber für viele war sie von großem
[38:56] Ulf Buermeyer: Vorteil, also blickten sie über die
[38:58] Ulf Buermeyer: Schieflagen und die blinden Flecken
[39:00] Ulf Buermeyer: hinweg.
[39:01] Mark Carney: This fiction was useful,
[39:03] Mark Carney: and American hegemony in particular
[39:05] Mark Carney: helped provide public goods,
[39:08] Mark Carney: open sea lanes, a stable financial
[39:10] Mark Carney: system, collective security
[39:12] Mark Carney: and support for frameworks for
[39:13] Mark Carney: resolving disputes.
[39:15] Mark Carney: So we placed the sign in
[39:17] Mark Carney: the window, we participated
[39:20] Mark Carney: in the rituals, and
[39:22] Mark Carney: we largely avoided calling out
[39:24] Mark Carney: the gaps between rhetoric and
[39:26] Mark Carney: reality.
[39:28] Mark Carney: This bargain no longer works.
[39:30] Philip Banse: Carney sagt, diese Fiktion
[39:32] Philip Banse: war nützlich.
[39:34] Philip Banse: Die US-Hegemonie hat uns geholfen,
[39:36] Philip Banse: öffentliche Güter zu sichern,
[39:37] Philip Banse: öffentliche Seewege, stabile
[39:39] Philip Banse: Finanzsysteme, irgendwie
[39:41] Philip Banse: verlässliche Mechanismen, um
[39:43] Philip Banse: Streitigkeiten beizulegen.
[39:45] Philip Banse: Und daher, sagt er, haben wir
[39:46] Philip Banse: diese Rituale mitgemacht.
[39:48] Philip Banse: Und wir haben vermieden,
[39:51] Philip Banse: die Lücken anzusprechen,
[39:53] Philip Banse: die es gab zwischen Rede,
[39:54] Philip Banse: Rhetorik und Realität.
[39:56] Philip Banse: Dieser Deal, sagt Carney,
[39:58] Philip Banse: dieser Deal, der funktioniert nicht mehr.
[40:01] Ulf Buermeyer: Ne, denn die Supermächte nutzen
[40:03] Ulf Buermeyer: diese internationale Verflechtung,
[40:05] Ulf Buermeyer: das was früher mal zum allseitigen
[40:07] Ulf Buermeyer: Vorteil war, nun einseitig
[40:10] Ulf Buermeyer: für ihren Vorteil, mitunter
[40:11] Ulf Buermeyer: auch zur Erpressung und für den
[40:13] Ulf Buermeyer: Machtzuwachs.
[40:14] Ulf Buermeyer: Also klassisches Beispiel wäre die
[40:16] Ulf Buermeyer: militärische Sicherheit Europas.
[40:18] Ulf Buermeyer: Früher mal war das eine
[40:19] Ulf Buermeyer: Aufgabenteilung, die für
[40:21] Ulf Buermeyer: gerade für die Europäer ziemlich
[40:22] Ulf Buermeyer: komfortabel war, weil sie nur sehr
[40:24] Ulf Buermeyer: wenig Geld in ihre Sicherheit
[40:26] Ulf Buermeyer: investieren mussten.
[40:27] Ulf Buermeyer: Heute allerdings ist das ein enormes
[40:29] Ulf Buermeyer: Erpressungspotenzial für Donald
[40:31] Ulf Buermeyer: Trump, der natürlich jederzeit sagen
[40:32] Ulf Buermeyer: kann, wenn der Russe kommt, was
[40:34] Ulf Buermeyer: macht ihr da eigentlich ohne uns
[40:36] Ulf Buermeyer: genau?
[40:38] Philip Banse: Und Carney sagt, diese internationale Verflechtung,
[40:39] Philip Banse: von der früher alle mal profitiert
[40:40] Philip Banse: hätten und die alle zu allseitigem
[40:41] Philip Banse: Vorteil war, die sei eben zu
[40:43] Philip Banse: einer Quelle der
[40:45] Philip Banse: Unterwerfung, der Unterordnung
[40:47] Philip Banse: geworden.
[40:47] Mark Carney: Great powers have begun using
[40:49] Mark Carney: economic integration as weapons.
[40:52] Mark Carney: Tariffs as leverage, financial
[40:54] Mark Carney: infrastructure as coercion, supply
[40:56] Mark Carney: chains as vulnerabilities to be
[40:58] Mark Carney: exploited.
[41:00] Mark Carney: You cannot live within the lie
[41:02] Mark Carney: of mutual benefit through
[41:03] Mark Carney: integration when integration
[41:05] Mark Carney: becomes the source of
[41:07] Mark Carney: your subordination.
[41:09] Philip Banse: Also er sagt, Großmächte haben
[41:11] Philip Banse: begonnen, wirtschaftliche
[41:12] Philip Banse: Integration als Waffe zu
[41:14] Philip Banse: nutzen. Zölle als Druckmittel,
[41:16] Philip Banse: die Finanzinfrastruktur als
[41:17] Philip Banse: Zwangsmittel, Lieferketten
[41:20] Philip Banse: als offene Flanke, die
[41:21] Philip Banse: es zugunsten und zum Nutzen der
[41:23] Philip Banse: Großmächte auszunutzen gilt.
[41:25] Philip Banse: Und er sagt, du kannst nicht
[41:27] Philip Banse: in der Lüge leben, dass alle
[41:29] Philip Banse: profitieren, wenn wir nur verwoben
[41:30] Philip Banse: sind, wenn diese
[41:33] Philip Banse: Vernetzung, diese Verwobenheit,
[41:35] Philip Banse: Quelle deiner Unterordnung ist.
[41:37] Ulf Buermeyer: Und er sagt insbesondere auch bei
[41:39] Ulf Buermeyer: dieser Umstellung, da befinden
[41:41] Ulf Buermeyer: sich die Staaten nicht in einem
[41:42] Ulf Buermeyer: langsamen Prozess, einem
[41:44] Ulf Buermeyer: Übergangsprozess, sondern
[41:46] Ulf Buermeyer: inmitten eines scharfen
[41:48] Ulf Buermeyer: Bruchs.
[41:49] Mark Carney: Let me be direct.
[41:51] Mark Carney: We are in the midst of a rupture,
[41:53] Mark Carney: not a transition.
[41:53] Ulf Buermeyer: Die alte Ordnung sei passé,
[41:55] Ulf Buermeyer: sie komme nicht wieder zurück.
[41:56] Ulf Buermeyer: Wir sollten ihr auch nicht
[41:57] Ulf Buermeyer: nachtrauern.
[41:58] Ulf Buermeyer: Nostalgie sei keine Strategie.
[42:00] Mark Carney: We know the old order is not
[42:02] Mark Carney: coming back.
[42:04] Mark Carney: We shouldn't mourn it.
[42:06] Mark Carney: Nostalgia is not a strategy.
[42:08] Ulf Buermeyer: Diese alte Ordnung kommt nicht
[42:09] Ulf Buermeyer: zurück und ich glaube, das ist
[42:11] Ulf Buermeyer: tatsächlich auch noch nicht bei
[42:11] Ulf Buermeyer: allen angekommen, insbesondere auch
[42:13] Ulf Buermeyer: vielleicht nicht im Kanzleramt.
[42:14] Ulf Buermeyer: Ich bin mir da nicht ganz sicher.
[42:15] Ulf Buermeyer: Friedrich Merz ist ja ein großer
[42:16] Ulf Buermeyer: Atlantiker, das würde
[42:18] Ulf Buermeyer: ich auch von mir selber sagen.
[42:19] Ulf Buermeyer: Ich habe in den USA gelebt, fühle
[42:20] Ulf Buermeyer: mich dem Land eigentlich sehr
[42:22] Ulf Buermeyer: verbunden.
[42:23] Ulf Buermeyer: Aber ich habe so ein bisschen das
[42:24] Ulf Buermeyer: Gefühl, dieser Switch von
[42:26] Ulf Buermeyer: einem großen Bruder, der vielleicht
[42:28] Ulf Buermeyer: manchmal ein bisschen ungerecht ist
[42:29] Ulf Buermeyer: und ein bisschen bossy, aber der im
[42:30] Ulf Buermeyer: Großen und Ganzen sich schon fair
[42:32] Ulf Buermeyer: verhält, diese Sehnsucht,
[42:34] Ulf Buermeyer: die sollte man sich so langsam
[42:35] Ulf Buermeyer: abschminken. Also die USA sind
[42:37] Ulf Buermeyer: einfach auf dieser internationalen
[42:39] Ulf Buermeyer: Bühne heute ein Gegenspieler,
[42:41] Ulf Buermeyer: ein Gegner. Das heißt jetzt nicht,
[42:42] Ulf Buermeyer: dass die morgen Bomben schicken,
[42:43] Ulf Buermeyer: aber sie versuchen eben einfach,
[42:45] Ulf Buermeyer: jedenfalls unter dieser Trump
[42:47] Ulf Buermeyer: Administration eiskalt
[42:49] Ulf Buermeyer: ihre eigenen Interessen
[42:50] Ulf Buermeyer: durchzusetzen. Und die sind dann
[42:51] Ulf Buermeyer: eben auch noch stark ideologisch
[42:52] Ulf Buermeyer: aufgeladen. Also es gibt ja auch
[42:54] Ulf Buermeyer: innenpolitisch aus den USA
[42:55] Ulf Buermeyer: wahnsinnig viel Kritik an dieser
[42:57] Ulf Buermeyer: Außenpolitik von Donald Trump, weil
[42:58] Ulf Buermeyer: die mutmaßlich den USA auch massiv
[43:00] Ulf Buermeyer: schaden wird. Aber Stand heute ist
[43:02] Ulf Buermeyer: das einfach der Stand der Dinge
[43:04] Ulf Buermeyer: und ich bin mir nicht ganz sicher,
[43:05] Ulf Buermeyer: ob Friedrich Merz und viele andere
[43:06] Ulf Buermeyer: das so hundertprozentig schon auf
[43:08] Ulf Buermeyer: dem Zettel haben.
[43:08] Ulf Buermeyer: Aber Philip, die Frage ist
[43:09] Ulf Buermeyer: natürlich, was kann man denn jetzt
[43:11] Ulf Buermeyer: tun? Und da hat Carney sehr
[43:12] Ulf Buermeyer: konkrete Vorschläge.
[43:14] Mark Carney: Great powers can afford for now
[43:15] Mark Carney: to go it alone. They have the market
[43:17] Mark Carney: size, the military capacity,
[43:19] Mark Carney: and the leverage to dictate terms.
[43:22] Mark Carney: Middle powers do not.
[43:24] Mark Carney: But when we only negotiate
[43:26] Mark Carney: bilaterally with a hegemon, we
[43:28] Mark Carney: negotiate from weakness.
[43:30] Mark Carney: We accept what's offered.
[43:32] Mark Carney: We compete with each other to be the
[43:34] Mark Carney: most accommodating.
[43:36] Mark Carney: This is not sovereignty.
[43:38] Mark Carney: It's the performance of sovereignty
[43:39] Mark Carney: while accepting subordination.
[43:43] Mark Carney: In a world or great power rivalry the countries inbetween have a choice.
[43:44] Mark Carney: Compete with each other for favor or to combine to create a third path
[43:44] Mark Carney: with impact.
[43:55] Philip Banse: Also, Carney sagt, die Großmächte
[43:57] Philip Banse: können es sich aktuell noch
[43:58] Philip Banse: erlauben, alleine voranzugehen.
[44:00] Philip Banse: Sie haben die Marktgröße, sie haben
[44:02] Philip Banse: das Militär, sie haben die Macht, um
[44:04] Philip Banse: Bedingungen zu diktieren.
[44:05] Philip Banse: Er sagt, die Mittelmächte haben
[44:07] Philip Banse: das nicht. Aber er sagt, wenn
[44:09] Philip Banse: wir, also die Mittelmänner, die
[44:11] Philip Banse: Kanada, die EU, alleine mit
[44:13] Philip Banse: dem Hegemon, also der Großmacht,
[44:15] Philip Banse: verhandeln, verhandeln wir aus einer
[44:16] Philip Banse: Position der Schwäche.
[44:17] Philip Banse: Wir akzeptieren das, was angeboten
[44:20] Philip Banse: wird. Wir konkurrieren
[44:21] Philip Banse: untereinander, wer sich am meisten
[44:23] Philip Banse: an den Hegemon anpasst.
[44:25] Philip Banse: Er sagt, das ist keine Souveränität.
[44:27] Philip Banse: Das ist die Vorspiegelung von
[44:29] Philip Banse: Souveräntität, während wir unsere
[44:31] Philip Banse: Unterordnung aber dabei
[44:33] Philip Banse: akzeptieren.
[44:34] Philip Banse: Dabei sagt er, wir haben in
[44:36] Philip Banse: dieser neuen Rivalität der
[44:37] Philip Banse: Großmächte nur
[44:39] Philip Banse: eigentlich die Wahl, einen dritten
[44:41] Philip Banse: Weg zu gehen. Und da ist natürlich
[44:43] Philip Banse: die Frage, wie soll dieser dritte
[44:45] Philip Banse: Weg aussehen?
[44:46] Ulf Buermeyer: Also Carney verlangt vor allem mal,
[44:48] Ulf Buermeyer: sich diese neue Weltordnung klar zu
[44:50] Ulf Buermeyer: machen. Nennt die Dinge beim Namen.
[44:52] Ulf Buermeyer: Wir leben nicht mehr in einer
[44:53] Ulf Buermeyer: regelbasierten Welt.
[44:54] Ulf Buermeyer: Haben wir noch nie 100 Prozent, aber
[44:56] Ulf Buermeyer: früher war es 95 Prozent.
[44:58] Ulf Buermeyer: Jetzt sind die Regeln jedenfalls den
[45:00] Ulf Buermeyer: Großmächten, jedenfalls Autokraten
[45:02] Ulf Buermeyer: wie Trump, völlig egal.
[45:03] Ulf Buermeyer: Wir leben zwischen konkurrierenden
[45:05] Ulf Buermeyer: Großmächten, die Verflechtung
[45:07] Ulf Buermeyer: zur Erpressung nutzen.
[45:08] Ulf Buermeyer: Und welche Großmärkte sind das?
[45:09] Ulf Buermeyer: Ich glaube, das sagt er nicht so
[45:11] Ulf Buermeyer: ganz deutlich, aber er meint, glaube
[45:12] Ulf Buermeyer: ich, vor allem USA und China.
[45:15] Philip Banse: Genau. Er nennt da niemanden beim
[45:16] Philip Banse: Namen, also von wenigen Ländern mal
[45:18] Philip Banse: abgesehen, aber das Wort USA,
[45:20] Philip Banse: glaube ich, oder Trump, das nutzt er
[45:21] Philip Banse: gar nicht, EU kommt einmal kurz vor,
[45:23] Philip Banse: China, Russland, glaube ich gar
[45:24] Philip Banse: nicht. Also er redet da schon
[45:25] Philip Banse: abstrakt, aber natürlich weiß jeder,
[45:28] Philip Banse: wer gemeint ist.
[45:29] Philip Banse: Und den zweiten Punkt, den er macht,
[45:31] Philip Banse: ist, macht eure Binnenmärkte
[45:33] Philip Banse: fit, um weniger anfällig zu sein
[45:35] Philip Banse: für diese Erpressung.
[45:36] Philip Banse: Je besser ihr da aufgestellt seid,
[45:38] Philip Banse: je mehr ihr da selber leisten könnt,
[45:40] Philip Banse: desto weniger braucht ihr von
[45:42] Philip Banse: diesen Großmächten.
[45:43] Philip Banse: Und – und ich glaube, das ist der
[45:44] Philip Banse: dritte und wichtigste Punkt –
[45:46] Philip Banse: schmiedet Koalitionen,
[45:49] Philip Banse: die funktionieren.
[45:50] Philip Banse: Thema für Thema, abhängig vom
[45:52] Philip Banse: Thema, schmiedet ihr Koalition
[45:54] Philip Banse: mit den Ländern, mit denen
[45:56] Philip Banse: ihr genug Gemeinsamkeiten
[45:58] Philip Banse: habt, um zusammenarbeiten
[46:01] Philip Banse: zu können.
[46:02] Mark Carney: It's building coalitions that work. Issues by issue with partners who
[46:02] Mark Carney: share enough common ground to act together.
[46:09] Ulf Buermeyer: So, und da muss man natürlich jetzt
[46:10] Ulf Buermeyer: das mal so ein bisschen einordnen.
[46:12] Ulf Buermeyer: Dieser Typ ist ein echter
[46:13] Ulf Buermeyer: Staatsmann, also ein Mann, der die
[46:15] Ulf Buermeyer: Wirklichkeit beim Namen nennt und
[46:17] Ulf Buermeyer: realistische Visionen
[46:19] Ulf Buermeyer: entwickelt, wie mit dieser neuen
[46:21] Ulf Buermeyer: Realität umzugehen ist.
[46:22] Ulf Buermeyer: Man muss natürlich im Hinterkopf
[46:23] Ulf Buermeyer: haben, wie ist Herr Carney überhaupt
[46:24] Ulf Buermeyer: ins Amt gekommen? Naja, Donald Trump
[46:26] Ulf Buermeyer: hat ja auch schon mehrfach Kanada
[46:28] Ulf Buermeyer: mit Annexion gedroht.
[46:30] Ulf Buermeyer: Er sieht Kanada als einen weiteren
[46:32] Ulf Buermeyer: Bundesstaat der Vereinigten Staaten
[46:33] Ulf Buermeyer: eigentlich. Und in diesem
[46:35] Ulf Buermeyer: Antagonismus zwischen USA und Kanada
[46:37] Ulf Buermeyer: fand der letzte Wahlkampf in Kanada
[46:40] Ulf Buermeyer: statt und Carney ist eben mit
[46:41] Ulf Buermeyer: klarer Kante gegenüber den USA schon
[46:43] Ulf Buermeyer: ins Amt gekommen.
[46:44] Ulf Buermeyer: Das heißt also, das ist quasi so
[46:46] Ulf Buermeyer: sein Markenzeichen und das hat er
[46:48] Ulf Buermeyer: jetzt eben in Davos nochmal in
[46:50] Ulf Buermeyer: seiner Rede richtig schön
[46:51] Ulf Buermeyer: durchdekliniert.
[46:52] Ulf Buermeyer: Und ich finde daran so faszinierend,
[46:54] Ulf Buermeyer: dass das eben schon relativ gut
[46:56] Ulf Buermeyer: ausgearbeitet ist. Also er weiß
[46:57] Ulf Buermeyer: ziemlich gut, wie das laufen soll.
[46:59] Ulf Buermeyer: Insbesondere finde ich, hat er sehr
[47:01] Ulf Buermeyer: gut ausgemalt, wie man Koalitionen
[47:03] Ulf Buermeyer: schmieden kann.
[47:05] Philip Banse: Richtig, er hat eine ganze Reihe
[47:06] Philip Banse: natürlich jetzt, er hat natürlich
[47:07] Philip Banse: darüber berichtet, was Kanada schon
[47:09] Philip Banse: alles gemacht hat im Binnenmarkt und
[47:10] Philip Banse: wie viele Koalitionen sie
[47:11] Philip Banse: geschmiedet haben und so weiter.
[47:12] Philip Banse: Aber natürlich wird bei dieser Rede
[47:14] Philip Banse: klar, finde ich, das ist der Weg,
[47:16] Philip Banse: den diese Länder gehen müssen.
[47:18] Philip Banse: Länder wie Kanada und eben auch
[47:20] Philip Banse: Bündnisse wie die EU.
[47:21] Philip Banse: Und natürlich macht die EU das auch.
[47:23] Philip Banse: Also sie hat ja die Koalition der
[47:25] Philip Banse: Willigen geschmiedet mit Frankreich,
[47:26] Philip Banse: Deutschland und Großbritannien, um
[47:27] Philip Banse: eben der Ukraine zu helfen.
[47:29] Philip Banse: Die EU, Deutschland will
[47:30] Philip Banse: Handelsabkommen mit Indien und
[47:32] Philip Banse: anderen Staaten abschließen.
[47:33] Philip Banse: Die EU hat ein Handels-
[47:34] Ulf Buermeyer: Ja, aber wieso eigentlich Deutschland? Fragt man sich... Wieso eigentlich
[47:36] Ulf Buermeyer: Deutschland, wo Deutschland ja Teil
[47:37] Ulf Buermeyer: des EU-Binnenmarktes ist, also wenn
[47:38] Ulf Buermeyer: überhaupt kann nur die EU mit Indien
[47:40] Ulf Buermeyer: eigentlich ein Abkommen schließen.
[47:41] Ulf Buermeyer: Kann man sich so ein bisschen fragen,
[47:42] Ulf Buermeyer: wie schlau das war.
[47:43] Philip Banse: Ja genau, da weiß ich jetzt aber
[47:45] Philip Banse: auch nicht genau, inwieweit die EU
[47:46] Philip Banse: nicht da auch noch mit drin
[47:47] Philip Banse: verwickelt ist. Aber die EU macht
[47:48] Philip Banse: natürlich auch viel. Die haben jetzt
[47:50] Philip Banse: ein großes Handelsabkommen
[47:51] Philip Banse: ausgehandelt mit diesen
[47:53] Philip Banse: Mercosur-Staaten, also konkret
[47:54] Philip Banse: Brasilien, Argentinien, Uruguay und
[47:56] Philip Banse: Paraguay. Die haben fast so viele
[47:57] Philip Banse: Einwohner zusammen wie die EU.
[47:59] Philip Banse: Die haben 26 Jahre darüber
[48:00] Philip Banse: verhandelt. Die EU-Staaten haben
[48:02] Philip Banse: sich untereinander zusammengerauft,
[48:04] Philip Banse: weil da natürlich auch nicht alle
[48:05] Philip Banse: einer Meinung waren.
[48:07] Philip Banse: Ursula von der Leyen war vor Ort,
[48:08] Philip Banse: hat das Ding Samstag unterschrieben.
[48:10] Philip Banse: Und was macht das
[48:12] Philip Banse: EU-Parlament?
[48:14] Philip Banse: Die schicken dieses Abkommen
[48:16] Philip Banse: vor den Europäischen Gerichtshof
[48:18] Philip Banse: und zwar mit den Stimmen
[48:20] Philip Banse: von den Rechten, von der AfD
[48:22] Philip Banse: und mit einigen
[48:24] Philip Banse: Stimmen, von den Grünen
[48:26] Philip Banse: und den Linken, weil EU-Bauern
[48:28] Philip Banse: Angst vor der Konkurrenz bei Fleisch
[48:30] Philip Banse: und Zucker fürchten, weil es eine
[48:32] Philip Banse: Gefahr irgendwie besteht,
[48:34] Philip Banse: dass dort unten in Brasilien
[48:36] Philip Banse: Wald gerodet wird, um
[48:38] Philip Banse: Rinder dort zu züchten, die dann
[48:40] Philip Banse: in die EU verkauft werden.
[48:41] Ulf Buermeyer: Ja, da könnten unterm Strich
[48:42] Ulf Buermeyer: CO2-Emissionen entstehen und so,
[48:44] Ulf Buermeyer: wobei das sehr umstritten ist, ob
[48:45] Ulf Buermeyer: man nicht durch dieses Abkommen auch
[48:46] Ulf Buermeyer: mehr Einfluss bekommt, um sogar Wald
[48:48] Ulf Buermeyer: zu schützen.
[48:49] Ulf Buermeyer: Also es geht in beide Richtungen.
[48:52] Philip Banse: Das Ding ist nicht perfekt.
[48:53] Philip Banse: Niemand will das behaupten.
[48:54] Philip Banse: Aber das Ding abzulehnen,
[48:57] Philip Banse: vor den, also zumindest vor den EuGH
[48:59] Philip Banse: zu schicken, in dieser Situation,
[49:02] Philip Banse: ich würde sagen vor allen Dingen,
[49:04] Philip Banse: also von den Rechten rede ich ja gar
[49:05] Philip Banse: nicht, aber vor allen Dingen von
[49:06] Philip Banse: dieser Handvoll Grünen und von
[49:08] Philip Banse: dieser Handvoll Linken, die da ihre
[49:09] Philip Banse: Hand gehoben haben...
[49:11] Ulf Buermeyer: Handvoll SPD auch!
[49:11] Philip Banse: Da muss ich sagen, und von der SPD,
[49:13] Philip Banse: ihr habt den Schuss
[49:15] Philip Banse: nicht gehört.
[49:17] Philip Banse: Schickt uns eine Mail.
[49:18] Philip Banse: Wir schicken euch gerne den Link zu
[49:20] Philip Banse: dieser Carney-Rede, falls ihr den
[49:21] Philip Banse: googlend nicht findet.
[49:22] Philip Banse: Hört euch das an.
[49:24] Philip Banse: Ihr schießt hier ein riesen
[49:26] Philip Banse: Eigentor oder habt das geschossen,
[49:29] Philip Banse: weil die Chance bestand, dass sich
[49:30] Philip Banse: die EU hier als
[49:33] Philip Banse: fairer, selbstständiger
[49:35] Philip Banse: Handelspartner auf der Welt, in
[49:37] Philip Banse: der Welt präsentieren kann.
[49:39] Philip Banse: Und was macht ihr?
[49:40] Philip Banse: Ihr legt das Ding dem EuGH vor.
[49:42] Ulf Buermeyer: Also ich finde, wir müssen noch mal
[49:43] Ulf Buermeyer: zwei, drei Sachen dazu sagen.
[49:44] Ulf Buermeyer: Warum ist dieses Abkommen überhaupt
[49:45] Ulf Buermeyer: so spannend aus dieser Perspektive
[49:47] Ulf Buermeyer: der Carney-Rede?
[49:48] Ulf Buermeyer: Na klar, weil Carney halt einfach
[49:50] Ulf Buermeyer: sagt, die Staaten auf der Welt,
[49:52] Ulf Buermeyer: die bisher jedenfalls keine
[49:53] Ulf Buermeyer: Großmacht sind, die müssen halt auf
[49:55] Ulf Buermeyer: gut Deutsch sehen, wo sie bleiben.
[49:56] Ulf Buermeyer: Die müssen Allianzen schmieden und
[49:58] Ulf Buermeyer: die müssen insbesondere ihre
[49:59] Ulf Buermeyer: wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
[50:01] Ulf Buermeyer: steigern. Und das geht eben unter
[50:03] Ulf Buermeyer: anderem über Freihandelszonen, weil
[50:04] Ulf Buermeyer: natürlich, das erleben wir in dieser
[50:06] Ulf Buermeyer: Welt, gerade ganz besonders Zölle
[50:08] Ulf Buermeyer: und andere Handelshemmnisse die
[50:09] Ulf Buermeyer: wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
[50:11] Ulf Buermeyer: beeinträchtigen. So ein
[50:11] Ulf Buermeyer: Freihandelsabkommen schafft einen
[50:13] Ulf Buermeyer: riesengroßen Binnenmarkt, EU plus
[50:15] Ulf Buermeyer: die südamerikanischen Staaten,
[50:17] Ulf Buermeyer: wo eben Güter hin und her gehandelt
[50:18] Ulf Buermeyer: werden, zum allseitigen Vorteil.
[50:20] Ulf Buermeyer: Das ist jedenfalls die
[50:21] Ulf Buermeyer: grundsätzliche Idee, das ist Carneys
[50:23] Ulf Buermeyer: Forderung, sucht euch Partner je
[50:24] Ulf Buermeyer: nach Thema.
[50:25] Ulf Buermeyer: Und in dieser Situation sagt jetzt
[50:27] Ulf Buermeyer: das Europäische Parlament,
[50:28] Ulf Buermeyer: wir stimmen auch gar nicht über das
[50:29] Ulf Buermeyer: Abkommen selber ab.
[50:30] Ulf Buermeyer: Die Ratifikation kommt später
[50:32] Ulf Buermeyer: nochmal irgendwann, sondern wir
[50:34] Ulf Buermeyer: wollen jetzt einfach erst mal so
[50:35] Ulf Buermeyer: eine Art Gutachten vom Europäischen
[50:37] Ulf Buermeyer: Gerichtshof, was natürlich dazu
[50:38] Ulf Buermeyer: führen würde, dass das Abkommen
[50:40] Ulf Buermeyer: unter Umständen für Jahre auf Eis
[50:42] Ulf Buermeyer: liegt. Die gute Nachricht ist
[50:43] Ulf Buermeyer: allerdings, dass die EU schon auch
[50:45] Ulf Buermeyer: die Möglichkeit hat, dieses Abkommen
[50:46] Ulf Buermeyer: einstweilen, trotzdem in Kraft zu
[50:48] Ulf Buermeyer: setzen. Aber das ändert natürlich
[50:50] Ulf Buermeyer: nichts daran, dass das Europäische
[50:51] Ulf Buermeyer: Parlament an dieser Stelle, wo
[50:53] Ulf Buermeyer: man sich eben in diesem großen
[50:55] Ulf Buermeyer: Konflikt unter anderem mit den USA
[50:56] Ulf Buermeyer: und Donald Trump befindet, ein
[50:58] Ulf Buermeyer: fatales Signal gesetzt hat.
[51:00] Ulf Buermeyer: Und da würde ich sagen, ich will da
[51:02] Ulf Buermeyer: gar nicht in Zweifel ziehen, dass
[51:03] Ulf Buermeyer: man da einzelne Fragen haben kann
[51:05] Ulf Buermeyer: zu den Inhalten des Abkommens.
[51:07] Ulf Buermeyer: Du hast es eben schon gesagt, das
[51:08] Ulf Buermeyer: ist sicher nicht perfekt.
[51:10] Ulf Buermeyer: Aber ich würde mal sagen, auf einem
[51:11] Ulf Buermeyer: Ponyhof, wenn alles in Ordnung
[51:13] Ulf Buermeyer: ist, wenn man umgeben ist von
[51:14] Ulf Buermeyer: Freunden, dann kann man auch fragen,
[51:16] Ulf Buermeyer: ob so ein Abkommen nur Vorteile hat,
[51:18] Ulf Buermeyer: ob das quasi eine ideale Welt
[51:19] Ulf Buermeyer: beschreibt oder ob das
[51:21] Ulf Buermeyer: möglicherweise auch Nachteile hat.
[51:23] Ulf Buermeyer: Aber in einer Welt der Dinosaurier,
[51:25] Ulf Buermeyer: wo man umgeben ist von Fressfeinden,
[51:27] Ulf Buermeyer: da muss man sich einfach die Frage
[51:28] Ulf Buermeyer: stellen, macht es unsere Lage
[51:30] Ulf Buermeyer: besser?
[51:31] Ulf Buermeyer: Es ist nicht perfekt, aber macht es
[51:33] Ulf Buermeyer: uns besser, macht das uns stärker,
[51:35] Ulf Buermeyer: macht das uns resilienter gegen
[51:36] Ulf Buermeyer: diese außenpolitischen Anforderungen
[51:38] Ulf Buermeyer: unserer Zeit?
[51:39] Ulf Buermeyer: Denn, Stichwort Welt der Dinos,
[51:41] Ulf Buermeyer: Donald Trump ist genau das,
[51:43] Ulf Buermeyer: sagt jedenfalls Californiens
[51:44] Ulf Buermeyer: Gouverneur Gavin Newsom in Davos.
[51:47] Gavin Newsom: He's a T-Rex.
[51:49] Gavin Newsom: You mate with him or he devours you.
[51:51] Gavin Newsom: One or the other.
[51:53] Gavin Newsom: No, the Europeans could be if they
[51:55] Gavin Newsom: continue down this path in the
[51:57] Gavin Newsom: process.
[51:57] Gavin Newsom: They need to stand tall, stand firm,
[51:59] Gavin Newsom: stand united.
[52:00] Ulf Buermeyer: Donald Trump ist ein T-Rex,
[52:02] Ulf Buermeyer: ein Tyrannosaurus Rex, ein großer
[52:04] Ulf Buermeyer: Raubsaurier.
[52:05] Ulf Buermeyer: Man hat im Grunde nur die Chance,
[52:07] Ulf Buermeyer: entweder kuschelt man mit ihm oder
[52:08] Ulf Buermeyer: man wird verschlungen.
[52:10] Ulf Buermeyer: Und dann markiert er den dritten
[52:11] Ulf Buermeyer: Weg.
[52:13] Ulf Buermeyer: Europa muss sich stark machen,
[52:15] Ulf Buermeyer: Europa muss den Rücken durchstrecken
[52:16] Ulf Buermeyer: und vor allem Europa muss
[52:18] Ulf Buermeyer: einig sein.
[52:20] Ulf Buermeyer: Stand tall, stand united ist das,
[52:22] Ulf Buermeyer: was er sagt.
[52:22] Ulf Buermeyer: Und das, Philip, ist ja genau das,
[52:24] Ulf Buermeyer: das Carney fordert.
[52:26] Philip Banse: Richtig, er fordert halt pragmatische
[52:27] Philip Banse: Bündnisse für Verlässlichkeit,
[52:29] Philip Banse: für alternative Handelsrouten, für
[52:30] Philip Banse: Unabhängigkeit.
[52:32] Philip Banse: Und da wäre es wirklich, Stichwort
[52:34] Philip Banse: Verlässlichkeit, ein Signal wichtig
[52:36] Philip Banse: gewesen, des Europäischen Parlaments
[52:37] Philip Banse: zu sagen, klar machen wir das, wir
[52:39] Philip Banse: beschließen das, let's go.
[52:41] Philip Banse: So, und jetzt ist natürlich die
[52:43] Philip Banse: Frage für die Zukunft, wenn sie
[52:45] Philip Banse: jetzt Mercosur schon erstmal gegen
[52:47] Philip Banse: die Wand gefahren haben, was
[52:49] Philip Banse: außer neuer Bündnisse,
[52:51] Philip Banse: neuer Koalition kann denn die EU
[52:53] Philip Banse: noch machen, um in dieser neuen
[52:55] Philip Banse: Welt der Dinosaurier ohne
[52:57] Philip Banse: Regeln und mit akuter Fressgefahr zu
[52:59] Philip Banse: überleben?
[53:00] Ulf Buermeyer: Es geht jetzt vor
[53:02] Ulf Buermeyer: allem so um quasi ja wirklich
[53:04] Ulf Buermeyer: echte Hebel oder teilweise
[53:06] Ulf Buermeyer: auch Daumenschrauben.
[53:07] Ulf Buermeyer: Also man kann schon sagen, welche
[53:08] Ulf Buermeyer: Machtmittel, abgesehen natürlich von
[53:10] Ulf Buermeyer: militärischer Gewalt, hat die
[53:12] Ulf Buermeyer: EU zur Verfügung?
[53:13] Ulf Buermeyer: Und der Klassiker sind, klar, die
[53:15] Ulf Buermeyer: EU ist eben ein Binnenmarkt, ist
[53:16] Ulf Buermeyer: eine Handelsgemeinschaft.
[53:18] Ulf Buermeyer: Der Klassiker sind deswegen
[53:19] Ulf Buermeyer: Gegenzölle.
[53:20] Ulf Buermeyer: Kann die EU immer verhängen.
[53:22] Ulf Buermeyer: Und die Frage ist natürlich, was hat
[53:23] Ulf Buermeyer: das dann wiederum auch für Folgen
[53:25] Ulf Buermeyer: für die EU? Denn wenn man Zölle
[53:26] Ulf Buermeyer: verhängt, dann verhängt die andere
[53:27] Ulf Buermeyer: Seite im Zweifel Gegenzölle.
[53:29] Ulf Buermeyer: Aber da zum Beispiel muss man sagen,
[53:31] Ulf Buermeyer: gerade im Verhältnis Deutschland und
[53:32] Ulf Buermeyer: Europäische Union gibt es
[53:34] Ulf Buermeyer: jedenfalls viele Expertinnen und
[53:36] Ulf Buermeyer: Experten, die der Auffassung sind,
[53:38] Ulf Buermeyer: dass die Europäische Union das
[53:39] Ulf Buermeyer: jedenfalls eher verkraften könnte
[53:41] Ulf Buermeyer: als die Vereinigten Staaten.
[53:44] Philip Banse: Möglicherweise, also gerade jetzt
[53:45] Philip Banse: hier in dem Kontext, Androhung von
[53:47] Philip Banse: Gegenzöllen, die gegriffen
[53:49] Philip Banse: hätten, wenn Donald Trump seine
[53:50] Philip Banse: Drohung da wahrgemacht hätte.
[53:51] Philip Banse: Da gab es viele Äußerungen von
[53:53] Philip Banse: Monika Schnitzer zum Beispiel,
[53:55] Philip Banse: also Ökonomin aus München und
[53:56] Philip Banse: Vorsitzende der Wirtschaftsweisen,
[53:58] Philip Banse: dieses Beratungsgremiums der
[53:59] Philip Banse: Bundesregierung und auch Julian Hinz
[54:01] Philip Banse: vom Institut für Weltwirtschaft in
[54:04] Philip Banse: Kiel, die alle gesagt haben, ja na
[54:05] Philip Banse: klar ist das schmerzhaft, wenn
[54:07] Philip Banse: da Europa Gegenzölle erhebt.
[54:10] Philip Banse: Aber man kann das durchstehen.
[54:12] Philip Banse: Das ist nicht der Untergang.
[54:14] Philip Banse: Und schließlich geht es um
[54:15] Philip Banse: europäische Souveränität.
[54:17] Ulf Buermeyer: Zumal man sagen muss, dass natürlich
[54:19] Ulf Buermeyer: Zölle, die Donald Trump auf Importe
[54:21] Ulf Buermeyer: verhängt, bei ihm innenpolitisch
[54:24] Ulf Buermeyer: letztlich wirken wie
[54:26] Ulf Buermeyer: Steuern. Das ist so ein bisschen der
[54:28] Ulf Buermeyer: Effekt, der immer gerne verdrängt
[54:29] Ulf Buermeyer: wird, den Donald Trump auch schlicht
[54:30] Ulf Buermeyer: leugnet.
[54:31] Ulf Buermeyer: Aber natürlich ist das so, wenn er
[54:32] Ulf Buermeyer: sagt, wir heben jetzt 100 Prozent
[54:34] Ulf Buermeyer: Einfuhrabgaben auf Champagner, dann
[54:36] Ulf Buermeyer: wird diese Champagnerflasche im
[54:37] Ulf Buermeyer: Prinzip doppelt so teuer.
[54:39] Ulf Buermeyer: So, grob. Über den Daumen.
[54:40] Ulf Buermeyer: Vielleicht kann der Importeur ein
[54:41] Ulf Buermeyer: bisschen von seiner Marge drauf
[54:42] Ulf Buermeyer: geben.
[54:42] Philip Banse: Wird momentan noch ein bisschen
[54:44] Philip Banse: abgefedert, aber im Prinzip...
[54:45] Ulf Buermeyer: Aber im Großen und Ganzen wirkt es,
[54:46] Ulf Buermeyer: als würde er eine Champagnersteuer
[54:48] Ulf Buermeyer: erheben. Mit anderen Worten,
[54:50] Ulf Buermeyer: er treibt mit diesen schönen Zöllen
[54:51] Ulf Buermeyer: innenpolitisch die Inflation nach
[54:53] Ulf Buermeyer: oben. Was er sich natürlich
[54:54] Ulf Buermeyer: überhaupt nicht erlauben kann, weil
[54:56] Ulf Buermeyer: er gewählt worden ist, dafür, dass
[54:57] Ulf Buermeyer: die Inflation endlich mal sinkt.
[54:59] Ulf Buermeyer: Also deswegen so diese
[55:00] Ulf Buermeyer: Einschätzung, das klingt immer so,
[55:02] Ulf Buermeyer: als wenn der Donald da so Zölle
[55:04] Ulf Buermeyer: erhebt, sei das quasi seine
[55:06] Ulf Buermeyer: Bazooka. Das Problem ist, diese
[55:07] Ulf Buermeyer: Knarre hat einen Mordsrückstoß und
[55:09] Ulf Buermeyer: er hat einen riesen blauen Flecken
[55:10] Ulf Buermeyer: auf der Schulter.
[55:11] Ulf Buermeyer: Das ist alles nicht so einfach.
[55:13] Ulf Buermeyer: Anderes Stichwort: die Goldreserven.
[55:16] Philip Banse: Die Bundesbank hat Gold als
[55:18] Philip Banse: Reserve in den USA liegen.
[55:20] Philip Banse: Und es wird jetzt darüber
[55:21] Philip Banse: debattiert. Also die liegen bei der
[55:23] Philip Banse: FED, glaube ich, in New York und es
[55:25] Philip Banse: wird darüber debatiert, die
[55:26] Philip Banse: zuzuholen.
[55:26] Ulf Buermeyer: So sieht es aus.
[55:27] Philip Banse: Ich habe in meinem Keller noch
[55:28] Philip Banse: Platz, sage ich mal so.
[55:29] Philip Banse: Da habe ich jetzt auch ein neues
[55:30] Philip Banse: Schloss davor gehängt.
[55:31] Philip Banse: Ich glaube, das Ding ist sicher.
[55:32] Ulf Buermeyer: Ich meine, man weiß ja, man soll das
[55:33] Ulf Buermeyer: Risiko auch streuen, Philip.
[55:34] Ulf Buermeyer: Vielleicht müssen wir einfach so ein
[55:35] Ulf Buermeyer: paar Keller finden, dann ist es auch
[55:37] Ulf Buermeyer: einfach viel leichter.
[55:38] Philip Banse: Also man muss, hiding
[55:40] Philip Banse: in plain sight, also du musst das
[55:41] Philip Banse: Gold einfach auf die Straße legen,
[55:42] Philip Banse: das ist es am sichersten.
[55:43] Philip Banse: Alternativ wie gesagt, gerne bei
[55:45] Philip Banse: mir im Keller.
[55:47] Ulf Buermeyer: Also die Frage ist natürlich, was
[55:48] Ulf Buermeyer: bringt das? Das wird jetzt nicht von
[55:50] Ulf Buermeyer: heute auf morgen die Vereinigten
[55:52] Ulf Buermeyer: Staaten destabilisieren, wenn man
[55:53] Ulf Buermeyer: die Goldreserven da abholt.
[55:54] Ulf Buermeyer: Aber es wäre ein sehr, sehr
[55:56] Ulf Buermeyer: deutliches Signal des Misstrauens
[55:58] Ulf Buermeyer: und es wäre eine diplomatisches
[56:00] Ulf Buermeyer: Signal. Also kann man machen, kann
[56:01] Ulf Buermeyer: man nämlich einfach nach Frankfurt
[56:02] Ulf Buermeyer: oder nach London transferieren.
[56:03] Ulf Buermeyer: Wäre eine kleine, aber doch
[56:05] Ulf Buermeyer: irgendwie symbolische, aber
[56:07] Ulf Buermeyer: vielleicht dann gerade für den
[56:08] Ulf Buermeyer: Donald, der ja Gold auch sehr liebt,
[56:10] Ulf Buermeyer: eine symbolisch durchaus wirksame
[56:11] Ulf Buermeyer: Daumenschraube.
[56:13] Ulf Buermeyer: Ein bisschen wirksamer vielleicht
[56:14] Ulf Buermeyer: unmittelbar wirtschaftlich bedeutsam
[56:16] Ulf Buermeyer: wäre ein weiteres Mittel.
[56:18] Philip Banse: Ja, US-Staatsanleihen
[56:20] Philip Banse: verkaufen. Also wer Staatsanleihen
[56:22] Philip Banse: kauft, gibt den USA einen Kredit.
[56:24] Philip Banse: Und wer sie verkauft,
[56:26] Philip Banse: der senkt das Vertrauen in
[56:28] Philip Banse: die USA als Schuldner.
[56:30] Philip Banse: Das ist so ein Signal.
[56:31] Philip Banse: Ne, also aus
[56:33] Philip Banse: dieser Beziehung, da würden wir
[56:34] Philip Banse: gern, da wären wir gern raus.
[56:36] Philip Banse: Also und dann würden eben unter
[56:38] Philip Banse: Umständen die Zinsen steigen, weil
[56:40] Philip Banse: das Vertrauen halt sinkt und die
[56:42] Philip Banse: USA mehr Zinsen zahlen müssen, damit
[56:44] Philip Banse: ihnen andere Leute einen Kredit
[56:45] Philip Banse: geben, sprich Staatsanleihen kaufen.
[56:47] Philip Banse: Und das würde eben die
[56:48] Philip Banse: Schuldenpolitik von Donald Trump
[56:50] Philip Banse: noch teurer machen, weil er
[56:51] Philip Banse: natürlich über diese Staatsanleihen
[56:54] Philip Banse: Geld, Kredit aufnimmt,
[56:56] Philip Banse: um es zu Hause auszugeben
[56:57] Philip Banse: und der US-Staatshaushalt geriete weiter aus den Fugen.
[57:01] Ulf Buermeyer: Und das ist nebenbei ein
[57:02] Ulf Buermeyer: riesengroßes Problem, das wird
[57:03] Ulf Buermeyer: international relativ wenig
[57:04] Ulf Buermeyer: diskutiert, aber der amerikanische
[57:06] Ulf Buermeyer: Staatshaushalt ist komplett jetzt
[57:08] Ulf Buermeyer: schon unterfinanziert, die ertrinken
[57:10] Ulf Buermeyer: in Zinszahlungen für frühere
[57:12] Ulf Buermeyer: Schulden, weil sie insbesondere
[57:13] Ulf Buermeyer: nämlich die Kriege im Irak und in
[57:16] Ulf Buermeyer: Afghanistan weitgehend Schulden
[57:17] Ulf Buermeyer: finanziert haben. Das haben sie also
[57:18] Ulf Buermeyer: nicht irgendwie aus der
[57:19] Ulf Buermeyer: Wirtschaftskraft oder aus Steuern
[57:20] Ulf Buermeyer: finanzieren. Geht ja auch nicht.
[57:22] Ulf Buermeyer: Bei republikanischen Präsidenten
[57:23] Ulf Buermeyer: müssen ja Steuern unten gehalten
[57:24] Ulf Buermeyer: werden. Um Gottes willen, um Gottes
[57:26] Ulf Buermeyer: willen nicht die Wirtschaft abwürgen
[57:27] Ulf Buermeyer: und dieses und jenes.
[57:29] Ulf Buermeyer: Und deswegen haben die das alles mit
[57:30] Ulf Buermeyer: Schulden finanziert und die Folgen
[57:32] Ulf Buermeyer: sind dramatisch, weil sie jetzt eben
[57:33] Ulf Buermeyer: einfach schon wahnsinnig viele
[57:34] Ulf Buermeyer: Zinsen für diese Schulden zahlen
[57:36] Ulf Buermeyer: müssen. Das nimmt den USA jetzt
[57:38] Ulf Buermeyer: schon quasi die Luft zum Atmen.
[57:39] Ulf Buermeyer: Das ist übrigens auch der Grund,
[57:40] Ulf Buermeyer: wieso Donald Trump so einen
[57:42] Ulf Buermeyer: Kleinkrieg gerade führt gegen den
[57:43] Ulf Buermeyer: Chef seiner eigenen Notenbank,
[57:45] Ulf Buermeyer: Jerome Powell, weil er nämlich
[57:47] Ulf Buermeyer: findet, dass der endlich mal die
[57:48] Ulf Buermeyer: Zinsen senken soll. Der sagt, das
[57:49] Ulf Buermeyer: machen wir selbstverständlich nicht,
[57:50] Ulf Buermeyer: weil die Inflation ja noch so hoch
[57:51] Ulf Buermeyer: ist, zwei bis drei Prozent.
[57:53] Ulf Buermeyer: Und deswegen versucht Donald Trump,
[57:54] Ulf Buermeyer: ihn jetzt gerade mit einem mehr oder
[57:55] Ulf Buermeyer: weniger gefakten Strafverfahren
[57:57] Ulf Buermeyer: aus dem Amt zu kegeln.
[57:59] Philip Banse: Die nukleare Option für
[58:01] Philip Banse: Europäer, vor allen Dingen für
[58:02] Philip Banse: Deutsche, wäre, die Verträge mit
[58:04] Philip Banse: US-Militärbasen zu kündigen,
[58:06] Philip Banse: zu beenden. Also Beispiel
[58:07] Philip Banse: Deutschland ist natürlich Rammstein.
[58:09] Philip Banse: Riesige US-Militärbasis,
[58:11] Philip Banse: größte Basis außerhalb der USA,
[58:14] Philip Banse: zentral für den Drohnenkrieg
[58:16] Philip Banse: im Nahen Osten, zentral aber auch
[58:18] Philip Banse: eigentlich für viele
[58:19] Philip Banse: militärische Aktionen der USA
[58:21] Philip Banse: im Nahen Osten, östlich
[58:24] Philip Banse: von uns und daher natürlich
[58:26] Philip Banse: super wichtig für die USA,
[58:28] Philip Banse: dass es Rammstein ergibt.
[58:30] Philip Banse: Das aufzukündigen, wäre die nukleare
[58:32] Philip Banse: Option, denn natürlich ist es für
[58:33] Philip Banse: Deutschland, für Europa mega
[58:35] Philip Banse: wichtig, dass momentan zumindest
[58:37] Philip Banse: noch die US-Armee hier bleibt und
[58:39] Philip Banse: man sie nicht einfach aus dem Land
[58:40] Philip Banse: wirft. BSW und Linke perpetuieren
[58:43] Philip Banse: diesen Gedanken ein bisschen, aber
[58:44] Philip Banse: ich glaube momentan ist das
[58:46] Philip Banse: noch die nuklare Option, die noch
[58:47] Philip Banse: keine wirkliche Rolle spielt.
[58:50] Ulf Buermeyer: Nein, aber ich finde daran zu
[58:51] Ulf Buermeyer: spannend, Stichwort Overton Window,
[58:53] Ulf Buermeyer: dass das überhaupt schon eine
[58:55] Ulf Buermeyer: denkbare Option ist.
[58:55] Ulf Buermeyer: Ich glaube, das steht jetzt nicht
[58:57] Ulf Buermeyer: vor der Tür. Ich sehe überhaupt
[58:58] Ulf Buermeyer: nicht, dass Friedrich Merz quasi
[58:59] Ulf Buermeyer: Rammstein kündigt.
[59:01] Ulf Buermeyer: Das sehe ich überhaupt nicht.
[59:02] Ulf Buermeyer: Aber ich finde es interessant, dass
[59:03] Ulf Buermeyer: man überhaupt mal darüber nachdenkt
[59:05] Ulf Buermeyer: und es wäre tatsächlich für die USA
[59:07] Ulf Buermeyer: eine echte Katastrophe, das muss man
[59:09] Ulf Buermeyer: sagen, gerade weil die Airbase in
[59:11] Ulf Buermeyer: Rammstein aber auch ein großer
[59:13] Ulf Buermeyer: Truppenübungsplatz in Bayern
[59:15] Ulf Buermeyer: einfach riesengroße US-Anlagen
[59:17] Ulf Buermeyer: sind in Europa, die sich auch nicht
[59:18] Ulf Buermeyer: so ohne weiteres ersetzen lassen.
[59:20] Ulf Buermeyer: Gerade Rammstein ist aufgrund
[59:22] Ulf Buermeyer: seiner geografischen Lage extrem
[59:23] Ulf Buermeyer: schwer ersetzbar, weil es da
[59:25] Ulf Buermeyer: bestimmte Satellitenlinks gibt, die
[59:26] Ulf Buermeyer: man eben von Rammstein aus besonders
[59:28] Ulf Buermeyer: gut bespielen kann, gerade für
[59:30] Ulf Buermeyer: US-Einsätze im Nahen und Mittleren
[59:32] Ulf Buermeyer: Osten. Das heißt, da eine neue Base
[59:34] Ulf Buermeyer: zu finden, das wäre richtig
[59:36] Ulf Buermeyer: schwierig, wäre extrem teuer, das zu
[59:38] Ulf Buermeyer: verlagern. Wie gesagt, das will ja
[59:39] Ulf Buermeyer: momentan auch noch kaum jemand.
[59:42] Ulf Buermeyer: Ich glaube, Fabio Di Masi hat's
[59:42] Ulf Buermeyer: irgendwie gefordert vom BSW und so,
[59:44] Ulf Buermeyer: aber das ist bislang noch eine eher
[59:46] Ulf Buermeyer: isolierte Position. Wie gesagt, ich
[59:47] Ulf Buermeyer: finde das Spannende daran, dass
[59:48] Ulf Buermeyer: überhaupt darüber nachgedacht wird,
[59:50] Ulf Buermeyer: dass mit dieser Option gespielt
[59:51] Ulf Buermeyer: wird. Und klar, wenn sich die Lage
[59:53] Ulf Buermeyer: jetzt dramatisch verschlechtert,
[59:55] Ulf Buermeyer: dann wäre das eine Idee.
[59:56] Philip Banse: Anders sieht es, finde ich, aus mit
[59:57] Philip Banse: Digitalsteuern.
[59:58] Philip Banse: Also Digitalsteuern für die großen
[1:00:01] Philip Banse: US-Tech-Konzerne,
[1:00:03] Philip Banse: Google, Apple, Microsoft,
[1:00:05] Philip Banse: Amazon, Meta etc.
[1:00:08] Philip Banse: Die würden Trumps Oligarchen
[1:00:09] Philip Banse: erhebliche Schmerzen
[1:00:11] Philip Banse: bereiten.
[1:00:12] Philip Banse: Die würden dann unter Umständen
[1:00:14] Philip Banse: auf ihn einwirken.
[1:00:15] Philip Banse: Das könnte ein Hebel
[1:00:17] Philip Banse: sein. Aber auch hier, das
[1:00:19] Philip Banse: kommt nicht ohne Preis.
[1:00:22] Philip Banse: Ja, wenn man also jetzt Steuern
[1:00:24] Philip Banse: für bestimmte Dienstleistungen von
[1:00:25] Philip Banse: Google, Microsoft etc.
[1:00:27] Philip Banse: erheben würde und
[1:00:29] Philip Banse: Donald Trump vielleicht als
[1:00:31] Philip Banse: Gegenmaßnahme einen
[1:00:33] Philip Banse: Boykott verhängen würde
[1:00:35] Philip Banse: dieser Dienste gegen die EU,
[1:00:37] Philip Banse: das würde schon wehtun.
[1:00:39] Philip Banse: Microsoft 365 morgen
[1:00:41] Philip Banse: offline, das würde schon
[1:00:43] Philip Banse: schmerzen.
[1:00:43] Ulf Buermeyer: Das wäre für viele Firmen und
[1:00:45] Ulf Buermeyer: tragischerweise auch für viele
[1:00:46] Ulf Buermeyer: Behörden ein echtes Problem.
[1:00:48] Ulf Buermeyer: Und da ist es wieder unser
[1:00:49] Ulf Buermeyer: Lieblingsstichwort, digitale
[1:00:50] Ulf Buermeyer: Souveränität. Hatten wir in der
[1:00:51] Ulf Buermeyer: letzten Folge vor Weihnachten ganz
[1:00:53] Ulf Buermeyer: ausführlich.
[1:00:54] Ulf Buermeyer: Man kann allen Chefs wirklich
[1:00:56] Ulf Buermeyer: nur raten, noch heute mal ihren Head
[1:00:57] Ulf Buermeyer: of IT anzurufen.
[1:00:59] Ulf Buermeyer: Was machen wir eigentlich, wenn
[1:01:00] Ulf Buermeyer: Microsoft morgen offline geht
[1:01:02] Ulf Buermeyer: und Amazon Web Services und
[1:01:04] Ulf Buermeyer: so? Haben wir dann noch eine Firma
[1:01:06] Ulf Buermeyer: oder haben wir dann eigentlich nur
[1:01:07] Ulf Buermeyer: noch schwarze Kisten da stehen?
[1:01:09] Ulf Buermeyer: Und das finde ich ist einfach eine
[1:01:10] Ulf Buermeyer: spannende Frage. Man muss sich
[1:01:11] Ulf Buermeyer: einfach heute diese Frage stellen.
[1:01:13] Ulf Buermeyer: Ganz offen gesagt, Philip und ich
[1:01:14] Ulf Buermeyer: haben auch einfach da schon eine
[1:01:15] Ulf Buermeyer: Strategie entwickelt, wie wir
[1:01:16] Ulf Buermeyer: unabhängig werden von amerikanischen
[1:01:18] Ulf Buermeyer: IT-Konzernen. Sind wir schon
[1:01:20] Ulf Buermeyer: weitgehend, aber das setzen wir
[1:01:21] Ulf Buermeyer: jetzt in den nächsten Wochen um,
[1:01:22] Ulf Buermeyer: einfach weil wir uns überlegt haben,
[1:01:23] Ulf Buermeyer: wir wollen weiter arbeiten können.
[1:01:25] Ulf Buermeyer: Wir wollen natürlich weiter
[1:01:26] Ulf Buermeyer: podcasten können, auch wenn der
[1:01:27] Ulf Buermeyer: Donald das irgendwann nicht mehr so
[1:01:28] Ulf Buermeyer: geil findet.
[1:01:29] Philip Banse: Und dann kommen wir sozusagen zur
[1:01:31] Philip Banse: Bazooka, zum schärfsten
[1:01:34] Philip Banse: Schwert, zur größten Kanone,
[1:01:36] Philip Banse: die die Europäische Union
[1:01:38] Philip Banse: aktuell in ihrer Waffenkammer
[1:01:41] Philip Banse: stehen hat, um sich zu
[1:01:43] Philip Banse: wehren gegen Zwang
[1:01:45] Philip Banse: von außen.
[1:01:46] Philip Banse: Das Ding heißt denn auch so:
[1:01:47] Philip Banse: Anti-Coersion-Instrument, also ein
[1:01:49] Philip Banse: Instrument gegen Zwang.
[1:01:51] Philip Banse: Das wurde 2023 genau
[1:01:53] Philip Banse: für diesen Zweck beschlossen.
[1:01:56] Philip Banse: Es soll die souveränen
[1:01:58] Philip Banse: Entscheidungen der EU schützen
[1:02:00] Philip Banse: und ihrer Mitgliedstaaten
[1:02:02] Philip Banse: vor Druck von Drittstaaten.
[1:02:04] Philip Banse: Also dass Drittstaten entweder
[1:02:06] Philip Banse: sagen, hier, ihr habt eine schöne
[1:02:07] Philip Banse: Insel, die hätten wir gerne gekauft,
[1:02:10] Philip Banse: zum Preis von drei Dollar, sonst
[1:02:12] Philip Banse: isolieren wir euch und drehen euch
[1:02:14] Philip Banse: den Hahn ab.
[1:02:15] Philip Banse: Genau gegen diese Mechanismen
[1:02:17] Philip Banse: ist dieses Instrument eingeführt
[1:02:19] Philip Banse: worden. Und es ist ein
[1:02:22] Philip Banse: mächtiger Werkzeugkasten.
[1:02:23] Philip Banse: Da geht eine ganze Menge, wenn die
[1:02:25] Philip Banse: EU dieses Instrument aktiviert und
[1:02:27] Philip Banse: in die Hand nimmt.
[1:02:29] Ulf Buermeyer: Beispielsweise werden dann
[1:02:31] Ulf Buermeyer: ausländische Unternehmen von
[1:02:32] Ulf Buermeyer: öffentlichen Aufträgen und
[1:02:33] Ulf Buermeyer: Ausschreibungen ausgeschlossen.
[1:02:36] Philip Banse: Also können ausgeschlossen werden.
[1:02:36] Philip Banse: Also all diese Maßnahmen, die jetzt
[1:02:38] Philip Banse: kommen...
[1:02:39] Ulf Buermeyer: Ist ein Werkzeugkasten.
[1:02:41] Philip Banse: Ist ein Werkzeugkasten. Man kann das alles auf einmal
[1:02:42] Philip Banse: einsetzen, man kann es aber auch
[1:02:43] Philip Banse: einzeln und gezielt einsetzen.
[1:02:45] Ulf Buermeyer: Also ausländische Unternehmen von
[1:02:46] Ulf Buermeyer: öffentlichen Aufträgen und
[1:02:47] Ulf Buermeyer: Ausschreibung ausschließen.
[1:02:48] Ulf Buermeyer: Man kann die Einfuhr und die Ausfuhr
[1:02:50] Ulf Buermeyer: bestimmter Waren komplett verbieten,
[1:02:52] Ulf Buermeyer: man kann Warenmengen beschränken,
[1:02:53] Ulf Buermeyer: man kann Handel mit Dienstleistungen
[1:02:55] Ulf Buermeyer: einschränken. Das wäre
[1:02:56] Ulf Buermeyer: wahrscheinlich so das pragmatische
[1:02:58] Ulf Buermeyer: Instrument, wenn man meint,
[1:03:01] Ulf Buermeyer: also Steuern für Digitalkonzerne
[1:03:03] Ulf Buermeyer: sind nicht mehr ausreichend, dass
[1:03:04] Ulf Buermeyer: man schlicht und ergreifend mit
[1:03:05] Ulf Buermeyer: natürlich einer Übergangsfrist
[1:03:06] Ulf Buermeyer: bestimmte Dienstleistungen einfach
[1:03:08] Ulf Buermeyer: verbietet.
[1:03:09] Ulf Buermeyer: Es gibt einfach keinen Amazon Web
[1:03:11] Ulf Buermeyer: Services mehr, gibt es nicht mehr,
[1:03:13] Ulf Buermeyer: ist vorbei, ist verboten.
[1:03:14] Ulf Buermeyer: Kauft euch halt Speicher bei
[1:03:15] Ulf Buermeyer: europäischen Anbietern.
[1:03:17] Ulf Buermeyer: Man kann Direktinvestitionen, in
[1:03:19] Ulf Buermeyer: diesem Fall zum Beispiel der
[1:03:20] Ulf Buermeyer: Vereinigten Staaten in Europa
[1:03:21] Ulf Buermeyer: verbieten. Das ist natürlich schon
[1:03:23] Ulf Buermeyer: eine erhebliche Handelseinschränkung,
[1:03:24] Ulf Buermeyer: aber das würde dann zum Beispiel
[1:03:26] Ulf Buermeyer: bedeuten, dass so große Heuschrecken
[1:03:28] Ulf Buermeyer: eben vielleicht in Europa wie
[1:03:29] Ulf Buermeyer: Blackrock oder so, dass die halt in
[1:03:31] Ulf Buermeyer: Europa vielleicht nix mehr kaufen
[1:03:32] Ulf Buermeyer: können.
[1:03:33] Philip Banse: Oder dass keine Teslafabrik gebaut
[1:03:34] Philip Banse: wird in Hamburg.
[1:03:35] Ulf Buermeyer: Zum Beispiel.
[1:03:36] Ulf Buermeyer: Das hat natürlich dann auch
[1:03:37] Ulf Buermeyer: Folgekosten.
[1:03:38] Ulf Buermeyer: Stichwort Arbeitsplätze.
[1:03:38] Philip Banse: Na ja, klar.
[1:03:39] Philip Banse: Da ist alles nicht ohne.
[1:03:41] Ulf Buermeyer: Man kann aber auch zum Beispiel
[1:03:42] Ulf Buermeyer: Patentrechte aussetzen.
[1:03:43] Ulf Buermeyer: Das ist natürlich schon, sagen wir
[1:03:45] Ulf Buermeyer: mal, ein erheblicher Eingriff zum
[1:03:47] Ulf Buermeyer: Beispiel auch in internationale
[1:03:48] Ulf Buermeyer: Verträge zum Schutz von
[1:03:50] Ulf Buermeyer: Immaterialgüterrechten, wenn man
[1:03:51] Ulf Buermeyer: einfach sagt, also diese US-Patente,
[1:03:52] Ulf Buermeyer: die zählen jetzt in der EU nicht
[1:03:54] Ulf Buermeyer: mehr und dann kann man zum Beispiel,
[1:03:55] Ulf Buermeyer: keine Ahnung, Medikamente
[1:03:56] Ulf Buermeyer: produzieren ohne Lizenz von
[1:03:58] Ulf Buermeyer: US-Unternehmen, das würde das
[1:04:00] Ulf Buermeyer: praktisch bedeuten und
[1:04:02] Ulf Buermeyer: man könnte auch andere Dienstleistungen
[1:04:04] Ulf Buermeyer: beschränken, also zum Beispiel Bank-
[1:04:06] Ulf Buermeyer: und Versicherungsdienstleistungen
[1:04:07] Ulf Buermeyer: oder den Zugang zu den
[1:04:08] Ulf Buermeyer: EU-Kapitalmärkten und so.
[1:04:09] Ulf Buermeyer: Also da muss man sagen, wenn das
[1:04:11] Ulf Buermeyer: kommt, dann ist das ein echter
[1:04:12] Ulf Buermeyer: Handelskrieg, der bliebe auch nicht
[1:04:14] Ulf Buermeyer: ohne Folgen für die Unternehmen in
[1:04:15] Ulf Buermeyer: Europa und auch wahrscheinlich
[1:04:17] Ulf Buermeyer: mittelbar für die Menschen in
[1:04:18] Ulf Buermeyer: Europa. Auf der anderen Seite, und
[1:04:20] Ulf Buermeyer: damit sind wir wieder bei Carney,
[1:04:22] Ulf Buermeyer: wären das natürlich auch alles
[1:04:24] Ulf Buermeyer: Anreize, um endlich mal
[1:04:26] Ulf Buermeyer: digital souverän zu werden,
[1:04:27] Ulf Buermeyer: unabhängiger zu werden.
[1:04:28] Ulf Buermeyer: Denn je weniger Verflechtungen,
[1:04:30] Ulf Buermeyer: insbesondere mit amerikanischen
[1:04:31] Ulf Buermeyer: Digitalkonzernen, desto besser sind
[1:04:33] Ulf Buermeyer: wir aufgestellt. Und da muss man
[1:04:34] Ulf Buermeyer: einfach sagen, man denkt dann immer
[1:04:36] Ulf Buermeyer: so instinktiv, das können wir doch
[1:04:38] Ulf Buermeyer: alles nicht. Natürlich können wir
[1:04:39] Ulf Buermeyer: das. Das dauert natürlich.
[1:04:40] Ulf Buermeyer: Das kann man jetzt nicht von heute
[1:04:42] Ulf Buermeyer: auf morgen.
[1:04:43] Ulf Buermeyer: Aber da, Philip, haben wir ja vor
[1:04:44] Ulf Buermeyer: kurzem ein spannendes Interview
[1:04:45] Ulf Buermeyer: gehört mit Nico Lange.
[1:04:46] Ulf Buermeyer: Der sagte, der brachte diese schöne
[1:04:47] Ulf Buermeyer: Metapher mit dem Fitnessstudio.
[1:04:49] Ulf Buermeyer: Also natürlich kann man sich nicht
[1:04:50] Ulf Buermeyer: heute an die Stange hängen, einmal
[1:04:52] Ulf Buermeyer: ziehen und hoffen, man macht dann
[1:04:53] Ulf Buermeyer: mal eben 50 Klimmzüge.
[1:04:55] Ulf Buermeyer: Aber wenn man heute nicht anfängt zu
[1:04:56] Ulf Buermeyer: trainieren, dann kann man auch in
[1:04:57] Ulf Buermeyer: sechs Monaten keine 50 Klimmzüge
[1:04:59] Ulf Buermeyer: machen oder 5 auch nur.
[1:05:01] Ulf Buermeyer: Man muss halt einfach mal anfangen.
[1:05:03] Ulf Buermeyer: Das ist so ein bisschen das Plädoyer
[1:05:04] Ulf Buermeyer: von Nico Lange gewesen.
[1:05:05] Ulf Buermeyer: Da ging es vor allem um militärische
[1:05:07] Ulf Buermeyer: Fähigkeiten, aber das gilt natürlich
[1:05:09] Ulf Buermeyer: ganz genauso für IT-Fähigkeiten.
[1:05:11] Ulf Buermeyer: Und das ist genau auch der Punkt von
[1:05:13] Ulf Buermeyer: Carney. Bündnisse schmieden und sich selber unabhängig machen.
[1:05:16] Philip Banse: Ich fand halt interessant, dass die
[1:05:17] Philip Banse: EU dieses Werkzeug
[1:05:19] Philip Banse: in der Waffenkammer stehen
[1:05:21] Philip Banse: hat. Die haben sich da also auch
[1:05:23] Philip Banse: wirklich was an die Hand gegeben,
[1:05:25] Philip Banse: mit dem sie anderen Staaten, die
[1:05:27] Philip Banse: sie unter Druck setzen, echt wehtun
[1:05:29] Philip Banse: können. Die Frage ist, wie wird denn
[1:05:31] Philip Banse: dieses Instrument aktiviert?
[1:05:32] Philip Banse: Naja, die Kommission, die
[1:05:33] Philip Banse: EU-Kommission muss untersuchen, ob
[1:05:35] Philip Banse: ein Zwang vorliegt.
[1:05:36] Philip Banse: Das ließe sich im vorliegenden Fall
[1:05:38] Philip Banse: vielleicht doch relativ schnell
[1:05:39] Philip Banse: beantworten.
[1:05:40] Philip Banse: Dann muss die Kommission eben
[1:05:42] Philip Banse: dieses Instrument beantragen und
[1:05:44] Philip Banse: der Rat, also die Regierungschefs,
[1:05:46] Philip Banse: die müssen mit qualifizierter
[1:05:48] Philip Banse: Mehrheit dann diesem Antrag
[1:05:50] Philip Banse: zustimmen. Das wären also 15
[1:05:51] Philip Banse: der 27 EU-Staaten, die
[1:05:53] Philip Banse: insgesamt 65 Prozent der Einwohner,
[1:05:55] Philip Banse: Einwohnerinnen vertreten müssen,
[1:05:57] Philip Banse: müssten dann zustimmen und dann wäre
[1:05:59] Philip Banse: eben dieses Instrument
[1:06:01] Philip Banse: aktiviert oder eben auch
[1:06:03] Philip Banse: ein Teil davon.
[1:06:06] Ulf Buermeyer: Wenn ich das richtig verstanden
[1:06:08] Ulf Buermeyer: habe, läuft das doch so, dass der
[1:06:10] Ulf Buermeyer: Rat eben einmal quasi sagt,
[1:06:12] Ulf Buermeyer: ja, wir starten jetzt dieses
[1:06:14] Ulf Buermeyer: ACI-Sanktionspaket und
[1:06:16] Ulf Buermeyer: was dann genau passiert, entscheidet
[1:06:18] Ulf Buermeyer: die Kommission, oder?
[1:06:19] Ulf Buermeyer: Das ist ein bisschen so, wie ein
[1:06:20] Ulf Buermeyer: Verteidigungsfall wird festgestellt
[1:06:21] Ulf Buermeyer: und wo dann welche
[1:06:23] Ulf Buermeyer: Division hin marschiert, entscheidet
[1:06:25] Ulf Buermeyer: eben der Bundeskanzler.
[1:06:26] Philip Banse: So habe ich das auch verstanden,
[1:06:28] Philip Banse: mit einer gewissen Unsicherheit,
[1:06:30] Philip Banse: würde ich es mal formulieren.
[1:06:31] Ulf Buermeyer: Ok, aber jedenfalls, also wir haben
[1:06:32] Ulf Buermeyer: es so verstanden, der Rat beschließt
[1:06:34] Ulf Buermeyer: einmal Ja, wir aktivieren
[1:06:36] Ulf Buermeyer: das ACI und dann kann
[1:06:38] Ulf Buermeyer: die Kommission die Einzelmaßnahmen
[1:06:39] Ulf Buermeyer: festlegen.
[1:06:40] Philip Banse: Und über dieses ACI, über dieses
[1:06:42] Philip Banse: Instrument wurde ja jetzt auch im
[1:06:44] Philip Banse: Rahmen dieser Grönlanddrohung von
[1:06:45] Philip Banse: Trump diskutiert.
[1:06:47] Philip Banse: Und die Europäer überlegen natürlich
[1:06:48] Philip Banse: jetzt, ob diese Drohung oder diese
[1:06:50] Philip Banse: Debatte über die Aktivierung dieses
[1:06:51] Philip Banse: Instruments ihn vielleicht schon
[1:06:52] Philip Banse: abgeschreckt hat.
[1:06:53] Philip Banse: Aber da würde ich sagen, das halte
[1:06:55] Philip Banse: ich für sehr unwahrscheinlich, weil
[1:06:56] Philip Banse: es im Gegensatz zu,
[1:06:58] Philip Banse: nein, Grönland gehört zu Dänemark,
[1:07:00] Philip Banse: auf keinen Fall eine einheitliche
[1:07:01] Philip Banse: Front gab, sondern es wurde wie
[1:07:03] Philip Banse: immer darüber gestritten.
[1:07:04] Philip Banse: Frankreich war in erster Linie eher
[1:07:06] Philip Banse: dafür, das zu aktivieren.
[1:07:08] Philip Banse: Andere Staaten, Fico,
[1:07:10] Philip Banse: Orbán, Ungarn, Meloni, Italien,
[1:07:12] Philip Banse: waren dagegen. Auch die Kommission
[1:07:13] Philip Banse: war eher zurückhaltend, hat da
[1:07:15] Philip Banse: gebremst.
[1:07:16] Philip Banse: Und am Ende passiert diesmal nichts.
[1:07:18] Philip Banse: Vielleicht zurecht, passierte auch
[1:07:19] Philip Banse: in der Vergangenheit nichts.
[1:07:21] Philip Banse: Und die Frage ist, warum die
[1:07:23] Philip Banse: Europäer so zögerlich sind in dieser
[1:07:25] Philip Banse: Haltung, aber auch in anderen
[1:07:26] Philip Banse: Fragen. Und die Antwort ist
[1:07:27] Philip Banse: natürlich ganz klar.
[1:07:29] Philip Banse: Und die EU-Außenbeauftragte
[1:07:30] Philip Banse: Kaja Kallas hat das auch formuliert.
[1:07:32] Philip Banse: We cannot let our dispute distract
[1:07:34] Philip Banse: us from our core task of helping to
[1:07:36] Philip Banse: end Russias war against Ukraine.
[1:07:39] Ulf Buermeyer: Wir können es uns nicht erlauben,
[1:07:41] Ulf Buermeyer: dass uns diese Streitigkeiten von
[1:07:43] Ulf Buermeyer: unserer Kernaufgabe ablenken,
[1:07:46] Ulf Buermeyer: dazu beizutragen, dass
[1:07:48] Ulf Buermeyer: Russlands Krieg gegen die Ukraine
[1:07:50] Ulf Buermeyer: endet.
[1:07:51] Philip Banse: Ja, was ist denn jetzt Strich
[1:07:52] Philip Banse: drunter?
[1:07:53] Philip Banse: Also, mir scheint dieser
[1:07:56] Philip Banse: Grönland-Konflikt, der ist jetzt
[1:07:57] Philip Banse: erstmal abgewendet, aber ist der EU
[1:07:59] Philip Banse: wirklich klar, dass damit die
[1:08:01] Philip Banse: Messe nicht gesungen ist, sondern
[1:08:02] Philip Banse: dass das allenfalls eine Atempause
[1:08:04] Philip Banse: ist?
[1:08:05] Ulf Buermeyer: Ich bin mir da wirklich nicht
[1:08:06] Ulf Buermeyer: sicher. Ich habe das Gefühl, es gibt
[1:08:07] Ulf Buermeyer: weiterhin diese zwei Positionen.
[1:08:09] Ulf Buermeyer: Es gibt auch in Europa
[1:08:11] Ulf Buermeyer: die Carneys dieser Welt.
[1:08:12] Ulf Buermeyer: Da würde ich sagen, zum Beispiel
[1:08:14] Ulf Buermeyer: den französischen Präsidenten
[1:08:16] Ulf Buermeyer: Emmanuel Macron kann man da nennen,
[1:08:17] Ulf Buermeyer: der ja ganz deutlich zum Beispiel
[1:08:19] Ulf Buermeyer: plädiert hat für die Bazooka, für
[1:08:20] Ulf Buermeyer: das ACI, der sich einfach sehr
[1:08:22] Ulf Buermeyer: deutlich ablehnend
[1:08:24] Ulf Buermeyer: gegenüber Donald Trump und seinen
[1:08:26] Ulf Buermeyer: Erpressungen gezeigt hat.
[1:08:27] Ulf Buermeyer: Und es gibt auf der anderen Seite
[1:08:28] Ulf Buermeyer: natürlich die Rechtspopulisten
[1:08:30] Ulf Buermeyer: Orbán, Meloni, Fico.
[1:08:32] Ulf Buermeyer: Die ganz generell versuchen, mit
[1:08:34] Ulf Buermeyer: Donald Trump zu kuscheln.
[1:08:35] Ulf Buermeyer: Und dann gibt es, sagen wir mal,
[1:08:36] Ulf Buermeyer: einen ganz großen Mittelbereich, wo
[1:08:38] Ulf Buermeyer: ich zum Beispiel auch den
[1:08:39] Ulf Buermeyer: Bundeskanzler einordnen würde, der
[1:08:40] Ulf Buermeyer: irgendwie im Abstrakten schon
[1:08:41] Ulf Buermeyer: verstanden hat, wie sich die
[1:08:43] Ulf Buermeyer: Weltordnung ändert und dass die USA
[1:08:45] Ulf Buermeyer: eben nicht mehr einfach so
[1:08:46] Ulf Buermeyer: vorbehaltlos ein Freund Europas
[1:08:48] Ulf Buermeyer: und Deutschlands sind, aber der sich
[1:08:50] Ulf Buermeyer: bislang noch scheut, daraus wirklich
[1:08:51] Ulf Buermeyer: harte Konsequenzen zu ziehen.
[1:08:53] Ulf Buermeyer: Und da muss man sagen, eigentlich
[1:08:55] Ulf Buermeyer: gibt es doch inzwischen genügend
[1:08:57] Ulf Buermeyer: Beweisstücke, die sehr schön zeigen,
[1:08:59] Ulf Buermeyer: genügend Beispiele, die sehr schön
[1:09:00] Ulf Buermeyer: zeigen, man muss Donald Trump ja
[1:09:02] Ulf Buermeyer: gar nicht wirklich schaden, aber man
[1:09:04] Ulf Buermeyer: muss glaubhaft drohen.
[1:09:06] Ulf Buermeyer: Das reicht ja schon, damit er in den
[1:09:08] Ulf Buermeyer: TACO-Modus verfällt und
[1:09:10] Ulf Buermeyer: zurückrudert. Und das ist glaube ich
[1:09:11] Ulf Buermeyer: das, was in Europa ankommen muss.
[1:09:13] Ulf Buermeyer: Man muss halt mit viel klarerer
[1:09:14] Ulf Buermeyer: Stimme sprechen.
[1:09:16] Ulf Buermeyer: Und ich glaube, der Spiegel macht
[1:09:18] Ulf Buermeyer: das sehr schön deutlich in seiner
[1:09:19] Ulf Buermeyer: aktuellen Spiegel-Geschichte.
[1:09:21] Ulf Buermeyer: Da stellen sich einfach auch noch
[1:09:22] Ulf Buermeyer: viel grundsätzlichere Fragen,
[1:09:24] Ulf Buermeyer: wie man die europäische Einigkeit
[1:09:27] Ulf Buermeyer: in den nächsten Jahren stärken kann,
[1:09:29] Ulf Buermeyer: wie man z.B. auch die
[1:09:30] Ulf Buermeyer: Verfassungsordnung Europas stärken
[1:09:31] Ulf Buermeyer: kann. Man kann sich sehr die Frage
[1:09:32] Ulf Buermeyer: stellen, ob z. B.
[1:09:33] Ulf Buermeyer: das Einstimmigkeitsprinzip bei
[1:09:35] Ulf Buermeyer: außen- und sicherheitspolitischen
[1:09:36] Ulf Buermeyer: Entscheidungen im Rat der EU
[1:09:38] Ulf Buermeyer: überhaupt noch zeitgemäß ist.
[1:09:39] Ulf Buermeyer: Wenn immer Viktor Orbán sagen kann,
[1:09:40] Ulf Buermeyer: nö, find ich doof, dann ist die EU
[1:09:42] Ulf Buermeyer: halt einfach nicht handlungsfähig.
[1:09:43] Ulf Buermeyer: Also ich glaube, das können wir
[1:09:45] Ulf Buermeyer: jetzt nicht mehr ausführlich diskutieren,
[1:09:46] Ulf Buermeyer: aber diese neue Zeit, die stellt
[1:09:48] Ulf Buermeyer: einfach große Herausforderungen
[1:09:50] Ulf Buermeyer: an die Europäische Union, die
[1:09:52] Ulf Buermeyer: auch verfassungsrechtliche Fragen
[1:09:53] Ulf Buermeyer: bei der EU aufwerfen
[1:09:55] Ulf Buermeyer: und die natürlich auch eine
[1:09:56] Ulf Buermeyer: Mentalitätsfrage sind.
[1:09:57] Ulf Buermeyer: Also zum Beispiel Verteidigungs- und
[1:09:58] Ulf Buermeyer: Sicherheitspolitik ist ja weiterhin
[1:10:01] Ulf Buermeyer: weitgehend eine Aufgabe der
[1:10:02] Ulf Buermeyer: Nationalstaaten.
[1:10:03] Ulf Buermeyer: Auf der anderen Seite, was bitte
[1:10:05] Ulf Buermeyer: soll Deutschland, was bitte soll
[1:10:06] Ulf Buermeyer: Frankreich tun in einer
[1:10:08] Ulf Buermeyer: Welt, wo die T-Rex durch die Gegend
[1:10:10] Ulf Buermeyer: laufen? Dazu sind wir alle viel zu
[1:10:11] Ulf Buermeyer: klein. Und das ist ja die große
[1:10:13] Ulf Buermeyer: Chance, die ich seit über einem Jahr
[1:10:15] Ulf Buermeyer: immer sehe bei dieser Veränderung
[1:10:17] Ulf Buermeyer: der Weltordnung,
[1:10:19] Ulf Buermeyer: das es eine riesengroße Chance,
[1:10:21] Ulf Buermeyer: dass Europa enger zusammenrückt.
[1:10:23] Ulf Buermeyer: Wir wissen ja, wie die Europäische
[1:10:24] Ulf Buermeyer: Union von Rechtspopulisten in
[1:10:26] Ulf Buermeyer: der EU angegriffen wird in
[1:10:28] Ulf Buermeyer: verschiedensten Mitgliedstaaten.
[1:10:29] Ulf Buermeyer: Und dafür sehe ich ein ganz starkes
[1:10:31] Ulf Buermeyer: Gegenmoment, das einfach vielen
[1:10:33] Ulf Buermeyer: Menschen klar wird.
[1:10:34] Ulf Buermeyer: Wir als Einzelstaat sind in diesem
[1:10:36] Ulf Buermeyer: großen Dschungel das Rehlein.
[1:10:37] Ulf Buermeyer: Ja, wir sind da im Prinzip total
[1:10:39] Ulf Buermeyer: hilflos.
[1:10:40] Ulf Buermeyer: Wenn wir nicht unter die Räder
[1:10:41] Ulf Buermeyer: kommen wollen in diesem großen
[1:10:43] Ulf Buermeyer: Dschungel, dann müssen wir uns
[1:10:45] Ulf Buermeyer: zusammenschließen. Das bedeutet, die
[1:10:46] Ulf Buermeyer: EU stärken. Die EU als militärischen
[1:10:48] Ulf Buermeyer: Akteur stärken, die EU als
[1:10:49] Ulf Buermeyer: wirtschaftlichen und als politischen
[1:10:51] Ulf Buermeyer: Akteur stärken.
[1:10:52] Ulf Buermeyer: Das geht in irgendeiner Art
[1:10:54] Ulf Buermeyer: und Weise in Richtung Vereinigte
[1:10:56] Ulf Buermeyer: Staaten von Europa und idealerweise
[1:10:58] Ulf Buermeyer: könnte es auch dazu führen, dass die
[1:10:59] Ulf Buermeyer: Rechtspopulisten an Rückhalt
[1:11:00] Ulf Buermeyer: verlieren, einfach weil sie
[1:11:02] Ulf Buermeyer: für diese neue Weltordnung keine
[1:11:03] Ulf Buermeyer: Antwort haben. Also Nationalismus
[1:11:05] Ulf Buermeyer: ist das Allerletzte, was hilft
[1:11:07] Ulf Buermeyer: in einer Welt der T-Rexe,
[1:11:08] Ulf Buermeyer: finde ich.
[1:11:11] Philip Banse: Unser Projekt wächst. Das haben wir oben schon gesagt.
[1:11:13] Philip Banse: Es gibt jetzt Kennzeichen
[1:11:15] Philip Banse: E, diesen Podcast über
[1:11:17] Philip Banse: elektrische Mobilität,
[1:11:20] Philip Banse: wird in diesem Jahr, denke ich, auch
[1:11:21] Philip Banse: noch den ein oder anderen
[1:11:23] Philip Banse: anderen neuen Podcast unter unserem
[1:11:25] Philip Banse: Dach geben.
[1:11:27] Ulf Buermeyer: So soll es jedenfalls sein.
[1:11:28] Ulf Buermeyer: Das ist unser Wunsch. Wir haben da
[1:11:29] Ulf Buermeyer: so, wir haben so ein paar Projekte
[1:11:30] Ulf Buermeyer: in der Pipeline. Soviel können wir
[1:11:31] Ulf Buermeyer: glaube ich sagen.
[1:11:31] Philip Banse: Richtig. Und deswegen soll
[1:11:33] Philip Banse: auch und muss auch unser
[1:11:35] Philip Banse: Team wachsen.
[1:11:36] Ulf Buermeyer: Genau. Wir brauchen eine weitere
[1:11:38] Ulf Buermeyer: Person, die uns hilft, Werbung in
[1:11:40] Ulf Buermeyer: unseren attraktiven Podcasts zu
[1:11:42] Ulf Buermeyer: verkaufen. Also es geht um die
[1:11:43] Ulf Buermeyer: aktive Vermarktung im nationalen,
[1:11:45] Ulf Buermeyer: aber auch im internationalen Markt.
[1:11:47] Ulf Buermeyer: Es geht darum, Kundinnen und Kunden
[1:11:48] Ulf Buermeyer: anzusprechen, eng mit Mediaagenturen
[1:11:50] Ulf Buermeyer: zusammenzuarbeiten, Spotproduktionen
[1:11:52] Ulf Buermeyer: dann zu koordinieren, die schönen
[1:11:54] Ulf Buermeyer: Host Reads.
[1:11:55] Ulf Buermeyer: Und natürlich auch Kundenbeziehungen
[1:11:57] Ulf Buermeyer: aufzubauen und zu pflegen.
[1:11:58] Philip Banse: Ihr solltet mitbringen,
[1:12:00] Philip Banse: wenn euch das interessiert,
[1:12:02] Philip Banse: eine mehrjährige und nachweislich
[1:12:05] Philip Banse: aktive Erfahrung in
[1:12:07] Philip Banse: diesem sogenannten Sales-Bereich
[1:12:09] Philip Banse: und zwar im Audiobereich,
[1:12:11] Philip Banse: also Radio und Podcast.
[1:12:13] Philip Banse: Wir möchten also sehen, für wen
[1:12:16] Philip Banse: ihr bisher Werbung
[1:12:17] Philip Banse: verkauft habt.
[1:12:18] Philip Banse: Außerdem ist natürlich klar wichtig
[1:12:21] Philip Banse: ausgeprägte Kommunikationsstärke,
[1:12:23] Philip Banse: Begeisterungsfähigkeit für die ganze
[1:12:24] Philip Banse: Sache hier und ein souveränes,
[1:12:26] Philip Banse: sympathisches Auftreten.
[1:12:27] Ulf Buermeyer: Wenn ihr Interesse habt, dann
[1:12:28] Ulf Buermeyer: schreibt doch schnell eine Bewerbung
[1:12:30] Ulf Buermeyer: mit Lebenslauf und
[1:12:31] Ulf Buermeyer: Gehaltsvorstellung und zwar wünschen
[1:12:33] Ulf Buermeyer: wir uns das bis nächsten Freitag,
[1:12:34] Ulf Buermeyer: das ist der 30. Januar um 12 Uhr an
[1:12:36] Ulf Buermeyer: marketing@lagedernation.org.
[1:12:40] Ulf Buermeyer: Marketing@lagedernation .org.
[1:12:41] Ulf Buermeyer: Und wichtiger Hinweis noch,
[1:12:43] Ulf Buermeyer: der Job ist in unserem Münchner
[1:12:45] Ulf Buermeyer: Büro. Unser Studio ist ja in Berlin,
[1:12:47] Ulf Buermeyer: aber unser Sales Team sitzt im
[1:12:49] Ulf Buermeyer: Münchner Büro, haben wir ein sehr,
[1:12:50] Ulf Buermeyer: sehr schönes Büro und wir würden uns
[1:12:52] Ulf Buermeyer: wünschen, dass ihr auch überwiegend
[1:12:53] Ulf Buermeyer: im Büro arbeitet. Ein bisschen
[1:12:54] Ulf Buermeyer: Homeoffice klar, aber das ist
[1:12:56] Ulf Buermeyer: eigentlich der Arbeitsplatz München.
[1:12:57] Philip Banse: Wir freuen uns auf eure Bewerbung.
[1:12:59] Ulf Buermeyer: Norwegen ist ja nicht nur in Europa
[1:13:01] Ulf Buermeyer: auf der Karte ganz oben,
[1:13:03] Ulf Buermeyer: sondern auch in den Statistiken
[1:13:05] Ulf Buermeyer: der E-Autos.
[1:13:06] Ulf Buermeyer: 89 Prozent der neu zugelassenen
[1:13:09] Ulf Buermeyer: Autos waren im letzten Jahr
[1:13:10] Ulf Buermeyer: elektrisch.
[1:13:11] Ulf Buermeyer: Das ist eine super Nachricht für's
[1:13:12] Ulf Buermeyer: Klima wegen der nahen
[1:13:14] Ulf Buermeyer: Nullemissionen.
[1:13:16] Ulf Buermeyer: Und Norwegen fährt jetzt bei
[1:13:17] Ulf Buermeyer: Neuwagen fast komplett grün.
[1:13:19] Philip Banse: So weit sind wir in Deutschland
[1:13:22] Philip Banse: leider noch nicht, aber auch
[1:13:23] Philip Banse: bei uns werden immer
[1:13:25] Philip Banse: mehr reine E-Autos zugelassen.
[1:13:28] Philip Banse: 2025 sind jetzt gerade die
[1:13:30] Philip Banse: neuen Zahlen rausgekommen.
[1:13:32] Philip Banse: Da waren es immerhin mehr als
[1:13:34] Philip Banse: eine halbe Million Autos.
[1:13:36] Philip Banse: 545.142,
[1:13:38] Philip Banse: um genau zu sein, die
[1:13:41] Philip Banse: rein elektrisch neu zugelassen
[1:13:42] Philip Banse: wurden. Das sind fast 20%
[1:13:45] Philip Banse: der Neuzulassungen.
[1:13:46] Philip Banse: Also knapp jedes fünfte Auto,
[1:13:48] Philip Banse: das neu zugelassen wurde im
[1:13:49] Philip Banse: vergangenen Jahr, war rein
[1:13:51] Philip Banse: elektrisch und das ist ein
[1:13:53] Philip Banse: Plus von über 40 % zum Vorjahr.
[1:13:57] Ulf Buermeyer: Also in Deutschland stimmen die
[1:13:58] Ulf Buermeyer: Zahlen noch lange nicht.
[1:13:59] Ulf Buermeyer: Wir müssen natürlich irgendwann da
[1:14:01] Ulf Buermeyer: hinkommen, dass alle neuen Autos
[1:14:03] Ulf Buermeyer: E-Mobile sind, aber immerhin
[1:14:05] Ulf Buermeyer: stimmt die Richtung und das
[1:14:06] Ulf Buermeyer: sogar ohne Kaufprämie, denn
[1:14:08] Ulf Buermeyer: im vergangenen Jahr galt ja in
[1:14:10] Ulf Buermeyer: Deutschland keine E-Auto-Prämie.
[1:14:12] Ulf Buermeyer: Und das allerdings, Philip, das soll
[1:14:14] Ulf Buermeyer: sich ändern. Jetzt will die
[1:14:15] Ulf Buermeyer: Bundesregierung an dieser Stelle so
[1:14:16] Ulf Buermeyer: eine Art Turbo zünden, denn die
[1:14:18] Ulf Buermeyer: E-Auto-Förderung soll jetzt wiederkommen.
[1:14:20] Philip Banse: Ja, die war ja mal recht ruppig
[1:14:22] Philip Banse: unter der Ampel gestrichen worden.
[1:14:23] Philip Banse: Soll jetzt wieder kommen, aber in
[1:14:25] Philip Banse: einem neuen Gewand.
[1:14:28] Philip Banse: Nämlich sollen folgende Bedingungen
[1:14:29] Philip Banse: gelten. Das ist jetzt der Umweltminister
[1:14:30] Philip Banse: hat die Eckpunkte vorgestellt.
[1:14:32] Philip Banse: Die sind abgestimmt im Kabinett,
[1:14:34] Philip Banse: in der Regierung, aber natürlich
[1:14:35] Philip Banse: noch kein Gesetz.
[1:14:36] Philip Banse: Also diese Eckpunkte sehen vor,
[1:14:38] Philip Banse: dass Privatmenschen beim Kauf
[1:14:40] Philip Banse: eines elektrischen Autos
[1:14:43] Philip Banse: eine Förderung bekommen können.
[1:14:44] Philip Banse: Keine Firmen diemal, sondern
[1:14:45] Philip Banse: Privatmenschen.
[1:14:46] Philip Banse: Und die Förderung soll abhängig sein
[1:14:48] Philip Banse: eben vom zu versteuernden
[1:14:50] Philip Banse: Einkommen. Also je mehr Einkommen
[1:14:52] Philip Banse: man hat, desto
[1:14:54] Philip Banse: geringer die Förderung.
[1:14:55] Philip Banse: Je geringer das Einkommen, destoch
[1:14:57] Philip Banse: höher die Förderung.
[1:14:58] Philip Banse: Je mehr Kinder man hat, desto höher
[1:15:00] Philip Banse: die Forderung, je weniger Kinder man
[1:15:01] Philip Banse: hat, desto geringere Förderungen.
[1:15:03] Philip Banse: Das sind so ungefähr die Parameter.
[1:15:05] Philip Banse: Nach oben ist diese Einkommensgrenze
[1:15:07] Philip Banse: bei 80.000 Euro zu
[1:15:09] Philip Banse: versteuerndem Einkommen.
[1:15:10] Philip Banse: Mit Kindern sind es dann glaube ich
[1:15:11] Philip Banse: 90.000.
[1:15:13] Philip Banse: Also das ist schon eine ganze Menge
[1:15:15] Philip Banse: und dieser Zuschuss,
[1:15:16] Philip Banse: der schwankt dann eben zwischen
[1:15:18] Philip Banse: 1500 Euro kann
[1:15:20] Philip Banse: aber je nach Einkommen und
[1:15:22] Philip Banse: Kinderzahl bis 6000
[1:15:24] Philip Banse: Euro hochgehen.
[1:15:25] Ulf Buermeyer: Ja, auch neu.
[1:15:26] Ulf Buermeyer: Nicht nur der Kauf eines Neuwagens
[1:15:28] Ulf Buermeyer: wird gefördert, sondern auch das
[1:15:30] Ulf Buermeyer: Leasing eines Neuwagens.
[1:15:31] Ulf Buermeyer: Ja, Philip, aber man muss schon
[1:15:32] Ulf Buermeyer: sehen, das Ding hat natürlich
[1:15:34] Ulf Buermeyer: auch Schattenseiten.
[1:15:35] Ulf Buermeyer: So wichtig das grundsätzlich ist,
[1:15:37] Ulf Buermeyer: den Menschen Anreize zu geben,
[1:15:38] Ulf Buermeyer: E-Autos zu kaufen, gibt es als
[1:15:40] Ulf Buermeyer: erste maßgebliche Kritik, dass
[1:15:42] Ulf Buermeyer: dieses Förderprogramm eben auch eine
[1:15:44] Ulf Buermeyer: Förderung für besser verdienende
[1:15:46] Ulf Buermeyer: enthalte, die sie gar nicht
[1:15:47] Ulf Buermeyer: brauchen. Die also auch so ein E-
[1:15:49] Ulf Buermeyer: Auto kaufen können.
[1:15:50] Ulf Buermeyer: Was versteckt sich hinter dieser Kritik?
[1:15:52] Philip Banse: Das besagt also, dass diese
[1:15:54] Philip Banse: Einkommensgrenze zu hoch ist.
[1:15:55] Philip Banse: So lautet die Kritik.
[1:15:56] Philip Banse: Na, 80.000 Euro zu versteuerndes
[1:15:59] Philip Banse: Einkommen, das heißt ja brutto in
[1:16:01] Philip Banse: der Regel, was weiß ich,
[1:16:03] Philip Banse: jenseits der 100.000 Euro,
[1:16:05] Philip Banse: die du im Jahr verdienst und
[1:16:07] Philip Banse: das ist einfach eine ganze Menge.
[1:16:08] Philip Banse: Da werden also Leute gefördert,
[1:16:10] Philip Banse: die, und sei es auch nur mit
[1:16:12] Philip Banse: geringen Summen von 1500 Euro,
[1:16:14] Philip Banse: die es eigentlich nicht brauchen und
[1:16:16] Philip Banse: somit steht von diesem
[1:16:18] Philip Banse: begrenzten Geld eben weniger zur
[1:16:20] Philip Banse: Verfügung für die, die es
[1:16:22] Philip Banse: wirklich bräuchten.
[1:16:23] Philip Banse: Also drei Milliarden Euro sind
[1:16:24] Philip Banse: vorgesehen, pro Jahr eine Milliarde,
[1:16:26] Philip Banse: für drei Jahre, die aus dem
[1:16:27] Philip Banse: Klimatransformationsfonds kommen.
[1:16:29] Philip Banse: Da ist es also begrenzt.
[1:16:31] Philip Banse: Und wenn man Leute mit 100.000 Euro
[1:16:33] Philip Banse: Jahreseinkommen fördert,
[1:16:35] Philip Banse: dann geht da einfach Geld drauf, das
[1:16:36] Philip Banse: dann für Leute, die es vielleicht
[1:16:38] Philip Banse: wirklich, wirklich brauchen, nicht
[1:16:39] Philip Banse: zur Verfügung steht.
[1:16:40] Ulf Buermeyer: Ja, außerdem Kritik kein
[1:16:41] Ulf Buermeyer: Preisdeckel. Es werden also auch
[1:16:43] Ulf Buermeyer: Luxusautos gefördert.
[1:16:44] Ulf Buermeyer: Man kann sich also auch für 80.000
[1:16:45] Ulf Buermeyer: Euro irgendein Premium E-Auto
[1:16:47] Ulf Buermeyer: kaufen und kriegt dann noch
[1:16:48] Ulf Buermeyer: anderthalb Tausend Euro vom Staat.
[1:16:50] Ulf Buermeyer: Klar nimmt man vielleicht gerne,
[1:16:52] Ulf Buermeyer: aber da muss man sagen, wer diese
[1:16:53] Ulf Buermeyer: 80.000 raushaut, der braucht die
[1:16:55] Ulf Buermeyer: anderthalt nicht.
[1:16:55] Ulf Buermeyer: Die sollten besser im Topf bleiben,
[1:16:57] Ulf Buermeyer: weil dann eine ärmere Familie davon
[1:16:59] Ulf Buermeyer: sich ein günstigeres Auto kaufen
[1:17:01] Ulf Buermeyer: könnte. Außerdem gibt es dann noch
[1:17:03] Ulf Buermeyer: die Kritik, dass eben sieben von
[1:17:04] Ulf Buermeyer: acht Privatleuten ja gar kein neues,
[1:17:06] Ulf Buermeyer: sondern eher ein Gebrauchtwagen
[1:17:07] Ulf Buermeyer: kaufen. Ist so ein bisschen so der
[1:17:08] Ulf Buermeyer: Klassiker. Neuwagen gehen ganz
[1:17:10] Ulf Buermeyer: häufig erst mal in Firmen, werden da
[1:17:12] Ulf Buermeyer: zwei, drei Jahre gefahren als
[1:17:13] Ulf Buermeyer: Firmenwagen und gehen dann auf den
[1:17:14] Ulf Buermeyer: Gebrauchtwagenmarkt und diese
[1:17:16] Ulf Buermeyer: Käufe von Gebrauchten
[1:17:18] Ulf Buermeyer: werden nicht gefördert, Philip.
[1:17:21] Philip Banse: Der Umweltminister sagt, ja stimmt,
[1:17:23] Philip Banse: der Markt sei noch zu
[1:17:25] Philip Banse: klein. Man wolle da erst mal
[1:17:27] Philip Banse: abwarten.
[1:17:28] Philip Banse: Finde ich mäßig überzeugend,
[1:17:30] Philip Banse: weil es ja so ist, wie du sagst,
[1:17:31] Philip Banse: sieben von acht Privatleuten,
[1:17:33] Philip Banse: speziell von Leuten, die halt
[1:17:34] Philip Banse: wirklich auf's Geld gucken müssen,
[1:17:36] Philip Banse: kaufen sich halt Gebrauchtautos.
[1:17:37] Philip Banse: Und warum soll man da nicht
[1:17:39] Philip Banse: einen Gebrauchtwagen fördern?
[1:17:41] Ulf Buermeyer: Ja, und außerdem würde ich sagen,
[1:17:42] Ulf Buermeyer: gibt es da ja auch so einen
[1:17:43] Ulf Buermeyer: Anreizeffekt, wenn ich als Firma
[1:17:45] Ulf Buermeyer: davon ausgehen kann,
[1:17:47] Ulf Buermeyer: dass wenn ich dann irgendwann meinen
[1:17:48] Ulf Buermeyer: Firmenwagen wieder als
[1:17:49] Ulf Buermeyer: Gebrauchtwagen verkaufe, der ein
[1:17:51] Ulf Buermeyer: Tick mehr wert ist, weil ja die
[1:17:53] Ulf Buermeyer: Käufer:innen möglicherweise eine
[1:17:55] Ulf Buermeyer: Förderung bekommen, dann steigert
[1:17:56] Ulf Buermeyer: das ja auch den Anreiz, ein E-Auto
[1:17:58] Ulf Buermeyer: zu kaufen, einfach weil es den
[1:17:59] Ulf Buermeyer: Gebrauchwagenmarkt stärkt.
[1:18:01] Ulf Buermeyer: Also da würde ich sagen, nicht so
[1:18:03] Ulf Buermeyer: wahnsinnig überzeugend, aber gut,
[1:18:04] Ulf Buermeyer: immerhin gibt es mal eine Förderung.
[1:18:05] Ulf Buermeyer: Aber die zweite Kritik, und die
[1:18:06] Ulf Buermeyer: finde ich auch ganz spannend, ist,
[1:18:08] Ulf Buermeyer: dass diese ganze Regelung sogar
[1:18:10] Ulf Buermeyer: rückwirkend gilt, denn maßgeblich
[1:18:12] Ulf Buermeyer: ist jetzt nicht etwa der Kaufvertrag
[1:18:14] Ulf Buermeyer: oder so, sondern Erstzulassung ab
[1:18:16] Ulf Buermeyer: dem 1. Januar 2026.
[1:18:17] Ulf Buermeyer: Das heißt sogar im November,
[1:18:19] Ulf Buermeyer: Dezember bereits gekaufte Fahrzeuge
[1:18:21] Ulf Buermeyer: können noch im Nachhinein gefördert
[1:18:23] Ulf Buermeyer: werden, sofern sie erst dieses Jahr
[1:18:25] Ulf Buermeyer: ihr Nummernschild bekommen haben.
[1:18:26] Ulf Buermeyer: Das klingt natürlich erst mal nice
[1:18:28] Ulf Buermeyer: für die Leute, die das betrifft,
[1:18:30] Ulf Buermeyer: aber das ist mal wieder eine
[1:18:31] Ulf Buermeyer: Subvention des Staates ohne
[1:18:33] Ulf Buermeyer: jede Steuerungswirkung.
[1:18:34] Ulf Buermeyer: Genau wie damals bei der Mütterrente
[1:18:35] Ulf Buermeyer: auch, der Staat haut Geld raus,
[1:18:37] Ulf Buermeyer: obwohl die Entscheidung der Menschen
[1:18:39] Ulf Buermeyer: längst gefallen war.
[1:18:40] Ulf Buermeyer: Gerade so, als hätten wir Geld zu
[1:18:42] Ulf Buermeyer: verschenken. Kann man natürlich
[1:18:42] Ulf Buermeyer: sagen, ja gerecht, gerecht, gerecht.
[1:18:44] Ulf Buermeyer: Ja, das mag ja alles sein, aber
[1:18:45] Ulf Buermeyer: gerecht sind eben auch
[1:18:46] Ulf Buermeyer: Stichtagsregelungen.
[1:18:47] Ulf Buermeyer: Hat das Bundesverfassungsgericht in
[1:18:49] Ulf Buermeyer: weiß ich nicht wie viele Fällen
[1:18:50] Ulf Buermeyer: längst entschieden.
[1:18:51] Ulf Buermeyer: Stichtagsregelungen sind kein
[1:18:53] Ulf Buermeyer: Verstoß gegen den
[1:18:53] Ulf Buermeyer: Gleichheitsgrundsatz.
[1:18:54] Ulf Buermeyer: Und man setzt eben staatliche
[1:18:56] Ulf Buermeyer: Subventionen ein, um Entscheidungen
[1:18:58] Ulf Buermeyer: der Menschen in eine gewünschte
[1:19:00] Ulf Buermeyer: Richtung zu lenken.
[1:19:01] Ulf Buermeyer: Wenn die Entscheidung längst gefallen
[1:19:01] Ulf Buermeyer: ist, bedarf es dieser
[1:19:02] Ulf Buermeyer: Steuerungswirkung nicht.
[1:19:04] Ulf Buermeyer: Also Gießkanne, Geldverschwendung,
[1:19:05] Ulf Buermeyer: völlig falsch.
[1:19:07] Philip Banse: Also die Anträge sollen digital
[1:19:08] Philip Banse: gestellt werden können.
[1:19:09] Philip Banse: Dafür soll es ein Portal geben,
[1:19:12] Philip Banse: das Ende Mai online gehen soll.
[1:19:14] Philip Banse: Dann können sich also da die Leute
[1:19:16] Philip Banse: noch ihre Förderung
[1:19:18] Philip Banse: abholen.
[1:19:20] Philip Banse: So, nun haben wir ja seit neuestem
[1:19:22] Philip Banse: eine Expertin für
[1:19:24] Philip Banse: elektrische Mobilität im Team,
[1:19:26] Philip Banse: nämlich Christina Kunkel, die ist
[1:19:27] Philip Banse: Redakteurin bei der Süddeutschen
[1:19:29] Philip Banse: Zeitung und eben
[1:19:31] Philip Banse: Expertin bei uns im neuen Podcast
[1:19:33] Philip Banse: Kennzeichen E.
[1:19:35] Philip Banse: Ganz herzlich willkommen in der Lage
[1:19:36] Philip Banse: der Nation, Christina.
[1:19:37] Christina Kunkel: Grüß Gott!
[1:19:38] Philip Banse: Hallo Christina, sag mal, bevor wir
[1:19:40] Philip Banse: zu den Autos kommen, müssen wir
[1:19:42] Philip Banse: einmal über den Podcast reden.
[1:19:44] Philip Banse: Kennzeichen E heißt er.
[1:19:46] Philip Banse: Du machst ihn zusammen mit Armin
[1:19:47] Philip Banse: Grasmuck unter dem Dach der Lage
[1:19:49] Philip Banse: der Nation.
[1:19:51] Philip Banse: Erzähl mal, warum machen
[1:19:52] Philip Banse: wir das? Was ist das?
[1:19:54] Christina Kunkel: Ja, Kennzeichen E ist ein
[1:19:56] Christina Kunkel: journalistischer Podcast und wir
[1:19:58] Christina Kunkel: sprechen dort über alle Themen rund
[1:20:00] Christina Kunkel: um Elektromobilität.
[1:20:02] Christina Kunkel: Also wir sprechen natürlich über die
[1:20:03] Christina Kunkel: ganzen Modelle.
[1:20:04] Christina Kunkel: Wir sprechen aber auch über
[1:20:05] Christina Kunkel: Alltagsfragen, die sich
[1:20:07] Christina Kunkel: ja viele Leute jetzt noch stellen,
[1:20:09] Christina Kunkel: gerade jetzt in der Situation, wo
[1:20:11] Christina Kunkel: vielleicht mehr Menschen umsteigen
[1:20:12] Christina Kunkel: wollen auf ein E-Auto.
[1:20:14] Christina Kunkel: Aber natürlich auch über politische
[1:20:15] Christina Kunkel: Themen rund um die Elektromobilität.
[1:20:18] Christina Kunkel: Alles, was man sich so vorstellen
[1:20:19] Christina Kunkel: kann. Wir machen das eben alle zwei
[1:20:21] Christina Kunkel: Wochen. Und eben
[1:20:23] Christina Kunkel: nicht gesponsert von irgendjemanden,
[1:20:25] Christina Kunkel: sondern alles journalistisch
[1:20:26] Christina Kunkel: aufbereitet und recherchiert.
[1:20:27] Ulf Buermeyer: Und schön sauber und transparent.
[1:20:29] Ulf Buermeyer: Und dann blicken wir doch mal auf
[1:20:30] Ulf Buermeyer: das Thema, das wir gerade diskutiert
[1:20:32] Ulf Buermeyer: haben. Was ist denn deine
[1:20:33] Ulf Buermeyer: Perspektive auf diese neue
[1:20:35] Ulf Buermeyer: E-Auto Förderung?
[1:20:36] Ulf Buermeyer: Wird das jetzt der Durchbruch für
[1:20:38] Ulf Buermeyer: die E-Mobilität in Deutschland?
[1:20:40] Christina Kunkel: Also es wird auf jeden Fall den
[1:20:42] Christina Kunkel: Durchbruch etwas beschleunigen.
[1:20:44] Christina Kunkel: Also da bin ich mir schon sehr
[1:20:45] Christina Kunkel: sicher, weil einfach die Erfahrungen
[1:20:46] Christina Kunkel: gezeigt haben, dass da auch sehr
[1:20:48] Christina Kunkel: viel Psychologie drinsteckt
[1:20:50] Christina Kunkel: bei diesen ganzen
[1:20:51] Christina Kunkel: E-Auto-Anschaffungen,
[1:20:53] Christina Kunkel: dass die Menschen sofort, wenn sie
[1:20:54] Christina Kunkel: halt hören, aha, es gibt Prämie,
[1:20:56] Christina Kunkel: es gibt Rabatt, dass man dann
[1:20:57] Christina Kunkel: vielleicht noch zweimal überlegt, na
[1:20:59] Christina Kunkel: ja, dann ist vielleicht doch jetzt
[1:21:00] Christina Kunkel: der richtige Zeitpunkt, bevor dann
[1:21:02] Christina Kunkel: eben diese Förderung ausläuft.
[1:21:04] Christina Kunkel: Deshalb glaube ich schon, dass das
[1:21:05] Christina Kunkel: nochmal einen Push gibt.
[1:21:07] Christina Kunkel: Die Frage ist natürlich,
[1:21:09] Christina Kunkel: sind die Autos am Ende faktisch
[1:21:10] Christina Kunkel: wirklich billiger oder
[1:21:12] Christina Kunkel: nutzen die Hersteller das einfach,
[1:21:14] Christina Kunkel: um zu sagen, naja, die Rabatte haben
[1:21:16] Christina Kunkel: wir eigentlich die letzten Monate eh
[1:21:17] Christina Kunkel: schon gegeben und jetzt labeln
[1:21:19] Christina Kunkel: wir es ein bisschen um und nennen es
[1:21:20] Christina Kunkel: jetzt einfach E-Autoprämie,
[1:21:23] Christina Kunkel: nehmen uns das Geld vom Staat und
[1:21:25] Christina Kunkel: am Ende bezahlt jetzt der Käufer
[1:21:27] Christina Kunkel: gar nicht so viel weniger oder
[1:21:28] Christina Kunkel: vielleicht gar nicht weniger, als er
[1:21:29] Christina Kunkel: vorher bezahlt hat.
[1:21:31] Philip Banse: Also kritisch kann man ja sehen,
[1:21:33] Philip Banse: dass auch Plug-in-Hybride,
[1:21:35] Philip Banse: also Verbrenner, die auch hilfsweise
[1:21:37] Philip Banse: so einen kleinen Elektromotor drin
[1:21:38] Philip Banse: haben oder Autos mit Range Extender,
[1:21:41] Philip Banse: also E-Autos, die so einen kleinen
[1:21:43] Philip Banse: Dieselgenerator drin haben,
[1:21:45] Philip Banse: der Strom produzieren kann,
[1:21:47] Philip Banse: dass auch diese Autos gefördert
[1:21:49] Philip Banse: werden, obwohl sie, das weiß man,
[1:21:51] Philip Banse: in aller Regel doch mehr als
[1:21:52] Philip Banse: Verbrenner laufen denn als
[1:21:54] Philip Banse: Elektroauto. Da gibt es zwar ein
[1:21:55] Philip Banse: paar Grenzen. Die werden nur
[1:21:56] Philip Banse: gefördert, wenn sie nicht mehr als
[1:21:57] Philip Banse: 60 Gramm pro Kilometer CO2 ausstoßen
[1:21:59] Philip Banse: und mindenstens 80 Kilometer
[1:22:00] Philip Banse: elektrische Reichweite haben.
[1:22:02] Philip Banse: Aber die Frage ist doch, ist das
[1:22:03] Philip Banse: eine Hintertür für Verbrenner?
[1:22:04] Philip Banse: Wie siehst du das?
[1:22:05] Christina Kunkel: Ja, auf jeden Fall.
[1:22:07] Christina Kunkel: Also alle Untersuchungen, die es
[1:22:08] Christina Kunkel: gibt, vor allem die ganzen
[1:22:09] Christina Kunkel: faktischen, praktischen Messungen
[1:22:11] Christina Kunkel: zeigen, dass diese Plug-in-Hybride
[1:22:13] Christina Kunkel: überhaupt nichts für
[1:22:15] Christina Kunkel: die Umwelt tun.
[1:22:17] Christina Kunkel: Also dass sie am Ende genauso viel
[1:22:19] Christina Kunkel: CO2 ausstoßen im realen Betrieb,
[1:22:21] Christina Kunkel: weil die Menschen sie einfach oft
[1:22:22] Christina Kunkel: nicht laden.
[1:22:23] Christina Kunkel: Ja, also es ist eine Hintertür
[1:22:26] Christina Kunkel: im Sinne von, naja, man wollte
[1:22:28] Christina Kunkel: jetzt vielleicht nicht sagen,
[1:22:30] Christina Kunkel: Thema Technologieoffenheit, wir sind
[1:22:31] Christina Kunkel: jetzt ja nicht nur Elektro, wir
[1:22:33] Christina Kunkel: machen jetzt auch noch ein bisschen
[1:22:34] Christina Kunkel: Plug-in-Hybride.
[1:22:35] Christina Kunkel: Was übrigens auch lustig ist, es hat
[1:22:37] Christina Kunkel: im Moment noch gar kein deutscher
[1:22:38] Christina Kunkel: Hersteller so einen Range Extender
[1:22:40] Christina Kunkel: im Angebot, also den einzigen Range
[1:22:42] Christina Kunkel: Extender, den man im Moment
[1:22:43] Christina Kunkel: überhaupt kaufen könnte, ist
[1:22:45] Christina Kunkel: von einem chinesischen Unternehmen.
[1:22:47] Christina Kunkel: Also muss man ja auch mal sagen, in
[1:22:49] Christina Kunkel: den nächsten drei Jahren wird es
[1:22:50] Christina Kunkel: wahrscheinlich gar keine Range
[1:22:51] Christina Kunkel: Extender geben, die sich die Leute
[1:22:52] Christina Kunkel: hier kaufen können, zumindest nicht
[1:22:53] Christina Kunkel: von deutschen Firmen.
[1:22:54] Ulf Buermeyer: Ja, das ist ein guter Punkt, denn
[1:22:56] Ulf Buermeyer: Förderung ist schön und gut, aber
[1:22:58] Ulf Buermeyer: natürlich muss es auch gute und
[1:22:59] Ulf Buermeyer: erschwingliche E-Modelle geben,
[1:23:01] Ulf Buermeyer: denn so ein Auto bleibt ja bei
[1:23:03] Ulf Buermeyer: allen Förderungen eine große
[1:23:04] Ulf Buermeyer: Investition.
[1:23:05] Ulf Buermeyer: Gibt es denn überhaupt schon ein
[1:23:07] Ulf Buermeyer: entsprechendes Angebot, das die
[1:23:09] Ulf Buermeyer: Leute jetzt unmittelbar abrufen
[1:23:10] Ulf Buermeyer: können, wenn sie diese Förderung
[1:23:11] Ulf Buermeyer: haben wollen?
[1:23:12] Christina Kunkel: Also es gab ja letztes Jahr schon
[1:23:14] Christina Kunkel: einige neue, günstigere
[1:23:16] Christina Kunkel: Elektromodelle.
[1:23:17] Christina Kunkel: Also man kann einfach Autos von
[1:23:19] Christina Kunkel: 20,-25.000 Euro
[1:23:22] Christina Kunkel: Anschaffungspreis oder eben, wenn
[1:23:24] Christina Kunkel: wir auch reden über Leasing, es gibt
[1:23:26] Christina Kunkel: ja auch diese Förderung für Leasing
[1:23:27] Christina Kunkel: Autos.
[1:23:28] Christina Kunkel: Da gibt es schon einige Angebote.
[1:23:30] Christina Kunkel: Dieses Jahr kommen dann ja auch noch
[1:23:31] Christina Kunkel: aus dem VW Konzern die ersten
[1:23:33] Christina Kunkel: Modelle, die so um die 25.000
[1:23:35] Christina Kunkel: Euro kosten sollen.
[1:23:36] Christina Kunkel: Wenn man wirklich dann diese Prämie
[1:23:38] Christina Kunkel: bekommt, dann würden die theoretisch
[1:23:40] Christina Kunkel: ja dann auch nur noch 20.000 kosten.
[1:23:41] Christina Kunkel: Aber es gibt auch wahnsinnig
[1:23:44] Christina Kunkel: viele chinesische Marken,
[1:23:46] Christina Kunkel: die eben jetzt Angebote
[1:23:48] Christina Kunkel: haben, wo ein Elektroauto dann
[1:23:50] Christina Kunkel: vielleicht nur noch 15.000
[1:23:52] Christina Kunkel: Euro kostet, wenn man diese Prämie
[1:23:53] Christina Kunkel: noch obendrauf rechnet.
[1:23:55] Christina Kunkel: Und da sehe ich auch so ein bisschen
[1:23:56] Christina Kunkel: diesen Pferdefuß an der ganzen
[1:23:58] Christina Kunkel: Geschichte, dass diese Prämie
[1:24:00] Christina Kunkel: vielleicht eher ein
[1:24:01] Christina Kunkel: Verkaufsförderprogramm für
[1:24:03] Christina Kunkel: chinesische Anbieter wird und nicht
[1:24:04] Christina Kunkel: unbedingt für die Deutschen, die ja
[1:24:06] Christina Kunkel: auch oft eher in hochpreisigeren
[1:24:08] Christina Kunkel: Segmenten unterwegs sind wie BMW,
[1:24:10] Christina Kunkel: Mercedes oder Audi.
[1:24:12] Christina Kunkel: Und wenn man das einkommensabhängig
[1:24:14] Christina Kunkel: macht, dann werden vermutlich die
[1:24:16] Christina Kunkel: Menschen, die weniger Einkommen
[1:24:17] Christina Kunkel: haben, sich jetzt nicht diese
[1:24:18] Christina Kunkel: deutschen Premium Autos dann holen.
[1:24:20] Philip Banse: Also doch kein Förderinstrument
[1:24:22] Philip Banse: in erster Linie für die
[1:24:23] Philip Banse: Autoindustrie. Christina Kunkel,
[1:24:25] Philip Banse: ganz, ganz herzlichen Dank für deine
[1:24:26] Philip Banse: Zeit. Und man kann dich hören
[1:24:27] Philip Banse: regelmäßig alle zwei Wochen im
[1:24:30] Philip Banse: Podcast Kennzeichen
[1:24:32] Philip Banse: E, den ihr findet im
[1:24:33] Philip Banse: Podcast-Verzeichnis eurer Wahl.
[1:24:33] Ulf Buermeyer: Genau, wenn ihr nach Kennzeichen
[1:24:36] Ulf Buermeyer: sucht, müsstet ihr den eigentlich
[1:24:37] Ulf Buermeyer: sofort finden oder sonst unter
[1:24:38] Ulf Buermeyer: kennzeichen-e.fm.
[1:24:41] Ulf Buermeyer: Ihr habt es gehört, Christina weiß
[1:24:42] Ulf Buermeyer: wovon sie redet, insbesondere wenn
[1:24:43] Ulf Buermeyer: ihr zum Beispiel euch fragt, was für
[1:24:45] Ulf Buermeyer: ein E-Auto soll ich mir denn kaufen?
[1:24:46] Ulf Buermeyer: Da gibt es eine ausführliche
[1:24:48] Ulf Buermeyer: Marktübersicht in der Folge Nummer
[1:24:49] Ulf Buermeyer: 1. Kennzeichen E, Folge 1
[1:24:52] Ulf Buermeyer: unter kennzeichen-e.fm.
[1:24:54] Philip Banse: Vielen Dank Christina und alles
[1:24:55] Philip Banse: Gute.
[1:24:55] Christina Kunkel: Dankeschön.
[1:24:56] Ulf Buermeyer: Erinnert ihr euch noch an die
[1:24:58] Ulf Buermeyer: Lagebilder?
[1:24:59] Ulf Buermeyer: Das sind Fotos davon,
[1:25:01] Ulf Buermeyer: was ihr seht, wenn ihr die Lage
[1:25:03] Ulf Buermeyer: hört. Also keine Selfies, sondern
[1:25:05] Ulf Buermeyer: eure Perspektive beim Lagehören.
[1:25:07] Ulf Buermeyer: Dazu hatten wir ziemlich zu Anfang
[1:25:09] Ulf Buermeyer: der Lage mal eingeladen, schickt uns
[1:25:10] Ulf Buermeyer: doch mal so ein Lagebild und da
[1:25:12] Ulf Buermeyer: kamen auch ein paar tausend Bilder.
[1:25:14] Philip Banse: Genau und dazu gab es auch mal eine
[1:25:16] Philip Banse: Karte. Also ich fand das ja immer
[1:25:17] Philip Banse: ein ganz cooles Projekt, weil es
[1:25:18] Philip Banse: wirklich so eine ganz eigene
[1:25:20] Philip Banse: Perspektive auf dieses Podcast
[1:25:23] Philip Banse: Medium wirft, weil ihr sehr
[1:25:25] Philip Banse: persönliche Bilder geschickt habt.
[1:25:27] Philip Banse: So Snapshots, nicht so
[1:25:28] Philip Banse: choreografierte und gestylte Fotos,
[1:25:30] Philip Banse: sondern einfach nur so Snap.
[1:25:32] Philip Banse: Hier bin ich gerade am Beach, hier
[1:25:34] Philip Banse: bin ich grade auf irgendeiner
[1:25:35] Philip Banse: Windmühle in der Nordsee, hier
[1:25:37] Philip Banse: ich bin ich grade auf dem Bagger,
[1:25:38] Philip Banse: hier in der Lok, hier auf dem
[1:25:39] Philip Banse: Fahrrad, hier bin beim Kochen.
[1:25:42] Ulf Buermeyer: Auch beim Reiten. Also eins meiner Lieblingsbilder
[1:25:43] Ulf Buermeyer: war ja dieser Pferdekopf von hinten,
[1:25:45] Ulf Buermeyer: wo man diese beiden Pferdeohren
[1:25:46] Ulf Buermeyer: sieht, jemand halt im Sattel beim
[1:25:47] Ulf Buermeyer: Lage hören.
[1:25:48] Philip Banse: Richtig. Und davon gab es
[1:25:50] Philip Banse: halt sehr viele Bilder.
[1:25:51] Philip Banse: Und die haben halt diesem Medium
[1:25:53] Philip Banse: noch so eine ganz eigene
[1:25:56] Philip Banse: Note verpasst.
[1:25:57] Philip Banse: So, weil das natürlich dazugehört,
[1:25:59] Philip Banse: dass man eben Podcast überall da
[1:26:01] Philip Banse: hören kann, wo es halt gerade passt
[1:26:03] Philip Banse: und einem so den Alltag bereichert.
[1:26:05] Philip Banse: Und Ausdruck dieser
[1:26:06] Philip Banse: Facette von Podcasts sind
[1:26:08] Philip Banse: eben diese Lagebilder.
[1:26:10] Philip Banse: Jedes Bild davon, muss man schon
[1:26:12] Philip Banse: sagen, macht Freude.
[1:26:13] Philip Banse: Es ist einfach schon cool zu sehen,
[1:26:14] Philip Banse: wo überall auf der Welt, das kommt
[1:26:16] Philip Banse: ja auch noch dazu, ihr, die
[1:26:18] Philip Banse: Leute, die Lage hören.
[1:26:19] Philip Banse: Das ist ja nicht nur in Berlin,
[1:26:20] Philip Banse: sondern das geht ja um die ganze
[1:26:22] Philip Banse: Welt.
[1:26:24] Ulf Buermeyer: Genau. Und weil das eben um die ganze Welt geht,
[1:26:25] Ulf Buermeyer: und weil ja Fotos
[1:26:27] Ulf Buermeyer: typischerweise, wenn man das richtig
[1:26:29] Ulf Buermeyer: einstellt am Handy,
[1:26:30] Ulf Buermeyer: auch Geokoordinaten enthalten,
[1:26:33] Ulf Buermeyer: gab es zu diesen Bildern auch mal
[1:26:34] Ulf Buermeyer: eine Karte, eben die Lagekarte.
[1:26:37] Ulf Buermeyer: Da haben wir einfach mal geschaut,
[1:26:39] Ulf Buermeyer: welche Bilder sind denn da so
[1:26:40] Ulf Buermeyer: gekommen und haben die dann
[1:26:41] Ulf Buermeyer: automatisiert natürlich auf eine
[1:26:43] Ulf Buermeyer: Karte eingestellt.
[1:26:44] Ulf Buermeyer: Konnte man aufrufen und sich eben
[1:26:45] Ulf Buermeyer: anschauen, von wo auf der Welt
[1:26:48] Ulf Buermeyer: überall Menschen ein Lagebild
[1:26:50] Ulf Buermeyer: eingeschickt haben.
[1:26:50] Ulf Buermeyer: Natürlich haben wir da so eine
[1:26:52] Ulf Buermeyer: Unschärfe drüber gelegt, so ein paar
[1:26:53] Ulf Buermeyer: hundert Meter, dass man nicht quasi
[1:26:55] Ulf Buermeyer: euren Vorgarten erkennen
[1:26:57] Ulf Buermeyer: kann.
[1:26:58] Ulf Buermeyer: Aber grundsätzlich hatte man so eine
[1:26:59] Ulf Buermeyer: Idee, wo auf der Welt die Menschen
[1:27:01] Ulf Buermeyer: überall die Lage hören und
[1:27:03] Ulf Buermeyer: diese Lagekarte, die ist dann bei so
[1:27:05] Ulf Buermeyer: einem Serverumzug leider unter die
[1:27:06] Ulf Buermeyer: Räder gekommen, aber wir haben die
[1:27:08] Ulf Buermeyer: jetzt in den Ferien, wo wir ein
[1:27:09] Ulf Buermeyer: bisschen Zeit hatten, mal wieder zum
[1:27:11] Ulf Buermeyer: Leben erweckt.
[1:27:11] Philip Banse: Du hast das gemacht.
[1:27:13] Philip Banse: Ich habe immer deine Links
[1:27:15] Philip Banse: geöffnet, wenn du mir einen neuen
[1:27:17] Philip Banse: Zustand geschickt hast und gesagt,
[1:27:19] Philip Banse: sieht super aus, bitte machen Sie
[1:27:21] Philip Banse: weiter. Bitte, vielen Dank, bitte,
[1:27:22] Philip Banse: machen Sie weiter. Also Ulf hat das
[1:27:24] Philip Banse: Ding wieder aus dem Grab
[1:27:26] Philip Banse: geholt und aufpoliert
[1:27:28] Philip Banse: und schön gemacht und
[1:27:30] Philip Banse: ja, auch erweitert in verschiedener
[1:27:32] Philip Banse: Hinsicht. Und so ist das
[1:27:34] Philip Banse: Ergebnis, was ihr jetzt betrachten
[1:27:35] Philip Banse: könnt, zu finden unter
[1:27:36] Philip Banse: lage.link/karte.
[1:27:40] Philip Banse: lage.link/karte.
[1:27:42] Ulf Buermeyer: So da seht ihr die knapp 1300
[1:27:44] Ulf Buermeyer: Lagebilder mit Koordinaten, die
[1:27:46] Ulf Buermeyer: bisher angekommen sind.
[1:27:47] Ulf Buermeyer: Wir haben noch ein paar Lagebilder
[1:27:49] Ulf Buermeyer: mehr. Die hatten halt keine
[1:27:50] Ulf Buermeyer: Koordinaten und deswegen haben wir
[1:27:51] Ulf Buermeyer: die da nicht drin und wir freuen uns
[1:27:53] Ulf Buermeyer: aber natürlich jetzt auch ganz
[1:27:54] Ulf Buermeyer: besonders über neue Lagebilder, denn
[1:27:56] Ulf Buermeyer: die alten Lagebilder sind ja
[1:27:58] Ulf Buermeyer: teilweise eben ein paar Jahre alt.
[1:27:58] Ulf Buermeyer: Wir haben da irgendwie glaube ich
[1:27:59] Ulf Buermeyer: 2017 mal zu aufgerufen
[1:28:01] Ulf Buermeyer: und so. Dann sind immer wieder
[1:28:02] Ulf Buermeyer: welche angekommen aber in letzter
[1:28:04] Ulf Buermeyer: Zeit mehr so, sagen wir mal so, drei
[1:28:05] Ulf Buermeyer: im Jahr oder so.
[1:28:07] Ulf Buermeyer: Also wenn ihr mitmachen wollt, wenn
[1:28:08] Ulf Buermeyer: ihr euer Lagebild einschicken wollt,
[1:28:10] Ulf Buermeyer: wenn das auf die Karte soll, dann
[1:28:12] Ulf Buermeyer: schickt uns euer Lagebild gerne
[1:28:14] Ulf Buermeyer: an lagebilder@lagedernation.org.
[1:28:17] Ulf Buermeyer: lagebilder@lagedernation.org.
[1:28:19] Philip Banse: Aber ganz wichtig, Ulf hat es
[1:28:20] Philip Banse: gesagt, bitte, das funktioniert nur,
[1:28:23] Philip Banse: wenn diese Bilder auch
[1:28:24] Philip Banse: Geokoordinaten haben.
[1:28:26] Philip Banse: Also bitte achtet darauf, dass die
[1:28:28] Philip Banse: Fotos oder das Foto, was ihr da
[1:28:30] Philip Banse: schickt, Geokoordinaten enthält.
[1:28:32] Philip Banse: Sonst kann das Bild natürlich auf
[1:28:34] Philip Banse: keiner Karte angezeigt werden, weil
[1:28:35] Philip Banse: wir einfach nicht wissen, wo
[1:28:36] Philip Banse: ungefähr das sein soll.
[1:28:37] Philip Banse: Und Ulf hat's gesagt, natürlich
[1:28:39] Philip Banse: zeigen wir das nicht auf
[1:28:41] Philip Banse: den Meter genau an, wo dieses Foto
[1:28:42] Philip Banse: aufgenommen wurde, sondern, Ulf
[1:28:44] Philip Banse: hat es Unschärfe.
[1:28:46] Philip Banse: Ja, da ist dann halt irgendwie so
[1:28:48] Philip Banse: ein Kreis und man sieht so, ja, ja
[1:28:50] Philip Banse: so da in der Gegend,
[1:28:52] Philip Banse: ja plus minus einen Kilometer
[1:28:54] Philip Banse: wurde dieses Foto aufgenommen,
[1:28:56] Philip Banse: sodass halt niemand sehen kann, wo
[1:28:58] Philip Banse: ihr exakt wart, als ihr dieses
[1:29:00] Philip Banse: FOTO aufgenommen habt.
[1:29:01] Ulf Buermeyer: Wie macht man das jetzt, dass
[1:29:03] Ulf Buermeyer: Geokoordinaten überhaupt enthalten
[1:29:04] Ulf Buermeyer: sind? Also Beispiel bei iOS,
[1:29:06] Ulf Buermeyer: die Kamera App von iOS muss
[1:29:08] Ulf Buermeyer: Zugriff auf eure Ortsdaten haben,
[1:29:10] Ulf Buermeyer: also müsst ihr checken in den
[1:29:11] Ulf Buermeyer: Einstellungen eures Handys, hat die
[1:29:12] Ulf Buermeyer: Kamera App Zugriff auf eure
[1:29:14] Ulf Buermeyer: Ortsdaten? Und dann ist der Witz,
[1:29:16] Ulf Buermeyer: man muss das Bild aus der Fotos App
[1:29:17] Ulf Buermeyer: heraus teilen.
[1:29:19] Ulf Buermeyer: Also wenn ihr die, wenn ihr quasi in
[1:29:20] Ulf Buermeyer: der Messages-App ein Foto hinzufügt,
[1:29:22] Ulf Buermeyer: hat das nicht immer Ortsdaten dabei,
[1:29:24] Ulf Buermeyer: sondern ihr geht einfach in die
[1:29:24] Ulf Buermeyer: Fotos App, teilt auf Teilen
[1:29:27] Ulf Buermeyer: und dann oben drauf achten, dass
[1:29:28] Ulf Buermeyer: dort mit Ortsdaten steht.
[1:29:30] Ulf Buermeyer: Also es ist nicht ganz trivial, aber
[1:29:31] Ulf Buermeyer: ich bin absolut sicher, ihr schafft
[1:29:33] Ulf Buermeyer: das und es lohnt sich, denn es ist
[1:29:34] Ulf Buermeyer: ja einfach ein schönes Gefühl, wenn
[1:29:36] Ulf Buermeyer: die Bilder dann tatsächlich in der
[1:29:37] Ulf Buermeyer: Lagekarte stehen und die Neuigkeit
[1:29:39] Ulf Buermeyer: ist, dass wir das nicht mehr von
[1:29:40] Ulf Buermeyer: Hand machen müssen. Also früher
[1:29:41] Ulf Buermeyer: mussten wir die Bilder von Hand
[1:29:42] Ulf Buermeyer: runterladen, in so einen Ordner
[1:29:43] Ulf Buermeyer: packen und so.
[1:29:44] Ulf Buermeyer: Genau, jetzt habe ich da mal so einen Parser
[1:29:45] Ulf Buermeyer: gebaut. Der guckt sich dieses
[1:29:47] Ulf Buermeyer: Postfach von den Lagebildern
[1:29:48] Ulf Buermeyer: regelmäßig an und filtert
[1:29:50] Ulf Buermeyer: die Bilder, da gibt es ein paar
[1:29:51] Ulf Buermeyer: Sicherheitschecks natürlich noch und
[1:29:53] Ulf Buermeyer: dann kommen diese Bilder
[1:29:55] Ulf Buermeyer: auf die Lagekarte.
[1:29:56] Ulf Buermeyer: Wir freuen uns auf eure Bilder unter
[1:29:59] Ulf Buermeyer: lagebilder@lagedernation.org.
[1:30:01] Philip Banse: Dass im digitalisierten Deutschland
[1:30:03] Philip Banse: bei den Behörden nicht alles immer
[1:30:05] Philip Banse: rund läuft und
[1:30:06] Philip Banse: ganz weit vorne ist und
[1:30:08] Philip Banse: funktioniert, wie man sich das so
[1:30:10] Philip Banse: vorstellt und wie es auch beworben
[1:30:11] Philip Banse: wird, das wissen nicht zuletzt
[1:30:13] Philip Banse: jene, die hier öfter in diesem
[1:30:15] Philip Banse: Podcast die Ohren
[1:30:17] Philip Banse: spitzen.
[1:30:18] Philip Banse: Umso mehr ist es glaube ich wichtig,
[1:30:19] Philip Banse: dass wir auch mal auf Projekte
[1:30:21] Philip Banse: hinweisen, wo Dinge
[1:30:23] Philip Banse: funktionieren.
[1:30:24] Philip Banse: In diesem Fall ist es
[1:30:26] Philip Banse: der digitale Kraftfahrzeugschein.
[1:30:30] Philip Banse: Wozu braucht man ihn eigentlich als
[1:30:31] Philip Banse: Nicht-Auto-Fahrer?
[1:30:32] Ulf Buermeyer: Also für die Menschen, die nicht
[1:30:34] Ulf Buermeyer: selber Halter:in eines Autos sind,
[1:30:36] Ulf Buermeyer: wenn man ein Auto kauft, bekommt man
[1:30:38] Ulf Buermeyer: einen Kfz Brief und mit diesem Kfz
[1:30:40] Ulf Buermeyer: Brief geht man zur Zulassungsstelle.
[1:30:42] Ulf Buermeyer: Der Brief ist so eine Art
[1:30:43] Ulf Buermeyer: Eigentumsnachweis und bei der
[1:30:45] Ulf Buermeyer: Zulassungstelle bekommt man mit dem
[1:30:46] Ulf Buermeyer: Brief und dem Perso und noch ein
[1:30:47] Ulf Buermeyer: paar anderen Formalitäten dieses
[1:30:49] Ulf Buermeyer: Auto zugelassen und dann bekommt man
[1:30:51] Ulf Buermeyer: den Kfz Schein.
[1:30:53] Ulf Buermeyer: Das ist dieses kleinere Zettelchen.
[1:30:54] Ulf Buermeyer: Der Brief es ziemlich groß, dieser
[1:30:55] Ulf Buermeyer: Schein ist ein kleineres Zettlchen
[1:30:56] Ulf Buermeyer: und das muss man im Prinzip immer
[1:30:58] Ulf Buermeyer: dabei haben.
[1:31:00] Ulf Buermeyer: Bei einer Polizeikontrolle muss man
[1:31:01] Ulf Buermeyer: den Führerschein zeigen, dass man
[1:31:02] Ulf Buermeyer: eine Fahrerlaubnis hat und man
[1:31:04] Ulf Buermeyer: braucht den Kfz-Schein, der
[1:31:05] Ulf Buermeyer: dokumentiert, dass man berechtigt
[1:31:07] Ulf Buermeyer: ist, mit diesem Kraftfahrzeug am
[1:31:09] Ulf Buermeyer: Straßenverkehr teilzunehmen.
[1:31:11] Ulf Buermeyer: Ja, dass es also nicht gestohlen ist
[1:31:12] Ulf Buermeyer: oder so. Deswegen in der Theorie,
[1:31:14] Ulf Buermeyer: wenn ihr zum Beispiel von eurer Mama
[1:31:16] Ulf Buermeyer: das Auto nehmt und damit durch die
[1:31:18] Ulf Buermeyer: Gegend fahrt, müsstet
[1:31:19] Ulf Buermeyer: ihr sie bitten, gib mir mal bitte
[1:31:20] Ulf Buermeyer: den Kfz Schein mit.
[1:31:22] Ulf Buermeyer: Viele Leute haben deswegen den
[1:31:23] Ulf Buermeyer: Schein im Auto. Ist keine gute Idee,
[1:31:24] Ulf Buermeyer: weil natürlich dann jeder Autodieb
[1:31:26] Ulf Buermeyer: auch den Schein hat.
[1:31:27] Ulf Buermeyer: Also das ist ein bisschen immer das
[1:31:28] Ulf Buermeyer: Thema gewesen. Man muss den Schein
[1:31:29] Ulf Buermeyer: dabei haben. Man hat aber bislang
[1:31:31] Ulf Buermeyer: nur einen Kfz Schein und
[1:31:32] Ulf Buermeyer: theoretisch hätte der mit
[1:31:34] Ulf Buermeyer: dem Autoschlüssel immer
[1:31:36] Ulf Buermeyer: weitergegeben werden
[1:31:37] Ulf Buermeyer: müssen. Oft nicht passiert, gab
[1:31:41] Ulf Buermeyer: alle möglichen Verwerfungen.
[1:31:42] Ulf Buermeyer: So, und das Problem, würde ich
[1:31:44] Ulf Buermeyer: sagen, das wird jetzt digital zum
[1:31:46] Ulf Buermeyer: guten Teil gelöst.
[1:31:47] Philip Banse: Also es gibt eine App,
[1:31:49] Philip Banse: bei der ihr euren
[1:31:52] Philip Banse: Kfz Schein hinterlegen
[1:31:54] Philip Banse: könnt und diesen KfZ-Schein
[1:31:56] Philip Banse: dann also immer digital
[1:31:58] Philip Banse: dabei habt, erstens.
[1:32:00] Philip Banse: Und zweitens, das haben Ulf und ich
[1:32:01] Philip Banse: vorhin auch mal ausprobiert, ihr
[1:32:03] Philip Banse: könnt den Kfz Schein dann auch
[1:32:05] Philip Banse: teilen, weitergeben.
[1:32:06] Philip Banse: Also was weiß ich?
[1:32:07] Philip Banse: Ich habe kein Auto, Ulf hat ein
[1:32:08] Philip Banse: Auto, Ulf leiht mir manchmal sein
[1:32:09] Philip Banse: Auto.
[1:32:11] Philip Banse: Haben wir auch nie gemacht.
[1:32:12] Philip Banse: Ich glaube, du hast mir auch nie den
[1:32:13] Philip Banse: Kfz Schein gegeben.
[1:32:15] Philip Banse: Jetzt, haben wir es vorhin
[1:32:16] Philip Banse: ausprobiert, kann Ulf einfach hier
[1:32:18] Philip Banse: "teile Kfz Schein mit Philip",
[1:32:20] Philip Banse: das kommt dann bei mir an, die App
[1:32:21] Philip Banse: öffnet sich, ich kann den
[1:32:23] Philip Banse: annehmen, eingeben.
[1:32:24] Philip Banse: Ich muss zustimmen, dass 10 Kilobyte
[1:32:27] Philip Banse: Daten auf mein Handy runtergeladen
[1:32:29] Philip Banse: werden.
[1:32:30] Ulf Buermeyer: Das ist so süß.
[1:32:31] Philip Banse: Das glaube ich kann man einfach
[1:32:33] Philip Banse: blind mal abklicken und
[1:32:35] Philip Banse: akzeptieren.
[1:32:36] Philip Banse: Ja und dann hatte ich den Kfz Schein
[1:32:37] Philip Banse: oder habe ihn auch immer noch von
[1:32:39] Philip Banse: Ulfs Auto auf meinem Handy.
[1:32:40] Philip Banse: Und wenn ich jetzt das Auto leihe,
[1:32:41] Philip Banse: kann ich damit durch die Gegend fahren.
[1:32:42] Philip Banse: Und wenn ich kontrolliert werde,
[1:32:43] Philip Banse: kann ich ihn digital vorzeigen
[1:32:45] Philip Banse: und das geht recht einfach.
[1:32:47] Philip Banse: Ich meine, du musstest ihn ja
[1:32:48] Philip Banse: digital hinterlegen. Wie ging das?
[1:32:51] Ulf Buermeyer: Genau, also das läuft im Prinzip so.
[1:32:52] Ulf Buermeyer: Erstmal ist der Halter, die
[1:32:53] Ulf Buermeyer: Halterin, gefragt.
[1:32:54] Ulf Buermeyer: Man braucht einen elektronischen
[1:32:56] Ulf Buermeyer: Personalausweis und den hält man
[1:32:58] Ulf Buermeyer: an sein Handy.
[1:32:59] Ulf Buermeyer: Dann gibt man das Kennzeichen ein
[1:33:00] Ulf Buermeyer: und noch so zwei, drei Dinge und
[1:33:02] Ulf Buermeyer: dann lädt diese, ich weiß nicht,
[1:33:03] Ulf Buermeyer: ob man das Kennzeichn überhaupt eingeben
[1:33:04] Ulf Buermeyer: muss. Ich glaube, das konnte er
[1:33:05] Ulf Buermeyer: automatisch. Im Prinzip ist so, man
[1:33:06] Ulf Buermeyer: hält seinen Personalausweis an
[1:33:08] Ulf Buermeyer: sein Handy, wenn man diese i-Kfz-App
[1:33:11] Ulf Buermeyer: da drauf hat.
[1:33:12] Ulf Buermeyer: Dann greift die App
[1:33:14] Ulf Buermeyer: auf den Personalausweis zu, liest
[1:33:16] Ulf Buermeyer: die persönlichen Daten aus und fragt
[1:33:18] Ulf Buermeyer: dann elektronisch beim
[1:33:19] Ulf Buermeyer: Kraftfahrtbundesamt in Flenzburg
[1:33:21] Ulf Buermeyer: beim zentralen Zulassungsregister
[1:33:22] Ulf Buermeyer: an, welche Fahrzeuge hat
[1:33:24] Ulf Buermeyer: diese Person denn so zugelassen.
[1:33:26] Ulf Buermeyer: Und schon hast du alle die
[1:33:27] Ulf Buermeyer: Fahrzeuge, die auf dich zugelassen
[1:33:29] Ulf Buermeyer: sind, in deiner i-Kfz-App,
[1:33:31] Ulf Buermeyer: was ich ziemlich großartig finde.
[1:33:33] Ulf Buermeyer: Und im zweiten Schritt kann dann die
[1:33:35] Ulf Buermeyer: Person, die Halterin, Halter ist,
[1:33:37] Ulf Buermeyer: diesen Kfz Schein teilen.
[1:33:39] Ulf Buermeyer: Das haben Philip und ich gemacht.
[1:33:40] Ulf Buermeyer: Da habe ich dann Philip eben quasi
[1:33:41] Ulf Buermeyer: digital meinen Kfz Schein
[1:33:43] Ulf Buermeyer: geteilt und das kann man natürlich
[1:33:45] Ulf Buermeyer: auch verwalten. Das könnte ich jetzt
[1:33:46] Ulf Buermeyer: auch wieder löschen und dann wäre
[1:33:47] Ulf Buermeyer: der wieder aus Philips Handy
[1:33:48] Ulf Buermeyer: verschwunden. Das finde ich ehrlich
[1:33:49] Ulf Buermeyer: gesagt extrem cool.
[1:33:51] Ulf Buermeyer: Gerade auch, dass man da jetzt nicht
[1:33:52] Ulf Buermeyer: zu irgendeiner Behörde muss oder auf
[1:33:53] Ulf Buermeyer: einen Brief mit irgendeiner Pin
[1:33:55] Ulf Buermeyer: warten muss oder so.
[1:33:56] Ulf Buermeyer: Man hält einfach nur den
[1:33:57] Ulf Buermeyer: Personalausweis dran.
[1:33:58] Ulf Buermeyer: Und schon schwupps hat man seine Kfz
[1:34:00] Ulf Buermeyer: Scheine auf dem Handy.
[1:34:01] Ulf Buermeyer: Das ist ehrlich gesagt mal richtig
[1:34:03] Ulf Buermeyer: gelungene Digitalisierung.
[1:34:05] Ulf Buermeyer: Einziger kleiner Wermutstropfen, das
[1:34:06] Ulf Buermeyer: ist jetzt nicht irgendwie ein
[1:34:07] Ulf Buermeyer: europäischer Standard.
[1:34:09] Ulf Buermeyer: Das ist eine deutsche Sonderlösung,
[1:34:11] Ulf Buermeyer: aber immerhin funktioniert sie gut
[1:34:13] Ulf Buermeyer: und praktisch und sie löst das
[1:34:14] Ulf Buermeyer: Problem Teilen des Kfz Scheins.
[1:34:16] Ulf Buermeyer: Insofern würde ich euch allen sofort
[1:34:18] Ulf Buermeyer: empfehlen, ladet euch die App
[1:34:19] Ulf Buermeyer: runter, ladet euch eure Kfz Scheine
[1:34:21] Ulf Buermeyer: digital auf's Handy.
[1:34:22] Ulf Buermeyer: Dann habt ihr sie nämlich immer
[1:34:23] Ulf Buermeyer: dabei und ihr könnt sie in der
[1:34:25] Ulf Buermeyer: Familie teilen.
[1:34:26] Philip Banse: Ja, dieses Thema tropft
[1:34:29] Philip Banse: ja quasi aus jeder Zeile hier
[1:34:31] Philip Banse: in diesem Podcast.
[1:34:32] Philip Banse: Es geht um digitale
[1:34:34] Philip Banse: Souveränität.
[1:34:35] Philip Banse: Je mehr Trump frei dreht, desto
[1:34:37] Philip Banse: wichtiger wird einfach dieses Thema.
[1:34:39] Philip Banse: Wie stellt man sich auf,
[1:34:40] Philip Banse: ohne dass man auf US-Tech-Firmen
[1:34:43] Philip Banse: angewiesen ist? Sei es jetzt privat,
[1:34:44] Philip Banse: aber eben sei es auch als Firma.
[1:34:47] Philip Banse: Dazu hatten wir ja vor Weihnachten
[1:34:48] Philip Banse: einen ausführlichen Block.
[1:34:51] Philip Banse: Und zu dem gibt es ein bisschen
[1:34:52] Philip Banse: Feedback bzw.
[1:34:54] Philip Banse: ein paar Ergänzungen, die wir hier nochmal loswerden wollen.
[1:34:54] Ulf Buermeyer: Wir sind natürlich nicht
[1:34:56] Ulf Buermeyer: die einzigen. Ebenfalls sehr aktiv
[1:34:58] Ulf Buermeyer: bei dem Thema ist Mark-Uwe Kling.
[1:35:00] Ulf Buermeyer: Kennt ihr wahrscheinlich.
[1:35:01] Ulf Buermeyer: Freund und Schöpfer des Kängurus.
[1:35:03] Ulf Buermeyer: Mark-Uwe war nämlich zwischen den
[1:35:04] Ulf Buermeyer: Jahren auf dem Kongress des Chaos
[1:35:06] Ulf Buermeyer: Computer Clubs und hat dort eine
[1:35:08] Ulf Buermeyer: Kampagne vorgestellt unter
[1:35:10] Ulf Buermeyer: dem Stichwort "digital independence
[1:35:12] Ulf Buermeyer: day". Die URL, die Internetadresse
[1:35:14] Ulf Buermeyer: lautet di.day.
[1:35:16] Ulf Buermeyer: Di.day.
[1:35:17] Ulf Buermeyer: Und diese Kampagne erkennt einfach
[1:35:19] Ulf Buermeyer: an, dass es natürlich schon so ein
[1:35:20] Ulf Buermeyer: bisschen Mühe macht, sich
[1:35:22] Ulf Buermeyer: selbstständig zu machen, unabhängig
[1:35:23] Ulf Buermeyer: zu machen. Man muss von Gmail weg.
[1:35:25] Ulf Buermeyer: Man braucht einen neuen E-Mail-Anbieter
[1:35:26] Ulf Buermeyer: und so.
[1:35:27] Ulf Buermeyer: Da muss man sich ein bisschen
[1:35:28] Ulf Buermeyer: reinhängen. Das schafft man
[1:35:28] Ulf Buermeyer: vielleicht nicht immer so nebenbei,
[1:35:30] Ulf Buermeyer: zwischendurch. Und deswegen ist die
[1:35:32] Ulf Buermeyer: Idee, einfach jeden Sonntag
[1:35:34] Ulf Buermeyer: einen US Service zu
[1:35:36] Ulf Buermeyer: ersetzen durch einen europäischen
[1:35:38] Ulf Buermeyer: Dienst. Nicht immer irgendwann
[1:35:39] Ulf Buermeyer: zwischendurch und nicht alle auf
[1:35:40] Ulf Buermeyer: einmal, einfach jeden Sonntag einen
[1:35:42] Ulf Buermeyer: und dann eben möglichst auch
[1:35:45] Ulf Buermeyer: im Freundeskreis darüber zu reden.
[1:35:46] Ulf Buermeyer: Deswegen Digital Independence Day.
[1:35:48] Ulf Buermeyer: Die Idee ist, sonntags einen
[1:35:50] Ulf Buermeyer: US-Service ersetzen und
[1:35:52] Ulf Buermeyer: damit jedes Mal, wenn man das tut,
[1:35:54] Ulf Buermeyer: ein kleines bisschen unabhängiger
[1:35:56] Ulf Buermeyer: werden. Oder ich glaube jeden ersten
[1:35:57] Ulf Buermeyer: Sonntag im Monat, meine ich sogar
[1:35:59] Ulf Buermeyer: nur. Ich weiß nicht ob jeden Sonntag,
[1:36:00] Ulf Buermeyer: die Idee ist eigentlich jeden ersten
[1:36:01] Ulf Buermeyer: Sonntag im Monat, einfach damit es
[1:36:03] Ulf Buermeyer: nicht zu viel Arbeit auf einmal ist,
[1:36:05] Ulf Buermeyer: dass man lieber kontinuierlich an
[1:36:07] Ulf Buermeyer: mehr digitaler Souveränität
[1:36:08] Ulf Buermeyer: arbeitet.
[1:36:09] Ulf Buermeyer: Unter di.day findet ihr diese
[1:36:11] Ulf Buermeyer: Initiative, finde ich total
[1:36:13] Ulf Buermeyer: sinnvoll.
[1:36:14] Ulf Buermeyer: Und dann hatten wir ja noch, Philip,
[1:36:15] Ulf Buermeyer: aufgerufen dazu, gerade öffentliche
[1:36:18] Ulf Buermeyer: Stellen.
[1:36:19] Ulf Buermeyer: Meinetwegen sollen die noch andere
[1:36:20] Ulf Buermeyer: US-Dienste nutzen, aber sie müssen
[1:36:22] Ulf Buermeyer: zumindest auch auf Mastodon
[1:36:24] Ulf Buermeyer: sein, also im Fediverse unterwegs
[1:36:25] Ulf Buermeyer: sein.
[1:36:25] Philip Banse: Richtig. Und dazu hat sich Ralf
[1:36:27] Philip Banse: Stockmann nochmal bei uns gemeldet,
[1:36:28] Philip Banse: der ist sehr engagiert in
[1:36:30] Philip Banse: diesem Fediverse, ist da sehr
[1:36:32] Philip Banse: viel unterwegs und ist
[1:36:34] Philip Banse: zum Beispiel zu hören im Podcast
[1:36:36] Philip Banse: Freakshow, den wir hier auch, oder
[1:36:38] Philip Banse: ich zumindest, wärmstens empfehlen
[1:36:39] Philip Banse: kann. So und Ralf hat gesagt, na ja,
[1:36:41] Philip Banse: also liebe Leute, das war doch schon
[1:36:42] Philip Banse: so ein bisschen unvollständig,
[1:36:45] Philip Banse: da gibt es doch eine ganze Reihe von
[1:36:47] Philip Banse: Initiativen und
[1:36:49] Philip Banse: Petitionen, die genau das
[1:36:51] Philip Banse: fordern, was ihr da vorgeschlagen
[1:36:53] Philip Banse: habt. Das war doch ein bisschen
[1:36:54] Philip Banse: unvollständig.
[1:36:55] Philip Banse: Aus diesem Grund haben wir also
[1:36:57] Philip Banse: nochmal eine ganze Reihe von Links,
[1:36:58] Philip Banse: die uns Ralf geschickt hat, jetzt in
[1:37:00] Philip Banse: die Shownotes geparkt.
[1:37:02] Philip Banse: Also zum Beispiel gibt es da eine
[1:37:03] Philip Banse: Petition, keine Macht für
[1:37:04] Philip Banse: Oligarchen, Bundesregierung endlich
[1:37:06] Philip Banse: runter von X.
[1:37:08] Philip Banse: Und dann hat Ralf noch
[1:37:11] Philip Banse: darauf hingewiesen, dass es,
[1:37:13] Philip Banse: wie er sagt, natürlich
[1:37:14] Philip Banse: Alternativen für Instagram und
[1:37:17] Philip Banse: YouTube auch im
[1:37:19] Philip Banse: Fediverse gibt, also auch im Reich
[1:37:21] Philip Banse: von Mastodon.
[1:37:23] Philip Banse: Die Alternative für Instagram
[1:37:24] Philip Banse: ist demnach PixelFed
[1:37:27] Philip Banse: zu finden unter pixelfed.org.
[1:37:30] Philip Banse: Findet ihr natürlich auch in den
[1:37:31] Philip Banse: Shownotes. Und die YouTube
[1:37:32] Philip Banse: Alternative im Fediverse heißt
[1:37:34] Philip Banse: PeerTube, zu
[1:37:36] Philip Banse: finden unter joinpeertube.org.
[1:37:40] Philip Banse: Auch zu finden in
[1:37:42] Philip Banse: den Shownotes, das vielleicht noch
[1:37:44] Philip Banse: zur Aktualisierung.
[1:37:46] Ulf Buermeyer: Genau, und vielleicht noch ganz kurz
[1:37:47] Ulf Buermeyer: auch der Hinweis, da kam nämlich
[1:37:49] Ulf Buermeyer: auch aus der Nerdecke so ein
[1:37:51] Ulf Buermeyer: bisschen Detailkritik, nämlich, dass
[1:37:53] Ulf Buermeyer: das Fediverse, quasi so diese
[1:37:55] Ulf Buermeyer: ganze Welt ist, verschiedener,
[1:37:57] Ulf Buermeyer: unabhängiger, föderierter
[1:37:59] Ulf Buermeyer: Dienste und dass Mastodon quasi
[1:38:01] Ulf Buermeyer: nur einer, wenn auch der
[1:38:02] Ulf Buermeyer: prominenteste Dienst in diesem
[1:38:04] Ulf Buermeyer: Fediverse ist.
[1:38:05] Ulf Buermeyer: Also Mastrodon und Fediverse sind
[1:38:06] Ulf Buermeyer: nicht exakt synonym.
[1:38:08] Ulf Buermeyer: Fediverse ist so ein bisschen
[1:38:09] Ulf Buermeyer: größer, Mastodon ist einfach nur so
[1:38:10] Ulf Buermeyer: der wichtigste Dienst da drin.
[1:38:11] Ulf Buermeyer: Das wollen wir dann an dieser Stelle
[1:38:13] Ulf Buermeyer: auch nochmal kurz klargestellt haben
[1:38:15] Ulf Buermeyer: und das ist deswegen so wichtig,
[1:38:17] Ulf Buermeyer: weil natürlich auch diese vielen
[1:38:18] Ulf Buermeyer: anderen kleineren Dienste, wie zum
[1:38:20] Ulf Buermeyer: Beispiel PixelFed oder so, sich
[1:38:21] Ulf Buermeyer: natürlich freuen, die gehören zum
[1:38:23] Ulf Buermeyer: Fediverse, sind aber nicht Mastodon.
[1:38:24] Ulf Buermeyer: Und diese kleineren Dienste freuen
[1:38:26] Ulf Buermeyer: sich natürlich auch, wenn sie
[1:38:28] Ulf Buermeyer: ein bisschen größer werden.
[1:38:30] Ulf Buermeyer: Also schaut da mal rein, klickt
[1:38:31] Ulf Buermeyer: durch Accounts, es gibt
[1:38:33] Ulf Buermeyer: nichts Gutes, außer man tut es.
[1:38:35] Philip Banse: Und mit diesen Worten
[1:38:37] Philip Banse: verabschieden wir euch ins
[1:38:39] Philip Banse: Wochenende. Das war die Lage
[1:38:41] Philip Banse: für diese Woche, die erste Lage im
[1:38:43] Philip Banse: Jahr 2026.
[1:38:47] Philip Banse: Ausführlich zur neuen
[1:38:49] Philip Banse: Weltordnung, würde ich mal sagen.
[1:38:51] Ulf Buermeyer: Zur Lage der Nation in der Familie
[1:38:53] Ulf Buermeyer: der Nationen.
[1:38:54] Ulf Buermeyer: So kann man es, glaube ich,
[1:38:55] Ulf Buermeyer: zusammenfassen.
[1:38:55] Philip Banse: So kann man zusammenfassen.
[1:38:57] Ulf Buermeyer: Schön, dass ihr dabei wart.
[1:38:58] Ulf Buermeyer: Wir hoffen es hat euch gefallen in
[1:38:59] Ulf Buermeyer: diesem Podcast und wenn ihr Lust
[1:39:01] Ulf Buermeyer: habt auf mehr Infos aus
[1:39:03] Ulf Buermeyer: der Lagefamilie, dann hört doch mal
[1:39:04] Ulf Buermeyer: rein bei Kennzeichen E, unserem
[1:39:06] Ulf Buermeyer: neuen Podcast für alle Themen rund
[1:39:07] Ulf Buermeyer: um die elektrische Mobilität.
[1:39:09] Ulf Buermeyer: Den findet ihr unter
[1:39:10] Ulf Buermeyer: kennzeichen-e.fm
[1:39:12] Ulf Buermeyer: und natürlich in der Podcast-App
[1:39:14] Ulf Buermeyer: eures Vertrauens. Wir wünschen euch
[1:39:15] Ulf Buermeyer: ein schönes Wochenende.
[1:39:16] Philip Banse: Bis nächste Woche.
[1:39:17] Philip Banse: Alles Gute.
[1:39:18] Ulf Buermeyer: Tschüss.

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